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02/2017

ERGERE T H C E L H C S E G

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Katholische junge Gemeinde Diözesanverband Münster


nicht vergessen September 5. September Meet & greet mit Bundestagsabgeordneten 9. - 10. September Burgfest

Oktober

November

3. Oktober Präventionsschulung

17. - 19. November Diözesankonferenz

6. - 8. Oktober Kinder-Wochenende

24. - 26. November Auszeit-Wochenende

ziel erreicht, weiter gehts! Die Aktion „Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land“ hat das gesetzte Ziel, 35.000 Stunden Engagement für ein buntes und tolerantes Deutschland zu sammeln, erreicht. Diese Zahl entspricht der Dauer einer Legislaturperiode. Aber auch in den nächsten vier Aktionsmonaten (die Aktion läuft bis zur Bundestagswahl im September) wird weiter Zukunftszeit gesammelt. Habt Ihr Eure Projekte schon auf www.zukunftszeit.de eingetragen? Beim Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag Ende März in Düsseldorf hatte der BDKJ-Bundesverband eine Zukunftszeit-Box aufgebaut. Annika und Thiemo aus unserer Diözesanleitung ließen sich ein gemeinsames Zukunftszeit-Foto mit unserem Bundesverband nicht nehmen. (Foto: BDKJ)

wir haben eine neue nummer für unseren newsletter Wer konnte auch ahnen, dass eine SIM-Karte so schnell gesperrt wird, wenn kein Guthaben verbraucht wird... Jetzt sind wir jedenfalls mit neuer Nummer am Start. Wenn Du uns in Deinen Kontakten unter 01525 2718128 abspeicherst und eine What‘sApp-Nachricht mit „START“ an uns sendest, bekommst Du zukünftig regelmäßig Neuigkeiten aus dem Diözesanverband auf Dein Smartphone. Probier‘s aus!


Inhalt

Geschlechtergerechte Sprache: Mehr als eine Mode-Erscheinung Gegen das Schubladendenken: Geschlechtergerechtikeit in der KjG Jeden Tag Girlsday & Boysday (Interviews)

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#jungesnrw: Gespräche mit Politiker*innen am Lagerfeuer Präventionsschulung: Zeit für ein Update?

6 7

Bockum-Hövel: Auf dem Weg Jesu Bockum-Hövel: In die Pedale getreten Kirchhellen: KjGesprungen im Tigerjump Oberhausen

8 9 9

Typisch Junge, typisch Mädchen

10

Rätselecke: Kreuzworträtsel Rätselecke: Fehlersuchbild Geistesblitz Kontakte

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6

13

15 13 14 15

Tipp-Seite: Hilfreiche Tipps für Deine KjG-Arbeit Tipp-Seite: Praxistipp Gender-Schreibweise Rätselecke: Bilderrätsel

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Checkliste Rollentausch

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Emsdetten: In 72 Stunden um die Welt

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DenkMal! Was hatten wir ne gute Zeit! Katholikentag: Bereit für den KT ‘18 Basic-Kurs:Entwicklugnswerkstatt für neue Gruppenstundenspiele Bundeskonferenz: Wo 2 oder 3... (oder auch 150 Typisch Mann vs. typisch Frau | Wir tauschen die Rollen Männlein oder Weiblein? Gender Marketing Feuerwehrfrau & Krankenbruder

2 3 4 5

6 4


TITELTHEMA

GEschlechtERgerechte sprache: mehr als nur eine mode-erscheinung Ich muss gestehen, dass ich das Thema „geschlechterge-

Warum es fernab der Gleichbehandlung der Geschlechter

rechte Sprache“ anfangs sehr kritisch gesehen habe. Es

ebenfalls sinnvoll sein kann, geschlechtergerechte Sprache

sieht blöd aus, liest sich fürchterlich und ist doch im Prin-

zu verwenden, haben unterschiedliche Studien gezeigt. Die

zip eh überflüssig, da man davon ausgehen kann, dass sich

Forscherinnen Dagmar Stahlberg, Sabine Sczesny und Frie-

jede*r angesprochen fühlt. Aber wie so oft im Leben hilft

derike Braun haben 2001 in einer Untersuchung herausge-

eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik, um

funden, dass bei Verwendung des generischen Maskulinums

zu wissen, wie falsch man doch mit seiner Meinung liegen

viel häufiger an männliche Personen gedacht wird als bei

kann…

Nutzung einer neutralen Formulierung. So wurden auf die Frage nach einem Romanhelden fast ausschließlich männli-

Warum also sollte man denn nun gendern? Auf keinen Fall

che Figuren genannt, wohingegen bei der Frage nach einer

bloß aus einem vorgeschriebenen Zwang heraus, denn dies

heldenhaften Romanfigur den Teilnehmenden wesentlich

könnte meiner Meinung nach zu verstärkter Ablehnung

häufiger auch weibliche Personen in den Sinn kamen. Und

führen. Lieber möchte ich mit diesem Artikel aufklären und

eine recht aktuelle Studie aus 2013 zeigte, dass junge Mäd-

darauf hoffen, möglichst viele von Euch von einer geschlech-

chen sich Berufe, die männlich dominiert sind, eher für sich

tergerechten Sprache zu überzeugen. In der heutigen Ge-

vorstellen könnten, wenn in der Berufsbezeichnung statt

sellschaft wird immer mehr für die Gleichbehandlung von

dem Maskulinum die Bezeichnung für Männer und Frauen

Männern und Frauen unternommen. Man denke nur an Frau-

verwendet wird. Welches Mädchen möchte denn auch schon

enquote oder Gehaltsangleichungen. Diese Angleichung soll

später gerne Feuerwehrmann sein?!

selbstverständlich auch bei der Sprache fortgesetzt werden. Eine geschlechtergerechte Sprache kann also, richtig verBesonders in der deutschen Sprache kann es schnell passie-

wendet, beim Abbau von Stereotypen helfen und für eine

ren, dass man hier sprachlich ausgrenzt, da es, anders als im

ausgeglichenere Wahrnehmung der Geschlechter sorgen. Es

Englischen, viele geschlechterspezifische Formulierungen

gibt darüber hinaus viele weitere Untersuchungen die auf-

gibt. Beim „generischen Maskulinum“, welches sehr häufig

zeigen, wie Sprache unser Denken und Handeln beeinflusst.

angewandt wird, wird ausschließlich die männliche Form ei-

Die Sprache ist lebendig und befindet sich in ständiger Ver-

nes Begriffs genutzt und die weibliche ist dann automatisch

änderung. Gerade bei so wichtigen Themen wie dem Abbau

mitgemeint. Eine oftmals unbeabsichtigte Diskriminierung,

von Stereotypen und der Vermeidung von Ausgrenzung sollte

die meist aus Gründen der Einfachheit verwendet wird und

man auf den Zug mit aufspringen und seine alten Gewohn-

ungeahnte Folgen haben kann. Dazu im nächsten Abschnitt

heiten ablegen. Wenn man verstanden hat, wie mächtig Spra-

mehr. Seit der Jahrtausendwende ist in Nordrhein-Westfalen

che ist, sollte man umso mehr auf die richtige Verwendung

übrigens per Landesgleichstellungsgesetz (LGG) geregelt,

achten. Ich bin in jedem Fall sensibilisiert worden und werde

dass beispielsweise Gesetze und Formularvordrucke ge-

zukünftig genauer darauf achten, niemanden durch Gesagtes

schlechtergerecht formuliert sein müssen.

oder Geschriebenes auszugrenzen. Wenn Ihr Euch jetzt noch weiter mit dem Thema befassen möchtet, kann ich Euch den Leitfaden „ÜberzeuGENDERE Sprache“ der Universität zu Köln wärmstens ans Herz legen. Aber selbstverständlich gibt es auch bei der KjG einiges an Material zu diesem Thema. Es lohnt sich! Timo Günter

Hier darf sich auch eine männliche Fachangestellte bewerben.

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Titelthema

gegen das schubladendenken

Geschlechtergerechtigkeit in der kjg Eine gerechte Berücksichtigung der Geschlechter war der KjG schon von Anfang an ein sehr wichtiges Anliegen. Schließlich ist sie durch einen Zusammenschluss der Katholischen Frauenjugendgemeinschaft und der Katholischen Jungmännergemeinschaft entstanden. Dies geschah bereits 1970. Was danach noch so alles passiert ist, sollt Ihr in der folgenden Sammlung historischer Ereignisse erfahren. Timo Günter

2000 - 2004 In der Zeit von 2001 bis 2005 gab es eine Zeitschrift namens 4girls, die sich speziell an Mädchen richtete und von verschiedenen Ortsgruppen herausgegeben wurde. Außerdem wurde im Jahr 2001 noch die KjGay ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk für Schwule, Lesben und Bisexuelle innerhalb der KjG. 2004 ist das Leitbild Gender Mainstreaming KjG veröffentlicht worden, auf das im nächsten Jahr dann ein spezielles Starter-Kit zu der Thematik folgte. 2005 - 2009 Im Jahr 2005 wurde die Arbeit im Bereich Geschlechterpädagogik und Gender Mainstreaming durch die Einrichtung einer Referent*innenStelle noch einmal intensiviert. Der Beitritt zur Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik und dem Gender-Net des BDKJ erfolgte im Jahr 2007. Wiederum ein Jahr später wurde durch den Beschluss der Bundeskonferenz zur Geschlechtergerechtigkeit in Rede, Schrift und Bild sehr umfassend festgelegt, wie das Thema auch nach außen hin präsentiert werden soll und welche Richtlinien für eigene Veröffentlichungen gelten sollen. Im Mai 2008 wurde mit UTOPIAjetzt! in Würzburg die erste geschlechtergerechte bundesweite Großveranstaltung durchgeführt. Mit dabei waren immerhin fast 3.000 KjGlerinnen und KjGler.

Anfang des Jahrzehnts, welches wir Euch ja bereits in der Guckloch 1/2015 ausgiebig vorgestellt haben, wurde der Redefluss im Reißverschluss eingeführt. Danach ging es mit der schrittweisen Einführung der Parität, also der zahlenmäßigen Gleichheit zwischen den Geschlechtern, weiter. Erst waren ab 1992 alle Leitungsämter auf Bundesebene paritätisch zu besetzen. Ein Jahr später folgte dann die Parität für die Delegationen der Bundeskonferenz (kurz: BuKo). Seit 1994 ist eine paritätische Besetzung auf allen Verbandsebenen vorgeschrieben. Die 90er-Jahre Auch im den vergangenen Jahren ist die Befassung mit der Thematik immer weiter vorangeschritten. 2012 kam es im Zuge einer Umstrukturierung der geschlechtsspezifischen Arbeit auf Bundesebene zur Abschaffung der Bundesfrauenund Bundesmännerkonferenz, die seit den 80er Jahren bestanden. Dafür wurden allerdings für die BuKo Beratungen und Abstimmungen in nach Geschlechtern getrennter Form eingeführt. Im darauffolgenden Jahr gab es diese dann im Bundesrat. Dem Beschluss aus dem Jahr 2008 zur Geschlechtergerechtigkeit folgte 2014 schließlich ein Beschluss zur Geschlechtervielfalt in Rede, Schrift und Bild sowie ein weiterer zur Sexuellen Vielfalt in der KjG. Und noch immer wird in der KjG mit Hochdruck an der gerechten Berücksichtigung aller Geschlechter und sexueller Orientierungen gearbeitet. Vor allem möchte man die eigene Position auch in die Gesellschaft tragen und sich auch dort für Geschlechtergerechtigkeit und –vielfalt einsetzen. seit 2010

...und es geht weiter! Der nächste wichtige Schritt ist jetzt, das gesammelte Wissen und die vielen Erfahrungen auch auf die Ortsebene zu bringen, damit auch dort Geschlechtergerechtigkeit in Gänze umgesetzt wird. Diese Ausgabe ist ein erster Schritt in die richtige Richtung und hoffentlich ein erster Stein des Anstoßes, welcher viele von Euch in Bewegung setzt. Denn so können auch die Kinder und Jugendlichen vor Ort erfahren, dass es in der Gesellschaft noch immer viel Ungerechtigkeit und Schubladendenken gibt und lernen, was sie dagegen tun können. 3


Titelthema

eike: altenpfleger Hallo Eike. Erst einmal vielen Dank für Deine Bereitschaft zu diesem Interview. Magst Du uns verraten, wie alt Du bist? Na klar. Ich bin 22 Jahre jung. Und Du machst eine Ausbildung zum Altenpfleger, richtig? Wann hast Du die Ausbildung begonnen, wie gefällt sie Dir? Ja, das stimmt. Die Ausbildung habe ich nach einem FSJ im April 2015 begonnen. Deine Berufswahl ist ja eher untypisch für Männer. Wie bist Du dazu gekommen, was begeistert Dich an der Tätigkeit? Nach der Schule habe ich ein Jahr mein Leben genossen, wenn man das so sagen darf. Irgendwann dachte ich mir aber: „Langsam sollte ich mal was machen“. Ich habe mich umgeschaut und gemerkt, dass ich doch etwas mit Menschen machen möchte. Es gibt natürlich viele Bereiche, die mit Menschen zu tun haben. Ich habe also in einem Altenwohnheim in Emsdetten ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Nach nicht langer Zeit habe ich gemerkt, dass ich in dem Arbeitsfeld bleiben möchte und habe die Ausbildung angefangen. Mich begeistert dieser Beruf, weil man unheimlich viel von den Patient*innen wieder bekommt. Ich meine damit nicht materielle Dinge, sondern ein Lachen, eine Umarmung und ein „Danke“. Ich kann Menschen helfen, die auch wirklich Hilfe benötigen und die diese auch dankend annehmen. Gibt es denn bei Dir im Betrieb noch weitere Männer? Wie sieht es in der Berufsschule aus? Bei mir in der Einrichtung gibt es einen weiteren Mann. Dieser ist auch noch in der Ausbildung. Die „Berufsschule“ heißt bei uns „Fachseminar für Altenpflege“. In meinem Kurs sind wir fünf Männer. Die Überzahl in diesem Beruf haben aber immernoch die Frauen. Findest Du, dass Männer in Deinem Job irgendwelche Nachteile haben? Das kann man sehen wie man will. Es gibt natürlich Patienten, die wollen keine Männer in der Pflege. Aus dem Grund, weil sie negative Erfahrungen zum Beispiel im Krieg gemacht haben. Andere wiederum wollen gerne männliche Pfleger, weil es nochmal ein anderer Umgang ist. Wolltest Du schon immer in der Altenpflege oder in einem ähnlichen Umfeld arbeiten? Damals wollte ich eigentlich Fotograf werden, weil ich hobbymäßig gerne Fotos mache. Aber da lag mir die Altenpflege dann doch ein wenig näher. Gibt es noch etwas, dass für unsere Leser*innen interessant sein könnte? Vielleicht etwas, dass Du Mädels oder Jungs speziell mit auf den Weg geben willst? 4

r Tag ein Für Lea ist jede entan ist Boys Day: Mom erkstatt -W sie in der VW ännern. M r te un alleine das aber Stören tut sie t, nich sagt sie.

Puh, es ist ein wirklich schöner Job. Ich kriege ja immerwieder zu hören „Das ist doch der Beruf mit dem Ar... abwischen, oder?“. Dazu kann ich sagen: Ja, es gehört dazu! Aber das ist nur ein ganz kleiner Teil von dem, was man macht. Altenpflger sind weitaus mehr als nur Pfleger. Modeberater, Seelenklempner, Familie und so viel mehr. Es kommen in den nächsten Jahren immer mehr pflegebedürftige Personen. Ich weiß garnicht, in welchen Altenwohnheimen diese alle untergebracht werden sollen. Ich glaube ganz stark, dass die ambulanten Pflegedienste noch mehr „boomen“ werden, als sie es jetzt schon machen. Ich kann nur sagen: Kommt in die Altenpflege! Das klingt sehr überzeugt. Nun noch eine letzte Frage zum Schluss: Mal ehrlich, kannst Du Blut sehen? Oder kommt das in der Altenpflege sowieso eher selten vor? Da ich im Deutschen Roten Kreuz und im Jugendrotkreuz aktiv bin, kann ich Blut auf jeden Fall sehen. In der Altenpflege werden wir aber nur selten mit Blut konfrontiert. Danke für das nette Gespräch und noch viel Freude bei Deiner Arbeit.


lea: kfz-mechatronikerin Hallo Lea. Schön, dass Du unsere Fragen beantworten magst. Wir legen auch direkt los... Zunächst eine einfache Frage: Wie alt bist Du? Ich bin 18 Jahre jung. Und Du machst eine Ausbildung zur KfZ-Mechatronikerin, richtig? Wann hast Du die Ausbildung begonnen, wie gefällt sie Dir? Ja, genau. Ich habe meine Ausbildung im August 2015 angefangen und es macht total Spaß! Deine Berufswahl ist ja eher untypisch für Frauen. Wie bist Du dazu gekommen, was begeistert Dich an der Tätigkeit? Ich wurde damals von einem guten Bekannten gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihm bei seinem Scirocco GT2 zu helfen. Seitdem ich dieses Auto gesehen habe und ihm mithelfen durfte war mir klar, dass ich in diesem Bereich ein Praktikum machen wollte. Ich habe mich umgehört und wurde dann bei Senger hier in Emsdetten als Praktikantin für 14 Tage angenommen. Ich fragte direkt nach einem Langzeit-Praktikum, also einmal die Woche während meiner Schulzeit und bin dann hier so hängen geblieben. Die Werkstatt-Mitarbeiter meinten dann, dass ich hier eine Ausbildung anfangen solle. Gibt es denn bei Dir im Betrieb noch weitere Mädels? Wie sieht es in der Berufsschule aus? Momentan gibt es wohl eine weitere Mitarbeiterin vorne im Service. Wir bekommen aber bald auch noch eine Kollegin hier in der Werkstatt.

jeden tag Girls-day & boys-day Beim „Girlsday“ oder „Boysday“ können Schüler*innen einen Tag lang in einen klassischen Beruf des jeweils anderen Geschlechtes hineinschnuppern. Pelle hat sich mit zwei Menschen unterhalten, bei denen jeden Tag „Girlsday“ oder „Boysday“ ist. Sie arbeiten nämlich in einem Beruf, der vom jeweils anderen Geschlecht dominiert wird. Lea Ashauer macht im Moment eine Ausbildung zur KfZ-Mechatronikerin und Eike Brünen arbeitet als Altenpfleger. Wir wollten wissen: Wie sind die beiden zu ihrem Beruf gekommen, fühlen sie sich wohl darin und gibt es Bereiche oder Momente, wo sie merken, dass der Beruf vielleicht tatsächlich eher für das andere Geschlecht gemacht ist?

Dann bist Du momentan ja quasi die „Henne“ im Korb. Stört Dich das? Nö, mit meinen Jungs habe ich auf der Arbeit immer was zu lachen. Und es ist auch echt angenehm, dass es nicht immer Zickenkrieg gibt. Meinungsverschiedenheiten gibt es immer mal. Bei uns kann es z.B. zur Reifenwechselzeit sehr stressig werden, da ist man manchmal echt platt und geht sich gegenseitig auf den Sack, aber das ist beim Feierabendbierchen auch vorbei. Es tut aber auch gut, mit meiner Arbeitskollegin ab und zu mal zu sprechen. Manchmal spricht man dann doch lieber mit einer Frau als mit einem Mann :-) Findest Du, dass Frauen in Deinem Job irgendwelche Nachteile haben? Allerdings. Männer sind in solchen Berufen doch echt fitter vom Körper her. Die können z.B. schwerer heben. Aber die Jungs helfen mir gerne, wenn ich mal Schwierigkeiten habe. Hast Du Dich auch als Kind schon für Autos begeistert, oder waren da eher Puppen angesagt? Meine Mum sagte immer, dass ich total gerne mit Autos gespielt habe. Aber während meiner Schulzeit habe ich mich kaum dafür interessiert. Hast Du denn ein eigenes Auto? Momentan fahre ich einen Ford Fiesta. Aber die Autos, die ich auf der Arbeit fahren darf, sind der Hammer! Jedes Auto lässt sich doch anders fahren. Fan von dem alten VW Scirocco GT2 war ich seit dem Tag, als ich das Schrauben für mich entdeckt habe. Autos sind einfach schön! Danke für das nette Gespräch und noch viel Freude bei Deiner Arbeit. 5


aus Dem Diözesanverband

feuer frei für #jungesnrw

Gespräche mit politiker*innen: miteinander am lagerfeuer „Setzt euch ans Lagerfeuer, singt das Lagerfeuerlied, das FDP-SPD-CDU-DieGrünen-und-Piratenlied…“ So oder so ähnlich hieß eine Veranstaltung in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Dort haben sich Jugendliche aus verschiedenen kirchlichen Verbänden mit Abgeordneten getroffen. Das Treffen fand draußen vor dem Landtag statt, in Ferienlageratmosphäre mit einem Zelt und Lagerfeuer. Lukas, Melina, Thiemo und Felix waren von der KjG in Düsseldorf und haben sich dort mit Abgeordneten unterhalten und erzählt, was in der KjG so gemacht wird. Einige der Politiker*innen waren früher selber in einem Verband oder auch Messdiener*innen und erzählten selber begeistert von dieser Zeit. Viele waren dafür, dass Jugendliche schon ab 16 Jahren bei den Wahlen in NRW mitbestimmen dürfen, andere aber leider nicht. Die Abstimmung darüber war kurz vor dem Treffen. Leider haben nicht genug Abgeordnete dafür gestimmt. Bei den Gesprächen über eine mögliche Senkung des Wahlalters bei Landtagswahlen haben die Politiker*innen aber versprochen, sich weiter dafür einzusetzen. Wir hoffen, dass die Abgeordneten sich weiter für die Themen von Kindern und Jugendlichen stark machen und somit auch die KjG und andere Kinder- und Jugendverbände weiter unterstützen. Wenn Ihr selber auch mal mit Politiker*innen sprechen wollt, ladet doch einfach auch mal welche aus Eurer Stadt oder aus der Nähe zu Euch ans Lagerfeuer ein. Felix Elbers Abgeordnete sind Männer und Frauen, die gewählt wurden, um das Bundesland NRW zu leiten. Ähnlich wie Eure Leiter*innen Aktionen und Ferienlager leiten. Die Abgeordneten besprechen dort viele wichtige Sachen. Zum Beispiel ab welchem Alter gewählt werden darf, wie lange die Schule dauert und noch viel mehr.

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Fotos: Uwe Völkner, Fotoagentur Fox

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aus Dem Diözesanverband

zeit für ein update? Vor über fünf Jahren trat die Präventionsordnung in Kraft und seitdem besuchen alle Leiter*innen der KjG die Präventionsschulungen, bevor sie mit ins Ferienlager fahren oder anderweitig mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt sind. Die Präventionsordnung sieht allerdings auch vor, spätestens nach fünf Jahren eine Auffrischungsschulung zum Thema sexualisierte Gewalt zu besuchen. Da diese fünf Jahre bei einigen jetzt um sind, bieten wir ab dem Sommer solche Auffrischungsschulungen an. Für die Umsetzung der Schulungen haben wir uns zwei Varianten überlegt. Mindestens einmal im Jahr bieten wir eine zentrale Auffrischungsschulung (Variante A) an, zu der man sich wie gewohnt über unsere Webseite anmelden kann. Die erste wird am 8.7.2017 in Neukirchen-Vluyn stattfinden. Bei Variante B kommen wir zu Euch. Wie auch bei allen anderen Tagesschulungen, braucht Ihr in Eurer Pfarrgruppe oder Eurem Kreis mindestens 10 Leute und das Schulungsteam kommt zu Euch. Dafür könnt Ihr Euch einfach bei Inga im Diözesanbüro melden und alles weitere (Termin, Ort, thematischer Schwerpunkt) absprechen. Das macht auch dann Sinn, wenn sich bei Euch das ganze Leitungsteam zu einem Thema schulen will und nur 2-3 Leute die Auffrischung brauchen. Dann wird das Thema so abgesprochen, dass die Auffrischung vorkommt, aber so mit einem Thema verknüpft wird, dass es auch für alle anderen interessant ist. Ergänzend zu den Präventionsschulungen und den Auffrischungen hat der BDKJ gemeinsam mit dem Bistum Münster das Online-Tool 360°Achtsam entwickelt, bei dem auch die KjG mitgewirkt hat. Weitere Infos dazu findest Du in den Tipps auf Seite 13 im anderen Teil dieser Guckloch-Ausgabe.

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#jungesnrw ist eine vom Landesjugendring NRW initiierte Aktion, die aus mehreren Forderungen zur nun bereits gelaufenen Landtagswahl in NRW bestand. Die Forderungen: Freiräume für alle, Bildung für alle, Mitwirkung für alle, Teilhabe für alle, Nachhaltigkeit für alle, Jugendverbände für alle, Jugendcheck für alle und Gegen rechts mit allen. Außerdem war mit #jungesnrw auch eine Wette verknüpft: Gewettet wurde, dass weniger als die Hälfte der Landtagsabgeordneten bis zur Landtagswahl eine Jugendgruppe besuchen und ein Statement zu #jungesnrw posten. Doch die Abgeordneten haben sich ordentlich ins Zeug gelegt: Mehr als 58 Prozent haben den Austausch mit jungen Menschen gesucht und in den sozialen Medien Statements zu #jungesnrw gepostet. Weitere Infos und Bilder zur Aktion findest Du im Internet. www.jungesnrw.de

pelle uf die Schnelle A

Kolumne - oder was auch immer... „Rosa ist scheiße!“ - mit dieser Schlagzeile eines ZEIT-Artikels von Emilia Smechowski wurde ich im September letzten Jahres an meinem ersten Arbeitstag empfangen. In diesem Artikel beschreibt sie ihre Erfahrungen mit Genderfragen. Denn als Emilia Smechowski eine Tochter zur Welt brachte und ihr einen blauen Body anzog, kam sie in eine gefühlte Erklärungsnot. „Seit meine Tochter auf der Welt ist, wird sie für einen Jungen gehalten, wenn sie blau trägt und ich weiß nicht, warum sie mit rosa Schleifchen dekoriert werden soll, damit man sie als Mädchen erkennt.“ Vorprogrammierte Rollenbilder sind aber nicht nur ein Phänomen, das sich an Äußerlichkeiten festmachen lässt: „Die meisten denken noch immer, dass Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“. Im Bezug auf mich hätte die Schlagzeile ja richtig lauten müssen: Blau ist scheiße! Deshalb hatten meine lieben Kolleg*innen meinen Schreibtisch auch mit allerlei rosa und pinken Utensilien dekoriert. Ob Post-it-Blöcke, Eddings oder Textmarker - blau und grün musste ich hier vergeblich suchen. Und ich hab‘s angenommen. Noch heute schreibe ich mit den pinken Eddings auf meine rosa Post-it-Zettel. Denn mal ehrlich: rosa ist gar nicht so scheiße! Der Pelle

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aus kjg Dem vor Diözesanverband ort

auf dem weg jesu KjG Heilig Geist Bockum-Hövel Die Welt ist voller guter Ideen – lass sie wachsen. Unter diesem Motto stand der diesjährige Jugendkreuzweg. Um 10 Uhr trafen sich Leiter*innen und Teilnehmende am Pfarrheim St. Stephanus. Von dort aus ging es los zur ersten Station. Von Station zu Station trugen wir gemeinsam ein Holzkreuz mit uns, welches die Kinder an jeder Station weiter gestalten durften. An der ersten Station wurde ein Seil am Kreuz befestigt, welches daran erinnern sollte, dass Jesus gefesselt vor Pilatus stand. An der nächsten Station konnten die Teilnehmenden nachempfinden, wie schwer das Kreuz für Jesus gewesen sein muss. Dazu konnten sie erst alleine, später dann gemeinsam einen Massivholzquader hochheben. Diesen trugen wir auf dem Weg zur nächsten Station mit uns. Dort wurden Tränen am Kreuz befestigt, die als Symbol der Trauer von Maria dienten. An der vierten Station befestigten wir ein Hemd am Kreuz. Das Hemd symbolisierte, dass die Soldaten die Kleidung von Jesus unter sich verlosten. Unter handwerklichen Höchstleistungen wurden dann an der vorletzten Station Nägel in das Kreuz reingeschlagen. Den Abschluss bildete das gemeinsame Auspusten der Osterkerze. Besonders gefreut haben sich die Kinder über die kleinen Holzkreuze, die im Vorhinein vom Organisationsteam passend zu den Stationen gestaltet wurden. Elisa Langenkämper

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kjg vor ort

KjGesprungen im in die pedale getreten TigerJump Oberhausen KjG Heilig Geist Bockum-Hövel

KjG St. Johannes der Täufer Kirchhellen

Ab auf das Fahrrad, Aufgaben an verschiedenen Stationen bewältigen und sich anschließend wieder ordentlich stärken: so lautete das Motto bei unserem „Fahrradstationslauf“ Anfang Mai. Am frühen Nachmittag trafen sich Leiter*innen und Teilnehmende am Pfarrheim St. Stephanus, um bei schönstem Sonnenschein mit der Tour zu starten. Der Weg sollte uns auf knapp 20 Kilometern durch die Bauerschaften Bockum-Hövels zum Pfarrheim Christus-König führen. Unterwegs machten wir an acht Stationen Halt. Die Teilnehmenden traten in Disziplinen wie Möglichst-Langsam-Radfahren, Eierlauf, Baumarten erkennen und Schreie-Und-Lauf-Dabei-SoweitDu-Kannst gegeneinander an. Besonders gut kam die Station an, bei der Tennisbälle möglichst schnell und fehlerfrei in einer vorgegebenen Reihenfolge im Kreis hin- und hergeworfen werden sollten. Deshalb haben wir dieses Spiel, nachdem wir uns am Ziel mit leckeren Hot Dogs gestärkt haben, auch gleich nochmal gespielt. Den Abschluss unseres Fahrradstationslaufes bildete dann die Ehrung der Sieger*innen mit den drei Bestplatzierten: Matthias, Carla und Annika.

Zu einem gemeinsamen Ausflug „KjGesprungen“ lud die KjG Kirchhellen ihre Mitglieder und die Kinder der Gruppenstunden am 13. Mai in den Trampolinpark TigerJump in Oberhausen ein. Treffpunkt war um 10 Uhr das Pfarrheim St. Johannes. Nachdem die 40 Personen große Gruppe das Tigerjump erreicht, den Eintritt bezahlt und die grünen Trampolinsocken angezogen hatte, die die KjG den Teilnehmenden schenkte, konnte sie die Trampolinhalle betreten. Mit 29 Teilnehmenden und 11 Leiter*innen wurde das Trampolinparadies erobert. Von 11 bis 12 Uhr wurde in Luftkissen oder in Meere aus Schaumstoffwürfeln gesprungen, Saltos und Purzelbäume gemacht oder die anderen im Fechten vom Steg geworfen. Auch ließen es sich die neun- bis 14-Jährigen nicht nehmen, die Leiter*innen auf dem Dodgeballfeld mit Schaumstoffbällen abzuwerfen. Nach gut einer Stunde kamen alle geschwitzt aber glücklich raus, um sich für ein Gruppenfoto zu versammeln. „Es hat total Spaß gemacht!“, sagte Toni (11). Nia (11) war der Meinung, man müsse das auf jeden Fall noch einmal machen, da viele Kinder den Ausflug „mega cool“ fanden.

Thomas Frye

Anna Stuke

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Kinder

, e g n u j h c s i p n ty e h c d ä m h c s i typ „Du wirfst wie ein Mädchen“, haben meine Kumpels früher im Sportunterricht immer zu mir gesagt. Ich habe mich dann gefragt: „Wie werfen denn Mädchen?“ Haben sie etwa von Natur aus einen kraftloseren Wurf oder können womöglich nicht richtig zielen? Von meinen Mitschülerinnen bekam ich oftmals zu hören: „Du hast für einen Jungen eine sehr schöne Schrift“. Bedeutet das, dass Jungs normalerweise nicht schön schreiben können? Was ist eigentlich normal? Gibt es typischen Jungs-Kram und typische Mädchen-Sachen? Fragen über Fragen…

wie t s f r i w u D „ n!“ e h c d ä M n ei

Eine Erklärung für die Unterscheidung in Jungs-Kram und Mädchen-Sachen könnte bei unseren Eltern zu finden sein. Verschiedenste Untersuchungen haben ergeben, dass Eltern ihre Kinder (unbewusst) geschlechtstypisch erziehen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Mädchen mehr vorgelesen bekommen und mit den Jungs mehr getobt wird. Das ist auch beim Spielzeug sehr ähnlich. Für Mädchen gibt es nichts Schöneres als mit Puppen in Prinzessinnenkleidern zu spielen und Jungs beschäftigen sich am liebsten mit coolen Autos. Ist doch klar, oder? Für viele Kinder ist das mit Sicherheit richtig. Aber nur weil die meisten Mädchen gerne mit Puppen spielen, bedeutet das nicht, dass Mädchen nicht auch mit coolen Autos spielen können. Das dürfen nicht nur Jungs. Und das ist das, worauf es letztlich ankommt: Tue das, worauf Du Bock hast und was Dir gefällt. Was andere tun und mögen ist doch völlig egal. Das gilt übrigens auch für Deine spätere Berufswahl. Es gibt zwar einige Berufe, in denen fast nur Männer arbeiten und wiederum andere, in denen beinahe nur Frauen zu finden sind. Das heißt aber nicht, dass das automatisch „Frauenberufe“ oder „Männerberufe“ sind. Auch hier kommt es darauf an, woran Du Freude hast. Auf Seite 5 erzählt zum Beispiel Lea davon, wie cool sie Autos findet. Während ihrer Schulzeit war das anders, aber als kleines Kind fuhr sie mit Spielzeugautos über den Straßenteppich und macht jetzt gerade ihre Ausbildung in einem Autohaus. Sie findet das total cool.

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Kinder

Ich zum Beispiel wollte als Kind unbedingt „Stewardess“ werden, weil ich damals nicht wusste, dass es dafür auch eine männliche Bezeichnung gibt. Auch in diesem Beruf wäre ich wohl ein Exot, weil es viel mehr Flugbegleiterinnen als Flugbegleiter gibt. Ist das deswegen aber gleich ein typischer Frauenberuf? Ganz verrückt wird es, wenn Unternehmen ihre Produkte speziell für Jungs und Mädchen bewerben, obwohl es ja eigentlich dieselben Produkte sind. Ein gutes (oder wenn man so will eher ein schlechtes) Beispiel ist das Kinder-Überraschungs-Ei. „Neu und nur für Mädchen“ gibt es das jetzt auch seit einiger Zeit mit einer pinken Verpackung. Das Schoko-Ei ist natürlich dasselbe wie beim klassischen Ü-Ei (nagut, im Mädchen-Ei findet sich extra Spielzeug für Mädchen darin...). Aber stopp: Das Thema hatten wir ja eben schon. Auch Jungs mögen manchmal mit Puppen und Mädels lieber mit coolen Autos spielen. Wenn Du dieses Heft umdrehst findest Du im anderen Teil eine weitere Kinderseite. Dort findest Du ein paar Ideen für einen Rollentausch in Deiner Gruppenstunde oder im Ferienlager. Traust Du Dich? Wir sind gespannt...! Marcel Schlüter

Für Mädchen gibt es nichts Schöneres als mit Puppen in Prinzessinnenkleidern zu spielen und Jungs beschäftigen sich am liebsten mit coolen Autos. Ist doch klar, oder?

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Dies & Das

kreuzworträtsel 1 | Ort, in dem das Leiterrunden-Fußballturnier 2017 stattfindet. 2 | Katholikentag 2018: „Suche...“ 3 | Häsinnen und Hasen 4 | Etage, in der die Diözesanstelle ihr Büro hat 5 | Monat der Bundestagswahl 2017 6 | Name der KjG-Schriftart 7 | Rohstoff, aus dem die „Faire Kohle“ besteht 8 | Neuer KjG-Merch-Artikel ab Sommer 9 | Gemeinsamkeit des Burgfestes 2017 und dieser Guckloch-Ausgabe 10 | Für ein buntes Land sammeln wir sie gemeinsam 11 | Vorname unserer neuen geistlichen Leiterin ab August 12 | Name der Stadt, in der „DenkMal!“ im Mai stattfand

Auflösung Bilderrätsel im anders gewendeten Teil dieser Ausgabe: 1 | Geschlechtertausch 2 | Gleichstellung 3 | ausgewogen 4 | Frauenquote Lösungswort: „haarspalterisch“

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fehlersuchbild

Dies & Das

Fälschung

Original

Auch in diesem Guckloch darfst Du Dich wieder auf die Suche nach Fehlern begeben. Die beiden auf den ersten Blick gleichen Bilder (das Original zeigt die Gender-Kiste, die Du Dir in der Diözesanstelle ausleihen kannst) haben aber doch ein paar Unterschiede. Acht Sachen haben wir im unteren Bild verändert. Kannst Du sie finden?

Die Auflösung des Kreuzworträtsels und des Fehlersuchbildes findest Du im anders gewendeten Teil dieser Ausgabe auf Seite 13.

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Geistesblitz

stolpersternchen

Ein kurzes atemholen lässt an die würde denken Liebe Leser*innen, in dieser Guckloch-Ausgabe und in vielen Dokumenten und Texten der KjG taucht ein Zeichen auf, das als Lücke zwischen zwei geschelchtsbezeichnenden Endungen eines Wortes gesetzt ist. So heißt es dann Leser*innen, Freund*innen, KjGler*innen. Auf den ersten Blick sieht das etwas verwirrend aus, hemmt den Lesefluss und lässt uns stolpern. Ziemlich unpraktisch, dieses kleine Zeichen, der Asterisk, wie er in der Sprachwissenschaft heißt, landläufig „das Sternchen“. Bevor ich mit der KjG in Kontakt gekommen bin, kannte ich diese Form der Überbrückung zwischen männlicher und weiblicher Wortform nicht. Ich kannte das Binnen-I, also „LeserInnen“, ich kannte den Schrägstrich „Leser/innen“, ich kannte die ausgeschriebene Form mit „Leserinnen und Lesern“. In manchen Texten, die ich gelesen habe (auch und gerade in der Uni) gab es nach einem ersten Satz „Liebe Leserinnen und Leser“ eine Fußnote, in der dann darauf verwiesen wurde, dass im Folgenden nur noch die männliche Form verwendet würde, was ausdrücklich keine Diskriminierung darstellen sollte, sondern lediglich die Lesbarkeit des Textes erhöhen sollte. Wie scheinheilig das manchmal dahergeschrieben wurde, deckten zwei (männliche) Mittelbauler auf, die beim Erarbeiten des Konzeptes zur neuen Studienordnung nach dem BolognaProzess für Ihr Dokument in gleicher Weise festhielten, dass sie nach der anfänglichen Doppelnennung im Folgenden nur

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noch die weibliche Form zwecks höherer Lesbarkeit verwenden wollten. Im Fakultätsrat war die Verwunderung wohl groß und ebenso mancherorts die Empörung. Ich fand das damals super! Eines aber hatte ich trotzdem nie wirklich mitbekommen: Ich hielt die diversen Schreibformen lediglich für eine Möglichkeit, männliche und weibliche Form in ein Wort zu packen. Heute weiß ich, dass das Sternchen ein Platzhalter ist, der auch all jene in dieses Wortkonstrukt einbeziehen will, die sich keinem der beiden im grammatischen bezeichneten Geschlechter zuordnen können oder wollen oder auch diejenigen, die einmal zwischen ihrem Geburtsgeschlecht und ihrem jetzigen sozialen Geschlecht gewechselt haben. Und ich kenne Menschen, auf die das zutrifft. In ganz anderem Zusammenhang ist mir der Asterisk auch vor meiner Zeit in der KjG begegnet. Im Psalmengebet schließt das Sternchen einen Halbvers ab. Es deutet eine kurze Pause an, ein kleines Atemholen. Da ist es doch eigentlich ganz schön, dass wir dieses Zeichen als kleine Stolperfalle in die Texte einbauen. Dann können wir beim Lesen und über das Sternchen stolpern, kurz Luft holen und daran denken, dass alle Menschen, egal welchen Geschlechtes (biologisch und sozial) eine unverlierbare Würde haben und darum auch würdig sind, mit genannt und gedacht zu werden. Denk mal dran! Hanno Rother


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Guckloch 02/2017 (Teil 2) - Geschlechtergerecht?!  
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