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Nº 22 — JAHRESRÜCKBLICK 2013 — SÃO PAULO RISING — ERSTER WELTKRIEG

BESTPICTURE

KEYSTONE


EDITORIAL

Normalerweise sind wir derart mit unserem Alltag beschäftigt, dass es uns kaum gelingt, ein paar Schritte zurückzutreten und den Blick auf das Wesentliche zu werfen. Das Jahr 2013 wird in einem Rückblick «Zwischenjahr» genannt. Was es damit auf sich hat, lesen Sie im Text von Andreas Ladner. Das nächste Jahr beginnt mit einem sportlichen Höhepunkt, den Olympischen Winterspielen in Sotchi. Aber das richtig grosse Sportereignis wird im Sommer in Brasilien gefeiert: Die Schweiz – immerhin die Nummer 7 der Fussballweltrangliste – nimmt an der Weltmeisterschaft teil. Sie wird nach drei Partien den Heimweg antreten? Ob es dem neuen Brasilien gelingt, den Fussball wieder Samba tanzen zu lehren? Sie halten das neue Magazin von «Bestpicture» in der Hand – im neuen Format. «Bestpicture» gibt es schon lange, seit dem Frühjahr 2007, um genau zu sein. Nach sieben Jahren haben wir das Magazin überarbeitet. Aus dem Magazin ist ein Heft geworden, klein und quer. Wir glauben, dass Sie dadurch «Bestpicture» anders zur Hand nehmen, vielleicht etwas näher zu sich heranziehen und dadurch die Distanz zu den Bildern verkleinern. Probieren Sie es aus und finden Sie die passende Nähe zu «den besten Bildern von Keystone, den besten Bildern der Welt, Emotionen und Fakten». Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen. Jann Jenatsch


2013, EIN ZWISCHENJAHR MIT KLAREN ENTSCHEIDUNGEN UND UNGELÖSTEN PROBLEMEN Andreas Ladner

Die Nationalratswahlen 2011 liegen schon lange zurück, die Wahlen 2015 sind noch in weiter Ferne: Das Jahr 2013 präsentierte sich für die Politologen als Zwischenjahr, in dem man sich tiefer auf sachpolitische Entscheidungen und Wahlergebnisse einlassen konnte. Mit den Spitzenlöhnen für Manager (gleich zweifach), der Wahl des Bundesrates und der allgemeinen Wehrpflicht standen Themen auf der Abstimmungsagenda, die für klare, aber unterschiedliche Gewinner sorgten – Auslöser in allen vier Fällen waren Volksinitiativen. Die Minder-Initiative gegen die Abzockerei erzielte am 3. März 2013 mit 68 Prozent JaStimmen das drittbeste Ergebnis der zwanzig bis anhin angenommenen Volksinitiativen. Das gute Abschneiden der Abzockerinitiative weckte Hoffnungen für die 1:12-Initiative der JUSO, welche jedoch am 24. November 2013 eine deutliche Abfuhr erlitt. Die direkte Wahl des Bundesrates durch das Volk wurde am 9. Juni 2013 mit aller Deutlichkeit (76,3 Prozent Nein-Stimmen, alle Kantone) ebenfalls verworfen, und schliesslich sprachen sich am 22. September 2013 die Stimmberechtigten ganz klar (73,2 Prozent Ja-Stimmen, alle Kantone) für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht aus. Der Blick auf die Abstimmungsparolen der Parteien zeigt, dass FDP, CVP, BDP und GLP dreimal sowie SP, GPS und SVP je zweimal am Sonntagabend auf der Seite der Gewinner standen. Einzige Partei, die viermal erfolgreich war, ist die EVP. Zwei Wahlergebnisse waren ebenfalls bemerkenswert: Am 17. März wurde Oskar Freysinger in die Regierung des Kantons


    

 


Wallis gewählt, und vier Wochen später, am 21. April 2013, zog Richard Wolf von der Alternativen Liste (AL) in die Zürcher Stadtregierung ein. Beide setzten sich im zweiten Wahlgang gegen Vertreter der FDP durch. Dass sich auf dem Finanzplatz Zürich eine linksorientierte Kleinpartei gegen den Freisinn durchsetzt, darf als Sensation gewertet werden. Umgekehrt hätte man auch im Wallis vor ein paar Jahren kaum geglaubt, dass hier die SVP jemals den Einzug in die Regierung schaffen würde. Ja zur Armee und Ja zur Aktionärsdemokratie, Nein zu mehr Mitsprache bei der Wahl der Landesregierung und Nein zu einer staatlichen Beschränkung der Lohnobergrenze. Dazu ganz unterschiedliche und unerwartete Wahlergebnisse. Was lässt sich daraus für die Zukunft der Schweiz schliessen? Die Antwort ist wenig spektakulär: Festhalten an Bekanntem und Bewährtem, Mitsprache der Aktionäre bei den Löhnen, dafür keine staatlichen Obergrenzen. Wenn man noch die Auseinandersetzungen um die Familieninitiative mitberücksichtigt, so ist zumindest ausserhalb der urbanen Zentren ein konservativer Unterton nicht zu übersehen, die Städte bleiben jedoch klar links. Eine zweite Erkenntnis scheint mir jedoch fast noch wichtiger zu sein: Einmal mehr lösen sich Gewinner und Verlierer in unserer Demokratie ab, und das ist – aus Sicht der Politologen – gut so. Wechselnde Koalitionen und Mehrheiten sind ein Zeichen dafür, dass das politische System funktioniert. Es ist Aufgabe der Parteien, Mehrheiten anzustreben. Gehören

immer dieselben zu den Verlierern, so nähern wir uns einem Regierungs-Oppositions-System, welches nicht im selben Masse breite Kreise zu integrieren vermag. Im Wissen darum, dass man manchmal gewinnt, kann man auch besser verlieren und die Entscheidung akzeptieren. In der Aussenpolitik liegt die Sache etwas anders. Hier geht es weniger um die gemeinsame Gestaltung des Zusammenlebens, hier geht es – man sieht das vor allem bei den Grossmächten – um knallharte Interessenpolitik. Ein Grosserfolg für die Schweiz war die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit China als einem der ersten Länder. Noch immer ungelöst ist jedoch der Steuerstreit mit den USA, auch wenn hier die Verhandlungen in Gang gesetzt wurden. Zudem gibt es eine Reihe von anderen Ländern, die mit ähnlichen Forderungen an die Schweiz herantreten könnten. Und schliesslich ist auch das Verhältnis der Schweiz zur EU wieder in den Vordergrund gerückt; Personenfreizügigkeit, institutionelle Lösungen und «fremde» Richter sind hier die Schlagworte. Tragfähige Lösungen zeichnen sich aber auch hier nicht ab. Zumindest der Sport sorgte für erfreuliche Schlagzeilen, trotz des kalten Windes, welcher der Schweiz auf internationaler Ebene entgegenweht, und der teilweise gehässigen Diskussionen um Zuwanderung und Integration im eigenen Land: Nach dem Sieg gegen Albanien ermöglichte hier das Integrationsmodell Schweiz die Teilnahme an der WM in Brasilien.


183734390 — Zürich, 20. August 2013. Mitglieder der Unia tragen anlässlich einer Aktion zur Initiative «1:12 – Gemeinsam für gerechte Löhne» Styroporzahlen über den Paradeplatz. (Photo by Walter Bieri, Keystone)


160973011 — Emmen, 17. Januar 2013. André Blattmann, Chef der Schweizer Armee, befasst sich auf dem Militärflugplatz in Emmen mit dem Gripen, einem schwedischen Kampfflugzeug. (Photo by Urs Flüeler, Keystone)


166387160 — Madhya Pradesh, 16. März 2013. Nach mehreren Gruppenvergewaltigungen in Indien wird auch eine Schweizer Touristin, Mitte, Opfer einer solchen Vergewaltigung. (Photo by AP, Keystone)


172516595 — Bern, 25. Mai 2013. Der Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang in der Schweiz wird als Symbol der Öffnung Chinas gegen aussen dargestellt. (Photo by Peter Klaunzer, Keystone)


172885740 — Bern, 29. Mai 2013. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf mit Regenschirm auf dem Weg zu einer Medienkonferenz, wo sie sich zum Steuerstreit mit den USA äussern wird. (Photo by Peter Schneider, Keystone)


163413620 — Gao, Mali, 12. Februar 2013. Reisende aus Niamey, Niger, werden bei Gao durchsucht. Im Januar 2013 intervenierte Frankreich und vertrieb die Islamisten aus Mali. (Photo by Jerome Delay, AP, Keystone)


189782685 — Lampedusa, 25. Oktober 2013. Italienische Soldaten kümmern sich um gerettete Flüchtlinge. Allein in dieser Nacht versuchten mehr als 800 Flüchtlinge, Lampedusa zu erreichen. (Photo by Giuseppe Lami, epa, Keystone)


169148649 — Boston, 15. April 2013. Während des Boston Marathons explodieren kurz nacheinander zwei Bomben. Dabei werden drei Menschen getötet und über 250 verletzt. (Photo by Ben Thorndike, AP, Keystone)


169807539 — Madrid, Spanien, 25. April 2013. Pilar Martin Ruiz umarmt ihre Mutter, nachdem diese einer Zwangsräumung entgangen ist. Die 70-Jährige lebt von monatlich 329 Euro. (Photo by Andres Kudacki, AP, Keystone)


182773835 — Fort Meade, Md., 21. August 2013. Hartes Urteil für militärischen Geheimnisverrat: Wikileaks-Informant Bradley Manning wird zu 35 Jahren Haft verurteilt. (Photo by Patrick Semansky, AP, Keystone)


173956835 — Istanbul, 10. Juni 2013. Eine Frau posiert mit einer Gasmaske auf einem umgekippten Auto auf dem Taksim-Platz, der zwei Tage danach von der Polizei gewaltsam geräumt wird. (Photo by Kerim Okten, epa, Keystone )


160368735 — Dunalley, 4. Januar 2013. Die Familie Holmes bringen sich auf der australischen Insel Tasmanien im Ort Dunalley vor einem Waldbrand in Sicherheit. (Photo by Tim Holmes, AP, Keystone)


183928680 — Hagen, Deutschland, 1. September 2013. Die TV-Debatte zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück zu den Bundestagswahlen in einem Wohnwagen. (Photo by Jonas Güttler, epa, Keystone)


175610430 — Furka, 26. Juni 2013. Der Eingang zur Grotte des Rhonegletschers ist mit Plastikbahnen abgedeckt, um das Schmelzen des Gletschers zu verlangsamen. (Photo by Olivier Maire, Keystone)


174957235 — Rio de Janeiro, 20. Juni 2013. Die Brasilianer gehen auf die Strassen, um gegen soziale Missstände, unrechtmässige Polizeigewalt und Korruption zu demonstrieren. (Photo by Oliver Weiken, epa, Keystone)


188600180 — Bern, 15. Oktober 2013. Admir Mehmedi, links, und Reto Ziegler, rechts, bejubeln ein Tor von Granit Xhaka, Mitte, im WM-Qualifikationsspiel Schweiz gegen Slowenien. (Photo by Jean-Christoph Bott, Keystone)


Andreas Ladner, geboren 1958, studierte an der Universität Zürich Soziologie, Volkswirtschaft und Publizistik und promovierte 1990 mit einer Arbeit über die Schweizer Gemeinden. Für seine Habilitationsschrift mit dem Titel «Stabilität und Wandel von Parteiensystemen – Eine vergleichende Analyse von Konfliktlinien, Parteien und Parteiensystemen in den Schweizer Kantonen» erhielt er 2002 die Venia Docendi für Politikwissenschaft an der Universität Bern. Von 2003 bis 2006 war er Assistenzprofessor am Kompetenzzentrum für Public Management an der Universität Bern. Seit Frühjahr 2006 ist er Professor für Schweizerische Verwaltung und institutionelle Politik am IDHEAP, dem Hochschulinstitut für öffentliche Verwaltung an der Universität Lausanne. Er leitete verschiedene Forschungsprojekte des Schweizerischen Nationalfonds im Themenbereich der Kommunal- und Parteienforschung.


183918085 – Burgdorf, 1. September 2013. Schwingerkönig Matthias Sempach mit Ehrendamen. (Photo by Urs Flüeler, Keystone)


SCHWINGFEST 2013 Alessandro della Valle — Das Eidgenössische – Monate sind seither vergangen, der Hype ist vorüber. Der neue König tritt zwischendurch zwar noch auf, beim glatten Promi-PlauschWettkampf, stumm in der Käsewerbung, und der entthronte König hat eine neue Freundin. Ich war nicht in Burgdorf. Meine Kollegen waren da. Ich habe stattdessen fast zwei Tage lang ferngesehen. Passiert mir eigentlich selten. Fussball ist meistens langweilig und überhaupt gewinnt YB eher selten. Für Eishockey fehlt mir der HDEmpfang. Tennis dauert mir zu lang. Ausser eben Schwingen. Als Städter wäre ich wohl nie an einem Schwingfest gewesen. Dank meinem Beruf bin ich’s immer wieder. Und ich liebe es. Warum eigentlich? Mit fehlt doch sonst jegliche Blut- und Bodenbegeisterung. Weil ein Schwingfest besser ist als Hollywood. Und das Eidgenössische noch besser. Eine Arena mit 50 000 Leuten – das Wembley hat nicht mal doppelt so viel Platz. Als Fotograf fühlt man sich ob der werbefreien Arena wie im Paradies. Denn diese gibt’s nicht mal mehr an den Olympischen Spielen. Die Sicherheit ist kein Thema, die paar Sicherheitsleute und Polizisten spazieren gelangweilt durchs Areal. Die besten Ringplätze werden in erster Priorität den Verbandsfotografen zugeteilt, die dann, wenn’s spannend wird, mehr mitfiebern

als fotografieren. Dies mag erstaunen, gehört aber auch dazu. Lautstarker Protest von Medienschaffenden mit Verweis auf ihre potenten Arbeitgeber ist weder zu empfehlen noch erfolgversprechend. Grosse Namen haben hier nur die Bösen. Aber zurück zum Fest: Die Geschichte kann keine Drehbuchautorin besser schreiben. Zwei Favoriten, ein gestürzter König, der ideale Final, sorry, Schlussgang. Zufall? Kaum. Im Schwingen kann – wie anderenorts – etwas nachgeholfen werden. Aber nicht mit mafiösen Absprachen wie in der zweiten Fussball-Liga eines Nachbarlandes oder mit Blutdoping und Sauerstoffzelten (was nicht ist, wird hoffentlich auch nicht). Nein, ein paar reglementarische Schlüngge, eine grosszügige Benotung und schon klappt’s. Die Protagonisten wissen mit dieser Ausgangslage umzugehen. Der letzte Kampf wird zum kitschigen Happy End. Der müde Koloss verliert, der Champion gerät nie in Verlegenheit. Die Schlussszene, Umarmung, Kuss aufs Gewinnerhaupt, bevor das Eichenlaub dieses ziert. Blockbuster pur. In drei Jahren findet das Fest im Broyetal statt. Ich möchte da wieder live dabei sein, fotografieren. Und weil es in der Romandie ist, habe ich eine Chance. Die französischsprachigen Fotografen im Team lassen mir ihren Platz noch so gern. Die Geschichte interessiert sie nicht. Die Romandes und Romands haben sich noch nicht anstecken lassen, die Begeisterung für die Bösen hört an der Saane auf. Schade eigentlich.


www.olympus.ch


UNKNOWN TRIBES: ARCHITECTURE AND FUTURE OF BRAZIL Nicholas Lobo Brennan

Brazil has a saying about itself, ‘country of the future, and it always will be’. This ironic statement about the contradiction of immense potential and failed progress resonates as loudly today as it ever has as Brazil plans to build on the economic successes of the last two decades. The economic and social progress made between 1995 and today was preceded by two decades of economic disaster largely under military rule. Brazil today aims to balance the resolution of problems handed down from its past against finding new ways to define itself within the global economy. The country has undergone massive population growth over the last 50 years which both government and infrastructure has struggled to keep up with. Since 1950 the population has grown by close to 500 %, while the proportion of people living in cities has risen from 25 % to over 75 %. This huge stress on Brazilian cities gave rise to a golden era of mid-twentieth century modernist architecture, followed by an enormous amplification of late twentieth century favelas and gated communities. By the end of the twentieth century in the face of mounting social problems and the skepticism of hindsight, the great works of Brazilian modernism were internationally deemed irrelevant and excessive. With the country now in a state of economic revival, where poverty has been falling for the best part of a decade, it is perhaps no coincidence that the seemingly outrageous optimism of Brazilian modernism from the 1950s to 70s is now internationally becoming a relevant model again.


Amongst the rich history of radical Brazilian modernist architecture that includes the acclaimed works of Lucio Costa and Oscar Niemeyer, it is the less well known avant-garde convivial work of Lina Bo Bardi and the infrastructural geometric work of Villanova Artigas that has become central to an international discussion of how to build today. Only ten years ago Brazilian modernist architecture stood accused of being too expressive, too autonomous, too object-like to be relevant, when in fact the projects of the epoch were not anticipated to exist in a future where they would remain untouched. The projects’ willingness to invite contamination, use and reuse sets them apart from the sculptural ‘icons’ built by today’s star architects. Perhaps it is this, together with Bo Bardi’s and Artigas’s concern with the forms needed for a social and democratic everyday life that has kept their work as critical and relevant today as it ever has been. As the country has become a global cultural and financial focus, it remains a place that encompasses divergent realities across the economic spectrum. Though Brazil continues to fly high in the global economy, it aims, and must aim, to resolve its exigencies and contingencies on the ground. Perhaps this aim is an echo of the modernist epoch which set itself the task of designing the future of a nation. This echo is now being heard around the world as Brazil sets off into the unknown. Postscript — In May 2008 the Brazilian government released aerial photos of a newly discovered Amazonian tribe. The go-

vernment stated that its purpose in releasing the photos was to protect the tribe, along with an estimated 50 other uncontacted tribes, from the loggers who claim that the Amazon is empty of people. The world media enthusiastically picked up the story, displaying the photos shot from a low flying plane of Native Americans in full red and black body paint firing arrows at Brazilian state photographers. The images bounced around the web for days under the headlines of ‘lost tribe’, ‘isolated village’, and ‘discovered people’. Beyond the drama of the news story the affair represented the condition of a country in a permanent state of discovery and novelty. The contradiction of Brazil is what makes it unique: it is a completely contemporary global actor and yet also a place not fully known to itself with an unknowable number of new discoveries to be made.


185474302 — Street scene in Vila Olimpia, the new financial district in São Paulo. It is a centrally located neighborhood for wealthy people.


185474307 — Street scene on Paulista Avenue. Security is a premium concern for most residents of São Paulo, the largest city in the Americas.


185474607 — A Lamborghini almost looks like a toy model in the window of the business selling the automobile on the Avenida de Europa in São Paulo. It’s one of the richest neighborhoods in the city and it’s famous for its high end car dealers.


185474452 — Inside a high end clothing store in the Jardins neighborhood in São Paulo. Fashion is a big deal in the city and the annual fashion week held in June is quickly becoming one of the main international destinations for the fashion world.


185474457 — A woman buys a dress at a fancy neighborhood in the Jardins neighborhood in São Paulo. Oscar Freire street is famous for its fancy stores that attract rich people to come and shop. In 2006, a 4.5 million dollar restoration was completed by the city in an effort to attract shoppers.


185474692 — Inside a high end shoe store in the Jardins neighborhood in São Paulo. There are no public means of transportation that run through the street. In 2014, the city plans to open a subway station in an effort to give better access to the neighborhood Jardines.


185474437 — The new JK Iguatemi Shopping Mall in Vila Olimpia, the new financial district in São Paulo. As downtown became unpopular, obsolete business leaders decided to build new financial businesses in the Vila Olympia area. This began in the early 2000’s as the Brazilian economy began to boom.


185474617 — Street scene in a funky and rapidly gentrifying neighborhood of São Paulo. Until the 1970’s the downtown area was a wealthy and well used neighborhood where the majority of the office buildings were concentrated. The area fell into disrepair when the economic center shifted from Avenida Paulista to Faria Lima, where a new financial center was constructed.


185474612 — Waiting for the light to change in Vila Olimpia, the new financial district in São Paulo.


185473792 — A group of street dancers perform while students from The Escola da Cidade Architecture participate. The school is located in the heart of downtown São Paulo and is one of the most prestigious schools in the country.


185474672 — Inside a French class at an exclusive private school in São Paulo, Brazil.


185474602 — A young woman poses for her picture on the terrace at the The new JK Iguatemi Shopping Mall located on Vila Olimpia in São Paulo. It is near a centrally located neighborhood for wealthy people in the city. It also houses a favela in the middle of the neighborhood which is Colisiu favela.


Nicholas Lobo Brennan studied at the University of the Arts London, the Royal College of Art, and London Metropolitan University. He worked at Architecture Research Unit (aru) with Professor Florian Beigel in London, UNA Arquitetos in São Paulo, as well as other architecture offices in London and Switzerland. He has been a critic and tutor at various architecture schools. He works with building, art, and publishing projects. The new Brazil – a group project in seven chapters by NOOR Due to its economic reforms, immense natural resources and vibrant multicultural society, Brazil is a country in fast transition. Its recent developments and rising economic boom gained the country regional and international recognition. NOOR puts a spotlight on this growing and complex modern society; creating an eyewitness record of the many faces of the world’s fifth largest country, both geographically and in population count, and the seventh – and fastest growing – economic power on the planet. The photographers of NOOR tell their stories in seven strong chapters: The Dam Boom (by Yuri Kozyrev), São Paulo Rising (by Jon Lowenstein), Pacifying the Favelas (by Kadir van Lohuizen), Brazil’s New Middle Class (by Francesco Zizola), All Imperfect Things: Brazil’s Transsexuals (by Pep Bonet), The Power of Women (by Andrea Bruce) and Salvador da Bahia (by Stanley Green). Jon Lowenstein writes about São Paulo Rising: “During the next four years Brazil will host both the 2014 World Cup and the Olympics. These events and the fact that Brazil is world’s fifth largest economy have indeed brought the country into the international spotlight. São Paulo is Brazil’s largest city and the largest in the Americas. The wealth of modern São Paulo continues to evolve and grow as a new consumer class rises from the poor masses and 19 new millionaires are created each day. The city moves, breathes and shows a new face each day depending on the angle from which it’s viewed. From above, the city spreads across an almost endless horizon of multi-colored buildings. From below each view moves and shape shifts. Cement and metal reflect cover the entire urban landscape. Wealth and consumption is king in this megalopolis that draws wealth seekers from all around Brazil and the world. Everyone wants to rise from the concrete to the sky. It is a place of vast contrasts and colorful dreams.” noorimages.com/project/brazil-by-noor Keystone is syndication partner of NOOR for Switzerland


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ERSTER WELTKRIEG Thomas Buomberger

Mit der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien begann am 28. Juli 1914 der Erste Weltkrieg – genau einen Monat nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo. Ein Monat hektischer diplomatischer Aktivitäten mit Forderungen, Drohungen, Ultimaten und politischen Demarchen konnte nicht verhindern, dass die durch gegenseitige Bündnisverpflichtungen aneinander geketteten Staaten Deutschland-Österreich-Ungarn einerseits und Frankreich-Grossbritannien-Russland anderseits in einen Krieg hineingezogen wurden, den eigentlich niemand wollte. Es war der erste industrielle Krieg, der bis zum Tag des Kriegsendes am 11. November 1918 über 10 Millionen Tote, Millionen von Kriegsbehinderten und Traumatisierten forderte. Militärische Innovationen – Panzer, U-Boot, Bomber und Giftgas – führten zu einer immer grausameren Kriegführung. Die Generäle beider Seiten, der Entente und der Mittelmächte, schreckten nicht davor zurück, in den Schlachten an der Somme oder Marne in Nordfrankreich für wenige Kilometer Geländegewinn innerhalb weniger Wochen Hunderttausende von Soldaten zu opfern. Der Krieg beschränkte sich allerdings nicht auf Europa: Die Kolonialmächte Grossbritannien, Frankreich und Deutschland bekriegten sich auch in ihren Kolonien im Nahen Osten, in Afrika, Asien und dem Pazifik. Und mit dem Kriegseintritt der USA 1917 wurde der Konflikt zu einem globalen Krieg, der die Landkarte Europas dramatisch veränderte. Am Ende des Krieges standen die USA als führende Weltmacht da, während


sich Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich in verschiedene Einzelstaaten aufgelöst hatten. Die Schweiz war von kriegerischen Ereignissen nicht betroffen. Die Schweizer Neutralitätserklärung wurde von allen Seiten respektiert, auch wenn es während der vier Kriegsjahre rund 1000 Neutralitätsverletzungen gab. Doch wirtschaftlich verschlechterte sich die Situation mit zunehmender Kriegsdauer. Die Entente und die Mittelmächte kontrollierten die Schweizer Ein- und Ausfuhren. Weil ab Anfang 1917 die Getreideimporte aus den USA einbrachen, verschlechterte sich die Ernährungssituation dramatisch. Zu Ende des Krieges mussten 700 000 Einwohner, ein Fünftel der damaligen Bevölkerung, mit staatlicher Lebensmittelhilfe unterstützt werden. Die zunehmende Verelendung weiter Teile der arbeitenden Bevölkerung, die mit ansehen musste, wie Wucherer und Kriegsgewinnler protzten, verschärfte die sozialen Spannungen. Die Missstimmung wurde noch verstärkt durch den öden, von preussischem Drill geprägten Dienst an der Grenze und das fehlende Einkommen der Familienväter, die im Durchschnitt 500 Tage Dienst leisten mussten. Hungerdemonstrationen brachten die soziale Not zum Ausdruck, ebenso wie der Streik des Zürcher Bankpersonals im Oktober 1917. Der Bundesrat und Teile des Bürgertums befürchteten, die Linke könnte eine Revolution nach bolschewistischem Muster planen, und mobilisierte deshalb die Armee gegen den vermuteten Feind im Innern. Für die Linke brachte neben der sozialen Not diese Provokation das Fass zum Überlaufen. Das

Oltener Aktionskomitee (OAK) rief auf dem 12. November 1918 den Landesstreik aus. Der Bundesrat hatte Truppen mit insgesamt 110 000 Mann aufgeboten, und schon vor dem Streik hatten sich rechte Bürgerwehren gebildet, die von der Wirtschaft finanziert und von der Armee ausgerüstet wurden. Den Landesstreik befolgten zwar rund 250 000 Arbeiterinnen und Arbeiter – aber das waren weniger als vom OAK erhofft. Nach drei Tagen kapitulierte die Streikführung. Als Verliererin des Landesstreiks blieb die Linke bis Mitte der 1930er-Jahre weitgehend isoliert und vom politischen Entscheidungsprozess ausgeschlossen. Der Erste Weltkrieg führte in der Schweiz zu tiefgreifenden Veränderungen in Staat und Gesellschaft: Der Staat weitete seine Tätigkeit massiv aus, verstärkte die Zentralisierung, erhob erstmals direkte Bundessteuern und griff regulierend in die Landwirtschaft ein. Die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Veränderungen der vier Kriegsjahre waren für die Schweiz tiefgreifend – in den Fotografien von damals werden sie eindrucksvoll erlebbar.


166634925 — Berlin, 3. August 1914. Kriegsfreiwillige ziehen nach der deutschen Kriegserklärung an Russland und Frankreich jubelnd durch die Strassen. (Photo by Photopress-Archiv, Keystone)


169006424 — Luzern, 26. Mai 1915. Die Luftschiffstation der Schweizerischen Luftverkehrs AG «Ad Astra» dient im Ersten Weltkrieg als Heu- und Strohlager der Schweizer Armee, später als Lagerraum des Kriegsernährungsamtes. (Photo by Photopress-Archiv, Keystone)


37443270 — Basler Jura, August 1914. Infanteristen der Schweizer Armee werden mit Saurer-Lastwagen zum Stellungsbau in den Basler Jura gefahren. Die Schweiz reagiert am 1. August 1914 auf den Kriegsausbruch mit der Mobilmachung von 220 000 Soldaten. (Photo by Photopress-Archiv, Keystone)


172519008 — Le Havre, September 1914. In einer Munitionsfabrik werden Granaten hergestellt. (Photo by Roger Viollet, Keystone)


189425832 — Vogesen, Dezember 1915. Deutsche Soldaten beobachten die Umgebung vom Dach einer Scheune aus. (Photo by Scherl, Sßddeutsche Zeitung, Keystone)


169009226 — Schweizer Jura, ca. 1914. Auf Schienen montierte Scheinwerfer der Schweizer Armee werden an der Grenze zu Frankreich in Stellung gebracht. In den Nächten wird mit diesen der Himmel nach fremden Flugzeugen abgesucht. (Photo by Photopress-Archiv, Keystone)


169010199 — Mont Vully, ca. 1914. Soldaten der Schweizer Armee erstellen auf dem Mont Vully fßr die Fortifikation Murten Fahrzeugsperren. (Photo by Photopress-Archiv, Keystone)


74887245 — Verdun, ca. 1916. Ein französischer Leutnant, der seinen Soldaten vorauseilt, wird in der Schlacht um Verdun von einer MG-Garbe getroffen und bricht zusammen. (Photo by Scherl, Süddeutsche Zeitung, Keystone)


165011298 — Verdun, ca. 1916. Eine Granate explodiert bei der Schlacht um Verdun. (Photo by Berliner Verlag, Zentralbild, dpa, Keystone)


169010746 — Hauenstein-Ifenthal, ca. 1915. Soldaten der Schweizer Armee legen bei Ifenthal für die Fortifikation Hauenstein Schützengräben an. (Photo by Photopress-Archiv, Keystone)


29259340 — Somme, ca. 1916. In einem französischen Dorf an der Somme-Front warnt eine Frau mit einer Trommel vor heranrückenden feindlichen Soldaten. (Photo by Rue des Archives, Keystone)


88339331 — Genf, undatierte Aufnahme. Angehörige vom Roten Kreuz und ein Soldat der Schweizer Armee vor einem Wagen der SBB im Bahnhof Genf mit französischen Kriegsverletzten, die in der Schweiz gepflegt werden. (Photo by Photopress-Archiv, Keystone)


1223275 — Bethune, 10. April 1918. Durch Giftgas erblindete Soldaten kehren in der Nähe von Bethune aus einer Schlacht zurück. (Photo by Camera Press, Keystone)


178857452 — Auf See, ca. 1916. Flugzeuge auf Deck des britischen Flugzeugträgers HMS Furious. (Photo by United Archives, Keystone)


172787136 — Aubervilliers, Dezember 1917. Abgestßrztes Flugzeug bei Aubervilliers, Frankreich. (Photo by Roger Viollet, Keystone)


179213288 — Ypern, 14. September 1917. Soldaten, tote Pferde und Trßmmer auf einer Strasse bei der flandrischen Stadt Ypern. (Photo by United Archives, Keystone)


181060831 — Paris, 11. November 1918. Menschen feiern in den Strassen von Paris das Kriegsende. (Photo by Photopress-Archiv, Keystone)


172930327 — Paris, 21. März 1918. Das Kellergeschoss des Spitals Saint-Denis wird zusätzlich befestigt, um bei Fliegeralarm Patienten und Pflegepersonal Schutz zu bieten. (Photo by Roger Viollet, Keystone)


Thomas Buomberger, Dr. phil., arbeitet als Historiker und Journalist. Er ist Verfasser mehrerer Bücher und Autor historischer Dokumentarfilme. Gegenwärtig leitet er ein historisches Projekt zum Ersten Weltkrieg.

Ausstellung im Historischen Museum Basel — Die Auswirkungen dieses globalen Krieges auf die Schweiz thematisiert die Ausstellung «14/18 – Die Schweiz und der Grosse Krieg», die am 22. August 2014 im Historischen Museum Basel eröffnet wird (ab dem 28. August 2014 auch im Landesmuseum Zürich). Sie zeigt u.a. mit beeindruckenden Fotos und Filmen, die bisher noch nie zu sehen waren, welche wirtschaftlichen, politischen und sozialen Veränderungen die Schweiz während der vier Kriegsjahre erfahren hat. Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz — Wie sieht die Weltgeschichte aus der Perspektive eines Landes aus, das vom Schlimmsten verschont blieb? Was beschäftigt den einfachen Mann, der monatelang untätig an der Grenze ausharren muss? Welche Rolle spielen die Frauen? Und in welcher Form kommen die Absurditäten des Krieges zum Ausdruck? Die Fotostiftung Schweiz hat in den letzten Jahren über 1000 Fotopostkarten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zusammengetragen – ein einzigartiger Bestand, der bisher noch nie ausgewertet wurde. In der Ausstellung «1914/18 – Bilder von der Grenze» zeigt sie vom 7. Juni bis 12. Oktober 2014 in Winterthur diese Sammlung. Es sind originale Fotografien – häufig von Amateuren vor Ort gemacht und in Kleinstauflagen auf Fotopapier vergrössert, von den Soldaten 100 000-fach an die Lieben zu Hause verschickt.


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Die Soufeure des intelligenten Tischgesprächs.


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