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Inspirationen Für SinnE und Seele

FRÜHLING 2013

Die Amischen

Ein Volk zwischen Tradition und Moderne

Segeln

Die unglaubliche Leichtigkeit des Seins

wenn eine eine Reise tut... Zehn Monate Auszeit in Vancouver

Inspiration

Lebenselixir und Seelennahrung

Un Jour en France Ein kleines Stück Frankreich mitten in Wien

Nachhaltige Mode im Portrait Eva Lackner und ihre Kollektion

Nepal

Das Land wo sich Himmel und Erde treffen

Vegan

Mehr als Ernährung

u.v.m. Inspirationen für Sinne und Seele

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Editorial

Nach einem schier endlosen Winter freuen wir uns über die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Endlich scheint die Sonne wieder und das Leben in der Natur erwacht. Morgens sind bereits die ersten Vogelgesänge zu hören, die Tage werden länger und alles geht plötzlich viel leichter. Und wie in der Natur zu neuem Leben erwacht, genauso spüren wir Menschen tief in uns eine Lebendigkeit, die uns zu neuen Ufern aufbrechen und uns neue Wege gehen lässt. Das Leben bekommt wieder Farbe und neue Ideen wollen verwirklicht werden. Lassen Sie sich von unseren Beiträgen inspirieren. Wir nehmen Sie mit auf einen Tagesausflug nach Frankreich, machen mit Ihnen einen Abstecher nach Vancouver und entführen Sie in die spirituelle Welt von Nepal. Außerdem erfahren Sie, dass eine vegane Lebensweise mehr bedeutet als „Grünfutter“ zu essen und wie wichtig Berührungen für unser Leben sind. Das Portrait von Eva Lackner, einer Designerin, die sich nachhaltiger und ökologischer Mode verschrieben hat, rundet diese Ausgabe ab. Viel Spaß beim Lesen und einen inspirierten, bunten und lebendigen Frühling wünscht Ihnen

das Redaktionsteam

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Inspirationen für Sinne und Seele


Inhalt

Die Amischen - ein Volk zwischen Tradition und Moderne Segeln - die unglaubliche Leichtigkeit des Seins

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Bergkristallkissen - eine Wohltat f端r die Augen

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Film Tipp

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Vegan - mehr als nur Ern辰hrung

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Rezept Apfel-Gugelhupferl

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Wenn eine eine Reise tut ...

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Un Jour en France

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Inspiration

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Ber端hrung

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Intuition

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Nachhaltige Mode im Portrait: Eva Lackner Nepal - das Land, wo sich Himmel und Erde treffen

Inspirationen f端r Sinne und Seele

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Die Amischen eiTrnaVoditiolnk undzwiscMohen derne

Der Ursprung des Namens Pennsylvania Dutch ist nicht ganz schlüssig. Eine mögliche Erklärung liegt in der Aussprache des süddeutsch gefärbten Wortes „Deitsch“, das in Amerika des 19.Jahrhunderts als „Dutch“ übernommen wurde. Eine anderer Erklärungsversuch besagt, dass die Amerikaner mit „Dutch“ alle Bewohner entlang des Rheines bezeichneten, also Holländer, Deutsche, Schweizer.

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Vor einigen Wochen machte eine Glaubensgemeinschaft in den USA mit folgender Meldung Schlagzeilen: Ein Bischof der Amischen wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er seine Glaubensbrüder dazu angestiftet hatte, ungehorsamen Mitglieder seiner Glaubensgemeinde die Haare und den Bart abzuschneiden. Was wissen wir eigentlich über die Amischen? Für viele von uns mögen sie eine anachronistsche Gemeinschaft sein, die nach seltsam strengen Regeln in der amerikanischen Prärie zusammenlebt und nur gelegentlich, dann aber meist negative, Schlagzeilen macht.

Ursprung Die Gemeinschaft der Amischen geht auf die protestantische Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts in Südwestdeutschland, der Schweiz und dem Elsass zurück und hat sich selbst von einer anderen Glaubensrichtung abgespalten, den Mennoniten, die ihre Wurzeln in Friesland haben. 1693 spaltete sich eine Gruppe um Jakob Amman, Gemeindeleiter einer Mennonitengemeinde in der Schweiz, von der der Hauptgruppe ab und nannte sich dann die Amischen. Das, was die europäischen Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts im Groben ausmacht, ist die wortgetreue Auslegung des Neuen Testaments sowie das damit verbundene Sakramentsverständnis. Die Forderung nach Glaubensfreiheit, nach Trennung von Kirche und Staat, nach Gütergemeinschaft,

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sowie nach einem Leben in Gewaltlosigkeit (und der damit verbundenen Weigerung in den Krieg zu ziehen), führte zu Beginn ihrer Enstehung zu ihrer Verfolgung, vor allem durch die (katholische) Amtskirche. Sowohl die Mennoniten als auch die Amischen lehnen die Kindstaufe ab, die ihrer Meinung nach nicht im Neuen Testament festgelegt ist. Die Taufe ist in ihren Augen ein bewusster Prozess, dem jeder Mann und jede Frau zustimmen muss. Mit diesem Schritt werden die Menschen auch offiziell in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen. Zu einer Zeit, da kirchliche Taufe Pflicht war und die Amischen und Mennoniten ein zusätzliches, eigenes Taufritual einführten, wurden sie Wiedertäufer genannt. Im 18. Jahrhundert wanderte der Großteil der Amischen nach Pennsylvania. Sie folgten damit dem Ruf des Quäkers und Namensgebers des Bundestaates, William Penn, der alle Glaubensverfolgten aufrief, nach Amerika zu kommen, um dort ein „holy experiment“, ein „heiliges Experiment“ zu starten. Auch heute noch beherbergt Pennsylvania, und hier im Speziellen das Lancaster County, die zweitgrößte Anzahl der Amischen, die interessanterweise Pennsylvania Dutch genannt werden. Die ersten zahlenmäßig bedeutenden Gruppen erreichten Lancaster County zwischen 1720 und 1730 und besiedelten von dort aus weitere Staaten wie Ohio und Indiana. Heute leben ca 250.000 Amische in Nordamerika und Kanada.

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Leben und Arbeit Wenig hat sich im Gemeinschaftsleben der Amischen seit ihrer Entstehung geändert. Sie leben ein sehr zurückgezogenes und ländliches Leben innerhalb ihrer Gemeinschaft. Sie gehen davon aus, dass die Beschäftigung mit der Landwirtschaft die Art der Lebensführung ist, die ihnen von Gott auferlegt wurde. So geben die Männer ihr Wissen über Generationen weiter, die Frauen beschäftigen sich mit dem Haushalt und mit der Kindereziehung. Um ihre Naturverbundenheit zu unterstreichen, lehnen sie die Errungenschaften der modernen Welt ab. So haben sie keinen elektrischen Strom, der sie zusätzlich abhängig machen würde, und betreiben die wenigen Maschinen, die sie haben, mit Generatoren, früher mit Dampf. Ihre Felder bestellen sie mit Pferden und mechanischen Maschinen. Wenn sie auch der strombetriebenen Technik abschwören, so sind sie sehr innovativ und geschickt, was die Enwicklung von Maschinen betrifft, die den landwirtschaftlichen Betrieb unterstützen. Es finden regelmäßig „Messen“ statt, wo die Mitglieder verschiedener Gemeinschaften im Umkreis zusammenkommen, und wo sie ihre neuesten Technologien vorstellen und sich austauschen. Diese Messen sind auch einem breiten Publikum, also auch Nicht-Amischen, zugänglich. Handwerklich sind sie sehr geschickt und helfen sich gegenseitig beim Häuserbau, bei der Sattlerei, der Schmiedekunst und anderen handwerklichen Tätigkeiten des täglichen Lebens. Ihre Kleidung ist streng reglementiert, von Form bis Farbe gibt es wenig Spielraum. Die Männer tragen Hosen und Strohhüte, die Frauen Kleider und weisse Hauben. Knöpfe, Reissverschlüsse und Gürtel sind nicht erlaubt, da sie ein Zeichen für Prunksucht und falschem Stolz sind, daher benutzen die Männer Hosenträger, die mit einfachen Haken und Ösen befestigt werden. Nach der Taufe müssen die Männer einen Bart tragen. Im Durchschnitt haben die Amischen 6-8 Kinder pro Famile und alle werden ausnahmslos im frühen Alter angeleitet, auf dem Bauernhof zu helfen. 1972 gelang es der Glaubensgemeinschaft durchzusetzen, dass ihre Kinder in der einer eigenen amsichen Schule unterrichtet werden dürfen

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und keiner allgemeinen Schulpflicht zu folgen haben. Mit der 9. Klasse beenden sie die Schule und folgen in der Regel keiner höheren Bildung. Ihre Schulbildung allerdings gilt als sehr fundiert und streng. Eine Kirche haben die Amischen nicht. Die Mitglieder treffen sich jeden Sonntag bei einem anderen Nachbarn in seiner Scheune, sitzen auf Bänken und lauschen den Worten ihrer Predigers, der aus der Bibel liest. Die Kirchensprache ist ein dialektal gefärbtes Hochdeutsch, wobei sie untereinander Pennsylvania Deutsch sprechen.

Rumaspringa - “... die Zeit der Erfahrung und bewußten Entscheidung“ Die Zugehörigkeit in der Gemeinschaft ist zunächst noch nicht formal, man wird als Amischer geboren, aber mit 16 Jahren haben die Burschen und Mädchen die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen. Diese Zeit zwischen 16 und 19 wird „Rumspringa“ genannt. Es ist eine Zeit, in der die jungen Heranwachsenden die Möglichkeit haben, ihre Gemeinschaft zu verlassen, sich anders zu kleiden, Autos zu fahren und Handys zu besitzen. Wenn sie in dieser Zeit innerhalb der Gemeischaft bleiben, sind sie in der Regel zurückhaltender mit ihren „Experimenten“, da sie z.B. trotzdem keinen Zugang zu Strom haben, dürfen sich aber leger kleiden und müssen nicht in den Gottesdienst. Es ist ihnen ihnen allerdings durchaus gestattet, die Gemeinschaft während dieser Zeit zu verlassen und ihr Leben ohne Kontakt zur Familie zu gestalten, bis sie bereit sind, eine Entscheidung in Bezug auf ihre weitere Zukunft zu treffen. Die Zeit des „Rumspringa“ ist dann zu Ende, wenn die Jugendlichen sich bewusst für eine Aufnahme in die Amische Kirchengemeinschaft entscheiden. Dies geschieht durch ihre bewusste Taufe. Zahlen belegen, dass ca 90% der Jugendlichen die Taufe annehmen und in der Gemeinschaft bleiben. Ein Austritt kann zu jedem Zeitpunkt erfolgen, ein Kontakt zur Kernfamilie ist gestattet, allerdings sind diese dann kein Teil der Amischen Gemeinschaft mehr. Manche finden sich jedoch

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in der „anderen“ Welt längerfristig nicht zurecht, suchen oftmals den Kontakt zu Gleichgesinnten und gründen so ihre eigene Gemeinschaft, die der Ausgetretenen. Sie helfen sich gegenseitig bei der Integration und Sozialisation in einer Welt, die ihnen grundsätzlich fremd ist. Wenngleich die Gemeinden untereinander wenig Kontakt haben (meistens auf Grund der Entfernung voneinander, die sie ja nur via Kutsche überbrücken können), sind sie jedoch offen dafür, wenn man sich ihnen anschließen möchte, ohne als Amischer geboren zu sein. Und auch innerhalb der Amischen scheint es Guppen zu geben, die mehr oder weniger einer strengen Lebensführung folgen und wo solch seltsame Methoden wie z.B. die der Zwangsrasur bei Nichtbeachtung der Regeln eingesetzt werden.

Herausforderungen in der moderen Welt

Kusinen zweiten Grades gestattet untereinander zu heiraten, jedoch scheint auch dieses Verwandschaftsverhältnis mittlerweile zu nahe zu sein. Seit einigen Jahren beobachtet man eine seltene Genkrankheit, das Cohen-Syndrom, das derzeit bei ca 500-1000 Menschen weltweit diagnostiziert wurde. Alleine unter den Amsichen gibt es ca. 30 gesicherte Fälle. Diese Krankheit führt in erster Linie zu kognitiven Problemen sowie zu körperlichen Missbildungen. Die Amische Population verdoppelt sich ca alle 20 Jahre, Was dies für die Entwicklung weiter Erbkrankheiten bedeutet, kann man leicht erahnen. Die Geschichte der Amischen wird auch 500 Jahre nach ihrer Gründung weitergehen – klar ist jedoch, dass die moderne Zeit und die Gesetze der Natur auch in ihrer Gemeinschaft Spuren hinterlassen haben.

A.W.

Heutzutage sehen sich die Amischen mit vielen Themen konfrontiert, die die Strukturen ihrer Gemeinschaften bedrohen. Das Ziel der Amischen ist unter anderem, ihr Anwesen an die nächste Generation weiterzugeben bzw. dafür zu sorgen, dass ihren Kindern Land zu Verfügung steht. Manche Gemeinden sind in industrienahen Gebieten angesiedelt, wo Landbesitz fast unerschwinglich geworden ist. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind sehr begrenzt: entweder gibt es eine Abwanderung oder die männlichen Nachfolger geben die Landwirtschaft auf und widmen sich anderen Berufen ausserhalb ihrer Gemeinschaft. Der steigende Kontakt mit den „English“, wie die Amischen die US Amerikaner bezeichnen, sowie mit der Konsumgesellschaft im Speziellen, stehen im strengen Gegensatz zu ihrem einfachen Leben und stellen eine besondere Herausforderung dar. Die andere, viel bedrohlichere Problematik liegt darin, dass die mittlerweile rund 250 000 Amischen auf wenige 100 Gründungsmitglieder zurückgehen. Diese stellen einen relativ kleinen Genpool dar, besonders wenn man berücksichtigt, dass die Gemeinden untereinander kaum Kontakt haben oder heiraten. Zwar ist es erst Kusins bzw.

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Das Flüstern des Windes, das Rauschen der See schenken einem das Glück, einfach zu existieren.

Es erscheint mir, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich Ende September sehr bedrückt und leise im Badezimmer alle Segelsachen mit Süßwasser durchspülte.

stillen fuhr ich auf dem Weg zu einem Geschäftstermin bewusst einen Umweg, nur um über eine der Donaubrücken in Wien fahren zu können. Dort sah ich endlich wieder „Rundum-Himmel“.

Die Wohnung erschien mir zu groß, zu leer, das 6m² große Badezimmer wie ein Ballsaal – alles viel zu luxuriös. Die Segelausrüstung roch immer noch nach Salzwasser und ich spürte förmlich den Wind auf der Haut, in den Haaren. Wien fühlte sich plötzlich zu eng, zu laut, zu geschäftig an. Den Verkehr in Nebenstraßen nahm ich als Highspeedautobahn wahr. Eine Schwere, die kaum zu beschreiben und genau diametral zu der Leichtigkeit des Seins am Wasser ist, machte sich in mir breit.

Was macht die Faszination Segeln aus?

Ich schaute wehmütig durch die Dachflächenfenster, um einen Blick in den Himmel zu erhaschen, aber ich sah nur einen Ausschnitt, wie auf einer Briefmarke. Um meine Sehnsucht nach Weite zu

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Segeln ist Inspiration – geistig und seelisch… Betrete ich eine Segelyacht, bin ich innerhalb von 20 Minuten ein neuer Mensch – alles Belastende bleibt am Steg zurück. Ja, eine Segelyacht ist unbequem, ist klein und man verbringt tagelang viel Zeit auf sehr engem Raum mit Leuten, die man vorher oftmals nicht kannte. Segeln ist punkto Hygiene, Reisegepäck und Verpflegung mit einem Campingurlaub zu vergleichen – und damit nicht jedermanns Sache!

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Segeln -

Die unglaubliche Leichtigkeit des Seins Inspirationen f端r Sinne und Seele

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Leben ist wie Segeln: man kann Wetter und W Aber gerade diese Rahmenbedingungen machen es aus, sie sind für mich die Abkehr vom Alltag. Ein Hotelurlaub fällt bei mir in die Kategorie „mehr vom Selben“. Segeln bietet mir auch in sozialer Hinsicht Abkehr vom Alltag. Unter Seglern ist der Status des Jobs vollkommen egal. Mitsegler interessieren sich mehr für deine Teamfähigkeit, deine Zuverlässigkeit, deine Segelfähigkeit und vor allem für deine Persönlichkeit im Rahmen von langen Gesprächen an Bord. An Land sind Fragen nach dem Wetter klassischer Smalltalk, am Wasser aber ausschlaggebend für die Törnplanung und die Sicherheit. Diese Umkehr von Prioritäten im Vergleich zum Landleben erdet mich. Das Sein und Schein des Landlebens verschwindet aus meinem eigenen Horizont. Ach ja, der Horizont! Erwähnte ich den schon? Diese Weite, diese Unendlichkeit – ich verliere mich im Blauen, in den Wolken, im 360 Grad Blick… Es ist unglaublich, welche Naturschauspiele sich am Himmel abspielen, welche Farbnuancen die Natur zuwege bringt – atem-beraubend! Und genau diese Weite öffnet meinen eigenen geistigen Horizont. Plötzlich erlaube ich mir Gedanken, die zu Hause von mir selbst als „Spinnereien“ abgetan werden. Auf einem Segeltörn erlaubte ich mir erstmals den Gedanken

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an eine Selbständigkeit – seit über 4 Jahren bin ich nun selbstständig. Neben der Weite ist es auch die Ruhe auf einem Törn, die geistigen Gedankenspiele fördert. Wenn die Segel endlich gesetzt sind, der Motor abgedreht ist, hört man nur noch das Rauschen des Windes und der Wellen. Ich kann die stille Atmosphäre beim Ankern in einer Bucht mit Worten nicht beschreiben – einfach nichts, nur hin und wieder Plätschern des Wassers am Yachtrumpf. Nichts… Für mich einfach wohltuend, erholsam, entspannend, erleichternd. Ankerbuchten sind ein gutes Stichwort. Segeln bedeutet für mich eine andere Anreise an Destinationen. Wer Venedig einmal über den Wasserweg besucht hat, fährt nie wieder mit dem Auto nach Venedig. Das selbe gilt auch für London, Kopenhagen, Dublin, Bergen, usw… Mit dem Segelboot erreicht man außerdem oft die schönen Buchten und Landstriche, die man auf dem Landweg kaum erreichen kann. Ich nähere mich so einem Land bzw. einer Region auf eine ganz spezielle Weise. Ich werde wohl nie die „Gewitterbucht“ in Schweden vergessen, in der wir abends nach einem schweren Gewitter noch schwimmen gingen und der Himmel zwischen den grauen Wolken von einem rosafarbenen Sonnenuntergang eingefärbt wurde.

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Wasser nicht ändern, aber man kann immer das Beste daraus machen. Die Naturschauspiele lassen mich zum Kind werden. Ich weiß gar nicht, wohin ich zuerst schauen soll. Wolken? Wellen? Segel? Andere Boote? Landschaft? Wasser? Delphine? Meine Faszination lässt sich vielleicht ein wenig mit der Beschreibung einer meiner kostbarsten Momente an Bord beschreiben: Ich sitze im Bugkorb (ganz vorne), die Segel fangen fast geräuschlos den Wind ein, unter mir rauscht die Bugwelle und wir segeln der tiefstehenden Nachmittagssonne entgegen, die sich im Wasser spiegelt. Ich sitze mit großen Augen und offenen Mund da und betrachte das Glitzern im Meer, das mir wie tausende Diamanten erscheinen. Ein unvergleichliches Gefühl – so werden Glückshormone ausgeschüttet. Das Funkeln, soweit wie das Auge reicht, übt eine unbeschreibliche Faszination aus. Ich verharre bei dem Anblick in Ehrfurcht ob der Natur, die solche Wunder hervorbringt. Ein Schauspiel, das seinesgleichen erst mal finden muss. Manchmal höre ich dazu passende Musik (Klassik oder Enya) – ich gleite ab in das Glitzern und fühle mich fast, als würde ich meditieren. Immer wieder aufs Neue werde ich nicht müde, wenigstens zu versuchen, diesen Anblick und die Reaktion meines Körpers sowie das damit verbundene Gefühl, zu konservieren, um es in weniger erfreulichen Momenten hervorzuholen.

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Es bleibt beim Versuch. Erinnerungen können niemals das unmittelbare Erleben ersetzen. Schnell einen Blick in den Kalender: noch 84 Tage bis zum nächsten Törn (und der ist sogar Teil unseres „Herzblutprojektes“)! Dann steh ich endlich wieder in einem beschaulichen Hafen in Kroatien, rieche das Meer und spätestens beim Schlagen von Leinen gegen die Masten fühle ich mich zu Hause!:

Eva Rechberg, ist Unternehmensberaterin im Bereich HR mit Schwerpunkt Mitarbeiteraufbau und –abbau (www.hr-punktum.at). Nähere Infos zu ihrem „Herzblutprojekt“ finden Sie unter www. sailingmotion.at.

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Bergkristall-Kissen Eine Wohltat für die Augen

Dem Bergkristall wird seit vielen Jahrhunderten eine heilende und schützende Wirkung nachgesagt. Durch seine reinigende und beruhigende Kraft schützt er vor Elektrosmog und Wasseradern. Außerdem hat er eine heilsame Wirkung auf unsere Organe, indem der Kreislauf reguliert wird und so auf sanfte Weise das Nervenssystem regeneriert. Wohltuend soll er auch bei Übelkeit, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen und Verspannungen sein. Die Bergkristall-Kissen helfen auch bei müden, überanstrengten Augen. Dank der Maskenform passt sich das Kissen besonders gut der Augenpartie an. Wir haben es getestet und finden es sehr entspannend. Bei Kopfschmerzen kann man es kurz in den Kühlschrank legen und dann das küh-

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le Kissen auf die Stirn oder Augen. Das Ergebnis ist eine herrlich befreiende Wirkung. Auch auf anderen Körperstellen, wie am Bauch oder im Nacken, macht es ein angenehmes Gefühl. Bei Verspannungen kann man das Bergkristallkissen auch kurz auf einer lauwarmen Herdplatte anwärmen und so langanhaltende Wärme genießen. Mit dem Kissen wird eine Schutzhülle aus Baumwolle mitgeliefert wird, die man immer wieder waschen kann. Es ist ein schönes Geschenk für eine liebe Freundin/Freund oder einfach um sich selbst etwas Gutes zu gönnen. Gesehen bei „Grüne Erde“, Mariahilferstrasse 11, 1060 Wien oder online: www.grueneerde.com.

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Film-Tipp Werner Herzog

Begegnungen am Ende der Welt Encounters at the End of the World

„Begegnungen am Ende der Welt“ ist ein Dokumentarfilm von Werner Herzog. Herzog interviewte im Jahr 2006 die Menschen, die in der Antarktis arbeiteten und fing mit der Kamera die atemberaubende Schönheit dieses noch unberührten Kontinents ein.

Besonders faszinierend sind jedoch die Unterwasseraufnahmen. Egal ob Luftblasen unter der Eisdecke, die Unterseite der Eisberge oder die Aufnahmen von seltsam leuchtenden, unbekannten Organismen – jede Einstellung ist ein Fest fürs Auge.

Die Interviews bringen einem die Menschen näher, die in der eisigen Welt tätig sind. Es sind durchaus unerwartete, berührende und teilweise kuriose Gespräche an diesem fernen Ort, die Herzog uns anbietet, in denen sich die Menschen öffnen und uns mehr zeigen, als bloße Einblicke in ihre herausfordernde Tätigkeiten unter den harten klimatischen Bedingungen.

Untermalt werden diese gewaltigen Bilder von der Musik von Henry Kaiser, der den Film auch produziert hat.. Er versteht es, die natürlichen Unterwasserlaute der Robben mit altkirchenslawischen Choralgesängen auf einzigartige Weise zu kombinieren, sodass das Gefühl entsteht, in einer Kathedrale zu sein.

In gewaltigen Bildern fängt Herzog die unendliche Weite der Antarktis ein, die klare Luft bei strahlender Sonne, die gewaltigen Schneestürme.

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Dieser Dokumentarfilm ist nicht nur ein Augenund Ohrenschmaus - er berührt auch unser Herz.

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Vegan – - mehr als

Ernährung

Kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch, keine Eier, kein Honig - überhaupt nichts vom Tier – vegan ist eine Lebenshaltung, die immer mehr Anhänger findet.

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Vegan - eine Lebenseinstellung Was für viele Menschen nach Verzicht und Einschränkung klingen mag, ist für zahlreiche Österreicher zum Lebensstil geworden. Veganismus ist eine Haltung, die die Nutzung aller Tierprodukte aus ethischen, gesundheitlichen oder umweltbewussten Gründen ablehnt. Ganz streng genommen, schließt das auch den Verzicht auf tierische Materialien als Kleidung (Leder, Wolle, Seide), in Tierversuchen getestete Produkte (Kosmetika, Putz- und Waschmittel) sowie andere Tierausbeutungsformen wie Zoo, Zirkus, Sport mit Tieren etc. ein.

Vegan – ein Trend in der Wirtschaft Am häufigsten nach außen zeigt sich diese Haltung bei der Ernährung – ein Trend, in dem die Gastronomie und andere Branchen mitziehen. Auch Gabriele Klima, die seit 2007 GenussTouren organisiert (GTQUR http://www.gtour.at), setzt auf diesen Lebensstil und hat dazu die überzeugte Veganerin Klaudia Menichetti ins Boot geholt. „Etwa fünf Prozent der ÖsterreicherInnen leben vegetarisch, in Wien beträgt der Anteil bis zu sieben Prozent. Davon leben ca. 10 % vegan, es gibt also etwa 40.000 Veganerinnen und Veganer in Österreich“, rechnet Klaudia Menichetti vor. Und weiter: „Immer mehr Menschen interessieren sich für diesen Lebensstil sind aber oftmals verunsichert bezüglich der Auswahl ihrer Mahlzeiten und haben Zweifel ob eine rein pflanzliche Kost den täglichen Nährstoffbedarf sicher decken kann. Diese Zweifel und Bedenken möchten wir ausräumen und allen Interessierten die Möglichkeit geben, in eine anregende Welt mit kulinarischen Genüssen einzutauchen, die das Herz höher schlagen lässt und schlechtes Gewissen ausschließt.“

Vegan – kulinarisch alles andere als langweilig! „Vegan? Dann kann man ja gar nichts mehr essen...“ Ist eine oft gehörte Aussage. Ist das wirklich so? Bedeutet vegane Ernährung in der

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heutigen Zeit noch Verzicht? – Nein, das ist ein großer Irrtum! Als VeganerIn müssen Sie sich weder jeden Tag vom selben Gemüse, von Reis, Kartoffeln, Brot oder Natur-Tofu ernähren, noch bedarf es stundenlanges Studieren veganer Kochbücher, bevor Sie wohlschmeckende und gesunde Mahlzeiten zaubern können. Kulinarisch gesehen haben viele Omnivore – also „Alles-Esser“ - Scheuklappen auf. Sie halten oft an den Lebensmitteln fest, die ihnen aus der Kindheit vertraut sind. Nur selten wagen Sie den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand hinaus. Deshalb fällt vielen beim Gedanken an ein veganes Gericht erst einmal nur Salat mit Essig und Öl ein. Rein pflanzliche Gerichte sind in fast allen Esskulturen der Welt zuhause, was ganz eindeutig gegen dieses Vorurteil spricht. Die vegane Küche ist „multikulti“ pur, weil sie in allen Ländern und Küchen der Erde Inspiration findet. Asiatisch, indisch, mediterran - kulinarische Langeweile ist für neugierige Veganer ein Fremdwort. Eine ausgewogene vegane Ernährung mit abwechslungsreicher Auswahl und angemessener Menge nährstoffreicher Lebensmittel versorgt uns mit allen Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen. Lediglich Vitamin B12 muss durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.

Vegan – viele Gründe für diese Lebenshaltung Es gibt viele Gründe, vegan zu essen. Neben ethischen, ökologischen, gesundheitlichen oder ökonomischen Gründen können auch spirituelle Erwägungen eine Rolle spielen. Astrid Wiesmayr, ausgebildete Yogalehrerin und GenussGuidin schildert uns ihre Erfahrungen: „In der Tradition des Yoga wird vor subtilen negativen Auswirkungen des Fleischkonsums auf den menschlichen Geist gewarnt. Swami Sivananda erwähnt in seinem Buch “May I answer that” Angst, Aggressivität und Reizbarkeit als Folge von Fleischkonsum.“ Das passiert natürlich nicht zwingend, kann aber schon auch vorkommen, schwächt sie ab, berichtet aber dann über einen Versuch im Maryland Correctional Adjustment

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Center des Baltimore Gefängnisses. Dort habe sich gezeigt, dass die Insassen deutlich weniger aggressiv waren, wenn sie eine vegane Ernährung erhielten.“ Mieses Karma?! Nein, nicht das Buch von David Safier, sondern die Ernährung. Sie erinnern sich an die Moderatorin Kim Lange, die als Ameise wieder geboren wird? Kein Wunder, denn nach der Yoga-Lehre erzeugt fleischliche Nahrung häufig schlechtes Karma, und zwar sowohl für den Produzenten als auch für den Konsumenten. Ein interessanter Ansatz ist auch, dass kein Fleisch zu essen eine Übung in Gewaltlosigkeit (ahimsa) sein kann – ein Konzept, das sich in verschiedenen Weltreligionen wieder findet. Dieses Konzept ist z.B. im Buddhismus, Hinduismus und Jainismus von zentraler Bedeutung. Großzügig betrachtet kann Veganismus ein Ausdruck der grundlegenden Werte wie z.B. Liebe und Mitgefühl aller spirituellen, religiösen und humanistischen Traditionen darstellen, selbstverständlich auch des Christentums. Veganismus kann sich aber auch als persönliche Haltung gegenüber der (göttlichen) Schöpfung darstellen, z.B. als Überzeugung, dass auch Tiere eine Seele haben und daher spirituelle Geschöpfe und diese somit zu schützen sind.

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Vegane Entdeckungsreise kreuz und quer über den Markt Klaudia Menichetti und Astrid Wiesmayr haben am und rund um den Wiener Naschmarkt viele versteckte vegane Spezialitäten aufgestöbert und zu einer themenbezogenen Tour zusammengefasst. Das vielfältige Angebot an Obst und Gemüse ist eine Selbstverständlichkeit. Das Besondere aber sind z.B. der biologische Sanddornsaft, kandierte Aloe Vera und Jackfruit, aber auch die besten Wiener Falafel mit Humus oder die einzigartigen Samosas Frau Abrahams, die es auf der Tour zum Verkosten gibt. Wenn Ihnen die Vorstellung fehlt, was man aus Knollenziest oder Portulak zaubern kann oder wie man saure Rüben am besten zubereitet, sollten sie sich Zeit für eine vegane Entdeckungsreise über den Wiener Naschmarkt nehmen.

Option paralysis! Wer kennt es nicht, dieses Phänomen: wonach man sich, wenn man zuviel sieht, für gar nichts entscheiden kann. Und das kann auf diesem Traditionsmarkt, dem „Bauch der Wiener“ schon mal vorkommen. Deshalb bekommen sie einen

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Überblick über die verschiedenen Stände und deren Spezialitäten vermittelt sowie wertvolle Tipps hinsichtlich Qualität der Waren und des PreisLeistungs-Verhältnisses. Zusätzlich erfahren Sie Wissenswertes über Anbau, Herkunft und Produktion von veganen Nahrungsmitteln sowie deren Inhaltsstoffe. Deren Verwendung sowie Tipps und Tricks zu einer rein pflanzlichen Küche runden das Informationsangebot ab.

Vegan zu kochen ist einfacher als man denkt! Sie haben sich eben erst zur veganen Lebensweise entschlossen und jetzt sind Sie ein wenig unsicher, was wodurch ersetzt werden kann? „Für tierische Speiseanteile gibt es eine Reihe möglicher Alternativen, mit diesen lassen sich viele Gerichte, deren Rezeptur die Verwendung tierischer Bestandteile vorsieht, nach veganen Grundsätzen nachempfinden. Verwendet werden etwa folgende Ersatzstoffe für … • Fleisch: Avocado, Austernpilz, Seitan, Tempeh, texturiertes Soja, Tofu, Yuba • Eier: Sojamehl (in Gebäck als Bindemittel), Tofu (als „Rührei“), Avocado

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• Tiermilch: Getreidemilch, Hafermilch, Kokosmilch, Mandelmilch, Reismilch, Sojamilch • Käse: Nährhefe, veganer „Käse“ aus Soja, Seidentofu, Seitan, Hefeschmelz • Honig: Zuckerrübensirup, Agavensirup, Invertzuckercreme („Kunsthonig“), Ahornsirup, Reismalz • Gelatine: AgarAgar, Fruchtpektin, Johannisbrotkernmehl, Guakernmehl“ (Quelle: Wikipedia) Falls Sie ein herbivorer, also nur „pflanzenessender“, Gourmetkoch werden wollen, können Sie das auch. Unter der Leitung von Klaudia Menichetti bietet GTOUR auch vegane Kochkurse an. Je nach Wunsch und Zeit wird zuerst eingekauft, dann gemeinsam gekocht und natürlich gemeinsam gegessen. Bei einer Teilnahme von 6 oder mehr Personen richten wir uns zeitlich und inhaltlich ganz nach ihren Wünschen. Termine und Themen der veganen Kochabende finden Sie unter www.gtour.at / GTOUR geht kochen. Und wer glaubt, es gibt keine veganen Gourmets, der kennt nicht ausreichend viele VeganerInnen ;-).

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Fakten: Historisch ging der Veganismus aus dem Vegetarismus hervor. Im deutschsprachigen Raum waren entsprechende Haltungen und Lebensweisen in der Gründerzeit innerhalb der Lebensreformbewegung und im Zusammenhang mit biozentrischen Ideen zu finden. Speziell in Deutschland war der frühe Vegetarismus mit der damaligen Freikörperkultur-Bewegung und mit unterschiedlichen politischen Ansätzen verbunden. Moderne Ansätze nehmen die Forschung um die Geisteszustände nichtmenschlicher Tiere durch neue medizinische bildgebende Verfahren auf. Des Weiteren hat die Theorie der Tierrechte einen erheblichen Wandel erfahren. Begriff – Definition und Herkunft Das Wort vegan geht auf den Engländer Donald Watson zurück, der 1944 die Vegan Society gründete, eine Abspaltung der englischen Vegetarian Society (Vegetarier-Gesellschaft). Watson leitete im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der Vegetarian Society den Begriff des Vegetariers (engl.: „vegetarian“) nicht vom lateinischen „vegetus“ (lebendig, frisch, kraftvoll), sondern von englisch „vegetable“ (Gemüse, pflanzlich) ab. Der Verzehr von Milchprodukten und Eiern, wie von vielen Vegetariern praktiziert, entsprach nicht seinem Verständnis von Vegetarismus. Um jene Vegetarier zu bezeichnen, die auch Milchprodukte mieden, benutzte Watson zunächst den Terminus total vegetarian (deutsch in etwa: konsequenter, strenger Vegetarier). Als Abkürzung dafür prägte er dann aus dem Anfang und Ende von „vegetarian“ die Wortneuschöpfung „vegan“ (deutsch: „Veganer“), weil „Veganismus mit Vegetarismus beginnt und ihn zu seinem logischen Ende führt“. Die Amerikanische †Gesellschaft für Ernährung (ADA) – die weltweit größte Ernährungsorganisation, deren 67.000 Mitglieder zum größten Teil aus Ernährungswissenschaftlern bestehen – hat 2003 ein Positionspapier herausgebracht, in dem sie sich wie folgt zur veganen Ernährung äußert: „Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, frühe und spätere Kindheit und

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Adoleszenz. Vegetarische Ernährungsformen bieten eine Reihe von Vorteilen.“ Zur Vermeidung von Nährstoffdefiziten wird allerdings angeraten, auch künstlich angereicherte Nahrungsmittel (z. B. kalciumverstärkte Sojamilch) oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden. (Quelle: Wikipedia)

Rückfrage-Information: GTQUR by diamonds connect e.u. Operngasse 32/11 1040 Wien eMail: genuss@gtour.at I-Net: www.gtour.at www.genusstouren.at Gabriele Klima (Inhaberin) Tel.: +43 (0) 699 1234 7000 Klaudia Menichetti Tel.: +43 (0) 664 542 7028 Astrid Wiesmayr Tel.: +43 (0) 699 1234 7003 Fotos: © Gabriele Klima

Mag.a Klaudia Menichetti zeichnete fast 20 Jahre lang für Konzeption, Marktforschung, Marketing, Projektmanagement und Vertrieb in der Direct Marketing Branche verantwortlich. Auf beste Zutaten kommt es allerdings nicht nur im Direct Marketing an, sondern auch beim Kochen. Klaudia Menichetti ist seit ihrer Jugend begeisterte Köchin und hat nach intensiver Beschäftigung mit den Themen Ernährung, Gesundheit, Ökologie und Ethik den Entschluss gefasst, sich vegan zu ernähren. Heute leitet sie vegane und vegetarische Genusstouren und veranstaltet vegane Kochkurse. Außerdem arbeitet sie gerade an ihrem ersten veganen Kochbuch.

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Apfel – Gugelhupferln Feine Naschereien – einfach und schnell zubereitet. Die geraspelten Äpfel machen den Teig besonders saftig – auch noch am nächsten Tag! Die Zuckergänseblümchen machen Stimmung auf den Frühling.

Zutaten für ca 10. Stück: 180 g Mehl 30g Speisestärke 1 TL Backpulver 1 Prise Salz 90g weiche Butter 250g Feinkristallzucker 1 Päckchen Bourbon Vanillezucker 2 ganze Eier 1 Bio Zitrone (abgeriebene Zitronenschale) 1 grüner bzw. säuerlicher Apfel Zubereitung: Backofen vorheizen, entweder auf 180° C (Ober-Unterhitze) oder 150° C bei Umluft. Das Mini- Gugelhupfblech mit etwas flüssiger Butter ausbuttern. Die weiche Butter, 150g Zucker und den Vanillezucker mit einer Prise Salz in eine Rührschüssel

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geben und schaumig schlagen. Dann die abgeriebene Zitronenschale, das Mehl und die Speisstärke dazugeben und alles zu einem sämigen Teig rühren. Den Apfel schälen, entkernen und in feine Stücke raspeln. Die Apfelstücke unter die Masse heben. Den Teig in die Gugelhupfförmchen geben, in das vorgeheizte Backrohr stellen und ca. 15 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen prüfen ob der Teig durch ist (darf nicht mehr am Holzstäbchen kleben bleiben). Die Gugelhupferln aus dem Rohr nehmen und 5 – 10 Minuten auskühlen lassen. Dann aus der Form lösen und in den vorbereiteten restlichen Feinkristallzucker tauchen, sodass sie eine schöne Kristallbeschichtung bekommen. Zur Deko kann man noch Zucker- oder Marzipanblümchen auf die Gugelhupferln setzen.

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Wenn eine Wenn eine eine Reise tut, dann kann sie was erzählen - das dachten wir, zwei Frauen um die 40 und zwei Jugendliche, als wir einen zehnmonatigen Aufenthalt in Vancouver planten. Wir träumten davon, was wir mit der ungewohnt terminfreien Zeit so alles anstellen würden. All die Dinge, für die wir in Wien aufgrund unserer Berufstätigkeit und anderer Verpflichtungen keine Zeit hatten, würden endlich Umsetzung finden können: Wir würden täglich noch vor dem Frühstück laufen oder spazieren gehen, indisch kochen lernen, im Chor singen, viel lesen, Yoga machen, alle Museen der Stadt anschauen, wieder richtige Briefe schreiben,

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regelmäßig Fitness betreiben, Tanzkurse besuchen, ausreichend schlafen, am Bio-Markt einkaufen, vegetarische Gerichte ausprobieren,… Zusammen mit dem natürlich sowieso geplanten Erkunden der Stadt, dem Bereisen der Umgebung und dem Kennenlernen der Menschen würde es eine wundervolle Zeit sein, und wir würden endlich unser „besseres Selbst“ leben können. Herrliche Aussichten! Gleich zu Beginn unserer Reise machten wir uns daran, die Stadt zu Fuß zu erkunden, was sich als absolut richtige Entscheidung erwies. Eine spürbare Entschleunigung stellte sich ein. Egal ob es

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eine Reise tut..

Vancouver - den Spirit Kanadas erleben

regnete oder die Sonne schien, wir wanderten durch einzelne Viertel, entlegene Straßen, am Wasser entlang, durch Einkaufszentren und Parks. Der dadurch gewonnene Überblick über Vancouver erwies sich nicht nur als nachhaltig hilfreich für unsere Orientierung in dieser eindrucksvollen Millionenstadt, sondern auch als Gelegenheit zur Wiedererweckung unserer Sinne: Meerduft zwischen Hochhäusern, multikulturelle Gaumen- und Ohrenfreuden, Sand unter den Füßen und ganz besondere Lichtverhältnisse waren nur einige der Dinge, für deren Wahrnehmung wieder Zeit und Muße war.

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Wir lernten die allgegenwärtige Freundlichkeit der KanadierInnen als Wohlfühlgarant zu schätzen. Das „Thank You!“ für die BusfahrerInnen beim Verlassen des Busses überrascht uns nicht mehr, und wir werden auch nicht mehr nervös, wenn nach dem Betreten eines Geschäftes ein „How are you?“ erklingt. Wir stellten sehr rasch fest, dass die Lebensqualität durch diese Alltagsfreundlichkeiten enorm gewinnt. Auf ein Lächeln folgt ein Lächeln, folgt ein Lächeln… Ein Hauch von Realität bezüglich unseres verbesserten Selbsts holte uns allerdings bereits nach den ersten drei Wochen ein, als uns auffiel, dass wir

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den hauseigenen Fitnessraum und Pool unserer Übergangsbleibe bis dahin nur einmal genutzt hatten, obwohl der regnerische westkanadische Herbst uns genügend Anlässe geboten hätte, unser Stadterkunden mit einem sportlichen IndoorProgramm zu ergänzen. Die besten Cinnamon Buns (Zimtschnecken) der Stadt hatten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich bereits gefunden und mehrfach genossen. Als wir dann in unser neues Heim zogen, waren andere Dinge wichtiger als regelmäßige Outdoor-Aktivitäten, Kochkurse oder ähnliches: Kästen mussten zusammengebaut, Küchenausstattung gekauft und die Gegend erkundet werden. Allein der erste Großeinkauf für die Grundnahrungsmittel beanspruchte einiges an Energie, mussten wir doch erst einmal das riesige Angebot sichten und dann entscheiden, ob wir die 10-, 5- oder 2 kg-Packung Zucker nehmen sollten und ob wir 1, 2 oder doch knapp 4 Liter Milch verbrauchen würden. Inzwischen wissen wir Großpackungen wie die Gallon Milch durchaus zu schätzen: Einmal nach Hause geschleppt, ersparen sie tägliche Mini-Einkäufe. Weiterhin bedenklich erscheint uns allerdings die Tatsache, dass Soft Drinks wie Cola, Sprite & Co sowohl im Supermarkt als auch in Restaurants um vieles günstiger sind als weniger zuckerreiche Alternativen. Kostenlose refills sind auch in guten Lokalen durchaus üblich. Außerdem waren da all diese Dinge, die wir neu lernen mussten und die sich als aufregender erwiesen als wir sie in Erinnerung hatten: Busfahren war eine solche, im Wiener Alltag eine nicht weiter nennenswerte Aktivität. Auch das Besorgen eines Bibliotheksausweises gestaltete sich schwieriger als gedacht. Und sogar das in der Heimat nicht weiter erwähnenswerte Betanken eines (Miet-)

Wagens kann zur Herausforderung werden, wenn die gewohnte Reihenfolge - erst Tanken, dann Zahlen - umgekehrt wird. Unser erstes ‚Mietwagen-Wochenende‘ brachte uns außerdem die Erkenntnis, dass wir es zwar vermutlich schaffen würden, uns in den Monaten unseres Aufenthaltes ein umfassendes Bild von Vancouver zu machen, dass es jedoch eine große Aufgabe sein würde, auch British Columbia zu erkunden. Nachdem die Strecke unseres Tagesausflugs auf der Landkarte kaum sichtbar wurde, verstanden wir, warum die Vancouverites für ihre Reisen in andere Provinzen - und oft auch innerhalb B.C. - das Flugzeug wählen. British Columbia ist ungefähr elfmal so groß wie Österreich – mit nur halb so vielen EinwohnerInnen. Kanada wiederum mit seinen 34 Millionen EinwohnerInnen, hat ca. zehnmal die Flache von B.C. Unendliche Weiten also – so viel zu sehen, so viel zu bereisen! Eigentlich... Die Kombination von Nicht-CamperGenen mit herbstlich-winterlichem Dauerregen führte letztendlich dazu, dass wir die wenigen Sonnentage für stadtnahe Radtouren, einen Skiausflug auf Grouse Mountain, den Hausberg Vancouvers, und Parkerkundungen nutzten. Die unzähligen Regentage boten hingegen ausreichend Zeit für die Beschäftigung mit theoretischem Wissen über Kanada, mit dem wir uns in der großartigen Public Library versorgten, so dass wir insgesamt sehr zufrieden mit unseren Unternehmungen waren. Allerdings haben wir es inzwischen auch ins ca. zwei Stunden entfernte Whistler geschafft. Nachdem wir bereits die Anreise über den Sea-to-Sky-Highway entlang der Sunshine Coast bei namensgebenden Wetterbedingungen sehr genossen hatten, fanden wir in Whistler fantastische Wintersportbedingungen in einer grandiosen Landschaft vor. Und für weitere Reisen, so sagen wir uns, können wir ja dann den Frühling nützen… Bald haben wir Halbzeit hier in Vancouver. Wir merken mit einer gewissen Wehmut, dass die Zeit wie im Flug vergeht und noch so vieles entdeckt und erkundet werden will. Gleichzeitig staunen wir darüber, wie gut wir bereits in der Stadt verankert sind. Wir nehmen intensiv am kulturellen und sozialen Leben teil, haben Anschluss gefunden und Menschen, mit denen wir reden und lachen können.

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Wenn wir dann allerdings im Stillen überlegen, ob wir nicht doch ganz nach Kanada übersiedeln sollten, stellt sich rasch Ernüchterung ein. Denn abgesehen von der Unabdingbarkeit zweier Jobs sowie wohlgesonnener immigration officers sind die Miet- und Kaufpreise in Vancouver zur Zeit unglaublich. Allein unser 56m² großes Häuschen, das eigentlich eine umgebaute Garage auf dem Grundstück unserer Vermieter ist, ein so genanntes ‚laneway house‘ also, kostet uns monatlich CAD 2.400,- (EUR 1850,-), wenn auch möbliert und inklusive aller Zusatzkosten. Wollten wir uns ein Haus in einer adäquateren Größe und in guter Lage mieten oder gar kaufen, müssten wir wohl mit CAD 3600,- (EUR 2.700,-), bzw. CAD 1.4 Millionen (ca. EUR 1 Mill.) rechnen. Das ließe sich nur mit Hilfe eines Lottogewinns bewerkstelligen...Gebaut wird allerdings an allen Ecken, es scheinen also noch genügend Geldmittel im Umlauf zu sein. Als wichtigste Erkenntnis nach den ersten Monaten in Vancouver bleibt, dass wir uns von einigen Vorstellungen verabschieden mussten, die wir von uns hatten. Unser „besseres Selbst“ sieht anders aus als wir das vermuteten. Und es hat verdammt viel Ähnlichkeit mit dem bisherigen, gemütlichen, auf der Couch ebenso zufriedenen wie tanzenden, stadterkundenden Selbst. Wir merken nun, dass das durchaus gut so ist, denn wir sind bereits vieles von dem, was wir sein möchten. Gleichzeitig ist es gut zu wissen, dass es eben auch die anderen Teile in und von uns gibt, die mitreisen, egal, wie weit entfernt der neue Lebensort ist. Wenn Eine eine Reise tut, dann kann sie was erleben… G.M. Angetrieben vom Wunsch, mit Mitte 40 ihren Traum vom Erkunden eines anderen Landes zu verwirklichen, verbindet Gerda Müller, Personalchefin einer österreichischen Universität mit 1200 MitarbeiterInnen, nach zwölf Jahren Leitungstätigkeit das Angenehme mit dem Nützlichen und widmet sich im wunderschönen Kanada im Rahmen eines Sabbaticals dem Auffrischen ihrer Englischkenntnisse. Möglichst viel räumlichen Abstand zwischen sich und Wien zu legen, erschien ihr dabei wichtig, um den Außenblick auf allzu vertraut gewordene Strukturen wiederzugewinnen. Fotos: © Gerda Müller

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UnJour en France

Ein Stück Frankreich für Zuhause

Ein Tag in Frankreich…wer schon mal da war, der kennt das besondere Flair dieses Landes. Und wer noch nicht da war, der kennt zumindest die Bilder der blühenden Lavendelfelder der Provence, die der steilen Klippen der Bretagne oder einfach nur die des Eiffelturms und der Pariser Straßenzüge. Man muss aber nicht mehr nach Frankreich fahren um französischen Flair erleben zu können. Seit gut einem Jahr gibt es ein Stück Frankreich im 6. Wiener Gemeindebezirk: Un jour en France - der französische Spezialitätenladen lädt zum Gustieren und Kaufen ein. Ein Geheimtipp für alle frankophilen Österreicher und für die Franzosen in unserer Stadt, die sich ein Stückchen Heimat nach Hause holen wollen.

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Schon wenn man das Geschäft betritt spürt man die wunderbare Atmosphäre: weiße Regale, lavendelfarbige Wände, dazwischen der eine oder andere Sessel. Im hinteren Teil entdeckt man dann noch eine feine Vinothek, in der sich neben Weinen und Champagner auch Spirituosen und natürlich Cidre finden. Im Sommer gibt es einen kleinen Schanigarten vor der Türe.

David Schuster - selbst waschechter Franzose, auch wenn es der Name auf den ersten Blick nicht vermuten lässt - hat sich mit Un Jour en France vor rund einem Jahr – nach 12 Jahren Werbebranche - einen Traum erfüllt. Was ihn dazu bewegte? Zum einen war es die Liebe zu französischen Produkten und dem damit

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verbundenen Lebensgefühl, zum anderen wurde er immer öfter gefragt, ob er Freunden etwas Bestimmtes aus Frankreich mitbringen könne. Und schließlich fehlte ihm in der Werbebranche das unmittelbare Feedback seiner Kunden auf die Dinge, die er verkaufte.

„Die Leute kommen rein, und nehmen ein Stück Glück vom Geschäft mit nach Hause.“ „Die Leute kaufen etwas, kommen dann wieder und sagen: wow, das war super, das ist grenzgenial. Dieses Feedback bekommst du in deinem Job nicht, wenn du etwas verkaufst. Du machst halt deinen Job. Aber auf dieser persönlichen Ebene kommt nichts zurück“, erzählt David.

„Und hier kriegst du so viel positives Feedback. Die Leute kommen und reden eine Dreiviertelstunde mit mir Französisch. Sie wollen etwas ausprobieren oder holen sich Tipps, weil sie bald mal nach Marseille fahren. Letztens war sogar eine ganze Schulklasse da. Oder sie interessieren sich für die Produkte, haben ein wenig Heimweh oder wollen Freunden Köstlichkeiten aus ihrer Heimat Frankreich näherbringen.“

„Die Leute müssen träumen, wenn sie das Geschäft betreten.“ Diese positiven Rückmeldungen, dieses Gefühl, ein wenig Glück mitgeben zu können, ist es, was ihn anspornt, um für seine Kunden immer wieder

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auf die Suche nach neuen französischen Spezialitäten zu gehen. Das Sortiment ist beeindruckend vielfältig und groß. Neben einer exklusiven Vinothek im hinteren Teil des Geschäfts, gibt es im vorderen Raum eine Angebotspalette, die keine Wünsche offen lässt: von speziellen Süßigkeiten über Marmeladen, Gewürze, Öle, Sirups bis hin zu violetten Chips reicht das Angebot. Auch Bücher gibt es zum Schmökern. Die Preise sind menschlich: von 50 Cent für ein Stück Konfekt bis zu 360,- Euro für einen speziellen Cognac ist für jede Geldbörse etwas zu finden. Es steckt viel Liebe zu den Produkten, Recherche und Ausprobieren in diesem Sortiment. Vieles, was man im Geschäft findet, gibt es in Österreich nur hier. Und das ist David besonders wichtig, denn das macht es interessant. Für ihn und für seine Kunden.

Ein Lebensgefühl vermitteln. Das französische Lebensgefühl samt seinen (immer wieder neuen) Geschmackserlebnissen steht im Un Jour en France also im Mittelpunkt. Vieles davon IST geschmackstechnisch neu und ungewohnt für österreichische Gaumen. „Die Franzosen haben eine viel größere Palette an Produkten und Gerichten, die sie essen. Und sie sind in der Regel auch offener neuen Produkten gegenüber, als so manch anderer Europäer“, meint David. Beispiel wäre da die Crème de Salidou, eine spezielle, köstliche Schokolade mit einer SalzbutterKaramellfüllung. „Die meisten Österreicher sagen zuerst mal nein, danke“, lacht David, „bis sie sie dann probiert haben und dann gleich 2, 3 oder sogar 5 Tafeln auf einmal kaufen.“

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Tipp

David Schuster macht auch Verkostungen seiner Delikatessen und Weine. Denn nur wer es einmal probiert hat, weiß auch, ob er es haben möchte. Das Lebensgefühl geht durch den Magen - und zwar direkt. Kürzlich gab es beispielsweise eine Suppenverkostung, mit Suppen aus dem Glas, die man dann auch gleich mit nach Hause nehmen konnte. Jeden ersten Samstag im Monat zwischen 10.00 und 13.00 Uhr gibt’s eine Frühstücksverkostung, bei der man unter anderem alle möglichen und unmöglich klingenden Sorten Marmelade von Schwarze Oliven mit Ingwer über Williamsbirne oder Veilchen, verschiedene Honigsorten wie Lavendel oder Orangenblüte und auch Schokoladenaufstriche, zum Beispiel aus der Tonkabohne, probieren kann. Dazu gibt es frische Croissants und Baguettes, erlesene Tees oder Kaffee. Für die kommenden Frühlings- und Sommertage kann ich zum Beispiel den sensationellen Cidre Rosé aus roten Äpfeln, empfehlen, den ich verkostet habe. Sehr fruchtig und mit 3% Alkohol eine leichte Alternative zu Wein. Auch die Crème de Salidou-Schokolade (Salzbutter-Karamellschokolade, eine Spezialität aus der Bretagne) ist ein Hit und wurde mir letztens im Freundeskreis buchstäblich aus der Hand gerissen. Un Jour en France - Einfach vorbeischauen, kosten und sich überraschen lassen. Es lohnt sich. K.W.

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Der I n-Dri Côte d‘Azu nk an der r: Ro – Ros sé Pa é We mpe i n m i Grape t Ros a fruit Sirup Den G rapef ru und n och v it Sirup – i e le and spann ere ende Sirup Gesc hmac kss gibt e orten s im Un J our e n Fra nce.

Unsere Leserinnen und Leser erhalten auf ihren Einkauf 5% Rabatt. Stichwort: Inspirationen

Die nächsten Termine: Frühstücksverkostung Jeden 1. Samstag im Monat von 10.00 – 13.00 Uhr (bitte um Anmeldung), Unkostenbeitrag EUR 11,Bouillabaisse Abend 21. März 2012 David kocht selbst eine original Bouillabaisse für eine ausgewählte Runde (bitte um Anmeldung) Preis: EUR 39,- exkl. Getränke Un jour en France Barnabitengasse 8 | 1060 Wien Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 10.30-19.00 Uhr Samstag: 10:00-18:00 Uhr www.unjourenfrance.at alle Fotos: © Mirjam Reither (www.mirjam-reither.at) und David Schuster

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Inspiration Auch nur ein kurzer Flash von Inspiration verändert die Art und Weise, wie dein Bewusstsein arbeitet. […] Kreative Inspiration ist die einzige und wichtigste Gabe, die das Potenzial hat, die Menschheit aus der Opferhaltung zu befreien. Richard Rudd

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Was ist eigentlich Inspiration und w Inspiration – der Duden definiert sie als „schöpferischen Einfall, Gedanke, plötzliche Erkenntnis, erhellende Idee, die jemanden, besonders bei einer geistigen Tätigkeit, weiterführt, Erleuchtung, Eingebung“. Wikipedia erklärt sie folgendermaßen: „Inspiration kommt von lat.: inspiratio „Beseelung“, Einhauchen von spiritus „Leben, Seele, Geist“. Allgemeinsprachlich versteht man darunter etwa einen unerwarteten Einfall oder einen Ausgangspunkt künstlerischer Kreativität. Begriffsgeschichtlich liegt die Vorstellung zugrunde, dass einerseits Werke von Künstlern, andererseits religiöse Überlieferungen Eingebungen des (nicht notwendig personal verstandenen) Göttlichen seien - eine Vorstellung, die sich sowohl in vorderorientalischen Religionen wie auch bei vorsokratischen Philosophen findet und dann eine breite Wirkungsgeschichte entfaltet“.

Was aber bedeutet Inspiration für uns? Ohne Inspiration wäre unser Leben um einiges ärmer. Schon als die Menschheit am Anfang stand, ließ sie sich von ihrer Umgebung, der Natur oder auch anderen Menschen inspirieren: sie schuf Werkzeuge, kreierte Kunstwerke und ersann Geschichten.

Die alten Griechen, allen voran Hesiod und Demokrit, haben sich durch das Göttliche inspiriert gefühlt und sich als Empfänger göttlicher Eingebungen verstanden. Demokrit etwa formuliert: „Was auch immer ein Dichter mit Enthusiasmus beschreibt und mit göttlichem Anhauch bzw. Geist , das ist gewiss schön.“

Menschen lassen sich gerne inspirieren oder inspirieren sich selber. Oft braucht man einfach nur da zu sitzen und in die Luft zu starren - wie manche Zeitgenossen das gerne mal abwertend nennen – das kann fantastisch inspirierend sein. Auf einer Bank sitzen die Sonne genießen, an nichts denken und dann kommt dieser eine Gedanke, dieses eine Bild oder was auch immer, das uns inspiriert, uns entführt und uns auf eine Reise schickt, deren Ziel wir noch nicht kennen.

Cicero verwendete den lateinischen Ausdruck afflatus im poetischen wie im religiösen Sinne für „Inspiration“ oder „göttliche Eingebung“, als „Einwehen, Einhauchen von etwas“ durch einen göttlichen Wind. Der römische Anwalt, Politiker, Poet und Philosoph beschreibt Inspiration als einem unerwarteten Hauch, der den Poeten ereilt – eine mächtige Gewalt, deren Wesen der Poet hilflos und unbewusst ausgesetzt sei. Cicero hat es damit auf den Punkt gebracht.

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Wie findet man Inspiration? Inspiration ist das Einhauchen von Geist und Seele, inspiriertes Leben ist gelebtes Leben, eigenständig, selbstbestimmt und vollkommen befreit von allem. Inspiriertes Leben ist auch, das zu tun, wozu wir wirklich Lust haben, was wir wirklich wollen, und vor allem wofür wir auch bestimmt sind. Kurz gesagt: Inspiration bedeutet, sich die Freiheit zu nehmen, das Leben bewusst zu leben.

Inspiration als Lebenselexir Inspiration ist ein Lebenselixier. Leider wissen viele Mitmenschen mit Inspiration nur wenig anzufangen. Aber wofür braucht man Inspiration denn überhaupt? Geht es denn nicht auch ohne? Kreativ sein reicht doch wohl oder nicht?

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Fotos © Alexander Maria Faßbender

wofür brauchen wir sie? Die Seele braucht Inspiration Der Seele etwas Gutes tun, so sahen die alten Römer oder Griechen Inspiration. Inspiration ist Seelennahrung und das wiederum ist wichtig, um unseren Emotionen Futter zu liefern. Ohne sie würden wir nicht überleben, wir würden höchst depressiv werden. Menschen brauchen die Inspiration um Lösungen zu finden, zu neuen Ideen zu kommen, neue Wege zu gehen. Wenn sie das eine nicht haben können dann inspirieren sie sich zu etwas anderem. Ein kleines, banales Beispiel: In manchen Regionen haben die Menschen zu wenig Sonne. Und wir wissen, dass uns Sonnenlicht sehr gut tut, ja, es ist sogar lebensnotwendig. Also erfand der Mensch das künstliche Sonnenlicht, dass den Menschen helfen soll, Serotonin, das Glückshormon, zu produzieren, welches uns eben in dunklen Tagen abhanden kommt. Es gibt so viele Möglichkeiten wodurch Menschen inspiriert werden können und die unterschiedlichsten Auslöser dafür. Inspiration hat ganz viele mit Ideen zu tun, wobei „Ideen haben“ nicht ident mit „inspiriert sein“ ist. Inspiration ist nicht haltbar, Inspiration passiert. Wenn man inspiriert ist, dann kann man diese Inspiration nicht konservieren, kann sie nicht in eine Schublade stecken und bei Bedarf wieder herausholen. Inspiration passiert immer im JETZT. Inspiration motiviert, sie macht Menschen produktiver, lebendiger. Wichtig für jede Art von Inspiration ist die Umsetzung. Je stärker eine Inspiration ist, umso mehr wird man diese auch umsetzen wollen - und auch

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können. Erich Kästner hat einmal gesagt: „Du brauchst mehr Träume, als andere Menschen zerstören können.“ Also lassen wir unsere Träume nicht zerstören. Lassen wir unseren Inspirationen freien Lauf und leben unser Leben, das uns bestimmt ist. Es beginnt oft mit einer kleinen Inspiration, einem kleinen Traum, der dann plötzlich etwas Großes, Wunderbares wird. Lassen Sie es zu. AMF

Alexander Maria Faßbender ist einer der Top-Coaches für Persönlichkeitsentwicklung im DACH-Raum und Lehr-Coach an verschiedenen europäischen Instituten. Faßbender ist ein inspirierender und begeisternder Mensch und „Inspiration for Life® - your Life“ ist sein Motto. Dies setzt er in seinen Coachings perfekt um und motiviert seine Coachees, erfolgreich(er) und glücklich(er) ihr Leben zu gestalten. www.alexandermariafassbender.de

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Berührung

Hallu, „Göttlich klein / Das Original“, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

Wir brauchen Berührungen - und bekommen sie immer weniger... Unsere Haut ist ein hochsensorisches Organ, das einerseits Abgrenzung aber auch Verbindung zu unserer Umwelt ist. Sie nimmt Reize auf, die dann von unserem Zentralnervenssystem verarbeitet werden müssen. Tausende von Sensoren übertragen die Informationen einer Berührung an unser Gehirn. Die Fähigkeit, Reize über die Haut zu empfangen, entwickelt sich schon bevor wir noch geboren werden. So reagieren schon Embryos im Mutterleib auf Reize, die sie über ihre Haut wahrnehmen. Die Beruhigung durch Berührung ist das Erste, was wir als Kind über die Mutter erfahren. Würden wir als Babys keine körperliche Berührung durch die Eltern bekommen, würden wir nicht überleben. Die Berührung ist für uns also von Beginn an überlebenswichtig. Wann haben Sie zuletzt einen Freund, eine Freundin umarmt und geherzt? Ihren Partner oder Ihre Kinder einfach so in den Arm genommen oder dem Kollegen oder der Kollegin nach einem stressigen Arbeitstag die Hand beruhigend auf die Schulter gelegt? Kann es sein, das Berührungen in unserem alltäglichen Umgang ein bisschen verpönt sind? Will man sich nicht zu nahe kommen, lieber einen distanzierten Sicherheitsabstand bewahren? Warum werden Berührungen in unserem Alltag immer seltener, obwohl wir uns alle innerlich danach sehnen? Ein Australier hat 2004 in Sydney begonnen, sich mit einem Schild in die Einkaufsstraße zu stellen und „Freie Umarmungen“ anzubieten. Dabei

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konnte jeder, der wollte, sich von ihm umarmen lassen. Diese Aktion der „Freien Umarmungen“ ist mittlerweile eine Bewegung die weltweit von vielen Leute nachgeahmt wird. Berührungen sind so „In“ wie noch nie. Leider haben sie kaum Platz in unserer Gesellschaft. In meinem Beruf als Shiatsu Praktikerin mache ich jeden Tag die Erfahrung, welche wunderbare Wirkung einfache Berührungen in sich bergen. Berührungen werden von den meisten Menschen als überaus angenehm empfunden, sie wirken entspannend und regulieren unser vegetatives Nervensystem. Das heißt, unser Pulsschlag wird langsamer, unser Atem ruhiger, wir beginnen uns ganz unbewusst zu entspannen und können Sorgen im Alltag viel leichter loslassen. Meine Erfahrung ist, dass Menschen, die regelmäßige Berührungen durch andere Menschen erfahren, emotional und körperlich viel ausgeglichener und dadurch viel leistungsfähiger sind. Tipp: Einmal weniger vor dem Fernseher, PC oder Tablet hocken und unsere sehr schnelle, Welt vor der Türe lassen. Gönnen Sie sich lieber regelmäßig eine Massage oder ein wohltuendes Bad oder genießen Sie einen entspannten Kuschelabend mit Ihren Liebsten. B.P. Quelle: Martin Grunwald, Lothar Beyer (Hrsg.): Der bewegte Sinn Wikipedia - Free Hugs Campaign

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Ein-Gebungen unseres Körpers.

Kennen Sie das? Sie können ganz spontan eine Entscheidung treffen, ohne genau erklären zu können, warum Sie so entscheiden, und spüren und wissen gleichzeitig, dass es genau die richtige Entscheidung ist? Oder Geistesblitze. Jeder von uns kennt das, wenn in hundertstelsekundenschnelle Gedanken sich zu etwas Neuem verbinden und daraus ein spontaner „Keine Impuls entsteht. Unsere Intuition ist eine spannende Gabe, die wir von Mutter Natur mitbekommen haben. Jeder hat sie und jeder nutzt sie – mehr oder minder oft. Heutzutage sind die meisten von uns sehr stark trainiert darauf, etwas rational verstehen zu müssen. Die Intuition kann man allerdings nicht verstehen, sie passiert einfach und leitet uns aus einem körperlichen Wissen und Erfahrungen heraus.

denken

In unserer Entwicklungsgeschichte diente die Intuition dazu, in Blitzesschnelle den Feind vom Freund zu unterscheiden, unser Überleben JETZT sicherzustellen. Um das möglich zu machen, muss sie blitzschnell funktionieren. Für langes Abwägen bleibt keine Zeit, wenn es ums Überleben geht. Das war damals wie heute so. Und eine Triebfeder für intuitive EntscheiArt zu dungen sind unsere Ängste – Ängste, „nicht zu überleben“ im übertragekann uns nen Sinn.

die Angst nehmen,

Unsere Intuition schöpft unbewusst aus unseren Erfahrungen denn die Angst ist und kann aufgrund des Erfahrungsschatzes auch Ereignisse genau wegen des voraussehen. Sie hängt auch sehr stark mit unserer körperlichen GeDenkens da.“ sundheit zusammen. Hier liegen Instinkt und der Geruchs- und GeRichard Rudd schmackssinn. Unsere Intuition lässt uns z.B. an Nahrungsmitteln riechen um Intuition kommt aus dem Lateinischen herauszufinden, ob etwas verdorben ist intuire und bedeutet so viel wie „angeschaut oder nicht. Manch andere müssen etwas kowerden“. In seiner ursprünglich grammatikalisten um das herauszufinden wieder andere müssen schen Form (intuitum) drückt es etwas Passives sie angreifen... aus, etwas, zu dem wir aktiv nichts tun. Und das ist ja auch, was wir erleben: wir wissen etwas, ohne K.W. etwas dazu zu tun.

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Am Anfang stand bei Eva Lackner die Frage „Wie kann ich als Kreative etwas Neues schaffen und gleichzeitig einen Kontrapunkt zur den Praktiken in der schnelllebigen Bekleidungsindustrie setzen“? Als Antwort darauf ist eine sozial- und umweltverträgliche Modekollektion entstanden: Entwickelt aus ökologischen, natürlich und regional hergestellten Materialien unter Einbindung von Recycling-Elementen, modisch weiterverarbeitet zu langlebigen, wandelbaren Lieblingsstücken.

Wenn man nachhaltig und Mode in einem Satz sagt, denkt jeder sofort an Jutetaschen und Jesusschlapfen. Nachhaltige Mode kann aber modern, tragbar und up to date sein. Eva Lackner kann das jederzeit bestätigen, denn sie beschäftigt sich als Modedesignerin damit. Ihr war es immer schon ein Anliegen, den ökologischen Fußabdruck auch bei der Mode zu reduzieren. Bei Ihren Kreationen achtet sie darauf, dass die Modelle der aktuellen Kollektion immer zu den vorherigen Kollektionen passen – sowohl farblich als auch vom Stil her. Außerdem sind die Teile vielseitig und wandelbar. So finden sich oft Wendemodelle in den Kollektionen, oft auch Modelle, die sich mit einfachen Handgriffen verwandeln lassen. So wird ein Kleid durch Raffen zu einem raffinierten T-Shirt oder ein Schal zu einem Bolero. Man kann die Teile nach Lust und Laune kombinieren und durch Accessoires immer wieder neue Blickpunkte schaffen. Auf den Punkt gebracht: Die Modelle von Eva Lackner sind neben ihrer Tragbarkeit immer auch eine Herausforderung an die Kreativität der Trägerin. Mode hat sie schon immer gemacht. Ihre ersten Nähversuche als Designerin waren mit einer Rast & Gasser Maschine – eine alte Nähmaschine mit Handbetrieb. Als Stoff mussten die alten Hemden vom Opa herhalten und als Mannequins wurden der Bruder und die jüngere Kusine mit dem Selbstgenähten ausstaffiert und fotografiert. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Eva Lackner schon in jungen Jahren den Trend des Upcycling

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vorwegnommen. Beim Upcylcling werden Reste, Verschnitt- oder Ausschuss- sowie Verpackungsmaterial als Rohstoff für die Schaffung neuer Produkte verwendet. Dabei wird meist durch handwerkliche Arbeit ein höherwertiges Endprodukt geschaffen, das oftmals ein Unikat ist. Damit war der weitere Weg vorgegeben: In der Modeschule in Wr. Neustadt lernt sie die Handwerkskunst des Nähens wo Eva in vielen Praxisstunden den Grundstein für ihre fachliche Technik erhält. Nach Abschluss dieser Ausbildung wechselt sie nach Graz in die Masterklasse für Mode und Design, wo sie ihre künstlerische Kreativität ausleben kann: zeichnen, entwerfen, designen. Nach einem halben Jahr als Au-Pair in den USA verlegt Eva Lackner ihren Wirkungskreis in die Bundeshauptstadt. Sie nimmt die Stelle einer Assistentin bei einem Modelabel an. Sie besucht Messen, recherchiert auf Flohmärkten, beobachtet die Trends der Straße. Aber auch hier kann sie ihre eigene Kreativität nicht ausleben, copy and paste ist angesagt. Da kommt ihr das Angebot der Volksoper in Wien gerade recht und übernimmt die Verantwortung für den Bereich Kostümorganisation. Hier ist die spielerische Umsetzung des Handwerks mehr gefragt als Genauigkeit, hier zählt das Gesamtbild, nicht das Detail. Zwei Saisonen arbeitet sie auch für die Bregenzer Festspiele und ist dort für die Produktionsbetreuung und Kostümassistenz zu-

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Eva Lackner

Mode - nachhaltig, Ăśkologisch, modern

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ständig. Vier Jahre am Theater, das sind vier Jahre voll Stress, unregelmäßigen Arbeitszeiten und Schnelllebigkeit, aber auch 4 Jahre voller wunderbarer Erfahrungen und Begegnungen.

2010 eröffnet sich ihr plötzlich ein neuer Weg. Im Zuge ihrer Recherchen im Internet erfährt sie von den Pioneers of Change. Diese Akteure des Wandels (www.pioneersofchange.at) haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu unterstützen, 2006 kündigt sie ihren gut bezahlten „Theaterdie durch ihre Aktivitäten Verantwortung für die job“ und nimmt das Angebot der Modeschule MiZukunft übernehmen und die aus ihren Träumen chelbeuern an. Sie unterrichtet die Schülerinnen und Potenzialen konkrete Initiativen, Organisaund Schüler in den Bereichen Textiltechnolotionen und nachhaltige Unternehmen aufbaugie, Entwurf und Design, Schnittgestaltung, en. Eva Lackner ist begeistert. Sie reduziert ihre Fertigungstechnik und Projektmanagement. Als Unterrichtsstunden und belegt den einjährigen Projektcoach betreut sie unter anderem ProjektLehrgang. Ein Jahr mit intensiver Visions- und arbeiten zu den Themen „Fairer Handel“ und Ressourcenarbeit, ein Jahr, in dem sie ihre Vision „Recycling in der Mode“. Die Arbeit mit den eines Eco-Mode-Labels entwickelt. Sie möchte Jugendlichen ist für sie spannend und vielseitig. eine Modekollektion aus bio-fairen, natürlich Sie unterstützt die Schülerinnen beim Umhergestellten Materialien und Recycling„Es ist setzen ihrer Ideen – aber ihre eigenen Stoffen entwerfen und sich als Desikann sie nicht ausleben und verwirkgnerin etablieren. Ihr Ziel ist es, ihre mir wichtig, Mode lichen. Die Folge: sie wird immer eigene Modelinie im hauseigenen unzufriedener weil ihr kreatives ganzheitlich zu betrachten Atelier zu fertigen und in weiterer Potential wieder auf der Strecke um sie nachhaltig zu gestal- Folge in Kooperation mit einem bleibt. Inspiriert von Freunden, sozial-ökonomischen Projekt in die begonnen hatten, ihr Leben zu ten: woraus und von wem wird kleiner Auflage zu vervielfältigen. verändern und ihre Visionen umzusetzen, kommt auch bei ihr ein sie hergestellt, wo wurde pro- „Das Wichtigste an diesem LernUmdenkprozess in Bewegung. duziert, wem nützt sie und und Werdegang war, neben der Entwicklung meines Projektes, welche Anforderungen Eva beginnt zu hinterfragen, wordas Netzwerken und der Austausch aus und unter welchen Bedingungen unter den Lerngangsteilnehmern. soll sie erfüllen? Mode hergestellt wird. Sie fördert auch Es sind viele neue Freundschaften enteine kritischere Auseinandersetzung mit standen, die nach wie vor Bestand haben,“ diesem Thema in der Schule. „Es war für mich so das Resümee von Eva. Nach Abschluss des immer wieder eine Herausforderung innerhalb Lehrgangs steht für sie fest, dass sie ihr Ziel in der Struktur einer Regelschule mit dem Fokus auf Richtung Selbständigkeit weiterverfolgen wird. Leistungsanspruch den „ganzen“ Menschen im In den Jahren 2011/12 entwickelt sie ihre ersten Blick zu behalten. Dadurch fragte ich mich mehr Kollektionen und präsentiert sie auf einem Markt und mehr, ob meine Vision, „beruflich meinen der „Wandelwerkstatt“ (www.werkzeitraum.files. Platz zu finden, einen sinnvollen Beitrag zu leisten wordpress.com/2010/09/werkfrauen-geschichund Verantwortung zu übernehmen“, an diesem ten.pdf). Die Modelle verkaufen sich prächtig und Ort erfüllt war,“ meint sie über ihre Zeit an der die positive Resonanz bestärkt sie, mit ihrer kreaModeschule. tiven Arbeit weiterzumachen und ihrer Intuition zu folgen.

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Sie nutzt die Zeit, um die Strukturen für ihr Unernehmen weiter vorzubereiten und wagt am 1. März 2013 den großen Schritt: sie macht sich selbstständig. Nach 20 Jahren Tätigkeit in klassischen Angestelltenstrukturen ist sie zum ersten Mal frei. Es gibt keine Aufgaben mehr von außen, sie ist eigenverantwortlich für das, was sie macht. Mit dem Entschluss, ökologische, nachhaltige Mode zu designen hat Eva ihren eigenen Weg gefunden. Sie muss sich damit aber auch den Herausforderungen des Marktes stellen. Noch ist es nicht so einfach, nachhaltig erzeugte und fair gehandelte Stoffe zu erhalten. Im Designprozess muss kreativer gearbeitet werden als mit herkömmlichen Materialien. Aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Tätigkeit an der Modeschule weiß sie aber auch, wie man Schnitte kreiert, die kaum StoffAbfall produzieren und wie viele Nähte man für ein Modell tatsächlich braucht. Sie stellt sich der Herausforderung, einen Schnitt so zu gestalten, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Sie muss sich aber auch der Frage stellen, wie groß die neue Kollektion sein soll, welche Farben verwendet werden und wie sie ihre Modelle ihren Kundinnen präsentieren soll. Aber auf eines können sich ihre bestehenden und auch ihre neuen Kundinnen schon jetzt freuen: auf ihre wunderbare Mode, die zeitlos schön und immer angenehm zu tragen ist, die das gewisse Etwas besitzt und mit der die Trägerin den eigenen Stil und die eigene Persönlichkeit unterstreicht. Mode so wie sein soll – designed by Eva Lackner.

K.S.

K.S.

Die Mode von Eva Lackner erhalten Sie bei der „Fee im Glück“ Burggasse 31 – www.fee-im-glueck.at Kontakt Eva Lackner: www.evalackner.at

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Nepal

Das Land, in dem sich Himmel und Erde ber端hren

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Eingeklemmt zwischen den Großmächten China und Indien, am Fuße des Himalayas, liegt Nepal, ein Land, das seit jeher die Fantasie der Menschen beflügelt hat. Mit seinen hohen Bergen und seiner gelebten Spiritualität lockt es Jahr für Jahr Touristen aus allen Herren Länder an. Hier treffen Chaos und Ruhe, Armut und kulturelle Reichtümer aufeinander. Nepal ist ein Land mit verlassenen, vom Krieg zerstörten Dörfern und übervölkerten Städten. Die Wunden des Bürgerkriegs heilen langsam. Es ist ein Land mit lebendiger Spiritualität, wo in jedem Hindutempel eine Stupa und in jeder Stupa zumindest ein Altar für den Hindu-Gott Ganesh zu finden ist und wo Kali noch Tieropfer dargebracht werden. Nepal ist aber vor allem ein Land, dass durch die Menschen, die dort leben, bezaubert. Wenn man sich darauf einlässt, wird man von seinem Zauber eingefangen und trägt für immer diese tiefe Sehnsucht in sich. Die Sehnsucht nach dem Land, in dem sich Himmel und Erde berühren.

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„Ton knetend, formt man Gefäße.Doch erst ihr Hohlraum,

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das Nichts, erm旦glicht die F端llung. Aus Mauern, durchbrochen von T端ren

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und Fenstern, baut man ein Haus. Doch erst sein Leerraum, das Nichts,

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gibt ihm den Wert. Das Sichtbare, das Seiende,

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gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare, das Nichts,

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gibt ihm Wesen und Sinn.

Laotse

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Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde, Die Tage kommen blütenreich und milde, Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen. Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten, Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele, So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.

(Friedrich Hölderlin, 1770-1843)

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Inspirationen für Sinne und Seele 01/2013  

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