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DURCHSCHAUBARES FÜR KJGLER/-INNEN DES DIÖZESANVERBANDES KÖLN

vier /2012

WE ARE FAMILY.


terminE 2013

/ editorial

13. Januar / Köln

aktuelle Infos auch unter kjg-koeln.de / TERMINE

SCHULUNG ZUR PRÄVENTIONSORDNUNG mit Katharina Schwellenbach und Christoph Sonntag

19. und 20. Januar / Bonn Reko Bonn

25. bis 27. Januar / Köln DIÖZESANAUSSCHUSS Tagungs- und Gästehaus St. Georg

21. und 26. Februar / Köln ABENDSCHULUNG PRÄVENTIONSORDNUNG mit Katharina Schwellenbach und Christoph Sonntag

23. und 24. Februar REKO LEVERKUSEN

2. März Gruppenleitungsschulungen » Neuss 15. bis 17. Februar und 1. bis 3. März 2013 »

16. und 17. März REKO RHEIN-ERFT

Bonn 25. bis 27. Januar, 15. bis 17. Februar und 2. März 2013

26. bis 27. März / Haus Sonnenberg

» Köln 22. bis 24. Februar, 8. bis 10. März und der 16. März 2013

TRANSPARENT / VIER 2012 We are family

» Rhein-Sieg 26. bis 28. April und 7. bis 9. Juni 2013

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REKO KÖLN

KINDER STARK MACHEN Bildungsfreizeit für Kinder zwischen 9 und 11 Jahren

9. April / Köln DIÖZESANAUSSCHUSS Diözesanstelle Köln

19. bis 21. April / Bonn Haus Venusberg DIÖZESANKONFERENZ

BILDNACHWEISE, transparent Ausgabe 4 / 2012

Andreas Mang / photocase.com (Cover), ashumskiy #37409510 / fotolia.de (3), freepik.com (4, 28), V. Dreikauß (7), nailiaschwarz / photocase.com (7), Hennimac / photocase.com (16/17), rebekkaw / photocase.com (Seite 18), Riekes Vater / photocase.com (18), Flügelwesen / photocase.com (19), ginger. / photocase.com (19), kallejipp / photocase.com (20), sto.E / photocase.com, Hofschlaeger / pixelio.de (22), kemai / photocase.com (23), nectar / photocase.com (23), DontBblu / stock.xchng (26)

Familie ist ein großer Begriff, der für die Menschen mit unterschiedlichen Bedeutungen angefüllt ist. Die Familie der vorweihnachtlichen TV-Spots, in der wohlwollend lächelnde Opas, gutaussehende Mütter in wallenden Seidenkleidchen nebst brav spielenden Kindern im Wohnzimmer mit Karstadt–Flair präsentiert werden, gibt es nicht. Nicht alle haben nur positive Verbindungen zu ihrer Familie und das wollten wir in unserer transparent-Ausgabe berücksichtigen. Es kann sein, dass die Geborgenheit in der Familie fehlt (Seite 21) oder Kinder gar nicht bei ihren Eltern aufwachsen (Seite 22). Dass eine Familie sich in unterschiedlichen Phasen behaupten muss, greift der Leitartikel (Seite 18) auf. Hierin wird beschrieben, wie sich Begriffe wie Heimat und Zuhause nach dem Auszug wandeln. Unser Pro & Contra stammt aus der Feder von Geschwistern, die sich die Frage stellten: „Lebe ich lieber im Hotel Mama oder ziehe ich aus?“ und zu unterschiedlichen Antworten kamen. Was Eltern ihren Kindern beibringen möchten und wie das am besten geht, verrät der Artikel eines Vaters – und die Umfrage zeigt, was Kinder tatsächlich von ihren Eltern gelernt haben. Neben dem Schwerpunkt findet ihr wieder Termine, Ankündigungen und Meldungen aus der KjG-Familie. Wer in Zukunft übrigens weniger Zeit mit seinen Lieben verbringen möchte, kann sich von den Interviews mit Saskia und Bene (ab Seite 12) inspirieren lassen und im April für das Amt der Diözesanleitung kandidieren. In der Weihnachtszeit verbringen die meisten von uns viel Zeit mit der Familie. Das ist manchmal stressig und manchmal wohltuend, oft lustig, bisweilen anstrengend, aber in jedem Falle wertvoll. Wir wünschen euch eine wunderbare Zeit, egal was ihr vorhabt und wie ihr feiert.

Birgit Elsner Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


/ kjg Verbandsleben

bei chipsfrisch rot/weiSS

Bei einem Klausurtag Ende Oktober haben sich die Regionalleitungen getroffen, um mit dem Diözesan­ ausschuss über dessen zukünftige Struktur zu sprechen. Aufhänger dafür war ein Beschluss der Diözesankonferenz 2012. Alle waren sich einig, dass die Vernetzung und der Austausch der Regionen in Zukunft an Bedeutung gewinnen sollten. Im November gab es wieder Gelegenheit hierzu: Neun Regionalleiter und Regionalleiterinnen haben am RL-Vernetzungstreffen teilgenommen und Diözesanleiterin Saskia und Bildungsreferent Christoph begeisterte Rückmeldungen gegeben.

Es war interessant zu sehen, was die anderen Regionen für Aktionen vorbereiten. Gut zu sehen, wie man auf verschiedene Gruppen in den Pfarreien zugehen soll. Sarah I. (Neuss)

Wie immer super! Beson­ders für die Vernetzung :) PS: chipsfrisch Rot/WeißSchranke ist besser als Currywurst-Style. Andreas (Bonn)

In guter Stimmung wurden neue Kontakte geknüpft, Ideen und Erfahrungen ausgetauscht und in zum Teil sehr ausführlichen Reflexionsrunden Feedback zu den sehr interessanten Inhalten gegeben. Sarah B. (Neuss)

TRANSPARENT / VIER 2012 We are family

Die Themen waren zum Teil ansprechend und auf die Region passend zugeschnitten und dementsprechend brauchbar. Besonders sinnig war der Austausch zwischen den Regionen, da dadurch viele Ideen mitgenommen werden. Der inhaltliche Impuls zum Pfarreienaufbau, vor allem durch die Reflexion, war dienlich, da dies auch für andere Gespräche nutzbar ist. Fazit: Gute Runde, Inhalt gut mit „Spiel und Spaß“ verknüpft > KjG ist geil :) Volker (Neuss)

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Mir hat das Wochenende viel Spaß gemacht. Ich nehme viele neue Erfahrungen zum Thema Pfarreienoffensive mit und hoffe, dass ich diese in meiner Region anwenden kann. Matthias (Oberberg)

Ich fand dieses Wochenende wieder sehr lustig und produktiv! Es gab einen sehr großen Erfahrungsaustausch und man kann viele neue Sachen mit in seine Region nehmen. Sabrina (Düsseldorf)

Das Wochenende war wieder super :) Man lernt immer neue Leute kennen. Und auch wenn man schon mehrere Jahre in der Regionalleitung ist, lernt man was dazu an Input und Verbesserungsmöglichkeiten. Marius (Düsseldorf)

wurde ein neues Leitungs­team gewählt: Sven Wolff (KjG Lantenbach) gab sein Amt als Regionalleiter nach sechs Jahren, Maximilian Richter (KjG Radevormwald) nach vier Jahren und Martin Funke (KjG Lantenbach) nach zwei Jahren ab. Pfarrer Norbert Fink, Kreisjugendseelsorger und geistlicher Leiter der KjG Oberberg, wurde für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Matthias Horn (KjG Lindlar) wurde neu in die Regionalleitung gewählt. Jessie Rinker und Michelle Peeters beide (KjG Lantenbach) deren Amtszeit noch andauert, komplettieren das Team. Als Ziele wurden eine Be­teiligung an der 72-Stunden-Aktion des BDKJ, eine gemeinsame Aktion der oberbergischen KjG-Pfarreien und Aktionen zur Stärkung der Pfarreien beschlossen. „Da in der Vergangenheit die Gemeinschaftsveranstaltungen schlecht besucht wurden, wollen wir zunächst den Teamgeist stärken“, so Matthias Horn. Torsten Wolter, KjG Lindlar

Reko in vier Stunden Dass Regionalkonferenzen nicht unbedingt viel Zeit brauchen, zeigte die Region Düsseldorf im Oktober: In gut vier Stunden besprachen die etwa 30 Delegierten den Bericht der Regionalleitung und des Regionalausschusses, bestätigten Sabrina Meuser in ihrem Amt als Regional­leiterin, wählten einen starken RA mit sieben Frauen und fünf Männern sowie VertreterInnen für das Trägerwerk, den Wahl­ausschuss und die DiKo-Delegation. Außerdem beschlossen sie neben dem Termin für die nächste ReKo ein Pfarrleitungstreffen und diskutierten einen Satzungs­änderungsantrag, der die regio­ nale der diözesanen Satzung anpassen sollte. Die aktuelle Regionalleitung in Düsseldorf besteht nun aus Sabrina Meuser, Marius Schneider und Sebastian Hollmeyer und ist mit einem starken RA sehr gut aufgestellt. Das alles war in dieser kurzen Zeit möglich dank einer disziplinierten Moderation, einer regen Beteiligung der Anwesenden – und dem Spiel des FC Fortuna am Nachmittag. Max Pilger, transparent-Redaktion und Diözesanleiter

Vom 23. bis 24. November veranstaltete der Regional­ ausschuss Neuss seine jährliche RA-Klausur. Los ging es am Freitagabend mit einem Teamstart, vom A-Team vorbereitet und durchgeführt. Am Samstag wurden die Jahresplanung und die Terminabsprache für 2013 in Angriff genommen. Viele Aktionsideen wurden diskutiert. Am Ende stand fest, dass der RA Pfarreien, die auf Ferienfreizeit fahren, Aktionspakete packen wird, die zu den Freizeiten geschickt werden. Hierdurch soll auf die Pfarreien zugegangen und deren Arbeit vor Ort honoriert werden. Darüber hinaus wird es nächstes Jahr eine Aktion für Kinder geben sowie eine Bildungsveranstaltung für LeiterInnen zum Thema Backen. Weitere Infos zur Region Neuss gibt‘s auf: www.kjg-neuss.de Katharina Schwellenbach, Diözesanleiterin

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RegionenVernetzung

Regionalausschuss KjG Oberberg hatte Reko in Neuss plant das Auf der Regionalkonferenz der KjG-Oberberg im November Jahr 2013 Neue Leitung – Neue Ziele:

Ein wunderbares Wochenende zum Kontakteknüpfen und Austauschen und um regionale Aufgaben auf­zufrischen oder neu zu lernen. Melde mich hiermit direkt für nächstes Jahr an. Simon (Leverkusen)

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/ kjg Verbandsleben

PVO-Schulung

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Mit Tannenbäumen Gutes tun

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Mit dem Tannenbaum-Kauf etwas Gutes zu tun, ist unter anderem in Düsseldorf-Wersten möglich: Die KjG St. Maria Rosenkranz hat sich eine Möglichkeit ausgedacht, kreativ an Zuschüsse für die Sommerfrei­zeiten zu gelangen – den Weihnachtsbaumverkauf. Die Bäume werden im Oktober auf dem Feld besichtigt und ausgesucht. In den Gruppen­ stunden werden Flyer verteilt, die für riesigen Andrang am Verkaufswochenende sorgen: Zwischen 400 und 500 Bäume sowie Waffeln, Glühwein und Kakao bringen die KjGlerInnen jedes Jahr unters Volk. Der Kauf des Baumes beinhaltet noch eine besondere Leistung – nachdem sich die KundInnen den Baum ausgesucht haben, bekommen sie ihn nach Hause geliefert, was besonders praktisch für die ältere Generation ist. Die Menschen haben beim Kauf außerdem das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, denn der Erlös kommt vollständig dem KjG-Sommerlager des Folgejahres zu Gute und hilft die Preise für die Freizeit niedrig zu halten. In jedem Jahr erscheint ein Artikel in der Lokalpresse und bei Waffeln & Glühwein findet sich immer Zeit, etwas von der KjG-Arbeit zu erzählen. Am Verkaufstag treffen die KjGlerInnen viele Menschen, denen sie im Jugendheim oder an anderen Stellen nicht begegnen würden. Sebastian Hollmeyer, KjG St. Maria Rosenkranz

www.kjg-wersten.de

Seit über einem Jahr schult der KjG Diözesanverband Köln auf Diözesanebene und in regionalen Schulungsteams ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter im Sinne der Ordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen (Präventionsordnung) des Erzbistums Köln. Was sich zunächst trocken anhört und wie eine Verpflichtung erscheint, macht auch Spaß und bringt neue Erkenntnisse. Davon erzählt Lioba Brosch, die eine Schulung bei Katharina und Christoph besuchte.

Viele Überraschungen „Gleich zu Anfang wurden Begriffe bestimmt und ich war erstaunt, welche unterschiedlichen Bedeutungen sich hinter den Worten „sexualisierte Gewalt“, „sexuelles Vergehen“ oder „sexueller Missbrauch“

verbergen. Bei dem Bereich Umgang mit Verdachtsfällen und Handlungsempfeh­ lungen hatte ich nicht erwartet, dass es eine Fehlhandlung sein kann, sich zu früh- oder eben zu spät an die Erziehungsberechtigten zu wenden. Diese nämlich könnten durch das Vorwissen manipuliert werden und den Vorfall daraufhin nicht mehr wahrheitsgemäß schildern, so unsere TeamerInnen. Auch war mir nicht klar, dass es es sich beim Täter oder die Täterin meist um eineN BekannteN, VerwandteN, BetreuerIn, SchwimmlehrerIn, NachbarIn oder FamilienfreundIn handelt. Schockierend fand ich, wie früh das Opfer schon so intensiv manipuliert wird, dass es im Laufe der Zeit des Missbrauchs kaum noch zwischen Übergriff und Normalität unterscheiden kann. Zu wissen, dass ein sexueller Übergriff vom Opfer als normal eingeschätzt wird, ist unvorstellbar. Ein wichtiger Punkt für mich war der Umgang mit Kinder und Jugendlichen bei Ferienfreizeiten und Ausflügen. Dass Jungen und Mädchen in getrennten Zimmern schlafen, ist selbstverständlich. Dass es für uns aber auch Konsequenzen haben kann, wenn Jugendliche heimlich Geschlechtsverkehr haben, war mir bisher so nicht bekannt.

Methodisch gut aufbereitet Der Kurs hat mir gut gefallen, besonders der erste Teil, weil man sich in die Situation reindenken und viel „mitnehmen“ konnte. Schaubilder an der Pinnwand, die Darstellung der Reaktionsreihe von Täter und Opfer mit Karten unterschiedlicher Farbe und die einzelnen Phasen, die das Opfer durchlebt, wurden gut veranschaulicht. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie qualvoll diese Phasen für das Opfer sind. Auch die Methoden zur Selbsteinschätzung fand ich wichtig und hilfreich. Mir persönlich ist vom ersten Teil mehr im Gedächtnis geblieben, als vom zweiten Teil, in dem Methoden eines Fallbeispiels angewandt wurden – nach sieben Stunden ließ die Konzentration einfach nach. Vielleicht wäre es sinnvoller, die Schulung an zwei Tagen zu halten? Allgemein fühle ich mich im Umgang mit dem Thema Prävention sexualisierter Gewalt sicherer und aufmerksamer in Bezug auf Verhaltensauffälligkeiten bei betroffenen Kindern. Ich weiß, an wen ich mich wenden kann, an wen nicht und wie ich im ersten Moment auf das Opfer reagieren sollte. Vorher hätte mir eventuell der Blick für solche Situationen gefehlt. Ich finde die Schulung wichtig für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Lioba Brosch

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Erfahrungsbericht:

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/ kjg Verbandsleben

Gemeinsam mit knapp 45 Leuten feierte der BDKJ das Erscheinen des Hand­ buches „... Und jetzt noch was Frommes“ mit einer Buchpremiere im Verbändehaus. Die Herausgeber Peter Otten (KjG), Dirk Bingener und Christoph Köster (beide BDKJ) hatten ein buntes Publikum eingeladen, um über das Sammelwerk zu disku­tieren. 17 Autorinnen und Autoren machen darin mit ganz eigenen und sehr unterschiedlichen Artikeln Lust auf das Amt der geistlichen Verbandsleitung.

Volker Andres, Geistlicher Leiter der KjG-Region Neuss und Pfarrleiter der KjG St. Martinus in Holzheim hat „… Und jetzt noch was Frommes?!“ für uns gelesen.

Herausgeber Dirk Binger bei der Buchpremiere.

Der BDKJ hat Pfr. Franz Meurer als Fürsprecher für das neue Buch gewinnen können.

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Der Priestermangel hatte den BDKJ schon vor Jahren bewogen, Ausbildungskurse für geistliche Leitungen anzubieten – damit Jugendliche in den Verbänden selber Gottes­ dienste vorbereiten, seelsorgerische Gespräche führen und mit schwierigen Situationen umgehen lernen. Die Erfahrungen aus diesen Kursen und viele weitere Ideen und Anregungen sind im Buch versammelt.

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Als „Anti-Sterbe-Versicherung für die Kirche“ bezeichnete Pfarrer Franz Meurer das Sammelwerk bei der Buchvorstellung. Viele KjGlerInnen kennen Pfarrer Meurer aus Höhenberg-Vingst als jemanden, der eng mit den Jugendverbänden zusammenarbeitet und immer deutliche Worte findet. Die fehlten ihm auch bei der Buchpremiere nicht: Dass die Jugendverbände die Kirche retten, ist für den engagierten Pfarrer klar. Doch er hat noch einen Auftrag: „Das Schlimmste ist es, ausgegrenzt zu sein.“ Die Jugend­ verbände haben seiner Meinung nach die Aufgabe, Menschen an die Hand zu nehmen und ihnen einen Weg zu zeigen. Dabei könne das Handbuch helfen. Birgit Elsner, transparent-Redaktion und KjG-Bildungsreferentin

Verlag Haus Altenberg Preis: 19,90 Euro

Leseprobe FIELDS OF GOLD. Die Sprache der Musik entdecken. Von Peter Otten

„Vor ein paar Wochen im Speyerer Dom. Es ist Sonntag. Die Messe hat gerade begonnen. Ein Chor ist zu Gast, aus Herford. Um die hundert Frauen und Männer haben hinter dem Altar Position bezogen. Leise kriechen die ersten Töne aus der Orgel hervor, so als hätten sie verschlafen. Dann kommt der Chor, sachte und irgendwie freundlich klingt das. „Kyrie eleison“, singen sie. Herr, erbarme dich. Die Töne wachsen in der großen Kirche, steigen auf wie eine Wolke, vermischen und verteilen sich. Jean Langlais hat das komponiert, wird mir am Schluss eine der Sängerinnen sagen. Ein Franzose, einer der experimentierfreudigsten Komponisten und Organisten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, …“

TRANSPARENT / VIER 2012 We are family

» Jugendverbände retten die Kirche «

Vor Erscheinen des Buches haben die Herausgeber mich gefragt, was ich von einem Handbuch zur Geistlichen Verbandsleitung erwarte. Meine Antwort fiel mir wieder ein, als ich das Buch dann endlich in der Hand hielt: „Von einem solchen Buch erwarte ich Methoden und Ideen, wie der Glaube innerhalb des Verbandes gelebt werden kann. Weg von klassischen Gottesdiensten und Frühschichten, hin zu neuen Ideen, die den Glauben vielleicht auch spielerisch erlebbar machen.“ Diesen Gedanken erfüllen die Heraus­geber mit ihrem Werk, zeigen dabei aber die große Vielfalt, die eine (Geistliche) Leitung in der Jugendverbandsarbeit ausmacht. Die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder werden mit Vorschlägen und Beispielen unterfüttert, sodass die Angst genommen wird, sich selbst diesem Amt zu widmen. Wer jedoch ein Patentrezept für alle auf­ kommenden Situationen und Aufgaben erwartet, wird dieses nicht vorfinden. Die AutorInnen als „ExpertInnen“ ermutigen vielmehr durch ihre persönlichen Erkenntnisse zum eigenen Handeln mit eigenen Lösungsansätzen. Durch die persön­liche „Du“-Anrede, sowie die Statements der Teilnehmer des Ausbildungskurses zur Geistlichen Leitung, macht das Buch Lust auf mehr und die Sammlung eigener Erfahrungen.

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/ kjg Verbandsleben

DUMMies erneuern sich! Je mehr Mitglieder in der KjG angemeldet sind, desto besser! Um Pfarreien bei der Mitgliederbindung zu unterstützen, hat der Diözesanausschuss (DA) schon 2008 eine kreative Arbeitsgruppe gebildet. Der illustre Name des Teams? DA Untergruppe Mehr Mitglieder, liebevoll auch DUMMies genannt. Die DUMMies machen sich Gedanken, wie die KjG ihre Mitglieder am besten erreicht und wie neue hinzu­ge­wonnen werden können. Bei den Treffen werden Ideen gesponnen, Aktionen und Arbeitsmaterial entwickelt.

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Die DUMMies werden ab sofort vom DA abgekoppelt und öffnen sich auch für andere erfahrene und einfallsreiche Mitglieder des Seelenbohrerlandes, die sich in diesem Team engagieren können.

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Das sind die DUMMies im Jahr 2012 Jessie Rinker, Barbara Düster, Christina Düster, Hans Christoph-Haase, Dagmar Alfter, Steffen Schmidt, Michael van den Boom, Saskia Osterholt und Birgit Elsner. Saskia Osterholt, Diözesanleiterin

Die DUMMies modeln, sind cool und scheuen keinen DiKo-Auftritt.

Wahrscheinlich kennt ihr auch schon das ein oder andere Projekt der DUMMies, wie die Ferienfreizeitbändchen, die KjGRoll-ups für Pfarrfeststände oder den Reisebegleiter durch die Beitragser­ höhung mit Kanini-Film, Quartettspiel und Postkarten. Auch die Mitglieder­ werbe­aktion „Nehmt sie alle an die Hand, wer ist die größte (Pfarrei) im Seelenbohrerland?“ oder die Mitgliederpräsen­ tationen für eure Regionalkonferenzen sind Produkte der DUMMies. In besonders kreativen Phasen wird auch schon mal an neuem Merchandising-Material gearbeitet und heraus kommen ThermoKaffeebecher, schicke Mützen und Handtücher mit Seelenbohrer-Ausschnitt. Du möchtest mitmachen? Schreib an saskia.osterholt@kjg-koeln.de www.kjg-koeln.de/dioezesanausschuss/ dummies

Man nehme: ein bis zwei Substanzen aus der Elementegruppe Kindermit­bestimmung (z.B. „zu Wort kommen lassen“ und „Verantwortung übergeben“), versetzt diese in einen beliebigen Aggregatzustand („laut und wild“) und erhitzt dieses Gemisch im Erlenmeyerkolben mithilfe des Brainstorming-Verfahren so lange bis daraus der gewünschte Zielzustand destilliert (z.B. „mit Kindern ein Angebot planen“). Die so entstandene methodische Verbindung sollte danach eingehend auf ihre Tauglichkeit und Anwendbarkeit für die KjG-Basis überprüft werden. Die für „hervorragend“ befundenen sogenannten „Kindermitbestimmungs­methoden“ werden mit einem Namen versehen („Chef auf’m Schiff“, „Argumen-Tier und Disku-Tier“, „Für eine Handvoll Erbsen“ u.a.) und sind schließlich Teil des neuen KjG-Methodenkoffers. Die KjGlerInnen Alex, Ann-Kathrin, Steffi und Vero haben in den vergangenen Monaten intensiv getüftelt und experimentiert. Ihr Ziel im „Methodenlabor“ war es, neue (!) Spiele und Ideen zu erfinden, mit denen Kindermitbestimmung vor Ort in den KjGs ganz praktisch eingeübt und umgesetzt werden kann: Kinder bestimmen mit über die nächsten Ausflüge, können sich im Kooperationsspiel als Chef oder Chefin

Svenja beschriftet den Methodenkoffer.

ausprobieren, sie erfinden selbst Spiele oder lernen zu diskutieren und ihre Meinung zu vertreten. Bei den ersten elf Methoden (im praktischen Kartenset) geht es vor allem um Ideen für die KjG-Gruppenstunde; an weiteren Methoden für die Ferienfahrt und Kindermitbestimmung in der Pfarrei wird derzeit experimentiert. Die Methodensammlung ist Teil unseres aktuellen Schwerpunktthemas „kinder. macht – Kindermitbestimmung in der KjG“. Das erste Kartenset (inklusive eines kleinen Koffers, in den alle auch folgenden Karten sowie etwas Material passen) kannst du jetzt kostenlos für deine KjG-Pfarrei bestellen, per Mail an info@kjg-koeln.de. Holger Walz, Bildungsreferent

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Mit neuen Gesichtern im Auftrag der Mitgliedergewinnung

Neues aus dem Methodenlabor!

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Vereinbarkeit von Leben & Diözesan­ leitungsamt

/ kjg Verbandsleben

Bereust du manchmal deine Entscheidung? Nein, bereut habe ich meine Entscheidung nicht, ganz im Gegenteil. Ich habe unglaublich viel gelernt, ausprobiert und erlebt. Das will ich nicht missen.

Was motiviert dich, noch mal zu kandidieren? Mir macht das Amt großen Spaß und die Zeit seit meiner Wahl ist schnell vergangen. Wir arbeiten an so vielen spannenden Themen. Alleine die Kinderstadt im Oktober 2013 ist für mich Grund genug, noch mal zu kandidieren.

Saskia Osterholt und Benedict Martin beantworten Fragen rund um ihre Arbeit für die KjG

TRANSPARENT / VIER 2012 We are family

Hat sich seit deiner Wahl 2011 dein Alltag verändert?

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Saskia Osterholt: Auf jeden Fall. Ohne eine gute Organisation geht es nicht, wenn ich meinen Job, meine vielen Aufgaben und Termine als Diözesanleiterin und Privates unter einen Hut bringen will. Wenn ich mit der Bahn den langen Weg zur Arbeit fahre, nutze ich die Zeit zum Beispiel für KjG-Dinge. Meine Mittagspause muss auch schon mal dran glauben, für KjG-Emails oder Telefonate, die erledigt werden wollen, die nur zu Bürozeiten möglich sind.

Seit 17 Jahren bin ich KjG-Mitglied und habe in unserem Verband viel erlebt und ausprobiert. Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert, wie viele engagierte Leute man trifft und was wir gemeinsam auf die Beine stellen. Als Diözesanleiterin möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, dass das so bleibt. Trotzdem hab ich mir das Ganze fast ein Jahr lang überlegt, weil ich vorher nicht so genau wusste, ob ich das schaffen kann. Spätestens nach der Kinderstadt war ich mir sicher: Wenn du das jetzt nicht ausprobierst, dann bereust du es irgendwann!

Wofür hättest du gerne mehr Zeit? Sowohl in deiner Freizeit als auch in deinem Amt als Diözesanleiterin? Ich versuche schon sehr darauf zu achten, dass ich genug Zeit für Familie, Freund/ -Innen und private Interessen finde. Trotzdem muss ich irgendwo Abstriche machen. Zum

Was war das Highlight deiner Amtszeit? Saskia bei der DiKo-Begrüßung 2011.

Die Diözesankonferenz – aus einer neuen Perspektive erlebt man die Diko ganz anders. Die Fragen stelle Katharina Schwellenbach.

Sport schaffe ich es z.B. oft nur einmal im Monat. Und einen Tag mal überhaupt nicht zu planen, geht fast nur im Urlaub. Das ist manchmal sehr anstrengend. Als Diözesanleiterin würde ich gerne mehr Zeit haben, um in meinen Zuständigkeitsbereichen kreativ zu werden. Das kommt leider manchmal zu kurz, denn es steht ja auch immer viel Organisatorisches auf der Tagesordnung.

Bist du durch deine berufliche Tätigkeit im Amt als Diözesanleiterin eingeschränkt? Natürlich, vor 18 Uhr kann ich nie in der Diözesanstelle sein. Termine, die tagsüber stattfinden, kann ich nicht wahrnehmen. Ich glaube aber, dass ich durch meine beruflichen Erfahrungen in Diskussionen eine andere Sicht einbringen kann, etwa wenn es um Betrachtungen aus Arbeit­ nehmerInnenperspektive geht oder um betriebswirtschaftliche Dinge.

TRANSPARENT / VIER 2012 We are family

Warum hast du dich entschieden, neben deiner Vollzeitstelle als Logistik­ controllerin das Amt als Diözesanleiterin zu übernehmen?

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Vereinbarkeit von Leben & Diözesan­leitungsamt

/ kjg Verbandsleben

Wofür hättest du gerne mehr Zeit? Sowohl in deiner Freizeit als auch in deinem Amt als Diözesanleiter? In meiner (KjG-)freien Zeit hätte ich gerne mehr Zeit für mich und meine Freundin. Für die KjG wünsche ich mir mehr Zeit für Ruhe! Das Pensum innerhalb des Diözesanverbands ist hoch, ständig stehen neue Themen und Projekte an. Hier mal zu beruhigen wäre wichtig!

Du bist seit vier Jahren Diözesanleiter. Was hat dich damals motiviert zu kandidieren? Benedict Martin: Ich war Pfarrleiter und Regionalleiter in Neuss, das hat mir nicht gereicht. Beim Gespräch mit dem Wahl­ ausschuss habe ich gesagt: Ich bin ein Leitungsmensch und daher will ich in die Diözesanleitung. Vor allem die zwei Jahre im Diözesan­ausschuss haben mich sehr von der Arbeit auf Diözes­anebene begeistert.

TRANSPARENT / VIER 2012 We are family

Neben deinem Amt als Diözesanleiter hast du Jura studiert. Hat dein Amt dir beim Studium Nachteile gebracht?

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Nachteile hatte ich nicht. Ich habe auf Grund von KjG-Terminen auch mal eine Vorlesung verpasst, zum Beispiel, um mit der Stadtverwaltung Hilden über das Brandschutzkonzept für die Kinderstadt zu diskutieren, aber das war kein Nachteil. Im Gegenteil: Dort konnte ich Theoretisches aus dem Studium für mein Amt nutzen.

Wie hast du dein Studium und das Amt als Diözesanleiter vereint? Strukturell, inhaltlich und zielbewusst! Ich habe mir eine Struktur geschaffen, in der beides nebeneinander funktionieren kann: So bin ich kurz vor meiner Amtszeit von Neuss nach Köln umgezogen. Aber auch inhaltlich gab es in den Arbeitsbereichen, für die ich zuständig war, viele Themen,für die mein Wissen aus dem Studium sehr hilfreich waren und sicherlich auch umgekehrt: etwa im Bereich der Geschäftsführung oder im Rahmen der Vorstandstätigkeiten der Vereine. Letztendlich habe ich mein Studium erfolgreich innerhalb der Regel­ studienzeit abgeschlossen.

Was sind deine Tipps für KjGlerInnen, die gerade am Anfang ihres Studiums stehen und erwägen, für das Amt der Diözesanleitung zu kandidieren? Zunächst einmal muss man sich im Klaren darüber sein, was man erreichen will. Denn schon mit dem Entschluss zur Kandidatur muss die Struktur in die richtige Bahnen gelenkt werden. Danach darf man seine Prioritäten nicht aus den Augen verlieren. Studium oder Ausbildung sollten meines Erachtens immer Vorrang vor dem Hobby genießen. Zuletzt braucht man Mut und richtiges Timing. Es ist nicht einfach, sich innerhalb der Diözesanleitung Freiräume für Prüfungen oder zum Lernen zu schaffen. Aber innerhalb eines guten Teams wird es auch dafür Lösungen geben!

Wenn du auf deine bisherige Amtszeit zurückblickst, wie bewertest du diese Zeit? Großartig. Denn die KjG ist ein tolles Lernfeld. Man kann sich super ausprobieren. Sicherlich gibt es in vier Jahren Höhen und Tiefen, aber insgesamt hat mir das Amt für mein Leben unglaublich weitergeholfen!

Übung des Gummihuhn-Abschlags bei der DiKo 2012.

Wirst du noch einmal für das Amt des Diözesanleiters kandidieren? Das weiß ich noch nicht. Die Leute sagen häufig: „du bist doch noch jung, mit deinen 24 Jahren. Da haben andere später mit der Diözesanleitung angefangen.“ Auf der anderen Seite beginnt für mich im April das zweijährige Referendariat, ein neuer Lebensabschnitt, an dessen Ende das 2. Staatsexamen steht. Eine Kandidatur hängt daher von verschiedenen Faktoren ab, sicherlich auch von der Teamkonstel­ lation der Diözesanleitung. Die Fragen stelle Katharina Schwellenbach.

Bene baut die Kinderstadt 2010 mit auf.

TRANSPARENT / VIER 2012 We are family

Benedict als Pirat bei Zickezacke Hühnerkacke 2010.

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Was ist das wichtigste, was dir deine Eltern beigebracht haben? Die transparent-Umfrage von Benedict Martin in der Region Oberberg.

Steckbrief Die Region Oberberg Alle Menschen zu akzeptieren und für alle Meinungen offen zu sein. Ich persönlich finde es wichtig, weil man immer offen und ehrlich die Leute erreichen kann. Svenja Münchhalfen (16), KjG Engelskirchen

Freundlichkeit. Denn mit einem Lächeln kommt man meistens weiter als mit bösen Worten. Michelle Peeters (18), KjG Regionalleiterin

/ SCHWERPUNKT

Die Liebe, die ich zu Hause erfahren habe, an meine Mitmenschen weiterzugeben und jedeN so zu akzeptieren und zu respektieren, wie er oder sie ist. Julia Graf (19), KjG Lantenbach

„Setz dich an den Tisch, der Appetit kommt beim Essen!“ Einfach mal drauf losgehen und gucken was passiert! Auch wenn was vorher komisch erschien, hat´s sich oft gelohnt! Marius Radermacher (24), KjG Radevormwald

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Niemals aufgeben!

TRANSPARENT / VIER 2012 We are family

Martin Funke (20), KjG Lantenbach

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Es gibt so viel, was mir meine Eltern beigebracht haben, dass ich gar nicht alles aufzählen kann. Aber wofür ich ihnen besonders dankbar bin, ist, dass sie mir beigebracht haben, selbstbewusst ins Leben zu gehen und auch mit schweren Aufgaben fertig zu werden, und dabei nie den Spaß am Leben zu verlieren. Robin Stamm (20), KjG Landtnbach

Regionalleitung Michelle Peeters, Jessie Rinker, Matthias Horn, Norbert Fink (geistlicher Leiter)

Pfarreien St. Marien / Radevormwald, St. Clemens / Wipperfeld, St. Herz Jesu / Loope, St. Peter und Paul / Engelskirchen, Lantenbach / GummersbachBergneustadt, St. Severin / Lindlar

Begleitung Benedict Martin (KjG Diözesanleiter)

Bildungsangebote Ehrlichkeit! Auch wenn ich als kleiner Junge böse Sachen gemacht habe, z.B. mit Feuer spielen, dann waren meine Eltern gar nicht so böse auf mich, wenn ich es gleich gesagt habe! Matthias Horn (18), neugewählter Regionalleiter aus der KjG Lindlar

PVO-Schulungen (Januar und Februar) Gruppenleitungskurs (März oder April), Erste-Hilfe-Kurs

Aktionen

Immer mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und auch bei größeren Steinen auf meinem Weg nicht direkt aufzugeben. Kai Rolshofen (23), KjG Loope

Regionaler Leiterinnen- und Leiter-Tag, 72-Stunden-Aktion, in der Entwicklung: regionales Zickezacke Hühnerkacke

Kontakt info@kjg-oberberg.de www.kjg-oberberg.de


/ SCHWERPUNKT

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So singt Herbert Grönemeyer und da mag er ja Recht haben. Aber wenn ich an zu Hause denke, dann kommen in mir zuallererst Bilder von dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Was bedeutet mir der Ort, den ich zu Hause nenne?

Die Frage stellt sich in aller Intensität gerade im Moment. Ich bin das älteste von drei Geschwisterkindern. Meine jüngste Schwester ist inzwischen ausgezogen, für meine Eltern alleine ist das Haus viel zu groß. Die beiden haben entschieden, umzuziehen.

ist verbunden mit dem, was ich zu Hause nenne, mit dem Gefühl der Geborgenheit und des Willkommenseins – mit meiner Familie. Und beides voneinander zu trennen gelingt mir nicht.

Das erste Gefühl, dass sich bei mir ein­ stellt, ist Angst. Davor, dass etwas wegbricht in meinem Leben. Eine Sicherheit. Ein Zentrum, wie ein tragender Grund. Denn all das ist dieses Haus: der Ort, an dem wir Geschwister uns auf jeden Fall wiedertreffen. Der Ort, an dem Weihnachten gefeiert wird. Der Ort, an dem immer ein Bett (oder eine Matratze) für mich steht, sollte mal etwas schief gehen.

Das merke ich besonders, wenn ich versuche, mir vorzustellen, wie wir Weihnachten in diesem Jahr feiern werden: Alle zusammen – das ist das Wichtigste. Und wo? An einem neuen Ort. Der ist dann aber nicht mehr mein Ort, da bin ich und werde ich ab jetzt immer Besucher sein. Der eine Aspekt meiner Heimat, nämlich das Zusammensein der Familie, der bleibt. Dass dieser mit dem räumlichen Teil meines zu Hauses zusammenfällt, ist jetzt unwiederbringlich vorbei.

Zu Hause ist für mich eben doch mehr als nur ein räumlicher Ort. Es ist die Geschichte, meine Geschichte, die mich damit verbindet. Das Haus habe ich zehn Jahre lang bewohnt, gestaltet (manchmal verunstaltet) und zu meinem zu Hause gemacht. Der Ort

Das ist doch aber auch ein natürlicher Prozess, denke ich. Irgendwann werde ich eine eigene Familie haben; dann werden die beiden Aspekte von Heimat wieder zusammenfallen, dann werde ich Weihnachten nicht mehr mit meinen Eltern

und Geschwistern feiern. Nur dadurch, dass das in meiner Situation irgendwie abrupt geschieht, wird mir dieser sonst vielleicht unmerklich ablaufende Prozess, dieser Schritt ins Erwachsenwerden bewusst. Letzten Endes fühle ich mich auch in meiner WG zu Hause. Anders zwar, aber trotzdem zu Hause. Das ist jetzt der Ort, den ich gestalte und zu meinem mache. Die eine Heimat ersetzt die andere nicht, es sind Prozesse, die sich überschneiden und ineinander übergehen. Es löst eine ganze Menge aus in mir, und doch kann ich damit umgehen; eben weil ich diese Perspektive habe. Weil der Aspekt meiner Heimat, der Familie ist, bleibt, und der, der Ort ist, sich verlagern wird. Mein Gefühl dabei bleibt. Das muss ich eben aushalten. Max Pilger, transparent-Redaktion und Diözesanleiter

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Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl

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sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer.“ Dieses Zitat stammt von dem griechischen Philosophen Sokrates und ist rund 2400 Jahre alt. Anscheinend waren die Eltern schon in der Antike ratlos, wie sie ihren Kindern Werte vermitteln sollen. Anders herum gesehen: Auch damals hatten die Kinder schon Ärger mit ihren ewig unzufriedenen Eltern. Die Wahl der Werte hat sich in den Jahren allerdings etwas verändert. Während früher Tugenden wie Höflichkeit, Ordnungsliebe und Fleiß an oberster Stelle rangierten, sind es nun laut einer Studie des Bundesforums Familie aus dem Jahr 2008 eher soziale Fähigkeiten wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Respekt und Liebe.

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Grundlage dieses Miteinanders sollte nach Meinung von Jesper Juul, auch ein Autor von Erziehungsratgebern, aber unbedingt die Gleichwürdigkeit aller Beteiligten sein. Er plädiert für ein familiäres Zusammenleben, in dem die Wahrung der eigenen Gefühle und Vorstellungen und der Schutz der Gefühle und Vorstellungen der anderen Der beste Weg, einem Kind Wertschätzung Familienmitglieder die gleiche Wertigkeit und Aufrichtigkeit zu vermitteln, ist das Vorleben dieser Werte durch die Eltern. Doch haben. Kindermitbestimmung gilt eben nicht nur für die KjG, sondern auch für die Familie. im Alltag stoßen Eltern dabei gerne mal an ihre Grenzen. Wenn das eigene Kind auf die In der Praxis bedeutet das: Brüllen bringt nichts. Als Kind nicht. Und als Erwachsener tagtägliche Aufforderung, sich die Zähne zu auch nicht. putzen, immer wieder mit minutenlangen Christoph Sonntag, KjG-Bildungsreferent Schreiattacken und tränenerstickten Wut­ ausbrüchen reagiert, ist es nicht immer einfach, liebevoll und wertschätzend zu Interessante Links zu diesem Artikel: bleiben. Da kann man als Vater dann auch mal genervt reagieren und laut und wütend www.familienzirkus.com werden. Und das ist auch in Ordnung. www.kinder-brauchen-werte.de

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/ SCHWERPUNKT

Die Familie spendet Geborgenheit Was das Wort Geborgenheit bedeutet, entscheidet jede Familie für sich selbst.

Geborgenheit spielt auch in der KjG eine große Rolle. Gerade in der Gruppenstunde können Kinder und Jugendliche, die sich zu Hause alleine gelassen fühlen, aufgefangen werden. Die Gruppe wächst und gedeiht durch das Vertrauen, das entsteht. Man muss einiges dafür geben, aber man bekommt so viel dafür zurück. In der Gruppe muss klar sein, wie nah man den anderen kommen darf. Das Verhältnis von Nähe und Distanz kann durch Spiele erprobt werden: Bei Armer Schwarzer Kater oder Komm mit, lauf weg kann den Gruppenmitgliedern beigebracht werden, wie der andere behandelt werden möchte und wie es gar nicht geht.

An manchen Tagen ist sie mehr, an anderen weniger gefragt, aber jedeR in der Familie muss sie spüren können, denn das Gefühl, in der Familie geborgen zu sein, hält das Leben am Laufen. Der Guten-Morgen-Kuss, liebevolle Gesten oder das Hand-in-HandGehen auf dem Schulweg zeigen außerdem den Menschen der eigenen Umgebung: Seht her, wir gehören zusammen. Das gibt Identifikation. Aber was passiert, wenn die Geborgenheit fehlt? Wer sich eine Familie nennt, muss darüber sprechen, daran Sven Averdung, transparent-Redaktion arbeiten und sie einfordern. Man muss KjG Höhenberg-Vingst sich trauen, das Thema anzusprechen und seine Wünsche äußern zu lernen. Es gibt aber auch Menschen, die nicht auf die Komm mit, lauf weg. Bedürfnisse anderer eingehen – und Liebe Die Spielenden bilden einen Kreis. und Zuwendung verweigern. An dieser Stelle EinE SpielerIn läuft außen um den Kreis ist ein Abschied manchmal nötig, denn das herum. Irgendwann tippt er/sie einem schadet der Familie. Mitspielenden auf die Schulter und Wenn man sich bei seinen Eltern und sagt: „Komm mit!“ oder „Lauf weg!“. Geschwistern geborgen fühlt, können auch Bei „Komm mit!“ muss der Spieler Konflikte und Missverständnisse leichter aus dem anderen hinterherlaufen, bei „Lauf dem Weg geräumt werden. So kann sich die weg!“ muss der angetippte Spieler in die Familie als Ganzes weiterentwickeln. Wem entgegengesetzte Richtung davon lauGeborgenheit vertraut ist, ist auch außerhalb fen. Beide laufen einmal um den Kreis der Familie in der Lage, Zuwendung und herum und wer als Erstes an der Lücke Trost zu geben, aber auch zu erhalten. angekommen ist, darf sie einnehmen.

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„ Die Kinder von heute sind Tyrannen...

Dieser Meinung ist zumindest Jan-Uwe Rogge. Der Autor von unzähligen Erziehungs­rat­ge­ bern und Pädagoge findet es völlig legitim, dass Eltern auch mal durchdrehen. Er vertritt die These, dass Kinder Werte und Grenzen brauchen und diese gleichzeitig immer wieder austesten müssen. Denn Eltern wünschen sich ja auch, dass ihre Kinder selbstbewusste, eigenständige Persönlich­ keiten werden und gleichzeitig einsichtig und verständnisvoll auf ihre Eltern reagieren. Und beides gelingt nur, wenn die Eltern ihre Kinder so annehmen wie sie sind und sie gleichzeitig ihren eigenen Werten treu bleiben. Dazu gehören dann neben dem Zulassen der Wünsche und Bedürfnisse des Kindes auch das tagtägliche Wieder­holen von Selbstverständlichkeiten und das Pochen auf Regeln. Selbst wenn es dabei dann mal zum Streit kommt oder die Eltern fast durchdrehen.

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/ SCHWERPUNKT

Die KjGlerin Claudia ist gelernte Erzieherin und arbeitet in einem Kinderheim. Max Pilger spricht mit ihr über das Thema Familie.

Wie erlebst du das Thema Familie in deiner Arbeit?

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In welcher Einrichtung arbeitest du?

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Ich arbeite in einer Wohngruppe, in der fünf ErzieherInnen arbeiten. Bei uns leben acht Kinder. Die Unterbringungsgründe sind breit gefächert. Ob Verwahrlosung, psychische Erkrankungen der Eltern oder sexueller Missbrauch. Unser Ziel ist es, dass die Kinder so unbelastet wie möglich groß werden. Sie besuchen die umliegenden Schulen und gehen ihren Hobbies nach.

Das ist ein sehr großes Thema. Unsere Kinder wurden in Familien groß, in denen die Eltern große Probleme zu bewältigen haben. Sei es die Alkoholabhängigkeit der Mutter, oder die Depression des Vaters. Die Familie, in die man hineingeboren wird, ist für jedes Kind erst einmal die Norm. Deshalb verstehen die Kinder, die bei uns einziehen, anfänglich nicht, warum sie nicht mehr zu Hause leben können. So ist das Thema „Familie“ bei uns allgegenwärtig. Wir reden viel darüber, warum unsere Kinder nicht in ihren Familien groß werden können, dass auch Erwachsene manchmal Hilfe brauchen und Kinder Rechte haben.

Welchen Stellenwert hat Familie für die Kinder, die bei euch wohnen? Den Größten überhaupt. Es ist das, was ihnen gerade fehlt. Man muss sich vorstellen, dass plötzlich fremde Menschen entscheiden, dass man nicht mehr daheim leben kann. Das ist schwer zu verstehen. Nicht alle Kinder hatten es schlecht zu Hause. Viele haben auf ihre Art und Weise Geborgenheit erlebt.

Ist das Verständnis von Familie im Heim ein anderes /besonderes? Die Kinder bei uns haben ganz unter­ schiedliche Familienmodelle kennengelernt. Die eigene Familie steht dabei an erster Stelle. Doch finden die Kinder ihren Lebensmittelpunkt bei uns. Und so sind auch wir wichtige Bezugspersonen. Manchmal sogar die Einzigen, die sie haben. Die Kinder, die noch Eltern haben, wünschen sich eines Tages zurück zur Herkunftsfamilie ziehen zu können.

Bist du (Ersatz)Familie für die Kinder? Wir arbeiten auf die Rückführung der Kinder hin. In der Zeit, in der die Kinder bei uns sind, wird intensiv mit den Eltern gearbeitet. Es ist immer klar, dass die leiblichen Eltern die Eltern bleiben und wir Lebensweg­ begleiter sind. Natürlich übernehmen wir die Aufgaben und auch Pflichten, die sonst Eltern übernehmen. Es ist uns wichtig, eine familienähnliche Struktur herzustellen. Den Kindern Interesse entgegenzubringen und auf jeden Charakter ganz persönlich eingehen zu können. Jedoch ist es ein stetiger Balanceakt zwischen Nähe und nötiger Distanz. Mit dem Eltern-Kind-Modell ist unsere Gruppenstruktur kaum zu ver­ gleichen. Das ist aber auch nicht unser Bestreben. Die Kinder bleiben in der Regel ein bis zwei Jahre. Manche gehen zurück zu ihren Eltern, einige in Pflegefamilien und manche Kinder bleiben bei uns. Und somit sind wir in einer gewissen Weise oftmals dann auch Ersatz-“Familie“. Die Fragen stellte Max Pilger, transparent-Redaktion und Diözesanleiter

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Wenn das Kinderheim das Leben zu Hause ersetzt

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/ SCHWERPUNKT

Heimvorteil nutzen oder lieber auf eigenen Beinen stehen?

Bleiben oder gehen?

Zwei Schwestern über die Vor- und Nachteile des Auszugs aus dem Hotel Mama.

»Meine Wohnung, mein Reich, meine Verantwortung…« Der Kühlschrank ist leer, der Supermarkt hat zu und ich bin selber Schuld – ICH habe vergessen einzukaufen.

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Gloria-Luisa Martin, 19 Jahre alt, ist KjGlerin aus St. Thomas Morus in Neuss und macht eine Ausbildung zur Bankkauffrau in Dormagen.

In meinem „Hotel Mama“ in meiner Heimatstadt Neuss gibt es nicht nur „all inclusive“, sondern noch die kleinen, aber feinen Extras. Seit ich vor drei Monaten meine Ausbildung zur Bankkauffrau in Dormagen begonnen habe, hat sich für mich einiges geändert. Da tut die Rundum-Verpflegung richtig gut. Ich muss mich praktisch um nichts kümmern und abgesehen davon, ist es eine erhebliche finanzielle Erleichterung. Aber es sind die Kleinigkeiten, die das „Hotel Mama“ so besonders machen, zum Beispiel dass man morgens geweckt wird und wenn man dann runter kommt, steht das Frühstück und die Dose mit Mittagessen schon auf dem Tisch. Nach der Arbeit kommt man nach Hause, unterhält sich über den Tag und isst gemeinsam zu Abend. Abends wird dann ein Gesellschaftsspiel gespielt oder einfach nur Fernsehen geschaut. Man kann sich aber auch immer zurückziehen, wenn man mal schlechte Laune hat oder einen einfach alles nervt, niemand ist einem dann böse. P.S.: Und wie man bekanntlich weiß‚ … bei Mutti is(s)t es sich immer noch am besten.

PS: Falls der Kühlschrank auch heute ab und an so gar nichts mehr hergibt, dann wartet ein Anruf und eine Zugfahrt später mein Lieblingsessen auf dem Küchentisch meiner Eltern auf mich. Schön, neben der eigenen Wohnung ein ewiges Zuhause zu haben!

Linda-Magdalena Martin, 26 Jahre alt, ist KjGlerin aus St. Thomas Morus in Neuss und macht derzeit ihren Master in Romanistik an der Universität in Düsseldorf und wohnt in Köln.

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»Niemand ist einem böse«

Nach dem Auszug von meinen Eltern in meine eigenen vier Wände zunächst in Düsseldorf und heute in Köln habe ich die Organisations­ fähigkeit meiner Mutter zu schätzen gelernt. Ich habe lernen müssen, mich selber zu organisieren. Nicht nur die Sache mit dem Einkaufen, auch selber beim Zahnarzt anzurufen, meine Wäsche zu waschen, mir selber ein warmes Abendessen zu kochen, wenn ich aus der Uni komme. Hinzu kam die Geldverwaltung: Um die wohnliche Unabhängig genießen zu können, jobbte ich neben dem Studium. Mittlerweile wohne ich seit fünf Jahren nicht mehr bei meinen Eltern und ich habe all die kleinen und großen Dinge gut im Griff. Vor allem aber kann ich darauf zurückschauen, selbstständig und unabhängig zu leben. Management war lange Zeit ein großes Wort für mich. Wenn ich tatsächlich darüber nachdenke, ist es genau das, was ich gelernt habe, durch den Schritt von Zuhause ausge­ zogen zu sein. Haushalt, Studium und Job fordern viel – alles unter einen Hut zu bekommen, ist eine Herausforderung, an der man wächst und die einen prägt. Sie ist eine unabdingbare Lebenserfahrung!

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/ SCHWERPUNKT Entdecktes

Die Heilige Familie eine Problemfamilie? Am Anfang steht eine Überraschung: Die heilige Familie ist in Wirklichkeit eine Problem­familie.

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Denn: Zunächst gibt’s das Phänomen einer Art „ungeklärten Vaterschaft“. Vor allem Josef macht das schwer zu schaffen, wie Matthäus berichtet. Daher droht die schwangere Frau alleinerziehend zurückzubleiben. Josef möchte seine Frau wegschicken, um die noch Unverheiratete nicht zu blamieren – bis er durch einen Engel geführt Maria doch zu sich nimmt, dem Kind einen Namen gibt und ihn somit adoptiert. Dann wird das Paar obdachlos, die Geburt des Kindes muss in der Wildnis stattfinden. Kaum ist es auf der Welt, wird sein Leben bedroht: König Herodes möchte den vermeintlichen Konkurrenten umbringen. Also bleibt der Familie kein anderer Ausweg als den der Flucht in ein fremdes Land. Heute würden wir sagen, dass die drei in Ägypten einen Asylantrag gestellt haben, bis sie – erneut von einem Engel geführt – wieder in ihre Heimat zurückkehren können.

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Probleme über Probleme. Das hat so gar nichts vom „trauten Paar“ und dem Kind mit dem „lockigen Haar“. Statt „himmlischer Ruhe“ „höllische Unruhe“. Doch das Bild von der heiligen Familie als Problemfamilie verbindet Gott zugleich unnachahmlich mit der Welt. Denn wie soll man das biblische Bild vom „Wort (Gottes), das (in Jesus) Fleisch geworden ist“ anders deuten als so: Gott ist vor allem in den Fleischwunden der Menschen da. In den Härten des Lebens, den Abgründen. All dem gilt sein unbedingter Respekt, seine unbedingte Liebe, seine Solidarität. Der erwachsene Jesus wird sich später von seiner Familie abwenden. Die Menschen, die ihm folgen nennt er Familie. Blutsverwandtschaft und Abstammung relativieren sich für ihn. Familie ist dort, wo Menschen sich seiner Idee vom Reich Gottes verschreiben. Familie beginnt dann dort, wo Menschen sich respektieren und solidarisch miteinander sind. Peter Otten, Diözesanleiter

Familie Zwischen digitalem und realem Leben

Anthony McCarten Ganz normale Helden Roman · Diogenes

Donald Delpe ist vor einem Jahr gestorben. Seitdem hat sich die Beziehung zwischen seinen Eltern, Renata und Jim, verschlechtert. Sie kommen mit ihrem zweiten Sohn Jeff nicht klar – und auch mit sich selbst nicht. Als Jeff dann nach einem heftigen Streit auszieht, ohne eine Nachricht zu hinterlassen, mündet der Familienkonflikt in seine schwierigste Phase: Jim versucht, den Aufenthaltsort von Jeff herauszufinden, indem er ihm in einem OnlineSpiel nachspioniert. Renata holt sich derweil Rat, indem sie mit Gott chattet. Beide vertiefen sich in ihre Parallelwelten und vergessen ihre eigene Beziehung. Anthony McCarten führt mit Ganz normale Helden seinen Roman Superhero fort. Der Vorgänger handelt vom krebskranken Donald, der seine Krankheit mit dem ComicHelden „Miracle Man“ verarbeitet. Auch wenn McCarten an seinen ersten Erfolg nicht ganz herankommt, fesselt der ständige Wechsel zwischen Online-Welt und Realität beim Lesen. In der verkorksten Beziehung zwischen Jim und Renata wird klar, dass das digitale Universum zwar Suchtpotential, aber auch positive Möglichkeiten besitzt. Reale Probleme lassen sich allerdings nicht digital lösen. Das muss neben seinen Eltern auch Jeff lernen. Obwohl er mit dem PC aufgewachsen ist, kämpft er mit der Trennung dieser beiden Welten. Diese Geschichte erzeugt weder digitale, noch reale Helden; McCarten zeigt uns „ganz normale Helden“. Eine Familiengeschichte, wie sie überall auf der Welt geschehen könnte – tragikomisch und empathisch erzählt. Kai Regener, tranparent-Redaktion, KjG St. Martinus in Neuss-Uedesheim

Bühne frei fürs Familientheater! Forum Freies Theater (Düsseldorf) Das FFT ist immer für ein Kulturerlebnis der beson­ de­ren Art zu haben. Man weiß oft nicht, was einen erwartet, aber genau das macht es spannend. Das FFT überzeugt mit einem abwechslungsreichen und unkonventionellen Bühnenprogramm. Für jeden ist etwas dabei, sei es Theater, Performance, Tanz, Kinderund Jugendtheater, bildende Kunst, Festivals oder Musik. Wer international bislang noch nicht so bekannte Bands und Hoffnungsträger live erleben will, der ist im „Freitagsclub“ gut aufge­ hoben. Ebenso lohnt es sich, She She Pop anzusehen, das ist experimentelles Performancetheater. Das FFT ist international und bietet Inszenierungen, die in Köln kaum zu sehen sind. Thomas Pieger, Bildungsreferent und Theaterpädagoge www.forum-freies-theater.de

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Diogenes Verlag Anthony McCarten, Ganz normale Helden 22,90 Euro, 464 Seiten

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Diesmal möchten wir mehrere Spiele vorstellen, die vor allem für kleinere Runden von drei bis sechs SpielerInnen geeignet sind – damit bringt ihr nicht nur Schwung in die Gruppenstunde, sondern auch in einen Familienabend.

/ Methoden für Gruppenstunden & Freizeiten

Christoph Sonntag, Bildungsreferent

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/ impressum

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im Kreis umher Ein Würfelbecher mit zwei Würfeln und einer Unterlage werden anschließend und würfeln einmal muss Runde der aus Person gegeben. Jede was sie gewürfelt verdeckt nach dem Würfelergebnis schauen. Dann verkündet sie, Person weiter. hat und gibt den Becher mit den Würfeln verdeckt an die nächste s immer Innerhalb einer Würfelrunde muss das verkündete Ergebnis allerding nicht dem Ist sagte. Vorherge das als sein höher oder hoch mindestens genauso ausdenken. so, muss die Person eben lügen und sich ein mögliches Ergebnis eine andere die Eine Würfelrunde endet, sobald eine Person nicht glaubt, dass Becher aufdecken hten überreic verdeckt den sie Wahrheit sagt. In diesem Fall kann t die Person, die bekomm nicht, wirklich Ergebnis das Stimmt und nachschauen. nde. Würfelru gelogen hat, einen Minuspunkt und beginnt eine neue

TIPP Die Gruppe überlegt sich vor Spielbeginn ein lustiges Schimpfwort wie etwa Muffelpupser oder Zotteltrottel. Während des Spiels bekommt jede Person anstelle von Minuspunkten dann einen Buchstaben von dem ausgewählten Schimpfwort.Die Person, die als Erste das Wort komplett hat, verliert.

die das Ergebnis Stimmt das Ergebnis wider Erwarten doch, bekommt die Person, nde beginnen. Würfelru nächsten der mit darf und nkt angezweifelt hat, einen Minuspu einem Ergebnis Die beiden gewürfelten Zahlen werden nach folgenden Regeln zu zwei verschiedene denen bei hlen, Würfelza den mit beginnt lge Reihenfo Die : gebildet immer den Zehner, Zahlen zusammengesetzt werden. Die höhere Zahl bildet dabei gleich 62. Danach 2 und 6 oder 43, gleich 4 und 3 die niedrigere den Einer: also Mäxchen. Mäxchen noch nur es gibt Darüber 66. bis 22 11, hlen: folgen die Paschza niedrigste mögliche das und 21 h eigentlic (also gebildet 1 und 2 Zahlen den aus wird Person, Mäxchen eine et Behaupt Ergebnis). Es kann nicht mehr übertroffen werden. nkte. Wenn die Minuspu den vergeben zu die sich gewürfelt zu haben, verdoppeln hatte und die Recht sie Wenn nkte. Minuspu zwei sie t bekomm hat, Person gelogen Minuspunkte. zwei In andere Person zu Unrecht zweifelte, bekommt der/die Zweifler

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KjG-Diözesanstelle Tel 0221.1642 6432 / Fax 0221.1642 6841 info@kjg-koeln.de / www.kjg-koeln.de

x, Peter, Saskia,

ng: Ma Die Diözesanleitu

nedict.

Katharina und Be

Öffnungszeiten Mo – Do 9 –13 Uhr + 14 –17 Uhr; Fr 9 –13 Uhr

Diözesanleitung

Benedict Martin, Saskia Osterholt, Peter Otten Geistlicher Leiter, Max Pilger, Katharina Schwellenbach ReferentInnen Birgit Elsner Presse- & Öffentlichkeitsarbeit Thomas Pieger Bildungsstätte „Haus Sonnenberg“ Christoph Sonntag Schulungsarbeit Holger Walz Gesellschaftspolitische & theologische Themen, Gender Mainstreaming Svenja Klemens Bundesfreiwilligendienst Sekretariat Martina Coutellier Bestellungen, Verkauf, Ausleihe Anna Struck (derzeit in Elternzeit) Mitgliederbetreuung Brigitte Steven Mitgliederbetreuung, Organisation Diözesan­ konferenz und -ausschuss Buchungen Haus Sonnenberg Christoph Niesen

Redaktion

Sven Averdung, Birgit Elsner Bildungsreferentin, Viviana Kutz, Linda Martin, Franziska Pfeiffer, Max Pilger (Diözesanleitung, v.i.S.d.P), Kai Regener, Alexander Stiehl Korrektur Brigitte Steven Endredaktion Birgit Elsner Layout Verena Dreikauß Titelbild Andreas Mang / photocase.com Druck Die Umweltdruckerei Auflage 1600 Exemplare Anschrift Redaktion transparent, Steinfelder Gasse 20 – 22, 50670 Köln transparent@kjg-koeln.de

Beiträge mit Namen oder Fundstelle geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder Herausgeberin wieder. Die Weiterverwendung der Artikel in anderen KjG-Medien ist erwünscht. Wir bitten um Quellen­ angabe und Zusendung von Belegexemplaren.

transparent wird herausgegeben von der Diözesanleitung der Katholischen jungen Gemeinde im Erzbistum Köln und richtet sich als Meinungs- und Informationsblatt an alle verantwortlichen Mitglieder im Diözesanverband. transparent ist für Mitglieder im Abo-System kostenlos erhältlich. Der Bezugspreis von 5€ ist im Mitgliedsbeitrag erhalten. Mitglieder des Fördervereins können transparent kostenlos im Einzelbezug erhalten.


PVSt., Deutsche Post AG, „Entgelt bezahlt“ 42933

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