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Geschäftsberichte 2012 SWL ENERGIE AG

SWL Energie AG SWL Wasser AG Werkhofstrasse 10 I Postfach I 5600 Lenzburg Telefon +41 62 885 75 75 I Telefax  +41 62 885 75 85 I www.swl.ch

SWL WASSER AG


INhaltsverzeichnis swl energie ag Bericht an die Aktion채re Corporate Governance SWL Energie AG auf einen Blick Elektrizit채t Erdgas Fernw채rme Leitungsinformation und Bau Elektroinstallation Bilanz Erfolgsrechnung Mittelflussrechnung Anhang zur Jahresrechnung Kommentar zur Jahresrechnung Bericht der Revisionsstelle

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swl wasser ag Bericht an die Aktion채re SWL Wasser AG auf einen Blick Bilanz Erfolgsrechnung Mittelflussrechnung Anhang zur Jahresrechnung Kommentar zur Jahresrechnung Bericht der Revisionsstelle

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Glossar

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gesch채ftsbericht 2012 der SWL EnErgiE ag

Flinke Finger: Maja Gyolay, Personalverantwortliche, k체mmert sich um die Anliegen der Mitarbeitenden.


Bericht an die Aktionäre Geschätzte Aktionäre Sehr geehrte Leserinnen und Leser Gerne überreichen wir Ihnen den Geschäftsbericht und die Rechnung der SWL Energie AG für das Jahr 2012. Die Bil­ der stellen Ihnen die verschiedenen Tätigkeiten unseres Personals vor: Die Mitarbeitenden müssen Tag für Tag auf ganz unterschiedliche Weise zupacken, um für unsere Kunden das Beste zu erreichen. Neue Herausforderungen werden bei uns im wahrsten Sinne des Wortes «an die Hand genommen».

verlor diesen Kunden für die Stromlieferung. Diese Situati­ on bewog die SWL Energie AG dazu, die eigene Beschaf­ fungspraxis zu ändern und Strom zu Marktpreisen einzu­ kaufen. Die bei einer Ausschreibung erzielten Preise liegen wesentlich tiefer als die bisherigen. Dadurch kann die SWL Energie AG einerseits ihre Stromtarife per Anfang 2013 senken. Andererseits entschied sie sich, einen Teil der ein­ gesparten Kosten in Mehrwertzertifikate zu investieren und künftig nur noch Strom aus erneuerbaren Energien anzu­ bieten.

Dynamische Energiemärkte Wie nie zuvor waren im Jahr 2012 die regionalen Energie­ unternehmen in der Schweiz durch internationale Ereignis­ se beeinflusst. Besonders drei Faktoren liessen die Preise an den Energiebörsen deutlich fallen: erstens die Krise im Euro­raum mit einer sinkenden Energienachfrage und ei­ nem schwachen Euro als Folge, zweitens die grossen Mengen Strom aus stark subventionierten Solar- und Windkraftanlagen sowie drittens die neuen Technologien, mit denen besonders die USA seit kurzem Erdöl und Erd­ gas gewinnen.

Vieles spricht dafür, dass sich die Dynamik an den Energie­ märkten fortsetzt und die Strompreise ihre Talfahrt weiter­ führen. Die eingangs erwähnten Faktoren dürften sich nicht wesentlich ändern, zumal das wirtschaftliche Umfeld in Europa krisenanfällig bleibt. Immerhin: Der Paradigma­ wechsel in der Energiebranche hat die Stadtwerke tenden­ ziell gestärkt. Die Gefahr ist gebannt, dass die wenigen grossen Unternehmen kleinere Versorger akquirieren und sich dadurch eine unerwünschte Konzentration in der Schweizer Energiebranche ergibt.

Die stark sinkenden Energiepreise haben drastische Fol­ gen. Sie führen dazu, dass die traditionellen Geschäftsmo­ delle besonders der grossen Energieunternehmen deutlich weniger Profit abwerfen. In der Schweiz mussten verschie­ dene der wichtigsten Player einschneidende Sparmass­ nahmen umsetzen und zahlreiche Stellen abbauen. Geänderte Strombeschaffung Als Wiederverkäuferin wurde die SWL Energie AG durch den Umbruch in der Energiebranche zwar nicht bis ins Mark erschüttert wie einige der Produzenten. Die tiefen Energiepreise lösten aber eine Kettenreaktion aus, der sich auch die Stadtwerke im Kanton Aargau nicht verschliessen konnten. Denn als Folge schrieben viele Unternehmen mit grossem Stromverbrauch die Energielieferung für das Jahr 2013 aus. Anders als bisher waren die hoheitlichen Tarife für sie mit einem Schlag nicht mehr attraktiv. Um einiger­ massen konkurrenzfähig zu bleiben, mussten sich darauf­ hin viele Wiederverkäufer kurzfristig ebenfalls nach billige­ rem Strom umsehen. Genau dieses Szenario betraf auch die SWL Energie AG. Ein Grosskunde führte im Jahr 2012 eine Ausschreibung für die Energielieferung an vier Standorten durch, darunter jener in Lenzburg. Die SWL Energie AG konnte aufgrund der Konditionen, die sie im Vertrag mit ihrer Vorlieferantin vereinbart hatte, kein passendes Angebot unterbreiten und 06 | SWL ENERGIE AG

Energiestrategie als Chance Ausgerechnet in diesem für die Energiebranche anspruchs­ vollen Jahr hat der Bundesrat seine Energiestrategie 2050 präsentiert, die längerfristig markante Veränderungen bringt. Der Ausstieg aus der Kernenergie soll durch mehre­ re Massnahmen gelingen: durch einen sinkenden Energie­ verbrauch, die deutlich stärkere Nutzung der erneuerbaren Energien sowie während einer Übergangsfrist durch Stro­ mimporte und die Stromproduktion aus Erdgas. Eine zwin­ gende Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die Energie­ netze und -speicher deutlich ausgebaut und modernisiert werden. Die Energiestrategie 2050 bedeutet für Stadtwerke wie die SWL Energie AG mehrheitlich auch Chancen. Durch ihre Kundennähe sind sie optimal dafür aufgestellt, Firmen und Haushalte auf dem Weg zu einer höheren Energieeffizienz zu begleiten. Als Querverbundunternehmen können sie ausserdem vermehrt zu Stromproduzenten werden, etwa mit dezentralen Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen. Zusam­ men mit 18 anderen Stadtwerken unterstützt die SWL Energie AG den Masterplan 2050 von Swisspower, der die neue Energiestrategie des Bundes grundsätzlich begrüsst und einen Weg für die Umsetzung aufzeigt. Ziel ist der nachhaltige Umbau des gesamten Energiesystems (Strom, Wärme, Mobilität).


Gleichzeitig muss sich die SWL Energie AG mit einigen Ge­ fahren auseinandersetzen. Die Energiestrategien des Bun­ des und des Kantons Aargau sehen längerfristig vor, dass die Bedeutung von Erdgas als Brennstoff abnimmt. Die Gasversorgungsunternehmen sollten sich daher rechtzei­ tig Gedanken machen, wie sie die Wirtschaftlichkeit ihrer Netze dennoch weiterhin sicherstellen können. Ein zusätz­ liches Risiko: Immer mehr staatliche Vorgaben und politi­ sche Forderungen schränken die Handlungsfreiheit aller Energieunternehmen ein. Aktive Rolle Mit einem Strategiereview hat der Verwaltungsrat im Be­ richtsjahr festgelegt, wie die SWL Energie AG diesen Her­ ausforderungen begegnet. Sich von der neuen Situation einschüchtern zu lassen und die weitere Entwicklung ab­ zuwarten, wäre eine schlechte Strategie. Stattdessen will die SWL Energie AG selbstbewusst und aktiv handeln. Be­ reits hat sie verschiedene Massnahmen umgesetzt, um mehr Energie selber zu produzieren und die erneuerbaren Energien stärker zu nutzen. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Aktivitäten im Holzbereich, die Wahlmöglich­ keit für Biogas, die Beteiligung an der Ökostrombörse Schweiz, die Fotovoltaikanlage auf dem eigenen Gebäude sowie die geplante Solarstromanlage auf dem Dach der Berufsschule Lenzburg – eine der grössten im Kanton. Ge­ meinsam mit anderen Aargauer Stadtwerken nahm die SWL Energie AG zudem an der Ausschreibung für das Wasserkraftwerk Klingnau teil, erhielt aber leider den Zu­ schlag nicht. Zu einer aktiven Strategie gehören auch die richtigen Partnerschaften. Ein erfreuliches Beispiel dafür ist die ­Zusammenarbeit der SWL Energie AG mit inzwischen vier anderen Stadtwerken für das Geodaten-Webportal «geoProRegio». Die 2009 begonnene Kooperation erhielt 2012 mit der Gründung der geoProRegio AG zusätzlichen Schub. Noch in der Startphase befindet sich das Projekt «Seetal Plus», das die regionalen Synergien im Infrastruk­ turbereich verstärken soll. Das 2012 abgeschlossene Vor­ projekt zeigt ein grosses Potenzial in diesem Bereich auf, sodass das Vorhaben nun vorangetrieben wird.

Die über das Netz der SWL Energie AG transportierte Strommenge blieb gegenüber dem Vorjahr beinahe unver­ ändert. Da das Jahr 2012 insgesamt weniger warm war als 2011, stieg der Absatz beim Erdgas um 5.6 % und bei der Fernwärme um 0.7 %. Verwaltungsrat Der Verwaltungsrat traf sich 2012 zu vier ordentlichen Sit­ zungen. Er befasste sich unter anderem mit den veränder­ ten Rahmenbedingungen und den daraus resultierenden Anpassungen der strategischen Ausrichtung. Während die EU über die Einführung von Frauenquoten in Exekutivgremien nachdenkt, ist die SWL Energie AG längst einen Schritt weiter: Als modernes Unternehmen hat sie im Verwaltungsrat einen Frauenanteil von 40 Prozent und zwar ohne gross darüber zu debattieren. Das beweist: Manchmal lohnt sich ein Blick nach Lenzburg. Dank Jedes Unternehmen kann nur mit motiviertem und enga­ giertem Personal erfolgreich sein. Deshalb gebührt unser Dank in erster Linie den Mitarbeitenden und Lernenden der SWL Energie AG. Sie sorgten dafür, dass wir unseren Leis­ tungsauftrag im Jahr 2012 zuverlässig erfüllten und darü­ ber hinaus verschiedene innovative Ideen umsetzen konn­ ten. Weiter bedanken wir uns beim Verwaltungsrat für seine wichtigen strategischen Weichenstellungen, bei der Stadt Lenzburg für die konstruktive Zusammenarbeit sowie bei Behörden, Gemeindevertretern, Partnern und natürlich un­ seren Kunden und Lieferanten für das gute Einvernehmen.

Hans Huber Präsident des Verwaltungsrates

Markus Blättler Direktor

Erfreuliches Resultat Trotz des Umbruchs an den Energiemärkten schloss die SWL Energie AG das Geschäftsjahr 2012 mit einem ausge­ zeichneten Ergebnis ab. Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg gegenüber dem Vorjahr um 48 % auf 4.15 Mio. CHF und das Unternehmensergebnis um 29 % auf 3.34 Mio. CHF.

SWL ENERGIE AG | 07


Damit der Strom jederzeit fliesst: Netzelektriker Patric Eichenberger erledigt auf der Baustelle Burghaldenring Kabelarbeiten.


Corporate Governance Verantwortung und Transparenz Die SWL Energie AG und die SWL Wasser AG verpflichten sich zu einer Unternehmensführung gemäss den Grund­ sätzen der Corporate Governance. Wir messen der effekti­ ven Führung, der wirksamen Kontrolle und der transparen­ ten Information höchste Bedeutung bei. Indem wir transparent über Strukturen, Leitungsgremien und Beteiligungsverhältnisse informieren, wollen die SWL Energie AG und die SWL Wasser AG das Vertrauen von Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Kapitalgebern und Aktionären festigen. 1. Aktionariat Die SWL Energie AG und die SWL Wasser AG sind zu 100 % im Eigentum der Stadt Lenzburg. 2. Kreuzbeteiligungen Es bestehen keine Kreuzbeteiligungen. 3. Aktienkapital Das Aktienkapital der SWL Energie AG beträgt 10 Mio. CHF, eingeteilt in 100’000 Namensaktien zu je CHF 100. Die Akti­ en sind vollständig liberiert. Jede Aktie gibt Anrecht auf eine Stimme an der Generalversammlung und einen verhältnis­ mässigen Anteil an der ausgerichteten Dividende. Das Aktienkapital der SWL Wasser AG beträgt 1 Mio. CHF, eingeteilt in 10’000 Namensaktien zu je CHF 100. Die Akti­ en sind vollständig liberiert. Jede Aktie gibt Anrecht auf eine Stimme an der Generalversammlung. 4. Aktien Namensaktien der Gesellschaften dürfen nur mit Zustim­ mung des Verwaltungsrates übertragen werden. Diese ­Beschränkung gilt auch für die Begründung einer Nutz­ niessung. Solange die erforderliche Zustimmung zur Über­ tragung nicht erteilt wird, verbleiben das Eigentum an den Aktien und alle damit verknüpften Rechte, unter Vorbehalt von Art. 685c Abs. 3 OR, beim Veräusserer. Im Weiteren wird auf den Überführungsbeschluss vom 7. Dezember 2001, Paragraf 5, hingewiesen.

10 | SWL ENERGIE AG

Auszüge aus dem Paragrafen 5 • Eine Veräusserung eines Anteils von mehr als 10 % des Aktienkapitals an einen einzelnen Aktionär bedarf der Zustimmung des Einwohnerrates, dessen Beschluss dem fakultativen Referendum unterliegt. • Eine allfällige Unterschreitung der Mindestbeteiligung der Einwohnergemeinde Lenzburg von 51 % bedarf des Beschlusses durch den Einwohnerrat, welcher dem obli­ gatorischen Referendum untersteht. 5. Aktienkapital Das Aktienkapital der SWL Energie AG wurde seit der Grün­ dung im August 2002 zwei Mal erhöht und zwar von CHF 100’000 auf CHF 101’000 und danach auf 10 Mio. CHF. Das Aktienkapital der SWL Wasser AG wurde seit der Gründung im August 2002 zwei Mal erhöht und zwar von CHF 100’000 auf CHF 101’000 und danach auf 1 Mio. CHF. Beide Gesellschaften verfügen weder über genehmigtes noch bedingtes Kapital. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung Alle Ausführungen betreffen beide Gesellschaften, die SWL Energie AG und die SWL Wasser AG. 6. Wahl und Amtszeit Der Verwaltungsrat wird durch die Generalversammlung der Aktionäre gewählt. Die Mitglieder werden für die Amts­ dauer von vier Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist mög­ lich, sofern die Mitglieder vor der Generalversammlung das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. 7. Kompetenzen Die Aufgaben des Verwaltungsrats orientieren sich an den einschlägigen Bestimmungen des Obligationenrechts. Dem Verwaltungsrat obliegt die oberste Leitung der Ge­ sellschaft und die Überwachung der Geschäftsleitung, ins­ besondere die Festlegung der Organisation, die Ausgestal­ tung des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung, die Ernennung der Geschäftsleitungsmit­ glieder und die Bestimmung deren Saläre, die Erstellung


des Geschäftsberichtes sowie die Vorbereitung der Gene­ ralversammlung und die Ausführung ihrer Beschlüsse. Der Verwaltungsrat vertritt die Gesellschaften nach aussen und besorgt alle Angelegenheiten, die nicht nach Gesetz, Sta­ tuten oder Reglement einem anderen Organ der Gesell­ schaften übertragen sind. Die Kompetenzen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sind im Organisationsreglement vom 20. September 2006 festgelegt. Das Organisationsreglement beschreibt einer­ seits die unübertragbaren Aufgaben des Verwaltungsrats und delegiert anderseits alle anderen Geschäftstätigkeiten an die Geschäftsleitung. Die rechtsverbindliche Vertretung der Gesellschaften durch den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung kann in allen Fällen nur durch kollektive Unterschrift zu zweien erfolgen. 8. Information und Kontrollinstrumente gegenüber der Geschäftsleitung Der Verwaltungsrat wird regelmässig durch den Direktor über den Geschäftsgang und über wichtige Ereignisse in­ formiert. Er verfügt hauptsächlich über folgende Instru­ mente zur Überwachung der Kontrolle der Geschäftslei­ tung: • interne Quartals-, Halbjahres- und Jahresberichte • strategische Planung und die darauf basierende Lang­ fristplanung • jährliches Budget • umfassender Bericht der Revisionsstelle • Bericht des Direktors • periodische Berichterstattung über das Riskmanage­ ment 9. Interne Organisation Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst und wählt eine Vizepräsidentin oder einen Vizepräsidenten. Die Präsiden­ tin oder der Präsident wird durch die Generalversammlung gewählt. Zudem kann der Verwaltungsrat eine Sekretärin oder einen Sekretär wählen, der nicht Mitglied des Verwal­ tungsrats sein muss. 10. Entschädigung Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhalten feste Entschä­ digungen, deren Höhe für den Präsidenten und Vizepräsi­ denten und die weiteren Verwaltungsräte abgestuft ist. Zu­ sätzlich wird ein Sitzungsgeld ausbezahlt. Die Höhe der gesamten Entschädigung wird vom Verwaltungsrat be­ stimmt.

Die Entschädigung für die Mitglieder der Geschäftsleitung besteht aus einem fixen Gehalt ohne variablen Anteil. 11. Mitwirkungsrecht des Aktionärs Die Vermögens- und Mitwirkungsrechte der Aktionäre sind im Gesetz und in den Statuten geregelt. Die Auszahlung der Dividende darf die von der eidgenössischen Steuerver­ waltung (ESTV) festgelegten Zinssätze für die Berechnung der geldwerten Leistungen sowie die im Stempelabgaben­ recht festgesetzte Dividende nicht übersteigen. Die Generalversammlung wählt und fasst ihre Beschlüsse mit der absoluten Mehrheit der anwesenden und vertrete­ nen Aktienstimmen, soweit das Gesetz (Art. 704 OR) für die Beschlussfassung nicht zwingend eine qualifizierte Mehr­ heit vorschreibt. Die Statuten nennen keine besonderen Abstimmungsquoren. 12. Externe Revision Die Allgemeine Wirtschaftsprüfung und Beratung AG, Aarau, ist die Revisionsstelle der SWL Energie AG und der SWL Wasser AG. Die Revisionsstelle wird jeweils für ein Jahr von der Generalversammlung gewählt. Handhabung der Corporate Governance in den Unternehmen Die SWL Energie AG und die SWL Wasser AG legen h ­ ohen Wert auf ethisches, verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeitenden und Organe gegenüber Geschäfts­ partnern, Behörden, Öffentlichkeit sowie im inner­ betrieblichen Bereich. Die SWL Energie AG und die SWL Wasser AG dulden keine Diskriminierung aufgrund von persönlichen Eigenschaften wie Herkunft, Rasse, Geschlecht, Alter, Sprache, Religion oder Behinderung. Konflikte zwischen den persönlichen Interessen und den Interessen der Unternehmungen sind zu vermeiden. Persönliche und geschäftliche Beziehung sind auseinanderzuhalten, allfällige unvermeidliche Inter­ essenkonflikte sind offenzulegen. Die Geschäftsprinzipien der SWL Energie AG und der SWL Wasser AG richten sich gegen Korruption und ähnliche Tatbestände wie Beste­ chung und Vorteilszuwendungen.

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Halten das Unternehmen auch in Zeiten grosser Veränderungen ­sicher auf Kurs: Verwaltungsrat und ­Geschäftsleitung der SWL Energie AG.


Verwaltungsrat H. Huber, Präsident M. Steinmann, Vizepräsident K. Bill M. Klöti F. Möhl

Geschäftsleitung M. Blättler (Direktor) R. Trost (Vizedirektor)

Qualitätsmanagement Arbeitssicherheit

Finanzen und ­Administration R. Trost B. Büchli

Elektrizität

M. Baur S. Bläuer M. Gyolay P. Koch J. Oliveira M. Rudolf K. Schärli S. Senn G. Wolf

P. Eichenberger Y. Geissbühler R. Huber S. Marquardt C. Riedel E. Schilli P. Vögtli M. Wyder

3 Lernende

3 Lernende

M. Silva M. Obi

Erdgas und ­Wasser H.-J. Weber J. Wiederkehr

Leitungsinfor­ mation und Bau T. Kleiner vakant

Elektro­­ installation R. Strozzega C. Gertsch

M. Bolliger R. Brandner C. Di Leva P. Frey M. Hanna E. Holderegger S. Leutwiler G. Meier E. Zürcher

S. Cina D. Herzog M. Huggenberger D. Schiess P. Siegrist B. Steiner

R. Bachmann M. Bärtschi R. Bolliger D. Büchi P. Gnepf U. Graser T. Härri M. Häusermann R. Häusermann M. Kneuss F. Paumann C. Roth G. Santella S. Schären H. Walti 13 Lernende

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Verwaltungsrat und ­Geschäftsleitung

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HANS HUBER Jahrgang 1947 Schweizer Funktion Präsident des Verwal­ tungsrates seit 2006 Ausbildung • Bauzeichner • Bauleiter, Chefbauleiter Tätigkeiten in Führungsund Aufsichtsgremien VR Parkhaus Seetalplatz VR Hela AG Stadtammann Präsident Stiftung Schloss Lenzburg

MARTIN STEINMANN Jahrgang 1956 Schweizer Funktion Vizepräsident des Verwal­ tungsrates seit 2006 Mitglied des Verwaltungs­ rates seit 2002 Ausbildung • Dipl. Textilkaufmann STF • Dipl. KMU HSG • Teilstudium Jus Tätigkeiten in Führungsund Aufsichtsgremien VR Hypothekarbank Lenz­ burg

KURT BILL Jahrgang 1946 Schweizer Funktion Mitglied des Verwaltungs­ rates seit 2002 Ausbildung • Dipl. Experte in Rechnungslegung und Controlling • Wirtschaftsinformatiker Tätigkeiten in Führungsund Aufsichtsgremien Präsident des Verwaltungs­ rats der Energie Thun AG VR Technische Betriebe Weinfelden

MARIANNE KLÖTI-WEBER Jahrgang 1955 Schweizerin Funktion Mitglied des Verwaltungs­ rates seit 2002 Ausbildung • Dr. iur., Rechtsanwalt Tätigkeiten in Führungsund Aufsichtsgremien Mitglied Vorstand der Aargauischen Industrieund Handelskammer, des Hauseigentümerverbandes Sektion Baden-BruggZurzach; Stiftungsrat Schloss Biberstein


FRANZISKA MÖHL Jahrgang 1962 Schweizerin Funktion Mitglied des Verwaltungs­ rates seit 2010 Ausbildung • Betriebsökonomin FH Tätigkeiten in Führungsund Aufsichtsgremien Stadträtin seit 2010 Steuerkommissärin, Steu­ eramt des Kantons Aargau

MARKUS BLÄTTLER Jahrgang 1961 Schweizer Funktion Direktor SWL Energie AG seit 2008 Ausbildung • Dipl. El. Ing. ETH • NDS Unternehmens­ führung FH Tätigkeiten in Führungsund Aufsichtsgremien Betriebsleiter ­Abwas­ser­verband Region ­Lenzburg VR Swisspower Services AG VR geoProRegio AG Vorstand Aabachgesell­ schaft

RENÉ TROST Jahrgang 1957 Schweizer Funktion Leiter Finanzen und Administration Vizedirektor und Mitglied der Geschäftsleitung ab 12.12.2012 Ausbildung • Dipl. Kaderwirtschafts­ informatiker SIB • Dipl. Controller SIB Tätigkeiten in Führungsund Aufsichtsgremien Präsident Finanzkommis­ sion Oberrohrdorf

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Überblick trotz der vielen Stecker: Michael Strub, lernender ­Telematiker, nimmt eine LAN-Qualitätsmessung vor.


Drucken, schneiden, falzen: Geomatiker Dominik Herzog fertigt 足einen Werkleitungsplan an.


Das Jahr 2012 im Rückblick Kenngrösse

Einheit

2012

2011

Betriebsertrag

[MCHF]

48.85

44.85

EBIT

[MCHF]

4.15

2.80

Unternehmensergebnis

[MCHF]

3.34

2.59

Mitarbeitende

76

72

– davon Lernende

19

16

Transportierte Elektrizität

[GWh]

103.9

104.0

Leistungsspitze

[MW]

16.7

16.2

Mittelspannungsnetz

[km]

26.4

24.6

Niederspannungsnetz

[km]

128.2

127.1

62

60

243.8

230.9

Transformatorenstationen Transportiertes Erdgas

[GWh]

Hochdrucknetz

[km]

39.7

39.7

Niederdrucknetz

[km]

125.5

124.4

Fernwärme

[GWh]

10.6

10.5

Hauptleitungen

[km]

2.0

1.7

Nebenleitungen

[km]

1.2

1.1

Heizgradtage Die Heizgradtage widerspiegeln die Aussentemperaturen eines Jahres. Mit ihrer Hilfe lassen sich der Energiever­ brauch und somit die Heizkosten monatsweise berechnen. Dies ist etwa nötig, wenn während des Jahres die Erdgasund Fernwärmepreise ändern. Gegenüber dem ungewöhn­ lich warmen Vorjahr stieg die Zahl der Heizgradtage 2012

zwar deutlich an. Sie blieb aber unter dem langjährigen Mittelwert. In den Monaten Januar, März, Juni, Oktober und November lagen die Temperaturen klar über dem Durchschnitt. Einzig der Februar war verglichen mit den langjährigen Werten ein extrem kalter Monat.

800

4000

700

3500

600

3000

500

2500

400

2000

300

1500

200

1000

100

500

0

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun

Jul Aug Sep Okt Nov Dez

0

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

SWL ENERGIE AG | 19


Kundenbefragung Die SWL Energie AG beteiligte sich im Berichtsjahr nach 2009 zum zweiten Mal am Kundenbindungsmonitor von Swisspower. Weil die teilnehmenden Stadtwerke die Re­ sultate miteinander vergleichen können, erkennen sie so­ fort ihre Stärken und Schwächen. Besonders gut bewerte­ ten die Kundinnen und Kunden der SWL Energie AG den telefonischen, schriftlichen und persönlichen Service. Im Vergleich mit den anderen Stadtwerken erhielt das Unter­ nehmen hier Bestnoten. Deutlich zulegen konnte die SWL Energie AG zudem bei ihrer Kommunikation, etwa bei der Information über ihre Angebote. Handlungsbedarf sehen die Kundinnen und Kunden vor allem bei der Ökologie: In diesem Bereich soll das Unternehmen aktiver werden. Of­ fenbar sind die zahlreichen realisierten Massnahmen den Kunden noch wenig bekannt. Deshalb wird die SWL Ener­ gie AG künftig stärker darüber informieren. Marktaktivitäten Der SWL-Newsletter «click», der im Lenzburger Stadtma­ gazin «Treffpunkt» veröffentlicht wird, hat sich zu einem bewährten Kommunikationsinstrument entwickelt. 2012 erschienen sechs statt vier Ausgaben. Dies ermöglichte, viele Themen aufzugreifen und mehr Aktivitäten der SWL Energie AG vorzustellen. Gleichzeitig erfordert die höhere Kadenz einen straffen Redaktionsplan.

Wirtschaft und präsentierte interessante Lösungsansätze. Ebenfalls auf weiterhin grosses Interesse stiessen die ­Energie-Apéros, welche die SWL Energie AG in Zusammen­ arbeit mit der Regionalwerke AG Baden und der IBAarau AG durchführte. Aufgrund der aktuellen Energiewende-Thema­ tik standen die Erhöhung der Energieeffizienz und die ver­ mehrte Nutzung von erneuerbaren Energien im Zentrum der Referate. Eine Vielzahl effizienter Erdgas/Biogas- und Elektroautos präsentierten die SWL Energie AG und die IBAarau AG an ihrem gemeinsamen Stand an der Aarauer Automobilaus­ stellung. Diese fand erstmals im Tenniszentrum Oberentfel­ den statt. Der Standort bewährte sich, auch wenn der Be­ sucherstrom zu gewissen Zeiten spärlich blieb. Positiv fiel auf, dass die Besucher dank des langgezogenen Standes gegenüber den Vorjahren deutlich weniger Hemmungen zeigten, die Fahrzeuge aus der Nähe zu besichtigen. Erneuerung Empfangsbereich Zum Jahreswechsel 2011/2012 liess die SWL Energie AG ihren Empfangsbereich komplett erneuern. Er ist nun deut­ lich offener und freundlicher gestaltet. Die grosse Holzthe­ ke ermöglicht Gespräch mit Kunden und Geschäftspart­ nern in angenehmer Atmosphäre. Wie die durchwegs positiven Reaktionen belegen, hat sich diese Investition mehr als gelohnt.

Die SWL Energie AG realisierte im Berichtsjahr verschie­ dene Marketing- und Kommunikationsmassnahmen wie zum Beispiel eine Infomappe für Neuzuzüger, Direct ­Mailings in zwei Wellen an Firmen im ganzen Bezirk Lenz­ burg und eine Biogas-Kampagne in Zusammenarbeit mit anderen Aargauer Stadtwerken. Der Webauftritt wurde weiter verbessert und ergänzt – etwa durch eine Muster­ rechnung, die den Kunden die einzelnen Rechnungspos­ ten erklärt. Veranstaltungen und Ausstellungen Auf Einladung der SWL Energie AG fand im März die Gene­ ralversammlung 2012 der Gasverbund Mittelland AG in Lenzburg statt. Die rund 100 Teilnehmenden trafen sich für den offiziellen Teil im alten Gemeindesaal und wurden dort anschliessend vom Team des Hotels Krone kulinarisch ver­ wöhnt. Gemeinsam mit der «Hypi» lud die SWL Energie AG die regionalen Unternehmen im Herbst 2012 zum KMU-Apéro ein. Der bekannte Unternehmensberater Klaus W. Wellers­ hoff referierte an der äusserst gut besuchten Veranstaltung zu den aktuellen Herausforderungen für die Schweizer 20 | SWL ENERGIE AG

Hans Huber spricht an der Generalversammlung der Gasverbund Mittelland AG


Personal Die SWL Energie AG beschäftigte per 31. Dezember 2012 76 Mitarbeitende, davon 19 Lernende. Mit René Trost erhielt das Unternehmen per 1. Januar 2012 einen neuen Geschäftsbereichsleiter. Der erfahrene Fi­ nanz- und Informatikfachmann löste Andreas Schweiger als Leiter Finanzen und Administration ab. Die folgenden Mitarbeitenden haben 2012 eine Stelle bei der SWL Energie AG angetreten: • René Trost, Leiter Finanzen und Administration • Steve Schären, Elektroinstallateur • Daniel Schiess, Bauzeichner / Geomatiker • Carmelo Di Leva, Rohrleitungsmonteur • Brigitte Büchli, Teamleiterin Buchhaltung • Yves Geissbühler, Netzelektriker • Patric Eichenberger, Netzelektriker Die folgenden Lernenden haben 2012 eine Lehrstelle bei der SWL Energie AG angetreten: • Daniele Alianiello, Elektroplaner • Senidos Bahta, Montageelektriker • Patrick Giger, Elektroinstallateur • Ramon Höhn, Elektroinstallateur • Joel Jent, Telematiker • Francesca Pignatelli, Kauffrau E-Profil • Cedric Plaschy, Netzelektriker Die folgenden Lernenden bestanden 2012 erfolgreich ihre Lehrabschlussprüfung: • Fabian Paumann, Elektroinstallateur EFZ • Melanie Rudolf, Kauffrau E-Profil • Simon Sandmeier, Elektroinstallateur EFZ • Matea Vrbat, Elektroplanerin Wir gratulieren den jungen Berufsleuten herzlich zu ihrem Prüfungserfolg und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.

Attraktiver Lehrbetrieb Als wichtiger regionaler Arbeitgeber setzt sich die SWL Ener­ gie AG seit vielen Jahren dafür ein, dass junge Menschen eine fundierte Berufsausbildung erhalten. Sie bildet ständig 15 bis 20 Lernende aus. Durch die überdurchschnittliche An­ zahl an zeitgemässen Lehrplätzen trägt die SWL Energie AG dazu bei, im Kanton Aargau das Problem der fehlenden Lehrstellen zu mildern. Somit nehmen wir die soziale Verant­ wortung wahr, die wir uns im Leitbild vorgegeben haben.

Personalreglement Im Oktober 2012 verabschiedete der Verwaltungsrat das neue Personalreglement der SWL Energie AG, das per 1. Januar 2013 in Kraft tritt. Es bildet die Leitplanken für die Tätigkeit aller Mitarbeitenden, indem es ihre Rechte und Pflichten definiert. Mitarbeiterbefragung Erstmals führte die SWL Energie AG im Sommer 2012 eine extern begleitete Mitarbeiterbefragung durch. Dank der ausführlichen Vorinformation fiel die Rücklaufquote mit 75  % erfreulich aus. Die Auswertung zeigte, dass die Gesamtzufriedenheit der Mitarbeitenden hoch ist. Sie ­ schätzen ihre Arbeit und identifizieren sich damit. Ebenfalls positiv beurteilt wird die Kunden- und Qualitätsorientierung der SWL Energie AG. Zudem ist das 2011 eingeführte Leit­ bild dem Personal bekannt. In einigen Punkten zeigte die Mitarbeiterbefragung auch Handlungsbedarf. Davon abge­ leitet entwickelten die einzelnen Teams in Workshops Ver­ besserungsmassnahmen. Arbeitssicherheit Im Berichtsjahr ereigneten sich 10 Berufsunfälle, davon 7 leichte. Hinzu kommen 14 Nichtberufsunfälle, davon 9 leichte. EDV-System Im Gegensatz zu der im Jahr 2011 eingeführten Branchen­ lösung IS-E erfüllte das ERP-System ABACUS die Prozess­ anforderungen nur bedingt und musste einer umfangrei­ chen Überarbeitung unterzogen werden. Umso erfreulicher ist es, dass das Projekt als gelungen bezeichnet werden kann und jetzt eine gute Systemlösung zur Verfügung steht. Störungen Im Berichtsjahr wurden insgesamt 81 Störungen registriert, 15 mehr als im Vorjahr (66). 47 Einsätze waren für Anlagen der SWL Energie AG nötig, 34 für Kundenanlagen. Die Stö­ rungen an den eigenen Anlagen betrafen folgende Ge­ schäftsbereiche: • Elektrizität 2 • Wasser 14 • Fernwärme 18 • Erdgas 14 • Werkhof 0

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Jede Kilowattstunde zählt: Gabriele Wolf, kaufmännische Mitarbei­ terin, ermittelt mit ihrem Ablesegerät den Energieverbrauch eines Kunden.


ELEKTRIZITÄT Allgemeines Strom leistet den Menschen jeden Tag unzählige grosse und kleine Dienste. Auch im Jahr 2012 belieferte die SWL Energie AG ihre Kundinnen und Kunden zuverlässig damit und erfüllte ihren Auftrag für eine hohe Versorgungssicher­ heit bestens. Lediglich zweimal fiel in Teilen von Lenzburg kurz der Strom aus – allerdings verursacht durch eine Stö­ rung im übergeordneten Netz. Die Kunden profitierten von einer erfreulichen Preisent­ wicklung. Obwohl sich die gesetzlichen Abgaben für das Jahr 2012 erhöhten, konnte die SWL Energie AG ihre Strompreise leicht senken. Im kommenden Geschäftsjahr wird sie die Strompreise dank einer neuen Beschaffungs­ strategie und tieferer Abgaben an die nationale Netzgesell­ schaft Swissgrid nochmals reduzieren. Transportierte Elektrizität 2012 transportierte die SWL Energie AG über ihr Elektrizi­ tätsnetz 103.9 GWh Strom zu ihren Kunden. Somit ergab sich gegenüber dem Vorjahr (104.0 GWh) kaum eine Verän­ derung. Zwar machte sich bei einigen Grosskunden mit Exportrisiken die Eurokrise im Stromverbrauch bemerkbar. Diese Umsatzeinbussen liessen sich jedoch durch An­ schlüsse bei Neubauten auffangen. Die SWL Energie AG bezog ihren Strom im Berichtsjahr weiterhin von der AEW Energie AG. Die Bestellung erfolgte wiederum auf Basis einer Jahresprognose – dank einer gu­ ten Prognose besonders günstig.

Neue Stromprodukte Anfang 2012 führte die SWL Energie AG neue Strompro­ dukte ein und bot ihren Kunden somit mehr Wahlmöglich­ keiten. Das Standardprodukt «Eco» stammt grösstenteils aus nichterneuerbaren Energien. Erfreulicherweise ent­ schieden sich aber auch viele Kunden für die beiden Pro­ dukte aus erneuerbaren Energien, «Aqua» und «Regio». Das Produkt «Aqua» wird in Schweizer Wasserkraftwerken hergestellt. «Regio» entsteht – wie der Name sagt – aus­ schliesslich bei regionalen Produzenten. Die Gesamtmenge an produziertem Strom aus erneuerbaren Energien für die Produkte der SWL Energie AG betrug 2012 3’229’026 kWh. Davon liessen sich 1’357’800 kWh in den Produkten «Aqua», «Regio» und «Sky» verkaufen. Dies entspricht etwa 1 % des Gesamtabsatzes der SWL Energie AG. Von den Kunden, die sich für Strom aus erneuerbaren Energien entschieden, wählten 38 % das Produkt «Aqua», 59 % «Regio» und 3 % reinen Solarstrom. Auch im Geschäftsjahr 2013 wird sich die SWL Energie AG für eine nachhaltige Stromherstellung einsetzen und versu­ chen, möglichst viele Kunden für Produkte aus erneuer­ baren Energien zu gewinnen. Deshalb beteiligt sie sich an weiteren Produktionsanlagen. Beispielsweise plant sie, zu­ sammen mit der Berufsschule Lenzburg auf dem Dach der Dreifachturnhalle eine Solarstromanlage mit einer Leistung von rund 200 Kilowatt zu realisieren. Die Vorbereitungsar­ beiten dafür haben bereits begonnen.

Entwicklung der über das SWL-Elektrizitätsnetz transportierten Energie MWh 120’000 100’000 80’000 Grosskunden MS 60’000 40’000 Grosskunden NS 20’000

2012

2011

2010

2009

07/08

06/07

05/06

04/05

03/04

02/03

01/02

00/01

99/00

98/99

97/98

96/97

95/96

94/95

93/94

92/93

Haushalt, Gewerbe 0

SWL ENERGIE AG | 23


Bau und Betrieb Die rege Bauaktivität im Versorgungsgebiet setzte sich im Berichtsjahr fort und verlangte weiterhin grosse Investitio­ nen im Bereich Netzsanierungen und -erweiterungen. So erschloss die SWL Energie AG beispielsweise die neue Überbauung «Widmi» mit den beiden Transformatorensta­ tionen «Widmi Nord» und «Widmi Süd», sanierte das Mit­ telspannungsnetz entlang der Hardstrasse im Zusammen­ hang mit der Halbüberdeckung der Autobahn, erweiterte das Netz in den Gebieten Burghaldenstrasse, Wiligraben Süd, Fünflindenstrasse Nord, Herzogstrasse sowie Bann­ halde und baute die bestehende Transformatorenstation «Goffersberg» im Zuge der Erweiterung des Löschschut­ zes im Schloss um.

Gemäss einem Stadtratsbeschluss vom 25. Januar 2012 rüstet die SWL Energie AG schrittweise die Strassenlam­ pen in Lenzburg auf LED um. In einer ersten Phase betrifft dies die Leuchten bei Neubauprojekten sowie entlang von Hauptstrassen, beispielsweise an der Kreuzung Freiämter­ platz in Richtung Othmarsingerstrasse. Weiter hat die SWL Energie AG mit den Planungsarbeiten für das Überbau­ ungsgebiet «Gleis Nord» (vormals Hero Areal) begonnen, wo grössere Netzausbauten geplant sind.

Neue Transformatorenstation «Widmi Süd»

24 | SWL ENERGIE AG


Kenngrösse

Einheit

2012

2011

Transportierte Elektrizität

[GWh]

103.9

104.0

Leistungsspitze

[MW]

16.7

16.2

Transformatorenstationen

62

60

– davon in Privatbesitz

18

19

[km]

26.4

24.6

[km]

128.2

127.1

291

290

1

Mittelspannungsnetz

2

Niederspannungsnetz

3

Verteilkabinen und Kleinverteiler Signalkabelnetz

[km]

20.7

19.0

Lichtwellenleiternetz

[km]

23.2

16.5

Öffentliche Beleuchtung

[km]

109.2

108.1

Leuchtstellen

1457

1468

Messapparate

5818

5546

Viertelstündliche Leistungsspitze Mittelspannungsnetz entspricht 16 kV, Spannungsebene 5 3 Niederspannungsnetz entspricht 400 V, Spannungsebene 7 1 2

Umbau Transformatorenstation «Goffersberg»

SWL ENERGIE AG | 25


­ elekommunikation T Ihr Glasfasernetz in Lenzburg baute die SWL Energie AG im Berichtsjahr deutlich aus. Dies ermöglicht ihr, noch mehr Kunden die neue Produktpalette «SWL Onehome» anzubieten. In der Überbauung «Widmi» und im benachbarten Gebiet gewann die SWL Energie AG erste Kunden für «SWL One­ home». Dank der erfolgreichen Zusammenarbeit mit ihrer Partnerin EBM Telekom AG kann sie ihren Kunden Internet, Fernsehen und Telefonie in einer hohen Qualität, mit vielen interessanten Funktionen zu äusserst attraktiven Preisen anbieten. Die dafür nötige Telekom-Infrastruktur erstellte das Unternehmen in der neuen Transformatorenstation «Widmi Süd». Ein weiterer Stützpunkt ist im «Gleis Nord» (vormals Hero-Areal) geplant.

Kundendienste Die Installation von intelligenten Stromzählern (Smart Me­ ter) verlief 2012 gemäss Rollout-Planung und kam gut vor­ an. Mittlerweile kann die SWL Energie AG bei etwa 25 % ihrer Kunden den Stromverbrauch über das neue System fernauslesen. In einer weiteren Phase tauscht das Unter­ nehmen ab 2013 auch die Zähler für Erdgas, Wasser und Fernwärme aus, was bei diesen Medien ebenfalls eine Fern­auslesung ermöglicht. Im Bereich Installationskontrolle verzeichnete die SWL Energie AG ein grosses Auftragsvolumen mit vielen ­Kontrollaufforderungen im eigenen Versorgungsgebiet. Im AEW-Gebiet, in der Gemeinde Villigen und neu auch für das Arealnetz «Sigimühle» in Seon durfte sie wiederum zahlreiche privatrechtliche Kontrollen durchführen.

Kommunikationsschrank in der Transformatorenstation «Widmi Süd»

26 | SWL ENERGIE AG


Dienstleistungsauftrag EW Staufen Im Versorgungsgebiet der Gemeinde Staufen gab es im Berichtsjahr keine nennenswerten Ausbauprojekte. Die SWL Energie AG sanierte das Netz am Käsacherweg und bereitet sich für die geplante Erschliessung «Esterli Flöösch» vor. Sie leistete im definierten Auftragsverhältnis wiederum diverse Unterhalts- und Planungsarbeiten. Aus­ serdem nahm eine Fachperson der SWL Energie AG als technischer Berater an sechs Kommissionssitzungen teil. Die über Jahre bestehende Partnerschaft mit dem EW Staufen verläuft sehr konstruktiv und effizient. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie von einem Auftrag dieser Art bei­ de Seiten profitieren können.

Netzgebiet der SWL Energie AG für Elektrizität im Bezirk Lenzburg Holderbank

Brunegg

Möriken-Wildegg

Niederlenz

Rupperswil

Othmarsingen

Hunzenschwil

Lenzburg

Hendschiken

Staufen

Schafisheim

Ammerswil Dintikon

 SWL Energie AG  EW Staufen, Betreuung durch SWL Energie SWL AG Energie AG EW Staufen, Betreuung durch SWL Energie AG

Egliswil Seon

Seengen Hallwil

Boniswil

SWL ENERGIE AG | 27


Der persönliche Kontakt zählt: Servicemonteur Martin Häusermann besucht einen Kunden für eine Reparatur.


ERDGAS Erdgas-Versorgung in der Region Lenzburg Im Geschäftsjahr 2012 lieferte die SWL Energie AG ihren Kunden mit 243.8 GWh 5.6 % mehr Erdgas als im Vorjahr. Gründe für dieses Plus sind die kältere Witterung und die neuen Kunden. Die SWL Energie AG schloss 2012 68 Wohngebäude, vier Gewerbe- und Industriebauten sowie ein öffentliches Gebäude zusätzlich ans Versorgungsnetz. Biogas und CO2-kompensiertes Erdgas Seit dem 1. Januar 2012 bietet die SWL Energie AG Biogas und CO2-kompensiertes Erdgas an. Ihre Kunden können den Anteil an Biogas frei wählen und zahlen dafür einen entsprechenden Mehrpreis. Anfang 2012 machten zu­ nächst 20 Kunden von diesem Angebot Gebrauch. Dank einer Werbeaktion konnte die SWL Energie AG 15 zusätzli­ che Biogas-Kunden gewinnen.

Netzgebiet der SWL Energie AG für Erdgas im Bezirk Lenzburg

Holderbank

Brunegg

Möriken-Wildegg

Niederlenz

Rupperswil

Othmarsingen

Hunzenschwil

Lenzburg

Hendschiken

Staufen

Schafisheim

Ammerswil

Das CO2-kompensierte Erdgas ist mit dem Gold-Standard aus China zertifiziert. Dort lässt sich mit dem eingesetzten Geld eine besonders grosse Wirkung erzielen. Anfangs 2012 belieferte die SWL Energie AG 28 Kunden mit CO2-kompensiertem Erdgas. Nach einer Werbeaktion ka­ men vier weitere hinzu

Dintikon

Egliswil Seon

Seengen Hallwil

Boniswil

Kenngrösse

Einheit

Energieabsatz

[GWh]

Nominierte Leistung

[MW]

2012 243.8 57.35

2011 230.9 51.63

Hauptleitungen, Hochdruck

[km]

39.7

39.7

Hauptleitungen, Niederdruck

[km]

125.5

124.4

Hausanschlussleitungen

[km]

55.4

54.4

Hausanschlüsse

3072

3026

Haushalte

3102

3044

Grossbezüger unterbrechbar

35

40

Grossbezüger nicht unterbrechbar

47

40

2

1

3184

3127

Erdgas-Tankstellen Erdgaszähler

SWL ENERGIE AG | 29


Dienstleistungen für Dritte Im Jahr 2012 arbeitete die SWL Energie AG während 900 Personenstunden (Vorjahr: 500) in den umliegenden Ge­ meinden. Dabei konnte sie wichtige Synergien für den Bau der eigenen Erdgasleitungen nutzen.

Entwicklung des Erdgasabsatzes MWh 300’000 250’000 200’000

Grossbezüger nicht unterbrechbar

150’000

Grossbezüger unterbrechbar

100’000 50’000

93/94 94/95 95/96 96/97 97/98 98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 2009 2010 2011 2012

0

Netzausbau Grössere Netzausbauten – oft zusammen mit Bauarbeiten für die entsprechenden Gemeinden – nahm die SWL Ener­ gie AG in Lenzburg, Othmarsingen, Möriken, Egliswil, Schafisheim und Rupperswil vor. Insgesamt baute sie das Niederdruck-Erdgasnetz um rund 1.1 Kilometer aus.

Haushalt 92/93

Leitungssanierungen Auch im Berichtsjahr ersetzte die SWL Energie AG alte Gasleitungen. Da nur noch wenige Abschnitte zu sanieren sind, gestaltet sich die Koordination mit anderen Bauvor­ haben immer schwieriger. Ende 2012 waren einzig in der Gemeinde Lenzburg noch 1.7 Kilometer alte Graugussund Stahlleitungen (Hauptleitungen) verlegt.

Erdgasabsatz pro versorgte Gemeinde MWh 100’000 2011 2012 80’000

60’000

40’000

30 | SWL ENERGIE AG

Staufen

Seon

Seengen

Schafisheim

Rupperswil

Othmarsingen

Niederlenz

Möriken

Lenzburg

Hunzenchwil

Hallwil

Egliswil

0

Dürrenäsch

20’000


Brennstoffzellen-Heizung In Lenzburg ging die erste Brennstoffzellen-Heizung im Kanton Aargau in Betrieb. An diesem Projekt beteiligten sich neben dem Liegenschaftsbesitzer und der SWL Ener­ gie AG auch die Gasverbund Mittelland AG und der Ver­ band der Schweizerischen Gasindustrie. Die von Hexis gelieferte Anlage erzeugt 1 kW elektrische und 2 kW thermische Energie. Ein Gaskessel produziert die zusätzlich benötigte Wärme. In einem dreijährigen Pilot­ projekt werten der Hersteller und die Gasindustrie die Da­ ten der Anlage aus und entwickeln die Brennstoffzel­ len-Heizung weiter.

Erdgas als Treibstoff Seit März 2012 ist die neue Erdgas/Biogas-Tankstelle in Wildegg in Betrieb. Mitarbeitende der SWL Energie AG nahmen an der offiziellen Einweihung teil und präsentierten Erdgasfahrzeuge. Zudem unterstützte die SWL Energie AG im Jahr 2012 sie­ ben Besitzer eines neuen Erdgasautos mit einem Förder­ beitrag. Der Treibstoffabsatz an den Tankstellen in Lenz­ burg und Wildegg belief sich auf insgesamt 101’500 kg.

Entwicklung des Absatzes von Erdgas/Biogas als Treibstoff MWh 2000

1500

1000

500

2012

2011

2010

2009

07/08

06/07

05/06

04/05

03/04

02/03

0

01/02

Treibstoff

Brennstoffzellen-Heizung

SWL ENERGIE AG | 31


Die Anlage im Griff: Netzmonteur Maykel Hanna kontrolliert den Holzschnitzelkessel der Heizzentrale ÂŤWidmiÂť.


FERNWÄRME Fernwärme-Versorgung der Stadt Lenzburg Im Berichtsjahr lieferte die SWL Energie AG 10.6 GWh Fernwärme an ihre Kunden. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 0.7 %, die ausschliesslich auf die für den Wärmemarkt günstige Witterung zurückzu­ führen ist.

Vom Tag der offenen Tür machte die Bevölkerung rege Ge­ brauch: Die Fachleute der SWL Energie AG stellten die An­ lage über 150 Besuchern vor.

Absatzentwicklung für Fernwärme

12’000 10’000 8’000

Grosskunden

6’000 4’000 Normalkunden 2’000 0

93/94 94/95 95/96 96/97 97/98 98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 2009 2010 2011 2012

Fernwärmeversorgung «Widmi» Lenzburg Ab dem 3. Mai 2012 versorgte die SWL Energie AG das erste Baufeld der Lenzburger Überbauung «Widmi» zu­ nächst mit Wärme vom Gaskessel. Der Holzheizkessel ging am 5. November in Betrieb. Erfreulicherweise funktio­ nierte die Anlage auf Anhieb ohne nennenswerte Proble­ me. Bis Ende Jahr produzierte sie aus 522 m3 Holzschnit­ zel über 300 MWh Wärme.

MWh

92/93

Wärmelieferung aus Holzschnitzel Die Wärmelieferung aus einheimischem Schnitzelholz funktionierte im ersten vollen Betriebsjahr erfolgreich. Die SWL Energie AG lieferte ihren Kunden 4652 m3 Holzschnit­ zel (inklusive Heizzentrale «Widmi») mit einem Energiege­ halt von insgesamt 3.49 GWh.

Technische Angaben Kenngrösse

Einheit

2012

2011

Energieabsatz

[GWh]

10.6

10.5

Hauptleitungen

[km]

2.0

1.7

Nebenleitungen

[km]

1.2

1.1

Angeschlossene Liegenschaften

96

94

Tag der offen Türe am 10. November in der Fernwärmezentrale «Widmi»

SWL ENERGIE AG | 33


Präzision dank modernster Technik: Bauzeichner Marcel Huggen­ berger misst mit einem GPS-Messgerät Leitungen aus.


LEITUNGSINFORMATION UND BAU Gründung der geoProRegio AG Gemeinsam mit den Stadtwerken aus Aarau, Baden, Suhr und Zofingen gründete die SWL Energie AG per 1. Januar 2012 die geoProRegio AG. Sie bildet die organisatorische Basis für die moderne, internetbasierte WebGIS-Plattform «geoProRegio», die 2009 durch die SWL Energie AG, die Regionalwerke AG Baden und die TBS Strom AG geschaf­ fen wurde. Das System enthält die Daten des Leitungska­

tasters, der Grundbuchvermessung, der Raumplanung und der öffentlichen Sicherheit. Dank der guten Beziehun­ gen der SWL Energie AG zum Stadtbauamt Lenzburg so­ wie zu upc Cablecom und Swisscom ist es Planern und anderen registrierten Unternehmungen jetzt möglich, einen Gesamtleitungskatasterplan online und kostenlos zu be­ ziehen – für alle Werkleitungen, die in Lenzburg verlegt sind.

Die grösseren Baustellen des Verkehrs- und Leitungsnetzes in Lenzburg

 Dragonerstrasse  General Herzog-Strasse 3  Hardstrasse 4  Wiligraben Süd 5  Eisengasse Ost 1

November – Dezember 2012

2

April – Juni 2012 Februar – April 2012 Mai – Oktober 2012 Mai – Juli 2012

 Rathausgässli  Burghaldenring 8  Ziegeleiweg 9  Schlosshöhle 10  Bannhalde Nord 1. Etappe 6

August – September 2012

7

April – November 2012 November – Dezember 2012 Februar – März 2012 August – Oktober 2012

SWL ENERGIE AG | 35


Interessante Kundenprojekte Der Geschäftsbereich Leitungsinformation und Bau konnte im Berichtsjahr wiederum interessante Kundenprojekte ausführen, beispielsweise einen Baumkataster. Solche Aufträge erhält die SWL Energie AG dank ihres gut ausge­ bildeten Personals und der modernen Hilfsmittel, die sie nutzt.

Rathausgässli

36 | SWL ENERGIE AG

Hardstrasse


Leitungskataster Elektrizität Vor wenigen Jahren hat die SWL Energie AG damit begon­ nen, all ihre Werkleitungsdaten in die digitale GIS-Umge­ bung zu überführen. 2012 konnte sie diese Übernahme der analogen Pläne und Einmessungen auch bei ihrem Elektri­ zitätsnetz abschliessen. Es ist nun möglich, jedes verlegte

Kabel in Lenzburg am Bildschirm zu verfolgen. Damit hat die SWL Energie AG einen Meilenstein erreicht: Von allen Medien des Unternehmens sind die Leitungen digital er­ fasst.

Eisengasse

Eisengasse

SWL ENERGIE AG | 37


Wichtige Qualit채tskontrolle: Christian Roth, Sachbearbeiter CAD, misst bei einer Elektroinstallation die Spannung.


ELEKTROINSTALLATION Harter Preiskampf Bei vielen Projekten im Gebäudetechnik-Bereich zählt heu­ te allein der Preis. Dies gilt besonders für Ausschreibun­ gen, die nach den Regeln von GATT/WTO durchgeführt werden. Leider bleibt die Qualität dabei oft auf der Strecke. Diese Erfahrungen machten auch einige Auftraggeber in der Region, gerade bei ausländischen Angeboten mit be­ sonders tiefen Preisen. Deshalb bleibt der Geschäftsbe­ reich Elektroinstallation der SWL Energie AG seiner Quali­ tätsstrategie treu: Er vermeidet Preiskämpfe, die kaum noch eine Marge zulassen. Stattdessen pflegt das Unter­ nehmen seine Beziehungen zu Kunden, die regionale Fir­ men unterstützen und denen sorgfältige Arbeit etwas wert ist. Denn bei einer guten Partnerschaft können die Preise durchaus für beide Seiten fair sein. Mitarbeit bei grossen Projekten Im Jahr 2012 konnte der Geschäftsbereich Elektroinstalla­ tion bei mehreren grossen Projekten mitwirken. Dazu ge­ hörten unter anderem: • Heizzentrale «Widmi» • Neubau Ochsen Lodge • ARA Langmatt • Werkhof der SWL Energie AG • Wohnüberbauung Färberweg Lenzburg • Wohn- und Geschäftshaus Promenade Lenzburg Schwierige Personalsuche Seit jeher ist die Personalfluktuation im Installationsbereich etwas höher als bei den übrigen Teams eines Energieunter­ nehmens. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Elektroinstallateure meist jünger sind und nach einiger Zeit neue berufliche Chancen nutzen wollen – ein legitimer Wunsch. Allerdings wird es für die SWL Energie AG immer schwieriger, kompetente Mitarbeiter für den Geschäftsbe­ reich Elektroinstallation zu finden.

und interessante Aufgabe für die handwerklich tätigen Be­ rufsleute, bleiben heute vielfach Frust, Unverständnis und der Wunsch nach einer Aufgabe ohne Verantwortung in der Berufsbildung. Generell wird den handwerklichen Berufen im Bauneben­ gewerbe zu wenig Wertschätzung entgegengebracht. Auf grösseren Baustellen fehlt es durchs Band an fähigem Fachpersonal auf allen Stufen. Die Ausschreibung geht in­ nerhalb weniger Tage über die Bühne; die Auftragsvergabe lässt auf sich warten und erfolgt anschliessend meist an den billigsten Anbieter. Für eine qualitativ gute Ausführung fehlt es an Zeit, dem nötigen Fachpersonal und einer kom­ petenten Bauleitung. Auf der Strecke bleiben qualitätsbe­ wusste Unternehmen mit ihren Fachkräften und vor allem die Eigentümer und Bewohner der so erstellten Gebäude. Aus diesen Gründen orientieren sich viele gut ausgebildete Elektrofachleute neu. Beliebte Entwicklungsmöglichkeiten sind Betriebsunterhalt, Facilitymanagement und Service­ technik. Herausforderungen bei der Ausbildung Wesentlich einfacher gestaltet sich die Suche nach Ler­ nenden. Die SWL Energie AG bietet im Geschäftsbereich Elektroinstallation mehrere Lehrstellen für die Berufe Elek­ troinstallateur EFZ, Telematiker EFZ und Montageelektriker an. Dabei sieht sie sich mit neuen Herausforderungen kon­ frontiert: Viele Lernende schaffen es heute nicht mehr, die nötige Arbeitsqualität zu erbringen. Dadurch steigt der Be­ treuungs- und Kontrollaufwand. Die Gründe für diese Ent­ wicklung lassen sich nur erahnen: Ein belastendes familiä­ res Umfeld, die Ablenkung durch elektronische Geräte aller Art, Suchtprobleme und ein genereller gesellschaftlicher Wertewandel können dazu gehören. Die SWL Energie AG erachtet in dieser schwierigen Situation vor allem eine ver­ stärkte Koordination zwischen Ausbildungsbetrieb, Schule und Elternhaus als wichtige Massnahme.

Viele Fachkräfte bevorzugen heute Stellen, bei denen sie weder auf Baustellen noch im Freien arbeiten müssen. War noch vor kurzem die Unterstützung des Lehrmeisters in der Ausbildung und Förderung der Lernenden eine schöne

SWL ENERGIE AG | 39


Bilanz Aktiven

Kommentar

Umlaufvermögen

31.12.2012 CHF

31.12.2011 CHF

20 634 409

18 468 819

Flüssige Mittel

1

7 630 296

5 127 360

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

2

11 367 253

10 733 230

– 568 000

– 601 396

375 438

434 958

Delkredere Sonstige Forderungen – gegenüber der Stadt Lenzburg – gegenüber der SWL Wasser AG

4 277

92 165

1 302 390

1 593 538

375 123

441 198

133 587

642 966

14 044

4 800

44 953 385

44 672 363

Wertschriften

367 102

379 102

Darlehensforderungen gegenüber Dritten

588 000

588 000

3 150 000

5 840 000

1 458 405

1 238 607

– gegenüber Dritten Materialvorräte Angefangene Arbeiten

2

Aktive Rechnungsabgrenzungen Anlagevermögen

Darlehensforderungen gegenüber Nahestehenden

3

Mobilien, Einrichtungen, Werkzeuge, Fahrzeuge Betriebsanlagen – Elektrizität

4

16 364 718

14 577 271

– Erdgas

4

19 480 817

20 040 387

– Fernwärme

4

3 544 343

2 008 996

65 587 794

63 141 182

Total Aktiven

40 | SWL ENERGIE AG


31.12.2012 CHF

31.12.2011 CHF

8 098 258

8 612 964

5

5 870 668

6 804 910

6

1 117 058

712 265

578 922

748 907

49 953

481 658

346 881

10 219 895

9 600 079

849 195

2 900 000

2 900 000

– Elektrizität

1 724 000

1 692 000

– Erdgas

2 676 195

2 586 963

– GVM

1 284 862

1 541 834

Passiven

Kommentar

Kurzfristiges Fremdkapital Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten – gegenüber der Stadt Lenzburg – gegenüber Dritten Vorauszahlungen

7

Passive Rechnungsabgrenzungen Langfristiges Fremdkapital Vorauszahlungen Darlehen

7

Rückstellungen

– Elektroinstallation

200 000

200 000

– Personalverpflichtungen

585 643

679 282

Eigenkapital

47 269 640

44 928 139

Aktienkapital

10 000 000

10 000 000

Reserve aus Kapitaleinlage

20 730 134

21 130 134

Freie Reserven

13 195 000

11 205 000

3 344 505

2 593 005

65 587 794

63 141 182

Bilanzgewinn Total Passiven

SWL ENERGIE AG | 41


Erfolgsrechnung Kommentar

Rechnung per 31.12.2012

Rechnung per 31.12.2011

Ertrag aus dem Energiegeschäft

8

34 084 101

31 487 704

Ertrag aus Lieferungen und Leistungen für Dritte

9

9 997 459

7 891 284

5 274 645

4 897 521

– 456 351

659 077

– 50 445

– 80 791

48 849 409

44 854 795

Ertrag aus aktivierten Baurechnungen und Eigenleistungen Ertrag aus Bestandesänderungen der Aufträge in Arbeit

10

Ertragsminderungen Total Betriebsertrag Energieeinkauf

11

22 608 456

20 855 536

Personalaufwand

12

6 874 208

6 456 000

Material und Dienstleistungsaufwand

13

9 048 939

8 388 618

Übriger Betriebsaufwand

2 892 961

3 071 353

Total Betriebsaufwand

41 424 564

38 771 507

7 424 845

6 083 287

EBITDA (Betriebsgewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) Abschreibungen

3 270 641

3 279 520

EBIT (Betriebsgewinn vor Zinsen, a.o. Erfolg und Steuern)

4 154 204

2 803 767

Finanzerfolg

14

41 885

129 047

Ausserordentlicher Erfolg

15

– 84 737

249 459

Steuern

– 769 853

– 594 529

Unternehmensergebnis

3 341 499

2 587 744

42 | SWL ENERGIE AG


mittelflussrechnung 2012 CHF

2011 CHF

Unternehmensergebnis

3 341 499

2 587 744

Abschreibungen

3 270 641

3 279 520

Cash flow

6 612 140

5 867 264

Veränderung Forderungen

– 238 106

4 206

66 074

6 802

Veränderung Materialvorräte Veränderung angefangene Arbeiten

509 378

– 462 966

Veränderung kurzfristiges Fremdkapital

– 514 706

1 167 236

Veränderung langfristiger Rückstellungen

– 229 378

– 611 845

Geldfluss aus Betriebstätigkeit

6 205 402

5 970 698

– 6 253 661

– 5 553 876

2 702 000

341 000

Geldfluss aus Investitionen und Desinvestitionen

– 3 551 661

– 5 212 876

Dividende an Stadt Lenzburg

– 1 000 000

– 600 000

Investitionen in Sachanlagen Investitionen in Finanzanlagen

Veränderung langfristiges Fremdkapital

849 195

– 1 600 000

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

– 150 805

– 2 200 000

Flüssige Mittel per Anfang Geschäftsjahr

5 127 360

6 569 539

Geldfluss aus Betriebstätigkeit

6 205 402

5 970 698

– 3 551 661

– 5 212 876

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

– 150 805

– 2 200 000

Flüssige Mittel per Ende Geschäftsjahr

7 630 296

5 127 360

Geldfluss aus Investitionen und Desinvestitionen

SWL ENERGIE AG | 43


Anhang zur Jahresrechnung Anhang per 31. Dezember 2012 Brandversicherungswerte der Sachanlagen (inkl. Neuwertzusatz) Die Betriebsanlagen, Mobilien, Einrichtungen, Werkzeuge sind in mehreren Policen gemeinsam für die SWL Energie AG und die SWL Wasser AG mit Neuwert gegen das Risiko Feuer versichert mit einem Betrag von CHF 24’015’600 (Vorjahr: CHF 20’585’000). Risikobeurteilung gemäss OR Art. 663b Abs. 12 Die Gesellschaft verfügt über ein implementiertes Risi­ ko-Management um zu gewährleisten, dass das Risiko ei­ ner wesentlichen Fehlaussage in der Rechnungslegung als klein einzustufen ist. Ausgehend von einer periodisch durchgeführten Risikoidentifikation werden die für die Gesellschaft wesentlichen Risiken beurteilt und auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewertet. Mit entsprechenden, vom Verwaltungsrat beschlossenen Massnahmen, werden diese Risiken vermieden, vermin­

dert oder überwälzt. Die letzte Risikobeurteilung wurde im November 2012 durch die Geschäftsleitung vorgenom­ men und in der Verwaltungsratssitzung vom 12. Dezember 2012 verabschiedet. Wesentliche Beteiligung Im Berichtsjahr hat sich die SWL Energie AG mit 23 % am Aktienkapital der geoProRegio AG beteiligt, welche per 31.12.12 unverändert zum Anschaffungswert von CHF 69’000 geführt wird. geoProRegio ist aus einer Intiative der Stadtwerke Baden, Lenzburg und Suhr entstanden. Baugarantieverpflichtungen Die Baugarantieverpflichtungen betragen CHF 2’385’572 (Vorjahr: CHF 1’094’333). Keine weiteren ausweispflichtigen Angaben gemäss Art. 663 b OR.

Verwendung des Bilanzgewinns per 31. Dezember 2012 (Antrag des Verwaltungsrates) 31.12.2012 CHF

31.12.2011 CHF

3 005

5 261

3 341 499

2 587 744

400 000

400 000

3 744 505

2 993 005

– 2 740 000

– 1 990 000

Dividende 6 % auf dem Aktienkapital

– 600 000

– 600 000

Ausschüttung aus Kapitalreserve

– 400 000

– 400 000

4 505

3 005

Vortrag vom Vorjahr Jahresgewinn Auflösung Reserven aus Kapitaleinlage Total zur Verfügung der Generalversammlung Zuweisung an die freie Reserve

Vortrag auf neue Rechnung

44 | SWL ENERGIE AG


Kommentar zur Jahresrechnung 1. Flüssige Mittel Die Erhöhung der Flüssigen Mittel ist im Wesentlichen auf die Teilrückzahlung des Darlehens durch die SWL Wasser AG zurückzuführen. 2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Angefangene Arbeiten Die Abrechnung vieler Aufträge gegen Jahresende erhöhte dementsprechend die Forderungen. 3. Darlehensforderungen gegenüber Nahestehenden Aufgrund einer Umfinanzierung und des guten Unterneh­ mensergebnisses konnte die SWL Wasser AG die Darle­ hensschuld gegenüber der SWL Energie AG weiter redu­ zieren. 4. Betriebsanlagen Wiederum wurden im Berichtsjahr hohe Investitionen in die Verteilanlagen der Elektrizität und in die Infrastruktur der Fernwärme getätigt. 5. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die im Vorjahr bilanzierten Verbindlichkeiten für die Fern­ wärme «Widmi» sind weggefallen. 6. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Stadt Lenzburg Die Umstellung auf eine periodengerechte Abrechnung führte zu einer höheren Verbindlichkeit. 7. Vorauszahlungen Die Finanzierungsbeiträge von Dritten an die Fernwärme «Widmi» stellen Vorauszahlungen dar und werden perio­ disch über die Vertragslaufzeit dem Ertrag gutgeschrieben.

9. Ertrag aus Lieferungen und Leistungen für Dritte Dank der regen Bautätigkeit trug der Geschäftsbereich Elektroinstallation massgeblich zum Umsatzwachstum bei. 10. Ertrag aus Bestandesänderungen der Aufträge in Arbeit Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem die Aufträge in Arbeit zugenommen hatten, konnten viele davon abgerechnet werden. 11. Energieeinkauf Analog zum Ertrag aus dem Energiegeschäft entwickelte sich der Energieeinkauf. 12. Personalaufwand Das Umsatzwachstum blieb nicht ohne Einfluss auf die Personalkosten. 13. Material und Dienstleistungsaufwand Die sehr gute Auftragslage sowie die hohen Investitionen führten zu einem höheren Aufwand. 14. Finanzerfolg Die Reduktion der Darlehensschuld durch die SWL Was­ sers AG sowie tiefere Zinssätze führten zu einem tieferen Finanzergebnis. 15. Ausserordentlicher Erfolg Wie im Vorjahr sind in dieser Position der Ertrag aus einer Netzaufwertung sowie die Bildung weiterer Rückstellungen für das Gas- und das Stromgeschäft enthalten.

8. Ertrag aus dem Energiegeschäft Ein starker Umsatzzuwachs beim Gas und leicht höhere Umsätze bei der Elektrizität und der Fernwärme trugen zum Ertragszuwachs bei.

SWL ENERGIE AG | 45


Bericht der Revisionsstelle

46 | SWL ENERGIE AG


SWL ENERGIE AG | 47


geschäftsbericht 2012 der SWL wasser ag

Arbeit nach Mass: Rohrleitungsmonteur Raphael Brandner ­schneidet in der Werkstatt ein Wasserrohr zu.


Bericht an die Aktionäre

Es freut uns, Ihnen den Geschäftsbericht und die Rech­ nung der SWL Wasser AG für das Jahr 2012 zu überrei­ chen. Die erfreuliche Wirtschaftsstimmung wirkte sich nur geringfügig auf den Wasserabsatz aus. Hingegen sorgt die weiterhin starke Bautätigkeit in der Region Lenzburg mit­ telfristig für einen steigenden Wasserverbrauch.

Dank Wir möchten es nicht versäumen, den Lesern herzlich für das Interesse an der SWL Wasser AG zu danken. Positiv erwähnen wollen wir zudem die sehr gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten, Partnern, Be­ hörden, Gemeindevertretern, Verwaltungsräten sowie der Stadt Lenzburg als Eigentümerin. Wir werden auch im neu­ en Geschäftsjahr alles daran setzen, unsere Kunden von unseren Leistungen und unserer Qualität zu überzeugen.

Ergebnis Der Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 21 % auf 1.09 Mio. CHF. Das Unternehmenser­ gebnis liegt mit 0.95 Mio. CHF 45 % über dem Vorjahres­ wert. Das langfristige Fremdkapital nahm um 0.69 Mio. CHF ab. Trotz gutem Zustand des Netzes werden grosse Bauvorhaben in den nächsten Jahren zusätzliches Fremd­ kapital erfordern.

Hans Huber Präsident des Verwaltungsrates

Geschätzte Aktionäre Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Verwaltungsrat Der Verwaltungsrat trifft sich in der Regel zu vier ordentli­ chen Sitzungen pro Jahr. Im Berichtsjahr standen keine besonderen Traktanden an.

50 | SWL WASSER AG

Markus Blättler Direktor


Das Jahr 2012 im Rückblick Kenngrösse

Einheit

2012

2011

Betriebsertrag

[MCHF]

2.96

3.00

EBIT

[MCHF]

1.09

0.91

Unternehmensergebnis

[MCHF]

0.95

0.65

Wasserabsatz

[m3]

Transportleitungen

[km]

9.6

9.6

Haupt- und Nebenleitungen

[km]

86.7

85.8

2 433 599

2 594 068

Chemische Resultate nach Herkunft Kenngrösse

Einheit

Wassertemperatur

Stöckhöf­ quellen

Übrige Quellen

Hard I

Hard II

[°C]

12.0

11.0

15.0

12.0

Gesamthärte

[°fH]

36.8

34.4

31.3

25.9

Natrium

[mg/l]

9.4

11.6

2.2

4.3

Kalium

[mg/l]

1.5

1.5

0.5

0.5

Calcium

[mg/l]

Magnesium

[mg/l]

16.6

19.4

9.9

16.3

Chlorid

[mg/l]

15.2

11.7

1.7

4.2

Sulfat

[mg/l]

23

23

12

16

Nitrat

[mg/l]

31

23

8

12

pH-Wert

[pH]

120

7.2

Wasserversorgung Die SWL Wasser AG versorgte die Bevölkerung während des ganzen Jahres 2012 mit Trinkwasser in bester Qualität. Insgesamt gab sie rund 2.41 Mio. m3 Wasser ab. In Lenz­ burg blieb die Menge gegenüber dem Jahr 2011 praktisch unverändert (+0.4 %). Die Lieferung an die IB Wohlen AG fiel nach einer starken Zunahme im Vorjahr um 12.3 % ge­ ringer aus.

106

7.3

109

7.4

77

7.7

Quellwasser Die genutzte Quellwassermenge betrug 206’367 m3. Im Vorjahr waren es 189’305 m3. Diese Zunahme lässt sich durch die sehr trockene Witterung im Vorjahr begründen. Der Anteil des Quellwassers am gesamten in Lenzburg ver­ kauften Wasser belief sich im Jahr 2012 auf 14.8 %. Wasserqualität Das Lenzburger Trinkwasser erfüllte während des gesam­ ten Berichtsjahres ohne Einschränkungen alle Qualitätsan­ forderungen.

SWL WASSER AG | 51


Wassernetz – Sicherung und Werterhaltung Auch im Geschäftsjahr 2012 ersetzte die SWL Wasser AG alte Wasserleitungen durch neue Leitungen aus Kunststoff. Insgesamt sanierte sie rund 2.2 Kilometer Hauptleitungen und über 800 Meter Hausanschlüsse. Während des ganzen Jahres erfüllte die SWL Wasser AG ihren Leistungsauftrag sehr zuverlässig: Mit Ausnahme von geplanten Abschaltungen und vier kleinen Leitungsbrü­ chen kam es zu keinen Störungen der Wasserversorgung. Wassernetz – Netzausbau Die SWL Wasser AG erweiterte das Wassernetz um insge­ samt 900 Meter, vor allem in der Widmi, am Bühlweg und an der Hendschikerstrasse.

Entwicklung des Wasserabsatzes

Löschschutz Schloss Lenzburg Im Auftrag der Stiftung Schloss Lenzburg installierte die SWL Wasser AG im Reservoir zwei Pumpen mit je 75 kW Leistung und einer Fördermenge von total 200 m3 Wasser pro Stunde. Bei einem Brandfall stellt die Anlage der Feu­ erwehr im Schloss Lenzburg die notwendige Wassermen­ ge mit ausreichendem Druck zur Verfügung. Personal Die SWL Wasser AG beschäftig kein Personal. Sämtliche Leistungen werden von der SWL Energie AG, insbesonde­ re vom Geschäftsbereich Gas und Wasser, erbracht.

Netzgebiet für Wasser im Bezirk Lenzburg

m3 300’0000 Holderbank

250’0000 200’0000

Brunegg

Möriken-Wildegg

Partner

150’0000

Niederlenz

Rupperswil

Othmarsingen

100’0000 50’0000

Hunzenschwil

Lenzburg

Hendschiken

Staufen

93/94 94/95 95/96 96/97 97/98 98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 2009 2010 2011 2012

92/93

0

Lenzburg

Schafisheim

Ammerswil Dintikon

Egliswil Seon

Seengen Hallwil

Boniswil

52 | SWL WASSER AG


Technische Angaben Kenngrösse

Einheit

Transportleitungen

[km]

Hauptleitungen

[km]

58

57.3

Nebenleitungen

[km]

28.7

28.5

Hausanschlüsse

2012 9.6

2011 9.6

1648

1639

rund 4300

rund 4250

Hydranten

465

465

Wasserschieber

811

819

Angeschlossene Haushaltungen

Wasserbezüge Lenzburg Haushalte und Gewerbe

[m3]

728 272

719 780

Lenzburg Grosskunden

[m ]

559 649

568 021

Brunnen und Hydranten

[m3]

106 000

100 000

Bauwasser

[m3]

2 765

3 921

Total Lenzburg

[m ]

1 396 686

1 391 722

IB Wohlen AG

[m ]

1 011 376

1 153 361

Total

[m ]

2 408 062

2 545 083

Grundwasser-Pumpwerk Hard I

[m3]

298 714

295 189

Grundwasser-Pumpwerk Hard II

[m ]

2 229 448

2 331 455

Stöckhöfquellen

[m ]

81 020

50 979

Übrige Quellen

[m3]

125 347

138 326

3

3 3 3

Wasserförderung 3 3

Der neue Löschschutz für das Schloss Lenzburg wird installiert

SWL WASSER AG | 53


Bilanz 31.12.2012 CHF

31.12.2011 CHF

Umlaufvermögen

245 416

483 705

Flüssige Mittel

126 312

376 669

119 104

107 036

Anlagevermögen

13 194 077

12 770 562

Betriebsanlagen

13 194 077

12 770 562

Total Aktiven

13 439 493

13 254 267

Aktiven

Kommentar

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – sonstige Forderungen Aktive Rechnungsabgrenzungen

54 | SWL WASSER AG


Passiven

Kommentar

Kurzfristiges Fremdkapital

31.12.2012 CHF

31.12.2011 CHF

36 567

109 089

4 277

92 165

32 290

16 924

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – gegenüber der SWL Energie AG – gegenüber Dritten Passive Rechnungsabgrenzungen Langfristiges Fremdkapital

6 150 000

6 840 000

Darlehen Dritte

1

3 000 000

1 000 000

Darlehen Nahestehende

1

3 150 000

5 840 000

Eigenkapital

7 252 926

6 305 178

Aktienkapital

1 000 000

1 000 000

920 000

920 000

Agioreserve

2 600 000

2 600 000

Freie Reserven

1 781 000

1 131 000

951 926

654 178

13 439 493

13 254 267

Gesetzliche Reserven

Bilanzgewinn Total Passiven

SWL WASSER AG | 55


Erfolgsrechnung Rechnung per 31.12.2012

Rechnung per 31.12.2011

2 791 263

2 842 661

Leistungen für Dritte

165 585

161 166

Ertragsminderungen

– 999

2 955 849

3 003 826

747 818

976 446

Kommentar Ertrag aus Wasserverkauf

Total Betriebsertrag Material und Dienstleistungsaufwand

2

Übriger Betriebsaufwand

429 016

418 919

Total Betriebsaufwand

1 176 834

1 395 365

EBITDA (Betriebsgewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern)

1 779 014

1 608 461

684 073

702 226

1 094 941

906 235

– 143 700

– 253 021

Ausserordentlicher Erfolg

– 3 493

Unternehmensergebnis

947 748

653 215

Abschreibungen EBIT (Betriebsgewinn vor Zinsen, a.o. Erfolg und Steuern) Finanzerfolg

56 | SWL WASSER AG

3


mittelflussrechnung 2012 CHF

2011 CHF

Unternehmensergebnis

947 748

653 215

Abschreibungen

684 073

702 226

1 631 821

1 355 440

Veränderung Forderungen

– 12 068

– 47 774

Veränderung des kurzfristigen Fremdkapitals

– 72 522

103 688

1 547 230

1 411 354

Investitionen in Sachanlagen

– 1 107 587

– 649 905

Geldfluss aus Investitionen und Desinvestitionen

– 1 107 587

– 649 905

Veränderung langfristiges Fremdkapital

– 690 000

– 520 000

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

– 690 000

– 520 000

376 669

135 219

1 547 231

1 411 354

Cash flow

Geldfluss aus Betriebstätigkeit

Flüssige Mittel per Anfang Geschäftsjahr Geldfluss aus Betriebstätigkeit Geldfluss aus Investitionen und Desinvestitionen Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Flüssige Mittel per Ende Geschäftsjahr

– 1 107 587

– 649 905

– 690 000

– 520 000

126 312

376 669

SWL WASSER AG | 57


Anhang zur Jahresrechnung Anhang per 31. Dezember 2012 Brandversicherungswerte der Sachanlagen (inkl. Neuwertzusatz) Die Betriebsanlagen, Mobilien, Einrichtungen, Werkzeuge sind in mehreren Policen gemeinsam für die SWL Energie AG und die SWL Wasser AG mit Neuwert gegen das Risiko Feuer versichert mit einem Betrag von CHF 24’015’600 (Vorjahr: CHF 20’585’000). Risikobeurteilung gemäss OR Art. 663b Abs. 12 Die Gesellschaft verfügt über ein implementiertes Risi­ ko-Management um zu gewährleisten, dass das Risiko ei­ ner wesentlichen Fehlaussage in der Rechnungslegung als

klein einzustufen ist. Ausgehend von einer periodisch durchgeführten Risikoidentifikation werden die für die Gesellschaft wesentlichen Risiken beurteilt und auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewertet. Mit entsprechenden, vom Verwaltungsrat beschlossenen Massnahmen, werden diese Risiken vermieden, vermin­ dert oder überwälzt. Die letzte Risikobeurteilung wurde im November 2012 durch die Geschäftsleitung vorgenom­ men und in der Verwaltungsratssitzung vom 12. Dezember 2012 verabschiedet. Keine weiteren ausweispflichtigen Angaben gemäss Art. 663 b OR.

Verwendung des Bilanzgewinns per 31. Dezember 2012 (Antrag des Verwaltungsrates) 31.12.2012 CHF

31.12.2011 CHF

4 178

963

Jahresgewinn

947 748

653 215

Bilanzgewinn

951 926

654 178

– 950 000

– 650 000

1 926

4 178

Vortrag vom Vorjahr

Zuweisung an die freie Reserve Vortrag auf neue Rechnung

58 | SWL WASSER AG


Kommentar zur Jahresrechnung 1. Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Dritten und Nahestehenden Aufgrund einer günstigen Umfinanzierung und des guten Unternehmensergebnisses konnte die Darlehensverbind­ lichkeit gegenüber der SWL Energie AG reduziert werden. 2. Material- und Dienstleistungsaufwand Wegen der höheren Investitionstätigkeit hat sich der Mate­ rial- und Dienstleistungsaufwand für den Betrieb und die Instandhaltung reduziert. 3. Finanzerfolg Die Umfinanzierung und die Teilrückzahlung der Darle­ hensverbindlichkeit führten zu einem tieferen Finanzauf­ wand.

SWL WASSER AG | 59


Bericht der Revisionsstelle

60 | SWL WASSER AG


SWL WASSER AG | 61


Glossar AEW AEW ENERGIE AG, Stromlieferant der SWL Energie AG und Verteilnetzbe­ treiber im Kanton Aargau. Mitbesitzer der Axpo APK Aargauische Pensionskasse Axpo Axpo Konzern bestehend aus Axpo ­Holding, Axpo AG, Axpo Vertrieb AG, Axpo Informatik AG, Centralschweizeri­ sche Kraftwerke AG und Elektrizitäts-­ Gesellschaft Laufenburg AG. Im Besitz der nordostschweizer Kantone und Kan­ tonswerke DSV Dachverband Schweizer Verteilnetzbe­ treiber EBIT Earnings Before Interests and Taxes. ­Ergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern, ­Finanzergebnis und ausserordentlichem Ergebnis EBITDA Earnings Before Interests, Taxes, Depre­ ciation and Amortization. Ergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen bzw. immateriellen Ver­ mögensgegenständen und Goodwill, Fi­ nanzergebnis und ausserordentlichem Ergebnis ElCom Eidgenössische Elektrizitätskommission. Unabhängige staatliche Regulierungs­ behörde im Elektrizitätsbereich °fH Französische Härtegrade. Mass für die Menge des im Wasser gelösten ­Kalziums und Magnesiums GVM Gasverbund Mittelland AG, Gaslieferant der SWL Energie AG. Im Besitz von 15 aargauischen, baslerischen, bernischen und solothurnischen Stadtwerken GWh Gigawattstunde = 1’000’000 kWh Heizgradtage Mass zum Ermitteln der Heizkosten bei Erdgas und Fernwärme. Dazu wird an jedem Tag mit einer Tagesmitteltempe­ ratur von weniger als 12 Grad Celsius erhoben, um wie viel die gemessene Aussenlufttemperatur von der ange­ strebten Innenlufttemperatur von 20 Grad Celsius abweicht

KEV Kostendeckende Einspeisevergütung kW Kilowatt, Einheit für Leistung kWh Kilowattstunde, Einheit für Energie MCHF 1’000’000 CHF MW Megawatt = 1’000 kW MS Mittelspannung MWh Megawattstunde = 1’000 kWh NS Niederspannung pH-Wert Mass für die saure oder alkalische Reak­ tion einer wässrigen Lösung SVGW Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfachs SWEP Swiss Electricity Price. Preis für die reine Handelsware Strom im Höchstspan­ nungsnetz am Standort Laufenburg TCHF 1’000 CHF TS Transformatorenstation VAEI Verband Aargauischer Elektro-Installati­ onsfirmen VAS Verband Aargauer Stromversorger VSEI Verband Schweizerischer Elektro-­ Installationsfirmen VRSG Verwaltungsrechenzentrum AG St. Gallen VSE Verband Schweizerischer Elektrizitäts­ unternehmen VSG Verband der Schweizerischen ­Gasindustrie WACC Weighted Average of Capital Costs. Gewichtete Kapitalkosten


Geschäftsberichte 2012 SWL ENERGIE AG

SWL Energie AG SWL Wasser AG Werkhofstrasse 10 I Postfach I 5600 Lenzburg Telefon +41 62 885 75 75 I Telefax  +41 62 885 75 85 I www.swl.ch

SWL WASSER AG

Geschäftsbericht 2012 SWL Energie AG  
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