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Katalog


Atlas/Katalog zu den Projekten „Meine Stadt der Zukunft« und »transfer_next_generation« zur Ausstellung auf Zeche Zollverein im Rahmen des Kulturhauptstadt-Programms 2010 Anja Bardey, Leonhard Lagos, 2009


Samantha, Gizem: Parktor mit Stadtpark Bottrop Bottrop, 8. Klasse

Samantha: Wir kommen aus Bottrop und bei uns in Bottrop gibt es einen bestimmten Platz für Jugendliche, den Stadtpark. Wir haben jetzt das berühmteste Parktor nachgebaut. Das ist für uns sehr wichtig, weil sich da viele Jugendliche treffen. Deshalb haben wir das gebaut. Gizem: Wir haben das auch deshalb gebaut, weil es ein sehr schönes Denkmal ist, auch für uns. Auch von der Architektur her ist es sehr schön, dieses Gebäude. Wir wollten zeigen wie sehr wir den Stadtgarten mögen. Und wie gerne wir dahin gehen. Das ist nur ein Tor. Aber uns hat das halt sehr gefallen. Damit das so bleibt haben wir das als Modell dargestellt. Damit das nicht abgerissen wird, damit es als Denkmal erhalten wird. Samantha: Wir haben erstmal ein Modell gesucht, welches wir bauen wollen. Und danach haben wir uns mit dem beschäftigt. Dann haben wir auch im Internet recherchiert. Es ist uns auch gut gelungen, finde ich. Dann haben wir noch ein bisschen den Park hier hinten gebaut, damit das nicht so einzeln aussieht, weil das ist ja das Tor von dem Stadtgarten und deshalb haben wir den Park auch noch dazu gemacht. Gizem: Ich habe von dem Projekt sehr vieles gelernt. Ich wusste nicht so viel über Bottrop von früher. Das haben wir recherchiert. Da hab ich vieles gelernt und was ich am tollsten fand war der Besuch beim Bernd Tischler*. Das hat mir Spaß gemacht und richtig super fand ich, dass auch die Größeren, z.B. der ABCD 3 – Mein Block 54|55


Bernd Tischler, uns zugehört haben. Auch unsere Ideen gehört haben. Und auch unsere Pläne, was wir später einmal in unserer Stadt haben wollen. Der hat echt gut zugehört. Z.B. war da das wegen dem Bus. Der fährt nur jede Stunde bei uns und ich hab ihm gesagt, ob er das nicht verändern könnte. Also z.B. jede 20 Minuten. Der hatte mir versprochen, dass er sich kümmern wird. Und nach ein paar Tagen kam ein Brief vom Bernd Tischler und der hat gesagt, das wird klappen voraussichtlich, aber die Finanzierung ist noch nicht klar, stand da. Aber es war schon schön, dass er mir einen Brief geschickt hat. Also diesmal hatten auch die Schüler ein Wörtchen mitzureden, das fand ich gut. Sonst haben die Schüler ja eher nicht so viel zu sagen, mehr die Erwachsenen. Im Projekt waren die Rollen ein wenig vertauscht.

* Zum Zeitpunkt der Projektdurchführung Technischer Beigeordneter und Sportdezernent der Stadt Bottrop. Seit Oktober 2009 Oberbürgermeister der Stadt Bottrop.


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Dilan, Jiljan, Tara: Planetarium Oberhausen Oberhausen, 11. Klasse

Schülerinnen: Wir kommen von der Gesamtschule Alt Oberhausen, und wir dachten, da es in Oberhausen kein Planetarium gibt, wollten wir eins hier am Bahnhof bauen. Das Planetarium in Bochum hat uns sehr gefallen. Und Oberhausen hat so was nicht, deswegen. Das ist auch was, wo viele Leute mal hingehen würden. Denn Oberhausen hat ja so nichts Gutes mehr, das Centro ist ja für uns schon langweilig geworden. Die Figuren sollen Astronauten darstellen, die Stäbe sind der Eingang zum Planetarium, das sind quasi Aufzüge, die da zum Planetarium hinführen. Die Astronauten dienen nicht nur als Figur sondern können auch, also eins z.B. als Restaurant dienen, wenn man dann mal Hunger hat, dass man dann da hingehen kann und das andere ist ein Souvenirladen, dass man dann vom Planetarium was mitnehmen kann. ABCD 3 – Mein Block 54|55


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Sven und Jenni: City-Bad Oberhausen, Gesamtschule, 11. Klasse

Schüler: Wir kommen aus Oberhausen, und in Oberhausen gibt es kein Freibad. Und da haben wir uns überlegt, wir bauen halt mal eins.[...] Der Platz, wo dieses Freibad liegen sollte, ist in der Stadt an der Marktstraße, Ecke Paul-Reusch-Straße. Zurzeit ist da ein sehr großes Gebäude, das geht bis hier hin... und dann stehen da noch mehr Gebäude, aber die stehen alle leer und das schon seit Jahren, von daher, die werden nicht genutzt und kosten der Stadt wahrscheinlich nur Geld, also wär es im Prinzip auch besser da, ein Freibad hin zu bauen, das wär doch eigentlich logisch. Und dadurch wird ja die Stadt wieder belebt, das ist ja auch das was die Stadt schon lange versucht, dass die Marktstraße wieder belebt wird, weil alle nur zum Centro gehen, und die Innenstadt bleibt so gesagt immer leer, obwohl da, eigentlich eine total klasse Busverbindung ist. Und ich hab gehört, da soll schon voll viel gemacht werden und so. Aber die haben noch keine genauen Ideen. Und wir haben einfach gedacht, durch ein Freibad, könnte da voll wieder Leben eingehaucht werden, weil, wer geht schon nicht gerne ins Freibad?! Freibad heißt: Sprungturm, Wasserbecken, Kinderbecken, Sand, Essecke. Und wir haben eine Sache, die kein Freibad hat: Hier ist ein Turm, mit 4 Rutschen, da geht man rein, oben hat man dann die 4 Eingänge von den Rutschen, aber man kann nicht nach draußen sehen, also weiß man nicht, in welchem Becken man landet. Von daher muss man öfter rutschen, um das dann herauszufinden, und ich finde, dass es einfach Spaß machen würde, einfach hoch zu gehen und nicht zu wissen, wo ich ABCD 3 – Mein Block 54|55


nachher lande, das würde mich faszinieren, es ist war für Brillenträger, die oben die Brille einem Freund geben und dann rutschen, zwar problematisch, weil sie dann vielleicht nicht ihren Platz finden, aber da gibt es, glaub ich, Wasserbrillen. Jörg Plöger: Und das weiße sind die Sprungtürme, ja? Schüler: Ja, die haben wir selber gebaut. Da sind alle dabei: einer, dreier, Fünfer, 7 halber und 10ner. Wir haben versucht die gleichmäßig am Trum zu verteilen, damit das eine Struktur gibt. Ja, dann haben wir hier noch eine Essecke, wo man auch noch Geschäfte hinmachen könnte, wir hatten aber nicht besonders viel Zeit alles zu bauen, was wir eigentlich wollten, so Kleinigkeiten haben wir eben nicht machen können, aber ich finde schon, dass wir weit gekommen sind. t_n_g: Und ihr habt ja ganz viel diskutiert im Vorfeld, richtig? Schüler: Oh, ja. Wir wollten irgendwie alle irgendwelche Einzelheiten, und wir waren wirklich mehr als ein Tag nur dran, dieses Projekt zu diskutieren, und so.. oh nein cund doch c Martin Wirtz: was waren denn die strittigen Punkte? Schüler: wir haben erst mit den Kleinigkeiten angefangen, das waren eigentlich so die speziellen Sachen, die wir machen wollten, zum Beispiel: wir hatten auch mal die Idee so eine Pyramide mit einer Sitzfläche, wo man drauf klettern kann. Kinder und Jugendliche wollen eben immer irgendwo drauf klettern und sich gegenseitig runter schupsen, das ist halt so. deshalb haben wir darüber diskutiert. Über so viele Sachen haben wir diskutiert, dass weiß ich alles gar nicht mehr. Und oh ja, über das Babybecken, also das war wirklich ein totaler Streitpunkt, wir wussten erst nicht, wie wir das machen sollten, das Becken sollte erst so runter gehen und n bissl tiefer werden, aber natürlich nicht zu tief, damit die nicht ersaufen können, am Rand 20cm tief und in der Mitte ca. 1m tief. Nachher haben wir noch über Personal geredet. Wo muss der Schwimmmeister stehen und so.dann sind wir auf ganz komische Sachen gekommen, wie die Sicherheit und alles. Wir haben uns auch gestritten, ob die Eltern auf ihre Kinder aufpassen, oder ob die die Kinder einfach in das Becken tun und sagen: Spiel! Wir gehen eben was trinken! Da sind wir uns gar nicht klar drüber geworden. Ja also. Wir wollten einfach nur ein Freibad. Fragen? Anderer Schüler: Aber die Rutsche blockiert doch da den Weg! Schüler: Also, das ist hoch genug, das sieht jetzt nur so aus. Nach dem Maßstab sollte man da durch kommen. Anderer Schüler: wie lang soll die Rutsche dann sein? Schüler: ja, so 20 oder 50 Meter, die sind auch ganz unterschiedlich, es kann ja auch eine von innen beleuchtet sein und eine ganz dunkel von innen, oder farblich anders innen, nur der Eingang ist gleich, damit man nicht sofort erkennt welche das ist und es gleicht bleibt und dann erst in der Mitte anders wird. Noch welche Fragen? Martin Wirtz: Also ich find das Modell total super und man sieht wie genau ihr gearbeitet habt, und wie genau ihr euch das überlegt habt. Und es gibt tatsächlich für bestimmte Becken, bestimmte Tiefen, die nicht überschritten werden dürfen. Babybecken, wenn ich es richtig i Kopf habe, 60 cm, ist die maximale Tiefe, tiefer darf es nicht sein, und Nichtschwimmer nicht tiefer als 135, und da drüber ist dann Schwimmerbecken. Ich finds toll, dass ihr euch das alles überlegt habt, auch wegen der Aufsicht, da gibt es natürlich auch Vorschriften, z.B. beim Sprungturm. Ja, die Bäderthematik ist schwierig im Ruhrgebiet, ich weiß nicht, wer das verfolgt, aber da wird ja eins nach dem anderen geschlossen. Mich würde interessieren: wie oft geht ihr ins Freibad? Schüler: Bei dem Wetter? Martin Wirtz: ja, gute Frage, wer geht heute bei solch einem Wetter ins Freibad? Schüler: ja, also wir würden gehen calso wir wollen auch, dass das Freibad nicht so teuer ist, damit man auch öfter da reingehen kann. Martin Wirtz: ich find das spannend, weil ihr mit dem Thema ganz viele Probleme anspricht, die ja auch


im Moment auf politischer Ebene diskutiert werden. Es geht um die Erreichbarkeit von Schwimmbädern und wie viele Bäder braucht man, weil gerade Kinder und Jugendliche oder auch ältere Menschen nicht so mobil sind, und nicht mal eben 10km irgendwo hinfahren können. Schüler: Deshalb: in jeder Stadt ein zentrales wäre doch ideal. Also meine Oma zum Beispiel wohnt ganz in der Nähe von dem früheren Südbad, und das ist geschlossen und die ist nicht so fit und fährt jetzt nicht mal eben zum Hallenbad, weil das ist viel zu weit weg, und jetzt geht sie nicht mehr schwimmen, das ist für sie jetzt problematisch. Und das wär ja jetzt zentral und man würde vom Bahnhof ganz schnell dahin kommen. Und zum Bahnhof kommen ja alle Busse hin, von Osterfeld, Sterkrade, alle fahren zum Bahnhof. Und vom Bahnhof ist man schnell am Bad. Martin Wirtz: Ja, ich kenn die Ecke, ich hab da mal gearbeitet. Es war ja mal eine Überdachung der Fußgängerzone geplant, aber das wurde ja nicht realisiert, ja? Gut. Ich will euch nur noch mal erklären, worum es bei den Bäderproblemen geht, damit ihr das versteht. Es ist unwahrscheinlich, dass keine mehr geschlossen werden und dass dort eins gebaut wird. Das große Problem ist, dass die Bäder ganz klar von der Jahreszeit abhängig sind, die haben nur Mai bis August geöffnet. Und beim RVR gibt fs auch das Thema „Bäder g, damit beschäftigen sich viele Experten. Die Frage ist, wie viele Badetage gibt es hier wirklich in Deutschland, wie haben ja anderes Wetter als in Spanien oder Italien. Es gibt durchschnittlich 15 bis maximal 20 Tage im Jahr, wo Freibäder richtig voll sind. Dann steht das Freibad 345 Tage leer. Schüler: Dann braucht man an den guten Tagen spezielle Angebote und Aktionen damit sehr viele Leute reingehen. Martin Wirtz: ja, dann ist eben die Frage, was macht man an den Tagen mit dem zentralen Bad, wenn gerade keine Badesaison ist? Schüler: da haben wir vorhin schon drüber diskutiert, wir haben gedacht, dass dann da so heiße Quellen wären, sowas wie ein heißes Solebad. Martin Wirtz: das kostet unheimlich viel Energie und interessanter weise, wäre es ja spannend soweit zu bohren, damit man mit Erdwärme heizt. Schüler: oder das man halt so ein Schiebedach baut, damit es über die Wintertage so zugemacht wird. Also dass es dann Hallenbad wird, aber mit Grünflächen und Sand. Und wenn das alles zu teuer ist, macht man die Wasserflächen eben zu Eis. Und man kann Schlittschuh laufen. Martin Wirtz: Also ich hab noch eine Frage zu dem Naturbad in Mülheim, kennt ihr das? Wie gefällt euch das? Schüler: da gehen wir nicht so gerne hin, es ist schmutzig. Wenn man mit den Füßen auf dem Boden kommt, da ist es glitschig, sich auf die Wiese zu legen ist es ganz in Ordnung. Martin Wirtz: weil da ist ja Strand, Beachgastronomie, schöne Spielgeräte, das geht so in Richtung Badesee, das ist ja eigentlich so eine Mischung. Aber so richtig gefällt euch das nicht? Schüler: naja. Es sollte ja so ein in sich geschlossenes Ökosystem sein, so wie ich das verstanden habe. Aber da wird trotzdem irgendwas rein gepumpt, glaub ich. Martin Wirtz: nee, das denke ich nicht. Also euch gefällt es einfach nicht. t_n_g: Gibt es denn noch eine Chance für Freibäder in den Innenstädten? Martin Wirtz: also die Tendenz insgesamt ist nicht so positiv. Das liegt da dran, dass die Besucherzahlen insgesamt zurück gegangen sind, also es gibt einfach immer mehr Freizeitangebote, und es gibt nicht mehr so viele Menschen, die bei schönem Wetter ins Freibad gehen, wie es noch vor 20 Jahren der Fall war. Heute machen viele ne Radtour, fahren Inlineskater oder machen irgendwas anderes, somit werden die Einnahmen für die Bäder und die Kommunen immer geringer. Deshalb werden auch immer mehr Bäder geschlossen. t_n_g: Freibäder sind immer Thema. Das fehlt den Jugendlichen. Martin Wirtz: ja, und vor allem das erreichbare Freibad. Schüler: und das in der Innenstadt finde ich nochmal was ganz besonderes, das gibt es ja gar nicht. Ist ABCD 3 – Mein Block 56|57


ne Attraktion wert. Martin Wirtz: ja das ist schwierig. Also ich weiß auch, dass in der Innenstadt auch gewohnt wird. Da ist es eben auch mit der Lärmbelästigung ein Problem. Da muss ein bestimmter Abstand zwischen Freibädern und Wohnbebauung sein. Weil, wenn sie voll sind, Hölle laut sind. Schüler: Vielleicht sollte es Rabatte geben, für die Nachbarn. Martin Wirtz: Super Idee, find ich gut! Katja Heinecke: Zum Thema, weil solche Bäder eben nicht immer tragfähig sind: ein Beispiel: Künstlerisches Projekt in Frankfurt, am Hafen. Wo die aus relativ einfachen Mitteln, nämlich Containern ein Schwimmbecken zusammengeschweißt haben, und über mehrere Jahre betrieben haben und das kostete nicht viel Geld, das war ein Kulturprojekt, die haben nie viel Geld. Und das andere Beispiel, ist das so genannte Badeschiff in Berlin, das schwimmt auf der Spree, und ist am Hafen gelegen, dort ist dann alles was man sich da so wünscht. Und das ist jetzt auch nicht riesig, das Schiff selbst. Aber es hat schon so eine normale 25Meter-Schwimmbahn, aber immer hin, und das scheint irgendwie tragfähig zu sein. Find ich einfach nochmal interessant zu denken, was sind andere Größenordnungen, die vielleicht auch noch andere Möglichkeiten haben realisiert zu werden und vielleicht auch flexibel einsetzbar sind, im Sinne von, dass man sie transportieren kann. So das ist, es ist natürlich ein Riesenprojekt. Ich find das irgendwie interessant, wir wollen alle Freibäder, aber die werden eben wegen finanzieller Schwierigkeiten geschlossen. Was für ne Größe von dem Wunsch, den wir eigentlich haben, kann man sozusagen so klein wie möglich denken und es dann realisierbar machen. Man muss einen Anfang wagen. Und wenn dort in der Innenstadt eine relativ große Fläche ist, kann man ja trotzdem mit einem kleinen Projekt erst mal so ein Experiment ausprobieren. Dann kriegt man manchmal die Politik leichter überzeugt. Weil es erst mal so ein ausprobieren ist. Martin Wirtz: Also es gibt ja hier so ein kleines Becken auf Zollverein, das Werksbad, ist Ihnen jetzt nicht bekannt, oder? Katja Heinecke: Nein. Martin Wirtz: Das ist auch ein Kunstobjekt, aber es ist zum baden im Sommer geeignet und hat auch einen typischen Poolcharakter, und ich will jetzt nicht zu viel verraten: Wir sind an einem Projekt, Badeschiff dran. Es gab eins in Mainz, das lag im Rhein, da der Rhein ja auch wieder Badequalität hat, was man vor 20 Jahren auch nicht geglaubt hat, was jetzt nicht wie in Berlin mit Chlorwasser betrieben wird, sondern, das war nach unten offen mit einem offenen Gitterkorb begrenzt und das Rheinwasser floss durch, aber man hatten drum herum eine Aufenthaltsplattform. Und dann lief eben das Rheinwasser durch. Und wir sind seit 1,5 Jahren dran, ein Standort für ein solches Badeschiff im Ruhrgebiet zu finden, in den Kanälen, weil die Kanäle haben reine Wasserqualität, aber aufgrund der Schifffahrt, ist es natürlich zu gefährlich dort zu baden, und auch offiziell verboten, und wir prüfen zurzeit noch einen Standort, und versuchen einen zu finden, wo das Wasserschifffahrtsamt auch zustimmt, weil es vergleichsweise günstig ist. Katja Heinecke: Aber wie haben die das denn in Berlin hingekriegt, da fahren ja auch Schiffe? Martin Wirtz: In Berlin ist es ein völlig geschlossenes System, es ist ein geschlossenes Schiff und da ist Chlorwasser drin, und deshalb stört es das Schifffahrtsamt nicht, die haben einfach nur eine Liegegenehmigung für das Schiff, aber das sind erst mal so Überlegungen, kostengünstig baden auch woanders anzubieten, als da wo Freibäder sind. Wir haben auch vor 2 Jahren mit dem Ruhrverband gesprochen, an der Ruhr gab es ja viele Badeanstalten, ob man die nicht wieder eröffnen könnte. Da wo die Wasserqualität wieder sehr gut ist. Vielleicht haben wir in 5 Jahren den Durchbruch. Katja Heinecke: es ist schon ganz interessant, wenn man die große Infrastruktur betrachtet, das in den 90er Jahren die Freibad durch diese Spaßbäder ersetzt wurden, die so 10-15 Euro kosten, und wenn man das auf kommunaler Ebene denkt, find ich das schon problematisch und kann nachvollziehen, das war auch eine Art Luxus, man konnte in den Flüssen ja gar nicht mehr baden, deshalb finde ich es eigentlich ganz spannend zurück zu denken.


Martin Wirtz: Auch zu dem Thema, wir hatten mal von der Stadt Appeln hier im Ruhrgebiet, von der Politik irgendwann den Hilferuf bekommen: Wir haben aus Kostengründen alle Freibäder auf unserem Stadtgebiet geschlossen, und jetzt fehlt uns ein Bad! Na ja, aber aus ganz bestimmten Gründen, wurden eben ein Bad nach dem anderen geschlossen und dann hat man plötzlich festgestellt, für Schüler und ältere Leute sind Bademöglichkeiten im Umkreis nicht erreichbar. Dann ist von der Politik die Frage geäußert worden: Können wir irgendwo im Stadtgebiet, möglichst zentral ein Freibad ganz kostengünstig erreichten? Können wir nicht irgendwo eine Grube machen und voll Wasser laufen lassen? Oder können wir nicht irgendwo einen Bach anstauen? [...]

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Daniel, Moritz: 3 Stadttore für Bochum Bochum, 10. Klasse

Daniel: Wir kommen aus Bochum und als wir mit dem Projekt anfingen, haben wir ein Brainstorming gemacht. Was bietet uns unsere Stadt? Und was könnte ihr noch fehlen? Dabei sind wir zu dem Entschluss gekommen, unsere Stadt bietet uns viele Möglichkeiten für uns Jugendliche, was wir als Freizeitaktivitäten machen können. (...) Da haben wir uns gedacht, vielleicht wäre es ja mal eine Maßnahme, das irgendwo für andere Leute attraktiver zu machen und denen zu zeigen wie schön und toll unsere Stadt doch ist. Und dann sind wir bei der Recherche drauf gekommen, dass unsere Stadt schon Stadttore hat. Man kann es sich so vorstellen, dass wenn man mit dem Auto in die Innenstadt von Bochum fährt, gibt es nur 3 Eingänge. Und zu diesen 3 Eingängen gibt es Stadttore. Ich meine, wir haben ja jetzt hier jemanden oder 1,2 Leute aus einer Stadt vertreten, bei ihnen wird auch die finanzielle Lage nicht allzu rosig sein. Das ist natürlich in Bochum genauso. Deshalb sehen unsere Stadttore dann so aus, dass unter einer Eisenbahnbrücke, teilweise noch genutzt, teilweise nicht genutzt, einfach nur Neonröhren angebracht wurden, wo dann Stadttor 1, 2 und 3 dran steht. Wir haben ein Bergbaumuseum in Bochum, zwar etwas außerhalb von der Bochumer Innenstadt, aber es ist auch zu Fuß in 10 Minuten zu erreichen. Das ist eines der größten Attraktionen in Bochum. Wir haben da einen stillgelegten Stollen zu Vorführung der 10 Meter unter der Erde liegt. Und um das noch attraktiver zu machen, haben wir uns ein Stadttor dafür ausgedacht, das die Vergangenheit von Bochum mit dem Bergbau zeigt. Es ABCD 3 – Mein Block 54|55


sieht irgendwo dem Brandenburger Tor relativ ähnlich. Wir haben dann die Quadriga durch eine Kohlenlore ersetzt und ein Pony. Vorne dran ist noch ein Relief, wo man drauf sehen kann wie unter Tage gearbeitet wurde. Moritz: Das Projekt wurde schon angefangen und wir fanden es sehr schade, dass das einfach nur so untergegangen ist und wir haben uns auch konkret Gedanken gemacht, was kann man darstellen? Halt einmal das mit dem Bergbau und dann haben wir uns noch gedacht, es gibt auch wichtige künstlerische Aspekte. Darum haben wir das Tor gemacht. Es ist relativ bunt und knallig und hat auch irgendwas Künstlerisches. Also wenn man nach Bochum kommt, ist es mit diesen hellen Farben einladend. Und dann das 3. Tor. Das Tor soll in die Zukunft weisen, weil es relativ futuristisch designed ist. Und da sind 2 Schilder drauf, wie man vielleicht erkennen kann. Und in der Zukunft wird ja vielleicht alles immer vernetzter, das Leben wird immer schneller. Und vor allem wenn man in die Stadt kommen will und man sieht so ein Stadttor. Dann ist es gut wenn man direkt einen ersten Überblick hat wo was ist. Damit man sich besser in der Stadt zurecht findet. Das ist einfach so eine generelle Einladung, damit wenn man in die Stadt fährt sofort sieht wo bin ich. Damit es einfach direkt einladend wirkt und nicht nur, wie es jetzt leider ist, mit diesen Neonröhren.


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