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Nr. 18

Juni 2014 / Siwan 5774

Die Zeitung des Keren Hajessod Schweiz

Mehr Bilder denn je von allen Magbit-Veranstaltungen In den ersten drei Monaten des Jahres fanden wieder die jährlichen Magbit-Veranstaltungen in ZH/BS/BE/Atid/TI statt. In den jüdischen Medien wurde viel darüber geschrieben. Auch auf www.kerenhajessod.ch kann darüber nachgelesen werden. Die Berichterstattung in diesen KH-news beschränkt sich daher auf die Bilder (Seite 6).

Sulamot Operngala Voices for Peace

LebensGeschichte mit Happy End

Jom Ha‘atzmaut Gemeinsam für Israel

KHnews www.kerenhajessod.ch – info@kerenhajessod.ch – facebook.com/kerenhajessod

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KH

August Juni 2014 2010 / Siwan / Iyar 5770 5774

Inhalt

Editorial Liebe Freunde des Keren Hajessod

Foto AP

Bald ist Schawuot und wir feiern den Erhalt der zehn Gebote am Berg Sinai. Die zehn Gebote sind nicht nur für uns Juden zentral, sie bilden auch die moralische Grundlage der ganzen westlichen Zivilisation. Sie beinhalten die Pflichten jedes Einzelnen gegenüber seinen Mitmenschen. Auch die Aktivitäten des KH stehen im Dienste unserer Mitmenschen. Wir planen, gestalten und führen unsere Veranstaltungen jeweils mit grossem Engagement durch. Das Ziel all unserer Tätigkeiten ist es, diejenigen Menschen in Israel, die es nicht einfach haben, zu unterstützen und Juden der Diaspora die Alijah zu ermöglichen. Im Rahmen von P2G (Partnership Together) reisten 23 jugendliche Fussballer des FC-Hakoah Zürich nach Kiriat Mosche in ein Trainingslager. Sie trainierten in Rechovot zusammen mit den Fussballern der Mannschaft Bnei Yeechalal. Alle Spieler dieses Teams sind Einwanderer aus Äthiopien. Die Wiedersehensfreude war gross und die Sportler aus Zürich wurden herzlich von den Familien ihrer Trainingspartner empfangen. Neben dem Training stand auch ein Besuch auf der Baustelle des neuen Gemeindezentrums mit Bibliothek im Quartier Rechovot Hachadascha auf dem Programm. In wenigen Tagen findet, wie jedes Jahr, die KH Juni Konferenz statt: das Highlight für alle KH-Freunde. Gerne lassen wir Ihnen weitere Informationen zukommen, falls Sie sich für das detaillierte Programm interessieren. Personell gibt es einige Veränderungen beim KH Schweiz. Mit Thomi Wyler und Chaim van Dijk verlassen leider zwei äusserst motivierte Mitarbeiter nach langjährigem Engagement den Ausschuss. Neu dürfen wir Tali Cahen im Ortskommitte Zürich sowie Gadi Winter und Eyal Spier bei Atid begrüssen. Wir wünschen ihnen viele positive Erlebnisse und grosse Ausdauer bei der Ausübung ihrer neuen Aufgaben. Ralph Friedländer, der Co-Präsident von KH Bern/ Biel wurde kurz vor Drucklegung der KH-news zum Gemeindepräsidenten der jüdischen Gemeinde Bern gewählt. Ganz herzlichen Glückwunsch dazu! Ihnen allen wünsche ich Chag Sameach und viel Vergnügen bei der Lektüre unserer KH-news und danke Ihnen für Ihre Treue gegenüber dem KH. Ihr Sami Bollag

IMPRESSUM HERAUSGEBER: Keren Hajessod Schweiz Schöntalstrasse 21, 8036 Zürich Tel 044 461 68 68, Fax 044 461 68 69 info@kerenhajessod.ch www.kerenhajessod.ch PC-Konto 80-30297-4 IBAN CH29 0900 0000 8003 0297 4

INHALTSVERZEICHNIS KH-Programme

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Magbit-Veranstaltungen ZH/BS/BE/Atid/TI

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KH-Talk mit Dr. Michael B. Oren

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Jom Ha‘atzmaut 2014

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Sulamot Opern-Gala

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REDAKTION, GESTALTUNG: picard&, Vernetzte Kommunikation Zürich (www.picard-und.ch)

Inside Keren Hajessod Schweiz

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David Rubinger Galerie

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FOTOS: Eric Rosenblatt (ER), apicard.ch (AP), Noëmi Van Gelder (NVG), Keren Hajessod

P2G – Gegenbesuch in Rechovot

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VERANTWORTUNG: Benny Feifel, KH Delegierter

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KH

KH-Programme

Natalys Geschichte nur eine von vielen in Ramat Hadassa Die Tochter russischer Einwanderer lebt in Ramat Hadassah, einem Jugenddorf für gefährdete Jugendliche, das vom Keren Hajessod unterstützt wird. Ihr Schicksal steht exemplarisch für das vieler Kinder, die hierher kommen. kennen würde. Ich hatte auch Angst, dass sie meine Fragen nicht beantworten würde. Als wir dann in Ilanot waren, wollte ich einfach nur wieder weg. Ich konnte nicht zu meiner Mutter gehen, aber ich habe sie immerhin gesehen. Sie stand da und hat auf mich gewartet. Sie war extrem dünn. Ich wollte nicht, dass meine Mutter so aussieht. So hatte ich sie mir nicht vorgestellt.»

«Nach Ramat Hadassah kam ich, weil ich es zu Hause sehr, sehr schwer hatte. Ich kam als Kind von drogenabhängigen Eltern zur Welt. Sie verliessen mich, als ich ein Jahr alt war, weil sie sich nicht um mich kümmern konnten. Ich wohnte dann abwechslungsweise bei den Eltern meiner Mutter und den Eltern meines Vaters. Als ich sechs Jahre alt war, entschied ein Gericht, dass mein Vater nicht in der Lage sei, mich grosszuziehen. Meine Mutter rannte damals einfach weg. Eines Tages, es war ein Freitag, sagte sie, dass sie mit mir Einkaufen gehen wolle. Meine Oma gab ihr Geld. Wir gingen los und meine Mutter liess mich einfach stehen. Sie kam nicht wieder zurück, damals nicht und auch später nicht. Ich bin alleine nach Hause gegangen, denn ich begriff, dass meine Mutter das Geld genommen hatte und verschwunden war. Bis zu meinem 13. Lebensjahr habe ich sie nicht mehr gesehen. Mit 13 Jahren habe ich dann auf eigene Initiative hin nach ihr gesucht. Ich fand sie in einer Entzugsanstalt namens Ilanot. Ich wollte sie besuchen aber ich wusste nicht einmal mehr wie sie aussah. Ich hatte grosse Angst, dass sie mich nicht er-

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KHnews

Nataly erzählt flüssig und doch merkt man wie sehr sie die Erinnerungen mitnehmen. Unter Tränen erzählt sie weiter: «Ich wurde damals immer schlechter in der Schule, da ich den Schulstoff nicht verstand. Ich hatte keinerlei Kapazitäten frei fürs Lernen. Mir fiel vieles sehr schwer. Bevor ich nach Ramat Hadassah kam, hatte ich Albträume und konnte nachts nicht schlafen. Es ist hart so aufzuwachsen. Irgendwie fand ich die Kraft, nicht aufzugeben. Ich weiss heute nicht mehr wie ich das gemacht habe.» Mit der Aufnahme in Ramat Hadassah begann für Nataly ein neuer Lebensabschnitt. Endlich bekam auch sie eine Chance. «Als ich hierher kam wusste ich, dass ich am richtigen Ort war, denn hier beschützte man mich. Ich hoffte, dass hier mein Leben ruhiger würde und ich Freunde und auch Privatsphäre fände. Beide Hoffnungen erfüllten sich. Es stimmt zwar, dass es in einem Internat keine Privatsphäre gibt, wie man oft sagt. Und dennoch habe ich sie gefunden, dadurch dass ich lernte in mir selbst Ruhe zu finden. Das Mitarbeiterteam von Ramat Hadassah ist für mich wie eine Familie. Sie schenken mir Zuneigung, geben mir ein Zuhause und einen Ort, an dem ich aufwachsen und mich entwickeln kann. Hier bekommen alle viele

Umarmungen, viel Aufmerksamkeit, alles, was ich zu Hause nie hatte und auch an anderen Orten nicht gefunden habe. Ich erhalte Gitarrenunterricht, spiele Theater und mache einen Spezialisierungskurs in Kommunikation. Eine solche Schule findet man nicht oft!» Man sieht Nataly die Erleichterung und Freude an, wenn sie vom Leben in Ramat Hadassah erzählt. Sie ist zu einer jungen Frau erblüht mit Hoffnungen, Träumen und Plänen für eine lebensfrohe Zukunft. «Für mich sind die Jugendarbeiter wie Mutter und Vater. Erst gestern habe ich meine Jugendarbeiterin Ora ‚Mutter‘ genannt. Sie sind für mich all das, was meine biologische Familie nie war. Ich bin sicher, wenn ich einmal eine eigene Familie habe, wird es eine wunderbare und warmherzige Familie – also ganz anders als die, in der ich aufwuchs.» Natalys Albträume gehören der Vergangenheit an. Unterdessen hat sie sogar wieder Kontakt mir ihrer leiblichen Mutter, die seit nunmehr zwei Jahren ‚clean‘ ist. • In dem Jugenddorf leben 280 Jugendliche • 19 sind Waisen, ohne Mutter oder Vater • 136 stammen aus alleinerziehenden Familien • 9 haben drogenabhängige Eltern • 23 Kinder haben einen Elternteil, der psychisch krank ist • 23 Kinder haben bereits Einträge im Strafregister • 9 Kinder kamen hierher als Alternative zum Gefängnisaufenthalt • 28 stehen unter Aufsicht von Bewährungshelfern Der Keren Hajessod ruft Sie auf, das Ramat Hadassah Jugenddorf für gefährdete Jugendliche zu unterstützen, oftmals ist dies das einzige Zuhause, das diese Jugendlichen haben. Gemeinsam werden wir ihre Bildung fördern. Der Schlüssel zu ihrer Zukunft liegt in Ihrer Hand. Diese Kinder sind auch unsere Kinder.


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KH-Programme

im Überblick: Die aktuellen KH-Programme Net@: Kompetenz für die Zukunft

Eines der effektivsten Programme der sozialen Integration im heutigen Israel. Das Net@ Projekt bietet benachteiligten Oberstufen-Schülern in Israels Randgebieten ausserschulische technologische Ausbildungskurse in Design, Erstellung und Unterhalt eines Computernetzwerkes. Absolventen erhalten ein international anerkanntes Zertifikat als fortgeschrittene Netzwerktechniker von Cisco Systems.

Youth Futures: Förderung für Tausende gefährdete Kinder

Youth Futures (Zukunft der Jugend), ein revolutionäres Projekt. Trustees bieten persönliche Betreuung, positive soziale Eindrücke und schulische Bereicherung für tausende Kinder aus instabilem Umfeld. Das Programm wird in Kleingruppen durchgeführt, erstreckt sich über drei Jahre und bezieht auch die Familien der Kinder mit ein.

Ayalim: Neue Generation von sozialen Pionieren

Hunderte Studenten, inspiriert vom Pioniergeist der Gründer Israels, erstellen im Negev und Galil Ayalim-Dörfer und fördern dadurch nachhaltig die Entwickelung dieser Regionen. Sie setzen sich ein für den sozialen Aufbau, Kultur und Ausbildungsprojekte.

Jugenddörfer: Geschütztes Lebensumfeld für gefährdete Kinder

Vier Jugenddörfer bieten Kindern mit sehr problematischem Hintergrund ein warmes, unterstützendes Zuhause mit rehabilitierenden Massnahmen. Spezielle Bildungs- und Erziehungsprogramme helfen ihnen aus dem Sog der Armut und Hoffnungslosigkeit auszubrechen und sich mit erlernten Fähigkeiten eine bessere Zukunft zu schaffen.

Sulamot: Musik bringt sozialen Wandel

Das innovative Programm «Sulamot» (Hebr. für Tonleiter und Sprossenleiter) bringt Musik in das Leben von Kindern aus instabilem sozialem Umfeld. Die Freude an der Musik fördert ihre Kreativität, ihr Selbstvertrauen und ihre soziale Kompetenz, so dass sich ihr Leben dank der Musik verbessern kann.

Äthiopisches Nationalprojekt (ENP): Chancengleichheit schaffen

Das äthiopische Nationalprojekt (ENP) ist ein umfassendes Programm in Partnerschaft mit der äthiopischen Gemeinde. Es bietet schulische und soziale Förderung für Jugendliche aus der ersten und zweiten Alija-Generation in Form von schulbegleitenden Gruppenkursen. Durch die Schaffung von Chancengleichheit wird ihnen eine bessere Zukunft ermöglicht. Wir unterstützen diese Bevölkerungsgruppe im Bereich der Alija, Integration, Ausbildung und beim Bestreiten ihres Alltags, insbesondere in Israels Randgebieten.

Amigour: Komfort und Sicherheit im Alter

Das flächendeckende Netzwerk der Amigour Seniorenzentren in Israel offeriert tausenden von einkommensschwachen Senioren – häufig Neueinwanderer und Shoa-Überlebende – die Möglichkeit, ihren Lebensabend in Komfort und Würde in geschützter Umgebung zu verbringen.

ISRAEL FACT #1 16 556 Menschen machten 2012 Alijah: 9 361 aus Europa, 3 416 aus Amerika und Ozeanien, 2 642 aus Afrika und 1 137 aus Asien.

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KH

Magbit

Magbit 2014 Z체rich, Basel, Bern, Atid und Lugano Die Spendenanl채sse fanden regen Anklang. die Gastreferenten Dr. Michael B. Oren, Henryk M. Broder, Yohanna Arbib-Perugia und Dan Gillerman (ZH), S.E. Botschafter Yigal Caspi (BS/BE), Starfotograf David Rubinger (BS/BE/Atid), Yves Kugelmann (BS) sowie der Journalist

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Carmel Luzzati und die Pianistin Karin Weissberg (TI) sorgten f체r grossartige Unterhaltung.


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Magbit

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ISRAEL FACT #2 8.16 Millionen Menschen leben heute (Feb. 2014) in Israel. Davon sind 6.12 Mio. j端disch und 1.69 Mio. arabisch.

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KH-Talk

Dr. Michael B. Oren im KH-Talk «Der Diplomat sagt immer eine Wahrheit» Im Rahmen der Magbit-Veranstaltung vom 26. Januar 2014 in Zürich stellte sich der ehemalige israelische Botschafter in den USA, Dr. Michael B. Oren, den kritischen, nicht selten leicht zynischen Fragen des Publizisten Henryk M. Broder.

MO: Ich wurde Diplomat, weil meine Regierung, mein Premierminister mich darum gebeten hat. Davor analysierte ich jahrzehntelang Israels Aussenpolitik, insbesondere gegenüber seinem wichtigsten Verbündeten, den USA. Viele Jahre habe ich in den USA unterrichtet, und ich war auch im Weissen Haus und im Kongress tätig. Als ich meine Aufgabe als Diplomat übernahm, war mir dieses Gebiet also nicht ganz fremd. Amerika hat sich tiefgreifend gewandelt. Viele israelische Politiker haben in den USA studiert: Netanyahu, Barak… Doch das war vor 25, 30 Jahren. Seither hat Amerika sich sehr verändert, in sozialer, politischer und demographischer Hinsicht. Präsident Obama war zugleich das Symptom der Veränderung und die Verkörperung des Wandels. In Israel hat man die Tendenz, Obama als Verursacher des Wandels wahrzunehmen, dabei greift der Wandel in den USA viel tiefer. Ich betrachte es als meine Aufgabe, diesen Wandel zu analysieren und soweit wie möglich vorauszusehen, wie Israel sich an diesen Wandel anpassen kann. HMB: Sie unterliegen gewissen Einschränkungen – zum Beispiel weiss ich nicht, ob ein Diplomat die Wahrheit sagen darf – ich bezweifle das eher. MO: Der Diplomat sagt immer eine Wahrheit. HMB: Eine ausgewählte Wahrheit.

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KHnews

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HMB: Michael Oren, Sie sind Historiker, Akademiker, Intellektueller; Sie haben wichtige Bücher geschrieben; Sie sind wohl erzogen. Warum um Himmels Willen sind Sie Diplomat geworden?

MO: Diplomaten sind nicht anders als die Reservisten der Zahal: Wenn man die Uniform überstreift, lässt man seine politische Überzeugung zu Hause. Ich habe 30 Jahre lang Reservedienst geleistet und wusste nie, was meine Kameraden in politischer Hinsicht dachten. Das war in der Armee kein Thema. Als Diplomat geht es mir genau gleich: ich ziehe die Uniform an – in diesem Fall ist es ein Anzug, wie ich ihn heute Abend trage – und lasse meine eigenen Gedanken zu Hause. Ich vertrete die Positionen der demokratisch gewählten Regierung von Israel. HMB: Wie ist das möglich? Sie sind doch noch immer Michael Oren, mit Ihrem Charisma, mit Ihrem Charakter, mit Ihrer Geschichte. MO: Ich denke, es liegt daran, dass ich es aus Liebe tue; aus Liebe zum Staat

Israel, aus Liebe zum jüdischen Volk, aus einer tiefen Leidenschaft für den Zionismus und seine Errungenschaften, aus tiefem Respekt vor der Demokratie, die dank dem Zionismus errichtet wurde. Wenn man das alles aus Liebe macht, ist es viel einfacher. HMB: Ist es gut oder schlecht für den Charakter, Diplomat zu sein? MO: Um Diplomat zu sein, braucht man sehr viel Disziplin. Ein Schriftsteller, der Diplomat wird, das ist so, wie wenn ein Slam-Poet plötzlich anfängt, Haikus zu schreiben, die sich auch noch reimen sollen. Es erfordert eine enorme Disziplin. Daneben ist es aber ein grosses Privileg, dem souveränen Staat Israel zu dienen, dem ersten unabhängigen jüdischen Staat seit 2000 Jahren. Natürlich ist das nicht immer einfach. (…)


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KH-Talk

HMB: Ich bin oft in den USA und habe das Gefühl, dass sich die Einstellung der Amerikaner zu Israel geändert hat. MO: Die Einstellung hat sich tatsächlich geändert – im positiven Sinn. (…) Die Amerikaner unterstützen Israel mehr denn je. Am Ende meiner Amtszeit als Botschafter gaben 69% der Amerikaner an, Israel-freundlich zu sein. Heute sind es 74%. Das sind so viele wie nie zuvor. Wahrscheinlich weil ich nicht mehr Botschafter bin. Gerade zu Israel haben die USA eine sehr tiefe und vielschichtige Beziehung, mehr als zu jedem anderen Land der Welt. Das liegt vielleicht auch daran, dass Amerika sehr religiös ist. Vorher hörte ich die Kirchenglocken läuten. Aber hier geht niemand in die Kirche. In den USA sind die Kirchen voll. Je voller die Kirchen, desto grösser die Liebe zu Israel. Das liegt daran, dass die Leute die Bibel lesen. Sie wissen, dass Gott dem jüdischen Volk die Rückkehr ins Heilige Land versprochen hat und sie nehmen dieses Versprechen sehr ernst. Ich sass einmal im Büro eines Abgeordneten aus Texas. Sein Wahlkreis ist fünfmal so gross wie Israel, es gibt dort keinen einzigen Juden. Er empfing mich mit geöffneter Bibel und las mir aus Genesis vor: «Die, die dich segnen, werde ich segnen». Und dann fragte er: «Wie viele Unterstützungsgelder wollen Sie für Iron Dome?». (…) HMB: Kann sich der durchschnittliche Amerikaner aus Missouri oder Illinois überhaupt vorstellen, was es bedeutet, in Sderot oder Haifa zu leben und ständig von Raketen und Granaten beschossen zu werden? MO: Amerika hat seit 1812 keine Invasion mehr erlebt. Insofern können sich die Amerikaner nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn ständig tausende Geschosse auf einen herunter prasseln. Aber manche verstehen es doch. In diesem Zusammenhang ist Iron Dome eine grosse technische Errungenschaft. Das Programm wurde in Israel in nur vier Jahren entwickelt, vom

Reissbrett zum erfolgreichen Einsatz im Feld. So eine Leistung hat kein anderes Land der Welt vollbracht. Vor allem aber ist Iron Dome das erste Raketenabwehrsystem, das tatsächlich funktioniert. Die Erfolgsquote liegt bei 85%; letzte Woche hatten wir sogar 100% Erfolg - von 5 Raketen wurden 5 abgeschossen. Iron Dome rettet nicht nur Leben, Iron Dome verhindert auch Kriege. Das System gibt der israelischen Regierung Zeit, eine diplomatische Lösung auszuhandeln. Das habe ich einem Senator aus dem Mittleren Westen erklärt. Er fragte mich: «Warum schreiben Sie das nicht?». Darauf habe ich in «Politica» einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht. Wir hatten damals drei Batterien für Iron Dome, die knapp ausreichten, um den Süden Israels zu schützen. Jede Batterie kostet 55 Millionen USD, die Abwehrraketen kosten 100‘000 USD pro Stück, während eine Angriffsrakete für 100 Dollar zu haben ist. Da können Sie sich leicht ausrechnen, wer im Vorteil ist. Am Tag nach Erscheinen des Artikels läutete bei mir unentwegt das Telefon: Abgeordnete und Senatoren riefen reihenweise an, um zu fragen, wie sie das Projekt Iron Dome finanziell unterstützen können. Heute haben wir sieben Batterien, und in Kürze werden es elf sein. Damit ist praktisch ganz Israel abgedeckt. Das haben wir fast ausschliesslich der Unterstützung aus Amerika zu verdanken. (…) Im November 2012 standen wir kurz vor einem erneuten Einmarsch in Gaza. Dank Iron Dome war diese Aktion nicht erforderlich. HMB: Ich persönlich fände es besser, wenn man sich Iron Dome sparen und dafür die Qualität des Cottage Cheese in Israel verbessern könnte. MO: …oder den Preis heruntersetzen! HMB: Vielleicht könnten Sie mir und meinen Freunden erklären, warum Aussenminister Kerry, der in den letzten elf Monaten neun bis zehn Mal nach Jerusalem gereist ist, so versessen darauf ist, dem israelisch-palästinen-

sischen Konflikt eine Lösung aufzuzwingen. Wäre es nicht gescheiter, in Syrien Frieden zu schaffen? MO: Ich würde nicht sagen, dass er versucht, einen Frieden aufzuzwingen, er bemüht sich, einen Friedensvertrag zu vermitteln. HMB: Bill Clinton pflegte zu sagen: «Das hängt davon ab, wie man aufzwingen definiert.» MO: Kein amerikanischer Aussenminister kann uns eine Regelung aufzwingen, bei der die Ostgrenze als Eingangstor für Waffenlieferungen benützt werden kann. Keine israelische Regierung würde einem Friedensvertrag zustimmen, der nicht gewährleistet, dass der Konflikt zu Ende ist und dass die Palästinenser keine weiteren Ansprüche mehr stellen. Und kaum eine israelische Regierung würde einen Friedensvertrag unterzeichnen, ohne dass die Palästinenser Israel als jüdischen Staat anerkennen. Das ist keine taktische Forderung. Es kann ja nicht sein, dass Israel die Legitimität des palästinensischen Staates anerkennt, aber der palästinensische Staat seinerseits Israel nur als vorübergehendes Phänomen betrachtet, das von der Landkarte ausradiert werden soll. Das wäre kein Frieden. (…) Als Historiker kann ich Ihnen sagen: Die Palästinenser halten einen Weltrekord: kein anderes Volk hat so viele Chancen abgelehnt, einen eigenen Staat zu gründen: 1937, 1947, 1979, 2000, 2008. Meistens war die Ablehnung von Gewalt begleitet. Warum? Israel hatte eine Gelegenheit, 1947, und hat diese beim Schopf gepackt. (…)

ISRAEL FACT #3 Das hebräische Wort «Sherut» für Sammeltaxis entstand aus dem Englischen «share route» (den Weg teilen) in der Zeit des Britischen Mandates.

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Jom Ha‘atzmaut

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KH und KKl feierten gemeinsam Denn es gibt nur ein Israel

Für die diesjährige Jom Ha’azmautfeier in der ICZ haben sich der KH, der KKL, die ICZ, die Israelitische Gemeinde Winterthur (IGW) und die Jüdische Liberale Gemeinde Or Cha-

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Mazal Pikado mit «Spontan-Chor».

Über 300 Israel-Fans.

dasch (JLG) zusammengeschlossen, entsprechend gross war der absolviert hat. Avishai Sofer und Mazal Pikado waren dereinst mit einem Stipendium des KH gefördert worden. Unterdessen hat die Band Voices of Samuel bereits zahlreiche Auftritte bestritten, einige davon im Gemeindezentrum Merkas Hazeirim Beersheva, das vom KH Schweizi mitfinanziert worden ist. Der Jugendleiter des Zentrums, Nuriel Shabat, bewies sein musikalisches Talent am Klavier. Voices of Samuel brachten die richtige Jom Ha’azmaut Stimmung mit weiteren Auftritten auch in der Noam, der Sikna und im Hugo-Mendel-Heim. So konnten alle Israels Geburtstag feiern.

Für den KH besonders erfreulich ist, dass Mazal Pikado, eines der Mitglieder der Band, bereits das erste Jahr ihrer Jazz-Ausbildung an der Ramat Hascharon Musikschule

Udo Jürgens sang dereinst: «Mit 66 Jahren da fängt das Leben an.» In diesem Sinne wünschen wir Israel einmal mehr Mazel Tov und viele weitere Jom Ha’azmaut-Feiern.

Voices of Samuel in Concert.

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Im Namen aller Organisationen begrüssten Carole-Maud Hofmann, Ortspräsidentin KH Zürich und Doron Guggenheim, Ortspräsident des KKL, die Gäste im ICZ Gemeindezentrum. Sie betonten das gemeinsame Interesse an Israel. Spätestens als kurz darauf die Band Voices of Samuel auftraten, fühlten sich die 300 Anwesenden fast wie in Israel. Die Lebensfreude und Partystimmung der Band war ansteckend und animierte die Gäste zum Mitmachen. Es wurde gemeinsam getanzt und gesungen, auch noch als der offizielle Teil der Veranstaltung schon lange vorbei war.

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Andrang und die gemeinsame Freude, mit der gefeiert wurde.

«And the winner is...»

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KH-Projekt Sulamot

Sulamot – «Voices for peace» sehr positives Echo für Benefiz-Gala arabische und jüdische Kinder zusammen spielen und sich gegenseitig respektieren lernen. Gemeinsames Musizieren soll ihnen nun helfen, erlebte Traumata zu überwinden, Harmonie zu entdecken und Chancen auf ein lebenswertes Leben zu erhalten.

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Der Gala-Abend im stimmungsvoll eingerichteten, restlos ausverkauften AURA-Saal in Zürich hatte nur ein Ziel: möglichst viel Geld für dieses spezielle Projekt zu generieren. Neben den Sponsoringbeiträgen und dem Eintrittspreis diente dazu auch eine Tombola, die Versteigerung attraktiver Sponsorengeschenke sowie ein Kurt Aeschbacher in Hochform. Als Conférencier führte er in seiner gewohnt lockeren, gewinnenden Art durch einen Abend voller Höhepunkte.

Am 11. März fand in Zürich ein Dinnerkonzert zu Gunsten des KH-Projektes Sulamot statt. Fast 300 Gäste, darunter viele Prominente, kamen in den Genuss eines kulinarisch, musikalisch und karitativ hochstehenden Abends. terricht effektiv Gewalt verhindert und die Chancen für teilnehmende Kinder fördert, belegen sozialwissenschaftliche Studien.

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Im Herbst werden gleich zwei weitere Schulen ins Programm aufgenommen: die Weitzman-Schule und die Al-Zahraa-Schule. Die jüdische und die arabische Schule in Tel Aviv Yafo teilen sich einen Schulhof, auf welchem

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«Musik für sozialen Wandel». Unter diesem Motto wurde Sulamot vor drei Jahren gegründet. Nach dem Vorbild des mehrfach preisgekrönten Programmes El Sistema in Venezuela ermöglicht Sulamot Kindern aus schwierigsten Verhältnissen eine seriöse musikalische Ausbildung. Nach nur drei Jahren zählt das Sulamot-Programm schon 750 Schüler an 13 Standorten. Dass der zusätzliche Musikun-

Die fünf Opernstars Amanda Bollag, Naama Goldman, Given Nkosi, Colin Schachat und Anna Skibinsky servierten zwischen den kulinarischen Highlights von Schalom Catering musikalische Leckerbissen. Ein kurzer, speziell für diesen Anlass produzierter Film über das Sulamot-Projekt wurde in Grossformat an alle vier Wände des Saales projiziert. Der eigens für diesen Abend angereiste Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Hulday hielt eine eindrückliche, humorvolle Ansprache. Das Gala-Publikum bedankte sich für das Dargebotene mit viel Applaus, mit schönen Komplimenten an die Veranstalter – und nicht zuletzt mit grosszügigen Spenden zu Gunsten von Sulamot.

Walter L. Blum und Dr. Ellen Ringier.

Dr. Roger Schawinski, Dr. Ronnie Bernheim.

Kurt Aeschbacher sang nicht wirklich mit.

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KH

Inside Keren Hajessod Schweiz

Thomas Wyler UND CHAIM VAN DIJK «Zeit für neuen Elan und neue Ideen» Thomas Wyler war vier Jahre Präsident des KH Ortskomitees Zürich. Anfang des Jahres übergab er die Leitung an Carole-Maud Hofmann. Auch Chaim van Dijk verlässt nach zwölf Jahren den KH. Zum grossen Bedauern der anderen OK-Mitglieder und zahlreicher Spender treten somit gleich zwei äusserst engagierte KH-ler zurück. Erinnert ihr euch noch an euren ersten Kontakt mit dem KH? TW: Meine erste Erinnerung an den KH ist ein «Housegathering» bei meinen Eltern im Wohnzimmer. Das dürfte etwa vor 45 Jahren gewesen sein. CvD: Im Nachkriegsholland erhielt ich eine religiös zionistische Erziehung. Ich bekam den Bezug zu Israel und zum KH sozusagen schon mit der Milchflasche verabreicht. Seit wann seid ihr aktiv beim KH dabei und was sind die Gründe für euren Rücktritt? CvD: Ich bin jetzt seit zwölf Jahren beim KH tätig. Man sollte wissen, wann es Zeit ist aufzuhören und Platz zu machen für Jüngere. Nur so ist gewährleistet, dass neue, frische und hoffentlich auch bessere Ideen einfliessen können. Ich denke, dies sollte bei allen Organisationen so gehandhabt werden. Leider ist es aber selten der Fall. TW: Ich kann mich erinnern, dass ich anlässlich meiner Bar Mizwah dem Keren Hajessod eine Spende überwiesen habe. Seither leiste ich regelmässig meinen Beitrag zugunsten Israels. Die vier Jahre als Ortspräsident des KH-Zürich und die Zusammenarbeit mit dem lokalen KH-Team und KH-Büro habe ich sehr genossen. Nun ist es Zeit für neuen Elan und neue Ideen. Warum habt ihr euch für die Mitarbeit beim KH entschieden?

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KHnews

CvD: Meiner Meinung nach ist es Pflicht für alle Juden, Israel mittels dem KH zu unterstützen. Jeder Jude und jede Jüdin sollte sich darüber im Klaren sein, dass Israel der einzige sichere Hafen für das jüdische Volk ist und entsprechend sollte jeder nach seinen Möglichkeiten Israel unterstützen. Ist es nicht eine undankbare Aufgabe, immer wieder die gleichen Menschen um Spenden anzubetteln? TW: Von Betteln kann keine Rede sein. Der regelmässige Kontakt mit den Spendern ist eigentlich etwas vom Spannendsten an der KH-Arbeit. Es ist die Kernaufgabe des Keren Hajessod Spenden zu generieren. Nur mit Hilfe der erhaltenen Gelder ist es möglich, die noblen Ziele der Organisation umzusetzen. Wie hat sich der Keren Hajessod seit ihr ihn kennt entwickelt und was sind seine grössten Stärken? CvD: Die grösste Stärke dieser Organisation ist die Solidarität mit dem Staat Israel, unabhängig von dessen Politik. TW: Der KH hat mehr Konkurrenz erhalten. Oft werden von dieser spezifische Aspekte in Israel und der Diaspora unterstützt. Die eher abstrakteren Ziele des Keren Hajessod, aber auch seine breite Präsenz, gilt es immer wieder zu erklären. Trotzdem ist das Wohlwollen vieler Spender zugunsten des Keren Hajessod beeindruckend. Diesem Vertrauen gilt es Sorge zu tragen.

Was sollte sich eurer Meinung nach beim KH ändern? TW: Den Keren Hajessod gibt es nun bereits über 90 Jahre. In jeder Generation musste sich diese wunderbare Organisation weiterentwickeln und den Verhältnissen anpassen. Gleichzeitig müssen natürlich die klassischen, nach wie vor aktuellen KH-Aufgaben weiterhin erfüllt werden: die Eingliederung von Neueinwanderern, die Unterstützung der Bevölkerung von Randgebieten Israels und die Identifikation der jüdischen Welt mit Israel. Dass dies kein Widerspruch ist, sondern eine besondere Qualität, gilt es vielleicht in Zukunft noch etwas stärker zu kommunizieren. Wird man euch zukünftig als Gast an Spendenanlässen des Keren Hajessod sehen und werdet ihr weiterhin im CharityBereich tätig sein? TW: Ja natürlich. Nach meiner Zeit als Ortspräsident schätze ich die umfangreiche und wertvolle Arbeit, die von den freiwilligen Mitarbeitern im Hintergrund all dieser Aktivitäten geleistet wird noch mehr. Und da die Klal-Arbeit immer eine spannende und sinnvolle Ergänzung zum Alltag ist, werde ich mich sicher auch in Zukunft in irgendeiner Form engagieren. CvD: Selbstverständlich werde ich Israel auch weiterhin unterstützen. Ich suche ausserdem dringend eine neue Herausforderung und warte schon sehnsüchtig auf interessante Angebote (lacht).


Dezember Juni 2012 2014 / Kislev Siwan 5773 5774

Inside Keren Hajessod Schweiz

Die Neuen Gesichter Im Ortskomitee Zürich und bei Atid Seit einiger Zeit schon engagieren sich Eyal Spier und Gadi Winter im Atid-Vorstand. Tali Cahen arbeitet neu im Ortskomitee des KH Zürich mit. KH-news stellte den Neuen folgende drei Fragen: 1. Was bedeutet Dir Israel? 2. Was hat dich bewegt, aktiv beim Keren Hajessod mitzumachen? 3. Welches KH Projekt liegt dir besonders am Herzen? Tali Cahen

Gadi Winter

Eyal Spier Tali Cahen ist verheiratet und Mutter von zwei Jungen. Die Zürcherin studiert Rechtswissenschaften an der Uni Zürich arbeitet seit Anfang Jahr im KH Ortskomitee mit.

Eya l Spier ist 31 Jahre alt. Der promovierte Chemiker arbeitet für ein Software-Unternehmen in Zürich. Seit dem Sommer 2013 ist er im Vorstand von Atid.

Gadi Winter ist 23. Er studiert Jura in St. Gallen und arbeitet daneben für ein Rohstoffunternehmen. Seit Anfang dieses Jahres engagiert er sich im Atid-Vorstand.

1. Israel bedeutet mir Geborgenheit und gibt mir immer wieder das Gefühl angekommen zu sein. Es ist dieser spezielle Geruch, der mich schon gleich am Flughafen in seinen Bann zieht.



1. In einem Wort, Heimat. Mein Vater und ein Grossteil meiner Familie wohnen in Israel. Mehr als jedes andere Land vermag es mir das Gefühl zu geben, zu Hause angekommen zu sein.

2. Vor einigen Jahren erlebte ich den ersten Magbit-Event und nehme seither jedes Jahr daran teil. Als ich angefragt wurde, ob ich mich im OK-Zürich engagieren wolle, war für mich gleich klar, dass ich gerne ein Teil von Keren Hajessod sein möchte. Die Realisierung von Projekten, die sich für eine optimale Zukunft von Kindern und Jugendlichen, Neueinwanderern und Senioren in Israel stark macht, beeindruckt und motiviert mich.



2. Ich wollte mich schon sehr lange mehr sozial engagieren. Keren Hajessod ist eine etablierte Organisation mit einer hervorragenden Infrastruktur, die aber dennoch immer zeitgemässe und relevante Projekte unterstützt. Ich war sofort überzeugt, dass das ATID-Team wichtige Arbeit leistet. Schon beim ersten ATID-Treffen wusste ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Die Gruppe ist dynamisch, begeistert von ihrer Arbeit und überzeugte mich mit ihrem ehrlichen Engagement.

1. Israel würde ich als meine kulturelle und emotionale Heimat bezeichnen, auf die ich sehr stolz bin. Der Zürcher Dr. Sigi Feigel sagte einst: «Die Schweiz ist mein Vaterland, Israel aber mein Mutterland.» Damit identifiziere ich mich.

3. Das Projekt «Youth Futures» berührt mich besonders. Denn nur mit solchen Projekten erhalten benachteiligte Kinder und Jugendliche eine reelle Chance auf eine bessere Zukunft.

3. Es ist schwierig, von all den wertvollen Projekten eins auszuwählen, aber als Ingenieur gefällt mir net@ ganz besonders. Ich glaube daran, dass die Ausbildung in einem technischen Feld diesen jungen Menschen und ihrem gesamten Umfeld unzählige Möglichkeiten auf ein neues Leben eröffnet.

2. Seit über 90 Jahren trägt der KH wesentlich dazu bei, den Staat Israel in ein modernes Land mit einer gesunden sozialen Infrastruktur zu verwandeln und weiterzuentwickeln. Es motiviert mich, diese Tradition weiterzuführen und aktiv mitzugestalten. 3. Das Net@-Projekt, das von Atid unterstützt wird, berührt mich besonders, weil es sozial benachteiligten Jugendlichen die Chance gibt, sich in international anerkannten Berufssparten zu qualifizieren.

ISRAEL FACT #4 Der Durchschnittslohn eines Angestellten liegt in Israel (Stand 2012) bei NIS 8 971 (CHF 2 310). Die Arbeitslosenquote beträgt 6.9%.

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Bildgalerie

David Rubinger «Israel durch mein Objektiv» David Rubinger wurde vor genau 90 Jahren als Sohn polnischer Immigranten in Wien geboren. 1939 nahm er die Gelegenheit wahr, mit der Jugendalija ins damalige Palästina auszuwandern. Mit achtzehn schloss er sich der Jewish Brigade der britischen Armee an. Bei einem Kurzurlaub in Paris erlebte er 1945 seine erste Liebe: Claudette Vadrot. Zum Abschied schenkte sie ihm seine erste Kamera und besiegelte damit sein Schicksal. Der Rest ist Geschichte: David Rubinger entwickelte sich schnell zu einem der bekanntesten Pressefotografen der Nachkriegszeit. Über 50 Jahre lang stand er beim Time/LIFE Magazine unter Vertrag. 1997 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Israel-Preis ausgezeichnet. Hier einige seiner berühmtesten Bilder, aus seiner Biografie (im iTunes Store als iBook mit Video-Ausschnitten erhältlich: «My eye on Israel»).

Drei Fallschirmspringer, Minuten nachdem sie die Klagemauer eingenommen haben, am 7. Juni 1967.

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In Jerusalem wird der UNO-Entscheid zur Errichtung eines jüdischen Staates gefeiert, am 30. November 1947.


Foto: myriam darmoni

Juni 2014 / Siwan 5774

David Ben-Gurion und Ariel Sharon besuchen die Front am SuezKanal, 1971.

Yitzhak Rabin und Moshe Dayan unterwegs zu einem Treffen mit arabischen Politikern, einen Tag nach dem Sechstagekrieg, 1967.

Marc Chagall und Golda Meir bei der Enth端llung des Chagall-Wandteppichs in der Knesset, 1969.

Marokkanische Einwanderer erblicken vom Schiff aus bei ihrer Ankunft in Haifa den Berg Carmel, 1962.

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Partnership 2Gether (P2G)

Hakoah – Bnei Yeechalal 1:1 Der Gegenbesuch Letztes Jahr nahm die Fussballmannschaft Bnei Yeechalal aus Rechovot auf Einladung des Hakoah Zürich am Makkabi Grümpeltunier teil. Dieses Jahr im Februar erfolgte ein Gegenbesuch. Die erste Mannschaft des Hakoah Zürich absolvierte ihr jährliches Trainingscamp in Rechovot. Für die meisten Spieler des Hakoah Zürich war es der erste Besuch in Rechovot. Für alle war es eine Gelegenheit die Stadt kennen zu lernen, ihre Fussballkollegen wieder zu sehen und natürlich Fussball zu spielen. Ein Trainingslager in Israel ist laut Jeffrey Sachs, einem der Spieler aus Zürich, wesentlich mehr als nur ein Trainingslager. «Man trifft Freunde wieder, Familie, spürt die israelische Kultur und geniesst natürlich auch den kulinarischen Aspekt.» Fussball spielte die Mannschaft aus Zürich auch mit Kindern aus Rechovot. Diese waren mit vollem Eifer bei der Sache. Ein wichtiges Ereignis, da auch die nächste Generation von Fussballern für P2G gewonnen werden soll. Die Mannschaft besuchte die beiden KHSchweiz Projekte in Rechovot: das rege genutzte Gemeindezentrum Chavayot Schweiz und den Rohbau des neuen Gemeindezentrums im Quartier Rechovot Hachadascha. Natürlich wurde auch das berühmte Weitzman Institut besichtigt. Am meisten begeisterten allerdings die Begegnungen mit den Bnei Yeechalal, die gemeinsamen Trainings, das Freundschaftsspiel und das unvergessliche Freitagabendessen bei den Familien der Spieler. Die Spieler von Bnei Yeechalal waren von der erneuten Möglichkeit zur Vertiefung der entstandenen Freundschaften ebenso begeistert wie ihre Gäste. So meint z.B. Yoni Belai: «Einige der Spieler sind bereits wie Familie für uns. Wir pflegen unterdessen enge Kontakte, auch mit einigen Madrichim des Haschomer Hazair.»

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Die Trainingsbedingungen der Fussballer aus Rechovot stimmen Jeffrey Sachs nachdenklich. «Während die Junioren des Hakoah auf einem einwandfreien Terrain spielen und das als selbstverständlich empfinden, spielen israelische Junioren von (Nicht-Profi)Vereinen auf Teer oder Asphalt.»
Trotzdem oder gerade deshalb «ist der Zusammenhalt und die Freundschaftlichkeit im Team von Bnei Yeechalal beeindruckend. Jeder ist mit jedem befreundet und jeder würde für den anderen alles geben. Am eindrücklichsten war für mich das Training mit den Junioren von Bnei Yeechalal. Die Kinder strahlten eine solche Freude aus und machten einen sehr glücklichen Eindruck. Diese Begegnung werde ich nie vergessen.» Auf ihre grossen spielerischen Fähigkeiten angesprochen, bei denen Ballsicherheit und Fairness besonders hervorstechen, sagt Yoni Belai von Bnei Yeechalal: «In Israel gibt es viele talentierte Spieler, aber leider nicht so

viele Möglichkeiten diese zu fördern. Es wäre spannend einige junge Talente im Rahmen des Hakoah Zürich zu trainieren und zu schauen, wie sie sich entwickeln.» Im Hinblick auf die Zukunft der Beziehungen der beiden Clubs findet Yoni Belai, dass es gut wäre, die «digitalen» Mittel zur Freundschaftspflege verstärkt zu nutzen. Er schlägt einen gemeinsamen Chat-Account vor. «Wir sollten uns auch für eine Weiterführung bei den jüngeren Mannschaften engagieren, damit die Beziehungen über lange Zeit fortgesetzt werden können. Selbstverständlich bin ich bereit zu helfen und mitzuarbeiten. Für mich sind diese Begegnungen wunderbar. Ich habe viel über die jüdischen Schweizer Gemeinden gelernt, viele Freunde gefunden und ich hoffe sehr, dass das Projekt weitere Früchte trägt.» In diesem Sinne reisen im Juni erneut einige Bnei Yeechalal Fussballer in die Schweiz, die noch nie zuvor hier waren. Die Spieler werden sich am Makkabi Grümpelturnier in Basel auf die Mannschaften von Hakoah Zürich verteilen. Da dies bereits der dritte Besuch im Rahmen dieses Teilprojektes ist, könnte dieser Austausch zwischen Israelis und Juden in der Diaspora schon fast als Minhag (Brauch, Brauchtum) bezeichnet werden. Auf jeden Fall soll der für beide Seiten wertvolle Kontakt auch in Zukunft gepflegt werden.


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Kh news Nr. 18  

KH news, Die Zeitung des Keren Hajessod Schweiz

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