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B AY E R N B E W U S S T G E N I E S S E N

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AUSGABE 16 6 JAHRGANG / 5,- EURO www.kirroyal-geniesserjournal.de

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BEGEISTERUNG STECKT AN


j i Neuerscheinung im KirRoyal-GENIESSERVERLAG

„Es gibt nix Besseres, wia was Guads!“ ..., das ist mal sicher – denn der Bayer liebt und lebt den Genuss. Wen wundert es, dass uns neben den landestypischen Spezialitäten vor allem auch die engagierten Produzenten am Herzen liegen. Seit Generationen mit dem Landstrich verwurzelt, ist die kulinarische Tradition lebendige Kultur und ein stabiler Wirtschaftsfaktor unseres einzigartigen Genießerlandes. Ob Schrobenhausener Spargel, Münchner Bier oder Allgäuer Käs, die Originale sind Produkte mit höchstem Qualitätsniveau, äußerst beliebt im eigenen Land und Schmankerl mit Weltruf. Der Bildband berichtet über Unternehmen und deren Spezialitäten, beschreibt die Herstellung und Verarbeitung, gibt Informationen über Inhaltsstoffe, Bezugsquellen und Verzehrtipps und zeichnet dazu appetitliche Schmankerlportraits. Freuen Sie sich auf eine unterhaltsame und informative Lektüre für Genießer und ein nützliches Nachschlagwerk für Hobbyköche und Gastronomen! Regionaltypische Spezialitäten Bayern – Von Auszognen bis Zwickelbier – Herkunft, Geschichte und Verwendung.


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�ie�e Leserin, �ie�er Leser!

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ie chinesische Sprache kennt zehn verschiedene Worte für „Begeisterung“ und differenziert von Begeisterung, die Ansporn ist, also jemand begeistern kann, bis hin zur patriotischen Begeisterung – über die man bei uns am besten nur zur Fußball-WM spricht. Selbst begeistertes entzückt sein und begeisterte Leidenschaft wird unterschieden und die Begeisterung über sich selbst – der Stolz – wird eigens benannt. Ganz gleich, wie wir in unserer Sprache das Thema auch phrasieren, wichtig ist zu erkennen, was uns alles begeistern kann und muss. Denn ohne Begeisterung ist keine Krise, die sich im chinesischen im Übrigen aus den Zeichen „Gefahr“ und „Gelegenheit/Chance“ zusammensetzt, zu bewältigen. Auch die Gelegenheit zum Wandel muss von Begeisterung getragen sein, sonst geschieht Veränderung eher aus Verzweiflung. Aus Angst jedoch gar nichts mehr zu machen ist das Schlimmste. Oft erleben wir, dass Firmen Investitionen stoppen, Budgets einfrieren oder den Haushalt sperren. Eine künstlich herbeigeführte Starre, die wohl nur der „Schlange“ dient.

Unternehmer Georg Schneider VI. schreibt dazu in seiner Broschüre Fantasie schlägt Krise: „Hüte dich vor Gefahr, aber erkenne die Gelegenheit!” Eine Gelegenheit ist immer auch eine Chance. Ein Stopp darf dazu dienen, Bewährtes neu zu bewerten. Optimieren heißt, Unbrauchbares zu erkennen. Naturgemäß kommt dann die Fantasie ins Spiel und diese wiederum schafft mit leichter Hand und bringt in Fluss. Diese Ausgabe erzählt, wie Begeisterung zu neuen Taten führt, was Begeisterung bedeutet und wie man sie wecken kann. Da gibt es den oben bereits genannten Brauereichef, der vollkommen neue Wege in der Präsentation seiner traditionellen Produkte wählt, Reiseunternehmer aus Deutschland, die mit ihren Gästen Orangen ernten. Einen Metzgermeister, dem nicht wurst ist, was in der Wurst ist. Mühlen in Bayern, die Getreide auf unterschiedlichste Weise verarbeiten. Kleine und große Unternehmen, die Tradition mit Fortschritt verbinden und ganzen Regionen Stabilität geben. Wir wissen, dass sich hinter allem Herausragendem immer auch eine große Portion Fleiß und Engagement befindet und genau das ist es, was Gutes hervorbringt. Es lebt! Wir bedanken uns bei den vielen begeisterten Autoren, die in dieser Ausgabe mit Freude zum Thema geschrieben haben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen der KirRoyal. Herzlichst Ihre Gabriela und Peter Weilacher

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INHALT

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Editorial

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Inhaltsverzeichnis

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Präludium — Der Geist der Begeisterung Autor: Joachim Schaffer-Suchomel

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Bayerns Beste — Kulinarisch

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Nur wer selbst glüht, kann andere anfeuern! Autor: Dr. Matthias Braun

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„Ich habe versucht, Geschmack zu malen.“ Neues Design für traditionelle Produkte

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Münchner Geschichten Metzgerei Magnus Bauch

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Kaffee aus Bayern – Kaffee für Bayern

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Altmühltaler Lammrücken mit Kräuterkruste auf Spargelgemüse von Alfons Schuhbeck

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Mühlen in Bayern Autor: Peter Weilacher

Das Signet des Titelblattes „Begeisterung“ wurde von Jwala Gamper gestaltet.

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Tafelspitzen oder Topflappen Fischerstüberl in Attel bei Wasserburg. Autorin: Anja Hanke

Leuchtfeuer oder Schlusslicht Autorin: Anja Förster

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Wenn man einen Hirsch küsst Autorin: Gabriela Weilacher

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Die Kunst, rechtzeitig loszulassen Autor: Franz Mentel

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Die Geheimsprache des Leonardo da Vinci und warum Kunst begeistert Autorin: Sonja Schön

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Sizilien hautnah Individuelle Sizilienreisen Machen Sie mit beim Orangen-Kochbuch

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Bibliografie

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Im Osten viel Neues — Weimar, Erfurt, Dresden Kultur-Städte, die begeistern Autor: Peter Weilacher Argumentieren Sie noch oder begeistern Sie schon? Autor: Michael Moesslang

® Das Foto auf der Umschlagseite 2 wurde freundlicherweise von der Porzellan Manufaktur Nymphenburg zur Verfügung gestellt.

Signs by Jwala

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Präludium

Der Geist der Begeisterung Ein Beitrag von Joachim Schaffer-Suchomel, Pädagoge und Sprachforscher

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egeisterung entsteht, wenn wir uns und unseren Geist für etwas entzünden. Begeisterung gleicht einem Feuer, sie steckt an – und wir brennen mit: für Menschen, Dinge, Ideen oder Projekte. Erfüllt sich das, wofür wir uns begeistern, nicht, oder geht etwas schief, so drohen wir uns unter Umständen zu verbrennen – oder die Begeisterung verraucht. Dann schmachten wir vor Schmach, fühlen uns schmächtig statt mächtig, bis wir schließlich aufs Neue entflammen. Doch wer die Begeisterung nicht immer wieder mit zündenden Ideen entfachen kann, läuft Gefahr, anstelle seines Geistes seinen Körper zu „entzünden“: Hals, Ohren, Brust – kein Körperteil und kein Organ bleibt vor Entzündungen verschont. Genügt der Körper zur Projektion nicht, entzünden die Mächtigen dieser Erde Raketen. Die Vorstellungskraft, welche die Begeisterung nährt, ist die größte Kraft des Menschen. In der Vorstellung projizieren wir wie bei einer Filmvorführung Ideen auf eine innere Leinwand. Wir sehen Zukünftiges in der Gegenwart und fassen einen Plan, um zur Verwirklichung Hindernisse und Unebenheiten plan zu machen. Gott hauchte Adam seinen Geist ein. Adam wurde also von Gott begeistert. In der Schöpfung wird Wesentliches – das, was zu einem Wesen gehört – beim Schopf gepackt, bevor Unwesentliches sein Unwesen treiben kann. Laut Duden bedeutet schöpfen „Flüssigkeit entnehmen“, so wie wir es vom Schöpflöffel kennen. Das, was wir schöpfen, ist also bereits da und muss nicht neu erfunden werden! Wir können mit Begeisterung aus der Fülle der Möglichkeiten schöpfen und gestalten.

Enthusiasmus und Euphorie Ein anderer Begriff für Begeisterung ist Enthusiasmus, von griechisch theos = Gott. Enthusiasmus heißt: in Gott sein, wobei Gott für das Gute steht. Vor allem im englischen God = Gott sehen wir die Verwandtschaft zu good und gut. „Begeisterung ohne Wissen ist wie Rennen in der Dunkelheit“, besagt ein Sprichwort. Begeisterung braucht eine gute Absicht und einen klaren Plan. Begeisterung grenzt zudem an Euphorie, an Hochstimmung und Hochgefühl. Zuweilen wird Euphorie fälschlicherweise mit dem „Zustand übersteigerter Heiterkeit“ verwechselt. Ursprünglich stammt das griechische eu-phoria von eu = gut, schön1 und von phérein = tragen ab; eu-phoria heißt leichtes Tragen oder, im übertragenen Sinn, mit Leichtigkeit das Gute gebären. Mit Begeisterung können wir Neues mit Leichtigkeit entstehen lassen, sie ist ansteckender als jeder Virus. Begeisterung ist außerdem ein grundsätzlicher Faktor für Erfolg. Geschäfte mit der Angst sind dagegen kurzlebig, nicht nur weil Lügen „kurze Beine haben“. Erinnern Sie sich an das große, besser das groß angelegte Geschäft mit der Schweinegrippe? Geschäfte, die auf Begeisterung gründen, sind deutlich nachhaltiger! Durch sie können wir andere Menschen für eine Sache gewinnen, ohne Begeisterung können wir sie bestenfalls überreden.

Vorsicht: Jeder Hochzeit folgt die Tiefzeit! Diesen Wechsel haben wir dem Gesetz der Polarität zu verdanken, das stets den Ausgleich sucht. Kein Mensch ist immer in Hochstimmung, selbst wenn er noch so sehr von etwas begeistert ist. Diesen Fakt sollten sich besonders Schauspieler und Politiker vor Augen halten, die nur un1 3

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Begeisterung ist alles! Gib einem Menschen alle Gaben der Erde, und nimm ihm die Fähigkeit der Begeisterung, und du verdammst ihn zum ewigen Tod. Adolf von Wilbrandt

gern und unfreiwillig die Bühne verlassen, die sie einmal unter großem Beifall der Begeisterung betreten haben. Der Volksmund weiß: „Wenn’s am schönsten ist, soll man gehen“ – und so selbst einen Ausgleich herbeiführen, bevor er uns von anderen aufgezwungen wird. Künstliche Hochgefühle haben einen hohen Preis: den unvermeidlichen Sturz in die Tiefe. Keine Droge kann dies verhindern. Spätestens, wenn der Stoff alle ist, geht es ab in den Keller. Oder der Stoff selbst sorgt gleich mit für eine gegenteilige Wirkung: für körperlichen und geistigen Ver-fall. Tiefzeiten gehen einher mit Resignation, Rückzug und Isolation: Dem „himmelhoch jauchzend“ folgt das „zu Tode betrübt“. Doch sollte man auch hier die positiven Seiten nicht außer Acht lassen. Tiefzeiten können Zeiten der Er-innerung sein: Wir ziehen uns nach innen zurück, gehen in die Stille, ins Gebet oder in die Meditation und kommen zur Ruhe, um als „stille Genießer“ einen Erfolg, den Partner, die schöne Landschaft oder einfach nur ein gutes Essen wertzuschätzen. In der Stille verweilen wir in De-mut, wörtlich: weg vom Mut, weg von Aktivität, von Eingreifen. Stattdessen dominieren Achtung und Achtsamkeit für das Leben und dessen viele kleine und große Momente. Im Gegensatz dazu kommen wir in der Begeisterung in den Mut, um unser Leben zu wagen und unsere Vorstellungen, Ideen und Ideale zu realisieren. In der Begeisterung lassen wir uns durch nichts vom Weg abbringen, vor allem nicht durch lange Überlegungen, mit welchen wir Zweifel über die Begeisterung legen.

Burn-in oder Burn-out Und für was brennen Sie? Oder fühlen Sie sich ausgebrannt? Sind Sie vielleicht durchgebrannt – oder gar abgebrannt? Sind Sie er-schöpft, ohne wirklich geschöpft zu haben? „Ohne Begeisterung schlafen die besten Kräfte unseres Gemütes. Es ist ein Zunder in uns, der Funken will“, wusste bereits Johann Gottfried von Herder. Zudem laufen wir Gefahr, ohne Be-geisterung geistlos zu werden und im Chaos zu versinken. Chaos, laut Duden „die in unermesslicher Finsternis liegende, gestaltlose Urmasse“2 , heißt, zu schöpfen, Ideen Gestalt zu geben und möglichst viele Menschen damit anzustecken.

Emotion brings motion! Liebe und Wertschätzung sind die stärksten Emotionen, mit welchen wir Menschen und Projekte bewegen. Der aktive Pol der Liebe heißt Begeisterung. Aus ihr entsteht der Mut. „Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst, wird der Mut geboren“, sagte Rainer Maria Rilke. Der passive Pol von Liebe heißt Stille und Demut. Sind beide Pole in Balance, sind wir in unserer ganzen Kraft und fühlen uns heil, was ursprünglich ganz 3 bedeutet. Un-heil entsteht, wenn wir uns vom Ganzen entfernen und uns nicht mehr damit verbunden fühlen. Ein Loser ist wörtlich ein lose Verbundener.

Anmerkung des Autors: nicht zu verwechseln mit der EU, auf die sind die Griechen momentan nicht wirklich gut zu sprechen … 2 Vgl. Duden, „Das Herkunftswörterbuch“, Mannheim 1998. „Heil“ ist verwandt mit dem englischen „whole".

KIRROYAL


Joachim Schaffer-Suchomel

Das Hamsterrad der Emotionen Was passiert, wenn wir glauben, nicht genügend Liebe und Wertschätzung zu erfahren? Beides ist zwar wie die Luft zum Atmen stets in ausreichendem Maß vorhanden, aber zuweilen sind wir nicht in der Lage, sie zu finden oder auch zu emp-finden. Im selben Maße, wie das Gefühl für Liebe und Wertschätzung sinkt, schwindet auch unsere Begeisterung. Stattdessen sind wir, wie das unten dargestellte Modell veranschaulicht, in Geringschätzung und Gefühlen der Minderwertigkeit gefangen – wir sehen uns als Opfer oder sind Opfer der eigenen Unfähigkeit, das Gute zu erkennen. Mancher reagiert darauf aber auch diametral entgegengesetzt: mit Selbstüberschätzung und Überheblichkeit, mit Überheben seiner selbst. So wird er sicherlich weiterhin Schwierigkeiten haben, Wertschätzung und Liebe zu erfahren. Das Täter-OpferHamsterrad beginnt sich immer schneller zu drehen. Dreht sich das Rad nach oben, beginnt es mit dem Ärger, der es immer ärger werden lässt. Weiter geht es mit der Empörung, die uns auf die Empore hebt, von wo wir andere mit Vorwürfen abkanzeln, es endet im Hass. Nach unten wird die Begeisterung durch Depressionen gedämpft und die Emotionen eingesperrt. Es wird eng, Angst entsteht, was ursprünglich eng 4 bedeutet.

1951 geboren, verheiratet mit Michaela Suchomel, Heilpraktikerin und Familienstellerin. Sie haben drei Töchter. Nach dem Studium der Pädagogik und Psychologie bildete sich der Autor in den Bereichen Kommunikation und Konfliktlösung fort. Er ist Autor der Bücher „Du bist, was du sagst“, Koautor Klaus Krebs, Moderne Verlagsgesellschaft, und „Nomen est omen – Die verborgene Botschaft der Vornamen“, Goldmann Arkana. Es begeistert ihn von jeher, Menschen wachsen zu sehen und sich gleichzeitig als Teil dieses Wachstums zu verstehen. Er gründete 1995 gemeinsam mit seiner Frau Michaela das Coachinginstitut Brainfresh, in welchem Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung sowie Gesundheitsseminare stattfinden. Informationen: info@brainfresh.net und www.brainfresh.net www.nomenestomen.net

Die Kraft hinter der Angst Die Entdeckung des wahren Potenzials Die Verarbeitung meiner eigenen Angst bewog mich, dieses Buch zu schreiben, ein Prozess, der noch nicht zu Ende, aber auf dem besten Weg ist, einen guten Ausgang zu nehmen. Die eigene Erfahrung ist die Voraussetzung zu lehren: "You teach what you most have to learn."

Zur Abwendung von Gefahr nutzen Tiere häufig ihre Reflexe: den Angriffs- oder Fluchtreflex, den Lähmungs- oder Totstellreflex. Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen reagieren ähnlich: Statt von ihrem Leben begeistert zu sein und sich zu öffnen, ducken und verschließen sie sich – oder sie greifen an und beißen zu. Bei der ersten Variante igeln sie sich ein wie ein Igel auf der Straße, wenn ihn nachts ein Auto blendet. Für den Igel endet die Taktik mitunter tödlich, für den Menschen langfristig auch. Denn eines ist sicher: Solange wir uns tot stellen, können wir nicht leben. Der Totstellreflex ist keine Lösung! Und wie steht es mit der anderen Möglichkeit? Jemand greift uns an, und wir schießen oder beißen sofort zurück? Klingt auch nicht wirklich gelöst! Erst wenn sich der Mensch nicht mehr in Not, sondern geborgen fühlt, kann wirkliche Begeisterung entstehen, nur so wird eine Wende vollzogen. Statt getrieben und in Reflexen gefangen zu sein, kann der Mensch nun in Distanz zu seinen Gefühlen gehen, reflektieren und agieren – und vor allem auf der Basis positiver Emotionen, begeistert vom Leben und seinen Möglichkeiten, handeln. 4

Vgl. Duden, „Das HerkunftswoÅNrterbuch“, Mannheim 1998.

„Die Kraft hinter der Angst“ handelt von der Angst, Schwäche zu zeigen, und der Kraft in der Schwäche; der Angst, aufzuwachen und sich der Verantwortung für sein Leben zu stellen; der Angst, nicht gut genug zu sein, und der Kraft, sich zu genügen; der Angst vor dem Jetzt und der Kraft der Präsenz; der Angst vor der eigenen Größe und der Kraft, groß zu sein; der Angst vor der weiblichen Spiritualität und der Kraft, von Spiritualität gehalten zu sein; der Angst, seinen Mann zu stehen und ganz Frau zu sein; der Angst vor dem Partner und der Kraft, in den Spiegel zu blicken; der Angst zu unterliegen und der Kraft, nicht zu bewerten; der Angst, seine Freiheit zu verlieren, und der Kraft, sich hinzugeben; der Angst, sich zu erkennen, und der Kraft, sich zu zeigen; der Angst vor den eigenen Schatten und der Kraft, im eigenen Licht zu stehen; der Angst vor der Liebe und der Kraft zu lieben; der Angst, den Anfang zu wagen, und dem Zauber des Anfangs. Joachim Schaffer-Suchomel

Unsere größten Ängste sind die Drachen, die unsere größten Schätze bewahren. Rainer Maria Rilke

Erscheint im April 2010 Englischbroschur Seitenzahl: 150 ISBN: 978-3 -86858-548-3 Preis: 15,90 EUR KIRROYAL

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j i Die Münchner Weißwurst ...und 222 weitere Spezialitäten aus Bayern.

KirRoyal-GENIESSERVERLAG Regionaltypische Spezialitäten aus Bayern Umfang: über 300 Seiten, 4-farbig Erscheinungstermin: Sommer 2010 Verkaufspreis: EUR 39,Format: 300 mm x 240 mm


SPEZIALITÄT BAYERN

In eigener Sache – Neuerscheinung

Bayerns Beste – kulinarisch

Wir stellen sie vor: 223 regionaltypische Spezialitäten, 100 der erfolgreichsten bayerischen Herstellerbetriebe und erprobte Rezepte. BEGEISTERUNG PUR erleben wir derzeit bei der Entstehung unseres Buchprojektes „Regionaltypische Spezialitäten aus Bayern“. Wir besuchen im gesamten Freistaat Herstellerbetriebe, sammeln Geschichten, Profile und Spezialitätenrezepte und erleben dabei einen Unternehmerstand der innovativ, traditionsbewusst, fleißig und nachhaltig in unserer Region wirkt. Oft über Generationen gewachsen, besteht ein enormes Verantwortungsgefühl für Menschen, Natur und Produkte. Sie alle produzieren Qualität „Made in Bavaria“ auf höchstem Niveau.

Bayern ist ein Genießerland Wussten Sie schon…? …, dass man Biergeschmack malen kann? …, dass Dinkel ein Urkorn ist, das keine Umweltgifte absorbiert? …, dass ein Metzgereibetrieb am Tag circa 100 Kilogramm Petersilie verarbeitet? …, dass der dienstälteste Münchner Wiesnwirt auf dem Oktoberfest Wunder erlebt? …, dass seit 1865 in Franken Sekt gebraut wird? …, dass in Bayern eine Region zusammenlegt, um eine Käserei zu bauen? …, warum die Rose dem bekanntesten bayerischen Mehl den Namen gab? …, dass man in Bayern aus vier Grundzutaten mehr als 4000 Biere braut? …, dass das Allgäu nicht nur berühmt für Käse, sondern auch für Hüte ist?

Sind Sie Produzent einer Spezialität? Dann bereichern Sie mit Ihrem traditionellen oder originellen Produkt die bayerische Brauchtumspflege. Werden Sie Teilnehmer eines handverlesenen Spezialistenkreises. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Das Wissen aus erster Hand tragen wir in einem hochwertig und exquisit gestalteten Bildband zusammen. Er ist eine Inspiration für alle Freunde des regionalen Genusses. Originalrezepte der Herstellerbetriebe inspirieren zum Nachkochen und machen Appetit auf Bayern wie es lebt, leibt und speist. Das Buch erscheint im Sommer 2010 im Buchhandel und ist ein weiteres Verlagsprodukt des KirRoyal-GENIESSERVERLAGES, der seit 2005 auch das KirRoyal-GENIESSERJOURNAL verlegt. Freuen Sie sich auf ein unterhaltsames und informatives Zeitdokument, eine Lektüre für Genießer und ein nützliches Nachschlagwerk für Hobbyköche und Gastronomen! FLEISCH- UND WURSTWAREN

Ludwig Schelkopf GmbH & Co. KG

Herstellung

„Bloß weis weiß is, is no koa Weißwurst“ bemerkt Ludwig Schelkopf. Wer sollte es besser wissen, als ein Münchner Metzgermeister, der in dritter Generation diese Spezialität herstellt. Die Metzgerei mit dem kleinen Laden nahe der Theresienwiese, gehört zu den Großen, wenn es um die Weißwurst geht. Auch wenn die Frage nach der besten Weißwurst die Münchner ebenso in verschieden Lager spaltet wie die 60er und die Bayern, so wird hier unbestritten Meisterklasse gespielt.

Geschichten

Ludwig Schelkopf GmbH & Co. KG Schmied-Kochel-Str. 18 81371 München Tel. 089 / 77 66 41 Fax 089 / 725 08 26 www.metzgerei-schelkopf.de Region München Gründungsjahr 1912 Produkte 70 hausgemachte Fleisch-und Wurstwaren Spezialität des Hauses Münchner Weißwurst

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ie meisterlich die Qualität ist, erkennt man daran, dass die erprobte Rezeptur der Weißwürste im Hause Schelkopf seit Jahrzehnten nicht mehr geändert wurde. Dazu kommt die Nähe zum Münchner Schlachthof, aus dem täglich frische Ware die Metzgerei erreicht. Das gilt auch für das Salz und die Petersilie aus Bayern. Gleich bleibende Qualität und Sortierung der Zutaten sind besonders wichtig für die beständige Qualität des Endproduktes. Die Beliebtheit der Münchner Weißwurst zeigt sich auch in der wachsenden Nachfrage. Fünfundfünfzig Mitarbeiter produzieren täglich zu den gefragten Weißwürsten, mehr als siebzig verschiedene Fleisch- und Wurstwaren und beliefern damit Großmärkte, Handelsketten, Imbiss- und Gastronomiebetriebe und im Herbst natürlich, das Oktoberfest. Früh Aufstehen heißt es daher für acht Metzgermeister, die Gesellen, Lieferanten und Verkäufer. Besonders erfreulich ist, dass es trotz hoher Anforderungen an das Handwerk keine Nachwuchsprobleme gibt. Die Schelkopfs lieben ihre Arbeit und so freut es, dass auch die Kinder des Ehepaars das ehrbare Handwerk weiter führen wollen.

Als der Vater 1956 mit der alten Metzgerei von der Waltherstraße in das neue Gebäude umzog, war es das erste, zwischen Bombenschutt wiedererbaute Haus. Damals wie heute waren die Anwohner dankbar für hausgemachte Metzgerware in ihrer Nähe. Frische Weißwürste, die traditionell das 12.00 Uhr Läuten nicht hören sollen, werden sehr früh hergestellt. Die Produktion im 500 Quadratmeter großen Rückgebäude beginnt daher um zwei Uhr Nachts. Ab 6.00 Uhr Morgens wird ausgeliefert um die Ware rechtzeitig zum Frühstück in die Geschäfte und Gastronomiebetriebe zu bringen. Das ist heute durch die infrastrukturellen Veränderungen einer Millionenstadt zunehmende Herausforderung für die Inhaber des alteingesessenen Betriebes. Für die Kunden ist es einfacher, denn sie erreichen die Metzgerei sehr gut mit der UBahn. Von der Haltestelle Implerstraße sind es nur etwa 200 Meter zum Ladengeschäft.

Die Brauerei Flötzinger ist die älteste und einzige Privatbrauerei in Rosenheim. Am 13. Februar 1543 erteilt Herzog Wilhelm IV. von Baiern an den Bräu in der Wiesengasse die Braugerechtigkeit. Noch heute liest man diese ehrwürdige Zahl über einem alten, gotischen Tuffsteinbogen am Flötzinger-Stammhaus in der heutigen Kaiserstraße 5.

Wussten Sie schon, … dass der Münchner Stadtarchivar Richard Bauer herausfand, dass die Weißwurst wahrscheinlich sogar noch älter ist, als die Legende besagt. In alten Unterlagen fand Bauer einen Stich aus dem Jahr 1814, auf welchem man Münchner im Bockkeller Weißwürste zuzeln sieht. In einem alten Metzgerhandbuch las er gar, dass die Weißwurst das Selbe ist wie die Maibockwurst, nur weniger scharf gewürzt und mit geringerem Schweinefleischanteil. Daraus schlussfolgerte er, dass die Münchner Weißwurst eine Weiterentwicklung der Maibockwurst ist.

Münchner Weißwurst

Rosenmühle GmbH

Besonderheit Die derzeit gültige Rezeptur für „Original Münchener Weißwürste“ wurde am 15. März 1972 im Amtsblatt der Landeshauptstadt München festgehalten. Das Brät der Münchner Weißwurst enthält Kalb- und Schweinefleisch, Petersilie, Zitrone, Muskat, Ingwer, Kardamom und Zwiebeln. 80 bis 100 Gramm schwer hat die Weißwurst im Mittel eine Länge von ungefähr 12 Zentimetern und einem Durchmesser von 28 bis 32 Millimetern. Traditionell zuzelt man die Weißwurst in Bayern vor dem 12 Uhr Läuten mit Brezen, süßem Senf, einer frischen Mass oder einem Weißbier zum Frühschoppen. Die Würste müssen täglich frisch hergestellt werden, da sie nicht mit Zusatzstoffen haltbar gemacht werden.

Region Niederbayern Gründungsjahr 1898 Produkte 150 Produkte rund um das Mehl Spezialität Weizenmehl Type 405

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MEHL • Rosenmühle GmbH

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evor der Handel mit Lebensmitteln begann, lebten im frühen Mittelalter die meisten Familien als Selbstversorger von ihrer Landwirtschaft. Im Jahr 1204 entschied sich Herzog Ludwig der Kelheimer dazu, wenige Kilometer Isar aufwärts eine Stadt zu gründen und den Fluss zu überbrücken. Das niederbayrische Landshut war wie geschaffen für einen Handelsposten. Es lag zum einen an einer Gabelung der Isar, an der Flöße aus dem Oberland ihre Fracht leicht ausladen konnten und sich Handelswege kreuzten. Zum anderen lag es am Rande der Kornkammer Bayerns. So drehten sich im Landshuter Viertel „Zwischen den Brücken“ bald die Mühlsteine und in der Stadt wuchs ein fortschrittliches Mühlenwesen heran, dessen Tradition so alt ist wie die Geschichte Landshuts. Nach dem bayerischen Volksrecht waren Mühlen öffentliche Gebäude. Daher ist der Nachweis der StammMühlen, Vorläufer der Rosenmühle, aus dem Jahr 1536, gut belegt. 1898 wurde durch die Übernahme verschiedener kleiner Mühlen durch die Krämer-Moos-AG die Vereinigten Kunstmühlen gegründet. 1929 entstand durch die Fusion mit der Kunstmühle Rosenheim, Bayerns damals größte Mühle. Nach dem

Produkte 16 verschiedene Biere 9 alkoholfreie Getränke Spezialität 1543er Weißbier

Die Weißwürste werden in einem Topf mit kalten Wasser langsam erwärmt, kurz vor dem Aufkochen vom Herd genommen und 10 Minuten ziehen gelassen. Kochen dürfen sie auf keinen Fall, da sie sonst platzen.

Veranstaltungen, Märkte, Feste Starkbierfest in Raubling, März Volksfest in Pang, Juni Rosenheimer Herbstfest, August - September Apfelmarkt in Bad Feilnbach, Oktober

Lagerung Am besten frisch, das heißt am Tag der Herstellung verzehren. Sie kann ohne Probleme bei ordentlicher Lagerung im Kühlschrank 2 - 3 Tage liegen.

Bezugsquellen Im Geschäft des Stammhauses, in vielen Münchner Wirtshäusern, Restaurants und Feinkostgeschäften.

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Herstellung Weltkrieges und viele harte Arbeitsjahre bringen eine beachtliche Entwicklung und Stabilisierung des Betriebes. 1960 übernimmt Franz Steegmüller II. das Unternehmen. Er knüpft an die erfolgreiche Familientradition an und es gelingt ihm - stets unterstützt von Ehefrau Martha - das über 465 Jahre alte Brauhaus zu einer angesehenen und modernen Privatbrauerei in Bayern auszubauen. Seit 1987 arbeitet sein Sohn Franz Steegmüller III. im Unternehmen mit und drei Jahre später tritt auch Tochter Marisa Steegmüller in den Betrieb ein. Seit 2002 ist Andreas Pyhrr, Lebensgefährte von Marisa, der dritte Mann in der Flötzinger-Geschäftsführung. Heute werden am Roßacker sechzehn verschiedene Biersorten, viele davon mehrfach preisgekrönt, und neun alkoholfreie Getränke produziert.

Spezialität

Rosenheim

BIER

Für den Sud verwendet der Brauer eine Malzmischung mit über 50 Prozent Weizenmalzanteil. Oft sagt man daher zu Weißbier auch Weizenbier. Der Weizen bringt das typische Aroma in den Sud, das dem Bier seine eigene Note gibt. Neben dieser besonderen Malzmischung arbeitet der Brauer mit einer speziellen Weißbierhefe. Der Biertrinker kann diese Hefe leicht an ihrem ganz besonderen Geschmack erkennen. Bereits der Duft kündigt eine fruchtige Frische an, die mit dem typischen Weizenaroma

Viele Geschichten ranken sich um die Namensgebung des beliebten bayerischen Markenmehls. Die Rose – das Symbol für die Liebe – ist das Signet der Mühle. Die Rosenheimer Kunstmühle ist ein möglicher Namensgeber. Aber auch eine – in alten Zeiten gepflegte Tradition der Müller – wird gern erzählt. So wurden zu den Mehlsäcken gestickte Rosen verschenkt, die von den Bäckersfrauen für allerlei Handarbeiten verwendet wurden. Zahlreiche Briefe, Rezeptideen und Anekdoten, die bis heute handgeschrieben und reich illustriert das Landshuter Werk erreichen, bezeugen die tiefe Verbundenheit großer und kleiner Bäcker zu ihrem Rosenmehl.

Das Mahlen von Mehl ist eine Handwerkskunst, die viel Erfahrung und Sorgfalt erfordert. Gesundes Getreide ist dabei wichtigste Voraussetzung für hochwertige und gleichbleibende Qualitäten, die sich in einer Vielzahl von Mehlsorten mit unterschiedlichen Backeigenschaften widerspiegeln. So hat sich die oftmals Generationen übergreifende Zusammenarbeit mit den Landwirten aus der Region bestens bewährt. Bevor das angelieferte Korn abgeladen werden darf, prüft man zunächst sensorisch ein repräsentatives Muster streng nach vorgeschriebenen Untersuchungsmethoden, ob es frei von Geruch und Schädlingen ist und optisch dem vereinbarten Qualitätsstandard entspricht. Im hauseigenen Labor erfolgt dann die Qualitätsanalyse, indem die Musterkörner gemahlen und anschließend die wichtigsten Qualitätsparameter analysiert werden. So geben Feuchtkleberwert, Proteingehalt oder Fallzahl genaue Auskunft über die angelieferte Weizenqualität. Meldet das Labor keine Mängel, darf der Weizen abgeladen werden. Durch sorgfältigste Reinigung mit einer Vielzahl von hocheffizienten Spezialmaschinen werden Umwelt- und Schadstoffbelastungen gründlich entfernt. Dann wird das Getreide benetzt und steht für circa acht bis zehn Stunden. Nun kann der Mahlvorgang beginnen. Gussstahlwalzen zerkleinern das Korn. Um das reine weiße Mehl zu gewinnen, wird das Gemisch mittels Saugpneumatik nach oben gesaugt. Dort landet es im Plansichter auf diversen Schüttelsieben. Mit jeder Zerkleinerungsstufe werden die Riffel an der Walzenoberfläche feiner. Das Ergebnis: weißes Mehl vermischt mit brauner Kleie. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis das ganze Mehl staubfein und die Kleie vollständig herausgetrennt ist. Luft und Mehl werden wieder voneinander getrennt. Bei laufender Mehlproduktion werden gezielt Stichproben automatisch entnommen. Auch Teigeigenschaften und Teigbeschaffenheit werden z. B. durch das Messen des Dehnwiderstandes im Labor überprüft. Im RosenmehlBackstudio wird zusätzlich jede ermüllerte Mehlcharge vor Verlassen des Hauses probeweise verbacken. Nur wenn alle Kriterien den hohen Ansprüchen der Qualitätssicherung entsprechen, ist das Gelingen garantiert und das Mehl darf das Zeichen der Rose tragen.

Spezialität

MEHL

Wussten Sie schon …dass die Geschichte des Weißbieres vor 5000 Jahren begann? In Ägypten etwa legte man Fladenbrote aus Weizen und Hefe in Wasser ein und brachte diese Mischung zum Gären. Das Weißbier war geboren. In Deutschland kennt man das Weißbier seit ca. 3000 Jahren.

Apfel-Kartoffel-Reibekuchen

mit Meerrettichsauce

mit Alpensahne-Meerrettich

500 g Rinderknochen 1 Zwiebel 2 Bund Suppengrün 6 weiße Pfefferkörner 1/2 Bund Petersilie

Zubereitung Aus Knochen, Zwiebel, Suppengrün, Pfeffer, Petersilie und 3 l Wasser eine Brühe zubereiten, nach 60 Minuten das Fleisch zufügen und gut 2 Std. leise sieden, nicht kochen lassen.

1 kg Tafelspitz 20 g Mehl 20 g Butter

Besonderheit

Lagerung

Die Spezialität des Hauses ist die 1543er Hefe-Weiße. Das kräftige, würzige und bernsteinfarbene Weißbier würdigt das Gründungsjahr der Brauerei. Neben Fest-Märzen, feinwürzigem Hellen, Ruß oder Radler, gehört das Flötzinger Weißbier zu den Favoriten in Rosenheim Stadt und Land.

Besonderheit Eine Besonderheit des Flötzinger Weißbieres liegt in seiner Flaschengärung. Ähnlich wie bei der Champagnerherstellung wird eine zweite Gärung in der Flasche durchgeführt. Diese Arbeitsweise ist wesentlich aufwendiger, doch das fertige Weißbier zeigt den Unterschied zur einfachen Tankgärmethode überdeutlich: Das feine Hefearoma entfaltet sich erst während der Flaschengärung richtig. Auch die Kohlensäure wird mit dieser Methode optimal eingebunden und das Bier erhält seine typische Frische und Spritzigkeit. Der Verlauf der Flaschengärung wird vom Brauer ständig überprüft und erst wenn der ganze Extrakt vergoren ist, kommen die Flaschen zum Verkauf.

Verzehrtipp

Tafelspitz

Zutaten (für 2 Portionen)

Die Semmel wird aus Weizenmehl, Hefe, Wasser, Salz, Zucker und eventuell Backmargarine, Speiseöl oder Schweineschmalz hergestellt. Die Verwendung eines guten Mehls ist wichtig um eine gelockerte Krume und gleichmäßige Porung zu erhalten. Damit wird die Semmel auch locker aber schnittfest, ist gut bestreichbar und bekommt ein ausgeprägtes Gebäckaroma, das jedoch nach einigen Stunden verfliegt Durch ihr großes Volumen erhält sie einen hohen Anteil an rescher Kruste. Die Oberfläche wurde ursprünglich durch aufwendiges Wirken des Teiges erzeugt, heute wird in der Regel ein Stempel auf das angegarte Teigstück gedrückt. Charakteristisch für die Münchner Mundsemmel ist die kreuzförmige Oberseite.

Wussten Sie schon, … dass Weizen das weltweit am häufigsten angebaute Getreide ist, zur Familie der Gräser gehört und von den Urgräsern Emmer und Einkorn abstammt? … dass Weichweizengrieß zu den beliebtesten Grießsorten gehört und aus dem reinen Korn ohne Schalen besteht? Er eignet sich hervorragend für herzhafte Gerichte wie Knödel, Aufläufe oder die bayerische Griesnockerl, aber auch für süße Speisen wie Grießbrei, Desserts und Kuchen.

1543er Weißbier optimal harmoniert. Die kräftige Malznote wird getragen von einer Leichtigkeit, wie sie nur beim Weißbier auftritt. Der etwas höhere Gehalt an Kohlensäure unterstreicht diese spritzige Note. Die Verwendung von reichlich Hefe mit langen Reifezeiten sowie handwerkliche Flaschengärung in Verbindung mit einer ausgesuchten Mischung von Weizenmalz, dunklem Gerstenmalz und geschmacksintensivem Karamellmalz geben dem Flötzinger 1543er Weizenbier sein markantes, vollmundiges und aromatisches Geschmacksprofil. Serviert im Brauerstutzen zeigt es seine kräftige Bernsteinfarbe.

Schmankerltipp: Jedes Jahr zur Wiesn-Zeit produziert die Bäckerei Bergmeister aus Rosenheim ein deftig-würziges 1543er Weißbierbrot, das besonders in der „fünften Jahreszeit“ zu Brotzeiten serviert wird.

BIER • Brauerei Flötzinger

Das Wort „Semmel” stammt wahrscheinlich vom lateinischen „semula” ab, einem Weizengebäck, das in Süddeutschland zurückblieb, nachdem die Römer wieder abgezogen waren. Sie besteht aus normalem Weißbrotteig, der aus 405er bzw. 550er Weizenmehl hergestellt wird. Sie ist rund und weist auf der Oberseite ein spiral- oder kreuzförmiges Muster auf.

Verzehrtipp

„Dem Guten treu“, das ist gelebte Tradition und aufrichtige Brauerethik der Familie Steegmüller. Altes Wissen wird sorgsam mit modernster Brautechnik vereint. Man erfährt Familienzusammenhalt und Disziplin, weiß wer man ist und steht doch mit beiden Beinen auf dem Boden. Unter den Mitarbeitern herrscht eine familiäre Atmosphäre und man merkt, dass sie mit Freude bei der Arbeit sind. Die Traditionen der Region sind tief in den Menschen verwurzelt. Das zeigt sich vor allem beim Einmarsch zur Rosenheimer Wiesn, den die Familie vollzählig zelebriert. Drei Generationen stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bayerischer Braukultur und die konzentrierte Präsenz der Familie lässt ahnen, dass die Arbeitstage die Festtage überwiegen. Freude findet die Familie Steegmüller jedoch an Beidem. Die vier Enkelkinder der Familie zeigen an diesem Tag ihre helle Begeisterung, wenn aufwendig geschmückte Pferdekutschen, heitere Blasmusik und fesche Bedienungen den Marsch durch die Stadt, zum größten Oberbayerischen Herbstfest, beginnen.

Vorzüglich passt die 1543er Hefe-Weiße zu deftigen Speisen wie herzhaften Brotzeiten, knusprig gebratenem Hendl oder Schweinsbraten. Sie ist jedoch ein vielseitiger Essensbegleiter, weil sie durch ihre prickelnde Frische auch sehr gut mit leichter Küche kombinierbar ist.

Lagerung Bier ist ein Frischeartikel. Es sollte stets kühl und dunkel gelagert und frisch gezapft sofort getrunken werden.

Bezugsquellen In ca. 300 Wirtschaften und in über 700 gut sortierten Getränkemärkten.

BIER • Brauerei Flötzinger

Semmel

Schmankerltipp: Weizenmehl Type 405 ist beim Verbraucher am beliebtesten, da es sich im Haushalt universell verwenden lässt. Kuchenund Plätzchenteige sowie Süßspeisen (Foto oben: Kaiserschmarrntorte) gelingen mit ihm am besten.

eute befindet sich im ehemaligen Stammhaus der Gasthof Flötzinger Bräu mit Hotel. Im Zentrum von Rosenheim gelegen, kann man hier ein gemütliches Hotelzimmer buchen und natürlich gibt es zum guten Bier der Brauerei auch original Bayerische Schmankerl. In der langen Geschichte des Brauhauses wird das Unternehmen ständig weiter aufgebaut. Im Jahre 1710 erwirbt der wohlhabende Bürger Georg Fletzinger aus Ramerberg die Brauerei. Es gelingt ihm durch Ankauf von Grundstücken und Gebäuden die Besitzungen erheblich zu vermehren. Er wird zum Namensgeber der Brauerei, die über die Jahrhunderte schwere Stadtbrände, Pest und Kriege übersteht. Um dem immer wiederkehrenden Inn-Hochwasser zu entkommen, übersiedelt die Brauerei 1910 von der Kaiserstraße an den Roßacker. 1934 übernehmen Maria Steegmüller (geb. Krichbaumer) und Franz Steegmüller I. die Führung der Flötzinger Brauerei. Er ist gelernter Architekt, geschickter Kaufmann, passionierter Zigarrenraucher und natürlich Bierliebhaber. Durch ihn erhält die Brauerei starke Impulse. Das Überstehen des Zweiten

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Ergolding

Geschichten Rosenmühle GmbH Meisenstraße 32 84030 Ergolding Tel. 0871 / 78 09-0 Fax 0871 / 78 09-11 www.rosenmuehle.de www.rosenmehl.de

Gründungsjahr 1543 (Älteste und einzige Privatbrauerei im oberbayrischen Rosenheim)

Verzehrtipp

Herstellung Zweiten Weltkrieg machten betriebswirtschaftliche Überlegungen die Integration der Rosenheimer Mühlenkapazität in das Landshuter Werk notwendig. Da eine Erweiterung der Mühle auf der Hammerinsel in Landshut aus städtebaulichen und infrastrukturellen Gründen nicht möglich war, entschloss sich das Unternehmen 1975 zur Betriebsverlegung nach Ergolding. Mitte 1977 begann die Produktion am neu erbauten Standort. Heute ist die Landshuter Rosenmühle ein gesundes und innovatives bayerisches Unternehmen, das mit großem Engagement geführt und ständig weiterentwickelt wird. Sie zählt zu den führenden und modernsten Getreidemühlen weltweit und ist auf gehobenem Niveau zertifiziert nach International Food Standard. Das stabile Wachstum des Unternehmens verdankt es vor allem seinen Mitarbeitern, die schon seit Jahrzehnten mit ihrem Betrieb eng verbunden sind.

H

Flötzinger Brauerei Privatbrauerei Franz Steegmüller KG Herzog-Heinrich-Straße 7 83022 Rosenheim Tel. 08031 / 36 63 - 0 Fax 08031 / 36 63 - 90 www.floetzinger.com

Die Weißwurst ist eine Münchner Spezialität. Die Legende sagt, dass der Moser Sepp die Weißwurst am 22. Februar 1857 im Gasthaus zum „Ewigen Licht” am Marienplatz aus der Not heraus produzierte. Ihm gingen die dünnen, für Kalbsbratwürstel gebräuchlichen Schafsailtlinge aus. So füllte er das Brät in die etwas dickeren Schweinedärme. Die Weißwurst war geboren.

FLEISCH- UND WURSTWAREN • Ludwig Schelkopf GmbH & Co. KG

„Nimm gutes Mehl, nimm besseres Mehl, am besten nimm gleich Rosenmehl“. Seit Generationen ist diese Empfehlung bei den Verbrauchern lebendig. Ein anderes Sprichwort sagt: „Wenn Treue Spaß macht, ist es Liebe“. Und auch darin verbirgt sich das Erfolgsgeheimnis um das Mehl mit der Rose.

Brauerei Flötzinger

München

Geschichten Bedingungen in saubere Naturdärme gefüllt. Der Darm bestimmt nicht nur Farbe und Form der Weißwurst, sondern sorgt auch für die Qualität des Verzehrs. In Bayern wird die Wurst traditionell „gezuzelt“, deshalb soll das Brät locker aus der Haut gehen, ohne zu kleben, zu wässern oder zu bröseln. Die Verarbeitung geht schnell und präzise ohne Kontakt mit Fremdmaterialien oder unnötigem Luftkontakt vonstatten. Gleich anschließend werden die rohen Weißwürste zum Brühen in das vorbereitete Wasser des Wurstkessels gelegt. Gleichmäßig bekommen alle die richtige Temperatur. Nicht zu dicht dürfen sie liegen, so ziehen sie genau bis zum optimalen Zeitpunkt. Dabei verwandeln sie sich von eben noch frisch-rosa beim Brühen zur Weißwurst und kann nun kesselfrisch zum Verzehr. Schmankerltipp: Wird eine Weißwurst älter als 3 Tage, so kann man sie in dicke Scheiben schneiden, panieren und braten. Serviert mit einer Senfsoße und gedünstetem Mischgemüse wird sie auch so zu einem schmackhaften Essen.

FLEISCH- UND WURSTWAREN • Ludwig Schelkopf GmbH & Co. KG

Spezialität

Die original Münchner Weißwurst wird aus Kalb- und Schweinefleisch, mit Zwiebeln und frischer Petersilie zubereitet. Wie der Name sagt, sollte die Farbe der Wurst weiß und die Textur fein, locker und leicht flaumig sein. Bis zu einhundert Kilogramm Petersilie werden im Hause Schelkopf täglich in Handarbeit von den Stilen befreit, dabei kommt es auf die Sorte und natürliche Gärtnerware an. Es bleiben nur die feinen Blattspitzen, die den dezenten aber unverkennbaren Kräutergeschmack ergeben. Auch die Zwiebeln werden frisch und nicht gefroren verarbeitet, damit Säuerungsprozesse vermieden werden. Zügig wird das sorgsam gekutterte Brät unter strengen hygienischen

200 g Schlagsahne 2 - 3 EL Schamel Bayerischer Meerrettich Salz, Zitronensaft

Zutaten (für 6 Stück) 1 Zwiebel 300 g Kartoffeln 1 Apfel (150 g) 1 Ei 2 EL Mehl 1 TL gehackte Petersilie

Für die Sauce das Mehl in der Butter hellgelb anschwitzen und 300 ml Brühe sowie die Sahne hineinrühren. Unter weiterem Rühren 10 Min. kochen lassen und mit Schamel Meerrettich, Salz, Zucker, Zitronensaft und Worcestersauce würzen.

150 g Räucherlachs 6 EL Schamel AlpensahneMeerrettich Salz, Pfeffer Öl zum Braten

Die Reibekuchen mit dem Räucherlachs belegen und mit Schamel AlpensahneMeerrettich und etwas Dill garnieren.

Tafelspitz quer zur Faser aufschneiden und mit etwas Brühe, der Sauce und Schnittlauch-Röllchen anrichten. Dazu: Bouillon- oder Salzkartoffeln.

Am besten passt die in der Früh gebackene Semmel zum Frühstück mit Butter und Honig oder Marmelade. Aber auch zur Brotzeit mit Wurst, Käse, Fisch oder Leberkäse ist die Semmel eine ideale Begleitung.

Die Kruste ist goldgelb und bei trockener Lagerung bleibt die Semmel vier bis sechs Stunden knusprig. Hart gewordene Semmeln können zu Knödelbrot verarbeitet werden und bilden die Basis für den bayerischen Semmelknödel.

Bezugsquellen

www.schamel.de

Alle Bäckereien in Bayern.

30 MEHL • Rosenmühle GmbH

REZEPTE

Kartoffeln und Apfel mit Zwiebel, Ei, Mehl, Petersilie, Salz und Pfeffer mischen. In einer beschichteten Pfanne portionsweise in 3 EL Öl sechs Reibekuchen backen (von jeder Seite ca. 3-4 Minuten).

etwas Dill zum Garnieren

1 kräftige Prise Zucker 1-2 EL Worcestersauce

Zubereitung Zwiebel schälen, fein reiben und in eine Schüssel geben. Kartoffeln schälen, waschen und grob reiben. Den Apfel waschen, Kerngehäuse entfernen und ebenfalls grob reiben.

www.schamel.de

Sauerteigbrot

Zutaten (für ein Brot)

Zubereitung

2/3 der Mehlmenge in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken und Hefe, Zucker und etwas Wasser miteinander vermengen. Es soll ein weicher Brei entstehen. Diesen mit etwas Mehl ½ Teelöffel Zucker zudecken. Nun an den Rand der Schüssel 500 ml Wasser das Salz und die Gewürze legen. Wenn 3 Teelöffel Salz sich das Dampferl schön entwickelt hat, 3 - 4 Teelöffel Brotgewürz das restliche Wasser und den Sauerteig 1 Tasse Sauerteig backfertig zugeben. Dann das Ganze mit der Teigkarte oder mit der Rührmaschine zu einem Teig, der eher noch weich ist, zusammenfügen. Restliches Mehl zugeben und kneten. Wenn der Teig noch zu weich ist, etwas Mehl hinzugeben. Aber Achtung: Wir können kein Wasser mehr zugeben! Ziel ist ein nicht zu harter Teig (Konsistenz wie Strudel). Diesen kneten wir so lange, bis er schwitzt. Am besten schwitzen wir dann auch. So circa acht bis zehn Minuten. Der Teig sollte schön geschmeidig sein. Nun den fertigen Teig in eine bemehlte Schüssel geben oder auf der Arbeitsfläche mit einer Schüssel zudecken. Etwa 1 Stunde gehen lassen. Den Teig von außen nach innen falten. Nun die Luft herausdrücken, nicht kneten. Jetzt wird das Brot in ein bemehltes Gärkörbchen gesetzt. Je nach Raumtemperatur gehen lassen, bis es sich fast verdoppelt hat. Bei Dinkelmehl nicht übergehen lassen, sonst wird das Brot recht flach. Den Backofen auf 250 Grad vorheizen. Unser Brot nun auf das Blech stürzen (vorsichtig) und auf der mittleren Schiene in den Ofen geben. Mit einem Wassersprüher etwa 10-mal an die Innenwand des Ofens sprühen und diesen schnell schließen (wichtig für die Bräunung und das Aufgehen des Brotes). Nach ca. 10 Minuten zurückschalten auf normale Kuchentemperatur. 50 Minuten ausbacken. Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopfen hohl klingt. 500 g Roggenmehl Type 1150

Dinkelplätzchen

Zutaten (für ca.12 Stück) 400 g Dinkelmehl

500 g Dinkelmehl Type 1150

250 g Butter

1 Päckchen Trockenhefe oder

150 g brauner Zucker

1 Würfel Frischhefe

2 Eier

www.naturkostmuehle.de

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Zubereitung Zwei Rollen formen, einige Stunden kalt stellen. In Scheiben schneiden und 15 bis 20 Minuten bei 180 Grad backen.

20 g süße gehackte Mandeln

Die Kekse tragen zu einer erheblichen Lei-

20 g Zimtpulver

stungssteigerung, zu einer guten Durchblutung

20 g Muskatpulver

des gehirns und ganz allgemein zu einer Erhö-

10 g nelkenpulver

hung der Vitalität bei. Sie werden von Schülern

1 Messerspitze Salz

und Studenten gerne bei Prüfungen eingesetzt,

etwas Wasser

weil sie fit machen und zu klaren Gedanken führen. Allgemein sorgen sie für gute Laune und Erhöhung der Kreativität. Hinweis: Tagesmenge 3 bis 5 Kekse (Erwachsene) nicht überschreiten.

www.drax-muehle.de REZEPTE

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Nur wer selbst glüht, kann andere

anfeuern!

Jeder kennt solche Menschen. Viele bewundern oder beneiden sie. Und nicht wenige hassen sie geradezu, weil diese Menschen etwas „an sich haben“, was ihnen selbst fehlt. Menschen, die in der Lage sind, andere zu begeistern, sie mitzureißen und in ihnen das Feuer der Leidenschaft für eine Sache zu entzünden. Scheinbar mühelos gelingt es ihnen, andere im wahrsten Sinne des Wortes zu motivieren (lat. motus = Bewegung), zu bewegen zu neuem Denken, Handeln oder Fühlen! Was unterscheidet diese Menschen von anderen? Warum gelingt ihnen, worum sich andere vergeblich mühen? Gibt es einen Trick oder ein Geheimnis? Ist dieses Talent nur wenigen „auserwählten“ Menschen vorbehalten? Die Voraussetzungen

Was einfach klingt, ist keineswegs leicht!

Bei einem näheren Blick auf diese „Auserwählten“ fällt zunächst auf, dass es sich um Menschen beiderlei Geschlechts und jeder Altersgruppe handelt und dass beileibe nicht von einem einheitlichen Bildungsniveau gesprochen werden kann. Da steht der von seinen Studenten bewunderte Professor für Quantenmechanik direkt neben dem ehrenamtlichen Trainer der Fußball F-Jugend und der Lehrerin, die stets den Respekt und die Aufmerksamkeit auch der „schwierigen Schüler“ der Klasse hat. Ganz offensichtlich handelt es sich also weder um eine Frage des Alters oder Geschlechts noch um eine des IQ.

Versetzen Sie sich dazu nur einmal in die letzte Situation, in der Sie sich so richtig über jemanden geärgert haben. Vermutlich müssen Sie dazu nicht weit zurückdenken, denn schließlich gibt es täglich Anlässe, die einem die Zornesröte ins Gesicht treiben können. Wäre es Ihnen in der Situation wohl leicht gefallen, den Ärger oder die Wut zu akzeptieren und darüber hinaus auch noch einzuschätzen, wie sich Ihre Wut gerade auf andere Menschen in ihrer Umgebung auswirkt? Denkt „man“ in einer so angespannten Situation überhaupt noch an andere oder hat einen nicht vielmehr die Wut oder die Trauer oder der Ärger fest im Griff?

EQ - Des Rätsels Lösung

Selbst-Motivation bedeutet die Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit, die Fähigkeit, sich selbst unabhängig von finanziellen Anreizen oder Status anfeuern zu können. Während viele Arbeitnehmer ihr Gehalt als eine Art „Schmerzensgeld“ betrachten, bezieht der Selbst-Motivierte seinen Antrieb aus der Arbeit, der Aufgabe selbst.

Die Spur wird heiß, sobald wir uns der jüngeren Schwester des Intelligenz-Quotienten, der Emotionalen Intelligenz, auch EQ genannt, zuwenden. Diese setzt sich aus den Teilaspekten Selbst-Bewusstheit, Selbst-Motivation, Selbst-Steuerung, Empathie und soziale Kompetenz zusammen. EQ stellt also ein System aufeinander aufbauender, einander ergänzender und bedingender Faktoren dar. Selbst-Bewusstheit bedeutet die Fähigkeit eines Menschen, seine Stimmungen, Gefühle und Bedürfnisse zu akzeptieren und zu verstehen und die Fähigkeit, deren Wirkung auf andere einzuschätzen.

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Fast überflüssig zu erwähnen, dass dies nur gelingen kann, wenn die Arbeit dem Menschen entspricht, wenn sie sich in anderen Worten mit den wichtigsten Bedürfnissen und Werten dieses Menschen im Einklang befindet. Das setzt freilich voraus, dass dieser Mensch seine wahren Bedürfnisse und Werte kennt und darüber hinaus den Mut hat, diese auch zu leben.


Und wieder gilt: Was einfach klingt, ist nicht unbedingt leicht! Vielleicht ist Ihnen das ein oder andere Ihrer Bedürfnisse nur allzu bewusst. Und doch müssen Sie womöglich schmerzhaft feststellen, dass Sie es viel zu wenig leben – weil „man“ das nicht tut, weil es „zu teuer“ oder „unmoralisch“ ist oder weil Sie das Thema schlicht auf den „Sanktnimmerleinstag“ verschoben haben. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind Ihre Bedürfnisse und in der Konsequenz Ihre Lebendigkeit. Das Leben lässt sich nicht aufschieben und niemand weiß, was morgen sein wird! Selbst-Steuerung bedeutet die Fähigkeit, planvoll zu handeln in Bezug auf Zeit und Ressourcen, insbesondere auch die eigenen inneren Ressourcen. Das erfordert natürlich ein entsprechendes Maß an SelbstBewusstheit, da die eigenen Ressourcen sonst nicht richtig erkannt, unzureichend wahrgenommen oder überschätzt werden. Burnout! Dieses Schlagwort allein genügt, um deutlich zu machen, wie schnell die Fähigkeit der Selbst-Steuerung abhanden kommen kann – mit gravierenden negativen Folgen für den Betroffenen. Die Fähigkeit zur Selbst-Steuerung bedeutet also insbesondere auch, zum richtigen Zeitpunkt „NEIN“ zu sagen, um sich selbst nicht zu überfordern und dauerhaft leistungsfähig zu bleiben. Wie schwer es ist, dieses „nein“ auszusprechen, bedarf in Zeiten der Wirtschaftkrise, der gefährdeten Arbeitsplätze und der permanenten Erreichbarkeit keiner weiteren Erläuterung. Empathie ist die Fähigkeit, emotionale Befindlichkeiten anderer Menschen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Sie bildet gleichsam den Widerpart zur Selbst-Bewusstheit, womit sich zugleich auch die Herausforderung in diesem Bereich ergibt. Sie besteht im Spannungsfeld zwischen dem Eingehen auf das Gegenüber und dem Respektieren eigener Bedürfnisse und eigener Ressourcen. Nicht ohne Grund ereilt das Burnout-Syndrom besonders häufig Menschen, die in sozialen Berufen tätig sind, deren Arbeit also ganz maßgeblich im Eingehen auf die Bedürfnisse anderer besteht. Auch hier sind deshalb Selbst-Bewusstheit und Selbst-Steuerung von größter Bedeutung. Soziale Kompetenz schließlich ist die Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und tragfähige Beziehungen aufzubauen, auch Beziehungsmanagement oder Netzwerkpflege genannt.

Empathie ist die Fähigkeit, emotionale Befindlichkeiten anderer Menschen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren.

Und selbst dieser so gesellig klingende Faktor verdient den genauen Blick auf seine Herausforderungen: Denn während der Mensch grundsätzlich auf soziale Kontakte angewiesen ist und ohne sie emotional verkümmert, kann ein „Zu viel“ auch hier negative Folgen haben. Die Vielzahl an Foren, Gruppen, Netzwerken und Communities, verbunden mit den Möglichkeiten des virtuellen Netzwerkens und der elektronischen Kontaktpflege, kann leicht zu einer Überforderung des Einzelnen führen: Jeder Kontakt will – sorgfältig – gepflegt und jede Anfrage – sofort – beantwortet sein. In Amerika existiert bereits das entsprechende Krankheitsbild des „notebook-blackberry-handy-internet-abhängigen“ Menschen, der nicht in der Lage ist, einem länger als 2 Minuten seine Aufmerksamkeit zu schenken und – ohne es selbst zu merken – mitten im Gespräch beginnt, z.B. seine letzten E-Mails zu checken. Und wieder sind es Selbst-Bewusstheit und Selbst-Steuerung, die diese negativen Auswirkungen vermeiden helfen.

Jeder kann glühen! So herausfordernd diese Punkte klingen mögen, so sicher und einfach (nicht leicht!) kann sie jeder Mensch in seinem eigenen Leben verwirklichen: Es gilt schlicht, ausgetrampelte Pfade zu verlassen und den eigenen Weg zu gehen. Nehmen Sie sich immer wieder ganz bewusst Zeit für sich selbst und für Ihre Bedürfnisse! Lernen Sie sich und Ihre Werte immer wieder und immer besser kennen! Seien Sie immer öfter ganz Sie selbst! Dann werden auch Sie ein „Auserwählter“ sein! Institut für mentale Leistungssteigerung Dr. jur. Matthias H.W. Braun Unterrain 2 83104 Ostermünchen FON +49 8067 180 - 899 Fax +49 8067 180 - 900 Mobil +49 175 2 085 087 www.drbraun-mentalcoach.de

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SPEZIALITÄT BAYERN

Mein Blondes - Belebt wie ein Tanz im Sommerwind, lockt zu leichten Speisen Über die Freiheit

TAP 1

Ich bin frei dachte der Geist und kreiste um sich. Ich bin frei dachte die Erde und kreiste um die Sonne. Ich bin frei dachte die Sonne und kreiste in der Galaxie. Ich bin frei dachte die Galaxie und kreiste im All. Ich bin frei dachte das All und kreiste um sich. Wusste ich’s doch dachte der Geist.

Mein Kristall - Erfrischt mit genussvollem Prickeln Leib und Seele Über die Gerechtigkeit

TAP 2

Gerechtigkeit gibt es nicht – nicht auf dieser Welt! Bin ich gerecht zu dieser Welt? Gerechtigkeit erfahren heißt Gerechtigkeit zulassen – auch für mich!

Mein Alkoholfreies - Ein Weissbier mit Muskeln weckt die Lebensgeister auch ohne Alkohol Über die Hoffnung Die Hoffnung stirbt zuletzt – so sagt man. Und ist sie dann gestorben, so gibt es keine Hoffnung mehr! TAP 3

Mein Grünes - Ein Hauch von Frühlingsfrische, ideal zu edlem Grünzeug Über die Weisheit Die Weisheit der Welt teilt sich dir mit. In allem und durch alles – Du musst nur zuhören. Und sehen, vor allem aber spüren. TAP 4

Meine Hopfenweisse - Ein hopfiges Feuerwerk – ein ganz neues Weissbiererlebnis Über den Mut

TAP 5

Ich ließ mich ein auf diese Welt – mit Mut. Ich ließ mich ein auf dieses Leben – mit Mut. Ich ließ mich ein auf den Moment – mit Mut. Warum jetzt so verzagt nur für den nächsten Augenblick? Nur Mut!

Unser Aventinus - Tiefgründig und voll Feuer – für die großen Momente am Kamin Über die Liebe Fast alles schon gesagt! !sträwkcür thcin ruN EBEIL TAP 6

Unser Original - Die ganze Fülle der Weizenwelt passt zu allen herzhaften Genüssen Über die Tradition

TAP 7

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Ein kleines Rad im Lauf der Zeit. Es nimmt die Kraft aus der Vergangenheit und gibt sie in die Zukunft weiter. Die Kraft ist´s die uns stets bewegt, die Glaube, Liebe und die Hoffnung pflegt. Das kleine Rad sieht´s frei und heiter.


BAYERNS BESTE

Ich habe versucht, Geschmack zu malen Schneider Weisse geht neue Wege, mit 7 Weissbier-Spezialitäten in ungewöhnlicher Ausstattung

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eit Herbst 2009 zeigen sich die Schneider Weisse-Spezialitäten in neuem Gewand. Unter dem Motto „Freiheit, Fantasie, Fröhlichkeit“ wurden die Etiketten grundlegend neu gestaltet und tragen nun die Handschrift des amtierenden Brauereichefs Georg Schneider VI. – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat sie persönlich benannt und auch das Layout stammt vom Braukünstler selbst. Beim Entwurf ging er nach dem Prinzip vor, dass das Erscheinungsbild dem geschmacklichen Eindruck folgen muss.

Ich wollte meine Weissbier-Spezialitäten durchnummerieren, aber statt „Nr.“ etwas Eigenständiges haben. So kam ich auf TAP. Diese Bezeichnung kommt ursprünglich aus dem Englischen, bedeutet „vom Fass“. Was „on tap“ ist, ist gleichzeitig die besondere Empfehlung des Wirtes. Ich bin wild entschlossen TAP der bayerischen Sprache einzuverleiben.. Georg Schneider VI.

Weissbierbrauer Georg Schneider VI. erklärt warum er unter die Künstler gegangen ist: "An sich wollte ich endlich wieder eine einheitliche Linie in die Produktetiketten bringen, die Entwürfe der Agenturen haben mich aber nicht überzeugt, weil sie nichts mit dem Inhalt zu tun hatten. Darum habe ich meine Weissbiere von Kunden, Freunden und Bierexperten beschreiben lassen und drei Fragen gestellt: Woran erinnert euch dieser Geschmack? Was macht dieses Bier mit euch? Wozu könnte es passen? Die Ergebnisse waren recht eindeutig und das wollte ich abbilden. Ich habe versucht, Geschmack zu malen.“ Die neue Ausstattung erleichtert die Unterscheidung der einzelnen Charaktere innerhalb der Schneider Weisse-Weissbierfamilie und lässt auf die geschmacklichen Eigenheiten schließen. Somit hat jede Schneider Weisse-Spezialität ihr passendes Kleid erhalten, ist aber trotzdem als Mitglied der Familie erkennbar. An den traditionell bewährten Rezepturen und am Geschmack hat sich selbstverständlich nichts geändert.

Die Schneider Weisse-Weissbierfamilie in neuem Gewand. Die Etiketten tragen die Handschrift von Georg Schneider VI. Vom Braukünstler stammen auch die Gestaltung und die Bildmotive.

Ein Streitwagen mit Sonnenrädern trägt das weiß-goldene Schneider-Fass mit den leuchtenden Flügeln der Fantasie. Es enthält sieben verschiedene Weißbiere, darunter solche, die alle Erfahrungen sprengen. Unter dem Motto „Freiheit, Fantasie, Fröhlichkeit“ wird damit das Recht auf den persönlichen Geschmack behauptet und zum Ausbruch aus stumpfsinnigen Gewohnheiten ermutigt.

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SPEZIALITÄT BAYERN

Münchner Geschichten: Metzgerei Magnus Bauch

Magnus sen. und Betty Bauch gründeten die Metzgerei 1953

Metzger aus Leidenschaft: Magnus jun. und Parwathi Bauch 2010

F

ragt man heute einen Münchner, wo man den besten Leberkäs oder die beste Weißwurst bekommt, ist die Antwort ziemlich sicher – „beim Bauch“. Das gilt auch von Amtswegen, denn als die Münchner Metzger-Innung 2009 den jährlichen Weißwurst-Test durchführte, bekommt er zum sechsten Mal ohne Unterbrechung Gold. Verdiente Anerkennung für kontinuierliche Spitzenleistungen, wie auch die Ehrung der Besten in Folge, 70 DLG- und zwei Bundesehrenpreise. Den Grundstein für den Erfolg der heutigen Großmetzgerei Magnus Bauch haben Magnus und Betty Bauch am 1.Oktober 1953 mit der Eröffnung ihrer kleinen Metzgerei in der Murnauer Straße in München gelegt. Bevor das Ehepaar den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, hatte es sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Betty Bauch hatte eine zweijährige Ausbildung beim renommierten Metzger Frank in der Münchener Schäfflerstraße absolviert und Magnus Bauch sen. verbrachte seine Lehrjahre in der Metzgerei der Eltern und im großelterlichen Betrieb in Bad Aibling. Der Umsatz am Tage der Eröffnung belief sich zwar auf 420,00 DM – für damalige Verhältnisse eine überaus stolze Summe, doch als nach zehn Jahren der Mietvertrag in der Murnauer Straße auslief, zog man trotzdem in den zentraler gelegen Standort, in die Thalkirchner Strasse 63, direkt am Schlachthof. Am 2. Mai 1962 gingen dort die ersten Würste über die Ladentheke. Bereits sieben Jahre vorher hatte der Stammhalter Magnus Bauch jun. das Licht der Welt erblickt. ,„I werd a mal a Metzder“, verkündete der kleine Magnus voller Überzeugung. Doch bis der Junior das Unternehmens übernehmen konnte, sollte noch viel Wasser die Isar hinabfließen.

Arbeit braucht Sinn Magnus Bauch arbeitet nicht – er geht seiner Berufung nach! Der charmante Metzgermeister ist ein liebevoller Patriarch. Seine Mitarbeiter gehören praktisch zur Familie und haben mit Fleiß und Energie den Betrieb mit aufgebaut. Einer von Ihnen war Willy Wiedl, Musikant, Metzgermeister und erster Betriebsleiter. Er wirkte über 30 Jahre prägend auf Magnus Bauch und die Qualität der Metzgereiprodukte. Heute macht Wilhem Wiedl gelegentlich wieder Musik, z. B. gemeinsam mit seiner Tochter Angela Wiedl in der Musikantenstadl-Tournee 2010.

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Die Mitarbeiter kommen aus zehn Nationen und können mit Unterstützung des Betriebes alle gewünschten Weiterbildungswege gehen. Nachwuchsprobleme kennt Magnus Bauch nicht. Jedes Jahr stellt er zwischen zwei und vier Azubis ein, um die er sich besonders kümmert – auch dann, wenn es mal schwierig wird. Das wiederum ehrte die Stadt München 2010 mit dem Erasmus-Grasser-Preis, welcher unter anderem für besonderes Engagement in Ausbildungsbetrieben vergeben wird. Der Ton im Betrieb ist bestimmt, es herrscht familiäre Strenge und jeder weiß, was er zu tun hat. Es ist, als wäre es Zeitverschwendung für Magnus Bauch, Mittelmäßigkeit zu produzieren, denn seine "immer-wieder-Kunden" wollen beste Produkte kaufen und nur diese werden weiterempfohlen. Das macht Sinn, denn zum einen ist ihm nicht wurst, was in der Wurst ist und zum anderen ist die sinnvolle Herausforderung, höchste Qualität zu erzeugen, tägliche Bewährungsprobe, denn er liebt die so wertvolle wie notwendige Anerkennung seiner Kunden. Mit seiner Frau Parwathi, 14 Meistern und 80 Mitarbeitern macht das Team aus wertvollen Rohstoffen hochwertige und schmackhafte Produkte. Frische und Qualität garantiert neben den qualifizierten Mitarbeitern auch die Nähe zum Schlachthof. Die Kunden können aus über 140 täglich frisch hergestellten bayerischen Fleisch- und Wurstspezialitäten wählen. Absolute Renner in der Kunden-Hitliste sind die Weißwürste und der exzellente Leberkäs in vielen Variationen – auch auf der Münchner Wiesn. So serviert unter anderem Wiggerl Hagn seit vielen Jahren ausschließlich Schmankerl aus dem Hause Bauch in seinem Löwenbräu-Festzelt.

Rote Ampeln, Stau und Feste Auch Franz-Josef Strauß, der ehemalige bayerische Ministerpräsident, war ein guter Kunde der Metzgerei. Einmal kam er zu Weihnachten in seinem Wagen vorgefahren und verlangte eilig Einfahrt in den Hof. „Mach schnei auf, meine Bodyguards suacha mi scho – über Rot fahr` bloß i und net de.“ Nur so war es ihm möglich, in Ruhe und unbeobachtet seine Weihnachtseinkäufe zu machen. Ein anderer, überaus treuer Kunde war über Jahre hinweg ein Trambahnfahrer. Jeden Tag hielt er vor der Metzgerei an und holte sich, ungeachtet der Verkehrssituation, eine Leberkässemmel. Fahrgäste, die sich über den außerfahr-


BAYERNS BESTE

Magnus Bauch mit seinen Azubis. Sie können von 14 Meistern und 80 Kollegen lernen.

Weil uns nicht wurst ist, was in der der Wurst ist. Magnus Bauch

planmäßigen Halt beschwerten, gab er stets die gleiche Antwort: „Mit leerem Mogn ko i net fahr'n.“ Nach Einstellung des Fahrbetriebes der Trambahn in der Thalkirchner Straße übernahmen die Busfahrer diese Frühstückstradition. Wie viele treue Kunden die Metzgerei hat, zeigt auch das 50-jährige Firmenjubiläum. Am 2. November 2003 kamen mehr als 3.000 Kunden und Freunde auf den Nockherberg, um das Ereignis mit ihm zu feiern.

Schmankerlküche Im Paulaner am Nockherberg, ebenfalls ein beständiger und treuer Kunde, entwickelte Magnus Bauch gemeinsam mit Andreas Geitl und Joseph Hartl neue Rezepte. Es wurde überlegt, gekocht und fotografiert – heraus kam dabei ein Münchner Schmankerlkochbuch. Die traditionellen Rezepte sind modern inszeniert und haben doch den Charme der Münchner Bürgerküche. Die Rezepte kann man auf der Homepage der Metzgerei (www.mbwassonst.de) nachlesen. Eines stellen wir ihnen gleich hier vor.

Toast "Karl Valentin" ZUTATEN

ZUBEREITUNG

Schwarzbrot (ruhig hartes älteres Brot verwenden) beidseitig toasten (entweder kurz in der Pfanne anbraten oder kurz in den Ofen). Einseitig zuerst mit dem scharfen und dann mit dem süßen Senf bestreichen. Leberkäs darauf ausbreiten und darauf wieder beide Senfsorten streichen. Essiggurken längs dünn aufschneiden und die Brote damit belegen. Nun den Käse darauf ausbreiten und im Ofen backen bis der Käse beginnt Farbe zu bekommen. Mit etwas Preiselbeeren ausgarnieren und servieren. Tipp: Zu Karl Valentin gehört ein Zylinder und ein Taktstock. Der Zylinder ist auf dem Foto mit etwas Püree gefüllt und fein garniert. Den Taktstock stellt ein Grissini dar, das mit Leberkäs und Käse überbacken wurde. Wie gesagt, zu Karl Valentin gehören ein Zylinder und ein Taktstock – wissen Sie warum? 4 Scheiben Schwarzbrot 8 Scheiben Leberkäs 2 Stück Essiggurke 2 EL süßer Senf 2 EL mittelscharfer Senf 8 Scheiben dick geschnittener Emmentaler 2 EL Preiselbeeren Gewürze: Salz, Pfeffer

Rezept von Andreas Geitl und Joseph Hartl - Weitere Rezepte: www.mbwassonst.de


SPEZIALITĂ„T BAYERN

Die beste Methode, das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken. Und wenn man keinen haben kann, so soll man versuchen, so heiter und gelassen zu sein, als hätte man guten Kaffee getrunken. Jonathan Swift

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BAYERNS BESTE

Kaffee aus Bayern – Kaffee für Bayern Betriebsleiter Wolfgang Strack (links) mit Produktionsleiter Wolfgang Rössler

In traditionellen Säcken wird die Rohware angeliefert

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us feinsten Kaffeesorten bester Provenienzen komponiert, gehört EILLES Gourmet-Kaffee seit über 130 Jahren zu Deutschlands großen Traditionsmarken. Einer der berühmtesten Liebhaber von EILLES Gourmet-Kaffee war Bayernkönig Ludwig II., an dessen Hof EILLES Kaffee zur bevorzugten Marke avancierte. Im Jahre 1873 eröffnete Joseph Eilles das erste Spezialitätenhaus für feinen Tee und Kaffee in München und wird 1886 zum Königlich Bayerischen Hoflieferanten ernannt. Bis heute ist das Haus Wittelsbach seinem ehemaligen Hoflieferanten treu geblieben. Als der ehemalige Königlich Bayerische Hoflieferant „Eilles“ im Jahre 1986 von dem traditionsreichen Unternehmen J.J. Darboven aus Hamburg in das Burkhof Kaffee Unternehmen integriert wurde, setzte Albert Darboven durch, dass die Firma ein eigenständiger bayerischer Betrieb bleibt. Denn auch die Gründer Wilhelm Burkhardt und Wilhelm Imhof, die 1928 die Firma Burkhof im München begründeten, waren mit Herz und Seele Bayern.

„Es war von Anfang an mein Ehrgeiz, Burkhof als autarke Firma zu erhalten. Denn Kulturbewahrung, Sinn und Segen kann es nur bringen, wenn die typisch bajuwarische Atmosphäre und Philosophie beibehalten wird“, sagt dazu Albert Darbhoven in seiner Biografie. So wird das Unternehmen bis heute als eigenständiges Tochterunternehmen geführt – mit bayerischer Firmenphilosophie und großem Erfolg. Das Privileg des Hoflieferanten, das königliche Wappen sichtbar im Firmenzeichen zu platzieren, wurde ebenfalls bis heute beibehalten und ziert nach wie vor die Verpackung des EILLES Kaffees.

Eine spezielle Veredelung verleiht EILLES Gourmet-Kaffee ganz besondere Eigenschaften Mehr als zehn verschiedene EILLES-Kaffeesorten sind heute in den EILLES-Shops und in der gehobenen Gastronomie erhältlich. Jede Sorte hat ihren eigenen Charakter und ihre Liebhaber. Da gibt es unter anderem die klassische Traditionsmischung aus dem Stammhaus in der Münchener Residenzstraße, die Wiener Melange mit gehaltvoller Note und würzigem Geschmack, belebenden Espresso und natürlich auch entkoffeinierten Kaffee. Besonders beliebt ist auch der Café Crème, der durch sein ausgewogenes Aroma und einen samtig-würzigen Geschmack begeistert. Ausschlaggebend für die Qualität und den Charakter ist neben der Sortenauswahl das Röstverfahren. „Nur wenn wir die für eine Kaffeesorte maßgebliche Röstdauer und Temperatur während des Verarbeitungsprozesses präzise einhalten, gewinnen die Bohnen die Eigenschaften, die für die Qualität und für das Aroma der Kaffeesorte charakteristisch sind“, erklärt Betriebsleiter Wolfgang Strack.

Die optische Prüfung der Rohware per Hand

Der frisch in Säcken angelieferte Rohkaffee aus den feinsten Kaffeesorten der besten Provenienzen der Welt wird dazu mit größter Sorgfalt komponiert. Da Kaffee ein reines Naturprodukt ist und damit geschmacklichen Schwankungen unterliegt, ist dieser erste Schritt zu gleichbleibender Qualität jedes Mal eine Herausforderung für die Spezialisten. Damit die erlesen Mischungen so frisch als möglich zu den Kaffeegenießern kommen, werden sie täglich mit umweltfreundlichen Spezialmaschinen geröstet und ohne Verzug in die Filialen geliefert. Die Veredelung nach einem Spezialverfahren verleiht zudem den GourmetKaffees ihr außergewöhnlich feines Aroma. Die Kaffees entwickeln so ihre erlesene Ausgewogenheit von Säure, Aroma und Körper, die zusammen die perfekte Tasse Kaffee ergeben. Das garantiert dem Genießer bis heute königlich-bayerischen Kaffee-Genuss.

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SPEZIALITÄT BAYERN

Altmühltaler Lammrücken mit Kräuterkruste auf Spargelgemüse ZUTATEN Für das Lamm: 600 g Lammrückenfilet (küchenfertig) 1 EL Rapsöl 4 Thymianzweige 8 Petersilienstiele 1 kleine Knoblauchzehe 120 g Butter 1/2 TL abgeriebene unbehandelte Zitronenschale Chilisalz 30 g Weißbrotbrösel

ZUBEREITUNG Für den Lammrücken den Backofen auf 100 °C vorheizen. Das Lammfilet waschen und trocken tupfen. Das Rapsöl in einer Pfanne erhitzen und das Filet darin rundherum anbraten. Das Filet auf das Backofengitter legen und im Ofen ca. 30 Minuten garen. Für die Gratiniermasse die Petersilie und den Thymian waschen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und klein schneiden. Den Knoblauch schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Butter schaumig rühren und die Kräuter, den Knoblauch und den Zitronenabrieb hinein rühren. Mit Chilisalz würzen und die Weißbrotbrösel hinein rühren. Für das Kopfsalat-Pesto die Salatblätter waschen, trocken schleudern. Die Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blätter von den Stielen zupfen. Die Petersilienblätter in kochendem Salzwasser 1 bis 2 Minuten blanchieren. In ein Sieb abgießen, kalt abschrecken und mit den Händen das Wasser ausdrücken. Die Knoblauchzehe schälen und klein schneiden. Die Kopfsalatblätter mit der Petersilie, dem Knoblauch, der Zitronenschale, dem Zitronensaft und den Ölen mit einem Stabmixer pürieren. Mit Chilisalz und Muskatnuss würzen. Die Walnüsse klein brechen hinein geben und noch kurz mit mixen, so dass sie dabei noch etwas stückig bleiben. Für das Spargelgemüse den weißen Spargel schälen, die Enden abschneiden und die Stangen in schräge Scheiben schneiden, die Spitzen halbieren. Den grünen Spargel waschen, im unteren Drittel schälen, schräg in Scheiben schneiden und die Spitzen halbieren. Den Puderzucker in einer Pfanne bei mittlerer Hitze hell karamellisieren lassen, beide Spargelsorten darin anschwitzen. Die Gemüsebrühe angießen und den Spargel

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bei schwacher Hitze etwa 6 bis 8 Minuten bissfest garen. Bei Bedarf noch etwas Brühe angießen. Am Ende der Garzeit die Butter zum Spargel geben und untermischen. Knoblauch, Ingwer und Vanillestange dazugeben und mit Muskatnuss und Chilisalz würzen. Ein paar Minuten durchziehen lassen, dann Knoblauch, Ingwer und Vanillestange wieder entfernen. Die Backofentemperatur auf Grillfunktion umschalten. Das Lammrückenfilet aus dem Ofen nehmen und die Gewürzbutter darauf verteilen. Das Lammrückenfilet im Backofen auf der unteren Einschubleiste einige Minuten goldbraun gratinieren. Anrichten Das Lammfilet in Scheiben schneiden. Das Spargelgemüse auf vorgewärmte Teller verteilen und das Lammfilet darauf anrichten. Das Kopfsalat-Pesto außen herum träufeln. Je nach Vorliebe noch mit einigen Walnüssen garnieren.

Für das Kopfsalat-Pesto: 80 grüne (äußere) Kopfsalatblätter 1 Bund Petersilie Salz 1 kleine Knoblauchzehe in Scheiben 1 Msp. abgeriebene unbehandelte Zitronenschale 1 TL Zitronensaft 70 ml Olivenöl 70 ml Rapsöl Chilisalz frisch geriebene Muskatnuss 1/2 bis 1 EL Walnüsse Für das Spargelgemüse: 300 g weißer Spargel 300 g grüner Spargel 1 TL Puderzucker 70 ml Gemüsebrühe 1 EL Butter 1 kleine halbierte Knoblauchzehe 1 bis 2 Scheiben Ingwer 1/2 ausgekratzte Vanilleschote Chilisalz frisch geriebene Muskatnuss Anrichten: 2 EL Walnüsse

Tipps Für die Gratiniermasse eignen sich am Besten Weißbrotbrösel vom Bäcker, man kann sie sich aber aus Toastbrot ganz schnell selbst herstellen, indem man sie in einem elektrischen Zerkleinerer fein mixt. Aus den übrigen Spargelschalen kann Spargelsud hergestellt werden, der als Basis für Spargelsuppe oder zum Aufgießen von Risotto verwendet wird. Je nach Vorliebe kann noch 1 EL geriebener Parmesan ins Pesto gerührt werden.

Alfons Schuhbeck Meine Küche der Regionen Format 19,7 x 25,5 cm 160 Seiten ISBN 978-3-89883-213-7 EUR 19,95

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Natürlich schlank und fit mit Meerrettich!

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m Ende des Winters merken viele von uns, dass sich so manches Pfund auf die Hüften gelegt hat. Denn in den Wintermonaten wird der Stoffwechsel träge und lässt den Körper Fettreserven bilden. Um diese Fettpolster wieder loszuwerden, hilft es den Stoffwechsel anzukurbeln. Neben viel Bewegung an der Frühlingsluft helfen auch frische Kräuter und Gewürze. Allen voran der Meerettich.

Anregende Inhaltsstoffe im Meerrettich als Stoffwechselmotor

Schamels KrenPower-Trunk Zutaten: 9 cl 3 cl 3 cl 1 TL 1 Prise 1 St.

So schmeckt nur das Original

Tomatensaft Rote-Beete-Saft Zitronensaft Schamel Bayerischer Meerrettich Pfeffer Salatgurke

Zubereitung: Tomaten-, Rote-Beete- und Zitronensaft mit Meerrettich in den gekühlten Shaker geben und mit Pfeffer würzen. Danach in einen Tumbler füllen und einen Salatgurkenstreifen als Dekoration mit in das Glas stellen.

Eine Vielzahl gesunder Bestandteile wie Mineralien und Vitamine machen den Meerrettich zu einem natürlichen und wohlschmeckenden Diäthelfer. Für den Abnehmeffekt ist vor allem der im Meerrettich enthaltene Wirkstoff Sinigrin bedeutend. Spezielle Enzyme produzieren bereits in der Wurzel aus Sinigrin starke, scharfe Senföle, die unseren Stoffwechsel anregen. Dadurch kann der Körper sämtliche Bestandteile der Nahrung besser verwerten und effizienter abbauen. Der Genuss von Meerrettich lässt somit die Pfunde schmelzen. Wichtig ist allerdings, dass Meerrettich regelmäßig genossen wird. Das fällt gerade im Frühjahr leicht, denn Meerrettich ist eine leckere Zutat in Hauptspeisen und Salaten. Auch Cocktails mit Meerrettich wie z. B. der „KrenPowerTrunk“ sind schnell und einfach zuzubereiten, wohlschmeckend, geben dem Körper Energie und regen den Stoffwechsel an.

Zur Wurst, zum Fleisch, zum Fisch bring Schamel auf den Tisch! Ob zum Würzen, Dippen, Mischen oder Garnieren: Schamel Meerrettich macht jedes Essen pikanter und bekömmlicher. Deutschlands beliebteste Meerrettichmarke ist ein gesunder Genuss zur Krönung aller Speisen. Schon probiert?

Leichte Küche mit Meerrettich Mit Meerrettich bekommen leichte Gerichte einen Frische-Kick und Pfiff. Frühlingsklassiker wie Salate, Spargel, Lamm und Gemüse werden mit Meerrettich zum kulinarischen Erlebnis. Auch fette Zutaten wie Mayonnaise oder Sahne können ganz einfach durch Meerrettich ersetzt werden. Eine einzigartige Note verleiht die neueste Kreation aus dem Hause Schamel, in der besonders viel Power steckt: Rapelstix Meerrettich. Diese Produktneuheit entfaltet seine würzige Schärfe erst beim Verzehr, da die unzerstörten Zellen der im Julienne-Feinschnitt gehobelten Wurzel wie ein SchärfeTresor wirken. Ob im Salatdressing, im Quark oder zu Fisch und Geflügel – Schamel Raspelstix verfeinert alle Gerichte und macht das Abnehmen zur Gaumenfreude. Und das Beste daran, man erspart sich die mühevolle, Tränen treibende Bearbeitung der scharfen Wurzel.

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Infos & Rezepte: Schamel Meerrettich D-91081 Baiersdorf / Bayern www.schamel.de

Das Original seit 1846


SPEZIALITÄT BAYERN

Naturkostmühle in Riedering

Mühlen in Bayern Man kann Brot ohne Liebe geben, aber wenn man Liebe gibt, so wird man auch immer Brot geben. Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi

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„Ein Müller, wenn er Meister werden will, soll zum Meisterstück ein überschlechtig Wasserrad abreißen, das Kamprad new kämmen, eine Haue inn Mühlstein einsenken, das Getriebe vorstellen, die Mühle auf drei Teile fassen und solche untadelhaft gangbar machen.“

D

ies fordert eine Zunftordnung von 1660. Damals wie heute muss ein Müller oder eine Müllerin mehr können als Getreide mahlen und Brot backen. Daher ist die Ausbildung zum Müllerberuf sehr vielseitig. Metallbearbeitung, Leder- und Sägearbeiten sind ebenso gefragt, wie das Bedienen vollautomatischer, computergesteuerter Mühlen.

Energiequelle Natur

Drax-Mühle in Rechtmehring

Bayern – das der Fläche nach größte Bundesland Deutschlands – ist gekennzeichnet durch seine großen Ebenen des Main und der Donau im Westen und in der Mitte sowie das Voralpenland und die Alpen mit dem sonnigen Chiemgau im Süden. Bereits im vorletzten Jahrtausend prädestinierte Plätze für den Getreideanbau. Geeignete Plätze für Windmühlen gab es im hügeligen Bayern jedoch kaum. Mit seinen vielen Gewässern hingegen bot Bayern allerdings die besten Voraussetzungen zur Anlage von Wassermühlen. Oft reihte sich deshalb an den Flussläufen Mühle an Mühle, wie z. B. am Sulzbach in Niederbayern. Dort lagen vor nicht allzu langer Zeit auf ca. 25 Kilometer Bachlänge noch 15 Getreidemühlen. Grundsätzlich gab es in Bayern drei verschiedene Mühlenlandschaften, die sich aus den unterschiedlichen Rechtssystemen in Franken, Altbayern und Schwaben entwickelten. Während z. B. in Franken die sogenannten Bannmühlen arbeiteten, die dem Mühlenzwang unterlagen, wurden in Altbayern weitestgehend freie Mühlen betrieben. Diese Situation wirkte sich auf die ökonomische Lage und das äußere Erscheinungsbild der Mühlen aus. Die überwiegende Zahl der Mühlen waren Kundenmühlen (Umtauschmüllerei) für die bäuerlichen Großfamilien mit viel Personal. Nur wenige konnten sich als "Handelsmühle" für den heutigen Markt ausbilden. Den in Süddeutschland oft anzutreffenden Begriff "Kunstmühle" legten sich um die vorletzte Jahrhundertwende Mühlen zu, welche von der Steinmüllerei zur Vermahlung auf Walzenstühlen übergingen und schon mehr oder weniger einen automatischen Betrieb mit Elevatoren (Fördertechnik) führten.

Mühlenplätze Heute gibt es in Bayern nach etwa 400 Mühlen, viele davon haben eine jahrhundertealte Tradition. Nach dem alten bayerischen Volksrecht waren Mühlen früher öffentliche Gebäude, daher ist der Nachweis der Vorläufer der heutigen Mühlen meist sehr gut belegt. So lässt sich beispielsweise die Geschichte der Wagenstaller Mühle bis in das Jahr 930, das der Drax-Mühle bis 1534 und auch das der Rosenmühle bis ins Jahr 1536 zurückverfolgen. Von den vielen stillgelegten Mühlen sind nur noch wenige erhalten. Trotzdem gibt es eine Anzahl schöner und interessanter Objekte, bei denen Freunde alter Technik traditionelle Mühlen und deren Einrichtung bewahrt oder restauriert haben. In zahlreichen aktiven Mühlen kann man die alte Handwerkstradition immer noch hautnah erleben. Viele haben zudem Mühlenläden mit Produkten rund um das Getreide und bieten neben Nahrhaftem und Handgemachtem auch Lehrreiches, wie beispielsweise Brotbackkurse am original Holzofen an. Mühlenrad der Drax-Mühle in Rechtmehring KIRROYAL

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Gutes für LAIB und SEELE Nach „Brot und Heimat“ beweist Annelie Wagenstaller mit diesem Buch erneut ihr Gespür für Themen aus Brauchtum und Tradition und verbindet dies mit ihren über Jahrzehnte gesammelten Kenntnissen und Erfahrungen aus Natur und Gesundheit. Mit vielen Rezepten nimmt die Müllermeisterin ihre Leser mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch das kirchliche und weltliche Jahr in Bayern, gewürzt mit Erlebnissen aus ihrer Mühle. Zudem untermalt sie den Jahreslauf mit Fotografien aus längst vergangenen Tagen sowie Ratschlägen und Wissenswertem von Hildegard von Bingen, dem Pfarrer Kneipp und anderen. Reich bebildert und liebevoll gestaltet, ist auch dieses Buch wieder ein schönes Geschenk oder kurzweiliges Nachschlagewerk. ISBN 978-3-00-028130-3 EUR 24,90 (D) Das Buch ist ab sofort erhältlich im ausgewählten Buchhandel oder direkt im Mühlenladen der Wagenstallermühle in Obermühl 49 in 83083 Riedering, Telefon 0 80 36 / 77 20. Sie können auch Online und portofrei bestellen im Webshop: www.wagenstallermuehle.de

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Brotbackkurs in der Naturkostmühle Riedering „Mit Händen gefühlt, mit Augen betrachtet, wird der Weg des Korns zum Mehl prüfend begleitet.“ So beschreibt Anneliese Wagenstaller – Müllerin der Naturkostmühle in Riedering – in ihrem Buch „Brot und Heimat“ ihre Arbeit. Brot backen ist ein Erlebnis für alle Sinne. Am besten kann man das bei einem sinnlich-heiteren Brotbackkurs in der Mühle erleben. Da wird gemischt, geknetet, geformt und gewürzt. Es duftet und fühlt sich gut an. Verschieden Mehle, frisch aus der Mühle, Körner dazu, Gewürze, gutes Quellwasser, viel Freude und Liebe, so gedeiht Selbstgemachtes unter der Anleitung von Annelie Wagenstaller im Holzofen zu einem Brotlaib. Das kneten des warmen Teiges ist ein besonders „ergreifendes“ Erlebnis. Und wenn nach etwa einer Stunde die Brotlaibe aus dem Ofen kommen, sieht man, dass alles Zutun den Laib geformt hat. Jedes sieht anders aus, riecht anders, hört sich anders an und schmeckt anders. Wer sich zu Hause im Brotbacken üben will, dem seien die Brotbackbücher der Müllerin empfohlen. Auch die Lehre der Hildegard von Bingen hat bei den Wagenstallers einen starken Einfluss auf den Umgang mit den Mehlen. Informationen über Fastenkuren, Kräuterheilkräfte, Einflüsse der Mondphasen, Wirkung von Heilsteinen und nützliches über Mehl und Müsli für Allergiker ist Wissen, das an den oft jahrhundertealten Mühlenplätzen gesammelt und bewahrt wurde.

Tipp Brot sollte gut ausgekühlt sein, bevor man es genießt. Und am besten schmeckt es, wenn man es mit anderen teilt und die „Brot-Zeit“ zu einem gemeinsamen Fest werden lässt. Ganz gleich ob mit delikatem Schinken oder einfach mit Butter bestrichen, ein Gläschen Wein, Bier oder frische Buttermilch dazu – sättigt und ist köstlich.

Das Getreide auf den Feldern ist immer reich an Hoffnung "Das Gute erhalten und pflegen, um auch später noch davon profitieren zu können." Das ist deshalb auch der Leitsatz von Monika Drax, einer engagierten Müllerin aus Rechtmehring in Oberbayern. Sie überzeugt sich auf den Feldern der Bauern über Reifegrad und Qualität bereits vor der Getreideernte. Die Drax-Mühle wurde 1534 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und hieß damals noch Bartmühle. Wie es bereits die Kinder singen, klappert eine Mühle meistens an einem Bach. Der ehemalige Lohbach, heute Hochhauser Bach, speist die Mühlenräder der Drax-Mühle seit eh und je mit seinem außergewöhnlich reinem Quellwasser. Im Jahr 1912 erwarb Karl Drax die Mühle unterhalb der Wallfahrtskirche "Maria Hochhaus" in der Nähe von Rechtmehring. Seither befindet sie sich die Mühle in Familien-

Sauerteigbrot ZUTATEN

ZUBEREITUNG

2/3 der Mehlmenge in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken und Hefe, Zucker und etwas Wasser miteinander vermengen. Es soll ein weicher Brei entstehen. Diesen mit etwas Mehl zudecken. Nun an den Rand der Schüssel das Salz und die Gewürze legen. Wenn sich das Dampferl schön entwickelt hat, das restliche Wasser und den Sauerteig zugeben. Dann das Ganze mit der Teigkarte oder mit der Rührmaschine zu einem Teig, der eher noch weich ist, zusammenfügen. Restliches Mehl zugeben und kneten. Wenn der Teig noch zu weich ist, etwas Mehl hinzugeben. Aber Achtung: Wir können kein Wasser mehr zugeben! 500 g Roggenmehl Type 1150 500 g Dinkelmehl Type 1150 1 Päckchen Trockenhefe oder 1 Würfel Frischhefe ½ TL Zucker 500 ml Wasser 3 TL Salz 3 - 4 TL Brotgewürz 1 Tasse Sauerteig backfertig

Ziel ist ein nicht zu harter Teig (Konsistenz wie Strudel). Diesen kneten wir so lange, bis er schwitzt. Am besten schwitzen wir dann auch. So ca. 8 - 10 Minuten. Der Teig sollte schön geschmeidig sein. Nun den fertigen Teig in eine bemehlte Schüssel geben oder auf der Arbeitsfläche mit einer Schüssel zudecken. Ca. 1 Stunde gehen lassen. Den Teig von außen nach innen falten. Nun die Luft herausdrücken, nicht kneten. Jetzt wird das Brot in ein bemehltes Gärkörbchen gesetzt. Je nach Raumtemperatur gehen lassen, bis es sich fast verdoppelt hat. Bei Dinkelmehl nicht übergehen lassen, sonst wird das Brot recht flach. Den Backofen auf 250° C vorheizen. Unser Brot nun auf das Blech stürzen (vorsichtig) und auf der mittleren Schiene in den Ofen geben. Mit einem Wassersprüher circa 10mal an die Innenwand des Ofens sprühen und diesen schnell schließen (wichtig für die Bräunung und das Aufgehen des Brotes). Nach ca. 10 Minuten zurückschalten auf normale Kuchentemperatur. 50 Minuten ausbacken. Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopfen hohl klingt. www.naturkostmuehle.de

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Drax-M端hle in Rechtmehring

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Müllermeisterin Monika Drax, Inhaberin der DraxMühle Rechtmehring

besitz. Monika Drax, eine der wenigen Müllermeisterinnen Deutschlands, führt sie nun bereits in vierter Generation weiter. Neben dem Wissen über Laboruntersuchungen, Typenbestimmung, Qualitätskontrolle und Getreideauslese, ist das Mahlen von Mehl eine Handwerkskunst, die viel Erfahrung und Sorgfalt erfordert. Gesundes Getreide ist dabei wichtigste Voraussetzung für hochwertige und gleich bleibende Qualitäten, die sich in einer Vielzahl von Mehlsorten mit unterschiedlichen Backeigenschaften widerspiegeln. So hat sich die oftmals generationenübergreifende Zusammenarbeit mit den Landwirten aus der Region bestens bewährt. Die Bauern bearbeiten ihre Äcker weitsichtig, denn sie wollen den wertvollen Boden an die nächsten Generationen weitergeben. Nachhaltigkeit nennt man heute, was früher Selbstverständlichkeit war. In jedem Weizen-, Dinkel- oder Roggenkorn steckt eine geballte Ladung Energie. Aber jedes Korn ist nur so gut oder wertvoll wie der Boden aus dem es kommt. Das Wort „bio” wird hierfür seit einiger Zeit arg strapaziert. Dabei meint das bescheidene Wort mit griechischer Herkunft nur eines: Leben! 50 Bauern beliefern die Drax-Mühle mit Getreide. Einige von Ihnen kultivieren wieder das Urgetreide Dinkel. Sie ziehen der Quantität von neuen, ertragreicheren Getreidesorten die Qualität des hochwertigen Dinkels vor. Und das mit Erfolg, denn das Korn ist steinalt und hat in über viertausend Jahren gelernt, das Beste in sich gut geschützt zu entwickeln. Urdinkel gilt als Vorläufer des Weizens. Er zeichnet sich durch Robustheit und geringe Ansprüche an den Standort aus. In zwei Spelzhüllen reift er heran, ist also doppelt verpackt und vor Schadstoffen aus der Luft geschützt. Hohe Düngergaben lohnen sich bei Dinkel nicht, er nimmt sie nicht an und sein Ertrag steigt damit auch nicht. Rund um die Drax-Mühle, in den Landkreisen Mühldorf, Erding, Ebersberg und Rosenheim, gab es bereits vor über hundert Jahren zahllose Dinkelfelder. Einen bedeutenden Anteil nimmt dabei die Urdinkelsorte Oberkulmer Rotkorn ein. Sie ist eine von zwei alten Urdinkelsorten, die in der Mühle mit dem Gütesiegel "UrDinkel" gekennzeichnet sind.

Tipp Dinkel kann wie jedes andere Mehl zur Herstellung von Kuchen, Gebäck, Brot oder Nudeln verwendet werden. Zu selbst gebackenem Dinkelgebäck passt auch vorzüglich Dinkelkaffee oder Dinkelbier, eventuell sogar gemischt mit Girsch, einer Limonade aus dem aromatischen Gundermann (Heilpflanze).

BIO-Stillkugeln ZUTATEN

ZUBEREITUNG

Rösten Sie die Mischung in einer Pfanne, bis sie leicht bräunlich wird und duftet. Geben Sie 100 g weiche Butter in Stücken dazu und rühren Sie weiter, bis diese ganz geschmolzen ist. Nehmen Sie die Pfanne vom Herd. Um die Kugeln gut formen zu können, geben Sie 6 bis 10 Esslöffel Wasser dazu. Formen Sie die Masse, solange sie noch warm ist. Die Kugeln sollten einen Durchmesser von ca. drei Zentimetern haben. In einer Keksdose sind sie etwa 5 Tage im Kühlschrank haltbar. Essen Sie höchstens 3 Kugeln über den Tag verteilt. 250 g Dinkel fein, frisch gemahlen 150 g Gerste fein, frisch gemahlen 100 g Hafer fein, frisch gemahlen, 1 Hand voll gehackte Cashewnüsse 150 g Butter 75 g Rohrzucker ca. 20 ml Wasser

Rezeptvariante: Fügen Sie der Masse am Schluss ein bis zwei Esslöffel eingeweichtes oder klein gehacktes Trockenobst, wie Aprikosen, Rosinen oder Feigen bei. Wälzen Sie die fertigen Kugeln in Kokosflocken.

Das Stillen Das Stillen bedeutet nicht nur die Ernährung des kleinen Erdenbürgers, sondern auch eine Menge mehr an Nahrung für die Seele von Mutter und Kind. Es stärkt auf unvergleichliche Art die innige Beziehung zwischen beiden und fördert auf eine selbstverständliche, natürliche Weise die intensive Nähe, die sowohl die Mutter als auch das Kind brauchen. www.drax-muehle.de

Wussten Sie schon …? …, dass Grünkern ein in der Milchreife geernteter und auf Holzfeuer gedarrter Dinkel ist? Der Ernte und Darrvorgang muss in sehr kurzer Zeit vollbracht werden, da sonst schlechte Qualität entsteht. Er ist eine vorzügliche Grundlage für Bratlinge, Suppen und Aufläufe. KIRROYAL

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Rosenm端hle in Ergolding

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Müllers-Ehr und Müllers-Pflicht Und was bei den kleinen handwerklichen Mühlen Müllerehre ist, ist bei den großen Handelsmühlen Pflicht. So gestaltet sich der Herstellungsprozess in Bayerns größter Mühle, der Landshuter Rosenmühle, sehr aufwendig: Bevor das angelieferte Korn abgeladen werden darf, wird zunächst ein repräsentatives Muster streng nach vorgeschriebenen Untersuchungsmethoden sensorisch geprüft, ob es frei von Geruch und Schädlingen ist und optisch dem vereinbarten Qualitätsstandard entspricht. Im hauseigenen Labor erfolgt dann die Qualitätsanalyse, indem die Musterkörner gemahlen und anschließend die wichtigsten Qualitätsparameter analysiert werden. So geben Feuchtkleberwert, Proteingehalt oder Fallzahl genaue Auskunft über die angelieferte Weizenqualität. Meldet das Labor keine Mängel, darf der Weizen abgeladen werden. Durch sorgfältigste Reinigung werden Umwelt- und Schadstoffbelastungen gründlich entfernt. Dann wird das Getreide benetzt und steht für ca. acht bis zehn Stunden. Nun kann der Mahlvorgang beginnen. Guss-Stahlwalzen zerkleinern das Korn, um das reine weiße Mehl zu gewinnen. Von dort wird das Gemisch mittels Saugpneumatik nach oben gesaugt und landet im Plansichter auf diversen Schüttelsieben. Mit jeder Zerkleinerungsstufe werden die Riffel an der Walzenoberfläche feiner. Das Ergebnis: weißes Mehl vermischt mit brauner Kleie. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis das ganze Mehl staubfein und die Kleie vollständig herausgetrennt ist. Luft und Mehl werden wieder voneinander getrennt.

Wenn man mehr Getreide und weniger Phrasen dreschen würde, gäbe es auf der Welt bald kaum noch Hungrige. Henry von Heiseler, (1875 - 1928)

Bei laufender Mehlproduktion werden automatisch gezielt Stichproben entnommen. Auch Teigeigenschaften und Teigbeschaffenheit werden im Labor überprüft. Im Rosenmehl-Backstudio wird zusätzlich jede ermüllerte Mehlcharge vor Verlassen des Hauses probeweise verbacken. Nur wenn alle Kriterien den hohen Ansprüchen der Qualitätssicherung entsprechen, ist das Gelingen garantiert und das Mehl darf das Zeichen der Rose tragen, um das sich viele Geschichten ranken. Es kommt vermutlich von der Rosenheimer Kunstmühle, die 1926 zum Landshuter Unternehmen kam. Sicher ist aber auch eine, in alten Zeiten gepflegte Tradition der Landshuter Mühle. So wurden zu den Mehlsäcken gestickte Rosen verschenkt, die dann von den Bäckersfrauen gerne für allerlei Handarbeiten verwendet wurden.

Wussten Sie schon…? …, dass es kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland noch über 30.000 kleine Mühlen gab? Heute sind es weit weniger als 2.000, deren Wissen und Erfahrungen es zu nutzen gilt. …, dass Weichweizengrieß zu den beliebtesten Grießsorten gehört und aus dem reinen Korn ohne Schalen besteht? Er eignet sich hervorragend für herzhafte Gerichte wie Knödel, Aufläufe oder die bayerischen Grießnockerl, aber auch für süße Speisen wie Grießbrei, Desserts und Kuchen.

Weitere Informationen: Sehr viel Interessantes über Mühlen erfährt man bei der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung unter: www.muehlen-dgm-ev.de

Muttertagsherz ZUTATEN Für den Teig: 3 Eier (Größe 3) 150 g Puderzucker 1 Päckchen Vanillezucker 75 ml Öl 100 ml Eierlikör 175 g Rosenmehl Instant ½ Päckchen Backpulver Für Füllung und Belag: 6 Blatt weiße Gelatine 3 Eigelb 75 g Puderzucker 200 g Doppelrahm-Frischkäse Saft einer ½ Zitrone 2 El Eierlikör 500 g Erdbeeren 3 Eiweiß 400 g Schlagsahne

ZUBEREITUNG Die Eier mit Puderzucker und Vanillezucker zu einer weißlichen Creme schlagen. Dann in dünnem Strahl unter weiterem Rühren Öl und Eierlikör unterschlagen. Rosenmehl Instant und Backpulver mischen und unterziehen. Eine Herzform ausfetten, mit Semmelbrösel bestreuen und den Teig einfüllen. Im vorgeheizten Backofen auf der zweiten Schiene von unten bei 200° C 40 Minuten lang backen. Den Boden nach dem Backen aus der Form lösen und vollständig auskühlen lassen.

Für die Füllung die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eigelb mit Puderzucker sehr cremig schlagen. Doppelrahmfrischkäse und Zitronensaft unterrühren. Gelatine ausdrücken, Außerdem: Butter oder Magerine für die Form bei milder Hitze auflösen, unter die Creme rühren. Die Creme halbieren Schokoladenraspeln und unter eine Hälfte den Eierlikör ziehen. Eiweiß steif schlagen. Sobald die Cremes zu gelieren beginnen, die Hälfte des Eischnees unter die Eierlikörcreme, die andere unter die Erdbeercreme heben. Die Sahne ebenfalls steif schlagen, ein Drittel unter die Eierlikörcreme, ein Drittel unter die Erdbeercreme ziehen. Den Tortenboden quer aufschneiden, mit Erdbeercreme füllen. Die obere Tortenplatte wieder auf die untere setzen und die Eierlikörcreme daraufstreichen. Das Herz mit der restlichen Schlagsahne verkleiden. Die restlichen Erdbeeren halbieren und mit der Schnittfläche nach oben dachziegelartig auf der Oberfläche verteilen, den Rand mit Schokoladenraspeln bestreuen. www.rosenmehl.de KIRROYAL

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Tafelspitzen oder Topflappen

Restaurant, Café, Pension und ein Traum Bistro Gasthof Fischerstüberl in Attl nahe Wasserburg am Inn

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enn ich an die Küche des Orients denke, dann steigen mir unweigerlich Curry, Kardamom, Zimt und pure Exotik in die Nase. Schwere Klänge unterstreichen die mystischen Atmosphäre der Aladin-Welt, fantasievolle Träume aus 1001 Nacht kommen mir in den Sinn. Im oberbayerischen Fischerstüberl Attel bei Wasserburg hat der Gast gleich die Wahl zwischen zwei Restaurants: Es gibt das gut bürgerliche Fisch-Restaurant, das man über die mediterran gehaltene Terrasse betritt. Die Bedienung erklärt mir sehr freundlich, dass man hier hauptsächlich Fisch esse, aber auch Fleisch auf der Karte zu finden sei. Sollte man jedoch auf Orientalisches mit einer leichten Schärfe und einem Hauch Europa Lust haben, dann kann man die Treppe nach oben gehen und im Traumbistro „Wunderlampe“ Platz nehmen. Der Rat ist verlockend und beim Blick in die „Wunderlampe“ ist klar: Wer orientalisches Ambiente, Flair und Atmosphäre möchte, für den ist das Traumbistro ein Muss. In der Welt aus 1001 Nacht präsentiert es sich in warmen Tönen aus gelb, türkis und apricot-orange. Die Wände sind mit kleinen Mosaikfliesen versehen und die einzelnen Tische werden von Säulen, die durch geschwungene Reflexbögen verbunden sind, getrennt. Mozarts Entführung aus dem Serail scheint wahrhaftig geworden zu sein. Im Hintergrund empfängt mich die Musik meiner Fantasie und ergänzt akustisch den Eintritt in die faszinierende Welt von 1001 Nacht. Die Gerichte auf der Karte locken mit klangvollen Namen und angenehmen Preisen zwischen 4,- € für eine Vorspeise und 20.- € für ein Hauptgericht mit Lamm. Zur Einstimmung gibt es einen frisch gepressten Orangensaft nach marokkanischer Art mit Karottenraspeln und Zimtzucker, dazu Pita Brot und Gemüse im Kichererbsenteig mit verschiedenen orientalischen Dips zwischen 3,60 € und 5,90 €. Die Vorspeisen mit den verschiedenen Soßen auf Erdnuss-, Honig-, Knoblauch – oder Chilibasis bilden die perfekte Eröffnung eines spannenden kulinarischen Abends. Das Brot ist frisch mit weißem und schwarzem Sesam, das Gemüse außen knusprig und innen saftig und die Dips abwechslungsreich und schmackhaft. Nach diesem Einstieg fällt die Wahl schwer. Entweder man entscheidet sich für einen Hauptgang oder bewegt sich weiterhin im Bereich der kleinen, feinen Entdeckungen des Orients. Ich entscheide mich der Vielfalt halber für Letzteres – und bin mir nach der Wahl der Suppe nicht mehr so ganz sicher, ob diese Entscheidung die richtige war. Die Gemüsesuppe mit Kokosmilch und Garnelen (4,90 €) ist eher ein deutscher, sättigender Eintopf, nicht das leichte exotischfruchtige Süppchen, welches ich erwartet habe. Der Geschmack changiert zwischen Süße und leichter Schärfe. Eine Spur Ingwer, Zitronengras und Kefirblätter bleiben auf dem Gaumen liegen. Der Koch scheint allerdings mit Speisestärke nachgeholfen zu haben, was ebenso wenig dem Orient entspricht, wie die doch eher der Thai-Küche entnommene Suppe.

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Weiter geht es mit mariniertem Schafskäse mit Orangen-Thymianhonig und Salatbouquet, das wieder einen kleinen Höhepunkt setzt. Zwar entspricht die Kombination der einzelnen Komponenten auch hier eher einem nicht-orientalischen Griechenlandurlaub, aber der Käse ist schön cremig und die Süße der Honigmischung mit den Kräutern und den Orangenzesten ist gleichzeitig spannend und harmonisch. Zusammen mit dem reichlichen Salatbouquet für 7,90 € ein schöner Gang, der selbst für den größeren Hunger ausreicht. Auch der Salat al Mahgreb (9,90 €) verspricht mehr Orient als er gibt. Der Nationalitäten-Mix ist ein Salatteller mit einem jedoch sensationell leckerem Kürbiskerndressing, knackig gebratenen Pilzen, aber etwas zu fetten Röstitalern und ebensolchen Fischstreifen. Die Kartoffelplätzchen hätten eher zu einem Geschnetzelten gepasst, der Fisch scheint aus dem Bauchlappen gewonnen zu sein und hätte mit dem Anspruch der fremdländischen Küche nach einem Sesammantel verlangt. Jetzt freue ich mich auf den süßen Abschluss. Auch hier gibt die Karte einzig ein Dessert her, das dem Anspruch des Orientalischen Genüge tragen könnte: Joghurt mit Bananen. Ich entscheide mich aber für die Crème brûlée mit Früchten (5,90 €). Die Portion ist groß, jedoch ähnelt die Creme mehr einem Vanillepudding, der mit Zuckerhaube karamellisiert wurde. Süß, frisch und fruchtig durch die Erdbeere, Kiwischeiben und Johannisbeeren aus der Dekoration. Ich vermisse das Aroma der Bourbon Vanille und die leichte Üppigkeit von Sahne, Ei, Ingwer- oder Mandelmilch. Fazit: Das Traumbistro „Wunderlampe“ im Fischerstüberl Attel ist ein sehr einladendes, mit Farben und Details fantasievoll inszeniertes und damit absolut inspirierendes Restaurant. Um dem Anspruch der orientalischen Küche genügen zu können, bedarf es einer Besinnung auf die orientalischen Lebensmittel und Gewürze. Insgesamt ist die Atmosphäre stimmig, die Preise angenehm und im Gegensatz zu mancher "Servicewüste" in Deutschland sind die Bedienungen äußerst freundlich, schnell, bemüht und hilfsbereit. Einer der Gründe, warum ich wiederkommen würde. Ihre AHA

Gasthof Fischerstüberl und Traumbistro „Wunderlampe“, Attel-Elend 1, 83512 Wasserburg am Inn, FON 08071/25 98, info@fischerstueberl-attel.de oder info@wunderlampe-attel.de, Fischerstüberl-Öffnungszeiten: täglich 9.30 bis 24 Uhr, Wunderlampe-Öffnungszeiten: täglich 18 bis 1 Uhr, Montag Ruhetag.


POGGENPOHL - Küchenmarke des Jahrhunderts bei ASMO

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ach der Top-Platzierung im Ranking deutscher Luxusmarken, wurde der Premium-Küchenhersteller Poggenpohl als einzige deutsche Küchenmarke jetzt auch in das Standardwerk „Marken des Jahrhunderts“ aufgenommen. Damit zählt die Premiummarke Poggenpohl zur Spitzengruppe deutscher Produkte und Dienstleistungen. Von Adidas bis Zeiss – insgesamt 281 Marken werden in dem Buch porträtiert. Sie alle stehen für den guten Ruf von „Made in Germany“. Neben der eigenen Hausmarke sind die hochwertigen Küchen von POGGENPOHL auch in den ASMO-Küchenstudios erhältlich.

Lebensmittelpunkt So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so verschieden sind die Anforderungen an eine Küche. Hier wird gekocht, erzählt und Pläne geschmiedet. Ob unkonventionelle Küche oder Festmenü, eine Küche soll Freude bereiten und die Bedürfnisse auf professionelle Weise erfüllen. Da die Küche früher wie heute gleichermaßen Arbeits-, Wohnund Lebensmittelpunkt ist, ist die Harmonie von Farbkombinationen und Materialauswahl ebenso entscheidend wie die optimale technische Planung. Eine an den Wünschen des Küchennutzers orientierte Planung muss daher einerseits die optimale Funktion der Küche sicherstellen und anderseits den gesamten Raum auch unter Berücksichtigung

von Wohlfühlaspekten gestalten. Die technische Ausstattung und der Materialmix sollen dabei in Einklang mit Ergonomie und Funktionalität stehen. Bei ASMO planen und verwirklichen speziell geschulte Fachberater und erfahrene Inneneinrichter unter allen Gesichtspunkten Ihre individuelle Traumküche.

Wenn es um Lebensqualität geht, sind Standardlösungen keine Lösung. Wir planen und realisieren individuelle Küchen, die Ihre Wünsche Wirklichkeit werden lassen. Mit innovativer Technik, die auch emotional überzeugt. Lassen Sie sich in unserer einzigartigen Ausstellung inspirieren. Das Team des ASMO Küchen Kreativ- und Kompetenzzentrums freut sich auf Sie.

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Leuchtfeuer oder Schlusslicht Ein Gespräch mit der Querdenkerin, Unternehmensberaterin und Bestsellerautorin Anja Förster, die gemeinsam mit ihrem Mann Peter Kreuz bereits sechs Bücher veröffentlicht hat. KirRoyal spricht mit Anja Förster über Firmen, die es selbst in der Hand haben, ob sie bloß Staub aufwirbeln oder Spuren hinterlassen. „Alles, außer gewöhnlich“ brennt. „Und es ist ein Streichholz, das andere entzündet”, schreib die Financial Times Deutschland über das mit dem „Wirtschaftsbuchpreis 2007“ ausgezeichnete Vorgänger-Buch der Autoren und wir können uns diesen Worten nur anschließen. Förster und Kreuz können entzünden und anfeuern, querdenken und aufdenkopfsstellen. Und oft es ist es dieser Wechsel der Blickrichtung, der neue Horizonte eröffnet. KirRoyal: Wie sollten Unternehmen vorgehen, damit ihre Marken und Produkte als Leuchtfeuer im unendlichen Meer der Vergleichbarkeit wahrgenommen werden? A. Förster: Die Antwort findet sich weder im verstärkten Werbe-Getöse noch im krampfhaften Herumschrauben an der Preispolitik. Sie findet sich in der Beantwortung zweier fundamentaler Fragen: Erstens, welcher Zweck würde den Einsatz aller Mitarbeiter verdienen? Und Zweitens: Welche lohnende Sache würde die Menschen dazu bewegen, sich über die normalen Erfordernisse hinaus anzustrengen, um ihr Unternehmen erfolgreich zu machen? Es geht also um einen echten Beweggrund. Um eine gute Begründung für das ganze Unternehmen. Genau das unterscheidet die herausragenden Organisationen von denen, die im Meer der Vergleichbarkeit untergehen. Zum Beispiel Apple. Das Unternehmen hat einen ganz klaren Beweggrund: unglaublich schöne und benutzerfreundliche Produkte zu erschaffen. Oder Genentech, die US-Biotech-Tochter des Schweizer Roche-Konzerns: lange für unheilbar gehaltene Krankheiten endlich kurieren zu können. Oder Wikipedia, das von ehrenamtlichen Autoren getragene Community-Lexikon: alles Wissen dieser Welt für alle Menschen frei zugänglich zu machen. Einzig Unternehmen, denen es gelingt, Mitarbeitern und Kunden einen echten Beweggrund anzubieten – und nicht nur eine Geschäftsbeziehung – haben künftig eine Chance gegen die globale Konkurrenz. KirRoyal: Viele Unternehmen beschäftigen PR-Agenturen, die für sie die Beziehung zur Öffentlichkeit pflegen sollen. Da werden dann Medien mit Nachrichten und Unternehmensinformationen bombardiert, in der Hoffnung, ein gutes Plätzchen in einem Journal oder einer Zeitung zu bekommen. Gehört zu einer wirklichen guten Beziehung zur Öffentlichkeit nicht etwas mehr? Braucht es da nicht Ambition, Vision und einen echten Bezug zur Öffentlichkeit, zum Interessenten oder gar zum Kunden? A.Förster: Mit penetrantem Hinausposaunen der eigenen Werbebotschaften erreichen Sie gar nichts – außer die Öffentlichkeit zu nerven. Und was tun die Unternehmen? Sie klagen über die sinkende Aufmerksamkeit und pushen im Gegenzug ihre Werbebotschaften mit noch mehr Nachdruck. Das ist doch absurd. Ein fundamentales Umdenken ist hier dringend erforderlich. Meiner Überzeugung nach lautet der wichtigste neue Grundsatz in der Kundenbeziehung: Die Marke gehört den Kunden! Unternehmen, die das begreifen, haben die Chance, eine sehr gute Beziehung mit ihren Kunden und der Öffentlichkeit aufzubauen.

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Die neuen Kundenbeziehungen basieren auf Authentizität. Der amerikanische Outdoor-Ausrüster Backcountry zum Beispiel verzichtet auf eigene Produktbeschreibungen und lässt diese seine Kunden verfassen. Damit gibt das Unternehmen einen Teil der Verantwortung für die Marke an die Kunden ab. Dieses Vertrauen und diese Offenheit honorieren Kunden mit sehr großer Loyalität. Und noch etwas ändert sich: Die neuen Kundenbeziehungen basieren auf Authentizität: Das Internet gibt heute jedem die Möglichkeit, mit der Welt ins Gespräch zu kommen, sich selbst zu organisieren, sich Informationen zu beschaffen und sie zu verbreiten, Werbebotschaften in Frage zu stellen, das Image von Unternehmen zu hinterfragen und sich das Recht auf Kontrolle zurückzuholen. Kunden entlarven jedes leere Markenversprechen und akzeptieren nicht länger den Allgemeingültigkeitsanspruch der strategischen Markenführung. Ein Unternehmen, das sein Markenversprechen nicht hält, wird im Internet gnadenlos an den Pranger gestellt. Und wenn das passiert, kann Ihnen auch die allerbeste PR-Agentur nicht mehr helfen. KirRoyal: Viele deutsche Unternehmen beklagen den Preiskrieg mit asiatischen Billiganbietern. Welche Rolle spielt es in diesem globalen Markt einen guten Namen, eine echte – am besten regionale – Marke zu sein? A. Förster: Marken müssen für etwas stehen. Und dabei ist es gleich, ob sie eine globale Marke wie Alessi sind oder eine regionale Marke


Brennwert

Die Kunden sollen weinen, wenn sie unsere Produkte verlieren.

wie Tannenzäpfle, das Kultbier aus dem Schwarzwald. Was bedeutet es, für etwas zu stehen? Nehmen wir die Autoindustrie als Beispiel: Mercedes-Benz steht für gutes Leben, BMW für schnelles Leben, Volvo für sicheres Leben. Wenn Sie die Leute nach Opel fragen, bekommen Sie sehr neutrale Aussagen, die Marke steht für nichts. Sie ist irgendwie okay, aber auch nicht mehr. Ganz okay ist klinisch tot. Die Ganz-okayAngebote, das sind die LadaKiaSubaruOpelFords, die zuverlässig und sicher sind, deren Spritverbrauch der Norm entspricht, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben usw., also im Prinzip alles richtig machen. Aber die Welt ist voll davon. Ganz-okay-Autos, Ganz-okayDrucker, Ganz-okay-Girokonten, Ganz-okay-Toaster. Wir brauchen keine Ganz-okay-Produkte, sondern Produkte, die der langjährige Montblanc-Chef Norbert Platt einmal so beschrieben hat: „Die Kunden sollen weinen, wenn sie unsere Produkte verlieren.“ KirRoyal: Welche Bedeutung hat der alte Leitspruch „All Business is Local“ noch in einer vernetzten Welt mit globalem Wettbewerb? A. Förster: Wir müssen diesen Spruch abändern in: Business is „glocal“, also eine Mischung aus lokal und global. Treiber dieser Entwicklung sind die neuen Informationstechnologien, zu denen immer mehr Menschen Zugang haben. Diese Entwicklung ist fundamental und unumkehrbar: Menschen und Unternehmen haben heute Instrumente zur Verfügung, um auf globaler Ebene in losen Netzwerken Gleichgestellter und Gleichgesinnter zu kooperieren und Innovation und Wachstum in ihren Branchen voranzutreiben. Kooperation bedeutet nicht, dass Teams zusammensitzen und in netter Form über nette Themen ein nettes Gespräch führen. Kooperation meint, das kollektive Wissen, die kollektiven Fähigkeiten und Ressourcen, die in breiten horizontalen Netzwerken schlummern, zu aktivieren und auf diese Weise viel mehr zu erreichen, als eine Firma allein schaffen könnte. Ob es um die Produktion von Motorrädern geht oder die Entschlüsselung des menschlichen Genoms: Zunehmend wird die Fähigkeit, die Talente unterschiedlicher Individuen und Organisationen einzubinden, zu der neuen Schlüsselkompetenz von Managern und Firmen. KirRoyal: Tradition wird gerade bei uns in Bayern in vielen Bereichen GROSS geschrieben. Auf der anderen Seite wird Innovation und HighTec gefordert und gefördert. Wie können Innovationen in traditionellen Bereichen wie der Landwirtschaft und dem Tourismus Einzug halten, ohne die eigene Identität, die die ganze Welt schätzt, zu verraten oder zu verlieren? A. Förster: Genau darin liegt die Herausforderung, die im Bundesland Bayern meiner Einschätzung nach sehr gut gemeistert wurde und davon lässt sich sicherlich einiges lernen. Und was für Länder und Regionen gilt, trifft ebenso auf Unternehmen zu: Eine Identitätskrise können sich Unternehmen nicht lange leisten. In einer Zeit, in der sich alles in schwindelerregendem Tempo verändert, ist Identität so ziemlich der einzige stabile Faktor geblieben. KirRoyal: Benjamin Franklin sagte einst: "Tradition heißt nicht, Asche zu bewachen, sondern die Glut anzufachen", oder in der Version von Tatort-Professor Boerne: "Tradition ist nicht das Aufbewah-

ren der Asche, sondern die Weitergabe der Streichhölzer." Was sind die Streichhölzer und was ist der Blasebalg in der heutigen Zeit? A. Förster: Bezogen auf das Unternehmen bedeutet das: Sie brauchen zwei Typen von Mitarbeitern. Erstens, Mitarbeiter, die die Kultur der Firma sichern – und damit die Tradition. Das kann eine Sekretärin sein, die schon viele Jahre dabei ist, ein altgedienter Vertriebsmitarbeiter oder ein Mitarbeiter im Einkauf, der ein großes Kontaktnetz im Unternehmen hat. Diese Mitarbeiter haben einen hohen informellen Einfluss und werden von den Kollegen als Leitfiguren akzeptiert, ohne je dazu ernannt worden zu sein. In Zeiten andauernder, starker Veränderungen sind sie die Garanten für den Fortbestand des Unternehmens. Sie sind die soziale DNA der Firma. Zweitens brauchen Sie aber auch die Innovatoren und Querdenker, also Menschen, die den Fortschritt in die Organisation tragen. Diese innovativen Persönlichkeiten sind kantig, ohne zu verletzen. Sie stellen gängige Überzeugungen in Frage und lassen kein Dogma gelten. Sie haben auf den ersten Blick komische Ideen. Denn sie haben ein einzigartiges Gespür für das, was kommen wird und entzünden andere mit ihren Ideen. Fazit: Sie brauchen beides im Unternehmen!

Unternehmen und Menschen, die diese Fragen für sich geklärt haben, verströmen eine Aura. Ein bestimmter Geist umschwebt sie.

Dieses Buch ist ein leidenschaftlicher Aufruf zum Umdenken! Wir können selbst entscheiden, ob wir nur unseren Job erledigen oder unser Tun mit Sinn füllen wollen – als Angestellte, Unternehmer, Konsumenten ebenso wie als Teile der Gesellschaft. Es zeigt auf, dass jede Firma es selbst in der Hand hat, ob sie bloß Staub aufwirbelt oder Spuren hinterlässt. Denn es gibt zwei Sorten Wirtschaft: Firmen, in denen gähnende Sinnleere herrscht, die Staub aufwirbeln, lieblos Produkte auf den Markt werfen und schon morgen verschwunden sein werden. Und Unternehmen, die Spuren hinterlassen – durch ihre Ideen, ihre Leidenschaft und einen unverwechselbaren Spirit, der von den Führungskräften verkörpert, den Mitarbeitern gelebt und den Kunden gespürt wird. Die Zukunft gehört jenen Unternehmen, in denen „Sinn“ kein Fremdwort ist, wo Mitarbeiter und sogar die Kunden spüren, an etwas Bedeutsamem teilzuhaben. Wer Spuren hinterlassen will, muss vorausgehen. Die einen haben Spirit, die anderen arbeiten nur. Wie Sie es schaffen, zur ersten Sorte zu gehören, zeigen die Bestseller-Autoren Anja Förster und Peter Kreuz in ihrem Buch. Die beiden Managementberater sind gefragte Referenten und haben bereits sechs Bücher veröffentlicht. Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von BMW, IBM, Deutsche Bank und weiteren namhaften Unternehmen. www.foerster-kreuz.com

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FLASCHENGEIST

Wenn man einen Hirsch küsst

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irRoyal sprach mit der Unternehmerin Frau Petra WaldherrMerk über den erstaunlichen Siegeszug ihres oberbayerischen Kräuterlikörs, der mit der Weitergabe eines Familienrezeptes begann. Wir haben die Geschichte so aufgeschrieben, wie sie uns erzählt wurde. Voll Staunen und Begeisterung. Petra Waldherr-Merk: Es fing damit an, dass meine Großtante, die schon seit über 40 Jahren Liköre herstellt, mir eines Tages anbot, ihr Wissen an mich weiterzugeben. Also machten wir gemeinsam einen Kräuterlikör und ich begriff schnell, dass auch die Informationen, die nicht auf dem Rezept stehen sehr wichtig sind, vor allem das „was zwischen drei Finger passt” und worauf zu achten ist, wenn man einen Likör ansetzt. Als mein erster Likör fertig war, nahm ich ihn mit in meinen Antiquitätenladen und kredenzte ihn meinen Kunden. Immer wieder wurde ich gefragt, ob man ihn nicht kaufen könnte. Ich überlegte, welche Flaschen dafür geeignet wären und entschied mich schnell für eine praktische, traditionelle Version mit Bügelverschluss. Bald fand ich einen Hersteller und damit ergab sich bereits die erste Herausforderung. Bedingung war nämlich die Abnahme von mindestens 2.000 Flaschen. Mutig bestellte ich eine Palette. Jetzt stellte sich die Frage, wie soll das Elixier heißen? Wir überlegten – Lenggries hat den Hirschen im Wappen, mein Vater ist Jäger und ich persönlich liebe dieses herrliche Tier seit meiner Kindheit. So entstand die Idee mit dem Hirsch auf dem Etikett. Und da wir alles mit sehr viel Liebe machten, gaben wir unserem Hirsch einen Kuss. So entstand der Hirschkuss. Nun standen die Flaschen da; handbefüllt und -etikettiert. Wir präsentierten den Hirschkuss in unserem Laden und den Leuten gefiel unser Produkt, vor allem auch der Name. Wir verkauften ihn gut und eine erstaunliche Empfehlungswelle bewegte uns. Also ließ ich den Namen schützen. Nach 14 Tagen erreichte mich ein Schreiben von Jägermeister. Das Unternehmen teilte mir mit, dass der Hirsch unabdingbar mit Jägermeister verbunden ist. Die Botschaft war klar und ich begriff schnell, dass ich mir für meinen Hirschkuss einen Anwalt nehmen muss. Dieser empfahl mir, besser die Finger von dem Namen zu lassen. Nach einiger Überlegung bat ich den Anwalt doch den Rechtsweg zu gehen, und dabei kam uns ein Zufall zu Hilfe. Die Redaktion von quer wollte sich der Geschichte annehmen und sie im Fernsehen ausstrahlen. Ich zögerte, aber man beruhigte mich und versprach meine

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Der Jäger ist ein Meister — wohl hat er gemerkt, wer der Waldherr ist. Geschichte an viele Fernsehanstalten weiterzuleiten, sollte es nach Ausstrahlung der Sendung Probleme geben. Parallel dazu war auch auf der Homepage von ORF.at unsere Geschichte zu sehen und wurde wohl von vielen Menschen gelesen. Was nun folgte, war unglaublich. Meine selbst gebastelte Internetseite brach unter 12.000 Zugriffen pro Tag zusammen und das Email-Fach des ORF ertrank in Zuschriften aus aller Welt. Eine unfassbare Sympathiewelle kam mir entgegen und gab mir sehr viel Mut. Die Botschaft der Fernsehzuschauer und Leser war ebenfalls klar: David gegen Goliath – haltet durch und lasst euch euer Recht nicht nehmen. Kurz darauf rief mich ein sehr netter Herr aus der Markenschutzabteilung von Jägermeister an und machte mir den Vorschlag einer Einigung unter folgenden Bedingungen: Den Namen Hirschkuss könne ich verwenden, muss aber auf jede Hirschdarstellung verzichten und meine Handelsaktivitäten auf den Raum Deutschland beschränken. Zudem solle ich erklären, wie nett Jägermeister zu mir war. Erneut kam mir wieder der Zufall zu Hilfe. Ein Patentanwalt bot mir an, mich kostenlos zu vertreten. Er sah uns durchaus im Recht und nahm sich engagiert des Falles an. Das Ganze zog sich über drei Jahre, wir hatten die Etiketten zwischenzeitlich geändert, den Hirsch herausgenommen und warteten ab, wie sich das alles entwickelt. Die Anwälte taten ihre Arbeit und auch ich wollte ohne Einschränkungen arbeiten. In der Zwischenzeit bot mir eine Grafikerin an, ein Logo zu entwickeln. Sie kreierte uns mit viel Freude und sehr professionell die beiden Hirsche, die sich küssten. Wir reichten das Logo ein und siehe da, es wurde angenommen. Vonseiten Jägermeisters kamen keine Bedenken mehr. Das Markenzeichen war bestätigt, ab sofort gehörte uns die Marke Hirschkuss mit Logo, die wir sofort weltweit schützen ließen. Seither wächst die Nachfrage so stark, dass die Produktion im jetzigen Haus nicht mehr ausreicht. Eine neue Produktionsstätte entsteht bis April 2010 in der Tölzer Straße 12 in Gaißach und es ist jetzt schon abzusehen, dass die steigende Nachfrage auch diese Produktionsstätte schnell an ihre Grenzen bringen wird. www. hirschkuss.de


Die Kunst, rechtzeitig loszulassen Ist Ihre Unternehmensnachfolge schon geregelt?

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llein in Bayern sind jährlich etwa 12.000 Betriebe mit ca. 100.000 Arbeitsplätzen von einem Firmenübergang betroffen. In 70% der Normalfälle geschieht das aus Altersgründen. Für 15% der Fälle sind unerwartete Geschehnisse wie Unfall, Krankheit oder plötzlicher Tod verantwortlich. Egal, was die Ursache ist, für alle Fälle kann und sollte vorgesorgt werden.

Die Übergabe aus Altersgründen Die Vorbereitungen für eine erfolgreiche Übergabe aus Altersgründen sollten rechtzeitig angegangen werden. Denn der Nachfolgeprozess erstreckt sich oft über mehrere Jahre. Immer öfter kommt es vor, dass kein Nachfolger aus der Familie zur Verfügung steht. Entweder, weil keine jüngeren Familienmitglieder vorhanden sind oder diese kein Interesse an einer Übernahme haben. Um in solchen Fällen den Fortbestand zu sichern, kann der Betrieb entweder von einem firmeninternen Mitarbeiter übernommen, oder an einen firmenexternen Nachfolger verkauft werden. Eine erfolgreiche Übergabe sichert auch oft einen wesentlichen Teil der finanziellen Absicherung im Alter. Möglich sind dabei Verkauf gegen Einmalzahlung oder Verkauf gegen Kaufpreisraten. Handelt es ich um eine Gesellschaft, kann der Betrieb auch in Etappen verkauft werden. Der Übernehmer hat dadurch die Gelegenheit, die Übernahme schrittweise zu finanzieren. Denkbar ist auch ein Verkauf gegen Renten, eine dauernde Last, oder eine Betriebsverpachtung.

Schenkung und Erbfall Auch die unentgeltliche Betriebsübertragung kann zu großen Liquiditätsabflüssen führen. Die erste Gefahr droht von der Erbschaft- oder Schenkungsteuer. Hier hat der Gesetzgeber durch das ab 2009 geänderte Erbschaftsteuerrecht eine Erleichterung gebracht. Bei im Wesentlichen unveränderter Betriebsfortführung bleibt die Übertragung unter bestimmten Voraussetzungen zu 100 % bzw. 85 % steuerfrei. Näheres dazu ist den Informationen 3/2009, 4/2009 und 1/2010 zu entnehmen, die unter www.mentel-mentel.de nachzulesen sind. Mit dem neuen Gesetz wurden darüber hinaus für direkte Verwandte wie Eltern und Kinder die Steuerfreibeträge verdoppelt. Ein weiteres Liquiditätsrisiko besteht bei fehlendem Testament, weil dann alle Erben Anspruch auf die gesetzliche Erbfolge haben. Ein im Testament nicht oder nur wenig bedachter Ehegatte kann Anspruch auf Zugewinnausgleich erheben. Nicht oder nur gering begünstigte gesetzliche Erben können Pflichtteilsansprüche geltend machen. Ist die Vererbung unklar geregelt, drohen hohe Prozessrisiken zur Klärung der Ansprüche. Auch hier sichert nur die rechtzeitige Beschäftigung und testamentarische bzw. rechtliche Gestaltung vor ungewolltem Liquiditätsabfluss.

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche. Ricarda Huch (1864-1947, deutsche Schriftstellerin)

ist ein Stellvertreter oder Prokurist zu bestimmen. Eine Bankvollmacht ist oft entscheidend für das Überleben der Firma. Zur Vorsorge gehört auch die geordnete Ablage eines etwaigen Testaments, der Versicherungspolicen und aller wichtigen Unternehmensverträge.

Loslassen können Die sicher positive, enge emotionale Bindung des Übergebers hindert diesen oft daran, rechtzeitig loszulassen. Auch wenn die Firma schon in neue Hände gegeben wurde, fällt es vielen Übergebern schwer, sich aus dem Betriebsgeschehen herauszuhalten. Trotzdem ist es oft sinnvoll, dass der Senior noch einige Zeit als Berater zur Verfügung steht. Hier empfiehlt es sich, seinen Verantwortungsbereich genau festzulegen, um Konflikte zu vermeiden. Persönlich ist es für den Übergeber auch wichtig, sich auf den neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Das kann in der Suche nach neuen Betätigungsfeldern sein, oder der Widmung nach neuen Freizeitbeschäftigungen oder anderen Tätigkeiten, für die er während der aktiven Berufsjahre immer zu wenig Zeit zur Verfügung hatte.

Beratung und Coaching Genau wie die Existenzgründung ist auch die Beendigung einer Firma gut vorzubereiten. Wichtig ist in beiden Fällen, auf kompetenten Rat und qualifizierte Hilfestellung zurückgreifen zu können. Eine Übergabe kann erhebliche Auswirkungen auf Steuern, Unternehmenswert, Altersversorgung und Haftungsfragen haben. Für die dadurch entstehenden rechtlichen und steuerlichen Probleme sollte daher zwingend die Hilfe von Experten in Anspruch genommen werden. Franz Mentel Unternehmensübergabe: Was ist zu tun? • Rechtzeitiges Angehen der Übergabe • Nachfolgeplanung • Steuern kalkulieren und optimieren • Unternehmertestament • Das Unternehmen fit machen • Notfallplanung • Überleitende Mitarbeit des Seniors

Das Unternehmen vorher fit machen

Steuerberatung und Rechtsberatung aus einem Guss

Auch das Unternehmen selbst sollte fit und auf die Übergabe vorbereitet sein. Eine klare Definition der Organisationsstrukturen sowie aussagekräftiges und zuverlässiges Rechnungswesen sind von Vorteil. Ohne Investitionsstau und mit gepflegter Kundenkartei sowie aktualisierten Mitarbeiterakten entfällt viel organisatorischer und auch bürokratischer Aufwand bei der Übergabe innerhalb eines Unternehmens.

Wir machen Sie und Ihre Firma fit für eine Übergabe. Wir analysieren Ihre Situation. Erstellen bei Bedarf eine Bewertung der Firma. Unterstützen Sie auf Wunsch bei den Verhandlungen mit dem Nachfolger und der Bank. Wir erarbeiten eine für Sie und den Übernehmer tragbare Lösung. Dabei soll die steuerlich günstigste Variante herauskommen. Durch unseren Rechtsanwalt im Haus bieten wir kürzeste Wege. Damit sind auch die Verträge im Trockenen.

Notfallplanung

Mentel & Mentel GmbH Steuerberatungsgesellschaft Hohenburg 5, 83661 Lenggries Tel. 08042 / 9109-0, Fax 08042 / 9109-10 info@mentel-stb.de, www.mentel-mentel.de

Zu einer geordneten Unternehmensführung gehört auch die Vorsorge für Notfälle. Bei plötzlichem Ausfall des Chefs ist festzulegen, wer in welchem Umfang Vollmacht zur Weiterführung des Betriebes hat. So

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Die Geheimsprache des Leonardo da Vinci und warum Kunst begeistert

Bildquelle: Fototeca ENIT

Viele berühmte Maler, Architekten und Bildhauer haben sich mit der Astrologie beschäftigt und sie in ihren Werken verarbeitet wie zum Beispiel Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer, Tizian, Sandro Botticelli und Peter Paul Rubens. Dabei ging es ihnen um die Darstellung der kosmischen Ursachen und Gesetzmäßigkeiten, denen der Mensch im Universum unterworfen ist. Besonders deutlich wird dieses Wissen in dem berühmten Bild „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci (1452-1519).

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ls Mensch der Renaissance kannte Leonardo da Vinci die Werke von Platon, Cicero und Vitruv. Besonders vertraut war er mit dem Werk „Tetrabiblos“ von Claudius Ptolemäus (100 -175), das die Auswirkungen der Himmelskörper auf die Menschen und deren Schicksal beschreibt. Als Leonardo da Vinci etwa 40 Jahre alt war, bekam er von Ludovico Sforza den Auftrag, ein Bild für das Refektorium der Konventskirche von Santa Maria delle Grazie in Mailand zu malen. Heute gilt dieses Gemälde als Meilenstein der Renaissance. 1943 überstand es einen Bombenangriff, 1980 wurde es zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Das Bild stellt den Moment dar, in dem Jesus seinen Jüngern prophezeit, dass einer von ihnen ihn verraten wird. Um die Personen darstellen

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zu können, suchte Leonardo seine „Typen“ sorgfältig aus und fertigte viele Studien an. Oft stand er stundenlang in Gedanken versunken auf dem Gerüst, ohne einen Pinselstrich auszuführen. Auf den Straßen Mailands studierte Leonardo die Gesichter der Menschen, immer auf der Suche nach dem passenden Ausdruck für die Jünger und Jesus. Vor allem die Darstellung des Judas bereitete ihm Probleme. Einem Gerücht zufolge, soll er zum Vorbild für seinen Judas den Prior des Konvents Santa Maria delle Grazie genommen haben, weil dieser den Künstler permanent voller Ungeduld mit Fragen über die Fertigstellung des Werkes traktiert hatte. Berühmt wurde das Gemälde hauptsächlich durch die Anordnung der Personen in Dreiergruppen an der Tafel sowie durch ihre Darstellung in Mimik und Gestik. Sogar Goethe


hat es auf seiner italienischen Reise im Mai 1788 gesehen und davon geschwärmt: „… alle Glieder nehmen teil an jedem Ausdruck des Gefühls, der Leidenschaft, ja des Gedankens…“ Leonardos Komposition zeigt Jesus in der Mitte des Bildes zu Beginn der Eucharistie. Mit ausgebreiteten Armen deutet er auf Brot und Wein. Er ist Mittelpunkt und Ruhepol des Geschehens, während die Jünger durch seine Ankündigung in Unruhe und Aufregung geraten sind. Experten wie Arnold Bittlinger und Erich von Beckerath gehen davon aus, dass die zwölf Apostel, die um Jesus geschart sind, den Tierkreis darstellen. Sie sind in vier Dreiergruppen angeordnet, die den vier Jahreszeiten entsprechen und das Grundgesetz des Lebens zum Ausdruck bringen, nämlich Entstehen, Bestehen und Vergehen. Die Namen der einzelnen Jünger hat Francesco Melsi, der Schüler von Leonardo da Vinci, überliefert. Er hat in der Kirche in Ponte Capriasca bei Lugano eine Kopie des Leonardo-Abendmahls gemalt und unter jede einzelne Gestalt den Namen des betreffenden Jüngers geschrieben.

Experten gehen davon aus, dass die zwölf Apostel, die um Jesus geschart sind, den Tierkreis darstellen. Ganz rechts am Kopf des Tisches sitzt Simon, der sehr radikal war und die Römer mit Gewalt vertreiben wollte. Leonardo verlieh ihm deshalb die scharf geschnittenen Gesichtszüge eines Kriegers. Diese unterstehen dem Tierkreiszeichen des Widders und symbolisieren gleichzeitig den Kopf des Menschen. Gleich daneben ist Thaddäus, der „Patron der hoffnungslosen Fälle“. Leonardo hat ihm durch seine ausgeprägte Halspartie einen so genannten „Stiernacken“ verliehen. Matthias, wörtlich „Geschenk Gottes“, schaut nach rechts und zeigt mit den Armen nach links. Das ist typisch für „Zwillinge“ – während sie etwas mit den Händen tun, sind sie mit dem Kopf und ihren Gedanken schon ganz woanders. Außerdem sind sie neugierig, rastlos und viel unterwegs. Deshalb ist Matthias auch der Schutzpatron der Wallfahrten und wird oft mit einem Buch in der Hand dargestellt. Die Hände des Apostels Philippus sind dagegen nach innen gekehrt und deuten auf seine Brust. Damit ahmt er das Tierkreissymbol des Krebses nach. Innerlich ist er zutiefst getroffen und gibt dadurch seinen Gefühlen Ausdruck. Alles ist rund an ihm, das Gesicht, die Schultern, seine Gebärden. Er ist ganz Seele und Gemüt. Im Zentrum gleich neben Jesus sitzt der Löwe „Jakobus“. Er gehört zu den erstberufenen Jüngern und hat damit eine ganz besondere Stellung. Nach der Himmelfahrt predigte er auf der Iberischen Halbinsel, die ebenfalls dem Tierkreiszeichen der Sonne untersteht. Er breitet die Arme weit aus und macht dabei eine wahrhaft königliche Gebärde. Damit legt er das Herz frei, das dem Tierkreiszeichen des Löwen zugeordnet wird. Neben ihm ist die Jungfrau (Thomas). Thomas ist der Apostel, der sich ausschließlich von der Vernunft leiten lässt. Er ist derjenige, der alles genau wissen will, damit er es richtig einordnen kann. Auf ihn geht die Bezeichnung „ungläubiger Thomas“ zurück. Denn er war es, der an der Auferstehung Jesu zunächst zweifelte, bis er selbst seine Wundmale sah und sie als einziger berühren durfte. Jesus sagte im 20. Kapitel des Johannesevangeliums zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig, die nicht sehen und doch glauben.“ Aber auch beim „Letzten Abendmahl“ wird auf ihn Bezug genommen (Joh. 14.4). Hier sagt Jesus nach der Ankündigung seines bevorstehenden Todes, dass er gehe, um für die Jünger einen Platz vorzubereiten, damit auch sie dort seien, wo er ist: „Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr.“ Da sagt Thomas zu Jesus: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?“ Daraufhin sagt Jesus den berühmten Satz: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Johannes ist der „Lieblingsjünger von Jesus“ und Waage-

Leonardo da Vinci TASCHEN 25 - Sonderausgabe! Leonardo da Vinci (1452-1519) gehörte zu den größten Genies aller Zeiten. Seine Bedeutung und sein Einfluss sind unermesslich. Dieser umfassende Überblick im XL Format ist das vollständigste Buch über den italienischen Maler, Bildhauer, Architekten, Ingenieur, Wissenschaftler - kurzum dieses Allroundgenie -, das jemals produziert wurde. Durch die gewaltigen ganzseitigen Ausschnitte aus Leonardos Meisterwerken kann der Leser, die feinsten Facetten seiner Pinselstriche buchstäblich unter die Lupe nehmen. * Teil I beschäftigt sich in zehn Kapiteln mit Leben und Werk Leonardos. All seine Gemälde werden detailliert interpretiert, wobei den Werken „Die Verkündigung” und „Das Letzte Abendmahl” große Doppelseiten gewidmet sind. * Teil II umfasst einen catalogue raisonné der Gemälde Leonardos, der sämtliche erhaltenen Werke sowie Texte zu deren Erhaltungszustand enthält. * Teil III besteht aus einem ausführlichen Katalog seiner Zeichnungen (da ihre Zahl in die Tausende geht, konnten sie nicht alle in einem Buch reproduziert werden); 663 werden präsentiert, angeordnet nach Kategorien (architektonisch, technisch, anatomisch, Figuren, Proportionen, Kartographie usw.). Dieses üppige Werk aus dem Hause TASCHEN ist das gründlichste und schönste Leonardo-Buch, das je veröffentlicht wurde, und in dieser Sonderausgabe ist es für ein Drittel des üblichen Preises erhältlich. Über die Autoren: Dr. Johannes Nathan studierte Kunstgeschichte an der New York University und dem Courtauld Institute of Art in London. 1995 dissertierte er über die Arbeitsmethoden Leonardo da Vincis. Er unterrichtet in der Schweiz an der Universität in Bern, wo er das Projekt Artcampus leitet. Frank Zöllner promovierte 1987 über Kunst- und Architekturtheorie und habilitierte 1996 über Leonardo da Vinci. Seit 1996 ist er Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. Er ist Verfasser der Standard-Werkverzeichnisse zu Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli. Zu zahlreichen Themen der Renaissancekunst und zur Klassischen Moderne liegen seine Publikationen vor. Leonardo da Vinci Zöllner, Prof. Dr. Frank / Nathan, Dr. Johannes Hardcover, slipcase, 24.5 x 37.2 cm (9.6 x 14.6 in.), 696 Seiten EUR 49.99 ISBN 978-3-8228-3824-2 (Deutsch)

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ABENDMAHL

Er selbst glich einem Menschen, der in der Finsternis zu früh erwacht war, während die anderen noch alle schliefen.

Mensch. Er ist immer um Ausgleich bemüht und sitzt deshalb zwischen Jesus und Judas. Das Neue Testament berichtet, dass der aufbrausende „Donnersohn“ Johannes zum Apostel der Liebe wurde. Er hat also in sich selber die Gegensätze ausgeglichen und ist mit sich im Reinen. Johannes weiß, dass niemand ihn verdächtigen wird, Jesus zu verraten. Es genügt ihm, still und sanft dazusitzen und das unglaubliche Geschehen zu betrauern. Fälschlicherweise wird er manchmal als Maria Magdalena gedeutet, also als Frau von Jesus. Weil er während des Wirkens Jesu noch sehr jung gewesen sein soll, wird Johannes in der Bildenden Kunst immer bartlos und dadurch etwas femininer als die anderen gezeichnet. Neben Johannes ist Judas, der Skorpion. Seine Haltung fällt besonders auf, weil er als einziger unbeweglich verharrt. Er scheint innerlich isoliert zu sein und bleibt zerrissen unter der Last seines Verrats zurück. Sein Blick ist starr und geht über das Haupt von Jesus hinweg. Platziert ist er zwischen dem aufbrausenden Petrus und dem sanften Johannes, wodurch sein undurchsichtiger Charakter erst recht hervorgehoben wird. Außerdem erkennt man ihn am Geldbeutel. Er war der Geldverwalter im Kreise der Jünger. „Das Geld der anderen“ hat auch immer mit dem Tierkreiszeichen des Skorpions, das das 8. Haus im Horoskop regiert, zu tun. Nach der Legende begeht der Skorpion in ausweglosen Situationen Selbstmord, ein Hinweis auf den Suizid des Judas und das Lebensthema der Skorpiongeborenen, nämlich „Macht - Ohnmacht“ und „höchste Höhen - tiefster Fall“. „Ihr seid das Salz der Erde“, hat Jesus in der Bergpredigt, Mt 5,13 zu seinen Jüngern gesagt. Vor Judas steht sogar ein kleines Salzfässchen, das er jedoch umgeworfen hat. Aus eigener Schuld gehört er nicht mehr dazu. Zwischen Judas und Johannes drängt sich der „Schütze Petrus“. Er gilt als temperamentvoll, seine Hand zeigt Aktion. Begierig will er erfahren, wer der Verräter sein soll. Damit steht er im Kontrast zu dem vergeistigten, sanften Johannes. Petrus symbolisiert den Schützen, der für „Glaube“ und „Religion“ steht. Kein Wunder, war Petrus der erste Bischof von Rom und gilt als Schutzpatron der Päpste. Der Legende nach wurde Andreas an ein Kreuz mit einem schrägen Balken, dem so genannten „Andreaskreuz“, geschlagen. Er macht eine abwehrende Handbewegung, als ob er sagen will: „Aber ich doch nicht!“ Damit grenzt er sich von den anderen ab, was typisch für den Steinbock ist. Jakobus, der Jüngere legt „ganz wassermännisch“ seine Hand auf die Schulter des Petrus und bringt damit seine Verbundenheit zu diesem Apostel zum Ausdruck. Die beiden gehören als enge Freunde zusammen und leiten später die christliche Gemeinde, als deren Säulen sie bezeichnet werden. Eine besondere Stellung nimmt Bartholomäus ein. Als Vertreter der Fische-Energie stützt er sich als einziger so auf den Tisch, dass man seine Füße ganz besonders gut sehen kann. In der Astromedizin ist dieser Teil des Körpers, auch „Flossen“ genannt, der Sitz der Spiritualität. Noch heute wäscht der Papst seinen Kardinälen die Füße.

Leonardo hat auf diesem hintergründigen Bild nicht Einzelmenschen gemalt, sondern die Menschheit als Ganzes. Mit ozeanischem Weitblick schaut Bartholomäus auf das Geschehen und erkennt seine Dimension. Weil Leonardo Vegetarier war, gibt es nur Brot und Wein. Er war überzeugt, dass „…in allem Toten fühlloses

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Die Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand, Unesco-Weltkulturerbe seit 1980, birgt das berühmte Gemälde „Das letzte Abendmahl” von Leonardo da Vinci. Es befindet sich an der Nordwand des Refektoriums. 1943 überstand es nur knapp einen Bombenangriff. Um es zu sehen, braucht man ein Ticket. Foto: Fototeca ENIT

Leben bleibt, das, sowie es die Mägen der Lebenden erreicht, wieder zu empfindlichem und geistigem Leben wird.“ Leonardo hat auf diesem hintergründigen Bild nicht Einzelmenschen gemalt, sondern die Menschheit als Ganzes. In jedem der Apostel charakterisierte er das ihm von Gott zugedachte Tierkreiszeichen und ordnete so dieses Geschehen in das große Abendmahl der Schöpfung ein. „Er selbst glich einem Menschen“, so Sigmund Freud, „der in der Finsternis zu früh erwacht war, während die anderen noch alle schliefen.“ Literatur: Arnold Bittlinger: Das Geheimnis der christlichen Feste, Kösel-Verlag, München, 12,50 Euro. Erich von Beckerath: Geheimsprache der Bilder, Ibera-Verlag, Wien, 29 Euro.

Sonja Schön, geboren 1965 in Göppingen, hat Jura in Genf und Heidelberg studiert und ist Absolventin der Deutschen Journalistenschule in München. Seit 2003 ist sie als Astrologin mit eigenen Kolumnen in Deutschland und Österreich tätig. Persönliche Horoskop-Beratungen, Astrologie- & WellnessSeminare und Kunstführungen sind ihre Königsdisziplin. Infos:www.astrojob.com


Hotel Klosterbräu

Das Fünf-Sterne-Haus in Seefeld verwöhnt mit Charme, Stil, Ambiente und Tradition

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m Zentrum von Seefeld in Tirol verbinden sich 200 Jahre Gastfreundschaft und 500 Jahre Tradition auf einzigartige Weise mit modernsten Qualitäts- und Serviceansprüchen. Das 5-Sterne Hotel wartet mit einer geschichtsträchtigen Gastgeber-Tradition auf. Seit 200 Jahren hat es sich Familie Seyrling zum Ziel gesetzt, mit außergewöhnlichem Service und liebevoller Hingabe ihre Gäste auf höchstem Niveau zu verwöhnen. Trotz der ein halbes Jahrtausend zurückreichenden Wurzeln des Hauses und des ausgeprägten Traditionsbewusstseins der Gastgeber-Familie, bleibt das Haus stets jung und gibt dem Gast das Gefühl, in den alten, behaglichen Gemäuern „zu Hause“ zu sein. Aktuellste Standards, laufende Modernisierungen und erstklassige Events beleben die historische Klosterkulisse auf immer wieder neue und stilvolle Weise. Ein außergewöhnlicher Fitness- und Wellnessbereich garantiert Entspannung während des ganzen Jahres. Das haubenprämierte Küchenteam um Chefkoch Johannes Partoll verwöhnt anspruchsvolle Gaumen in der Ritter Oswald Stube, dem Gewölbesaal oder dem urigen Bräukeller des Hauses mit erstklassigen Gerichten. Als Geheimtipp gilt

auch der 500 Jahre alte Weinkeller, der vom Geschäftsessen bis hin zu versteckten romantischen Ecken für verliebte Paare die faszinierendsten Plätze des Hotels verbirgt.

Der perfekte Rahmen für Feste & Meetings Das Traditionshotel Klosterbräu bietet neben der faszinierenden Naturkulisse des Seefelder Plateaus und dem erstklassigen Fünf-Sterne-Service mit 3 Tagungsräumen auch das perfekte Umfeld für Konferenzen, Meetings und Feiern im privaten Bereich. Auch alle vierbeinigen „Familienmitglieder“ sind hier herzlich willkommen. Ausführliche Informationen und das komplette Veranstaltungsprogramm finden Sie unter www.klosterbraeu.com. Hotel Klosterbräu***** 6100 Seefeld FON +43.5212.2621-0 FAX +43.5212.3885

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Sizilien hautnah Kommen Sie mit mir nach Sizilien. Ich zeige Ihnen meine zweite Heimat und mache aus Ihrem Urlaub eine Genuss- und Erlebnistour, die Sie begeistern wird. Eine Liebeserklärung von Christiane Cultrona.

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er von Sizilien hört, denkt gleich an die Mafia. Das aber ist schon lange vorbei. Für mich ist Sizilien die Sonne im Mittelmeer. Eine Insel des Lichts, voller Inspiration und Schönheit. Manchmal etwas rau, aber herzlich und stark verbunden mit der Natur. Sizilien macht einfach süchtig, denn sie ist eine Frau! Egal wohin man auch kommt, das Leben pulsiert überall. Im hecktischen Palermo, das heute noch mehr als Neapel je gewesen ist oder Monreale mit seinem pompösen Kloster, ein Sinnbild der Macht. Dazu die barocken Hafenstädte Syrakus oder das verträumte Taormina, ein besonderer Kraftort voller Inspiration. Auch Catania mit seinem Fischmarkt und dem bezaubernden Fischer- und Urlaubsort Cefalu mit seinem großen markanten Felsen, zeigen das ursprüngliche Sizilien. Überall begegnet man dem Glanz und Zauber längst vergangener Zeiten auf der Insel und spürt doch gleichzeitig die Moderne von heute. Gegensätze gibt es genügend und das alles in Kombination mit den kulinarischen Hinterlassenschaften vieler Eroberer, deren feine, gewürzreiche und reichhaltige Küche Sizilien so einzigartig geprägt hat.

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Sizilien isst süßer, lebt bunter und kann alles sagen ohne Worte, denn die Gebärdensprache der Sizilianer ist Ausdruck von purem Leben und so faszinierend wie die Insel selbst. Trotz aller Hektik in den Städten strahlt die Insel eine gewisse Ruhe aus. Eine Stresszeituhr wie bei uns in Deutschland gibt es auf Sizilien nicht. Hier gehen die Uhren anders und sie stehen unter dem Motto „Leben und Leben lassen“ – das gefällt mir sehr. Was mich am meisten hier beeindruckt, ist, dass man fast das ganze Jahr sozusagen „draußen“ leben kann, bedingt durch das milde Klima im Winter. Die Menschen haben dadurch, wie alle Südländer, eine andere Lebenseinstellung und ein größeres Miteinander. Das finde ich sehr schön. Schlechte Laune habe ich bei den Menschen hier nie kennen gelernt. Beneidenswert. Respekt und Glaubensgrundsätze sind sehr hoch angesiedelt und natürlich hat auch die Kirche ihre Finger im Spiel und viel Einfluss, was sich in den vielen Festen auch widerspiegelt. Die Traditionen werden


auf Sizilien gepflegt, denn sie sind heilig. Und neben Traditionen und gutem Essen gibt es traumhafte Küstenabschnitte, lange Sandstrände, Felsen- und Steilküste und den Monte Etna, der den Süden der Insel dominiert und sich zu jeder Jahreszeit verändert. Wer noch nie da gewesen ist, kann seine Macht und Kraft nicht spüren. Diese lebendige Energie, die der Berg täglich ausstrahlt, beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue und zieht mich in seinen Bann. Wilde Schönheit und unverfälschte Naturgewalt. So präsentiert sich der Etna für mich. Mongibello, Berg der Berge, wird er liebevoll von den Einheimischen genannt. Auf Sizilien bekomme ich eine gewisse Leichtigkeit. Liegt es daran, dass immer etwas blüht, was die Sinne betört, die Nase gefüllt ist von Düften, oder sind es die vielen Sonnenstunden, die ihr Übriges tun. Für mich ist Sizilien immer eine Reise wert. Eine Reise der Sonne entgegen. Zu den Menschen, mit den Menschen. Sicilia, Sicilia ich liebe dich!

Christiane Cultrona ist mit einem gebürtigen Sizilianer verheiratet und lebt und arbeitet mit ihm in Deutschland und Sizilien. Gemeinsam organisieren Sie mehrfach jährlich kulinarische Erlebnisreisen auf diese einzigartige Insel.

Aktuelle Infos unter: Cultrona Erlebnisreisen Salvatore Cultrona Kleiststraße 8 D-83026 Rosenheim FON 08031/ 23 33 20 FAX 08031 / 23 33 21 Mobil 0160 / 93 88 05 11 www.erlebnisreisen-cultrona.de reisen@salvatore-cultrona.de

Seminartermine 10.04. - 14.04.10 08.05. - 15.05.10 12.06. - 19.06.10 23.10. - 30.10.10 13.11. - 20.11.10

Reisetermine 14.04. - 21.04.10 25.09. - 03.10.10 16.10. - 23.10.10 20.11. - 27.11.10

Rundreise von Syrakus bis Palermo Rundreise von Syrakus bis Palermo Gesund | Fit & Fun - die sportive Reise mit einem Sportcoach Zur Orangenernte und Gourmet-Tour

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Orangen-lese

Herzliche Einladung an alle Freizeit- oder Profiköche! Werden Sie Co-Autor für ein Orangen-Kochbuch

Derzeit entwickeln wir ein interessantes Kochbuch rund um die Orange. Jeder, der ein Orangenrezept kreiert und fotografiert, ist eingeladen, sein Rezept einzusenden. Das Rezept wird mit seinem persönlichen Foto sowie mit einem Digitalfoto des Gerichts veröffentlicht.

Was gilt es zu beachten? • Die Rezeptfotos sollten im Querformat mit mindestens 2.500 Pixel Breite als jpg. eingesandt werden. • Das persönliche Foto senden Sie bitte im Hochformat als jpg. mit mindestens 2.500 Pixel ein. • Der Text für das Rezept darf einen maximalen Umfang von 5.000 Zeichen haben. • Die Veröffentlichung erfolgt bei Erwerb von mindestens 5 gedruckten Büchern zum Buchhandelspreis von 14,90 €. • Ein Buchexemplar erhalten Sie zusätzlich kostenlos vom Verlag. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Ausprobieren der Rezepte. Einsendeschluss ist der 31. August 2010. Einsendungen bitte per E-Mail an: reisen@salvatore-cultrona.de Layoutbeispiel für ein Rezept

INSALATA DI ARANCIA

Salata di Arancia

Orangensalat (Provinz Catania) Eine ideale Beilage zu Fisch- und Fleischgerichten oder als erfrischender Sommersalat. Dieser Salat schmeckt je nach Orangensorte unterschiedlich. Probieren Sie die verschiedenen Geschmacksrichtungen von Navel, Moro oder Tarocco-Orangen. Es ist jedes Mal ein neues Fruchterlebnis. Zutaten für 4 Portionen: 6 1 kleiner Bund 1 1 1 reichlich etwas

Rezeptvorschlag von Christiane Cultrona

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reife Orangen Petersilie milde Zwiebel Zehe Knoblauch Frühlingszwiebel Olivenöl Chilli - je nach Gusto Salz & Pfeffer

Die Orangen schälen und die weiße Haut abziehen. Die Spalten in kleine Stücke schneiden und auf einen Teller anrichten. Die Zwiebeln hauchdünn in Scheiben schneiden und mit den Orangen vermengen. Den Salat mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Olivenöl beträufeln. Die Petersilie und die Frühlingszwiebel klein schneiden und über den Salat streuen. Wer es feurig möchte, schneidet eine Chilli klein und bestreut den Salat mit den Chillisamen.

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Salata di Arancia

Orangensalat (Provinz Catania) Eine ideale Beilage zu Fisch- und Fleischgerichten oder als erfrischender Sommersalat. Dieser Salat schmeckt je nach Orangensorte unterschiedlich. Probieren Sie die verschiedenen Geschmacksrichtungen von Navel, Moro oder Tarocco-Orangen. Es ist jedes Mal ein neues Fruchterlebnis. Die Orangen schälen und die weiße Haut abziehen. Die Spalten in kleine Stücke schneiden und auf einen Teller anrichten. Die Zwiebeln hauchdünn in Scheiben schneiden und mit den Orangen vermengen. Den Salat mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Olivenöl beträufeln. Die Petersilie und die Frühlingszwiebel klein schneiden und über den Salat streuen. Wer es feurig möchte, schneidet eine Chilli klein und bestreut den Salat mit den Chillisamen. Buon apetito ! Zutaten für 4 Portionen 6 reife Orangen 1 kleiner Bund Petersilie 1 milde Zwiebel 1 Zehe Knoblauch 1 Frühlingszwiebel reichlich Olivenöl etwas Chilli – je nach Gusto Salz & Pfeffer

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Bibliographie

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Das große Fischbuch

Welt der guten Küche Das Quiz für Feinschmecker

Küchenbibel Enzyklopädie der Kulinaristik

Fisch ist eines der interessantesten und schmackhaftesten Produkte in der Küche. Er bietet vielfältige Möglichkeiten in der Zubereitung und ist in allen Preisklassen erhältlich. Ob roh, gedünstet oder mariniert, ob in der Pfanne, im Wok oder auf dem Grill: Der bekömmlichen und gesunden Zubereitung von Fisch sind keine Grenzen gesetzt, was ihn zu einer interessanten und vielseitigen Zutat macht. Wie zerlege ich eine Forelle oder einen Flusskrebs? Wie würze ich Lachs und welche Sauce passt am besten zu Rotbarsch? Der fachgerechte Umgang mit dem sensiblen Naturprodukt Fisch erfordert jedoch einiges an Know-how. "Das große Fischbuch" bietet sehr viel Wissenswertes über Fische und Meeresfrüchte, Informationen zu Garmethoden sowie nützliche Tipps zu Einkauf, Lagerung und die Grundlagen der Fischzubereitung. Über 300 Rezeptideen zeigen klassische Gerichte wie Forelle Müllerin oder leichte Köstlichkeiten wie Sushi und Sashimi. Das dicke Fischkochbuch mit über 300 Rezepten, Warenkunde, Zubereitungstipps und Schritt-fürSchritt-Anleitungen ist nicht nur für Fischfreunde ein Muss und dient Hobbyköchen und Profis gleichermaßen. Es ist sowohl Nachschlagewerk und Einkaufshilfe, als auch Anregung für neue Kochideen.

Spielen und genießen mit Sterne-Koch Johann Lafer. Er ist einer der beliebtesten Fernsehköche: Johann Lafer steht wie kein anderer Sterne-Koch für genussvolles Essen. Jetzt hat der berühmte Gourmet erstmals für ein Spiel den Kochlöffel geschwungen: Das neue Wissensquiz „Welt der guten Küche“ von Huch & Friends trägt Lafers Handschrift. Leckermäuler kommen beim Beantworten der 600 Fragen ebenso auf ihre Kosten wie Hobbyköche, die noch am Anfang ihrer Herdkarriere stehen. So zum Beispiel: Was ist ein Jahrgangs-Champagner? Wer ist der berühmteste Fernsehkoch in England? Gibt es auch Sterneköchinnen? Welcher Wein schmeckt am besten zu dunklem Fleisch? Welche Gewürze gehören in welche Gerichte? „Welt der guten Küche“ beantwortet Fragen zu Zutaten, Kochtechniken, Küchenhelfern, Getränken, berühmten Köchen sowie gesunder Ernährung. Das Wissensspiel ist informativ und unterhaltsam zugleich. Deshalb eignet sich das Quiz besonders als „Nachspeise“ nach einer Dinnereinladung. Oder für einen geselligen Abend mit Freunden, zu dem der Gastgeber ein paar leckere Häppchen reicht. Und da bekanntlich auch das Auge mitisst, spielt neben den Geschmacksnerven bei der „Welt der guten Küche“ auch die Optik mit: Das neue Spiel wird auf einem edlen Porzellanteller von Villeroy & Boch gereicht.

Mit seinen 15.000 Stichwörtern auf 1.184 Seiten beantwortet das Handbuch sämtliche Fragen rund um Küche und Kulinaristik - prägnant, umfassend und unterhaltsam. Basis- und Spezialitätenrezepte, Übersetzungen von Speise- und Getränkekarten sowie Ratschläge zu Gastronomie und Ernährung ergänzen das von der Akademie für Kulinaristik empfohlene Nachschlagewerk und begeistern sowohl Meisterköche als auch Debütanten. Das stattliche Werk ist so umfangreich und umfassend, dass es vor allem auch für die Ausbildung angehender Meisterköche geeignet ist, ohne jedoch ein trockenes Fachbuch zu sein. Einen festen Platz wird es sich in den Familien erobern, weil es auch die abwegigsten (Kinder- )Fragen beantwortet. "Wo kommen die Löcher im Käse her?" fragte Kurt Tucholsky 1928 in einer seiner berühmtesten Satiren. Auch er hätte seine Freude daran gehabt, dieses Rätsel zu lüften. Der Autor Hans-Joachim Rose ist gelernter Koch und Gastronom mit 40 Jahren Berufserfahrung. In rund sieben Jahren gründlicher Recherche und Bearbeitung hat er das Werk zusammengetragen.

Das große Fischbuch Fackelträger Verlag Hardcover 416 Seiten, 598 Farbabbildungen ISBN 978-3-7716-4443-7 EUR 25,-

Welt der guten Küche Wissensquiz mit Johann Lafer Anzahl der Spieler: 2 - 6 Alter: ab 16 Jahren Spieldauer: 60 Minuten Verlag: HUCH & Friends

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Küchenbibel - Enzyklopädie der Kulinaristik von Hans-Joachim Rose, Herausgeber: Ralf Frenzel. Tre Torri Verlag GmbH Format: 17 cm x 24 cm Umfang: 1184 Seiten, gebunden ISBN: 978-941641-07-5 EUR 49,90


Bibliographie

Donna Hay - Keine Zeit zum Kochen Für alle, die keine Zeit zum Kochen haben, aber trotzdem feines, schnörkelloses Essen schätzen, ist Donna Hays neues Buch genau die richtige Wahl. Als berufstätige Mutter zweier Söhne weiß die Autorin aus eigener Erfahrung, was es heißt, keine Zeit zum Kochen zu haben und abends, müde nach einem langen Arbeitstag, noch etwas Schmackhaftes auf den Tisch zaubern zu müssen. So findet man in ihrem neuesten Kochbuch viele Ideen für geschickt improvisierte Menüs, Schnelles aus der Bratpfanne oder vom Grill, Auflauf- und Eintopfgerichte, Gerichte, die sich zum Einfrieren eignen und viele Tipps, wie man ein wenig mogeln, schön dekorieren und lange Kochprozesse abkürzen kann. Die weltweit erfolgreichen Kochbücher von Donna Hay sind bekannt für ihren frischen Stil, ihre einfach nachzukochenden Rezepte und ihre inspirierenden Fotos. »Keine Zeit zum Kochen« ist das ideale Kochund Ideenbuch für die moderne Familie. Von ihren bisher acht Kochbüchern wurden mehr als 2,2 Millionen Exemplare verkauft. Verschiedene Kochbücher der Autorin wurden bereits ins Deutsche übersetzt. Donna Hay Keine Zeit zum Kochen , AT-Verlag 208 Seiten, 260 Farbfotos ISBN 978-3-03800-460-8 EUR 23,90

Die Vitaminlüge Mit ihrem neuen Buch „Die Vitamin-Lüge“ stellt Frau Dr. Flemmer die Frage, ob die Deutschen tatsächlich unter Vitaminmangel leiden. Denn über eine Milliarde Euro werden in Deutschland jährlich für Vitamin- und Mineralstoffpräparate ausgegeben. Sie hinterfragt dabei, ob es tatsächlich ausgelaugte Böden und Lebensmittel mit ungenügendem Vitamingehalt gibt. Dr. Andrea Flemmer ist Diplom-Biologin, Ernährungswissenschaftlerin und Journalistin, leidenschaftliche Hobbyköchin und Mutter. Mit Büchern wie „Das Anti-Krebs-Kochbuch“ und „Das Mineralstoff-Kochbuch“, sowie Hörfunksendungen auf Bayern 3, TV München, WDR und Radio Melody, ist sie eine bekannte Expertin in Ernährungsfragen. Andrea Flemmer Format: 14,5 x 21cm 138 Seiten Seiten, Hardcover ISBN: 978-3-86738-007-2 EUR 14,95

Viva la cucina italiana! Über 200 leicht nachzukochende Rezept-Klassiker Ein Eis am Strand von Rimini, Vespa fahren, Ravioli mit Salbeibutter in Siena, eine Gondelfahrt in Venedig oder ein Glas Wein beim Sonnenuntergang auf Capri – das und viel mehr ist Italien. Original italienisch schmecken die über 200 köstlichen Gerichte von Antipasti, Primi über Secondi bis Dolci und die Zubereitung ist gar kein Problem dank der üppig illustrierten Rezepte und leicht verständlichen Anleitungen. Jeder Blick in dieses liebevoll nostalgisch gestaltete Buch mit seinen atmosphärischen Fotos ist ein spontaner Kurzurlaub! Buonissimo! Unsere Lieblingsrezepte aus Italien Fackelträger Verlag Hardcover, 256 Seiten, 402 Farbabbildungen ISBN 978-3-7716-4442-0 EUR 19,95

Aufs Kreuz gelegt Schmerzfrei mit einem 5-Stufen-Behandlungsplan ohne OP 25 Millionen Deutsche sind täglich auf der Suche nach der Therapie, die ihr Leiden beendet. Der renommierte Wirbelsäulenspezialist Martin Marianowicz zeigt in seinem Buch „Aufs Kreuz gelegt” acht erstaunliche Wahrheiten zum Thema Rückenschmerzen auf und plädiert für einen neuen, bewussteren Umgang mit unserem Körper. Er hat mit seinem Praxis-Team und durch die Erfahrung mit Tausenden von Patienten einen 5-Stufen-Plan zur Behandlung entwickelt, bei dem ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch am Anfang und erst ganz zuletzt die Operation steht. Ein provozierendes Buch, das uns vor unnötigen Operationen bewahren kann und ein Leitfaden, der aufzeigt, was unserem Rücken wirklich gut tut. Martin Marionoviez Aufs Kreuz gelegt. Verlag: Arkana Warum 80 % der Rückenoperationen überflüssig sind Paperback. 288 Seiten, 50 s/w Abbildungen ISBN: 978-3-442-33865-8 EUR 17,95

30 Kuchen und eine Form Kombi-Paket für Hobbybäcker Ob Schokokuchen nach Sacher Art oder Fenchelkuchen mit Gorgonzola: Wer schnell und unkompliziert etwas Süßes oder auch Pikantes backen möchte, kann mit einer Kuchenform 30 köstliche Varianten zaubern. Für jeden – vom Backanfänger bis zum Profi – ist etwas dabei: einfache Rührkuchen, aber auch ungewöhnliche Kreationen aus Hefe- oder Quark-Öl-Teig, von denen alle begeistert sein werden. Das Beste: Die passende Form wird zum Buch gleich mitgeliefert. 30 Rezepte für köstliche Kuchen warten auf Sie! 30 Kuchen und 1 Form Verlag Zabert Sandmann 72 Seiten ISBN 978-3-89883-252-6 EUR 9,95

Die einfache Kunst, gute Entscheidungen zu treffen In unserer schnelllebigen Welt mit ihrer Informationsflut und ihren verwirrenden Wahl-möglichkeiten erscheinen viele Entscheidungen sehr kompliziert. Oft haben wir das Gefühl, einfach zu viele Entscheidungen in zu kurzer Zeit treffen zu müssen. Suzy Welch zeigt in ihrem Ratgeber „10-10-10“, wie einfach es ist, wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. Sie regt an, sich vor jeder Entscheidung Gedanken darüber zu machen, was die Konsequenzen in 10 Minuten, 10 Monaten oder in 10 Jahren sein werden. Ein Beispiel: Für einen neuen Job in eine fremde Stadt zu ziehen, wird in 10 Minuten aufregend klingen, in 10 Monaten womöglich hart sein, weil das Einleben in der Fremde nicht so einfach ist, in 10 Jahren aber kann es sich als die beste Entscheidung des Lebens herausstellen. Suzy Welch - 10-10-10 10 Minuten, 10 Monate, 10 Jahre Die neue Zauberformel für intelligente Lebensentscheidungen Arkana - 256 Seiten ISBN: 978-3-442-33842-9 EUR 17,95

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GEISTREICH

Im Osten viel Neues

Weimar, Erfurt, Dresden Kulturstädte, die begeistern

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Jahre nach der Wende sind Städte, in denen deutsche Geschichte geschrieben wurde, wieder zu prächtigen Orten der Begegnung geworden. Das klassische Weimar – die Stadt, in der Goethe und Schiller Sturm und Drang erlebten. Erfurt – die Hauptstadt Thüringens – mit der drittältesten Universität Deutschlands (gegründet 1392) ist heute eine der attraktivsten mitteldeutschen Städte. Und Dresden – geprägt von August dem Starken, verschwenderisch, prunkvoll und pompös, aber auch durch verheerende Zerstörung, durch Verbrennen und Überschwemmen. Städte, deren Geschichte kontrastreicher nicht sein könnte, geprägt von Lebenswille, Kultur und Schaffensdrang – aber auch Fanatismus und Zerstörung.

Weimar WEIMAR, die Kulturhauptstadt 1999, ist eigentlich ein Park, an dem eine Stadt liegt, befand einst der Historiker und Schriftsteller Adolf Stahr. Doch in keiner anderen Stadt ist der Geist der deutschen Klassik so lebendig wie hier. Die Liste seiner historischen Bewohner liest sich wie ein „Who is Who“ deutscher Kulturgrößen. Bauhaus. Cranach, Bach, Schiller, Coudray, Nietzsche, Wieland, Herder und Liszt lebten und wirkten hier und gaben dem damals kleinen Ort ein großes kulturelles Erbe. Der Größte von ihnen war Johann Wolfgang von Goethe. Er fokussierte und wirkte wie ein Magnet für geistvollen Austausch. Diesen Geist spürt man auch heute noch in Weimar überall; Goethehaus, -denkmal, -museum, -archiv, -platz, -gymnasium und der -park, angelegt vom Geheimrat selbst, um sein Gartenhäuschen zu zieren – standesgemäß, wie es sich für einen Dichterfürsten gehört. Weimar war zwar auch zu DDR-Zeiten ein gepflegtes und vorweisbares Städtchen. Als jedoch 1993 die EU-Kulturminister beschlossen, Weimar für das Jahr 1999 zur Kulturstadt Europas zu ernennen, wurde aus dem Entlein ein Schwan. Apropos Schwan, im berühmten Gasthaus „Zum Weißen Schwan“, in dem der Herr Geheimrat, der gleich

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Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar

nebenan wohnte, oft dinierte, verkehren bis heute internationale Gäste und genießen historisch überlieferte Menüs. Weimar liegt zudem am 124 Kilometer langen Ilmtal-Radweg und ist gut in das in Thüringen bestehende Netz aus Wanderwegen eingebunden. Das Goethehaus ist beispielsweise der Anfangspunkt des historischen Goethe-Wanderwegs und auch die thüringisch-bayerische Bier- und Burgenstraße zwischen Bad Frankenhausen und Passau führt durch Weimar. Die UNESCO würdigte mehrfach Weimars besondere kulturgeschichtliche Bedeutung über verschiedene Epochen hinweg. So wurde 1996 der Eintrag


Weimarer Zwiebelmarkt

Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau in die Welterbeliste aufgenommen. 2001 wurde der literarische Nachlass von Goethe zum Weltdokumentenerbe aufgenommen. 2004 und 2008 erhielt die Stadt beim Bundeswettbewerb "Unsere Stadt blüht auf" eine Goldmedaille.

Der Zwinger in Dresden

Wie schon Goethe anmerkte, ist Weimar „Weltstadt und Kaff“ zugleich, wobei Letzteres eher eine liebevolle Verdeutlichung des kleinstädtischen Charmes und der großzügigen Verbindlichkeit der Weimarer zugeschrieben wird. 3,5 Millionen Menschen kommen jährlich in die 64.000-Einwohnerstadt, genießen idyllische Plätze, verwinkelte Gassen, originelle Restaurants und die Sommerresidenzen von Belvedere und Tiefurt. Im Herbst, zum Weimarer Zwiebelmarkt, platzt das Städtchen dann aus allen Nähten. Bereits 1653 fand hier zum ersten Mal ein Zwiebelhandel statt. Heute ist der Weimarer Zwiebelmarkt das Herbstfest der Thüringer Zwiebel- und Gemüsebauern und ein attraktiver kulinarischer und kultureller Höhepunkt mit überregionaler Ausstrahlung.

ERFURT — gibt seinen Senf dazu Erfurt wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt, heute ist es mit 200.000 Einwohnern die Großstadt Deutschlands, die nur etwa 50 Kilometer südöstlich des Mittelpunkts unseres Landes liegt. Erfurt hat nach Leipzig die zweitgrößte Messe in den neuen Bundesländern und eine der ältesten Universitäten, in der unter anderem Martin Luther und Meister Eckhart studierten. Neben dem Erfurter Dom ist die Krämerbrücke, eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. In der Innenstadt verzaubern herrlich restaurierte, alte Fassaden und moderne Architektur das Auge. Kleine Geschäfte, große Läden, Brunnen, Plätze und reges Treiben allerorten erinnern eher an mediterrane Städte als den Mittelpunkt Deutschlands. Der berühmte Born-Senf kommt von hier. Er würzt und verfeinert seit fast 200 Jahren die verschiedensten Thüringer Spezialitäten wie Thüringer Rostbrätl oder Bratwurst. 1970 kam Bundeskanzler Willy Brandt zum ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen mit dem stellvertretenden DDR-Staatsratsvorsitzenden Willi Stoph

Erfurt Innenstadt

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Die Frauenkirche in Dresden

Sommerfest im Schloss Pillnitz bei Dresden

Hotel Dorint in Weimar

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nach Erfurt. Er zeigte sich unter anderem am Fenster des Hotels Erfurter Hof, das gegenüber von dem herrlich restaurierten Hauptbahnhof liegt. Die begeisterten „Willy, Willy“- und „Willy Brandt ans Fenster!”Rufe hallten bis 1989 nach, als es auch in Erfurt zu immer größeren Demonstrationen kam, die schließlich den politischen Umbruch einleiteten. Eine Stadt also, in der Geschichte, Religion, Tradition und Moderne wie in kaum einer anderen vereint sind. Diesen „Wind of Change“ spüren Bewohner und Gäste bis heute überall in der Stadt.

DRESDEN — das Elbflorenz Nur etwa 200 Kilometer von der Mitte Deutschlands entfernt, wurde es zu DDR-Zeiten als „Tal der Ahnungslosen“ verlacht. Seine geschützte Lage im Elbtal lies nämlich kein westdeutsches Fernsehen zu. Die landschaftlich reizvolle Lage am Fluss, seine barocke und mediterrane Architektur und die umfangreichen Kunstsammlungen gaben dieser Stadt den Namen Elbflorenz. Der Dresdner Zwinger, die Semperoper und das Residenzschloss prägen wie unzählige weitere historische Baudenkmale das Bild der Stadt. Die kleinen Engel auf Raffaels Sixtinischer Madonna haben gerade im letzten Jahrzehnt die Welt erobert. Prachtvolle Uferpromenaden, Schlösschen und Schlösser, wie z. B. Pillnitz, technische Denkmale, liebenswerte Plätze, Läden und Restaurants laden auch außerhalb der vielen Museen zum Bummeln ein. Am linken Elbufer, im Scheitel eines anmutigen Flussbogens gelegen, befindet sich das historische Zentrum Dresdens. Jahrhundertelang von mächtigen Festungsmauern geschützt, entfaltete die sächsische Residenz hier Pracht und Betriebsamkeit. Trotz schwerer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hat die Dresdner Altstadt reizvolle Ensembles bewahrt oder wiedergewonnen. Der Wiederaufbau des Stadtzentrums findet sein bekanntestes Symbol in der Dresdner Frauenkirche, jenem prachtvollen barocken Kuppelbau, der nun wieder die Dresdner Stadtsilhouette prägt. Am rechten Ufer der Elbe liegt die Neustadt. Sie verfügt zwischen Königsbrücker Straße und Lutherplatz über reiche Gastronomie. In den eng bebauten Straßenzügen entstand im vergangenen Jahrzehnt eine originelle, kulturelle Szene. Dazwischen die Elbe. Sie formte das ausgedehnte Tal, in dem sich das Dresdner Stadtgebiet befindet. Sie verleiht der Stadt ihre besondere Lebensqualität. Sie gibt ihr Natur und Freizeitwert. Dresden ist der östlichste Punkt einer Städtelinie, die von Trier über Frankfurt nach Erfurt, Weimar, Jena den Kulturgürtel Deutschlands darstellt. Hier, an seiner Taille, befindet sich der kulturelle Kopf Deutschlands. (pw)

Hotel MARITIM in Dresden Direkt am Elbufer, zwischen Semperoper und dem Internationalen Congress Center Dresden gelegen, erwartet Sie das außergewöhnliche und elegante Maritim Hotel Dresden. Es besticht durch stilvolle Zimmer in einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, welches früher der Kornspeicher Dresdens war. Die Altstadt mit der berühmten Frauenkirche und dem Zwinger ist nur 10 Gehminuten entfernt. 328 stilvolle, geräumige Zimmer, darunter 31 luxuriöse Suiten bis 176 qm Größe erwarten hier den Gast. Ein elegantes Restaurant mit großem Wintergarten und Terrasse mit Blick auf die Elbe lädt zum Verweilen ein. www.maritim.de

Hotel Dorint in Weimar Das 4-Sterne-Superior Hotel ist mit seiner zentralen Lage nicht nur der ideale Ausgangspunkt für eine Städtereise nach Weimar, es ist auch die perfekte Hotelwahl für besondere Tagungen und Konferenzen. Am Park gelegen, in direkter Nachbarschaft zum Goethehaus und nur 3 Gehminuten vom historischen Stadtkern entfernt, ermöglicht es Ihnen, Kultur und Natur gleichermaßen zu genießen. Seine besondere Ausstrahlung verdankt es der architektonisch einmaligen Verbindung zweier klassizistischer Villen mit einem gelungenen Neubau. Die Kombination von Klassik und Moderne, Pflege gewachsener Traditionen, Aufgeschlossenheit gegenüber dem Neuen, vereint mit Exklusivität und Stil prägen das Ambiente dieses Hauses. http://hotel-weimar.dorint.com

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Argumentieren Sie noch oder begeistern Sie schon? Ein Beitrag von Michael Moesslang

Robert will zum Griechen um die Ecke, Cordula zum schicken Italiener im Zentrum von Rosenheim. Robert hatte einen langen, harten Tag. Um zum Italiener zu kommen, brauchen sie das Auto, dann kann er nichts trinken und teurer ist es auch noch. Robert hat viele solcher Argumente. Mit immer mehr davon versucht er, die Restaurantwahl zu bestimmen. Doch Cordula will sich nicht überzeugen lassen. Letztlich verbringen die beiden den Abend zu Hause, die Stimmung ist gedrückt.

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ennen Sie Menschen, die Sie nur mit Argumenten überzeugen wollen? Klappt meistens nicht, oder? Aber warum – wir lesen doch immer wieder von der Fünfschritt-Argumentationskette und all den anderen Techniken? Schon die alten Griechen haben sich mit Argumentationstechniken beschäftigt. Soll das alles für die Katz sein?

Argumente überzeugen nicht Meistens sind Argumente tatsächlich wirkungslos. Das hat mit der jeweiligen Situation zu tun. Nehmen wir an, Sie sollen überzeugt werden, dann gibt es drei Möglichkeiten: 1. Sie sind bereits der selben Meinung, brauchen also gar nicht überzeugt werden. Das Gespräch ist trotzdem nicht beendet, denn Ihr

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Gegenüber und Sie stimmen sich gegenseitig zu, bestätigen sich und finden immer mehr Beweise, dass Sie beide Recht haben. Sie fühlen sich immer besser und die Beziehung zueinander wird gefestigt. Sinnlos ist das Diskutieren nicht, doch mit Überzeugen hat es nichts zu tun. 2. Sie sind offen, haben noch keine eigene Meinung zu dem Thema. Es interessiert Sie, was Ihr Gegenüber zu sagen hat und Sie machen sich ein Bild vom Thema. Nach einer Weile werden Sie entscheiden, ob Sie zur selben oder zur gegenteiligen Überzeugung kommen. Dadurch tritt die vorherige oder die folgende Situation ein. 3. Sie sind der gegenteiligen Meinung, jedes Argument ist überflüssig. Ihr Gegenüber versucht vergeblich, Sie durch noch mehr Argumente zu überzeugen. Genau hier haben sich Sokrates und seine Kollegen geirrt. Denn Logik hilft jetzt nicht.


Leuchtfeuer Wer den Menschen dienen will, der muss alle Vernunft als lästigen Ballast über Bord werfen und auf den Schwingen der Begeisterung emporfliegen. Wer denkt, wird nie fliegen. Anatole France, (1844 – 1924)

Wie wir auf Argumente reagieren Wenn wir von etwas überzeugt sind und jemand will uns das Gegenteil beweisen, hören wir uns das Argument an und suchen schon während der Aussage nach einem Gegenargument. Der emotionale Grund dafür ist vielschichtig: wir haben ja selbst etwas anderes behauptet, umzuschwenken wäre eine Niederlage, ein Gesichtsverlust. Außerdem reagieren wir auf Druck mit Gegendruck, so automatisch, dass es uns selbst kaum bewusst wird. Natürlich ist das abhängig von der eigenen Persönlichkeit, Höflichkeitsmustern, Reife oder der Beziehung zum Gegenüber. Doch auch wenn wir äußerlich keinen Gegendruck zeigen, sind wir innerlich längst nicht bereit, von unserer Meinung abzuweichen. Gegenargumente können auf vielerlei abzielen. So können wir den Inhalt selbst sachlich zu widerlegen versuchen, nach einem Gegenbeispiel suchen, die Quelle anzweifeln oder gleich unser Gegenüber. Gerne wird auch einfach trotzig reagiert und der mangelnde Glaube an das Argument ausgedrückt – ohne eine Begründung abzugeben.

Nur was in Dir brennt, kannst Du in anderen entzünden Doch haben Sie dann gar keine Chance jemanden zu überzeugen? Doch, durch Persönlichkeit, Ausstrahlung und Begeisterung! Wenn wir jemanden erleben, wie begeistert er von einem Kinofilm, Restaurant oder Urlaub ist, dann entstehen sofort Gedanken, Bilder und Emotionen und vor allem der Wunsch, selbst so etwas Begeisterndes zu erleben. Dazu braucht es keine Argumente. Im Gegenteil, Argumente können diesen Wunsch zerstören, da der oben genannte Effekt, die Suche nach Gegenargumenten, eintreten kann. Wer es versteht, andere zu begeistern, kann dies auch bei schwierigeren Themen: einen Mitarbeiter überzeugen länger zu arbeiten, einen Freund bitten, eine Aufgaben zu übernehmen oder an die Lebensgefährtin appellieren mit zum Sport zu gehen. Begeisterung ist ansteckend. Denn sie spricht die Sinne an und erzeugt ein Hochgefühl. Menschen, die von dem überzeugt und begeistert sind, was sie tun und woran sie glauben, wirken auf uns charismatisch. Wir bewundern sie und das erzeugt eine Vorbildfunktion. So entsteht Überzeugung und wir sind bereit, auf diese Menschen zu hören, ihre Meinung zu akzeptieren und in vielen Fällen auch anzunehmen.

Robert dachte wohl ebenso. Hätte er seine eigene Begeisterung gezeigt, wäre Cordula emotional überzeugt worden. Robert glaubte jedoch ausschließlich an die Macht seiner Argumente, wurde sogar immer härter im Ton. Hätte er seine eigene Begeisterung gelebt, wäre Cordula emotional mitgerissen worden und gerne zum Griechen mit gegangen. Zum Italiener kann man ja am Wochenende mal wieder. Körpersprache und lebendiges Sprechen kann man lernen. Wie eine Fremdsprache. Doch verabschieden Sie sich von dem Gedanken, bei der nächsten Diskussion auf Begeisterung „zu machen“. Ihr Gegenüber wird Sie als wenig authentisch erleben. Zudem werden Sie vermutlich mehr an Ihr Thema denken und dabei vollkommen vergessen, auf Ihre nonverbalen Signale zu achten. Um authentisch und glaubwürdig begeistert zu wirken, müssen Sie erstens innerlich tatsächlich begeistert sein und zweitens die Körpersprache und Stimme trainieren, wenn diese nicht ausgeprägt ist. Hier gilt: Übung macht den Meister. Dazu mein Tipp: trainieren Sie das unbedingt vorher, ganz für sich alleine. Ein Sprichwort in Papua-Neuguinea lautet: „Wissen ist nichts, bevor es nicht im Körper ist.” Das bedeutet, die neue nonverbale Ausdrucksweise trainieren Sie für sich alleine so lange, bis Sie sie automatisch machen, ohne daran denken zu müssen. Sie wird so zur Angewohnheit, die glaubwürdig rüberkommt und mit der Sie andere durch Ihre Begeisterung überzeugen können. Probieren Sie es, Sie werden begeistert sein!

Begeistert sein oder Begeisterung zeigen? Doch Begeisterung zu haben ist eines, sie zu zeigen ist etwas anderes. Denn Erziehung, Hemmungen und vor allem die eigene Persönlichkeit spielen eine große Rolle in der Außenwirkung. Nicht jeder, der wirklich begeistert ist, kann dies zeigen. Begeisterung, die nicht sichtbar ist, wird nicht überzeugen. Begeisterung ist sichtbar am Auftreten eines Menschen: Lächeln, Mimik, Blickkontakt, Gestik, Stimmeinsatz und natürlich emotionale Worte. Wir spüren Begeisterung sofort am Ton und an Worten, die Bilder erzeugen. Doch es gibt eben Menschen, denen dies nicht liegt. Wer nicht der Persönlichkeitstyp ist, zeigt vielleicht wenig Körpersprache und redet auch noch monoton. Er glaubt, die Inhalte überzeugen und wundert sich, wenn andere dies nicht annehmen.

Michael Moesslang, Dipl. Kommunikationswirt BAW, Top 100 Excellence Trainer und Autor, ist der Experte für sensationelles Präsentieren und persönliche Wirkung. Seine mitreissenden Keynote-Vorträge und Seminare zum Thema „PreSensation®“ motivieren, seine souveräne und professionelle Authentizität überzeugt. Er versteht es, die Teilnehmer wirkungsvoll zu integrieren und nachhaltigen Nutzen zu bieten. Als Experte seines Faches bezieht er aktuelle Erkenntnisse aus Psychologie und Verhaltenswissenschaften ein. Michael Moesslang aktivierte als Vortragsredner und Lehrbeauftragter - z. B. St. Galler Business School - bereits Zuhörer in über 1.000 Vorträgen und Präsentationen. www.Michael-Moesslang.de Email: MM@Moesslang.com

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