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Neu!

Wild Opening 21. Mai 2010

21.–23. Mai 2010

Halbinsel Pouch bei Leipzig

Editors, Jan Delay & Disko No. 1, Digitalism DJ Set, Boys Noize, Lexy & K Paul, Ellen Allien, Turntablerocker, Jennifer Rostock,

Fritz Kalkbrenner LIVE, Hadouken!, Felix Kröcher, Monika Kruse, Tiefschwarz, Boris Dlugosch, Fenech-Soler, Marek Hemmann LIVE, The Koletzkis, Oliver Koletzki, Disco Dice, Breakfastklub, Malente, Gunjah, Techno from Chemnitz City aka Hanson & Schrempf + Reche & Recall, Reche & Recall LIVE, Mahatma LIVE, Schluck den Druck, Louis Garcia, NDK LIVE, Kratzer vs. Perry LIVE, … u. v. m.

Infos & Tickets unter

www.Sputnik.de/SpringBreak und bei CTS Eventim

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LIEBER LESER

Liebe

© Sebastian Baller

Grillgemeinde,

öffnet die Fenster und genehmigt euch – auch wenn das für Allergiker jetzt vielleicht etwas lebensmüde klingen mag – ein Näschen der vom Grillgeruch geschwängerten Frühlingsluft. Gurgelt unseretwegen mit Wurstwasser, sofern euch danach ist. Schließlich wisst ihr genauso gut wie wir, dass dieses Verlangen nicht mehr allzu lang währt. Drei Monate dauert es nur, bis selbst eingefleischte Brätfans die Rauchschwaden aus Holzkohle und schwitzendem Fleisch nicht mehr riechen geschweige denn eine Bratwurst anschauen können. Deshalb, und weil wir uns keinen Bratwurstjournalismus vorwerfen lassen wollen, haben wir zum Auftakt der Grillsaison unlängst vegetarische Gerichte und Fisch aufgetischt. Es muss ja nicht immer die schnöde Senfpeitsche sein. Und schon gar nicht, wenn mit Küchenchef Ivo Mamzed und Kochblogger Tim Jeanrond zwei Experten anrösten. Die beiden haben sich nicht nur auf Anhieb gut verstanden, sondern auch bikinifreundliche und extrem leckere Gerichte für uns zubereitet. Wer jetzt Appetit auf unkonventionelle Kochkunst

bekommen hat, sollte demnächst auf dem Internetblog von Tim vorbeischauen. Weitere Infos findet ihr ab Seite 18. Anders als das kulinarische Blinddate hat uns die Kletterpartie mit den Nachwuchskünstlern Makabu und Alin Coen im vergangenen Monat etwas Bauchschmerzen bereitet. Jedenfalls die Vorbereitung. Erst schwiegen die Labels der Musiker, dann regnete es tagelang. Dass aus der geplanten Kletter- keine Hängepartie geworden ist, verdanken wir Makabu-Sänger Jöran und Alin beziehungsweise der kurzen Telefonverbindung zwischen Erfurt und Weimar. Gelohnt hat sich der Abstecher in den Naturhochseilgarten am Stadtrand von Eschwege allemal. Vor allem ein rotes Bobby Car hat die Fahrgemeinschaft begeistert. Was es mit der Hangelhilfe auf sich hat, erfahrt ihr ab Seite 14. Wir wünschen euch viel Spaß beim Schmökern.

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DAS IST DRIN

Verlag/Herausgeber

bbsMEDIEN Baller/Baller/Suhren GbR Lutherstraße 33 | 99817 Eisenach Tel.: +49 (0) 3691 | 70 85 74 Fax: +49 (0) 3691 | 70 85 75 Schmarjestraße 42 | 22767 Hamburg Tel.: +49 (0) 40 | 18 98 96 26 Fax: +49 (0) 40 | 18 98 96 27 info@bbsmedien.de Gestaltung/Illustration Svenja Suhren Anzeigen Michael Baller / André Gieße Chefredaktion / V.i.S.d.P. André Gieße Mitarbeit Katrin Hausmann (kh) Madlen Reimer (mr) Sarah Reuter (sr) Sophie Mathes (som) Sonja Berg (sjb), Brit Britsen (bb) Klaus Peter Kaschke (kpk) Michael Baller (mb) Falco Stienen (fs) Sebastian Baller (sb) Gernod Siering

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Brief an die Leser

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Impressum

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News in Kürze

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Kurz geschrieben

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Bobo in White Wooden Houses

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Pantha du Prince

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Speed Dating

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Maximilian Hecker

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Lang geschrieben

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Grillgezwitscher

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Auf du & du mit den Eichhörnchen

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Cover © Anna-Lena Thamm Fotos/Bilder Aaron Vidal, Anna-Lena Thamm, Sonja Berg, Philipp Rappsilber, Veranstalter, Sebastian Baller, pixelio.de, aboutpixel.de Druck Grafische Werkstatt von 1980 GmbH Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der gesamten Redaktion wieder. Für die Richtigkeit der angegebenen Termine übernehmen wir keine Gewähr. Der Rechtsweg ist bei Gewinnspielen ausgeschlossen.

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Speed dating »» Beim „Speed Dating“ lesen sich Nagel und Linus Volkmann gegenseitig Fetzen aus ihren erschienenen oder kommenden Werken vor und versuchen mittels perfider Mittel wie Schmeicheleien und Alkohol, den anderen aus der Reserve zu locken.


DAS IST DRIN

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Comic

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Was kostet...

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Terminpost

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The Marble Man / Egotronic / Broken Social Scene

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Lacrimosa / Nada Surf / Boozoo Bajou

Theater

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The National / Kosmo Koslowski / Oh No Ono

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Film

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Bücher

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Robin Hood

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Benjamin von Stuckrad-Barre

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Keep Surfing

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Toby Fuhrmann

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Der besondere Film

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Andrej Longo

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Essen 2.0

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ea.zip

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Platte

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Horoskope

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Grillgezwitscher

2. tramtheater

»» Grillen gehört zum Sommer wie Erdbeereis und Sonnenbrand. Noch mehr Spaß macht die Brutzelei, wenn statt Wurst & Brätel etwas Abwechslung aufs Glutbett kommt: Küchenchef Ivo Mamzed und Blogger Tim Jeanrond geben Tipps...

»» Schnell Tickets für das Thüringer Tramtheater lösen: Während der Fahrt in einer der historischen Waldbahnen von Gotha nach Tabarz erwarten euch Theatermonologe, Gedichte und Lieder vom Reisen, Ankommen und Abschiednehmen.

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KURZ & KNAPP

deutschlandweiter gratis comic tag 2010

pop up - messe forum musik in leipzig

Der Gratis-Comic-Tag ist ein Die Leipzig Pop Up ist eine gemeinsamer Aktionstag vieMesse mit Diskussionsforen ler Comic-Verlage & Shops in und einem damit verbundenen Deutschland, Österreich & der Musikfestival in Leipziger Clubs Schweiz. Die Verlage haben zum Thema Popkultur. dazu eigens 30 Comics produLeipzig Pop Up will vor allem die “independent” agierende ziert, die am 8. Mai in vielen Comic-Shops Szene im Bereich Popmusik/-kultur erreikostenlos erhältlich sein werden. Die Bandbreite reicht dabei von frankobelgichen, also diejenigen Musik-”Macher” und SHORTFACTS schen Abenteuern bis zu deutschen Inde-”Beobachter”, bei denen eine kreative - Schreibenveranstalten / Drehen /Schneiden pendent-Comics. Zusätzlich Motivation an erster Stelle steht, und die - für Film-Begeisterte von 14-27 Jahren viele Ladenbetreiber -spezielle 24.07. - 31.07.Aktionen 2010 in Hanerau-Hademarschen so Popmusik in all ihren Formen mit neuen wie Signierstunden oder Grillfeste Impulsen zu beleben vermögen. »» Gratis Comic Tag 2010 am 08.05.2010 Weitere Infos: www.gratiscomictag.de

»» POP UP Messe am 07. & 08.05.2010 im Werk II (Leipzig)

Könige der Tanzfläche gesucht

Sommercamp der jungen medienszene

Im April startete in Stralsund mit dem ersten Vorausscheid die Wettbewerbsreihe „Vita Cola Kingz Of The Circle 2010“ ein offener BreakdanceWettbewerb für Solotänzer. Vita Cola und das Bautzener twiƩer.com/jmsnds Steinhaus suchen dafür deutschlandweit Breakdancer, die sich mit frischen Styles Werde Fan! und akrobatischen Tanzeinlagen im Duell eins gegen eins messen wollen. In vier Vorausscheiden können sich die besten BBoys und B-Girls, für das Finale beim Battle Of The East in Bautzen qualifizieren. »» 29.05.2010 4.Vorausscheid im Top Building (Erfurt)

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Auch in diesem Sommer bekommen junge Film-Begeisterte von 14 bis 27 Jahren wieder die Gelegenheit, mit professioneller Unterstützung ihren eigenen Kurzspielfilm oder Dokumentarfilm zu produzieren. In hƩp://www.youtube.com/user/JMSNds Osterlüchten, inmitten der Ferienregion am Nord-Ostsee-Kanal, erhaltet Ihr eine junge-medienszene-niedersachsen.de Einführung in die Praxis des Spielfilms oder Dokumentarfilms – und durchlauft dabei in kleinen Gruppen alle Phasen der Filmproduktion.

»» Infos & Anmeldungen bis zum 30.06.2010: www.junge-medienszene-niedersachsen.de


KURZ & KNAPP

Sputnik Spring break mit the prodigy

Anatomie – Gotha geht unter die Haut

Du hast Pfingsten noch nichts vor? Wie wäre es mit einem Trip zum Sputnik SpringBreak Festival auf der Halbinsel Pouch (bei Leipzig). Hier startet die Festivalsaison mit einer bunten Mi© MDR SPUTNIK/Stephan Flad schung an Acts verschiedenster Genre, weshalb das SSB Electrofans wie Indieheads gleichermaßen glücklich macht. Dabei sind z.B. The Prodigy, Jan Delay & Disko No.1, Die Fantastischen Vier, Editors, Boys Noize und ganz vielen mehr. Neu in 2010: das Wild Opening am 21.05.

Die Ausstellung verfolgt den gemeinsamen Weg von Kunst und Anatomie von der Renaissance bis ins 19.Jh. Im Mittelpunkt stehen der „Muskelmann“ Houdons und ein menschli© Jörg Klemme | Pixelio ches Präparat aus dem 18. Jh., die seit über 200 Jahren Teil der Gothaer Sammlungen sind. Bemerkenswerte Leihgaben aus dem In- und Ausland sowie ein ungewöhnliches Rahmenprogramm machen „Anatomie“ zu einem außergewöhnlichen Ausstellungsereignis.

»» vom 21. bis 23.05.2010 Halbinsel Pouch, mehr Infos: www.sputnik.de/SpringBreak

»» Ausstellung „Anatomie“ vom 16.05. bis 24.10.2010, Schloss Friedenstein (Gotha)

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KURZ & KNAPP

Bobo und das weiSSe holz

Ostberlin 1990: Mitten in den Wendewirren zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung trifft eine junge Studentin der Musikhochschule Weimar auf einen Gitarristen. Beide beschließen, eine Band zu gründen, der sie den poetischen Namen Bobo In White Wooden Houses verpassen und die binnen kurzer Zeit zu einer der erfolgreichsten Indiebands der ostdeutschen Nachwendeszene heranwächst. Schon im selben Jahr gewinnen sie mit „Wide Awake“ den Leipziger Rockwettbewerb, um wenig später mit „Hole in Heaven“ einen der Indiehits dieser turbulenten frühen 90iger Jahre zu landen. Es läuft richtig gut für Bobo und ihre Mitstreiter – bis zum plötzlichen Tod von Gitarrist und Bandmitgründer Frank Heise im Jahr 1995, in dem die Band als einziger deutscher Act für den MTV Euro-Video-Grand Prix nominiert und auf dem Höhepunkt des Erfolges ist. Die alte Band um Bobo alias Christiane Hebold ist vorerst Geschichte. Es folgen Zusammenarbeiten mit Moses Schneider (Beatsteaks) und Mitstreitern aus dem Umfeld von The Prodigy, worauf hin sich der bisher folkige Indiepopsound deutlich in Richtung Ambient und Elektrobeat verschiebt. Neben dem Rückzug ins Private sorgen einige Gastauftritte bei Rammstein (z.B. „Engel“) oder Blank & Jones in den folgenden Jahren für sporadische Lebenszeichen, bis es 2007 zu einem Comeback der Band und ersten Clubkonzerten kommt. Jetzt, im Frühjahr 2010, haben Bobo In White Wooden Houses mit „Transparent“ ein brandneues Album im Gepäck, wenn sie im Eisenacher Schlachthof vorbeischauen. Psycheldelischer Indiepop trifft auf gekonntes Singer-/Songwritertum und natürlich auf Bobos Ausnahmestimme, die auch zwanzig Jahre nach ihrem ersten Hit noch Gänsehaut erzeugt. Wir verlosen 2 x das neue Album: sende eine Mail an eisenach@diggla.org - Betreff „Bobo“

»» Bobo In White Wooden Houses am 12.05. im Schlachthof (Eisenach)

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KURZ & KNAPP

blätter-

knistern im club Wenn Pantha du Prince hinter dem DJ-Pult steht, knirschen Kiesel und knacken Äste im Club. Der Hamburger pfeift auf die Gesetze der Elektromusik. Er formt Naturklänge, die ohne menschliches Zutun entstanden sind, zu Tönen, mixt verschiedenste Stilrichtungen wie Techno, House, Rock und Folk miteinander. Seine Tracks sind akustische Meisterwerke, zu denen man tanzen und träumen kann. Mit seinem ganz eigenen, meist introvertierten Sound zählt Pantha du Prince alias Hendrik Weber derzeit zu den angesagtesten und spannendsten TechnoProduzenten in Deutschland. Für seine neue Platte „Black Noise“ zog es den aus Kassel stammenden DJ samt Aufnahmegerät in die Schweizer Alpen – an den Ort, wo ein Dorf durch einen Erdrutsch seit 200 Jahren unter Geröll begraben liegt. In einem Haus auf dem Schuttberg arbeitete Pantha du Prince, dort fing er manches geheimnisvolle Geräusch ein, um es anschließend zu digitalisieren und mit schwingenden Beats zu unterlegen. Klopfen, Klackern, Klimpern und Klicken verleihen den Tracks eine besondere Aura. Der Albumtitel „Black Noise“ bezeichnet Töne, die das menschliche Ohr nicht mehr wahrnehmen kann: zum Beispiel ein dunkles, tief frequentiertes Grollen, das Naturkatastrophen wie Erdbeben, Lawinen und Tsunamis vorausgeht. Pantha du Prince macht diese Stille zu Musik, macht sie in seinen Kompositionen hörbar. Auch live gelingt es dem Techno-Produzenten, das Clubpublikum für seine ungewöhnliche Klangsprache zu begeistern. Überzeugt euch von seinem Talent am besten einfach selbst: beim Hohen C in Erfurt. (kh)

© Asha Mines

»» Pantha du Prince am 21.05. im Centrum Club (Erfurt)

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KURZ & KNAPP

speed dating

Man könnte meinen, dass es Nagel sehr schwer fällt, mal nicht unterwegs zu sein. Immerhin spielte Thorsten Nagelschmidt, wie Nagel eigentlich heißt, ihn aber niemand nennt, mit seiner Band Muff Potter von der Gründung im Jahr 1993 an über 600 Konzerte. Und obwohl die Münsteraner seit dem letztem Winter nicht mehr auftreten, ist ihr Sänger noch auf Tour. Nur geht er inzwischen seiner zweiten Leidenschaft neben dem Punkrock nach – dem Schreiben. Als Autor konnte sich Nagel bereits einen Namen machen. Vor drei Jahren veröffentliche er seinen ersten Roman „Wo die wilden Maden graben“, in dem er mehr als detailliert über den nicht immer so angenehmen Touralltag einer deutschen Punkband berichtet. Sein Debüt ist inzwischen sogar als Hörbuch mit Farin Urlaub und Schauspieler Axel Prahl als Gastsprecher veröffentlicht worden. In diesen Tagen schreibt der ehemalige Frontmann von Muff Potter an seinem zweiten Werk. Zudem tingelt Nagel derzeit zusammen mit Popjournalist Linus Volkmann durch die Bundesrepublik. Volkmann arbeitet unter anderem als Redakteur für das Intro Magazin und hat schon einige Bücher im Ventil-Verlag veröffentlicht – gerade ist dort auch „Endlich Natürlich“ erschienen. Beim „Speed Dating“ im Stadtgarten lesen sich die beiden Freunde gegenseitig Fetzen aus ihren bereits erschienenen oder kommenden Werken vor und versuchen mittels perfider Mittel wie Schmeicheleien, Unterstellungen und Alkohol, den anderen aus der Reserve zu locken. Auf Twitterformat runtergerechnet: Ein kurzweiliger Abend für die ganze Familie. (sjb) „Endlich natürlich“: Wir verlosen zwei Mal das neue Buch von Linus Volkmann. Schreibt uns eine E-Mail mit Name und Adresse an eisenach@diggla.org

»» Speed Dating mit Linus Volkmann & Nagel am 22.05. im Stadtgarten (Erfurt)

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KURZ & KNAPP

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KURZ & KNAPP

Keiner

leidet so schön Ende 2008 in Tokio: Nach einem Auftritt und mehreren Drinks flüchtet sich Maximilian Hecker in die Arme einer japanischen Prostituierten namens Nana. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Sänger und Songschreiber aus Berlin bereits auf dem Nullpunkt. Hecker, dessen Debüt die New York Times zu den besten zehn Alben des Jahres 2001 zählt, plagen Selbstzweifel und Versagensängste. Er ist sich nicht mehr sicher, ob sich während eines Konzerts oder einer Studioaufnahme wirklich authentische Gefühle ausdrücken lassen, wird nicht mit dem öffentlichen Erwartungsdruck fertig, verliert sogar seine Stimme. Bei Nana findet Hecker für einen kurzen Moment Halt. Sie läutet einen Lebensabschnitt ein, den der Musiker gern als „Verwesungsmodus“ bezeichnet. Fortan löst er alle Fesseln, die sein Leben einengen. Er rasiert sich nicht mehr, tauscht Jeans gegen Jogginghose, hält sich von Frauen fern und fängt wieder an, Straßenmusik zu machen – manchmal bis zu sechs Stunden am Tag. Auch bei den anschließenden Aufnahmen zu seinem neuen, sechsten Album bricht der 32-Jährige mit Konventionen In den eigenen vier Wänden mit einem Raummikrofon aufgenommen beschränkt sich Hecker auf dem Werk mit dem Endlostitel „I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son” auf die Basics. In 13 Songs verzaubert der Magier der traurigen Popballade mit ergreifendem Klavierspiel, Gitarrengezupfe und gehauchten Liebesschwüren. Wer den Romantiker auf seiner Suche nach sich selbst begleiten möchte, sollte sich das Konzert in Gotha nicht entgehen lassen. (ag) Wir verlosen zwei Exemplare des neuen Maximilian Hecker-Albums. Schreibt uns eine E-Mail mit Name und Adresse an eisenach@diggla.org

»» Maximilian Hecker am 22.05. im The Londoner (Gotha)

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© Dirk Merten


KURZ & KNAPP

Ich sehe was, was du nicht siehst Eine Werkschau von Künstlerinnen und Künstlern mit Autismus

29. Mai – 20. Juni 2010 documenta-Halle, Kassel 65 Künstler und weitere 123 Talente aus dem gesamten Bundesgebiet werden erstmalig in einer einzigartigen Überblicksausstellung präsentiert. Mit einem umfangreichen Begleitprogramm aus Kino, Lesungen, Workshops und Ateliergesprächen. Täglich geöffnet von 10 – 19 Uhr | Ganztägig Rundgänge: 11.00 u. 15.00 h Eintritt 5 €, ermäßigt 3 € Programmhighlights Di., Mi., Do. Kino mit interessanten Filmen über Autismus Immer freitags: Ateliergespräche mit Künstlern Sa. 5.6. Expertentag für Museumsfachleute, Galeristen, Kunstvereine und Kunstinteressierte

www.ichsehewas.de

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LANG GESCHRIEBEN

Grillgezwitscher Bevor die German Barbecue Association in Gotha den Deutschen Brutzelkönig kürt, läuten wir die Saison ein. Wenn sich Küchenchef Ivo Mamzed und Blogger Tim Jeanrond einen Rost teilen, geht es um alles Mögliche. Nur nicht um die Wurst. Text: André Gieße, Fotos: Anna-Lena Thamm

Wie in Zeitlupe steigen Aschewolken auf. In gleißendem Sonnenlicht rieseln Kohlebrocken in den Trichter aus Edelstahl. Die Grillsaison ist

Gemüsepäckchen 2 2 2 2 1 1

Zwiebeln Zucchini Tomaten Paprika Knoblauchzehe Fetakäse Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer

Würfelt das Gemüse und macht es mit Zitronensaft, Petersilie, Olivenöl, Salz und Pfeffer an. Alle Zutaten wickelt ihr in Alufolie ein und legt sie für maximal 30 Minuten auf den Grill.

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eröffnet. Über die Bühne geht die Generalprobe für die anstehenden Barbecuevorstellungen an diesem Nachmittag vor dem Residenzkeller in Eisenach. Statt großspuriger Rostbeschwörer haben wir den Herrn des Hauses, Ivo Mamzed, und Tim Jeanrond, einen Kochblogger aus Osthessen, zum kulinarischen Blinddate gebeten. Holzkohle und Grillanzünder: Schon züngeln Funken aus der einbeinigen Feuerstelle. Ivo, der Chef des Residenzkellers, heizt die keimende Glut weiter an. Er arbeitet gern mit frischen und saisonalen Produkten. Für unser Treffen hat er sich Scholle, Bärlauch und Tomaten kommen lassen. Neben Fisch will er mit Spargel, in Knoblauch eingelegten Zucchini-Lamm-Spießen und mit Ziegenkäse gefüllten Kartoffeln im SerranoSchinken-Mantel punkten. Dass man nicht Alfons Schuhbeck heißen muss, um leckere Grillgerichte aufzutischen, beweist Tim. Auf der Speisekarte des Internetbloggers und passionierten Hobbykochs aus Sontra stehen Forelle mit Petersilienbauch, Fetakäse auf Gemüse, Grillkartoffeln und gefüllte Champignons.


LANG GESCHRIEBEN

Für Gourmets und Nachtschwärmer Alle Rezepte sind einfach und nachgrillbar, die Zutaten preiswert und in jedem Supermarkt erhältlich. Die Anleitungen haben beide Grillmeister selbst zusammengestellt. Für Ivo keine Schwierigkeit, immerhin schreibt und kocht er im Residenzkeller seit Jahren alle Menüs. „Nur vom Schreibtisch aus zu dirigieren, das wäre mir zu langweilig“, sagt der Küchenchef. Und so steht er als erster am Grill, wo er mit Sorgfalt seine Lamm-Zucchini-Spieße und den Spargel in Alufolie drapiert. Privat findet er dafür selten Zeit, was vor allem an seinen Arbeitszeiten liegt. „Trotzdem ziehe ich mir gern einen Senfschnuller rein“, grinst der 35-Jährige. Während seine gebundenen Schollen schon Bekanntschaft mit der Glut machen, bereitet Tim nebenan in der Restaurantküche noch das Gemüsepäckchen und die mit Kräutern gefüllten Forellen zu. Zwischen den Grilldurchläufen bleibt genügend Zeit zum Probieren und Plaudern. Dabei dreht sich die Unterhaltung auch um den Residenzkel-

ler, der nach sieben Jahren zu den gestandenen Einrichtungen in Eisenach zählt. Dabei ist er nicht

Scholle mit Bärlauch 2 Schollen 2 Tomaten Bärlauchblätter, Zitronensaft, Salz, Pfeffer Schneidet die Tomaten in dünne Scheiben. Die Scholle klappt ihr auf, entfernt die Gräten und belegt beide Filethälften mit Tomatenscheiben und Bärlauchblättern. Anschließend mit Salz, Pfeffer sowie Zitronensaft würzen und zubinden. Servierfertig ist die gefüllte Scholle, wenn sie von beiden Seiten goldbraun glänzt. Als Unterlage empfiehlt sich eingefettete Alufolie.

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LANG GESCHRIEBEN

nur ein Anziehungspunkt für Feinschmecker, sondern auch für Nachtschwärmer. „Der Trend geht derzeit aber wieder von den Getränken zum Essen“, beteuert Ivo. Das liege vor allem daran, dass viele jüngere Leute die Wartburgstadt gegenwärtig verlassen, um zu studieren oder woanders eine Ausbildung zu absolvieren. Seine Auftragsbücher sind dennoch gut gefüllt. Oft buchen Familien und Vereine den Residenzkeller für Parties. Außerdem organisieren Ivo und seine Mitarbeiter regelmäßig Caterings für Events. „Beim Gästeklientel musst du flexibel sein“, meint der Eisenacher. Während er den Tisch herrichtet und nebenbei die Scholle serviert, kreist das Grillgezwitscher um Gastronomen in Westthüringen, das Vatersein und Ivos zweijährigen Nachwuchs.

Tim Mälzer eine Würstchenlänge voraus Als Tim den gepflasterten Biergarten des Restaurants betritt, starrt er in öde Glubschaugen. Auf einem Teller warten die Forellen auf ihren großen Auftritt. Sofort schnappt er sich die Grillzange, dichtet die Alufolie ab und platziert sie neben den gefüllten Champignons auf dem heißen Rost. Gemeinsam mit diggla-Autor Martin Böhnert hat der BWL-Student gerade einen Internetblog namens „No Kitchen For Old Men“ (http://nokitchenforoldmen.blogspot.com) gestartet. „Es geht nicht darum, Rezepte ins Netz zu stellen, wir basteln an einer Kochshow mit TV-Charakter“, betont Tim. Entsprechend sollen auch Comicelemente, Anspielungen auf Fernsehserien und bekannte Filmzitate in die Blogstories einfließen. Die Lebensmittel dienen mitunter nur als Beiwerk. Anders bei unserem appetitlichen Stelldichein, wo inzwischen auch die letzte Kartoffel gar ist und geschmatzte Lobeshymnen den Grilldunst durchschneiden.

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LANG GESCHRIEBEN

„No Kitchen For Old Men“ richtet sich – der Name lässt es erahnen – an ein junges Publikum. Der Kochblog der beiden Fernsehjunkies aus Sontra umfasst neben Texten und Fotos rund um die Nahrungszubereitung auch Videos. Die Clips seien maximal zehn Minuten lang und mit einer Handkamera gedreht, so Tim. Eine erste Sendung ist im Kasten. Weitere sollen alle zwei Wochen folgen. Nur so viel vorweg: Zur Premiere schlüpfen die beiden Freunde in die Rollen von Tim und Al aus „Hör mal wer da hämmert“. Künftig sind Mottoshows zu regionalen Spezialitäten oder zum Tagesgeschehen wie der Weltwirtschaftskrise geplant. „Unser Ziel ist es, vor Weihnachten bei Stefan Raab auf dem Sofa zu sitzen und danach mit einer eigenen Fernsehshow durchzustarten“,

Lammspieße 400g Lammhüftsteak oder -rücken 2 Zucchini 2 Holzspieße 1 Knoblauchzehe Salz und Pfeffer

feixt der 27-jährige und schiebt sich eine Spargelspitze in den Mund. Auch wenn die beiden Kochblogger Martin und Tim das Kochen nicht neu erfinden werden: Die Jungs sind Tim Mälzer jetzt schon eine Würstchenlänge voraus.

Die drei wichtigsten Grilltipps 1

Schichtet die Holzkohle in der Grillmitte zu einer Pyramide. Dann den Grillanzünder hinzugeben und anzünden – Vorsicht bei Brennspiritus. Die Kohle hat die richtige Temperatur, wenn sie eine feine weiße Ascheschicht bedeckt. Noch unsicher? Haltet die Hand über die Glut. Wird es nach drei Sekunden zu heiß, könnt ihr auflegen.

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Damit nichts anbrennt oder haften bleibt, solltet ihr den Rost vor dem Grillen mit Öl oder Speck einreiben. Und säubert ihn von den Schmutzrückständen der letzten Party.

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Um festzustellen, ob das Fleisch gar ist, stechen Grillprofis nicht mit der Gabel hinein, sondern machen die Druckprobe. Fühlt sich das Fleisch eher weich an, ist es innen noch roh, federt es nach, ist es rosa und durchgebraten fühlt es sich fest an.

Schneidet das Fleisch in Würfel und würzt es mit Salz, Pfeffer sowie Knoblauch – wer Zeit hat, kann es tags zuvor in eine Marinade einlegt. Schnippelt die Zucchini in feine Scheiben und kocht sie eine Minute in Salzwasser, damit sie weich werden. Nachdem ihr die Zucchini abgeschreckt habt, wickelt ihr sie um die Fleischstücke. Nun aufspießen, brutzeln und fertig.

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LANG GESCHRIEBEN

Auf du und du mit den Eichhörnchen Nichts für Leute mit Höhenangst: Am Stadtrand von Eschwege hat zu Ostern der Kletterwald Leuchtberg eröffnet. Wir haben den Parcours zusammen mit Jöran Görn und Rene Kolditz von der Band Makabu und Songwriterin Alin Coen getestet. Text und Fotos: Sonja Berg

„Auf das Bobby Car freue ich mich am allermeisten“ erklärt Rene Kolditz, Schlagzeuger der Erfurter Band Makabu, grinsend und zeigt auf das in einigen Metern über uns befestigte kleine rote Plastikauto. Damit sollen er, sein Bandkollege und Sänger Jöran Görn sowie Alin Coen im neu eröffneten Kletterwald Leuchtberg später eine schmale Hängebrücke zwischen zwei Baumwipfeln überqueren. Auch wenn die beiden Jungs von Makabu und die Songwriterin aus Weimar als Künstler nicht viel gemeinsam haben, verstehen sie sich gut. Was sie verbindet, ist die Leidenschaft für Musik, die sie so umsetzen, wie es ihnen passt – notfalls auch ohne große Plattenfirma. Alins neues Album soll in diesem Sommer erscheinen, dafür hat sie ihr eigenes Label gegründet. Makabu haben ihren zweiten Langspieler „A Place Beneath“ gerade selbst veröffentlicht und suchen dafür noch nach einem geeigneten Zuhause. „Wir wollen dabei nichts überstürzen, sondern die passende Firma für uns finden“, erklärt Rene.

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Bevor wir loslegen, macht uns Betriebsleiter Tim Schmidt mit den Sicherheitsbestimmungen vertraut. Die haben im Kletterwald Leuchtberg absolute Priorität. Tim und seine Mitarbeiterin Janina schnüren uns in Klettergurte und teilen Handschuhe aus, anschließend geht es zum Einführungssparcours, an dem uns Janina alles

»» Die Strecken, die man mit der Seilbahn zurücklegen muss, fordern besonderen Mut, machen aber auch am meisten Spaß.

genau erklärt. Mit einigem Respekt wagen wir die ersten Schritte über wackelige Holzplanken und Seile. Als wir die Einführung hinter uns haben, fühlen wir uns gleich etwas sicherer und die anfänglichen Zweifel sind verflogen. Auch Alin sieht man mittlerweile an, dass sie Gefallen an den verschiedenen Hindernissen gefunden hat. Die beiden Makabu-Jungs wollen jetzt endlich los-


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legen und stürmen zum ersten von vier Parcours. Dort geht es über frei schwingende Holzscheiben, Bretter und Stahlseile. Auf einer anderen Piste muss man sich seinen Weg über Getränkekisten, Skier und durch Netze bahnen, oder mithilfe eines Schlittens von einer Plattform zur nächsten rutschen. Die Strecken, die man mit der Seilbahn zurücklegen muss, fordern besonderen Mut, machen aber auch am meisten Spaß. Dafür, dass die Erlebnisparkbauer der Abenteuerwerkstatt den neuen Kletterwald innerhalb nur weniger Wochen realisiert haben, waren sie wirklich kreativ.

Das Hobby zum Beruf gemacht Während wir uns von Plattform zu Plattform hangeln, frage ich Alin, ob sie neben der Musik Zeit für einen weiteren Job hat. „Ich habe Umwelttechnik studiert, lebe aber ausschließlich von der Musik“ antwortet sie. Die Bühne teilte sich die Sängerin und Songschreiberin schon mit namhaften Stars,

darunter Starsailor, Jacob Dylan und Regina Spektor, aber auch alleine zieht sie genügend Zuschauer. Ursprünglich stammt Alin aus Hamburg, seit 2003 wohnt sie in Weimar. Zusammen mit ihrer Band mischt sie Singer-Songwriter-Elemente mit Folk. Zu hören sind Alins zerbrechliche Popsongs unter anderem im Mai im Erfurter Museumskeller. Jöran und Rene studieren ebenfalls und arbeiten neben ihren Auftritten mit Makabu bei ZughafenKollege Clueso als Roadies – zuletzt auf dessen „So Sehr Dabei“-Tour. „Das war schon sehr besonders, wir durften auf der gesamten Tour vor über 50.000 Menschen spielen. Und natürlich bekommt man dadurch auch einen kleinen Einblick, wie es sein könnte, was einen nur noch mehr anspornt“, berichtet Jöran. Die Erfurter sind zusammen mit Johannes Nicol am Bass als Trio unterwegs und schlagen rockigere Töne an. Nachdem wir uns in den Baumwipfeln etwas sicherer fühlen, können wir den Blick von den Hindernissen lösen und die wunderbare Umgebung genießen. Die Aussicht vom Leuchtberg in das Werratal und auf den Werratalsee ist atembe-

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raubend, noch beeindruckender ist aber der Wald an sich: Plötzlich sitzen da Vögel neben einem und ein irritiertes Eichhörnchen beobachtet aus sicherer Entfernung, wie wir von Baum zu Baum hüpfen. Wenn die Bäume in den kommenden Wochen in saftigem Grün erblühen, dürfte dieses Erlebnis noch spektakulärer ausfallen.

Augen zu und durch Die zu bezwingenden Hindernisse werden von Parcours zu Parcours anspruchsvoller.Im vierten und schwierigsten Teil des Kletterparks erreichen wir an einer Stelle eine Höhe von 14 Metern, von der aus man sich mithilfe einer Handrolle zur nächsten Plattform hinüber schwingen muss. Vor Rene und Jöran schaffen zwei Parkgäste die Strecke nicht, landen in ihren Sicherheitsgurten und werden von einem Mitarbeiter mithilfe eines Seils wieder auf die Ausgangsplattform gezogen. „Das Wetter wird schlecht und der Wind kommt

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gerade stark aus der falschen Richtung, so dass man nur schwer auf die nächste Plattform kommt“, erklärt Tim. „Falls etwas passiert, sind wir sofort zur Stelle und holen die Gäste aus dem Parcours. Viel schief gehen kann da nicht“, sagt der Franke. Die Makabu-Jungs wagen sich trotzdem mutig an diese Herausforderung und schaffen ohne Probleme die einige Meter lange Distanz. Nach über zwei Stunden sehen Alin, Jöran und Rene ziemlich durchgefroren, aber irgendwie glücklich aus. „Das hat Spaß gemacht“, schwärmen unsere drei Tester. Auch weil das Wetter mitgespielt hat, denn kurz danach beginnt es zu reg-


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nen. Alle sind sich einig: So einen Nachmittag im Kletterwald erlebt man nicht alle Tage und es ist wirklich etwas Außergewöhnliches, die Natur aus einer anderen Perspektive zu erleben und seine eigenen Grenzen zu überschreiten.

Kletterwald Leuchtenberg Der Kletterpark bei Eschwege ist in der Regel von Mittwoch bis Sonntag zwischen 13 und 19 Uhr geöffnet, in den Ferien und am Wochenende ab 10 Uhr. Erwachsene zahlen für zweieinhalb Kletterstunden 19 Euro, Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren 13 Euro und Kinder von acht bis elf Jahren 11 Euro. Sondertarife gibt es für Familien immer mittwochnachmittags. Den Kletterwald Leuchtberg findet man in der Leuchtbergstrasse 40 in Eschwege. Weitere Informationen unter: www.kletterwald-leuchtberg.de Alin Coen am 15.05. im Museumskeller Erfurt Makabu haben im April ihr neues Album „A Place Beneath“ veröffentlicht, bestellen könnt ihr es über www.zughafen.de

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mit freundlicher Unterst端tzung von www.cross-cult.de


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Auszug aus: The Goon 4: Bergeweise Trümmer © Eric Powell

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Bild: Aaron Vidal


KOLUMNE

Was kostet... männlichkeit? Im Wonnemonat geht es um echte Kerle. Das hat weder mit der männlichen Unterbesetzung in Redaktionen noch mit aufkeimenden Frühlingsgefühlen auf der weiblichen Seite zu tun. Die Erklärung steht im Kalender: Bald ist wieder Männer- beziehungsweise Vatertag. Also Grund genug, ein bisschen über das männliche Geschlecht zu sinnieren. Wie war das damals noch bei Grönemeyer: „Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht“? „So einfach isses eben nicht“, halten die Fantastischen Vier dagegen. Und da haben sie wohl nicht ganz unrecht. Denn Männer waren irgendwann vielleicht mal „außen hart und innen ganz weich“, in Zeiten von Metrosexualität ist das aber längst nicht mehr die Regel. In unserer Gender-TheorieWelt kommt es zuweilen vor, dass sie außen weich und innen hart sind. Was natürlich immer mehr auch auf ihren Gegenpart, die holde Weiblichkeit zutrifft. Die ist so selbstständig wie noch nie, wechselt im besten Fall mit lackierten Fingernägeln Autoreifen und schreibt im schlimmsten Fall achselbehaart für die „Emma“. Und der Mann? Er könnte sich angesichts solcher Entwicklungen beinahe ein bisschen überflüssig fühlen. Jedenfalls hat er es nicht besonders leicht, wächst er doch größtenteils in einer von Frauen dominierten Welt auf. Ein Freund von mir nennt sich nicht umsonst „Der Erzieherin“. Als erwachsener Mann im Kindergarten genießt er einen besonderen Status: Gefragt bei Kolleginnen und Kindern, Vaterfigur für Jungs mit alleinerziehenden Müttern und Traumprinz für kleine Prinzessinnen. Genau diese Mädels warten später einmal auf den Typ mit dem Gaul

oder Edward Cullen im Volvo und sehen zu, wie ihr Freund aus Eifersucht eine Delle ins Auto boxt. Grund könnte das übliche Jäger-SammlerProblem gewesen sein: Mann jagt. Frau sammelt. Manche Männer angeln sich auch Frauen. Aber was, wenn nun Frauen Männer horten? Wem wird dann der Kampf angesagt? Nächste Frage: Wann ist ein Mann überhaupt ein Mann? Schließlich wird der Männer- oder Vatertag auch von denen gefeiert, die weder das eine noch das andere zu sein scheinen. Im Pferdesport gibt es für Hengste den so genannten 70-Tage-Test. Hierbei wird der zukünftige Landbeschäler auf Herz und Nieren getestet: Abstammung, Charakter und sportliche Leistung werden geprüft und bewertet. Schwein gehabt also, liebe Männer, kein Pferd geworden zu sein. Die Ansprüche an das starke Geschlecht sind aber auch ohne Eignungstest hoch: Beschützen, nicht einengen soll der Mann von heute, gepflegt sein, aber nicht länger im Bad brauchen als Madame, klug, verständnisvoll und dabei aussehen wie Vin Diesel. Ja, Man(n) hat es schwer. Da ist es beinahe schön zu sehen, dass dieser Leistungsdruck noch nicht bei allen angekommen zu sein scheint. Gelegentlich trifft man Exemplare, die auch mit 30 noch sonntags Punkt zwölf bei Oma zum Mittag antreten. Der Frau, die bis dato noch neben ihnen lag, bleibt so zumindest das Kochen erspart. Sie fährt nach Hause und hört im Radio die Debatten über Gleichberechtigung für das schwache Geschlecht an. (sr)

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H I M M E L FA H RT AM PRINZENBERG • Palais am Prinzenberg Helenenstrasse 1 98617 Meiningen

ANDREW W E AT H E R A L L JOHANNES MOSES HEIKO MSO 10 — 22 • H Eintritt: 10€ ab 15 Uhr: 13€

& AFTERHOUR MIT ROMAN FLÜGEL

13 • 05 • 2010 Vo r v e r k a u f u n t e r w w w. w e r r a - t i c k e t . d e


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TERMINE

FR 30.04.

SA 01.05.

SO 02.05

Frühlingsfest 18.00 LUTHERHAUS

Das Feuerwerk 15.00 LANDESTHEATER

Matinee: Der Tod und das Mädchen 11.00 LANDESTHEATER

EISENACH

Ausstellungseröfnung: Plastik und Skulptur 19.00 KUNST PAVILLON

Deutschlandradio Kultur präs.: 349. Wartburgkonzert 19.30 WARTBURG

Otello darf nicht platzen 15.00 LANDESTHEATER

EISENACH

Luna-Nacht - WellnessSaunanacht für Körper und Geist 19.00 AQUAPLEX

Maitunes die 1. (House, Lounge, Minimal) 21.00 CORNER´S CLUB 54

Der besondere Film: Ein russischer Sommer 17.30 CAPITOL

Die lustige Witwe 19.30 LANDESTHEATER

70er 80er 90er Top Birthday Party - 4 Jahre THE BEACH

EISENACH

Hans-Eckhardt Wenzel (Folk) 20.30 ALTE MÄLZEREI

Tanzsteptomanie auf 2 Floors SOUND & CULTURE

EISENACH

Cinderella Night (Eintritt f. Frauen bis 22h frei) 21.00 THE BEACH

Vollgas Party SPITZ

Tanzsteptomanie 22.00 SOUND & CULTURE

Girls United MAD

MAI10 EISENACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

»»Plastik & .... 30.04.

»»Vince Ebert 30.04.

© Frank Eidel

DasDie (EF)

complize / photocase.com

Kunst Pavillon (EA)

Die neue Ausstellung im Kunstpavillon stimmt ein auf die am 12. Juni stattfindende Auktion internationaler Plastiken, Objekte und Skulpturen. So könnt ihr bis zum 30. Mai in dem Glaskubus in der Wartburgallee zahlreiche Skulpturen und Plastiken von regionalen und nationalen Künstlern bestaunen. Ausgestellt sind Kunstwerke aus Holz, Stein und Metall, von denen einige auch in der Auktion unter den Hammer kommen sollen.

Sonnenuntergang im Land der Dichter und Denker. Im deutschen Bundestag entscheiden Industriekaufleute und Müllermeister über den Atomausstieg. Selbst Topmanager haben so wenig Ahnung von Mathe, dass sie nur schlampig ihre Bilanzen fälschen können. Trotzdem behauptet Stand-up-Kabarettist Vince Ebert: Denken lohnt sich. Der Diplom-Physiker räumt auf mit populären Halbwahrheiten und oberflächlichem Zweidrittel-Wissen.

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TERMINE

MAI10 GOTHA

FR 30.04.

SA 01.05.

SO 02.05

15. Gothardusfest - Voilà Gotha 18.00 STADTGEBIET

15. Gothardusfest - Voilà Gotha 11.00 STADTGEBIET

Der besondere Film: Verdammnis 17.30 KIK

Gothardus-Night 20.00 UPPER CLUB

15. Gothardusfest - Voilà Gotha STADTGEBIET

GOTHA

89er-House-Party - Das Original (mit Danny Dyk, Psichoz) 22.00 CLUB NOAH

GOTHA Keltenfest Beltane 20.00 KELTENBAD

Bänd-los (Offener Abend ohne Livemusik) 20.00 HAUNSCHER HOF

MÜHLHAUSEN

Olaf Schubert & Freunde: Meine Kämpfe 20.00 SCHWANENTEICH

Snowblind (Coverrock) KULTURFABRIK

DIVERSES

Superelektronisch Tanz in den Mai 22.00 CENTRUM (EF)

Hoffest zum 1. Mai 10.00 ENGELSBURG (EF)

2.-Mai-Tag-Trödelmarkt 10.00 SCHLACHTHOFSTRASSE 82 (EF)

DIVERSES

Tanzexpress (live dabei “Nice Guy Eddie) 22.00 STADTGARTEN (EF)

UNA Label Night (Northern Lite, Chapeau Claque,...) 19.00 STADTGARTEN (EF)

17. Erfurter Entenrennen 11.00 KRÄMERBRÜCKE (EF)

DIVERSES

Abwärts (mit Rodrigo González) 22.00 MUSEUMSKELLER (EF)

danceON Reggae-Party mit green skin movement 21.00 KLANGGERÜST (EF)

Sutcliffe live (Eintritt frei) 22.00 STADTGARTEN (EF)

BAD SALZUNGEN

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TERMINE

MAI10

MO 03.05. DI 04.05.

EISENACH

Festgottesdienst zu Luthers Ankunft 17.00 WARTBURG

MI 05.05. Der besondere Film: Ein russischer Sommer 15.00, 17.30 & 20.00 CAPITOL Ladys Special 19.00 AQUAPLEX

EISENACH

Wild Wednesday (Rock, Pop, Black, Dance, Charts) 21.00 THE BEACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

»»born to hula 07.05.

»»abi Wallenstein 08.05. Alte Mälzerei (EA)

© Nobart

Schlachthof (EA)

Zwei Nachwuchsbands machen Rambazamba im Schlachthof: Buckweedz! aus Erfurt pfeifen auf Rock’n’Roll-Klischees. Sie verquirlen wuchtige Gitarrenriffs, Bass und Schlagzeug frei Schnauze zu einem brachialen Sound, der sich auf der Bühne als High-Energy-Rock entlädt und direkt ins Blut schießt. Wer dann immer noch steht, kann sich von Born To Hula, einer Drei-Mann-Rockcombo aus Weimar, das Trommelfell versohlen lassen.

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Abi Wallenstein & Blues Culture sind einer der aufregendsten Acts der zeitgenössischen Rootsmusik in Europa. Der Vater der Hamburger Blues-Szene, Cajonspieler Martin Röttger und Steve Baker an der Mundharmonika mischen Blues und wilden Boogie mit schrägen Rockelementen. Das Zusammenspiel des Trios ist virtuos, Wallensteins Fingerpickingstil sprengt gewöhnliche Akkordfolgen und seine raue Stimme geht unter die Haut.


TERMINE

DO 06.05. FR 07.05. Dreier ohne Simone (ab 14 Jahre) 19.30 THEATER AM MARKT

SA 08.05.

SO 09.05.

Improsant – die Improshow 19.30 THEATER AM MARKT

Eisenach macht Mobil: Auto, Motorrad, Fahrrad... INNENSTADT

Eisenach macht Mobil: verkausoffener Sonntag ab 13.00 INNENSTADT

105 Lenz.Kubach.Johnson 20.30 ALTE MÄLZEREI

Gartenfest 14.00 + Abi Wallenstein&Blues Culture 20.30 ALTE MÄLZEREI

Muttertagskonzert 14.00 CORNER´S CLUB 54

PopmusicDay 18.00 MUSIKSCHULE BLUME

Der besondere Film: Boxhagener Platz 17.30 CAPITOL

Dreier ohne Simone (ab 14 Jahre) 19.30 THEATER AM MARKT

Konzert mit der JSB BIG BAND 20.00 KUNST PAVILLON

Trommelparty (10 Getränke = 1 Trommel für nur 10€) 21.00 THE BEACH Cinderella Night (Damen bis 22.00h Eintritt frei) THE BEACH

Neil Young Abend von und mit Andreas Schirneck 21.00 SCHLACHTHOF Local Night: Symen, Galaxy aka Electric Coffee, Nuckel 22.00 Sound & Culture

Born to Hula & Buckweedz (Stoner/ Rock) SCHLACHTHOF

Two for you: Daniel Stefanik u.a. 22.00 SPITZ Forever Young Party THE BEACH

Sa, 8.Mai und So, 9.Mai

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mit freundlicher Unterstützung von:

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TERMINE

MAI10

MO 03.05. DI 04.05.

gotha

Spare Dich satt (Spare-Ribs all you can eat) 18.00 EL TORO

gotha

Bier & Rock (Bierstammtisch - Jedes große Bier 2€) 20.00 FIFTY EIGHT

Caipirinha-Specials (CaipiVariationen je 3,50€) 20.00 FIFTY EIGHT

MI 05.05. Der besondere Film: Verdammnis 15.00, 17.30 & 20.00 KIK Ladies Night (30% auf alle Cocktails - for girls only) 20.00 FIFTY EIGHT

gotha

bad salzungen mühlhausen DIVERSES

Happy Jever Montag (0,5l Flasche Jever für 1,60€) 11.00 STEINHAUS (EF)

DIVERSES DIVERSES

»»Ohrbooten 06.05.

Monnlit Sailor + Support Volver 20.30 STADTGARTEN (EF)

Vernissage: SteinhausART. 330 West 95th 18.30 ENGELSBURG (EF)

Sorry Gilberto (slow melodic Music) 21.00 UNI-K.U.M

Roulette Rouge Lounge 20.00 PRESSEKLUB (EF)

Danny Dziuk + Shannon Lyon 21.00 MUSEUMSKELLER (EF)

»»bauernkriegsp. 08./09.05. Innenstadt (MHL)

© Viola Decker | Pixelio

HsD (EF)

Spieleabend (Tischtennis, Kicker und mehr) 18.00 STADTGARTEN (EF)

„Von Bob Marley bis Slipknot steckt quasi alles im Gyp Hop“, singt Frontmann Ben auf der dritten Platte der Ohrbooten. Weil sie sich in keiner Schublade wohlfühlen, haben sie selbst eine aufgezogen und ihrer Musik einen dicken Gyp Hop-Sticker verpasst. Ihr Großstadtsound zehrt von teergetränkten Melodien, Falafel-Beats und deutschen Texten. Gerappte Bouncer machen ihnen ebenso Spaß wie gesungene Liebeserklärungen.

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Das Bauernkriegsspektakel ist Thomas Müntzer und Heinrich Pfeiffer gewidmet, die im Jahr 1525 den Aufstand gegen die Obrigkeit probten. Als Kulisse dienen die Stadtmauer, das innere Frauentor, die Holzstraße und die Marienkirche. Das Historienspiel umrahmen mittelalterliche Handwerksständen, Tavernen, Ritterschaukämpfe, Bäcker- und Brätereien. Für Unterhaltung sorgen außerdem Spielleute, Narren, und Märchenerzähler.


TERMINE

DO 06.05. FR 07.05. Soundsociety 4 (Electro, Perthessaal) 22.00 THE LONDONER

Club Night 20.00 UPPER CLUB House Lounge & Longdrinkspecials 20.00 FIFTY EIGHT

SA 08.05.

SO 09.05.

1. Marathon Tanzfete Power-Party für Alle! FSK 16 20.00 STADTHALLE

Der besondere Film: Ein russischer Sommer 17.30 KIK

Live: Room Inside 21.00 THE LONDONER

Mama Mia - Muttertag EL TORO

Klubraum-Stammtisch (André le Son, Jette, Mark) 22.00 CLUB NOAH Bambule-Party - HipHop mit lokalen DJs PRESSENWERK Gothic Party KULTURFABRIK

Metalnight KULTURFABRIK

Filmabend 20.30 KULTURKNEIPE SPATZ (WTH)

plugIN: mit Nova (Zella-Mehlis; Rock) 21.00 KLANGGERÜST (EF)

Klubkino: „Walk The Line “ Film über Jonny Cash 20.00 HAUNSCHER HOF(BaSa)

Snooker Classic 2010 Die Snookerstars 16.00 MESSEHALLE (EF)

Ohrbooten (Reggae, Hip-Hop, Funk, Dancehall, Rock, Pop) 21.00 HSD (EF)

Live: Aucan 21.30 STADTGARTEN (EF)

Leftside - CD Release + Sonne Ost MEHRZWECKHALLE (HERINGEN)

Spieleabend (Tischtennis, Kicker und mehr) 18.00 STADTGARTEN (EF)

Live: Missent to Denmark 21.00 STADTGARTEN (EF)

Acid Stereo & Support 22.00 MUSEUMSKELLER /EF)

Live: Shirley Holmes 21.30 STADTGARTEN (EF)

Silly - Alles Rot Tour 2010 HSD (EF)

FRITZ KALKBRENNER

MAT

SUPPORT SVEN U.K.| DJ BOON & HEIDO

RECORDS) COSMO SECOND FLOOR BREAK SL (PHILPOT (PARTISAN) BRAUN (ELENORE RECORDS) & JAMES

CENTRUM CLUB ERFURT

12. MAI 2010 VVK UNTER UNA-KONZERTE.DE

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TERMINE

MAI10 EISENACH

MO 10.05. DI 11.05.

MI 12.05.

Schnupper-Sauna 17.30 AQUAPLEX

German-RaceWars 10.00 FLUGPLATZ KINDEL

Vortrag: Die Geschichte des Eisenacher Friedhofs 18.30 M.-L.-GYMNASIUM

EISENACH

Der besondere Film: Boxhagener Platz 15.00, 17.30 & 20.00 CAPITOL

EISENACH

Bobo in White Wooden Houses, sup. Room Inside 20.00 SCHLACHTHOF

EISENACH

EISENACH

Wild Wednesday (Rock, Pop, Black, Dance, Charts) 21.00 THE BEACH

EISENACH

hAuPtScHuLeEeEeEe BDaY dIsCo (Techno, Break) 22.00 Sound & Culture

EISENACH

EISENACH

»»Das Feuerwerk 16.05.

»»Freibadöffnung 15.05.

© Rainer Sturm | Pixelio

FZZ Gleis3eck (Waltershausen)

© Essenia Deva | Pixelio

Landestheater (EA)

Das „abendfüllende Chanson“, wie Komponist Paul Burkhard seine musikalische Komödie selbst bezeichnet, erzählt von einem Familienfest, das ganz anders verläuft als geplant: Schuld daran ist Alexander, der in den 50. Geburtstag des Fabrikanten Albert Oberholzer hereinplatzt. Während das schwarze Schaf der Familie von seinen Abenteuern als Zirkusdirektor in der weiten Welt berichtet, entrüstet sich die Verwandtschaft.

Yippie - es ist wieder Zeit für Köpfer, Arschbomben und ein paar relaxte Bahnen im kühlen Blau. Doch statt einfach nur die Badeschlappen überzustreifen und das Kassenhäuschen zu besetzen, lädt das Freibadteam aus Waltershausen zur großen “Club Tropical” Eröffnungsparty ein. Heiße Sommersounds, kühle Cocktails, Urlaubsfeeling und natürlich Dekopalmen sorgen für die richtige Beachpartystimmung.

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TERMINE

DO 13.05. FR 14.05.

SA 15.05.

SO 16.05.

German-RaceWars 10.00 FLUGPLATZ KINDEL

German-RaceWars 10.00 FLUGPLATZ KINDEL

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg 18.00 WARTBURG

German-RaceWars 10.00 FLUGPLATZ KINDEL

Sophiechen und der Riese 15.00 LANDESTHEATER

Turntables meets Bratwurst 11.00 - open end CORNERS CLUB 54

Männer und andere Irrtümer (Gastspiel) 19.30 THEATER AM MARKT

Open Gardens - Offene Gärten 10.00 STADTGEBIET

Otello darf nicht platzen 19.30 LANDESTHEATER

Wartburg-Wind-Ensemble 19.30 GEORGENKIRCHE

Das Feuerwerk 15.00 LANDESTHEATER

Cinderella Night (Damen bis 22.00h Eintritt frei) THE BEACH

Der Tod und das Mädchen 19.30 LANDESTHEATER

Der besondere Film: Die Friseuse 17.30 CAPITOL

Trommelparty (10 Getränke = 1 Trommel für nur 10€) 21.00 THE BEACH

Freibaderöffnung mit 80er-Jahre-Party 20.00 FREIBAD Männer und andere Irrtümer (Gastspiel) 19.30 THEATER AM MARKT Metallfestival mit 4 Bands (Bind Myself, Decision to Defy, ...) SCHLACHTHOF Deutsche Nacht (Maßkrug Bier 5 Euro) THE BEACH

Hat jemand den Laubfrosch gesehen? Manche Arten gehen für immer verloren. Der NABU bewahrt die Artenvielfalt für Mensch und Natur. Helfen Sie mit – damit das Ganze komplett bleibt. www.NABU.de

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TERMINE

MAI10

MO 10.05. DI 11.05.

MI 12.05.

gotha

Spare Dich satt (Spare-Ribs all you can eat) 18.00 EL TORO

Rockoratorium von Thomas Gabriel 19.30 MARGARETHENKIRCHE

Der besondere Film: Ein russischer Sommer 15.00, 17.30 & 20.00 KIK

gotha

Bier & Rock (Bierstammtisch - Jedes große Bier 2€) 20.00 FIFTY EIGHT

Caipirinha-Specials (CaipiVariationen je 3,50€) 20.00 FIFTY EIGHT

Ladies Night (30% auf alle Cocktails - for girls only) 20.00 FIFTY EIGHT

Happy Jever Montag (0,5l Flasche Jever für 1,60€) 11.00 STEINHAUS (EF)

Spieleabend (Tischtennis, Kicker und mehr) 18.00 STADTGARTEN (EF)

Götz Widmann 21.00 HSD (EF)

DIVERSES

DozentenLesen 20.00 UNI-K.U.M (EF)

The Gee Strings (female fronted Punkrock) 21.30 AJZ (EF)

DIVERSES

I-Fire live 20.30 STADTGARTEN (EF)

Maifeiern mit Fritz Kalkbrenner live 22.00 CENTRUM (EF)

gotha

bad salzungen mühlhausen DIVERSES

»»f. kalkbrenner 12.05. Centrum (EF)

Fritz Kalkbrenner hat angekündigt, die Heide wackeln zu lassen. Der Bruder des derzeit in aller Welt gefeierten Paul Kalkbrenner ist inzwischen fester Bestandteil der deutschen Elektroszene. Unter anderem hat er Sascha Funke als Sänger auf seinem Debütalbum „Bravo“ unterstützt und der Technohymne „Sky And Sand“ seine Stimme geliehen. Zum Maifeiern holt Una den Berliner DJ, Produzenten und Sänger ans Pult im Centrum.

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»»cocoon

Stadtgarten (EF)

Morgane Imbaud und Mark Daumail, die beiden Mitglieder der französischen Band Cocoon, haben eine Hang zu bittersüßen Texten: Ihre verspielten Folkpopsongs strotzen vor schwarzem Humor und Selbstironie. In seiner Heimat hat das Singer-Songwriter-Duo bereits rund 80.000 Einheiten seines Debütalbums „My Friends All Died In A Plane Crash“ verkauft. Live verschmelzen Cocoon beschwingte Gitarrenklänge mit zartem Gesang.


TERMINE

DO 13.05. FR 14.05.

SA 15.05.

SO 16.05.

El Toro Marsch, Marsch 10.00 EL TORO

Peter Bause, Der Kontrabaß 20.00 EKHOF-THEATER

15. Internationale Deutsche Grillmeisterschaft 14.00 MARKTPLATZ

15. Internationale Deutsche Grillmeisterschaft 11.00 MARKTPLATZ

Club Night 20.00 UPPER CLUB

Karaoke 22.00 THE LONDONER

Saturday Night Lounge 20.00 UPPER CLUB

Ausstellungseröffnung: Anatomie 14.00 SCHLOSS FRIEDENSTEIN

4444 - 4 for U (mit Psichoz, Mark van Weth, Mr. Taylor) 22.00 CLUB NOAH

Der besondere Film: Boxhagener Platz 17.30 KIK

House Lounge & Longdrinkspecials 20.00 FIFTY EIGHT

Almost Rosy (The Music of Tory Amos) 20.00 HAUNSCHER HOF Männertag mit Double Vision KULTURFABRIK

Liverock mit Rondelhund, Matula & Freiburg KULTURFABRIK

Tumbling Dice (Rolling Stones Tribute) KULTURFABRIK

Himmelfahrtskommando Open Air (30 DJs, 2 Floors) 10.00 FREIBAD VACHA

De/Vision & Special Guests: Tenek & Intuition 20.00 HSD (EF)

Hot & Nasty Party (Hip Hop, House, Electro) 21.00 KW 70 (BaSa)

Spieleabend (Tischtennis, Kicker und mehr) 18.00 STADTGARTEN (EF)

Star Rats (Dänemark) und Buckweeds (EF) live 20.30 STADTGARTEN (EF)

Megalomania V - May Metal Prevail! 21.00 ENGELSBURG (EF)

Alin Coen Band & Support 22.00 MUSEUMSKELLER (EF)

Funky Dump Stuff 20.30 PRESSEKLUB (EF)

Rock ‚n‘ Roll-Lounge (Rock‚n‘ Roll/Rockabilly) 21.00 ILVERS (EF)

Cocoon live 21.30 STADTGARTEN (EF)

Club Tropical: Schwimmbaderöffnung FZZ Gleis3eck (WTH)

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TERMINE

MAI10 EISENACH

MO 17.05. DI 18.05.

MI 19.05.

Ladys Special 19.00 AQUAPLEX

Sophiechen und der Riese 10.00 LANDESTHEATER

Sophiechen und der Riese 10.00 LANDESTHEATER

Der besondere Film: Die Friseuse 15.00, 17.30 & 20.00 CAPITOL

EISENACH

EISENACH Wild Wednesday (Rock, Pop, Black, Dance, Charts) 21.00 THE BEACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

»»Premiere: Sinn 21.05. Theater am Markt (EA)

»»Wartburgkonzert 22.05. Wartburg (EA)

350.

Wartburg konzert Das Jugendensemble erzählt in „Sinn“ von fünf Schicksalen, die unter die Haut gehen. Die es poetischen und zugleich extremen Geschichten handeln vom Blindsein, vom Inhalieren und vom Ausräuchern, vom Schneiden und Zerstechen, vom Hören und Summen, vom Schmecken und Verbrennen. Sie heißen „Augen“, „Nase“, „Haut“, „Ohren“ und „Zunge“. Es geht um das Jungsein, Liebesgeschichten und Beziehungen unter widrigen Umständen.

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Die Wartburgkonzerte von Deutschlandradio Kultur sind die älteste Rundfunk-Konzertreihe der Welt. Seit nunmehr 53 Jahren lockt sie namhafte Künstler in den Festsaal und bildet so eine musikalische Brücke zwischen Ost und West. Gemeinsam mit der Liedertafel findet jetzt die 350. Ausgabe statt. Anhänger klassischer Klänge können sich zum Jubiläumskonzert unter anderem auf Werke von Schubert, Silcher und Lorzing freuen.


TERMINE

DO 20.05. FR 21.05.

SA 22.05.

SO 23.05.

Was heißt hier Liebe? 11.00 LANDESTHEATER

Leipziger Pfeffermühle: Krötenwanderung 19.30 LANDESTHEATER

Das Feuerwerk 15.00 LANDESTHEATER

Sinn (ab 15 Jahre) 19.30 THEATER AM MARKT

Der besondere Film: A serious Man 17.30 CAPITOL

Deutschlandradio Kultur präs.: 350. Wartburgkonzert 19.30 WARTBURG

Maitunes die 2. (House, Lounge, Minimal) 21.00 CORNER´S CLUB 54

Musical Mix-T(o)ur 19.30 WANDELHALLE

Trommel Party extra mit Gogos THE BEACH

Premiere: Sinn (ab 15 Jahre) 19.30 THEATER AM MARKT

Trommelparty (10 Getränke = 1 Trommel für nur 10€) 21.00 THE BEACH

Cinderella Night (Damen bis 22.00h Eintritt frei) THE BEACH

Pfingst-Party (Pop, Rock, Funk, Soul, 60s, 70s,80, 90s) 23.00 SPITZ

Ibiza Party THE BEACH

350. Wartburgkonzert • 22. Mai 2010 • 19.30 Festkonzert

Die Liedertafel Herzweh und Naturgenuss Lieder von

Franz Schubert, Max Reger und Johannes Brahms Karten

Wartburg-Stiftung

Touristik GmbH Eisenach

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TERMINE

MAI10

MO 17.05. DI 18.05.

gotha

Spare Dich satt (Spare-Ribs all you can eat) 18.00 EL TORO

gotha

Bier & Rock (Bierstammtisch - Jedes große Bier 2€) 20.00 FIFTY EIGHT

Caipirinha-Specials (CaipiVariationen je 3,50€) 20.00 FIFTY EIGHT

MI 19.05. Der besondere Film: Boxhagener Platz 15.00, 17.30 & 20.00 KIK Ladies Night (30% auf alle Cocktails - for girls only) 20.00 FIFTY EIGHT

gotha

bad salzungen mühlhausen

/hier ist, was übrig ist/ 17.00 3K

DIVERSES

Happy Jever Montag (0,5l Flasche Jever für 1,60€) 11.00 STEINHAUS (EF)

Spieleabend (Tischtennis, Kicker und mehr) 18.00 STADTGARTEN (EF)

DIVERSES

FrühlingsFolk mit Ilmfiedlhupf 19.30 STADTGARTEN (EF)

DozentenLesen: Spring Fever 19.30 ENGELSBURG (EF)

DIVERSES

»»Katze & Bdt 21.05. The Londoner (GTH)

Klaus Cornfield alias Katze ist nicht nur Sänger und Songwriter, sondern außerdem auch Comiczeichner. Gemeinsam mit Minki Warhol an 99-Cent-Instrumenten wie Stylophon und Glockenspiel fabriziert er schnurrig-schräge Krautpoplieder über Liebe und Rebellion. Zum Warmwerden besingt die Blockflöte des Todes, die mit bürgerlichem Namen Matthias Schrei heißt, seine Mädchenhaarallergie und den Preisverfall im Koksgeschäft.

40

Roulette Rouge Lounge 20.00 ENGELSBURG (EF)

Square live 20.30 STADTGARTEN (EF)

Spinning Wax on Wednesday CENTRUM (EF)

»»Doc müller 21.05.

Kulturkneipe Spatz (Waltershausen)

Ehrlicher Blues steht im Mittelpunkt, wenn Doc Müller an einem musikalischen Kneipenabend seine akustischen Gitarre auspackt und handgemachte Musik sich im Raum verteilt. Echt und komplett live. Anspruchsvoller Fingerstyle- und Slideguitar-Blues, eine sicher einmalige “Bassdrum” und EInflüsse von Eric Clapton, Big Bill Broonzy, Keb’ Mo’, Robert Johnson, Bruce Springsteen, Neil Young, Bob Dylan u.v.a. gewürzt mit eigenen, humorvollen Geschichten.


TERMINE

DO 20.05. FR 21.05.

SA 22.05.

SO 23.05.

Club Night 20.00 UPPER CLUB

12. Pfingstfestival der Thüringen Philharmonie 20.00 ST. MARGARETHEN

Maximilian Hecker 21.00 THE LONDONER

Der besondere Film: Die Friseuse 17.30 KIK

House Lounge & Longdrinkspecials 20.00 FIFTY EIGHT

Die Grönholm-Methode 20.00 KULTURHAUS

Tanztherapie (Finest Minimal, Techno, Deephouse, Elektro) 22.00 CLUB NOAH

Musikkabarett: Einmal Klassik und zurück 20.00 EKHOF-THEATER

Katze & Blockflöte des Todes 21.00 THE LONDONER

Beam Party 21.00 FIFTY EIGHT Klubkino: „Into the Wild “ 20.00 HAUNSCHER HOF

Electro- & Houseparty KULTURFABRIK

Big Dipper (Coverrock) KULTURFABRIK

Electro- & Houseparty KULTURFABRIK

The Mighty Stef 20.30 STADTGARTEN (EF)

Pantha Du Prince live CENTRUM (EF)

Der bunt gemixte Querbeetbeat feat. Lutscher 21.00 KW 70 (BaSa)

Spieleabend (Tischtennis, Kicker und mehr) 18.00 STADTGARTEN (EF)

E-Lounge by Subwirklichkeit (Electro/Minimal) 20.00 ILVERS (EF)

Mofa live 21.30 STADTGARTEN (EF)

Speed-Dating– Lesung mit Nagel und Linus Volkmann 20.0 STADTGARTEN (EF)

Floorshakers - Die Soul & Ska-Lounge 22.00 ENGELSBURG (EF9

P:HON (Ambient, Experimental) 22.00 MUSEUMSKELLER (EF)

20. Mühlhäuser Stadtfest INNENSTADT (MHL)

Party.San-WarmUp-Party - Warmtanzen fürs Festival 22.00 UNI-K.U.M (EF)

OPEN FLAIR FESTIVAL 2010 ESCHWEGE 12.- 15.08.10 Fettes/Brot ∑ The Hives ∑ Ska-P Bad Religion ∑ Wir sind Helden Papa Roach ∑ The Gaslight Anthem Jan Delay ∑ Lagwagon ∑ Bela B & Disko No. 1

3 Feet Smaller ∑ Against Me! ∑ Broilers ∑ Blood Red Shoes ∑ Jochen Distelmeyer Dúné ∑ Grossstadtgeflüster ∑ Götz Widmann ∑ Klee ∑ Levellers ∑ Livingston ∑ Mofa Mad Caddies ∑ No Use For A Name ∑ Monsters of Liedermaching ∑ Sondaschule Skindred ∑ Timid TigerTOS ∑ Therapy? ∑ Turbostaat ∑ Wayne Jackson ... und mehr... Tickets unter www.open-flair.de oder Ticket-Hotline 05651/96163

www.open-flair.de 41


TERMINE

MO 24.05. DI 25.05.

MI 26.05.

EISENACH

Der Tod und das Mädchen/ Wandererphantasie 15.00 LANDESTHEATER

Der besondere Film: A serious Man 15.00, 17.30 & 20.00 CAPITOL

EISENACH

Jesus Volt (Blues der Spitzenklasse) 21.00 SCHORSCHL

MAI10

EISENACH

EISENACH

Wild Wednesday (Rock, Pop, Black, Dance, Charts) 21.00 THE BEACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

EISENACH

»»Jesus Volt 24.05.

»»ralf weihrauch 29.05. Corner`s Club 54 (EA)

© Alexandra-Bucurescu

Schorschl (EA)

Mit Intelligenz und viel Feingefühl demonstrieren Jesus Volt, dass Bluesrock nicht totzukriegen ist und sich im Laufe der Musikhistorie ständig weiterentwickelt. Im Schorschl stellt das Quartett sein aktuelles Album „Hallelujah Motherfuckers“ vor. Darauf würzen die Franzosen traditionelle Blues- und Funkklänge der siebziger Jahre mit einem kräftigen Schuss Rock’n‘Roll. Das Resultat klingt roh, direkt und wild.

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Folksongs ohne Akustikgitarren sind ein bisschen wie Kuchen ohne Zucker. Das könnte man jedenfalls meinen, bevor man Ralf Weihrauch gehört hat. Der Akkordeonisten schafft es, sein Instrument in jedem Stück anders klingen zu lassen. Für sein Konzertprogramm greift er ganz tief in die Liederkiste. Dabei verschmelzen das Schifferklavier und seine Stimme zu einer kraftvollen Einheit, die jeden Zuhörer in den Bann zieht.


TERMINE

DO 27.05. FR 28.05.

SA 29.05.

SO 30.05.

Krimidinner: Hochzeit in schwarz 19.00 HOTEL AUF DER WARTBURG

Luna-Nacht - WellnessSaunanacht für Körper und Geist 19.00 AQUAPLEX

Flohmarkt 10.00 WANDELHALLE

Matinee: Leonce und Lena / West Side Story 11.00 LANDESTHEATER

8. Sinfoniekonzert 20.00 LANDESTHEATER

Kunst (ab 15 Jahre) 19.30 THEATER AM MARKT

Misery 19.30 LANDESTHEATER

Maienfest - Fest der Kulturen 11.00 PEP EISENACH

Otello darf nicht platzen 19.30 LANDESTHEATER

Live: Ralf Weihrauch (Irish-Folk) 21.00 CORNER´S CLUB 54

MS Madagaskar 15.00 LANDESTHEATER

Nachtwächterrunde 21.00 TREFFPUNKT MARKTPLATZ

Black Dance Night (Hip-Hop, R‘n‘B, Funk, Dancehall) 23.00 SPITZ

Der besondere Film: Chloe 17.30 CAPITOL

Skurril_la_Sound: Rareza en la m˙sica 22.00 Sound&Culture

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg 18.00 WARTBURG

Trommelparty (10 Getränke = 1 Trommel für nur 10€) 21.00 THE BEACH

Cinderella Night (Damen bis 22.00h Eintritt frei) THE BEACH

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TERMINE

MAI10 gotha

MO 24.05. DI 25.05. Bier & Rock (Bierstammtisch - Jedes große Bier 2€) 20.00 FIFTY EIGHT

Caipirinha-Specials (CaipiVariationen je 3,50€) 20.00 FIFTY EIGHT

MI 26.05. Der besondere Film: Die Friseuse 15.00, 17.30 & 20.00 KIK Ladies Night (30% auf alle Cocktails - for girls only) 20.00 FIFTY EIGHT

gotha gotha

bad salzungen Das tapfere Schneiderlein 10.30 3K

mühlhausen DIVERSES

Happy Jever Montag (0,5l Flasche Jever für 1,60€) 11.00 STEINHAUS (EF)

DIVERSES DIVERSES

»»Radiobaghdad 27.05. E-Burg (EF)

Volle Kanne Hardcore: Schnell, druckvoll, schnörkellos, aber nie monoton! Zusätzlich, dank der intelligenten Texte und des charismatischen Sängers ein gesundes Maß an Emotionalität, ohne in die allseits gefürchtete “hanky, please!”-Weinerlichkeit zu verfallen. RADIOBAGHDAD aus Florida ballern schon seit Ende der 80er Jahren ihre eigene Mischung von Old-SchoolSkatepunk und Hardcore von unzähligen Bühnen. Support: The Shakers (USA) und Les Aligned (Köln).

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Spieleabend (Tischtennis, Kicker und mehr) 18.00 STADTGARTEN (EF)

Karl Hlamkin und Inflamable Orchester live 20.30 STADTGARTEN (EF) Salsa-Party 21.00 PRESSEKLUB(EF) Spinning Wax on Wednesday (Stan Starry, Miss One) CENTRUM (EF)

»»alcoholic Faith... 28.05. Museumskeller 70 (EF)

Alcoholic Faith Mission aus Kopenhagen haben es schon wieder getan: Die fünf dänischen Internetlieblinge des vergangenen Jahres haben ein neues Album aufgenommen. „Let This Be The Last Night We Care“ ist ein Schmelztiegel aus Synthies, flirrenden Gitarrenspulen, Streichern, Bläsern und Chören. Die Songs taumeln in hymnischen Sphären und erinnern an kanadische Indie-Kollektive wie Arcade Fire oder Broken Social Scene.


TERMINE

DO 27.05. FR 28.05.

SA 29.05.

SO 30.05.

2. Thüringer Tramtheater: Ein Bericht für.... 19.00 HALTESTELLE ORANGERIE

2. Thüringer Tramtheater: Schwester 19.00 HALTESTELLE ORANGERIE

Eurovision Song Contest 20.00 UPPER CLUB

2. Thüringer Tramtheater: Die Wanze 14.45 HALTESTELLE ORANGERIE

Musik im Kloster 19.00 AUGUSTINERKLOSTER

It‘s May Blues - Bluesprojekt 20.00 GALERIE CLUB PARTERRE

Strandheizung (Nachwuchs aus Erfurt) 21.00 THE LONDONER

Nachteulengottesdienst 17.00 ST. MARGARTEHEN

Jesus Volt (Blues der Spitzenklasse) 21.00 THE LONDONER

Vicki Vomit 21.00 THE LONDONER

The Saturday Night Black Jamz - Teil 2 22.00 CLUB NOAH

Der besondere Film: A serious Man 17.30 KIK

Bleifrei Boogie Duo: Boogie, Blues und Jazz 20.00 HAUNSCHER HOF Dirk Müller (Bluesrock) KULTURFABRIK

Metalnight mit 3 Bands KULTURFABRIK

5 Jahre Stadtgarten 15.00 STADTGARTEN (EF)

11. Lange Nacht der Museen 19.00 STADTGEBIET (EF)

The Kurts - Nirvana Tribute Band PRESSENWERK (BaSa)

Spieleabend (Tischtennis, Kicker und mehr) 18.00 STADTGARTEN (EF)

Slam im Poetrykeller 19.30 PREDIGERKELLER (EF)

Analogsoul Nacht (Live: A Forest) 22.00 KLANGGERÜST (EF)

Vita Cola Kingz Of The Circle 14.00 TOP BUILDING (EF)

Marcus Horn Trio 20.30 PRESSEKLUB (EF)

Radiobaghdad (HC-PunkRock) 21.00 ENGELSBURG (EF)

Gypsy Juice (Balkan Beatz, Gypsy, Polka, Ska) 22.00 STADTGARTEN (EF)

Ü21 / 80er- & 90er-Party 21.00 KW 70 (BaSa)

Werde Wer W errd e rde uns u unser nse ser er A AU AUGE! UG U GE! Fotografiere für den diggla!

Tolle To Tol T o olll lle V lle Veran Vera Veranstaltungen, era anstaltu anst tung un ng ng gen en nette e Le Leute, LLeute e Gäs G Gä Gästelistenplätze... ässtelist ä stelisten telist stenplä enp np Hobby obbyf bby bb byf by yffoto yfoto yf oto fen en n fü ffür ür d e Bereich ereich h GTH H & EF E melde me m det Euch! Hobbyfotografen den meldet

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THEATER

theater am markt (EA)

3K/Kilianikirche (mhl)

06.05.

19.30

Dreier ohne Simone

08.05.

19.00 Drachenkämpfe

07.05.

19.30

Improsant – die Improshow

13.05.

16.00 Von dem Fischer un syner

08.05.

19.30

Dreier ohne Simone

14.05.

21.00

Der fahrende Schüler

15.05.

19.30

Männer und andere Irrtümer

15.05.

21.00

Der fahrende Schüler

16.05.

19.30

Männer und andere Irrtümer

21.05.

19.00 Der Erzbischof ist da

21.05.

19.30

Premiere: Sinn

29.05.

19.00 Gastspiel: heartcore

22.05.

19.30

Sinn

28.05.

19.30

Kunst

29.05.

19.30

Dreier ohne Simone

Tramtheater 27.05.

19.00

Ein Bericht für eine Akademie

28.05.

19.00

Premiere: Schwester

29.05.

17.20

Kästner Abend & szenische Reiseführung

30.05.

14.45

Familien- & Kindertheater – Die Wanze

KULTURHAUS (gth) 27.05.

46

19.30

Die Grönholm-Methode

Fru

Gastspiel: heartcore »» Im Funktionsgebäude des 3K könnt ihr die Textbearbeitung eines Lyrikbandes von Albert Ostermaier sehen. Seine Gedichte sind Polaroids der Gegenwart, sie feiern den Moment und sind dennoch „on the run“. Im Stück werden Momentaufnahmen von Paaren gezeigt zwischen erster Nähe, Verliebtheit, Warten & Verlassen werden. Dabei verlieren sich die Texte & Bilder nie nur in der rosaroten Idylle oder der puren Bitterkeit. Dieses Stück über Liebe ist durchweg hart aber herzlich. Am 29.05. im 3K Mühlhausen


Landestheater (EA) 15.00

Das Feuerwerk

02.05.

15.00

Otello darf nicht platzen

08.05.

19.30

Der Tod und das Mädchen

09.05.

15.00

The Beatles in Rock

13.05.

15.00

Sophiechen und der Riese

14.05.

19.30

Otello darf nicht platzen

15.05.

19.30

Der Tod und das Mädchen

16.05.

15.00

Das Feuerwerk

20.05.

11.00

Was heißt hier Liebe?

21.05.

19.30

Die lustige Witwe

22.05.

19.30

Gastspiel: Krötenwanderung

23.05.

15.00

Das Feuerwerk

24.05.

15.00

Der Tod und das Mädchen

28.05.

19.30

Otello darf nicht platzen

29.05.

19.30

Misery

© cityspotlight | Pixeliow

01.05.

EKHOF-THEATER (GTH) 14.05.

20.00

Der Kontrabaß

23.05.

20.00

Musikkabarett: Einmal Klassik und zurück

© Marco Barnebeck | Pixelio

THEATER

2. thüringer tramtheater »» Ab Mai könnt ihr wieder Tickets für das Thüringer Tramtheater lösen: Während der Fahrt in einer der historischen Waldbahnen von Gotha nach Tabarz erwarten euch Theatermonologe, Gedichte und L¬ieder vom Reisen, Ankommen und Abschiednehmen. Mit dabei sind unter anderem die Akteure des Art der Stadt Gotha, das Jugendtheater Weimar und Marcus Coenen vom Theater am Markt in Eisenach, der den Insektenkrimi „Die Wanze“ auf die Gleise bringt. Mit Franz Kafkas „Ein Bericht für die Akademie“ unter dem Arm steigt zudem Schauspieler Christian Mock in die Waldbahn. Die berühmte Erzählung von der Menschwerdung des Affen Rotpeter ist eine Parabel auf die Enge der menschlichen Gesellschaft. Literarische Vorlagen liefern darüber hinaus Texte von Kästner, Ringelnatz und Agatha Christie. Auf der Rückreise erwarten die Gäste häufig Lesungen und Konzerte. So spielen die Jungs von Waits4Devil traurig-trunkene Songs, die von dem Leben auf der Straße und von Reisen handeln. Inspiriert von Barde Tom Waits singen sie von gefallenen Engeln und den Versuchungen der Nacht.“

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Start: 13-05-10

FILME

»»Gladiator im Sherwood Forest – Russell Crowe mimt Robin Hood

© Universal Pictures

Die mittelalterliche Legende vom enteigneten Edelmann, der sich als Dieb durchschlägt, von den Reichen nimmt und den Armen gibt, liefert Stoff für immer neue Verfilmungen. Jetzt wagt sich Ridley Scott an den Helden in Strumpfhosen.

Nach dem Tod von König Richard während der Kreuzzüge lässt der begnadete Bogenschütze Robin (Russell Crowe) den Krieg gegen die Franzosen hinter sich und kehrt nach England zurück, in ein durch Korruption und einen brutalen Sheriff gebeuteltes Nottingham. Er findet ein durch Richards rücksichtslose Kreuzzüge verkrüppeltes Land vor, in dem Armut herrscht und es an Männer fehlt. Und während am Horizont schon das Schreckgespenst einer französischen Invasion lauert, lässt Richards inkompetenter Bruder John sein Volk leiden und füllt sich selbst die Taschen. Auch in der neuen Interpretation des Schützenmythos‘ verliebt sich Robin in die willensstarke Witwe Lady Marion (Cate Blanchett), sagt den korrupten Machenschaften in Nottingham den Kampf an und führt zusammen mit Gleichgesinnten einen Aufstand gegen die Krone, der das Machtgefüge ihrer Welt verändern soll. Doch seine in Jahrzehnten des Krieges geschwächte Heimat hält noch eine weitaus größere Aufgabe für den Helden parat. Und so macht er sich mit seinen Leuten auf, um blutige Unruhen im Land

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zu verhindern und England zu retten. Für die Neuauflage der Jahrhunderte alten Legende des Geächteten aus dem Sherwood Forest setzten Regisseur Ridley Scott und der Produzent Brian Grazer bei der Ursprungsgeschichte an und erklären, wie ein Bogenschütze von König Richard zum Helden wird. Grazer führt dazu aus: „Wir wollten die politischen und historischen Fakten dieser Zeit möglichst genau zeigen. England war pleite, im Land drohte der Bürgerkrieg von außerhalb Frankreichs kommend, und an der Spitze stand mit König John ein unfähiger Anführer.“ Ridley Scotts „Robin Hood“ handelt neben dem Sheriff von Nottingham, Maid Marion und ihren Stiefvater daher auch von der Manga Carta und dem Einfluss der Freiherren auf den englischen Norden des Mittelalters. „Am Ende unseres Filmes erfährt man, wer Robin ist, wobei dieses Ende im Grunde der Anfang der so vielen anderen Filme ist, die über ihn gemacht wurden”, sagt Grazer. Wie bei „Gladiator“ bringen Russell Crowe und Ridley Scott eine historische Vorlage mit unverhohlener Härte auf die Leinwand. (Universal Pictures/ag)


Start: 20-05-10

FILME

»»Keep surfing

© pipelinepictures

München – die drittgrößte Stadt Deutschlands steht in den Köpfen der meisten Menschen für Schickimicki, teure Mieten, spießige Leute und für zumindest einen Lichtblick im CSU-dominierten Bayern. Das Münchner Oktoberfest ist in der Welt bekannter als die Wartburg und der FC Bayern der erfolgreichste (wenn auch nicht beliebteste, Anm. des Redakteurs) Fußballverein Deutschlands.

Jeder der schon einmal die Maximilianstraße entlang flaniert ist, weiß, dass München eine exklusive und teure Stadt ist – die Maximilianstraße gehört im Übrigen zu einer der teuersten und exklusivsten Shoppingmeilen Europas. Doch sind wirklich alle Münchner Schickimicki? Trinken dort alle nur Weißbier, essen Haxe und Obatzter, um dann im Porsche nach hause zu fahren? Machen wir Schluss mit den Vorurteilen und fangen mal an uns München genauer zu betrachten. Wisst ihr zum Beispiel was Jack Johnson mit München zu tun hat, außer dass er da ab und an auf seinen Tourneen ein Konzert gibt? Schaut unter: http://www.youtube.com/ watch?v=1R4WjdOVUZc nach – oder gebt einfach „Jack Johnson Eisbach Munich“ als Suchbegriffe bei youtube ein. „Keep surfing“! Wusstet ihr, dass man in München surfen kann? Oder das es unter Surffans auch kleines „Hawaii“ genannt wird? Und so sind wir auch bei dem anderen München gelandet, welches mitten in seinem Herz, nahe der härtesten Tür der Stadt (der Nobeldisko P1), sich so zeigt, wie es keiner vermutet.

Sechs Menschen, begleitet von einer Kamera, ein Ziel verfolgend, aber trotzdem so unterschiedlich: Der eine betreibt einen Barbershop in Oregon, der andere baut Didgeridoos, der Dritte ist Kameramann, und die anderen drei Informatiker, Profisportler, Arzt. Björn Richie Lob, Regisseur, Autor, Kameramann und Produzent des Filmes „Keep surfing“ hat Ende der 90er das kleine Surfparadies im Süden Deutschlands entdeckt und gleich zu seiner Heimat gemacht. Im englischen Garten - einer der weltweit größten Stadtparks - genauer gesagt am Eisbach erzählen seine Protagonisten von der wilden Seite Münchens und halten ganz nebenbei ein mitreißendes Plädoyer für den Mut zu ungebändigten Lebensentwürfen. Mit „Keep Surfing“ hat Lob seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm gedreht, der beim Münchner Filmfest 2009 mit dem Bayern 3 Publikumspreis ausgezeichnet wurde. „Keep Surfing“ ist ein Lifestyle Film, der Facetten einer Stadt und einer Szene zeigt, die man so gar nicht vermutet. Es ist eben nicht gut Vorurteile zu haben, da man so das Wesentliche leicht übersieht. „Keep surfing“!

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Der besondere Film

FILME

»»verdammnis »»

Fulminante Fortsetzung der Bestselleradaption “Verblendung”.

Capitol Eisenach 28.04. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr KIK Gotha 07.02. / 17.30 Uhr 10.02. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr

© NFP

»»russischer sommer Die letzten Tage des Schriftstellers Leo Tolstoi zwischen Liebe und Leidenschaft, Revolution und Intrige, Familie und Freunden. © Warner

»»boxhagener platz

Capitol Eisenach 02.05. / 17.30 Uhr 05.05. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr KIK Gotha 09.05. / 17.30 Uhr 12.05. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr Capitol Eisenach 09.05. / 17.30 Uhr 12.05. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr

Verfilmung des Erfolgsromans von Torsten KIK Gotha Schulz über eine ungewöhnliche Ost-Berliner Familie, die im Jahr 1968 mit einem mysteriösen 16.05. / 17.30 Uhr 19.05. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr Mordfall konfrontiert wird. © Pandora

»»die friseuse Erfolgsregisseurin Doris Dörrie lässt eine pfundige Frau mit Wucht für Würde und ein besseres Leben kämpfen.

Capitol Eisenach 16.05. / 17.30 Uhr 19.05. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr KIK Gotha 23.05. / 17.30 Uhr 26.05. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr

© Constantin

»»a serious man Absurde schwarze Komödie über einen einfachen Mann.

Capitol Eisenach 23.05. / 17.30 Uhr 26.05. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr KIK Gotha 30.05. / 17.30 Uhr 02.06. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr

© Tobis

»»chloe Thriller nach Anne Fontaines “Nathalie”, in dem eine Ehefrau ihren Gatten testet, indem sie ihm ein Callgirl auf den Hals hetzt. © Kinowelt

50

Capitol Eisenach 30.05. / 17.30 Uhr 06.06. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr KIK Gotha 06.06. / 17.30 Uhr 09.06. / 15.00, 17.30 & 20.00 Uhr


SHORTFACTS - Schreiben / Drehen /Schneiden - für Film-Begeisterte von 14-27 Jahren - 24.07. - 31.07. 2010 in Hanerau-Hademarschen

twiƩer.com/jmsnds

hƩp://www.youtube.com/user/JMSNds

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ZWEI.NULL

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© berwis | Pixelio


ZWEI.NULL

»»Essen 2.0 zu viele Köche verderben den Brei Es brutzelt, köchelt und gart auf allen Kanälen. Das erste Jahrzehnt des neuen Millenniums hat dem Fernsehgenre der Kochshow zu einem unverhofften Comeback verholfen. Der Chef de Cuisine rückt dabei zunehmend in den Hintergrund.

Am 20. Februar 1953 tritt der erste Fernsehkoch der Nachkriegszeit in das Rampenlicht einer deutschen Hausfrauenöffentlichkeit. Unter dem Pseudonym Clemens Wilmenrod zaubert der Schnurbartträger Carl Clemens Hahn in den darauf folgenden elf Jahren eigenwillige bis fragwürdige Kreationen auf den Studiotisch. Zu seinem kulinarischen Erbe gehören Klassiker wie der Toast Hawaii sowie obskure Speisen á la päpstliches Huhn und Zwiebelsuppe René. Mehr als ein halbes Jahrhundert später ist die Faszination für die mediale Essenszubereitung ungebrochen. Die Wilmenrods von heute heißen Lafer, Lichter und Mälzer. Zusammen mit der wachsenden Teilnehmerschar von „Promi-Dinner“, „Kocharena“ und „Lanz kocht“ bilden sie die Speerspitze der sprachgewandten Schürzenträger. Ein Umstand, dem sich auch der Deutsche Fernsehpreis jüngst nicht länger erwehren konnte und den Quotenhits mit einer eigens begründeten Kategorie für die beste Kochshow Tribut zollte. Die Neuauflagen haben jedoch mit dem Unterhaltungskonzept des kochenden Schauspielers Wilmenrod nicht mehr viel am Hut. Der eigentliche Star der vorabendlichen Suppentopfschau ist inzwischen der Autodidakt. In Zeiten rund um die Uhr verfügbarer Information findet jeder in Onlinedatenbanken wie chefkoch.de und daskochrezept.de Inspiration für hunderttausende Gerichte, die wichtigsten Handgriffe bringt man

sich selbst bei. Die hohe Kunst des Kochens wird damit immer häufiger zum Spielplatz für mehr oder weniger begabte Laien, der Küchenchef zum Moderator oder Pausenclown. Egal ob ehemaliger Soap-Darsteller, gescheitertes Modell oder insolventer Schlagerbarde – in der Küche verwandeln sie sich in geschmackssichere Hexenmeister. Zumindest solange, bis die Jury ihr Urteil fällt. Denn das einzig Spannende an dem Töpferücken, Schmatzen und Schlürfen im TV ist oft die verbale Ohrfeige durch Feinschmecker wie Reiner „Caesardaumen“ Calmund. Ein Phänomen, das uns auch im Internet begegnet. Hier kann inzwischen jeder fast alles kommentieren und bewerten. So warten über drei Millionen Nutzer von Facebook derzeit sehnsüchtig auf die Einführung eines Dislike-Buttons (zu Deutsch: „Gefällt mir nichtKnopf“). Doch nicht nur an am Herd treiben Besserwisser den Fachmann in den Wahnsinn. Nach ein paar Klicks durchs World Wide Web fühlen sich Dilettanten mitunter befähigt, Krankheiten zu diagnostizieren und Häuser zu bauen. Dass man nicht überall seinen Senf dazu geben muss und Haute Cuisine auch anders aufbereitet werden kann, veranschaulicht ein junger Londoner Beatboxer namens Beardyman auf Youtube unter dem Suchbegriff „Kitchen Diaries“. Schließlich verhält es sich mit unreflektierten Meinungen doch wie mit den Köchen. Zu viele verderben den Brei. (fs)

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PLATTEN

The Marble man • Later, Phoenix... • K&F Records

»» Vö 14-05-10

Es gibt da ein Haus auf Hiddensee, etwas abseits, leicht verwachsen. Das Salz und die Stürme haben sein Holz ergrauen lassen und auch der Garten lässt den Dingen seinen freiwachsenden Lauf. Während die einen an Renovierung denken, ist es für andere so wie es ist perfekt. Vielleicht würde dieses Haus auch Josef Wirnshofer verzaubern, ihn zum Bleiben verleiten und am Ende wieder ein großartiges Stück Musik dabei herauskommen. Keine Ahnung, ob der junge Chiemgauer jemals auf der Insel war, doch sein Songwriting bedient eben jene pure Natürlichkeit, lebt vom Reduzieren und Weglassen und erzeugt so mit „Later, Phoenix...“ die musikalische Einladung für einen gewollt melancholischen Tagtraum gen Haus am Meer. Jeder Ton passt, Streicher wirken nie kitschig und vieles scheint vertraut. Anderswo wäre genau das der Makel, bei The Marble Man macht es den Reiz aus. Ein erschreckend schönes Folk-/Songwriter-Album vom empfehlenswerten Nischenlabel „Kumpels & Friends“ aus Dresden. (mb)

Egotronic • Ausflug mit Freunden • Audiolith Records

»» Vö 30-04-10

„Die einen werfen Pillen, die anderen nicht, und alle sind sie süchtig nach Audiolith!“ Wenn aktuell ein Label präsent ist, dann ganz sicher Audiolith. Doch warum Egotronic das auf ihrem aktuellen Werk dermaßen abfeiern, muss man wohl nicht zwingend verstehen. Für „Ausflug mit Freunden“ haben sich Torsun, Endi und KT&F gleich eine ganze Busladung voller Labelkollegen und Freunde eingeladen, um ein buntes „feat.“-Album auf den Tisch zu legen. Teilnehmer dieser Klassenfahrt sind u.a. Plemo, Frittenbude, Captain Capa, Saalschutz oder Danja Atari. Das Ergebnis kommt arg unentschieden daher, da wären die Egotronic-typischen Anti-Knaller („Toleranz“ sollten Sozialromantiker täglich hören!), die jede alternative Party rocken können. Doch es gibt eben auch die Hänger mit Kirmes-Appeal, welche einem den Spaß am gesamten Album leider verderben. Der kommt ganz schnell zurück, wenn man eine der limitierten CDs mit dem vergriffenen 2006er Album „Die richtige Einstellung“ als Bonus erwischt. (mb)

Broken Social Scene • Forgiveness Rock Record • City Slang

»» Vö 30-04-10

Nach fünfjähriger Pause, in der die Sänger und Bandchefs Kevin Drew und Brendan Canning an ihrer Solokarriere geschraubt haben, legen Broken Social Scene ihr viertes Album vor. Für „Forgiveness Rock Record“ hat das zwischenzeitlich auf 20 Künstler angewachsene Kollektiv aus dem kanadischen Toronto derb abgespeckt. Mit Gastauftritten wird dennoch nicht gegeizt. Vor das Mikro dürfen neben Leslie Feist auch Mitglieder von Pavement, Metric und Stars. In vierzehn neuen Songs stapeln sie leichtfüßige Popmelodien und vertrackte Geräuschkulissen aus mehrstimmigem Gesang, dröhnenden Gitarren, groovenden Bässen, hektischen Beats und Samples. In „World Sick“, dem siebenminütigen Opener, kräuseln sich Stromgitarren zu unruhigen Klangwogen, „Chase Scene“ gleicht einem Hurrikan aus Bläsern und Streichern, und bei „Texico Bitches“ tanzt die komplette Indiedisko. Dagegen sind das atmosphärische „Highway Slipper Jam“ und die Elektro-Folk-Ballade „All To All“ fast schon Balsam für das aufgekratzte Gemüt. (ag)

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PLATTEN

Lacrimosa • Schattenspiel • Hall Of Sermon/Sony Music

»» Vö 07-05-10

Die Lack‘n‘Leder-Kapelle Lacrimosa feiert in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen. Kinder, wie die Zeit vergeht! Eigentlich der ideale Augenblick für einen opulenten Best-Of-Longplayer, um sich nach zehn Studio- und zwei Livealben ein Denkmal für die Ewigkeit zu setzen. Nicht so Tilo Wolff und Anne Nurmi, die eine ungewöhnlich experimentelle und zunächst gewöhnungsbedürftige Compilation aus 90er-Jahre-Urversionen und bislang unveröffentlichtem Material zur Diskussion stellen. Die Songs der neuen Platte weichen weit vom bekannten Klangbild der deutsch-finnischen Gothic-Heroen ab, weshalb selbst gestandene Lacrimosa-Anhänger etliche Zeit benötigen dürften, um die innere Schönheit der Stücke und die existentielle Seelenqual des Komponisten zu erkennen. Nun waren die beiden ja schon immer ein bisschen anders als all die anderen kleinen (Gothic)-Königskinder, doch ihr „Schattenspiel“ sprengt alle Ketten – ein Kleinod für alle echten Fans, aber ganz sicher kein Album für Lacrimosa-Neueinsteiger. (kpk)

Nada Surf • If I Had A Hi-Fi • Mardev Records

»» Vö 07-05-10

Ein Coveralbum zu machen, ist immer eine heikle Sache. Denn es wirft die Frage auf, ob der Band nichts eingefallen ist, dass sie sich bei anderen Künstlern bedienen muss. Nada Surf verzeiht man so eine Remake allerdings. Immerhin haben die Jungs in der Vergangenheit schon wunderbare Versionen von manchem Klassiker abgeliefert. Für „If I Had A Hi-Fi“, was übrigens ein Palindrom ist, haben sie zwölf Lieder gewählt, die den meisten Hörern wohl unbekannt sein dürften, Depeche Modes „Enjoy The Silence“ mal ausgenommen. Darunter sind Stücke von Moody Blues, Bill Fox und Soft Pack. „Love Goes On“ von The Go-Betweens und „Love & Anger“ von Kate Bush sind die besten Nummern des Albums geworden. Matthew Caws und seine Mitstreiter Ira Elliot und Daniel Lorca covern ohne zu kopieren. Sie interpretieren die Lieder auf ihre eigene Art und verleihen ihnen damit einen neuen Charme. Trotzdem darf man hoffen, dass Nada Surf bald wieder eigene Ideen kommen und sie sich mit neuem Material zurückmelden. (sjb)

Boozoo Bajou • Coming Home • Stereo Deluxe

»» Vö 14-05-10

Braucht eine Zeit, in der Musiker ihre regulären Alben kaum absetzen können, noch Formate wie Deejay-Compilations? Erledigen das nicht heute Programme wie iTunes & Co mit den auf ihnen zusammengeschobenen mp3-Playlisten? Frage eins: ja, Frage zwei: nein. Vorausgesetzt es handelt sich dabei um einen so fesselnden Blick in die Plattensammlungen der beteiligten Soundkünstler, wie es hier bei Boozoo Bajou der Fall ist. Die Reise verbindet dabei verschiedenste Schattierungen elektronischer Musik, ohne vor Seitensprüngen in andere Genres zurückzuschrecken. Die beiden Nürnberger kreierten für die „Coming Home“-Reihe einen Mix, der dem Thema vollends gerecht wird. Ganz gleich ob abends nach einem langen Tag im Job oder nach Sonnenaufgang und einer durchfeierten Nacht - „Coming Home“ auflegen und schlicht runterkommen mit Stil. Da Henrik Schwarz in der Playlist auftaucht, darf dessen famoser DJ-Kicks-Beitrag als grobe Orientierung dienen. Sprich, wer den liebt, sollte zugreifen. (mb)

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PLATTEN

The National • High Violet • 4ad/Beggars Group/Indigo

»» Vö 07-05-10

Es dauert ein bisschen, bis „High Violet“ seine volle Schönheit entfaltet. Die fünfte Platte von The National schlägt keine fiebrigen Wellen, sondern bohrt sie sich langsam und zaghaft ins Unterbewusstsein. Sie berührt einen in den einsamen Momenten, dann wenn man es vielleicht am wenigsten erwartet. Wie auf dem Vorgängerwerk spannen die fünf New Yorker anmutige Melodiebögen und verflechten flirrende Gitarren mit Piano, Streichern und Blasinstrumenten zu epischen Popsongs. Fixstern im musikalischen Kosmos von The National ist der Brummel-Bariton von Sänger Matt Berninger, der stellenweise an Nick Cave oder Tom Waits erinnert. Der Frontmann schreibt auch die Texte – kleine Gedichte, die von Zweifel und Liebe handeln. So auch das manische „Terrible Love“, das gleich am Anfang erklingt und die Welt in tiefes Veilchenblau taucht. Dass das farbenfrohe Albumcover nur Fassade ist, unterstreichen auch das elegische „Anyone‘s Ghost“ und düstere Hymnen wie „Blood Buzz Ohio” oder „Lemonworld“. (ag)

Kosmo Koslowski • Krautschuk • PJR

»» Vö 07-05-10

Sein wir ehrlich, die Innovation liegt danieder. Sampling und digitale Produktionen setzen das Ohr gefangen in ewig gleichen Beatstrukturen und Einheitsmelodik. Auch wenn diese Übertreibung dem Status quo nicht wirklich gerecht wird, lässt sich eine grundsätzliche Erweichung unserer Gehörgänge nicht von der Hand weisen. Der Pop hat den Geist des Jazz beerdigt. Ecken und Kanten, intuitive Melodien, Brüche in Rhythmik haben es schwer in der heutigen Zeit. So auch bei diesem Album: Kosmo Koslowski betreibt das Spiel mit Klang und Körper auf allen Instanzen. Schon die Songtitel zeugen vom Bruch mit musikalischen Konventionen. Ob „Tanz der Kaulquappen“, „Trashno“ oder „Mohammed Müllers Mutter“ – die internationale Formation agiert intuitiv und von Zwängen befreit. Im Sinne echter Freibeuter nehmen sie sich für ihren selbstbetitelten Piratenjazz, was sie brauchen. Folklore, Funk und Polka werden kontrastiert mit Jazz – mal schön, mal bitter, bewegend bis nervenaufreibend, dabei nie gleich und deshalb hörenswert. (fs)

Oh No Ono • Eggs • Leaf/Indigo

»» Vö 02-04-10

Auf ihrem zweiten Album locken uns Oh No Ono in eine fantastische Klangwelt, wo sie mit neonfarbenen Luftschlagen und klebrigen Bonbons um sich schmeißen. Das androgyne Falsettstimmchen von Sänger Malthe Fischer lässt vermuten, dass auch mit Helium gefüllte Ballons im Spiel sind. Der abenteuerliche Retro-Disco-Beat der fünf Jungs aus dem dänischen Aalborg steht in der Tradition von MGMT, Devo, George Harrison und Kate Bush. So widersprüchlich diese Einflüsse im ersten Moment auch seien mögen, so brillant verwebt das Quartett sie zu zehn psychedelischen Popperlen. Während Rhythmus und Tempo ständig wechseln, treffen stürmische Gitarrenriffs auf elektronische Spielereien, wiegen sich spacige Synthies zu eleganten Klavierklängen. Entsprechend abwechslungsreich klingen die Stücke auf „Eggs“: „The Wave Balett“ eröffnet ein Kirchenchor, in „Icicles“ wähnt man sich im Orchestergraben und das sphärische „Eleonor Speaks“ könnte auch von den gereiften Beatles und Sitar-Guru Ravi Shankar sein. (ag)

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BÜCHER

B. von Stuckrad-Barre • Auch Deutsche unter den... • Kiwi, 2010

„Wie war die Thüringer Wurst, Frau Bundeskanzlerin“, fragt Benjamin von Stuckrad-Barre Angela Merkel beim Vier-Minuten-Interview im „Rheingold-Express“. „Ging so“, antwortet die Bundeskanzlerin. „Ich sag mal, zu stark gewürzt.“ Lapidare Sätze wie diese sind es, die der Popliterat und Journalist beim Versuch, Deutschland zu begreifen, aufschnappt. Für sein neues Buch „Auch Deutsche unter den Opfern“ war der 35Jährige, der mit dem Debütroman „Soloalbum“ (1998) bekannt wurde, zwei Jahre unterwegs. Auf Spurensuche in der Republik, das Ohr immer dicht dran – sei es als teilnehmender Beobachter, als aktiver Fragesteller oder im Schlepptau von PanikRocker Udo Lindenberg. „Auch Deutsche unter den Opfern“ ist eine Fortschreibung seiner Bücher „Deutsches Theater“ (2001), „Remix“ (1999) und „Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft“ (2004). Das neue Werk besteht aus 52 kleinen Reportage-Stücken: Vor-Ort-Erkundungen, Portraits, Selbstbetrachtungen, Gespräche zwischen Tür und Angel – kurz Szenen aus dem Alltag in Deutschland. In den Texten, die in ähnlicher Form bereits in Blättern wie „Berliner Zeitung“, „Rolling Stone“ oder „Welt“ erschienen sind, protokolliert und analysiert von Stuckrad-Barre, was in deutschen Landen vor sich geht. Ob große oder kleine Politik, privat oder öffentlich – vieles bringt er aufs Tapet, denn das Leben in Deutschland ist bunt. So spuckt von Stuckrad-Barre Günter Grass in die Suppe und stürzt sich mit Guido Westerwelle, Cem Özdemir, Petra Pau und anderen ins Wahlkampfgetümmel. Er friert auf dem roten Teppich, wartet vor dem Reichstag und langweilt

sich auf einer Google-Party. Er geht mit Til Schweiger ins Kino, wagt sich in die ScientologyZentrale und mischt mit Frank Zander die Eckkneipe auf. Und er mustert todgeweihte Karosserien auf dem Abwrackhof, ist beim Physik-Infotag für Mädchen zugegen, feiert beim Polterabend eines prominenten Friseurs, entlarvt deutsches Sparverhalten bei der mitternächtlichen Elektronikfachmarkt-Eröffnung. Inszenierte Wirklichkeiten, abseitige Situationen und gehypte Lebensart: Dafür treibt sich der Autor auf Veranstaltungen herum, wie sie tagtäglich zu Tausenden abgehalten werden, um mediale Präsenz zu generieren. Doch von StuckradBarre interessieren nicht die Geschichten, die die Menschen erzählen wollen, sondern das Randgeschehen. Die Momente, in denen die Inszenierung bricht. Sprachlich zwischen Wortwitz und Spöttelei hin- und herpendelnd, gelingt es ihm dabei, die Zweideutigkeit einzufangen, die diesen Momenten innewohnt. Illustriert sind die Reportagen mit größtenteils selbstgeschossenen Fotos. Aus der Hüfte, überbelichtet und ungestellt – so wie die Bilder wirken auch die Texte. Von Stuckrad-Barre versteht es, den Blick auf Details und Gesten zu lenken, die das Gesehene und Gehörte als das demaskieren, was es vielfach ist: Kasperletheater. Und zwar nicht nur dann, wenn sich Attac-Aktivisten für eine Demo kostümieren. (bb)

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BÜCHER

Toby Fuhrmann • Ich trag ein Massengrab... • Ubooks, 2009

Wer ein Faible für völlig abgedrehte Literatur hat, dem dürfte die Produktsparte Anti-Pop im Hause Ubooks nicht fremd sein. Bei dem selbsternannten „Verlag jenseits des Alltäglichen“ erscheinen regelmäßig Bücher, die sich im puncto Skurrilität gern etwas weiter aus dem Fenster lehnen und den Leser oftmals mit einem dicken Fragezeichen über dem Kopf zurücklassen. So auch das Erstlingswerk von Jungautor und Vollzeit-Metalhead Toby Fuhrmann. In „Ich trag ein Massengrab im Herzen“ nimmt der Hobbymusiker seine Leserschaft mit auf einen irren Roadtrip voll bizarrer Begebenheiten. Seine philosophisch anmutenden Selbstgespräche über Sex, Drogen, Liebe und das Leben selbst sind geprägt von tiefschwarzem Humor und einer Wortwahl, bei der Mutti einem früher die Ohren zugehalten hätte. Mittelpunkt des Buches ist der elternlose Anthony, der neben seinen außergewöhnlichen sexuellen Vorlieben und einem Drogenproblem ein seltsam gestörtes Verhältnis zu Frauen hegt. Die Geschichte beginnt in der Wohnung eines Freundes, in der Anthony stark am Kopf blutend in seinem eigenem Erbrochenem erwacht. Während seine zugedröhnten Kumpels sich lieber einer Spielekonsole widmen, versucht seine beste Freundin Denise ihn zu beruhigen – ohne Erfolg. Wie im Wahn rennt Anthony auf die Straße und begegnet dabei seiner ehemaligen Schulkameradin Natascha, die mittlerweile als Prostituierte arbeitet und ihm ihre Dienste anbie-

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tet. Diese Begegnung stimmt ihn nachdenklich, er muss sie wiedersehen. Nach einigen Treffen, in denen die beiden ihren speziellen sexuellen Neigungen nachgehen, entwickelt sich eine Art Beziehung zwischen ihnen. Anthony fühlt zum ersten Mal, was Liebe bedeutet, doch er weiß nicht damit umzugehen. Hin- und her gerissen zwischen dem Wunsch nach einer Partnerschaft und der Überforderung mit dem neuen Zustand des Geliebtwerdens gerät er immer wieder in Situationen, in denen er die Kontrolle über sich selbst verliert. Nur kurze Zeit später wird Natascha vor seinen Augen von einem Kleinbus überfahren. Von diesem Moment an zieht Anthony eine Spur des Todes hinter sich her: So muss der Trauernde beispielsweise erleben, wie sein bester Freund vom Dach eines Wolkenkratzers in die Tiefe springt oder einige „Opeth“-Groupies nach dem Beischlaf mit ihren Stars in eine Erdbebenspalte stürzen. Um des Vergessens willen reist Anthony anschließend in die Vereinigten Staaten, wo er neben einigen Frauengeschichten die seltsamsten Dinge erlebt. So trifft er zufällig auf den Vergewaltiger seiner neuen Freundin Phoebe, mit dem er sich anfreundet und einen düsteren Plan schmiedet, um ihn aus dem Weg zu räumen. Und zwar mit Bauschaum. „Ich trag ein Massengrab im Herzen“ ist eine temporeiche Odysee aus irren Vorfällen, schrägen Gestalten und amüsant eingeflochtenen Randgeschichten, in denen es an bittersüßem Galgenhumor nicht mangelt. In seinem Romandebüt hat Fuhrmann eine Ode an den Wahnsinn geschaffen, die sich gewaschen hat. (som)


BÜCHER

Andrej Longo • Zehn • Eichborn, 2010 | und andere

Dass man am Deutschen Literaturinstitut Leipzig das Schreiben zumindest nicht verlernt und seine Chancen damit verlegt zu werden anscheinend steigert, bezeugen zur Zeit zwei junge Autorinnen mit ihren Erzählbänden: die 1981 in Wuppertal geborene und in Berlin lebende Hanna Lemke mit „Gesichertes“ und die 1979 im sächsischen Großenhain geborene und in Leipzig lebende Ulrike Almut Sandig mit „Flamingos“. Bei aller Wohlgeschriebenheit und Wohlgefälligkeit dem Leser gegenüber sind ihre Erzählungen allerdings erschreckend farb- und blutlos. Mal zieht man mit einem Kreis langweiliger junger Leute von einer Kneipe in die nächste und erfährt, dass die eine schon längere Zeit ein Verhältnis mit einem anderen hat, ein anderes Mal geht man mit Gunnar zur Beerdigung oder sorgt sich mit einer Schwester über den nicht erwachsenwerdenden Bruder. Die Geschichten von Sandig und Lemke spiegeln eine alles in allem gesättigte, um sich selbst drehende Gesellschaft wieder und sagen damit durchaus etwas über den Status der Bundesrepublik aus. Sie wissen jedoch nicht zu fesseln, zu überraschen oder auch nur einfach zu unterhalten. „Ehrlich gesagt, ist es keine Geschichte in der besonders viel passiert“. Dieser Satz aus Sandigs erster Erzählung ist denn auch bezeichnend für alle weiteren. Wer mehr Adrenalin in seinen Adern verträgt, der sollte zu dem neuen Buch von Andrej Longo mit dem Titel „Zehn: Erzählungen“ greifen. In einer kunstvollen Umgangssprache gibt der Italiener in zehn voneinander unabhängigen Geschichten Einblicke in das neapolitanische Leben. Dass

es genau zehn sind, ist vom Autor bewusst gewählt, jede Erzählung ist mit einem Gebot aus dem alttestamentlichen Dekalog betitelt. „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ handelt beispielsweise vom jungen Papilú, der sich bisher aus allen mafiösen Verstrickungen heraushalten konnte, dann aber durch seine schöne und erlebnishungrige Freundin ins Netz der Mafia gerät. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut“ schildert, wie ein junger Mann in der drogenverstärkten Gier nach einem Sportauto gezwungen wird, den eigenen Freund zu erschießen. Longos Erzählungen lassen einen beunruhigt und verstört zurück. Trotz ihrer Härte, wirken sie dabei nie übertrieben. Die Sprache ist einfach, aber nicht plump. Man glaubt dem Autor, der in Neapel aufgewachsen ist und heute in Rom lebt, man geht mit ihm mit. „Zehn“ ist das erste von Longo auf Deutsch erschienene Buch. Es ist zu wünschen, dass noch weitere den Weg auf den deutschen Buchmarkt finden. Wem zehn kaputte Welten in einem Buch zu viel sind, der mag dann doch lieber zu Sandig oder Lemkes Werk greifen und dort mit einem espritarmen Freundeskreis durch die Kneipen ziehen beziehungsweise hier und da ein paar Sorgenfältchen bemühen. Das Herz wird einem dabei ganz sicher nicht aus der Brust springen. (Gernod Siering/Buchhandlung LeseLust)

www.bbsmedien.de • HAMBURG & THÜRINGER WALD •

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Der Wonnemonat Mai ist da, die Bäume sind wieder grün und alles ist prima. Alles, außer einem kleinen Grasfleck mitten im Wald hinter Eisenach. Mensch, was war das für eine Aufregung in der Stadt bzw. auf einigen nicht näher zu nennenden Internetseiten. Die Sängerwiese heißt ab sofort „Wiesen-Alm“, welch Frevel! Dabei stimmt das ja so richtig gar nicht, denn die Wiese draußen vor dem urigen Wandergasthaus nennt sich natürlich noch immer Sängerwiese. Richtig ist, dass die Wirtschaft neue Betreiber hat und ab sofort zu Göbels Sophien Hotel gehört, die das traditionsreiche Lokal zukünftig als „Wiesen-Alm“ betreiben und vermarkten werden. Ob das Konzept funktionieren wird, muss die Zukunft zeigen. Die ewig meckernden Kritiker scheinen manchmal zu vergessen, dass ein verdammt lang zurückliegendes Sängerfest zwar eine schöne Geschichte ist, aber heute nicht die notwendigen Gästezahlen für einen soliden Gastbetrieb sichert. Wir wünschen jedenfalls gutes Gelingen. Richtig was zu feiern gibt es in Gotha – die VC Volleyballer haben den Aufstieg in die erste Bundesliga gesichert und wurden nun verdientermaßen als Mannschaft des Jahres 2009 im Landkreis Gotha geehrt. Jungs, das ist verdammt spitzenmäßig! Ist ja viel zu lange her, als die Handballer vom ThSV uns diese Freude bescherten und ganz Eisenach im Aufstiegstaumel wiegte. Bleiben wir gleich beim Sport und den eben erwähnten Handballern aus der Wartburgstadt. Die absolvieren ihre Trainingseinheiten ab sofort unter den kritischen Anweisungen des Isländers Adalsteinn Eyolfsson, der seine Philosophie von gutem Handball als Mischung der alten Ostschule gepaart mit skandinavischem Spiel voller Schnelligkeit und Kreativität versteht. Also bitte, wir haben auch hier nichts gegen die erste Liga...

Kurz vor Druckschluss dieser Ausgabe hagelte es noch ein paar Konzertabsagen. So wurde das für Anfang Mai geplante Erfurtkonzert von Gentleman erst von der Thüringenhalle in den kleineren Stadtgarten verlegt, mittlerweile dann jedoch ganz auf den Dezember verschoben. Obwohl Deutschlands Reggaemusiker Nummer 1 mit seinem neuen Album genau auf jener in den Charts landete, muss der Ticketabsatz für das Konzert mehr als schleppend verlaufen sein. Ist halt manchmal der Wurm drin. Weiter wurden die ursprünglich auf der Creuzburg geplanten Freiluftkonzerte von Cantus Buranus sowie das One By One–Festival gecancelt. Samstags shoppen bis 16.00 Uhr – worüber Großstädter müde lächeln, davon können Bewohner und Gäste von hiesigen Städten oft nur träumen. Doch ab diesem Monat soll in Eisenachs Innenstadt ein neuer Anlauf unternommen und damit mehr Attraktivität für Karlstraße & Co. erreicht werden. Wäre super, wenn sich viele ansässige Läden beteiligen. Für Freunde melodisch-kraftvollen Punkrocks, der gelegentlich durch ein paar Ska-Tunes durchgepustet wird, dürfte das pressfrische Debütscheibchen der Werra-Punkrocker von Leftside interessant sein. Zur Feier des Silberlings lädt die Band am 8. Mai nach Heringen, wo auch Sonne Ost für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Bleiben wir beim Punk... das Landestheater Eisenach plant am 5.Juni alle (ja, alle!) neun Beethoven-Sinfonien an einem Tag aufzuführen und damit neue Maßstäbe zu setzen. Respekt vor allem an die Musiker, die diesen Marathon durchziehen! Und die Festivals? Folgt uns auf Twitter und Facebook - dort halten wir euch in Sachen neuer Bandbestätigungen auf dem neuesten Stand.

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HOROSKOPE

Text: Madlen Reimer

Blaukraut und Brautkleid sind eben nicht dasselbe, das hast du ja jetzt auch gemerkt. Und solange die Fronten geklärt sind, braucht deshalb auch niemand kompliziert werden. Also immer ehrlich sein und einander angucken beim Reden, dann wird alles prima! Deine Vergesslichkeit ist wahnsinnig anstrengend. Zumal man manchmal das Gefühl hat, dass die Nicht-Abspeicherung mancher Informationen in deinem Gehirn durchaus nicht zufällig passiert, sondern Gründe hat. Verarsch die Leute nicht zu sehr, die merken das! Schon wieder ist so ein maßloses Glück ganz unverhofft auf dich zugeflogen und dein eher gemütlich agierendes Reaktionsvermögen hätte fast alles versaut. Du musst deine Schnelligkeit ein bisschen besser trainieren, zum Glück hast du reichliche Gelegenheiten. Na also. Endlich. Da soll doch nochmal einer sagen, dass Wünsche nicht in Erfüllung gehen. Man muss nur fest und vor allem lange genug daran glauben, das hast du ja bewiesen. Nun gilt es natürlich, die nächsten Wünsche ausfindig zu machen und immer schön zu warten. Hans Guckindieluft oder Hans im Glück? Das weiß man bei euch, Zwil und Ling, ja nie so genau, zumal auch oft beide Phänomene gleichzeitig zu beobachten sind. Wichtig ist wie immer die Balance, glückliches Indieluftgucken oder im Glück die (heiße) Luft erkennen. Und die bekommt ihr derzeit wirklich ausgezeichnet hin. Lieber Krebs, jetzt pass mal auf: Um deinen ständigen Selbstzweifeln und Sorgenmachereien zu entkommen, musst du dein Augenmerk endlich mal auf dich selber und vor allem auf deine bewundernswerten Erfolge lenken. Dein Tanz auf allen Hochzeiten, der klappt ja erstaunlich gut. Hättest du selber nicht gedacht, oder?! Also immer schön weiter tanzen und aufpassen, dass du niemanden auf die Füße trittst. Liebelein, komm runter von deinem Wölkchen aus Zucker und Farbstoff, denn wenn es regnet (was vorkommen soll), dann sieht die Welt für dich sehr schlecht aus. Bleib lieber auf dem Boden und erfreu dich der irdischen Dinge dort. So richtig kommst du irgendwie nicht in die Pötte, obwohl die Sonne dich ständig anstrahlt und alle Welt dich ansieht, als wärst du der Sommerbote persönlich. Das Problem: Du erwartest immer ein bisschen viel von dir selber. Mach dich mal locker und genieß den Tag, dann ergibt sich manches von ganz alleine. Probier´s mal. Die Zeit läuft und das erklärt natürlich dein panisches, manchmal sogar hysterisches Verhalten. Da hilft nur eins, beruhig dich und versuch dir selbst ausnahmsweise mal zu trauen – das ist sowieso ein genereller Lebensweisheitstipp für dich von den Sternen. Dann ist wirklich alles drin für dich und danach wirst du aus dem Häuschen sein wie noch nie und dich selbst nicht wiedererkennen. Angesichts der Tatsache, dass du in den letzten Wochen Unglaubliches geleistet hast, findet sich folgender Vorschlag in deinem Briefkasten ein: Du lässt jetzt alles stehen und liegen, schaust im Internet nach einem Reiseticket ans Meer (oder wenn du die Berge bevorzugst, eben in die Berge), packst deine Sachen, nimmst deinen Lieblingsfreund mit und los geht´s. Du weißt nicht so richtig wie du dich entscheiden sollst, was du von dir halten sollst, was du eigentlich willst, weißt du auch nicht so richtig und das ist wirklich kein wünschenswerter Zustand, oder?! Probier doch einfach alle Optionen mal aus und dann entscheide – am Ende kommt es dann ja doch anders und das wird aufregend.

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diggla Mai 2010