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April 2012 | 2 Euro

F 11862 INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER ERFURT

Wirtschaftsmagazin www.erfurt.ihk.de

TITEL Informationstechnologie f端r den Mittelstand

KONJUNKTUR Th端ringer Exporte durchbrechen Schallmauer

PRAXIS Online-Texte 端berzeugend formulieren


Kommentiert

Kommunalwahl 2012

Dieter Bauhaus

Am 22. April 2012 werden in Thüringen die Oberbürgermeister, hauptamtlichen Bürgermeister sowie Landräte gewählt und damit die Weichen für die nächsten sechs Jahre neu gestellt – sowohl für die weitere wirtschaftliche Entwicklung als auch für die Bürger. Die kommende Legislaturperiode ist wahrscheinlich die komplizierteste seit der deutschen Wiedervereinigung. Sowohl die Förderung durch die Europäische Union als auch die Unterstützung durch den Solidarpakt des Bundes sind rückläufig. Nicht nur dem Freistaat, sondern auch den Landkreisen und Kommunen fehlen dann erhebliche Finanzmittel in ihren Kassen. Unternehmen benötigen gute Standortbedingungen, welche maßgeblich von der Handlungsfähigkeit vor Ort abhängen. Dies ist vor dem Hintergrund der kommunalen Finanzausstattung oft nicht einfach. Dennoch ist eine gute Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar. Industrie- und Gewerbeflächen müssen angeboten, Standortmarketing und kommunale Wirtschaftsförderung aktiv in die Vermarktung dieser Flächen eingebunden werden. Und ebenfalls gewinnen die weichen Standortfaktoren an Bedeutung, wenn es gilt, Arbeitskräfte zu akquirieren und dauerhaft zu halten.

Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012

Eines ist dabei klar: Nur gemeinsam können Unternehmen und Kommunen die Herausforderungen der kommenden Jahre bewältigen. Daher hat die Industrie- und Handelskammer Erfurt im Vorfeld der Kommunalwahl „Kommunalpolitische Wahlprüfsteine“ erarbeitet, in denen aus Sicht der Wirtschaft Handlungsschwerpunkte definiert sind. Gleichzeitig suchen die Mitglieder der IHK-Gremien das Gespräch mit den Kandidaten um die jeweiligen Mandate. Sie alle bitte ich: Beteiligen Sie sich an der Abstimmung am 22. April 2012 und treffen Sie eine gute Wahl – für unseren Wirtschaftsstandort und für unsere Städte und Gemeinden.

Ihr

Dieter Bauhaus Präsident der IHK Erfurt

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Inhalt

TITEL

z Informationstechnologie für den Mittelstand Der Informationsflut in einem Unternehmen Herr zu werden, kann zum wirtschaftlichen Erfolg, aber auch Misserfolg beitragen. Ein intelligentes Datenmanagementsystem ist die entscheidende Grundlage für problemlose Kommunikation und reibungslose betriebliche Abläufe. 16

KOMMENTIERT

AKTUELL

TITEL

Kommunalwahl 2012....................................3

IHK-TLZ-Wirtschaftsgespräch ..................10

Der Weg zum passenden Datenmanagementsystem ........................16

KONJUNKTUR

Hohe Kosten, noch mehr Bürokratie Kritik an der Einführung der E-Bilanz......10

Exporte durchbrechen erstmals Schallmauer von 12 Milliarden Euro........6 Positive Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Thüringen ..................................8

Immer mehr weibliche Gründer ................11 IHK warnt vor wettbewerbsschädigender Expansion der Kommunalwirtschaft ..................................12 Neue Regeln für Finanzanlagenvermittler ......................................................12 „IHK.Azubi College“ online........................13

z VERLAGSSPECIAL

Ausbildungsmarkt regional sehr unterschiedlich....................................14

Moderne Kommunikation..........................24

Neues aus Berlin und Brüssel ..................15 4

Neue Broschüre: Social Media für Unternehmer................19

Titelbild: istockphoto

IHK-Service: „Web-Check“-Beratertag ..........................19 Unternehmersymposium: Xing, Facebook, Twitter und Co...............19 Cloud Computing und Datenschutz verträgt sich das? Rechtliche Schranken – auch beim Einsatz im Ausland ................20 Onlinemarketing und SocialMedia Ein Interview mit dem Werbeprofi Andreas Jung ................................................22

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Großer Ratgeberteil TIPPS RECHT & STEUERN

z

Inhalt

IT-Sicherheit 42

Steuertipp des Monats

Übergangsfrist bei der Gelangensbestätigung verlängert z

Die Direktversicherung: Sicherer Baustein für die Betriebsrente

z

Entfernungspauschale: BFH konkretisiert die verkehrsgünstige Straßenverbindung

Wie Ihre Online-Texte überzeugen

UNTERNEHMENSFÖRDERUNG 46 z

Baupläne für den Webcontent

ESF-Mittel für Auslandsaufenthalte von Führungskräften in Europa

Die Präsentation von Information im Internet hat im Wesentlichen mit der Frage zu tun: Wie signalisiere ich schnellstmöglich Relevanz für meine Schlüsselthemen?

IHK-EXPERTEN ANTWORTEN 47 z

KFW-Fördermittel bei der Anschaffung emissionsarmer LKW

z

Förderung allgemeiner Umweltschutzmaßnahmen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

29

PRAXIS

REGIONAL

LEBENSART

Wie Ihre Online-Texte überzeugen ........29

Erfolgreich im Ausland Technik Eitech GmbH verbucht Ausfuhrsteigerung von 30 Prozent ........36

5 Fragen an… Dr. Jürgen Buchham Geschäftsführer der HOTLINE Computer GmbH Nordhausen..................40

So reklamieren Sie als Unternehmer ....29 Großbritannien Der Messemarkt im Überblick..................30

Gründerin des Monats Nicole Schlönvoigt Agentur für Kunstvermietung..................37

Enterprise Europe Network ......................32 Weiterbildungsangebote............................34 Kommunales Wohnungsunternehmen setzt auf Qualifikation ..............................35 Ausbildungsbetriebe im Internet ............35

IHK-Unternehmen mit Tradition Textilveredlung Gebr. Hecht GmbH, Mühlhausen ..................................................38 Die gute Nachricht Bestes Energieeffizienzprojekt 2011 Galek & Kowald Holding GmbH ..............39

Impressum......................................................40 Einschließen und genießen Ganz allein bei Peterknecht......................41 RATGEBER

Tipps Recht & Steuern ..............................42 Unternehmensförderung............................46 IHK-Experten antworten................................47

BÖRSEN ............................................................50 Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012

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Konjunktur

THÜRINGER AUßENHANDELSBILANZ 2011

z Entwicklung der Thüringer Exporte

z Exporte durchbrechen erstmals Schallmauer von 12 Milliarden Euro Thüringer Produkte im Ausland sehr begehrt Trotz Euro-Schuldenkrise und stotternder Weltkonjunktur kann die Thüringer Wirtschaft im Ausland weiter punkten. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes wurden 2011 Waren im Wert von 12,6 Milliarden Euro ausgeführt. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Plus von 15,6 Prozent. Insbesondere die Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie sind gut aufgestellt. So standen Fahrgestelle, Karosserien und Motoren für Kfz sowie Personenkraftwagen und Wohnmobile ganz oben auf der Einkaufsliste der Abnehmerländer. Knapp ein Fünftel der Gesamtausfuhren gehen auf das Konto dieser Warengruppen. Importe legen kräftig zu und erreichen Rekord Einen deutlichen Zuwachs und damit einen neuen Rekordwert konnte auch bei den Einfuhren verbucht werden. 2011 importierte der Freistaat Waren im Wert von 8,1 Milliarden Euro, 16,8 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Das Konsumklima hat sich in Thüringen dank der guten Arbeitsmarktlage und der verbesserten Einkommensperspektiven etwas aufgehellt. Zudem bewegen sich die Unternehmensinvestitionen auf einem hohen Niveau. Dies beflügelt neben der Inlandsnachfrage auch die Importe ausländischer Produkte. An der Spitze der in den Freistaat eingeführten Waren liegen „Fahrgestelle, Karosserien und Motoren für Kfz“ (836 Millionen Euro). Frankreich ist größter Exportpartner Wichtigster Abnehmer für Waren aus Thüringen war 2011 Frankreich. Güter im Wert von über einer Milliarde Euro – so viel wie noch nie – exportierte die regionale Wirtschaft in das westliche Nachbarland. Platz Zwei belegt Großbritannien mit einem Volumen von 927 Millionen Euro. Der dritte Rang geht an Italien (766 Millionen Euro). Mit einer Zuwachsrate von 51,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 schaffte Spanien den Sprung in die Top Ten des Länder-Rankings. Die große Bedeutung des europäischen Marktes für die Thüringer Wirtschaft zeigt auch der Anteil der Exporte an den Gesamtausfuhren – 73,5 Prozent gingen nach Europa. China liefert die meisten Waren in den Freistaat Produkte aus Fernost stehen in Thüringen nach wie vor hoch im Kurs. Mit 767 Millionen Euro belegt China im Import-Ranking – wie bereits in den letzten Jahren – unangefochten Platz Eins. Gegenüber 2010 verbuchten die Statistiker wieder einen Zuwachs von 15,7 Prozent. Das Vorkrisenniveau der Jahre 2005 bis 2008 von mehr als einer Milliarde Euro wird damit aber noch nicht erreicht. Auf dem zweiten Rang (651 Millionen Euro) folgt mit Italien ein ebenfalls langjähriger, zuverlässiger Handelspartner der Thüringer Wirtschaft. Komplettiert werden die drei Podiumsplätze durch Polen. In den vergangenen drei Jahren verbuchte der östliche Nachbar kontinuierlich positive Wachstumsraten.

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Quelle: TLS

z Entwicklung der Thüringer Importe

Quelle: TLS

z Top Ten der Thüringer Exportländer

Quelle: TLS

z Top Ten der Thüringer Importländer

Quelle: TLS

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Konjunktur

ARBEITSMARKT

z Erwerbstätige in Thüringen 2001 bis 2011

z Positive Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Thüringen Zahl der Erwerbstätigen steigt Der Thüringer Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren gemessen an der Zahl der Erwerbstätigen positiv entwickelt. Selbst in der Rezession 2009 ist es dem Freistaat erstaunlich gut gelungen, den durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelösten massiven Einbruch der Wirtschaftsleistung auf dem Arbeitsmarkt durch die erweiterte Kurzarbeiterregelung und temporäre Arbeitszeitverkürzungen abzufedern und größere Beschäftigungseinbußen zu vermeiden. Das Halten von Arbeitskräften in der Krise begünstigte wiederum die schnelle Erholung der Thüringer Wirtschaft im Jahr 2010 und den weiteren konjunkturbedingten Anstieg der Erwerbstätigkeit im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent. Arbeitslosenzahl geht zurück Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen zwischen den Jahren 2001 und 2011 von rund 194.131 auf 104.168 gefallen. Entsprechend sank die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) von 15,3 Prozent auf 8,8 Prozent. Damit schneidet Thüringen besser als alle anderen ostdeutschen Bundesländer ab. Die Arbeitslosenquote weist jedoch noch immer große regionale Unterschiede auf. In den Landkreisen und kreisfreien Städten des IHK-Bezirks Erfurt streut sie im Jahresdurchschnitt 2011 zwischen 13,2 Prozent im Kyffhäuserkreis und 6,0 Prozent im Wartburgkreis. Erwerbstätigkeit Älterer nimmt zu Die Erwerbstätigen in Thüringen werden immer älter. Im Jahr 2001 waren noch 35 Prozent der berufstätigen Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 35 Jahren zu finden. Zehn Jahre später ist die Quote auf 30 Prozent gesunken. Dagegen stieg die Zahl in der Altersgruppe ab 55 Jahren von 102.000 auf inzwischen 178.000 Erwerbstätige und somit einen Anteil von 17 Prozent. Angesichts der demografischen Entwicklung wird sich das Verhältnis in den kommenden Jahren noch weiter verschieben.

Quelle: TLS; eigene Berechnung

z Entwicklung der Arbeitslosenquote in Thüringen

Quelle: EHI

z Altersstruktur der Erwerbstätigen in Thüringen 2010

Quelle: TLS; eigene Berechnung

z Entwicklung der Erwerbstätigenquote in Thüringen

Erwerbstätigenquote in Thüringen über Bundesdurchschnitt Die Erwerbstätigenquote spiegelt die Beschäftigung der Einwohner im erwerbsfähigen Alter wider und beschreibt den Anteil der Erwerbstätigen einer Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung derselben Altersgruppe. 2010 betrug der Wert für die 15- bis 65-jährigen in Thüringen 73,2 Prozent und lag damit über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 71,1 Prozent. Den stärksten Anstieg in den letzten Jahren verzeichnete der Bereich der 60- bis 65-jährigen: Noch 2005 waren nur 21,1 Prozent dieser Altersgruppe beschäftigt, heute sind es bereits 37,4 Prozent. Quelle: TLS; eigene Berechnung

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Aktuell

z IHK-TLZ-Wirtschaftsgespräch Gemeinsam mit der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) lud die IHK Erfurt am 29.02.2012 zum Wirtschaftsgespräch über das Thema: "Berufsschulnetz der Zukunft - eine unlösbare Aufgabe?" ein. Unter Moderation des stellv. TLZ-Chefredakteurs Hartmut Kaczmarek (4.v.li.) und IHK-Abteilungsleiter Thomas Fahlbusch (5.v.li.) diskutierten (v.li.n.re.): Joachim Kreyer, Bürgermeister von Sondershausen, Prof. Dr. Roland Merten, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Sandro Witt, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses, Ulrich Schlegel, IHKVizepräsident, Andy Lorenz, Ausbildungsleiter und Leiter der Technologieabteilung der Weidmüller GmbH, sowie der Auszubildende Robert Kieswetter.

z Hohe Kosten, noch mehr Bürokratie IHK kritisiert Einführung der E-Bilanz Die für 2012 geplante Einführung der elektronischen Übermittlung von Jahresabschlüssen stößt in der Wirtschaft auf ein negatives Echo. Die Industrie- und Handelskammer Erfurt verweist in diesem Zusammenhang auf ein gemeinsames Positionspapier der Spitzenverbände. Demnach dürfe die neue E-Bilanz den Betrieben nicht mehr Daten abverlangen als in der bisherigen Praxis. Als Maßstab der Neuregelung müsse das gelten, was bislang nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) abgefragt werde: 23 Bilanz-Positionen für die Bilanz eines kleinen Unternehmens, 62 im Fall einer mittelgroßen oder großen Kapitalgesellschaft. „Nach offiziellen Informationen der Bundesregierung haben die 10

Pläne für die E-Bilanz aber zur Folge, dass eine Steigerung der Angaben von über 500 Prozent im Vergleich zur alten Regelung erfolgt. Das ist eine inflationäre und kostenintensive Datenerfassung zu Lasten der Betriebe, die nicht zu rechtfertigen ist“, kritisiert die zuständige IHK-Abteilungsleiterin Dr. Cornelia Haase-

Lerch. Es sei daher umso bedauerlicher, dass das Bundesfinanzministerium (BMF) keine weiteren Zugeständnisse an die Wirtschaft machen wolle. In einem Schreiben an die Wirtschaftsorganisationen heißt es, auf „Einstiegshilfen“ könnten die Firmen nur in der Startphase hoffen, auch eine Verlängerung

der Übergangsfristen komme nicht in Frage. „Das Ganze geht in Richtung gläsernes Unternehmen. Der eigentlich beabsichtigte Bürokratieabbau ist nicht zu erkennen“, meint Cornelia Haase-Lerch. Die durch das gesetzliche Motto „Elektronik statt Papier“ geweckten Erwartungen der Wirtschaft seien nicht nur unerfüllt geblieben, sondern sogar ins Gegenteil verkehrt worden. Hoffnung mache aber, dass selbst in der Regierung die Bedenken wachsen: Wirtschaftsstaatssekretär Burgbacher hält das Ausmaß der E-Bilanz für „völlig überzogen“, das Bundesjustizministerium zweifelt, ob die „sehr umfassenden Vorgaben“ noch von der Rechtsgrundlage des Einkommensteuergesetzes gedeckt sind.

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Aktuell

z Immer mehr weibliche Existenzgründer „Jede dritte Existenzgründung in Thüringen ist mittlerweile weiblich“, informiert IHKAbteilungsleiter Steffen Schulze. Insgesamt stünden Frauen der Lebensperspektive Selbstständigkeit offensichtlich aufgeschlossener als noch vor wenigen Jahren gegenüber. So wären vor sieben Jahren nur 32 Prozent der Gründungsinteressierten Frauen gewesen; 2010 lag die Quote bereits bei 40 Prozent. „Aus unserer Sicht eine ausgesprochen erfreuliche Entwicklung, zumal Frauen sich intensiv und umfassend mit dem Gründungsprozess auseinandersetzen und die eigene Existenz sehr sorgfältig planen“, beschreibt Schulze. Die Jungunternehmerinnen schätzten das Risiko einer Selbstständigkeit oftmals bewusster ein und starteten zunächst nebenberuflich oder nur mit geringen finanziellen Belastungen. Viele nutzten die Gründung auch als Wiedereinstieg nach einer längeren Familienpause oder als Weg aus der Arbeitslosigkeit. „Frauen gründen später, kleiner und vorsichtiger als Männer“, berichtet der IHKExperte. Die Gründe dafür lägen häufig in den

Beruf und Familie zu vereinbaren. „Die Mehrfachbelastung stellt jedoch neben dem unregelmäßigen Einkommen sowie den steuerlichen und juristischen Formalitäten gleichzeitig die größte Herausforderung für die Jungunternehmerinnen dar“, sagt der IHKFachmann für Existenzgründung. „Ich kann mir gut vorstellen, dass schon bald die Hälfte aller Unternehmen von Frauen gegründet wird“, ist Schulze für die Zukunft optimistisch. Bereits 2012 würden Existenzgründerinnen nach einer Prognose der IHK-Organisation bundesweit rund 200.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Immer mehr Frauen wollten sich selbstständig machen, die meisten davon im wachsenden Dienstleistungssektor. Das belegen die mehr als 145.000 Gespräche, die die Industrie- und Handelskammern im vergangenen Jahr mit weiblichen Gründungsinteressierten geführt haben. Nach den Erfahrungen der IHKs würden überproportional viele Frauen im Gesundheits- und Pflegebereich sowie anderen Sparten mit personenbezogenen Dienstleistungen gründen. Diese Branchen

Trauer um Reinhard Stark Plötzlich und völlig unerwartet erreichte uns die Nachricht, dass unser langjähriger Mitarbeiter, Herr Reinhard Stark, am 21. März 2012 im Alter von nur 63 Jahren verstorben ist. Reinhard Stark war seit 1. Juni 1990 für die Industrie- und Handelskammer Erfurt tätig und als stellvertretender Abteilungsleiter im Bereich Existenzgründung ein allseits anerkannter und gefragter Fachmann. In großer Dankbarkeit für die langjährige Zusammenarbeit bewahren wir

persönlichen Präferenzen: Frauen würden nach wie vor die Verantwortung für Familie und Haushalt übernehmen. Daher schätzten sie die zeitliche Flexibilität einer Selbstständigkeit im Nebenerwerb, die es ihnen erlaube,

wären im Osten Deutschlands besonders stark vertreten. Der hohe Anteil der Gründerinnen im Osten sei aber auch Ausdruck der dort traditionell hohen Erwerbstätigenquote bei Frauen.

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ihm ein ehrenvolles Andenken.

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Aktuell

Neue Regeln für Finanzanlagenvermittler Onlineregistrierung ist bald Pflicht! Mit einem neuen Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts will der Gesetzgeber den sogenannten „Grauen Kapitalmarkt“ stärker regulieren. Die Rahmenbedingungen für die Vermittlung von Finanz- und Vermögensanlagen werden weiter verschärft.

„Der Gesetzgeber zieht damit die Lehren aus der Finanzkrise und stärkt den Anlegerschutz“, erläutert Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Erfurt. So würden die Anforderungen an gewerbliche Finanzanlagenvermittler durch die Einführung eines Sachkundenachweises und einer Berufshaftpflichtversicherung erhöht. Darüber hinaus müssten sich Finanzanlagenvermittler in ein Vermittlerregister eintragen lassen. Die von den Industrie- und Handelskammern seit Mai 2007 geführte Datenbank umfasste bisher nur alle in Deutschland tätigen Versicherungsvermittler. Künftig kann der Verbraucher darüber ebenso nachvollziehen, ob sein Finanzanlagenvermittler die für seinen Beruf notwendigen Voraussetzungen besitzt, wie zum Beispiel eine Berufshaftpflichtversicherung. Info: www.vermittlerregister.info

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z IHK warnt vor wettbewerbsschädigender Expansion der Kommunalwirtschaft Im 9. März wurde auf einer „Kommunalwirtschaftskonferenz“ in Erfurt die Ausweitung des wirtschaftlichen Engagements der Kommunen diskutiert. Die Industrie- und Handelskammer Erfurt warnt vor den finanziellen Risiken angesichts klammer kommunaler Haushalte. „Die Schieflage der meisten Thüringer Kommunalhaushalte lässt eine Ausweitung des eigenwirtschaftlichen Engagements kaum zu. Die Finanzierung müsste über neue Kredite sichergestellt werden. Eine Schuldenfinanzierung birgt jedoch das Risiko steigender Preise für kommunale Leistungen, da Zins und Tilgung zu bedienen sind“, warnt IHKHauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Sollen die Preise für die Nutzung dennoch gering gehalten werden, seien diese in der Regel nicht marktüblich und erforderten deshalb eine Quersubventionierung zulasten der Steuerzahler. „Nicht zu unterschätzen sind auch die finanziellen Risiken bei einem Scheitern kommunaler Investitionen. Private Unternehmen tragen die Konsequenzen bei unternehmerischen Fehlentscheidungen

tivitäten der öffentlichen Hand auch beim Ausbau der regenerativen Energieerzeugung auf die Fälle beschränkt bleiben, auf denen gewichtige Belange des Gemeinwohls dies zwingend erfordern und von einem Marktversagen der Privatwirtschaft ausgegangen werden muss. Bei einer bestehenden Konkurrenz von Privat- und Kommunalwirtschaft komme es darauf an, faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen – für öffentliche und private Unternehmen. „Mit der Expansion der Kommunalwirtschaft im Sinne einer zunehmend erwerbswirtschaftlichen Betätigung, fernab ihrer eigentlichen Kernfunktionen, begeben sich die Kommunen bewusst in Konkurrenz zu den privaten Unternehmen“, erklärt Grusser. Der Privatwirtschaft gingen dadurch Marktanteile verloren. Damit würden Kommune, Land und Bund Steuereinnahmen verlieren, denn geringere Gewinne privater Unternehmen bedeuteten auch geringere Steuerzahlungen. „Wenn die Energiewende beschleunigt werden soll, muss sich der Fokus auf den technischen Fortschritt richten“, fordert Grusser. In einer marktwirtschaftlichen Ordnung sei es aber in erster Linie Aufgabe der

selbst und müssen für Verluste aufkommen. Dagegen werden in kommunalen Unternehmen verursachte Verluste von der Kommune und damit vom Steuerzahler ausgeglichen“, so der IHK-Chef. Kommunalisierungen erhöhten also das finanzielle Risiko für den Gemeindehaushalt. Aus Sicht der IHK sollten die wirtschaftlichen Ak-

Unternehmen, Innovationen hervorzubringen und sie zur Marktreife weiterzuentwickeln. Staat und Kommunen hingegen schafften die notwendigen Rahmenbedingungen. Bei allem Verständnis für den Konsolidierungsdruck in den öffentlichen Haushalten dürfe dies nicht dazu führen, dass grundlegende ordnungspolitische Prinzipien aufgeweicht würden.

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Aktuell

z „IHK.Azubi College“ online Ab sofort können Ausbilder ihre Lehrlinge im Internet zum „IHK.Azubi College“ anmelden. Mit dieser Neuerung möchte die Industrieund Handelskammer Erfurt noch stärker die Qualität der dualen Ausbildung fördern, denn: „Weiterbildung beginnt bereits mit der Berufsausbildung“. Nachdem bis heute rund 150 Auszubildende aus verschiedensten Berufszweigen die-

ses Angebot nutzen, startet das „IHK.Azubi College“ nun mit eigener neuer Homepage www.ihk-azubi-college.de. „Auf der Internetseite können Lehrlinge aber auch Unternehmer verschiedene Seminare auswählen zu Themen wie Kommunikation, Social Media oder Englisch“, erklärt IHK-Abteilungsleiter Berufsbildung Thomas Fahlbusch. Die Ausbilder erhielten eine Vielfalt an Weiterbildungsangeboten während

und nach der Berufsausbildung sowie Informationen über Fördermöglichkeiten für ihre Lehrlinge. Die IHK Erfurt schafft damit ein neues Onlineportal, das ausgestattet ist mit allen wichtigen Hinweisen für Ausbilder und Auszubildende. „Nutzen auch Sie diese neue Möglichkeit im Rahmen der Ausbildung!“, ruft der IHK-Fachmann die ausbildenden Unternehmen zur Mitwirkung auf.

www.ihk-azubi-college.de


Aktuell

z Ausbildungsmarkt regional sehr unterschiedlich Die Suche nach einem Auszubildenden wird für die Unternehmen der Stadt Erfurt immer schwieriger. Nach Berechnungen der Industrie- und Handelskammer stehen in diesem Jahr den 2.462 angebotenen Lehrstellen in der Landeshauptstadt nur noch 963 Bewerber gegenüber, das sind 39 Jugendliche auf 100 Ausbildungsplätze. Etwas erfreulicher aus Sicht der Betriebe stellt sich die Situation im Landkreis Sömmerda dar. Hier werden 365 Bewerber auf 420 Lehrstellen erwartet, das sind 87 Interessenten auf 100 Plätze.

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„Seit nunmehr zwei Jahren kann die Thüringer Wirtschaft nicht mehr alle offenen Lehrstellen mit geeigneten Bewerbern besetzen“, sagt IHK-Abteilungsleiter Berufsbildung Thomas Fahlbusch. Die Erfurter Kammer rechne für ihren Bezirk (Nord- und Mittelthüringen) im Jahr 2012 mit rund 5.500 Ausbildungsplatzbewerbern auf etwa 9.000 angebotene Lehrstellen in Industrie und Handel, Handwerk, dem öffentlichen Dienst, der Sozialwirtschaft und den freien Berufen. „Das verdeutlicht die dramatische Situation der Firmen, denn 3 Ausbildungsplätzen stehen weniger als 2 Bewerber gegenüber“, rechnet Fahlbusch vor. Es verbleibe also

in jedem Fall ein Saldo von mehreren hundert Lehrstellen, die voraussichtlich nicht besetzt werden können. Die aktuellen Zahlen belegten einmal mehr die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. „Den geburtenschwachen Jahrgängen Mitte der neunziger Jahre, die nunmehr auf den Ausbildungsmarkt drängen, steht ein überproportional starkes Ausscheiden älterer Arbeitnehmer aus dem Arbeitsmarkt gegenüber. Die Kombination dieser beiden Faktoren, verbunden mit dem konjunkturellen Aufschwung, lässt den Bedarf an Fachkräften weiter anwachsen“, ist sich der IHK-Berufsbildungs-

experte sicher. Zumindest von einer Seite kann er jedoch Entwarnung geben. Die sinkende Zahl der Schulabgänger hat die Talsohle inzwischen erreicht. „In den kommenden Jahren wird hier ein leichter Zuwachs erwartet. Dieser liegt bei jährlich rund 500 Schülern für ganz Thüringen. Kein Grund für eine Entspannung, aber auch keiner für Resignation“, ermuntert Fahlbusch die Personalplaner in den Unternehmen. Die Suche nach dem passenden Lehrling dürften die Firmenchefs aber nicht mehr nur auf eine bestimmte Region begrenzen. Vielmehr empfehle es sich, auch überregional Ausschau zu halten.

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Aktuell

NEUES AUS BERLIN UND BRÜSSEL

© DIHK /Thomas Kierok

z Forderungen zur Reform der Unternehmensbesteuerung aufgegriffen Berlin. Der DIHK ist mit seiner Forderung zur Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung in Teilen durchgedrungen: Die Fraktionen von CDU/CSU und FDP haben kürzlich ihren Entschluss bekräftigt, das Unternehmenssteuerrecht in Deutschland bürokratieärmer, einfacher und wettbewerbsfähiger zu machen. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann: „Die angekündigte Fortentwicklung der steuerlichen Organschaft hin zu einer modernen Gruppenbesteuerung kann dazu beitragen, dass Deutschland als Investitionsstandort auch aus steuerlicher Sicht attraktiv bleibt.“ Darüber hinaus soll das Reisekostenrecht vereinfacht werden, was

die Unternehmen bei den Abrechnungen von Dienstreisen der Arbeitnehmer von Bürokratie entlastet. Auch mit der Ankündigung, den steuerlichen Verlustrücktrag von 511.500 Euro auf 1 Mio. Euro anzuheben, wird einer DIHK-Forderung entsprochen. Diese Maßnahme kann insbesondere kleinen und mittleren Betrieben in wirtschaftlichen Schwächephasen zusätzliche Liquidität bieten. Was in der Liste jedoch fehlt, ist die zuvor bereits angekündigte Verkürzung der Aufbewahrungsfristen. Diese ist jedoch zwingender Teil der Vereinfachung. Info: gewinnus.jens@dihk.de

z Energiewende: Zehn Prioritäten für Politik und Wirtschaft Berlin. In einem Eckpunktepapier zur Energiewende formuliert der DIHK zehn Herausforderungen, die Politik und Wirtschaft jetzt mit Vorrang anpacken müssen, damit diese Herkulesaufgabe gelingt. Darunter: Die kurzfristige Benennung eines Projektmanagers, bei dem die Fäden der

zahlreichen Einzelmaßnahmen zusammenlaufen, die Einrichtung eines "Forum Energiewende", eine Akzeptanzoffensive in den Regionen sowie die sofortige Aufnahme von Gesprächen mit den Nachbarländern. Der DIHK mahnt zudem die Deckelung der Kosten für den Ausbau der erneuerbaren

Energien und Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs bei Industrie, Gewerbe und im Wohnungsbau an. Info: bolay.sebastian@dihk.de Anzeige

z In der Pflege drohen höhere Beitragssätze Berlin. Kritik erntet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) für seine Pläne, zusätzliche Leistungen über höhere Beitragssätze in der Pflegeversicherung zu finanzieren. Der DIHK geht in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf im Übrigen davon aus, dass die Kosten für die Betriebe höher ausfallen werden, als die vom BMG veranschlagten 325 Mio. Euro. Um die Pflegeversicherung insgesamt auf solide Füße zu stellen, empfiehlt der DIHK eine Abkopplung der Beiträge von den Löhnen in VerInfo: zimmermann.anne@dihk.de bindung mit einem steuerfinanzierten Sozialausgleich.

z Durchbruch bei schneller Anerkennung ausländischer Berufe Berlin. Die Weichen für eine zügige Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen sind gestellt. Der Bund war mit dem im letzten Jahr verabschiedeten Anerkennungsgesetz, das am 1. April 2012 in Kraft getreten ist, vorausgegangen. Nun ziehen die Länder nach. In Anlehnung an das Bundesgesetz liegt seit Mitte Februar 2012 eine in der Kultusministerkonfe-

renz abgestimmte Musterregelung für die 16 Länder vor. Es soll die Gewähr für eine ländergemeinsame Umsetzung der Anerkennungsgrundsätze bieten. Der DIHK hatte die Länder zu einer solchen Lösung aufgefordert, weil ansonsten ein neuer Anerkennungsdschungel gedroht hätte.  Info: lambertz.guenter@dihk.de

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Titel

Der Informationsflut in einem Unternehmen Herr zu werden, kann zum wirtschaftlichen Erfolg, aber auch Misserfolg beitragen. Die Festlegung der Kriterien hilft bei der engeren Auswahl von Systemen.

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Titel

Der Weg zum passenden Datenmanagementsystem eder kennt die Situation: ein Termin naht, eine Frist muss eingehalten werden und ein wichtiges Dokument ist nicht aufzufinden. Lokale Festplatten werden hektisch durchsucht, Mitarbeiter in die Suchaktion eingespannt und von anderen Arbeiten abgehalten. Stapelweise werden alte CDs in Handarbeit gesichtet, in der Hoffnung bald die gewünschte Datei zu finden.

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Damit ist der unumstößliche Beweis erbracht, dass das Datenmanagement des Unternehmens nicht funktioniert. Letztlich wird so durch unsystematisches Datenmanagement regelmäßig Geld verschwendet, das mit etwas mehr Planung im Hause bleiben würde. Geld für die Arbeitszeit der Beteiligten, aber auch Geld, das verloren geht, wenn beispielsweise ein fehlendes Dokument nicht aufzufinden ist, aus dem sich Forderungen belegen. Die Reaktion nach derartigen Aktionen mit Schockeffekt ist oft, dass unverzüglich nach einem Datenmanagementsystem gerufen wird, das möglichst schnell installiert werden soll. Im Grunde eine sinnvolle Entscheidung.

Sorgfältige Auswahl nutzt später Allerdings nur dann, wenn die Auswahl und Entscheidung sorgfältig erfolgt, weil eine Lösung, die nicht zur Organisation passt, unnötig Zeit frisst und somit stetig wachsende Kosten verursacht. Eine verbindliche Dokumentenstruktur ist Grundvoraussetzung für einen längerfristigen Nutzen in Sachen Dokumetenmanagementsystem, in der IT-Branche kurz DMS genannt. Anders ausgedrückt: zuerst gilt es, die Hausaufgaben ohne Blick auf ein Produkt zu erledigen. Ihr Ergebnis bestimmt letztlich, welche Programme überhaupt sinnvoll sein können und in Frage kommen. Was nützt ein System, das die vorhandenen Strukturen auch zukünftig, mitwachsend nicht konsistent abbilden kann, lösungstechnisch überfrachtet ist oder einfach ergonomisch viel Zeit zur Verwaltung benötigt? Dazu gehört es aber auch, die vorhandene oder geplante Hardware und Netzstruktur zu bewerten, die Personalplanung im Auge zu halten und das Projekt intern durch die verantwortliche Projektleitung "Einführung DMS" professionell zu vertreten, es zu terminieren und zu budgetieren. Somit müssen auch kaufmännische Eckwerte zu Anfang festgelegt werden. Eine leistungsfähige Software verlangt angepasste Hardware, qualifizierte Mitarbeiter, die

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Herbert J. Joka

das System beherrschen und eine Netzinfrastruktur, die den Anforderungen gerecht wird. Man kann diesen technischen Aspekt durchaus mit einer Unternehmens-Eröffnungsbilanz vergleichen, die die Ausgangssituation realistisch dokumentiert.

Management gefordert Aus Sicht des Managements bedeutet das, zu dem Projekt zu stehen, es selbst mit Prioritäten zu versehen und eine Budgetierung auch für die anstehenden Geschäftsjahre vorzunehmen, damit das System mitwachsen kann und nicht nach wenigen Jahren wieder ersetzt 17


Titel

Wir machen uns stark für Ihren Erfolg!

Oliver Grosser: IHK Online/ Presse- und Öffentlichkeitsarbeit „Der IT-Sektor entwickelt sich rasanter als jemals zuvor. Wir unterstützen Sie mit fachlicher Beratung und lohnenden Seminarangeboten.“ Redaktion: Welche Angebote und Serviceleistungen bietet die IHK Erfurt im Bereich der Informationstechnologien an? Oliver Grosser: Die IT-Welt ist komplex und alles andere als beständig. Fast täglich tauchen neue Anwendungen auf, werden Sicherheitslücken offengelegt oder Abmahnschreiben wegen Verletzung von Urheberrechten verschickt. Für Unternehmer bleiben viele Fragen offen, die wir in Informationsveranstaltungen sowie Seminaren zum Thema IT-Recht, E-Business, Online-Marketing und Social Media gern beantworten. So können Sie den eigenen Internetauftritt beim “WebCheck Beratertag“ einer fachkundigen Prüfung unterziehen lassen. Aber auch eine IHK-Schulung zum Thema „Social Media & Karriere“ steht Ihren Auszubildenden offen. Eine ganz besondere Herausforderung stellt aktuell die Welt der „Sozialen Medien“ dar. Mit einer neuen Broschüre klären wir über Chancen und Gefahren im Onlinezeitalter auf. Auch die IHK Erfurt sucht über Netzwerke wie XING oder Twitter den Dialog mit kommunikationsfreudigen Unternehmern und eröffnet dabei anwenderfreundliche Wege. Natürlich unterliegt auch der klassische Webauftritt einem ständigem Erneuerungsprozess und bietet viele Informationen mit nur wenigen Klicks. Damit Sie auch zukünftig von einem modernen IHK-Auftritt im Internet begrüßt werden, steht noch in diesem Jahr ein Relaunch an.

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werden muss. Zwingend dazu gehört auch, sich eine externe, unvoreingenommene Expertise einzukaufen, an der man honorarmäßig nicht sparen sollte. Und, sie sollte zunächst herstellerunabhängig sein, weil so aus der zunächst offenen Ausgangssituation eine sachorientierte Verdichtung der wesentlichen Kriterien erfolgt, die als Folge den Kreis der Softwarehersteller und jeweiligen Produkte einzugrenzen hilft. Damit lassen sich zugleich Budgets stabiler einschätzen und planen.

Hausaufgaben machen! Was vielleicht im ersten Moment skeptische Zurückhaltung erzeugt, erweist sich häufig als Offenbarung. Nämlich die Abteilungen und Mitarbeiter um Mitteilung zu bitten, nach welchem System sie eigentlich ihre eigenen Unterlagen ablegen und wie Projekte verschlagwortet werden. Einfach handschriftlich auf einem Zettel festgehalten. In nicht wenigen Unternehmen dürfte bereits bei der ersten, schnellen Abfrage festzustellen sein, dass Dokumente und Vorgänge nicht so systematisiert verwaltet werden, wie das der Fall sein sollte. Zwingende Einheitlichkeit in der Ablage ist, auch wenn sie als eingrenzend und anfangs mühsehlig wahrgenommen wird, Vor-

aussetzung für ein funktionierendes Dokumentenmanagement. Desweiteren ist es wichtig zu klären, nach welchen Kriterien man Dokumente verwaltet, welche Wege sie im Haus gehen und wo beispielsweise Freigaben erteilt werden. Kurz, die Abbildung des Workflows. Nicht zu unterschätzen ist der Aufwand, den die Verschlagwortung und Archivierung jedes einzelnen Vorgangs benötigt. Eine Minute hier, eine Minute dort für Dokumente, die man wegen fehlender Regeln oder Entscheidungsfreude hin- und herschiebt, können sich so manchmal zu Stunden Verwaltungsarbeit summieren. Das spricht dafür, das Thema der Aktenführung zu regeln. Auch wenn man dabei vielleicht etwas an Preussische Amtsstuben oder das Finanzamt denkt, es ist der Weg des Profis, der stets die Instrumente seiner Zeit zu nutzen versteht. Hilfreich ist – auch im Sinne des Zeitmanagements – sich bei Eröffnung eines Dokuments und dessen Weitergabe im Betrieb das Bild vorzustellen, im Ordner läge ein Fisch – möglichst kurze Durchlaufzeit von Akten steht für Prozesseffizienz. Diese Vorarbeit, die oft in wesentlichen Teilen "händisch" bewältigt wird, schafft klare Kriterien mit denen man an die Vorauswahl eines Dokumentenmanagementsystems gehen kann.

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Titel

Neue Broschüre Social Media für Unternehmer Social Media für Unternehmer

Internet „WebCheck“-Beratertag

Unternehmersymposium Xing, Facebook, Twitter und Co.

Der „WebCheck“-Beratertag bietet UnternehSocial Media men die Möglichkeit, in einem einstündigen Gespräch ihre Internetseite oder ihren Online-Shop vor Fachleuten auf den Prüfstand zu stellen. Dabei stehen Gestaltung, Benutzerfreundlichkeit, Funktionalität, Inhalte, rechtliche Pflichtangaben sowie die Suchmaschinenoptimierung des Internetauftritts im Vordergrund. Nutzen Sie diese Gelegenheit, Ihre Internetseite von fachlich kompetenter Stelle unabhängig testen zu lassen. Die Beratung findet in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Kompetenzzentrum eCommerce statt. Viele Unternehmer und Führungskräfte sind Experten mit großem Fachwissen. Die meisten kennen sich sehr gut mit betrieblichen Abläufen und klassischem Marketing aus. Häufig fehlt es allerdings an Kompetenz in Social Media. Online-Dienste wie Facebook, Youtube, Xing oder Twitter sind mittlerweile jedoch ein Muss. Das Potential von Social Media sollte genutzt werden, indem man zum Beispiel ein Netzwerk für das Unternehmen und auch eine wachsende Fangemeinde aufbaut. Durch die „Communitiy“ in kollaborativen Netzwerken entstehen im Dialog mit Kunden Impulse für Innovationen, Produkte, Dienstleistungen und neue Geschäftsmodelle. Der Konsument wird damit über die Social Media zum Werttreiber des Betriebes. Kleine und mittlere Firmen suchen vielfach auf Facebook oder Xing eine kostengünstige Alternative zu ihrer eigenen Internetseite. Dadurch werden Interaktionen mit ihren Zielgruppen ermöglicht, wie z. B. was Käufer über ein Produkt sagen oder welche Empfehlungen Verbraucher geben. Dies erzeugt eine starke Wirkung. Das Verhältnis von gekaufter Werbung verschiebt sich ohnehin mehr und mehr zugunsten von Social Media mit verdienter Werbung.

Unternehmersymposium

Xing, Facebook, Twitter und Co. – Der Kunde im Mittelpunkt 18. April 2012 | IHK Erfurt

18. April 2012 IHK Erfurt

Allerdings zwingt die Präsenz der Unternehmen in Social Media zu ethisch verantwortlichem Verhalten. Corporate Social Responsibility (CSR) und Glaubwürdigkeit erlangen in den neuen Medien wachsende Bedeutung nach dem Motto „Die anständigste Art der Geschäftsführung ist auch die beständigste“ (Robert Bosch). Jedes Fehlverhalten erscheint in kürzester Zeit sichtbar für alle im Netz.

Auch die zunehmende Sorge über neue Bedrohungsszenarien durch Cyberkriminalität und Ausbeute der Daten sowie notwendige Gegenstrategien werden im Rahmen des Symposiums erörtert. Denn je offener die virtuellen Marktplätze sind, desto verwundbarer sind die einzelnen Unternehmen.

Doch wo Chancen sind, gibt es auch Risiken. Die neue IHK Broschüre „Social Media für Unternehmer“ soll ein Wegweiser für die ersten Schritte zu einer erfolgreichen Präsenz in den Sozialen Medien sein. Info: Sven Petzoldt, Tel. 0361 3484-390, e-mail: svenpetzoldt@erfurt.ihk.de

IHK | Industrie- und Handelskammer Erfurt Arnstädter Str. 34 | 99096 Erfurt Tel. 0361 3484-0 | Fax 0361 3485-950 http://www.erfurt.ihk.de

Die nächsten „Web-Check“-Beratertage 23. Mai und am 20. Juni 2012 | IHK Erfurt Eine Anmeldung ist erforderlich.

Experten aus der IT-Branche berichten über ihre Erfahrungen zu Social Media. Es sind Vorträge und eine Podiumsdiskussion geplant.

Info: Sven Petzoldt, Tel. 0361 3484-390, e-mail: svenpetzoldt@erfurt.ihk.de

Info: Nicole Bäger, Tel. 0361 3484-406, e-mail: baeger@erfurt.ihk.de

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Titel

z Cloud Computing und Datenschutz verträgt sich das? Rechtliche Schranken, auch beim Einsatz im Ausland

Cloud Computing ist eines der aktuellen Themen in der IT. Allerdings auch ein Bereich, bei dem aus datenschutzrechtlicher Sicht erhebliche Verunsicherung besteht.

n der Tat sind die Antworten auf die Frage nach der datenschutzrechtlichen Zulässigkeit der Nutzung von Cloud Services so vielfältig wie die angebotenen Cloud Services unterschiedlich sind. Eine erste Einordnung dieser Fragestellung ist aber dennoch – oder gerade - anhand der grundlegenden Problemstellungen möglich. Was ist Cloud Computing? So unbedarft die Frage wirkt, so berechtigt ist sie dennoch. Denn es gibt nicht das Cloud Computing. Es muss daher sowohl inhaltlich als auch datenschutzrechtlich

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die jeweils konkrete Ausgestaltung bewertet werden. Als Cloud Services werden typischerweise drei hervorgehoben: z Infrastructure as a Service (IaaS) als Bereitstellung von Rechenleistung und Speicherplatz, z Platform as a Service (PaaS) als Bereitstellung von Entwicklerplattformen, z Software as a Service (SaaS) als Bereitstellung von Software zur Nutzung.

Hinzukommen die verschiedene Ausgestaltungen der Bereitstellung des Services: z Public Cloud: IT-Dienstleistungen werden von dem Cloud-Provider bereitgestellt und können von jedem (Vertragspartner) über das Internet genutzt werden, z Private Cloud: IT-Dienstleistungen werden aus eigenen Rechenzentren bezogen; alle Dienste und die Infrastruktur unterstehen einer Institution; die Cloud kann aber durchaus von Dritten betrieben werden; der

Zugriff erfolgt über das Intranet oder via VPN (virtual Private Network), z Hybrid Cloud: Mischform bestehend aus einer Public Cloud und einer Private Cloud.

Wo liegen rechtliche Schranken? Die Diskussion um die datenschutzrechtliche Zulässigkeit des Cloud Computings lässt sich aus zwei Kernüberlegungen ableiten: z Das Datenschutzrecht dient dem Schutz des Betroffenen –

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Titel

also desjenigen, dessen Daten in der „Cloud“ verarbeitet werden. Es stellt also aus der Sicht des Datenschutzrechts eine Gefährdung dieses Schutzes dar, wenn in die Verarbeitung der Daten Dritte einbezogen werden. Der Cloud Service-Anbieter ist dieser Dritte. z Des Weiteren ist das Datenschutzrecht von der Vorstellung der „Beherrschbarkeit“ der Daten und der Datenweitergabe geprägt. Bei einer „Verteilung“ von Daten in der Cloud nach Prinzipen der Wirtschaftlichkeit anstatt nach datenschutzrechtlichen Überlegungen entstehen Befürchtungen der Gefährdung. Werden diese hinterfragt, ist allerdings zu erkennen, dass die Probleme nicht neu, sondern schon seit einiger Zeit „alltägliche Praxis“ sind. Sie sollten also lösbar sein.

Grundlage der Nutzung Datenschutzrechtlich kommen zwei Grundlagen für die Nutzung von Cloud Services in Betracht: z die Übermittlung der Daten nach Paragraph 28 Bundesda-

Paragraph 11 BDSG stellt recht umfangreiche Anforderungen an eine wirksame ADV sowie die Auswahl und Kontrolle des Cloud Service-Anbieters. Der Vertrag über die ADV muss insbesondere schriftlich geschlossen werden und mindestens die in Paragraph 11 Absatz 2 BDSG vorgesehenen Maßnahmen explizit regeln.

Clouds im Ausland

Rechtsanwalt Dr. Jens Eckhardt Fachanwalt für Informationstechnologierecht

tenschutzgesetz (BDSG) an den Cloud-Service-Provider oder z der Abschluss einer Vereinbarung über eine Auftragsdatenverarbeitung (ADV) nach Paragraph 11 BDSG. Eine Zulässigkeit des Cloud Computings aufgrund von Paragraph 28 BDSG wird durch die Datenschutzaufsichtsbehörde sehr kritisch bewertet. Demnach ist die Nutzung von Cloud-Services zwar nicht generell ausgeschlossen, der ADV ist aber der Vorzug zu geben.

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Ein weiteres „großes Thema“ beim Cloud Computing sind „Clouds“ im Ausland. Das deutsche und europäische Datenschutzrecht unterscheiden danach, ob die Daten ins EU-/ EWR-Ausland oder in einen sogenannten Drittstaat gehen. Bei einem Datenfluss in Drittstaaten (bspw. Schweiz, USA, Indien) müssen besondere Voraussetzungen in den Paragraphen 4b, 4c BDSG geprüft werden. Vereinfacht bedeutet das: z Ein Cloud Service-Anbieter innerhalb der EU/des EWR kann datenschutzrechtlich ebenso beauftragt werden, wie ein Dienstleister in Deutschland.

z Die Beauftragung eines Cloud Service-Anbieters in einem Drittstaat setzt hingegen neben den allgemeinen datenschutzrechtlichen Anforderungen (siehe oben) die zusätzliche Prüfung der Zulässigkeit des Datentransfers in den Drittstaat voraus.

Was bedeutet all das konkret? Eine datenschutzkonforme Nutzung von Cloud Services ist möglich. Sie bedarf allerdings datenschutzrechtlicher (Vor-)Überlegungen und einer angepassten Gestaltung der Verträge über die Nutzung von Cloud Services. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass einzelne Cloud Services aufgrund der Ausgestaltung ihres Angebots nicht datenschutzkonform und daher nicht nutzbar sind. Eine gute Orientierung geben der Leitfaden Cloud Computing – Recht, Datenschutz & Compliance, EuroCloud Deutschland_ eco e.V. und die „Orintierungshilfe Cloud Computing“ der 82. Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder, die beide entgeltfrei online verfügbar sind.

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Titel

„Man benötigt einen klaren Plan“ Ein Interview mit dem Werbeprofi Andreas Jung zum Thema Onlinemarketing und SocialMedia für mittelständische Unternehmen Redaktion: Was genau versteht man unter Onlinemarketing?

Andreas Jung: Bei richtiger Strategie kann das Onlinemarketing vollkommen neue Zielgruppen erschließen und zudem bei entsprechender Erfolgskontrolle günstiger sein als klassische Marketingmaßnahmen.

Andreas Jung: Das Onlinemarketing sind alle Marketingmaßnahmen die im Internet gestartet werden können. Die Möglichkeiten sind riesig. Angefangen von der eigenen Webseite, dem Suchmaschinenmarketing, Bannerwerbung, Affiliate-Marketing bis zum Bereich SocialMedia. Die Kunst ist es, hier den richtigen Mix für sein Geschäftsmodell zu finden.

Redaktion: Wo liegen die Kosten bei Onlinekampagnen? Andreas Jung: Onlinekampagnen können deutlich günstiger sein als vergleichbare Printkampagnen. Der entscheidende Vorteil liegt aber beim Controlling. Jede Aktion kann sehr genau gesteuert und im zeitlichen Verlauf auch angepasst werden. Beim Adwordsprogramm von Google oder bei den Facebook Adds kann Cost-per-Click abgerechnet werden. Stimmt die Conversion auf der Webseite hinter dieser Kampagne, dann können diese Werbeformen äußerst effektiv sein.

Redaktion: Wie kann man mit Onlinemarketing beginnen? Andreas Jung: Als erstes sollte sich jeder Unternehmer die klassischen Fragen zum Marketing stellen. Wer ist meine Zielgruppe, was ist mein Alleinstellungsmerkmal, wer sind meine Mitbewerber etc.? Aus meiner Sicht startet dass Onlinemarketing zuerst bei der eigenen Webseite. Alle anderen Onlinemarketingkanäle und Socialmediaplattformen sind der zweite Schritt. Redaktion: Was kann Onlinemarketing für ein mittelständisches Unternehmen leisten?

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Redaktion: Wie sieht es mit den finanziellen Aufwendungen im Bereich SocialMedia aus? Andreas Jung ist Inhaber und Geschäftsführer der Werbeagentur Kartinka GmbH Co. KG und der EASYCHECK onlineservice GmbH sowie regelmäßig Referent zum Thema Onlinemarketing und Socialmedia.

Andreas Jung: Die meisten SocialMedia Kanäle sind kostenfrei. Für einen Twitteraccount oder eine Facebook-Fanpage bezahlt das Unterneh-

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Titel men nichts an die Portalbetreiber. Das ist die eine Seite. Man muss sich aber bewusst sein, dass es mit der Erstellung der Facebook-Fanpage nicht getan ist. Wichtig ist es, die Kanäle auch regelmäßig mit neuen Inhalten zu füllen. Das kann von wöchentlich bis täglich notwendig sein. Hier muss es im Unternehmen eine klare Zuständigkeit geben. Man darf nicht vergessen, dass hier die eigentlichen Kosten entstehen und sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein Mitarbeiter täglich mindestens 10 Minuten bis zu mehreren Stunden mit den entsprechenden Medien beschäftigt ist. Redaktion: Unterscheidet sich die Art der Kommunikation im Bereich SocialMedia zur Kommunikation z.B. im Printbereich? Andreas Jung: Das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Stark werbliche Kommunikation im Bereich SocialMedia wirkt etwa so, als würde man sich den Versicherungsvertreter zum Abendessen in die Familie einladen. Im Bereich SocialMedia geht es primär um ehrliche Kommunikation, sonst ist man die mühsam gewonnen Fans bei Facebook oder die Twitter-Follower schnell wieder los. Der

ZAHL DES MONATS

40 Millionen Besucher verzeichnete die deutsche Facebook-Seite im Februar. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um 16 Prozent.

Nutzer im Netz hat zudem inzwischen Kommunikationsmacht gewonnen. Viele Unternehmen mussten das schmerzhaft feststellen. Eine ehrlich gemeinte Kritik sollte man nicht einfach vom Blog oder aus dem Empfehlungsnetzwerk löschen sondern ernsthaft darauf eingehen. Das wirkt für andere Nutzer viel besser. Kunden wollen ernst genommen werden. Das kann zudem für die Unternehmenskultur positive Impulse geben. Redaktion: Was ist von Empfehlungsmarketing im Internet zu halten? Andreas Jung: Ich glaube das Empfehlungen im

Netz einen sehr wichtiger Teil des Onlinemarketings ausmachen. Eine ehrliche Empfehlung von einem Nutzer/Kunden möglichst mit seinem Namen und einem Foto, ist für andere Kunden immer wesentlich glaubhafter als jede Info oder Werbung auf der eigenen Webseite. Das Problem: Man muss Empfehlungen aktiv akquirieren. Kunden machen das nicht von selber, aber wenn ein Kunde wirklich zufrieden ist, dann ist der Schritt nicht mehr weit. Es genügt ein kleiner Anstoß. Man darf nicht vergessen, eine mündliche Empfehlung wird nur eine kurze Zeit weitergegeben. Eine Empfehlung im Web steht für lange Zeit im Netz. Redaktion: Was ist aus Ihrer Sicht das Wichtigste im Onlinemarketing für Mittelständler? Andreas Jung: Das Unternehmen benötigt einen klaren Plan. Ziele müssen definiert und kontrolliert werden. Man darf nicht vergessen – das Netz entwickelt sich sehr schnell – einmal begonnen, ist das Onlinemarketing eine ständige Aufgabe. Wenn man diese Punkte beachtet, wird das Unternehmen auch im Netz erfolgreich sein.


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Praxis

So reklamieren Sie als Unternehmer Wenn Sie als Selbstständiger fehlerhafte Ware erhalten, können Sie – genau wie ein Verbraucher – verlangen, dass der Mangel behoben wird. Während bei Verbrauchern innerhalb der ersten sechs Monate angenommen wird, dass die Ware beim Kauf mangelhaft war, müssen Sie das als Unternehmer nachweisen.

z Wie Ihre Online-Texte überzeugen

Wenn der Lieferant keine Kulanz zeigt, ist das nicht einfach! So gelingt es Ihnen dennoch: 1. Warenlieferung sofort kontrollieren Wenn Ihnen Ware geliefert wird, prüfen Sie sofort, ob offensichtliche Mängel vorhanden sind. Listen Sie Fehler auf, und faxen Sie die Liste umgehend an den Lieferanten. 2. Mangelhafte Ware schnell zurückbringen Wenn Sie Waren in einem Geschäft gekauft haben, können Sie sie häufig erst zu Hause prüfen. Stellen Sie dabei einen Mangel fest, bringen Sie die Ware schnellstmöglich zurück - dann können Sie sich evtl. sogar an den Verkäufer wenden, der Sie bedient hat. 3. Zeugen benennen Kontrollieren Sie vor allem teure Waren zusammen mit einem Zeugen. Sollte der Verkäufer darauf beharren, dass die Ware beim Kauf in Ordnung war, stärkt ein Zeuge Ihre Position. 4. Mängel fotografieren Machen Sie Beweisfotos von Schäden und anderen Mängeln. 5. Keinen Haftungsausschluss unterschreiben Unterschreiben Sie möglichst keinen Haftungsausschluss. Der Verkäufer müsste damit nämlich nicht für Mängel geradestehen.

Schreibt man im Internet anders? Ja und nein. Ja, weil Geschwindigkeit bei der Informationsaufnahme eine wesentliche Rolle spielt und uns zwingt, Informationen anders zu präsentieren. Nein, weil auch im Internet ein klarer deutscher Satz auch ein klarer Satz bleibt. Die Präsentation von Information im Internet hat im Wesentlichen mit der Frage zu tun: Wie signalisiere ich schnellstmöglich Relevanz für meine Schlüsselthemen?

Texte im Internet werden nur überflogen In der Navigationsphase müssen beim Leser folgende Fragen beantwortet werden: Wo bin ich? Wie navigiere ich? Was ist interessant? Was kann ich tun? Dieses Interesse können Sie durch die Platzierung von Schlüsselwörtern, ansprechenden Headlines, Bulletpoints und passende Anreißertexte wachkitzeln. Auch im Netz gilt: Nehmen Sie Ihren Leser mit und sprechen Sie Ihn direkt an! Wenn es nun um die Anordnung Ihrer Webseiteninhalte geht, gilt Folgendes: Wichtiges steht links oben. Und: Es geht um Geschwindigkeit. Wir klicken selten den besten, sondern den erstbesten Link! Surfer

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wollen sofort wissen, worum es geht. Die Erzählstruktur im Internet ist also nicht linear, sondern parallel.

Text schnell überladen wirken.

Baupläne für den Webcontent

MODELL 3: Sie nutzen Anreißerlinks unter Ihrem Textblock. Hier lassen sich weiterführende Themen abbilden, ohne den Leser zu verwirren.

Diese Modelle liefern eine schnelle Struktur – einfach und übersichtlich:

MODELL 4: Mehrere Textblöcke hintereinander sind über Reiter erreichbar.

MODELL 1: Der Klassiker: Sie verlinken über „mehr“ oder „weiter“. Noch besser: Floskeln an den Kontext anpassen und konkret führen: „Zur Buchung“ etc.

Texten heißt führen

MODELL 2: Sie verlinken direkt im Text. Problem: Zu viele Links in kurzen Texten lassen einen

Die fünf größten Don’ts z Den Webseitenbesucher lange nach Kernaussagen suchen lassen. z Zu viele Floskeln und umständliche Formulierungen. z Zu lange Texte. z Zu lange Zeilen. z Schlechter Stil, Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Im Internet geht es immer um Führung in die nächste Ebene: zum nächsten Klick, zur Bestellung im Shop. Dazu brauchen wir Gründe: Angst oder Druck, Neugier, Vorteile, oder wir erkennen Bekanntes. Nehmen Sie Ihre Leser an die Hand – mit Hilfe von konsequenten Struktur-Elementen: konsequente Headline-TextStrukturen, das Zerbrechen langer Sätze in Aufzählungen, fettgedruckte Hervorhebungen im Text, klare Absätze von maximal sieben Zeilen, konsequente Begrenzung der Zeilenlänge. Schreiben Sie stets kurz, prägnant und verständlich, vermeiden Sie Wortmonster. Zu langes Herumgerede bremst und ist gerade im Internet unpassend. Schreiben Sie im Verbalstil, streichen Sie Hilfsverben und achten Sie auf Ihren Ton!

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Praxis

Basisdaten z Fläche: 243.820 km² z Einwohner: 62,2 Mio. z Hauptstadt: London z Ballungszentren: London (7,5 Mio.), Birmingham (2,2 Mio.), Manchester (2,2 Mio.) z Größte Flughäfen: London/Heathrow, London/Stanstead, London/Gatwick z Häfen: Grimsby and Immingham, Tees and Hartlepool

Messen sind Schaufenster der Wirtschaft. Die Serie “Messemärkte im Ausland” stellt wichtige internationale Handelsplätze vor.

Wichtige Adressen: Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer London www.grossbritannien.ahk.de The Association of Exhibition Organisers www.aeo.org.uk Audit Bureau of Circulations www.abc.org.uk 30

Großbritannien Der Messemarkt im Überblick

Rund zwei Drittel aller britischen Messen finden in Birmingham und London statt. In Birmingham steht mit dem National Exhibition Centre (NEC) das größte Messegelände, in London mit dem ExCeL das modernste des Vereinigten Königreichs. In Städten wie Southampton, Coventry und Farnborough werden einige wenige Spezialmessen durchgeführt, in Farnborough immerhin alle zwei Jahre die zweitgrößte Luftfahrtmesse der Welt. In London gibt es einen Konkurrenzkampf zwischen den beiden größten Messegeländen der Stadt. Zum einen besteht das altehrwürdige Earls Court & Olympia – teilweise aus dem 19. Jahrhundert und zentral gelegen. Auf der anderen Seite hat sich im Osten Londons mit dem ExCeL ein modernes Messezentrum entwickelt, das immer mehr Ausstellungen anzieht. Dieser Konkurrenzkampf resultiert auch aus der Tatsache, dass Geländebetreiber und Messeveranstalter in der Regel voneinander getrennt agieren. Diese Flexibilität der Messeorganisatoren hat wiederum dazu geführt, dass einige von ihnen zu den größten der Welt zählen und vor allem im Ausland ihren Umsatz erzielen. Zu ihnen gehören Reed Exhibitions, dmg

world media oder auch ITE. Das britische Messewesen selber ist dagegen für eine relativ geringe Internationalität bekannt. Sowohl ausländische Aussteller als auch Besucher machen stets einen kleinen zweistelligen Prozentanteil aus. In Großbritannien gibt es drei Messe- und Veranstaltungsverbände, in denen sich Geländebetreiber, in- und ausländische Veranstalter, Spediteure und Standbauer vereinen: die Association of Event Organisers (AEO), die Association of Event Venues (AEV) und die Event Supplier and Services Association (ESSA). Sie haben 2006 die Events Industry Alliance (EIA) gegründet, die Messen und Veranstaltungen in Großbritannien vermarkten und die Aktivitäten der drei Verbände koordinieren soll. Das Audit Bureau of Circulation (ABC) prüft und zertifiziert Ausstellerzahlen von Messen, Auflagenzahlen von Printpublikationen sowie Internetzugänge. Fast alle Messeorganisatoren lassen ihre Veranstaltungen von ABC prüfen, die Darstellung der Daten zum Beispiel auf den Internetseiten erfolgt jedoch uneinheitlich, da die AEO ihren Mitgliedern nur die Veröffentlichung von Besucherzahlen empfiehlt.

Gut zu wissen: Britische Geschäftsleute sind bekannt für ihr höfliches, aber eben auch passives und zurückhaltendes Auftreten. Das macht es den ausländischen Ausstellern oftmals schwer, auf diese zuzugehen. Messen im Vereinigten Königreich dienen vorwiegend der Kontaktpflege und der Information und deshalb sind konkrete Vertragsabschlüsse deutlich seltener zu verzeichnen. Dr. Ulrich Hoppe Director General Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer

Leistungen der IHK Erfurt z Suche nach den geeigneten Messen im Ausland z Informationen über Messedaten, Orte, Termine, Veranstalter z Beratung zu Messeförderprogrammen z Organisation von jährlich rund 20 Firmengemeinschaftsbeteiligungen z Kooperationsbörsen Info: IHK Erfurt, Mark Bremer, Tel. 0361 3484-200

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Praxis

Bedeutende Messen nach Branchen Branche

Bezugsjahr: 1 2011; 2 2010; 3 2009

Messetitel

Ort

NEU AB 2012

Aussteller (Ausland in %)

Besucher (Ausland in %)

Quartal/ Turnus

Info

40.620

1/ jährlich

www.autosportinternational.com

7.2601

2/ jährlich

www.sustainabilitylive.com

Automobil

Autosport International

Birmingham 570

Life Sciences

Sustainabilitylive! – Internationale Umweltmesse mit den Messen ET, NEMEX, IWEX, BEX und SB

Birmingham

Energie/ Umwelt

RWM – Recycling and Waste Management

Birmingham 4732 (10)

9.4502

3/ jährlich

www.rwmexhibition.com

Maschinenbau

MACH – Internationale Ausstellung für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnologie

Birmingham 4462

20.0002

2/ 2-jährlich

www.machexhibition.com

Kunststoff

INTERPLAS – The international Forum for the British Plastics Industry

Birmingham 2961

im Oktober 8.000 (in 2008)

3/ 3-jährlich

www.britishplasticsshow.com

Mikrotechnik

MMLive – Micro Manufacturing & Nano Technologies Birmingham 2003

3.5603

3/ jährlich

www.micromanu.com

Messtechnik

Photonex nachgefragt am 6.9. (nicht int.!)

Coventry

Optik

OPTRAFAIR – Fachmesse für Augenoptik (nicht international!)

Birmingham 2021

GreenTech

Oceanology International – International Oceanology Equipment & Service Exhibition London

Lebensmittel

IFE – International Food & Drink Event

London

Branchenübergreifend

Drives and Controls – Fachmesse für Antriebs- und Steuerungstechnik (nicht expl. Int.!)

Birmingham 2502

2

1.7451

2

www.photonex.org 6.6401

2/ 2-jährlich

www.optrafair.co.uk

5502

12.6002 (39)

1/ 2-jährlich

www.oceanologyinternational.com

1.1371

28.3151

1/ 2-jährlich

www.ife.co.uk/

10.0002

2/ 2-jährlich

www.drives-expo.com

Anzeige

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Praxis

z Produkt- und Markenpiraterie Hilfen zur Risikominimierung

Wilbert Somers Fachbereichsleiter Enterprise Europe Network Tel. 0361 3484-400

EU-WÖRTERBUCH Aktionsplan Digitaler Binnenmarkt 2015 Für jeden Arbeitsplatz, der in anderen Bereichen wegfällt, schafft die Internetwirtschaft 2,6 neue Stellen. Nicht zuletzt deshalb will die EU-Kommission den Internethandel in Europa bis 2015 verdoppeln. Allerdings werden Verbraucher und Unternehmen nach wie vor durch zahlreiche Probleme vom elektronischen Handel abgehalten: So besteht häufig Unsicherheit hinsichtlich geltender Vorschriften, intransparenter Angebote, teurer Zahlungen und nicht bedarfsgerechter Lieferungen. Der Aktionsplan Digitaler Binnenmarkt 2015, der auf eine größere Internetsicherheit abzielt, sieht die Beseitigung solcher Hemmnisse vor. So soll beispielsweise das Bezahlen via Internet bzw. Mobiltelefon einfacher, transparenter und sicherer werden. Geplant sind außerdem neue Vorschriften zur Verbesserung des Schutzes vor Cyber-Attacken und eine Strategie für den Umgang mit CloudComputing, bei dem Anwendungen und Daten vom lokalen Rechner oder dem Firmenrechenzentrum ausgelagert werden. Da leistungsstarke und innovative OnlineDienste auf die erforderlichen Breitbandnetze gestützt sind, sieht der Aktionsplan auch den Ausbau der Breitbandnetze vor. In Deutschland und einigen anderen Ländern könnten nach Einschätzung der Kommission elektronischer Handel und OnlineDienste bis 2015 sogar zu über 20 Prozent zum Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum beitragen. Das Enterprise Europe Network ist ein von der Europäischen Kommission gegründetes weltweites Netzwerk zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen. 600 Beratungsstellen bieten kompetenten Service für grenzüberschreitende Aktivitäten. In Thüringen gehören die IHK Erfurt und die STIFT dem Netzwerk an.

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Marken- und Produktpiraterie entwickelt sich für die Wirtschaft zunehmend zu einem gravierenden Problem. Damit sich Unternehmen davor effektiv schützen können, gibt es eine Reihe von Informationsportalen, die Hilfen zur Risikominimierung bereitstellen. BASCAP Die Initiative BASCAP (Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy) der Internationalen Handelskammer und ihrer Mitglieder gibt auf ihrer Website umfassenden Einblick in die Gefahren der Marken- und Produktpiraterie. So bietet BASCAP beispielsweise länder- und sektorspezifische Informationen sowie die dazugehörigen Ansprechpartner. BASCAP hat das Ziel, Unternehmen im Kampf gegen Fälschung und Piraterie branchen-, sektor- und länderübergreifend zu verbinden und zu mobilisieren. www.bascap.com/ Infoportale für Deutschland Die im Rahmen von BASCAP speziell für Deutschland geschaffene Plattform www. original-ist-genial.de/ informiert deutschsprachig über Präventionsstrategien, technische Sicherheitsmöglichkeiten, den bestehenden Rechtsrahmen u.v.m. Behandelt werden Themen wie: Welche Vertriebsstrategien mindern das Risiko der Piraterie? Was gibt es auf Messen zu beachten? Nützlich ist ebenso: www.produktpiraterie.org

KMU-IPR Helpdesk China Das China IPR Helpdesk der EU-Kommission richtet sich an Unternehmen und beinhaltet direkte, vertrauliche und fachchinesischfreie Beratung zu geistigen Eigentumsrechten und ähnlichen Themen. Außerdem werden Informationsmaterialien und Online-Schulungen angeboten. www.china-iprhelpdesk.eu/de/about-thehelpdesk Webinars: www.china-iprhelpdesk.eu/de/ upcoming-events/year.listevents/2012/ 02/29/Europa-USA-Portal Das TransAtlantik IPR Portal soll EU- und US-Unternehmen helfen, die entwickelten Ressourcen und Instrumente zum Schutz des geistigen Eigentums einzusetzen und bietet Ratschläge, "Ländergebrauchsanweisungen" für über 20 Märkte weltweit sowie Branchenleitfäden. www.ec.europa.eu/enterprise/ initiatives/ipr/index_de.htm

ZOLL UND EXPORT 2012

Buchtipp

Selbst gestandene Profis verlieren schon mal den Überblick, welche Export- und Zollvorschriften aktuell gelten. Im harten Arbeitsalltag ist aber keine Zeit zum langen Nachlesen oder Recherchieren, hier benötigen Sie die Informationen schnell, kompakt und übersichtlich aus einer Hand! Für Sie und Ihre Mitarbeiter gibt es daher dieses informative Jahrbuch, welches die aktuellen Neuerungen für den Export und Zoll für das Jahr 2012 zusammenfasst und praxisgerecht aufbereitet – mit wertvollen Praxistipps und Musterbeispielen! Bundesanzeiger Verlag, Köln, Dress/Dr. Möllenhoff/Dr. Weiß (Autoren), ISBN 978-3-8462-0025-4, 55,00 €

Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012


Praxis

z Funkfrequenzen für mobile Breitbanddienste Chancen für Thüringer Anbieter hüringen hat immer noch Nachholbedarf. Der Freistaat lag 2011 bei der Breitbandversorgung an drittletzter Stelle unter den deutschen Bundesländern. Viele Unternehmen in ländlichen Gebieten sind unzureichend mit einem Zugang zum Breitbandnetz versorgt. Diese Situation könnte sich jedoch zukünftig verbessern, denn am 15. Februar 2012 stimmte das EU-Parlament neuen Regeln für die Nutzung der EU-Funkfrequenzen zu. Ab 2013 müssen die EU-Staaten mehr

T

Frequenzen für drahtlose Breitbandnetze (mobiles Internet) zur Verfügung stellen. Das von den EU-Abgeordneten verabschie-

dete Programm für die Funkfrequenzpolitik (RSPP) sieht vor, dass die EU-Staaten bis Anfang 2013 die Nutzung der 800 MHz Frequenz für drahtlose Breitbandnetze freigeben müssen. Durch die Umstellung von analogem auf digitales Fernsehen sind diese Funkfrequenzen frei für neue Nutzungsmöglichkeiten. Dies bietet Chancen für alle Infrastrukturanbieter, die in Thüringen breitbandige Internetzugänge anbieten. Denn um den Ausbau der Breitbandversorgung auch in bevölkerungsschwachen Regionen Thüringens weiter zu beschleunigen, ist im Rahmen der Thüringer Breitbandinitiative das „Landesprogramm Breitband“ gestartet. Bis 2015 stehen den Thüringer Städten und Gemeinden damit insgesamt 12 Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Bereitstellung schneller Internetverbindungen zur Verfügung. Nähere Informationen zu Förderbedingungen und Antragsverfahren sind beim Breitbandkompetenzzentrum Thüringen sowie bei der Thüringer Aufbaubank erhältlich. Info: www.thüringen-online.de

Hannover Messe Freikarten für IHKMitgliedsunternehmen Die ganze Welt der Technologie an einem Ort. Auf der HANNOVER MESSE werden vom 23. bis 27. April 2012 alle technologischen Lösungen und Weiterentwicklungen der Industrie präsentiert. Für Mitgliedsunternehmen hält die IHK Erfurt auch in diesem Jahr wieder Freikarten bereit. Info: IHK Erfurt, Mark Bremer, Tel. 0361 3484 200, E-Mail: bremer@erfurt.ihk.de

Kooperationsbörsen des Enterprise Europe Network z Hannover Messe 2012

z Unternehmerreise nach Moldawien Internationales Investment Forum bietet neue Geschäftsmöglichkeiten Thüringer Firmen sind vom 29. bis 30. Mai 2012 zu einer Markterkundungsreise nach Chişinău der Hauptstadt Moldawiens eingeladen. Unternehmer erfahren vor Ort wissenswerte Informationen zum Land und bekommen Geschäftsmöglichkeiten aufgezeigt, so werden z.B. aktuelle Investitionsvorhaben im Agrar- und Bausektor sowie im Bereich Energieeffizienz der Republik Moldau vorgestellt. Darüber hinaus bietet eine Kooperationsbörse mit

vorgeplanten transnationalen B2B-Gesprächen die Möglichkeit, potenzielle Partner kennenzulernen und Geschäfte anzubahnen. Am 30. Mai 2012 sind außerdem Besuche der Freihandelszonen und der verschiedenen Industrieparks in Balti und Ungheni vorgesehen. Zu dem Forum werden neben den Nachbarländern Rumänien und der Ukraine auch Teilnehmer aus Kroatien, Mazedonien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo,

Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012

Montenegro, Moldawien sowie Serbien erwartet. Angeboten wird die Markterkundungsreise durch die IHK Erfurt in Kooperation mit dem Organisator des International Investment Forum der Industrie- und Handelskammer der Republik Moldau. Anmeldeschluss ist der 30. April 2012. Info und Anmeldung: IHK Erfurt, Mark Bremer, Tel. 0361 3484-200, bremer@erfurt.ihk.de

Technology Cooperation Days 24. bis 26. April 2012, Fokus: Energieeffizienz bei Materialien, Produkten und Verfahren. b2fair Matchmaking Event 25. und 26. April 2012, Fokus: Umwelttechnologien, Industrieautomation und Antriebstechnologien z Sajam Technike Belgrad

14.-18. Mai 2012, Fokus: Technik und Technologieentwicklungen z GR Business Days Luxembourg

13.-14. Juni 2012, Fokus: multisektoral Info: Eva-Maria Nowak, Tel. 0361 3484-401, em.nowak@een-thueringen.eu 33


Praxis

WEITERBILDUNGSANGEBOTE Mehr Erfolg durch Persönlichkeit, sicheres Auftreten und Ausstrahlung 03. – 04.05.2012 | Erfurt | 260 Euro Geprüfte/-r Aus- und Weiterbildungspädagoge/-in 06.05.2012 – 13.11.2013 | Erfurt | 3.100 Euro Effektive Arbeit mit PowerPoint 07.05.2012 | Erfurt | 150 Euro Erfolg im Verkauf ist kein Zufall ein praxisorientiertes Verkaufstraining 08. – 09.05.2012 | Erfurt | 260 Euro Buchführung mit EDV 08. – 10.05.2012 | Erfurt | 150 Euro Zeit- und Selbstmanagement sich selbst optimal organisieren 10. – 11.05.2012 | Erfurt | 260 Euro Kaufmännische Grundlagen des Einkaufs- und Beschaffungsmarketings 10. – 11.05.2012 | Erfurt | 260 Euro Effektive Arbeit im Sekretariat mit Word und Excel (Office 2010) 14. – 15.05.2012 | Erfurt | 260,00 Euro Fremdsprache Englisch für gewerblichtechnische Berufe 23.05. – 21.08.2012 | Erfurt | 1.495 Euro Den Kunden im Fokus – Die hohe Kunst der Kunden- und Serviceorientierung 29. – 30.05.2012 | Erfurt | 260,00 €

Intensivseminar - Lohn- und Gehaltsabrechnung 29. – 30.05.2012 | Erfurt | 260,00 €

Effektives Arbeiten mit VBA in Excel 11. – 12.06.2012 | Erfurt | 260,00 €

Lexware financial office 1oder WISO Kaufmann 30.05. – 22.06.2012 | Erfurt | 240,00 €

Unternehmensführung für Existenzgründer 11. – 14.06.2012 | Eisenach | 80,00 €

Geprüfte/-r Bilanzbuchhalter/-in 01.06.2012 – 21.03.2014 | Erfurt | 3.600 €

Erfolg am Telefon - mit den richtigen Worten und angemessenen Strategien | Grundseminar 13.06.2012 | Erfurt | 150,00 €

Geprüfte/-r Betriebswirt/-in | Vollzeit 01.06. – 30.11.2012 | Erfurt | 3.500,00 € Kundenorientierte Korrespondenz – klar, positiv und freundlich formulieren 02.06.2012 | Erfurt | 150,00 € Unterrichtung im Bewachungsgewerbe 04. – 08.06.2012 | Erfurt | 300,00 € Geprüfte/-r Wirtschaftsfachwirt/-in | Vollzeit 04.06. – 16.11.2012 | Erfurt | 3.250,00 €

Erfolg am Telefon - mit den richtigen Worten und angemessenen Strategien | Aufbauseminar 14.06.2012 | Erfurt | 150,00 € Vorbereitung auf die mündliche AusbilderEignungsprüfung AEVO 15.06. – 07.07.2012 | Erfurt | 205,00 € Emotionales Verkaufen 19.06.2012 | Erfurt | 150,00 € Microsoft Word - Aufbaulehrgang I 19. – 20.06.2012 | Erfurt | 260,00 €

Frauen in Führungspositionen 05. – 06.06.2012 | Erfurt | 260,00 €

Aktuelles Reisekostenrecht 20. – 21.06.2012 | Erfurt || 260,00 €

Heute Azubi - morgen Kollege 05.06.2012 | Erfurt | 59,00 € Effektive Arbeit im Sekretariat mit Word und Excel (Office 2007) 06. – 07.06.2012 | Erfurt | 260,00 €

Erfolgreich und Unverwechselbar Meine Person als Marke 20. – 21.06.2012 | Erfurt | 260,00 €

Strategieberater (IHK) -blended learning06.06. – 12.09.2012 | Hütscheroda | 2.960,00 € Umsatzsteuertag 2012 IHK/BVBC 08.06.2012 | Erfurt | 150,00 €

z Info: Anja Kästner, Tel. 0361 3484-150 Angebote anderer Anbieter teilen wir Ihnen auf Anfrage gern mit.

IHK.Thüringer Führungskräfte Akademie Exklusivangebote für Unternehmer und Manager z Arbeit und Führung im Wandel

4. Juni 2012 15:00 – 19:00 Uhr 5. Juni 2012 09:00 – 15:30 Uhr Hotel „Zumnorde“, Erfurt 950 Euro

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Business Etikette / Optima(h)l 3. Juli 2012 10:00 – 17:00 Uhr 5. Juli 2012 18:00 – 22:30 Uhr Villa Haar, Weimar Preis auf Anfrage

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Wie Sie es schaffen, Spitzenleistungen im Unternehmen zu erreichen 9. November 2012 09:00 – 17:00 Uhr Hotel Dorint, Weimar, 750 Euro Info: Gritt Wiegandt, Tel. 0361 3484-176 wiegandt@erfurt.ihk.de

Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012


Praxis

z Kommunales Wohnungsunternehmen setzt auf Qualifikation Bereits zwei Drittel der KoWo Mitarbeiter zeigten großes Engagement bei Qualifizierungen – davon ein Drittel mit Abschluss IHK or dem Hintergrund des strukturellen Wandels und dem erheblichem Wettbewerbsdruck haben Unternehmen einen steigenden Bedarf an effizienten Maßnahmen der Qualifikations- und Kompetenzentwicklung ihrer Mitarbeiter. Gut ausgebildetes und motiviertes Personal entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit und damit über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. “Die Analyse des aktuellen Qualifikationsbedarfs sowie die Marktrecherche nach passenden Bildungspartnern für die Aus- und Weiterbildung kosten viel Zeit und liegen aufgrund des Tagesgeschäftes nicht immer im Fokus von Unternehmen“, weiß Friedrich Hermann, KoWo Geschäftsführer. „Wir haben uns der Aufgabe gestellt und unsere Personalentwicklung vorausschauend geplant und die Mitarbeiter für heute und die Zukunft aus- bzw. weitergebildet, so Hermann. Zwei Drittel der KoWo Mitarbeiter haben sich seit Ende 2005 zusätzlich zu ihrer bisherigen Qualifizierung fortgebildet. Immobilienbetriebswirt (FH), Immobilienökonom (GdW), Sozialkraft (IHK), Personalkraft (IHK), geprüfter Immobilienfachwirt (IHK), Wirtschaftsmediator (IHK), Finanzbuchführung (IHK) sowie Gutachter können sich stolz die KoWo Mitarbeiter nennen. Stolz ist auch der KoWo

V

Geschäftsführer, denn trotz des damals notwendigen Umbruches im Unternehmen und der damit verbundenen Herausforderung für alle Mitarbeiter, wurden die zusätzlichen Anstrengungen gemeistert. „Eine Kollegin erhielt sogar vom Bundesverband der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. eine Anerkennung für besondere Leistungen beim Studium“, freut sich Friedrich Hermann. Das Wohnungsunternehmen unterstützte das Engagement der Mitarbeiter in den letzten fünf Jahren z.B. durch bezahlte Freistellungen von fast 800 Arbeitstagen. Die Ausbildungs-, Seminar-, Trainingsund Coachingkosten beliefen sich bis Ende 2010 auf ca. 550.000 Euro. „Auch unsere Führungskräfte müssen sich den neuen Herausforderungen stellen. Es kommt immer weniger nur auf fachliche Kompetenz, als auch auf Persönlichkeitswerte und soziale Fähigkeiten an. Unsere Mitarbeiter regelmäßig zu coachen, sie auf neue Arbeiten vorzubereiten und zu begleiten, gehört zum Tagesgeschäft der Führungskräfte. Aus- und Fortbildung ist ein kontinuierliches Thema bei der KoWo und wir werden auch weiterhin unterschiedlichste Unterstützungen anbieten, denn Wissen ist der entscheidende Wettbewerbsfaktor der Zukunft“, so Friedrich Hermann.

Buchtipp GESPRÄCHSTECHNIKEN Für den Erfolg im Beruf kommt es nicht nur auf Fachwissen an. Sie müssen Ihren Chef und Ihre Kollegen im Gespräch überzeugen. Hier werden einfach und präzise grundlegende Techniken der Gesprächsführung erklärt: Wie Sie Gespräche gezielt vorbereiten, konstruktiv gestalten und schwierige Situationen bewältigen.  Haufe Service Center GmbH, Freiburg, ISBN 978-3-648-02672-4, 8,95 €

Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012

Ausbildungsbetriebe im Internet Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Übersicht der Ausbildungsunternehmen der IHK Erfurt „ans Netz“ gegangen ist. Das Angebot auf den IHK-Seiten ergänzt die bislang vorhandene Online-Lehrstellenbörse um einen wesentlichen Bestandteil. Seit Beginn des kostenfreien Angebotes haben sich fast 700 Ausbildungsunternehmen in die Datenbank eingetragen. Damit nutzt fast jeder vierte Ausbildungsbetrieb der IHK Erfurt die Möglichkeit der Onlinepräsentation. Den Firmen ist es nun möglich, sich dauerhaft und unabhängig von einem aktuellen Lehrstellenangebot auf den Internetseiten der IHK Erfurt zu präsentieren. Schüler und Eltern erhalten so die Gelegenheit, sich das gesamte Jahr lang über die Ausbildungsbetriebe in Ihrer Region zu informieren. Die Unternehmen ihrerseits können ein Firmenlogo, ein Bild und eine Beschreibung veröffentlichen und so noch besser als bisher auf sich aufmerksam machen. Besonderheit: Sobald ein Betrieb in der Lehrstellenbörse freie Ausbildungsplätze präsentiert, wird automatisch auch im Ausbildungsstellenatlas auf dieses Angebot hingewiesen. Für die Nutzung sind keine neuen Zugangsdaten und Passwörter erforderlich. Die Unternehmen loggen sich mit ihren bereits bekannten Nutzerdaten für die Lehrstellenbörse ein und vervollständigen anschließend die neu hinzugekommenen Datenfelder im Profil. Liegen Logo, Bild und Unternehmensbeschreibung parat, dauert der Vorgang weniger als 2 Minuten. Ausbildungsbetriebe, die bislang das OnlineAngebot der IHK nicht nutzen, können Ihre Zugangsdaten schnell und unkompliziert erhalten: Senden Sie hierzu eine Mail an Klaus Kirchner (E-Mail: kirchner@erfurt.ihk.de) oder wenden Sie sich telefonisch an einen unserer Mitarbeiter. Übersicht „Ausbildungsbetriebe vorgestellt“ unter www.erfurt.ihk.de (Rubrik: Aus- und Weiterbildung) 35


Regional

ERFOLGREICH IM AUSLAND

Kreatives Spielzeug für kleine Techniker Technik Eitech GmbH verbucht Ausfuhrsteigerung von 30 Prozent

„Wir werden unseren Wachstumskurs auch 2012 fortsetzen“, so Geschäftsführer Steffen Hildebrandt Anfang des Jahres auf der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg. Eine gute Nachricht, nicht nur für eine erfolgreiche Firmengeschichte, sondern auch für die hoch motivierte Mitarbeiterschaft, deren Zahl 2012 aufgrund der hervorragenden

„Thüringer Unternehmen erschließen Auslandsmärkte“: unter diesem Motto berichtet die Industrie- und Handelskammer Erfurt über mittelständische Unternehmen, die international erfolgreich sind.

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wirtschaftlichen Bilanz um 10 Prozent aufgestockt wurde. Das ausgezeichnete Auftragsvolumen spricht für die Qualität der innovativen Fabrikate, die Kindern spielerisch die Welt der Technik näher bringt, Motorik, Kreativität sowie dreidimensionales Denken fördert. Eine Erfolgsgeschichte aber auch, weil der Betrieb seine Produktpalette ständig weiterentwickelt und zügig auf Kundenbedürfnisse reagiert. Die klassischen Eitech-Produkte – altbekannte Metallbaukästen – wurden durch Sets mit Funksteuerung und Solarbetrieb ergänzt. Mit der Übernahme der spanischen Firma Teifoc 2010 hat das Eichsfelder Unternehmen seinen Marktauftritt neu gestaltet – dem realitätsnahen, schöpferischen Spiel sind nun keine Grenzen mehr gesetzt!

Aus gebranntem Ton gefertigte Ziegelsteine werden mit Mörtel zu Gebäuden verarbeitet. Die kleinen „Häuslebauer“ finden

ger ihren Umsatz, die Metallbaukästen sind hier der große Exportschlager, ebenso in Italien, wo das Unternehmen seit langem als

Ein Traum für schöpferisch, phantasievoll veranlagte Kinder aus aller Welt.

alles, was sie brauchen, eine ausführliche Bauanleitung, Schablonen und natürlich jede Menge Ziegelsteine, Mörtel und Maurerkellen. Alle Bausätze können wieder verwendet werden, indem man sie ins Wasser legt, sodass sich der Mörtel auflöst und die Ziegelsteine nach dem Trocknen für neue Bauten zur Verfügung stehen. Diese zeitgemäßen, kreativen Spielerzeugnisse sind nicht nur deutschlandweit begehrt, sondern in der ganzen Welt. „Eitech verbuchte 2011 eine Ausfuhrsteigerung von 30 Prozent. Und das, obwohl wir schon 2010 den bis dahin höchsten Auslandsumsatz erzielt hatten“, erläutert der Geschäftsführer. In China verdoppelten die Thürin-

Marktführer mit einem Absatzanteil von 90 Prozent agiert – fast so gewinnbringend wie in Deutschland. Gute Geschäftsgewinne im zweistelligen Bereich realisierten Eitech-Produkte in den USA und in Frankreich. Für hohe Steigerungsraten auf dem einheimischen Markt sorgt gegenwärtig eine neue Sparte, nämlich die Kombinationen von Metallbauelementen mit den Steinbaukästen. Die Verknüpfung beider Spielelemente eröffnet Jungen und Mädchen aller Altersklassen neue Gestaltungsräume, fordert zu intelligenten Lösungen heraus und verwirklicht so die Maxime der Eichsfelder Firma Eitech.

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Foto: Steffen Becker

Regional

z Gründerin des Monats Nicole Schlönvoigt Agentur für Kunstvermietung Die Agentur für Kunstvermietung bietet seit Februar 2012 Kunstobjekte zur Vermietung an und richtet sich dabei an Kunstinteressierte in Thüringen, die ihr persönliches Umfeld kreativ und immer wieder neu gestalten möchten. Kunstobjekte, ausschließlich Originale, wechseln in einem flexiblen Turnus und bieten so die Möglichkeit, moderne und einmalige Kunstwerke für eine gewisse Zeit sein Eigen nennen zu können. Die Kunden profitieren von einer persönlichen und individuellen Beratung. Sie bekommen ein Rundum-Service-Paket: Aus-

suchen, An- und Ablieferung, Montage und Demontage von Kunst und Befestigungssystem. Die Leistung richtet sich speziell an Unternehmen, Banken, Kanzleien, Restaurants und die Foto- bzw. Filmindustrie, die ihre Kunden wiederum mit abwechslungsreichen Kunstwerken begeistern möchten. Das Prinzip der „Kunst auf Zeit“ ist darüber hinaus auch für Privatpersonen geeignet, die sich immer wieder neue Blickpunkte in ihrem Wohnumfeld wünschen. Dies ist mit den Bildern, Fotografien und Skulpturen aus dem Fundus dieser Agentur für Kunst-

Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012

vermietung schnell und professionell realisierbar. Die Kunstwerke stammen dabei überwiegend von Künstlern aus Thüringen. Und wenn ein Kunstwerk einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, ist auch der Kauf möglich. Denn ein Original bleibt etwas Besonderes und kann durch keinen noch so schönen Kunstdruck ersetzt werden, es verleiht der eigenen Umgebung einen exklusiven und individuellen Charakter. www.agentur-kunstvermietung.de

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Regional

Baumwoll- und Spezialgarne in 200 Farben Textilveredlung Gebr. Hecht GmbH, Mühlhausen Ein industrieller Schwerpunkt der Stadt Mühlhausen war schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Garn- und Tuchherstellung, die dazu gehörige Veredlung der Stoffe sowie die Handelstätigkeit mit diesen Produkten. Seit den 1830er Jahren betätigte sich

IHK-UNTERNEHMEN MIT TRADITION Textilveredlung Gebr. Hecht GmbH, Mühlhausen Gegründet: 1830 Gründer: Johann Christian Hecht In Zusammenarbeit mit dem TWA Thüringer Wirtschaftsarchiv e.V. stellt das Wirtschaftsmagazin traditionsreiche Firmen aus Nord- und Mittelthüringen vor. Diese „Steckbriefe“ werden auch im Gebäude der IHK Erfurt präsentiert.

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schon Johann Christian Hecht in diesem Metier, bevor er am Standort St. Margarethen am Alten Blobach ein kleines Unternehmen, eine Appretur und Tuchschererei gründete. Sein Sohn, Tuchscherermeister Georg Gotthold Hecht, trat bald an seine Seite und allmählich wuchs die Firma. Schon um das Jahr 1865 konnte das Familienunternehmen auf die Kraft einer Dampfmaschine setzen. Etwa 20 Jahre später, 1888, übernahmen die Enkel den Betrieb und modernisierten als „Gebrüder Hecht“ das Werk. Sie ließen zeitgemäße Neubauten entstehen und konnten so die Produktion erweitern, indem unter anderem eine Walkerei entstand. Die nächste Brüdergeneration leistete ebenfalls ihren Beitrag zur Vergrößerung. So wurde in den 1920er- und 30erJahren die Färberei erheblich ausgebaut. Die Hecht’s galten bald als die Spezialisten für Pastelltöne, ihr „Victoriaweiß“ war bestechend. Eine Katastrophe in der Firmengeschichte war die Zerstörung der Fabrikanlage durch Blitzschlag im Kriegsjahr 1944. Als der Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren bewältigt war, drohte der Unternehmerfamilie ein neuer Schicksalsschlag. 1953

hatte man die vier Inhaber wegen sogenannter Wirtschaftsvergehen angeklagt und enteignet, doch kurz darauf das Urteil wieder revidiert. Vorerst, denn auch diese Firma fiel 1972 unter die letzte große Enteignungs-

Noch immer widmet sie sich der Veredlung von Garnen. Ihr Spezialgebiet, die Herstellung farbiger Baumwoll- und hochelastischer Spezialgarne für die Strumpfindustrie ist bei Produzenten weit über unsere Region

kampagne der DDR. Umbenannt zu „VEB Garnveredlungswerk“ begann nun die „volkseigene“ Geschichte. Nach dem Zusammenschluss mit weiteren Mühlhäuser Betrieben der Branche firmierte man als „VEB Textilveredlungswerk“. So überstand der Betrieb die Zeit der DDR. Familie Hecht blieb auch über diese Jahre hinweg „ihrem“ Werk treu und nutzte 1990 die Chance der Reprivatisierung. Die neue Textilveredlung Gebr. Hecht GmbH investierte und rekonstruierte den alten Standort.

hinaus gefragt. Strumpfhersteller aus Deutschland und Europa beziehen die hochwertigen Garne aus Mühlhausen. Auch fertige Strumpfwaren werden am Alten Blobach gefärbt, alles nach den neuesten technischen und ökologischen Standards. Weitere Betätigungsfelder der alteingesessenen Mühlhäuser Firma sind die Textilpflege und der Garnhandel. Die Kunden können aus einem Bestand von nahezu 200 Farben wählen und zwar in beliebiger Losgröße – eine eigene Spulerei macht’s möglich.

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Regional

DIE GUTE NACHRICHT

Bestes Energieeffizienzprojekt 2011 Galek & Kowald Holding GmbH reduziert jährliche Stromkosten um fast 50.000 Euro Die Auszeichnung “Bestes Energieeffizienzprojekt 2011“ wurde Ende vergangenen Jahres in Hamburg an einen Thüringer vergeben. Für die Galek & Kowald Holding GmbH aus Mühlhausen holte Jörg Hartung den Preis zur Anerkennung herausragender Leistungen im Energiemanagement. Der IHK-zertifizierte Energiemanager bearbeitete ein Thema aus seiner beruflichen Praxis: „Ich stellte mir die Aufgabe, ein Konzept zur effektiven Druck-

luftversorgung für den Anlagenbau zu erarbeiten und umzusetzen“, so Hartung. Im Ergebnis der Projektarbeit sparte das Unternehmen jährlich Energiekosten von 46.000 Euro – eine Leistung, die die Jury überzeugte und nicht nur für den Preisträger ein Ansporn ist, weitere innovative Lösungen zu entwickeln. Die Mühlhausener Firma ist auf dem Gebiet des Anlagenbaus für Versorgungsmedien sowie des-

Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012

sen Service und Wartung tätig. Außerdem gehören alle Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Umsetzung entsprechender Sparmaßnahmen zum Angebot. Das erfordert eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Prozesse und stellt hohe fachliche Anforderungen an die Mitarbeiter. Die Industrie- und Handelskammer Erfurt greift mit einem zeitgemäßen Lehrgangsangebot diese anspruchsvolle Problematik

auf und bietet seit 2009 eine Ausbildung zum Energiemanager (IHK) an. Für Jörg Hartung und seinen Arbeitgeber hat sich diese Weiterbildung ausgezahlt.

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Lebensart

IMPRESSUM

Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin 23. Jahrgang Nr. 4/2012 Herausgeber: Industrie- und Handelskammer Erfurt Arnstädter Str. 34, 99096 Erfurt Tel. 0361 3484-0, Fax 3485-950 Chefredaktion: Gerald Grusser, Tel. 0361 3484-280

5 Fragen an… Dr. Jürgen Buchham

Redaktion: Thomas Fahlbusch, Dr. Cornelia HaaseLerch, Katharina Reinhardt, Detlef Reuter, Steffen Schulze Anzeigen und Verlag: Prüfer Medienmarketing, Endriß & Rosenberger GmbH Schlösserstr. 39, 99084 Erfurt Tel. 0361 56681-94, Fax 56681-96 Anzeigenverwaltung: Gudrun Wenske Anzeigenleiter: Wolfrüdiger Endriß Zur Zeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 20 vom Januar 2012. Druck, Verarbeitung: Druckhaus Gera GmbH, Jacob-A.-Morand-Str. 16, 07552 Gera, Tel. 0365 73752-0, Fax 7106520 Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als Mitglied der IHK. Mit Namen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, aber nicht unbedingt die Ansicht der IHK wieder. Nachdruck nur mit Genehmigung und Quellenangabe. Fotomechanische Wiedergabe für den innerbetrieblichen Bedarf gestattet. Die Zeitschrift wird IHK-Zugehörigen im Rahmen ihrer Mitgliedschaft kostenfrei geliefert.

Geschäftsführer der HOTLINE Computer GmbH Nordhausen

z 1 Bitte stellen Sie sich und Ihr Unternehmen kurz vor: Die GmbH wurde im Frühjahr 1990 gegründet und war zunächst ein „Computerladen“. Seit Mitte der 90er Jahre ist das Unternehmen spezialisiert auf den Vertrieb und Support von Software aus dem Hause Dr. Buchham, dessen Inhaber ich bin. Beide Firmen bilden eine organisatorische Einheit. Wir produzieren und vertreiben Software für den Besucherservice in Theatern, Museen, Freizeiteinrichtungen, also überall, wo Tickets verkauft werden. Unser WinTHEA ist in einer Vielzahl von Einrichtungen in Deutschland und Österreich im Einsatz. z 2 Was ist Ihr persönliches Erfolgsrezept? Erstens höchste Ansprüche an die Produktentwicklung. Das Know-how auf unserem Gebiet verändert sich wahnsinnig schnell. Dem muss man sich stellen, um nicht Software von gestern zu produzieren. Ich zwinge mich, „vorn dran“ zu bleiben durch meine Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Nordhausen im Bereich Programmierung und Internettechnologie. Zweitens ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis zu unseren Kunden. Drittens Augenmaß und Fingerspitzengefühl. Man muss auch mal Nein sagen können, um sich nicht zu verschlucken. z 3 Wenn Sie noch einmal vor der Wahl stünden, würden Sie wieder diesen Beruf wählen? Softwareentwicklung ist mein Leben seit mehr als 40 Jahren. Ich habe das Glück, seit der Wende mit meinem Beruf, meiner Berufung, selbstständig auf eigenen Füßen zu stehen. Keine Frage: ich würde es wieder tun. z 4 Wie schaffen Sie den Ausgleich zum oftmals stressigen Berufsalltag? Ich bin passionierter Kleingärtner – das ist mein Kontrastprogramm. Ich engagiere mich ehrenamtlich als Vorsitzender eines Kleingärtnervereins. Das ist zwar auch nicht stressfrei, aber doch ganz anders. Wichtig für den Stressabbau ist meine intakte Familie, die hinter mir steht. …und da ist auch noch mein Hund. z 5 Bitte vervollständigen Sie den Satz: „Die IHK ist wichtig, … ... weil sie gerade auch kleinen Unternehmen eine Heimstatt bietet – zu fairen Konditionen.

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Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012


Lebensart

Peter Peterknecht steht gern für Fragen zur Verfügung.

LESEN

Einschließen und genießen Ganz allein bei Peterknecht Wollten Sie schon immer mal mit Freunden und Bekannten einen Abend ganz allein in einer Buchhandlung verbringen? Dann bietet Ihnen der Erfurter Buchhändler Peterknecht ein ganz besonderes Event! Schmökern, Lesen, über Bücher reden. Keiner stört! Alle Türen sind verschlossen! In der alt-ehrwürdigen Bücherstube inmitten

der Stadt ist dies möglich. Zwei Stunden haben Gäste Zeit, dieses Refugium in Besitz zu nehmen! Bei einem Glas Prosecco in aller

Ruhe Literatur auf sich wirken lassen, anderen etwas vorlesen, bibliophile Kostbarkeiten neu entdecken – eigene Leseerfahrungen mitteilen, anregende neue Lektüre finden. Am Ende eines solchen entspannten und sinnerfüllten Abends „befreit“ Peter Peterknecht seine Bücherfreunde, gesellt sich zur Runde und steht gern für Fragen zur Verfügung. Er berichtet über eigene literarische Entdeckungen oder über die

200jährige Geschichte seines Unternehmens. Der Buchhändler gibt interessante Empfehlungen oder weiht in Neuerscheinungen ein, informiert über Herausgeber und Autoren – ganz nach Wunsch. Viele Erfurter haben sich diese wunderbaren Stunden schon gegönnt und als Geheimtipp weiterempfohlen. „Einschließen und genießen - Ganz allein bei Peterknecht“ – und ganz allein mit vielen tausend Büchern!


Ratgeber oder Berufsunfähigkeitsschutz aufgebaut werden.

TIPPS RECHT & STEUERN

z Die Direktversicherung: Sicherer Baustein für die Betriebsrente Die Einrichtung einer betrieblichen Altersversorgung ist für viele Unternehmer mehr als ein Pflichtprogramm. Wer als Arbeitgeber auf das richtige Pferd setzt, kann nicht nur Haftungsrisiken eliminieren, sondern auch nachhaltige betriebswirtschaftliche Chancen nutzen, Lohnkosten senken und Mitarbeiter motivieren. Der geschickte Einsatz einer Direktversicherung leistet hier gut Dienste. Bereits 1974 wurde die Direktversicherung als zulässiger Weg zur Durchführung einer betrieblichen Altersversorgung gesetzlich verankert. Seit dem erfreut sich dieses Modell zunehmender Beliebtheit. Die Anzahl der Verträge ist bundesweit seit Einführung auf knapp 6,8 Millionen Policen (Stand Ende 2010) gewachsen – Tendenz steigend. Nicht ohne Grund, denn die Direktversicherung erweist sich für den Arbeitgeber nicht nur als äußerst unbürokratisch und haftungsarm, sondern auch als kostengünstig. Im Rahmen einer Direktversicherung kann die Betreuung und Verwaltung der Versorgungsanwartschaften weitestgehend auf den Versicherer ausgelagert werden. Auch Insolvenzsicherungskosten fallen grundsätzlich nicht an. Wie funktioniert eine Direktversicherung? Die Direktversicherung ist eine Rentenversicherung, die der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für seinen Arbeitnehmer abschließt. Bezugsberechtigt sind im Leistungsfall der Arbeitnehmer und seine versorgungsberechtigten Hinterbliebenen. Seit 2005 gilt für alle neu abgeschlossenen Direktversicherungen die nachgelagerte Besteuerung. Das heißt, Beiträge bleiben im Rahmen der steuerlich zulässigen Höchstgrenzen gemäß § 3

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Nr. 63 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei. Erst die später fällig werdenden Versorgungsleistungen sind unter Berücksichtigung der geltenden Freibeträge abga-

tungen sind über den eingebundenen Versicherer gedeckt und im Falle eines Arbeitgeberwechsels können die Policen oder Versorgungsansprüche unbürokratisch

Direktversicherung: so funktioniert´s Beiträge

Leistungen

Versicherer Rechtsanspruch

Vereinbarung zur Entgeltumwandlung

Arbeitgeber

Arbeitnehmer

Zusage

benpflichtig. Die steuer- und sozialversicherungsfreien Prämien einer Direktversicherung sind in allen Bundesländern jährlich auf vier Prozent der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der gesetzlichen Rentenversicherung West begrenzt. Im Jahr 2012 entspricht das einem maximalen Monatsbeitrag von 224 Euro. Wird darüber hinaus die „alte“ Regelung der Pauschalbesteuerung gem. § 40b EStG a.F. nicht aktiv genutzt, kann dieser Beitrag sogar um weitere 1.800 Euro jährlich steuerfrei – aber sozialabgabenpflichtig – erhöht werden. Zudem bietet die Direktversicherung ein hohes Maß an Sicherheit. Alle zugesagten garantierten Leis-

übertragen werden. Ein weiterer Pluspunkt: Die Direktversicherung bietet vielfältige und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Neben einer reinen Alterssicherung mit Kapitalisierungsoption kann auch eine Hinterbliebenenversorgung

Wie leistet die Direktversicherung mehr für Ihr Unternehmen? Je nach Gestaltung- und Finanzierungsmodell kann eine Direktversicherung nachhaltig dazu beitragen, Mitarbeiter zu motivieren, Lohnnebenkosten zu reduzieren oder auch Liquiditätsreserven zu öffnen. Nachfolgend einige praxisnahe Beispiele: z Stärkung der Mitarbeiterbindung und -motivation Die Dotierung der Direktversicherung kann variabel erfolgen. So kann neben einem klassisch arbeitgeberfinanzierten Modell auch eine Beitragszahlung in Abhängigkeit der Ertragslage festgelegt werden. Den optimalen Motivationseffekt erzielt das Unternehmen durch ein zweistufiges Konzept: neben einem arbeitgeberfinanzierten Basisbaustein gewährt das Unternehmen bei gutem Betriebsergebnis eine variable bAV-Erfolgsprämie. Die Vorteile liegen auf der Hand: In weniger erfolgreichen Jahren wird das Unternehmen nicht zusätzlich liquiditätsmäßig belastet und die bAV-Prämien können anders als klassische Boni-Zahlungen frei von Lohnnebenkosten erbracht werden. Zudem erhalten die Mitarbeiter einen unmittelbaren und kalkulierbaren Leistungsanreiz. z Senkung der Lohnnebenkosten durch Umwidmung von Barlohn in Versorgungslohn Stehen Gehaltserhöhungen im Be-

Senden Sie uns Ihre Fragen zur betrieblichen Altersversorgung! Lesen Sie im nächsten Heft: Freiwillige betriebliche Sozialleistungen als Wettbewerbsfaktor für Ihr Unternehmen

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Andreas Fetzer Vorsorgeberater und unabhängiger Versicherungsmakler Manfred Freitag TÜV zertifizierter Spezialist für betriebliche Altersversorgung Info: Tel. 0361 78919833

trieb an, kann eine Direktversicherung auch hier interessante Alternativen bieten. Der Arbeitgeber kann durch Umwidmung einer klassischen Gehaltserhöhung zu-

Mitarbeiter oft unwirtschaftlich, da die Ausgleichszahlungen nicht nur voll sozialabgabenpflichtig sind, sondern auch den Lohnsteuersatz des Mitarbeiters steigern.

bAV bei Gehaltserhöhung Beispiel: ledig, 3.000 Euro Monatsgehalt (36.000 Euro p.a.), Steuerklasse 1, inkl. Kirchensteuer, keine Kinder, Gehaltserhöhung 150 Euro mtl. (1.800 Euro p.a.)

mit bAV

ohne bAV

welche Kosten entstehen beim Arbeitgeber? Gehaltserhöhung klassisch Gehalterhöhung per bAV-Lohn Sozialversicherungsbeitrag rd

1.800 Euro -

1.800 Euro 0 Euro 1.800 Euro

352 Euro 2.152 Euro

Gesamtaufwand

was kommt beim Arbeitnehmer an? 1.800 Euro

-

Sozialversicherungsbeitrag rd

567 Euro 373 Euro

1.800 Euro 0 Euro 0 Euro

Nettoerhöhung

860 Euro

1.800 Euro

Bruttoerhöhung bAV-Lohn Steuerabzug rd

Hochrechnung Ersparnis Arbeitgeber pro Jahr Hochrechnung auf 5 Jahre Hochrechnung auf 10 Mitarbeiter

gunsten einer Direktversicherungsprämie die Lohnnebenkostenbelastung deutlich reduzieren. Hochgerechnet auf mehrere Jahre und auf die ganze Belegschaft lässt sich eine überzeugende Wertschöpfung realisieren. Ein Beispiel verdeutlicht den Effekt. z Überstunden und Mehrarbeit mit bAV abgelten Das Thema der Überstunden sorgt in vielen Unternehmen immer wieder für Zündstoff. Sind die Auftragsbücher voll, ist der Ausgleich in Freizeit aus Unternehmenssicht nicht gewünscht. Die monetäre Abgeltung wiederum ist für die

352 Euro 1.760 Euro 17.600 Euro

Eine pragmatische Lösung bietet die Überführung der Überstunden in eine Direktversicherungsprämie. Mehrarbeit auf Kurzzeitkonten können nämlich ebenso im Rahmen der Entgeltumwandlung steuer- und sozialversicherungsfrei in die bAV überführt werden. So profitieren beide: das Unternehmen kann die Personalkapazitäten optimal ausschöpfen und die Mitarbeiter können ihre Vorsorge effizient verbessern. z Aufbau eines betrieblichen Vorruhestandmodells Die Rente mit 67 Jahren stellt nicht nur Mitarbeiter sondern auch

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viele Arbeitgeber vor große Probleme. In vielen Branchen und Berufen werden die Arbeitnehmer den Anforderungen gesundheitlich nicht gewachsen sein, so dass zwangsläufig bei sinkender Produktivität die Krankenstände und Personalkosten steigen. Der rechtzeitige Aufbau eines innerbetrieblichen Vorruhestandmodells wird zwingend erforderlich, um die Kosten planmäßig zu dämpfen. Ein Jahr vorgezogene Rente erfordert durchschnittlich einen Kapitalstock von ca. 20.000 Euro. Dieser könnte durch eine Direktversicherung in einem Zeitrahmen von 20 Jahren mit einem Monatsbeitrag von rund 50 Euro aufgebaut werden. z Liquiditätsreserven öffnen Wird die Direktversicherung durch das Unternehmen finanziert, kann die Police bei richtiger Gestaltung darüber hinaus auch durch Vertragsbeleihung oder Einsatz zur Darlehenssicherung als Liquiditätsreserve genutzt werden. Auch eine Spaltung des Bezugsrechts

Unternehmen zugewiesen und zur Beitragsreduzierung oder Ansammlung im Unternehmen genutzt werden. Aber Achtung: Greift der Arbeitgeber in den Vertrag ein, entsteht eine Sicherungspflicht beim PensionssicherungsVerein aG. Wie finden Sie den Weg zur richtigen Direktversicherung? Mit der Direktversicherung lassen sich moderne Vergütungsansätze gestalten, die betriebswirtschaftlich planbar sind. Nicht nur das Unternehmen profitiert, auch die Mitarbeiter können positiv involviert werden. In der Praxis sind auch bei Einrichtung einer Direktversicherung die individuellen Rahmenbedingungen des Unternehmens zu prüfen. Etwaige tarifvertragliche Vorschriften sind hier ebenso wichtig wie die Erfüllung gesetzlicher Normen. Erfahrene bAV-Experten können hier helfen, das passende Finanzierungsmodell zu konzipieren, praxistaugliche Prozesse zu definie-

Vorteile der Direktversicherung: auf einem Blick ǮNHLQH%LODQ]EHU¾KUXQJ Ǯ(LQVSDUXQJGHU/RKQQHEHQNRVWHQ Ǯ(UI¾OOXQJGHV5HFKWVDQVSUXFKVDXI(QWJHOWXPZDQGOXQJ ǮSODQEDUHXQGVLFKHUH)LQDQ]LHUXQJGHU/HLVWXQJ ǮNHLQH,QVROYHQ]VLFKHUXQJVNRVWHQ ǮJHULQJHU$GPLQLVWUDWLRQVDXIZDQG ǮHLQIDFKH+DQGKDEXQJEHL$UEHLWJHEHUZHFKVHO Ǯ,PDJHJHZLQQI¾UGDV8QWHUQHKPHQ ǮYDULDEOH)LQD]LHUXQJVP¸JOLFKNHLWHQ

ist für arbeitgeberfinanzierte Verträge möglich. So können die jährlichen Gewinngutschriften dem

ren und die geeigneten Produkte eines bAV-kompetenten Versicherers zu finden.

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Rategeber

Steuertipp des Monats

z Übergangsfrist bei der Gelangensbestätigung verlängert Jens Wessely, Recht | Fair Play, Tel. 0361 3484-192

Mit Schreiben vom 6. Februar 2012 hat das Bundesfinanzministerium (BMF) die Übergangsfrist bei den Beleg- und Buchnachweispflichten bei der Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen (sog. „Gelangensbestätigung“) verlängert. Die bisherigen Nachweise können nunmehr bis zum 30. Juni 2012 verwendet werden. Gleichzeitig hat das BMF die Änderungen der Abschnitte 6.2, 6.5 bis 6.11 und 7.3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses (UStAE) hinsichtlich der Anpassungen der Belegund Buchnachweispflichten für Ausfuhrlieferungen an die EU-einheitliche Pflicht zur Teilnahme am elektronischen Ausfuhrverfahren (sog. Verfahren ATLAS-Ausfuhr) bekanntgegeben.

Ausblick: Weitere Ausführungen zur Gelangensbestätigung werden noch erarbeitet und abgestimmt.

BEKANNTMACHUNG

Eckwerte des neuen Ausbildungsberufes Werkstoffprüfer festgelegt Im März wurden im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Eckwerte für die Überarbeitung des Werkstoffprüfers festgelegt. Das Neuordnungsverfahren wird im Laufe des Frühjahrs beginnen; das Inkrafttreten der Verordnung ist zum 1. August 2013 geplant. Für die stärkere Integration des zerstörungsfreien Prüfens wird die neue Fachrichtung Systemtechnik geschaffen. Zudem erhält der Beruf die neue Fachrichtung Kunststofftechnik; die Differenzierung Halbleitertechnik fällt dagegen weg.

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z Entfernungspauschale: BFH konkretisiert die verkehrsgünstige Straßenverbindung er Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteilen vom 16. November 2011 (Az. VI R 19/11 und VI R 46/10), die am 8. Februar 2012 veröffentlicht wurden, entschieden, dass nicht immer die kürzeste Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte der Entfernungspauschale zugrunde zu legen ist. Je nach Einzelfall können auch die Kilometer der tatsächlich genutzten verkehrsgünstigeren, aber längeren Strecke geltend gemacht werden. In den Klagefällen wählten die Kläger jeweils einer längere Fahrtstrecke zur Arbeitsstätte, die jedoch verkehrsgünstiger war und somit schneller zur Arbeitsstätte führte. Das Finanzamt lehnte die entsprechenden Kilometer ab und setzte jeweils die kürzeste Strecke an.

D

Gemäß § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG ist für die Bestimmung der Entfernung die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte maßgebend. Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte benutzt wird. Konkrete zeitliche Vorgaben, die erfüllt sein müssen, um eine Straßenverbindung als "offensichtlich verkehrsgünstiger" als die kürzeste Fahrtroute anzusehen, gibt die höchstrichterliche Rechtsprechung bisher nicht vor. Der BFH stellte fest, dass keine Zeitersparnis von mindestens 20 Minuten vorauszusetzen sei, um die längere Fahrtstrecke anzuerkennen. Insbesondere kann nicht in jedem Fall eine Zeitersparnis von 20 Minuten gefordert werden, weil § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG für jeglichen Arbeitsweg anzuwenden ist. Bei einer solchen Auslegung für kürzere Strecken, beispielsweise wenn die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeits-

stätte auf der kürzesten Strecke regelmäßig nur etwa 20 Minuten dauert, wäre praktisch kein Anwendungsbereich mehr gegeben, weil in diesem Fall eine zeitliche Verkürzung auf der schnellsten Strecke nicht mehr als 20 Minuten ergeben könnte. Hieraus ist ersichtlich, dass zeitliche Erfordernisse ins Verhältnis zur Gesamtdauer der Fahrten gesetzt werden müssen. Entsprechend ist die Frage, ob eine Straßenverbindung als "offensichtlich verkehrsgünstiger" als die kürzeste Route angesehen werden kann, nach den Umständen des Einzelfalls zu bestimmen. Der BFH nennt eine Zeitverkürzung von 10 Prozent als minimal. „Offensichtlich verkehrsgünstiger" kann eine Strecke laut BFH auch sein, wenn sich dies aus Umständen wie Streckenführung, Schaltung von Ampeln o. ä. ergibt. Deshalb kann eine "offensichtlich verkehrsgünstigere" Straßenverbindung auch vorliegen, wenn nur eine relativ geringe oder gar keine Zeitersparnis zu erwarten ist, sich die Strecke jedoch aufgrund anderer Umstände als verkehrsgünstiger erweist als die kürzeste Verbindung. Zu vergleichen sind die kürzeste und die vom Arbeitnehmer regelmäßig für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte benutzte längere Straßenverbindung. Weitere mögliche, vom Arbeitnehmer tatsächlich aber nicht benutzte Fahrtstrecken zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bleiben dagegen unberücksichtigt (Az. VI R 46/10).

Fazit: Der BFH gibt mit seinen Urteilen wertvolle Hinweise, wann die verkehrsgünstigere Wegstrecke anstatt die kürzeste Strecke zur Arbeitsstätte bei der Ermittlung der Entfernungspauschale geltend gemacht werden kann. 

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Ratgeber

z Neues BFH-Urteil zur 1 Prozent-Regelung

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat am 28. Dezember 2011 ein Urteil vom 6. Oktober 2011 (Az. VI R 56/10) veröffentlicht und entschieden, dass die 1 Prozent-Regelung (§ 8 Abs. 2 Satz 2 EStG) nicht anwendbar ist, wenn der Arbeitnehmer ein betriebliches Fahrzeug lediglich für betriebliche Zwecke sowie für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzt. Im Urteilsfall erhielt der Kläger jeweils Vorführwagen für dienstliche Fahrten überlassen. Der Vorführwagen stand dem Kläger für Probe-, Vorführ- und Besuchsfahrten zur Verfügung. Die private Nutzung des Vorführwagens war arbeitsvertraglich verboten. Ein

Fahrtenbuch wurde für die Fahrzeuge nicht geführt. Das Nutzungsverbot wurde durch das Festhalten der Kilometerstände der Vorführwagen wöchentlich überprüft. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte durfte der Kläger die Vorführwagen aus dem niedrigen Preissegment aufgrund einer mündlich erteilten Gestattung nutzen. Diese Nutzung wurde mit der 0,03 Prozent-Regelung versteuert. Das Finanzamt setzte mittels der 1 Prozent-Regelung den geldwerten Vorteil auch für die private Nutzung fest und wurde vom Finanzgericht bestätigt. Der BFH hob das Urteil des FG nunmehr auf und verwies das Verfahren zurück. Der BFH stellt nunmehr noch mal fest, dass die

Anzeige

1 Prozent-Regelung in § 8 Abs. 2 EStG eine reine Bewertungsvorschrift sei. Daher setze die Anwendung der 1 Prozent-Regelung voraus, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer tatsächlich einen Dienstwagen zur privaten Nutzung überlassen hat. Der Ansatz eines lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteils rechtfertigt sich nur insoweit, als der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gestattet, den Dienstwagen privat zu nutzen. Die unbefugte Privatnutzung des betrieblichen PKW hat dagegen keinen Lohncharakter. Bisher ist die Finanzverwaltung der Ansicht, dass eine Versteuerung der privaten Nutzung vorgenommen werden muss, wenn der Arbeitnehmer allein die Möglichkeit hat, den Dienstwagen privat zu nutzen. Ein Vorteil, den sich der Arbeitnehmer gegen den Willen des Arbeitgebers selbst zuteilt, wird nicht "für" eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst gewährt und zählt damit nicht zum Arbeitslohn nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i. V. m. § 8 Abs. 1 EStG. Im Übrigen könne man auch nicht davon ausgehen, dass Arbeitnehmer Verbote missachten und damit einen Kündigungsgrund schaffen oder sich – unter Umständen – gar einer Strafverfolgung aussetzen. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber ein arbeitsvertraglich vereinbartes Privatnutzungsverbot nicht überwacht. Allein die Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte begründet indessen noch keine Überlassung zur privaten Nutzung. Die 1 Prozent-Regelung finde daher keine Anwendung. Der Anscheinsbeweis, dass zur privaten Nutzung überlassene Kraftfahrzeuge auch privat genutzt werden, werde laut BFH unzutreffend ausgedehnt, wenn dieser in allen Fällen Anwendung finde, in denen einem Arbeitnehmer überhaupt ein Dienstwagen zur Verfügung stehe. Vielmehr komme der Anscheinsbeweis erst dann zum Tragen, wenn mit der erforderlichen Gewissheit festgestellt sei, dass zur privaten Nutzung überlassene Dienstwagen auch tatsächlich privat genutzt wurde.

Fazit: Wie die Finanzverwaltung auf dieses Urteil reagieren wird, bleibt abzuwarten. Bisher reicht für die Besteuerung aus, dass der Arbeitnehmer den Dienstwagen überhaupt nutzen kann.

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Rategeber

Buchtipp

UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

ESF-Mittel für Auslandsaufenthalte von Führungskräften in Europa DAS JAHRBUCH DER MANAGEMENT-WEITERBILDUNG 2012

Das Jahrbuch liefert in seiner optimierten Form gebündelte Marktinformationen für die Management-Qualifizierung und Führungskräfteentwicklung. Die neu entwickelte Fassung gibt dem Nutzer exklusive Zahlen, Daten, Fakten zur aktuellen Situation der Weiterbildungsbranche an die Hand und fasst zentrale Studienergebnisse rund um die Management-Weiterbildung zusammen. Fachautoren und -journalisten nehmen Themen und Trends unter die Lupe, beschreiben, wie sich Qualifizierungsstrategien und -konzepte inhaltlich, methodisch und organisational weiterentwickeln. managerSeminare Verlag, Bonn, Graf (Hrsg.), ISBN 978-3-941965-34-8, 39,90 €

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Das „Förderhandbuch TNA“ (transnationale Aktivitäten) ermöglicht seit Januar 2012 die Unterstützung von Auslandsaufenthalten von Führungskräften mit einer Quote von maximal 80 Prozent aus Mitteln des ESF Thüringen. Das Ziel besteht darin, die innereuropäische Mobilität von Managern aus KMU zur Verbesserung ihrer Marktchancen zu fördern. Die Auslandsaufenthalte sollen vor allem zum Erfahrungstransfer, zur Gewinnung von Marktinformationen, zur Anbahnung von Geschäftskontakten sowie zur Verbesserung der Fremdsprachenkompetenz beitragen. (Messen sind ausgeschlossen). Die Aufenthaltsdauer kann bis zu zwei

Wochen betragen. Eine Förderanfrage bei der Koordinierungsstelle für transnationale Aktivitäten bei der LEG Thüringen sollte mindestens vier Wochen vor Beginn der Reise erfolgen. Mit der Beratung der Interessenten sind im Bereich des Kammerbezirks Erfurt die Europa Service Büros in Erfurt und Nordhausen beauftragt. Info: Europa Service Büro für Mittelthüringen, Gisela Heubach, Tel. 0361 6029584, g.heubach@eccerfurt.de Europa-Service Nordthüringen, Kai Buchmann, Tel. 03631 918201, kbuchmann@bic-nordthueringen.de

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IHK-EXPERTEN ANTWORTEN

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z Wie gestaltet sich die aktuelle Erhöhung der KfWFördermittel bei der Anschaffung emissionsarmer LKW?

Ratgeber

Antje Welz Umwelt | Innovation Tel. 0361 3484-218

Viola Ludwig, Betriebsberatung, Tel. 0361 3484-203

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z Besteht die Möglichkeit allgemeine Umweltschutzmaßnahmen über die KfW-Mittelstandsbank zu fördern?

Die Förderrichtlinie für die Anschaffung von Fahrzeugen der neuesten Schadstoffklasse wurde zum 1. März 2012 geändert und die Fördersätze dabei deutlich angehoben. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erkennt in ihrem Innovationsprogramm nunmehr Investitionsmehrkosten für die Euro-6-Fahrzeuge gegenüber Euro-5-LKW und EEV-Fahrzeugen in Höhe von 11.000 Euro an. Die KfW-Bank bezuschusst bis zu 55 Prozent dieser

Investitionsmehrkosten. Die Förderung von Kauf und Leasing richtet sich nach der Firmengröße. Bei Großunternehmen stieg die Fördersumme von 1.400 auf 3.850 Euro je Fahrzeug, bei mittleren Betrieben von 1.800 auf 4.950 Euro und bei kleinen von 2.200 auf 6.050 Euro. Die Anpassung der Förderrichtlinie war notwendig, um der Preisdifferenz zwischen Euro-6- und Euro-5-LKW besser gerecht zu werden.

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Seit Anfang Januar 2012 löst das neue KfW-Umweltprogramm den Teil A des ERPUmwelt- und Energieeffizienzprogramms ab. Es dient insbesondere der Finanzierung von allgemeinen Umweltschutzmaßnahmen gewerblicher Unternehmen (KMU) in Deutschland mittels eines vergünstigten Zinssatzes. Konkret förderfähig sind Maßnahmen zur z Material- und Ressouceneinsparung, z Verminderung oder Vermeidung von Luftverschmutzungen einschließlich Geruchsemissionen, Lärm und Erschütterungen,

z Abfallvermeidung, -behandlung und -verwertung, z Verbesserung der Abwasserreinigung, zur Abwasserverminderung und -vermeidung, zum Boden- und Grundwasserschutz, z Altlasten- bzw. Flächensanierung (thermisch, chemisch-physikalisch, mikrobiologisch), sofern die Sanierung Voraussetzung für weitere betriebliche Investitionen ist. Die KfW bietet attraktive Festzinssätze ab 1,56 Prozent an, mit bis zu 10 Jahren Zinsbindung sowie bis zu 3 Jahren tilgungsfreier Anlaufzeit. Die Beantragung der KfWKredite erfolgt über die jeweilige Hausbank.

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Börsen

KONTAKTVERMITTLUNG --------------------------------------ANFRAGEN

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Sie interessieren sich für ein Inserat? Dann senden Sie bitte Ihre Zuschrift an die IHK Erfurt | Arnstädter Str. 34 | 99096 Erfurt zu Händen des betreffenden Mitarbeiters. Dabei sollte Ihre Zuschrift immer die ordentliche Briefform aufweisen. Wir leiten diese umgehend dem Inserenten zu. Bei Inseraten aus IHK-Börsen gelten die Bedingungen der jeweiligen Börse.

Info: Jana Burkhardt, Tel. 0361 3484-390

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Industrie- und Handelskammer Erfurt – Wirtschaftsmagazin | April 2012


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