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XI. Jahrgang • IV. Quartal 2011 • 43. Ausgabe

Aus der KITU-Praxis

Erste Arbeitskreise tagten Aus der KID-Praxis

Mandatos jetzt auch im App-Store erhältlich Streiflichter

Manfred von Ardenne – der clevere Baron Interview

Auf ein Wort, Herr Norbert Eichler

Regionales IT-Kundenmagazin für Sachsen-Anhalt

www.kid-magdeburg.de


EDITORIAL

wetten, dass … in zehn Jahren Maus und Tastatur in Vergessenheit geraten sein werden? Das meint zumindest Klaus Straub, der oberste Verantwortliche bei der Audi AG für den IT-Bereich. Viele Eltern stellen fest, dass ihre Kinder per SMS oder Facebook angestupst werden müssen, damit sie noch die altmodischen E-Mails ihrer Eltern lesen, die gerade voller Stolz vom Papierbrief oder dem Telefonat auf dieses vermeintlich moderne Medium umgestiegen sind. Erschreckend? Nicht gewollt? Vielleicht! Auf jeden Fall aber Realität. Ähnlich vollziehen sich auch in der für Bund, Länder und Kommunen relevanten Informationstechnologie die Veränderungen. In der heutigen Aufgabe widmen wir uns deshalb dem Thema „App“ in mehreren Artikeln. Es wird aber weiterhin Beständigkeiten geben. Und das ist gut so. Dazu gehört, dass Papier und Bücher wohl noch lange Bestand haben werden neben elektronischen Darstellungsformen.

Dr. Michael Wandersleb, Geschäftsführer

Und deswegen setzen wir als IT-Unternehmen auch nicht vollständig auf die Elektronik: Als Beilage zu diesem Heft finden Sie eine Zugabe, die zusammengesetzt einen Jahreskalender ergibt, der einen guten Platz auf dem Schreibtisch findet. Erleben Sie, liebe Leserinnen und Leser des SERVER, eine angenehme Adventszeit, ein friedliches Weihnachtsfest und starten Sie gut in das neue Jahr.

INHALT Aus der KID-Praxis

Aus der KITU-Praxis

KITU-Veranstaltung zum Thema Melderegister Erste Arbeitskreise tagten Aus der KITU-Praxis

Das Rechenzentrum Barleben wird modernisiert Informationstechnologie

Was ist eine App? Aus der KID-Praxis

Mandatos jetzt auch im App-Store erhältlich Aus der KID-Praxis

Systemwechsel

Bibliotheka 2000 in der Cloud für Stendal bereit 03

Streiflichter

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Kurznachrichten

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E-Government

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E-Government

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Genossenschaft

Ein Gewinn für alle – Die Genossenschaften Interview

Auf ein Wort, Herr Norbert Eichler

Die kleinste SIM-Karte der Welt Die totale Vernetzung der Gesellschaft E-Government und die Digitale Revolution in Großbritannien Messeimpressionen

Aus der KID-Praxis

Ausbildungsverbund mit Deutscher Telekom bewährt sich

Abi nicht geschafft, aber 600 Patente

DIKOM EXPO – Fachmesse für digitale Kommunen 08 09

Erste elternfinanzierte Laptopklasse am Hegel-Gymnasium Chip Chip hurra Surftipps Sudoku | Rätsel | Lexikon

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Magdeburg

Glosse

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AUS DER KITU-PRAXIS

KITU-Veranstaltung zum Thema Melderegister In unserer letzten Ausgabe des SERVER berichteten wir über den zertifizierten Datenschutz für Meldeauskünfte und die damit verbundenen Verwaltungsvorgänge in den Kommunen. Am 2. November haben sich alle KITU-Mitglieder und geladene Gäste zu einem Erfahrungsaustausch in Magdeburg zusammengefunden. Nach der Begrüßung der Gäste eröffnete der Vorstand der Genossenschaft, Dr. Michael Wandersleb, die spannende Vortragsreihe. Stephan Hauber, Geschäftsführer HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH, demonstrierte allen Anwesenden das Inforegister und Meldeportal als Werkzeug zur Umsetzung innovativer und zukünftiger Anforderungen. Wie so etwas in der kommunalen Praxis funktioniert, zeigte Frank Ehlenberger, Fachdienstleiter Bürgerservice in der Landeshauptstadt Magdeburg. Im Mai 2011 wechselte auch die Landeshauptstadt Magdeburg auf das automatisierte Auskunftsverfahren. Marcel Pessel, Bereichsleiter des Hauptamtes in Barleben, KITU Mitglied und Vorsitzender des Arbeitskreises „Strategie und Steuerung“ der KITU, spricht über die Ergebnisse der Nutzung des eMR (elektro-

Das Magdeburger Modell

nisches Melderegister) aus Sicht der Gemeinde Barleben. Er nannte Zahlen, die die Kostenentlastung durch den Einsatz des eMR bei vollständiger Abbildung der Amtshilfe darstellen. „Europäische Meldeauskunft RISER – Datenschutzkonforme Verarbeitung von Melderegisterauskünften mit einem starken Partner“ hieß der Vortrag der RISER ID Services GmbH. Als einziger Dienst für Melderegisterauskünfte in Deutschland führt RISER das Europäische Datenschutzsiegel EuroPriSe. RISER ist es gelungen, über das von HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH entwickelte Inforegister, das bei KID im Einsatz ist, Melderegis-

teranfragen zu verarbeiten, und bildet somit die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Der Vorteil für die Meldebehörden in Sachsen-Anhalt – da waren sich alle einig – ist die Entlastung von der Bearbeitung schriftlicher Melderegisteranfragen. RISER übernimmt auch die Abrechnung der Anfrager und garantiert die Zahlung der Gebühren an die Meldebehörde. Abschließend stellte Marco Hauffe, Bereichsleiter Anwendungen der KID, den Gästen das Meldeportal als E-Governmentfunktion der KITU dar. Alle Gäste konnten sich ausreichend über die Vorteile und Möglichkeiten dieses Registers informieren.

Erste Arbeitskreise tagten Erstes Treffen des Arbeitskreises „Strategie und Steuerung“ im September Die Kommunale IT-UNION eG versteht sich nicht nur als ein IT-Dienstleister für seine Mitglieder, sondern möchte auch den Genossenschaftsgedanken auf dem Gebiet des Kommunalen Erfahrungsaustausches zwischen den Mitgliedern fördern und entwickeln. Vertreter aus fast allen Mitgliedskommunen nahmen an der Auftaktveranstaltung zur Bildung einzelner Arbeitsgruppen im März teil (wir berichteten in der letzten Ausgabe des SERVERS darüber). Am 7. September traf sich daraufhin zum ersten Mal der Arbeitskreis „Strategie und Steuerung“. Zum Vorsitz der Arbeitsgruppe wurde Marcel Pessel, Bereichsleiter SERVER

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Hauptamt der Gemeinde Barleben, gewählt. Interessante Themen, wie z.B. D115 Aktivitäten in Sachsen-Anhalt oder Chancen und Risiken bezüglich WEB 2.0 wurden diskutiert. Interessante Themen, u.a. die Frage, wie viel Rechenzentrum benötigt eine Kommune, sowie Erfahrungen zu Dokumentenmanagementsystemen, Personalabrechnungen und zu Ratsinformationssystemen stehen für die nächste Zusammenkunft bereits fest.

Erstes Treffen des Arbeitskreises „IT“ (inkl. Einkauf und Schulungen) im Oktober Der aus der Auftaktveranstaltung hervorgegangene zweite Arbeitskreis „IT“ nahm am 26. Oktober seine Arbeit auf.

Zum Vorsitz dieser Arbeitsgruppe wurde Sven Hantscher, Fachbereichsleiter Kultur und zentrale Dienste der Stadt Weißenfels, gewählt. Themen wie: Gestaltungsspielräume im Beschaffungsprozess, Standardisierung als Chance in der interkommunalen Zusammenarbeit sowie die Möglichkeiten des Einsatzes von Kopiertechnik in der Verwaltung – praktischer Erfahrungsbericht des europaweiten Ausschreibungsgewinners Toshiba – beschäftigten die Teilnehmer. Die Themen für die nächste Zusammenkunft stehen bereits fest. 3


AUS DER KITU-PRAXIS

Das Rechenzentrum Barleben wird modernisiert Gemeinde Barleben und Kommunale IT-UNION eG haben weitere Zusammenarbeit beschlossen

Im 1. Halbjahr 2011 wurden im Rahmen einer Studie die geplante neue Infrastruktur bewertet, Vorschläge für alternati-

ve Standorte und Lösungsansätze aufgezeigt sowie deren Wirtschaftlichkeit dargestellt. Im Ergebnis hat die Studie gezeigt, dass ein redundanter Rechenzentrumsbetrieb notwendig ist. „Das durch die Kommunale IT-UNION eG (KITU) bereitgestellte Rahmenleasingangebot kann bei Bedarf von anderen Genossenschaftsmitgliedern genutzt werden, um Preise noch attraktiver zu gestalten. Dies ist ein weiteres Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit im Rahmen der Genossenschaft“, so Dr. Michael Wandersleb. Im Jahr 2007 übernahm die Gemeinde Barleben die Schulträgerschaft für die Sekundarschule am Ort. Die technischen Möglichkeiten und der Ausstattungsgrad der Sekundarschule sind wegweisend für die Bildungsinfrastruktur in der Region. Auch die Kooperation mit den Ecole-Schulen wirkt sich positiv auf die Festigung der Position der Gemeinde Barleben im Wettbewerb der Regionen und Gebietskörperschaften aus. Durch die Übernahme dieser Aufgaben erwächst die

Notwendigkeit, den in der Gemeinde ansässigen Einrichtungen eine adäquate IT-Infrastruktur für die Erfüllung ihrer Lehrund Lernaufgaben zur Verfügung zu stellen. Dies gilt nicht nur für die vorgenannten drei Objekte, sondern wird durch die Integration aller am Standort Barleben befindlichen Bildungseinrichtungen ergänzt. Hierzu gehören die Grundschule und der Hort, die Kindereinrichtungen und auch die Bibliothek der Gemeinde Barleben. Die in 2005 errichtete zentrale Anlage kann das wachsende Datenvolumen und die Nachfrage nach Diensten aus den angeschlossenen Einrichtungen nur noch in einem sehr begrenzten Umfang adäquat bereitstellen und weist keine Kapazitätsreserven mehr auf. Durch den verstärkten Einsatz von Internet und Kommunikationsmedien in den Einrichtungen würde die IT-Anlage der Einheitsgemeinde Barleben ohne die Etablierung einer neuen IT-Infrastruktur (SAN-System, Serverstruktur) kurzfristig an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

FOTO: THOMAS ZASCHKE

Zu einem bedeutenden Termin kamen am Mittwoch, 28.09.2011, der Bürgermeister der Gemeinde Barleben, Franz-Ulrich Keindorff, und der Vorstand der Kommunalen IT-UNION eG (KITU), Dr. Michael Wandersleb, in Magdeburg zusammen. Per Vertragsunterzeichnung sicherten sich beide Partner eine zweijährige Zusammenarbeit zu. Entscheidender Bestandteil des Vertrages ist die Investition von fast einer Million Euro, die Barleben zur Erneuerung der gemeindlichen IT-Anlage investiert. „Wir beabsichtigen die Modernisierung der IT-Infrastruktur und die Erweiterung des vorhandenen Rechenzentrums der Einheitsgemeinde Barleben“, erklärte Herr Keindorff. Die Kommunale IT-UNION eG (KITU), zu deren Gründungsmitgliedern die Gemeinde Barleben gehört, übernimmt die Durchführung der Ausschreibung des Leasingvertrages.

Franz-Ulrich Keindorff, Bürgermeister der Gemeinde Barleben und Dr. Michael Wandersleb, Vorstand der Kommunalen IT-UNION eG, (v. r.) sind Partner eines Millionen-Projektes. Die Gemeinde Barleben investiert 950.000 Euro in die Modernisierung ihres Rechenzentrums.


INFORMATIONSTECHNOLOGIE

Was ist eine App? Was haben wir morgen für Wetter? Die aktuellen Bundesliga-Ergebnisse, mein 3,6-Minuten-Ei – auf alles (fast alles) gibt mittlerweile die App eine Antwort. Jeder, der über ein passendes Telefon verfügt, ein sogenanntes Smartphone, kann Apps konsumieren, sofern er es will und seine Internetfunktion nicht abgeschaltet hat. Was ist eine App aus der technischen Sicht? Nur kurz und nicht wirklich vollständig: App ist die Kurzform des englischen Wortes „Application“ und bedeutet schlicht Anwendung, also Programme, wie z. B. Spiele oder Textprogramme – so zumindest im allgemeinen Sprachgebrauch. Dann gibt es noch die Unterscheidung zwischen nativen Apps und WebApps. Letztere sind mobile Internetanwendungen, genau genommen mobile Webseiten mit erweiterten Funktionen, die mittels Internetbrowser von jedem mobilen Endgerät angesteuert werden können. Erstellt werden sie mit HTML, CSS und Java Script, also klassischen Internettechnologien. Eine native App ist immer plattformabhängig, erweitert die Funktionen des mobilen Endgerätes und wird in richtigen Programmiersprachen erstellt, wie C++, Java oder Objective-C. Noch muss eine native App für das jeweilige Betriebssystem speziell programmiert werden, z.B. iOS für Apple-Geräte, Symbian für Nokia oder Android von Samsung, Sony und HTC.

den muss, kostenlos, für einige Cent, manche kosten auch richtig Geld. Eine WebApp kann ganz normal im Browser aufgerufen, über Suchmaschinen gefunden und durch Links auf anderen Webseiten, Blogs und Social Media-Plattformen zugänglich gemacht werden. Native Apps (auch Smartphone Apps genannt) ermöglichen viel mehr kreative und technologische Möglichkeiten, die Gestaltungsmöglichkeiten sind zum jetzigen Zeitpunkt weitaus vielfältiger, manche Apps funktionieren sogar offline.

Ein Smartphone ist mobil: wo man gerade ist, befindet sich auch das Smartphone, auch im Urlaub oder auf einer Dienstreise im Ausland. Eine harmlose Wetter-App kann da schon richtig ins Geld gehen, wenn man nicht vorher das Auslands-Roaming für Daten ausgeschaltet hat. Wo Licht ist, ist auch Schatten, zumindest dann, wenn auf Wissen nicht Handeln folgt. G.R.

Auch in der App-Welt gibt es Luxusprodukte, wie z. B. die Millionärs-App, die einen Zugang zu diversen Luxusangeboten, wie Reisen, Hotels, Yachten bietet und stolze 799,99 Euro kostet. Jetzt bloß nicht das Handy verlieren!

n Der Regionalexpress xy fällt aus (Lokschaden) n Für deinen PKW gibt es eine Rückrufaktion n Fahr nicht zu dieser Tankstelle, 10 km weiter ist der Diesel 6 Cent preiswerter n Du interessierst dich für ein Fahrrad, 300 m von hier gibt es ein Sonderangebot n Urlaubs-App – sucht, vergleicht, bewertet, bucht n Von-A-nach-B-App – sucht optimale Verbindung, bucht und lädt Fahrkosten auf das Smartphone, teilt Verspätungen mit, sucht Mitfahrer (Gruppenrabatte) QUELLE: ADAC, PETER SCHMIDHUBER

Ideen über Ideen – Was mit Apps alles so möglich sein kann

Eine App, die also für Apple iOS programmiert wurde, funktioniert eben nicht auf Blackberry, Android und Windows Mobile und umgekehrt. Wer mit seiner App niemanden ausschließen will, muss sich mächtig anstrengen und vier verschiedene erstellen. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass man eine native App vor der Nutzung von einem App-Store herunterlaSERVER

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AUS DER KID-PRAXIS

Mandatos jetzt auch im App-Store erhältlich Nun hat auch Mandatos, die Lösung für digitale Gremienarbeit der Firma SOMACOS aus der Hanse- und Baumkuchenstadt Salzwedel, den Weg auf die iPads der Apple-Fans gefunden. Seit den letzten Oktobertagen 2011 können Apple-Nutzer nun auch die Mandatos-App von Somacos bequem auf ihrem schreibblockgroßen iPad nutzen. Die App hat alle Hürden der Genehmigungsverfahren bei Apple genommen und ist frei verfügbar. Sie ist für interessierte Nutzer mit einem bereits vorhandenen SessionNet – Gremieninformationssystem – nur im App-Store zu erwerben. Mit der Lieferfreigabe im App-Store können nun alle SOMACOS Kunden die Mandatos-App verwenden. In der Gemeinde Barleben läuft dazu derzeit eine durch die KID begleitete Pilotphase, in deren Rahmen einige

Ratsmitglieder das System mit der Mandatos-Anwendung auf Herz und Nieren prüfen. Die intuitive Bedienbarkeit des iPad über Touchscreen erleichtert das schnelle Auffinden der benötigten Informationen auf dem handlichen Gerät, wenn stabile Empfangsbedingungen des UMTS- oder WLAN-Netzes gegeben sind. Dies dürfte die Nachteile fehlender Anschlüsse für periphere Geräte nur teilweise ausgleichen, aber für die tagtägliche Ratsarbeit wohl bald unverzichtbar machen, vorausgesetzt, es wird konsequent und vollkommen papierlos gearbeitet. Dass dabei noch viele weitere Apps, auch für die Betriebssysteme Android und Windows verfügbar sind, macht die Entwicklung richtig spannend. Wurden bis Ende 2008 insgesamt etwa 300 Millionen Apps aus dem App-Store her-

untergeladen, haben im Oktober 2011 bereits etwa 18 Millionen Nutzer ihre Apps im App-Store gekauft. Ab 2011 gehörten auch Kunden der KID und von SOMACOS dazu. J.H.

Ralph Kadanik von der KID Magdeburg hat die Entwicklung der Mandatos iPad-App intensiv begleitet und alle Versionsstände ausgiebig geprüft. Er arbeitet seit Jahren sowohl mit der Gemeinde Barleben als auch mit dem Mandatosentwickler SOMACOS vertrauensvoll zusammen.


AUS DER KID-PRAXIS

Systemwechsel Ein Jahr ConSol* CM/Help 5 im Einsatz bei der KID Magdeburg GmbH Im September 2010 wurde die nicht mehr zeitgemäße Helpdesk- und Support-Software Touchpaper durch die wesentlich leistungsstärkere und skalierbarere Software ConSol* CM/Help 5 ersetzt. Es war seit langem überfällig, die alte und bereits abgekündigte Helpdesk-Software Touchpaper durch eine den aktuellen Kundenanforderungen entsprechende Lösung zu ersetzen. Die KID entschied sich für einen starken Partner aus München, der nachweislich Projekte dieser Art mit einer hohen Qualität abliefert. Das IT-Unternehmen ConSol* hat schon viele Installationen ihrer selbst entwickelten Software bei Kunden vorgenommen und erfolgreich abgeschlossen. Zu Beginn des Projektes wurde ein Anforderungskatalog erstellt – die neue Software sollte natürlich mehr können und vieles besser machen als die alte Lösung. Bisher war eine Dokumentation einer Kundenanfrage nur eingeschränkt möglich, auch der E-Mail-Versand aus der Anwendung heraus war nicht realisierbar. Weitere große Kritikpunkte waren z.B. die nicht vorhandene Abbildung von Workflows und das nicht mehr zeitgemäße Reporting. Nach einem entsprechenden Auswahlprozess mit Hilfe einer Bewertungsmatrix und Produktdemos entschied man sich für CM/Help 5 von ConSol*. Getreu ihrem Slogan „ConSol* CM macht kurze Prozesse“ wurden in mehreren Workshops mit Hilfe von Consultants genaue Anforderungen, ein Projektplan sowie Workflows, die das gesamte Unternehmen betrafen, definiert. Es wurden hier interne Abläufe aufgegriffen, neu diskutiert und verbessert. So zum Beispiel die Abrechnung der Supportanfragen gegenüber den Kunden. In der vergangenen Zeit wurden Anfragen teilweise nicht in das System aufgenommen und durchliefen nicht die internen Prozesse. Somit konnten sie auch nicht richtig abgerechnet werden. Weiterhin wurde durch die neue transparente Software die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Teams der KID ver-

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bessert. Sie unterstützt die verlust- und medienbruchfreie Übergabe von Tickets z.B. zwischen dem 1st- und 2nd-LevelSupport. Hier helfen klare Kommunikationsprozesse der Software, die zielgerichtet zum richtigen Ansprechpartner führen. Darüber hinaus werden alle Support-Fälle vollständig dokumentiert und nachvollziehbar, von der Anfrage bis zur Lösung, dargestellt. Durch diese deutliche Arbeitserleichterung wird natürlich auch eine höhere Mitarbeitermotivation und maximale Flexibilität erreicht. Das ist wiederum ein Vorteil für unsere Kunden, denn nun ist es für die KID sehr viel leichter, Service Level Agreements (SLAs) einzuhalten. Nach dem Aufbau einer Test- und Produktivumgebung

wurde fleißig getestet, informiert und nachgebessert. Es wurde ein Schulungsplan aufgestellt und alle Mitarbeiter der KID wurden in einer halbtägigen Schulung in die Nutzung von CM/Help eingewiesen. Der nächste Meilenstein konnte also folgen, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wurde das alte System abgeschaltet und ConSol* CM/Help konnte seinen Dienst beginnen. Nun, nach einem Jahr gelebter Nutzung und einem Ticketaufkommen von über 13.000 Anfragen im betrachteten Zeitraum, kann man von einem vollen Erfolg ausgehen. Sowohl intern als auch in einer spürbaren Steigerung der Kundenzufriedenheit durch höhere SupportQualität.

CM/Help 5 von ConSol* in Aktion

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AUS DER KID-PRAXIS

Ausbildungsverbund mit Deutscher Telekom bewährt sich Christoph Timme absolviert Praktikum in der KID Verstärkung auf Zeit haben die Mitarbeiter des Rechenzentrums und des Supports in der KID Magdeburg GmbH erhalten. Der Auszubildende der Telekom Christoph Timme absolviert derzeit im Rahmen des bewährten Ausbildungsverbundes mit der KID hier den betriebspraktischen Teil seiner Ausbildung.

FOTO: J.H.

Bereits mit Beginn seines nunmehr zweiten Ausbildungsjahres ist er eher eine umsichtige und aktive Hilfe für die Ausbilder als denn nur Lernender, erzählen die Kollegen über den jungen Mann. Teamfähig, mit großem Wissen und praktischen Erfahrungen im Umgang mit modernen Medien ausgerüstet, bringt der Abiturient alle Voraussetzungen mit, die ein erfolgreicher Start in die Informations- und Kommunikationsgesellschaft erfordert. Ausbilderin Sylvia Lüdicke und Bereichsleiter Peter Nehl schätzen an dem gebürtigen Bad Saarower Ehrgeiz, stilles Engagement, schnelle Auffassungsgabe und das breit aufgestellte IT-Wissen, von dem auch

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schon einige Kunden zu berichten wissen. Erworben hat sich der heute Zweiundzwanzigjährige das Meiste selbst und weit vor dem Ausbildungsbeginn. Sicher spielen hier die Unterstützung durch Eltern, ein gesundes Quäntchen Ehrgeiz und der Ansporn durch die Freunde eine entscheidende Rolle mit. Konnte er doch vielen Menschen in seinem Umfeld schon mit seinen profunden IT-Kenntnissen helfen. Seit dem 1. September 2010 lernt der junge Mann nun den Ausbildungsberuf des Fachinformatikers für Systemintegration. Dabei waren schon die Kindheit in Möser, die Gymnasialzeit in

Burg und der Zivildienst geprägt vom brennenden Interesse um die beiden magischen Symbole 1 und 0. Mit Hardund Software, deren Technik, Programmen und den vielfältigen Konfigurationen ist Christoph Timme sozusagen groß geworden. Das brachte ihm neben viel Anerkennung und Sympathien in seinem Freundeskreis auch die Achtung seiner Ausbilder und Fachlehrer ein. Schon heute arbeitet der Praktikant aktiv in der Administration, der Kundenbetreuung und im Support seines ausbildenden Unternehmens mit. Viel Freude und viel Spaß habe er dabei schon, merkt er an. Über ein großes Zukunftsziel macht sich Christoph Timme derzeit noch keine Gedanken. Seine Ausbildung möchte er – so schnell als möglich – erst einmal mit besten Ergebnissen beenden. Die positiven Vorzeichen Wissen, Lernen und charakterliche Stärken lassen durchaus berechtigte Hoffnungen zu, dass Christoph Timme dieses Nahziel auch erreichen kann. Und glaubt man den Worten seiner Kollegen im Arbeitsumfeld, sollte der erste Schritt einer positiven weiteren Entwicklung gesichert sein. J.H.

Bereichleiter Peter Nehl (re.) kann sich über die Leistungen von Christoph Timme freuen.


GENOSSENSCHAFT

Jahr der Genossenschaften 2012 Die Kooperative feiert 150. Geburtstag

„Ein Gewinn für alle – die Genossenschaften“ lautet das Motto der Kampagne, unter dem die deutschen Genossenschaften das Jahr 2012 feiern werden. Warum, werden Sie sich fragen? Dies ist einfach zu erklären. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat das kommende Jahr zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Damit soll die weltweite Bedeutung von Genossenschaften für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung hervorgehoben werden - immerhin gibt es nach Angaben der UNO weltweit 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in über 100 Ländern. Insgesamt werden rund um den Globus mehr als 100 Millionen Arbeitsplätze von Genossenschaften bereitgestellt. Während die Turbulenzen auf den Finanzmärkten einige Wirtschaftsbereiche in arge Bedrängnis brachten, hat sich die genossenschaftliche Rechtsform als echte Stütze für den Mittelstand bewährt. Stabilität ist dabei das große Stichwort, denn Volksbanken und Raiffeisenbanken, ländliche und gewerbliche Genossenschaften stärken regionale Wirtschaftskreisläufe und sorgen für Beschäftigung. Für uns als größten Regionalverband Deutschlands, aber insbesondere für die einzelnen genossenschaftlichen Unternehmen und deren Mitglieder bietet das Internationale Jahr der Genossenschaften also eine großartige Chance unser Geschäftsmodell einer breite-

Höhepunkte im Jahr der Genossenschaften sind eine Internationale Fachtagung vom 21. bis 23. März 2012 im Institut für Genossenschaftswesen der Humboldt- Universität Berlin. Überschrieben ist der deutsche Beitrag mit dem Titel: „Cooperative responses to global challenges“. Am 25. April 2012 treffen sich alle genossenschaftli-

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Michael Bockelmann, Vorsitzender des Verbandsrates des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisen Verbandes (DGRV)

ren Öffentlichkeit zu präsentieren. Daher haben wir für unsere Mitgliedsgenossenschaften ein gut abgestimmtes Paket an Veranstaltungsideen und Kommunikationsmaterialien bereitgestellt. Seitens der Politik bekommt der genossenschaftliche Gedanke volle Rückendeckung. So konnten wir Ihren Ministerpräsidenten, Dr. Reiner Haseloff, als Schirmherren in SachsenAnhalt gewinnen. Für uns als Verband gibt es einen weiteren Grund das kommende Jahr mit großem Engagement anzugehen. Wir feiern 150jähriges Bestehen und sind damit der älteste Regionalverband Deutschlands. Als Partner für alle Fragen rund um die Unternehmensführung geben wir den Genossenschaften Stabilität in der Veränderung. Also beste Voraussetzungen, um das Internationale Jahr der Genossenschaften unter dem Motto „Ein Gewinn für alle – die Genossenschaften“ gemeinsam zu einem Erfolg zu machen.

chen Bundesverbände Deutschlands auf einer zentralen Veranstaltung in Berlin. Am 3. und 4. Mai 2012 wird eine Internationale Raiffeisenkonferenz im alten Plenarsaal in Bonn veranstaltet. Das Thema hier: „Die Raiffeisenidee – ein Zukunftsmodell“. Am Internationalen Tag der Genossenschaften, am 7. Juli 2012, werden vielfältige Aktionen der

Das Jahr 2012 ist von der UNO zum Internationalen Jahr der Genossenschaften proklamiert worden. Viele Millionen Menschen auf der Welt sind Mitglieder von Kooperativen Einrichtungen, zu deren Gründungsväter in Deutschland Herrmann SchulzeDelitzsch, Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Wilhelm Haase gehören. Diese bewährte Rechtsform hat einen großen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur Minderung der Armut und einer breiten sozialen Integration vieler Menschen auf der ganzen Welt geleistet. Die UNO schätzt, dass heute etwa die Hälfte der Weltbevölkerung genossenschaftlich organisiert ist und ihren Lebensunterhalt mit kooperativ-arbeitsteilig organisierter Tätigkeit verdient. Diese bewährte und effektive Rechtsform wird ständig weiter entwickelt. Mit der Gründung der Kommunalen IT-UNION eG (KITU) werden erstmals in Deutschland auch neue Wege dahingehend beschritten, kooperative Elemente bei der interkommunalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der IT einzusetzen. In der Bundesrepublik und explizit im Genossenschaftsverband wird das Jahr der Genossenschaften durch zahlreiche Höhepunkte und Veranstaltungen gewürdigt. J.H.

20 Millionen deutschen Genossenschaftsmitglieder Veranstaltungen rund um den Globus wirksam ergänzen und den Blick der Öffentlichkeit auf dieses bewährte Unternehmensmodell schärfen. Veranstaltungen in Manchester und Wien runden das Jahr der Genossenschaften ab.

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INTERVIEW

Auf ein Wort, Herr Norbert Eichler Moderne Kommunikationsmittel gehören heute für die meisten Menschen zum Alltag. Der Server befragt an dieser Stelle Prominente und/oder von Berufs wegen kommunikative Menschen, welche sie davon wofür benutzen. Heute: Norbert Eichler, Präsident des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt und Bürgermeister der Stadt Haldensleben.

Norbert Eichler (CDU) ist 62 Jahre alt und seit 1990 Bürgermeister von Haldensleben (derzeit 19.000 Einwohner). Der gebürtige Brandenburger studierte von 1970 bis 1974 an der Technischen Hochschule Magdeburg thermischen und hydraulischen Maschinenbau und lebt seit 1980 in Haldensleben. Er hat drei erwachsene Kinder. Seit 2007 ist er Präsident des Städteund Gemeindebundes Sachsen-Anhalt. Server: Welche Funktionen Ihres Handys nutzen Sie regelmäßig? Norbert Eichler: Im Prinzip nur zum Telefonieren und zum Schreiben von SMS. Server: Wie oft klingelt in der Regel Ihr Handy am Tag? Norbert Eichler: Zweimal. Server: Nur zweimal! Ist Ihre Nummer geheim? Norbert Eichler: Nein, aber ich lasse mein Handy meistens in der Tasche und höre das Klingeln eher selten. Das haben wohl die meisten Anrufer inzwischen mitbekommen und rufen mich lieber über mein Sekretariat im Rathaus an. Aber zu meiner Ehrenrettung möchte ich anfügen: Ich rufe immer zurück! Server: Was würde Ihnen ohne Handy fehlen? Norbert Eichler: Die ständige Erreichbarkeit, vor allem im Auto. Ich hasse es z.B. zu spät zu kommen. Wenn ich im Auto im Stau stehe, ist das Handy für mich ein Segen, denn damit kann ich mein Späterkommen umgehend ankündigen. Server: Finden sich die Handynummern des Präsidenten des Deutschen Städteund Gemeindebundes sowie des Ministerpräsidenten Haseloff in Ihrem Telefonverzeichnis? Norbert Eichler: Weder noch. Das ist mir auch nicht so wichtig – wenn ich beide 10

erreichen will, gibt es offizielle Wege. Die Handynummer unseres Innenministers habe ich aber stets dabei – er ist für mich als Bürgermeister der wichtigste Ansprechpartner in der Landesregierung. Server: Wie nutzen Sie Ihren privaten Computer? Norbert Eichler: Ich habe einen Laptop. Den nutze ich vorzugsweise für Homebanking. Zum Verfassen und Empfangen von Mails und zum Buchen von Hotelzimmern. Server: Windows oder Mac OS? Norbert Eichler: Windows. Server: Welche Internetseite klicken Sie am häufigsten an? Norbert Eichler: Das ist jahreszeitabhängig. Derzeit www.wetter.de. Server: Welche DVD haben Sie zuletzt angesehen? Norbert Eichler: Den Spielfilm „Notting Hill“. Server: Besitzen Sie eine Digitalkamera? Norbert Eichler: Ja. Server: Ihr letztes Fotomotiv? Norbert Eichler: Eine wunderschöne Landschaft mit meiner Partnerin im Vordergrund in Südfrankreich. Server: Von wem bekommen Sie die meisten E-Mails? Norbert Eichler: Von meiner Partnerin, die auswärts wohnt. Server: Sind Sie schon einmal Opfer eines Datenlecks geworden? Norbert Eichler: Zum Glück noch nie. Server: Bestellen Sie Konsumgüter eher im Internet oder gehen Sie lieber shoppen? Norbert Eichler: Ich gehe lieber shoppen, das ist für mich ein Stück Lebensqualität. Bis auf eine Ausnahme: Die NespressoKapseln für meine Kaffeemaschine gibt es

Norbert Eichler

nicht im Einzelhandel, sondern ausschließlich über das Internet. Server: Halten Sie unser zunehmend vernetztes Leben für einen Segen oder einen Fluch für den Schutz der eigenen Persönlichkeitsrechte? Norbert Eichler: Ich halte es für eine Gratwanderung. Der persönliche Kontakt zwischen Menschen ist sehr viel wichtiger und besser als eine Kommunikation über das Internet. Ich sehe eine große Gefahr darin, dass die Menschen zunehmend vereinsamen, wenn sie sich ausschließlich in sozialen Netzwerken begegnen. Server: Wie ordnen Sie Ihre Termine: klassisch auf einem Terminkalender oder mit elektronischer Hilfe (PDA, Handy)? Norbert Eichler: Ich nutze Microsoft Outlook, weil diese Art der Terminverwaltung Zeit spart und praktisch ist. Server: Sagt Ihnen der Begriff „PowerPoint“ etwas? Norbert Eichler: Ja sicher, aber ich gebe zu, höchst selten damit zu arbeiten. Server: Lesen Sie lieber Briefe oder EMails? Norbert Eichler: Lieber Briefe, aber die werden leider immer seltener geschrieben. Ich finde das schade, weil Handgeschriebenes einfach persönlicher ist. Andererseits gebe ich zu, dass E-Mails schneller zu beantworten sind.


AUS DER KID-PRAXIS

Bibliotheka 2000 in der Cloud für Stendal bereit Ein weiterer Schritt zur langfristigen Kostenreduzierung Mit den ersten Novembertagen 2011 haben die neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stendaler Bibliothek ein komfortables, leserfreundliches Programm in Betrieb genommen. Bibliotheka 2000 vereint in sich alle Vorzüge bisheriger Programme, ergänzt um Eigenschaften, die eine Archivierung, Ausleihe und Bestandskontrolle für die derzeit 65.000 Medien an zwei Standorten vereinfachen. Wichtigster Faktor dabei ist, dass ein Vorhalten von Programmen vor Ort, deren Pflege und damit deren Betriebskosten entfallen. Cloud Computing macht es möglich, dass auch Ressourcen in der Computertechnik, deren Wartung und Instandhaltung, Erneuerung und fortlaufende Anpassung vor Ort gespart werden können. Mit dem Einstieg in das neue Bibliothekssystem haben die Stendaler Kommunalpolitiker einen großen Schritt in Richtung Zukunft vollzogen. Sind doch nach der Datenmigration in das neue System und den Schulungen der Mitarbeiter Hardware- und Softwarekomponenten vor Ort nicht mehr notwendig. Das Bibliothekensystem Bibliotheca2000 der Firma OCLC (Online Computer Library Center Deutschland), in Stendal eingeführt, kommt ganz ohne die bisher gewohnten

Komponenten aus. Das Geheimnis liegt im zentralen Betrieb des Systems im Rechenzentrum der KID Magdeburg GmbH und dem Zugriff der Stendaler via Internet auf die Daten, die zentral gelagert, dort mehrfach gesichert und ständig abrufbar vorgehalten werden. Damit sparen die Kommunen aufwändige Technik und deren ständige Betreuung. Auch die erforderlichen, oft teuren Programmlizenzen werden vom Dienstleister übernommen. Für den Nutzer der Bibliothek ergeben sich auch wesentliche Ver-

besserungen in der online-Recherche über den Bestand, die Verfügbarkeit, eine Vorbestellung oder auch eine Verlängerung der Ausleihezeit, erklären Bibliothekarin Brigitte Schnellhardt und die Leiterin der Stendaler EDV, Doris Barniske, dem Server. Seit dem 7. November 2011 sammeln die Stendaler ihre Erfahrungen mit einem System, dem sicher auch auf allen weiteren Gebieten der kommunalen Verwaltung die Zukunft gehört. Sind doch bereits heute zunehmend kommunale Prozesse über Cloud Computing verfügbar. Ein Ende der Entwicklung ist auch für die Stendaler noch lange nicht in Sicht. J.H.


STREIFLICHTER

Abi nicht geschafft, aber 600 Patente Manfred von Ardenne – der clevere Baron

Manfred Baron von Ardenne (20. Januar 1907 bis 26. Mai 1997) war Sohn des Regierungsrates Baron Egmont von Ardenne und dessen Frau Adela. Schon Großmutter Elisabeth von Plotho war berühmt – als Vorbild für Theodor Fontanes Romanfigur Effi Briest. Bereits als Schüler war Ardenne an Naturwissenschaften, besonders an Elektrophysik interessiert. Im Alter von 16 Jahren bekam er sein erstes Patent über ein „Verfahren zur Erzielung einer Tonselektion, insbesondere für die Zwecke der drahtlosen Telegraphie“.

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1923 verließ er vorzeitig das Gymnasium und widmete sich der Weiterentwicklung der Radiotechnik. Sein Förderer: Siegmund Loewe, Gründer der LoeweOpta-Werke. Mit den Honoraren für Veröffentlichungen und Einnahmen aus Patentverkauf verbesserte Ardenne 1925 den Breitbandverstärker so entscheidend, das u.a. die Entwicklung des Fernsehens und Radars möglich wurden. Ebenfalls 1925 konnte er sich dank guter Beziehung ohne Abi an der Berliner Uni einschreiben. Doch länger als vier Semester dauerte sein Studium der Physik, Chemie und Mathematik nicht. Kaum volljährig (1928) gründete von Ardenne das Forschungslaboratorium für Elektronenphysik in Berlin-Lichterfelde, das er bis 1945 leitete. In dieser Zeit war Ardenne unter anderem an der Entwicklung des Fernsehens mit LeuchtfleckZeilenabtastung und zeilenweiser Wiedergabe mit einer Braunschen Röhre, an der Erfindung des Rasterelektronenmikroskops sowie an der Radarentwicklung und an Arbeiten zur Atomforschung beteiligt. Ihm gelang am 14. Dezember 1930

FOTO: VON ARDENNE ANLAGENTECHNIK GMBH

Das Abitur hat er nicht geschafft, aber schon mit 16 Jahren bekam er sein erstes von am Ende über 600 Patenten: für eine Röhre, die das Radio für jedermann und Hitlers Volksempfänger erst möglich machte. Fortan erledigte der findige Techniker bedeutende Erfindungen wie auf Bestellung. Doch wer war dieser Manfred von Ardenne wirklich? Auf jeden Fall ein cleveres Multitalent und jemand der seine Erfindungen stets versilbern konnte.

die weltweit erste vollelektronische Fernsehübertragung mit Kathodenstrahlröhre. Zur Berliner Funkausstellung führte er 1931 das erste vollelektronische Fernsehen vor, was ihm ein Titelblatt der New York Times einbrachte. Seine Glückssträhne hielt an: Bis Mitte des 20. Jahrhunderts gingen eine Vielzahl wichtiger Erfindungen auf den Gebieten der Funk- und Fernsehtechnik und der Elektronenmikroskopie auf die Arbeit seines privaten Forschungsinstitutes zurück. Wie eng Ardennes Institut mit dem Reichspostministerium unter Wilhelm Ohnesorge arbeitete, ist nicht in allen Einzelheiten aufgearbeitet. Tatsache aber ist, dass Ardenne einen elektromagnetischen Massentrenner (eine Art präparatives Massenspektrometer) für Uran entwickelte, dessen Prototyp 1943 auf einem Luftwaffenstützpunkt in Bad Saarow aufgebaut wurde. Nicht auszuschließen ist, dass Ardenne an „Hitlers Wunderwaffe“ (einer thermonuklearen Bombe) mitarbeitete. Erwiesen ist, dass Ardenne für die Nazis im Reichsforschungsrat saß und an der kriegswichtigen Radartechnik arbeitete. Nach 1945 war dies für die Sowjets Grund genug, seine Erfahrungen als


STREIFLICHTER Zwangsverpflichteter für die Entwicklung einer eigenen Atombombe zu nutzen. In einem Luxuslabor am Schwarzen Meer muss er sehr engagiert geforscht haben – 1953 bekam er den Stalin-Preis. Nach seiner Rückkehr aus der Sowjetunion unterhielt Ardenne in der DDR ein nach ihm benanntes Forschungsinstitut auf dem Weißen Hirsch in Dresden, wo er auch in einem Haus lebte, das die Regierung der DDR zuvor enteignet und ihm dann überlassen hatte. Es entwickelte sich zum größten privaten Forschungsinstitut des Ostblocks – mit rund 500 Mitarbeitern. Außerdem war von Ardenne Professor für elektronische Sonderprobleme der Kerntechnik an

der Technischen Universität Dresden. Er wurde zweimal mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Auf dem Gebiet der Medizin entwickelte von Ardenne zwei unterschiedliche, teilweise kombinierte Therapien: Die umstrittene Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, die das Befinden und die Vitalität verbessern soll, und die sogenannte systemische KrebsMehrschritt-Therapie zur Krebsbehandlung. Bei Letzterer soll der Krebs und die Metastasen durch Hyperthermie (Überwärmung) in Kombination mit einer Chemotherapie in mehreren Behandlungsstufen bekämpft werden. Im Urteil vieler Ärzte aber verstand Ardenne wenig von Medizin. Seine erwähnte Krebs-Mehr-

Die kleinste SIM-Karte der Welt Giesecke & Devrient (G&D) hat die kleinste SIM-Karte der Welt entwickelt. Die „Nano-SIM“ getaufte Entwicklung unterbietet herkömmliche SIM-Karten in Sachen Größe um rund 60 Prozent und könnte bereits nächstes Jahr in ersten Geräten Verwendung finden. Die Standardisierung soll bis Ende des Jahres erfolgen. Zirka 12 x 9 Millimeter misst der von G&D entwickelte Prototyp, der für Testläufe bereits an verschiedene Mobilfunkbetreiber ausgeliefert wurde. Mit diesem Formfaktor ist der neue Chipträger nicht nur wesentlich kleiner als das übliche Format (25 x 15 Millimeter), sondern schlägt auch die oft in 3G-Datensticks zu findenden Micro-SIMKarten (15 x 12 Millimeter). Dies soll den Elektronikherstellern ein bisschen mehr Platz verschaffen und die Entwicklung

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schritt-Therapie gilt bis heute als umstritten. Die SED dankte ihm seinen Ideenreichtum mit dem Titel „hervorragender Wissenschaftler des Volkes“, sie gewährte ihm Reisefreiheit und beließ ihm seinen Adelstitel „Baron“. Ein Erfinder, der nebenbei parteilos in der Volkskammer saß. Bis heute rankt sich um die anachronistische Figur des „roten Barons“ eine geheimnisvolle Aura. Spekuliert wurde über den Wert seiner wissenschaftlichen Arbeit ebenso wie über das Maß der Privilegien, die ihm die Mächtigen gewährten. Dennoch: Ardenne sah sich zu Recht als einen der letzten Universalgelehrten. Manfred von Ardenne starb 1997 in Dresden. JUJ

KURZNACHRICHTEN

noch kleinerer und dünnerer Devices ermöglichen. Auch die Nano-SIM wird als SMS-, Kontakt- und Programmspeicher dienen können. Um Abwärtskompatibilität zu gewährleisten, wurde von G&D ein Adapter entwickelt, mit dem die kleine Chipkarte auch in Slots für gängige SIM-Karten eingeführt werden kann. „Die Eigenschaften und die Größe stehen aber noch nicht endgültig fest“, betont der Vertreter des Unternehmens. Die Karte befindet sich in der Pre-Standard-Phase und ist zur Standardisierung beim European Telecommunications Standard Institute eingereicht. Dieses wird das Verfahren voraussichtlich bis Jahresende abschließen. Somit könnten bereits im nächsten Jahr erste Geräte Verwendung von der Nano-SIM machen.


WORLD WIDE WEB

Die totale Vernetzung der Gesellschaft „Was auf uns zukommt, ist radikal anders, als alles, was wir bisher kannten“, sagt Tim Berners-Lee. Der Informatiker entwickelte Ende der Achtzigerjahre das Konzept des World Wide Web. Die Kompetenz seiner Aussage dürfte also nicht in Frage stehen, seine bisherigen Visionen sind Realität geworden oder auf dem direkten Weg. Das omnipräsente Internet ist die angekündigte Zukunft, nicht nur der PC verschafft uns den Zugang zum Netz, sondern alle Gegenstände des täglichen Lebens werden online vernetzt sein, von Haushaltsgeräten bis zum Fotoapparat, vom Fitnessschuh bis zum Auto. Etwa 98 Prozent aller weltweit produzierten Chips werden schon heute nicht mehr in PC, Laptops und ähnlichem verbaut, sondern in Produkten der Medizintechnik, Landwirtschaft, von der Gebäudetechnik bis hin zu Lebensmitteln. So werden in Japan bereits Bananen mit Mikrochips ausgestattet, die das Smartphone freundlich darüber informieren, wenn der optimale Reifegrad erreicht ist. Der

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Chip wird mit verspeist. Was auf uns zukommt, nennen Wissenschaftler CPS (Cyber Physical Systems), Netzwerke, in denen reale Welt und Internet zusammenwachsen – Autos kommunizieren mit Ampeln, Kühllaster mit Supermärkten. Noch in diesem Jahr wird ein intelligentes Stromnetz, mit Hilfe eines virtuellen Strombutlers, Kühlschränke und Waschmaschinen in 1500 Haushalten automatisch mit den zeitlich jeweils günstigsten Strompreisen versorgen. Das Leben in einer Welt „smarter“ Alltagsdinge ist mittlerweile keine Fiktion mehr. Längst sind sich Wissenschaftler, Ingenieure und Unternehmen darüber einig, in

spätestens 15 Jahren werden 15 Milliarden Alltagsgegenstände vernetzt sein. Beim Eintreffen in die Wohnung duftet der frisch gebrühte Kaffee, die Räume sind wohl temperiert, Musik erklingt (abgerufen aus der Cloud), die Badewanne lädt zu einem Schaumbad ein, der Lieferant bringt die Lebensmittel, die der Kühlschrank nachbestellt hat. Alles schon jetzt möglich und die Liste der Möglichkeiten schier unendlich. Die Strategen und Kreativen werden nichts übersehen und unversucht lassen, das Leben der Menschen zu erleichtern, eine bequeme Welt zu schaffen – ein modernes Paradies. Eine Medaille hat bekanntlich immer zwei Seiten. R.G.


E-GOVERNMENT

E-Government und die Digitale Revolution in Großbritannien Auch in Deutschland kann effizient gespart werden Rund 18 Milliarden Euro hat Großbritannien im Haushaltsjahr 2008/2009 für die Beschaffung und den Betrieb der IT-Infrastruktur der Ämter und Behörden im Vereinigten Königreich ausgegeben. Diese Summe will die konservativ-liberale Koalition, die seit Mai 2010 im Amt ist, drastisch senken. Mitte März 2011 verkündete die britische Regierung eine neue IT-Strategie. Ziel ist es, die Kosten für die IT um mehrere Millionen Pfund zu senken. Francis Maude, Minister im Cabinet Office, sagte bei der Vorstellung der Strategie: „Die Regierung hat schon zu lange enorme Summen für ineffiziente und redundante IT-Systeme ausgegeben.“ Unter anderem soll das Oligopol der großen IT-Konzerne im Public Sector gebrochen werden. Künftig sollen kleinere, flexiblere Projekte geplant und mit deren Umsetzung auch mittelständige IT-Unternehmen beauftragt werden. Mit der neuen Strategie verpflichtet sich die Regierung, die Kosten für Rechenzentren, in denen öffentliche Daten verarbeitet werden, innerhalb von fünf Jahren um 35 Prozent zu senken. Über eine gemeinsame IT-Infrastruktur sollen künftig Anwendungen geteilt und wiederverwendet werden. Dazu wird ein Register der Lösungen aufgebaut und ein Public Sector App Store ins Netz gestellt. Allgemeine und offene Standards sollen für die Interoperabiltät der IT-Systeme der Behörden sorgen. Die Standards sollen auch dazu beitragen, dass das Angebot breiter wird und mehr IT-Unternehmen als bisher innovative Lösungen für die Ämter und Behörden entwickeln können. Damit sind insbesondere Firmen angesprochen, die Lösungen auf Basis von Open Source Software programmieren. Ihnen wird ein Toolkit zur Verfügung gestellt, mit dessen Hilfe Best-PracticeLösungen für die öffentliche Verwaltung evaluiert werden können. In den Behörden selbst sollen spezielle Arbeitsgruppen eingerichtet werden, die den technischen und

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kulturellen Wandel begleiten und so den Einsatz von Open Source Software erleichtern sollen. Ebenfalls in Richtung freie Software zielt das Projekt Innovation Launch Pad. Über ein speziell eingerichtetes Online-Portal konnten Software-Schmieden von Ende März bis Ende April 2011 Ideen einreichen, wie Behörden für weniger Geld ihren Service verbessern können. Die Projekte werden von einer Jury begutachtet und bewertet. Die Gründe für das Projekt formulierte Minister Francis Maude so: „Kleinere und mittlere Unternehmen können der öffentlichen Hand innovativere, flexiblere und kostengünstigere Produkte und Dienstleistungen anbieten, haben jedoch Schwierigkeiten, die nötige Aufmerksamkeit der Ämter und Behörden zu wecken.“ Mit dem Portal Innovation Launch Pad soll dies geändert werden. Die Firmen mit den besten Vorschlägen dürfen ihre Ideen Mitte des Jahres in Downing Street präsentieren. Kostensenkungen will die britische Regierung auch im Online-Bereich erzielen. Eine Kommission unter Martha Lane Fox, Digital Champion der britischen Regierung und Mitbegründerin mehrerer Web-Firmen wie Lastminute.com, hatte Ende vergangenen Jahres im Bericht „Directgov 2010 and Beyond: Revolution Not Evolution“ vorgeschlagen, statt bislang über 800 Behörden-Websites nur noch ein einziges Online-Portal zu schaffen. Mit dem einheitlichen Zugang zur Verwaltung sollen mehr als die Hälfte der

148 Millionen Euro gespart werden, die der Betrieb der Websites kostet. Im Mai 2010 startete ein Testlauf für die einheitliche Regierungswebsite. Der Prototyp Alpha.gov.uk nutzt rund 200 einfache, wiederverwendbare Tools, um einige der häufigsten Fragen an die Verwaltung zu beantworten. Ziel ist es, von den Bürgern ein Feedback zu erhalten, ob die neuen Ansätze sinnvoll sind und den Bedürfnissen der Bürger Rechnung tragen. Derzeit sollen User-Kommentare und erste Erfahrungen mit dem Projekt ausgewertet werden. Mitte Juli veröffentlichte das Cabinet Office ein weiteres Strategiepapier, das den Rahmen bildet für die Reform des öffentlichen Dienstes in Großbritannien. All diese revolutionären Aktivitäten soll ein neu ernannter Executive Director of Digital der britischen Regierung umsetzen. Mike Bracken ist künftig für die Überwachung und Verbesserung jeglicher Internet-Präsenzen der Verwaltung verantwortlich und soll dafür sorgen, dass mehr Verwaltungsdienstleistungen online angeboten werden. Anfang Juli hat der Director of Digital seinen Dienst angetreten. Zumindest für gute Presse wird er sorgen können. Braken war Chef der Online-Entwicklung bei der Zeitung The Guardian. ALEXANDER SCHAEFF/ CHEFREDAKTEUR DER KOMMUNE21 FÜR DEN SERVER BEARBEITET: JÜRGEN HAASE

Informationen über die neue britische IT-Strategie unter: www.cabinetoffice.gov.uk http://alpha.gov.uk www.openpublicservices.cabinetoffice.gov.uk

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MESSEIMPRESSIONEN

Am 13. und 14. September 2011 fand die DiKOM Ost erstmals in Leipzig statt. Schwerpunktthemen der IT-Fachmesse waren Social Media und Bürgerbeteiligung sowie die Doppik. Begleitet wurde die Messe von Fachvorträgen. Aussteller berichteten zusammen mit ihren Partnern aus der Verwaltung von ihren Praxiserfahrungen.

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Das Kommune 21-Forum setzte sich auf der DiKOM mit dem Thema Social Media – Neue Formen der Öffentlichkeitsarbeit und der Bürgerkommunikation auseinander. Das Interesse bei den Besuchern war groß. Das Jahr 2010 und das laufende Jahr 2011 standen für die KID ganz im Zeichen der neu gegründeten Genossenschaft, der

Kommunalen IT-UNION eG (KITU). Es galt und gilt weiterhin, neue Städte, Gemeinden und Landkreise zu gewinnen, Strukturen zu schaffen, die KITU zu etablieren, das war das Hauptanliegen der KID auf der DiKOM. Obwohl die DiKOM Ost noch nicht wieder an die Aussteller- und Besucherzahlen der KOMCOM-Zeiten anknüpfen konnte, zeigen wir uns zufrieden.


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MAGDEBURG

Erste elternfinanzierte Laptopklasse am Hegel-Gymnasium Fünftklässler erhalten eigene Netbooks Als erste Schulklasse in der Landeshauptstadt Magdeburg erhielten Schüler der Klasse 5/3 im Hegel-Gymnasium Magdeburg ihre eigenen Lern-Netbooks, die von ihren Eltern finanziert wurden. Damit ist die Klasse Vorreiter in Magdeburg, und die zweite Schule in SachsenAnhalt nach dem Europa Gymnasium in Thale, die Computer regelmäßig im Unterricht als modernes Arbeitsmittel benutzt.

Ergänzt werden die Schüler-Netbooks mit einer Software zur interaktiven Klassenraumsteuerung und einem interaktiven Whiteboard der Firma SMART Technologies, welche dem Lehrer die inhaltliche Erarbeitung und die didaktische Steuerung des Unterrichtsgeschehens ermöglicht. Dem Projekt ging eine knapp dreimonatige Testphase voraus, in der die neuen didaktischen Lernmethoden mit Fujitsu Netbooks getestet und von allen Beteiligten als Erfolg versprechend befunden wurde. Gemeinsam mit Spezialisten aus dem Kompetenzlabor „Klassenzimmer der Zukunft“ an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg fanden Lehrer und Schüler heraus, dass das Lernen mit dem Computer viel mehr Spaß macht. Die Schüler sind moti-

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vierter, weil der Unterricht somit auch näher am alltäglichen Leben ist. Ein weiterer positiver Aspekt für Schüler ist, dass ein Teil der schweren Schulbücher und der Atlas durch das Gerät ersetzt und somit der Schulranzen leichter wird. Die für die Schule kostenlose Testphase wurde von den Firmen INTEL, Fujitsu und SMART Technologies unterstützt. Klassenleiter Mario Reichardt berichtet begeistert: „Während der ersten Elternversammlung der fünften Klassen haben wir die Eltern befragt, wer sein Kind für die „Netbook-Klasse“ anmelden möchte. Bedingung dabei: Selbstfinanzierung des über 500 Euro teuren Gerätes. Die Reaktion war überwältigend: Fast 40 Elternpaare hatten sich beworben. Allerdings konnten wir nur 26 Schüler für die Klasse zulassen.

Eine zweite Klasse ist zunächst nicht möglich, da die Schule nur über ein interaktives Whiteboard verfügt, welches für den neuen Unterricht eine sehr sinnvolle Ergänzung ist.“ Das Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Individualisierung des Unterrichts mit digitalen Lernwerkzeugen in Sachsen-Anhalt, weiß Reichardt. Der Lehrer betont weiter: „Der Einsatz von digitalen Lernwerkzeugen erleichtert den Lehrkräften nicht nur die Vorbereitung des Unterrichts, sondern verschafft ihnen auch Freiräume, sich einzelnen Schülern intensiver zu widmen.“ „Ich sehe als Lehrer sofort, an welcher Stelle ein Schüler Probleme hat und meine besondere Hilfe benötigt“, resümiert der Klassenleiter. „Wir betrachten das zunächst als Projekt, um herauszufinden, ob eine solche Technik dauerhaft ein sinnvolles ergänzendes Unterrichtsmittel darstellt.“ „Grundsätzlich wird sich an der Unterrichtsstruktur nichts ändern: Sie beruht natürlich maßgeblich auf Kommunikation und es wird weiterhin überwiegend im Heft geschrieben. Die Technik erlaubt jedoch in vielen Unterrichtssequenzen ein effektiveres Arbeiten, spart zum Teil auch Zeit und andere Arbeitsmittel und liefert optisch prägnante Ergebnisse.“, so Schulleiter Konrad Woitag. Ein zukunftsgewandtes Projekt, dass sicher bald die Testphase beenden wird und in Sachsen-Anhalt zum Standard erhoben werden sollte, sind sich die Anwesenden mit Jens Antefuhr aus dem Kultusministerium des Landes SachsenAnhalt einig. C.K./J.H


GLOSSE

Haben Sie das gelesen? In Japan werden neuerdings Bananen mit Mikrochips ausgestattet, die das Smartphone darüber informieren, wenn der optimale Reifegrad erreicht ist. Der Chip wird mit verspeist. Ob das was mit Fukushima zu tun hat? Das wäre ja noch eine Hoffnung, aber ich fürchte, dass es um eine ganz andere Katastrophe geht. Diese verdammten CPS (Cyber Physical Systems), also Netzwerke, in denen reale Welt und Internet zusammenwachsen, sollen in spätestens 15 Jahren dafür sorgen, dass 15 Milliarden Alltagsgegenstände vernetzt sind. Sagen Wissenschaftler. Mir wird Angst und Bange. Ihnen etwa nicht? Sollte es aber. Oder gefällt Ihnen die Vorstellung, dass uns so ein biologisch abbaubarer Chip zwitschert, wann unsere beste Hälfte „reif“ ist? Mein Gott, was wird nur aus dem Zicken-Gen? Kein „ach Schatz, ich habe heute Kopfschmerzen“ mehr. Ich fürchte, dass es ohnehin nicht bei Haushaltsgeräten bleibt, die sich merken, wann ich wie meinen Kaffee haben möchte oder wann ich Lust darauf habe, die Wäsche aus der Maschine zu nehmen. Oder macht das die Maschine dann auch selbst, fönt meine Jogginghose, bügelt und legt sie am Ende auch noch in die Sporttasche? Ich will einfach nicht, dass eine „Cloud“ mein Leben bestimmt und meine Bedürfnisse wie ein Hellseher schon vorausahnt, ehe ich sie überhaupt ansatzweise gespürt habe. Ich mag keinen noch so winzig-windigen Chip, der dezent anschlägt, wann mein Darm optimal entleert werden könnte. Bisher habe ich das immer noch allein ganz gut hinbekommen. Apropos „Fälligkeits“-Melder. Die Dinger könnte sich doch auch die Chef-etage zulegen. Piept’s dann im Vorstandssekretariat, wenn meine Arbeitskraft zur Neige geht? Was ist, wenn sich der

Hightech-Mini irrt? Und schlägt versehentlich ein Jahr nach der Uni anstatt einen Tag vor Renteneintritt an. Doch wenn ich’s recht bedenke – eine Sache gibt’s, die ich gern mit einem Chip vernetzt hätte, um das optimale Verfallsdatum herauszufinden: Wähler mit Politikern. Hier piept das Volk – das erinnert mich doch an was.

KURZ UND KNAPP

Biegsame Displays für Mobilgeräte

Sachsen-Anhalt plant Wassercent

Nokia kündigte dieser Tage das erste funktionierende Mobilfunkgerät mit biegsamem Display an. Allerdings verriet das Unternehmen nicht, ob und wann es letztendlich kommt – und macht es damit spannend. Konkurrent Samsung aber wird konkreter: Die Koreaner bestätigten Mitte Oktober bei der Präsentation der Quartalszahlen, dass flexible Displays für Smartphones im nächsten Jahr kommen werden. Samsung-Sprecher Robert Yi: „Wenig später könnten dann biegsame Displays für Tablets und andere Mobilgeräte folgen, wie für unser iPod-Touch-Pendant Galaxy S Wifi.“

Auf die Bewohner und Betriebe in Sachsen-Anhalt kommen höhere Wasserkosten zu. Nach dem Willen der Landesregierung soll ab 2013 ein Wasserentnahmeentgelt erhoben werden. Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) rechnet mit etwa zehn Millionen Euro Einnahmen pro Jahr. Für Kleingärtner soll es Ausnahmen geben. Der sogenannte Wassercent wird außer in Thüringen, Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz in allen Bundesländern erhoben. Das Geld soll verstärkt in die Sicherung von Deichen investiert werden.

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Platz 1 im Osten Der Wirtschaftsmotor in Sachsen-Anhalt läuft derzeit rund. Im ersten Halbjahr 2011 stieg das Bruttoinlandsprodukt, also der Wert aller im Land hergestellten Waren und Dienstleistungen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraumpreis bereinigt um beachtliche 4,5 Prozent. Damit liegt Sachsen-Anhalt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 3,9 Prozent sowie auf Platz 1 in Ostdeutschland. Wachstumstreiber war einmal mehr das verarbeitende Gewerbe. Positive Impulse kamen daneben auch aus dem Baugewerbe.

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SURFTIPPS

Weihnachts-Nachhilfe

Auf www.w-wie-weihnachten.de findet man Wissenswertes, Kurioses und Nützliches rund um dieses wichtige Fest des Christentums. Im Onlinelexikon ist nachzulesen, welche Geschichte das Fest, seine Bräuche und Lieder haben, aber auch wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird. Mehr als 100 Begriffe von A bis Z finden sich in Lexikon und Ratgeber. Seit vor gut 2.000 Jahren Jesus Christus in einem Stall bei Bethlehem geboren wurde, haben sich vielschichtige Traditionen rund um dieses Ereignis entwickelt. Zu den christlichen und volkstümlichen Facetten sind auch kommerzielle Aspekte getreten. Dennoch ist und bleibt Weihnachten ein einzigartiger Höhepunkt des Jahres, den jeder Mensch auf seine ganz persönliche Weise begeht. Server-Urteil: Vom 1. Advent bis zum Dreikönigstag – hier erfährt man alles über Weihnachten! Sogar das, was wir noch nicht wussten.

Schnell, einfach, pfiffig Unter www.weihnachtsgeschenk.com gibt es für den gestressten oder eher einfallslosen Weihnachtsmann Tipps, wie man für strahlende Augen am Heiligabend sorgen kann. Whiskykaraffe mit persönlicher Gravur, Sternschnuppen mit Zertifikat, persönliche Biergläser, originelle Verpackungen für Bargeld, gravierte Diamanten, Sektgläser oder Oskar-Trophäen runden das Angebot ab. Übersichtlich sortiert sind Weihnachtsgaben in den Kategorien „Personalisiert“, „Romantisch“, „Originell“, „Ausgefallen“ und „Witzig“. Praktisch: Hat man etwas gefunden, kann man es sofort bestellen. Server-Urteil: Schöne Anregungen, aber richtig schön wird Weihnachten erst mit ganz persönlichen Geschenkideen.

Ein Fest für Kinder Wie erklärt man einem Kind die Weihnachtsgeschichte? Warum hängen wir Kugeln und Lametta an grüne Bäume? Warum ist der Weihnachtsmann ein Rotrock und wieso passt er eigentlich durch Schornsteine? Wenn Kinder was zu Weihnachten wissen wollen, schlagen sie am besten bei der Blinden Kuh nach: Hier gibt es jede Menge verständliche und spannende Sachen rund ums Fest für die Kleinen. www.blinde-kuh.de/weihnachten. Eltern finden für ihre Zwerge Spiele, Surftipps, Märchen, Lieder, Basteltipps, Gedichte und kindgerechte Antworten auf jede Menge kindlicher Fragen. Server-Urteil: Ein echter Gewinn – nicht nur für Kleine.

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Unter allen neuen Abonnenten verlosten wir drei USB-Sticks. Unsere Gewinner sind: Dr. Sonnhild Bertz aus Magdeburg, Jochen Kästner aus Naumburg und Britta Scholtze aus Halle/Saale.

kostenlos und frei Haus

Herzlichen Glückwunsch!

Sie möchten ein kostenloses Abo des „server“. Kein Problem. Benutzen Sie die Karte oder Telefon Telefax E-Mail

03 91 2 44 64-0 03 91 2 44 64-400 info@kid-magdeburg.de

Unter allen neuen Abonnenten verlosen wir drei USB-Sticks (4 GB) im Scheckkartenformat.

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Preisausschreiben

Viel Spaß beim Rätseln!

Kreuzworträtsel

Unter allen Einsendern des richtigen Lösungswortes verlosen wir dreimal eine Haushaltsschere. Diese große Schere hat einen Magneten am Klingenschutz, zur einfachen Befestigung an einer Metallschiene, und im Mittelteil einen Flaschenöffner.


Frau

Herr

Bitte frankieren. Danke

Name/Vorname

Firma

Straße/Hausnummer

PLZ/Wohnort

???

Antwort Redaktion „Server“ KID Magdeburg GmbH Alter Markt 15 39104 Magdeburg

SUDOKU

Bitte senden Sie mir den „server“ kostenlos zu.

Frau

Herr

Bitte frankieren. Danke

Name/Vorname

Straße/Hausnummer

PLZ/Wohnort

Das Lösungswort lautet: ______________________ Bitte senden Sie mir den „server“ kostenlos zu.

wortwörtlich

Antwort Redaktion „Server“ KID Magdeburg GmbH Alter Markt 15 39104 Magdeburg

Woher kommt die Redewendung ...

Holzauge, sei wachsam! In Brettern finden sich Astlöcher, die an Stellen entstehen, wo Holzaugen sich befinden. Man nennt so die ovalen Areale, wo früher der Ast durch den Stamm hinein gewachsen war. Diese Stellen sahen einfach aus wie Augen, so dass man schon damit scherzen konnte. Diese Augen sahen ja nichts. Doch die Sache hat noch einen Hintergrund. Die Areale der Holzaugen waren besonders hart und schwer zu bearbeiten. Wer in diesem Bereich hobelte, musste sich vorsehen, damit er weder das Brett verdarb noch sich verletzte. So hieß es ursprünglich wohl im Schreinerhandwerk: „Da ist ein Holzauge! Sei wachsam!" Eine weitere Erklärung geht von den Holzklappen an Zinnen und Schießscharten aus. Man nannte diese auch Holzaugen. Da die Wachposten einer Burg dort durchschauten, um die Umgebung zu beobachten, war das ein gebräuchlicher Spruch unter Wachleuten.


IMPRESSUM

Lösungswort gesucht Schreiben Sie das Lösungswort auf die beigefügte Postkarte oder senden Sie uns eine E-Mail. G info@kid-magdeburg.de

Autor von ‚Lili Marleen‘

Inselstaat im Pazifik russischer Patriarch

Vergessen Sie nicht den Absender. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Strom durch Italien

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Lösungswort unseres letzten Rätsels hieß: Consulting

6 Pokal, Turnierpreis

2 Jubelwelle im Stadion (2 W.)

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Anja Löbe aus Jerchel, Karsten Schirmer aus Halle/Saale und Nicole Schreiber aus Hohenwarsleben Herzlichen Glückwunsch!

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8 englischer Gasthof

LEXIKON –

Rufname von Pacino

ein Sibirier

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Vorname d. Rennfahrers Prost

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R I N N

8

39104 Magdeburg Telefon 03 91 2 44 64-0 Telefax 03 91 2 44 64-400 E-Mail info@kid-magdeburg.de Internet www.kid-magdeburg.de

Redaktionsbeirat Dr. Michael Wandersleb Geschäftsführer KID Magdeburg GmbH

Jens-Uwe Jahns Journalist

DEIKE-PRESS-0611-22

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I T E T AR L A I E L A I

Andrea Pape Marketing KID Magdeburg GmbH

Tierprodukt

Amateure

L T A O L A

APPLICATION

französischer Frauenname

Flüssigkeitsmaß

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‚Italien‘ in der Landessprache

1 Eine Haushaltsschere mit Klingenschutz haben gewonnen:

A L E X I PO L E

A I WA N T Herausgeber GmbH N I U P Magdeburg C KID D E 15 AlterI Markt

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Inselstaat vor China

Einsendeschluss ist der 5. Februar 2012

Kundenmagazin der KID GmbH E P Magdeburg

ein griech. Volksstamm

Muskeltrainingsgerät

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Jürgen Haase Journalist Georg Rieger, Geschäftsführer Spectrum Wirtschaftswerbung GmbH

Honeypot

Die exakte Übersetzung des Wortes Honeypot ist Honigtopf. In der IT-Sicherheit handelt es sich um einen im Netzwerk installierten Dienst, der für den Angreifer ein interessantes Ziel darstellen soll und Angriffe auf das Netzwerk protokolliert. Honeypots sind im Netzwerk installiert, werden aber von den berechtigten Netzwerkbenutzern nicht angesprochen, weil sie ihnen unbekannt sind und die darauf installierten Dienste nicht dem eigentlichen Geschäftszweck dienen. Sie stellen lediglich für Angreifer ein vermeintlich interessantes Ziel dar. Wird der Honeypot angesprochen, werden alle Vorgänge von diesem protokolliert und je nach Interessenlage kann ein Alarm ausgelöst werden. Aus dem protokollierten Dokument können Rückschlüsse über die Vorgehensweise der Angreifer und über eventuelle

neue Angriffstechniken gezogen werden. Mit diesen Erkenntnissen können dann solche oder ähnliche Angriffe abgewehrt werden. Honeypots sind flexible Security-Einrichtungen mit verschiedenen Sicherheitsanwendungen. Sie sind nicht auf ein spezielles Problem fixiert, sondern können vielfach für die Informationssammlung, das Entdecken von Angriffen und die Prävention eingesetzt werden. Man unterscheidet bei den Honeypots zwischen den Produktions-Honeypots, die einfach zu benutzen sind und einen begrenzten Informationsumfang erfassen können, und den Forschungs-Honeypots, die komplex sind, hinreichend Informationen erfassen und analysieren können. Während die erstgenannten in Firmen eingesetzt werden, findet man die anderen in Forschungs-, Verwaltungs- und Militäreinrichtungen.

Gesamtherstellung Spectrum Wirtschaftswerbung GmbH Julius-Bremer-Straße 10 39104 Magdeburg Telefon 03 91 56 46 47 Telefax 03 91 56 46 49 Internet www.spectrumww.de Druck Druckhaus Laun & Grzyb Magdeburg Illustration Phil. Hubbe, Magdeburg „server“ erscheint quartalsweise. Nachdruck nur bei Nennung der Quelle. Themengerechte Fotos und Manuskripte sind stets willkommen, doch können wir Veröffentlichung oder Rücksendung nicht garantieren.

QUELLE: WWW.ITWISSEN.INFO

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KID Magdeburg GmbH Alter Markt 15 • 39104 Magdeburg Telefon 03 91 2 44 64-0 E-Mail info@kid-magdeburg.de Internet www.kid-magdeburg.de


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Kundenzeitschrift der KID Magdeburg | IV. Quartal 2011, Ausgabe 43

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