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P.b.b. Erscheinungsort Wien Verlagspostamt 1010 Wien GZ02 Z030918M

www.kinderfreunde.at | kind-und-co@kinderfreunde.at AUSGABE 4 Dezember–Februar 2012

DIE ZEITUNG DER KINDERFREUNDE IN ÖSTERREICH

Asyl in Not

S. 2 u. 3

Liebe Leserin, lieber Leser! u hältst das letzte Exemplar von „die Kinder“ in Händen. Keine Sorge: wir Kinderfreunde werden dich auch in Zukunft mit Informationen, Meinungen und Tipps versorgen. Nur tun wir das vom neuen Jahr an in neuem Gewand. Man darf gespannt sein! Vor genau hundert Jahren erschien zum ersten Mal unsere Mitgliederzeitung (damals „der Kinderfreund“), gemeinsam mit einer Beilage für Kinder. Das wollen wir in unserem neuen Magazin auch! Was uns beschäftigt, ist natürlich nicht nur die Form unseres Hefts, sondern selbstverständlich auch dessen Inhalt. Einen besonderen Schwerpunkt haben wir in dieser Ausgabe auf das Thema „Asyl“ gelegt. Was in dem reichen Land Österreich Lebensrealität jener ist, die zu uns kommen und Hilfe suchen, stimmt nachdenklich, und zugleich gibt es uns in unserem Engagement für eine menschliche und solidarische Asylpraxis und –gesetzgebung Recht. Auch Thema in dieser Ausgabe: eine ganze Menge an Vorschau auf die vielen Dinge, die wir uns im kommenden Jahr vorgenommen haben. So, und jetzt wünschen wir: eine interessante Lektüre, glückliches Feiern und ein famoses neues Jahr!

Interkulturelle Elterncafés

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Kinderrechte-Set

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Länderberichte

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Kein Kind ist illegal: Kinderrechte auch für Flüchtlingskinder

raurig ist es, was sich momentan in Österreich abspielt. Während gebürtige Österreicherinnen und Österreicher sich auf eine geruhsame Zeit mit der Familie freuen dürfen, müssen zig Familien in Angst leben. Ihr Vergehen ist es, dass sie aus ihrem Heimatland geflüchtet sind, aus welchen Grün-

den auch immer. Sie leben viele Jahre in Österreich, die Kinder gehen hier in die Schule, sprechen perfektes Deutsch, haben Freundinnen und Freunde hier, doch trotzdem kann es passieren, dass sie am nächsten Tag plötzlich nicht mehr in die Schule kommen. Dann hat der Staat Österreich sein Fremdenrecht durch-

Mitgliederkampagne: Fasching ist Werbezeit

12. bis 14. April ach dem großen Erfolg der Festivals 2007 und 2010 ist es im April wieder so weit: die Aufbruch-Tagung in Salzburg steht vor der Tür’. In den nächsten Tagen bekommst du nähere Informationen dazu aus deiner Landesorganisation. Auf www.kinderfreunde.at sind Informationen zur Aufbruch-Tagung nachzulesen sein. In der Zwischenzeit könnt ihr den Termin schon dick und fett im Kalender markieren, denn sicher ist: Verpassen sollte man dieses Festival auf keinen Fall.

Superwahlwochenende

gesetzt, die Familie in der Früh abgeholt und in ein Flugzeug gesetzt. Und während die rechten Hetzer applaudieren, stellt sich für uns Kinderfreunde die Frage: Welchen Sinn hat es, gut integrierte Familien in ein für sie fremdes Land abzuschieben und ihnen jegliche Chancen im Leben zu verwehren? Ein konkreter Fall hat Alle Kinder haben Rechte, das ist der Slogan für unseren mittlerweile Jahrzehnte dauernden Einsatz für die Kinderrechte in unserem Land. Keine Frage – es gab immer wieder Erfolge zu verzeichnen: So war etwa die Verankerung einiger wesentlicher Kinderrechte in die Österreichische Bundesverfassung im Jänner 2011 so ein Erfolg, auch die Ankündigung der Bundesregierung rund um den Kinderrechtetag am 20. November, endlich einen Schritt in Sachen Kinderrechte-Monitoring zu gehen und einmalig 70.000 Euro dafür bereitzustellen. Leider gibt es aber noch sehr viel zu tun: In ihrem Bericht zu Österreich hat der UN–Kinderrechteausschuss ganze 35 Missstände

auch die Redaktion von „die kinder“ erschüttert: Ein Mädchen, das bei einem Mentoringprojekt der Kinderfreunde mitmacht, erzählte von ihrer ständigen Angst, am nächsten Tag im Flieger nach Moskau zu sitzen. Alle Infos zum Thema Flucht und Asyl und wie man dagegen protestieren kann auf Seite 2 und 3. aufgezählt und damit unsere Kritik bestätigt. Die Liste ist lang : Unhaltbare Zustände für Kinderflüchtlinge, weit verbreitete Kinderarmut, Gewalt an und unter Kindern, Chancenungleichheit im Bildungssystem, Verbesserungsbedarf im Gesundheitssystem, Fehlen einer nationalen KinderrechteKoordination, gesetzliche Mängel und noch vieles mehr. Damit alle Kinder zu ihrem Recht kommen, reicht ein Gesetz allein nicht – es braucht konkrete Schritte und aktives, politisches Handeln. Vor 23 Jahren wurde die UN-Kinderrechtekonvention verabschiedet. Es ist höchste Zeit, dass die Kinderrechte auch bei den Kindern und Jugendlichen ankommen!

wutzl

b Mitte Jänner geht es mit den ersten Faschingsfeiern oder Kindermaskenbällen in eine der größten „Stresszeiten“ für uns Kinderfreunde. 700 Ortsgruppen in ganz Österreich verwandeln das Land in dieser Saison zu einem riesigen Kinder-Festsaal.

Viele Eltern erleben jedes Jahr, wie toll die Arbeit der Kinderfreunde ist. An dieser Stelle sollte man sie darum bitten, unsere Arbeit zu unterstützen indem sie Mitglieder werden. Auf diesen Festen funktioniert die Mitgliederwerbung am leichtesten, weil unsere Taten für sich sprechen.


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Buchtipps

Man will Asylwerbern das Leben hier absichtlich schwer machen…

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich

„Die Kinder“ baten Stephan Amann von der Integrationsund Interkulturarbeit der Volkshilfe Wien zum Interview… Die Volkshilfe ist seit ihren Anfängen im Flüchtlingsbereich tätig. Welche Angebote hat die Volkshilfe Wien heute im Bereich der Flüchtlingshilfe? Aktuell werden in den drei Flüchtlingshäusern, die wir in Wien betreiben über 300 AsylwerberInnen untergebracht, versorgt und sozial-integrativ betreut. Wir betreuen überwiegend Familien, aber auch alleinstehende Männer. Wir haben mit dem Projekt Room 13 auch ein eigenes Angebot für Flüchtlingskinder. Das ist ein Kreativatelier in dem viel gebastelt wird. Wir machen aber auch immer wieder Ausflüge und Aktionen wie Tanzworkshops. Was sind im Alltag die größten Probleme für Flüchtlingskinder? Grundsätzlich haben viele Flüchtlinge in ihrer Heimat entsetzliches erlebt – wie Kriege,

Das nagt schwer am Selbstwertgefühl der Menschen und das bekommen die Kinder natürlich mit. Folter, Ermordungen von Verwandten – und/ oder lebensgefährliche Fluchtwege hinter sich. Das betrifft natürlich auch Kinder, die vielfach traumatisiert sind. Viele Flüchtlingskinder leiden auch unter dem viel zu stark eingeschränkten, bis zur faktischen Unmöglichkeit reduzierten Arbeitsmarktzugang ihrer Eltern: Seit der schwarz-blauen Regierung dürfen AsylwerberInnen eigentlich nur noch als Saisonniers oder ErntehelferInnen arbeiten („Bartenstein-Erlass“). Die verordnete Langzeitarbeitslosigkeit nagt schwer am Selbstwertgefühl der Menschen und das bekommen die Kinder natürlich mit. Oft passiert es, dass die Kinder bald besser Deutsch können als ihre Eltern. Die Kinder unterliegen ja der Schulpflicht und müssen und dürfen daher in die Schule gehen und lernen bald gut Deutsch, auch wenn es für sie eine Zweit-

Die Kinder müssen dann für ihre Eltern bei Ämtern und ÄrztenInnen dolmetschen. sprache ist und das Erlernen daher auch kein Pappenstiel ist! Ihre Eltern haben diese Gelegenheit aber nicht. Es gibt kaum Deutsch-Kursangebote für sie, die sie nützen könnten. Die Kinder müssen dann für ihre Eltern bei Ämtern und ÄrztInnen dolmetschen. Viele Kinder leiden

unter dieser nicht altersgemäßen Belastung. Und natürlich sind Kinder keine professionellen Dolmetscher, was immer wieder zu Missverständnissen und auch Diagnosefehlern führt. Die meisten AsylwerberInnen kommen zuerst in die Erstaufnahmestelle in Traiskirchen – viele müssen eine lange Zeit dort ausharren. Wie ist die Situation in solchen Massenlagern? Das ist natürlich vor allem für Kinder und Jugendliche sehr schlecht, weil sie sich nicht so leicht Gehör verschaffen können. Wer Eltern hat, ist da freilich besser dran. Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen geht es da am schlechtesten. Es gibt dort zu wenig und keine spezifische Betreuung für Kinder und Jugendliche. Die Qualität der Volkshilfe-Unterkünfte liegt über dem üblichen Niveau. Das bewirkt unter anderem, dass wir sehr viele schwerkranke Kinder mit ihren Familien zugewiesen bekommen. Diese Familien sind natürlich in besonders schwierigen Lebenssituationen. Ihr seid mit anderen Organisationen, die im Flüchtlingsbereich engagiert sind vernetzt, wo seht ihr aktuell den größten Handlungsbedarf in der österreichischen Flüchtlingspolitik? Das größte Problem sind die fehlenden einheitlichen Qua-

Jetzt sehen wir halt da, dass in vielen Bundesländern nur noch dubiose Wirte, alte Gasthöfe und Hütten aktiv sind. litätsstandards im Asylbereich. Das führte in den vergangenen Jahren dazu, dass vor allem die ambitionierteren UnterkunftsgeberInnen, die relativ gute Quartiere und mehr Betreuung boten als unbedingt nötig, ihre Quartiere schließen mussten. Jetzt sehen wir halt da, dass in vielen Bundesländern nur noch dubiose Wirte, alte Gasthöfe und Hütten aktiv sind. Dass es keine Qualitätsstandards gibt, hat meiner Ansicht nach System und erweckt den Eindruck, als wolle man AsylwerberInnen das Leben absichtlich möglichst schwer machen – frei nach dem Motto „Ihr sollt wissen, dass Ihr hier nicht willkommen seid.“ Der Bereich der Rechtsberatung wird auch immer wieder kritisiert. Ja, da ist es ebenfalls problematisch, dass es keine Qualitäts-

standards gibt. Es darf nicht sein, dass das BMI eine österreichweite Rechtsberatung ausschreibt, sie fördert aber dabei nicht bzw. definiert unzureichend, was denn eine förderungswürdige Rechtsberatung beinhalten soll. Da kann jemand leicht in einem Satz Rechtsberatung machen: „Du hast keine Chance auf Asyl“ und es damit belassen. Dem Ministerium ist diese einsätzige Rechtsberatung anscheinend gleich viel wert wie eine seriöse.

Was sollte in der Unterbringung noch verbessert werden? Ein großes Problemfeld ist das Essen: In vielen Flüchtlingsquartieren wird für Flüchtlinge gekocht und Essen ausgegeben. Diese Vollverpflegung sollte abgeschafft werden. Sie ist nur Quelle von Konflikten und Unzufriedenheit. Es ist viel besser, wenn den Flüchtlingen zumindest noch das Kochen als mögliche Tätigkeit bleibt, weil der Arbeitsmarkt für sie fast immer verschlossen bleibt.

Das Buch gibt Einblicke in das Leben unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, greift aktuelle Probleme des Asylverfahrens und der Betreuung jugendlicher AsylwerberInnen auf und liefert Anstöße für eine Verbesserung der Situation. Heinz Fronek

connecting people Was kann der/die Einzelne tun?

Mandelbaum Verlag, 216 Seiten Preis: € 17,80 ISBN: 975385476–352-9

Das neue connecting people Buch WELL. COME! as Patenschaftsprojekt der asylkoordination österreich bringt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit österreichischen Erwachsenen bzw. schon lange hier lebenden MigrantInnen zusammen. www.connectingpeople.at

zung zu bieten. Im Vordergrund steht der Aufbau einer längerfristigen stabilen Beziehung der Patin oder des Paten zu dem/der Jugendlichen.

Literarische und fotografische Porträts von jugendlichen Flüchtlingen und ihren PatInnen.

SPENDEN asylkoordination österreich Ktnr. 01810665749

Die Patenschaft ist ehrenamtlich und unentgeltlich und hat das Ziel, jungen Flüchtlingen in Österreich eine möglichst umfassende und konkrete Unterstüt-

BLZ 14000 (BAWAG) IBAN: AT081400001810665749

Mandelbaum Verlag, 180 Seiten

BIC: BAWAATWW

Preis: € 19,90

Verwendungszweck:

ISBN: 978385476-371-0

Spende connecting people

UNICEF-Studie beschreibt Elend derer, die abgeschoben werden Flüchtlingskinder-Studie: „Abschiebung aus Österreich schlimmste Erfahrung meines Lebens“ „Bei Abschiebungen oder Rückführungen aus Österreich werden das Kindeswohl und die seelische Gesundheit von Kindern nicht ausreichend beachtet. Die Hälfte aller Kinder beschreibt in unserer aktuellen UNICEF-Studie ihre Rückkehr als die schlimmste Erfahrung ihres Lebens. Depressionen, Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Selbstmordgedanken, Angstzustände und bittere Armut gehören zum neuen Alltag der rückgeführten Kinder und Jugendlichen, die in Österreich aufgewachsen sind. 70 Prozent der Kinder aus Minderheiten besuchen nach ihrer Rückkehr keine Schule mehr. Das Gesundheitswesen des Kosovo ist auch nicht in der Lage, dem tatsächlichen Behandlungsbedarf bei rückgeführten Kindern und deren Eltern gerecht zu werden“, fasst Alexander Schwentner von UNICEF Österreich die alarmierenden Ergebnisse der Studie „Stilles Leid“ zusammen. Ein internationales Team aus PsychologInnen, ÄrztInnen und So-

zialwissenschaftlerInnen hat 164 Buben und Mädchen sowie 131 Eltern untersucht, die 2010 von Deutschland und Österreich – meist gegen ihren Willen – in den Kosovo zurückgebracht worden waren. Gemeinsam mit dem Netzwerk Kinderrechte Österreich appelliert UNICEF Österreich an alle politisch Verantwortlichen, den Verpflichtungen der UNKinderrechtskonvention nachzukommen. Dazu Heinz Fronek von der asylkoordination österreich: „Das Parlament, das Innenministerium und die Vollzugsbehörden tragen Verantwortung. Und diese Verantwortung darf nicht in dem Moment aufhören, wo Kinder und Jugendliche außer Landes gebracht werden. Das Kindeswohl muss auch bei Rückführungen an oberste Stelle stehen. Doch in der Praxis spielen die besonderen Gefährdungen, Entwicklungschancen und Bedürfnisse der betroffenen Kinder oftmals kaum eine Rolle.“ Im Jahr 2010 hat Österreich 888 Menschen in den Kosovo rückgeführt, im Jahr 2011 über 400, un-

ter ihnen zahlreiche Kinder und Jugendliche, für die eine „Rückführung“ in den Kosovo eine Abschiebung ins Abseits bedeutet. So geht der 13 Jahre alte Amir, der 2010 aus Österreich zurückgeführt wurde und nun mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in einem Dorf im Südwestkosovo lebt, jede Nacht mit der Angst zu Bett „wann sie wieder kommen werden“. Wann immer er an seine Rückkehr erinnert wird, „fange ich an zu zittern und zu schwitzen“ und „fange an, einfach zu schreien. Ich gehe raus, um nur nicht zu Hause zu bleiben, und um mich irgendwo abzuregen. … Ich laufe in die Stadt, weil ich zu viel Angst habe, um zu Hause zu bleiben … wer weiß, was ich noch tun werde.“ Die vollständige Studie findet sich zum Download auf http:// www.unicef.de/projekte/themen/ kinderrechte/roma-kinder-aus-demkosovo/unicef-studie-stilles-leid/.


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Asyl in Not – noch ein paar Worte… ie Asyl-Thematik ist einer der beschämendsten Bereiche österreichischer Politik. Seit Jahren ist die prekäre Situation bekannt, seit Jahren versuchen NGOs Verbesserungen herbeizuführen und jede Gesetzesnovelle in diesem Bereich bringt weitere Verschärfungen und reale Verschlechterungen der Lebenssituation der betroffenen AsylwerberInnen. Wir KinderfreundInnen sind angesichts dieser Menschen-

rechtsverletzungen empört und weisen regelmäßig speziell auf die unerhörte Situation von betroffenen Kindern und Jugendlichen hin. Aktuell ist das Thema Asyl in den Medien, da das größte Lager für AsylwerberInnen in Österreich in Traiskirchen/Niederösterreich aus allen Nähten platzt. Das ist auch deshalb der Fall, weil alle Bundesländer außer eben Niederösterreich und Wien ihre Quoten zur Aufnahme von

AsylwerberInnen nicht erfüllen. Ein kürzlich einberufener Asylgipfel der Bundesregierung mit den Landesregierungen hat zwar eine Übereinkunft erwirkt, dass die Länder ihrer Verantwortung nachkommen wollen, bis dato aber keine Entschärfung der Situation gebracht. Wie unerträglich die Situation für die Betroffenen sein muss, deutet ein Protestmarsch einiger BewohnerInnen vom Lager Traiskirchen nach Wien

Ende November an. Tagelang haben sie dann mitten in Wien ein Protestcamp abgehalten, um die Öffentlichkeit auf ihre Nöte aufmerksam zu machen. Mit den derzeitigen Gesetzen rund um das österreichische Fremdenrecht werden schutzbedürftige Menschen kriminalisiert, kritisiert auch VolkshilfePräsident Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer und fordert eine grundlegende Reform der wildwuchernden Asylgesetze und

des Bleiberechts: „Der Flüchtlingsbegriff ist veraltet und muss aktualisiert werden. Die Praxis, AsylwerberInnen ohne Straffälligkeit in Polizeihaft zu nehmen sowie die Abschiebung von Personen, die sich seit Jahren in Österreich aufhalten und gut integriert sind, muss verhindert werden.“ Wir KinderfreundInnen fordern die Einhaltung der Menschen- und Kinderrechte und einen humanitären Geist in der Asylthematik.

Ein konkreter Fall Madina und ihre Familie kämpfen ums Bleiberecht ur Vorgeschichte: Beim Kinderfreunde-Mentoringprojekt Nightingale lernen sich die 8-jährige Schülerin Madina und ihre Mentorin Hannah kennen. Madina erzählt, dass ihre Familie in Kürze abgeschoben werden soll. Hannah wendet sich besorgt an die Kinderfreunde. Was kann man tun? Familie C. flüchtete 2004 aus dem Kriegsgebiet Tschetschenien nach Österreich. Damals war Madina ein drei Monate altes Baby. Die Familie erhielt einen ersten negativen Asylbescheid und flüchtete damals aus Angst vor Abschiebung nach Frankreich. Von dort wurden sie wieder zurückgebracht und stellten erneut einen Asylantrag, wiederum mit negativem Bescheid. Mittlerweile besucht Madina eine Wiener Volksschule, spricht fließend Deutsch und ist bestens integriert, wie ihre Klassenlehrerin uns erzählt. Sie lernt gut, hat viele FreundInnen und geht gerne in den Hort. Madinas ältere Schwester konnte kürzlich

aus einer Mittelschule ins Gymnasium wechseln und ist quasi die Dolmetscherin der Familie. Dann gibt es da noch vier weitere kleinere Geschwister, das Jüngste ist 2011 geboren. Für die Eltern ist das alles eine sehr große Herausforderung. Sie sind in einem Wohnhaus von Ute Bock untergekommen und werden dort betreut. Aber die Strapazen der Flucht, die permanente Ungewissheit über die Zukunft der Familie und die aktuelle Angst, jeden Tag abgeholt und abgeschoben zu werden, belasten vor allem die Eltern ungemein. Aber auch Madina, so berichtet die Direktorin der Schule, kommt immer wieder zur Lehrerin und beteuert, wie traurig sie ist, dass sie vielleicht bald nicht mehr hier sein kann. Eine Abschiebung der Familie würde folgendermaßen aussehen, lässt und der Flüchtlingsbetreuer wissen: Meistens werden die Leute mitten in der Nacht – unangekündigt – abgeholt. Oft gelingt es den Betroffenen

gerade einmal, die Handtasche mitzunehmen. Im Fall tschetschenischer Flüchtlinge werden sie in ein Flugzeug nach Moskau gesetzt. Und dann ist alles Weitere völlig offen … Dann stünde die 8-köpfige Familie im winterlichen Moskau, ohne Gepäck, ohne Wohnung, ohne Geld, sozusagen obdachlos in einem fremden Land und würde versuchen, nach Tschetschenien zu gelangen – wohin sie eigentlich gar nicht wollen, weil es triftige Gründe gibt, warum der Vater dort nicht wieder hin kann. Herr C. sagt, er hat riesige Angst. Zurück zu Madina. Sie kennt Tschetschenien nur aus Erzählungen, wie ihre anderen Geschwister. Sie hat ihr ganzes bisheriges Leben hier in Österreich verbracht und würde bei einer Abschiebung entwurzelt und in ein für sie fremdes Land gebracht werden, mit völlig offener Zukunft. Als KinderfreundInnen hat uns dieses Schicksal sehr betroffen gemacht. Wir haben in den letzten

Wochen versucht, das Humanitäre Bleiberecht für Familie C. zu erwirken. Bei Redaktionsschluss

für diese Ausgabe der Zeitung war das Ergebnis dieses Versuchs noch offen.

Wortlaut der Kritik des UN-Kinderrechteausschusses (im Rahmen der Concluding Observations) vom Oktober 2012 an der Österreichischen Regierung in Sachen Asylpolitik: „Der Ausschuss fordert den Vertragsstaat auf sicherzustellen, dass Kinder unter 14 Jahren unter keinen Umständen in Schubhaft genommen werden, und dass die verwaltungsbehördliche Anhaltung bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und asylsuchenden Kindern über 14 Jahren nur als letztes Mittel eingesetzt wird, sofern nicht-freiheitsbeschränkende Alternativen zur Schubhaft nicht zur Verfügung stehen. Der Ausschuss fordert den Vertragsstaat außerdem auf, sicherzustellen, dass die Bedingungen der Anhaltung keinen bestrafenden Charakter

haben und im Einklang stehen mit dem besonderen Status dieser Kinder als Minderjährige, die weder einer strafbaren Handlung verdächtigt noch wegen einer Straftat verurteilt worden sind. Er fordert außerdem den Vertragsstaat auf sicherzustellen, dass die zur Altersbestimmung an unbegleiteten Kindern angewandten Verfahren auf wissenschaftlich anerkannten Methoden beruhen, wie sie in der Allgemeinen Bemerkung Nr. 6 (CRC/C/ GC/6, 2005) empfohlen werden, und dass jedem unbegleiteten Kind ein gesetzlicher Vertreter zur Seite zu stellen ist.“


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Volksbefragung „Wehrpflicht oder Berufsheer“ Am 20. Jänner 2013 findet die Volksbefragung zum Thema „Wehrpflicht oder Berufsheer“ statt.

aum eine Befragung in der Vergangenheit hat derart polarisiert, selbst innerhalb der Sozialdemokratie ist eine große Spaltung zwischen Wehrpflichtbefürworterinnen und –befürwortern und Berufsheerunterstützerinnen und -unterstützern spürbar. Auch innerhalb der Kinderfreunde und Roten Falken gibt es keine klare Antwort auf diese Frage: Während die eine Sei-

te Militarisierung und die militärischen Durchsetzung von wirtschaftlichen Interessen fürchtet, fordert die andere Seite die aus ihrer Sicht überfällige Abschaffung des „Zwangsdienstes“, der keinerlei Nutzen für Landesverteidigung, geschweige denn Gesellschaft, hätte. In einem sind sich die Kinderfreunde jedoch einig: „Nie, nie, woll’n wir Waffen tragen, nie, nie woll’n wir wieder Krieg“ – heißt es in einem Falkenlied.

Die Kinderfreunde und Roten Falken treten seit ihrer Gründung und auch heute noch vehement gegen alle Kriege und militärischen Konfliktlösungen auf, deshalb sei die Antwort auf die Frage „Wehrpflicht oder Berufsheer“ mit einer Gegenfrage beantwortet: Braucht Österreich überhaupt ein bewaffnetes Bundesheer?

Wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen Zivildienst und Sozialem Jahr? BM Hundstorfer: Die Unterschiede – und auch die Vorteile – liegen klar auf der Hand. Auch unabhängig von der Dis-

kussion um den Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht ist es notwendig, die jetzt von Zivildienern erbrachten wichtigen sozialen Dienstleistungen für die Zukunft abzusichern. Denn aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Zahl der Stellungspflichtigen Jahr für Jahr sinken. Sind es im Jahr 2012 noch 45.016 junge Männer, so werden es 2021 nur noch 36.657 sein. Hier ist das Modell des bezahlten, freiwilligen Sozialen Jahres ein guter Ersatz und eine Weiterentwicklung des Zivildienstes, die dafür sorgen wird, dass Trägerorganisationen wie z.B. das Rote Kreuz auch in Zukunft einen festen Bestand an motivierten Mitarbeitern haben. Fast überflüssig zu erwähnen ist, dass diese wichtigen Aufgaben in sensiblen Bereichen somit künftig von motivierten, freiwilligen und gut ausgebildeten Menschen erbracht werden, nicht von „Zwangsverpflichteten“.

Lange wurde ja über die Bezahlung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie „Zuckerln“ wie z.B. Anrechnung für weitere Ausbildungen diskutiert. BM Hundstorfer: Die Bezahlung erfolgt auf Basis des Kollektivvertrages. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten 1.386 Euro, 14-mal im Jahr und sind sozialversicherungsrechtlich abgesichert. Damit geben wir Menschen die Möglichkeit, fair bezahlt und sozial- und arbeitsrechtlich abgesichert Erfahrungen in wichtigen Zukunftsberufen im Pflege-, Sozial-, und Gesundheitsbereich zu sammeln. Und wir bieten ihnen mit hochwertiger und verwendbarer Ausbildung im Umfang von mindestens 180 Stunden einen soliden Grundstein für ihre weitere berufliche Entwicklung. Diese wird außerdem für die weitere Berufsausbildung, auf geforderte Praxiszeiten und als Vordienstzeiten im öffentlichen Dienst angerechnet. Und es

rote falken österreich „Kinder für Frieden und Abrüstung“ ist eine Kampagne, die schon seit den 80er Jahren bei den Roten Falken präsent ist. Während damals vor allem das Wettrüsten im Kalten Krieg Anlassgeber für die Kampagne war, ist das Thema Krieg auch heute noch allgegenwärtig, ob in Syrien, Afghanistan oder im Irak, irgendwo auf der Welt ist immer Krieg. Seit über 100 Jahren erziehen wir Kinderfreunde Kinder zum Frieden und deshalb ist für uns die Frage „Berufsheer oder Wehrpflicht“ die falsche, denn wer für den Frieden ist, braucht keine Panzer, keine Gewehre und keine Armee. Weil Abrüstung keine Forderung aus der Vergangenheit, sondern auch heute noch so aktuell wie eh und je ist.

Man kann über all diese Fragen trefflich diskutieren, doch davon abgesehen

stellt sich bei einer Heeresreform immer auch die Frage des damit verbundenen Zivildienstes. Soziale Dienste und Einrichtungen werden heute zu einem nicht unbeträchtlichen Teil durch Zivildiener unterstützt. Wie der soziale Bereich in Zukunft organisiert sein könnte und was die Unterschiede zwischen dem aktuellen und neuen Modell sein könnten, erklärt Sozialminister Rudolf Hundstorfer im Interview. bringt Zusatzpunkte bei Aufnahmetests in Schulen, FHs und Unis. Können damit alle – derzeit von Zivildienern – erbrachten Leistungen abgedeckt werden? BM Hundstorfer: Ja, denn da wir jetzt die sogenannten „indirekten Kosten“ wie z.B. durch die Wehrpflicht und den Zivildienst entgangene Sozialversicherungsund Steuereinnahmen nutzbar machen, können sogar 8.000 Plätze pro Jahr finanziert werden. Wenn man berücksichtigt dass künftig nur noch Gesundheits- und Sozialeinrichtungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des bezahlten, freiwilligen Sozialen Jahres erhalten, dann können die Zivildiener in diesem Bereich nahezu völlig abgedeckt werden. Und die Kosten für Staat und Trägerorganisationen bleiben – trotz höherer, fairer Entlohnung für die Teilnehmer – gleich.


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Mein Kommentar

Nachgelesen im Archiv Über die Weihnachtsaktion der Österreichischen Kinderfreunde. Fröhliche Weihnacht überall

foto: c. votava

StR Christian Oxonitsch Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde

lle Menschen in Österreich müssen lebenswerte und gerechte Bedingungen vorfinden und die gleichen Chancen haben. Die aktuelle Asyl-Debatte zeigt jedoch erneut, dass die Lebenssituation von AsylwerberInnen vielfach unbefriedigend ist. Ich unterstütze daher in meiner Funktion als Wiener Jugendstadtrat und als Vorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde die Forderungen nach Einhaltung der Menschen- und Kinderrechte und einen humanitären Geist in der Asylthematik. Eine grundlegende Reform der Asylgesetze und des Bleiberechts ist daher unumgänglich. Ziel muss es sein, insbesondere Kindern und Jugendlichen bestmögliche Voraussetzungen für ihr Leben mitzugeben. Um Kindern und Jugendlichen einen optimalen Start zu garantieren ist der weitere Ausbau von Ganztagsschulen unerlässlich. Die Forderung von Bildungsministerin Claudia Schmied nach Verdoppelung der Mittel für Ganztagsschulformen um weitere 80 Millionen Euro ist daher auch aus Kinderfreunde Sicht sehr zu unterstützen. Denn die Ganztagsschule mit verschränktem Unterricht ist die ideale Schulform für alle sechs bis 14-Jährigen. Wir brauchen ein flächendeckendes Angebot – im Interesse aller Kinder in diesem Land. Wir Kinderfreunde werden weiter lästig sein, wenn es darum geht, allen Kindern gleiche Chancen zu bieten. Jetzt ist es Zeit, unsere Akkus aufzuladen und mit Volldampf im neuen Jahr weiter im Interesse der Kinder zu arbeiten. In diesem Sinne wünsche ich erholsame Feiertage und einen guten Start ins arbeitsreiche Jahr 2013.

b 1945 gab es für die Kinderfreunde vier große Festtage im Jahreslauf: der Erste Mai, die Jugendweihe, den Tag des Kindes und Weihnachten. Genauer gesagt, die Tage vor Weihnachten, das Weihnachtsfest selber war der Familie vorbehalten. Aus diesen Vor-Weihnachtsfeiern der Kinderfreunde entstand die große Weihnachtsaktion mit dem werbenden und gleichzeitig verpflichtenden Titel Fröhliche Weihnacht überall. Im Jubiläumsbuch „Die Kinderfreunde 1908 bis 1958“ berichtet Tesarek über die Weihnachtsaktion: Fast glauben wir, dass das Weihnachtsfest der Kinderfreunde, zu dem sie alle Kinder Österreichs einladen, zum bedeutendsten geworden ist. In den ersten Jahren hatten die Feiern noch fürsorgerischen Charakter, wie es die Notwendigkeit der Nachkriegsjahre erforderte. In den Kinderfreundegruppen war man mit Spielzeugbasteln, Kleider nähen, Süßigkeiten verpacken beschäftigt. Es galt, die Not der Kinder zu Weihnachten zu lindern.

Mit der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse traten an die Stelle der mehr fürsorgerischen Betreuung das wertvolle Buchgeschenk und ein gut vorbereiteter Theaterbesuch. Wohl gab es den Verlag Jungbrunnen, der bereits in der Vorkriegszeit aus den umfangreichen Bemühungen gegen Schmutz- und Schundliteratur entstanden ist, aber das zeitgemäße gute Kinder- und Jugendbuch musste erst geschrieben werden. Ebenso gab es so gut wie keine passenden kindgerechten Theaterstücke, für die Vorstellungen mussten erst Inhalte und AutorInnen gefunden werden. Welch ein bedeutender kinderkulturpolitischer Meilenstein! Finanziert wurde diese große Weihnachtsaktion durch den Verkauf von Weihnachtsabzeichen, durch Spenden und Sammlungen. Dank der Unterstützung von Gewerkschaften und BetriebsrätInnen war es möglich, die finanzielle Grundlage für das Weihnachtsbuch und das Weihnachtstheater zu schaffen. Vor allem in Wien gelingt das heute noch. Die Zahl der verteilten Weihnachtsbü-

cher ist zwar zurück gegangen, aber das Kinderfreunde-Weihnachtsmusical im Raimundtheater hat Jahr für Jahr mehr BesucherInnen. Die Roten Falken leisteten für die Weihnachtsaktion der Kinderfreunde ihre eigenen Beiträge. Mit der Spitalsbuchaktion trugen sie das Weihnachtsbuch in die Krankenhäuser, mit der Dienststellenbesuchsaktion bedankten sie sich bei jenen Menschen, die Weihnachten an ihrem Arbeitsplatz verbringen, und somit die Feiern der anderen ermöglichen. Auch die AntiKriegsspielzeugaktion der Kinderfreunde wurde vorwiegend von den Roten Falken getragen. Sie organisierten Straßenaktionen und forderten: Sagt den Kindern die Wahrheit: Die Waffe ist kein Spielzeug! Und tatsächlich: Kriegsspielzeug wird heute zumindest auf den Weihnachtsmärkten nicht mehr angeboten. Einer anderen Auswirkung der gegen Ende der 60-er Jahre beginnenden Wohlstandsgesellschaft begegneten die Kinderfreunde mit dem Aufruf: Nicht nur Geschenke – dein Kind braucht dich! und erhielten dafür breite Zustimmung. Doch der Erfolg blieb aus. Fünfzig Jahre später scheint der Appell leider aktueller denn je zu sein. Aktueller denn je ist aber auch die Tatsache, dass sich immer mehr Menschen heute den weihnachtlichen Geschenkerummel gar nicht mehr leisten wollen bzw. können. Dagegen aufzutreten (nicht nur zu Weihnachten) wäre eine wichtige Sache, im Interesse der Kinder, und im Sinne von fröhliche Weihnacht überall!

Familien aufgepasst:

2013 findet das nächste Familien-Sommer-Camp in Döbriach statt amilien aus ganz Österreich, aber auch Gruppen mit kleinen Kindern (Minis und Freundschaftskinder) sind auch nächsten Sommer wieder eingeladen, eine gemeinsame Sommerwoche in unserem ausgesprochen kinder- und familienfreundlichen Camp am Millstättersee in Kärnten zu verbringen. Das angebotene Programm richtet sich an die ganze Familie: gemeinsames Spielen, Abende am Lagerfeuer, Baden am eigenen Strand, Familienausflüge, kreativ sein nach Lust und Laune, und vieles mehr. Geschlafen wird entweder in Häusern (Achtung: begrenzte Plätze!) oder in komfortablen Familienzelten. Ab sofort werden Anmeldungen gerne entgegengenommen! Datum: 27. Juli bis 3. August 2013 Infos und Anmeldung: Tel. Nr. 01 / 512 12 98 - 45 paedagogisches-buero@kinderfreunde.at

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Impressum Medieninhaber und Herausgeber: Österreichische Kinderfreunde Bundesorganisation, 1010 Wien Rauhensteingasse 5/5 Tel. 01/512 12 98, Fax 01/512 12 98 - 62 Redaktion: Blum, Bohmann, Hackl, Köfler, Leeb, Moser, Müller, Rous, Walter, Wutzlhofer Bundesgeschäftsführer: Jürgen Wutzlhofer

Mitglieder des Bundesvorstandes: Jasmin Chansri, Bruno Fußenegger, Erni Graßberger, Friedrich Grundei, Josef Hieden, Karl Horak, Andrea Kappel, Bernd Kastenhuber, Andreas Kollross, Corinna Kovac, Sieglinde Lesjak, Reinhard Meier, Kurt Nekula, Inge Posch-Gruska, Michael Schinninger, Kerstin Speigner, Erich Wahl, Florian Weidenholzer, Herbert Zabinsky Bundesvorsitzender: StR Christian Oxonitsch

Redaktionsadresse: Österr. Kinderfreunde Bundesorganisation, 1010 Wien, Rauhensteing. 5/5 Anzeigenverwaltung: Michaela Rous, Tel. 01 / 512 12 98 - 55 Druck: Herold Druck und Verlag AG, 1030 Wien, Faradaygasse 6 Grafische Gestaltung & Layout: Martin Bruner - www.sombrero.at

Daddy Cool

Luise (2), Josephine (4) und Thomas Grasl (35)

Aufgrund unpräziser Familienplanung habe ich es bei unserer ersten Tochter nicht in die Karenz geschafft. Bei unserer zweiten Tochter übernahm meine Frau das erste Jahr; die Kinder waren eins und drei, als ich schließlich in Karenz ging. Hauptsächlich ging es mir darum, die Intensität dieser Art des Zusammenlebens zu erleben: ganztägig miteinander und in gegenseitiger Abhängigkeit. Zu Beginn meiner Karenz war mein Verhältnis zur jüngeren Tochter flau. Wenn wir zu viert etwas unternahmen, kümmerte ich mich meist um die ältere Tochter, meine Frau um die jüngere. Entsprechend vernachlässigt war die Beziehung zwischen mir und der Jüngeren. Wir taten uns schwer mit einander. Davon kann jetzt freilich keine Rede mehr sein. Die zwölf Monate begannen vielleicht etwas holprig. Das Einschlafen klappte nicht, Windel wechseln und anziehen ebenso wenig. Das Verhältnis verbesserte sich bald. Es war eine einzigartige Erfahrung. Die guten wie die schlechten Seiten. Von der sich immer verbessernden Kommunikation, über gemeinsame Mittagspausen, der Suche nach einem Programm für verregnete Winternachmittage, bis hin zur Erfahrung bei miserabel gelaunten Kindern mitsamt Wutanfällen, vorzugsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, keine Partnerin zur Ablöse zu haben. Vollends gesellschaftlich akzeptiert ist die Väterkarenz wohl noch nicht. Als Partner in einem Architekturbüro hatte ich das Glück, Kollegen zu haben, denen das Thema bedeutend ist. Wir leben glücklicherweise in einem Staat, der die finanziellen Rahmenbedingungen setzt. Übrig bleibt die Frage, ob man abkömmlich ist und ob es nachher so weitergeht wie vorher. Ich denke, in den meisten Fällen müsste es einzurichten sein, eine entsprechende Akzeptanz des Umfeldes vorausgesetzt. Bei mir funktionierte der Wiedereinstieg reibungslos, zudem habe ich in den zwölf Monaten vieles gelernt. Nicht unerwähnt bleiben darf allerdings die Hilfe, die mir zugute kam. Meine Schwiegermutter, meine Nachbarin und meine Frau halfen alle tatkräftig. Sie haben ermöglicht, dass ich doch ein wenig Zeit zum Arbeiten und zum Regenerieren fand.


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www.kinderfreunde.at

„Sitz’ nicht den ganzen Tag vor‘m Computer!“ as Internet ist inzwischen zu einem integralen Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen geworden: In Österreich nutzen 51 % der 9- bis 16-Jährigen das Internet täglich oder fast täglich (im Vergleich zu 60 % im europäischen Durchschnitt). 92 % nutzen das Internet zumindest einmal in der Woche. Diese Zahlen werfen die Frage nach dem Umgang Jugendlicher mit dem Internet auf und schärfen das Bewusstsein für die Fälle, die einen problematischen Umgang erkennen lassen. Das Forschungsnetzwerk von „EU Kids Online“ hat 11- bis 16-Jährige dazu befragt, wie oft sie bereits Anzeichen von exzessiver Internetnutzung erlebt haben. Zu diesen Anzeichen gehören zu wenig Schlaf, das Auslassen von Mahlzeiten oder die Vernachlässigung von Hausaufgaben oder Sozialkontakten, bedingt durch die online verbrachte Zeit sowie

erfolglose Versuche, mehr Zeit offline zu verbringen. Das überraschend erfreuliche Ergebnis: „Nur“ 1 % der österreichischen (wie auch der europäischen) Jugendlichen ist durch ein gefährlich hohes Risiko zu exzessiver Internetnutzung bedroht. Eine hohe Nutzungsdauer allein ist nicht zwangsläufig Zeichen einer problematischen Internetnutzung von Jugendlichen. Die Internetnutzung der meisten Jugendlichen ist ausgewogen: Ein besonderes Gefährdungspotenzial für exzessive Internetnutzung und die daraus resultierenden negativen Folgen ist allerdings bei älteren Jugendlichen mit emotionalen Problemen zu finden. Exzessive Nutzung und „Internet-Sucht“ – Was sollten Eltern tun?

Um exzessiver Internetnutzung vorzubeugen, sollten sich Eltern

Aufbruch_13 Jetzt anmelden!

randaktuell und voller Highlights ist das Programm für Aufbruch_13 in diesen Tagen fertig. Tolle Vorträge von international renommierten ExpertInnen sowie

Workshops mit konkreten Tipps und Tricks für die tägliche pädagogische Arbeit, eingebettet in ein tolles Rahmenprogramm für Jung und Alt. Außerdem wird die neue große Kampagne der Kinderfreunde-Organisation bei der Tagung allen TeilnehmerInnen und der Öffentlichkeit präsentiert. Eingeladen sind alle MitarbeiterInnen der Kinderfreunde, egal ob Ortsgruppenvorstandsmitglied, FerienbetreuerIn, PädagogIn im Kindergarten oder Hort oder ehrenamtliche Kinder- und JugendgruppenleiterIn.

intensiv ihren Kindern zuwenden, sie zwar in ihrem Internetumgang nicht überwachen, aber doch das Tun ihrer Kinder mit Interesse und Zuwendung begleiten. Nicht nur dann, aber ganz besonders dann, wenn sich Kinder oder Jugendliche durch etwas im Internet belästigt gefühlt haben, brauchen sie ein offenes Ohr und die Sensibilität Erwachsener, vor allem ihrer Eltern aber auch ihrer LehrerInnen. Wenn Fragen in Elternhaus und Schule direkt angesprochen werden, dann erhöht dies die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Kinder ihre onlineZeit positiv nutzen und mit der Zeit eine hohe Medienkompetenz sowie einen ausgewogenen Umgang mit dem Internet entwickeln. Gerald Netzl ORF-Publikumsrat, Kategorie Eltern und Familien

Ski & Fun Winterferien am Annaberg 3. bis 9. Februar 2013

ie nächsten Semesterferien kommen bestimmt. Jetzt schon Plätze für das Ski & Fun Winterferiencamp am Annaberg (Mostviertler Alpen) sichern. Mit den Kinderfreunden Niederösterreich kommen Kinder sicher und leistbar auf die Piste. Durch unsere Kooperation mit der Skischule Annaberg ist je nach Können garantiert der

richtige Schi- oder Snowboardkurs für jedes Kind dabei. Zusätzlich sorgen unsere geschulten Betreuerinnen und Betreuer für ein spannendes Drumherum mit vielen unvergesslichen Erlebnissen für die teilnehmenden Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren. Alle Details sowie bequemes Online-Anmelden auf www.noe. kinderfreunde.at/ferienzeit.

Spielen, wie es mir gefällt … Die vorweihnachtliche Kampagne der Kinderfreunde OÖ

Infos zu Aufbruch_13: www.kinderfreunde.at und in deiner Landesorganisation.

Buchaktion der Österreichischen Kinderfreunde Kinder, die gut lesen, lernen leichter und verstehen mehr, denn das Lesen guter Literatur fördert die Entwicklung der sozialen Kompetenzen und der Fantasie. Kurz: Bücher lassen Kinder wachsen! Die Förderung der Lesekompetenz ist ein Hauptanliegen der Österreichischen Kinderfreunde, daher gibt es auch heuer wieder die beliebte Buchaktion, die wir gemeinsam mit dem Verlag Jungbrunnen anbieten. Nähere Infos: www.kinderfreunde.at

edes Jahr machen die Kinderfreunde darauf aufmerksam, dass Kinder gutes Spielzeug verdienen. Lange richtete sich der Fokus auf das gewaltfreie Spielen. Heuer sind Geschlechterstereotype das Thema. „Kinderkleidung, Schultaschen, Kino, Spielzeug, Werbung, Fernsehen, Lieder und auch Rituale sind oft voller Klischees und sie verstärken Geschlechterrollen. Es geht uns darum, Bewusstseinsbildung zu fördern und einen Nachdenkprozess in Gang zu setzen“, erklärt Bernd Dobesberger, der

Vorsitzende der Kinderfreunde OÖ das Kampagnenziel. Mädchen- oder Bubenkram?

Mädchen und Buben sind in sich keine einheitlichen Gruppen. Manche Mädchen lieben rosa Glitzerspielzeug, andere Fußball. Manche Buben mögen wilde Raufspiele, andere malen gerne. Außerdem gibt es viele Kinder, die spielen gerne Puppen und danach ist Toben angesagt. „Wir wollen deutlich machen, dass sich die Spielangebote nicht nach dem Geschlecht, sondern nach den Vorlieben und

Fähigkeiten der Kinder ausrichten sollten“, präzisiert Simone Diensthuber, die Geschäftsführerin der Kinderfreunde OÖ. Geschlechtersensibilität wird die Kinderfreunde als Thema in allen ihren haupt- und ehrenamtlichen Organisationsformen begleiten. Der Startschuss dafür ist eine Plakatkampagne unter dem Titel „Spielen wie es mir gefällt – nicht nur als Prinzessin oder Held.“ Weitere Infos: susanne.pollinger@kinderfreunde.cc www.kinderfreunde.cc


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Interkulturelle Elterncafés – mehr als nur ein Kaffeekränzchen Kaffee und Kuchen, Tee und Baklava - in interkulturellen Elterncafés wird mehr als das ausgetauscht. Die zentralen Anliegen reichen viel weiter: Es geht um die Vermittlung klassischer Erziehungs- und (Eltern-) Bildungsfragen, um die Vernetzung von Eltern unterschiedlicher Herkunft sowie um die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen bzw. Kindergärten. n wöchentlich oder monatlich stattfindenden Elterntreffen werden jene Themen angesprochen, die insbesondere zugewanderte Eltern im Alltag vor Herausforderungen stellen. Dazu gehören Inhalte, wie Sprachförderung, Kinderbetreuung, Arbeit, Gesundheit und Recht. Wo es nötig ist, werden Eltern an ExpertInnen, Beratungsstellen und Behörden weitervermittelt. Darüber hinaus bieten Elterncafés aber auch den Raum, persönliche Migrationserfahrungen auszutauschen.

Eltern unterstützend zur Seite zu stehen. Von größter Bedeutung für die Elterncafebegleiterinnen ist dabei, dass sie vom Personal des jeweiligen Standortes als willkommene Unterstützung wahrgenommen werden. Ist dies nicht der Fall, kann die Elterncafebegleiterin in eine Situation geraten, in der sie zwar die Anliegen der Eltern kennt,

aneinandergeraten. Elterncafebegleiterinnen wissen über die (oft ungewohnte) familiäre Situation besser Bescheid, über die Verzweiflung, die Depressionen, die Ausweglosigkeit und die Existenzängste, in denen viele Eltern stecken. Als aktive Fürsprecherinnen für die Eltern versuchen sie, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und auf

blüht richtig auf, sie hat das jetzt richtig gesagt. Ja, also die Pädagoginnen haben dann auch gesagt, du schau, die kann schon mit mir reden.“ (Elterncafebegleiterin) Aufklärung Eltern müssen in vielen Bereichen Verständnis für die Belange des Kindergartens entwickeln: Eine Hausordnung ist einzuhalten,

Um die Umsetzung dieser Ziele gewährleisten zu können, werden die Elterncafés von eigens dafür ausgebildeten interkulturellen ElterncafebegleiterInnen geleitet. Im Idealfall sprechen diese die Muttersprache(n) der unterschiedlichen Zielgruppen. So kann der Zugang für zugewanderte Eltern besonders niederschwellig gestaltet werden. Das Institut für Kinderrechte und Elternbildung hat sich gemeinsam mit den Kinderfreunden Wien dazu entschlossen, die interkulturellen Elterncafés an Kindergärten der WieIllustration: www.sabrinahackl.at ner Kinderfreunde einer Wirkungsanalyse zu unterziehen. Um zu klären, welche aber dennoch keine Möglichkeit Effekte die Elterncafés haben, hat, zu einem konstruktiven Gewurden mit den Elterncafebe- spräch zwischen Pädagoginnen gleiterinnen, den Leiterinnen und Eltern beizutragen. der jeweiligen Kindergartenstandorte* und den teilneh- Brückenfunktion menden Eltern Einzelinterviews Für jene Eltern, die an einem und Gruppendiskussionen interkulturellen Elterncafé teildurchgeführt, die im Folgenden nehmen, übernehmen die Elterncafebegleiterinnen eine Brückenkurz dargestellt werden. funktion zwischen Eltern und Die mangelnde Vernetzung zwi- Kindergarten. Als Vertrauensperschen zugewanderten Eltern und son nehmen Elterncafebegleitedem Kindergarten ist für Kin- rinnen eine Moderatorinnenrolle dergartenleiterinnen ein wich- ein und schaffen Verständnis auf tiges Motiv für die Einrichtung beiden Seiten. der Elterncafés. Das gilt auch So versuchen sie etwa, die Elfür die Eltern: Diese wünschen tern bei Problemen mit dem sich oft einen besseren Kontakt Kindergartenpersonal zu Gezum Kindergarten, aber auch sprächen mit der Leiterin bzw. die Vernetzung mit anderen El- Pädagogin zu motivieren, oder tern und der Bildungserfolg der Verständnis für die stressige eigenen Kinder sind zentrale Arbeitssituation der Kindergarelterliche Anliegen. Alleine bei tenpädagoginnen zu schaffen. der Umsetzung dieser Wünsche Aber auch, wenn sich ein Kind mangelt es manchen Eltern an im Kindergarten sehr auffällig den dafür notwendigen Kom- verhält, nicht isst, aggressiv oder petenzen und Ressourcen. In- hyperaktiv ist, kann es vorkomterkulturelle Elterncafés stellen men, dass überlastete Pädagohier eine Möglichkeit dar, den ginnen und verzweifelte Eltern

Kindergartenleiterinnen ist die Aufklärungsfunktion der Elterncafés eine besonders wichtige: „[...] also es ist wirklich eine Unterstützung auch, [...] wir haben das erste Mal einen Ganztagesausflug vorgehabt und die türkischen Mütter haben alle geschrieben: ‚Nein, mein Kind geht nicht mit.‘ Das habe ich halt dann der Kollegin beim Elterncafé gesagt: ‚Du, vielleicht kannst du das irgendwie ansprechen. Wird sicher die Frage kommen, was ist überhaupt ein Ganztagesausflug und was machen die dort.‘ Und dann hat sie mich eben dazu geholt und ich habe das halt erklärt dann. Und siehe da, die türkischen Kinder dürfen jetzt mitfahren. Also es war dann doch eine Unterstützung und ich denke, dafür kann man das wirklich nutzen.“ (Kindergartenleiterin) Aufbrechen sozialer Isolation

Migration kann Eltern in die soziale Isolation drängen. Diese kann im Rahmen von Elterncafés aufgebrochen werden, immerhin bieten diese die Möglichkeit, sich mit Eltern, die sich in ähnlichen Situationen befinden, auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Empowerment

das Kind muss pünktlich in den Kindergarten gebracht werden, es wird eine bestimmte Kleidung benötigt (z. B. Regenjacke und -hose, um in den Garten/auf den Spielplatz gehen zu können). Das alles sind Regeln, die manchen Eltern gar nicht klar sind und darum auch nicht eingehalten werden können. Die Elterncafébegleiterinnen wirken hier aufklärend und unterstützen somit die Kindergartenpädagoginnen im Hintergrund.

„[Weil] sie eben da bei dem Elterncafé auch Deutsch sprechen mussten, haben sie ein bisschen geübt und wenn sie dann was gekonnt haben, dann hast du richtig gemerkt, wenn sie dir was sagt, sie

Darüber hinaus versuchen Elterncafébegleiterinnen den Eltern jene Ängste zu nehmen, die aus mangelndem Wissen entstehen: Wenn z. B. Eltern ein Kind nicht auf einen Ausflug mitschicken wollen (weil er zu lange dauert, weil etwas passieren könnte etc), klären die Elterncafebegleiterinnen darüber auf, dass die Kinder auf solchen Ausflügen viel Schönes erleben können und sich ausgeschlossen fühlen würden, wenn sie nicht teilnehmen. Gerade aus Sicht der

Seiten der Pädagoginnen Verständnis für die Situation der betreffenden Kinder und Eltern zu schaffen. „[...] ich denke, es ist manchmal wichtig, die Pädagoginnen auf die Probleme in der Familie aufmerksam zu machen. (...) es geht ja schließlich um das Kind und sie arbeiten mit den Kindern.“ (Elterncafebegleiterin) Es geht jedoch nicht immer um die Überbrückung von Konflikten: Im Rahmen ihrer Empowerment-Funktion ermutigt die Elterncafebegleiterin die Eltern, aktiver auf die Pädagoginnen zuzugehen, etwa indem geübt wird, ein Anliegen auf Deutsch zu formulieren.

“Ich bin einfach alleine hier, ich und mein Mann und meine Familie und das macht mir bisschen weh, weil ich bin einfach allein zu Hause und Arbeit und Kinder und so. (...) Ja, es gibt andere ägyptische Frauen, aber nur begrüßen, aber Freunde nicht. Hier (Anm. im Elterncafé) habe ich so viele Frauen aus Marokko, aus Sudan, Philippinen, auch Südafrika kennengelernt, das macht bisschen froh weil das ich will einfach reden mit jemandem.” (Mutter) * Zum Zeitpunkt der Untersuchung waren nur weibliche Pädagoginnen anwesend. 2008 wurde das erste interkulturelle Elterncafé der Wiener Kinderfreunde in einem Kindergarten eröffnet. Mittlerweile gibt es in Wien an sieben Kindergartenstandorten sowie an einer Volksschule und im Kinder- und Familienzentrum Friends, in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg von den Kinderfreunden betriebene interkulturelle Elterncafés.


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Das neue Kinderrechte-Set

Das neue Kinderrechte-Set ist da

Kinder haben Rechte!

ünktlich zum diesjährigen Kinderrechte-Tag am 20.11. haben die Österreichischen Kinderfreunde ein neues Kinderrechte-Set präsentiert. Ziel dieses Produktes ist, Leute, die mit Kindern zum Thema Kinderrechte arbeiten wollen, zu unterstützen. Entwickelt und getestet wurden die Inhalte von PädagogInnen aus Kindergärten, Horten, Volksschulen und der verbandlichen Kinder- und Jugendgruppenarbeit. Das Neue und Einzigartige daran ist, dass dieses Set auch Ideen für die Arbeit im Elementarbildungsbereich beinhaltet.

UN-Kinderrechteausschuss im Dialog mit Österreich.

Offensichtlich gibt es im Bereich Kinderrechte noch viel zu tun, was die Kinderfreunde auf allen politischen Ebenen einfordern. Mehr Infos und die Gesamtlänge der Concluding Observations findet man unter: www.kinderhabenrechte.at

Kinderrechte-Informationen, -Methoden und –Materialien für die pädagogische Arbeit mit 3-10-jährigen Kindern in Kindergarten, Hort, Volksschule und außerschulischer Arbeit

Inhalte des Sets:

■ Kinderrechte-Informationen für EinsteigerInnen ■ Kinderrechte-Methoden zur Umsetzung des Themas ■ Kinderrechte-Materialien wie Poster, Karten, Kleber, etc.

Preis: EUR 35,- (zzgl. Versand) Bestellung: Österreichische Kinderfreunde Bundesorganisation Tel: +43/1/512 12 98 - 53 Mail: organisationsservice@kinderfreunde.at www.kinderfreunde.at

Falken und Jugendpartizipation auf europäisch

Die Gruppe macht´s

Das European Falcon Network trifft sich und tauscht aus

om 25. bis 28. Oktober führten die europäischen Falkenorganisationen ihr jährliches Seminar im Salvador-Allende-Haus in Oer-Erkenschwick (in Deutschland) durch. Bei diesen Seminaren geht es vorrangig um den Austausch über die aktuellen Herausforderungen von

„Diese Treffen sind immer sehr motivierend und jedes Mal kommt man mit einigen guten neuen Ideen wieder“, meint Michael Schinninger, Bundesfalke und einer der drei Teilnehmenden der Roten Falken/Kinderfreunde.

Rosa und Karl 2013 SJD Die Falken organisieren ein super Seminar edes Jahr im Jänner veranstaltet unsere deutsche Schwesterorganisation, die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, in der Nähe von Berlin das Seminar „Rosa und Karl“ zum Gedenken an die beiden SozialistInnen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Nächstes Jahr wird es vom 11. bis 13. Jänner stattfinden. Und wir als Rote Falken bzw. Kinderfreunde sind eingeladen. Neben diesem Gedenken gibt es dort aber ein breit angelegtes Workshop-Programm. Da ist einiges dabei – von „Rosa für EinsteigerInnen“, über „Theater der Befreiung“ bis hin zu „Sozialismus in Südamerika“. Zudem ist das DIE Chance, um mal deutsche Falken kennen zu lernen.

Über dieses Angebot hinaus gibt es die Möglichkeit noch zwei Tage davor ein bisschen Berlin und internationalen Flair mitzubekommen. Das „Rosa und Karl – extended“-Programm ist ein Vorprogramm in Berlin – zusammen mit GenossInnen aus Belgien, Israel und Frankreich. Inhaltlich wird es in dem Vorprogramm um das Thema Krise und Kapitalismus gehen. Beide Varianten kosten 50 Euro als Teilnahmebeitrag. Bei Interesse an „Rosa und Karl“ oder „Rosa und Karl – extended“, melde dich bei simon.walter@kinderfreunde.at oder per Telefon 01 / 512 12 98 - 50. Infos zum Programm: www.kinderfreunde.at/internationales

Die Gruppe bekommt eine Planungshilfe für ihre Gruppenstunden www.gruppenstunde.at m Anfang war eine Idee: aus denen man passende Dinge Es müsste ein Tool geben, auswählen und zu einem indivimit dem man von überall duellen Gruppenstundenablauf und zu jeder Tageszusammensetzen und Nachtzeit ganz kann. Natürlich leicht seine individuspielen dabei Gröelle Gruppenstunde ße der Gruppe und planen und zusamAlter der Kinder/ menstellen könnte. Jugendlichen eine Und jetzt ist sie Wirk- e entscheidende Rolht le. Also, GruppenGr lichkeit geworden, die u p p e m ac Idee, und damit die leiterInnen aufgeneue Website www.gruppenstun- passt: Meldet euch gleich an und de.at. plant die nächste Gruppenstunde Es stehen eine Spiele-, eine mit Hilfe dieser genialen Website, Lieder-, eine Bastel- und eine Me- ihr werdet staunen, auf welche thodensammlung zur Verfügung, Ideen ihr dabei kommt!

!

Gruppendynamische Übung während des Seminars

’s

Foto: IFM-SEI

Falkenarbeit in den verschiedenen Ländern. Heuer drehte sich alles rund um das Stichwort Jugendpartizipation: Wie können wir Jugendliche stärker einbinden? Wie schaffen wir unter heutigen Bedingungen Freiräume, in denen Jugendliche sich selbst organisieren können? Wo liegen die Knackpunkte, dass es derzeit nur mäßig gut funktioniert?

Di

lle fünf Jahre gibt der Staat Österreich Bericht bei der UNO über die Umsetzung der Kinderrechte ab. Dasselbe tun NGOs, um die staatlichen Informationen zu relativieren. Die UNO macht sich ein Bild von der Situation und gibt dann Empfehlungen ab, welche Problemfelder in den nächsten 5 Jahren vorrangig zu behandeln sind. Hier einige „Hauptproblemfelder der Kinderrechte in Österreich“ aus diesen Empfehlungen („Concluding Observations“): ■ Nicht alle Kinderrechte sind in der Verfassung ■ Kein einheitlicher Jugendschutz ■ Keine umfassende nationale Politik für Kinder und Jugendliche ■ Keine ausreichende Datenlage zu Kindern ■ Keine Kinderrechte in den Lehrplänen ■ Keine spezielle KinderrechteBewusstseinsbildung für Berufsgruppen der Bildung, Sozialarbeit, Justiz, Gesundheitswesen ■ Keine Anleitung der Jugendlichen zu „Wählen ab 16“ ■ Zu viel Gewalt an Kindern und Jugendlichen ■ Keine wirksamen Regelungen für internationale Adoptionen ■ Keine vollständige Integration und inklusive Bildung von Kindern mit Behinderung ■ Keine systematische Überprüfung der Kindergesundheit ■ Hohes Ausmaß des Missbrauchs von Alkohol, Tabak und Drogen bei Jugendlichen ■ Benachteiligendes Bildungssystem ■ Schubhaft, Altersbestimmung, fehlende Vertretung von unbegleiteten Flüchtlingskindern ■ Zu wenig Unterstützung für Opfer von Menschenhandel ■ Keine Trennung der Jugendlichen von erwachsenen Häftlingen in Strafanstalten ■ 3. Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention noch nicht ratifiziert

Kinderrechte-MultiplikatorInnen stehen zur Verfügung

ie Österreichischen Kinderfreunde haben im November siebzehn KinderfreundInnen aus Wien, Niederösterreich und Oberösterreich zu Kinderrechte-Mul-

tiplikatorInnen ausgebildet. Diese sollen Einrichtungen und Gruppen in ihren Bundesländern bei der Entwicklung eigener Kinderrechte-Aktivitäten zur Verfügung stehen. Auch für die restlichen Bundesländer sollen MultiplikatorInnen im kommenden Jahr ausgebildet werden. Bei Interesse bitte melden: paedagogisches-buero@kinderfreunde.at, Tel.: 01 / 512 12 98 - 45


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120 Falken feierten Demokratie und Mitbestimmung Ohne Demokratie ist alles doof – kaum zu glauben, schau mal all die vielen Falken.

itte November kamen 120 Rote Falken aus Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland, Salzburg und der Steiermark zum Superwahlwochenende im Palais Kabelwerk in Wien zusammen. Das Superwahlwochenende war sozusagen das „Festival der Demokratie“ innerhalb der Falkenbewegung. Die Veranstaltung begann am Freitagabend mit einem großen Planspiel, das den TeilnehmerInnen Positionen der politischen Parteien und Spielregeln der parlamentarischen Demokratie in unterhaltsamer Form näher brachte. Der spielerische Einstieg war insbesondere für die zahlreich anwesenden JunghelferInnen ideal, da das Thema Demokratie lustvoll erlebt wurde. Wir lernen im Vorwärts gehen

Am Samstag ging es gleich in der Früh mit Workshops und PolitikerInnen-Gesprächen weiter. Neben dem Workshop Medien und Demokratie und dem von Sandra und Ronny Kapuy exzellent geführten Stadtspaziergang „Auf den Spuren der Republik“ fanden Diskussionen mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, der Grünen Nationalrätin Alev Korun und dem Bundessprecher der KPÖ, Mir-

Die frisch gewählten Bundes- und Landesteams: v.l.n.r.: RF Oberösterreich Sandra Promberger, Karo Buchberger, Flo Schinninger, Tina Botka; RF Bund: Karin Blum, Michi Schinninger, Simon Walter, Melanie Peschek; RF Wien: Dani Leßman, Dominik Eischer, Sandra Kapuy, Kathi Neudeck, David Janicek (es fehlt: Conny Bohmann), RF Niederösterreich: Gert Rammharter (es fehlt: Anita Mühlbauer) ko Messner, statt. Die TeilnehmerInnen hatten die Gelegenheit die PolitikerInnen in entspannter Atmosphäre kennen zu lernen und sich über ihren Werdegang, politischen Ansichten und Forderungen auszutauschen. Im Anschluss an die Workshops versammelten die Roten Falken sich am Grab ihres Gründers, Anton Tesarek, um ihm anlässlich seines 35. Todestages mit einer Kranzniederlegung zu gedenken. In den

Zu Pfingsten 2013 fahren wir nach Wien!

Reden wurden die TeilnehmerInnen an Tesareks Leistungen um die sozialistische Erziehung im Allgemeinen und die Falken im Besonderen erinnert: Danke und Freundschaft, Tes! Mitreden und Mitbestimmen

Die Wiener und Oberösterreichischen Landeskonferenzen und drei Regionskonferenzen konnten dann am Samstagnachmittag starten. In allen Falken-

parlamenten wurde engagiert diskutiert, berichtet und die jeweiligen VertreterInnen gewählt. Ebenso natürlich bei der Bundeskonferenz, die am darauffolgenden Tag abgehalten wurde. Die Bundeskonferenz beschloss zahlreiche wichtige Anträge, wie zum Beispiel jenen Antrag, der sich in der pazifistischen Tradition der Falken für die ersatzlose Abschaffung des Bundesheeres (keine Wehr-

pflicht, kein Berufsheer!) ausspricht. In anderen Anträgen fordern die Falken das FrontexSystem abzuschaffen, das tausende Tote an der EU Außengrenze produziert oder die durchdringende Demokratisierung aller gesellschaftlichen und politischen Bereiche. Aber auch Gruppenaufbau und die notwendige Unterstützung durch Kinderfreunde-Strukturen, die Einsetzung von Arbeitsgruppen und die Preispolitik in Döbriach waren Themen, mit denen sich die Delegierten in Anträgen auseinander setzten. Zum Schluss der Veranstaltung standen mit Michael Schinninger, Melanie Peschek, Simon Walter und Karin Blum die KandidatInnen zum neuen Bundesteam zur Wahl. Sie konnten sich über das Vertrauen der überwältigenden Mehrheit der Delegierten freuen und starten mit viel Engagement und Tatendrang in ihre Amtsperiode. Insgesamt hat das Superwahlwochenende den Roten Falken als Bewegung viel Kraft und Energie gegeben, weil wir alle erfahren konnten, dass wir viele sind, dass wir kraftvoll sind und dass wir wissen was wir wollen: Demokratie und Sozialismus.

Karl Marx und seine Kinder An dieser Stelle wollen wir jeweils eine Persönlichkeit vorstellen, die für unsere Geschichte und für unsere Bewegung von besonderer Bedeutung ist. Diesmal: Anton Afritsch

lle drei Jahre treffen sich viele, viele Kinderfreundeund Falkengruppen aus allen Teilen des Landes, um miteinander zu Pfingsten irgendwo in Österreich ihre Zelte aufzuschlagen. 2013 ist es wieder so weit – und dieses Bundespfingstlager findet nicht irgendwo statt, sondern mitten im Herzen Wiens. Und das ist das Besondere am Pfingstlager 2013 – denn wann hat man schon die Gelegenheit, mit der U-Bahn zum Zeltplatz zu fahren? Oder am Lagerfeuer zu sitzen mit der Skyline einer Millionenstadt als Kulisse? Das Motto des Pfingstlagers lautet „Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt“ und das passt zum zukünftigen Kinderfreunde/ Rote Falken Themenschwerpunkt. Wir werden uns im Programm damit auseinander setzen, was uns an der Welt, in der wir leben, nicht gefällt und wie wir sie verändern

wollen. Themen wie Umwelt und Nachhaltigkeit, Armut, Rassismus und Ausgrenzung oder die Gleichberechtigung von Burschen und Mädchen werden dabei eine Rolle spielen. Neben der programmatischen Beschäftigung mit der Veränderung der Welt, wollen wir auch ganz praktisch zeigen, wie wir Falken leben wollen – nämlich gewaltfrei solidarisch, freundschaftlich und widerständig. Neben all dem gemeinsamen Programm werdet ihr auch genügend Zeit haben, um Wien auf eigene Faust als Gruppe oder mit organisierten Stadterkundungen zu erleben. Das Bundespfingstlager 2013 in Wien dürft ihr euch nicht entgehen lassen! Anmeldungen & Infos: ab sofort in der Bundesorganisation karin.blum@kinderfreunde.at Tel. 01 / 5121298 - 56

Im Dezember 1873 kommt Anton Afritsch in Klagenfurt zur Welt – seine Mutter ist Fabriksarbeiterin, seinen Vater lernt er kaum kennen. Er leidet in seiner Kindheit nicht nur unter großer Armut, er wird zudem von seiner Großmutter sehr streng und lieblos erzogen. Anton Afritsch wird schließlich Tischler und erfährt die unmenschliche Behandlung, die Lehrlinge in dieser Zeit

erdulden müssen. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen mit Unterdrückung und Elend schließt er sich der Gewerkschaft und der sozialdemokratischen Partei an. Anton Afritsch heiratet schließlich und wird Vater von fünf Kindern, mit denen er eine ganz andere Beziehung pflegt, wie es zu jener autoritären Zeit zwischen Vater und Kindern üblich war. Er ist liebevoll zu seinen Kindern, beschäftigt sich mit ihnen, spielt mit ihnen, macht Ausflüge und erzählt Geschichten. Bald schon kommen andere Kinder zur Spielgemeinschaft der Afritschs dazu und für Anton Afritsch wird immer deutlicher, dass er etwas gegen das Elend dieser proletarischen Kinder unternehmen muss. Er appelliert an die Öffentlichkeit und an die Politik, die schreckliche Not, die Mangelernährung, Wohnungsnot und mangelnde

Säuglingsfürsorge zu lösen. Er muss aber erkennen, dass „wie auf allen anderen Gebieten des proletarischen Klassenkampfes, kann den Arbeiterkindern nur durch Selbsthilfe, durch die Organisierung der Arbeitereltern, geholfen werden“. Die Idee der Kinderfreunde ist geboren! Im Februar 1908 findet auf Afritschs Initiative die offizielle Gründungsversammlung des Arbeitervereins Kinderfreunde in Graz statt und bald darauf schießen Kinderfreude Gruppen in ganz Österreich wie Pilze aus dem Boden. Am Anfang sind die Kinderfreund/ innen noch stark vom Fürsorgegedanken geprägt und offiziell politisch unabhängig, Anton Afritsch aber betont schon damals die Wichtigkeit der sozialistischen Erziehungsarbeit. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Afritsch Stadtrat in Graz und Reichsobmann der Kinderfreunde. Viel zu früh stirbt Anton Afritsch 1926 im Alter von 51 Jahren.


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Burgenland

Neue Initiative bei den Kinderfreunden Burgenland

ie so oft, wenn sich Menschen treffen, die was bewegen wollen, entstand nach einer Begegnung von MitarbeiterInnen der Ortsgruppen Neudörfl und Steinbrunn vor dem Sommer 2012 die Idee, gemeinsam mit anderen Kinderfreundeortsgruppen im Burgenland eine Ortsgruppeninitiative zu starten. Es soll in erster Linie um den gegenseitigen Austausch über das Angebot für Kinder und auch um gemeinsame Aktionen im Burgenland gehen. Darüberhinaus sollen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Orts- und KindergruppenmitarbeiterInnen entwickelt werden. Schon beim ersten Treffen zum Sommerende, an dem auch MitarbeiterInnen der Ortsgruppen Hirm und Schattendorf teilnahmen, wurde klar, dass es 2013 zu einer gemeinsamen Teilnahme beim Bundespfingsttreffen in Wien kommt. Alleine dieses Vorhaben hat es schon jahrelang nicht gegeben und wie es aussieht,

kommen noch ein paar burgenländische Ortsgruppen dazu. Ein weiterer Abend der Ortsgruppeninitiative wurde dem Leitbild und den pädagogischen Grundsätzen der Kinderfreunde gewidmet und es zeigte sich, dass ein großes Bewusstsein in den Vorständen der Ortsgruppen für die Ziele der Kinderfreunde vorhanden ist. Mittlerweile sind bereits die Ortsgruppen Wimpassing, Hornstein, Baumgarten, Bruckneudorf, Neuberg und Drassburg in die Ortsgruppeninitiative involviert und schon hat ein reger Informationsaustausch unter den Gruppen begonnen. MitarbeiterInnen des Bundesbüros und der Landesvorstand der Kinderfreunde Burgenland unterstützen die Initiative und seit dem Sommer hat sich das Leben der Kinderfreunde im Burgenland merkbar belebt. So haben einige der Ortsgruppen auch erfolgreich eine gemeinsame Kinderrechtsaktion zum Welttag der Kinderrechte durchgeführt.

steiermark

Steirischer Jubiläen-Reigen 100 Jahre Ortsgruppe Selzthal, 90 Jahre Ortsgruppe Gratkorn und 40 Jahre Ortsgruppe Liezen. Drei Jubiläen, die zeigen: Die Kinderfreunde Steiermark sind jung!

Foto: Kinderfreunde/Kastenhuber

So jung präsentiert sich eine 100-jährige Ortsgruppe. Die Selzthaler hatten allen Grund zum Feiern! Beginnen wir mit dem 100er im Selzthal!

Bei der Festveranstaltung diesen Herbst konnte Ortsgruppenvorsitzender Gottfried Buder zahlreiche Ehrengäste wie Bundesrätin Johanna Köberl, LAbg. Bgm. Ewald Persch, Hausherrn Bgm. Alois Eckmann, Landesfeuerwehrarzt Dr. Josef Rampler als Vertreter der „Graufalken“ sowie Landesgeschäftsführer Bernd Kastenhuber und Gebietsreferent Christian Mehlmauer begrüßen. Zahlreiche VertreterInnen der örtlichen Vereine waren ebenso zum Gratulieren gekommen wie ein ganz besonderer Gast. „Tante Hedwig“, die langjährige Subkassierin der Kinderfreunde. Gastgeschenke, flotte Klänge und natürlich ein

großes Familienspielfest rundeten die Feier ab. Geschichtsträchtige Feier in Gratkorn

Die Kinderfreunde Gratkorn wurden am 28. Mai 1922 gegründet. Gratkorns Bürgermeister Ernest Kupfer, die Bezirksvorsitzende der Kinderfreunde Graz Umgebung, Mag.a Uschi Lackner und GR Heidelinde Strikovic, Ortsgruppen-Vorsitzende seit 1993, streiften in ihren Reden durch die durchaus turbulente Geschichte dieser großen Ortsgruppe. Lob und Dank gab es auch für viele wichtige Wegbegleiter. Viel wichtiger als alle Reden waren und sind natürlich die Kinder, denen ebenfalls ein riesiges Spielefest geboten wurde.

Liezener Indianer auf der Suche nach frühen Wurzeln

Die Kinderfreunde Ortsgruppe Liezen wurden 1972, dank der Mithilfe von Lois Pfeiler, mit einem Kinderfest wieder ins Leben gerufen. Es hatte in Liezen zwar zuvor auch schon immer wieder KinderfreundeGruppen gegeben, leider sind aber bis heute keine Unterlagen dazu auffindbar, erfuhr man anlässlich der Feierlichkeiten. Das 40-jährige Jubiläum wurde natürlich ebenfalls mit einem tollen Spielefest unter dem Motto „Indianerdorf und Western“ gefeiert. Ein großes Dankeschön geht an alle SpenderInnen, GönnerInnen und die vielen fleißigen, ehrenamtlichen HelferInnen.

salzburg

kärnten

Gemeinsam*Lesen – Bücherwürmer gesucht und gefunden

Ortsgruppen-Funktionäre-Tagung der Kinderfreunde Kärnten

Lesefeste im öffentlichen Raum in der Stadt Salzburg

Foto: KinderfreundInnen Salzburg

itte Oktober gab es in Salzburgs Parks im Rahmen des Leseförderungsschwerpunkts der Salzburger KinderfreundInnen tolle Lesefeste. Die KinderfreundInnen Salzburg haben mit rund 600 Salzburger VolksschülerInnen schöne Vormittage mit Lesen, Spielen und Basteln

im Park verbracht. Gemeinsam mit unserem Bücherwurm Bartholomäus haben wir mit den Kindern die beiden Bücher „Der kleine Ritter“ und „Das kleine Ich bin Ich“, beide erschienen im Verlag Jungbrunnen, entdeckt. Für jede Schülerin und für jeden Schüler gab es im Anschluss ein Lesezeichen und die Möglichkeit, passend zum Thema etwas zu basteln, die Geschichte nachzumalen oder gemütlich in weiteren Büchern zu schmökern. Ein gelungener Auftakt für unsere Aktion „Bücherturm für Bücherwurm“, mit der wir bis Weihnachten wieder Volksschulen im ganzen Bundesland Salzburg besuchen und vielen neuen Bücherwürmern die Lust auf ’s Lesen weitergeben wollen. Infos: sarah.radics@sbg.kinderfreunde.at

Foto: Kinderfreunde Kärnten

m 17. November 2012 fand im HotelRestaurant Rösch in Klagenfurt die OrtsgruppenFunktionärInnen-Tagung der Kinderfreunde Kärnten statt. Knappe 30 FunktionärInnen nahmen an der Tagung teil. Für die kleinen TeilnehmerInnen wurde vor Ort Kinderbetreuung vom Spielbus „Fridolin“ angeboten. Im Vordergrund des

Treffens stand die Vernetzung der FunktionärInnen. Jede Ortsgruppe hatte die Möglichkeit, in einer kurzen Präsentation ihre Aktivitäten vorzustellen und Informationen und Ideen mit anderen Ortsgruppen auszutauschen. Die wichtigsten Schwerpunkte im Jahr sind die Faschingsfeiern, die ersten MaiFeiern, Pfingstlager und Weihnachtsaktionen, um nur einige Aktivitäten der Ortsgruppen zu

nennen. Darüber hinaus wurde der neue Newsletter der Kinderfreunde Kärnten vorgestellt, für den noch viele Mailadressen aller interessierten Mitglieder und FreundInnen benötigt werden. Wer den Newsletter erhalten will, kann sich unter newsletter@ ktn.kinderfreunde.at melden. Natürlich sind alle Ortsgruppen herzlich eingeladen, Berichte ihrer Aktivitäten für den Newsletter an newsletter@ktn.kinderfreunde.at zu mailen. Die Kärntner Kinderfreunde sind nun auch auf Facebook zu finden und freuen sich über jede/n BesucherIn dieser Seite. Ein Schwerpunkt wurde auf die Vorstellung der Homepage – gruppenstunde.at – gelegt, die viele Informationen und Hilfen für die Ortsgruppenmitglieder bereitstellt. Abgeschlossen wurde die interessante Tagung mit einem gemütlichen Essen.


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Tirol

wien

Fünf Jahre Kinderfreunde Inzing

Enquete: ACHTUNG ELTERN! Bildungspartnerschaft im Kindergarten und Hort ie Wiener Kinder-

Foto: Kinderfreunde Inzing

ir, einige Inzinger Mütter haben uns zusammeng eschlossen um unsere Ideen von einem abwechslungsreichem Freizeitprogramm für unsere Kinder umzusetzen. Dadurch wurde 2007 die Kinderfreunde Ortsgruppe Inzing gegründet. In den ersten zwei Jahren haben wir uns oft in der Ringerhalle für Bewegungsnachmittage getroffen. Weiters wurde in dieser Zeit viel gebastelt, gespielt, gesungen und zur Weihnachtszeit Kekse gebacken. Last but not least haben wir ein Osterfest ins Leben gerufen. Das erste Osterfest wurde von uns allein gestaltet. In den kommenden Jahren hat sich unser Dorfpfarrer mit dem Kreis für Ehe und Familie angeschlossen und dem Fest das Palmlattenbinden hin-

zugefügt. Natürlich waren der Osterhase und das Spielmobil immer mit von der Partie, auch eine große Tombola durfte nicht fehlen. Zu Weihnachten wollten wir für die Kinder immer etwas ganz besonderes organisieren, wie zum Beispiel eine Fackelwanderung in den Wald um für die Tiere einen Weihnachtsbaum zu schmücken, einen Laternenspaziergang im Schnee, eine Kutschenfahrt und Kiachlessen am Christkindlmarkt. Zu Halloween und im Fasching haben lustige Events stattgefunden. Gemeinsame Ausflüge zum Beispiel ins Hexenwasser, zum Ratz Fatz Konzert, ins Kindermusical, zum Bäcker Ruetz und nach Scharnitz zur Nature Lounge standen im Laufe der Jahre genauso auf unserem Terminplan wie Grillabende am Bach. Ebenso ist

es unserer Ortsgruppe gelungen, sich bei Veranstaltungen anderer Vereine unterstützend einzubringen und diese Feste ein wenig zu bereichern. (Ferienzug, Gaisaufest, Maifest) Das Programm hat sich im Laufe der Jahre dem Alter und der verbleibenden Freizeit der Kinder angepasst und das wird auch in Zukunft so sein, aber wir hoffen immer wieder, dass wir den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Im Großen und Ganzen ist der harte Kern im Vereinsleben immer der selbe geblieben und viele freiwillige Stunden Arbeit stecken hinter all dem. Durch die steigende Mitgliederzahl wurde unsere Mühe belohnt und so ist jetzt auch ein guter Zeitpunkt um danke zu sagen und an die vielen gemeinsamen Erlebnisse zu denken.

oberösterreich

Her mit den Hasen!

freunde veranstalten am 29. Jänner 2013 im Tagungszentrum Schloss Schönbrunn eine Fachenquete zum Thema Bildungspartnerschaft. Unter dem Motto „einander kennen, einander verstehen, gemeinsam verantworten“ wird die Kooperation von Eltern, Kindergärten und Schulen im Hinblick auf den gemeinsamen Aufbau einer lernund entwicklungsförderlichen Umgebung für Kinder aus den verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Diese Kooperation reicht von der Absprache gemeinsamer Aktivitäten und dem Erfahrungsaustausch bezüglich dem Bildungsstand der Kinder bis hin zur Erarbeitung gemeinsamer Bildungsziele und Angebote in den jeweiligen Institutionen. Univ.-Prof. Dr. phil. Cornelia Wustmann wird auf die Bildungspartnerschaft aus Sicht der Elementarpädagogik näher eingehen, während Prof. Dr. Sigrid Tschö-

pe-Scheffler die Bildungspartnerschaft aus Sicht der Familie erläutern wird. M a g . Winfried M o s e r und Mag.a Marion Hackl werden das Ergebnis einer Studie über „Elterncafés in den Kindergärten der Wiener Kinderfreunde“ präsentieren. Und last but not least wird Dr. Martin R. Textor sich mit der „Gesellschaft von morgen – Konsequenzen für Erziehung und Bildung“ auseinander setzen. Zusätzlich werden die TeilnehmerInnen während der Mittagspause die Möglichkeit haben, sich am sogenannten Marktplatz über die Kinderfreunde-Angebote zur Bildungspartnerschaft ausführlich zu informieren. Parallel dazu wird für Kinderfreunde-LeiterInnen der Workshop „Eltern stärken – Einladung zum Dialog“ mit Inge Willwacher stattfinden. Anmeldung bis 14. Jänner : Nicole Wurzler, Tel.: 01 /401 25 -11 kind-und-co@wien.kinderfreunde.at Teilnahmegebühr 40 Euro inkl. Mittagsbuffet.

Niederösterreich

10 Jahre Kidsnest Festempfang im Kidsnest-Krisenzentrum der Kinderfreunde in Wr. Neustadt

Ungewöhnliche Aktion für Eltern-Kind-Zentren etabliert, in denen Eltern Vernetzung und Unterstützung erfahren. Ziel ist es, Eltern bei ihren vielfältigen Aufgaben der Kindererziehung zur Seite zu stehen. Die Angebote richten sich nach den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Besucher und Besucherinnen. Langfristigen Erhalt sichern

ährend in den Geschäften schon die ersten Schokonikoläuse Aufstellung nahmen, machten Ende Oktober 52 Eltern-KindZentren der Kinderfreunde Oberösterreich mit Schokohasen auf sich aufmerksam. Besuch im EKiZ initiiert

Rund 1000 Hasen wurden versteckt und die FinderInnen per Beipackzettel gebeten, die Hasen

ins EKiZ zurückzubringen. Viele sind der Aufforderung gefolgt. Junge Eltern lernten gemeinsam mit ihren Babys das Eltern-KindZentrum kennen, alte Bekannte nahmen den Hasen zum Anlass, vorbeizuschauen und auch politische VertreterInnen kamen wieder einmal ins EKiZ zu Besuch.

„Wir wollten mit dieser Aktion für das Eltern-Kind-Zentrum werben, denn nur mit dem Rückhalt der Bevölkerung können wir diese wichtige Einrichtung lang fristig erhalten“, so Simone Diensthuber, Geschäftsführerin der Kinderfreunde OÖ. Information Die Kinderfreunde OÖ führen 52 Eltern-Kind-Zentren. Im Jahr 2011 haben sich bei insgesamt 2979 Veranstaltungen 183.304 Besuchskontakte ergeben. Elternbildung ist ein

Orte der Begegnung

Die Eltern-Kind-Zentren haben sich als Begegnungsräume

wichtiger Bestandteil des Angebots, 2011 wurden 165 Eltern-Aktiv-Seminare durchgeführt.

Foto: Kinderfreunde NÖ

ufgabe eines Krisenzentrums ist es, Kinder und Jugendliche im Auftrag der Jugendwohlfahrt vor physischen und psychischen Gefährdungen zu schützen und begleitende ressourcenorientierte Krisenintervention sowie Psychotherapie zu bieten. „Unser Kidsnest-Krisenzentrum in Wr. Neustadt war das erste seiner Art im Land Niederösterreich“, erinnerte Landesvorsitzender Andreas Kollross an die Vorreiterrolle der Kinderfreunde. „Seit jeher ist uns gewaltfreies Erziehen wichtigstes Anliegen. Als Ergänzung unserer Freiwilligenarbeit gründeten wir

deshalb auch Kinder- und Jugendschutzeinrichtungen. Denn so lange es Gewalt an Kindern und Jugendlichen gibt, braucht es Institutionen wie die Krisenzentren die Hilfe und Schutz bieten“. Beim Festempfang im KidsnestKrisenzentrum der Kinderfreunde NÖ am 21. November 2012 in Wr. Neustadt mit dabei (v.l.n.r.): KinderfreundeGeschäftsführer Bernhard Wieland, Stadtrat Franz Piribauer, Leiter des Kidsnest-Krisenzentrums Thomas Hübl, Bürgermeister Bernhard Müller, Soziallandesrätin Karin Scheele und Kinderfreunde-Landesvorsitzender Andreas Kollross.


Entgeltliche Einschaltung

Echte M채nner gehen in Karenz Im Schnitt gehen nur 5 % der M채nner in Karenz. Frauen erledigen immer noch zwei Drittel der unbezahlten arbeit. V채terkarenz ist ein wichtiger Schritt in richtung Gleichstellung. Mehr Informationen unter: www.maennerinkarenz.at

Eine Initiative von:

Die Kinder 4/2012  

Die Ausgabe 04/2012 der Kinderfreunde-Zeitung "die kinder"

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