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Inhaltsverzeichnis Vorwort

9

Die kleine Lachfrau

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Das Sternmädchen

Der Lumpenkönig Die wilden Schwäne

Der Riese Gaspar

Ir8 23

25

Die Erdmännchen

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Goldlockchen und die drei Bären

3r

Schneeweißchen und Rosenrot

34

Das Märchen vom Mädchen und seiner Laterne

39

Die sieben Raben

42

Aschenputtel

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Der Feuervogel

49

Varenka

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Frau Holle

Die Kinderbrücke

6r 63

Dornröschen

J^g^und der kleine Mann mit der Flöte

65

Die Geschichte von den Sterntalern

69

Jorinde undJoringel

7o

Das Lebkuchenmännchen

73

Talafindet

das

Christkind

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Ein Vorwort einmal anders Fantasmania Es war einmal vor langer Zeit in einem kleinen Dorf namens Fantasmania. Das Dorf lag eingebettet zwischen Bergen in einem wunderschönen sonnendurchflutetem Tal. Durch dieses Tal floss ein breiter Fluss, der den Bewohnern des Tales alles gab, was sie zum Leben brauchten. Die Vögel sangen den ganzen Tag fröhliche Lieder und erfüllten die Herzen der Bewohner mit Freude und viel Wärme. Wer waren aber die Bewohner von Fantasmania ? Hier lebten alle Bewohner und Gestalten, die ihr je in anderen Märchen getroffen habt. Prinzen und Prinzessinnen, Könige und Königinnen, Ritter mit ihren Pferden, Hexen, Zauberer, Drachen und natürlich auch Riesen. Das besondere daran war, dass sie sich alle untereinander verstanden, d.h. alle hatten eine gemeinsame Sprache. Und weil sie sich untereinander gut verständigen konnten und sie in einem so schönen Tal lebten, gab es keinen Grund für sie, böse zu sein oder schlechte Laune zu haben. Das dürft ihr mir glauben: Es gab keinen Streit in Fantasmania, alle waren im Grossen und Ganzen zufrieden. Nur etwas fehlte zu ihrem völligen Glück: Seit vielen vielen Jahren und Generationen, ja seit Jahrhunderten waren sie auf der Suche nach dem EINEN Schatz, der ihnen unendlich grosses Reichtum versprach. Die Suche nach diesem einen Schatz beschäftigte sie ihr ganzes Leben lang. Alle Erfahrungen und ihr ganzes Wissen, dass sie darüber hatten, wurde von Generation zu Generation übertragen. Und ihr müsst wissen: Die Bewohner von Fantasmania liebten Kinder über alles. Sie alle hatten viele viele Kinder, die meistens den ganzen Tag lang mit anderen Kindern spielten, fröhlich waren und von Zeit zu Zeit auch nach dem Schatz suchten, von dem ihre Eltern immer erzählten. So vergingen die Jahre und alles nahm seinen gewöhnlichen Lauf, bis eines Tages ein grosser schwarzer Zauberer kam. Als der grosse schwarze Zauberer über 200 Jahre in dem Dorf gelebt hatte, wusste er folgendes über die Dorfbewohner. Er hatte beobachtet, wie die Kinder meistens den ganzen Tag lang glücklich und zufrieden miteinander spielten. Je grösser sie wurden, desto mehr beschäftigten sie sich mit der Schatzsuche und ab einem Alter von 20 Jahren hatten fast alle Bewohner das Ziel, diesen einen Schatz in ihrem Leben zu finden. Der grosse schwarze Zauberer sah auch, dass viele Erwachsenen nach einiger Zeit der Suche aufgegeben hatten und sich anderen Dingen in ihrem Leben widmeten. Manche suchten 7 Jahre, manche 17 Jahre andere wiederum 77 Jahre und es waren auch einige dabei, die sich bis zu ihrem Lebensende mit der Schatzsuche beschäftigten. Aber niemand fand ihn. Nach 237 Jahren intensiver Beobachtung reichte es dem grossen schwarzen Zauberer. Er war sehr gierig und wollte den Schatz unbedingt haben, ja sogar stehlen, sobald ihn jemand anderes gefunden hatte. Die ganze Schatzsuche ging ihm aber jetzt eindeutig zu lange. Er ernannte sich selber zum Herrscher des Dorfes und des gesamten Königreiches und war der Meinung, dass der Schatz viel schneller gefunden werden musste. Er wusste, dass es wahrscheinlich noch viele Generationen dauern würde, bis ihn jemand finden würde. Er tat viel, damit er sein Ziel erreichte: Die Erwachsenen Prinzen und Prinzessinnen, Könige und Königinnen, Ritter mit ihren Pferden, Hexen, Zauberer, Drachen und natürlich auch Riesen liess er mindestens 12 Stunden am Tag nach dem Schatz suchen. Er baute Brücken, Strassen, Hochhäuser, liess Wälder roden und kontrollierte den Fortschritt jeden Tag mit einer eigens eingerichteten Schatzkontrollgruppe, die dem grossen schwarzen Zauberer alles berichten musste.


Alle Nahrungsmittel liess er zu sich bringen und nur derjenige, der gut arbeitete, erhielt am Ende des Tages seinen Lohn, damit er sich und seine Kinder ernähren konnte. Für die Kinder liess er eigene Ausbildungszentren für die Schatzsuche einrichten. Ab ihrem zweiten Lebensjahr wurden sie zu professionellen Schatzsuchern ausgebildet und durften nur zu genau definierten Zeiten mit ihren Freunden spielen. Den Rest des Tages verbrachten sie mit der Schatzsuche. Wiederum vergingen mehrere hundert Jahre und ihr könnt euch vorstellen, dass sich das Leben in dem kleinen Dörfchen sehr verändert hat. Obwohl die Sonne jeden Tag schien, die Vögel zwitscherten und die Berge immer noch wunderschön waren, wurden sehr viele Bewohner von Jahr zu Jahr unglücklicher. Niemand verstand es, dass nun schon seit so vielen Jahren professioneller Suche nach diesem EINEN Schatz ihn niemand finden konnte. Auch der grosse scharze Zauberer wurde immer ungeduldiger und liess die Bewohner von Jahr zu Jahr härter arbeiten. Die Kinder hatten keine Freunde mehr, weil es ihnen verboten wurde, draussen zu spielen. Sobald sie gross wurden, hatten sie nur noch die Suche nach dem EINEN Schatz im Kopf und vernachlässigten dadurch ihre Freundschaften. Eines Tages wurde eine kleine Zauberfee in diesem Dorf geboren. Schon von Kindesalter an beobachtete sie die Schatzsuche und glaubte, dass es andere Möglichkeiten geben musste, um diesen zu finden. Viele Jahre später war sie eine grosse Erwachsene Zauberfee. Sie baute ein Zauberschloss und suchte sich aus dem Dorf Bewohner, die mit ihr einen anderen Weg einschlagen wollten, um den EINEN Schatz zu finden. Einige machten mit und sie brachten natürlich auch ihre Kinder mit in das Zauberschloss. Die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur –Ur Oma der Zauberfee hatte ihr erzählt wie es früher war in diesem schönen Dorf und daher versuchte die Zauberfee, ihren anvertrauten Kindern dieses Gefühl wieder zu vermitteln. Die anderen Bewohner sahen dies, zeigten mit Fingern auf sie und dachten sich heimlich, dass das so nie was werden kann. Die Zauberfee aber liess sich nicht beirren und ging ihren Weg beharrlich weiter, viele viele Jahre. Nach einiger Zeit wollten immer mehr Dorfbewohner in das Zauberschloss, bis es so viele wurden, dass im Schloss kein Platz mehr war. Deshalb beschloss die Zauberfee, das ein Teil der Kinder so lange sie wollten in einen wunderschönen grossen Zauberwald verbringen durften. Mit der Zeit erkannten viele Dorfbewohner, dass die Kinder im Schloss und im Zauberwald merkwürdigerweise nicht unglücklicher waren als ihre eigenen, und das, obwohl doch auch die Zauberfee den EINEN Schatz noch nicht gefunden hatte. Die Zauberfee versuchte immer wieder, die anderen Dorfbewohner zu begeistern und sie zu überzeugen, dass man trotz der Schatzsuche ein glückliches Leben führen könnte, insbesondere die Kinder. Kinder sollen Kind sein dürfen und diese Zauberformel spürten die Menschen, die mit der Zauberfee sprachen. Manchmal gelang dies, manchmal aber auch nicht. Im 777. Jahr der Schatzsuche war der grosse schwarze Zauberer und die meisten der Dorfbewohner völlig erschöpft. Voller Verzweiflung über sich und die erfolglose Schatzsuche baten sie alle Prinzen und Prinzessinnen, Könige und Königinnen, Ritter mit ihren Pferden, Hexen, Zauberer, Drachen und natürlich auch die Riesen zu einer grossen Versammlung zu kommen. Auch alle Bewohner, die sich im Zauberschloss und im Zauberwald aufhielten, kamen und natürlich auch die Zauberfee. Als alle Bewohner versammelt waren, wollte der grosse schwarze Zauberer eine Begrüssungsrede halten. Aber bevor das erste Wort aus seinem Mund kam, platzte ein Dorfbewohner dazwischen, der sich darüber beschwerte, wie schlecht er denn einschlafen könne, weil er jeden Abend nur noch über den Schatz nachdenken würde. Auch hat er ein schlechtes Gewissen, weil er aufgrund der Schatzsuche andere Dorfbewohner schlecht behandelt hat und hat grosse Angst, dass er in seinem Leben nie etwas erreichen werde. Nachdem er dann ganz schlecht geschlafen hat, muss er früh am morgen aufstehen und freut sich überhaupt nicht auf den kommenden Tag.


Da trat eine kleine Prinzessin hervor und sagte zu dem Mann. „Ich schlafe immer gut ein, weil ich jeden Tag jemanden treffe, der mir ein liebes Wort sagt und meine Eltern mich lieb haben. Jeden Morgen freue ich mich auf den neuen Tag, der mir viel Spass und Freude machen wird, da ich irgendwann am Tag wieder nette Menschen treffen werde.“ IN DIESEM AUGENBLICK wurden alle Dorfbewohner ganz ruhig und still, selbst der grosse schwarze Zauberer sagte kein Wort. In diesem Augenblick waren all die Sorgen, Ängste und Nöte der letzten Jahrhunderte vergessen. Niemand hatte in diesem Moment eine schwere Last zu tragen und niemand musste sich Sorgen um seine Zukunft machen. In diesem Augenblick wurde allen bewusst, dass der Schatz, den sie so viele Jahre gesucht haben, direkt vor ihren Augen lag. Der grosse schwarze Zauberer erkannte, dass die Zauberfee und er eigentlich dasselbe Ziel hatten, er aber durch seine Gier und seine Ungeduld viele Dorfbewohner unglücklich gemacht hatte. In diesem Augenblick erreichte der grosse Reichtum dieses EINEN GROSSEN SCHATZES die Herzen aller Dorfbewohner und liess sie bis an ihr Lebensende glücklich und zufrieden sein.

Liebe Eltern, Oma’s, Opa’s und Freunde der Kinderstube, In den letzten 25 Jahren des Vereins Kinderstube wurden viele besondere und wertvolle Augenblicke für unsere Kinder geschaffen. Das nachfolgende Märchenbuch ist ein Auszug der Geschichten, die in all den Jahren bei verschiedensten Gelegenheiten von Christl und ihrem Team liebevoll nacherzählt wurden. Beim Vorlesen aus diesem wunderschönen Märchenbuch wünsche ich euch ausreichend Zeit, viel Freude und tolle Augenblicke mit euren Kindern. Ich wünsche euch weiters von ganzem Herzen, dass ihr den einen grossen Schatz in eurem Leben findet. Wie wir aus dem Vorwort - Märchen lernen durften, ist dieser oft nicht so weit entfernt, wie es vielleicht manchmal aussehen mag. Mein besonderer Dank gilt dem ganzen Märchenbuch Projektteam, die mit ihrem Engagement diese Märchenreise für unsere Kinder ermöglicht haben.

Viel Freude beim Lesen, Thomas, Obmann Verein Kinderstube Höchst


Das Sternrnädchen in Mann hatte viele Kühe. Morgens trieb er sie auf die Weide, abends trieb er sie zurück in c=:;. Stall. Er molk seine Kühe und freute sich über die viele gute Milch. Einmal aber, als er am -\[-,:gen in den Stall kam, gab keine der Kühe einen Tlopfen Milch. Auch am nächsten und arn u:.:nächsten Morgen gaben die Kühe keine Milch.

hinter der -{ia--:-:: Jemand muss sie heimlich melken", dachte der Mann. An diesem Abend versteckte er sich und warrete. Es wurde dunkler und dunkleq die Sterne gingen auf und leuchteten immer heller. Eine S:r.--'rleiter aus fein gewobenen Strahlen senkte sich herab auf die Erde. Mädchen stiegen herunter, eines nacl ,je= anderen. Die Sternmädchen gin$en in den Stall und kicherten und sangen.Jedes setzte sich zu einer Kui:-:r:: molk sie ohne Eimer. Als der Mann das sah wurde er zornig. Er sprang hinter der Tür hervor und wollte die Sternmädchen i-a:.:erSie waren aber viel zr flink,liefen zur Leiter und kletterten zurück in den Himmel. Nur eines der Mädchen, das ein Körbchen in der Hand hatte, war nicht flink genug. Der Mann packte e . = den Haaren und ließ es nicht mehr los. Das gefangene Sternmädchen war so schön, dass der Mann allenZornvergaß. ,,Ifillst du meine Frau ri-erie:ll-. j-:: bat er. ,Ja, ich will deine Frau werden", sagte das Mädchen. ,,Du musst mir aber versprechen, dass du nie

mein Körbchen hineinschaust!" ,,Ich bin nicht neugierig, was in deinem Körbchen ist", sagte der Mann, ich werde gewiss nie hineinschaue::Da wurde sie seine Frau. Monate vergingen und der Mann vergaß, was er versprochen hatte. Einmal, als seine Frau nicht daheim war, hob er den Deckel des Körbchens und schaute hinein: Der Korb war leer! Bald darauf kam seine Frau und sagte traurig: ,,Du hast in das Körbchen geschaut!" ,,Dummes Ding", anrwortete der Mann. ,,'W'arum hätte ich nicht hineinschauen sollen? Es ist doch gar nichrs drinnen." Da sah die Frau thn ganz lange an und dann ging sie fort. Der Mann hat sie nie wieder gesehen.

Die Sternmädchenfrau war in den Himmel zurückgekehrt. In ihrem Körbchen hatte sie die schönsten Di::!:e. die es im Himmel gibt, für sich und ihren Mann aufgehoben. Er hatte aber die schönsten Dinge nicht sele:: können. Für manche Leute sind die schönsten Dinge unsichtbar. Bei einem solchen Menschen aber kann ein Sternmädchen nicht bleiben. nacherzählt von Christl Hackspiel


Fantasmania Sternenmärchen