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gewerkschaft der privatangestellten, druck, journalismus, papier

KOMPETENZ D a s

m a g a z i n

f ü r

d e n

o r g a n i s i e r t e n

11/2009 2. November KOMPETENZ Ausgabe

GZ 02Z031731M P.b.b. Verlagspostamt 1230 Wien

Es bleibt noch viel zu tun beim Datenschutz! Seite 10

e r f o l g

Der Job ist weg!

Die Fixkosten bleiben 4 Seiten Bericht

+++ Neues zu Novartis +++ Interview mit Ökonomin Onaran +++

www.gpa-djp.at


Intern

Editorial / Inhalt

Willkommen beim W

ir zeigen auf dem Web 2.0-Dienst YouTube unter www.youtube.com/ user/gpadjp Beiträge zu aktuellen gewerkschaftlichen Themen, darunter News, Interviews und Hintergründe zum politi-

Vorrang für mehr rigaud

YouTube-Kanal der GPA-djp!

schen Geschehen. Alle Videos sind natürlich auch auf unserer Webseite zu sehen. Kritische Kommentare sind uns selbstverständlich willkommen! Viel Spaß beim Stöbern wünscht die GPA-djp!

E

nde dieses Monats werden MitarbeiterInnen der GPA-djp in Betrieben und auf öffentlichen Plätzen für eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes werben. Nicht bei allen politischen Kräften findet diese Forderung Zustimmung. Die Kritik kommt oft von Personen, die selber noch nie in der Situation waren, mit knapp der Hälfte des Nettogehalts auszukommen. Wenn wir eine deutliche Erhöhung der „Nettoersatzrate“ fordern, so tun wir das in einer Situation, wo zehntausende Menschen zusätzlich völlig unverschuldet ihren Job verloren haben. Wir fordern mehr Geld für diese Menschen, weil dadurch Armut und Leid von Arbeitslosen und ihren Angehörigen gemildert werden, wir tun es aber auch, weil ein Einbruch der Nachfrage unsere Wirtschaft weiter in die Krise treiben würde.

Änderung. Ab 1. Jänner 2010 gibt es in der GPA-djp Wien neue Zeiten für persönliche Beratung. Montag, Dienstag, Freitag 8 bis 12.30 Uhr Mittwoch, Donnerstag 8 bis 17 Uhr GPA-djp Wien Alfred-Dallinger-Platz 1, 1030 Wien (Nähe U3-Station Schlachthausgasse) Unsere RechtsexpertInnen beraten Sie in Arbeits- und Sozialrechtsfragen.

Alle Adressen

>>>

GPA-djp Wien, 1034 Wien, Alfred­Dallinger-Platz 1, Tel.: 05 0301-21000, E-Mail: wien@gpa-djp.at >>> GPA-djp Niederösterreich, 3100 St. Pölten, Gewerkschaftsplatz 1, Tel.: 05 0301-22000, E-Mail: ­nieder­oesterreich@gpa-djp.at >>> GPA-djp Burgenland, 7000 Eisen­ stadt, Wiener Str. 7, Tel.: 05 0301-23000, E-Mail: burgenland@gpa-djp.at >>> GPA-djp Steiermark, 8020 Graz, Karl-Morre-Str. 32, Tel.: 05 0301-24000, E-Mail: steiermark@gpa-djp.at >>> GPA-djp Kärnten, 9020 Klagen02

> Alle anderen Beratungsangebote der GPA-djp Wien

bleiben unverändert: persönliche Pensionsberatung Mittwoch 14 bis 17 Uhr Steuersprechstunde Donnerstag 15 bis 17 Uhr

> Telefonberatung zu Arbeits- und Sozialrechtsfragen: Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr Freitag 8 bis 13 Uhr

furt, Bahnhofstr. 44/4, Tel.: 05 030125000, E-Mail: kaernten@gpa-djp.at >>> GPA-djp Oberösterreich, 4020 Linz, Volksgartenstr. 40, Tel.: 05 0301-26000, E-Mail: oberoester­reich@gpa-djp.at >>> GPA-djp Salzburg, 5020 Salzburg, Markus-Sittikus-Str. 10, Tel.: 05 030127000, E-Mail: salzburg@gpa-djp.at >>> GPA-djp Tirol, 6020 Innsbruck, ­Südtiroler Platz 14, Tel.: 05 0301-28000, E-Mail: tirol@gpa-djp.at >>> GPA-djp Vorarlberg, 6900 Bregenz, Reutegasse 11, Tel.: 05 030129000, E-Mail: vorarlberg@gpa-djp.at

KOMPETENZ

Bessere Arbeitsbedingungen für Kindergarten-Beschäftigte. [12]

Verteilungsgerechtigkeit

Achtung! Achtung! Achtung! > Die neuen Beratungszeiten sind:

Menschlichkeit

istockphoto, Novartis, Stefan Smidt

gpa-djp Startscreen auf youtube

Aktuell

IMPRESSUM Herausgeber: ÖGB, GPA-djp, 1034 Wien, Alfred-Dallin-

Mitte Oktober demonstrierten in Wien über 2.000 KindergärtnerInnen für bes­sere Einkommen und Arbeitsbe­ dingungen. Diese und andere Kundgebungen von Beschäftigten zeigen, dass die Auseinandersetzung um die Verteilung von Ressourcen schärfer wird. Eine Gesellschaft, die der frühkindlichen Bildung großen Stellenwert beimisst, muss dafür Sorge tragen, dass die PädagogInnen akzeptable Arbeitsbedingungen vorfinden. Die GPA-djp

ger-Platz 1, Tel.: 05 0301-301, Fax: Dw. 488, E-Mail: service@gpa-djp.at. Verlag und Medien­inhaber: Verlag des Österreich­ischen Gewerk­ schaftsbundes GmbH, 1230 Wien, Altmannsdorfer Straße 154–156, Tel.: 01/662 32 96, Fax: Dw. 6385, E-Mail: Renate.Wimmer@oegbverlag.at, www.oegb­verlag.at. Chef­redakteurin: Dwora Stein. Stv. Chef­redakteur: Martin Panholzer, E-Mail: martin.panholzer@gpa-djp.at. Redaktion: Renate Zaunscherb, E-Mail: renate.zaunscherb@gpa-djp.at. Anzeigen: GPA-djp-­Redaktion KOMPETENZ. G ­ rafik und P ­ roduktion: Karim H ­ ashem ­(Artdirector echomedia), Elisabeth Waidhofer (Layout), Brigitte Lang ­(echomedia), Rudolf Mottinger (echomedia),Tini Leitgeb (Foto­redaktion). ­Hersteller: Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl, Bickfordstraße 21. Verlagsort: ­Wien. ­Herstellungsort: Neudörfl. DVR-Nr.: 0046655. ZVR-Nr.: 576439352. Coverfotos: iStockphoto, BilderBox.

Die Redaktion behält sich alle Rechte der Vervielfältigung und des Vertriebs der zum Abdruck gelangten Beiträge sowie ­ihre Verwendung für andere Ausgaben vor. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen die Meinung der Autorin bzw. des Autors dar und müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion decken. Die Redaktion haftet nicht für unverlangt eingeschickte Artikel und Fotos.

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ist mit dabei und kämpft für bundesweit einheitliche kollektivvertragliche Regelungen. In Frankreich erschüttert eine Selbstmordwelle bei France Télécom das Land. Diese bestürzenden Ereignisse zeigen, dass gerade in sogenannten Zukunftsbranchen die Arbeitsbedingungen alles andere als rosig sind. Stress und Burnout gehören zum Arbeitsalltag. Dass es erst gar nicht zu Zusammenbrüchen und psychischen Erkrankungen kommt, dafür muss rechtzeitig vorgesorgt werden. Den BetriebsrätInnen kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Gewerkschaften machen schon seit längerem Druck für mehr Prävention und Gesundheitsvorsorge im Betrieb. Wir sind dabei  – wenn es um Vorrang für mehr Menschlichkeit geht.

KOMPETENZ-Interview mit Ökonomin Özlem Onaran.

[14]

BERUF Negative Entwicklung Immer mehr Menschen klagen über psychische Belastungen [18] infolge der Krise.

OECD rügt Novartis Die Information über die bevorstehende Schließung des Wiener [20] Werks erfolgte zu spät.

SERVICE CARD-Angebote Weihnachten: tolle Geschenkideen [28] und Events mit der CARD.

Dwora Stein, Chefredakteurin

KOMPETENZ

Musik, Humor und Fantasie: Events für jeden Geschmack. [31]

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Thema

Thema

Bessere Absicherung für Arbeitslose notwendig Trauriger Rekord. Die Arbeitslosigkeit ist auf ihrem höchsten Stand seit über 50 Jahren. Und sie wird auch nicht so bald wieder sinken. Es muss daher rasch gehandelt werden, um Menschen, die ihre Arbeit verlieren, vor dem Absinken in die Armut zu bewahren.

● Armut

Eine der Hauptursachen

● GPA-djp fordert

Erhöhung des Arbeitslosengeldes

menbruch der Wirtschaft verhin­ dert werden. Und seit Mitte des Jahres deutet vieles darauf hin, dass wir den Tiefpunkt des Ab­ schwungs hinter uns haben. Aber für eine Zunahme der Beschäfti­ gung wird das Wachstum noch lange zu niedrig bleiben. Die trau­

rige Folge: Die Arbeitslosigkeit wird noch 2010 auf über 300.000 Betroffene ansteigen. David Mum

(david.mum@gpa-djp.at)

Die Politik hat gegengesteuert: Durch die Konjunktur- und >>>

bilderbox

ist die Arbeitslosigkeit

A

n das Jahr 2009 wird man sich noch lange erinnern: Es gab den größten Einbruch der Wirtschaft seit 1945. Mit der Rettung der Banken, der Steuerreform und den Konjunk­ turpaketen konnte ein Zusam­

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KOMPETENZ

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KOMPETENZ

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Thema

Thema

Der Job ist weg! Die Fixkosten bleiben. bilderbox (2), istockphoto

>>> Die Arbeitslosenrate wird 2010 voraussichtlich noch steigen. Unsere Arbeitslosenversicherung muss daher endlich so verbessert werden, dass die Arbeitslosigkeit nicht mehr in die Armut führt.

>>>

Arbeitsmarktpakete konnten Ar­ beitsplätze gerettet werden. Die Arbeitslosigkeit wäre sonst noch stärker gestiegen. Auch die Ver­ längerung der Kurzarbeit hat dazu beigetragen, dass tausende Menschen in besonders hart be­ troffenen Betrieben ihre Arbeit bisher nicht verloren haben. Das alles darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Arbeits­ losigkeit einen neuen Rekordstand erreicht hat. Die Arbeitslosenquo­ te stieg auf den höchsten Wert seit Anfang der 1950er Jahre. Seit Feb­ ruar werden jeden Monat 50.000 Arbeitslose mehr als im Vergleichs­ monat des Vorjahres verzeichnet. Selbst wenn der Rückgang der Wirtschaft gestoppt ist, wird es Jahre dauern, die Arbeitslosigkeit wieder abzubauen. Die Menschen, die ihre Arbeit verlieren, sind die Leidtragenden der Krise.

Arbeitslosigkeit als Ursache für Armut

Arbeitslosigkeit ist eine der Hauptursachen für Armut. Die Leistungen für Arbeitslose sind sehr gering und liegen unter der Armutsschwelle. Wenn die ­Arbeitslosenversicherung daher 06

nicht angehoben wird, wird die Armut in Österreich dramatisch ansteigen. Unser System der Arbeitslosen­ versicherung geht davon aus, dass man rasch wieder Arbeit findet. Wem das nicht gelingt, der muss einen drastischen Einschnitt im Lebensstandard hinnehmen. Je­ des Jahr sind etwa 800.000  Per­ sonen zumindest einmal von Ar­ beits­losigkeit betroffen. Arbeits­ losigkeit trifft daher jede/-n vierte/-n ArbeitnehmerIn.

Arbeitslosengeld oft zu niedrig

Das Arbeitslosengeld beträgt 55 % des Nettoeinkommens. Man muss also mit etwas mehr als der

Hälfte seines Einkommens das Auslangen finden. Das durch­ schnittliche Arbeitslosengeld be­ trägt rund 800 Euro (Frauen knapp 700 Euro, Männer 855 Euro, 12-mal  – nicht 14-mal – jährlich). Nach Abzug der Fixkosten bleibt da nicht mehr viel für den tägli­ chen Bedarf. Arbeitslosengeld bekommt man 20 bis 52 Wochen lang, je nach­ dem wie alt man ist und wie lan­ ge man gearbeitet hat. Danach kann man Notstandshilfe bean­ tragen, die man vielleicht aber gar nicht bekommt  – denn die Not­ standshilfe wird in vielen Fällen gekürzt oder ganz gestrichen. Wenn man einen Partner oder eine Partnerin hat, kann es sehr

schnell passieren, dass man keine Notstandshilfe erhält. Schon wenn der Partner ein Ein­ kommen über 488 Euro bezieht, wird die Notstandshilfe reduziert. (Jeder Euro über 488 reduziert die Notstandshilfe um einen Euro.) Die durchschnittliche Notstands­ hilfe lag 2008 bei 603 Euro. EIn Beispiel: Hat der Partner ein Nettoeinkommen von 1.100 Euro, werden 612 Euro (1.100 minus 488) auf die Notstandshilfe angerech­ net. Wenn die Notstandshilfe 600 Euro betragen würde, wird sie so­ mit auf null reduziert. Das bedeutet: Nach spätestens einem Jahr fällt in diesem Beispiel das Einkommen zur Gänze weg.

Die GPA-djp fordert:

>>> Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf mindestens 60 % des Nettoeinkommens >>> Verlängerung der Dauer, die man Arbeitslosengeld bekommt, von

Vor allem Frauen sind benachteiligt

mindestens 20 auf mindestens 30 Wochen >>> Entfall der Partnereinkommensanrechnung bei der Notstandshilfe: Wer durch Erwerbsarbeit wirtschaftlich unabhängig ist, soll nicht durch den Sozialstaat in eine persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeit gebracht werden >>> Rasche Einführung der Mindestsicherung über der Armutsgrenze für alle, die trotzdem nicht existenzsichernde Leistungen erhalten

KOMPETENZ

Neun von zehn Personen, denen auf diese Weise die Notstandshilfe gestrichen wird, sind Frauen. In vielen Haushalten müssen alle Erwachsenen arbeiten, weil das Geld sonst nicht reicht. Aber es 11/2009

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geht dabei noch um mehr. Vor al­ lem Frauen wollen ein eigenes Ein­ kommen erzielen, damit sie sich nicht wirtschaftlich abhängig ma­ chen. Wenn man dann aber nach Jahren arbeitslos wird, macht der Sozialstaat nach kurzer Zeit die Tür zu und meint, das Geld des Part­ ners reiche aus.

Arbeitslosenversicherung muss verbessert werden

Es wurde in dieser Krise vielen geholfen: den Banken und den ­Unternehmen, mit Milliarden an Zuschüssen und mit Konjunktur­ paketen. Es ist auch richtig, dass hier gegengesteuert wird. Aber es kann nicht angehen, dass man dann bei den Menschen, die ihre Arbeit verlieren, ebenfalls zu spa­ ren versucht. Unsere Arbeitslosenversicherung muss so verbessert werden, dass Arbeitslosigkeit nicht in die Armut führt. Die dramatische Verschlech­ terung der Arbeitsmarktlage erfor­ dert rasches Reagieren! y

KOMPETENZ

Unter diesem Motto findet vom 23. bis 27. November eine Aktionswoche der GPA-djp statt. Wir fordern eine bessere Absicherung arbeitsloser ­Menschen. Nähere Informa­ tionen erhalten Sie unter www.gpa-djp.at.

Unterstützungsleistungen der GPA-djp

>>> Die GPA-djp gewährt ihren

Mitgliedern eine finanzielle Unterstützung, wenn diese arbeitslos sind. > Anspruchsvoraussetzung: mindestens 24 gezahlte Vollbeiträge. > Ausnahme: Jugendliche und Lehrlinge nur 12 gezahlte Vollbeiträge. >  Die Höhe der Unterstützung richtet sich nach den letzten ­geleisteten Vollbeiträgen. >  Für Details der Antragstellung wenden Sie sich bitte an das GPA-djpServicecenter unter Tel.: 05 0301-301. (Adressen: siehe Seite 2)

>  Infos zu den Unterstützungs­

leistungen unter: www.gpa-djp.at, Menüpunkt „Service für Sie“

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Kommentar

Aktuell Lange Nacht der Forschung 2008, EH-Klub, Bilderbox

Entsolidarisierung verhindern. In der nächsten Zeit wird als Folge der Krise die Arbeitslosigkeit weiter steigen. Die Arbeitslosen müssen daher in Zukunft materiell besser unterstützt werden, auch um der Wirtschaft nicht den Aufwind zu nehmen.

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GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian

ir sollen uns doch um jene kümmern, die fleißig arbeiten und tagtäglich früh aufstehen, um sich um ihre ­Familien zu kümmern, und nicht um jene, die sich auf Kosten der Allgemeinheit durchfüttern lassen“, mit solchen und ähnlichen Argumenten werde ich in diesen Wochen des Öfteren konfrontiert.

W

vor allem im industriellen Bereich, dauerhaft verloren gehen werden.

Mir ist völlig bewusst, dass die Forderung der Gewerkschaften, die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld zu erhöhen, bei manchen im ersten Moment vielleicht Verwunderung auslöst. Abgesehen davon, dass wir selbstverständlich tagtäglich vor allem für jene da sind, die einen Arbeitsplatz besitzen, ist es neben der Durchsetzung arbeitsrechtlicher Ansprüche oder den Lohn- und Gehaltsrunden gerade in diesem Herbst hoch an der Zeit, Druck für die bessere Absicherung arbeitsloser Menschen zu machen.

Weil es darum geht, Armut und damit menschliches Leid von Familien abzuwenden, und weil es auch volkswirtschaftlich fatal wäre, wenn zehntausende Menschen mit einem dramatischen Rückgang ihrer Kaufkraft konfrontiert wären und damit die für unsere Wirtschaft so wichtige Inlandsnachfrage einbräche. Ich halte es für einen sehr gefährlichen politischen Ansatz, einen Keil zwischen die, die einen Arbeitsplatz besitzen, und jene, die ihn verloren haben, zu treiben. Letztendlich geht es darum, solchen Entwicklungen der Entsolidarisierung entgegenzuwirken, daher werden wir uns Ende des Monats an viele Beschäftigte wenden, um für unsere Forderung nach einer deutlichen Erhöhung des Arbeits­losengeldes zu werben.

GPA-djp

Lebensqualität für Arbeitslose

In den nächsten Monaten, ja Jahren wird die Arbeitslosigkeit Bevölkerungsgruppen treffen, die bisher von diesem Schicksal verschont geblieben sind. Trotz vieler Maßnahmen der Politik, wie Konjunkturprogrammen oder der Möglichkeit von Kurzarbeit, müssen wir uns darauf einstellen, dass noch sehr viele Arbeitsplätze,

>> GPA-djp für besseren ArbeitnehmerInnen-Datenschutz >> Beschäftigte in Privatkindergärten sind benachteiligt >> Ökonomin Özlem Onaran im KOMPETENZ-Interview

>>> Die Weihnachts-AnstattAktion 2009 des Entwicklungs­ hilfeklubs unterstützt Bauern­ familien im afrikanischen Sambia, die unter Dürre, Wassermangel und Rinderseuchen leiden. Mit 10 Euro für ein Geschenk­billet kann einem Familienmitglied Saatgut, Werkzeug und Beratung zur Verfügung gestellt werden. Der Erlös dieser Weihnachtsaktion kommt zur Gänze den Familien in Sambia zugute. Infos und Bestellung unter: www.eh-klub.at

Natürlich bleibt es primäre Aufgabe der Politik, ein weiteres Ansteigen der Arbeitslosigkeit zu verhindern, es muss aber auch ihre Aufgabe sein, die materielle Situation jener zu verbessern, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

KOMPETENZ

Ein Geschenkkorb zu weihnachten

Hundstorfer gegen frühes „Hackler“-Aus >>> Bundeskanzler Werner Faymann und Sozialminister Hundstorfer lehnen die Forderung von Finanzminister Pröll, die „Hackler“-Pensionsregelung vor 2013 auslaufen zu lassen, ab. Hundstorfer versprach, er werde nicht für ein abruptes Ende eintreten, sondern strebe eine Ausschleifregelung an. Auf Koalitionsebene sei man dabei, einen Vorschlag vorzubereiten, der zu Jahresende präsentiert werden soll, kündigte der Sozialminister an.

Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA-djp

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[10] [12] [14]

Jährlich einmal öffnet sich die Welt der Mikroskope und Eprouvetten, der HightechSchweißer und Den­ kerInnen ihrem wissbegierigen Publikum.

Neugierig sein zahlt sich aus!

Österreich im Forschungsfieber. Die lange Nacht der Forschung lässt österreichweit Wissen zum Erlebnis werden.

A

m 7. November 2009 präsentieren mehr als 555 Stationen in Dornbirn, Graz, Innsbruck, Krems, Linz, Tulln und Wien das Neueste aus Wissenschaft, angewandter Forschung und Innovation in einer „Langen Nacht der Forschung“. Viel Spannendes und Interessantes der besten Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsbetriebe wird dabei erstmals und einmalig gezeigt.

Gemma Science schauen!

Von Quantenphysik bis Bioethik, von Täterprofil bis Antriebstechnik –

die Lange Nacht ist nicht nur ein Türöffner für sonst verborgene wissenschaftliche Schätze und österreichischen Erfindungsreichtum. Sie ist vielmehr ein Plädoyer für Forschung, Entwicklung und Bildung gerade in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit. Die größte Veranstaltung für Wissenschafts-Kommunikation in Österreich ist daher ein großes Anliegen der für Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft zuständigen Ministerien. Das komplette Programm für ­Ihre Region finden Sie im Internet auf www.langenachtderforschung.at.

Welche Bildung wollen wir und was ist sie uns wert?

>>>

Wirtschaftlich gesehen spielt in der Frage um den Wert der Bildung vor allem die „Beschäftigungsfähigkeit“ eine Rolle. Bei einer Podiumsdiskussion am 13. Oktober im Wiener Rathaus zum Thema „Bildung zwischen Employability und Elfenbeinturm“ hielt GPA-djp-Bundesgeschäftsführerin Dwora Stein ein Plädoyer für ein umfassenderes Bildungsverständnis. Berufsbildung ist wichtig, aber Bildung heißt noch mehr: Sie ist entscheidend für ein erfolgreiches Leben und braucht ein breites Fundament. Es muss daher mehr Menschen als bisher der Zugang zu allgemeiner Bildung ermöglicht werden, und das ohne den Zwang, bereits nach der Volksschule Bildungswegentscheidungen treffen zu müssen – das ist viel zu früh!

KOMPETENZ

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Aktuell

Aktuell

Bilderbox (2), istockphoto

Es bleibt noch viel zu tun beim Datenschutz Offene Baustelle. Die letzte nennenswerte Stellungnahme der EU zum Thema Datenschutz im Arbeitsverhältnis wurde 2002 verfasst. Seitdem herrscht Schweigen, obwohl damals erkannt wurde, dass die ungleiche Machtverteilung zwischen ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern einen besonders sensiblen Umgang mit personenbezogenen Daten erfordert.

L

ängst ist die internationale Datenübermittlung gang und gäbe. Egal ob Konzerne ihre MitarbeiterInnen-Daten zentral verwalten, Callcenter im kostengünstigeren Asien eingerichtet werden oder Unternehmen ihre Personalverrechnung

Clara Fritsch

(arbeitundtechnik@gpa-djp.at)

in die neuen EU-Beitrittsländer ­auslagern – immer verlassen die Daten ihren Entstehungsort und ent­gehen damit bei der weiteren Verwendung dem österreichischen Datenschutzgesetz. Wenn Daten über die Grenze geschickt werden, geschieht das nicht immer mit Zustimmung derjenigen, über die die Daten Informationen liefern.

Der internationale Datenverkehr stellt für den ArbeitnehmerInnenDatenschutz weiterhin ein ungelöstes Problem dar. 10

KOMPETENZ

Durch die bessere Vernetzung der Europäischen Gewerkschaften und die Sensibilisierung europäischer Institutionen für den ArbeitnehmerInnenDatenschutz soll die EU endlich zum Handeln gezwungen werden.

Magere Jahre für den Datenschutz

EU-Datenschutz-Richtlinie scheitert an Umsetzung

Der Rat der Europäischen Union zeigte sich bereits 2002 besorgt über die zunehmenden technischen Möglichkeiten, ArbeitnehmerInnen zu kontrollieren. Der Rat schrieb: „Die Automatisierung der Verarbeitung personenbezogener Daten, die allgemeine Verwendung von Internet und E-Mail am Arbeitsplatz sowie andere technologische Fortschritte haben die Möglichkeiten und Gefahren der Übergriffe auf die Grundrechte von Arbeitnehmern, insbesondere auf das Recht auf Privatsphäre, verstärkt.“ In demselben Dokument wird auch erwähnt, dass ein zögerliches Vorgehen beim Datenschutz zu Schäden für ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber führe. Die Folge wäre Rechtsunsicherheit, insbesondere zum Nachteil international agierender Unternehmen. Ohne ­eigene gesetzliche Richtlinie zum ArbeitnehmerInnen-Datenschutz werde die Chance versäumt, mit der sozialen und technischen Entwicklung Schritt zu halten. Seither sind sieben magere Jahre für den Datenschutz vergangen.

Obwohl die EU-Richtlinie von 1995 allen Mitgliedstaaten vorschreibt, wie personenbezogene Daten verwendet werden dürfen, sieht die Umsetzung in nationale Gesetze höchst uneinheitlich aus. Manche Länder haben den Datenschutz im Arbeitsleben in eigenen Gesetzen geregelt (z. B. Finnland), einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten eingeführt (z.  B. Deutschland) oder personell gut ausgestattete Datenschutzbehörden eingerichtet (z. B. Tschechien). Österreich nicht! Gemeinsame Anstrengungen für eine EU-weite Regelung sind bisher im Sande verlaufen. Um die EU-Datenschutz-Richtlinie zu konkretisieren, hat die Artikel29-Datenschutzgruppe – bestehend aus nationalen DatenschutzexpertInnen  – Arbeitspapiere und Stellungnahmen zu Themen wie Videokontrolle, Datenübermittlung in EU-Drittstaaten oder unternehmensinterne Datenschutz-Richtlinien verfasst. Die Gruppe tritt entschieden gegen allzu große Freizügigkeit im Datenverkehr auf und argumentiert unternehmens11/2009

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kritisch. Die Papiere werden bei gerichtlichen Auseinandersetzungen durchaus zur Rechtsauslegung herangezogen, haben aber keinen verbindlichen Rechtscharakter.

GPA-djp setzt sich für besseren Datenschutz ein

In Zukunft soll die Sensibilisierung für den ArbeitnehmerInnen-Datenschutz innerhalb der europäischen Institutionen voran­getrieben und sollen die Europäischen Gewerkschaften besser vernetzt werden, um vonseiten der ArbeitnehmerInnen Druck auf die EU auszuüben. Die Arbeitgeberseite hat an einer neuen EU-Richtlinie zum ArbeitnehmerInnen-Datenschutz definitiv kein Interesse.

Nick Hauser von work@IT ist daher in der internationalen Angestelltengewerkschaft UNI, Arbeitsgruppe IT, aktiv. Wolfgang Greif von der Abteilung für Internationales macht sich im Europäischen Gewerkschaftsbund für ein gemeinsames Vorgehen stark und drängt darauf, dass auch im Wirtschaftsund Sozialausschuss Initiativen zum ArbeitnehmerInnen-Datenschutz zustande kommen. Eva Angerler und Gerda Höhrhan-Weiguni von der GPA-djp treten für eine ­arbeitnehmerInnengerechte Novellierung des Datenschutzgesetzes in Österreich ein und beraten zu Datenschutz-Betriebsvereinbarungen (z. B. bei internationalem Datentransfer). y

Infos

> Bestellung der

Broschüre „Fahren Sie nach Indien! Ihre Daten sind schon dort!“ und Kontakt unter: service@ gpa-djp.at

Die Forderungen der GPA-djp

>>> Die GPA-djp fordert die Verabschiedung einer EU-Richtlinie zum Schutz personenbezogener Daten von ArbeitnehmerInnen. Darin müssen zumindest folgende Punkte enthalten sein: > Jeder Betrieb ab einer bestimmten Größe muss eine/-n Datenschutzbeauftragte/-n bestellen. > Die „Freiwilligkeit“ bei der Zustimmung von MitarbeiterInnen zur Verwendung personenbezogener Daten muss im Arbeitsverhältnis

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strenger unter die Lupe genommen werden.

> Der Betriebsrat muss MitarbeiterInnen vor Gericht vertreten können.

>>> Näheres zum internationalen Datentransfer bietet die GPA-djp-Broschüre: „Fahren Sie nach Indien! Ihre Daten sind schon dort!“ >>> Aktuelles zum Thema betrieblicher Datenschutz wird von der GPA-djp gebloggt unter: http://arbeitundtechnik.wordpress.com 11


Aktuell

Aktuell

bilderbox (2), istockphoto

Trotz ihrer wichtigen Aufgabe für unsere Gesellschaft arbeiten die Beschäftigten in privaten Kindergärten nur zum Mindestlohntarif. Die GPA-djp setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Eingliederung in den BAGS-KV ein.

Bessere Arbeitsbedingungen im Kindergarten

dienen sollten. „Diese Tätigkeiten werden oftmals im Anschluss an die ­eigentliche Arbeitszeit erledigt und werden somit nicht abgegolten“, kritisiert Bödenauer. Auch die Gruppengröße ist oft ein Problem. „Mit 28 Kindern in einer Gruppe, noch dazu in unterschiedlichen Altersstufen, ist ein konzentriertes Arbeiten oft nur schwer möglich“, sieht der Gewerkschafter in der Verkleinerung der Gruppen einen Weg zu sinnvollerem Austausch mit den Kindern.

Privatkindergärten. Eltern vertrauen ihnen ihre Kinder an. Sie sind hochqualifiziert und dennoch schlecht bezahlt. Die GPA-djp fordert höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen für KindergartenpädagogInnen und HelferInnen in privaten Kindergärten.

K

indergartenpädagoginnen leisten einen un­ ersetzbaren Beitrag zur ­niveauvollen Erziehung unserer Kinder. Doch diese für die Gesellschaft so wertvolle Tätigkeit erfährt nicht überall Andrea Rogy

(lbrogy@fh-stpoelten.ac.at)

jene – auch finanzielle – Wertschätzung, die sie verdienen würde. Die GPA-djp setzt sich daher für eine 12

Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Privatkindergärten ein.

Mehr Geld und mehr Zeit für die Kinderbetreuung

„Wir fordern für alle in privaten Kindergärten tätigen Pädagoginnen, aber auch für die Helferinnen ein höheres Gehalt, mehr Vorbereitungszeit, kleinere Gruppengrößen sowie ein Bundesgesetz, das österreichweite Rahmenbedingungen und Standards der Betreuung

KOMPETENZ

vorgibt“, umreißt Reinhard Bödenauer, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Interessenvertretung der GPA-djp, die Ziele der Gewerkschaft in diesem Bereich. „Der Arbeitsdruck steigt ebenso wie die Ansprüche an die Betreuung der Kleinsten“, so Bödenauer. Es gibt viel zu wenig Zeit für Ausund Weiterbildung und auch für jene Stunden, die der Vorbereitung der kommenden Themenbereiche sowie für Elternarbeit

GPA-djp Wien in konstruktiven Gesprächen

Auch die GPA-djp Wien trägt diese Hauptforderungen mit. Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp Wien, ist zuversichtlich, die Situation der Betroffenen bald verbessern zu können. „Wir haben mit intensiven und sehr konstruktiven Gesprächen mit den Trägervereinen privater Kindergärten gestartet und nehmen auch 11/2009

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den politischen Willen wahr, die Arbeitsbedingungen der in privaten Kindergärten Beschäftigten zu verbessern“, führt Teiber aus. Dies könnte zu einer Attraktivierung des Berufes führen, denn „Kindergartenpädagoginnen sind sehr gefragte Arbeitskräfte“, so Teiber.

BAGS-Kollektivvertrag auch für Private

Für die meisten im Gesundheitsund Sozialwesen Beschäftigten gibt es den BAGS-Kollektivvertrag. „Für die in privaten Kindergärten Beschäftigten kommt lediglich ein Mindestlohntarif zur Anwendung. Wir wünschen uns, dass alle privaten Trägerorganisationen dem BAGS-Kollektivvertrag der Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe beitreten. Dies würde vor allem zu einer spürbaren Erhöhung der Einstiegsgehälter führen“, steckt Barbara Teiber die gewerkschaftlichen Ziele ab.

KOMPETENZ

Frauen müssen finanziell gleichgestellt werden

„Die Rahmenbedingungen der Arbeit in privaten Kindergärten müssen dringend verbessert werden“, ortet Gerlinde Bartos, Betriebsratsvorsitzende der Kinderfreunde Wien, Handlungsbedarf. Wir sprechen hier von pädagogisch wertvoller Arbeit mit sehr verletzlichen Mitgliedern unserer Gesellschaft – unseren Kindern. Diese hohe Verantwortung sowie die Tatsache, dass die Ausbildung in den letzten Jahren ständig verbessert wurde, rechtfertigt nach Bartos’ Meinung eine bessere Bezahlung. „Die Allgemeinheit profitiert hier von den Besonderheiten eines typischen Frauenberufs: hohen Erwartungen unter ständig steigenden Anforderungen trotz schlechter Bezahlung gerecht zu werden. Das würden sich Männer nicht lange gefallen lassen“, konkretisiert Bartos. y

Demo

>>> Unter dem ­Motto „SOS-Kindergarten – Aktion Aufschrei“ demonstrierte am 17. Oktober in Wien ein breites Bündnis aus der Berufsgruppe der Kindergarten- und HortpädagogInnen, unterstützt von der IG work@social Wien in der GPA-djp, für eine Verbesserung der derzeitigen Rahmenbedingungen im Bereich Kindergärten/Horte/Krippen. Der Demonstration haben sich viele interessierte Eltern bzw. Omas und Opas angeschlossen. >>> Kontakt: service@gpa-djp.at

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Aktuell

Aktuell

Umverteilung, Arbeitszeitkürzung und nachhaltige Produktion

Özlem Onaran ist Dozentin am Institut für Arbeitsmarkttheorie und -politik an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Kompetenz: Man hört, dass sich die Wirtschaft langsam erholt. Sind wir bereits über den Berg? Onaran: Nein, leider überhaupt nicht. Das Volumen der Konjunk­ turpakete war viel zu gering. Dazu kommt, dass abgesehen von den Investitionen der Regierungen im Moment kaum etwas passiert. Die Firmen investieren nicht. Die groß­ zügigen und bedingungslosen Bankenpakete haben zwar die Ban­ ken gerettet, sie aber nicht dazu gebracht, wieder Kredite zu ver­ geben. Das hat die OECD im Sep­ tember wieder bestätigt. Lucia Bauer

(lucia.bauer@gpa-djp.at)

Kompetenz: Was müsste passie­ ren, damit die Banken wieder Kre­ dite vergeben? Onaran: Überlassen wir das den Banken selbst, dann kann es noch lange dauern, bis sich daran etwas ändert. Es muss daher grundsätz­ liche Veränderungen geben. Der Finanz- und Bankensektor muss 14

in öffentliches Eigentum überge­ führt und von jenen kontrolliert werden, die von seinen Entschei­ dungen ­betroffen sind, den Arbeit­ nehmerInnen und den Konsu­ mentInnen. Kompetenz: Kommen wir zum The­ ma Arbeitsmarkt. Das WIFO spricht bereits von möglichen 400.000 Ar­ beitslosen in Österreich. Wie sollte die Politik darauf reagieren? Onaran: Derzeit setzt man vor al­ lem auf Kurzarbeit, um das Prob­ lem der Arbeitslosigkeit zu lösen. Das hilft den Unternehmen, ihre Profite zu erhalten, indem Steuer­ gelder und die Beiträge der Arbeit­ nehmerInnen eingesetzt werden, um die Verluste anderer Arbeit­ nehmerInnen zu kompensieren. Betrachtet man die langfristigen Trends bei den Einkommen in Ös­ terreich, so sieht man ein deutli­ ches Missverhältnis. Im Dienst­ leistungssektor gab es in den vergangenen zehn Jahren Real­ lohnverluste. Im Industriebereich sind die Einkommen zwar gestie­

KOMPETENZ

gpa-djp

Wege aus der Krise. Die Ökonomin Özlem Onaran im Interview mit der KOMPETENZ über notwendige Veränderungen in der Wirtschaftspolitik, die Grenzen des Wachstums und Steuergerechtigkeit.

gen, allerdings sehr langsam im Vergleich zu Produktivitätszu­ wachs und Gewinnen. Das ist ein Problem, das wir nicht durch Um­ verteilung zwischen den Arbeit­ nehmerInnen lösen können. Kompetenz: Was muss dann pas­ sieren? Onaran: Eine gute Möglichkeit zur Umverteilung wäre eine Arbeits­ zeitverkürzung mit Lohnausgleich. Damit ließe sich auch die Ausein­ anderentwicklung von Einkom­ men, Produktivität und Gewinnen der letzten Jahrzehnte korrigieren. Eine weitere wichtige Maßnahme ist ein gesetzliches Kündigungsver­ bot. Natürlich führt das zu einer Verringerung von Profiten, die man allerdings als Ausgleich für die ver­ gangene Dekade sehen kann. Kompetenz: Und wenn die Unter­ nehmen dann in Konkurs ­gehen? Onaran: Dann ist der Zeitpunkt gekommen, diese Firmen zu verge­ sellschaften, wie etwa in Argentini­ en. Dort haben in der Krise die Ar­ beitnehmerInnen, die monatelang

keine Löhne mehr erhalten haben, die Unternehmen, die in Konkurs gegangen waren, übernommen. Mittlerweile bekommen diese Un­ ternehmen auch öffentliche Förde­ rungen. Zehntausende Arbeitneh­ merInnen in Argentinien arbeiten in solchen Unternehmen. Wir müssen aber auch neue Jobs schaffen. Wir haben ein großes ge­ sellschaftliches Defizit, was etwa die Pflege und Betreuung älterer Menschen betrifft, die Gesundheit oder die Kinderbetreuung. Investi­ tionen im Sozialbereich schaffen auch sehr arbeitsintensive Jobs. Das würde dazu beitragen, das Wachstum zu verlangsamen und eine nachhaltigere Wirtschaft zu schaffen und uns dennoch in Rich­ tung Vollbeschäftigung zu bewe­ gen. Wir sollten den Weg aus der Krise als langfristigen Prozess se­ hen, den wir nutzen müssen, um nachhal­tige Jobs zu schaffen. Kompetenz: Heißt das, wir müss­ ten uns vom Wachstumskonzept völlig verabschieden? 11/2009

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Onaran: Richtig. Allerdings müs­ sen dafür die passenden Voraus­ setzungen geschaffen werden. Bei einer gleich bleibenden Diskrepanz zwischen Arbeitseinkommen und Gewinnen und gleicher Arbeitszeit wird es natürlich nicht gelingen, in einer langsam wachsenden Wirt­ schaft Vollbeschäftigung zu errei­ chen. Kompetenz: Bedeuten weniger Gewinne nicht auch weniger Inves­ titionen durch die Unternehmen? Onaran: Nein, die Entwicklung der letzten drei Dekaden hat gezeigt, dass hohe Profite nicht automa­ tisch zu hohen Investitionsraten führen. Im Gegenteil: Die Investiti­ onen gingen zurück, weil die Profi­ te an die Shareholder verteilt wur­ den. Deswegen brauchen wir öffentliche Unternehmen, die not­ wendige Investitionen tätigen in den kritischen Bereichen wie Ener­ gie, Wohnen, Infrastruktur und auch im Finanzsektor. Das heißt aber nicht mehr Bürokratie, son­ dern mehr Partizipation für Arbeit­

KOMPETENZ

nehmerInnen, KonsumentInnen und regionale RepräsentantInnen. Wir brauchen eine nachhaltige Produktion, die sich nach den Be­ dürfnissen der Menschen, nicht nach Profiten richtet. Kompetenz: Viele der Maß­nahmen, die Sie vorschlagen, wären mit ­einem enormen finanziellen Auf­ wand verbunden. Woher soll das Geld dafür kommen? Onaran: Für mich ist die Antwort darauf ganz klar. Jene, die in den vergangenen Jahrzehnten vom nicht nachhaltigen, ungerechten und instabilen Wachstum profitiert haben, sollen nun für die Kosten der Krise aufkommen. Das kann ei­ nerseits passieren durch eine pro­ gressive Form der Vermögensbe­ steuerung. Außerdem brauchen wir höhere Steuern auf Kapital­ einkommen. Der Anteil der Steuer­ einnahmen aus der Lohn- und Ein­ kommensteuer ist im Vergleich zu den Steuern aus Kapitaleinkommen viel zu hoch. Jetzt ist es an der Zeit, dieses Verhältnis umzukehren.  y 15


Beruf >> OECD-Abschlussbericht zu Novartis liegt nun vor >> Lehrstellenmangel statt Karriere mit Lehre? >> Wenn der Arbeitgeber einseitig den Vertrag ändert

Beruf

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Viele gute Gründe, Mitglied zu sein! istockphoto

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>>> Der Folder „Alle Leistungen auf einen Blick – Mitglied sein bringt’s!“ ist gratis zu bestellen – per E-Mail an: service@ gpa-djp.at bzw. unter Tel.: 05 0301-301.

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it nur 1 % Ihres Brutto­ gehalts oder für max. 26,88 Euro (Grenzbeitrag 2010)* haben Sie nicht nur Zugang zu allen Leistungen Ihrer Gewerkschaft, sondern stärken außerdem die Position der GPA-djp, die jährlich die Einkommen von hunderttausenden Beschäftigten sichert und für die Weiterbildung von über 10.000 BetriebsrätInnen sorgt. Das Verhandeln von Kollek-

Petra Sandner

(petra.sandner@gpa-djp.at)

tivverträgen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gewerkschaften, neben der Sicherung von Urlaubsund Weihnachtsgeld oder dem Kündigungsschutz.

Mit der GPA-djp immer gut vertreten

Als Mitglied können Sie bei rechtlichen Problemen an Ihrem Arbeitsplatz mit einem starken Partner an Ihrer Seite rechnen. Die Gewerkschaft erkämpft rund 70 Millionen Euro pro Jahr für die Mitglieder. Schon vor Beginn eines neuen Dienstverhältnisses ist es überaus hilfreich, die Beratung der RechtsexpertInnen der GPA-djp in An16

spruch zu nehmen. Der ordentliche Rechtsschutz besteht bereits nach einer 6-monatigen Mitgliedschaft und entsprechender Beitragsleistung. Er gilt für alle Rechtsstreitigkeiten, die unmittelbar mit Ihrer Arbeit zusammenhängen. Auch atypisch Beschäftigte, wie freie DienstnehmerInnen, Werk­ vertragsnehmerInnen und neue Selbstständige mit Gewerbeschein ohne eigene Angestellte, können die Rechtsschutzleistungen in Anspruch nehmen.

Wussten Sie schon, …?

… dass die GPA-djp ihren Mitgliedern noch viele weitere Zusatzservices bietet, wie z. B. Gratisbroschüren oder günstige Angebote für Events, sogar für Ihren Urlaub? … dass Ihr Mitgliedsbeitrag in voller Höhe von der Lohnsteuer absetzbar ist und sich daher steuer­ mindernd auswirkt? (Wird der Mitgliedsbeitrag direkt vom Gehalt einbehalten, so wird die Steuerminderung bereits bei der Gehaltsverrechnung berücksichtigt.) y

Was Sie zahlen:

>>> 1 % des Bruttogehalts (max. 26,88 Euro) >>> Monatliche Fixbeiträge:

Arbeitslose, Beschäftigte im Krankenstand ohne Gehaltsabzug, bei Zweitmitgliedschaft, unbezahlter Freistellung, vorzeitigem Mutterschutz EUR 1,80 geringfügig Beschäftigte EUR 2,>>> Jährliche Fixbeiträge: SchülerInnen, StudentInnen EUR 8,40 PensionistInnen EUR 21,60 >>> Außerordentliche Mitgliedschaft: EUR 21,60 >>> Sonstige Beiträge: Für atypisch Beschäftigte, Werkvertrags- und freie DienstnehmerInnen beträgt der monatliche Beitrag 1 % des Bruttogehalts, max. jedoch EUR 8,72. *) Ausnahmen für Technische Angestellte im Bereich Druck, Kommunikation bzw. im Bereich JournalistInnen. >>> Das GPA-djp-Servicecenter informiert Sie gerne.

KOMPETENZ

11/2009

L14 Berufsinfotage

>>> Wohin führt der Bildungsweg nach der Pflichtschule? Weiter in die Schule gehen? Wenn ja, in welche? Matura oder Lehre? Worin liegt die Zukunft? Mit den L14 Bildungs- und Berufsinfor­ mationstagen bietet die AK Wien in Zusammenarbeit mit dem Stadtschulrat für Wien SchülerInnen und Eltern eine umfassende Orientierungshilfe an. Ein reichhaltiges Informationsund Beratungsangebot soll die Jugendlichen in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen. Termin: 11.–14. 11. 2009 im Bildungszentrum der AK Wien, Eintritt frei

KV-Verhandlungen im Sozialbereich >>> Im November starten die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 180.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich. Verhandelt werden mehrere Kollektivverträge, u. a. für die ArbeitnehmerInnen in BAGS-Betrieben (Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe), bei der Caritas (karitative Einrichtungen der katholischen Kirche) und der Diakonie, dem Österreichischen Roten Kreuz sowie den SOS-Kinderdörfern. Nähere Infos dazu unter www. gpa-djp.at/kollektivvertrag 11/2009

bilderbox (2)

Ein starker Partner. Es zahlt sich aus, bei der GPA-djp Mitglied zu sein. Sie stärken damit nicht nur Ihren Partner in der Arbeitswelt, sondern sichern sich auch den Zugang zu wichtigen Leistungen wie Rechtsschutz.

Der Handel entwickelt sich gut. Es ist daher ein günstiger Zeitpunkt für die KVVerhandlungen.

Gute Zeiten für Einkommensplus Handel. Die Kollektivvertragsverhandlungen für die mehr als 520.000 Beschäftigten im Handel starteten am 28. Oktober.

Z

iel der Kollektivvertragsverhandlungen ist es, nicht nur die Inflationsrate abzugelten, sondern auch für die Beschäftigten einen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg zu holen“, erklärt GPA-djp-Chefverhandler Franz Georg Brantner. „Gerade die Beschäftigtenstruktur im Handel, mit einem hohen Frauenanteil, macht eine kräftige Gehaltserhöhung absolut notwendig. Wir brauchen mehr Einkommen für ein besseres Auskommen“, stellt Georg Brantner klar.

Heimischer Handel entwickelt sich gut

Die Handelsunternehmen haben keinen Grund zum Klagen. Der Inlandskonsum entwickelt sich nicht zuletzt aufgrund der guten Gehaltsabschlüsse des Vorjahres und der Lohnsteuersenkung nach wie vor sehr gut. Davon profitiert der heimische Handel. Wann, wenn nicht in diesem Herbst, ist es daher gerechtfertigt, dass der Abschluss im Handel auch höher ausfällt als etwa in Industriebereichen!

Flexibilität braucht Grenzen!

>>>

Mit einer österreichweiten Plakat- und Postkartenaktion zum Thema „Flexibilität braucht Grenzen!“ machen die BetriebsrätInnen der Caritas mit Unterstützung von vida und GPA-djp auf einen Dauerbrenner in puncto Arbeitszeit aufmerksam. Gerade im Gesundheits- und Sozialbereich sind die Anforderungen an Teilzeitkräfte enorm hoch, wenn es um die zeitliche Verfügbarkeit geht. Anstatt das Personal aufzustocken, werden zum Großteil die Teilzeitkräfte zur Abdeckung von erhöhtem Arbeitsbedarf herangezogen. Die dadurch häufig wechselnden Dienstzeiten und die kurzfristige Dienstplanung gehen dabei meist zulasten der Beschäftigten - und deren Familien. Die Plakat- und Postkartenaktion der Caritas läuft noch bis Ende des Jahres.

KOMPETENZ

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Beruf

Beruf Autoritäre Führung, Stress und schlecht organisierte Arbeit führen nachweislich zu mehr Krankenständen und verkürzen die Lebenserwartung.

Wenn Arbeit tötet

E

rst kürzlich nahm sich ein weiterer Mitarbeiter von France Télécom das Leben. Der 48-jährige Ingenieur erhängte sich in seinem Haus in der Bretagne. Die Reihe von Selbstmorden beim Telefonanbieter brachte die Firma, zu der auch Orange Austria gehört, schwer in die Kritik. Die französischen Gewerkschaften riefen die Mitarbeiter auf, am 20. Oktober auf „alle möglichen Arten“ gegen die Arbeitsbedingungen im Unternehmen zu protestieren. Sie machen den rapiden Umbau der Konzerne für die Suizide verantwortlich: Die Führung habe in Kauf genommen, dass das Betriebsklima lebensgefährlich geworden ist. Als Konsequenz musste der Vizegeneral von France Télécom seinen Stuhl räumen.

Lebensgefährliches Betriebsklima

Zuvor konnte ein anderer Beschäftigter der France Télécom 18

gerettet werden. Der leitende Angestellte hatte Abschieds-SMS an Familienangehörige, Vorgesetzte und Kollegen verschickt. Der Mann war wegen Depressionen krankgeschrieben. Die alarmierte Feuerwehr kam gerade rechtzeitig, als er sich in seiner Wohnung in Marseille erhängen wollte. So ein Glück hatte der Elektronik-Experte Jean-Paul Rouanet, 51, nicht. Nach der Schließung seiner Abteilung hatte er nur noch im Callcenter arbeiten können. Rasch wurde ihm enorme Leistung abverlangt. Konflikte mit dem Chef, Ohnmachtsgefühle und fehlendes positives Feedback gaben ihm den Rest. Rouanet sprang am 28. September von einer Autobahnbrücke. Árpád Hagyó

(arpad.hagyo@gomail.at)

Beim Autobauer Renault waren es vier Menschen, die sich ebenfalls töteten. In der Schweiz kam es zu Selbstmorden in Banker-Kreisen.

KOMPETENZ

Fotolia, privat

Selbstmorde bei France Télécom. Mehr als zwei Dutzend Selbstmorde innerhalb von 20 Monaten haben Beschäftigte wie Manager aufgeschreckt. Wie Unternehmen solche Katastrophen verhindern können, erklärt der Innsbrucker Psychologieprofessor Wolfgang Weber.

Seelische Störungen

endgültige Zusammenbruch einen Namen: Karo¯shi (Tod durch Überarbeiten) nennen Japaner das plötzliche, berufsbezogene Ende. Ursache ist meist ein durch Stress verursachter Schlaganfall oder Herzinfarkt. 40 japanische Kliniken sind inzwischen auf die Verhinderung von Karo¯shi spezialisiert.

Auch bei Anbietern in Österreich geht die Jobangst um, wie der Betriebsratschef der mobilkom aus­tria Werner Luksch schon im Vorjahr erheben ließ. Ob hierzulande ähnlich riskante Arbeitsbedingungen wie in Frankreich existieren, kann niemand sagen, weil es kaum Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Arbeit und Suizidalität gibt. „Allerdings häufen sich Anzeichen“, erklärt Wolfgang Weber, Professor für Angewandte Psychologie an der Uni Innsbruck: 60 % haben in einer vom Berufsverband Österreichischer PsychologInnen in Auftrag gegebenen Studie geäußert, dass sie unter den schlechten Wirtschaftsaussichten psychisch leiden. Seelische Störungen bis hin zur Depressivität und Mobbing am Arbeitsplatz haben zugenommen. Menschliche Tragödien solchen Ausmaßes durch den Job waren in der westlichen Welt bisher wenig bekannt. Im Fernen Osten hat der

Zu viel Leistungsdruck macht krank

Dabei rentiert es sich für Unternehmen nicht, Mitarbeiter unter hohen Druck zu setzen, weiß Professor Weber. Im Gegenteil: Mit betrieblicher Gesundheitsförderung sowie dem Abbau von überzogenem Leistungsdruck und Autoritätsverhalten könnten Krankheitstage um 20 % reduziert werden, schätzte die Wirtschaftskammer ­Tirol im Jahr 2007. Dagegen erhöhen Zwang und autoritäre Führung das Herzinfarktrisiko. Wissenschaftler fanden heraus, dass Stress und schlecht organi11/2009

11/2009

sierte Arbeit zur Minderung der Lebenserwartung führen. Die Kosten steigen mit der Zahl der Krankenstände. Arbeitgeber, die sich des Problems überlasteter Angestellter bewusst sind und gegensteuern, helfen ihrem Unternehmen und der gesamten Volkswirtschaft. Sicherlich hat die Klimaverschärfung nicht erst mit der Krise begonnen, so Weber: „Davor war es die New Economy, bei der zivilisatorisch errungene, gute Arbeitsbedingungen radikal zurückgefahren wurden.“ In Österreich und anderswo nimmt der Anteil derer zu, die in ihrer Tätigkeit als Pseudoselbstständige schlecht geschützt sind. Immer wieder unterliegen sie dem Druck, rund um die Uhr zu arbeiten. In der Volkswirtschaftslehre wurden Werktätige verdinglicht, wie es der Begriff „Humankapital“ – übrigens das Unwort des Jahres 2004 – verdeutlicht. Er reduziert Personen auf den abstrakten Wert des Profits, den man mit ihnen erzielen kann.

KOMPETENZ

Gremien der Vereinten Nationen haben beschlossen, die Vokabel nicht mehr zu verwenden. „Denn metaphorisch gesprochen“, erklärt Weber, „reduzieren viele Managementkonzepte, die das Wort ,Humankapital‘ verwenden, den Menschen auf ein totes Ding. Ein verantwortungsvoller Unternehmer tut das nicht, weil es im Widerspruch zu unserer ­gesamten, humanistischen Zivilisation der Neuzeit steht.“

Massenphänomen

Wenn das Selbstwertgefühl von ArbeitnehmerInnen bereits angeknackst ist, können psychotherapeutische Methoden helfen. Zugleich isolieren diese die Betroffenen aber, weil trotz des Massenphänomens der menschlichen Entwürdigung nur Einzelne behandelt werden. „Tropft ein Wasserhahn, macht es wenig Sinn, den Eimer, der dadurch überläuft, ständig auszuleeren“, so Weber. „Richtiger ist es, den Hahn zuzudrehen.“ y

Infos

>>> Univ.-Prof. Dr. Wolfgang G. Weber ist Professor für Angewandte Psychologie an der Leopold-FranzensUniversität in Innsbruck.

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Beruf

Beruf

novartis (2)

Novartis verletzt Unternehmens-Ethik Abschlussbericht liegt nun vor. Die OECD rügt den Basler Pharmariesen wegen der überfallsartigen Schließung des Forschungsstandortes Wien und die unzureichende Einbindung des Betriebsrates.

Trotz Umsatzplus und Gewinnsteigerung wollte die Unternehmensleitung bei der Stilllegung des Forschungsstandortes Wien so billig wie möglich davonkommen.

F

mierte, übertrat sie eine imaginäre rote Linie: Wenige Tage vor Weihnachten 2007 bestellten die Chefs rund 240 MitarbeiterInnen vor die Videowall im Hörsaal auf dem Novartis-Gelände in Wien-Liesing. Multi­medial schaltete sich in Boston (Massachusetts) Forschungsleiter Mark C. Fishman zu, um Wichtiges zu verkünden. Die Entscheidung sei gefallen, erklärte er trocken, der Forschungsstandort Wien werde geschlossen. Die Nachricht endete abrupt mit den Worten „That’s it“. Wochen zuvor waren Forscher samt Familien nach Wien übersiedelt, um bei Novartis neue Jobs anzutreten. Nach der Hiobsbotschaft herrschten Stille und Entsetzen im Saal. Nicht einmal der Betriebsrat war von der geplanten Schließung in Kenntnis gesetzt worden.

ür Novartis ist es eine ­ziemliche Ohrfeige“, betont Wolfgang Greif, internationaler Sekretär der GPA-djp, nicht ohne Genugtuung. Zum ersten Mal hat die Gewerkschaft Beschwerde bei der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) eingelegt. Und die stellt nun in einer zehnseitigen Abschlusserklärung fest, dass der Schweizer Pharmakonzern vor dem Zusperren seiner Wiener Forschungsstätte die Betriebsräte nicht rechtzeitig informiert und ihnen damit die Möglichkeit genommen hat, Alternativen zur Schließung zu erarbeiten.

árpád hagyó

(arpad.hagyo@gomail.at)

Ingrid Stipanovsky, Vorsitzende der Konzernvertretung und seit Juni auch des Euro-Betriebsrates von Novartis, ist mit dem Bericht zufrieden, kritisiert aber, dass sich die OECD eineinhalb Jahre Zeit ließ, die Unternehmensspitze zu rüffeln: „Die Erklärung zeigt, dass wir als Betriebsrat vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Wir hatten nicht einmal theoretisch die Chance, nach besseren Lösungen zu suchen.“

Billige Standortstilllegung trotz Umsatzplus

Zwar hatte der Arzneimittelhersteller soeben um ein Fünftel mehr Gewinn verbucht und beim Umsatz um 12 Prozent auf 31,4 Milliarden Dollar zugelegt, für die gekündigte Belegschaft ausreichend Geld in die Hand zu nehmen, war man andererseits nicht bereit. Novartis wollte bei der Standortstilllegung so billig wie möglich davonkommen. ArbeitnehmervertreterInnen gelang es schließlich, den Widerstand der

„That’s it“

Die MitarbeiterInnen wurden kurz vor Weihnachten mit der Hiobsbotschaft konfrontiert. 20

KOMPETENZ

Mit der Art und Weise, wie die Konzernleitung die Belegschaft infor11/2009

11/2009

Manager gegen erforderliche Zahlungen zu überwinden.

Verstoß gegen die Leitlinien der OECD

Die GPA-djp reichte beim nationalen Kontaktpunkt der OECD in Wien (damals im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit) Beschwerde ein, da Novartis gegen die OECD-Guidelines verstoßen habe. In den 30 OECD-Staaten überwachen die nationalen Kontaktpunkte diese Leitlinien und setzen sie durch, so gut es geht. In zehn Kapiteln empfiehlt die Wirtschaftsorganisation Transparenz, faire Arbeitsbeziehungen, Investitionen in Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Basis sind die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, Verfahren zur nachhaltigen Entwicklung und das Vorsorgeprinzip. Es wird verlangt, dass den ArbeitnehmerInnen und ihren Vertretungen Informationen über die tatsächliche Lage des Unternehmens zur Verfügung gestellt werden. Bei gravierender Änderung – insbesondere bei geplanter Schließung – sind Belegschaft, Gewerkschaften und Behörden rechtzeitig zu verständigen, um nachteilige Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

KOMPETENZ

Eine effiziente Beschwerdeeinrichtung

Ungünstig wirkt sich in der Praxis aus, dass die OECD-Leitsätze für Unternehmen nicht rechtsverbindlich sind. Der Umstand, dass der nationale Kontaktpunkt in Österreich im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist, führt zu Interessenkonflikten. Entsprechend dem Vorbild anderer Länder sollte der nationale Kontaktpunkt eigenständig agieren können, verlangt die GPA-djp: Die Anlaufstelle muss mit aus­ reichenden Ressourcen ausgestattet und zu einer effizienten Beschwerdeeinrichtung für Arbeitsund Menschenrechtsverletzungen durch transnationale Unternehmen ausgebaut werden  – mit der Möglichkeit für MitarbeiterInnen, dass sie bei einer Normverletzung finanzielle Kompensation vom Unternehmen erhalten. „Bei wichtigen Standortentscheidungen“, so GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian, „verstießen die Multis bisher häufig gegen die Informations- und Konsultationsrechte der BelegschaftsvertreterInnen.“ Katzian erwartet, dass die Abschlusserklärung zum „Fall Novartis“ generalpräventive Wirkung entfaltet – gegen jene Entscheidungsträger, die Rechtswidriges im Schilde führen.  y 21


Beruf

Beruf

W Broschüre

>>> „Lehrlinge – Rechte & Pflichten“: Die Broschüre gibt Lehrlingen einen Überblick über ihre rechtliche Situation am Arbeitsplatz und die mit ihrer Position verbunde­nen Pflichten. Bestel­lung per E-Mail unter: jugend@gpa-djp.at

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as ist aus dem Slogan „Karriere mit Lehre“ geworden? War es nur ein netter Spruch auf Geschäften, Plakaten und Flugblättern? Oder war es doch ein Bekenntnis zur Lehrlingsausbildung? „Wir wollen echte Zukunftschancen haben und genau darum muss die Wirtschaft etwas machen, um Ausbildungsplätze zu schaffen. Sonst werden wir uns in ein paar Jahren erneut auf die Suche nach Fachkräften machen müssen. und die Wirtschaft wird wieder den eklatanten Fachkräftemangel beklagen“, kritisiert Helmuth Gotthartsleitner von der GPA-djp Jugend.

Fehlende Ausbildungsplätze

Österreichs Unternehmen boten mit Ende September 4.234 Lehrstellen an, dem gegenüber stehen 7.407 Lehrstellensuchende. René Pfister kritisiert die fehlende Initiative der Betriebe: „Die überbetriebliche Ausbildung, die im Jugendbeschäfti-

gungspaket vereinbart wurde, ist ein ganz wichtiger Schritt – aber wir brauchen auch in den Betrieben zusätzliche Ausbildungsplätze.“ Im Jugendbeschäftigungspaket wurde von Sozialpartnern und Regierung eine neue Förderung für Lehrbetriebe vereinbart, zusätzlich zur Ausbildung in überbetrieblichen Einrichtungen. Aber die Betriebe müssen ihren Lehrlingsstand ausbauen, nicht nur halten. Erschreckend ist, dass sich der Lehrstellenmangel trotz massiver Förderungen für die Betriebe so entwickelt hat, denn jedes Jahr gibt es einen hoch dotierten Fördertopf, um neue Lehrstellen zu schaffen und bestehende zu erhalten. „Die Betriebe müssten sich hier viel stärker zu ihrer Verantwortung bekennen“, fordert Pfister.

Praxistest

Neben den vielseitigen Förderungen für die Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, gibt es auch etwas Neues: Die Betriebe können nun zur ­Mitte der Lehrzeit alle ihre Lehrlinge

KOMPETENZ

Breite Unterstützung für Beschäftigte

mev

Lehrstellenmangel. Statt Karriere mit Lehre finden Jugendliche aufgrund der Krise immer schwerer einen Ausbildungsplatz. Die GPA-djp Jugend appelliert an die Verantwortung der Unternehmen.

jobst

Her mit der Lehre, her mit der Zukunft!

Erster Dialog. Die intensiven Bemühungen der GPA-djp, durch öffentlichen Druck eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Drogeriekette Schlecker zu erwirken, werden fortgesetzt.

eines Ausbildungsjahrganges zu einem so genannten Praxistest schicken. Bei diesem wird die Qualität der Ausbildung überprüft. Auch hier gibt es eine Förderung für die Betriebe, nämlich 3.000 Euro pro Lehrling, der den Praxistest besteht. „Wir sind der Meinung, dass die Lehrlinge einen Teil der 3.000 Euro bekommen müssten, und dafür setzen wir uns auch ein“, sagt Helmut Gotthartsleitner.

A

nfang Oktober trafen sich VetreterInnen der GPAdjp und der Schlecker-Geschäftsführung zu einem Dialog über die Lösung anstehender Probleme. Eine Aktion der GPAdjp Ende September brachte als ­Resultat mehr als 4.000  Unter­ stützungserklärungen über Postkarten bzw. im Internet. „Das ist ein

Barbara Lavaud

(barbara.lavaud@gpa-djp.at)

Martin Panholzer

Weiters meint er: „Unsere Priorität ist die Schaffung neuer Lehrplätze. Wir wollen außerdem, dass die Probezeit von drei auf einen Monat verkürzt wird, die Weiterverwendungspflicht per Gesetz auf sechs Monate verlängert wird und die Internatskosten zur Gänze durch die Betriebe übernommen werden. Für die Zukunft der Jungen müssen die Unternehmen genauso Verantwortung übernehmen wie die Sozialpartner und die Regierung.“ y 11/2009

(martin.panholzer@gpa-djp.at)

erfreulicher Beweis dafür, dass die Mehrheit der KundInnen der Drogeriekette Schlecker konkrete Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten unterstützt. Über 4.000 Unterstützungserklärungen bedeuten, dass hinter jedem Beschäftigten ein potenzieller Kunde des Drogeriemarktes steht“, zeigt sich der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Proyer mit 11/2009

dem Ergebnis der bundesweiten GPA-djp-Aktion zufrieden. Dass sich nun die Geschäftsführung und die Gewerkschaft an ­einen Tisch gesetzt und erstmals einen sehr konstruktiven Dialog gestartet haben, ist ein Beweis, dass ­unsere ­Bemühungen Wirkung ­gezeigt haben. „Wir werden die Gespräche sachlich und lösungsorientiert führen. Einziges Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten nachhaltig zu verbessern und Probleme zu lösen“, stellt Karl Proyer klar, der sich bei allen GPA-djp-Mitgliedern bedankt, die in den letzten Monaten die Beschäftigten von Schlecker unterstützt haben.

Schlecker – was bisher geschah

Im September 2005 besuchten AktivistInnen der GPA-djp erstmals

KOMPETENZ

über 1.200 Filialen in ganz Österreich. Die damalige Befragung der Beschäftigten deckte massive Missstände auf. Im April 2009 kam es zu einer neuerlichen österreichweiten Befragung. Die Auswertung ergab eine leichte Verbesserung gegenüber 2005. Es bestanden jedoch weiter große Probleme für die ­Beschäftigten, wie beispielsweise Taschenkontrollen und Teilzeitzuschläge. Ende September 2009 wandte sich die GPA-djp erstmals an ­KundIn­nen von Schlecker und forderte zur Unterstützung auf. Im Oktober 2009 fand ein erstes Spitzengespräch zwischen Schlecker-Geschäftsführung und VertreterInnen der GPA-djp statt. Alle Infos zum Fall Schlecker finden Sie auf der Website der GPA-djp unter www.gpa-djp.at/schlecker. y 23


Beruf

Beruf

In Unter­ nehmen ohne Betriebsrat kommt es leider allzu oft zu aben­ teuerlichen Arbeits­verträgen.

Journalistengewerkschaft im Wandel Wahlen im Wirtschaftsbereich 25 Medien. Mitte Dezember formiert sich mit der Neugestaltung des Wirtschaftsbereichs 25 Medien die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp neu. Bei der Verbreiterung des Bundesgremiums stellen sich heuer neben freien MitarbeiterInnen und VertreterInnen der Printmedien und des ORF auch OnlinejournalistInnen und KandidatInnen aus dem Privatrundfunk der Direktwahl durch ihre KollegInnen.

>>>

Briefwahl ist möglich. Wer davon Gebrauch machen möchte, beantragt bis spätestens 1. 12. 2009 eine Wahlkarte unter christa. plassak-wikus@ gpa-djp.at. >>> Details zum Wahlvorgang und zur Listenerstellung finden sich im Internet unter www.journalisten­ gewerkschaft.at.

I

n Zeiten, in denen Österreichs Medienlandschaft massive Umbrüche erlebt, zählt jede Stimme. Geprägt durch Monopolstellungen, kartellähnliche Konstellationen und weitere Fusionspläne auf dem Zeitungsmarkt gerät nicht nur die Medienvielfalt zunehmend unter Druck.

Judith Reitstätter

(judith.reitstaetter@gpa-djp.at)

JournalistInnen erleben enorme Umbrüche im Arbeitsalltag, oftmals verbunden mit Verschlechterungen der arbeitsrechtlichen Standards. Dubiose Ausgliederungspläne bedrohen berufsspezifische Normen

und bringen Verunsicherung in die Betriebe. Den veränderten Produk­ tionsbedingungen Rechnung tragend, arbeitet die Gewerkschaft an der Neugestaltung gesamtöster­ reichischer Rahmenbedingungen, die die Pressefreiheit schützen und journalistische Berufsspezifika auch weiterhin enthalten.

Wahlveranstaltung am 16. Dezember

Die Wahlveranstaltung des Wirtschaftsbereichs 25 Medien findet am 16. 12. 2009 von 17.30 bis 19.30 Uhr im Haus der GPA-djp, Alfred-­ Dallinger-Platz 1, 1034 Wien, statt. Wahlberechtigt sind bei Medien be-

schäftigte GPA-djp-Mitglieder.* Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp sichert damit die einheit­ liche Vertretung von Medienmit­ arbeiterInnen mit unterschiedlichsten Kollektivverträgen – also die von MitarbeiterInnen in Onlinemedien, Privatrundfunk, Agenturen, Gratismedien, Zeitschriften, Fachmedien, dem ORF, Zeitungen etc. – als Kräftebündelung gegen vehemente KVFlucht-Tendenzen, wie sie derzeit in Medienunternehmen der gesamten Branche auffindbar sind. y

istockphoto

infos

Arbeitgeber ändert Vertrag Aktueller Rechtsfall. Nachdem die Firma Bonita die vertragliche Arbeitszeit einseitig verlängerte, Urlaubs- und Zeitausgleichszeiten vorschrieb und keine Zuschläge bezahlte, wandte sich Frau L. an die GPA-djp Wien. Diese intervenierte und half.

*) ausgenommen jene, die zum Wirtschaftsbereich 08 (Drucker, Expeditleute, kaufmän­ nische Zeitungs- und Zeitschriftenange­stellte etc.) gehören

F

rau L. wurde im Jahr 2002 bei der Firma Bonita eingestellt. Das Ausmaß der monatlichen Arbeitszeit wurde mit 90 Stunden festgelegt. Als sie sich im heurigen Sommer an die GPA-djp Wien wandte, war es alleine schon spannend, den Vertrag

Zurzeit erschüttern massive Umbrüche die Medienlandschaft. Daher ist die Teilnahme an den Wah­ len am 16. Dezember besonders wichtig.

Brigitte Lang

(brigitte.lang@echo.at)

istockphoto

nach den rechtlichen Bestimmungen zu überprüfen. So gab es einen Nachtrag vom Tag der Einstellung, in dem bereits das jährliche Stundenausmaß mit 1.080 Stunden, das monatliche mit 90 Stunden, das wöchentliche mit 20,79 Stunden und die tägliche Arbeitszeit mit 3,46 Stunden ausgewiesen wurde. Im Vertrag ist diesbezüglich die Rede von einem „Jahresarbeitszeitkonto“.

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KOMPETENZ

11/2009

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Umgehung des Mehrarbeitszuschlags

Um den anfallenden Mehrarbeitszuschlag zu umgehen, wurde das Stundenausmaß ab Jänner 2008 mehrfach vonseiten des Arbeitgebers einseitig verändert. Dies war Anlass für eine erste Intervention durch die GPA-djp Wien. Die Zeitzuschläge wurden im Dienstvertrag bereits mit 30 % (dem geringsten Zuschlag) festgelegt, wobei nicht klar war, ob diese Guthaben tatsächlich in Verbindung mit dem Wochenende oder einem Feiertag vergütet würden. Keine Rede davon, dass Frau L. dies hätte von sich aus verlangen können. ­Sowohl der Abbau von Zeitguthaben als auch der Urlaubsanspruch wurden von der Unternehmensleitung einseitig vorgeschrieben. Außerdem wurde die Sollarbeitszeit

KOMPETENZ

nicht mit dem laut Dienstvertrag vereinbarten Geschäftsjahr abgerechnet. Teilzeitzuschläge wurden gar nicht verrechnet und Zuschläge für Arbeitsleistungen nach 18.30 Uhr ebenfalls nicht im Sinne des Kollektivvertrags abgegolten.

Die GPA-djp intervenierte

Die Forderung von Frau L. wurde anfänglich von der Firma Bonita abgelehnt, dann aber doch anerkannt und schlussendlich zu 100 % erfüllt. Bei Bonita gibt es leider keinen Betriebsrat! Unsere Erfahrung zeigt: Wo es keinen Betriebsrat gibt, kommt es oft zu abenteuerlichen Arbeitsverträgen. „Solche Beispiele zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, einen Betriebsrat im Unternehmen zu haben“, meint dazu ­Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp-Wien. y 25


Wohnen

Wohnen

Kleingartenwohnhaussiedlung Bezahlte Anzeige; Fotos: AnnA BlaU (2), Anna Rauchenberger/WBV-GPA

Pelargonienweg fertiggestellt Ein rauschendes Fest. Am 15. 9. 2009 wurden von der Wohnbauvereinigung für Privatangestellte (WBV-GPA) 52 Kleingartenwohnhäuser samt Eigengärten und Gemeinschaftshaus am Pelargonienweg im 22. Bezirk bei einer stimmungsvollen Feier an die MieterInnen übergeben.

G

roße Nervosität herrschte auf beiden Seiten. Bauträger, Baufirma und Professionisten mussten dafür Sorge tragen, dass „alles“ für die Übergabe bereit war. Mieterinnen und Mieter konnten es nicht mehr erwarten, in ihr Kleingartenwohnhaus einzuziehen. Es sei vorweggenommen, bis auf „Kleinigkeiten“ hat alles gut geklappt, aber dazu später. Michael gehbauer

(michael.gehbauer@wbv-gpa.at)

bezirks, Norbert Scheed, pries die Vorzüge „seines Bezirks“. So ist die Donaustadt unter anderem der einzige Bezirk Wiens mit einem eigenen Nationalpark, dem Nationalpark Donau-Auen. Er sprach aber auch von der schwierigen Verkehrssituation und versprach der Siedlung nach Fertigstellung der Verlängerung der U2 eine Busverbindung zur U-Bahn. Und Architekt Stephan Ferenczy nahm die Gelegenheit wahr, den künftigen BewohnerInnen die Intentionen der Architektur zu vermitteln.

Schlüsselübergabe durch BV Scheed und Zwiauer

Im Anschluss daran wurden die Schlüssel von Bezirksvorsteher Scheed und dem stellvertretenden Stiftungsvorstandsvorsitzenden der GPA-Privatstiftung Walter Zwiauer Haus für Haus an die Mieterinnen und Mieter übergeben. Da auch die Professionisten direkt vor Ort waren, konnten kleinere Mängel kurzfristig behoben bzw. einer Erledigung zugeführt werden.

Für das Fest wurde ein großes Zelt aufgestellt

Pioniersiedlung Pelargonienweg

Wohnungsservice der WBV-GPA

> Wohnbauvereinigung für Privatangestellte – Gassenlokal, 1010 Wien, Werdertorgasse 9, Telefon: 01/533 34 14, Fr. Reisenhofer Dw. 12, Hr. Neussl Dw. 23, Fax: 01/535 49 78 Internet: www.wbv-gpa.at E-Mail: wohnungsservice@ wbv-gpa.at

Die Kleingartenwohnhaussiedlung Pelargonienweg ist eine Pioniersiedlung in vielerlei Hinsicht. So wurden die Häuser als Niedrigenergiehäuser konzipiert und in Holzbauweise errichtet. Sie sind voll unterkellert und haben eine Nutzfläche von ca. 80 m2 sowie ca. 50 m2 ausbaubare Kellerfläche. Die Eigengärten sind durchschnittlich 200 m2 groß. Eine Besonderheit ist das Foliendach, eine Dachkonstruktion, die bisher vor allem im Industriebau angewendet wurde. Die Siedlung ist zur Gänze autofrei. Schließlich wurde für die Siedlung eine umweltfreundliche Biomasse-Zentralheizung errichtet, die mit Holzpellets beheizt wird.

Autofreie Kleingar­ tenwohn­ haussied­ lung am Pelargo­ nienweg

In einem großen Festzelt wurden die Anwesenden seitens der Geschäftsführung der WBV-GPA begrüßt und die Entwicklung des Projekts vom Gewinn des Bauträgerwettbewerbs durch das Projektteam WBV-GPA/BEHF Architekten bis zur heutigen Übergabe wurde noch einmal in Erinnerung gerufen. Der Ehrengast, der Bezirksvorsteher des 22. Wiener Gemeinde26

Die Kleingartenwohnhaussiedlung verfügt auch über ein Gemeinschaftshaus, leicht erkennbar an der roten Fassade.

Pelletsheizung muss erst noch genehmigt werden

Leider konnte diese Heizung, und das ist der einzige Wermutstropfen, noch nicht in Betrieb genommen werden, da die gewerberechtliche Genehmigung zum Zeitpunkt der Übergabe noch nicht vorlag. Es ist

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Schlüsselübergabe, v. l. n. r. : WBV-Geschäftsführer Mag. Michael Gehbauer, Familie Steiner, Bezirksvorsteher Norbert Scheed

dies, neben einer weiteren Pelletsheizung in der Heustadelgasse, die erste Biomasse-Zentralheizung für Wohnhausanlagen in Wien. In der Zwischenzeit wird das Warmwasser mit einer mobilen Heizungsanlage aufbereitet und damit auch für Heizwärme gesorgt. Es ist zu hoffen, dass die Verhandlung rechtzeitig ausgeschrieben werden kann, sodass für den kommenden Winter die angestrebten Klimaziele durch den Einsatz der in der Umweltpolitik besonders

in letzter Zeit massiv geforderten „erneuerbaren Energien“ erzielt werden können.

Gefeiert wurde bis in die Nacht hinein

Zurück zur Übergabefeier. Das Fest hat bei Speis und Trank bis in den späten Abend angedauert. ­Angeblich sollen einige der Bewohner und Bewohnerinnen in ihren neuen Kleingartenwohnhäusern sogar bis in die späte Nacht hinein gefeiert haben. y

infos über freie Wohnungen neubauProjekte: > 1220 Wien, Anton-Sattler-Gasse 100, Frauenwohnprojekt ro*sa, 39 Wohneinheiten, Bezug Ende 2009 > 1220 Wien, Lavaterstraße 5, 56 Wohnungen, 12 Reihenhäuser, Bezug Ende 2010, unverbindliche Vormerkungen möglich > 1100 Wien, Pernerstorfergasse 83, Passivhaus, 108 Wohnungen, 2 Lokale, unverbindliche Vormerkungen möglich

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3002 Purkersdorf, Herrengasse 6, 37 Wohneinheiten, Bezug Ende 2010

Bestehende Projekte: 2680 Semmering, Hochstraße 43, 2-Zimmer-Wohnung > 8761 Pöls, Andreas-Rein-Gasse 10–18/Burgogasse 12–16 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen > 2731 St. Egyden, Am Stadtgraben 3, 3- und 4-Zimmer-Wohnung > 3300 Amstetten, Beethovenstraße 7, 2-Zimmer-Wohnung

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CARD

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Weihnachtsstimmung mit der CARD!

Adventvergnügen. Gerade wenn es auf Weihnachten zugeht, sind Christkindlmärkte oder Gospelkonzerte die perfekte Einstimmung auf die Festtage. Neben vorweihnachtlichen Events finden Sie Geschenkideen mit CARD-Ermäßigung! Christkindlmarkt auf der Rosenburg

Erstmalig findet heuer ein Christkindlmarkt auf der Rosenburg statt. Traditionell mit Turmbläsern, Chören und Weihnachts­ musik wird romantisches und weihnachtliches Ambiente mit viel Licht und Feuer (Feuershows) geboten. > 11. bis 13. Dezember 2009, 10 bis 20 Uhr > Eintrittspreise: e  5,– (Kinder bis 5 Jahre gratis, 6–15 Jahre e 2,50) Mit der GPA-djp CARD 10 % ermäßigt! Die Eintrittskarte berechtigt zur Teilnahme an allen Veranstaltungen des jeweiligen Tages. > Renaissanceschloss Rosenburg 3573 Rosenburg 1, www.rosenburg.at

Danny & Gerry: „Our Christmas“

Die singenden und tanzenden Englischlehrer aus Kanada und Irland präsentieren ihre turbulente Weihnachtsshow. Eingebettet in eine Rahmenhandlung, bei der unter Mitwirkung der Zuschauer Santa Claus gesucht wird, singen sie Lieder aus ihrem Repertoire und englischsprachige Weihnachtslieder, neu interpretiert im faszinierenden Sound von Danny & Gerry – und steigern mit viel Spaß die Lust am Englischlernen! > Sonntag, 13. 12., 14 Uhr: Orpheum (1220 Wien), Karten: 01/481 17 17 > Sonntag, 20. 12., 14 Uhr: Metropol (1170 Wien), Karten: 01/407 77 407 > Mit der CARD 10 % Ermäßigung an der Theaterkassa; bitte tel. vorreservieren!

Harlem Christmas Gospel

Aus dem reichen Fundus an Gospels, Spiri­ tuals und Traditionals stellt Alvin Freeland ein mitreißendes und unterhaltsames Pro­ gramm zusammen, ergänzt durch schwung­ voll arrangierte internationale Weihnachts­ lieder. Von Amazing Graze über Happy Day bis zu When the Saints … – auch dieses Jahr heißt es wieder: Die Kirche tobt! > Termine in der Wiener Minoritenkirche: 4./5./6./7./8./11./12./17./18. Dezember 2009 Congress Casino Baden: 15. Dezember 2009 > Für GPA-djp-Mitglieder ermäßigte Karten im Vorverkauf: für Wien unter der kostenfreien Tel.-Nr.: 0800 333 800; für Baden unter Tel.: 02252/444 96 444 (Mo.–Sa. 13–20 Uhr).

Rosenburg, Tina King, www.ticketorder.at, Jollydays, Zettl GMBH (4), www.preisleistungswein.com, Intertravel, Bilderbox

Erlebnisgeschenke von Jollydays

Sie sind auf der Suche nach außergewöhnlichen Geschenken? Wählen Sie aus über 700 originellen Erlebnissen das optimale Weihnachtsgeschenk! Für einen Überraschungseffekt unterm Christbaum ist mit Outdoor-Abenteuern wie Schneeschuhwandern und Hundeschlittenfahren oder mit Wellness-Träumen von Shiatsu bis zur Wellness-Weltreise gesorgt. > Angebot für GPA-djp-Mitglieder: 10 % Rabatt im Onlineshop unter: www.gpa-djp.at/card

Genussvoll Wein trinken

Vom klassischen Blauen Zweigelt über Grünen Veltliner und Blaufränkisch bis hin zu edlen Rotweincuvées und Beson­ derheiten wie Rotgipfler, Traminer, Neu­ burger oder auch spanischen Spit­zen­ weinen – auf www.preisleistungswein.com

findet jeder seinen passenden Wein. Top­ weine zu Spitzenpreisen bequem von zu Hause aus bestellen. > Lieferung spesenfrei ab 12 Flaschen – egal ob eine oder 12 verschiedene Sorten. > 10 % Rabatt für GPA-djp-Mitglieder, ausgenommen Aktionspreise und Aktionspakete. (Bei der Online-Bestellung im Feld „Wenn Sie uns etwas mitteilen wollen“ „GPA“ und Ihre Mitgliedsnummer eingeben.)

Reisegutscheine von Intertravel

Weihnachten steht vor der Tür – was schenken? Wie wäre es mit Reisegutscheinen  – denn es reist doch jeder gerne! Intertravel hat für jeden das passende Angebot. > Unser „Weihnachtszuckerl“ für Sie: Zwischen 1. und 23. 12. 2009 machen wir aus e 100,– für GPA-djp-Mitglieder e 110,–. > Bestellungen unter Tel.: 01/707 50 05 oder 01/533 06 60

Delikate Gaumenfreuden von Brigitta Zettl

Exklusive Geschenkideen für Ihre Lieben und für Sie selbst. Seit 20 Jahren spezialisiert auf Delikatessen und den kulinarischen Geschenkeversandhandel, bietet Brigitta Zettl attraktive Zusammenstellungen, auch nach individuellen Wünschen. > Ein exquisites Angebot: „Zwei glatt“ Holzkassette (36 x 18 x 10 cm), handgemachtes Weihnachtskonfekt und handgemachte Haselnuss-Gianduja-Torte von Maître Chocolatier Wenschitz, Haselnüsse in Akazienhonig, Blutorangentee, Whisky im Flachmann, 2 Hussitenkugeln, handgemachter Lebkuchen der Lebzelterei Lubinger. > Für GPA-djp-Mitglieder 20 % Rabatt! > Infos und Online-Bestellungen unter: www.brigitta-zettl.at Wenn Sie sich im Shop registrieren, im Feld „Aktionscode“: „GPA“ eingeben.

>>> Nähere infos

zu diesen und vielen anderen CARDVorteils­angeboten finden Sie im Internet unter: www.gpa-djp.at/card. Hier können Sie auch den CARD-Newsletter abonnieren und erhalten monatlich per E-Mail aktuelle CARD-Infos. >>> Steht Ihnen kein Internetzugang zur Verfügung, senden wir Ihnen gerne die CARD-Broschüre zu. Bestellung unter Tel.: 05 0301-301, E-Mail: service@gpa-djp.at

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Bücher

Events

Alle vorgestellten Bücher sind über den Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes GmbH, 1010 Wien, Rathausstraße 21, Tel.: 01/405 49 98-132, Fax: 01/405 49 98-136, oder per E-Mail: fachbuchhandlung@oegbverlag.at erhältlich.

Pichler Verlag, e 34,95 Die besten Sie & Er-Kolumnen aus der Kleinen Zeitung und viele neue Texte zu wesent­ lichen Fragen wie: Was tun, wenn der Herzbube sich an das Sofa kettet und die beste aller Ehefrauen ihren himmelstürmenden Träumer wieder einmal unsanft auf den Boden der Realität zurückholt? Ist ­Dynamitfischen ein zulässiges Hobby für die Frau von Welt? Ein amüsantes Lesebuch über Beziehungsglück, Familienbande, Freundschaften und den Rest der Welt.

Kochen in der Freizeit boomt. Damit die Gerichte auch wirklich gelingen, sollte man wissen, wie man richtig kocht. Nur so ist es möglich, das persönliche Kochniveau zu steigern und zu optimieren. Einen Fisch richtig filetieren, eine Sauce hollandaise aufschlagen, einen Kalbsfond herstellen – das macht vielen Hobbyköchen noch immer Angst. Diese Basistechniken zu erlernen kann aber auch Spaß machen. Das beweist ­Toni Mörwald seit Jahren in seinen wöchentlichen Kochkursen in Feuersbrunn.

In Wien regnet es Geld vom Himmel. Urheber ist die „WirAG“, die, ganz in Robin-HoodManier, die Schwarzgeldkonten von reichen Managern ausräumt und an Betroffene verteilt. Sie wollen es nicht länger hinnehmen, dass Menschen entlassen und zugleich zweistellige Aktiengewinne ausgeschüttet werden. Außerdem sterben in Wien reiche Unternehmer wie die Fliegen. Der vierte Fall von Nabers Kommissarin Kouba ist aktueller denn je.

Derbe Bässe, klirrende Lines und fette Beats treffen auf weiche Sounds à la Ennio Morricone. Die Dreckige Combo bringt neben zwei Covers aus der ­Inspiration mexikanischer ­Folklore ihrer Anfänge hauptsächlich eigene Songs auf ihr brandneues Album. Tini Trampler singt und performt wie keine Zweite zwischen Kindfrau und Femme fatale. Gewinnspiel: Die KOMPETENZ verlost 3 CDs! Teilnahmebedingungen und Einsendeschluss: Seite 31.

Ja, ich bestelle ... (einfach ankreuzen und ausfüllen)

❑ Exemplar/e: _____ Günther Löschnigg

Datenermittlung im Arbeitsverhältnis 2009, 312 Seiten, € 23,80, ISBN: 978-3-7035-1349-7

Die Grenzziehung zwischen zulässiger und unzulässiger Datenermittlung ist bei Daten von ArbeitnehmerInnen und StellenbewerberInnen besonders schwierig. Der Autor geht auf die strukturellen Probleme der Datenermittlung im Arbeitsverhältnis ein und bietet allgemeine Lösungsansätze an. Themen sind insbesondere: Offenbarungs- und Beantwortungspflichten von ArbeitnehmerInnen und StellenbewerberInnen, Fragerechte und Fragepflichten von ArbeitgeberInnen, Grenzen zulässiger Datenermittlung, Mitwirkungsrechte des Betriebsrates bei Personaldatensystemen sowie die Verwendung von Arbeitnehmerdaten durch den Betriebsrat. Name PLZ

Firma/Institution Ort

Anschrift

Telefon

E-Mail

Mitgliedsnummer

Datum, Unterschrift

l

3 CDs

ALLE Infos:

www.gpa-djp.at/card >>> KlezMORE Festival Vienna: 10 % CARD-Ermäßigung, Karten unter Tel.: 0676/512 91 04 Gewinnspiel: 2 x 2 Karten für 23. 11. >>> Musical Rocks: Karten: 10 % CARD-Ermäßigung im Vorverkauf unter Tel.: 0800/333 800, Gewinnspiel: 3 x 2 Eintrittskarten >>> Golden Voices of Gospel: EUR 5,– CARD-Ermäßigung, Karten: 01/748 87 10, Gewinnspiel: 3 x 2 Karten für 6. 12. in der Wr. Stadthalle >>> Derwisch erzählt 4: Karten: Mit der CARD EUR 12,– unter Tel.: 01/587 05 30, Gewinnspiel: 3 x 2 Karten für 19. 12. >>> Wir Helden – Born To Be Wild: Mit der CARD auch am Spieltag EUR 2,– Vorverkaufsermäßigung! Gewinnspiel: 3 x 2 Karten für 7. 12. >>> Haus der Musik: Ermäßigte Eintrittspreise bei Vorweis der CARD, Gewinnspiel: 3 x 2 Eintrittskarten

❑ Ja, ich möchte den ÖGB-Verlag-Newsletter bis auf Widerruf per Mail an oben angeführte E-Mail-Adresse erhalten. GARANTIERT GUT INFORMIERT

w w w. o e g b v e r l a g . a t

Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes GmbH Fachbuchhandlung Rathausstraße 21, 1010 Wien

Telefon: 01/405 49 98-132, Fax: DW 136 E-Mail: fachbuchhandlung@oegbverlag.at

7.–23. November 2009

KlezMORE Festival Vienna

2 x 2 Karten

3.–5. Dezember 2009

Verschiedene Veranstaltungsorte in Wien Klezmer-Musik in ihrer Vielfalt im Spannungsfeld zwischen Traditionspflege, zeitgemäßen Interpretationen, kühnen Neudeutungen und Erweiterungen des formellen und inhaltlichen Vokabulars – das „MORE“ im Festival-Titel ist hier Programm! Info: www. klezmore-vienna.at Dezember 2009

Golden Voices of Gospel

3 x 2 Karten

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Musical Rocks

3 x 2 Karten

Arsenal Objekt 221, 1030 Wien Großartige Rocksongs und hinreißende Balladen, interpretiert von den besten Solisten der neuen ­Generation! Genießen Sie eine unglaublich lebendige, vibrierende und inspirierende Show, unterstützt durch Choreografie, Lichteffekte und Visuals der Extraklasse. Bis 19. Dezember 2009

Derwisch erzählt 4

3 x 2 Karten

Interkulttheater, 1060 Wien

Eisenstadt, Wien und Laa/Thaya

Direkt aus den Südstaaten der USA: Reverend Dwight Robson und seine fantastische Rhythmusgruppe am 5. 12. in Eisenstadt, am 6. 12. in Wien und am 19. 12. in Laa/Thaya. Ein wunderbares Konzertereignis mit melancholischen und temperamentvollen Gospels zum Zuhören und Mitmachen.

3 x 2 K Wir Helden – Born To Be Wild arten

Die wachsende Fangemeinde darf sich auf das brandneue vierte Programm freuen: Safrangelb und Wüstengold von und mit Aret Güzel Aleksanyan, unterstrichen von der samtenen Stimme und den berauschenden Tänzen Mandana Alavi Kias. Info: www.interkulttheater.at

3 x 2 Karten Haus der Musik – das Klangmuseum

Bis 31. Dezember 2009

Täglich geöffnet von 10 bis 22 Uhr

Kabarett Niedermair, 1080 Wien I Stangl – Ein Held wie viele. Aus einer Zeit, in der HC noch für „Heinz Conrads“ stand, die Luft noch sauber war und der Sex schmutzig. Und nicht umgekehrt. Jetzt verlinkt I Stangl die Generation Vierteltelefon mit der Generation iPhone. Info: www.niedermair.at

Seilerstätte 30, 1010 Wien Ein Klangerlebnis der besonderen Art. Hier kann jeder sein eigenes musikalisches Talent ausleben oder vielleicht erst entdecken. Besucher werden zum interaktiven Spiel mit Musik angeregt, erhalten musikhistorische Informationen und erleben unerwartete Klänge. Info: www.hdm.at

l. Rusch

Eigentumsvorbehalt. Zahlbar bei Erhalt der Rechnung. Gemäß § 24 Datenschutzgesetz machen wir dich darauf aufmerksam, dass deine Daten zum Zweck der Kundenbetreuung und Verrechnung automationsgestützt verarbeitet werden. Zahlungsverzugskosten übernimmt der/die BestellerIn. Satz- und Druckfehler vorbehalten. Preis inkl. USt., zuzügl. € 3,90 Versandspesen. Kompetenz 11/09

GEWINNSPIELE: Postkarte an Redaktion KOMPETENZ, 1034 Wien, Alfred-Dallinger-Platz 1, Kennwort: Name der jeweiligen Veranstaltung; bzw. online: www.gpa-djp.at/gewinnspiel Einsendeschluss: 17. November 2009. Keine Barablösung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Stefan Smidt

Extraplatte (www.extraplatte.com), e 16,90

Eiscrème – Raspoutine

Rolf Bock

echomedia verlag, e 9,90

Der letzte Engel springt

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haus der musik

Kochlust

Styria Verlag, e 19,95

Tini Trampler & Die Dreckige Combo

mdl

Sie & Er

Sabina Naber

KlezMORE Festival

Toni Mörwald / Herbert Hacker /  David Ruehm

Ute Baumhackl / Bernd Melichar

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Das Weihnachtsgeld bringt nicht der Weihnachtsmann! Weihnachts- und Urlaubsgeld ist nicht gesetzlich verankert und gibt es nur, weil es Kollektivverträge gibt. Kollektivverträge werden von den Gewerkschaften jährlich neu ausverhandelt. Die erfolgreichsten Abschlüsse gibt es in jenen Branchen, in denen die Gewerkschaft auf die meisten Mitglieder zählen kann.

Nähere Infos: www.gpa-djp.at Service-Hotline: 05 0301-301


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