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11. I N T E R N AT I O N A L E

TIROLER LITERATURTAGE HALL 13.‒15. SEPTEMBER 2013

www.sprachsalz.com

Sprachsalz. Eintritt frei


Wichtige Adressen / Infos Mail Sprachsalz info@sprachsalz.com Festivalbüro Sprachsalz (nur von Do., 12. – So., 15. 9.) +43 / 5223 / 53769-312 Organisation, Reservationen, Magdalena Kauz +43 / 650 / 5723372 Festivalbüro, Sabine Steiner +43 / 664 / 1296518 Presse, Valerie Besl +43 / 664 / 8339266

Kaufen Sie am Infotisch oder in der Buchhandlung eines unserer beliebten Sprachsalz-Gadgets: z.B. Otto-Taschen oder die speziellen Salzstreuer („Salz“ und „Sprache“)

Inhaltsverzeichnis Seite Wichtiges in Kürze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6/7 Grußworte der Bundesministerin Dr. Claudia Schmied . . . . . . . . . . . 8 Grußworte der Landesrätin Mag. Dr. Beate Palfrader . . . . . . . . . . . . 10 Grußworte der Bürgermeisterin von Hall i. T., Dr. Eva Maria Posch . . 12 Vorwort Heinz D. Heisl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Autoren und Autorinnen: Irena Brežná . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Zehra Çırak . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Anne Cunéo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Max Goldt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Waltraud Haas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Alan Kaufman . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Markus Köhle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Matthias Mander . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Hanno Millesi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Erica Pedretti . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Hernán Ronsino . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Andre Rudolph . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Bettina Spoerri . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Michael Stavarič . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Ulrike Ulrich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Klangspuren Spezial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 Besondere Sprachsalz-Stimmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34/35 Gesprächsmoderation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36/37 Sprachsalz im Salz/Dampf/Medienturm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Stadtplan Hall / Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40/41 Die OrganisatorInnen und MitarbeiterInnen . . . . . . . . . . . . . . . . . 42/43 MitarbeiterInnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44-46 Sprachsalz dankt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48/49 Liebes Publikum: Unser Festival ist eintrittfrei und erfreut sich wachsender Beliebtheit; bitte kommen Sie deshalb rechtzeitig, wir können leider keine Reservierungen vornehmen (außer Samstagabend). Bei vollen Sälen schließen wir die Türen nach Lesebeginn, damit AutorInnen und Publikum ungestörten Lese- und Hörgenuss haben! Das Sprachsalz-Team. 5


Das Wichtigste  Preise: Unser Festival ist eintrittfrei und erfreut sich wachsender Beliebtheit; bitte kommen Sie deshalb rechtzeitig, wir können keine Plätze reservieren. Bei vollen Sälen schließen wir die Türen nach Lesebeginn, damit AutorInnen und Publikum ungestörten Lese- und Hörgenuss haben! Und bei starkem Andrang behalten wir uns vor, Platzkarten abzugeben, damit kein Gedränge entsteht. Am großen Sprachsalz-Abend am Samstag können Plätze (mit Essen) reserviert werden.  Orte: Fast alle Lesungen finden im Parkhotel statt: Während des Festivals werden fast alle AutorInnen zwei Mal lesen, sodass für das Publikum die Möglichkeit besteht, den Lieblingsautor oder die Lieblingsautorin nochmals zu hören.  Ein paar Lesungen finden außerhalb statt: Einige Lesungen und Diskussionen finden im Haller Medienturm bei Ablinger.Garber statt. Am Samstag-Nachmittag außerdem auch in der Haller Stadtbücherei. Die Kooperation mit den Klangspuren findet heuer wieder am Freitag-Abend im Kurhaus statt; bei freiem Eintritt am 13. 9. 2013 im großen Kurhaussaal.  Der Festabend am 14. 9. 2013: Kulinarisches und Literarisches. Am Samstag-Abend findet in der großen Halle des Parkhotels der Sprachsalz-Festabend mit mehreren AutorInnen statt. Auch kulinarisch werden Sie verwöhnt: Das Restaurant Welzenbacher stellt ein dreigängiges Sprachsalz-Menü vom Feinsten zusammen. (Einlass 18.30 Uhr, ab 19.00 Uhr wird gegessen – Vorspeise und Hauptgänge, ab 20.30 Uhr wird gelesen, mit einer kleinen Dessertpause). TischReservation ist möglich (mit Sprachsalz-Menü à 30,– Euro/Person, Getränke separat, zahlbar am Einlass).  Tischreservierungen nimmt die Sprachsalz-Organisation entgegen, online auf der Seite Reservierungen von www.sprachsalz.com oder unter info@sprachsalz.com. Telefonisch unter 0650/5723372. Einige wenige Plätze sind auch ohne Essen zu haben, diese können nicht reserviert werden.  Sponsorenmöglichkeit: Sehr dankbar sind die Sprachsalz-OrganisatorInnen auch für die Reservierung von Sponsorentischen. Für 100,– Euro je Platz bekommen Sie die besten Plätze reserviert, Menü und Getränke inklusive. So werden Sie zu GönnerInnen des Festivals! 6

in Kürze.  Lesungen in Originalsprache: Einzelne AutorInnen werden in speziell angekündigten Lesungen (siehe Detailprogramm) auch Texte in ihrer Originalsprache lesen.  Poesie im Freien: Die Terrasse im Park vor dem WelzenbacherGebäude ist nicht nur gemütlich, sondern wird es möglich machen, Literatur direkt unter dem freien Himmel zu erleben (sofern es das Wetter erlaubt), mit einem spektakulären Blick auf die Landschaft und die Stadt.  Beliebte Besonderheit bei Sprachsalz: die Überraschungslesung. Wir verraten ganz sicher nicht vorher, wer kommt.  In der Vorwoche des Festivals finden Werkstätten für Jugendliche und Erwachsene statt.  Das Sprachsalz-Weblog: Sprachsalz betreibt ein Weblog. Im Weblog werden auch Texte unserer AutorInnen bzw. Ausschnitte aus Lesungen als Audiofiles zu hören sein.  Das Markenzeichen Sprachsalz: Unsere OrganisatorInnen wählen für Sie gute Literatur aus: Das, was wir interessant und hörenswert finden. Bei uns erleben Sie kein Wettlesen, keine Themenschwerpunkte, keine Fachdiskussionen, aber auch Bestsellerorgien und Neuerscheinungs-Lawinen finden nicht statt. Was wir Ihnen empfehlen, entsteht aus unserem lebenslangen Lesehunger, wir programmieren mit Verstand und von Herzen. Wir lesen anders . . .


© Erwin Ringhofer

Grußworte der Bundesministerin Dr. Claudia Schmied Liebe Besucher und Besucherinnen von Sprachsalz, Sprachsalz und die Tiroler Literaturtage Hall haben sich in den ersten zehn Jahren zu einem preisgekrönten Highlight im österreichischen Kulturkalender entwickelt, das mit seiner Auswahl an österreichischen und internationalen Autorinnen und Autoren auch den hohen Stellenwert der Literatur im kulturellen Leben der Stadt und der Region dokumentiert. Das stimmungsvolle Ambiente und die entspannte Atmosphäre sind der Willkommensgruß der traditionsreichen Kur- und Salinenstadt Hall an AutorInnen und FreundInnen zeitgenössischer Literatur, die an ausgewählten Orten der Stadt einen idealen Rahmen für Lesungen und Gespräche vorfinden. Dass die literarischen Veranstaltungen bei freiem Eintritt stattfinden und dass mit den Literaturwerkstätten auch neue Publikumsschichten angesprochen werden, freut mich als Kulturministerin besonders. Deshalb wünsche ich den OrganisatorInnen von Sprachsalz, dass ihnen mit der heurigen Literaturauswahl eine weitere Steigerung des Besucherinteresses gelingt. Den kulturbegeisterten Gästen der Literaturstadt Hall wünsche ich viele anregende Lesungen und Begegnungen mit Literaturschaffenden aus dem In- und Ausland.

Kultur PLUS Österreichs Kunstund Kulturbeilage 2 x im Jahr österreichweit in der Tageszeitung

Dr. Claudia Schmied

Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur

DER STANDARD

Info: kulturmacherInnen@ablinger-garber.at, Tel. 05223/513-43. Ein Projekt des Verlages Ablinger.Garber,

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Medienturm, Hall in Tirol. www.ablinger-garber.at


© fotowerk nusser aichner

HIMMER, BUCHHEIM & PARTNER

Grußworte der Landesrätin Mag. Dr. Beate Palfrader Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger! Vom 13. bis zum 15. September 2013 wird Hall wieder zur großen Literaturbühne. Rund 20 SchriftstellerInnen aus dem In- und Ausland sind in der Salinenstadt zu Gast, um bei den elften Internationalen Tiroler Literaturtagen aus ihren Werken zu lesen. Sprachsalz bietet nicht nur einen idealen Rahmen für Lesungen und Diskussionen, sondern ermöglicht interessante Begegnungen mit renommierten Persönlichkeiten aus dem Literaturbetrieb sowie einen regen Austausch zwischen heimischen AutorInnen und internationalen Gästen. Auf diese Weise trägt Sprachsalz maßgeblich zu einer Belebung der Tiroler Literaturszene bei und gibt wertvolle Impulse für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der literarischen Landschaft. Um die Bevölkerung noch stärker in das Festival einzubinden, werden im Vorfeld der Literaturtage Schreibwerkstätten für Jugendliche und Erwachsene angeboten, deren Ergebnisse dann im Lauf des Festivals präsentiert werden. Die gelungene Mischung der AutorInnen, die bewusste Einbeziehung des heimischen Publikums und der reizvolle Kontrast zwischen dem modernen Parkhotel und dem mittelalterlichen Stadtkern von Hall machen Sprachsalz zu einem ganz besonderen Erlebnis und sorgen dafür, dass die Zahl der BesucherInnen kontinuierlich ansteigt. Aus dem Tiroler Kulturleben ist Sprachsalz als wichtige Plattform internationaler zeitgenössischer Literatur nicht mehr wegzudenken. Ich danke allen Verantwortlichen und Mitwirkenden für ihren Einsatz und wünsche den Literaturtagen 2013 einen erfolgreichen Verlauf sowie dem Publikum eine spannende Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Literatur! Dr. Beate Palfrader

Landesrätin für Bildung, Familie und Kultur

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WOCHE

Neugierde. Wollen Sie wissen, was kommt? DER STANDARD berichtet über alle aktuellen Trends und Entwicklungen, ob in der Mode oder in der Technologie. Zum Beispiel jeden Freitag im RONDO – die große Bühne für Lifestyle. Blättern Sie rein.

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Die Zeitung für Leserinnen


© Stadt Hall in Tirol

Grußworte der Bürgermeisterin von Hall i. T., Dr. Eva Maria Posch Liebe Hallerinnen und Haller! Jedes Jahr im Frühherbst wird die Stadt Hall zur „Sprachsalz-Stadt“; heuer bereits zum elften Mal. In den vergangenen Jahren ist es dem Sprachsalz-Team gelungen, ein Literaturfestival bei uns zu etablieren, das im deutschsprachigen Raum bereits einen fixen Platz einnimmt und sich viel Aufmerksamkeit und Anerkennung erarbeitet hat. Besonders freut mich, dass auch die Einheimischen Sprachsalz inzwischen in ihr Herz geschlossen haben. Viele von ihnen nützen die Chance, Literatur von hohem Niveau zu konsumieren. Aus diesem Grund und weil alle Veranstaltungen bei freiem Eintritt abgehalten werden, ist die Stadt Hall gerne bereit, Sprachsalz finanziell und ideell zu unterstützen. Ich persönlich freue mich wieder auf die Begegnung mit Autorinnen und Autoren, auf spannende Lesungen und Diskussionen. Als Bürgermeisterin der Stadt Hall heiße ich alle Autorinnen und Autoren und Literaturfreunde herzlich willkommen und möchte mich auch beim Organisationsteam von Sprachsalz für seine ehrenamtliche Tätigkeit bedanken. Dr. Eva Maria Posch

Bürgermeisterin der Stadt Hall in Tirol

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SOEBEN ERSCHIENEN! Das neue Buch des SPRACHSALZ-Kurators ELIAS SCHNEITTER: Zirl. Innweg 8 – Erzählung in der 10-Jahres-Jubiläumsausgabe des KYRENE-Verlags Innsbruck-Wien. Zu beziehen über Ihre Lieblingsbuchhandlung . . . sowie am Büchertisch des Internationalen Literaturfestivals Hall in Tirol. Alle weiteren Informationen entnehmen Sie bitte unserem aktuellen Verlagsprogramm oder lesen Sie nach unter www.kyrene-verlag.com


11 Jahre Sprachsalz.

© M. Kauz

Lassen Sie mich . . . . . . im elften Jahr des Festivals von jenem Programmpunkt schreiben, der sich gewissermaßen von Stunde Null an als Publikumsmagnet herausgestellt hat: die Rede ist von unserer Überraschungslesung. In der Zwischenzeit ist sie so legendär, dass Festivals in der Schweiz und Deutschland ebenfalls begonnen haben, mit diesem Programmpunkt zu arbeiten. Wie der Name sagt, wird weder im Programmheft noch im Internet ein Name genannt, und trotzdem darf sich unser Publikum stets sicher sein, vom Büchnerpreisträger bis zur Nobelpreisträgerin, eine gewichtige Stimme zeitgenössischer Literatur hautnah und ohrnah zu erleben. Und so reizvoll dieser Umstand ist, birgt er dennoch ein Problem, und zwar dann, wenn man auf ein Namedropping und die damit verbundene Werbewirksamkeit angewiesen ist, was im Zusammenhang mit einzuhebenden Eintrittsgeldern rasch der Fall sein kann. Als eintrittfreies Festival bleibt uns diese Zwickmühle a priori erspart. Das unserer Arbeit entgegengebrachte Interesse erfreut uns und beflügelt die kreativen Kräfte für das Entwickeln weiterer Neuerungen: Der Überraschungsgast 2013 ist dermaßen prominent, dass wir uns gezwungen sehen, Platzkarten auszugeben (ab Festivalbeginn Freitag, 13. 9. 2013 / 13.00 Uhr im Festivalbüro, natürlich kostenlos!). Ein weiteres für unser gesamtes Team motivierendes Zeichen der Wertschätzung ist es, dass wir einen der bedeutendsten Schriftsteller Österreichs – sein neuer Roman ist heuer im August erschienen – als Moderator gewinnen konnten: Er stellt den US-Schriftsteller Alan Kaufman vor und wird mit ihm ein Gespräch führen. Und ein weiteres Mal ergeht ein großer Dank an die Verantwortlichen der Stadt Hall, allen voran an die Haller Bürgermeisterin Frau Dr. Eva Maria Posch und den Kulturstadtrat Johann Tusch als auch an die Familie Grishaver vom Parkhotel. Diese Unterstützung ermöglicht es für das heimische Publikum, die Leserinnen und Leser, ein internationales Literaturfestival durchzuführen, welches sozusagen aus der Salzstadt Hall auch etwas Salz/Würze in die Suppen anderer Literaturveranstaltungen einzustreuen vermag. Ihr Heinz D. Heisl Kurator und Vereins-Obmann Sprachsalz 14

liber wiederin. Erlerstraße 6 Innsbruck Tel 0512-890365 mail@liberwiederin.at www.liberwiederin.at


Lebt in Basel

Bei einer Gesprächs- und Leserunde in der Bücherei von Lenzerheide (Schweiz) sagte die in Bratislava geborene Autorin, dass sie das Wort „Heimat“ nicht mehr hören könne, auch wenn ihr Roman Die undankbare Fremde exakt das beinhaltet, was ein Mensch beim Einwandern eigentlich zu finden versucht. Sowohl in ihren journalistischen als auch in der erzählenden Literatur ortet Brežnás brillante Sprachform septische Stellen in einer Gesellschaft, die sich unerträglich oft für clean hält. Ihr kritischer und kommentierender Reporterblick verleiht der Belletristik inhaltliche Relevanz und umgekehrt veredelt das schriftstellerische Feilen die Reportagen mit literarischem Glanz. Brežná erklärte an der besagten Veranstaltung, dass sie durch ihre Texte schon mit „Furie der Nation“, aber auch mit „beste Einwanderin“ B ü c h e r A u s w a h l : betitelt wurde. „Ich füge Dinge zusammen, die eigentlich gar nicht zusammenDie undankbare Fremde. Roman. Galiani, 2012; gehören.“ Dazu gehört möglicherweise Schuppenhaut. Roman. ihre bissige Ironie, gepaart mit der helvetiEdition Ebersbach, 2010; schen Angst vor dem Humor? Die beste aller Welten. Roman. Edition Ebersbach, Dass Der Schweizer Literaturpreis 2012 ihr 2008; Die Wölfinnen von gehört, gönnen wir ihr genauso, wie IhSernowodsk. Reportagen nen, liebe Besucherinnen und Besucher, aus Tschetschenien. 1997; die Begegnung mit dieser literarischen Falsche Mythen. Reportagen aus Mittel- und Stimme. Osteuropa nach der Wende. UHA 1996; So kam ich unter die

Zehra Çırak.

Lebt in Berlin

Wissen Sie was Österreich in Türkisch heißt? Avusturya. Nicht zu verwechseln mit Avustralya, das ist nämlich Australien. „Zweiatmigkeit“ nennt Zehra Çırak in einem Interview ihr Leben in den beiden Sprachen, dem Türkischen und dem Deutschen: „Wenn ich von Zweiatmigkeit spreche, dann meine ich damit das Doppelleben in der Sprache. Das ist nicht so wie wenn man sprachbegabt ist und mehrere Sprachen sprechen kann. Eher ist es so, als könne die eine Sprache, die sich in ihrer Beherrschbarkeit im Sprachleben ausdrückt und auslebt, dennoch nicht ganz und gar bei der Seelenstimme durchsetzen. Die Seelenstimme ist die türkische Sprache in mir, die ich nicht vollkommen spreche. Doch die deutsche Sprache in mir gibt ihr genügend Luft zum Atmen.“ Die 1960 in Istanbul geborene Schriftstellerin, die Lyrik, Miniaturen und Erzählungen schreibt, in die Schublade „Migrationsliteratur“ zu stecken, wäre sehr kurzatmig gedacht. Ihre Zweiatmigkeit gibt ihr vielmehr die Möglichkeit, ganz genau hinzusehen, doppelbödig und voller Witz. „Ich dichte das, was ich zu dichten habe“, schreibt sie in Angezogene Gedichte, „und nicht das, was mir gut zu Gesicht stünde.“ Bücher Auswahl: UW

© Marilya Veteto Reese

© Mano Strauch

Irena Brežná.

Die Kunst der Wissenschaft. Gedichte. 2012; Der Geruch von Glück. Erzählungen. 2011; In Bewegung. Gedichte und Prosaminiaturen. 2008; alle Verlag Hans Schiler, Berlin

Schweizer. Fragmente. 1986; Biro und Barbara. Kinderbuch. Zytglogge Verlag Bern, 1989. www.brezna.ch

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Historische Romane gibt es viele, aber wenige sind so präzise recherchiert wie diejenigen von Anne Cunéo, und wenige suchen sich die an und für sich unspektakulären Themen aus, die sie sich liebevoll auswählt. So etwa ihr aktuelles Buch Schon geht die Welt in Flammen auf, das in der deutschen Übersetzung bei uns seine Österreich-Premiere haben wird: Darin erzählt sie die Geschichte einer Faust-Aufführung im Züricher Schauspielhaus 1940, das damals eines der Zufluchtsorte vieler aus Deutschland geflüchteter Künstler war. „Ass man Croissants 1940? – In Paris sicher, aber in Zürich?“, bis hin zu solch alltäglichen Dingen recherchierte Anne Cunéo in der Vorbereitung zu ihrem Buch. „Und da wo es dann wirklich Lücken gibt, die man nicht mehr recherchieren kann – da bin ich frei“, sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln. Die Autorin schaut auf ein Lebenswerk von zahlreichen Büchern zurück, daneben ebenso zahlreiche Dokumentarfilme und Reportagen. Die französischsprachige (aber charmantestes Deutsch sprechende) Anne Cunéo hat soeben den Titel „Commandeur de l’ordre de Mérite“ (natioB ü c h e r A u s w a h l : naler Verdienstorden) Frankreichs erhalten. Ein Grund mehr, dass wir in ZusamSchon geht die Welt in Flammen auf. Roman menarbeit mit dem Institut Français (übersetzt von Erich Liebi). Innsbruck auch eine Lesung in Französisch 2013; Eine Welt der Wörter. präsentieren dürfen. Roman (übersetzt von Erich Liebi). 2013; Štěpán. Roman Und das mit den Croissants – können Sie (übersetzt von Claudia sie selber fragen beim Festival! Steinitz). 2011; Zaida MK (übersetzt von Erich Liebi). Roman. 2009; alle Bilger Verlag; Garamonds Lehrmeister. Roman. Limmat Verlag, 2007. Französisch (Auswahl): La Tempête des Heures. Roman. 2013; Un monde de mots. Roman. 2011, beide bei Editions Bernard Campiche. http://bloc-notes.hautetfort.com

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Lebt in Zürich

Max Goldt.

Lebt in Berlin

Er hat ein unnachahmliches Gespür für gute Titel, aber die Inhalte der Bücher sind diesen ebenbürtig. Essays, Glossen, Szenen aus dem alltäglichen Leben, witzig und böse in einem, so zielen sie auf die Welt des allgemeinen Quatschens und Meinens einerseits, andererseits auch auf das Fühlen und Denken dahinter. Bewusstseinskritisch, leichthändig und scharfsinnig, hautnah und augenscheinlich, und endlich bei uns: SPRACHSALZ 2013. Dass Goldt vornehmlich lustig sei, ist ein Missverständnis, wohnt seinen Betrachtungen/Beobachtungen und deren Wiedergabe doch stets ein böser Witz inne (Zitat NZZ: „Goldts mäandernde Monologe bestechen durch ihre genuin literarische Unvorhersehbarkeit“). Max Goldt führt akrobatisch schwebenden Witz und sach- B ü c h e r A u s w a h l : tes Dirigat vor Ohren. Er ist ein Arbeiter Die Chefin verzichtet. elegantiarum, ein wachsamer Sprachkriti- Rowohlt Berlin, 2012; Nackt in einem Märchenschloss ker, der Klischees und Modefloskeln nicht voll wirklich schlechter meidet, er greift diese mit den „Handschu- Menschen. Letternpress hen der Ironie“ (Zitat FAZ) auf und jongliert Berlin, 2010; Gattin aus Holzabfällen. Rowohlt damit meisterhaft. Max Goldt hört genau Berlin, 2010; Vom Zauber in den Alltag und das Alltagsleben hinein, des seitlich daran schaut der Alltäglichkeit auf die Finger. Vorbeigehens. Rowohlt Aber ... Zitat FAZ: „Goldts Humorsystem Berlin, 2005; Der Karpfen auf dem Sims – Betrachist primzahlverschlüsselt und lässt sich tungen, Essays u. a. nicht knacken.“ „Es ist Goldt, der glänzt“ Alexander Fest Verlag Berlin, (Zitat: Basler Zeitung). Und beachten Sie 2001; Die Kugeln in unseren Köpfen. Haffmans bitte: Bedauerlicherweise wird er nur am Verlag, 1995; Quitten für die Samstagabend zu sehen sein, dafür freu- Menschen zwischen en wir uns doppelt auf diesen fulminanten Emden und Zittau. Haffmans Verlag, 1993; Mein Festabend-Beitrag. HDH

© billy hells

© Axe Yavas

Anne Cunéo.

äußerst schwer erziehbarer schwuler Schwager aus der Schweiz. A-verbal, 1984 www.katzundgoldt.de/

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© Lubkas Cejpek

Lebt in Wien

Als ich Waltraud Haas in den Siebzigerjahren kennenlernte, studierte sie (neben Germanistik und Philosophie) Grafik an der Hochschule für Angewandte Kunst Wien. Aber schon damals war für sie klar, dass sie sich vorwiegend der Literatur widmen würde. Das „grafische Moment“, die Form hat bei ihren Texten jedoch einen ganz besonderen Stellenwert. Bisher veröffentlichte Waltraud Haas vor allem Gedichte, die zumeist nur wenige Zeilen umfassen. Reduktion bis zum Äußersten ist ihr wichtigstes Stilmittel. Vom Erscheinungsbild sind ihre Gedichte luftig, leicht. Dieser erste Eindruck steht jedoch in heftigem Kontrast zu den Bildern, den Empfindungen, dem Klang und den Tönen, die in diesen Gedichten verwendet werden. Hier kommen Verletzlichkeit, traumatische Erlebnisse, zumeist eine völlige Wehrlosigkeit und Verlorenheit zum Ausdruck, in der gleichzeitig das Verlangen nach Helligkeit mitschwingt. In dieser Gegensätzlichkeit haben die Gedichte von Waltraud Haas eine B ü c h e r A u s w a h l : unverwechselbare Eigenständigkeit und Selbstporträt auf rotem Einzigartigkeit und sie strahlen eine ganz Grund. Gedichte. 2012; besondere Würde aus. Zwerchfellgewitter. ES Gedichte. 2009; beide im Klever Verlag. Run & Run. Gedichte. Deuticke Verlag 2002 ; Lots Tochter. Gedichte. Vido Wien, 1991. Weiße Wut. Lyrik & Prosa, Wespennest 1995

Alan Kaufman.

Lebt in San Francisco

Alan Kaufman wurde in der Bronx geboren und ist dort aufgewachsen. Seine Mutter war französische Jüdin und Holocaustüberlebende, unter deren Trauma auch die Familie litt. Der Vater war Nachtschichtarbeiter bei der Post. Diesen biografischen Hintergrund sollte man kennen, um die künstlerische Arbeit von Alan (neben der Literatur ist er auch Maler) besser zu verstehen. Ende der Achtziger-, Anfang der Neunzigerjahre entstand in einigen Großstädten der USA eine neue literarische Untergrundbewegung, die von den katastrophalen sozialen Verhältnissen der Reagan- und BushÄra geprägt wurde. Rap, Poetry Slams oder Free Speech Zones waren häufig die Plattformen für einen Lyrik-Boom, ausgehend von New York und vor allem San Francisco. Diese neue Dichtergeneration konfrontierte ihr Publikum oft unangekündigt in Cafes oder in den Straßen und Parks mit ihren Texten, sie publizierten auf Handzetteln und in Kleinverlagen, abseits der gängigen Kanäle des Literaturmarktes. Alan Kaufman, Patricia Smith, Chuck Perkins oder Dave Brinks waren wichtige Vertreter dieser neuen Bewe- B ü c h e r A u s w a h l : gung, die von benachteiligten Gesell- Zwangsjackenelegien. schaftsschichten, den Afro-Amerikanern, Gedichte. Edition BAES, 2013 (übersetzt von Jürgen den Latinos und Randgruppen wie SchwuSchneider); Drunken Angel. le, Lesben, Arbeits- und Obdachlose getra- a memoir. Viva Editions 2011; gen wurde. Ihre Botschaften wurden zum Matches. Roman. Little, inoffiziellen Nachrichtendienst, zum CNN Brown and Company, 2005; Jew Boy. Roman. Fromm des Undergrounds, wie Alan Kaufman es International 2000; The bezeichnete. ES Outlaw Bible Of American

© by permission of AK

Waltraud Haas.

Poetry. (als Herausgeber) Thunder´s Mouth Press, New York 1999 www.pen.org/alan-kaufman

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Wo anfangen, bei einem derart multipel begabten Autor wie Markus Köhle? Nicht nur ist er einer der profiliertesten Artisten des Poetry Slam, auch ist er ein ausgezeichneter und geförderter Verfasser von Romanen und Erzählungen. Ein Allzweckdichter, der sich in jedem Teich wohl fühlt. Eine zwischen humanistischer Integrität und postpubertärem Leichtsinn wandelnde Sprachhexe, die sowohl dem Terrorismusparagrafen § 278, als auch dem Wäschenetz mit Reißverschluss den längst verdienten Platz in der Literatur zugewiesen hat. Markus Köhle moderiert und bespielt ungezählte Poetry Slams zwischen Bern und Wien, ist ständiges Mitglied der Lesebühne Dogma.Chronik.Arschtritt und Redakteur der Literaturzeitschrift DUM. Was es zu seinem Romanhelden Hanno (Hanno brennt) zu sagen gibt, wird Köhle uns an seinen Lesungen verraten. Nur soviel: „Hanno schreibt gerne Briefe, obwohl es eindeutig mit Anstrengung und dem Bedürfnis, wirklich etwas erzählen zu wollen, verbunden ist.“ Selten triff t Verlagswerbung derart zu, wie diejenige aus dem MilenaVerlag: „Leser jubeln über Köhles Charme, Humor und EinfallsreichB ü c h e r A u s w a h l : tum.“ Hanno brennt. Roman. 2012; Vorhang auf für unseren liebsten BriefeDorfdefektmutanten. schreiber aus Wien und Erschwindler von Roman. 2010; Doppelter Observationsberichten zum internen Textpresso. Slam Poetry. 2009; alle Milena Verlag, Wien; Dienstgebrauch; Vorhang auf für den Bruchharsch. Prosa. sprachberauschten Markus Köhle! Skarabaeus Innsbruck, 2008; CS Riesenradschlag. Briefe aus Wien. edition20 Wien, 2008; Letternletscho. Ein Stabreim-Abcetera. SisyphusVerlag, 2004; Couscous a la Beuschl. Roman. Kyrene Verlag, 2004; Pumpernickel. Erzählungen. Skarabaeus, 2003 www.autohr.at

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Lebt in Wien

Matthias Mander.

Lebt in Gerasdorf bei Wien

Nachdem ich an der Messe Wien das Buch mit dem Titel Die Holschuld oder Garanaser Filamente (Teil III der Garanas-Trilogie) in die Hand bekommen und gelesen hatte, bemühte ich mich sofort um die früheren Bücher dieses Schriftstellers, genauer gesagt die Romane Der Kasuar, Wüstungen, Der Sog. Jedes dieser Werke ist eine unvergleichliche Bestandsaufnahme und Durchleuchtung der Struktur der Industriegesellschaft der Siebzigerjahre, verfasst in jenem, diesen Jahren innewohnenden Sprachduktus (Zitat NZZ: „Das bestehende als Ausblick, Warnung und Prophetie“). Man kommt nicht umhin, Matthias Manders Werk in eine Reihe mit denen von Heimito von Doderer und Robert Musil zu stellen; eine diesbezügliche Wahrnehmung seitens der Literaturwissenschaft lässt allerdings bislang noch auf sich warten. Sie werden diesem Autor ja nun persönlich begegnen und dabei auch erfahren, dass auf ihn Verlass ist, was B ü c h e r A u s w a h l : sein Wissen über den Stoff und was die Die Holschuld oder Recherche zu den Büchern und Themen Garanaser Filamente. Roman. 2012; Der anbelangt. Darin ist er für mich mit Kenz- Brückenfall oder Das aburo Oe vergleichbar – anlässlich meiner Drehherz. Roman. 2005; Erfahrung in persönlichen Gesprächen mit Garanas oder Die Litanei. Roman. 2001; alle Cerninbeiden. HDH

© Ines Hauser

© D. Mitterbacher

Markus Köhle.

Verlag Wien; Cilia oder Der Irrgast. Roman. 1993; Der Sog. Roman. 1989; Wüstungen. Roman. 1985; Das Tuch der Geiger. Erzählungen. 1980; Der Kasuar. Roman. 1979; alle Verlag Styria Graz Wien Köln www.matthias-mander.at

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© StefanSandner

Lebt in Wien

Wände aus Papier, ein Prosazyklus: Nachdem ich das Buch in die Hände bekommen hatte, wurde ich nicht nur zum eifrigen Leser dieser Arbeit nein . . . ich werde seither auch nicht müde auf diesen Schriftsteller und die Qualität seiner Texte hinzuweisen, verfügt er doch über jene besondere Gabe, die in der österreichischen Literaturlandschaft momentan nicht mehr einfach zu finden/entdecken ist. Die Gabe der eigenen Erzählstimme und des eigenen/wiedererkennbaren Erzählstils. Dieses Werk hebt sich wohltuend ab – die Ansprüche anspruchsvoller LeserInnen erfüllend –, hat es doch so gar nichts mit jenen – unter Startauflagengetöse angepriesenen – saisonalen Wucherungen zu schaffen. Während die Qualität der Großverlagsproduktion an der Aufgeblasenheit nach und nach zu Grunde geht, produzieren die kleinen Verlage – wie Luftschacht – Textperlen. Dieser Umstand ist eine gute Gelegenheit, den Wechsel in die Gemeinschaft der mündigen LeserInnen zu vollziehen und sich Büchern wie jenen von Hanno Millesi zuB ü h n e n s t ü c k e : zuwenden. Kein einzelnes seiner Bücher Granturismo. Roman. 2012; soll hier herausgestellt werden, zu komDas innere und das äußere plex ist dieses Werk, umfasst es neben der Sonnensystem. ProsazykLiteratur auch Bildende Kunst und Musik. lus. 2010; Der Nachzügler. Aber zu den Büchern kann ich sagen, dass Roman. 2008; Im Museum der Augenblicke. Roman. diese für mich zu den Glanzleistungen 2007; Wände aus Papier. der österreichischen Gegenwartsliteratur Prosazyklus. 2006; zählen. Mythenmacher. Roman. 2005; alle im LuftschachtHDH Verlag Wien; Primavera. 2001. Ritter Verlag Klagenfurt; Disappearing: Rückzugsvarianten. 1999. Ritter Verlag, Klagenfurt www.ignorama.at

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Erica Pedretti.

Lebt in La Neuveville

Sie repräsentiert nicht nur einen Teil der europäischen Literatur- und Kunstgeschichte, sondern durch ihr Leben auch das verworrene Schicksal des alten Kontinents. Vor dem Leben mit ihrem Mann, dem Künstler Gian Pedretti und fünf Kindern im Engadin und am Bielersee, erlitt sie eine Nachkriegsodyssee von Osteuropa über Deutschland, in die Schweiz nach USA und wieder zurück. Ihr Werk setzt sich aus all dem Erlebten zusammen, mündend in einer Literatur, die eine außergewöhnliche Ästhetik mit einer existentiell wichtigen Bewältigung verknüpft. Einmal unterhielten wir uns vor Publikum in St. Moritz und ich fragte sie, warum sie erst seit den 1970er Jahren zu publizieren begann. „Mein Vater schrieb für die Zeitung und er wusste, wie man schreibt. So wie ich schrieb, schreibe man nicht, sagte er. Meine erste Geschichte habe ich verbrannt, weil meine Schwester mich aufmerksam machte, dass das vielleicht meine Eltern lesen könnten.“ Die 1930 in Sternberg (Tschechische Repu- B ü c h e r A u s w a h l : blik) geborene Erica Pedretti erhielt u. a. Fremd genug. Prosa. Insel, 2010; Kuckuckskind oder 1984 den Ingeborg Bachmann-Preis für Das Was ich ihr unbedingt Modell und sein Maler und wurde 2013 noch sagen wollte. Roman. mit dem Schweizer Literaturpreis für ihr Ge- 1998; Valerie oder Das unerzogene Auge. Roman. samtwerk ausgezeichnet. 1986; Engste Heimat. Übrigens, sie gab dem Publikum am besag- Roman. 1995; alle Suhrkamp ten Anlass zu verstehen, dass sie „eigentlich Verlag; Mal laut und falsch alles andere bei weitem lieber mache als zu singen. Prosa. EremitenPresse, 1986; Sonnenaufschreiben“ ... Wir freuen uns sehr, dass sie eigens für gänge, Sonnenuntergänge. Erzählungen. 1984; Sprachsalz in ihrem Leben eine weitere Veränderung. Roman. 1977; Reise anfügt; diejenige aus der Westschweiz Harmloses, bitte. Prosa. nach Tirol. 1970; Heiliger Sebastian. UHA Roman. 1970; alle Suhrkamp

© YvonneBoehler

Hanno Millesi.

Verlag; Steine oder Die Zertrümmerung von dem Kind Karl und anderen Personen. Hörspiel. Süddeutscher und Norddeutscher Rundfunk, 1976

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© Pocha Silva

Lebt in Buenos Aires

Nachdem ich seinen gerade 100 Seiten umfassenden Roman gelesen hatte, wünschte ich mir diesen Autor auf die SprachsalzLesebühne, was letztendlich durch die Unterstützung des Schweizer Ausnahmeverlegers Ricco Bilger gelang; dieser stellte ein weiteres Mal sein untrügliches Gespür unter Beweis und veröffentlichte Letzter Zug nach Buenos Aires (übersetzt von Luis Ruby). Zum ersten Mal wird Hernán Ronsino im deutschsprachigen Raum nun auch zu hören und sehen sein. Und all jene, die 2010 Michel Butor und dessen Bücher ins LeserInnenherz geschlossen haben, denen wird es mit diesem Autor und dessen schmalen Buch ebenso ergehen, nimmt seine Arbeitsweise doch die Impulse des „Nouveau Roman“ wieder auf, jenes sezierende Hineinhorchen in die Geschichten des Hinterlandes, wie in Butors Schlüsselwerk Der Zeitplan oder in Passage de Milan. Ein Zitat aus dem Tatsachenroman Das Massaker von San Martin (von Rodolfo Walsh) ist der Null-Punkt, von dem aus die Geschichte startet. Ronsinos Sätze fahren in einen hinein wie ein Zug und der Schienenstrang den man hinter sich lässt, verschwindet sogleich wieder. „Eines Tages bleiben die Züge aus. Dann kommt ein Bautrupp. Sechs oder sieben Männer steigen von einem Lastwagen. Sie haben gelbe Helme auf. Sie fangen an, die Geleise herauszureißen. Ich sehe ihnen von hier B ü c h e r A u s w a h l : aus zu.“ Freuen Sie sich auf das Buch und diesen Letzter Zug nach Buenos Aires. Roman (übersetzt von besonderen Schriftsteller. Luis Ruby). Bilger-Verlag HDH Zürich, 2012; Glaxo. Roman.

Andre Rudolph.

Lebt in Leipzig

Es war im Mai 2010 im stilvollen Ambiente des „Pavillon des Fleurs“ in Meran, als ich Andre Rudolph im Zuge des Meraner Lyrikpreises zum ersten Mal lesen hörte. Erstaunt war ich von seiner sprachlichen Präzision in der Schriftlichkeit wie auch im Vortrag. „Eine lyrische Stimme voll abgründiger Leichtigkeit und selbstironischer Verzweiflung“, urteilte die Jury und verlieh Andre Rudolph den Hauptpreis. Seit damals sind weitere Preise gefolgt. 1975 in Warschau geboren, in Leipzig lebend, arbeitet er auch als Lyrik-Übersetzer aus dem Polnischen. Seine zwei ersten Werke fluglärm über den palästen unsrer restinnerlichkeit und confessional poetry wird er ebenso im Gepäck haben wie einige unveröffentlichte Texte. BSch

© Peter Löffelholz

Hernán Ronsino.

Bücher Auswahl: confessional poetry. Gedichte. 2012; fluglärm über den palästen unsrer restinnerlichkeit. Gedichte. 2009/10; beide luxbooks Wiesbaden

Verlag Cadencia Buenos Aires, 2009; La Descompositión. Roman. Interzona Latinoamericana, 2007; Te Vomitaré De Mi Boca. Erzählungen. Editioral Libris, 2004 www.facebook.com/ hernan.ronsino

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© Matthias von Gunten

Lebt in Zürich

„Ich könnte einfach verschwinden. Leah ist auch verschwunden. Aber sie hat Spuren hinterlassen, einen Sohn, Großkinder. Ihre Töne auf Musikaufnahmen. Und ihre Tagebücher.“ Anna befindet sich „schon zu lange“ in einem Zustand der Unentschiedenheit. Mit beherrschter Neugier nähert sie sich den Tagebüchern ihrer kürzlich verstorbenen Großtante Leah, die jene zwischen 1925 und 1948 geschrieben hat. Sie lernt die Cellistin, deren Strenge und Härte sie früher eingeschüchtert haben, als eine Frau sehen, die viel durchgemacht hat: Drei Kontinente, drei Ehen, oft prekäre Lebensumstände. „Es verschlug Leah immer wieder woanders hin, doch irgendwann fand sie wieder den Boden unter den Füßen, suchte sich ihren Platz, trotz allem.“ Die Erkundung von Leahs Leben öffnet Anna nicht nur eine Tür zu den Gedanken und Gefühlen ihres verschlossenen Vaters, auch eine Tür zu sich selbst. Ein Roman, den man in einer versöhnlichen Stimmung weglegt, um später erstaunt festzustellen, wie sanft und unprätentiös hier potenziell pompöse Themen wie familiäre Geheimniskrämereien und Lebensmut entfaltet werden. Bettina Spoerri ist im Literaturbetrieb sowohl als Autorin von Kurzgeschichten und journalistischen Texten, als auch als Veranstalterin fest verwurzelt. Konzert für die Unerschrockenen ist ihr Romandebüt. CS Bücher Auswahl: Konzert für die Unerschrockenen. Roman. Braumüller, Wien 2013 www.seismograf.ch

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Michael Stavarič.

Lebt in Wien

Gäbe es eine völlig unwissenschaftliche Enzyklopädie der Romanciers, so wäre Michael Stavarič bei den Mikrokosmoliten und dort in der Untergruppe der Fragmentarier zu finden. Was allerdings nicht bedeuten soll, dass Stavarič haarspalterisch Erbsen zählt und dabei den Blick für das große Ganze verliert. Er erzählt Geschichten von Liebe, Verrat, Tod und der Kindheit. Seine Romane inszenieren Immobilienmaklerinnen, Metzgerinnen oder Zoohändler, Waisenkinder, Tiere, Brandstifter, Schwerenöter und mehr oder weniger toughe Frauen – immer mit einem Blick auch fürs Über-Reale. „Michael Stavaričs Schreiben“ so Beate Tröger im Chamisso-Magazin Nr. 7/März 2012 „ereignet und entwickelt sich zwischen Gegensätzen und Spannungsverhältnissen, zwischen Rückgriffen auf Erzählmuster und der Abkehr von ihnen, zwischen anarchischer Spontaneität und Reflexion, zwischen einem Verwirbeln und Ordnen der Worte.“ Ein besonderes Anliegen des 1972 in Brno/Tschechien geborenen und heute in Wien lebenden Autors sind außerdem seine Bilderbücher, die – wie auch die Romane – vielfach ausge- B ü c h e r A u s w a h l : zeichnet wurden und so schöne Titel wie Königreich der Schatten. Gaggalagu, Gloria nach Adam Riese Roman. 2013; Brenntage. Roman. 2011; beide C.H.Beck oder Die kleine Sensenfrau tragen. München; Gloria nach UW Adam Riese. Kinderbuch

© Claudia Schumann

Bettina Spoerri.

Luftschacht Wien, 2012; Böse Spiele. Roman. dtv-Taschenbücher München, 2011; Nadelstreif & Tintenzisch. Ein Bestiarium. Haymon Innsbruck, 2011 www.facebook.com/stavaric

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Ulrike Ulrich.

© Ute Schendel

Lebt in Zürich

Nehmen wir an, Sie bleiben vor einem Stellenbewerbungstermin im Fahrstuhl stecken. Sie begännen zu schwitzen und die einzige Verbindung zur Außenwelt wäre eine Frauenstimme aus der Gegensprechanlage. Oder stellen Sie sich vor, Sie lägen in einem MagnetresonanzTomografen und ließen Ihr Gehirn zwecks Tumorsuche digital in Scheibchen schneiden. Solche Momente dienen Ulrike Ulrich als Ausgangslagen, um sich in ein Gedankengewusel hineinzuschreiben, voll von sprachlichen Nebenzweigen und Wortströmen, die dann im Lesenden weiter rascheln oder rieseln, als flößen ihre Worte durch die Blutbahnen für die literarische Versorgung. Ihre Kunst lässt die Schlussfolgerung zu, dass es nur Worten gelingt, in solche Tiefen des Empfindens aus Leid und Lust zu gelangen. In ihren beiden Romanen Fern bleiben und Hinter den Augen veranschauB ü c h e r A u s w a h l : licht die in Düsseldorf geborene Autorin, dass Eile, Rasen, Pulsieren durch die richtiHinter den Augen. Roman. 2013; Fern bleiben. Roman. ge Wortwahl in jedem Kopf geschaffen 2010; beide Luftschacht; werden kann, vorausgesetzt natürlich, Wegen der Hingabe. Prosa. 2009 auf CD Beast of Tittanic dass man sie liest! Bern; Das Meer. Hörspiel Wir freuen uns, dass Ulrike Ulrich uns hier ORF1. 2002; Tiefer gehen. in Hall eine ihrer Textdosis injiziert. Prosa. In: Kolik 2002; Das UHA habe ich mir größer vorgestellt. Mitherausgeberin Anthologie. Salis, 2011; 60 Jahre Menschenrechte. Mitherausgeberin. Anthologie. Salis, 2008 www.ulrikeulrich.ch

D A S F Ü R

K L E I N E G R O S S E

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« Das Lesemagazin,

das in der Schweiz gefehlt hat.» Peter Stamm, Schriftsteller

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© Hauke Piper

Klangspuren Der Freitag-Abend bringt uns zwei spezielle Klangspuren-Acts:  Um 19 Uhr im großen Kurhaussaal das Konzert des Ensemble Phoenix Das Ensemble Phoenix aus Basel spielt ein mit dem 1. Preis gekröntes Werk von Nicolas Tzortzis, einem jungen griechischstämmigen Komponisten aus Paris – fein gesponnene, komplexe, nervös geladene Musik –, ein Werk (2. Preis) des jungen Westschweizers Benedikt Hayoz, in dem Textfragmente aus Jean Pauls Die Tonkunst als das höchste Echo und immer wieder musikalische Zitate von Robert Schumann (Papillons, Geister-Variationen) eingeflochten sind. Maxim Seloujanow geht in seiner witzigen labyrinthischen Raummusik unmittelbar auf Jean Paul ein, indem er die Instrumentalisten reihum kurze Paul-Texte sprechen lässt. Das Stück Gesänge der Ferne des Schweizers Balz Trümpy ist von einem der Romantik nahen fließenden Gestus getragen, während Wolfgang Rihms Chiffre II geradezu vor expressiver Energie und vorwärts drängendem Impuls zu explodieren scheint.  Um 21.30 Uhr im Saal 1 ein sehr feiner Programmpunkt Ein Jazz & Poetry Slam für Sprecher und Tenorsaxophon; Jean Paul liefert die Sprache/Sätze/Wörter; Hauke Piper brilliert mit der Ausführung des Kompositionsauftrages und mit Tobias Christl (Sprecher) sowie Andreas Böhlen dürfen Sie zwei Ausnahmekünstler erleben. Sie werden nicht nur überrascht sondern auch begeistert sein: Slam Poetry auf höchster Ebene!

Spezial Hauke Piper (Braunschweig): „Meine Urlaubslektüre im Sommer 2012: Jean Pauls Seebuch, jenes Luftschiffer-Logbuch, Deutschland aus der Vogelperspektive und im Detail, mikro und makro. Geeignete Textstellen? Die Fußnoten! Alleine für sich gelesen, rufen sie das „Seebuch“ indirekt in Erinnerung, wie eine nicht ganz vollständige Hohlform. Das Saxophon lasse ich segeln, wohin der Wind es treibt, über einer Windrose, die eine zwölftönige Reihe in Ost und West teilt; zwölf Sektoren aus spiralförmig angeordneten transponierten Reihen.“ Tobias Christl (Köln): Tobias Christl ist Stimmkünstler und Totalmusiker. Er ist Songwriter, Improvisator, Sprecher, Komponist und Initiator, spielt Klavier, Keyboard, Klarinette und Gitarre. Sein musikalischer Durst hat seinem stimmlichen Ausdruck einen himmelblau weiten Horizont beschert. Andreas Böhlen (Basel): Der 30-jährige Andreas Böhlen aus Norden in Ostfriesland ist ein begnadeter Musiker, der sich mit seiner Blockflöte den barocken Klängen widmet. Aber er beherrscht auch das Jazz-Saxophon und spielt auf Konzerten in ganz Europa, Japan, Australien und den USA. Zudem produzierte er Musik für verschiedene Radiosender, darunter der NDR und der Deutschlandfunk. HDH/ Klangspuren

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Ernst Gossner, lebt in Los Angeles & Wien Ernst Gossner, lebt und arbeitet in Los Angeles & Wien. Ernst begann als Performer im Pfarrsaal Sieglanger, der Axamer Klause, Pascha und dann als Schauspieler am Tiroler Landestheater. Zehn Jahre und fünfzig Theaterstücke später sein erster Film FLUCHT als Regisseur. Die nahm er wörtlich, als er an die renommierte Filmschule des American Film Institutes nach Los Angeles berufen wurde. Seitdem ist Ernst dem Film verschrieben; 2005 gründete er seine Produktionsfirma Vent Productions in Los Angeles, mit der er seinen mehrfach preisgekrönten Debut-Spielfilm SOUTH OF PICO (Buch, Regie und Produzent) produzierte. Nach seinem ersten Dokumentarfilm GLOBAL WARNING drehte und produzierte Ernst seinen zweiten internationalen Spielfilm DER STILLE BERG mit Claudia Cardinale und William Moseley (Narnia) in Südtirol, Osttirol und Trentino. Ein monumentales Tiroler Familienepos angesiedelt im Gebirgskrieg der Dolomiten. Kinostart ist Januar 2014. Ernst Gossner liest die Texte von Alan Kaufman auf Deutsch.

Robert Grass, lebt in Wien und Wiener Neustadt Schauspieler, geboren in Hall in Tirol, somit ein echter „Haller Kübel“, zahllose Rollen auf verschiedenen Bühnen (Staatstheater Hannover, Schauspielhaus Zürich, Josefstadt Wien), Lesungen, Rundfunk, TV-Engagements. Synchron- und Werbesprecher. Gearbeitet mit Regisseuren wie Peter Stein, Jürgen Flimm, Otto Schenk, Helmut Lohner, Hans Hollmann . . . Robert Grass liest die Texte von Hernán Ronsino auf Deutsch und Jean Paul Zitate beim Klangspurenkonzert im großen Kurhaussaal, Freitag 19.00 Uhr.

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Besondere Sprachsalz-Stimmen . . .


GesprächsNorbert Gstrein Ganz besonders freuen wir uns auch, dass wir heuer einen ganz speziellen Gast wieder begrüßen dürfen: Norbert Gstrein, einer der bedeutendsten literarischen Stimmen Österreichs, hat bereits bei Sprachsalz gelesen und kommt diesmal in einer ganz besonderen Mission zurück, nämlich als Moderator für die Lesungen und ein Gespräch mit Alan Kaufman. Im Gepäck (und am Büchertisch erhältlich) wird aber auch sein brandneu erschienener Roman Eine Ahnung vom Anfang sein. Norbert Gstrein hat Alan Kaufman Anfang 1990 in San Francisco kennengelernt und sich mit ihm ein halbes Jahr lang ein Appartement geteilt. Er wird die Einführung zu seinen Lesungen halten und mit ihm über seine Bücher Drunken Angel, Matches, Jew Boy und seine Poetik des autobiographischen Schreibens sprechen.

erschienen). Er schwört außerdem auf Reisen und Spanischlernen als „AlzheimerProphylaxe“. Und wollte schon länger bei Sprachsalz mitarbeiten. Nun sind wir froh, dass er dabei ist und sein Spanisch gleich an Hernàn Ronsino testen kann. Toni Zwyssig moderiert Anne Cunéo und leitet ein Gespräch mit ihr. Er moderiert Hernàn Ronsino und führt ein kurzes Gespräch mit ihm (übersetzt von Luis Ruby).

Barbara Renno Als Kulturredakteurin versorgt sie ihre Hörerinnen und Hörer gerne mit Literatur-, Kunstund Kulturtipps aller Art. Das Salz in der Haller Wörtersuppe hat sie vor vier Jahren entdeckt und schätzen gelernt. Seither berichtet sie regelmäßig über die Bücher und Autoren des Festivals.

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Barbara Renno leitet ein Gespräch, zu dem sie sich während des Festivals spontan entschließen wird.

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Moderationen

Martin Sailer Unverändert textsüchtig ist er unverändert aktiv in der Literaturvermittlung via Hörfunk und Fernsehen, was aktuelle Berichterstattung genauso umfasst wie das Gestalten von Literatursendungen und das Inszenieren von Hörspielen, wobei die Produktion von Texten Tiroler Autorinnen und Autoren im Vordergrund steht. Daneben kann er auch der Bühnenarbeit mit Poeten und Theaterleuten nicht widerstehen, was zu etlichen Regien geführt hat. Martin Sailer leitet ein Gespräch mit Erica Pedretti.

Toni Zwyssig Nach 30 Jahren Fernsehjournalismus, davon 10 Jahre Leiter Ausbildung beim Schweizer Fernsehen, ist er noch kein bisschen müde, oder wie er selbst sagt: „Pensioniert – aber noch lange nicht feierabendtauglich.“ Nun schreibt er selber (2012 ist das Sachbuch Medienqualität durchsetzen – gemeinsam mit Vinzenz Wyss und Peter Studer verfasst,

Sparkassenplatz 2, Innsbruck Sie finden bei uns eine Riesenauswahl von hochwertigen Geschenkkartons, Geschenkpapieren und bezaubernden Geschenkbändern. Sie wollen Ihr Geschenk verpacken lassen? Wir besorgen das rasch und liebevoll!

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Sprachsalz

im Salz/Dampf/Medienturm Wenn man von Süden her in die Stadt fährt, fallen die vielen Haller Türme auf. Einer der ersten, an dem man vorbeikommt, ist der Medienturm von Ablinger.Garber (linkerhand gegenüber vom Münzerturm). Nach dem Krieg erbaut, beherbergte er die damals topmoderne Thermokompressionsanlage, um durch Verdampfung Salz zu gewinnen. Als die Zeit des Salzgewinns in Hall vorbei war (1967), bewohnten wechselnde Gewerbe den Turm, bis 1996 das Medienunternehmen Ablinger.Garber einzog, ein Medienunternehmen, das neben regionalen Zeitungen und Printprodukten auch Beilagen für verschiedene internationale Zeitungen und Zeitschriften sowie Bücher und Fotobände produziert. Bis 2005 wurde der Turm erweitert und umgebaut, das Architektenteam mit Hanno Schlögl und Daniel Süß machte aus dem Turm wieder einen echten Blickfang. Sprachsalz ist nun wieder zu Gast im Turm. Auf Initiative von Ablinger.Garber und der Kulturregion Hall-Wattens wird hier mit Blick aus dem Veranstaltungsraum im dritten Stock auf die Haller Dächer diskutiert und gelesen.

Sprachsalz hat Zeit, punkt.

Walter Garber und Thomas Lindtner vom Ablinger.Garber-Team freuen sich, wenn zahlreiche Gäste den Weg vom Parkhotel in die untere Stadt nicht scheuen. Es dürfte sich mehr als lohnen!

Das aktuelle Heft zum Thema «Medizin zwischen Markt und Mensch»

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An den Tiroler Literaturtagen liegt die Zeitschrift auf, die nicht verzweifelt an der Verlogenheit auf den globalen Tep Teppichetagen. Über ihre Tricks schreibt der Zeitpunkt so wenig wie möglich, aber auch so viel wie nötig. Vor allem aber erzählt er die Ge Geschichten der Menschen mit der einzig richtigen Haltung: «Es reicht!» Sie ballen nicht die Faust, sondern packen zu und bieten die Hand.

Unser Vorschlag zum Kennenlernen: Ein Schnupperabo mit 3 Nummern à Fr. 20.–/€ 21.– (statt 30.– am Kiosk). Garantie: wenn die erste Nummer nicht gefällt, genügt eine Mitteilung zur Stornierung.

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die Anregungen dazu!


S TA D T P L A N

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HALL

Impressum: Texte: Magdalena Kauz (mk), Heinz D. Heisl (hdh), Elias Schneitter (es), Ulrike Wörner (uw), Urs Heinz Aerni (uha), Christoph Simon (cs), Boris Schön (BSch). Korrektorat: Sabine Steiner, Ulrike Wörner Bilder: M. Kauz, F. Schneider, andere: siehe Bildlegenden Drucksachen: Ablinger.Garber Hall in Tirol Gestaltung: Harald Wolf © Sprachsalz (Sprachsalz ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Hall in Tirol). ISBN 978-3-9502705-8-7 41


Die OrganisatorInnen

Die OrganisatorInnen Ulrike Wörner Vermittelt als Geschäftsführerin des FBK Baden Württemberg e.V. jährlich rund 600 Autorenbegegnungen für Kinder und Jugendliche und unterrichtet Literarisches Schreiben an Schulen, Hochschulen, Literaturfestivals und Literaturhäusern (Erzählendes Schreiben im Unterricht: Werkstätten für Skizzen, Prosatexte, Fotografie Sachbuch 2013 Klett Kallmeyer). Bei Sprachsalz zuständig für die Schreibwerkstatt für Jugendliche und Programmierung. Urs Heinz Aerni

Von links: Valerie Besl, Heinz D. Heisl, Magdalena Kauz, Max Hafele, Ulrike Wörner, Elias Schneitter, Urs Heinz Aerni

Heinz D. Heisl Freischaffender Autor (u. a. Greiner 2009 und Abriß 2008 Dittrich Verlag). Bei Sprachsalz zuständig für die Werkstätte für Erwachsene und Programmierung.

Journalist (Buchreport Dortmund, BergLink Berlin und Schweizer Monat Zürich) und Veranstalter, unter anderem für „Dîners littéraires“ in Solothurn oder „Kultur in den Bergen“ im Hotel Schweizerhof in Lenzerheide. Autor von Bivio – Leipzig (2011), ZürichQuiz (2012) und Mitherausgeber des Kunstbuches Mahlzeit! (2013). Bei Sprachsalz zuständig für Programmierung und Organisation. Valerie Besl Macht PR und organisiert Veranstaltungen für Literatur und Kultur in Wien. Bei Sprachsalz zuständig für Pressearbeit. Mehr Informationen unter www.vielseitig.co.at.

Elias Schneitter Verleger, bei Sprachsalz zuständig für Finanzen und Organisation.

Max Hafele Kommunikationsfachmann, Gesamtverkaufsleiter Tiroler Tageszeitung, Präsident des Tiroler Wattervereins. Bei Sprachsalz zuständig für PR und Sponsoring. Magdalena Kauz Stellvertretende Ausbildungsleiterin und Journalistin beim Schweizer Fernsehen, Autorin (Der Hut, das Wasser, die Liebe 2008 Kyrene Verlag). Bei Sprachsalz zuständig für Programmierung und Organisation. 42

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Die Mitarbeiter Sie sind für Sie da: Im Festivalbüro, als „Taxi“-FahrerInnen, als TürsteherInnen, als BetreuerInnen, als ModeratorInnen: Und sie sind nicht irgendwer, sondern unserem Motto „AutorInnen für AutorInnen” getreu, ebenfalls SpracharbeiterInnen und AutorInnen, ohne die Sprachsalz nicht möglich wäre. Fred Arnold – Fahrdienste und anderes Er liest und liest und liest und liest und . . .

Innen Daniela Giacomuzzi – Einlass Hat im Juli die Matura bestanden und somit einen Teil ihres in Tokyo begonnenen Lebens erfolgreich abgeschlossen. Sie will es mit einem Medizinstudium oder ähnlich von der Literatur weit entferntem Fach versuchen, weil letzteres wird schon ausgiebig von den Eltern beackert. Aber bei Sprachsalz arbeitet sie schon zum zweiten Mal sehr gerne mit. Rainer Haake – Assistent der Organisation und anderes

Manuela Arnold – Einlass und anderes Hauptberuflich bei der Lebenshilfe, daher Umgang mit schwierigen Menschen gewohnt – deshalb auch Lebensgefährtin von Fred Arnold, liest ebenfalls wann immer es nur möglich ist.

Hat früher beruflich schon viel und gerne organisiert. Mit Literatur nur als Leser zu tun.

Martin Kolozs – Moderation, Einlass und anderes Christian Yeti Beirer – Einlass, Fahrdienste und anderes Flaneur, Zeichner und Kalenderherausgeber (Yeti-Literaturkalender). Studium der Politikwissenschaft Universität Innsbruck. Ausstellungen, Karikaturen und Buch-Illustrationen. Lebt in Innsbruck. Monika Felderhoff, Marc Tschudin – Assistentin der Organisation und Fotos

Hubert Nedwed – technische Assistenz und anderes

Juristin, liebt Lesen; Filmemacher, lässt lesen. www.filmarc.ch

Mag Bücher zum Hören und deshalb auch alles, was mit Mikrofonen, Stimme und Instrumenten zu tun hat.

Martin Fritz – WEBLOG Studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Deutsche Philologie. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Betreibt seit März 2004 das Weblog http://assotsiationsklimbim. twoday.net/ und ist Teil der Lesebühne „Text ohne Reiter“. Im Herbst 2013 erscheint „intrinsische süßigkeit“ in der Reihe „Neue Lyrik aus Österreich“ im Verlag Berger. Renate und Peter Giacomuzzi – Moderationen und anderes Beide Germanisten, Renate arbeitet an der Universität Innsbruck im Innsbrucker Zeitungsarchiv (IZA); ihre letzte Publikation erschien dieses Jahr unter dem Titel „Literaturmagazine im Internet“. Von Peter erschien 2010 die „Novela“ Frann im Verlag Edition BAES. Peter und Renate sind HerausgeberInnen des ebenfalls bei der Edition BAES kürzlich erschienenen Buchs zu Fukushima: „Beyond Fukushima“ von Keiko Kimura und Maketa Groves. 44

Verleger, Autor und Journalist. Besondere Merkmale gibt es laut seinem Pass keine. Alle weiteren Infos finden sich unter: www. martinkolozs.at oder www.kyrene-verlag.com

Thomas Schafferer – Einlass, Moderation und anderes Wahnwitziger Live-Performer, Autor, Konzeptkünstler, Maler, Kreativkopf von Cognac & Biskotten – Tiroler Literaturzeitschrift und Literaturclub mit dem Woh-Aha-Effekt (www.cobi.at), 1. ArthurHaidl-Preisträger der Stadt Innsbruck 2004, Stipendien (A, I, CH), bester Länderspiel-Torschütze im Ö. Autorenfußballnationalteam. 10 Bücher, wie z.B. Pitsch, Patsch, Putsch! Das Manifest von Budapest (der Literaturkabarettgruppe Die Schreibmaschinen), 2012, Innsbruck: pyjamaguerilleros*. Lebt in Tirol. www.schafferer.net Boris Sebastian Schön – Einlass und Moderation Germanistik, geistig umtriebig.

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Christoph Simon – Moderation, Einlass, Autorenbetreuung an der Bar Freier Schriftsteller. Romane, Gedichte, Cartoons. Bücher: Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen 2001, Luna Llena 2003, Planet Obrist 2005, Spaziergänger Zbinden 2010, Viel Gutes zum kleinen Preis 2011, alle www.bilgerverlag.ch. ein pony in nachbars park, ein rennpferd in meinem, Edition BAES 2008. Häsin Mels und Hase Fitz, Kyrene Verlag, 2008. Lebt in Bern. www.christophsimon.ch

BITTE LESEN!

Die Mitarbeiter Innen

Bücher unserer MitarbeiterInnen finden Sie auch am

Büchertisch vor Ort.

Ulrike Söllner-Fürst – Einlass und Moderation Ulrike Söllner-Fürst, Leserin, Hallerin, Komparatistin – freut sich wie immer vor allem auf Begegnungen und Gespräche.

Sabine Steiner – Festivalbüro Ist durch die Festivals vielen Autorinnen und Autoren begegnet und hat dadurch einen sehr interessanten Zugang zur Literatur gefunden. Eine tolle Bereicherung.

Eva Zelger – Festivalbüro Hallerin, auch im Ruhestand fit und aktiv, endlich mehr Zeit zum Lesen.

The two Austrians of Nort North Beach Siemert Press New York

Selected works by Elias Schneitter, Magdalena Kauz, Heinz D. Heisl.

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Second edition and USA presentation tour in March 2014.


Sprachsalz

dankt . . .

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Innsbrucker Zeitungsarchiv

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���druckreif nach Korrektur

Der Tourismusverband wünscht unvergessliche Stunden in der Sprach – Salzstadt Hall in Tirol ���neuer Abzug

Edition BAES Freitag den 27. Jänner 2012 unbedingt

vorliegenden Bürstenabzug zu überprüfen, unterschreiben und

enn die Druckvorlage in Ordnung ist) zurücksenden

nsere Fax - Nummer: 0 53 54 - 88 209, e-mail: echoverlag@aon.at

stenabzug gilt nicht als Muster für Druckfarbe, Druck- und Papierqualität.

ngen können nicht mehr berücksichtigt werden. Sollte der Abzug nicht zurückgesandt werden, setzen wir Ihr Einverständnis mit der vorgelegten Ausführung voraus. cht, weisen wir darauf hin, daß der Verlag keine Haftung für fehlerhafte Eintragungen übernimmt. Bestellungen: edition.baes@gmail.com

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