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Durchschaubares für KjGlerInnen

Mit len vie extraoden für Methienlager Fer

des Diözesanverbandes Köln


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Was wolltest du als Kind werden? Als was arbeitest du jetzt? Blauäugige Berufswahl „Im Herbst werde ich zufrieden sein“ Vom Büro in die Luft Brot und Zahlen Mit Aliens in die Zukunft Durch den Job-Dschungel Jung, dynamisch, überfordert Insel Utopia Mach mal langsam Arbeit ist kein Wert Two in one Am Fließband oder auf dem Meer

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Methoden-Guide

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Eroberung der Chicken Islands Viel Arbeit und ein Geburts­tagskind Die KjG-Kinderstadt Ein Coach für Kinder Theater, Spaß und Entscheidungen Neuausrichtung der KjG

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Ein letzter Sommer Sin Nombre Warum ich Pater Pierre getötet habe

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„… brennen, brennen, brennen wie phantastische gelbe Wunderkerzen.“ (Jack Kerouac) Es gibt Augenblicke, da sehe ich Menschen, die ich schon sehr lange kenne, plötzlich mit anderen Augen. Das erste Konzert meines kleinen Bruders mit seiner Death Metal Band. Der Kletterausflug im Frühling mit einem Freund. Meine Mutter, die einem Kunden hilft, das perfekte Geschenk in ihrem Spielzeug-Laden zu finden. Ich liebe diese Augenblicke. Auf einmal strahlen die Menschen. Sie tun, was sie richtig gut können und lieben. Sie gehen in einer Sache auf und sind begeistert.

Foto: Ana`i / pixelio.de

Großes Glück ist, wenn man nicht nur für etwas brennt, sondern damit auch sein Geld verdienen kann. Auf dem Weg dahin gibt es meist Stolpersteine und Kompro-

misse: Woher weiß ich, was ich – auch langfristig – tun will? Für transparent haben drei RedakteurInnen auf der Suche nach ihrem Traumberuf das Berufsinformationszentrum besucht – und haben das JobUniversum mit kleinen blauen Aliens gefunden (ab Seite 10). Und was, wenn ich mich zwischen Geld und Lieblingsberuf entscheiden muss? Lena Bloemacher und Michael Schwarz geben auf den Seiten 6 und 7 zwei sehr unterschiedliche Antworten auf diese Frage. Doch selbst wenn man genau weiß, was man will, hat man den Lieblingsjob noch längst nicht. Bis es soweit ist, hilft nur: das Leben trotzdem genießen, viel Trost-Eiscreme essen und transparent lesen. Ich wünsche dir einen schönen Sommer und viele begeisterte Augenblicke. Steffi Maier Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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Was wolltest du als Kind werden? Als was arbeitest du jetzt? Die transparent-Umfrage

Man hat mir früher gesagt, ich soll Schiffsbauerin werden. Das ist in Köln leider schwierig, darum bin ich Feinmechanikerin geworden. Kristina Triller KjG St. Heinrich in Köln

Der Test im BIZ hat mir gesagt, dass ich Feldwebel oder Bestatterin werden soll. Ich glaube, irgendetwas mit Sprachen ist mir da lieber. Katharina Arentz KjG St. Heinrich in Köln

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Ich wollte schon immer etwas im sozialen Bereich machen. Darum mache ich jetzt auch eine Ausbildung zum Heil­ erziehungspfleger. Matthias Ossendorf KjG St. Heinrich in Köln

Eigentlich wollte ich Logopädin werden. Dann wurde bei mir ein unhörbarer Sprachfehler entdeckt. Jetzt studiere ich Sonderpädagogik in Köln. Stephanie Trapp KjG-Barmen in Wuppertal


In der Grundschule wollte ich Lehrerin werden. Das schließe ich nicht ganz aus. Aber die vielen Angebote und Möglichkeiten machen eine Entscheidung schwerer. Karoline Rauschen KjG-Barmen in Wuppertal

Eigentlich wollte ich Bühnenbild und Opernregie studieren. Ich wollte mir aber während meines Zivildienstes noch in Ruhe Gedanken dazu machen. Dann wurde ich überraschenderweise ausgemustert und musste mich schnell entscheiden. Ich habe Pharmazie studiert und arbeite jetzt seit vielen Jahren bei Bayer. Martin Pycior KjG-Barmen in Wuppertal

Früher wollte ich eine selbstgebaute Holzhütte in Kanada haben und mich dort als Abenteurer selbst versorgen. Jetzt lerne erst mal etwas Anständiges und fange eine Lehre zum Mechatroniker an. Dominik Kutz KjG-Barmen in Wuppertal

Angefangen habe ich mit einer Ausbildung bei der Bank. Und weil nach Abschluss der Ausbildung gerade kein Job in einem Südsee-Steuerparadies frei war, habe ich mich neu orientiert. Schließlich bin ich bei der Geographie gelandet und arbeite jetzt als Standortplaner. Stefan Leister KjG-Barmen in Wuppertal

Umfrage: ap und vk

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Blauäugige Berufswahl Geld muss ein entscheidendes Kriterium bei der ­ usbildung sein, sagt Lena Bloemacher A

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orgen ist Monatsanfang, da wird meine Miete eingezogen. Höchste Zeit einen Blick auf mein Bankkonto zu werfen. Eine Einzahlung von 500 Euro strahlt mir entgegen. Von meiner Mutter, nehme ich an. Ich bin gerührt, dass sie mich immer noch finanziell unterstützt. Aber ich habe auch Angst: „Wie soll ich all das jemals zurückzahlen?“ Das, womit meine Familie mich unterstützt, aber auch meine immensen Bafög-Schulden und den Kredit, den ich für meine Studiengebühren aufnehmen musste. Und ich bin wütend. Wütend, dass ich mir blauäugig ein Berufsfeld ausgesucht habe, in dem es immer sehr schwer sein wird, eine Stelle mit einem wirklich guten Gehalt zu bekommen. Ich finde nicht, dass man sich fern seiner Neigungen einen Job suchen sollte. Aber zumindest hätte ich bei meiner Berufswahl bedenken müssen, was ich mir für mein Leben vorstelle: Mit 18 hatte ich zwar noch keine

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konkrete Berufsvorstellung, wohl aber einen Plan für mein Leben: Ein paar Kinder, ein hübsches Haus mit Garten, ein bis zwei Autos, Reisen. Trotz all dieser Wünsche hielt ich von Sicherheitsdenken und Kalkulation ziemlich wenig. „Spießig und unromantisch“, dachte ich, „Ich hab Ideale. Das ist wichtiger als ein volles Konto“. Falsch gedacht. Heute, mit 27 Jahren, hab ich das erste Mal in meinem Leben einfach zu wenig Geld. Die staatlichen Hilfen sind aufgebraucht, meinen Eltern will ich nicht länger auf der Tasche liegen und mit Nebenjobs im pädagogischen Bereich lässt sich nur schwer eine Miete in der Kölner Innenstadt und ein bisschen Spaß im Privatleben bestreiten. Als Berufsanfängerin bieten sich mir gerade wenig interessante Stellen. Und die sind schlecht bezahlt. Selbstverwirklichung hängt vielleicht nicht generell, aber auch von finanziellen Ressourcen ab. Ich glaube nach wie vor, dass alles irgendwie geht und gut wird. Und ich finde es wichtig etwas zu arbeiten, was zu mir passt. Vielleicht hätte sich bei genauerem Hinsehen aber auch ein Studium finden lassen, das mir und meinen Wünschen gerechterer geworden wäre und nicht nur mich er-, sondern auch mein Konto füllt.

Lena Bloemacher ist 27 Jahre alt und lebt in Köln. Seit Sommer 2009 ist sie diplomierte Erziehungswissenschaftlerin und sucht eine Stelle, die gut bezahlt ist und sie erfüllt, begeistert und herausfordert. Als Kind wollte sie Tierärztin werden.


„Im Herbst werde ich zufrieden sein“ N

ach Abitur und Zivildienst war für mich ein Weg klar: eine Ausbildung machen und auf eigenen Füßen stehen. So bin ich bei der Deutschen Bahn (DB) gelandet. Nach der bestandenen Abschlussprüfung wurde ich in eine Festanstellung übernommen. Ich hatte ein gutes Gehalt, von dem ich mir eine eigene Wohnung, Partys und Urlaub leisten konnte. Selbst eine zweite, nicht gerade günstige Ausbildung zum Outdoor-Trainer war mir möglich. Nach zwei Jahren wechselte ich in meine „Traumabteilung“ Marketing. Noch mehr Lohn, nette Kolleginnen und Kollegen und keine ewigen Fahrtzeiten mehr. Selbst potentielle Einsätze als Trainer bei einer Tochtergesellschaft waren jetzt greifbar nahe. Doch aus der „Traumabteilung“ wurde die „Trauma-Abteilung“: zu hohe Anforderungen, Arbeitszeiten, die sehr wenig Freizeit übrig

ließen und eine kritikunfähige Chefin. Es muss sich etwas ändern und zwar sofort. Ich entschied mich für eine systemische Beratung, die mir dabei half, meine Fähigkeiten zu analysieren und Ziele zu formulieren. Der Zielformulierung „Im Herbst 2009 bin ich zufriedener Trainer mit einer Nebenbeschäftigung, die meine Grundsicherung darstellt“ bin ich nach langen Gesprächen, Absprachen einen sehr großen Schritt näher gekommen: Ich studiere Psychologie im 2. Semester, sammele Erfahrung als Trainer und habe eine Nebenbeschäftigung, die meine Grundsicherung darstellt. Ich habe auf viel Geld verzichtet, um das zu machen, was ich gerne will. Für mich ist Zufriedenheit viel wichtiger als Geld. (ms) Michael Schwarz wollte früher Erzieher werden. Sein neuer Traumberuf ist OutdoorTrainer, weil er so in der Natur Menschen auf ihrem Lebensweg begleiten kann.

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Foto: Powermind / photocase.com

Michael Schwarz hat sich gegen das große Geld ­entschieden


Vom Büro in die Luft Wirtschaftsrechtlerin Nina Grünewald arbeitet als Stewardess

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chon während meines Studiums des Wirtschaftsrechts habe ich bei einer Versicherung gejobbt, da lag es nahe nach Abschluss des Studiums bei einer Kölner Versicherung anzufangen. Dort war ich für Auslandsreise-Krankenversicherungen zuständig, habe viele verschiedene Fälle bearbeitet und auch den einen oder anderen Versicherungsbetrug aufgedeckt. Im Laufe der Zeit kam Routine in den Job: Es gab keine Abwechslung, keine positiven Rückmeldungen der Kundinnen und Kunden und auch das Arbeitsklima im Großraumbüro wurde nicht besser. Ich freute mich schon montags auf das nächste Wochenende. Es musste sich etwas ändern: Ich wollte mehr mit Menschen zu tun haben. Durch meinen früheren Berufswunsch der Pilotin, bin ich auf die „Lufthansa“

gekommen und habe mich 2008 für den StewardessenLehrgang beworben. Wegen eines Einstellungsstopps und dem nur jährlich beginnenden Lehrgang musste ich ein Jahr warten, so

dass ich aber auch genug Zeit für einen nahtlosen Übergang vom alten in den neuen Job hatte. Die Arbeit als Stewardess gefällt mir sehr viel besser als meine früheren Aufgaben: Ich bekomme von den PassagierInnen an Bord direkt eine Rückmeldung: Wenn ich es schaffe, einem schlecht gelaunten Passagier zum Ende des Fluges ein Lächeln zu entlocken, dann weiß ich, dass ich gute Arbeit geleistet habe. Aufzeichnung des Gesprächs: ms


Brot und Zahlen Steffen Schmidt lernte gleichzeitig Bäcker und Kaufmann ls Wuppertaler Jung’ war für mich ganz klar was ich später werden wollte: Schwebebahnfahrer. Aber es kommt ja oft anders. Nach meinem Realschulabschluss merkte ich schnell, dass das angestrebte Abitur nichts für mich ist. Auf der Suche nach einer Ausbildung, habe ich den Beruf des Bäckers für mich entdeckt. Meine Brötchen wollte ich gern selbst verdienen. Schon während der Bäckerlehre bewarb ich mich zusätzlich für eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Im zweiten Bäckerausbildungsjahr kam dann die Chance bei Mercedes-Benz durchzustarten. Kurzerhand habe ich die Bäckermütze an den Nagel gehängt und meine Ausbildung als Industriekaufmann begonnen. Dabei wurde mir allerdings klar, dass ich

zwei Lehrjahre nicht einfach wegschmeißen möchte. So ging es nach der Arbeitszeit bei Mercedes-Benz in die Abendschule – pauken für den Bäckergesellenbrief. An den anderen Abenden habe ich für den Bäckermeister gelernt. Beide Prüfungen habe ich bestanden, parallel habe ich noch die Zwischenprüfung zum Industriekaufmann geschrieben. Jetzt liegt es an mir, welchem Beruf ich nachgehen werde, sobald ich im kommenden Jahr meine Abschlussprüfung zum Industriekaufmann bestehe. Aber vielleicht werde ich ja doch noch Schwebebahnfahrer. (StS) Steffen Schmidt ist auf dem besten Weg ins kaufmännische Leben. Während der Redaktionssitzungen merkte er, dass Steward auch ein toller Beruf für ihn wäre.

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Foto: fmatte / photocase.com

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Mit Aliens in die Zukunft transparent-RedakteurInnen auf der Suche nach ihrem Traumberuf

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nde der Klasse 11 – die Wahl der Leistungskurse steht an. Was wähle ich? Es soll etwas mit meiner beruflichen Zukunft zu tun haben. Aber welchen Beruf will ich später haben? Soll ich studieren oder doch eher eine Ausbildung machen? Im Bereich Politik oder Medizin? Ein Besuch im Berufsinformationszentrum (BIZ) soll weiterhelfen. Nach kurzer Suche bin ich im BIZ angekommen und setze ich mich an einen der circa 30 Computer. Es ist nicht gerade viel los hier. Bis auf ein paar Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist niemand da. Auf geht’s ins virtuelle Berufs-Universum. Konzipiert ist dieser Test für Real‑ und HauptschülerInnen bis zur 10. Klasse. Ein Versuch ist es trotzdem wert. Nachdem ich mir für den Test einen visuellen Begleiter ausgesucht habe (ein blaues Alien) geht’s auch schon mit dem ersten Thema los: Meine beruflichen Interessen. Was interessiert mich ganz besonders, was interessiert mich sehr und was interessiert mich nicht? Von anbauen/züch-

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ten über dolmetschen/übersetzen bis hin zu reparieren/bauen ist alles möglich. Das erste Zwischenergebnis auf der Suche nach einem Beruf für mich: Jägerin. Beim zweiten Test geht es um meine persönlichen Stärken. Auch hier stehen wieder viele verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl: Selbständigkeit, räumliches Denken, mathematisches Verständnis und so weiter. Mein blaues Alien sagt mir, ich solle Polizistin werden. Unerwartet, aber interessant. Jetzt wird mein Verhalten analysiert. Dazu werden mir verschiedene Fragen – beispielsweise zum Thema Umgangsformen – gestellt, die ich beantworten soll. Am Ende muss ich noch Angaben zu meiner schulischen Ausbildung machen – und schon wird der perfekte Beruf für mich ausgegeben: Gesundheits‑ und Kinderkrankenpflegerin oder Kinderdorfmutter. Beide Berufe kann ich mir für mich nicht vorstellen. Aber wer weiß: Vielleicht sieht das blaue Alien mehr als ich … Anne Pilger geht in die 11. Klasse des Gymnasiums Kreuzgasse in Köln. Sie möchte nach dem Abitur ein Jahr im Ausland verbringen und danach etwas mit Politik oder im sozialen Bereich machen.


und zehn Jahre ist es her, dass ich im BIZ in Bonn war. Nach Abitur, abgeschlossener Berufsausbildung zum Industriekaufmann, drei Jahren Vollzeitbeschäftigung und angefangenen Studium der Psychologie bin ich heute im Kölner BIZ. Ich will vergleichen, welche Ausbildungsberufe mir der Computer heute vorschlägt. An den ersten Test erinnere ich mich noch gut: Es wurden Fähigkeiten abgefragt und ich sollte anklicken, was ich gerne mache. Allein die Veränderung der Angabe, ob ich gerne draußen bin oder nicht, beeinflusste die Vorschlagsliste meiner potentiellen Ausbildungsberufe (in dem Fall: Gärtner). Auf der Liste standen damals auch katholischer oder evangelischer Priester und Lehrer. Das Verfahren zur Findung passender Ausbildungsberufe ist gleich geblieben, die Berufe haben sich verändert. Gut finde ich, dass im „Berufe-Universum“ auf „persönliche Risiken“ aus den absolvierten Tests hingewiesen wird: Wer in Mathe nicht gut ist, aber für seinen Traumberuf Mathe braucht, erfährt das direkt beim Test. Sich einen Alien-Reisebegleiter zu wählen, der zu den Berufsplaneten fliegt, zieht das wichtige Thema jedoch ins Kindische. Mein neuer Traumberufs-Heimatplanet, der meinen Fähigkeiten und Interessen entspricht, ist übrigens neu und hat mich doch überrascht: Es ist die Ausbildung zum Kinderdorfvater. Michael Schwarz ist 26 Jahre, studiert Psychologie und bereitet sich auf sein Leben als Outdoor-Trainer vor.

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oderatorin, Tennistrainerin und Hutmacherin – nach dem Berufsorientierungstest des BIZ sind das die Berufe, die am besten zu mir passen. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Tennisschläger in der Hand gehabt (mein Herz gehört dem Fußball). Auch der Beruf der Hutmacherin, von dem ich gar nicht wusste, dass er existiert, scheint mir nicht das Richtige zu sein. Aber Moderatorin klingt aufregend: Ich sehe mich schon als nächste Maybrit Illner, Politikerinnen und Politiker in die Zange nehmen und das Kanzlerduell 2030 moderieren. Andrerseits: Mit Z-Promis Small Talk zu halten, wäre nicht mein Traumberuf. Da studiere ich lieber Politikwissenschaften und VWL – das interessiert mich schon seit langer Zeit. Ich bin also genauso weit wie vorher? Nicht ganz. Durch meinen Besuch im BIZ ist mir bewusst geworden, wie viele verschiedene Berufe und Studienfächer es neben Jura, Medizin, BWL oder Politikwissenschaften gibt, die auch spannend und eine Überlegung wert sind. Und vielleicht erfüllt sich der Test ja doch und es heißt in zehn Jahren „Herzlich Willkommen zu „hart aber fair“ mit ihrer Moderatorin Viviana Kutz“. Viviana Kutz möchte nach ihrem Abitur Politikwissenschaften und VWL studieren. Am liebsten will sie nach ihrem Studium in die politische Forschung gehen.

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Foto: Juttaschnecke / photocase.com

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Durch den JobDschungel T

homas Piecha ist Berater bei der Agentur für Arbeit in Wuppertal. transparent u Was genau sind deine Aufgaben? Thomas u Ich bin in einem der insgesamt 52 Service Center in Deutschland als Telefon-Service-Berater eingesetzt. Meine Aufgaben sind unter anderem die Entgegennahme der eingehenden Anrufe, Bearbeitung der E-Mails und Anrufe bei Kundinnen und Kunden, um ihnen ein auf sie passendes Stellenangebot anzubieten. Das klingt vielleicht ein bisschen nach CallCenter. Aber es ist viel mehr als das: Hier sitzen gut ausgebildete Menschen, die mit viel Fachwissen jeder und jedem behilflich sind.

transparent u Was ist das schönste Erlebnis, das du in deinem Job hattest? Thomas u Am schönsten finde ich, wenn es mir gelingt, jemandem das zum Teil staubtrockene und komplizierte Gesetz so zu erklären, dass er oder sie zufrieden ist und möglichst reibungslos alle Hilfen erhält, die er oder sie benötigt.

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transparent u Was macht dich an deinem Beruf zufrieden? Thomas u Meine Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich und spannend. Da jedes Anliegen unterschiedlich ist, stehe ich immer vor neuen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. transparent u Welchen Bereich der Aufgaben der Agentur für Arbeit findest du besonders wichtig? Thomas u Sehr wichtig finde ich persönlich alle Bereiche, die mit individueller Beratung zu tun haben, wie zum Beispiel Berufs‑ und Studienberatung oder Arbeitsvermittlung. Darüber hinaus sorgen die Geldleistungen für die finanzielle Absicherung. Am bedeutendsten ist aber, dass am Ende möglichst eine erfolgreiche Vermittlung steht. Und dafür ist die Beratung in meinen Augen das A und O. transparent u Mit welcher Motivation melden sich junge Arbeitssuchende bei euch? Thomas u Ich spreche täglich mit vielen jungen Menschen. Pauschal kann ich nicht sagen, dass junge Menschen motiviert oder unmotiviert sind. Es gibt Menschen, denen man anhört, dass sie


transparent u Wie können KjGlerInnen ihre Kompetenzen für den Arbeitsmarkt nutzen? Thomas u Alle KjG-GruppenleiterInnen, die einen Gruppenleitungskurs bei der KjG absolvieren, erhalten darüber ein Zertifikat. Viele ArbeitgeberInnen sehen es gerne, wenn sich ein junger Mensch ehrenamtlich einsetzt. Das beste Beispiel bin ich selbst: Als ich im Auswahlverfahren eine Ausbildungsstelle war, hatte ich circa hundert Mitbewerberinnen und ‑bewerber. Nach meinem Vorstellungsgespräch sagte man mir, dass ich durch meine ehrenamtliche Jugendarbeit bei der KjG die Stelle bekommen habe.

transparent u Was würdest du privat jungen Arbeitssuchenden empfehlen? Direkt auf eigene Faust in den Job-Dschungel oder erst eine Beratung bei euch? Thomas u Ein Rezept für die richtige Stellensuche gibt es leider nicht. Aber ich empfehle jeder und jedem, der/die nicht genau weiß, wie es nach der Schule weitergehen soll, sich einen Termin bei einer Berufsberatung geben zu lassen, um sich individuell beraten zu lassen. transparent u Lieber Thomas, vielen Dank für das Gespräch! Interview: le. Dieses Interview spiegelt die persönlichen Ansichten des Befragten wider. Es finden sich hier keine offiziellen Meinun‑ gen und Statements der Bundesagentur für Arbeit. Thomas Piecha ist 26 Jahre alt und KjG-Regionalleiter in Mettmann. Er hat eine Ausbildung zum Fachangestellten für Arbeitsförderung bei der Agentur für Arbeit in Wuppertal gemacht und ist dort nun als Telefon-ServiceBerater beschäftigt. Thomas wollte schon immer einen Beruf, in dem er direkten Kontakt mit Menschen hat. Auf die Idee, sich bei der Bundesagentur für Arbeit zu bewerben, kam er nach einem Gespräch bei der Berufsberatung.

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Foto: Diskoteer / photocase.com

die Arbeitssuche als störend empfinden und die sich nur bei uns melden, weil sie Druck von den Eltern bekommen. Aber es gibt auch hoch engagierte Menschen. Ich denke, dass viel von den Medien verbockt wird. Wenn ich beispielsweise als Hauptschüler im Fernsehen zu hören bekomme, dass ich nur auf einer „Resteschule“ bin und dass nach meiner Schulzeit sowieso Arbeitslosengeld II auf mich wartet, steigert das nicht gerade die Motivation.


Jung, dynamisch, überfordert K

opfschmerzen, Schlafstö‑ rungen, Panik. Immer mehr Menschen werden gequält von (Versagens–)Ängsten und anderen stressbedingten Symptomen. Die Tendenz ist gerade bei jungen Leuten steigend. Meiner Meinung nach läuft da etwas schief.

Foto: benicce / photocase.com

viel übrig geblieben ist. Während meine Mutter noch heute von ihrer tollen Studentinnenzeit erzählt, in der sie viel Spaß hatte und „nebenbei“ studiert hat, ist heute eine 30 bis 40 Stundenwoche in der Uni neben Nach‑ und Vorbereitung, jobben und sonstigen Verpflichtungen keine Seltenheit. Die Anforderungen sind um ein Vielfaches gewachsen. Wir sollen effizient sein, Zeit wird verdichtet. Multitasking ist eine hoch angesehene Eigenschaft – neben Studium oder Job sollen wir am besten noch drei Ehrenämter, einen riesigen Bekanntenkreis und die perfekte Familie präsentieren können.

Augen zu und durch? Besser ist: das Leben und den Moment genießen

■■ Verdichtete Zeit Es herrscht ein großer Konkurrenzdruck: Jede und jeder will oder muss besser und schneller sein. Mit den neuen BachelorStudiengängen ist von der schönen, lockeren Studiumszeit nicht

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■■ Immer mehr? Wir sollen möglichst jung, dynamisch und erfahren sein, wenn wir in den Beruf einsteigen. Entlastung bringt der Berufsalltag nur selten. Wer kann sich seines Jobs sicher sein, egal wie gut er oder sie ist? Es ist kein Wunder, dass immer mehr Menschen das Gefühl haben, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Der Druck ist zu groß. Wir wissen nicht, wie wir alles schaffen sollen und befürchten, dass wir versagen. Was soll aus uns werden, wenn wir „nicht einmal das“ hinkriegen?


Insel Utopia Max Pilger über Schule vs. Ehrenamt Vielleicht sollten wir anfangen uns zu fragen, ob es richtig ist, Stundenpläne immer voller zu packen, immer mehr Überstunden zu machen und die Anforderungen immer weiter nach oben zu schrauben.

■■ Im Hier und Jetzt Mein Leben wird weitergehen, auch wenn ich nicht den perfekten Job finde. Muss immer alles perfekt sein? Ist es nicht viel wichtiger, dass mir etwas Freude macht? Denn wenn ich Spaß an meiner Arbeit habe, dann bin ich auch bereit, alles zu geben. Dann sehe ich einen Sinn darin, jeden Morgen aufzustehen und empfinde es nicht als Belastung. Wie können wir vermeiden in eine Spirale aus Druck, Angst und Überlastung zu geraten? Indem wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass auch Umwege durchaus interessant sein können, und dass wir besser im Hier und Jetzt leben, als uns schon Sorgen um Übermorgen zu machen. Indem wir den Augenblick mehr zu schätzen und genießen lernen, und uns auf die wirklich wichtigen Dinge besinnen. Katinka Zinner, 19, hat gerade ihr Abitur hinter sich. Ab September ist sie als Au Pair in Spanien, um anschließend irgendwo eine Surfschule zu eröffnen.

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ür viele Jugendliche beginnt der Stress nicht erst im Studium. Mit der Ganztagsschule wurde die freie Zeit von Schülerinnen und Schüler deutlich eingeschränkt. Die Verkürzung der Schulzeit und die damit verbundene Einführung von Ganztagesschulen bekommt die KjG zu spüren. Gruppenstunden finden seltener statt, weil junge LeiterInnen zu wenig Zeit haben. Wenn sie stattfinden, dann spätnachmittags, weil die Kinder bis 16 Nicht in der Schule, sondern in der KjG lernen wir für das Leben Uhr in der Schule sind. Und wofür? Mein Abitur ist ein Jahr her – von den Inhalten weiß ich fast nichts mehr, ich kann keine gebrochen rationale Funktion mehr diskutieren oder den Zitronensäurezyklus erklären. Aber Freizeiten organisiere ich immer noch und lerne dabei viel über mich und meine Fähigkeiten. Ich übernehme Verantwortung und lerne zu organisieren und schwierige Situationen zu meistern. So einseitig ist es natürlich nicht. Einerseits konnte ich auch schon im Mathe-Leistungskurs keine gebrochen rationalen Funktionen diskutieren. Und andereseits kommt es darauf

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auch nicht unbedingt an. Vielmehr ist es wichtig, ein gesundes Allgemeinwissen zu bekommen, die sozialen Grundsätze unserer Gesellschaft kennen zu lernen und zu wissen, wie die Welt funktioniert. Der Jugendverband ist in vielerlei Hinsicht eine kleine „Insel Utopia“. Und trotzdem: „Grundsätzlich ist die KjG […] der Meinung, dass Kinder und Jugendliche eine Welt außerhalb der Schule brauchen. Sie brauchen neben der Schule (soziale) Räume, die ein vielfältiges und eigenverantwortliches Lernen ermöglichen.“, schrieb die Landesarbeitsgemeinschaft der KjG in Bayern. Perfekt wäre also eine Kombination aus Schule und KjG. Aber KjG-Gruppenstunden als Nachmittagsangebot in der Ganztagsschule ist zweifelhaft, zeichnet sich der Verband doch gerade durch Unabhängigkeit und Freiheit aus, in der Kinder und Jugendliche selber entscheiden können. Wo liegt die Lösung? Lest mehr dazu im Politblog der KjG: www.kjg-koeln.de/politblog (mp)

Ehrenamtszeugnisse Für deine ehrenamtliche KjG-Arbeit kannst du dir von deiner Pfarrei, Region oder von der Diözesanebene ein ehrenamtliches Zeugnis schreiben lassen. Viele Unternehmen achten bei ihrer Einstellung auf ehrenamtliches Engagement und soziale Kompetenz. Mehr Infos gibt dir Diözesanleiterin Katharina Schwellenbach (katharina.schwellenbach@kjg-koeln. de, Telefon 0221.1642 6561).

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Mach mal langsam Um bei der KjG zu arbeiten, hat Max Pilger sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden.

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in Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) können Jugendliche machen, die zwischen 17 und 27 Jahren alt sind. Die Einsatzstellen sind vielfältig: Von Altenheimen über Psychiatrien bis hin zur KjG-Diözesanstelle. Der Trägerverein Freiwillige Soziale Dienste (FSD) übernimmt die Begleitung der FSJlerInnen in fünf Seminarwochen, bei denen der Austausch mit anderen FSJlerInnen im Mittelpunkt steht. ReferentInnen unterstützen die Jugendlichen in Krisensituationen. Die perfekte Gelegenheit, in einem „geschützten Rahmen“ Erfahrungen zu sammeln und sich zu orientieren ohne unter Leistungsdruck zu stehen.

■■ Abwechslungsreich und strukturiert So auch für mich: die Arbeit bei der KjG macht mir Spaß, ist kreativ und ungemein vielfältig. Ob ich nach einer Möglichkeit suche, für das Spiele-Großevent „Zicke Zacke Hühnerkacke“ einen Hahn mit Magneten an einem „Pömpel“ zu befestigen, einen Artikel für die transparent schreibe oder mit meinem Kollegen Holger überlege, welches Thema für den nächsten Politletter geeignet ist – zu tun ist immer


Lieblingslieder der Redaktion Der beste Song zum Faulenzen Eva Cassidy: Fields Of Gold – „… but I swear in the days still left/ we will walk in fields of gold“ – Das perfekte Lied, um mitten im Kornfeld oder auf der Wiese im Park zu liegen. Bildgewaltig und einlullend genug, um das gleiche Gefühl auf dem Balkon oder im Auto an die Scheibe gelehnt zu erreichen. (Lena Bloemacher) Jack Johnson: Sitting, Waiting, Wishing – Erinnert mich an sonnige Nachmittage am See, an denen einfach alles gestimmt hat: Die Stimmung, die Leute, das Wetter … (Katinka Zinner)

genug. Meine Anleitung ist gut strukturiert, ich bekomme Feedback und Unterstützung, wenn ich sie brauche.

■■ Neue Perspektiven Für mich haben sich in diesem Jahr neue Berufsfelder aufgetan. Vorher kannte ich nur die Schule, jetzt kenne ich mehr – und „Lehrer“ ist nicht mehr der attraktivste Job, den ich mir vorstellen kann. Ein Zusammenhang? Vermutlich. Jetzt weiß ich, wie es ist 39 Stunden in der Woche zu arbeiten. Ich habe mein erstes eigenes Geld verdient, habe gelernt, mich und meine Fähigkeiten zu reflektieren und kenne einen Haufen neuer Spiele und Methoden. Wenn die Uni los geht, bekomme ich wieder Noten und muss gut sein, um zu bestehen. Hier kann ich gut sein, weil ich es möchte. Hier werde ich genommen, wie ich bin und entsprechend eingesetzt. Darum ist das FSJ etwas für jede und jeden. Max Pilger macht gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr. Den Plan, auf Lehramt zu studieren hat er vorerst verworfen; zum Wintersemester beginnt er ein Theologie-Studium in Bonn, um später als (Pastoral–) Referent zu arbeiten.

Die Ärzte: Langweilig – Faulheit verbinde ich immer mit Langeweile, darum fällt mir dieses Lied auch immer ein, wenn ich an Faulheit denke. (Anne Pilger) Farin Urlaub: Am Strand – Farin beschreibt, wie krass das Leben mit einigen Menschen umgeht, während er gemütlich am Strand liegt und es sich gut gehen lässt. (Benedict Martin) Jason Mraz: I’m Yours – Mein allerliebster Relaxsong! Wenn ich dieses Lied höre, kann ich das Wuppertaler Regenwetter vergessen, mich wie im Urlaub fühlen und „die Sonne in meinem Kopf anmachen“, wie es bei den Wise Guys heißt. (Viviane Kutz) The Go-Betweens: Crooked Lines – Ein fauler Sonntag im Bett, einfach nichts tun, lesen, schlafen und dazu dieses Lied. Perfekt! (Michael Schwarz) Simon and Garfunkel: Scarborough fair – Ein ruhiges und leichtes Lied, wie gemacht um in der Sonne mit geschlossenen Augen auf der Wiese zu liegen und zu entspannen. Diese Musik lässt viel Platz, um die Gedanken treiben zu lassen … (Max Pilger) Pippi Langstrumpf: Faul sein ist wunderschön … – „denn die Arbeit hat noch Zeit.“ Mein liebster Faulheits-Hit, besonders wenn die Arbeit sich aufbläht und so tut, als sei sie das Wichtigste auf der Welt. (Steffi Maier)

Freiwillige Soziale Dienste Unter dem Motto „5000mal Danke!“ feiern die Freiwilligen Soziale Dienste (FSD) im Erzbistum Köln in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. KjGlerinnen und KjGler, die ein sechs‑ oder zwölfmonatiges FSJ machen möchten, können sich schriftlich beim FSD im Kölner Verbändehaus (Steinfelder Gasse 20–22) bewerben. Wichtig: Je früher du dich bewirbst, desto bessere Chancen hast bei deiner Lieblingseinsatzstelle und für deinen Wunschtermin. Alle Infos auf: verbaende. erzbistum-koeln.de/fsj_koeln/index.html

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Arbeit ist kein Wert Ein Impuls von Tim Mertens

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Wenn Arbeit was ft wird ein Loblied Geiles wär, würauf die Arbeit den die Bonzen sie gesungen. Ist das für sich behalten. richtig? „Sozial ist, was (Graffiti) Arbeit schafft“. Lassen wir das gelten? Über Arbeit wird Menschen Bedeutung und Lebenssinn zugemessen. Greift das nicht zu kurz? Unser größtes Problem ist die Arbeitslosigkeit? Nein. Arbeit ist kein Wert.

Es gibt viele verschiedene Formen der Arbeit – doch wenn die Medien, PolitikerInnen oder ich von Arbeit sprechen, ist meist die Lohn‑ oder Erwerbsarbeit gemeint. Also die Arbeit bei der ich Körperkraft, Intellekt oder Zeit gegen ein Honorar eintausche. Mit viel Glück macht die Arbeit Spaß und ist sogar sinnvoll. Wir glauben zu leben, aber in Wirklichkeit arbeiten wir nur, um nicht zu sterben.(Sully Prudhomme)

Wenn Arbeit alles Es gibt kein Bedürfnis wäre, gäbe es nach Arbeit, sondern keinen Lebenssinn das Bedürfnis satt zu für Alte und noch keinen für Kinder. sein, ein Bedürfnis nach (Norbert Blüm) Sicherheit, Freundschaft, Liebe und Lebenssinn. Aufgabe unserer Gesellschaft muss es sein, diese Grundbedürfnisse zu erfüllen: eine grundsätzliche finanzielle Absicherung (z. B. Könnte ich leben ohne zu durch das bedingungsarbeiten, ich wäre lose Grundeinkommen *), das glücklichste die nötige Kompetenz, Wesen unter der Sonne. (Franziska um an der Gesellschaft zu Reventlow) teilzunehmen und Herzensbildung, die befähigt dem eigenen Leben Sinn zu geben. Das würde uns frei machen. Frei von Lohnarbeit, frei für ein selbstbestimmtes und ‑gestaltetes Leben. Tim Mertens ist ehrenamtlicher Diözesanleiter der KjG im Erzbistum Köln.

Hintergrundinformationen zum bedingungslosen Grundeinkommen findest du auf www. kjg-koeln.de/politblog. Der KjG-Blog und ein passender „politletter“ erscheinen alle zwei Monate zu einem aktuellen kirchen‑ oder gesellschaftspolitischen Thema. Unter dem Motto „Sei nie mit einer einzigen Meinung zufrieden“ lädt er zur Diskussion um Schulmodelle in NRW, Datenschutz, Wahlen usw. ein. Abonnieren kannst du den „politletter“ per Mail an politletter@kjg-koeln.de.

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Foto: leicagirl / photocase.com

* Grundeinkommen


Two in one Linda Martin hat zwei Ziele: Kinder und Karriere. Und sie hat einen Plan. chon zu Beginn meiner Schulzeit war für mich klar: Ich gehe nicht ohne Abi aus der Schule und höchstwahrscheinlich folgt ein Studium. Mit meinen sechs Jahren hatte ich schon einen Traumberuf: Mutter. Im Laufe der Jahre fand ich heraus, dass ich diesen Beruf nicht studieren kann. Ich fing an mich über reale Studiengänge zu informieren, was zu einer endlosen Entscheidungsqual führte. Heute studiere ich, knapp zwanzig Jahre nach meiner Einschulung, Romanistik und Linguistik, was ich auch aufgrund der guten Beschäftigungsmöglichkeiten ausgesucht habe. Was ich genau machen möchte, weiß ich noch nicht. Es gibt viele Möglichkeiten: Dolmetscherin, Lektorin, Fremdsprachenkorrespondentin oder universitäre Forschung.

■■ Kinder und Arbeit Mit 24 Jahren frage ich mich, aufgewachsen mit vier Geschwistern und seit drei Monaten stolze Tante, was aus meiner ursprünglichen Traumbeschäftigung „Mutter sein“ geworden ist? Passt sie zu meinem erlernten Beruf? Ich sitze täglich in der Uni, lerne, lese und studiere, um meinem Abschluss näher zu kommen. Soll ich nach vier weiteren Mastersemestern und zwei Jahren Berufserfahrung in Mutterschaftsurlaub gehen? Ich befürchte,

in meinem Berufsfeld der Fremdsprachen und Sprachwissenschaft bin ich danach auf einem veralteten Stand und muss mich mühevoll wieder einarbeiten. Alternativ gebe ich mein Kind nach sechs Wochen eine Kindertagesstätte. Zwei Berufswünsche, eine schwere Kombination.

■■ Gleichberechtigte Eltern Zum Glück habe ich einen Plan, der mich immer wieder in die Uni treibt und mich motiviert studieren lässt: Nach sechs Wochen Mutterschutz arbeiten ich und der Vater meiner Kinder 75 Prozent. Wir nehmen gleichberechtigt an Erziehung und Freizeit der Familie teil und holen eine Tagesmutter für die weitere Unterstützung. Idealerweise könnte ich diverse Arbeiten von Zuhause erledigen und mein Partner bekäme volle Rückendeckung seiner Firma, was spontane Ausfälle bedingt durch Kinderkrankheiten angeht. Ich will Karriere und Familie verbinden - und ich glaube feste daran, dass das funktionieren kann. Linda Martin, 24, studiert derzeit Romanistik und wird die Realisierung ihres Kombinationskonzepts erst nach einer Weltreise in Angriff nehmen.

Wenn alle zusammenhalten, sind Karriere und Kinder möglich

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Foto: melrose / photocase.com

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Am Fließband oder auf dem Meer Nebenjobs mit Spaßfaktor

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achhilfe geben, Zeitung austragen, kellnern, als Aushilfe im Supermarkt arbeiten, eine Sportgruppe leiten: Es gibt viele (oft langweilige) Möglichkeiten in den Ferien Geld zu verdienen. Wir haben für dich außergewöhnliche Ferienjobs gesucht.

■■ Willst du eine Kreuzfahrt machen? Kreuzfahrtschiffe, aber auch Ferienanlagen und Clubhotels suchen oft Leute, die für ein kleines Taschengeld und freie Kost und Logis, als Animateur/in für ein anständiges Programm sorgen. Das sollte für dich als erprobteR KjG-LeiterIn kein Problem sein. AIDA wir kommen!

■■ Hast Du schon eine Idee für ­deinen Sommerurlaub 2011? Dann bewirb dich als Bloggerin, um so einen erstklassigen Urlaub geschenkt zu bekommen. Alles was du dafür tun musst: Dich frühzeitig erkundigen, Lust am Schreiben und eine Idee für einen außergewöhnlichen Urlaub haben. KjGlerInnen sind die perfekten AnimateurInnen: Sie kennen unzählige Spiele und können mit Kindern umgehen

Foto: JimMunnelly / morgueFile

■■ Hast du schon mal in einer ­Fabrik am Fließband gearbeitet? Das hört sich auf den ersten Blick vielleicht eintönig und unspannend an. Aber es kann auch eine Erfahrung fürs Leben sein. Und nebenbei verdient man hierbei relativ viel Geld und oft kann auch noch kurzfristig eine Stelle ergattern.

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■■ Willst du in einer Villa ­übernachten? Dann bewirb dich doch als HousesitterIn. Je nach Absprache bedeutet das: Blumen gießen, Briefkasten leeren, Kanarienvögel und Meerschweinchen füttern oder auch in dem Haus zu schlafen während die BesitzerInnen im Urlaub sind.

■■ Und das Beste zum Schluss Betreue unentgeltlich ein Sommerlager mit deiner KjG vor Ort und genieße KjG-Feeling pur! (vk + kmz)


Methoden-Guide Ideen für das Ferienlager ■■ Kennenlernspiele Am Anfang jeder Ferienaktion steht das Kennenlernen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hier findest du Kriterien, die ein gutes Kennenlernspiel ausmachen (natürlich mit vielen Beispielen): ■■Die Teilnehmenden bekommen einen ersten Eindruck voneinander. ■■Möglichst alle SpielerInnen sind aktiv am Spielgeschehen beteiligt und kommen in Bewegung. ■■Das Spiel lebt von dem gemeinsamen Tun. Niemand muss gegen seinen/ihren Willen im Mittelpunkt des Geschehens stehen. ■■Das Spiel hat Dynamik und wird nicht langweilig für die Beteiligten.

■■Kennenlernen

■■Kennenlernen

Die verhexten Stifte

Dauer: 10 – 20 Minuten Zielgruppe: Kinder, Jede Person bekommt ein leeres NamenskärtJugendliche chen und einen Stift. Zusätzlich sagt die SpielleiHilfsmittel: Filzstifte, tung jeder Person maximal zwei Buchstaben ins Moderationskärtchen, Ohr, die diese mit ihrem Stift schreiben darf. AufKreppklebeband gabe der SpielerInnen ist es, ihren Vornamen auf das Kärtchen zu bekommen. Da jedeR SpielerIn nur die ein bis zwei Buchstaben schreiben darf, die sie von der Spielleitung gesagt bekommt, müssen alle SpielerInnen umhergehen und sich gegenseitig helfen, die Namen auf die Kärtchen zu schreiben. Wenn alle mit ihren fertigen Namenskärtchen im Kreis stehen, ist das Spiel vorbei.

Der/die rasende ReporterIn Die Spielleitung verteilt zu Beginn an alle SpielerInnen einen Fragebogen mit verschiedenen Aussagen, z. B. „Ich kann einen Handstand“, „Ich war schon mal außerhalb von Europa“ oder „Ich bin verliebt“ (Kopiervorlage als Download auf www.kjg-koeln.de). Zu jeder dieser Aussagen

Dauer: 10 – 20 Minuten Zielgruppe: Kinder, Jugendliche Hilfsmittel: Fragebögen, Stifte Vorbereitung: Fragebogen vervielfältigen

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müssen die SpielerInnen nun Personen finden, die diese unterschreiben können. Für die Suche gelten folgende Regeln: ■■Alle SpielerInnen sind in Bewegung und suchen sich immer wieder neue GesprächspartnerInnen. ■■Sobald sich zwei SpielerInnen gefunden haben, können diese sich zu einer Aussage abwechselnd befragen. ■■Kann eineR der SpielerInnen eine Aussage unterschreiben, muss er dies auch tun. ■■JedeR SpielerIn darf nur einmal auf einem Bogen unterschreiben. ■■JedeR SpielerIn darf einmal auf dem eigenen Bogen unterschreiben. Sobald eine Person ihren Zettel komplett ausgefüllt hat, also zu jeder Aussage eine passende Unterschrift hat, ruft er/sie laut „Stopp“ und wird zum/zur „Rasenden ReporterIn“ gekürt. In einer anschließenden Runde sammeln alle SpielerInnen gemeinsam, was sie über die einzelnen Personen aus der Gruppe herausgefunden haben, bzw. welche Aussagen diese in dem Spiel unterschrieben haben. Kannst du einen Handstand machen?

■■Kennenlernen

Wer ist Wer?

Dauer: 10 – 20 Minuten Zielgruppe: Jugendliche Hilfsmittel: Blätter, Stifte

Die Gruppe teilt sich in mehrere Kleingruppen von fünf bis sechs Personen auf. In diesen Kleingruppen wird für jedeN SpielerIn anonym ein Steckbrief ausgefüllt. Wenn alle Kleingruppen ihre Steckbriefe ausgefüllt haben, kommt die gesamte Gruppe wieder zusammen. Nun werden alle Steckbriefe einer Kleingruppe den anderen SpielerInnen vorgestellt. Diese müssen raten, welche Person sich hinter welchem Steckbrief verbirgt. Beispiele für den Steckbrief: 1. Mein Lieblingsbuch 2. Mein Lieblingsfach in der Schule 3. Wenn ich eine Filmfigur sein könnte, wäre ich gerne … 4. Dahin würde ich gerne mal reisen … 5. Mit dieser Person würde ich gerne mal einen Abend verbringen …

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Wer aus der Gruppe wäre gerne Thaddäus Tentakel?


■■ Gummihuhn-Golf-Weltmeisterschaft Gummihuhn-Golf ist ein großartiges Spiel, das sich sowohl für die Gestaltung einer Mittagspause eignet, als auch im Rahmen einer Gummihuhn-Golf-Weltmeisterschaft mit einer Gruppe von 20 bis 40 Personen gespielt werden kann.

Fliegene Hühner Zwei oder mehrere Kleingruppen von je drei bis sechs Personen versuchen mit möglichst wenigen Schlägen ein Gummihuhn durch einen vorher definierten Parcours zu bringen. Die Teams starten nacheinander am gleichen Abschlagpunkt und müssen mehrere Hindernisse überwinden.

Dauer: ca. 2 Stunden Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene Material: Mind. vier Gummihühner, Mind. vier stabile Stöcke oder Besenstiele pro Team (können weitergereicht werden), Material für den Parcours.

■■Gummihuhn-Golf

Zur Gestaltung des Parcours eignen sich unter anderem: ■■Weite Flächen, die mit einem Schlag überwunden werden müssen (bspw. Teich oder mit Seilen markierte Passage auf einer Wiese). Berührt das Huhn innerhalb dieser Fläche den Boden, muss das Huhn zurück gebracht und wieder vor der Fläche abgelegt werden. ■■ Enge Passagen, z. B. unter einer Parkbank durch oder zwischen zwei Bäumen hindurch, eventuell auch als Slalomstrecke zwischen mehreren Bäumen durch. ■■Hindernisse wie eine markante Astgabel oder eine Mauer, über die das Huhn gelupft werden muss. Für die Wertung der Schläge gilt: ■■Jede Berührung des liegenden Huhns zählt als Schlag. ■■Eine Volley-Verlängerung (das Huhn wird in der Luft weiter geschlagen) zählt nicht als Extraschlag und kann jederzeit und beliebig oft gemacht werden (deshalb benötigt jedes Team mehrere Stöcke). ■■Die Spielerinnen und Spieler müssen in einer gleich bleibenden Reihenfolge (also immer SpielerIn A, dann B, dann C, dann D,

Der Trick beim Golfen ist die Volley-Verlängerung

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dann wieder Spieler A usw.) schlagen und dürfen nicht zweimal hintereinander das Huhn berühren. Tipp: Die entscheidende Regel dieses Spieles ist die Volley-Verlängerung. Durch sie sind bei jedem Schlag mehrere Spielerinnen und Spieler beteiligt, die versuchen können, das Huhn weiter zu schlagen. Damit alle Gruppen die gleichen Informationen haben, ist es hilfreich den Parcours zu Beginn einmal mit allen Spielenden beispielhaft durchzugehen.

Gummihuhn-Golf-Weltmeisterschaft Für eine GG-Weltmeisterschaft werden die Teilnehmenden in mehrere Teams eingeteilt und in Gruppen zu je drei oder vier Teams gelost. In der beginnenden Gruppenphase spielen alle Teams einer Gruppe gegeneinander. Ein Unentschieden gibt einen Punkt, ein Sieg zählt drei Punkte pro Team. Das Sieg-Team aus jeder Gruppe kommt in die K. O.-Runde. Für die Durchführung der Gruppenphase benötigt ihr pro Gruppe ein Gummihuhn, eineN SchiedsrichterIn um die Anzahl der Schläge zu zählen und einen separaten Parcours. Für die Finalrunden (Viertel‑ Halbfinale und Finale) werden jeweils neue Parcours aufgebaut, auf denen die Teams gegeneinander antreten. Haben zwei Teams in einer der Finalrunden die gleiche Anzahl an Schlägen benötigt, kommt es zum entscheidenden Gummihuhn-Dreischlag.

Gummihuhn-Dreischlag ■■ Jedes Team wählt drei SpielerInnen aus. ■■Diese dürfen das Huhn jeweils einmal schlagen. ■■Ausgangspunkt des/der zweiten und dritten SpielerIn ist der Punkt, an dem das Huhn vom Schlag davor liegengeblieben ist. ■■Eine Volley-Verlängerung ist nicht erlaubt. ■■Das Team, das ihr Huhn am weitesten geschlagen hat, gewinnt. Dreischlag statt Elfmeter: In der K.O.-Runde muss am Ende ein SiegerInnen-Team stehen

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■■ Kleine Spiele für Zwischendurch Bei jeder Ferienaktion gibt es Situationen, in denen ganz schnell ein Spiel her muss, damit die Aktion nicht im Chaos endet. Am besten mit viel Bewegung und ohne großen Aufwand. Hier findest du bewährte Fangspielen und Spielklassiker. Bei der Durchführung musst du darauf achten, dass die Spielfläche klar begrenzt und nicht zu groß ist.

■■Fangspiel

Fuchs und Hase Bis auf eineN SpielerIn (Fuchs) sind alle anderen SpielerInnen Hasen. Unter diesen gibt es zwei besondere Hasen, den „schwachen“ Hasen und den „starken“ Hasen. Diese sind dem Fuchs (also: dem Fänger/der Fängerin) zu Beginn des Spieles nicht bekannt. Wird ein normaler Hase von dem Fuchs berührt, muss dieser stehen bleiben und darf sich nicht mehr bewegen. Nur der „starke“ Hase kann die erstarrten Hasen durch Berührung wieder zum Leben erwecken. Fängt der Fuchs den „schwachen“ Hasen, ist das Spiel vorbei und der Fuchs hat gewonnen.

■■Fangspiel

Kranich, Krähe, Krebs Das Spielfeld besteht aus drei Linien, die im Abstand von mindestens zehn Metern parallel zueinander auf dem Boden liegen. Die SpielerInnen werden in zwei Gruppen eingeteilt, die sich nebeneinander an der Mittellinie gegenüber aufstellen. Auf das Kommando „Kranich“ muss Gruppe A Gruppe B fangen, auf das Kommando „Krähe“ fängt Gruppe B Gruppe A. Die SpielerInnen, die abgeschlagen werden bevor sie die hintere Linie überquert haben, wechseln die Gruppe. Beim Kommando „Krebs“ müssen alle stehen bleiben. Wer sich bewegt, muss die Gruppe wechseln. Wenn es nur noch eine Gruppe gibt, ist das Spiel vorbei.

■■Fangspiel

Schnell an Ort und Stell! Vier gleich große Gruppen stehen an den Linien eines aufgezeichneten Quadrates. In der Mitte steht der/die SpielleiterIn. Die SpielerInnen merken sich ihre Position im Bezug auf den/die SpielleiterIn (Vorderseite, Rückseite, rechts, links) und ihre rechten und linken NachbarInnen. Wenn der/die SpielleiterIn sich dreht, müssen sich alle Gruppen mitdrehen und sich dementsprechend neu sortieren. Wer zuerst fertig ist, ruft „Schnell an Ort und Stell!“

Quelle: Gruppe & Spiel, 3+4 2010, Autor: Norbert Stockert

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Auf den Spuren von TKKG Eine besondere Form der Freizeitgestaltung für Kinder ist die Inszenierung von Abenteuern. Die Kinder erleben etwas, das aus ihrer Sicht unmöglich von den LeiterInnen geplant sein kann. Sie tauchen mehrere Tage in eine Geschichte ein, die sie sonst nur aus Büchern und Geschichten kennen. Gute Ideen für solche Rahmengeschichten gibt es in den klassischen Abenteuerbüchern für Kinder (Fünf Freunde, Geheimnis um…, TKKG, Die Wilden Hühner usw.). In der Regel beginnt eine solche Geschichte, indem die Teilnehmenden „zufällig“ etwas finden oder beobachten. Um glaubwürdig zu erscheinen, muss dieser Anstoß absolut ungeplant erscheinen und in keinen Zusammenhang mit dem Verhalten der LeiterInnen gebracht werden können. Auf einer Freizeit spielen die Kinder mit Vorliebe an einem bestimmten Platz und buddeln dort Löcher und Gräben, um eine Burg zu bauen. Am zweiten Tag stößt ein Kind „zufällig“ beim Graben auf ein altes Stück Leder, auf dem mehrere Symbole gezeichnet sind (bspw. etwas, das aussieht wie ein Drachenkopf…).

■■Abenteuer auf Ferienfreizeiten

In Wirklichkeit ist dieser Zufall natürlich genau geplant und das Leitungsteam wartet nur noch darauf, dass die Kinder auf die Geschichte anspringen. Sobald die Kinder auf die Geschichte anspringen zeigt sich das Leitungsteam interessiert und unterstützt bereitwillig die Ideen und Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise. Je nach Aufregung fördern sie die Phantasie der Kinder oder wiegeln deren Vorstellungen über mögliche Hintergründe sogar ab, um nicht in den Verdacht zu geraten, dies geplant zu haben.

Nachdem die Kinder auf die Geschichte angesprungen sind, wird diese im weiteren Verlauf von unabhängiger Seite bekräftigt. Die Authentizität des Erlebten ist bewiesen und die Geschichte nimmt Konturen an. Nachfragen im ansässigen Heimatmuseum ergeben, dass in dieser Gegend öfter Wikinger mit ihren Drachenschiffen angelegt haben, um Proviant aufzunehmen oder sich zu verstecken.

Im weiteren Verlauf kommt es irgendwann zu einer „geplanten Planlosigkeit“. Die Geschichte gerät ins Stocken und niemand weiß, wie weiter vorzugehen ist. Das Leitungsteam stellt sicher, dass die Geschichte trotz Schwierigkeiten nicht an Spannung verliert. Die Kinder finden noch weitere Teile der Karte aber niemand weiß, was die Symbole bedeuten. Es wird ein Arbeitskreis „Wikingerschatz“ eingerichtet, der jeden Abend der ganzen Gruppe berichtet, wie weit sie mittler‑ weile mit der Erforschung der Karte sind.

Ein weiterer „Zufall“ löst diese Planlosigkeit. Ein Mitglied des Arbeitskreises beim Durchblättern Beim Buddeln finden die Kinder "zufällig" einen Schatz

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eines Sachbuchs zum Thema Wikinger ein Runenalphabet und erkennt die Symbole wieder … In einer großen Aktion lösen die Kinder das bestehende Rätsel. Alle Kinder ziehen mit Schaufel und Spaten los und finden den Schatz. Dieser besteht aus einer alten Holzkiste mit Trödel, der einem Wikinger gehört haben könnte. Natürlich ist die Kiste min‑ destens ein Meter tief in der Erde vergraben und muss von den Kindern ausgebuddelt werden.

In einer abschließenden Aktion endet die Geschichte und findet einen möglichst realistischen Ausklang. Die Kinder fahren mit dem Gefühl nach Hause, ein „echtes“ Abenteuer erlebt zu haben und die Geschichte endet (ohne wirklich aufgelöst zu werden). Der gefundene Wikingerschatz wird dem Direktor des Heimatmuseums übergeben. Dieser ist beeindruckt von dem Fund verspricht, die Sachen von einem ExpertInnenteam untersuchen zu lassen. Sobald ein Ergebnis vorliegt, wird er diese dem Leitungsteam mitteilen. Dies wird aller‑ dings mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Weitere Tipps und Anregungen zur Inszenierung von Abenteuern unter www. storydealer.de.

■■Abendprogramm

Eurovision Song Contest

Dauer: ½ Tag Material: Videobeamer, Karaoke-Lieder, Abspielmedien für jede Gruppe (Miniboxen/ CD-Player…), Verkleidungskiste, Bastelmaterialien, kleine Räume für die Gruppen, Saal für die Aufführung

Die TeilnehmerInnen werden in Gruppen von vier bis sechs Personen aufgeteilt. Jede Gruppe zieht per Los die Nation, die sie am Abend vertreten wird. Zunächst sucht sich jede Gruppe ein Karaoke-Lied aus. Anschließend bekommen alle Gruppen ihren Song und einen CD-oder MP3-Player. Die Aufgabe besteht darin, eine Präsentation für das Lied zu entwickeln. Es muss gesungen sowie eine Choreographie entwickelt und eingeübt werden. Außerdem sollten Kostüme und Bühnenbilder gebastelt werden. Während die Gruppen ihre Auftritte einstudieren, bauen die LeiterInnen eine Bühne auf und malen Fanplakate für die verschiedenen Gruppen. Zwei LeiterInnen übernehmen die Moderation der Show. Am Abend findet die Aufführung statt. Nacheinander führen die einzelnen Gruppen ihre Choreografie vor und werden von den anderen Gruppen und einer Jury bewertet. Nach dem letzten Song gibt jede Gruppe für jeden Auftritt (außer dem eigenen) Punkte zwischen 1 und 12 ab. Die Moderation kürt daraufhin die Nation mit den meisten Punkten und der Abend endet mit der wiederholten Aufführung des Sieg-Songs. Methodenzusammenstellung: Christoph Sonntag

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Eroberung der Chicken Islands Leverkusen gewinnt Zicke Zacke Hühnerkacke 2010 „Erobert Chicken Islands“ - Unter diesem Motto kämpften Ende Juni 180 tapfere und mutige KjGlerinnen und KjGler aus 13 Regionen des Erzbistums Köln bei „Zicke Zacke Hühnerkacke“ um Huhn und Ehre. Mit einer spannenden Geschichte um die Entdeckung der Chicken Islands wurden die Regionen im Düsseldorfer Volksgarten von der Diözesanleitung empfangen. Nach einer kurzen Vorstellung aller Teams fing der spannende Wettkampf an: Wir mussten als menschliche Schlange mit Luftballons zwischen uns einen Hindernisparcours überwinden – ohne die Luftballons zu verlieren. Gleich danach folgte die Disziplin, auf die alle gewartet hatten: Das Zielschießen mit der selbst gebaute GummihuhnKanone! Es gab verschiedene Bauweisen, die aber fast alle auf der gleichen Idee basierten: Ein Gummiband in das Rohr und gut zielen. Während

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einer Pause wurde die Wiese für das traditionelle Gummihuhngolf-Spiel von den Helferinnen und Helfern umgebaut. In diesem Spiel wurden die Schläge gezählt, die die Teams brauchten, um das Huhn ins Ziel zu schlagen. Beim nächsten Spiel mussten wir aus fünf Rollen Klopapier Stricke drehen und damit ein Teammitglied tragen. Im Anschluss kämpften wir im Staffellauf auf Zeit gegeneinander: Erst die Hüpfburg runter rutschen, Dreirad fahren, dann weiter auf Stelzen und Bobbycar, Schubkarren rennen, Pedalo fahren und über eine Plane rutschen. Zum Schluss musste im Dreibeinlauf das Huhn ins Tor geschossen werden. Große Vorfreude gab es auf das letzte Spiel: Bei 28 Grad war ein Wasserspiel genau das Richtige. Unsere Aufgabe war es, so schnell wie möglich und mit vollem Körpereinsatz ein durchAuch Kinder waren beim Kampf um Huhn & Ehre mit vollem Einsatz dabei


Viel Arbeit und ein Geburts­ tagskind Anne Pilger war zum ersten Mal bei der KjG-Diözesan­konferenz

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"Das Goldene Huhn geht an die Region ... Leeeeeverkusen!"

löchertes Rohr mit Wasser zu füllen. Natürlich blieben nur wenige von uns trocken, die anschließende Wasserschlacht war nass und fröhlich. Nach einer kurzen Pause wurde dann das Siegesteam und somit die Herrscherinnen und Herrscher der Chicken Islands gekrönt: In diesem Jahr konnte die Region Leverkusen das Goldene Huhn mit nach Hause nehmen. Wenn es das nächste Mal heißt „Zicke Zacke Hühnerkacke ist eröffnet“ werden wir also in Leverkusen sein. Wir freuen uns darauf und sind gespannt. Elisa Jung, Zicke Zacke Hühnerkacke-Team Köln Mehr Fotos gibt es auf www.kjg-koeln.de

eine erste Diko ist eine besondere Diko: Wir feiern 40 Jahre KjG. Das kann nur ein super Wochenende werden. Mit Tröten, Muffins und Luftschlangen werden wir an den Toren von Haus Altenberg begrüßt. Nach kurzer Anmeldung gibt es auch schon Abendessen. Kurz ein paar Happen essen und los geht es mit der Einführung in die Konferenz bei der zwitschernd und hüpfend vom Diözesanausschuss erklärt wird, wie so eine Konferenz abläuft.

■■ Plenum und Kleingruppen Nachdem alle genau Bescheid wissen, geht es im Plenum los mit den ersten Tagesordnungspunkten. Um 23 Uhr sind wir mit dem Rechenschaftsbericht der Diözesanleitung zwar noch längst nicht fertig, aber wir hören trotzdem auf. Ins Bett geht es aber noch lange nicht. Immerhin haben wir einen runden Geburtstag zu feiern. Schnell die Partyhütchen auf und auf geht’s … Am nächsten Morgen wird der Bericht weiter besprochen. Nachmittags setzen wir uns in Kleingruppen zusammen, um über die Zuschuss-Regelung zu diskutieren und eine Entscheidung für die Zukunft zu treffen. Nach

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Die Konferenz im ­Überblick Kinderlärm ist Zukunftsmusik: Mit einem offenen Brief an den Landtag setzt sich die KjG für eine Gesetzesänderung zu Kinderlärm ein: „Wie es das Bundesland Berlin bereits durchgesetzt hat, möchten wir auch für NordrheinWestfalen eine Änderung des Landesimmissionsschutz-Gesetzes. Störende Geräusche, die von Kindern ausgehen, müssen als Ausdruck kindlicher Entfaltung zumutbar sein.“ Jugend und Kirche: Mehr Raum für Mitgestaltung für Kinder und Jugendliche wünscht sich die KjG in einem weiteren offenen Brief von den Verantwortlichen des Erzbistums Köln: „Wir erleben, dass viele Jugendliche zur Kirche stehen und sich mit ihr verbunden fühlen. Sie sehnen sich nach einer offenen Kirche, in der Glaube gemeinsam und gleichberechtigt gefeiert, verkündet und gelebt wird.“ Klimaschutz: Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft von Kindern und Jugendlichen übernimmt die KjG mit ihrem Entschluss, in Zukunft verstärkt auf CO₂-Einsparungen zu achten: „Wir werden in unserer Bildungsstätte Haus Sonnenberg auf Ökostrom umsteigen, bei Seminaren den Fleischkonsum deutlich eingrenzen und bei großen Veranstaltungen zur Kompensation der CO₂-Emissionen zwei Prozent des Budgets an ein Klimaschutzprojekt spenden“. Wahlen: Katharina Schwellenbach wurde nach zweijähriger Amtszeit mit 86 Ja‑ und einer Nein-Stimme als hauptamtliche Diözesanleiterin klar bestätigt. Die 29jährige DiplomSozialpädagogin aus Bergisch Gladbach möchte sich besonders für die Sicherung und Weiterentwicklung der KjG-Bildungsstätte Haus Sonnenberg einsetzen. Verabschiedung: Aus ihrem Amt der Diözesanleitung wurde Lena Bloemacher verabschiedet. Die 26jährige Diplom-Pädagogin kandidierte nach vier Amtsjahren nicht mehr. Pfarrer Dirk Bingener, Diözesanpräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Köln zeichnete Lena Bloemacher mit der Silbernen Ehrennadel aus, der höchsten Auszeichnung, die der Dachverband im Erzbistum vergibt.

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dem langen Arbeitstag kommen bei einem schönen Gottesdienst alle zur Ruhe.

■■ Eine lange Nacht Direkt im Anschluss stehen alle am pinken Teppich bereit, um Diözesanleiterin Lena Bloemacher zu begrüßen. Sie wird von ihrem Amt verabschiedet und ihr zu Ehren steigt die große „Pink Party“. Nach einer Nerven auftreibenden Wartezeit biegt ein schwarzes Caprio um die Ecke. Von allen Seiten hört man nur noch lautes Gekreische – bis Lena im Gebäude ist. Dort wird die Party und gleich das Buffet mit (natürlich pinkem) Sekt eröffnet. Die Musik läuft die ganze Nacht und verstummt erst zum Frühstück, das um 9 Uhr nur von wenigen verschlafenen Personen besucht wird. Der Sonntagmorgen geht weiter mit viel Koffein, den restlichen Anträgen, Wahlen und einer Reflexion. Dann ist alles vorbei. Wenn man mit so vielen tollen Menschen zusammen arbeiten, diskutieren und feiern kann, vergeht ein Wochenende wie im Fluge. (ap)


Mobbing.Gewalt.Angst – Nicht mit uns – Aber vielleicht mit dir? Du willst TrainerIn werden und das nicht in der Muckibude, sondern für unser Sozialkompetenztraining für Schulklassen? Mobbing, Cliquenbildung, Konfliktlösung und Gewalt, fordern dich heraus, bringen dich aber nicht zum Schwitzen? Fundierte pädagogische Kenntnisse, Erfahrungen mit Gruppen und Konflikten, Selbständigkeit und Flexibilität sind von Vorteil. Anleitung und Fortbildung gibt es bei uns.

Mehr ist mehr 2010 ist ein gutes Jahr: Es gibt gleich zwei Dikos in einem Jahr! Am 5. September ab 14:00 Uhr findet die außerordentliche Diözesankonferenz in Köln-Mülheim statt. Drei gute Anlässe für die Herbst-Konferenz: 1. Es gibt einen Kandidaten für das Amt der Geistlichen Leitung! 2. Auf der Bundeskonferenz wurde eine KjG-Beitragserhöhung von 4 Euro beschlossen. Um die Erhöhung im Diözesanverband Köln umzusetzen, braucht die Diözesanleitung die Bestätigung durch die Diözesankonferenz. 3. Dikos machen Spaß. Mehr Infos gibt es bei Brigitte Steven (info@ kjg-koeln.de oder Telefon 0221.1642 6696).

GPS – Mit dem Navi durchs Leben – Steig ein! Für unsere Tage religiöser Orientierung für Schulklassen suchen wir erfahrene TeamerInnen, die sich mit den Themen Gemeinschaft, Persönlichkeit und Spiritualität auseinandersetzen. Wir erwarten pädagogische Kenntnisse und Erfahrungen mit Gruppen und im Bereich Spiritualität, Selbständigkeit und Flexibilität, Team‑ und Kommunikationsfähigkeit. Handwerkszeug und den letzten Schliff in Sachen Vorbereitung und Fortbildung bekommst du von uns. Wir werden Klasse – Du auch? „Wir werden Klasse!“ ist eine fünftägige Klassenfahrt für Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufen mit dem Ziel die Grundlage für eine tragfähige Klassengemeinschaft für die kommenden Jahren zu schaffen. Wir suchen TeamerInnen, die Lust haben sich auszuprobieren, neue Erfahrungen zu sammeln und Leitungsaufgaben wahrzunehmen. Vorerfahrungen mit Gruppenleitung und Methodenkompetenz sind hilfreich. Coaching bekommst du von uns, also keine Angst vor neuen Herausforderungen. Aussagekräftige Bewerbungen bitte an Bildungs­stättenreferent Thomas Pieger ­(thomas.pieger@kjg-koeln.de) schicken.

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Foto: Marcel Drechsler / photocase.com

STELLENMARKT


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ie Filmcrew der KjG-Kinderstadt hat sich über eine Woche in das Kinderstadt-Lego-Studio (ehemals: Büro von Diözesanleiter Benedict Martin) zurückgezogen und dort Millimeter für Millimeter Lego-KjGlerInnen bewegt und fotografiert. Jetzt präsentieren wir auf www.kjg-koeln.de/kinderstadt sehr stolz:

Die KjGKinderstadt

Der Werbe-Brick-Film

Passend zum Film gibt es ab sofort Flyer und die Kinderstadt-Homepage mit vielen Informationen zum KjG-Großereignis vom 18. bis 22. Oktober 2010. Jetzt bist du dran: Binde den Film auf deiner KjG-Homepage ein, mach Werbung bei allen KjG-Kindern und –Eltern und melde dich als HelferIn an. Wichtig: Es sind schon einige Plätze belegt und die TeilnehmerInnen-Zahl ist begrenzt. Also schnell anmelden! Mehr Infos bekommst du bei Kinderstadt-Projektleiter Christoph Sonntag (Mail: kinderstadt@kjg-koeln.de, Telefon 0221.1642 6698).

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kanini ­sammeln und tauschen kanini, das Sammelalbum der KjG im Erzbistum Köln, enthält alle KjG-Regionen mit ihren aktuellen Gremien und Leitungsteams – plus die Leute der Diözesanebene. Die Sammelbildchen zum Einkleben erhältst du, wenn du an Veranstaltungen und Treffen deiner KjG-Region und der Diözesanebene teilnimmst. Du kannst gemeinsam mit deiner Pfarrei oder Region, aber auch einzeln mitmachen und sammeln. Du hast noch gar kein Album? Bestell per Mail an info@kjg-koeln.de. kanini suchen und gewinnen kanini, unser süßes Maskottchen, hat sich in dieser transparent versteckt. Gleich mehrfach. Such es und schreib bis zum 30. August an presse@kjg-koeln. de, wie oft du es entdeckt hast. Unter allen richtigen Antworten verlosen wir zehn mal fünf kanini-Sammel-Sets. Holger Walz


Ein Coach für Kinder Neues Angebot für KjG-Pfarreien und langweilig wirkt. Darum gibt es ein neues Angebot für alle Pfarreien: Der „KiMi-Coach“ unterstützt Pfarreien bei der Vorbereitung der Mitgliederversammlung und zeigt Kniffe und Methoden, um die Versammlung auch für Kinder verständlich und attraktiv zu machen, damit sie mitreden können.

■■ Mitbestimmung für alle „Insbesondere setzt die KjG sich dafür ein, dass Kin‑ der, Jugendliche und junge Erwachsene Pfarr‑ und Kommunalgemeinde gleichberechtigt mitgestal‑ ten können. Sie engagiert sich für Strukturen, die Mitbestimmung und Mitentscheidung ermögli‑ chen.“ (aus den Grundlagen und Zielen) Kindermitbestimmung ist nichts Abstraktes. In jeder KjG-Gruppenstunde bestimmen Kinder mit: „Was wollt ihr machen? Wollt ihr lieber backen oder Fußball spielen?“. Das Mitspracherecht der Kinder bei der Gestaltung ihrer Gruppenstunden gehört zur KjG wie der Dom zu Köln. Aber Kindermitbestimmung kann noch mehr.

■■ Der KiMi-Coach hilft Zum Beispiel bei der Mitgliederversammlung in der Pfarrei. Dieses Gremium trifft maßgebliche Entscheidungen über die Arbeit in der Pfarrei, es werden Pfarrleitungen gewählt und Entscheidungen über das Programm fürs nächste Jahr getroffen. Viele Mitgliederversammlungen sind allerdings nicht kindgerecht, da der offizielle Rahmen unflexibel, kompliziert

Das lohnt sich: Wer die Pfarrleitung selbst wählt, interessiert sich mehr für das, was sie tut. Und wer darüber abgestimmt hat, wo die Ferienfreizeit hingehen soll, fährt begeistert mit. Das ist KjG: Kinder, die lernen sich eine Meinung zu bilden. Jugendliche, die für ihre Entscheidungen Verantwortung übernehmen. Junge Erwachsene, deren Sichtweise durch Kinder und Jugendliche bereichert wird. (mp) Kontakt zum Kimi-Coach: Max Pilger (Mail: max.pilger@kjg-koeln.de, Telefon: 0221.1642 6458)

Haus Sonnenberg – jetzt buchen Die Wochenenden in der KjG-Bildungsstätte Haus Sonnenberg sind begehrt. Schon jetzt gibt es viele Reservierungen für das Jahr 2011. Falls ihr auf der Suche nach einem Bildungshaus für eure Schulungen, Freizeiten oder Planungswochenenden seid, ergreift jetzt die Chance und fragt Frau Hoch (belegung@kjg-haus-sonnenberg. de) nach freien Terminen. Falls ihr euch für die nächsten Jahre ein Traditionswochenende sichern möchtet, meldet euch bei Bildungsstätten-Referent Thomas Pieger (thomas.pieger@kjg-koeln.de).

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Theater, Spaß und Entscheidungen Die Regionalkonferenz in Neuss

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it einem neuen Konzept startete die Regionalkonferenz der Region Neuss am ersten Juni-Wochenende: Delegierte und Interessierte konnten in diesem Jahr schon am Freitagabend anreisen und einen tollen Studienteil zum Thema „Improtheater“ und Grillen unter freiem Himmel genießen. Samstag stand der offizielle Konferenzteil an, zu dem aus sieben Pfarreien 27 Stimmberechtigte und einige Gäste anwesend waren. So war die Konferenz – anders als im letzten Jahr – deutlich beschlussfähig. Nach zwei schwierigen Jahren

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geht die Region Neuss jetzt gut aufgestellt und neu motiviert in die Zukunft. Regionalleiter Olaf Reinartz wurde für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt, gemeinsam mit ihm leiten nun Tanja Hellendahl, Volker Andres und Christian Walge die Geschicke der Region. Ihnen stehen ein gut besetzter Regionalausschuss, Wahlausschuss und Satzungsausschuss zur Seite. Am Samstagabend wurde noch für „Zicke Zacke Hühnerkacke“ trainiert und die ersten selbstgebauten Kanonen schossen kleine Gummihühner mehr oder weniger weit durch den Garten des Naturfreundehaus in Moers. Wer Lust und Zeit hatte, blieb auch die zweite Nacht: Viele Delegierte nutzten dieses Angebot, so dass das neue Modell eines klar begrenzten Konferenzteils am Samstagnachmittag eingebettet in ein regionales Spaß-Wochenende als klarer Erfolg zu werten ist. (le)


Neuausrichtung der KjG Die Bundeskonferenz 2010

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raditionell in der Woche nach Pfingsten trafen sich im Mai rund 120 Delegierte der 24 Diözesanverbände der KjG in Altenberg, um gemeinsam sechs Tage lang über die Zukunft des Verbandes zu beraten und zu entscheiden. Neben der inhaltlichen und strukturellen Neuausrichtung des Bundesverbands wurde – wie schon im Jahr zuvor – über eine Beitragserhöhung diskutiert. Es wurde lange und intensiv, sachlich und fair um Positionen gerungen: Zum einen wurde die Weiterarbeit am begonnenen Verbandsentwicklungsprozess beschlossen,

dessen Ergebnisse teilweise bereits auf der Bundeskonferenz 2011 abschließend abgestimmt werden sollen. Dabei werden unter anderem die Aufgaben der Bundesleitung, die Finanzverantwortung der Bundeskonferenz, das Profil der Bundesstelle und die Marketingstrategie der KjG überarbeitet. Zum anderen wurde eine Beitragerhöhung um vier Euro pro Mitglied ab dem Jahr 2011 beschlossen. Über zehn Jahre lang konnte der Mitgliedsbeitrag konstant gehalten werden. Doch in Zeiten sinkender Fördermittel und Mitgliederzahlen sowie steigender

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Kosten, musste die Bundeskonferenz reagieren. Bei den Wahlen zur Bundesleitung zeichnete sich ein Kopf-an-KopfRennen bei der Stelle der weiblichen Bundesleitung ab. Das knappe Ergebnis zeigt, dass hier zwei hochqualifizierte Frauen gegeneinander antraten: Am Ende hatte Anne Schirmer aus dem Diözesanverband Freiburg neun Stimmen mehr als die ehemalige Kölnerin Diözesanleiterin Lena Bloemacher. Bei der Stelle der Geistlichen Leitung setzte sich Eva-Maria Düring klar gegen Michael Kasiske durch. Anne Schirmer und Eva-Maria Düring bilden nun gemeinsam mit Martin Diem, der wiedergewählt wurde, und Lisa Eisenbarth das neue Leitungsteam der Bundesebene der KjG. Unter dem Motto „Das große Abschiedsspiel“ wurde Alexandra Schmitz mit Fan-Gesängen feierlich verabschiedet. Auch das Rahmenprogramm mit Brunnenfest, Bayern‑ und NRWAbend war sehr gelungen. Alle fünf Diözesanverbände aus NRW haben ihre Arbeit zur Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) NRW manifestiert. Die Planungen für ein landesweites Großevent gehen in die nächste Runde. (bm)

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Kommentar von Diözesanleiter Benedict Martin zur Bundeskonferenz

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nsgesamt bewerten wir die Ergebnisse der Bundeskonferenz als positiv. Wir sehen die Notwendigkeit einer Beitragserhöhung, damit unser Verband auch in Zukunft handlungsfähig ist. Die Neuorientierung, die wir uns von dem Verbandsentwicklungsprozess erhoffen, braucht Ressourcen, um sinnvoll ausgestaltet zu werden. Sehr enttäuscht sind wir Kölnerinnen und Kölner darüber, dass unsere ExDiözesanleiterin Lena Bloemacher nicht zur Bundesleiterin gewählt wurde. Wir durften in den vergangenen Jahren immer wieder erleben, wie sehr Lena sich für die KjG auf allen Ebenen einsetzte, wie sie jede Aktion durch ihre Kreativität und Ausstrahlung bereicherte und wie sie – besonders in Zeiten der Veränderung – Leitung und Verantwortung übernahm. Positiv bewerten wir die Entwicklung hinsichtlich der LAG NRW. Schon jetzt identifizieren wir uns als eine Gemeinschaft – und freuen uns riesig auf das gemeinsame Großevent.


Ein letzter Sommer Ein Buch über Träume und Veränderung

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en Schulabschluss in der Tasche und keine Ahnung, was mit dem Leben anzufangen ist – vor dieser Situation steht Daniel Price, ein 18jähriger Junge aus East Chicago. Er und seine beiden Freunde Billy und Larry warten darauf, dass sich etwas verändert. Doch Daniels Vater erkrankt an Krebs und Daniel ist hin‑ und hergerissen zwischen der Erleichterung, dass sein Vater nicht im Haus ist, den Schuldgefühlen, die er deswegen hat und der Angst um ihn. Er verliebt sich in Rachel, und auch diese Beziehung gestaltet sich nicht nach seinen Vorstellungen, denn sie wird komplizierter, als es anfangs den Anschein hat. Das Buch lebt von seiner melancholischen Atmosphäre, der Ambivalenz zwischen der schwermütigen Lähmung im Angesicht einer ungewissen Zukunft und der euphorischen, leidenschaftlichen Leichtigkeit der Verliebtheit. Die Ölfabrik der Stadt, in der Daniels Vater arbeitet, ist Sinnbild der Stimmung des Romans; sie wirft ihren Schatten über das ganze Leben der Menschen in der Stadt und ist

Symbol einer unausweichlichen Zukunft – bis sie Feuer fängt … Ein wunderbar einfühlsames Buch über Träume, Perspektiven, Realität, Liebe, Freundschaft und Veränderung. (mp) „Ein letzter Sommer“ von Steve Tesich ist bei List-Taschenbuich erschienen und kostet 8,95 Euro.

Termine, Termine 5. September – Außerordentliche Diözesankonferenz 15. September – Diözesanausschuss 17. bis 19. September – Macht. Kunst! – Das KjG-KunstWochenende in Haus Sonnenberg 23. bis 26. September – LautStark! – Kinder‑ und Jugendgipfel der KjG in Karlsruhe 24. bis 25. September – Fortbildungswochenende für HelferInnen der Kinderstadt 2. Oktober – Finanzschulung 8. bis 10. Oktober – „Hör mal, wer da spricht“ – Bibel gemeinsam auslegen 11. bis 17. Oktober – Aufbauwoche der Kinderstadt 18. bis 22. Oktober – Die große KjG-Kinderstadt in Hilden/Region Mettmann 6. bis 7. November – Regionalkonferenz der KjG-Region Oberberg 10. November – Mitgliederversammlung 12. bis 14. November – Werkwochenende in und für Haus ­Sonnenberg 12. bis 14. November – Regionalkonferenz der KjG-Region Mettmann 19. bis 21. November – Diözesanausschuss (erweitert durch die Diözesanverbände NRW) 26. bis 28. November – Diözesanversammlung des BDKJ im Erzbistum Köln 3. bis 5. Dezember – „Wochenende & Sonnenschein …“ – Das praktische Klausurwochenende-Paket für Leitungsrunden in Haus Sonnenberg

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Sin Nombre Auf der Suche nach einem besseren Leben

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er in Südamerika gedrehte Film „Sin Nombre“ zeigt das Schicksal des 18-jährigen Gangmitglieds Casper, der versucht als blinder Passagier in die Staaten zu kommen, um aus seiner Gang auszusteigen. Er will den brutalen Alltag und die Morde um die Ehre des Stadtviertels hinter sich lassen. Voller Wut und Schmerz bricht er in die Flucht auf. Im Zug begegnet er Sayra, die ebenfalls in die USA aufbricht, um sich ein Leben mit mehr Chancen aufzubauen. Beide finden sich und erleben ihre Bestimmung des Lebens. Eine etwas andere Liebesgeschichte, bei dem der Zuschauer und die Zuschauerin mitfühlend am Leben der beiden teilnehmen. Vor allem aber bietet der Film erschreckende Erkenntnis über andere Lebensweisen und Lebensläufe geprägt durch ihr Heimatland. Ein Film zum Nachdenken und inspirieren lassen. (lm)

„Sin Nombre“ erscheint im Herbst 2010 auf DVD.

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Warum ich Pater Pierre getötet habe Ein autobiografischer Comic über einen Missbrauch in der Kirche

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ater Pierre ist beliebt, ein großer Mann, mit Rauschebart und leuchtenden Augen. Er hat eine Gitarre und einen Hund. Der kleine Olivier bewundert Pierre. Er fährt mit ihm ins Ferienlager. Eines Tages sitzt er mit Pierre am Strand. „Wir sollten heute nebeneinander schlafen. Und wir sollten keine Hosen tragen“, schlägt der Priester eines Tages vor. In der Nacht nötigt er den Jungen seinen Penis anzufassen. Hier zeigt sich die besondere Stärke der

Comic-Form: Der freundliche Pierre verändert sich in diesem Moment zu einem knallroten Monster mit fiesen gelben Augen. Lange Zeit hält Olivier das Erlebte für unbedeutend, er fährt noch drei weitere Male mit auf das Ferienlager – bis er eines Tages als erwachsener Mann in einer Kirche zusammenbricht. Der Pariser Comic-Autor Olivier Ka erzählt in dem Comic „Warum ich Pater Pierre getötet habe“ seine eigene Lebensgeschichte. Er und der Zeichner Alfred haben ein sehr berührendes und klischeefreies Werk zu den Missbrauchsskandalen in der Kirche geschaffen. (sm) „Warum ich Pater Pierre getötet habe“ ist bei Carlsen ­erschienen und kostet 16 Euro.


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wird herausgegeben von der Diözesanleitung der Katholischen jungen Gemeinde im Erzbistum Köln und richtet sich als Meinungs – und Informationsblatt an alle verantwortlichen MitarbeiterInnen im Diözesanverband. erscheint viermal im Jahr ist für MitarbeiterInnen im Abo-System kostenlos erhältlich. Der Bezugspreis von 5,– € ist im Mitgliedsbeitrag erhalten. Mitglieder des Fördervereins können transparent kostenlos im Einzelbezug erhalten. Lena Bloemacher (le), Viviana Kutz (vk), Steffi Maier (sm), Benedict Martin (bm) (V. i. S. d. P.), Linda Martin (lm), Anne Pilger (ap), Max Pilger (mp), Steffen Schmidt (StS), Michael Schwarz (ms) und Katinka Zinner (kmz). Brigitte Steven und Lena Bloemacher Steffi Maier Thomas Jakobi, www.partout.info Judywie/photocase.com Druckerei Schöttler, Ratingen 1 700 Exemplare Redaktion transparent, Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln www.kjg-koeln.de, transparent@kjg-koeln.de

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ReferentInnen

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Öffentlichkeitsarbeit, Gender Mainstreaming Bildungsstätte „Haus Sonnenberg“ Schulungsarbeit Gesellschaftspolitische und theologische Themen

Geschäftsführung

Heike Blankenstein

Geschäftsführerin

Sekretariat

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Bestellungen und Verkauf, Ausleihe Mitgliederbetreuung Diko, DA-Organisation

FSJ

Max Pilger

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KjG Diözesanstelle, Steinfelder Gasse 20–22, 50670 Köln PVSt., Deutsche Post AG, „Entgelt bezahlt“ 42933

Die KjGKinderstadt vom 18. bis 22. Oktober 2010 in Hilden Jetzt anmelden! Alle Infos auf www.kjg-koeln.de/kinderstadt

Transparent 2010-2  

Berufswahl und Zukunftspläne sind die großen Themen der transparent-Sommerausgabe. Außerdem im Heft: Extra viele Spiele und Methoden für KjG...