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XII. Jhrg. | II. Quartal | Nr. 45

Regionales IT-Kundenmagazin für Sachsen-Anhalt

Aus der KID-Praxis Duales Universitätsstudium unternehmensspezifisch ausgerichtet

Interview Auf ein Wort, Karen Stone

Streiflichter Wie Werner Forßmann den Herzkatheder entdeckte


Inhalt

Editorial

KITU-Praxis intern Berichterstattung aus den laufenden Projekten 

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Aus der KITU-Praxis Mobilität auch für den Bürgerservice der Flächenstadt 

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Das Wichtigste an der IT sind die Menschen

Aus der KITU-Praxis Landkreis Stendal – seit 1. Mai Mitglied der KITU

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Aus der KID-Praxis Duales Universitätsstudium unternehmensspezifisch ausgerichtet 

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Aus der KID-Praxis Intranetportale mit Intrexx 

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Partnerschaft Neuer Rahmenvertragspartner der KID GmbH Magdeburg

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Meldung Jeder zweite Entscheider plant künftige Nutzung

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IT Die besten Apps für Deutschland Saarbrücken gewinnt VITAKO-Preis als beste „Kommunal-App“

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Über den Tellerrand Notebookklasse vier und ein Magdeburger Kompetenz-Universitätsprojekt

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Aus der KID-Praxis Neues Speichersystem im Rechenzentrum der KID

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KID Glaskunst im Foyer

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Interview Auf ein Wort, Karen Stone

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Ausflugstipp Wildromantische Reise in eine längst vergessene Zeit 

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Streiflichter Wie Werner Forßmann den Herzkatheder entdeckte 

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Glosse Männer beim Zahnarzt

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Rätsel | Sudoku

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In allen Bereichen verändern demografische Entwicklungen die Situationen: Die Zahl der Einwohner in Sachsen-Anhalt geht deutlich zurück. Und da Menschen, die nicht geboren wurden bzw. nicht (mehr) im Land leben, keine Kinder bekommen, beschleunigt sich dieser Effekt. Auch in den Kommunalverwaltungen nimmt die Beschäftigtenzahl deutlich ab. Das ist zwar teilweise gewollt, da proportional zur Bevölkerungsentwicklung, aber ohne Veränderungen in den Strukturen lässt sich die Entwicklung nicht mehr lange fortsetzen. Und auch wir merken, dass es nicht mehr so leicht ist, hochqualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Wobei das besonders wichtig ist: Denn wenn man die Kommunalstrukturen nicht weiter regional vergrößern und gleichzeitig im Wettbewerb der Regionen bestehen will, gibt es auf diese Herausforderung nur eine Antwort: MEHR IT!

Es gibt bereits jetzt wissenschaftliche Untersuchungen, die zu dem Ergebnis kommen, dass ein Teil der umgesetzten Kommunalreformen durch konsequenten Einsatz der Informationstechnologie hätte vermieden werden können. Wie sehr gilt das erst für das, was noch vor uns liegt. KID bereitet sich auf diese Anforderungen vor: über Messen und andere Aktionen gehen wir auf die jungen Leute zu und nehmen an dem Programm „duales Studium“ teil. Gleichzeitig stellen wir auch ältere Experten beiderlei Geschlechts und mit mannigfachem Background und vielfältigen Lebensentwürfen ein, um so alle Ressourcen optimal zu nutzen. Es ist eine spannende Aufgabe, Menschen unterschiedlicher Voraussetzungen und Einstellungen auf ein Ziel hin auszurichten und gemeinsam Dienstleistungen für die kommunalen Kunden in unserem Land zu erbringen.


KITU-Praxis intern

Interne KITU-Arbeitskreise – Berichterstattung aus den laufenden Projekten Erstes gemeinsames Treffen des Arbeitskreises „Strategie und Steuerung“ mit dem Arbeitskreis „IT (inkl. Einkauf und Schulungen)“ am 28.02.2012 in der KID Am 28.02.2012 fand in den Räumen der KID/ KITU das erste Treffen der zusammengefassten Arbeitskreise statt. Die nachfolgenden Themen standen auf der Tagesordnung: n

Information über abgeschlossene Rahmenverträge der KITU und Vorstellung des Warenkatalogs, aus dem sich die KITU-Mitglieder bedienen können

n Darstellung aller Fachverfahren, die bei KITU Mitgliedern im Einsatz sind

n Informationen über De-Mail n Neuigkeiten aus der KITU n Voraussetzung für die erfolgreiche Einführung von Dokumentenmanagementsystemen in Kommunen Zu allen Punkten gab es rege Diskussionen. Das Ziel aller Arbeitskreise soll sein, gemeinsame IT-Strategien für die KITU-Mitglieder zu erarbeiten.

Erstes Treffen des Arbeitskreises „PAISY“ (Personalabrechnungsund Informationssystem) Am 11.04.2012 trafen sich die PAISY-Anwender unter den KITU-Mitgliedern in den Räumen der KID zu ihrem ersten Arbeitskreis. Es wurden verschiedene Themen wie z.B. Veränderungen und Neuerung in PAISY Advanced, das ADP Anwendertreffen in Berlin sowie die Möglichkeiten von Reports besprochen. In einer abschließenden Diskussionsrunde wurden Probleme und Verbesserungsvorschläge diskutiert und aufgenommen. Der nächste Arbeitskreis soll im September 2012 stattfinden.

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Aus der KITU-Praxis

Mobilität auch für den Bürgerservice der Flächenstadt In Nienburg fließt‘s zusammen ... lich. Deshalb, so Bürgermeister Markus Bauer, ist es wichtig, auch als Mitglied einer großen, kommunalen Genossenschaft alle Synergieeffekte gemeinsam zu erschließen und vollständig auszunutzen. Die Stadt Nienburg verspricht sich von ihrem Beitritt zur KITU mehr Professionalität in der Betreuung der IT-Technik, wesentlich effizientere Investitionen in die kapazitive IT-Technologie und eine passgerechte Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet. „Voneinander lernen, über die geschaffenen Netzwerke den Erfahrungsaustausch pflegen und neue Wege diskutieren und Strukturen schaffen, die eine effiziente Verwaltung auch unter sich ständig ändernden Bedingungen garantieren, gehört zu den vordringlichen Erwartungen der Stadtväter und Räte Nienburgs“, betonte Markus Bauer im Gespräch mit dem Server. Außerdem sollen die gebundenen IT-Kapazitäten in der Nienburger Stadtverwaltung zugunsten des Bürgerservices bei der KITU gebündelt und angesiedelt werden. „Wir wollen besser werden für den Bürger, mehr Service noch einfacher und schneller anbieten und zwischen heimischem PC-Arbeitsplatz und der Verwaltung eine enge interaktive Verbindung aufbauen und pflegen. Einen mobilen, bewährten Bürgerservice noch weiter auszubauen ist unser Ziel. Dem Bürger und dem Amt Laufwege sparen und Arbeit abnehmen, dass ist unsere große Aufgabe in den kommenden Jahren“, schloss Bauer. J.H.

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Foto (2): J.H

Foto: Stadt Nienburg

Markus Bauer, Bürgermeister Gemeinde Nienburg

... und das im Sinne des Wortes. In der mehr als tausend Jahre alten Stadt vereinen sich Saale und Bode, treffen gleich acht Ferienstraßen aufeinander: die Straße der Romanik, die LukasCranach-Route, die Deutsche Alleenstraße, der Saale-Radwanderweg, der Europaweg R1, der Bode-Radweg, das Blaue Band und die Dreiflüssetour. Und geschichtlich hat die Stadt zwischen den Flüssen auch für Rad- und Wasserwanderer einiges zu bieten. Die tausendjährige Klosterkirche des Klosters Nienburg ist eines der bedeutenden frühgotischen Bauwerke im mitteldeutschen Raum. In den elf Ortschaften der 7.300-Seelen-Gemeinde ist ebenfalls noch viel Historisches aus vergangenen Jahrhunderten zu entdecken. Besonders die modernen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten eröffnen Bürgern, Gästen und Verwaltungsmitarbeitern völlig neue Perspektiven, die in einer alternden Gesellschaft zu außerordentlicher Bedeutung aufwachsen werden. Hier im historischen Rathaus der Bode- und Saalestadt fließen seit 2010 auch alle kommunalen Verwaltungskanäle zusammen und müssen geordnet, schnell aufgearbeitet und beantwortet werden. Moderne Informations- und Kommunikationsmittel sind auch künftig unerläss-


Aus der KITU-Praxis

Landkreis Stendal – seit 1. Mai Mitglied der KITU Der Einsatz von Informationstechnologie (IT) ist ein zentrales Instrument im täglichen Verwaltungshandeln, auch im Landkreis Stendal. Die Entwicklung in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass die Aufgaben immer komplexer und vielschichtiger werden. Zunehmend gewinnt die Vernetzung mit anderen Behörden und Einrichtungen an Bedeutung. Auch die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben auf dem Gebiet des Europa- und Bundesrechts sowie die wachsende Nachfrage gerade jüngerer Menschen nach einem einfachen Zugang zu den Dienstleistungen der Kreisverwaltung sind Gründe, uns der Genossenschaft anzuschließen. Zugleich ist die demografische Entwicklung sowie die Begrenztheit an finanziellen Mitteln konkreter Anlass, jetzt zu handeln. Schwindende personelle als auch finanzielle Ressourcen sowie die Schnelllebigkeit in der IT-Branche erfordern neue Lösungswege. Dies hat der Kreistag erkannt und am 29.03.2012 den Beitritt des Landkreises Stendal zur Kommunalen IT-UNION eG beschlossen.

kationstechnologie, die Verbesserung der strategischen Ausrichtung im IT-Bereich sowie die Möglichkeit eines intensiven Erfahrungsaustausches von besonderem Interesse. Durch die Nutzung größerer Strukturen sowie die Bündelung des Bedarfs an IT-Leistungen erhofft sich der Landkreis Stendal im Rahmen der genossenschaftlichen Arbeit Einspareffekte bei der Beschaffung von Hard- und Software sowie bei den damit verbundenen Schulungs-, Wartungs- und Unterstützungsdienstleistungen. Des Weiteren geht der Landkreis Stendal mittelfristig von einer Vereinheitlichung bzw. Standardisierung von Fachanwendungen aufgrund eines gebündelten Bezuges mehrerer Kommunen aus. Durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Genossenschaftsmitgliedern erwarten wir eine Reduzierung des externen Beratungsbedarfs bei Anwendung gleicher Verfahren.

Jörg Hellmuth, Landrat Landkreis Stendal

Landkreis Stendal - Der Landrat

Foto: LK Stendal

Vor diesem Hintergrund ist im Wege einer interkommunalen Zusammenarbeit die Bündelung der vorhandenen Ressourcen, die zur Verfügungstellung eines bedarfsorientierten Dienstleistungsangebotes im Bereich der Informations- und Kommuni-

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Aus der KID-Praxis

Perspektivische Fachkräftesicherung auf allen Ebenen ist wichtig

Duales Universitätsstudium unternehmensspezifisch ausgerichtet Aufgabenfelder, die für Absolventen der Hoch- und Fachhochschulen eine interessante und gesicherte Perspektive in Unternehmen der IT-Branche sichern.

Einen hohen Stellenwert hat die Nachwuchsund Fachkräftesicherung in der KID Magdeburg GmbH. Seit Bestehen des IT-Unternehmens absolvierten mehrere Auszubildende ihre Lehre und zahlreiche Praktikanten eigneten sich Kenntnisse auf verschiedensten Gebieten der modernen Informationstechnologien an. Erstmalig wird 2012 im Unternehmen ein(e) Studentin/Student der Otto-

Akademisch ausgebildet für langfristig angelegte Forschung und Entwicklung

Foto: A.P.

Dual studiert werden können derzeit an der OvGU die Fachrichtungen Ingenieursinformatik, Computervisualistik und Wirtschaftsinformatik. Die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für die dazu passenden Ausbildungsberufe Fachinformatiker/in und Systeminformatiker/in können in Sachsen-Anhalt auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung zwischen IHK und OvGU im Unternehmen erworben und durch die Kammern extern geprüft werden.

Kevin Grützner, Praktikant in der KID im Team Internet und Kommunalverfahren und Student der Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Harz, hier im Gespräch mit Personalsachbearbeiterin Britta Bünger, absolviert sein Praktikum im Unternehmen noch bis Juni 2012. Er ist begeistert von seinem Job im Unternehmen und würde gern seine Bachelor-Arbeit in seinem derzeitigen Arbeitsgebiet und Kollegenkreis angesiedelt sehen.

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von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) ein duales Studium absolvieren. Der damit erworbene, gleichzeitige IHK-Ausbildungs- und universitäre Bachelorabschluss bietet für Unternehmen beste Voraussetzungen zur Abdeckung ihres Fachkräftenachwuchses und Aufbau eines Personalstamms für spätere Führungsfunktionen.

Hochschulen garantieren einen hohen Praxisbezug Geht es um die Einführung, Betreuung und kundenspezifische Modifizierung von Hard- und Software, um Netzwerkplanungen und IT-Projektierungen, haben die Studenten von Fachhochschulen Sachsen-Anhalts in verschiedenen Teams der KID bisher Hervorragendes geleistet. Bis hin zur Programmierung, Erarbeitung spezieller Programmergänzungen, Homepages reichen dabei die Aufgaben, denen sich die Praktikanten, natürlich immer unter der Federführung eines erfahrenen Experten, stellen dürfen. Auch hier sind Aufgabenvielfalt, Verbindungen zwischen traditionellen Prozessen und deren informationstechnischer Neugestaltung sowie Verknüpfung mit automatisierten Systemen spannende

Durch die Verzahnung von Ausbildung und Studium wird wertvolle Zeit eingespart, eine hochqualifizierte Ausbildung gewährleistet, eine Vorentscheidung des Studenten für (s)eine künftige Berufsrichtung ermöglicht und auch eine gewisse Unternehmensbindung erzielt. Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KID Magdeburg GmbH verfügen derzeit über eine Ausbildungsbefähigung, die eine gezielte, fachorientierte Betreuung im Unternehmen sichert.

Ausbildung auf hohem Niveau und Stand der Technik Vier der in Kooperation mit Siemens und der Deutschen Telekom Ausgebildeten sind im Unternehmen geblieben, ebenso einige Praktikanten. Letztere haben heute teilweise verantwortungsvolle Führungsaufgaben inne und bearbeiten mit einem Team wichtige Themenbereiche für die Kunden der KID. Vor allem für die Netzbetreuung, die Telefonie, die Hard- und Softwarebetreuung und den Servicebereich werden hochqualifizierte Fachkräfte benötigt, die mit der rasanten Entwicklung der Informationstechnologie Schritt halten können. Der ständige Lerndruck wird sich besonders in diesen Kernbereichen der IT weiter verstärken, schätzen Fachleute ein. Die dafür erforderlichen Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen nehmen in der KID auch künftig einen wichtigen Platz ein.  J.H.


Aus der KID-Praxis

Intranetportale mit Intrexx Intranetportale oder so genannte Enterprise Portale bieten eine Fülle an Möglichkeiten. Mit ihnen kann ein Unternehmen Daten einbinden (z.B. Umsatzzahlen), diese mit Prozessen vernetzen und damit auf smarte Weise interne Workflows vereinfachen. Der große Vorteil bei einem Unternehmensportal ist sein ergonomisches User-Interface, das sich vom Sachbearbeiter bis zur Führungskraft sehr einfach bedienen lässt und per Benutzermanagement gesteuert wird. Zudem lassen sich die separaten IT-Systeme einzelner Abteilungen und Standorte unter einer Oberfläche vereinen und die Geschäftsprozesse damit standortübergreifend abwickeln. Auch externe Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten können an das Portal angebunden werden. Dabei werden Synergien effizient genutzt, Ressourcen optimal gebündelt und so die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Um ein Unternehmensportal zügig und ohne viel Aufwand umsetzen zu können, eignet sich eine Software, die jederzeit flexibel an die Bedürfnisse angepasst werden kann, sich mit bestehenden Daten verbinden lässt und leicht zu handhaben ist. Vor der Entscheidung für eine geeignete Softwarelösung sollten daher alle Anforderungen an diese Lösung evaluiert und bei der Auswahl berücksichtigt werden. Das kann die Implementierungszeit und -kosten erheblich verringern und auch den Aufwand für den späteren Betrieb reduzieren. Mit der plattformunabhängigen Standardsoftware Intrexx des Herstellers United Planet lassen sich webbasierende Applikationen bis hin zu kompletten Intranets/Enterprise Portalen mit modernsten Funktionalitäten deutlich schneller erstellen als mit

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vergleichbaren Programmen. Intrexx erlaubt die Einbindung vorhandener Daten aus ERP-Systemen, Microsoft Exchange, Lotus Notes etc., die Erstellung produktiver Workflows und die Generierung von mobilen Apps für Smartphones und Tablet PCs aller Hersteller.

Wir, die KID, und auch die Landeshauptstadt Magdeburg setzen auf die Technologie der Intranetportale und haben Intrexx als Portallösung im Einsatz. Je nach Bedarf kommen in den Portalen weitere Applikationen hinzu. Diese werden auch im eigenen Hause oder mit Unterstützung unserer Partnerfirmen oder des Herstellers von uns selbst entwickelt. So wie der Hersteller United Planet seine Software stets weiterentwickelt, so entwickeln sich auch die Möglichkeiten für uns, weitere nutzbringende Applikationen für unsere Kunden und Mitarbeiter zu programmieren und ihnen den Umgang mit ihren täglichen Aufgaben zu erleichtern.  M.R.

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Partnerschaft

Schugk Kopiersysteme

Neuer Rahmenvertragspartner der KID GmbH Magdeburg Im Zuge einer europaweiten Ausschreibung bekam die Firma Schugk Kopiersysteme GmbH den Zuschlag für einen Rahmenvertrag, der es allen Mitgliedern der KITU ermöglicht, modernste Drucktechnik zu einem attraktiven Preismodell zu erwerben. Darüber hinaus ermöglicht die KID ihren Kunden den Einsatz von modernster, leistungsfähiger Druckund Kopiertechnik mit einem umfassenden Management Print Service zu erweitern. Dies wird unter anderem durch das mit der Gemeinde Barleben, vertreten durch den Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff und Marcel Pessel, erfolgreich durchgeführte Projekt deutlich.

v.li. Verkaufsleiter der Firma Schugk Kopiersysteme GmbH, Dirk Puletz, und Marcel Pessel, Bereichsleiter Hauptamt der Gemeinde Barleben

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Die Gemeinde Barleben beabsichtigte 2009 ihre Druckerlandschaft aufgrund heterogener Strukturen und zum Teil unwirtschaftlicher Systeme zu optimieren. Ziel des Projektes war es, eine deutliche Effizienzsteigerung, Entlastung des internen IT-Supports und weniger Bevorratung von Verbrauchsmaterial zu erzielen. Die Beschaffung der Systeme erfolgte auch unter dem wichtigen Kriterium der green IT – den Punkten Umwelt und Gesundheitsverträglichkeit. So erklärte damals Marcel Pessel: „Geräte, die wir einsetzen, müssen den ,Blauen Engel‘ vorweisen. Wichtig war es uns, eine umfassende Komplettlösung zu bekommen, die auch Support, Wartung und Versor-

gung vollständig mit einbezieht, um Mitarbeiter zu entlasten und Ausfallzeiten zu verhindern.“ Zwei Jahre nach Beginn der erfolgreichen Umsetzung des geforderten Gesamtkonzeptes der Gemeinde erklärt Marcel Pessel heute: „Entgegen unseren Erwartungen konnten wir dank ,FleetCockpit‘ erkennen, dass es zu Verschiebungen der Anzahl von S/W- und Color-Seiten kam. Meine Auswertungen habe ich sehr schnell bekommen, so dass wir kurzfristig reagieren und den Vertrag entsprechend anpassen konnten. Ohne die Reports von ,FleetCockpit‘ hätte ich die Erhebung der Daten manuell durchführen müssen, was zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte. Sehr schön finde ich, dass die Daten in den Reports sehr übersichtlich und aussagekräftig dargestellt sind. Ein großer Vorteil ist es für unsere Gemeinde, dass wir dank ,FleetCockpit‘ in der Lage sind, unsere heterogene Druckerlandschaft herstellerunabhängig zu managen und zu reporten. Gerade bei dezentral verteilten Standorten, wie beispielsweise Ebendorf, Meitzendorf und das ,Erholungscenter Jersleber See‘, ist dies ein entscheidender Aktivposten für die effiziente Verwaltungsarbeit.“ Weiter erklärte Marcel Pessel, dass gerade in der heutigen Zeit das Thema Datensicherheit von ihm sehr ernst genommen wird. Da die gewonnenen Daten in Deutschland gehostet werden, hat er die Gewährleistung, dass diese den strengen deutschen Datenschutzbestimmungen unterliegen und somit sicher sind. „Da ,FleetCockpit‘ eine just-in-time Belieferung von Toner ermöglicht,“ so Marcel Pessel, „ist es uns gelungen, den großen Kostenfaktor „Tonerlager“ komplett zu beseitigen. Die Kollegen der IT-Abteilung können sich durch die freigewordene Arbeitszeit nun wieder anderen wichtigen Aufgaben wie Netzwerkadministration und den strategischen Planungsaufgaben für die Gemeinde widmen.“


Durch regelmäßige Gespräche und gemeinsame Auswertungen mit der Firma Schugk Kopiersysteme GmbH erfolgt eine peinlich genaue Druckkostenkontrolle, wodurch jeder Zeit sofort auf die sich verändernden Bedürfnisse der Gemeinde reagiert werden kann.

Dadurch bin ich mir einer optimalen und effizienten Auslastung aller Systeme an jedem Standort meiner Gemeinde sicher. Vor allem gibt es keine versteckten Kosten mehr, dank hoher Kostentransparenz. Aus guter Erfahrung kann ich auch anderen Kommunen nur empfehlen, sich ebenfalls über einheitliche Drucksystemlösungen zu informieren. Die sich bietenden Chancen zur besseren Kostenkontrolle sollte man nicht verstreichen lassen, ... ... erklärte Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff. (Foto li.)

De-Mail vor dem Start in der öffentlichen Verwaltung:

Meldung

Jeder zweite Entscheider plant künftige Nutzung Die Hälfte der Top-Entscheider in der öffentlichen Verwaltung in Deutschland will künftig die elektronische Variante des Papierbriefs nutzen, die das vertrauliche Versenden von Dokumenten per Internet ermöglicht. Zwei Drittel der Befragten zeigen sich bereits mit den Grundzügen der De-Mail vertraut. Ein Viertel kennt sich sogar sehr gut aus. Dennoch äußern die Befragten vor dem Start Informationsbedarf. 87 Prozent sind an einem Austausch mit anderen Behörden interessiert. Das ist ein Ergebnis der Studie „E-Government mit dem neuen Personalausweis“ von Steria Mummert Consulting, die im Auftrag des Bundesministeriums des Innern erstellt wurde. Informationsveranstaltungen zu dem Thema wünschen sich 72 Prozent. 70 Prozent möchten mehr Informationen über Behörden, die De-Mail nutzen wollen, und 56 Prozent eine entsprechende Broschüre für die öffentliche Verwaltung. „Das zeigt, dass noch großer Wissensbedarf besteht“, sagt Christian Mohser, Experte bei Steria Mummert Consulting für die Einführung der De-Mail in der öffentlichen Verwaltung. Fast 20 Milliarden Postsendungen verschicken die Deutschen pro Jahr, viele davon kommen von Behörden oder Unternehmen. Künftig soll die De-Mail den rechtsverbindlichen Onlineversand von Dokumenten wie Behördenbescheiden oder Gehaltsabrechnungen ermöglichen. Dafür hat die Regierung eigens ein Ge-

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setz erlassen. Im Wettstreit um den milliardenschweren Markt ging die Deutsche Telekom Anfang dieses Monats mit ihrem De-Mail-Angebot an den Start. Die Telekom bietet den digitalen Briefersatz zunächst nur für Unternehmenskunden an. Ab September können ihn auch Privatkunden nutzen. Auch die Deutsche Post will Behörden, die nach dem De-MailGesetz kommunizieren müssen, Ende dieses Jahres ein Angebot machen. Das kündigte das Unternehmen auf der Computermesse CeBIT in Hannover an. Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Hintergrundinformationen Für die Studie „E-Government mit dem neuen Personalausweis“ wurden im November und Dezember 2011 von Forsa 100 Entscheider der öffentlichen Verwaltung mit der Methode des Computer Aided Telephone Interviewing (CATI) befragt. Die befragten öffentlichen Verwaltungen setzen sich zu 83 Prozent aus Städten und Gemeinden (Kommunen), zu 13 Prozent aus Landesbehörden und zu 4 Prozent aus Bundesbehörden zusammen. Die Befragten sind Entscheider und Fachkräfte in Kommunen bzw. Bundes- und Landesbehörden, die unter anderem für E-Government und dabei auch für das Thema neuer Personalausweis zuständig sind. Sie wurden in einer Stichprobe zufällig ausgewählt. Die Ergebnisse sind damit auch für andere Verwaltungen repräsentativ. 9


IT

Die besten Apps für Deutschland Insgesamt wurden 320 Datensätze, 112 Ideen und 77 fertig programmierte Applikationen zum „Apps für Deutschland“-Wettbewerb eingereicht. Bewerber konnten ihre Vorschläge in den Kategorien Daten, Ideen und Anwendungen einreichen.

Kategorie Applikationen/ Unternehmen

Kategorie Applikationen/ Einzelentwickler

1. Preis: Cityguide Bremen von der Cityguide AG, Michael Radomski: Mobiler Stadtführer, der bestehende Informationen aufbereitet und zugänglich macht, etwa aktuelle Ozonwerte, Bibliotheksstammdaten, Tagesbetreuungseinrichtungen und öffentliche Schulen.

1. Preis: LISA – Lokale Information, Suche und Aggregation, Matthias Thimm in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Institute for Web Science and Technologies und des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften: individuelle Ermittlung des Attraktivitätsfaktors einer Region anhand verschiedener gewichteter Datenquellen.

2. Preis: Berliner Wahlkarte von Berliner Morgenpost, Julius Tröger, André Pätzold: Am Tag nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2011 wurde die Zusammensetzung im Landesparlament visualisiert. Die Anwendung erlaubt es, persönliche und politische Daten der 149 Abgeordneten auf einen Blick dynamisch abzubilden. 3. Preis: Berlin-Open-Data-Guide von Cornelius Rabsch: Ziel ist die Vielfalt an lokalen (offenen) Daten in der Stadt wie die nächste Behörde, die nächste Grünanlage oder der nächste Kindergarten besser zur Verfügung zu stellen.

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2. Preis: e11 von Sebastian Werner/Jan Falkenberg: Karten-Applikation mit allen registrierten und veröffentlichten Kraftwerken Deutschlands einschließlich der Darstellung der Energieimporte und -exporte und der Energieverteilung der jeweiligen Bundesländer und Leistungsgrößen in Deutschland. 3. Preis: BlUniViz von Conny Günther, Marcus Kirsch, Felix Thalmann: Statistische Daten über Bundesländer und Hochschulen sollen auf menschliche Vorlieben ausgerichtet und vom Benutzer nach seinen Interessen gewichtet werden, um etwa ein passendes Bundesland oder eine geeignete Hochschule zu finden.


Saarbrücken gewinnt VITAKOPreis als beste „Kommunal-App“ Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister – VITAKO – hat sich mit einem Sonderpreis am Open-Data-Wettbewerb „Apps für Deutschland“ beteiligt. Gesucht und ausgezeichnet wurde eine Internet- oder mobile Applikation, die vorbildlich mit Daten aus Kommunalverwaltungen und/oder der Kommunalpolitik umgeht. VITAKO hat sich die Entscheidung, einen Preisträger zu küren, nicht leicht gemacht. Aus der Vielzahl an Einreichungen in der „Kategorie Applikation“ – 74 funktionstüchtige Apps waren insgesamt zu bewerten – kamen mehrere als Gewinner in Frage. Für VITAKO war es ausschlaggebend, ein besonders innovatives und nutzerfreundliches Produkt mit hohem Kommunalbezug auszuzeichnen.

Die Wahl fiel auf die Städte-Applikation der Landeshauptstadt Saarbrücken. Die Smartphone-Applikation liefert aktuelle Infos rund um Saarbrücken für Bürger, Touristen und Geschäftsleute. VITAKO-Jurorin Marianne Wulff: „Die Saarbrücken-App hat uns besonders gut gefallen. Sie ist

eine der schönsten und attraktivsten kommunalen Städte-Apps. Umfangreich, optisch ansprechend und originell umgesetzt. Zudem ist es möglich, mit dem „Mängelreporter“, dem Kontakt- und Beschwerdemanagement der Kommune, zu interagieren.“ VITAKO will mit dem Sonderpreis zur Transparenz und Offenheit in der Gesellschaft beitragen und unterstützt Open Data als wichtiges Element auf dem Weg zur transparenten und vernetzten Verwaltung. Die iPhone-App der Landeshauptstadt Saarbrücken hat am 6. März auf der CeBIT in Hannover einen Sonderpreis für die „Bundesweit beste Kommunal-Anwendung“ im Wettbewerb „Apps für Deutschland“ erhalten. Robert Mertes, verantwortlich bei der Stadtverwaltung Saarbrücken, sowie Georg Rase und Heiko Hanslik vom Projektpartner Saar Connect GmbH haben die Auszeichnung von Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich in Empfang genommen.

vlnr: Bundesminister Dr. Hans-Peter Friedrich und VITAKO-Geschäftsführerin Marianne Wulff überreichen Saar Connect-Geschäftsführer Georg Rase, Robert Mertes (Projektleiter bei der Stadt Saarbrücken) und Saar Connect-Geschäftsführer Heiko Hanslik die Auszeichnung.

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Über den Tellerrand

Notebookklasse vier und ein Magdeburger Kompetenz-Universitätsprojekt Interaktives Lernen in der Grundschule Gleich zwei große Vorhaben konnten kürzlich an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in Sachen IT- und Medienkompetenz der staunenden Öffentlichkeit und auch der Politik und Wirtschaft präsentiert werden. Mit einem Fachforum wurden an diesem Tag die komplett neu ausgestatteten Labor- und Arbeitsräume „Klassenzimmer der Zukunft“ an der Fakultät für Informatik der Universität eröffnet.

Interaktiv auch an den Grundschulen Unmittelbar an diesem Akt beteiligt war die Dreisprachige Internationale Grundschule Magdeburg (DIG), die als erste von den beiden Magdeburger Projektschulen seit 2009 mit Notebook-Klassen und interaktiven Whiteboards arbeitet.

Felix Kaiser von 1 edu mit der Schultasche der Zukunft.

Dr. Henry Herper, Leiter des Projekts „Klassenzimmer der Zukunft“, Schulleiterin Irina Horstmann, Dr. Volkmar Hinz vom Kompetenzlabor an der OvGU (v.li.) können dem 8. Lehrertag „Informatorische Bildung an Schulen“ gute Erfahrungen aus dem interaktiven Unterricht vermitteln. Ist es doch jetzt schon möglich, dass Kinder aus einem japanischen Klassenzimmer mit Schülern einer deutschen Grundschule direkt im Unterricht kommunizieren.

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Derzeit werden an dieser Bildungseinrichtung alle Klassenzimmer mit interaktiven Whiteboards ausgerüstet. Diese Grundschule ist damit die erste Schule in Sachsen-Anhalt, die über eine solche zukunftsweisende Vollausstattung verfügt. Dass die Grundschüler durchaus mit der neuen Technik umzugehen wissen, wurde in einer Videokonferenz anlässlich des Fachforums eindrucksvoll verdeutlicht; dass aber auch das Handwerk Rechnen und Schreiben nicht zu kurz kommt, bewiesen sie auch. Die Schultasche der Zukunft wiegt etwa 500 Gramm, stellten Anwesende fest.

An dem Forum der Universität nahmen auch Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und Frank Bonse, Referatsleiter für eGovernment im Finanzministerium Sachsen-Anhalts, Vertreter von Kultusministerium, Eltern, Lehrer und namhafte Vertreter der Kooperationspartner dieses umfangreichen Projektes teil. Die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen Prorektor Prof. Helmut Weiß und Karl-Josef Stallmann, Geschäftsführer der SMART-Technologies Deutschlands, darf als Wegweiser für die Grundschulentwicklung in Sachsen-Anhalt gewertet werden. Die Schultasche der Zukunft wächst mit den Anforderungen, wird dabei nicht schwerer und ist mit allem Wissen ausgerüstet, das benötigt wird. Eine Entwicklung, die optimistisch in die Zukunft blicken lässt. J.H.


Aus der KID-Praxis

Neues Speichersystem im Rechenzentrum der KID Die Verfügbarkeit der im Rechenzentrum der KID gehosteten Verfahren ist für unsere Kunden zunehmend von entscheidender Bedeutung. Minimale Downtimes und schnelle Datenwiederherstellung im Disasterfall sind für Geschäftsprozesse unserer Kunden von großer Wichtigkeit. Um diesen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden und eine kontinuierliche Datenverfügbarkeit für die gehosteten Applikationen zu realisieren, implementiert die KID zurzeit ein neues Speichersystem, das auf einem NetApp Metrocluster, basierend auf den Open Storage Controllern der NetApp V-Series und Fujitsu Eternus DS410 Plattenspeichersystemen, beruht. Der MetroCluster ist eine Lösung für Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery, die Array-basiertes Clustering und synchrones Mirroring (Spiegelung) kombiniert und so eine kontinuierliche Datenverfügbarkeit und die Vermeidung von Datenverlusten ermöglicht.

Mit den Open Storage Controllern der NetApp V-Series können Storage Arrays verschiedener Anbieter, einschließlich EMC, Fujitsu, IBM, Hewlett-Packard und Hitachi Data Systems, konsistent und mit weniger Aufwand gemanaged werden. Der Einsatz der V-Series Controller ermöglicht es, bereits vorhandene Speichersysteme weiterhin im SAN des Rechenzentrums zu verwenden. Die eingesetzten Storage Controller erweitern die Merkmale des umfangreichen NetApp Portfolios für Hochverfügbarkeits- und Disaster Recovery Lösungen um die Funktionen für Failover, Datenreplikation und Datendeduplizierung. Durch die transparente Datenreplikation werden die Daten auf beiden Speichersystemen vorgehalten und stehen somit unterbrechungsfrei zur Verfügung. Diese Replikation kann auch standortübergreifend realisiert werden. Die Kombination aus transparentem Failover und Datenreplikation ermöglicht ein Disaster Recovery ohne Datenverlust und in kürzerer Zeit.

Als eigenständige Lösung kann MetroCluster transparentes Recovery bei Ausfällen leisten, so dass geschäftskritische Applikationen ohne Unterbrechung weiter genutzt werden können. Häufig wiederkehrende Change Management-Vorgänge fallen weg, wodurch das Fehlerrisiko durch menschliches Versagen sowie der administrative Overhead gesenkt werden können. Die wesentlichen Merkmale sind: n Keine ungeplanten Ausfallzeiten dank trans parentem Failover und Schutz vor Hardware und Netzwerkfehlern sowie Umwelteinflüssen. n Keine einzuplanenden Ausfallzeiten bei Sys temupgrades oder Wartungsarbeiten der Storagehard- und -software erforderlich. Durch den Einsatz von redundanten Storage Controllern können Wartungsarbeiten und Systemupgrades ohne Unterbrechung durch geführt werden. n Verbessert Lese-Performance durch Lesen vom Spiegel. n Einfache Administration (u.a. Failover mit einem Kommando, automatische Spiegelung der Konfi guration). n Kein Datenverlust bei Ausfall einer Site (mit einem Kommando kann der Spiegel aufgebro chen und der Betrieb mit dem Spiegel sofort weitergeführt werden.

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Neues Speichersystem im Rechenzentrum der KID

Der Einsatz der Open Storage Controller der V-Series ermöglicht den Einsatz von Speicher-Arrays unterschiedlicher Hersteller. Im Rechenzentrum der KID werden hier zwei Storagesysteme, ETERNUS DX420 von Fujitsu neben einem CX4 System von EMC, eingesetzt. Aktuell erfolgt im laufenden Betrieb die Datenmigration vom bestehenden Storagesystem CX4 auf die neuen Storagesysteme im MetroCluster. Diese wird voraussichtlich im Juni abgeschlossen sein.  T.H. 13


KID

Glaskunst im Foyer Ein großer Glaskünstler der Stadt ist 80 geworden. Richard Otfried Wilhelm war Gründungsmitglied der „Magdeburger Glasgestaltung“ und viele Jahre auch ihr Leiter. Die Glasplastik „INTERFERENZ II: Elbewelle“ ist in unserem Foyer seit 2006 zu bewundern. Seine wohl berühmteste Arbeit stand lange Zeit in Berlin: die „Gläserne Blume“ im Palast der Republik. Geschaffen gemeinsam mit Reginald Richter. Künstler sehr bald nach der Beglückwünschung zur Auszeichnung seitens der Abteilung Kultur des Rates des Bezirkes Magdeburg Vorwürfe gemacht, wie: „Gerade die besten Kunstwerke sollten wir selbst behalten … .“ Daran fügte sich die Anfrage: „Könnten Sie diese Plastik nicht noch einmal schaffen?“ Richard Wilhelms Antwort war: „Wiederholen nicht. Aber zum gleichen Thema in gleicher Technik vielleicht eine gute Variante schaffen, auch in der Größe entwickelt … .“ Der Auftrag wurde erteilt, die finanziellen Mittel aus dem Kulturfonds der DDR bereitgestellt. Richard Wilhelm schuf „INTERFERENZ II: Elbewelle“, die in einem Gästehaus des Bezirkes, später Hotel, im Empfangsbereich Aufstellung fand. Der Rest der Geschichte ist relativ schnell erzählt.

Die Elbewelle im Foyer der KID

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Mit dem Umzug der KID im Dezember 2006 aus dem Katzensprung 2 in das Marietta Quartier ergab sich die Möglichkeit, im Foyer des neuen Mietobjektes Kunst auszustellen. Also machten wir uns auf die Suche nach geeigneten Gegenständen aus „alten Zeiten“, so der Plan. Durch die Vermittlung des Kulturbüros der Stadt und glückliche Umstände haben wir einen längst vergessenen „DDR-Schatz“ entdeckt. Es handelt sich um die Glasplastik „INTERFERENZ II: Elbewelle“ von Richard Wilhelm. Die Ausstrahlungskraft des Kunstwerkes liegt darin begründet, dass in seiner mit dem Licht ständig wechselnden, lebendigen Erscheinung sowohl der Begriff “INTERFERENZ“ (Überlagerung) wie auch „Elbewelle“ dem Betrachter nachvollziehbar erscheinen. Dazu gibt es diese kleine Geschichte: Mit der ersten Ausführung dieser Skulptur mit dem Namen „INTERFERENZ I“ gewann Richard Wilhelm den internationalen Wettbewerb für moderne Glaskunst in Europa. Danach wurde sie vom Freistaat Bayern für Kunstsammlungen angekauft. So sehr auch die Deviseneinnahme durch das Kunstwerk der DDR-Staatskasse willkommen war, wurden dem

Viele Jahre verstaubte die Elbewelle, dadurch auch etwas restaurierungsbedürftig, in einem Schuppen eines Baubetriebes.

Das Kunstwerk wurde in kurzer Zeit „salonfähig“ gemacht und für „kleines Geld“ steht heute große Kunst mit einer bedeutungsvollen Geschichte im Foyer der KID. Viele unserer Gäste und Besucher kennen diese Geschichte bereits, andere werden sie noch erfragen.  A. P.


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Interview

Auf ein Wort, Karen Stone Moderne Kommunikationsmittel gehören heute für die meisten Menschen zum Alltag. Der Server befragt an dieser Stelle Prominente und/oder von Berufs wegen kommunikative Menschen, welche sie davon wofür benutzen. Heute: Karen Stone, seit 2009 Generalintendantin des Magdeburger Theaters. Die in Nordengland (Yorkshire) geborene Karen Stone hat in ihrer Theaterlaufbahn schon an vielen Stationen weltweit angehalten. In Rom studierte sie Musik, nach Deutschland kam sie, um ihren

Welche Funktionen Ihres Handys nutzen Sie regelmäßig? Mit meinem Dienst-Handy telefoniere ich nur. Mein privates iPhone nutze ich sehr vielfältig: Telefon, Kalender, E-Mail, Internet, Musik, Fotografieren, Spielen. Wie oft klingeln in der Regel Ihre Handys am Tag? Da sie meistens ausgeschaltet sind, nicht oft. Bei Terminen, Proben oder Aufführungen ist es für mich der größte Frevel, wenn ein Handy klingelt. Ist Ihre Nummer geheim? Meine private Nummer haben meine Freunde und Verwandten, meine Dienstnummer all jene, die über das Theater Zugang dazu haben. Was würde Ihnen ohne Handy fehlen? Ich kann mir ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen. Finden sich die Handynummern des ARD-Intendanten in Ihrem Telefonverzeichnis? Nein, ich weiß ja nicht einmal, wer das ist. Windows oder Mac OS? Ich bin ein absoluter Mac-Fan – voll ausgerüstet mit iMac, iPhone und iPad. Dienstlich nutze ich allerdings einen Windows-PC.

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Schwerpunkt Oper zu vertiefen. In England, Italien, Spanien, Österreich und zuletzt in den USA (Dallas) konnte Karen Stone ihre Leidenschaft für das Theater beruflich ausleben.

Welche Rolle spielt in Ihrem Leben das Internet? Gab es ein Leben ohne Internet? Ich liebe es, weil es so unglaublich viele Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten bietet. Es vereint Menschen, weil nichts mehr geheim zu halten ist oder weil man sich nahezu jede Ecke der Welt in Wort und Bild anschauen kann. Stimmt es, dass Sie Künstler über Facebook und Youtube für das Magdeburger Theater suchen? Das stimmt. Über Facebook haben wir z.B. Laiendarsteller für Hamlet gesucht. Bekannte Künstler schicken uns zunehmend Youtube-Links, um sich vorzustellen. Ein guter, schneller und einfacher Weg, interessante Projekte kennenzulernen und mit ihnen ungewöhnliche künstlerische Leistungen zu beurteilen. Welches Videospiel haben Sie zuletzt gespielt? Ich spiele keine Videospiele, aber ich liebe es, mit Menschen online Bridge oder Backgammon zu spielen. Am liebsten zeitgleich mit einem Spielpartner aus China, einem aus dem Iran und einem aus Amerika. Welche DVD haben Sie zuletzt angesehen? Den spanischen Thriller „Das Waisenhaus“ – eine Online-Ausleihe.

Wie nutzen Sie Ihren privaten Computer? Als absoluter Informationsjunkie für unglaublich viele Dinge. Ich höre viel Radio übers Internet (Karen Stone spricht fünf Sprachen, die Red.), schaue am PC fern, lade mir Filme runter, schreibe Mails, recherchiere im Internet oder spiele online.

Besitzen Sie eine Digitalkamera? Ja, seitdem ich iPhone und iPad habe, benutze ich sie aber sehr selten.

Welche Internetseite klicken Sie am häufigsten an? Zweimal täglich meine Lieblingszeitung www.guardian.co.uk

Von wem bekommen Sie die meisten E-Mails? Von meiner Schwester aus Rom.

Ihr letztes Fotomotiv? Meine beiden Hunde fröhlich im Wahlitzer Wald.


Bestellen Sie Konsumgüter eher im Internet oder gehen Sie lieber shoppen? Bücher, DVDs und CDs ordere ich gern online. Kleider oder Schuhe muss ich aber in einem Geschäft sehen, fühlen und anprobieren. Halten Sie unser zunehmend vernetztes Leben für einen Segen oder einen Fluch für den Schutz Ihrer Persönlichkeitsrechte? Aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile. Nachholbedarf sehe ich bei der ganzen Cookie-Geschichte, denn sie protokollieren meine Gewohnheiten im Netz. Das ist für mich wie Spionage meiner Inter-

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essen, denn es geht niemanden etwas an, welche Bluse ich mir gerade im Internet angesehen habe. Sagt Ihnen der Begriff „PowerPoint“ etwas? Für mich ist das der Inbegriff der Oberflächlichkeit. Hier werden ganze Aufsätze auf zwei Zeilen reduziert. Lesen Sie lieber Briefe oder E-Mails? Das ist mir egal. Wichtig ist mir, dass die Menschen regelmäßig miteinander kommunizieren. Die moderne Technik bietet dafür vielerlei Möglichkeiten. Und das ist gut so.

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Ausflugstipp

Die Veltheimsburg im Bebertal

Wildromantische Reise in eine längst vergessene Zeit Hoch über dem Bebertal (Bördekreis) steht die Veltheimsburg, die erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnt wurde. Einst Bischofs-, Ritter- und Markgrafenburg, ist die Anlage heute ein ideales Ausflugsziel für unsere gestressten Alltagsseelen. Ein ausgedehnter Spaziergang durch den verwilderten Park, eine Besichtigung der Heimatstube oder Relaxen im Café – Städter erwartet hier ein kleines Paradies zum Entspannen und Wohlfühlen. In der zweiten Folge unserer Serie laden wir Sie ganz herzlich auf die Veltheimsburg im Bebertal ein. Üppiges Grün wuchert entlang der Wege. Zwei schwarze Katzen streifen durch das Tor. Ein Milan kreist über dem Schlossturm: Wir sind auf der Veltheimsburg, die hoch über dem Bebertal thront und zum längeren Verweilen einlädt. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts wurden in Bebertal drei Burgen amtlich erwähnt: Bischofssitz, Ritterburg und Markgrafenheimat. Bis heute sind der hochmittelalterliche Bergfried und Teile der Magdalenenkapelle der alten Bischofsburg erhalten geblieben. Von der Markgrafenburg, die 1439 an die Herren von Veltheim verlehnt wurde, sind ebenfalls noch Teile erhalten. Verschwunden dagegen ist die Ritterburg, die von Gebhard I. von Alvensleben errichtet wurde, um die Bischofsburg zu schützen. 1998 übernahmen der Unternehmer Hans-Dieter Neddermeyer und seine Ein Blick in den Burgpark. Im Hintergrund Reste eines früheren Gebäudes. Alles grünt und blüht und über die Burg weht ein sanfter Duft von Vergangenheit und Nostalgie.

ANFAHRT Auf der A2 bis zur Anschlussstelle Eilsleben. Dann weiter auf der Bundesstraße 245 Richtung Haldensleben. Im Ort den Ausschilderungen folgen. Vor der Burg und im Innenhof gibt es ausreichend Parkplätze.

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Frau Christa die Burganlage. Das Ehepaar schuf in jahrelangter Arbeit ein kleines Paradies: Nicht nur, dass der gut 30 Meter hohe Bergfried wieder rekonstruiert wurde. Nein, im Barockteil der Anlage entstand unter anderem ein liebevoll eingerichtetes Café.

Was für ein Kamin, was für ein Kuchen Besonders das Ambiente des großen Saals mit dem schlicht gestalteten – aber äußerst beeindruckenden – Kamin, lädt zum Bleiben ein. Und wer sich dann von Café-Betreiberin Sigrun Allner ein Stück selbstgebackene Stachelbeertorte servieren lässt, möchte eigentlich nicht mehr weg. Doch das geht nicht, denn es gibt noch viel mehr zu entdecken. Zum Beispiel gleich rechts neben dem großen


Bildautor

Ein Blick vom Burgfried ins Land. Ist Magdeburg zu sehen? Testen Sie selbst ...

Eingangstor: Hinter Zäunen tummeln sich Schafe und Ziegen. Die gepflegten Tiere kommen sofort an das Maschengitter, wenn sich der neugierige Besucher nähert. Wahrscheinlich hoffen sie darauf, gefüttert zu werden. Da das aber nicht passiert, ist die Meckerei der Tiere natürlich groß ... Oder Sie lassen sich von Sigrun Allner den großen Bergfriedschlüssel aushändigen, damit Sie den efeuumrankten Turm erklimmen können. Aufgepasst, allein der Schlüssel ist schon eine Herausforderung! Es bedarf wirklich einiger Mühen und viel Geschicklichkeit, die große Holztür mit dem Schlüssel zu öffnen. Alle Mühen werden dann belohnt, wenn Sie oben auf dem Burgfried stehen und unendlich weit blicken können. Welche Ruhe und welcher Frieden hier zu spüren ist, lässt sich mit Worten kaum beschreiben ...

Übrigens: Wenn sie sich trauen, können sich „Verliebte“ auf der Veltheimsburg trauen lassen und romantisch Hochzeit feiern. Da geben Ihnen die Standesbeamten der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Börde Auskunft. Wenn es nicht gleich eine Hochzeit sein soll: Auf der Burg werden hin und wieder Flohmärkte, Gartenfestivals oder Vorträge veranstaltet. Fragen Sie Frau Allner. Sie hat garantiert den einen oder anderen Geheimtipp für Sie parat. Thomas Pfundtner

INFOS Adresse: Burgstraße 16 39343 Bebertal

Wenn der Stein Geschichten erzählt ...

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Der Eintritt ist frei. Das Café ist Di. - Fr. von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Sa. und So. ab 11 Uhr.

Fotos: Thomas Pfundtner

Zurück auf der Erde, empfiehlt sich ein Besuch in der kleinen Heimatstube neben dem Café, die an den Wochenenden fast immer geöffnet ist. Hier gibt es zahlreiche Erinnerungen von früher zu bestaunen. Ein nettes Wort mit den Betreibern garantiert eine Reise in die Vergangenheit – wenn sie ins Plaudern kommen wird das „Einst“ real und greifbar. Danach vielleicht zum Parkmittelpunkt. Hier erinnert ein Denkmal an den „Geheimen Kammerrat“ Johann Gottlieb Warmholz – „Freund der Natur und Liebhaber der Kunst“. Streichen Sie mit der Fingerspitze über den verwitterten Stein oder ziehen Sie die verblichenen Buchstaben nach: Lebendiger kann die längst vergessene Zeit nicht werden. Auf einer Seite des Denkmals erfahren Sie, welche Bedeutung Gottlieb Warmholz für die Veltheimsburg hatte. Was dort steht, wird hier natürlich nicht verraten.

Der Turmschlüssel verlangt vom Toröffner viel Geschick und Geduld.

Geburtstags- und Hochzeitsfeiern sind hier möglich. Telefon: 03906 29287. E-Mail an: cafe-veltheimsburg@ gmx.de Infos Trauungen Standesamt Tel.: 039204 781312

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Streiflichter

Selbstversuch in der Mittagspause

Wie Werner Forßmann den Herzkatheder entdeckte Werner Otto Theodor Forßmann (29. August 1904 bis 1. Juni 1979) gilt als Erfinder des Herzkatheters. 1956 erhielt er dafür mit André Frédéric Cournand und Dickinson Woodruff Richards den Nobelpreis für Medizin. Zur Legende aber wurde Forßmann vor allem durch die Art und Weise seiner Entdeckung. Kein zweites Kapitel der Medizingeschichte eignet sich besser für eine Verfilmung wie die Geschichte des Lebens von Otto Theodor Forßmann. Bietet sie doch alles, was Hollywood für einen Blockbuster braucht: ein bisschen Heldentum, ein Schuss Flunkerei – das alles garniert mit Liebe, Leid und spätem Ruhm. Das ist seine Geschichte: Forßmann studiert zunächst in seiner Heimatstadt an der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität Medizin. Anschließend arbeitet er als Assistenzarzt in der Auguste-Victoria-Klinik in Eberswalde. Hier will er erstmals einen spektakulären Selbstversuch wagen, der ihn weltberühmt machen sollte.

Beim Beurteilen eines Röntgenbildes. Werner Forßmann und Ehefrau Elisabeth

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Ausgangspunkt ist eine alte Abbildung, die Forßmann in die Hände fällt und die Herzkatheterisierung beim Pferd zeigt. Daraus leitet der junge Mediziner die Ungefährlichkeit der Methode beim Menschen ab.

Forßmann plant zunächst Patientenversuche, doch sein Chef verweigerte ihm aus ethischen Gründen die Zustimmung. Stattdessen „lobt“ er ihn eiligst aus Eberswalde fort – und verschafft ihm eine Stelle an der Chirurgischen Klinik der Berliner Charité unter Ferdinand Sauerbruch. Auch dort wird die Selbstversuchsidee von Klinikdirektor Ferdinand Sauerbruch empört abgelehnt. Forßmann führt heimlich einige Leichen- und Tierversuche durch. Der ruhmsüchtige Mediziner lässt daraufhin im Frühjahr 1929 Taten sprechen. In der Mittagspause führt er sich mit Hilfe einer Krankenschwester einen Gummischlauch 30 Zentimeter weit in die Armvene ein. Anschließend steigt er mit liegendem Katheter die Treppen zur Röntgenabteilung in den Keller, schiebt die Sonde weitere 30 Zentimeter vor und lässt die Schwester eine Aufnahme anfertigen, die die Katheterspitze im rechten Vorhof zeigt.


Ein halbes Jahr später, am 5. November 1929, publiziert er in einem Aufsatz („Über die Sondierung des rechten Herzens“) seinen Versuch. Während in Fachkreisen kaum jemand davon Notiz nimmt, macht eine Berliner Tageszeitung eine Sensationsmeldung daraus. Das hat unerwünschte Konsequenzen: Forßmann wird vom wütenden Klinikchef Ferdinand Sauerbruch mit den Worten vor die Tür gesetzt: „Mit solchen Kunststücken habilitiert man sich in einem Zirkus und nicht an einer anständigen deutschen Klinik.“

1945 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück, wird er wegen seiner Nähe zum Naziregime bis 1948 mit Berufsverbot belegt. Dennoch praktiziert er von der Öffentlichkeit unbemerkt in einem Schwarzwalddorf, später in Bad Kreuznach. Dort überrascht ihn der Ruhm. Am 18. Oktober 1956

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Werner Forßmann, Röntgenbild der ersten Herzkatheterisierung, 1929. Röntgenbild, ca. 30 × 40 cm

verbreitet sich die Nachricht, dass Forßmann zusammen mit zwei Amerikanern der Nobelpreis für Medizin verliehen werden soll. Zwar ist seine Rückkehr in die physiologische Forschung unmöglich geworden, doch 1958 bekommt er noch einmal einen gut dotierten Chefarztposten in Düsseldorf. Nach seiner Pensionierung kehrt Forßmann in den Schwarzwald zurück. Ironie der Geschichte: Dort stirbt er am 2. Juni 1979 – an einem Herzinfarkt. JUJ

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Forßmann bleibt nichts anderes übrig, als sich der klinischen Chirurgie und Urologie zuzuwenden. Jahrelang nimmt kaum jemand seine Ergebnisse zur Kenntnis, er gerät mit seinem Selbstversuch in Vergessenheit. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Forßmann noch vor der Machtübernahme Hitlers 1932 in die NSDAP eintritt. In Mainz macht er eine respektable Karriere als Oberarzt, absolvierte seit 1935 freiwillig viele Wehrübungen, Manöver und Kurse, wird als Sanitätsoffizier zur Wehrmacht einberufen. Ab Herbst 1942 ist er vom Frontdienst befreit – warum auch immer.

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Glosse

Männer beim Zahnarzt Als Kind war es noch ein Abenteuer. Die Zahnteufelchen pustete der Zahnarzt wie im Schleckerjörg-Bilderbuchthriller weg und Karius und Baktus waren eh nur lustige Geister aus dem Gedichtband. Jahrzehntelang hauchte der Weißkittel nach wenigen Minuten: „Alles in Ordnung, kannst wieder gehen.“ Kindheit prägt – und so wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass auch nur ein einziges Bakterium meinem Zahnschmelz etwas anhaben könnte. Also sah mich weder in der Pubertät noch im Studium oder später je ein Zahnarzt. Nach all diesen wundervoll schmerzfreien Jahren musste ich dann plötzlich Bekanntschaft mit der Ultraschall-Zahnstein-Intensivreinigung machen. In einer einzigen bohrintensiven Sitzung verpasste mir der Weißkittel gleich sieben Inlays. Seit dieser Lektion in dentologischer Missachtung habe ich echte Angst vor dem Zahnarzt entwickelt. Lieber erledige ich jede Woche die große Hausordnung für alle meine Nachbarn, als einmal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen. Jahrelang ging wieder alles gut. Alle sechs Monate zur Zahnhygiene, anschließend der Kontrollblick vom Zahnarzt: „Alles chic, Sie können nach Hause gehen.“ Dumm, dass die Glückssträhne nicht bis in alle Ewigkeit hielt. Bei der jüngsten Sitzung hieß es bei der Kontrolle auf einmal: „Ah, junger Freund, da ist eine gaaaaanz kleine Karies, die bohre ich Ihnen schnell ohne Betäubung weg.“ Als sich dieses schreckliche Ziehen endlich verzogen hatte, waren drei weitere Backenzähne so weit aufgebohrt, dass

Frau

Herr

nur noch dünne Rudimente übrig blieben. Der Zahnarzt hatte gerade seine neueste Errungenschaft bei mir ausprobiert – eine winzige Kamera, die live aus meinem Zahnstumpf eklige Bilder auf den Monitor beamte. „Sie haben aber gut versteckte Karies“, grinste der Arzt, „da müssen wir mal röntgen.“ Ein paar Minuten später stand fest, dass Karius und Baktus ein weiteres Nest gebaut hatten – in einem Weisheitszahn. Für Mister Bohr-Mann kein Problem: „Den heble ich Ihnen raus, wenn ich die Inlays reinmache.“ Schmerzen zu erleiden ist eine Sache, aber zwei Wochen darauf warten zu müssen, eine ganz andere. Hätte ich wählen können – ich wäre lieber nach Mekka zu Fuß gelaufen, hätte die Kinder geschickt oder mich zur Fremdenlegion gemeldet. Auch Auswandern wäre mir lieber gewesen als die Audienz beim Zahnarzt. Statt Mitleid, Mitgefühl und Solidarität erntete ich in meinem Umfeld nur Hohn und Spott und andere Parolen: „Sei ein Mann, stell dich nicht so an“, „Sei kein Weichei“, „Nur die Harten kommen in den Garten“. Jetzt habe ich es hinter mir. Mit 47 Jahren hat mich mit einem Weisheitszahn mein erstes Körperteil verlassen. Eine schwere Geburt, erst mit Hebel, dann mit Zange. Mein Weißkittel schwört, dass er noch nie mit einem so widerborstigen Ding zu tun hatte: „Der ging aber auch schwer raus.“ Unvergesslich für mich war dieses Knirschen im Kopf, als sich der Zahn langsam aus dem Kiefer löste. Am Ende der Prozedur stand ich vor einem tiefen Loch – dem im Kiefer.

Bitte frankieren, wenn möglich.

Name/Vorname

DANKE

Straße/Hausnummer

Antwort PLZ/Wohnort

Das Lösungswort lautet:

Bitte senden Sie mir den SERVER kostenfrei zu. 22

Redaktion SERVER KID Magdeburg GmbH Alter Markt 15 39104 Magdeburg

Unter allen neuen Abonnenten verlosten wir drei USB-Sticks. Unsere Gewinner sind: Uwe Schwetz aus Bremen, Carsten Bregau aus Gräfenheinichen und Gordon Niemeyer aus der Goethestadt Bad Lauchstädt Herzlichen Glückwunsch!


Impressum

Lösungswort gesucht Palästinenserorganisation

spanisches Reisgericht Brotaufstrich

Gedankeninhalt

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Schliff im Benehmen

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2

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4

8

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5

6

Schreiben Sie das Lösungswort auf die beigefügte Postkarte oder senden Sie uns eine E-Mail: info@kid-magdeburg.de Einsendeschluss ist der 3. August 2012 Vergessen Sie nicht den Absender. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

SERVER

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Alter Markt 15 39104 Magdeburg

3

6 1

bayrisch: nein

bauliche Veränderung

EDVGerät

schwerfällig, klobig

liturgischer Gesang

5

kurz für: um das

10

altgriechische Orakelstätte

christliches Sakrament

lästige Marotte

Vagabund

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griechische Unheilsgöttin

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Telefon Telefax E-Mail Internet

chem. Zeichen f. Rutherfordium

03 91 2 44 64-0 03 91 2 44 64-400 info@kid-magdeburg.de www.kid-magdeburg.de

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Unter allen Einsendern des richtigen Lösungswortes verlosen wir dreimal eine Haushaltsschere. Diese große Schere hat im Mittelteil einen Flaschenöffner und einen Magneten am Klingenschutz zur einfachen Befestigung an einer Metallschiene.

Redaktionsbeirat Dr. Michael Wandersleb, Geschäftsführer KID Magdeburg GmbH; Andrea Pape, Marketing KID Magdeburg GmbH; Jens-Uwe Jahns, Journalist; Jürgen Haase, Journalist; Georg Rieger, Geschäftsführer Spectrum Wirtschaftswerbung GmbH

Das Lö­sungs­wort unseres letzten Rätsels hieß: Infrastruktur

Gesamtherstellung Spectrum Wirtschaftswerbung GmbH Julius-Bremer-Straße 10 39104 Magdeburg Telefon: 03 91 56 46 47 Telefax:: 03 91 56 46 49 E-Mail: nebelung@spectrumww.de Internet www.spectrumww.de

Eine Haushaltsschere mit Klingenschutz haben gewonnen: Roy Heide, Niedere Börde OT Samswegen; Markus Pönitz, Berlin, und Heiner Hoffmann, Magdeburg

„Server“ erscheint quartalsweise. Nachdruck nur bei Nennung der Quelle. Themengerechte Fotos und Manu­skripte sind stets willkommen, doch können wir eine Veröffentlichung oder Rücksendung nicht garantieren.

Viel Spaß beim Rätseln!

SUDOKU

Herzlichen Glückwunsch!

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SERVER 45/2012  

Kundenzeitschrift der KID Magdeburg | II. Quartal 2012, Ausgabe 45

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