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KINDERHILFE 2011 www.kiru.ch

RUMÄNIEN

20. Jahrgang

20 1991-2011, 20 Jahre Kinderhilfe Rumänien Unsere drei Kernaufgaben Orale Gesundheit in der Praxis Pädagogische Förderung der Kinder Zabrani – Unterhaltsarbeiten Neues aus Budesti

KIRU KINDER HILFE RUMÄNIEN


Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt  

20 Jahre Kinderhilfe Rumänien   

Unsere drei Kernaufgaben  

Pädagogische Förderung der Kinder   

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Zabrani – Unterhaltsarbeiten   

17

Orale Gesundheit in der Praxis   

22

Neues aus Budesti  

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          Titelbild:   Knabe aus einer von uns unterstützten Grossfamilie   (Gestaltung gesponsert durch Raphael Gasser, Roffy‐Design, www.roffy.ch – Danke!)    Druck:  WBZ Reinach BL (Wohn‐ und Bürozentrum für Körperbehinderte, www.wbz.ch) 

   

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Kurz gesagt  Kinderhilfe Rumänien ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Basel und wurde  1991 mit dem Ziel gegründet, die schrecklichen Kinderschicksale zu lindern, die  nur eine der schlimmen Folgen der damaligen Regierung darstellten.     Nach  dem  Vorbild  von  Pestalozzis  Kinderdörfern  wurden  von  Prof.  Enache  in  Zabrani  und  Santana  Grossfamilien  gegründet,  die  von  unserem  Verein  unterstützt  werden.  Wir  leisten  pädagogische  und  infrastrukturielle  Unterstützung.  Heute sind es 11 Kinderhäuser mit insgesamt 145 Kindern und  Jugendlichen.    Ein  wichtiges  Projekt  ist  zur  Zeit  das  Zahnprophylaxe‐Projekt  in  enger  Zusammenarbeit  mit  dem  Verein  Zahnfreundlich.  Schon  viele  Schulklassen  konnten davon profitieren und haben Zahnhygienematerial erhalten.     Unser  Verein  wurde  vom  Kanton  Basel‐Stadt  als  gemeinnützige  Organisation  anerkannt.  Zuwendungen  an  den  Verein  sind  bei  den  kantonalen  Steuern  in  begrenztem  Umfang  von  mind.  100.‐  Fr.  bis  max.  500.‐  Fr.  je  steuerpflichtige  Person  abziehbar;  bei  der  direkten  Bundessteuer  in  unbeschränkter  Höhe  (dieser  Abzug  ist  nur  für  Unternehmen  möglich,  die  zur  Führung  kaufmännischer  Bücher  verpflichtet  sind).  Auf  Wunsch  stellen  wir  gerne  eine  Spendenbestätigung aus. 

1991 – 2011       

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20 Jahre Kinderhilfe Rumänien   

Vor 20  Jahren  waren  die  Verhältnisse  in  Rumänien  katastrophal.  Überfüllte  Kinderheime,  hygienisch  und  pädagogisch  miserable  Zustände  und  die  Kinder  vegetierten  nur  so  dahin…..  Nun  hat  sich  Rumänien  in  vielen  Bereichen  zum  Guten  hin  entwickelt.  Den  Kindern  in  unseren  Grossfamilien  geht  es  gut,  und  laufend sind wir daran, die noch immer einfachen Verhältnisse zum Wohle der  Kinder zu verbessern.  Hier ein paar Eindrücke von den ersten Jahren unserer Hilfe:   

Beim Ausladen der Hilfsgüter in Santana / 1994 

   

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Fest für die Kinder in Santana / 1994 

Vergangenen April waren wir wieder in Rumänien. Wiederum konnten wir mit  den  verantwortlichen  Personen  unserer  Kinderhäuser  über  notwendige  Verbesserungen  und  Projekte  sprechen.  Auch  mit  den  Kindern  und  Jugendlichen konnten wir wieder gemeinsame Zeit verbringen (basteln, malen,  spielen, Spaziergänge,…).    

         

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Mit den Kindern haben wir Seife hergestellt 

Auch  feierten  wir  unser  20‐jähriges  Vereinsjubiläum.  Zum  einen  ganz  offiziell  mit  Behördenvertretern  aus  Arad,  Santana  und  Zabrani  und  den  Erziehenden  aus Zabrani. Wir erhielten zwei Diplome für unsere 20‐jährige Arbeit. Mit den  Kindern  von  Zabrani  feierten  wir  dieses  Ereignis  auch  und  verteilten  Süssigkeiten und Spielzeuge. 

Kinder haben Freude an den Jojos (von einer Schweizer Firma gespendet), die wir allen  Kindern verteilt haben 

   

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Die Kinder geniessen das Essen am Fest. 

   

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Unsere drei Kernaufgaben     Es ist uns ein grosses Anliegen, mit unseren Mitteln möglichst effiziente Hilfe zu  leisten.  So  wägen  wir  laufend  ab,  wie  unsere  Hilfe  möglichst  vielen  Kinder  zugute kommt und dass die Hilfe möglichst langfristige positive Auswirkungen  und Erfolge aufweist.   Drei Sektoren sind uns sehr wichtig:     • Pädagogische  Förderung:  Unsere  Kinder  möchten  wir  in  ihrer  geistigen  und motorischen Entwicklung bestmöglich unterstützen. (Siehe Seite 10)    • Infrastruktur: Die nötige Infrastruktur ist als Rahmen wichtig, damit sich  die  Kinder  wohl  fühlen.  Dabei  beschränken  wir  uns  auf  Renovationen  und Anschaffungen, die für die Häuser der Grossfamilien dringend nötig  sind,  denn  Luxus  können  und  wollen  wir  uns  nicht  leisten.  (Siehe  Seite  18)    • Zahnprophylaxe‐Projekt: Die  Zahnprophylaxe liegt uns  sehr am Herzen,  weil  dies  für  das  lebenslängliche  Wohlbefinden  von  uns  Menschen  wichtig  ist.  Im  2007  initiierten  wir  dieses  Projekt  und  die  Stiftung  Zahnfreundlich  lancierte  daraufhin  dieses  Projekt  und  leitet  dieses  nun  selbständig. Wir unterstützen dieses Projekt weiterhin finanziell ‐ im Jahr  2010  beteiligten  wir  uns  mit  5000  Fr.,  für  2011  sind  weitere  5000  Fr.  geplant.  (Siehe Seite 23)     

   

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Kinder vom Haus 1, eine unserer Grossfamilie in Zabrani 

Generalversammlung in Reinach 

   

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Pädagogische Förderung der Kinder    Die  von  uns  unterstützten  Kinder  werden  in  ihren  mentalen  und  motorischen  Fähigkeiten  noch  viel  zuwenig  gefördert.  Diese  Kinder,  die  aus  armen  und  oft  zerrütteten  Familien  stammen  oder  Waisen  sind,  wurden  als  Babies,  Kleinkinder und Kinder, bevor sie in die Grossfamilien kamen, nicht gefördert,  oftmals sogar in ihrer Entwicklung gehemmt.   Auch in den von uns unterstützten Grossfamilien ist die Förderung noch lange  nicht  so,  wie  wir  es  gerne  hätten.  Der  Staat  spart  beim  Personal.  Die  Erziehenden  haben  mehr  Arbeit,  erhalten  wenig  Lohn  und  die  meisten  sind  nicht spezifisch ausgebildet.    

     

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Mentale und motorische Förderung der Kinder und Jugendlichen ist uns sehr  wichtig!  Deshalb investieren wir in diesen Bereich viel Zeit und auch mehr Geld als bis  anhin.  Zum  einen  suchen  wir  hier  in  der  Schweiz  nach  Leuten,  die  vor  Ort  in  Rumänien mit den Kindern über längere Zeit kreativ arbeiten, Sport betreiben  und weiter Freizeitaktivitäten durchführen. Um konstant die Kinder fördern zu  können,  beschäftigen  wir  junge  Rumäninnen  und  Rumänen  (gegen  Lohn),  die  die Kinder pädagogisch fördern.   Wir investieren seit 2010 noch mehr, um die 150 Kinder in ihrer Entwicklung  besser zu fördern.   Ab  diesem  Jahr  wollen  den  Kindern  Musik‐  und  Kreativkurse  anbieten.  Wenn  die  Jugendlichen  die  Grossfamilien  verlassen,  haben  sie  es  schwieriger  als  Kinder  aus  privaten  Familien,  da  ihnen  der  Rückhalt  fehlt.  So  ist  es  umso  wichtiger,  dass  ihre  kognitiven  und  motorischen  Fähigkeiten  möglichst  gut  entwickelt sind! 

     

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Die von  uns  bezahlten  Praktikantinnen  und  Praktikanten  schreiben  uns  wöchentlich einen Bericht, was sie in der vergangenen Woche mit den Kindern  gemacht haben. Nachstehend können Sie nun Ausschnitte aus Berichten lesen,  welche von uns aus dem Rumänischen ins Deutsche übersetzt wurden. Die  hier  abgedruckten  Fotos  hat  die  Praktikantin  gemacht,  von  welcher  die  hier  abgedruckten Berichte stammen:   

    Iti trimit raportul de activitate pentru  saptamana ce a trecut. 

Anbei sende ich Dir den Bericht der  letzten Woche: 

   

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Luni:  

          Montag:

‐ discutii cu copii (relationare cu  fiecare dintre ei) 

- Gespräche mit den Kindern  (Austausch pflegen mit jedem  einzelnen)  - Spiele im Hof  - Knetmasse habe ich  mitgebracht, mit welchem die  Kinder gespielt haben  - Memorie gespielt  - Einige Begriffe übers  Tischdecken und übers Besteck  habe ich ihnen vorgestellt 

‐ jocuri prin curte  ‐ le‐am achizitionat plastelina si ne‐am  jucat impreuna cu ea  ‐ jocuri de memorie  ‐ le‐am prezentat cateva notiuni  despre cum se aseaza masa,  tacamurile     

 

   

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Dienstag:

Marti: ‐ discutii cu copii  ‐ le‐am dus copiilor audiobooks cu  povesti (sunt multi micuti si nu stiu sa  citeasca)  ‐ am facut jocuri educative (exemplu:  am incercat sa gasim cat mai multe  cuvinte cu 3 litere, apoi cu 4 litere si  tot asa)  ‐ am colorat  ‐ le‐am prezentat copiilor mai mari  cateva notiuni despre calculator 

- Gespräche mit den Kindern  - Den Kindern habe ich  Audiobücher mit Erzählungen  mitgebracht (es hat viele kleine  Kinder und diese können noch  nicht lesen)  - Lernspiele habe ich  durchgeführt (Beispiel.: Wir  haben versucht, möglichst viele  Wörter mit drei Buchstaben zu  suchen, danach ebenso mit vier  Buchstaben)  - Wir haben gemalt  - Den grösseren Kindern habe ich  Begrifflichkeiten über Computer  beigebracht 

  Diese  Praktikantin  berichtet  zudem  ausführlich  über  pädagogische  Einzelheiten:  …pe  plan  scolar,  ma  simt  rasplatita  de  catre  copii  care  toti  si‐au  imbunatatit  nivelul si vad note din ce in ce mai bune…  ...im  schulischen  Bereich  fühle  ich  mich  bestätigt,  da  sich  viele  Kinder  verbessert  haben  und  die  Noten  besser  werden.  Auch  suche  ich  für  sie  neue  und  attraktive  Aktivitäten.  In  den  vergangenen  Tagen  war  es  draussen  etwas  wärmer  und  so  bin  ich  mit  den  Kindern  in  den  Park  gegangen,  über  welche  Momente  sich  die  Kinder  enorm  gefreut  haben.  Wir  haben  Wettrennen  und  Ballspiele gemacht…         

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…Un alt lucru pe care l‐am facut cu ei…    Eine  andere  Aktivität  mit  ihnen  ist  das  Malen  mit  den  Händen.  Es  war  sehr  lustig,  am  Anfang  wagten  die  Kinder  mit  einem  Finger  zu  malen,  bis  zum  Schluss  mit  der  ganzen  Hand.  Die  Handabdrücke  auf  Papier  werden  wir  aufbewahren und so von Zeit zu Zeit vergleichen, wie die Hände wachsen...   

     

   

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Zabrani: Unterhaltsarbeiten 2010    Nebst  pädagogischer  Unterstützung  ist  es  uns  ebenfalls  sehr  wichtig,  die  Kinderhäuser zu unterhalten. Die Kinder sollen sich wohl fühlen, die Ökobilanz  verbessert und die Erziehenden entlastet werden.   

 

Neue Zentralheizung in Zabrani                                  Unten bereits die neuen, oben                 die alten Fenster 

Mit  der  neuen  Zentralheizung,  den  neuen  Türen  und  Fenstern  im  SOS  Haus  Nummer  1 in Zabrani haben  wir dieses Ziel erreicht. Mit wärmeren Räumlich‐ keiten  im  Haus  fühlen  sich  die  Kinder  wohler.  Die  Isolation  wurde  mit  neuen  Türen  und  Fenstern  verbessert.  Im  Gegensatz  zu  den  bisherigen,  alten  Oefen   wird nun weniger Energie verbraucht. Die Erziehenden werden entlastet, da sie  nun  nur  noch  die  Zentralheizung  einfeuern  müssen  und  nicht  mehr  in  jedem  Raum einen jeweils separaten Ofen.         

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Küche im Haus SOS 1 mit den Leitungen, die nun auch isoliert sind     

Diese Neuerungen  finanzierten  wir  gemeinsam  mit  dem  deutschen  Verein  „Kinderhilfe Rumänien e. V. Bremen“. Unser Verein hat dazu ca. ein Drittel der  gesamten Kosten beigetragen (7000 EUR).  Gleichzeitig  wurde  die  alte  Säge  „in  Pension  geschickt“  –  sie  hat  ihren  Dienst  fast  zeitgleich  aufgegeben.  Für  1000  EUR  wurde  eine  gute  Holzsäge  von  Stihl   erworben,  die  langfristigen  Nutzen  erzielt.  So  können  die  Hausväter  wieder  einfacher ihr Holz zersägen. 

   

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Hausvater mit der neuen Säge   

Neu gekauftes Holz, das zersägt werden muss 

   

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Der Estrich  des  Hauses  SOS1  dient  neu  als  Kleiderkammer  (zuvor  wurden  die  Kleider im jetzigen Heizraum gelagert). Dietmar Buchholzer hat mit freiwilligen  deutschen Schreinern eine Kleiderkammer aufgebaut. Auch die Zugangstreppe  haben  sie  erneuert.  An  dieser  Stelle  diesen  Helfern  –  die  übrigens  ohne  Lohn  gearbeitet haben! – herzlichen Dank!   

Estrich vor dem Bau der Kleiderkammer 

      

Alte  und  neue Treppe 

   

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Kleiderkammer im Aufbau durch die freiwilligen Schreiner   

Die Regale in der fertig gestellten  Kleiderkammer       

   

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Orale Gesundheit in der Praxis  Das Schweizer Modell “Schulzahnpflege“ erfolgreich in Rumäniens Schulen Ein Bericht von Esther Martinet Educational consultant Health economics

Der oralen Gesundheit von Schweizer Schulkindern wird seit bereits einem halben Jahrhundert ein grosser Stellenwert beigemessen. Dank einer gut ausgebauten Basisprophylaxe – kontrolliertes Einbürsten von fluoridhaltigen Zahngels, gezielter Aufklärungsunterricht an den Schulen, Benützung fluoridierter Zahnpasten und fluoridhaltigem Speisesalz im privaten Umfeld – kann ein signifikanter Kariesrückgang verzeichnet werden. Das daraus resultierende Ergebnis der in den 60er Jahren begonnenen Kariesvorbeugung kommt bereits einer Bevölkerungsgruppe der über 50jährigen zu gute. Die Mundgesundheitserziehung soll eine öffentliche Aufgabe, bzw. ein öffentlicher Dienst sein und bleiben. Die persönliche Hygiene des Kindes ist zwar Sache des Elternhauses, aber Volksschulen bieten das entsprechende ideale Umfeld im Rahmen der gesamten Gesundheitserziehung. Die Kenntnisse und Regeln der Zahnpflege sind gut lehr- und lernbar und können wie die Grundregeln als Fertigkeiten des Schreibens und Turnens usw. in Gruppen vermittelt werden. Kinder haben ein Recht auf die Vermittlung von elementaren Kultur- und Lebenstechniken, zu der auch die Zahnpflege gehört. Die Schule als Institution garantiert zudem die Chancengleichheit der Kinder und kompensiert familiäre Unterschiede. Rumänische Verhältnisse betreffend orale Gesundheit zeigen im Vergleich zur Schweiz eine etwas andere Realität auf. So kann z.B. nicht davon ausgegangen werden, dass alle Kinder über eine eigene Zahnbürste verfügen, Zugang zu fluoridierter Zahnpasta haben und Eltern eine Vorbildrolle in Sachen Mundhygiene übernehmen. Aufklärung, Instruktion und Abgabe von Zahnbürsten und Zahnpasten unter kontrollierten Bedingungen in der Schule werden deshalb in Rumänien zweifellos einen erkennbaren Beitrag zur Gesunderhaltung der Zähne leisten.

   

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2. Primarstufe, 2010, Einbürsten mit Fluorid-Gel

3. Primarstufe, 2010, Wissensvermittlung

   

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Seit März 2007 ist im Rahmen eines Pilot-Versuchs an den Primarschulen Sãntanas, Bezirk Arad, die Mund- und Zahnpflege im Schulunterricht eingeführt worden. Betreut werden im aktuellen Schuljahr 2010/2011 2175 Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Primarstufen in 87 Klassen und 28 Gemeinden. 17 motivierte Lehrkräfte instruieren und unterrichten mit Einwilligung des Erziehungsministeriums/ Schulinspektorats nach dem Schweizer Modell „Schulzahnpflege“. Das Projekt wird von den Organisationen Toothfriendly International, Basel, „Kinderhilfe Rumänien“, Basel und der Industrie, namentlich der Firma Trisa, Triengen, unterstützt und finanziert. Rumänische Lehrkräfte erhalten in einem dreitägigen Einführungskurs durch Fachleute aus der Schweiz spezifisches Fachwissen zum Thema Mund- und Zahngesundheit. Jährliche Wiederholungskurse ermöglichen dem Lehrkörper zudem auf neustem Wissensstand zu unterrichten.

Schulung des Lehrkörpers, Einfärben der Zähne, Einführungskurs 2010

   

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Um eine gute Durchführung und Erfolgskontrolle des Pilotprojektes zu gewährleisten, wird der orale Gesundheitsunterricht im Bezirk Arad stufenweise ausgebaut. Das heisst, er wird jedes Jahr um eine Schulstufe erweitert und erfasst zudem radial sich ausdehnend immer weitere umliegende Gemeinden.

2008 wurde das Konzept anlässlich eines internationalen Fachkongresses an der zahnmedizinischen Fakultät der Universität „Victor Babeş“ in Timişoara vorgestellt und 2010, am Fachkongress der „International Public Dental Health Organisation“ in Constanta/Rumänien, der Dialog mit allen rumänischen Universitäten weiter ausgebaut. Endziel des Pilot-Versuchs ist, die orale Gesundheitserziehung an den Schulen Rumäniens landesweit einzuführen. Aktuell kann das Projekt mit relativ „kleinen“ Geldmitteln aus der Schweiz finanziell getragen werden. Langfristig jedoch braucht es finanzielle Unterstützung aus anderen Quellen. Noch in diesem Jahr soll deshalb ein Antrag auf EU- Fördergelder aus dem Rahmenprogramm „Teach the teacher“ gestellt werden.

Schulung des Lehrkörpers, praktische Übungen, Einführungskurs 2010

   

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Neues aus Budesti, Bezirk Piatra Neamt  Bericht von Katharina Sidler    Projekt „Nach der Schule“  Mit  viel  Engagement  und  Begeisterung    haben  sich  auch  dieses  Jahr  Frau  Camilia  Schwimmer  und  ihr  Partner  Iulian  Trofin  für  das  Projekt  „Nach  der  Schule“ eingesetzt.  In  dem  kleinen  Dorf  Budesti  wachsen  viele  Kinder  unter  ärmlichen  und  sozial  sehr  schwierigen  Bedingungen  auf.  Die  Schule  endet  mittags,  d.h.  die  Kinder  sind am Nachmittag nur schlecht betreut und haben keine Möglichkeiten einer  sinnvollen Beschäftigung nachzugehen.  Frau Schwimmer und Herr Trofin setzen sich zusammen mit einigen Lehrkräften  ein, dass  einige Kinder des Dorfes am Nachmittag die Schule besuchen können.  Dort haben sie die Möglichkeit unter fachkundiger Anleitung zu malen und zu  musizieren.   Auch  wird  Unterricht  in  der  englischen  Sprache  angeboten  und  die  Schüler   haben  die  Möglichkeit,  sich  sportlich  zu  betätigen.  Die  Lehrpersonen  arbeiten  für diese Zeit ohne Bezahlung. Die Schüler erhalten einen Imbiss und gehen um  ca. 16.00 nach Hause.    Ziel des Projektes  Das Ziel ist, dass mehr Kinder von diesem Angebot profitieren (im Moment sind  es nur 15 Kinder) und dass ihnen täglich eine warme Mahlzeit angeboten wird. 

   

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Finanzierung   Frau Schwimmer bemüht sich, mittels EU‐Gelder den Ausbau des Projektes zu  ermöglichen,  was  sich  aber  als  sehr  schwierig  erweist.  Für  die  Durchführung  und den Ausbau braucht es weiterhin Spenden aus humanitären Aktionen, da  die  Gemeinde  und  das  Departement  „Schule“  diese  Aktion  finanziell  nicht  unterstützen.  Auch  in  2010  und  2011  durften  wir  Frau  Schwimmer  und  ihr  Projekt  unterstützen.  Mit  unserem  Beitrag  konnte  sie  Lehrmittel    und  Verbrauchsmaterial  finanzieren.  Für  die  Ärmsten  konnte  sie  Kleidung,  Schuhe  und nötigenfalls auch Medikamente kaufen.  Wir  wünschen  ihr  weiterhin  viel  Durchhaltewillen  und  Freude  bei  ihrer  aufwändigen Arbeit! 

     

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Impressum   Postanschrift:  Kinderhilfe Rumänien – Kinder in Grossfamilien  c/o Renato Corfù, Hollenweg 9a, 4153 Reinach BL  Präsident:  Renato Corfù, Hollenweg 9a, 4153 Reinach BL, Tel. 061 711 30 52  Vizepräsident:  Tobias Knöpfli, Wiesendamm 6a, 4057 Basel, Tel. 061 681 17 34    Finanzen, Web:  Barbara Wenger, Fiechtenweg 72, 4153 Reinach BL, Tel. 061 712 01 53     Internet, E­Mail Adresse  www.kiru.ch  info@kiru.ch   

   

Postcheck 40‐5248‐9   

Kiru News 2011  

1991 - 2011 = 20 Jahre Kinderhilfe Rumänien und Kinder in Grossfamilien. Ein Grund zum Feiern, mit dankbarem Rückblick und mit neuer Energie...

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