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Das Regional-Journal für Südostniedersachsen

06.2012

5,00 €

Was ist Freiheit?


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Stahl aus Niedersachsen sscheint cheint ein gutes Karma zu haben. Zumindest wird er immer wiedergeboren.

Stahl gehĂśrt nicht zum alten Eisen. Er ist ein ressourcenschonender Werkstoff, der immer wieder recycelt werden kann. Wie in unseren Werken in Peine und Salzgit ter.

www.innovatives.niedersachsen.de

Sie kennen unsere Pferde. Erleben Sie unsere Stärken.


Foto: Thomas Knüppel

Freiheit – ein Begriff, dessen Bedeutung sich für jeden Menschen anders erschließt.

L

Titelgrafik: Gerd Winner

iebe Leserinnen, liebe Leser, was für ein großes Wort: Freiheit. Ich verbinde damit viele unterschiedliche Erlebnisse und Eindrücke in meinem Leben, die ich aber zu diesem Zeitpunkt gar nicht als Ausdruck von Freiheit wahrgenommen habe. Die Zeit nach Abitur oder Studium, als alle Wege im Leben offen waren, erschien eher als Situation mit vielen Fragezeichen. Wo geht es hin? Und die Ruhe, die Entscheidung für Kinder und Berufstätigkeit als Freiheit wahrzunehmen, die blieb zwischen Windeln und Büro schnell auf der Strecke. Dagegen nehme ich andere Freiheiten ganz deutlich wahr: Wie anders war es doch, vor der Wiedervereinigung hier in der Region zu leben. Die Freiheit endete für mich an der innerdeutschen Grenze, die Weiterfahrt nach Berlin war unglaublich bedrückend. Stehe ich heute an der ehemaligen Grenze, ob in Marienborn oder im Harz, habe ich das Gefühl, viel tiefer atmen zu

können als damals. Dann spüre ich meine persönliche Freiheit: jetzt den nächsten Schritt gehen zu können, reisen zu können, wohin ich will. Auch mit viel Empathie kann ich mich nicht in Menschen hineinversetzen, die solche Grenzen für sinnvoll halten, die auch heute noch Grenzen zwischen Menschen, Religionen und Regionen errichten und erhalten. Dem bekannten Künstler Gerd Winner möchte ich für unser Titelmotiv danken. Für ihn ist es ein starkes Freiheitsmotiv. Inwieweit es für Sie die Freiheit verkörpert, was für Sie Freiheit bedeutet, wo Sie Ihre persönliche Freiheit finden – darauf bin ich gespannt und freue mich auf Ihr Feedback Herzlichst Ihre

Dr. Heike Steingaß ::: h.steingass@regjo-son.de :::


28 Titel:

Freiheit Religionsfreiheit, Entscheidungsfreiheit, Pressefreiheit und Dienstleistungsfreiheit - die Facetten der Freiheit sind vielfältig.

Region

06 – 11

06  Durchblick: Loipenbauprojekte im Harz, Konsolidierung in Goslar, Bündnis für Chancengleichheit, beliebtes Stadtportal, Lernzentrum im Eintracht-Stadion, Pläne für Goslars Innenstadt. 08 Magazin: Auszeichnungen, Solarpotenzialkataster für die Region, Wolfsburg wächst, soziale Projekte profitieren, Personalia.

Unternehmen

18 – 27

Titel

12 –16, 28 – 51

16  Mut zur Geschäftsidee: Preisträger der Wettbewerbe ‚Idee‘ und ‚Promotion School‘ ausgezeichnet.

12  Die Freiheit des Glaubens: Gespräch mit Vertretern unterschiedlicher Religionen zum Thema Religionsfreiheit.

22  Hightech – leicht verständlich: Start-up-Unternehmen entwickelt einfach zu bedienende Software.

28  Freiheit – Grenzenlos und ohne Sorge: Gedanken zur Freiheit.

24  Magazin: Neues aus der KreativRegion, Hybridlokomotive nimmt Fahrt auf, begehrte Ausbildungsabsolventen, neues Logistikzentrum, Fördermittel für Handwerksbetriebe, energiesparendes Werk, Fit-4future-Lauf.

32  Freiheit ist, mit Kindern beruflich durchzustarten: Frauen bringen Familie und Karriere unter einen Hut. 36  Pressefreiheit – Theorie und Praxis: Blick über die deutschen Grenzen hinweg nach Rumänien. 38  Frei von Vorurteilen: Die Charta der Vielfalt gibt Anregungen zum Zusammenleben und Zusammenarbeiten.

Effizienz Klarheit in den Worten, Brauchbarkeit in den Sachen. Gottfried Wilhelm Leibniz

regjo 01.2013 erscheint Anfang Februar.

40  Europaweit erfolgreich – Dienstleistungen ohne Grenzen: Deutsche Handwerksbetriebe werden im europäischen Ausland aktiv. 42  Frei denken lernen: Neue Methoden für erfolgreicheres Arbeiten. 44  Aufbruch zu neuen Ufern: Der Harz wirbt um junge und anspruchsvolle Besucher.


ÜBERBLICK // 06.2012 // 5

62

48 48  Künstlers Sicht auf Freiheitssymbole: Gerd Winners Gedanken und Projekte zum Thema Freiheit. 50  Die Zukunft der Freiheit: Ein Kommentar von Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky. 52  Magazin: Buchtipps zum Thema Freiheit, Hybridfahrzeuge im Flottenbetrieb.

Leben

56 – 66

56  Einzigartige Lektionen: Experten bereichern den Unterricht in Schulen. 58 Magazin: Wolfsburg feiert, Allianz für die Region entsteht, Leichtathleten kommen nach Braunschweig, Familien laufen für das Laufsparbuch.

62  Kultur: Kompakter Braunschweig-Reiseführer, Ausstellungen in der Städtischen Galerie Wolfsburg, in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, im Phaeno und im Braunschweigischen Landesmuseum, ‚Der Hobbit‘ im Kino und Konstantn Wecker in der Stadthalle. 66  Was verbindet Sie ...? Der Autor Axel Hacke.

60  Freie Fahrt ins Kunstmuseum: Der Kunstbus fährt seit zehn Jahren nach Wolfsburg.

Impressum Herausgeber, Verlag & Redaktion regjo Verlag für regionales Marketing Südostniedersachsen GmbH Ekbertstraße 14, 38122 Braunschweig Telefon (0531) 80 92 98 0 oder 80 92 98 1 Telefax (0531) 80 92 98 9 www.regjo-son.de eMail redaktion@regjo-son.de Verlagsleitung und Chefredaktion Dr. Heike Steingaß (v. i. S. d. P.) Redaktion Beate Ziehres (bea) Autoren Ionot Budascu, Ulla Evers, Lara Gahlow, Andrea H ­ oferichter, Aida Ivan, Sven Gábor Jánszky, Harald Müller, Klaus Sievers, Martina Zingler Fotografie Frank Bierstedt, Thomas Knüppel, Marek Kruszewski, Werner Reichel, Stefan Sobotta

Layout KARMA Kommunikationsdesign Porschestraße 47, 38440 Wolfsburg Telefon (05361) 89 99 77 7 www.karma-web.de Lektorat Support, Bärbel Mäkeler, Braunschweig Druck

NEEF + STUMME premium printing GmbH & Co. KG, Wittingen Anzeigenberatung Jörg Schäfer, Telefon (0531) 80 92 98 4, eMail j.schaefer@regjo-son.de Leserservice Daniela Hauser, Telefon (0531) 80 92 98 3, eMail leserservice@regjo-son.de

Partner Autohaus Wolfsburg GmbH & Co. KG, Bel Net GmbH, Braunschweigische Landessparkasse, Braunschweig Zukunft GmbH, Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel e. V., Daimler AG Niederlassung Braunschweig, DIS AG Office & Management, Karma Kommunikationsdesign, Landkreis Gifhorn, Pompe Optic, projekt Region Braunschweig GmbH, Salzgitter AG, Schimmel Auswahlzentrum Braunschweig, Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH, Technische Universität Braunschweig, ­Verena Scholz Radiologie, Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg, Volkswagen Financial Services AG, Volkswagen Immobilien Service GmbH, WelfenAkademie Braunschweig, WIS Salzgitter GmbH, Wolfenbüttel Marketing & Tourismus Service GmbH, Wolfsburg AG, Zweckverband Großraum Braunschweig


Neue

Loipenführung

Rechtzeitig zum Winter wurde das zweite Loipenbauprojekt des Jahres im Nationalpark Harz am Goetheweg fertig gestellt und eröffnet. Die Loipe beginnt an der Nationalpark-Revierförsterei Torfhaus am Einstieg in den eigentlichen Wanderweg ‚Goetheweg‘ zum Brocken. Kernstück der Arbeiten war eine neue tragfähige Brücke am Abbe-Graben. Die bevorstehende Restaurierung des Grabens, eines Bestandteiles des Weltkulturerbes ‚Oberharzer Wasserwirtschaft‘ machte den Bau notwendig. Die Maßnahme bringt gleich mehrere Vorteile für alle Beteiligten: Zum einen wird damit eine Flächenberuhigung im Nationalpark erreicht, andererseits ergibt sich eine qualitative Verbesserung des Loipensystems, das damit besser spurbar wird. Mit der neuen Loipenführung können bisher immer wieder auftretende Schäden durch Schmelzwasser minimiert werden. ::: bea :::

Goslar unterzeichnet ‚Zukunftsvertrag‘

Foto: Rainer Dollichon

Salzgitter

Einer Pressemitteilung der Stadt Goslar zufolge haben Rat und Verwaltung der Stadt eine Entschuldung der Stadt in Höhe von fast 44 Millionen Euro erreicht. Der Haushalt sei nachhaltig konsolidiert, freiwillige Leistungen und die soziale Infrastruktur gesichert und die Stadt Goslar wieder auf sichere finanzielle Fundamente gestellt worden, heißt es weiter. Ein entsprechender ‚Zukunftsvertrag‘ zwischen dem Land Niedersachsen und der Stadt Goslar wurde Ende November unterzeichnet. ::: bea :::

ist Modellkommune

Das regionale Bündnis für Chancengleichheit ‚Chefinnen SZ‘ hat in Salzgitter-Bad seine Arbeit aufgenommen. Ziel des Bündnisses ist es, in den Salzgitteraner Unternehmen mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. „Es ist die Bündelung aller Kompetenzen in Salzgitter, um dieses Ziel zu erreichen“, fasste Stadträtin Christa Frenzel die Aufgabe der teilnehmenden zwölf Unternehmen und neun Bündnispartner zusammen. Die Stadt Salzgitter wurde vom Bundesfamilienministerium unter 49 Städten und Landkreisen aus 14 Bundesländern als Teilnehmer des Projektes ‚Mehr Frauen in Führungspositionen – Regionale Bündnisse für Chancengleichheit‘ als Modellkommune für Niedersachsen ausgewählt. Ein Organisationsteam erarbeitet nun Vorschläge für mehr Frauen- und Familienfreundlichkeit in den Unternehmen. ::: bea :::

Stadtportal für

Smartphones optimiert Salzgitter.de, die offizielle Internetseite der Stadt Salzgitter, gehört zu den besten und beliebtesten deutschen Stadtportalen. Die Internetsuchmaschine ‚erfolgreich-suchen.de‘ zeichnete den Internetauftritt im Jahr 2009 als eine der besten deutschen Webseiten aus. Wie die Stadt Salzgitter mitteilt, kamen in Umfragen zum Internetauftritt fast nur positive Rückmeldungen. Besonders die übersichtliche Struktur von salzgitter.de sowie die Informationsvielfalt und die Aktualität der Internetseiten werden demzufolge regelmäßig gelobt. Die Besucherzahl erhöhe sich von Jahr zu Jahr. Nicht die hierarchischen Strukturen der Stadtverwaltung, sondern Themen und Inhalte stünden im Vordergrund, betonen Holger Posselt und Christine Flechner von der zuständigen Internetredaktion. Als meistbesuchte Salzgitteraner Internetadresse hat sich salzgitter.de auch für die Wirtschaft der Stadt als unverzichtbare Präsentationsplattform etabliert. So gibt das Online-Branchenbuch mit seinen mehr als 400 Einträgen Auskunft über die Salzgitteraner Anbieter von Waren und Dienstleistungen in vielen Branchen. Auf eine Neuerung können Posselt und Flechner bereits jetzt hinweisen: „Ab Ende 2012/Anfang 2013 wird der beliebte Internetauftritt der Stadt auch optimiert auf Smartphones zu lesen sein.“ ::: bea :::


DURCHBLICK // 06.2012 // 7

Politische Bildung im

Eintracht-Stadion Das Fanprojekt Braunschweig hat gemeinsam mit dem AWO Kreisverband Braunschweig ein Lernzentrum für politische Bildung unter dem Namen Fanhochschule Braunschweig eröffnet. Die Idee ist, die Fußballbegeisterung von Jugendlichen und den besonderen Lernort Stadion zu nutzen, um die ‚Schüler‘ zur Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen wie Diskriminierung oder Rassismus anzuregen und ihre soziale Kompetenz zu stärken. Die Kurse und Workshops zur politischen Bildung im Eintracht-Stadion richten sich hauptsächlich an Jugendliche der Klassenstufen 7 bis 10, aber auch an junge Erwachsene. Die Robert-BoschStiftung und die Bundesliga-Stiftung fördern das Lernzentrum Braunschweig mit insgesamt 50.000 Euro. Darüber hinaus unterstützt die Volkswagen Bank das Projekt. ::: bea ::: ::: Weitere Informationen unter bosch-stiftung.de/lernzentren www.bundesliga-stiftung.de :::

Mehr Power für Ihren Fuhrpark!

Stadtentwicklung

in Goslar Die ECE, ein Entwickler, Investor und Betreiber von innerstädtischen Immobilienprojekten, hat Interesse an einem Engagement in Goslar geäußert. Die Investorengesellschaft ist auf die im Zentrum der Stadt gelegene ehemalige BGS-Kaserne aufmerksam geworden und kann sich eine für die Gesamtentwicklung der Stadt interessante Mischnutzung vorstellen. Man würde versuchen, für die Bereiche Tourismus, Handel und Leben Ideen zu entwickeln, die zu einer Attraktivitätssteigerung Goslars führen könnten. Für Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk steht dabei eine breite Beteiligung der Bürgerschaft, des Handels und der Hotellerie im Vordergrund. „Eine Entwicklung dieser zurzeit wahrlich nicht ansehnlichen Fläche stellt eine große Chance für die Stadtentwicklung dar. Letztendlich wird es aber entscheidend sein, was an konkreten Nutzungen und Ideen vorgeschlagen wird, damit wir eine sachgerechte Bewertung vornehmen können.“ Es bestünde die Chance, ein neues Stadtquartier zu entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Goslar. ::: bea :::

Nutzfahrzeuge

Ein Gewerbetreibender mit Fuhrpark stellt andere Anforderungen an ein Automobilhandelsunternehmen als ein Privatkunde. Aus diesem Grund finden Sie als Flottenkunde in unserem Hause eigens auf das Großkundengeschäft spezialisierte Mitarbeiter. Fachliche Kompetenz und schnelles Handeln – das sind unsere Markenzeichen. So führen wir seit 1998 als einer von rund 200 Betrieben in Deutschland das Prädikat Großkunden-Leistungszentrum des Volkswagen-Konzerns. Ganz gleich, ob es um Volkswagen PKW, Audi, VW Nutzfahrzeuge, Seat oder Škoda geht – wir beweisen Ihnen täglich, dass die komplexe Materie der Fuhrparkverwaltung durchaus erfreulich sein kann. Wir lieben unsere Arbeit – und das macht den Unterschied!

Großkunden-Leistungszentrum Heinrich-Nordhoff-Str. 121, Wolfsburg, Tel. 05361 204-1511 Internet: gk.autohaus-wolfsburg.de


Preiswürdig Kulturstaatsminister Bernd Neumann zeichnete das Universum Filmtheater in Braunschweig mit zwei begehrten Programmpreisen aus. Sowohl für das ‚kulturell hervorragende Jahresprogramm 2011‘ wie auch für das ‚hervorragende Kurzfilmprogramm 2011‘ wurde das Kino in Braunschweig mit den mit 5.000 Euro beziehungsweise 2.500 Euro dotierten Preisen ausgezeichnet. „Der Kinoprogrammpreis führt uns immer wieder vor Augen, mit wie viel Engagement sich Kinobesitzer und Verleiher für das Kulturgut Film einsetzen. Dies trifft im besonderen Maße auf die Programm- und Arthouse-Kinos zu. Ohne sie wäre die Kinofilmkultur in Deutschland ärmer“, so Bernd Neumann. Der Biochemiker Prof. Dr. Markus R ­ ibbe wird mit dem Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang wechselt der weltweit führende Forscher auf dem Gebiet der biologischen Stickstofffixierung von der University of California zur TU Foto: privat Braunschweig. Die Humboldt-Professur ist mit fünf Millionen Euro der höchstdotierte internationale Preis für Forschung. Diese Summe ist fünfmal höher als die des Nobel-Preises. Der Preis wird an führende im Ausland tätige Wissenschaftler vergeben. Das Preisgeld ist für die Finanzierung der ersten fünf Jahre in Deutschland bestimmt. Der 45-jährige Deutsche hat Bahnbrechendes zum Einbau von Luftstickstoff in Zellbausteine geleistet. Seine Forschungen sind neben der Biochemie auch für die Biomedizin von großer Bedeutung, weil sie neue Ansätze zur Erzeugung von Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten aufzeigen. Der Braunschweigische Hochschulbund (BHB) hat seinen diesjährigen Wissenschaftspreis, der nach dem Braunschweiger Lkw- und Bus-Pionier Büssing benannt ist, an vier junge herausragende Doktoranden vergeben. Die Mathematikerin Dr. Anita Behme (28) erhielt den Preis für ihre Dissertation zum Thema ‚Ornstein-Uhlenbeck-Prozess‘, der die Bewegung eines Teilchens in einem Fluid beschreibt. Ihre Untersuchungen finden in verallgemeinerter Form in der Finanz- und Versicherungsmathematik oder in der Lagerhaltung Anwendung. Der Wirtschaftsinformatiker Dr. Stephan Meisel (33) erhielt den Preis für seine Doktorarbeit auf dem Forschungsgebiet der vorausschauenden

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Optimierungsverfahren zur Lösung mehrstufiger dynamischer Entscheidungsprobleme unter Unsicherheit. Anwendung finden seine Arbeiten bei betriebswirtschaftlichen Entscheidungsprozessen, beispielsweise beim Anoder Verkauf von Wertpapieren. Für seine Dissertation und die Forschungsarbeit an den mikroskopischen Voraussetzungen und Details für das Zustandekommen einer physikalisch festen Verbindung zweier Objekte ohne den Einsatz von Klebstoffen und bei möglichst geringer Temperatur erhielt Dr.-Ing. Benedikt Michel (34) im Fach Maschinenbau den Preis. In der Praxis ist seine Arbeit relevant für die Verkapselung mikroelektromechanischer Bauteile in einem Arbeitsschritt. Der Geophysiker Dr. Ferdinand Plaschke (31) befasste sich in seiner prämierten Dissertation mit der Analyse von Schwingungen der Außenhaut des Erdmagnetfeldes – der sogenannten Magnetopause der Erde – anhand von Beobachtungen von Satelliten. Seine Erkenntnisse haben einen Aspekt geomagnetischer Dynamik offenbart, der bisher nicht bekannt war. Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der ­Volksbank Braunschweig-Wolfsburg, konnte den Laureus Medienpreis für die United Kids Foundations, das Kindernetzwerk der Volksbank BraWo, entgegennehmen. Das Kindernetzwerk der Volksbank BraWo hat in sechs Jahren – vor allem über den Sport – zahlreichen Kindern und Jugendlichen geholfen, viele ihrer Probleme zu meistern. In der Laureus-Jury saßen unter anderen Franz Beckenbauer, ­Boris Becker, Vitali und Wladimir DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (l.) und Jürgen Klitschko, Henry Maske, Günter Brinkmann, Vorstands­ Netzer, Ralf Schumacher und vorsitzender der Volksbank Franziska van Almsick. BraWo. Das Projekt ‚Mehrsprachiges Lesen‘ ist beim Braunschweiger Vorlesetag als herausragende ‚Bildungsidee‘ im bundesweiten Wettbewerb ‚Ideen für die Bildungsrepublik‘ ausgezeichnet worden. Engagierte Lesepaten erwecken Kindergeschichten zum Leben und zwar immer in zwei Sprachen. Das ist nicht nur für Kinder ab drei Jahren interessant, sondern auch für deren Eltern und Großeltern. Denn wer zweisprachig aufwächst, lernt meist nur in einer Sprache lesen und schreiben. Die Braunschweiger Bürgerstiftung will aber auch die andere Sprache, meist die Muttersprache, fördern. Um dies zu erreichen, unterstützt die Bürgerstiftung die Stadtbibliothek darin, den Bestand zweisprachiger Kinderbücher aufzustocken.

Wir verleihen Flügel.


REGION // 06.2012 // 9

Energiewende

Der einen Schritt näher

Der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) errichtet in Zusammenarbeit mit den Kommunen der Region ein Solarpotenzialkataster. Es handelt sich dabei um einen interaktiven Stadtplan im Internet mit Fokus auf der Eignung von Dächern als Träger von Solarzellen. Der Aufbau des Katasters ist bundesweit das erste gemeinsame Vorhaben dieser Art im regionalen Kontext. Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 365.000 Euro. Rund 85.000 Euro übernimmt der ZGB, der Stromnetzbetreiber Eon Avacon unterstützt das Projekt mit 50.000 Euro. Die ‚Allianz für die Region‘ beteiligt sich mit rund 75.000 Euro an dem Projekt, die restlichen Kosten werden anteilig von den Städten, Gemeinden und Landkreisen getragen. Erfahrungen zeigten, so Jens Palandt, Erster Verbandsrat des ZGB, dass Solarpotenzialkataster ein Mittel seien, ein beträchtliches Mehr an privaten und öffentlichen Investitionen in Photovoltaikanlagen auszulösen. Sie liefern Informationen über die wirtschaftliche Nutzung geeigneter Dachflächen, optimale Anlagengrößen und potenzielle Stromerträge. Mit wenigen Klicks können Hauseigentümer feststellen, ob es sich lohnt, auf dem eigenen Dach Solarzellen zu installieren. „Das Gemeinschaftsprojekt fügt sich in die Aktivitäten auf dem schwierigen Weg zu einer ‚100-%-Erneuerbare-Energie-Region‘ ein“, begründet Foto: Fernando Tomás Jens Palandt das Vorhaben. ::: bea :::

Wolfsburg

auf Wachstumskurs

Innerhalb von nicht einmal eineinhalb Jahren legte die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Wolfsburg um fast 11.000 Personen zu und überschritt damit erstmals in der Geschichte der Stadt die Marke von 110.000. Das ist der höchste jemals in der Geschichte der Stadt gemessene Wert. Die Beschäftigtenzahlen korrespondieren mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 4,9 Prozent im Oktober 2012. Die hohe Zahl an Arbeitsplätzen wird in Wolfsburg auch als Chance für eine positive Einwohnerentwicklung gesehen. Deshalb soll ein im Mai angeschobenes Wohnbauprogramm zeitnah umgesetzt werden. Bis zum Jahr 2020 werden bis zu 6.000 neue Wohneinheiten benötigt, wenn die Einwohnerzahl auf 130.000 wachsen soll. :::

guten Zweck gelaufen

Für den

Foto: BLSK

Insgesamt 11.642 Euro überreichte die Braunschweigische Landessparkasse­an fünf soziale Projekte aus der Region. Die Spende stammt aus der vierten kürzlich abgeschlossenen Saison­des Laufsparbuchs, einer Initiative der Landesspar­kasse. Der in Braunschweig ansässige Förderverein ‚Alternative­Sport e.V.‘, ein strukturiertes Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche mit dem Ziel der Gewaltprävention, erhielt 4.642 Euro. 3.000 Euro gingen an die Stiftung ‚Remenhof‘. Die Stiftung bietet vielfältige Hilfen zur Erziehung, unter anderem Plätze in Förderschulen und Wohngruppen. ‚Weggefährten‘, ein Braunschweiger Verein, der krebskranken Kindern und ihren Familien Unterstützung anbietet, erhielt 2.000 Euro. Der ‚Kinderschutzbund Langelsheim‘ nahm aus den Händen­von Carsten Ueberschär, Regionsleiter der Braunschweigischen Landessparkasse, 1.500 Euro entgegen. 500 Euro gehen an ‚Herzkind e.V.‘, eine Selbsthilfeorganisation, die sich für eine bessere Betreuung und Beratung herzkranker Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener einsetzt.


Personalia

Foto: privat

Foto: Stadt Braunschweig

Foto: Klaus G. Kohn

pa (GEKE). Der Rat der Kirchengemeinschaft wählte ihn im September bei der GEKE-Vollversammlung in Florenz (Italien) in dieses Amt. Damit vertritt er in den kommenden sechs Jahren rund 50 Millionen Protestanten in mehr als hundert lutherischen, methodistischen, reformierten und unierten Kirchen aus über dreißig Ländern Europas und Südamerikas. Der Präsident übernimmt 5 seine Aufgaben nebenamtlich in einem dreiköpfigen Team zusammen mit zwei weiteren Co-Präsidenten. ::: 6 Friederike Reinecke (32) wurde zur ersten und zugleich letzten Bezirksschornsteinfegermeisterin für den Kehrbezirk Braunschweig bestellt. Die Schornsteinfegermeisterin aus Bad Harzburg ist die erste Frau in Braunschweig, die in einem von Männern dominierten Beruf dieses Amt bekleidet. Ab dem 1. Januar 2013 lautet aufgrund einer gesetzlichen Regelung 6 ihre Amtsbezeichnung ‚bevollmächtigte Bezirksschornsteinfegerin‘. Im Hinblick auf die Amtsbezeichnung ist sie daher die letzte Bezirksschornsteinfegermeisterin in Braunschweig. ::: 7 Anne-Kristin Rullmann (31) leitet seit Oktober 2012 das Schlossmuseum Braunschweig. Rullmann ist bereits seit 2011 Geschäftsführerin der Stiftung Residenzschloss Braunschweig, die das Schlossmuseum betreibt. Vor ihrem 7 Wechsel in die Stiftung war die Kulturwissenschaftlerin im Besucherzentrum ‚Arche Nebra‘ am Fundort der Himmelsscheibe für Programm, Kommunikation und Ausstellungen zuständig. Rullmann tritt die Nachfolge von Dr. Helena Horn an. ::: 8 Dr. Frank Woesthoff (53), bisher Leiter des Produkt- und Innovationsmanagements der Volkswagen Financial Services AG, ist zum 1. Oktober 2012 in die Geschäftsführung der Euromobil GmbH eingetreten. Der promovierte Literaturwissenschaftler ist seit 2007 in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Volkswagen Financial Services AG tä8 tig. Nach Geschäftsführungsaufgaben im Kultur- und Verbandsbereich war er zuvor Mitglied des Vorstands der Wolfsburg AG, einem Public Private Partnership der Volkswagen AG. ::: bea ::: Foto: VWFS

Foto: privat

Foto: Landeskirche

Foto: Stadt Braunschweig

Foto: LHK Niedersachsen

1 Professor Dr. Jürgen Hesselbach (63), Präsident der Technischen Universität Braunschweig, wurde von der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen für eine weitere zweijährige Amtszeit als Vorsitzender bestätigt. In der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen wirken die 21 Mitgliedshochschulen Niedersachsens zusammen und nehmen ihre gemeinsamen Interessen wahr. ::: 2 Alexander Käberich (46), derzeit Lei1 ter der Musikschule Holzminden, übernimmt zum Jahreswechsel die Leitung der Städtischen Musikschule Braunschweig. Die Position des Musikschulleiters war seit März 2012 vakant. Käberich hat in Hannover an der Hochschule für Musik und Theater im Hauptfach Querflöte studiert. Seit August 2000 ist er 2 Musikschulleiter in Holzminden. Er leitet dort das Musikschulorchester und die Big Band Holzminden. ::: 3 Kirstin Müller (48) wurde im Oktober in Goslar als neue Frauen-Pfarrerin der Landeskirche Braunschweig eingeführt. In den vergangenen elf Jahren war sie als Gemeindepfarrerin in Wittmar tätig. Kirstin Müller hat in Müns­ter, Wien und Hamburg Evangelische Theologie studiert. Nach ihrem Vikariat in Vechelde wirkte sie als Pfarrerin in der St. Thomas-Gemeinde in Braunschweig, der St. Thomas-Gemeinde in Wolfenbüt3 tel sowie im Augustinum Braunschweig. Die Stelle der Frauen-Pfarrerin wurde durch einen Beschluss der Landessynode vom November 2010 neu geschaffen. ::: 4 Professor Dr. Jürgen Krauter (45) übernimmt zum 1. Januar 2013 die Position des Chefarztes der Medizinischen Klinik III des Klinikums Braunschweig. Er tritt damit die Nachfolge von Professor Dr. Florian Lordick an, der bisher die Fachbereiche 4 Hämatologie und Onkologie leitet. In der Medizinischen Hochschule Hannover war Professor Krauter unter anderem am Aufbau und der Verbesserung der interdisziplinären Tumorbehandlung maßgeblich beteiligt. ::: 5 Landesbischof Professor Dr. Friedrich Weber (63) ist neuer geschäftsführender Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Euro-


REGION // 06.2012 // 11


Die Freiheit des Glaubens

Religiöse Themen wie Scharia, Beschneidung polarisieren derzeit die Gesellschaft. regjo hat Vertreter verschiedener Kirchen und Religionswissenschaftler zum Gespräch gebeten: Wie frei sind wir in unserer Religionsausübung?

Autor: Klaus Sievers Fotografie: Thomas Knüppel


TITEL // 06.2012 // 13

Dieter Rammler, Akademieleiter der Evangelischen Akademie Abt-Jerusalem und Direktor des Theologischen Zentrums der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Braunschweig.

Jonah Sievers, Landesrabbiner in Niedersachsen, engagiert im Vorstand der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschlands.

Dieter Rammler: Es gibt beim Thema Religion, wenn wir es weltweit betrachten, eine ambivalente Situation. Wir haben einerseits eine außerordentliche Dynamik: Religionen beeinflussen Friedensverhandlungen oder sind Nährboden fundamentalistischer Bewegungen und kriegerischer Auseinandersetzungen. Andererseits gibt es in Europa eine zunehmende Säkularisierung und Dechristianisierung. Zugleich merken wir, dass das Thema Religion nicht erledigt ist, sondern dass - beispielsweise beim Stichwort Beschneidung - wieder etwas hochkommt. Herr Sievers, waren Sie überrascht von der starken öffentlichen Diskussion über dieses Thema? Inwieweit fühlen Sie sich als Jude in Ihrer grundgesetzlich garantierten Ausübung der Religionsfreiheit eingeschränkt? Jonah Sievers: Die Heftigkeit der Debatte hat mich schon überrascht. Da kamen auch religionsfeindliche und

Professor Dr. Dr. Peter Antes, Emeritus des Instituts für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover, studierte Religionswissenschaft, katholische Theologie und Orientalistik.

Professor Dr. Friedrich Weber, Landesbischof der EvangelischLutherischen Landeskirche in Braunschweig, Geschäftsführender Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

antisemitische Stimmungen wieder nach oben. Das haben viele Leute unterschätzt. Aus meiner jüdischen Sicht gibt es in Deutschland heute nur zwei Probleme: Die rituelle Schächtung von Tieren und die Beschneidung. Bei letzterer ist das Problem gelöst, wenn der Bundestag in Kürze eine neue Regelung mehrheitlich beschließen wird. Insofern fühle ich mich derzeit in meinem Grundrecht der Religionsfreiheit nicht beeinträchtigt. Die eigentliche Frage hinter dieser aktuellen Diskussion heißt: Welche Rolle hat die Religion noch in unserer Gesellschaft? Oder geht es, wie manche Wissenschaftler meinen, um die Freiheit von der Religion? Da gibt es gewisse Trends. Insofern ist das ein Problem aller Religionsgemeinschaften. Dieter Rammler: Könnte die christliche Kirche in eine ähnliche Situation kommen? Es gibt Leute, die die Taufe als ein Akt der Bevormundung oder Vorprägung von Kindern sehen?

Friedrich Weber: Zunächst: Ich möchte das Thema Beschneidung nicht in diesen großen Gesamtkontext stellen. Hier geht es um eine Kollision zwischen dem Grundrecht der Religionsfreiheit und dem der körperlichen Unversehrtheit. Insofern ist diese grundsätzliche Frage schon berechtigt. Die aktuelle politische Lösung des Themas Beschneidung ist richtig. Strafrechtlich und unter Auslegung der Verfassung wäre das Thema nicht zu entscheiden gewesen. Die Religionsgemeinschaften bewegen sich in Schranken, die das Grundgesetz uns setzt. Insofern ist die Ausgestaltung einer Religion nicht ganz frei. Dann gibt es eben Interessenkollisionen zwischen Grundrechten - wobei der Religionsfreiheit ein Primat eingeräumt worden ist. Zum Thema Taufe: Das kann man nicht vergleichen, weil hier keinem Menschen eine irreparable körperliche Veränderung zugefügt wird. Peter Antes: Die aktuelle Diskussion ist ein Symptom für eine mangelnde


Solidarität in der öffentlichen Meinung. Früher war der jüdisch-christliche Konsens größer. Die Gesellschaft hat sich verändert, die Mitgliederzahl bei den christlichen Kirchen ist deutlich gesunken. Das verändert die Diskussionsgrundlage. Wir sollten unterscheiden zwischen der Religionsfreiheit als Prinzip und den Möglichkeiten der Ausübung, bei denen es weltweit kulturelle Besonderheiten und Einschränkungen gibt. Das gilt aber nicht für die Beschneidung. Es wird künftig immer wieder neue Fälle und Diskussionen, auch Beschränkungen geben - wobei man dennoch guten Gewissens das Prinzip der Religionsfreiheit aufrechterhalten kann. Dieter Rammler: Sollte die Ausübung der Religion nur eine private und keine öffentliche Sache sein? Inwieweit könnte man das Thema damit befrieden und eingrenzen.

Dieter Rammler: Reicht unser Religionsverfassungsrecht im Grundgesetz noch, um diese Dynamik der Veränderungen, die zunehmende religiöse Pluralität und die notwendige Befriedung zu regeln? Es gibt ja im Ausland andere Regelungen als das kooperative Modell in Deutschland, etwa das laizistische Modell in Frankreich. Peter Antes: Wir brauchen langfristig ein Religionenrecht statt des derzeitigen ausgeweiteten Kirchenrechtsmodells. Es gibt eben deutliche Unterschiede bei einzelnen Religionen, beispielsweise bei der Frage, wer sie wie repräsentiert und wer in der Religion ausbildet. Es müsste ein einheitliches Modell für ganz Europa sein. Da wird man neue Wege gehen müssen. Das deutsche Modell könnte Grundlage sein, müsste aber angepasst werden.

Peter Antes: Das funktioniert nicht. Es geht auch juristisch nicht. Die Menschen können auch privat nicht machen, was sie wollen.

Jonah Sievers: Wir Juden sehen uns als Religionsgemeinschaft nicht in Konkurrenz zum Landesrecht - mit Ausnahme der beiden genannten Punkte. Solange das Recht für alle gilt, haben wir kein Problem damit.

Friedrich Weber: Wir haben das Problem, dass bei uns in Deutschland unterschiedliche Religionsgemeinschaften mit unterschiedlichen Ritualen der Ausübung existieren. Da wird es für den Gesetzgeber schwierig.

Dieter Rammler: Das steht ähnlich auch in der Charta des Zentralrats der Muslime in Deutschland. In einigen islamischen Ländern, etwa in Ägypten, sieht es aber anders aus. Dort werden religiöse Normen und Rituale, etwa in

der Scharia, teilweise über das Verfassungsrecht bzw. über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 gestellt, die sich in Artikel 18 ausdrücklich zur Religionsfreiheit bekennt. Nun kommen aus diesen Ländern Migranten mit dieser anderen Einstellung zu uns. Wie soll man damit umgehen? Peter Antes: Diese Menschen werden sich anpassen müssen. In der islamischen Welt hat sich andererseits einiges geändert. Wir orientieren uns auch in den Medien - zu sehr an Aussagen vor allem von Religionsführern und offiziellen Repräsentanten. Ich habe beim Ausbruch des Arabischen politischen Frühlings aber kein einziges Mal erlebt, dass sich jemand aus der Bevölkerung auf diese Leute berufen hat. Die Bevölkerung wollte vor allem Demokratie und Freiheit. Ich glaube, es wird sich ein europäischer Islam entwickeln, der anders sein wird als etwa der in SaudiArabien. Die Variationsbreite unter den Muslimen ist sehr groß, weniger als 20 Prozent der Muslime in Deutschland sind in einer religiösen Organisation. Friedrich Weber: Es ist teilweise schon unangenehmer. Es gibt bei uns Parallelgesellschaften, die - selbst in der zweiten oder dritten Migrationsgeneration - in ihrer eigenen fundamentalistischen Welt leben. Das ist eine Frage des Milieus, der Bildungsbereitschaft,

Die Evangelische Akademie Abt Jerusalem in Braunschweig versteht sich als ein Dialogpartner für Kirche und Gesellschaft. Sie stellt sich der Aufgabe, Probleme wahrzunehmen, Konflikte zu benennen und Alternativen zur Sprache zu bringen. Das halbjährlich erscheinende Programm mit Tischgesprächen, Vorträgen, Diskussionsrunden, Symposien und Tagungen erscheint in gedruckter Form, ist aber auch unter www.abt-jerusalemakademie.de einsehbar. Das Spektrum reicht von religiösen und kulturellen über politische bis zu geschichtlichen Themen. Neu ist auch eine Schüler-Akademie.


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der Sprachfähigkeit und der Nicht-Akzeptanz. Dieter Rammler: Zum Thema Religionsunterricht. Den wird es künftig auch für muslimische Religionsgemeinschaften geben. Wird der unserem christlichjüdischen Modell entsprechen, bei dem konfessioneller Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt wird? Könnte hier auf die Auswahl von Lehrkräften Einfluss zugunsten einer bestimmten islamischen Richtung genommen werden?

sat mit welchen Zielen für den Religionsunterricht ist. Viele Schüler gehören keiner Konfession mehr an. Langfristig werden wir mit wachsender religiöser Vielfalt das Unterrichts-Angebot nicht mehr aufrechterhalten können. Ich plädiere für das englische Modell einer ‚religious education‘, bei der alle im selben Raum durch dieselbe Lehrkraft über die verschiedenen Religionen informiert werden. So können Fehlinformationen über einzelne Religionen verhindert werden. Das ist etwas anderes als das Modell “Werte und Normen“ in Niedersachsen.

Peter Antes: Wir müssten grundsätzlich die Frage stellen, wer eigentlich Adres-

Friedrich Weber: Wir haben gerade diese Debatte in Niedersachsen. Die

Grünen wollen die Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichts. In Diskussionen mit ihnen habe ich allerdings festgestellt, dass es da eine erschreckend große Unkenntnis gibt. Solange die Christen die größte Religionsgruppe hierzulande stellen, hat die Schule nach dem niedersächsischen Schulgesetz durchaus den Auftrag, christlich-jüdische Werte, Ideen und Sinnangebote zu vermitteln. Wir müssen aber überlegen, wie sich neue Entwicklungen integrieren lassen. Da sind wir für den islamischen Unterricht, beispielsweise mit der Einrichtung von Studiengängen an der Universität Osnabrück, auf einem guten Weg in Niedersachsen. :::


TITEL // 06.2012 // 17

Die Vorfreude genießen

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Mut zur Geschäftsidee Zwei Wettbewerbe tragen den Entrepreneurship-Gedanken in die Region und helfen, optimale Rahmenbedingungen für Gründer und Jungunternehmer zu schaffen. Erstmals wurden in diesem Jahr die Preisträger gemeinsam ausgezeichnet.

Autor: Beate Ziehres Fotografie: Frank Bierstedt

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ine gute Idee ist das A und O einer erfolgreichen Unternehmensgründung. Auf der Suche nach den besten Ideen veranstaltet die ‚Allianz für die Region‘, die sich zusammensetzt aus Wolfsburg AG und Projekt Region Braunschweig GmbH, zwei Wettbewerbe. „Mit dem Wettbewerb ‚Idee‘ für Unternehmensgründer und dem Schülerwettbewerb ‚Promotion School‘ wollen wir das Gründungsklima in der Region nachhaltig stärken“, sagt Oliver Syring, Vorstand der Wolfsburg AG und Geschäftsführer der Projekt Region Braunschweig GmbH. In den Wettbewerben sehen die Initiatoren einen Baustein auf dem ­ Weg zu einer ganzheitlichen Kultur für U ­ nternehmensgründungen in der Region. Ihnen geht es darum, optimale Rahmenbedingungen für den Start in die unternehmerische Selbstständigkeit zu gestalten. „Gemeinsam mit unseren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft bieten wir Entrepreneuren in jeder Phase der Gründung zielgerichtete Unterstützung und maßgeschneiderte Angebote – vom individuellen Training über das Angebot von Finanzierungslösungen bis hin zur An-


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siedlung in der Region“, so Syring anlässlich der erstmalig gemeinsam ausgerichteten Prämierung der Preisträger der beiden Wettbewerbe. Von einem gut ausgebauten ­Netzwerk aus Experten, Unternehmern und anderen Gründern können alle Teilnehmer des Wettbewerbs ‚Idee‘ profitieren. Hinzu kommen Geld- und Sachpreise für die von einer fachkundigen Jury ausgezeichneten Geschäfts­ ideen. Mit dem Sektverschluss ‚Dego‘ überzeugte das Gründerteam von Siccus die Jury in diesem Jahr. Vor dem Hintergrund, dass Winzersekt immer beliebter wird, entwickelten Paul Penner und Stefan Bosse ein Produkt, das die Flaschengärung vereinfacht und Kosten spart. Die Ausgründung der aus TU Braunschweig könnte mit ‚Dego‘ die Schaumweinproduktion revolutionieren. Der von Siccus konzipierte Flaschenverschluss kann teure Degorgieranlagen ersetzen. Ein führender Sektproduzent aus Deutschland und zwei alteingesessene

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­hampagnerhäuser aus Frankreich C werden die Prototypen des ‚Dego‘ tes­ ten. Dann soll sich der Verschluss nach Vorstellung der Gründer im Hobbywinzermarkt bewähren und mittelfristig in der professionellen Sektherstellung eingesetzt werden. Die Idee von Paul Penner und Stefan Bosse belegte Platz 1 im Wettbewerb ‚Idee‘. Auf Platz 2 landete Tobias Meckes Projekt ‚Smart Artist Booking‘, kurz Smarboo. Das Künstlerportal ist geeignet, Künstlern und Veranstaltern das Leben zu erleichtern. Das multifunktionelle Portal integriert und standardisiert alle Schritte auf dem Weg zum erfolgreichen Auftritt – von der Spielortsuche bis zum Vertragsabschluss. Es richtet sich sowohl an professionell orientierte Veranstalter als auch an sich selbst vermarktende Künstler. Derzeit prüft das Unternehmen ­ Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Kulturdienstleistern im Netz. Den 3. Platz im Wettbewerb ‚Idee‘ belegte die Onlinetauschplattform ‚Unser Kleiderschrank‘. Danica Lust,


­ athalie Riesch und Janina Segatz von N UKL wollen mit ihrer Geschäftsidee Umwelt-, Tierschutz- und sozialer Projekte unterstützen. UKL berechnet eine Tauschgebühr pro Artikel, die auf der Plattform über den ‚Ladentisch‘ gehen. Fünf Prozent davon gehen an gemeinnützige Organisationen. Hinter der Idee stehen zwei Beweggründe: preiswert eine neue Garderobe zu ergattern und Überproduktion einzudämmen. Für seine Vision ,Mobilität der Zukunft‘ wurde Andreas Hermann mit dem Projekt ‚Volkswagen Fold‘ ausgezeichnet. Die Studie eines funktionsfähigen, faltbaren Fahrzeugs ist Thema von Hermanns Bachelorarbeit. Der Absolvent des HBK-Studiengangs ‚Industrial Design‘ hospitiert derzeit bei Volkswagen. Schon in den Schulen entwirft der Nachwuchs Visionen und entwickelt Geschäftsideen – dank ‚Promotion ­ School‘. Mit dem Schülerwettbewerb will die ‚Allianz für die Region‘ bereits Youngster für Innovationen und Technikthemen begeistern sowie für wirtschaftliches Denken und Handeln sensibilisieren. Talente, die heute im Rahmen von ‚Promotion School‘ entdeckt werden, können die Unternehmer von morgen und damit möglicherweise künftige ‚Idee‘

-Preisträger sein. „Für uns ist es entscheidend, das Verständnis für wirtschaftliche Abläufe zu fördern und für das Thema Unternehmensgründung zu einem frühen Zeitpunkt zu sensibilisieren“, betont Claudia Kayser, Leiterin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit Braunschweigische Landessparkasse, einem der Wettbewerbspartner. Nach der Auszeichnung der besten Ideen in den drei Teilgebieten des Wettbewerbs im Juni 2012, vergaben die Wettbewerbssponsoren anlässlich der Entrepreneurship-Prämierung fünf Sonderpreise. Die ausgezeichneten Beiträge umfassen ein breites Themenspektrum. Sie reichen vom höhenverstellbaren Kühlschrank über eine Lenkrad­ kühlung bis hin zu einer Jacke, die Energie gewinnen kann. Beide Wettbewerbe bieten Wirtschaftstalenten und Gründungsinteressierten eine Plattform für die Präsentation ihrer Ideen in einem professionellen Umfeld. Gleichzeitig schaffen sie frühzeitig einen Anreiz, sich überhaupt mit den Themen Geschäftsidee und Unternehmensgründung kreativ auseinanderzusetzen. Über ideenreiches Unternehmertum gelangen Vielfalt und Innovation in die Wirtschaftslandschaft unserer ­Region. :::


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Hightech – leicht verständlich Besonders junge Menschen würden sich heute als Digital Natives bezeichnen. Ein Braunschweiger Start-up-Unternehmen denkt an die technisch weniger Versierten und entwickelt leicht bedienbare Software.

Autor: Lara Gahlow Fotografie: Lara Gahlow

Über den Ideen-Inkubator Braunschweiger Existenzgründern ist der Ideen-Inkubator geläufig. Der Begriff Inkubator wurde der medizinischen Fachwelt entliehen und bedeutet „Brutkasten“. In der Betriebswirtschaft versteht man darunter Räumlichkeiten für Existenzgründer, die sich in der Gründungsphase befinden und ihre Unternehmensgründung vorbereiten oder vorantreiben. Der Gründungsprozess ist sehr komplex und mit weitreichenden Entscheidungen verbunden. Gleichzeitig fehlt vielen Gründern, vor allem aus dem Hochschulbereich, praktische Unternehmenserfahrung. Coaching, Kontakte zu Gründungsberatern und die Vernetzung der Gründer untereinander können die fehlende Erfahrung teilweise kompensieren. Die beiden Hochschulen Ostfalia und TU Braunschweig haben dies frühzeitig erkannt und bereits vor einigen Jahren an beiden Standorten mithilfe von Fördergeldern aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie einen Gründungsinkubator eingerichtet. Dieser Inkubator wird Ideen-Inkubator genannt, weil er im Gegensatz zu üblichen Existenzgründungsinkubatoren hauptsächlich vor der offiziellen Gründung des Unternehmens genutzt werden kann. So ist es den Gründern frühzeitig möglich, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und spontan Coaching-Angebote zu nutzen. Auf praktischer Ebene werden den Start-ups Räumlichkeiten mit Büroinfrastruktur zur Verfügung gestellt, in denen sie potenzielle Lieferanten oder Kunden in professioneller Umgebung empfangen können.

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ie Jugend twittert, postet und textet ganz selbstverständlich. Immer digitaler stehen die Jungen den älteren Generationen gegenüber. Neue Software ist meist auf sogenannte Digital Natives ausgelegt und wird daher von vielen Menschen nicht mehr verstanden. Embeddedfactor hat sich zum Ziel gesetzt, den Computer vom respekteinflößenden Ungetüm in eine nützliche Hilfe auch für technisch weniger versierte Menschen zu verwandeln. Das erst seit Juli bestehende Unternehmen hat einen einfachen Weg gefunden, um diese Aufgabe zu lösen. „Wir konstruieren Software so, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens sie leicht bedienen können. Wir fragen sie nach ihren Bedürfnissen und berücksichtigen sie beim Programmieren“, sagt Kersten Hentrich, einer der beiden Unternehmensgründer. „Unsere Kunden brauchen kein technisches Flagschiff – sie brauchen ein einfach bedienbares Programm, das ihnen ihre Arbeit erleichtert, wir unterstützen den demografischen Wandel.“ Praktisch bedeutet das beispielsweise, dass Sehschwächen ergonomisch berücksichtigt werden, wie beispielsweise in der Veranstaltungsmanagementsoftware ‚Vera‘. Die schnelle Entwicklung des jungen Unternehmens deutet darauf hin, dass sich dieses Konzept bewährt. Die Gründer haben erste feste Mitarbeiter eingestellt und einen der begehrten Plätze im Technologiepark Braunschweig als Firmenstandort erhalten. Erste Kunden sind unter anderem ein niedersächsischer Konzern, darüber hinaus steht Embeddedfactor derzeit in Verhand-


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Das Team (von links): Peter Harras, Rolf Meyer, Gernot Schilling, Kersten Hentrich.

lungen mit weiteren Interessenten. Ganz nebenbei arbeiten die beiden Unternehmensgründer Kersten Hentrich und Rolf Meyer an ihren Doktorarbeiten. Auch ihren Mitarbeitern räumen Hentrich und Meyer Freiräume ein. Jeder Mitarbeiter darf zehn Prozent seiner Arbeitszeit bei Embeddedfactor in eigene technische Projekte investieren. „Auch wenn wir jetzt schnell wachsen und neue Mitarbeiter einstellen: Uns ist es sehr wichtig, dass jeder Mensch, der in unserem Team mitarbeitet, abgesichert ist.

Wir wollen nicht überstürzt einstellen und ebenso schnell wieder kündigen.“ Bis jetzt kennen sich alle Mitarbeiter aus der Informatikforschung der TU Braunschweig. Auch nach Feierabend sitzen laut Hentrich alle gerne zusammen, essen gemeinsam und entwickeln neue Ideen. Der Name des Unternehmens entstand zum Beispiel auf diese Weise beim Grillen. Auf die Frage, wo es als Nächstes hingehen soll, zeigt Hentrich entschlossen auf das Gebäude gegenüber des jetzigen Büros: „Erst einmal da rüber – wir brauchen mehr Platz.“ Außerdem müsse am Marketing gearbeitet werden, findet der Gründer. „Wir sind alle technisch ausgebildet und gut in unseren Bereichen. Aber das, was wir tun, in einfachen Worten zu erklären oder gar einen Werbetext formulieren? Das ist nicht unser Fachgebiet!“ Die technische Leidenschaft der Mitarbeiter kommt derzeit erst einmal der Thermal- und Heilbadbranche zugute. Sie ist der Hauptadressat des Angebots von Embeddedfactor. Die Industrie soll ebenfalls bald von der neuen Technik profitieren, die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Diese Technik bereitet nicht nur den Nutzern Freude. „Es gibt genug Menschen, die acht Stunden am Tag etwas machen, das ihnen keinen Spaß macht. Wir aber lieben unsere Arbeit“, sagt Meyer. So wird bei Embeddedfactor manchmal auch die Nacht zum Arbeitstag. :::

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Freiheit und ­Inspiration ­

sind die Quellen der Kreativität „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren“, sagte schon Benjamin ­Frank­­lin. Die Beschäftigten in der Kultur- und Kreativ-Wirtschaft nehmen deshalb gerne eine gewisse Unsicherheit zugunsten der kreativen Freiheit in Kauf. Als Dachverband denken wir jedoch, dass es unserer Region sehr gut zu Gesicht stünde, wenn unsere Kreativen mit einiger Sicherheit angemessen honorierte Jobs bekommen, ob als Freelancer oder Festangestellte. Unsichere Auftragslagen führen leider meist zum Exodus der Kreativität und die Talente in die Metropolen. Deshalb ist es eine unserer wesentlichen Aufgaben, das kreative Potenzial der Region Braunschweig-Wolfsburg für alle Auftraggeber transparent zu machen. Keine ganz leichte Aufgabe, denn mit 1.975 Unternehmen und 11.526 Erwerbstätigen (Zahlen aus dem Jahr 2008 laut der Söndermannstudie von 2011) wimmelt und wuselt es hier so richtig. Wir machen uns gerade jetzt an diese Arbeit, damit unsere Wirtschaftsbetriebe die große Freiheit genießen können, immer die richtigen Kreativen aus der Region zu finden. Wir sind davon überzeugt, dass es sich lohnen wird, sich um optimale Bedingungen für unsere 11 Teilbranchen zu bemühen, denn die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft wird weiter zunehmen. Unser Auftrag lautet aus diesen Gründen, die kreative Vielfalt unserer Region weiter zu verstärken, damit wir alle von diesem globalen Trend profitieren. Andreas Schuster, Präsident der KreativRegion

Erster Binnenhafen kauft Hybridlokomotive Nach erfolgreichen Testfahrten unterzeichnet das Greenport-Projekt des Magdeburger Hafens als erster europäischer Binnenhafen einen Kaufvertrag zur Lieferung einer V100 Hybridlokomotive von Alstom. Das Fahrzeug soll noch in diesem Kalenderjahr geliefert werden. Zusätzlich zur Standardausstattung bietet Alstom dem Magdeburger Hafen die Möglichkeit, die Batterien in den Stillstandszeiten mit ‚Windstrom‘ aufzuladen. Dies verstärke den ohnehin erheblichen Einspareffekt an Dieselkraftstoff und Emissionen nochmals bedeutend, heißt es in einer Alstom-Pressemitteilung. „In Rangierdiensten sind europaweit zurzeit Tausende technisch völlig veralteter Lokomotiven im Einsatz, die in puncto Umweltbelastungen und Energieverbrauch nicht mehr heutigen Ansprüchen und Normen genügen“, sagt Klaus Hiller, Leiter Service und Lokomotiven bei Alstom Transport in Deutschland. Alstom ist derzeit der einzige Hersteller mit einem neuen Hightech-Konzept für dreiachsige Fahrzeuge mit 100km/h Höchstgeschwindigkeit und bis zu 1000kW Leistung. Wie Alstom weiter schreibt, ist die Hybridtechnologie in allen Rangierdienstbereichen einsetzbar. Im Normalbetrieb bezieht die Lok ihre Leistung aus einem Batteriesatz. Dieser wird durch ein 250 kW starkes Dieselgeneratoraggregat nachgeladen, kann jedoch auch zu Traktionszwecken herangezogen werden. Die Maximalleistung der Lok liegt bei 600 kW. Die Triebfahrzeuge sind besonders geräuscharm und durch ihren geringen Kraftstoffverbrauch umweltschonend. Zudem verfügt die Hybridlok über die Alstom-Technologie ‚Train Tracer‘ zur Datenfernübertragung und lässt sich damit technisch zentral überwachen. ::: bea :::

Ausbildung bei Schimmel Zehn junge Menschen aus ganz Deutschland haben im Sommer dieses Jahres ihre Ausbildung beim BraunFoto: Schimmel schweiger Klavierbauer Schimmel Auszubildender in der Produktion. begonnen. Unter ihnen sind sechs Klavierbauer, drei Holzmechaniker und ein Industriekaufmann. Regelmäßig werden Auszubildende von Schimmel Bundesbeste in ihren Ausbildungsberufen. Eine Ausbildung bei Schimmel gelte als Jobgarantie in der Branche, heißt es in einer Pressemitteilung von Schimmel. Häufig werde den Absolventen ein Arbeitsplatz im Unternehmen angeboten. Bereits jetzt hat die Suche nach neuen Auszubildenden für den Ausbildungsjahrgang 2013 begonnen. Interessierte Jugendliche können sich für die Berufe Klavier- und Cembalobauer, Holzmechaniker, Industrie- sowie Informatikkaufmann bewerben. Das Familienunternehmen realisiert deutlich mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland und exportiert Instrumente aus der norddeutschen Klavierbauerstadt in alle Welt. ::: bea :::


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Neues Logistikzentrum Volkswagen erweitert am Standort Wolfsburg seine Logistikkapazitäten. In Fallersleben eröffnete das Unternehmen das neue ‚Multimodale Logistikzentrum Wolfsburg‘ (MLW). Das Logistikzentrum erlaubt die zentral gesteuerte Belieferung der VW-Standorte mit Komponenten und Teilen sowie der VW-Händler aus der Region mit Neu- und Gebrauchtwagen. „Die Wachstumsstrategie des Volkswagen Konzerns steigert die Anforderungen an Produktion und Logistik gleichermaßen. Es ist unsere Aufgabe, mit effizienten Prozessen und stabilen Transportketten die benötigten Kapazitäten weltweit sicherzustellen. Mit dem neuen multimodalen Logistikzentrum passen wir unsere Konzepte zielgerecht an“, erklärte Thomas Zernechel, Leiter Volkswagen Konzernlogistik, zur Eröffnung. Mit dem neuen Materialund Fahrzeuglogistikzentrum bündelt Volkswagen am Standort Wolfsburg zwei zentrale logistische Funktionen. Auf der über 200.000 Quadratmeter großen Fläche im Wolfsburger Stadtteil Fallersleben steuert Volkswagen Logistics einerseits künftig den Transport von Neu- und Gebrauchtwagen in die Regionen Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Göttingen und Magdeburg. Darüber hinaus nimmt Volkswagen den CKD-Versand (Completely Knocked Down = komplett zerlegt) von Fahrzeugteilen und Komponenten an die Produktionsstandorte des Volkswagen-Konzerns auf. Zusammen mit dem geplanten Binnenhafen der GVZ Entwicklungsgesellschaft Wolfsburg bildet der neue Logistikstandort einen leistungsfähigen Knotenpunkt, der die Anforderungen für sogenannte trimodale Verkehre (Straße, Schiene, Wasserstraße) erfüllt. Der umweltfreundliche Einsatz von Recyclingmaterialien in den Tragschichten unter dem Asphalt, eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung sowie eine LED-Außenbeleuchtung auf dem Gelände unterstreichen die ökologische Ausrichtung des neuen Logistikzentrums. Damit leistet die Konzernlogistik einen wichtigen Beitrag bei der Umsetzung der konzernweiten Umweltziele. Volkswagen hat sich im Frühjahr 2012 verpflichtet, die Umweltverträglichkeit in der Produktion bis 2018 um 25 Prozent zu steigern. ::: bea :::

Fördermittel bald beantragen Handwerksunternehmen aus dem Kammerbezirk Braunschweig können noch bis Mitte Januar 2013 Zuschüsse für innovative Projekte bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade beantragen. Gefördert werden Entwicklungsarbeiten für ein neues Produkt oder Produktionsverfahren. Die Förderung erfolgt in Form einer Anteilsfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss. Sie beträgt bis zu 35 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 100.000 Euro. ::: bea ::: Beratung: Thomas Warntjen, 0531 – 1201280

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Werk Salzgitter

spart 7.300 Megawattstunden Das Motorenleitwerk von Volkswagen in Salzgitter steigert im Zuge der Initiative ‚Think Blue. Factory‘ die Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit seiner Fertigung. Die Verbesserung der Energieeffizienz bildet dabei einen wichtigen Baustein. Alleine durch die Wärmerückgewinnung an Drucklufterzeugern spart das Volkswagenwerk in Salzgitter jährlich rund 7.300 Megawattstunden Energie. Mit einem Anteil von rund 20 Prozent am Gesamtstromverbrauch einer Fabrik birgt die Drucklufterzeugung ein enormes Sparpotenzial. Bisher wurde die im Rahmen des Produktionsprozesses entstandene Wärme ausschließlich an das Kühlwassernetz und anschließend an die Umwelt abgegeben. Nun wird diese Wärme in das Frischluftsystem einer Fertigungshalle übertragen und wärmt während der Heizperiode die kalte Frischluft vor, bevor sie in die Halle gelangt. Die eingesparte ­Wärmeenergie von 7.300 Megawattstunden pro Jahr entspricht einem jährlichen Heizwärmebedarf von rund 400 Einfamilienhäusern. ::: bea :::

Zehn neue Ausbildungs- und Studienplätze

Das in Braunschweig ansässige IT-Dienstleistungsunternehmen GOD bietet seinen Mitarbeitern nicht nur ein vielseitiges Job-Portfolio, sondern berücksichtigt auch den Bereich Work-Life-Balance. GOD fokussiert dabei zwei Aspekte: Zum einen legt das Unternehmen Wert auf eine solide Ausbildung, die persönliche Selbstsicherheit gibt und zu professioneller und innovativer Arbeit befähigt. Zum anderen ist die Berücksichtigung persönlicher Interessen jedes Einzelnen eine Voraussetzung für die berufliche Begeisterungsfähigkeit. Modulare Personalentwicklungskonzepte sorgen dafür, dass sich auch nach jahrelanger Betriebszugehörigkeit je nach individuellen Fähigkeiten des Mitarbeiters neue Karrierechancen ergeben. Um insbesondere junge Menschen an diesen Möglichkeiten teilhaben zu lassen, wird GOD im ­nächsten Ausbildungsjahr zehn neue Auszubildende beziehungsweise duale Studenten einstellen.  ::: bea :::

Für mehr

Bewegung An Deutschlands größtem Schullauf, dem ‚Fit-4-futureLauf‘, werden sich 10.000 Kinder aus der Region Braunschweig, Giifhorn, Salzgitter und Wolfsburg beteiligen. Mehr als 80 Grundschulen gehen an den Start, und das mit steigender Tendenz. „Am Ende wird jede Schule für die Umsetzung von ‚Fit-4-future‘ weit mehr als die versprochenen 6.000 Euro bekommen“, versprach Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BraWo während einer Pressekonferenz. Das KindernetzFoto: Volksbank BraWo werk der Volksbank BraWo begeistert nicht nur immer Wolfram Kons, Jürgen Brinkmann und mehr Schulen zur Teilnahme an dem Programm gegen Steffen Krollmann (v. l. n. r.) tauschten Bewegungsarmut und für gesunde Ernährung. Auch Business- gegen Sportoutfit und liefen 30 die Zahl der Paten-Unternehmen steige immer weiter. Minuten lang für den guten Zweck mit. Es wird erwartet, dass die Spendensumme am Ende mehr als 800.000 Euro betragen werde. Durch den Spendenlauf soll das seit 2006 in der Region verankerte ‚Fit-4-future‘-Programm der Cleven-Stiftung über drei weitere Jahre gesichert werden. Die Gesamtspendensumme setzt sich zusammen aus Spenden, die jede Schule im eigenen Umfeld generiert, und der anschließenden Verdoppelung durch die Paten-Unternehmen. Die Volksbank BraWo, die Volksbank BraWo Stiftung sowie weitere Stiftungen und Unternehmen verdoppeln den Betrag noch einmal. ::: bea :::


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Die Freiheit ist wie das Meer: Die einzelnen ­Wogen vermögen nicht viel, aber die Kraft der Brandung ist unwiderstehlich. ::: Václav Havel :::


Grenzenlos und ohne Sorge Freiheit - ein großes Wort mit einem weiten Bedeutungshorizont. Leser des regjo, Philosophen und Forscher definieren den Freiheitsbegriff.

Autor: harald müller

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ehr Freiheit am Grab‘ – diesem dringenden Wunsch ihrer Friedhofsnutzer trägt die schwäbische Kleinstadt Bobingen jetzt durch Änderung der Friedhofssatzung Rechnung. Die Vorgaben zur Grabgestaltung müssen geändert werden. Das berichtete die ­‚Augsburger Allgemeine‘. Der Leser wird wohl erstaunt aufgesehen haben bei der gewagten Kombination von Grab und Freiheit. So ein Wachmacher zum müden Thema Friedhofsrecht, alle Achtung! Der Begriff der Freiheit hat einen weiten und geduldigen Bedeutungshorizont – von Freiheit für Pussy Riot bis hin zur Münchner Freiheit lässt sich vieles in einen gedeihlichen ‚ Bezug zur Freiheit setzen. ‚Freiheit is immer gut‘ oder ernsthafter ausgedrückt, ‚der erbauliche Zitatenschatz zum Begriff Freiheit ist reichhaltig‘. Wer in das philosophische Einmaleins des Freiheitsbegriffes eintauchen will, erfährt zunächst die Tragweite der Unterscheidung von ‚Freiheit von etwas‘ und ‚Freiheit zu ­etwas‘. Übersetzt für den eiligen Schüler bedeutet diese Unterscheidung ‚die Freiheit von Hausarbeiten‘ einerseits und die ‚Freiheit zum Chillen‘ andererseits. Glaubt man den Wortforschern, dann hat der Begriff Freiheit germanische Wurzeln und bedeutet so viel wie ­‚Jemand, dem sein Hals selbst gehört‘. Die bildliche Herleitung ‚Mein Hals gehört mir‘ hat Gebrauchswert. Wer könnte in einer

Diskussion mit gegenteiligen Argumenten b ­ estehen? Das Verwandtschaftsverhältnis von Hals und Freiheit überzeugt auch in anderer Weise. Kein Körperteil ist besser geeignet, den eigenen Freiheitsstatus deutlich zur Schau zu tragen als der Hals. Wer hätte Zweifel an der Freiheit einer Person, die den eigenen Hals mit wertvollen Ketten aus Gold und Edelsteinen schmückt? Allein die Herkunftsbezeichnung ‚germanisch‘ birgt schon Freiheitsvorstellungen in sich. Die Deutschen verstehen sich als Nachfahren der Germanen, die als wirklich freie Mitteleuropäer Geltung erlangt haben. Musste doch die sonst unangefochtene Weltmacht Rom vor dem germanischen Kernland halt machen – ja mehr noch –, musste Befestigungsanlagen wie den ‚Limes‘ bauen, um sozusagen ‚den eigenen Hals zu retten‘. Im Interesse der Freiheit werden heute auf europäischer Ebene Grenzen aufgehoben – nicht ohne Erfolg. Denn die Mehrheit der Europäer ist sich sicher, dass die Zukunft von Freiheit im Frieden in Europa liegt. Vor diesem Hintergrund ist auch der schon beinahe verbissene Kampf um die Stabilität einer gemeinsamen europäischen Währung zu verstehen. Denn wie alle an dieser Stelle gesammelten Worte zu den unterschiedlichsten Facetten der Freiheit hat auch folgendes Zitat von Fjodor Michailowitsch Dostojewski seinen Wahrheitsgehalt: „Geld ist geprägte Freiheit“. :::


Foto:

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bildendie Basis der „Freiheit ist en. Bag des Mensch den Entfaltun esetz r im Grundg sierend auf de des enen Würde festgeschrieb stta an d ihrer Un Menschen un ht ic n der Mensch barkeit darf n. de er nkt w eit eingeschrä ih re e sf n di se t, is ihei in der Gew e Religionsfre di n se üs ei fr m se e Pres Die Gesetze eiheit und di fr gs un en n h ei sc M ri le Rede- und r der künst eisten. Unte Geistes, s de t ei ih heit gewährl die Fre ir w en h te rs leben einFreiheit ve Gemeinschafts m de n vo t h ic e Grundlage die auch n nn. Sie ist di ka n de er w duelle Freigeschränkt nen. Die indivi io at ov n In n en in ihrem der kreative dere Mensch an o w , rt do ­ erden.“ w heit endet eingeschränkt d un t er gi n Freiraum ta rg

„Freiheitsrechte ­ dienen der bürgerlichen Partizipation und sind damit die Lebensader der Demokratie. Deshalb sollten Bürger ihre Beteiligungsrechte auch engagiert auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen nutzen, oben Gehör finden und auf ihre Anliegen eine nachvollziehbare Antwort erhalten.“ Dr. Helmut Kramer, Richter a. OLG i.R., Wolfenbüttel.

enbu d Grafiker, Lieb freier Maler un Gerd Winner,

„Freiheit ist für mich, tun und lassen zu können, was ich will. Als Fußballerin bin ich viel unterwegs und wenn ich nicht auf dem Rasen stehe, sitze ich im Büro. Freie Tage genieße deshalb besonders.“ Verena Faißt, Fußballerin in der Frauenmannschaft des VfL Wolfsburg, deutsche Nationalspielerin und Mitarbeiterin des VfL Wolfsburg

ch als für mi dass t e t u , de eit be r und Lehrer nd„Freih e l stä t r f e a v sch bst Wissen gesetzt sel die Regeln voraus te mich an – ­ d päher un h hal lich, ic ssenschaftlic h mir nie c wi xis – i gen maguter er Pra h or c S s i r g r ga dago e r Tür d o meine ken n a r e Gedan “ uss, w önnte. chen m er klopfen k sches od e, Engli ur z in e klopft H ult er

Rüdig und K ität rof. Dr. . Literatur s Univer Jun.-P t b r – A nische a h c in e m T e S n, schafte wissen ig e w h c Brauns

„Rennen, springen, Hütten bauen, auf Bäume klettern, spielen. So war meine Kindheit. Nie wieder in meinem Leben habe ich mich so frei gefühlt. Heute möchte ich kein Kind sein. Denn die Freiheiten von Kindern sind kleiner geworden. Deswegen arbeite ich so gerne im FBZ Freundschaft – hier, in 2,5 Hektar wilder Natur können wir Kindern die Möglichkeit bieten, ein paar Tage frei zu sein. Frei von Verpflichtungen, frei von Technik, frei von Anforderungen. Und immer wenn ich aus dem Fenster sehe und Kindern beim Kindsein zuschauen kann, fühle ich es – ein kleines Stückchen dieser Freiheit!“ Janna Münch, Heimleiterin FBZ Freundschaft in Groß Denkte


Freiheit ist, mit Kindern beruflich durchzustarten

Professor Christiane Ritter vom Helmholtz-Zentrum f체r Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig

Mutter sein und berufst채tig, das klingt nach Stress, Verpflichtungen und nach einem Gl체cksfall, wenn es klappt. Autor: Ulla Evers Fotografie: Marek Kruszewsk


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anchmal braust ein ferngesteuertes Auto durch den langen Flur von Schiller Zahntechnik in Salzgitter, gesteuert durch den sechsjährigen Bastian Erb. Seine Mutter, Antje Erb, arbeitet seit 21 Jahren hier. Wenn Kindertagesstätte oder Schule geschlossen haben, kann die 44-jährige zahntechnische Assistentin ihren Sohn mit zur Arbeit bringen. „Natürlich geht das nur, wenn er niemanden bei der Arbeit stört“, sagt sie. 15 Jahre lang hatte Antje Erb in Vollzeit in dem Salzgitteraner Unternehmen gearbeitet, als sich ihr Kind ankündigte. Sorge um ihren Arbeitsplatz habe sie von Anfang an nicht

Eine Erfahrung, die viele andere Frauen im Arbeitsleben nicht teilen. Gesetzlicher Schutz ist das eine, ein vertrauensvolles Verhältnis zum Arbeitgeber und Unterstützung von Müttern nach der Erziehungszeit das andere. Für Antje Erb war klar, dass sie drei Jahre zu Hause bleiben möchte, um dann in Teilzeit zurückzukehren: „Ich will nicht hundertprozentig Hausfrau sein, aber trotzdem genug Zeit für meine Familie haben.“ Jetzt arbeitet sie täglich vier Stunden. Ihr kommt die Gleitzeitregelung in der Firma entgegen. Schiller Zahntechnik stellt zudem einen Kinderraum zur Verfügung und ermöglicht damit Mitarbeiterinnen, ­Betreuungsengpässe zu

fristig benötigt wird, kein Problem ist. Ihre Stunden aufstocken möchte die Zahntechnikerin derzeit nicht. Sie weiß das Entgegenkommen ihres Arbeitgebers zu schätzen und springt nach Bedarf ein, um zum Beispiel Krankheitsfälle aufzufangen. „Ich bin ausgeglichen, wenn ich weiß, dass mein Kind immer gut betreut ist. Da hat meine Firma auch etwas davon“, resümiert sie. Kinder und Karriere sind für Professor Christiane Ritter vom HelmholtzZentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig eine Selbstverständlichkeit. Beides möchte und hat sie auch hinbekommen. „Hendrik und Niklas sind in den USA geboren. Dort gibt

Antje Erb, Schiller Zahntechnik in Salzgitter.

­ ehabt. Selbst als bereits vor der Geg burt klar war, dass ihr kleiner Sohn aufgrund einer Lippenspalte regelmäßig zum Arzt muss, traf sie auf Verständnis und Unterstützung bei ihrem Chef. Sie habe offen über ihre Situation sprechen können, erinnert sie sich.

überbrücken. Die Kinder können dort spielen, malen oder eine DVD in den Fernseher schieben. Für Antje Erb ist dieses Angebot eine große Erleichterung, besonders in den Ferien. Es sei ein schönes Gefühl, dass Kinderbetreuung, auch wenn sie kurz-

es keinen Mutterschutzurlaub, aber sehr gute Betreuungsstrukturen“, erzählt die Biochemikerin. So konnte sie dort nahezu ohne Unterbrechung ihre wissenschaftliche Arbeit f­ortsetzen. Im Gespräch mit Christiane Ritter wird deutlich: Ohne einen Partner, der


das Modell Beruf und Familie aktiv unterstützt, ist Karriere kaum möglich. Das HZI kooperiert mit einem Stöckheimer Kindergarten. Die Forschungseinrichtung half der Familie, dort Plätze für die Kinder zu bekommen. Christiane Ritters Mann arbeitet ebenfalls am Braunschweiger Institut, sodass beide ihre Arbeitszeiten aufeinander abstimmen können. Die Professorin hat über die Jahre Familie und Beruf gut organisiert. Anders ist ihr Lachen nicht zu verstehen, wenn sie fast beiläufig sagt: „Ich arbeite die üblichen 150 Prozent und habe Seminarzeiten oft nach 17 Uhr.“ Bei Öffnungszeiten der Kitas bis zum späten Nachmittag kommt es da schnell zur Katastrophe. Mit Ehemann und Freunden in ähnlicher Situation lassen sich diese Probleme jedoch regeln. „Was tut man nicht alles für seine Freiheit“, sagt sie. Von ihren Kindern habe sie im Kindergarten manchmal die Frage gehört,

warum sie immer als Letzte abgeholt würden. Mittlerweile sind die Jungs sieben und neun Jahre alt. Als sie in die Schule kamen und keine Hortplätze frei waren, mussten neue Weichen in Sachen Kinderbetreuung gestellt werden. Die Familie hat tief in die Tasche gegriffen und eine Kinderfrau engagiert. Ein riesiges Lob zollt Christiane Ritter der Leiterin des Familienbüros des HZI. Die habe für sechs Wochen im Jahr eine Schulkinder-Ferienbetreuung organisiert. „Für mich ist es eine Form von Freiheit, Mutter zu sein und wissenschaftlich erfolgreich“, sagt sie. Beides möchte die 39-Jährige nicht missen. So geht es auch Alexandra Taeger, Marketing-Managerin bei der H&D International Group in Gifhorn. Als ihr Sohn Yuca ein Jahr alt war, begann sie bei dem weltweit agierenden ITDienstleister mit einer 400-Euro-Stelle am Empfang. Ein halbes Jahr fragte ihr Arbeitgeber, ob sie auf 30 Stunden

Alexandra Taeger, Marketing-Managerin bei der H&D International Group mit Sohn Yuca.

aufstocken wolle. Keine Frage für die 33-Jährige. Sie brauche etwas für den Kopf und möchte beruflich fit bleiben, sagt sie. Ihren Sohn konnte Alexandra ­Taeger in der betrieblich unterstützten Kita ‚Robin HuD‘ unterbringen. Yuca hat dort einen Platz in der Krippe. „Und wenn ich am Drucker stehe, kann ich rüberschauen zu ihm“, sagt Alexandra Taeger lächelnd. Auch an ihrem Arbeitsplatz ist Flexibilität das Zauberwort für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In Absprache mit ihren Vorgesetzten kann sie im Notfall auch von zu Hause aus arbeiten. Als die engagierte Kauffrau merkte, dass sie die Teilzeitstelle gut packt, strebte sie eine Vollzeitstelle an. Seit August dieses Jahres hat sie eine 40-Stunden-Stelle und ist glücklich. „Ich bin gerne Mutter. Bei der Arbeit erfahre ich noch mal eine andere Wertschätzung. Und ich kann einen Beruf ausüben, der mir Spaß macht.“ :::


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Pressefreiheit – Theorie und Praxis Hin und wieder sorgt man sich aus gegebenem Anlass in Deutschland um die Pressefreiheit. Ein Exkurs nach Rumänien zeigt, wie es dort nach dem Ende des Kommunismus um die Arbeitsmöglichkeiten der Journalisten bestellt ist.

Autoren: Aida Ivan, Ionut Budascu

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ressefreiheit ist seit der Gründung der Bundesrepublik eine deutsche Selbstverständlichkeit. Artikel 5 des Grundgesetzes gewährleistet die Pressefreiheit zusammen mit der Meinungsfreiheit und der Informationsfreiheit. In der DDR gab es zwar offiziell keine Zensur, aber von Pressefreiheit konnte keine Rede sein. Der Staat entschied anhand der Vergabe von Lizenzen und Druckgenehmigungen darüber, ob Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher veröffentlicht werden durften. Im EU-Mitgliedsstaat Rumänien wird die Presse durch die Organisa-

tion ‚Freedom House‘ als „teilweise frei“ eingestuft. Ein klar abgegrenztes Pressegesetz gibt es seit dem Ende des Kommunismus in Rumänien nicht. Es gab mehrere Versuche, ein solches zu erarbeiten, aber die Initiativen wurden von den meisten Journalisten abgelehnt, da sie kein Vertrauen zu den Politikern hatten, die die Aufgabe übernehmen sollten. Politiker würden mit dem Gesetz einfach nur versuchen, die Massenmedien unter ihre Kontrolle zu bringen, hieß es seitens der Journalisten. In der Verfassung Rumäniens werden jedem allgemeine Rechte ga-

rantiert, die von Relevanz bei der Sicherstellung der Pressefreiheit sind: Beispielsweise ist die Ausdrucksfreiheit unantastbar und keine Publikation darf ­ unterdrückt werden. Die Zensur ist verboten. Fragt man Journalisten, die auch Mitglieder verschiedener Journalistenverbände sind, dann kommen Antworten wie am Fließband: Niemand sagt einem Journalisten, was er schreiben soll. In Rumänien gebe es keine Zensur der Presse und jeder wähle seine eigenen Themen aus. Internationale Statistiken lassen aber vermuten, dass die Situation bei Weitem nicht so rosig ist:  Die Presse


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in Rumänien sei weniger frei als beispielsweise in Ländern wie Kap Verde und Namibia. Der Weltbericht (Press Freedom Index 2011–2012) der Organisation ‚Reporter ohne Grenzen‘ stuft die rumänische Lage als „befriedigend“ ein: Rumänien befindet sich weltweit auf Platz 47. Wie lässt sich diese große Diskrepanz zwischen Aussagen der heimischen Journalisten und internationalen Studien erklären? Welche sind die Faktoren, die die Pressefreiheit beeinflussen könnten? Erstens, natürlich, die Politik, das mag aber weltweit ein heikles Thema sein. Fast sämtliche rumänischen Tageszeitungen und die vier Nachrichtensender rühmen sich ihrer ‚Unabhängigkeit‘, tatsächlich agieren sie zunehmend ausschließlich als Sprachrohr einer politischen Partei. Häufig werden Massenmedien beschuldigt, geplante Kampagnen zu führen, um die staatlichen Institutionen zu verleumden.  In dem 2010 von einer Präsidialkommission erarbeiteten Entwurf zur nationalen Ver-

Betreute Wohngruppen für ältere Menschen ► Leben und Sicherheit in einer Gemeinschaft ► Eigener Wohn- und Schlafbereich ► Finanzielle Selbstständigkeit

teidigungsstrategie wurde die Presse als eine der Schwachstellen der inneren Sicherheit Rumäniens aufgelistet, da sie falsche Informationen über die Aktivität verschiedener staatlicher Institutionen verbreite. Eine solche Anklage hat manche Journalisten schockiert, andere hingegen akzeptierten resigniert die bittere Wirklichkeit, dass dieser Vorwurf einfach nur den bisherigen Standpunkt der Präsidentschaft in puncto Massenmedien bestätigt. Das ständige Tadeln seitens aller politischen Parteien ist zu einem Normalzustand geworden. Ein repräsentatives Beispiel in dieser Hinsicht ist die negative Reaktion der Regierung, nachdem  Präsident Traian Ba ˘sescu seines Amtes enthoben wurde: Journalisten wurden beschuldigt, dass sie sich hätten kaufen lassen und die anderen europäischen Länder falsch informiert hätten. Ein weiterer Aspekt, der noch erwähnt werden sollte, ist der finanzielle. Nachdem die Wirtschaftskrise im Jahre 2008 ausgebrochen ist, sank der Wer-

Hausnotruf ► Sicherheit rund um die Uhr - schnelle Hilfe im Notfall ► Mobilität durch den Funksender ► Notruf-Handy

bemarkt innerhalb von zwei Jahren um fast die Hälfte, was dazu geführt hat, dass noch mehr Druck auf die Massenmedien ausgeübt wurde. Am härtesten traf es die Zeitungen, der Werbemarkt sank hier sogar um zwei Drittel. In den vergangenen zwei Jahren wurden die Print-Ausgaben von vier Tageszeitungen eingestellt. Den überlebenden Zeitungen geht es auch nicht umwerfend: Es gibt keine Tageszeitung, die Gewinn macht. Die ­ meisten müssen ums Überleben kämpfen. Erfahrene Journalisten prophezeien den Tod der rumänischen Tagespresse in gedruckter Form innerhalb der nächsten fünf Jahre. ::: ::: Aida Ivan und Ionut Budascu sind Absolventen der Fremdsprachenfakultät an der Universität Bukarest. Beide haben Germanistik studiert. Aida Ivan arbeitet als Kulturredakteurin bei der ‚Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien‘, ihr Kollege Ionut Budasco ist stellvertretender Chefredakteur bei der ADZ. :::

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Die Charta der Vielfalt im Wortlaut „Die Vielfalt der modernen Gesellschaft, beeinflusst durch die Globalisierung und den demografischen Wandel, prägt das Wirtschaftsleben in Deutschland. Wir können wirtschaftlich nur erfolgreich sein, wenn wir die vorhandene Vielfalt erkennen und nutzen. Das betrifft die Vielfalt in unserer Belegschaft und die vielfältigen Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden sowie unserer Geschäftspartner. Die Vielfalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten eröffnet Chancen für innovative und kreative Lösungen. Die Umsetzung der Charta der Vielfalt in unserer Organisation hat zum Ziel, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Die Anerkennung und Förderung dieser vielfältigen Potenziale schafft wirtschaftliche Vorteile für unsere Organisation. Wir schaffen ein Klima der Akzeptanz und des gegenseitigen Vertrauens. Dieses hat positive Auswirkungen auf unser Ansehen bei Geschäftspartner, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern der Welt.“

Frei von Vorurteilen Autor: Beate Ziehres Fotografie: Andreas Hebestriet


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reiheit, Verantwortung, Kreativität – Jürgen Bittner nutzt diese Begriffe alle in einem gemeinsamen Kontext. Sein Thema ist Vielfalt, insbesondere, wie Menschen mit Vielfalt umgehen. Das englische Wort für Vielfalt ist Diversity, und Diversity Manager ist eine von Jürgen Bittners Berufen oder vielleicht eher Berufungen. In der Region macht er sich stark für die Inhalte der ‚Charta der Vielfalt‘. Bittners Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmern eine Kultur der Vielfalt, Offenheit, Toleranz und des Respekts auf Gegenseitigkeit etablieren. Er lädt Unternehmer ein, sich durch eine Unterzeichnung der Charta zu deren Grundsätzen zu bekennen. „Unternehmenskultur ist eine Managemententscheidung. Das Management muss vorgeben, welche Kultur im Unternehmen vorherrschen soll“, erklärt Bittner. In der ‚Charta der Vielfalt‘ finden Unternehmen ein bewährtes Label, das Zeichen setzt nach innen und außen. „Für Mitarbeiter wird so leicht erkennbar, welche Kultur die Unternehmensführung will“, sagt er. Die ‚Charta der Vielfalt‘ will Unternehmen einen Leitfaden geben und Werkzeug sein, um Diskriminierung vorzubeugen. Sechs Unternehmen aus der Region tragen die Charta bisher mit. „Wir glauben aber, dass schon heute viele Unternehmen im Raum Braunschweig diese Prinzipien leben, sich bislang nur noch nicht explizit dazu bekannt haben“, sagt Bittner. Von ihrem Beitritt profitieren die Arbeitgeber auf vielfältige Weise. „Sie positionieren sich als fortschrittliche Arbeitgeber und erhalten durch die Charta die Möglichkeit, ihr Diversity Management aktiv zu kommunizieren“, so Jürgen Bittner. In Braunschweig wollen die Verantwortlichen den Unterzeichnern im Rahmen des ‚SommerlochFestivals‘ eine Bühne schaffen. Daneben erhalten Unternehmen, die sich zur Charta bekennen, Rat und Hilfe bei der Umsetzung ihrer Ziele in Sachen Diversity Management. ::: www.vielfalt38.de


Europaweit erfolgreich – Dienstleistungen ohne Grenzen Die Richtlinien zum freien Dienstleistungsverkehr erleichtern seit 2009 die Auftragsabwicklung im europäischen Binnenmarkt. Das neue EU-Grundrecht eröffnet zusätzliches Wachstumspotenzial, ist aber kein Freifahrtschein.

Autor: Martina Zingler Fotografie: fotolia

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ualität, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit – Tugenden, die auch im europäischen Ausland geschätzt werden. Das gilt für den Tischler, der in Dänemark das Ladengeschäft eines Wettbüros ausbaut, ebenso wie für den Immobilienmakler oder den Unternehmensberater. Ihnen allen erleichtert die EU-Dienstleistungsrichtlinie das Engagement im europäischen Ausland. Kurz gesagt, verpflichtet die Richtlinie die EU-Mitgliedstaaten, rechtliche und administrative Einschränkungen und Anforderungen zu reduzieren, sodass vor allem auch kleine und mittelständische Unternehmen mit möglichst wenig Aufwand im EU-Binnenmarkt erfolgreich tätig sein können. Zu den Erleichterungen gehören zum Beispiel der ‚Einheitliche An-


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sprechpartner‘ als zentrale Anlaufstelle in jedem Land, ein gemeinsames elektronisches Informations- und Kommunikationssystem sowie die Freiheit der Rechtsform. Auch ist es inzwischen nicht mehr nötig, vor Ort einen Repräsentanten einzusetzen oder gar eine Niederlassung zu ­betreiben. „Deutschland hat die Richtlinie pünktlich umgesetzt, in anderen Ländern ist das noch nicht zu hundert Prozent der Fall“, weiß Matthias Reichert, Außenwirtschaftsberater bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Zum Beispiel hapert es in Einzelfällen noch an der Zuständigkeit des einheitlichen Ansprechpartners oder in der elektronischen Prozessabwicklung. Wer sich für Aufträge im europäischen Ausland bewerben möchte, wendet sich daher zunächst am besten an die Handwerkskammer oder die ortsansässige IHK, vor allem, um länderspezifische Regelungen in Erfahrung zu bringen. Reichert führt eigens dazu eine Länderliste mit den

jeweiligen Anforderungen und kann interessierten Betrieben umgehend entsprechende Ländermerkblätter inklusive Anmeldebogen aushändigen. Klaus-Peter Weidlich, zuständig für das Geschäftsfeld International bei der Industrie- und Handelskammer Braunschweig, rät, die gewerberechtlichen und auch handwerksrechtlichen Anzeigepflichten im Zielland vor der ersten Leistungserbringung zu beachten. „Wer zum Beispiel in Luxemburg tätig wird, muss seine ordnungsgemäße Eintragung in Deutschland schriftlich beim dortigen Mittelstandsministerium nachweisen.“ Die dafür notwendigen EU-Bescheinigungen stellen sowohl die Handwerkskammer als auch die regional zuständige IHK aus. „Als Faustformel gilt, dass man vor Ort die Dienstleistung und die Mitarbeiter anmelden muss“, so Reichert. Die Betriebe müssen sich zudem mit Themen wie Mindestlohn, Zeit- und Qualitätsmanagement beschäftigen. „Wir raten jedem Unternehmen, das

im Ausland tätig werden möchte, sich vorab ausführlich über das jeweils geltende Arbeits-, Gewerbe- und Steuerrecht zu informieren.“ Auch die IHK weist auf die Problematik im Umsatzsteuerrecht hin. „Hier empfehlen wir die Kontaktaufnahme zu einem Steuerberater, der den Unternehmer individuell beraten kann“, sagt Weidlich. „Wichtig ist auch, im Vorfeld zu klären, welcher Nationalität die später vor Ort tätigen Mitarbeiter angehören. Mitarbeiter aus Nicht-EUStaaten benötigen in der Regel noch eine Arbeitsgenehmigung.“ :::

Über alle Regelungen zur Aufnahme und Ausübung von Dienstleistungen in den EU-Mitgliedstaaten, so auch über Vertrags-, Gewährleistungs- und Insolvenzrecht in den EU-Staaten, informiert ausführlich die Plattform Portal 21: ­www.portal21.de.


Frei denken lernen Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ein neuer Beratungsansatz hilft Personen, Teams oder ganzen Organisationen, eingefahrene Pfade zu verlassen und dadurch erfolgreicher und zufriedener zu arbeiten.

Autor: Beate Ziehres Fotografie: Karsten StroSS

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und 95 Prozent seiner Zeit lebt der Mensch im ‚Autopilot‘, er agiert oft automatisch. Aktuellen neurobiologischen Erkenntnissen zufolge ist das unbewusste Muster ‚das habe ich immer so gemacht‘ die Grundlage der meisten menschlichen Entscheidungen und Verhaltensweisen – auch im Arbeitsleben. Dass die Macht der Gewohnheit manchmal schnelle Entscheidungen begünstigt, bestreitet der Psychologe Dr. Andreas Selck nicht. Im Umkehrschluss weiß er aber auch, dass alte Erfahrungen behindern, wenn eine an die Situation angemessene Reaktion gefragt oder ein Umdenken

erforderlich ist. „Diese alten Muster sind auch der Grund dafür, dass beispielsweise der Erfolg herkömmlicher Trainings zur Entwicklung von Führungskompetenzen nur kurz anhält“, sagt Selck. Andreas Selck und seine Kollegen haben auf Basis dieser Forschungsergebnisse einen Beratungsansatz entwickelt, der hilft, Menschen aus dem Kreislauf der Gewohnheit herauszuführen. „Wir wollen die Leute in die Lage versetzen, freier und bewusster entscheiden zu können“, erklärt er. Der Diplom-Psychologe ist Mitbegründer von PE-Solution, einem Unternehmen, das seit Mai 2011 im Braun-

schweiger Artmax zu Hause ist. Die Gründer, drei befreundete Absolventen des Psychologiestudiums in Braunschweig, begannen vor zwölf Jahren mit einem Büro in der Nähe von Hannover. Seitdem wuchs PE-Solution kontinuierlich und zählt heute zu den größten psychologischen Unternehmensberatungen Deutschlands. PE-Solution ist spezialisiert auf Eignungsdiagnostik und nachhaltige Personalentwicklung. Seit 2005 ist das Unternehmen auch international aktiv. Zu den Kunden zählen viele Großkonzerne, mittelständische Wirtschaftsunternehmen, öffentliche Verwaltungen und Non-Profit-Organisationen.


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Über den neu entwickelten Beratungsansatz namens ‚Reflaction‘ sprach regjo mit Andreas Selck.

Dr. Andreas Selck.

Herr Dr. Selck, was ist unter Beratung nach dem ‚Reflaction‘Ansatz zu verstehen? Andreas Selck: Unser Ansatz nutzt zentrale Erkenntnisse der Hirnforschung. Menschen sind schnell in der Lage, Einstellungen und Verhaltensweisen zu verändern, wenn sie weniger stark an alten Mustern hängen. Das gelingt am einfachsten, wenn auf dem Weg zur Veränderung viele glückliche Momente entstehen. Die gute Nachricht ist, dass man Zufriedenheit lernen kann. Wir unterstützen unsere Kunden im Coaching, im Training und in der Teamentwicklung dabei, diese Kompetenz bewusst, selbstgesteuert und nachhaltig voranzubringen. Was ist an ‚Reflaction‘ Leadership anders als an herkömmlichen Trainings? Andreas Selck: Herkömmliche Trainings zur Personalentwicklung sind inputorientiert. Die Teilnehmer bekommen Know-how und lernen neue Verhaltensweisen, beispielsweise zur Gesprächsführung. Unser Entwicklungsansatz ist hingegen outputorientiert. Er nimmt die unmittelbaren Denkgewohnheiten von Personen in den Blick und versetzt sie in die Lage, bewusster und reflektierter zu handeln. Wie profitieren die Teilnehmer davon? Andreas Selck: Teilnehmer lernen, wie sie selbst ein Update ihres ‚Autopiloten‘ vornehmen können. Auf diesem Weg werden Schlüsselkompetenzen für erfolgreiches Verhalten, wie Willenskraft, Vorstellungsvermögen, Überzeugungsfähigkeit und Ergebnisorientierung, gestärkt und können in kritischen Alltagssituationen bewusst eingesetzt werden. Der Effekt ist eine deutlich höhere Zufriedenheit und Effizienz im Arbeits- und Lebensalltag. :::

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Aufbruch zu neuen Ufern Schöner, größer, schneller. Der Westharz hat den Schmerz der 40-jährigen Teilung überwunden. Jetzt kommen die Touristen, um zu staunen, zu erleben und zu genießen.

Autor: Klaus Sievers


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Inzwischen tut sich einiges: Hotels werden saniert und neu gebaut, neue touristische Angebote entwickelt und das gemeinsame Marketing vorangetrieben, das neben der schönen Natur und dem wilden Nationalpark auch auf die alte Bergwerkskultur und stärker noch auf Spaß und Erlebniswelten setzt. Es herrscht Aufbruchstimmung im Harz, in der sogar visionäre Projekte wie der Bau eines zweigeschossigen Hotels direkt auf der Staumauer der Okertalsperre angedacht werden. „Wir ernten jetzt die ersten Früchte unserer neuen Strategie“, stellt Carola Schmidt fest, Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes. Nach einigen Jahren der Stagnation steigen in diesem Jahr erstmals wieder die Übernachtungszahlen – und zwar deutlich und stärker als in anderen niedersächsischen Urlaubsregionen. Es kommen wieder mehr Familien mit Kindern und mehr Ausländer vor allem aus Dänemark und aus den Niederlanden. „Wir sprechen mit attraktiven Angeboten gezielt junge Leute an“, berichtet Caro-

la Schmidt. So gibt es inzwischen fünf Kletterparks und Hochseilgärten, ein 2.200 Kilometer langes Netz an Mountainbike-Routen und Downhill-Strecken und viele Outdoor-Aktivitäten wie GPS-Touren, Segway-Fahrten oder Gleitschirmfliegen. Zugleich werden einige Wintersportgebiete wie der Wurmberg in Braunlage erweitert und modernisiert. „Ein Leuchtturm-Projekt für die Region ist das neue Harzresort am Torfhaus“, meint Carola Schmidt. Hier entsteht in 800 Metern Höhe ein neues Feriendorf, das im Frühjahr 2013 eröffnet werden soll. Beiderseits der Bundesstraße 4 wurden mehrere alte Gebäude und Pommes-Buden abgerissen. Es wird eine Vier-Sterne-Ferienanlage gebaut, zu der ein kleines Hotel mit 26 Zimmern, 21 komfortable Lodges, ein neues Restaurant „Alm-Hütte“, ein Tagungszentrum und ein Outdoor-Laden gehören. Es ist eines der größten Tourismusprojekte im Harz. Rund 14 Millionen Euro stecken mehrere Investoren in das Projekt. Haupteigentümer ist die

Foto: Stefan Sobotta

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ie Deutschen sind Reiseweltmeister. Die Freiheit, in alle Welt zu reisen, lockt noch immer. Doch immer mehr Bundesbürger sind inzwischen so frei, wieder mehr Urlaub im eigenen Land zu machen. Die Zahlen steigen jedenfalls. Deutsche Feriengebiete, wettermäßig eher benachteiligt, unternehmen große Anstrengungen, um touristisch attraktiver zu werden. Beispielsweise der Westharz: Hier herrschte viele Jahre Stillstand und der hausbackene Charme der 60erJahre, der vor allem junge Gäste abschreckte. Nach einem kurzen Boom als Folge der deutschen Wiedervereinigung ging es seit Mitte der 90er-Jahre im Westharz nur noch bergab, während der Ostharz – auch dank vieler Fördergelder – aufholte. Im Westen sanken die Übernachtungszahlen kontinuierlich, die Bettenkapazität wurde in einem Jahrzehnt um ein Drittel reduziert. Der Leidensdruck war schließlich so groß, dass er Veränderungen geradezu erzwang.


Aktivitäten vor allem in der Kultur, aber auch mit dieser strategischen Beteiligung. Das ist nicht zuletzt auch für sein Unternehmen, eine Ausgründung aus der TU Clausthal, wichtig, um qualifizierten Nachwuchs an einem Standort mit Lebensqualität zu halten. „Das Torfhaus wird zum schmucken Einfallstor in den Oberharz“, meint Carola Schmidt. Immerhin fahren jährlich drei Millionen Besu­ cher übers Torfhaus ins Gebirge – und viele machen hier erst einmal eine Rast und genießen den vermutlich schönsten Blick auf den Brocken. Viel tut sich derzeit auch am Wurmberg in Braunlage. Das höchste und größte norddeutsche Wintersportgebiet wird bis zum Beginn der Skisaison 2012/2013 mit Investitionen von rund zehn Millionen Euro ausgebaut und modernisiert. Am Osthang des Berges wird das bisher kleine Skigebiet am Kaffeehorst vergrößert, um das Hauptgebiet an der Seilbahn zu entlasten. So sind die Erweiterung der Hexenritt-Abfahrt, ein größerer Sessellift, eine neue Gaststätte und ein neuer großer Parkplatz geplant oder bereits in Arbeit. Geplant sind außerdem Flutlichtanlagen und Schneekanonen an der alten und

an der neuen Hauptpiste, für die am Westhang etwas unterhalb des Berggipfels ein Speichersee ausgebaggert werden soll. Künftig soll es vier monatelang, von Mitte Dezember bis Ende März, verlässliche Schneebedingungen am Wurmberg geben. Für das Projekt ist bereits ein größeres Waldstück am Kaffeehorst gerodet worden. Erst danach haben Naturschützer gegen den Bebauungsplan der Kommune Klage erhoben. Braunlages Bürgermeister Stefan Grote geht davon aus, dass der juristische Streit bis April abgeschlossen sein wird. Grote: „Wir erwarten von dem Projekt eine deutliche Steigerung der Übernachtungszahlen, weil wir künftig Schneesicherheit im Winter bieten und den Speicherteich im Sommer als Wassererlebniswelt nutzen können.“ Konflikte mit Naturschützern gibt es auch bei zwei anderen Projekten im Harz. Auf dem Burgberg oberhalb von Bad Harzburg will ein heimischer Investor ein Restaurant und ein kleines Hotel bauen. In Goslar-Hahnenklee soll das traditionsreiche Skigebiet am Bocksberg erweitert werden. Dort sind ein Sessellift auf Schienen sowie weitere Beleuchtungs- und Beschneiungs-

Foto: Torfhaus Harzresort

Die Voransicht zeigt Küche und Essecke einer am Torfhaus entstehenden Lodge.

Foto: Harzagentur, Holde Schneider

Lüder-Unternehmensgruppe in Hildesheim, die vor sechs Jahren bereits die Bavaria-Alm am Torfhaus gebaut und verpachtet hat. Die Alm ist inzwischen ein gastronomischer Renner. Auch der große Parkplatz am Torfhaus wird inzwischen von den neuen Eigentümern bewirtschaftet. Die Investoren schließen übrigens im Erfolgsfall den Bau weiterer Ferienhäuser nicht aus. „Mit diesem Projekt setzen wir ein deutliches Qualitätssignal für den Harz-Tourismus“, meint Dr. Stephan Röthele, Chef des Hightech-Unternehmens Sympatec in Clausthal-Zellerfeld und einer der Investoren. Mit der Entsorgung der alten Gebäude sei das Landschaftsbild am Torfhaus bereinigt und entlastet worden. Röthele: „Das ist hier ein Logenplatz gegenüber dem Brocken und er hat eine historische Dimension. Auf dem Torfhaus hat man fünf Jahrzehnte lang schmerzlich die Teilung Deutschlands besichtigen müssen. Hier die Wiedervereinigung zu inszenieren, das bereichert den Mythos um den deutschesten aller Berge auf vorbildlich patriotische Weise.“ Auch Röthele registriert einen Stimmungsumschwung im Harz und will ihn aktiv fördern mit Sponsoring-


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husen bei Thale oder der waldreiche Försterstieg von Goslar nach Riefensbeek. Ein solches Routenkonzept mit wichtigen und interessanten Stationen sei, so deutet Carola Schmidt an, auch für die Vermarktung der Oberharzer Wasserwirtschaft, die seit zwei Jahren Unesco-Weltkulturerbe ist, denkbar. Nach einigen Anlauf­problemen ist nun ein Konzept in A ­ rbeit. Eine solche Route könnte von der K ­ aiserstadt Goslar über die Oberharzer Bergwerke, Teiche und Gräben bis zum Kloster Walkenried gehen, wo vor 800 Jahren Zisterzienser-Mönche das ­Wasserleitungssystem für den H ­ arzer Bergbau geplant und initiiert haben. Die Analyse des Unternehmers Röthele: „Die Oberharzer Wasser­ wirtschaft ist ein idealer Identifikationsverstärker, der über den ganzen Harz wie ein Netzwerk ausgebreitet ist.“ :::

Foto: Werner Reichel

anlagen geplant. Ein neues HüttenRestaurant auf dem Gipfel ist bereits eröffnet. Die vor einigen Monaten gestartete Sommerrodelbahn, die längste in Europa, ist ein touristischer Renner. Eine Erfolgsgeschichte sei der vom Tourismusverband initiierte HexenStieg, berichtet Carola Schmidt. Das ist eine 97 Kilometer lange Mehr-Etappen-Wanderung von Osterode über den Brocken und durch das Bodetal bis Thale, die als Package-Tour mit Übernachtungen und Gepäcktransport bei großen Reiseveranstaltern gebucht werden kann. Der Hexen-Stieg gehört inzwischen zu den ‚Top-Trails‘ in Deutschland. Er soll in den nächsten Jahren durch zwölf Erlebniswelten noch attraktiver werden. Inzwischen gibt es weitere touristische Wanderstiege im Harz, etwa der Klosterwanderweg im Harzvorland vom Kloster Grauhof bei Goslar zum Kloster Wend-

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Künstlers Sicht auf Freiheitssymbole Das Brandenburger Tor, der Reichstag, die Freiheitsstatue. Diese Symbole für die Freiheit der Völker sind ein Mittelpunkt des Schaffens von Gerd Winner.

Autor: beate ziehres grafik: gerd Winner

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as haben Berlin und New York gemeinsam? In seiner Ausstellung ‚Urbane Strukturen‘ gibt der Liebenburger Maler und Grafiker Gerd Winner beiden Metropolen ein Gesicht. Als der damals 20-jährige Winner sein Studium in Berlin aufnahm, fand er sich in einer zerbombten Stadt wieder. Elf Jahre nach Kriegsende wurde er Zeuge einer schleppend vorangehenden Enttrümmerung und des beginnenden Wiederaufbaus. 1970 schafft der Künstler seinen ersten Berlin-Zyklus. Dieser ist geprägt von statischen Motiven in flächiger Präsentation: die Fassade des Hotels ‚Metro‘ am Kurfürstendamm, eine Kunstschmiedewerkstatt in Schöneberg und ein Fabrikinnenhof in Kreuzberg. Einen farbigen Akzent in diesem frühen Zyklus stellt die Siegesgöttin auf der Siegessäule im Tiergarten, die sogenannte ‚Goldelse‘, dar. Winners künstlerische Umsetzung der kaiserzeitlichen Viktoria erscheint zwar in den Farben der Republik, aber wie im Zwielicht eines Gewitters. Winners New-York-Serien, die ab 1973 entstanden sind, zeigen unter anderem eiserne Fluchttreppen in bizarren Zickzackläufen und ihre Schattenzeichnungen auf kahlen Wänden. In New York erobert Winner auch einen

neuen Effekt für sich: die schräge Fußgängersicht nach oben, an den steilen Häuserfronten entlang und hinauf zu dem kleinen Stück Himmel, das in den engen Straßenschluchten sichtbar bleibt. Mehrmals kehrt Winner zu Arbeitsaufenthalten nach New York zurück, unter anderem im Jahr 2004. „Am 11. September 2001 erschrecke ich vor den Bildern der Apokalypse in der Stadt, die meine künstlerischen Visionen über einen großen Zeitraum geprägt hat. Die ‚Statue of Liberty‘ wird mein künstlerisches Vorhaben in der Befragung der Freiheitssymbole von Berlin und New York“, sagt Winner. Die Skulptur der ‚Liberty‘ weist Neuankömmlingen den Weg in den Hafen der amerikanischen Metropole New York, dem Synonym für die ‚freie Welt‘. Im Mittelpunkt der zweiten BerlinReihe, die Winner 1987, zwei Jahre vor dem Fall der Mauer, entwickelt, stehen das Brandenburger Tor und der Reichstag. Den Ostberlinern und den Ostdeutschen war das Brandenburger Tor damals das Tor zum Westen. Es war verriegelt, aber dennoch ein Symbol der Freiheit. Ebenso der Reichstag, der damals notdürftig instandgesetzt auf eventuelle Weiterverwendung ­wartete.

In Winners bisher letzten BerlinSuiten aus den Jahren 2002 und 2005 erscheint das Brandenburger Tor wieder, nun auch von der Ostseite, der Hauptschauseite. Doch mit Bedauern stellte Josef Adolf Schmoll, genannt Eisenwerth und emeritierter Professor der Kunstgeschichte, bei der Eröffnung der Ausstellung ‚Urbane Strukturen Berlin – New York‘ 2006 fest, dass das Brandenburger Tor im Empfinden der Menschen noch immer nicht so weit geöffnet sei, wie man es sich gleich nach dem Mauerfall erhoffte. „Wir haben zwar erlebt, dass der Reichstag, vor dessen monumentalem Portal von den führenden Politikern und zusammengeströmten Volksmassen nach Besiegelung der deutschen Einheit feierlich das Deutschlandlied gesungen wurde, und das Brandenburger Tor instandgesetzt und in ihre ursprüngliche Funktion übernommen wurden, seitdem sie nicht mehr durch eine Mauer getrennt sind, dennoch aber keinesfalls alle Grenzbarrieren im Denken und Befinden der Menschen verschwunden sind. Es bedarf der Zeit, dass zusammenwächst, was zusammengehört“. ::: Buchtipp: Gerd Winner, Urbane Strukturen Berlin – Urban Structures New York’, ISBN 3-922805-91-4


Die Zukunft der Freiheit Autor: Sven Gábor Jánszky

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Foto: 2b AHEAD ThinkTank

Sven Gábor Jánszky (39) ist Deutschlands innovativster Trendforscher und Leiter der Denkfabrik ‚2b AHEAD ThinkTank‘. Auf seine Einladung hin treffen sich seit zehn Jahren CEOs und Innovationschefs der deutschen Wirtschaft und entwickeln die Zukunftsszenarien der kommenden zehn Jahre. Der Zukunftskongress des ThinkTanks findet seit 2009 in der Region Wolfsburg/Braunschweig statt und wird unterstützt durch die Wolfsburg AG und die AutoVision GmbH. Jánszky war DDR-Vize-Jugendpokalsieger im Schach, bestieg den Kilimandscharo und lief zuletzt seinen 17. Marathon.

ch kann mich sehr genau an jenen Tag erinnern, an dem ich verstand, was Freiheit heißt. Es war der 17. Januar 1988. Ich war gerade 15 Jahre alt geworden. An jenem Abend saß ich vor dem Fernseher und schaute Westnachrichten. Das war wohl verboten im damaligen Ostdeutschland, aber dennoch geduldet. Ich sah in der Tagesschau Zehntausende Ost-Berliner für den Sozialismus demonstrie-

1988 verstand ich, was Freiheit ist. ren. Es war die traditionsreiche Liebknecht-Luxemburg-Demonstration, bei der die DDR-Staatsführung immer am zweiten Januarwochenende an jene Freiheitskämpfer erinnerte, die bei ihrem Kampf um eine bessere Welt ermordet wurden. So war das damals: „Business as usual“, würde man heute sagen. Doch dann schwenkte die Kamera von den Massen auf einen winzigen Fleck. Und je mehr sie heranzoomte, desto deutlicher wurde ein Plakat: „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ stand darauf. Es war ein Zitat von Rosa Luxemburg.

Jene ermordete Kommunistin und Arbeiterführerin, der gerade mit großem Pomp von SED und Politbüro gedacht wurde, hatte einst solch einen klugen Satz geschrieben. Das Plakat wurde nur Sekunden später durch StasiAufseher eingeholt, die Träger verhaftet und verurteilt. Es war dieser winzige Moment vor dem Fernseher, der mir und vielen jungen Mitschülern bewusst machte, dass die Realität dieses Sozialismus diametral jenen Zielen entgegenstand, für die jene ihr Leben gelassen hatten, die wir so euphorisch feierten. In diesem Moment verstand ich, was Freiheit ist. Doch was können wir mehr als 20 Jahre später über die Zukunft der Freiheit sagen? Nachdem wir sie erreicht haben? Nachdem wir frei sind zu sagen, was wir wollen, zu wählen, welche Partei wir wollen, zu kaufen, welches Auto wir wollen? Nachdem meine eigene Tochter sich zum Glück nicht an einen einzigen Tag in Unfreiheit erinnern kann? Ich habe die Antwort erst vor wenigen Tagen gefunden. Es war während der Strategietagung des Vorstands eines großen deutschen Handelskonzerns. Wie so oft war ich eingeladen, um vor den Vorständen einen Vortrag über ihre Geschäftsmodelle der Zu-


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kunft zu halten und mit ihnen über ihre künftige Strategie zu diskutieren. Ich erklärte ihnen, dass wir uns in einem tiefgehenden Wertewandel befinden, der keinesfalls bedeutet, dass unsere Jugend alle Werte verliert. Im Gegenteil: Die wichtigen Wertbegriffe bleiben! Doch es verändert sich, was wir darunter verstehen und was wir tun müssen, um den Wert zu e ­ rreichen. Einer der Vorstände erwiderte unwirsch, dass das Unsinn sei. Der größte Wert seines Unternehmens sei die Freiheit und was sie darunter verstehen, sei unveränderbar und ewig: Sein Unternehmen verstehe seine Kunden als mündige Konsumenten, die im ­ liberalisierten Markt souverän zwischen verschiedenen Marken, Preisklassen und Qualitätssegmenten wählen können. Sein Unternehmen werde dafür gebraucht, da es jene Infrastruktur besitze, die den Konsumenten jene freie Wahl ermögliche. Es war eine tolle Rede! Die anderen applaudierten. Das Problem ist: Er irrt! Seine Aussage wäre vor 60 Jahren richtig gewesen. Heute hat er ein zentrales Element von Freiheit einfach vergessen. Denn neben der Möglichkeit der Wahl gehört zur Freiheit ebenso, dass es keinen Zwang zur

Wahl gibt. In der Demokratie bedeutet Freiheit nicht nur, dass wir als Wähler unser Kreuz bei einer Partei machen können. Sondern die Möglichkeit, kein Kreuz zu vergeben, also nicht zu wählen, ist ein ebenso wichtiger Teil der

Die Freiheit ändert ihre Gestalt Freiheit. Die gesellschaftliche Logik ist dabei sehr menschlich: Je jünger und verletzlicher die Freiheit, desto wichtiger ist den Menschen die Möglichkeit der Wahl. Je älter und selbstverständlicher aber die Freiheit ist, desto wichtiger wird uns die Möglichkeit der Nichtwahl. Interessanterweise funktioniert unter den Kunden des irrenden Vorstands die Freiheit genau wie in der Gesellschaft. In liberalisierten Branchen mit einer Vielzahl von Produkten, Preisen und Marken steigt die Neigung der Kunden, sich nicht an eine einzige Infrastruktur zu binden. In vielen Branchen entstehen derzeit sogenannte OTT-Modelle (over-the-top), die die Infrastruktur von den Geschäftsmo-

dellen trennen: Zeitungsverlage und TV-Sender können genauso ein Lied davon singen wie Versandhandel und Musikindustrie. Auch die Automobilbranche sieht sich mehr und mehr jungen Kunden gegenüber, die kein eigenes Auto mehr kaufen wollen. Stattdessen nutzen sie intelligente Carsharing-Konzepte wie etwa Quicar. Das Autofahren wird zur adaptiven Dienstleistung, die sich je nach Nutzungssituation der Kunden verändert. Dies ist die Wahrheit hinter der Zukunft der Freiheit: Solange ‚Andersdenkende‘ keine Wahlmöglichkeit haben, ist es Freiheit, diese mit Wahlmöglichkeiten zu versehen. In der Wirtschaft entstehen die besten Geschäftsmodelle deshalb durch die Deregulierung von Branchen. Doch nachdem die Wahlfreiheit zur Selbstverständlichkeit geworden ist, verändert die Freiheit ihre Gestalt. Dann wird statt einer dauerhaften Festlegung auf eine Partei oder ein Produkt die permanente und adaptive ­Wechselmöglichkeit zur Freiheit. Es ist erstaunlich: Freiheit verändert ihre Gestalt. Wer in Zukunft Freiheit bei Wählern, Kunden oder sich selbst erreichen will, der muss anders handeln als früher. :::

Ort für Kunst, Kultur und ihre Vermittler/innen www.bundesakademie.de www.facebook.com/Bundesakademie


Lesenswert Von der Freiheit Der langjährige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Wolfgang Huber, zeichnet die reformatorische Freiheit eines Christenmenschen für unsere Zeit neu. Solidarität mit den Schwachen, Rücksicht auf künftige Generationen und Verantwortung für das Ganze sind keine Beschränkungen, sondern Folgen einer kommunikativ und solidarisch verstandenen Freiheit Wolfgang Huber, Verlag C.H. Beck, ISBN: 978-3-406637230, 12,95 € Der Preis der Freiheit Vom Mauerfall zur Schuldenkrise - die erste Gesamtgeschichte des geeinten Europa liefert einen wichtigen Beitrag zu Verständnis der aktuellen Entwicklungen. In einer souveränen Synthese schildert Andreas Wirsching die politische, gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung des Kontinents seit 1989. Andreas Wirsching, Verlag C.H. Beck, ISBN: 978-3-406632525, 26,95 €

Streß und Freiheit Wie sind individuelle Freiheit und Gemeinwohl heute miteinander vereinbar? Um dieses akute und aktuelle Thema zu durchleuchten, skizziert Peter Sloterdijk in seinem Vortrag die Entstehung und Peter Sloterdijk Streß und Freiheit Entwicklung von Freiheit SV und Subjektivität als Reaktionen auf Mechanismen, die sich als Varianten von Streß-Erleben beschreiben Sonderdruck edition suhrkamp lassen. Seine Berliner Rede zur Freiheit mündet schließlich in pointierte Neubestimmungen von Zivilisation und Liberalität, mit denen Freiheit im 21. Jahrhundert

neu gedacht werden könnte. Peter Sloterdijk, Edition Suhrkamp, ISBN 978-3-518062074, 8 € Freiheit Im neuen Buch von Joachim Gauck, das auf eine Rede zurückgeht, fasst der Bundespräsident dicht und konzentriert seine Gedanken zu Freiheit und Demokratie, zu Menschenrechten und Toleranz zusammen. Gauck spricht über die faszinierenden Möglichkeiten, die sich unserer Gesellschaft und jedem Einzelnen eröffnen, wenn wir die Freiheit zu nutzen wissen. Und über die Notwendigkeit, diese Chancen jetzt zu ergreifen. Joachim Gauck, Kösel Verlag, ISBN: 978-3-466370320, 10 € Im Rausch der Freiheit Edward Rutherfords farbenprächtiges Familienepos zeichnet die Geschichte New Yorks von seiner Gründung bis in unsere Zeit nach. Zahlreiche Persönlichkeiten wie Washington und Roosevelt oder der legendäre Bankier und Unternehmer J.P. Morgan werden portraitiert. Und immer wieder wird deutlich, wie sehr auch deutsche Einwanderer wie der aufsässige Gouverneur Johann Jakob Leisler, der unbeugsame Drucker J.P. Zengen oder der Multimillionär Johann Jakob Astor die Geschichte dieser faszinierenden Stadt prägten. Edward Rutherford, Blessing, ISBN 978-3-896674395, 29,95 € Menschliche Freiheit - ein vielfältiges Phänomen

Die emeritierte Philosophie-Professorin Margot Fleischer führt uns sechs philosophische Perspektiven auf die menschliche Freiheit vor Augen. Zu verdanken sind die Perspektiven vier Philosophen der älteren Tradition (Aristoteles, Augustin, Kant, Fichte) und zwei Denkern des 20. Jahrhunderts (Sartre, Jonas). Margot Fleischer, Alber Verlag, ISBN: 978-3-495485316, 19 € Die 365-Tage-Freiheit Viele träumen davon, ihren Job an den Nagel zu hängen und nur noch das zu machen, was sie wirklich wollen. Doch welche Möglichkeiten gibt es? Volker Kitz spannende Ideen und originelle Tipps zeigen, wie einfach es sein kann, den ungeliebten Job zu kündigen. Und wer den letzten Schritt doch nicht wagen will, gindet hier Inspiration für die Zukunft und für angenehme Tagträume. Volker Kitz, Ariston Verlag, ISBN: 9783-424200683, 16,99 € Markt, Freiheit und Reform Der Ökonomie-Nobelpreisträger Milton Friedman (1912 - 2006) war einer der einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts. Mit der Finanz- und Eurokrise gewinnen Friedmans geldpolitische Positionen an Aktualität und helfen, die gegenwärtigen Debatten über Zentralbanken und Geldstabilität zu verstehen. Gérard Bökenkamp (Hrsg.), NZZ Libro, ISBN: 978-3-038238034, 21 €


TITEL // 06.2012 // 53

Freie Fahrt für Hybridflotten Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik, einem Zentrum der Technischen Universität Braunschweig, dem Fraunhofer IFAM, Bremen, der Volkswagen AG und weiteren Partnern unterzeichnete BS Energy einen Kooperationsvertrag zur Erforschung von Elektro- und Plug-InHybridfahrzeugen im Flottenbetrieb. Ziel des Projekts „Fleets Go Green“ ist es, anhand von realen Fahrzeugdaten allgemeingültige Ergebnisse zu erzielen, die Entscheidungsgrundlagen für die Umrüstung von Fahrzeugflotten auf E-Mobile schaffen. Dafür wird ein Teil der Werksflotte von BS Energy durch Elektrofahrzeuge ersetzt. Die ersten Fahrzeuge sind bereits im Betrieb, 25 bis 50 sollen es bis Sommer 2013 werden. Für die Technische Universität Braunschweig werden in Zusammenarbeit mit ‚Lautlos durch Deutschland’ vier Elektroautos für wissenschaftliche und studentische Mitarbeiter angeschafft. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der unterzeichnenden Partner ermöglicht es, Fahrzeug- und Nutzerdaten in Zusammenhänge zu stellen und Wechselwirkungen zu berücksichtigen. „Fleets Go Green“ ist ein dreijähriges Projekt mit einem Forschungsetat von 4,6 Millionen Euro. Es wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit Zuwendungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro gefördert. Die Projektkoordination für „Fleets Go Green“ erfolgt gemeinsam durch BS Energy und das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik. ::: bea :::

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Schon 5 Euro im Monat schützen Überlebensraum für Elefanten in Afrika. In der Kavango-Zambesi-Region, kurz KaZa, hilft der WWF, ein Naturschutzgebiet zu entwickeln, in dem sich Elefanten und andere Tiere frei bewegen und die Menschen auf ein besseres Leben in einer Zukunft ohne Armut hoffen können. Mehr Infos unter: wwf.de. Einmalig spenden an den WWF: Konto 2000, Bank für Sozialwirtschaft Mainz, BLZ 550 205 00. Stichwort: Kaza. Oder per SMS*. *Eine SMS kostet 5 Euro, davon gehen 4,83 Euro direkt an den WWF. Kein Abo; zzgl. Kosten für eine SMS.


Einzigartige Lektionen Das Projekt ‚Experten in die Schule‘ soll Unterricht an Gymnasien und Gesamtschulen lebensnäher machen – ab jetzt auch in der Region.

Autor: Andrea Hoferichter Fotografie: Haus der Wissenschaft Braunschweig, F. Koch

Dr. Peggy Riese arbeitet als Expertin für Impfstoff-Entwicklung beim HZI. Hier unterrichtet sie am Martino-Katharineum.

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enn sich Forscher oder Firmenchefs in die Breite Straße 3–4 in Braunschweig aufmachen, haben sie ­ Lust auf Unterricht. Allerdings wollen sie sich am dortigen Gymnasium Martino-Katharineum weder beschulen lassen noch selbst zum Lehrer werden. „Es geht vielmehr darum, dass diese Experten passend zum Unterrichtsstoff des Lehrplans aus der Praxis berichten und sich mit den Schülern dazu austauschen“, sagt der Lehrer Andreas Boelter, der das Projekt ‚Experten in die Schule‘ ins Leben gerufen hat und seither koordiniert. Die Schüler erfahren dann ganz lebensnah, wozu man zum Beispiel


LEBEN // 06.2012 // 57

mathematische Funktionen braucht, wie mit biochemischem Know-how ein lebensrettendes Medikament entstehen oder eine Geschäftsidee zum Erfolg geführt werden kann. „Wird theoretisches Wissen mit einer praktischen Anwendung verknüpft, prägt es sich viel besser ein“, ist Boelter überzeugt. Die Berichte der Experten helfen außerdem bei der Berufsorientierung. Und die Schüler haben gleich einen Ansprechpartner, wenn sie sich etwa für ein Praktikum in einem Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung interessieren. Vor zweieinhalb Jahren ist das Projekt angelaufen und steht nach Abschluss einer einjährigen Pilotphase am MK für die Jahrgänge neun bis 12 beziehungsweise 13 aller Braunschweiger Gymnasien und Gesamtschulen offen. Gerade arbeitet Boelter daran, das Projekt auch in Salzgitter, Gifhorn und Wolfenbüttel bekannt zu machen. „Das Konzept, Fachleute aus der Praxis lehrplangestützt in den Unterricht zu integrieren, ist meines Wissens deutschlandweit einzigartig“, betont er. Gefördert wird ‚Experten in die Schule‘ von der Braunschweiger Landessparkasse, der Bürgerstiftung Braunschweig und der Braunschweig Zukunft GmbH. Ein wichtiger Partner ist auch das Haus der Wissenschaft in Braunschweig. Dort betreut Britta Eisenbarth den Internetauftritt und damit die Schaltzentrale des Projekts. Auf der Seite http://www.experten-in-dieschule.de können sich Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft registrieren lassen und Lehrer auf eine Datenbank zugreifen, die mittlerweile an die 100 Fachleute zu den unterschiedlichsten Unterrichtsthemen leicht erreichbar macht. „Mit drei bis vier Klicks ist der passende Experte gefunden“, betont Boelter. Das Besondere sei, dass die Experten „ihre“ Stunde auf den jeweils gerade aktuellen Unterrichtsstoff zuschneiden. Dafür empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme etwa vier Wochen vor dem geplanten Besuch.

Die Resonanz ist Boelter zufolge ausgesprochen positiv. „Schüler, Lehrer und auch die Experten waren bisher immer sehr zufrieden bis begeistert“, erzählt er. Die Zahl der Klicks auf die Internetseite habe sich zudem im letzten halben Jahr verdoppelt, und im letzten Schuljahr fanden etwa 40 Vorträge statt. „Das ist ein ermutigendes Ergebnis, aber unsere Kapazitätsgrenze ist noch nicht erreicht“, stellt Boelter fest. Deshalb will er in den kommenden Wochen auf Veranstaltungen an den Gymnasien der Region möglichst viele Kollegen für sein Projekt begeistern. Der Koordinator ist zudem immer auf der Suche nach weiteren Experten, und er hat schon neue, unterrichtstaugliche Zukunftsthemen im Visier. „Elektromobilität zum Beispiel ist nicht nur ein brandaktuelles Thema, gerade hier in der Region, sondern auch sehr vielschichtig“, erzählt er. Motoren- und Batterienentwicklung gehörten ebenso dazu wie Verkehrsund Wirtschaftskonzepte oder Stadtplanung. Das alles liefert spannenden Stoff zum Beispiel für den Physik-, Chemie-, Informatik- oder Politikunterricht. Und Forscher des Systembiologie-Zentrums BRICS der Technischen Universität Braunschweig und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig, die Prozesse in biologischen Zellen berechenbar machen wollen, könnten etwa den Biologie-, Mathematik- oder Informatikunterricht bereichern. „Die Praxis ist so facettenreich“, sagt Boelter, „davon sollten auch Schüler ­ und Lehrer unbedingt profitieren.“ :::

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Stadtfest zum

75-Jährigen

Ein ganzes Jahr lang feiern Wolfsburg und seine Bürger gemeinsam ihre Stadt. Grund ist das 75-jährige Jubiläum der Stadt in 2013. Gemäß dem Motto ‚Wolfsburg wächst mit mir‘ setzt sich die ganze Stadt in Festen, Aktionen und Projekten in Bewegung. Darüber hinaus feiern viele Vereine, Einrichtungen und Institutionen eigene Jubiläen. Die Bürger und ihre Geschichten, die die Zukunftsoffenheit, Dynamik und Zuversicht von Wolfsburg zeigen, stehen im Mittelpunkt der Kommunikationsmaßnahmen im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten. ‚Identifikation und Zukunft‘ - zwischen diesen beiden Polen wird das Veranstaltungsprogramm in seiner Ausrichtung liegen. In dem breiten Repertoire werden sich die Themen, die Wolfsburg bewegen, beispielsweise Familie, Bildung, Wohnen, Sport und Kultur, widerspiegeln. Als identitätsstiftendes Projekt ist zudem ein Film geplant, den die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Ideen und Geschichten mitgestalten. Der Juni 2013 bildet den Schwerpunkt im Festjahr: Festivals, Kulturveranstaltungen und Geburtstagsüberraschungen warten auf die Menschen in Wolfsburg. Höhepunkt wird das Festwochenende vor dem Stadtgründungstag am 1.7.2013 sein. Der offizielle Festakt im Theater mit geladenen Gästen am 28.6.2013 leitet das bunte Stadtfest vom 28. bis 30. Juni ein. Die gesamte Innenstadt entlang der Porschestraße wird sich in eine Festmeile verwandeln. www.wolfsburg.de. ::: bea :::

Allianz

für mehr

Lebensqualität Die Aufsichtsräte der Regionalentwicklungsgesellschaften Wolfsburg AG und projekt Region Braunschweig GmbH haben sich darauf verständigt, weiterhin eng zusammenzuarbeiten. Ziel der Kooperation ist die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Steigerung der Lebensqualität in der Region. Die Weichen für eine intensive gesellschaftsrechtliche Verzahnung der bisherigen Initiative ‚Allianz für die Region‘ beider Unternehmen wurden jetzt gestellt. Unter Beteiligung der Wolfsburg AG als Gesellschafter soll die projekt Region Braunschweig GmbH ab 1. Januar 2013 zur Allianz für die Region GmbH umfirmieren. Die abschließende Entscheidung darüber trifft die Gesellschafterversammlung der projekt Region Braunschweig GmbH im Dezember dieses Jahres. Als eine gemeinsame Aufgabe sehen die Beteiligten die Umsetzung des ‚Regionalen Umsetzungs- und Investorenkonzepts Freizeit und Lebensqualität (RIK)‘ an. Das Konzept zielt darauf, die Region für Bürger und Touristen attraktiver zu machen. Das Schaufenster Elektro-Mobilität ist ein weiterer Bereich, in dem die Kooperationspartner gemeinsam aktiv sind. ::: bea :::

LeichtathletikEM kommt nach Braunschweig Die Team-Europameisterschaft Leichtathletik wird am 21./22.6.2014 in Braunschweig stattfinden. Das hat das Präsidium der European Athletics Association (EAA) nach der Präsentation der Bewerber entschieden. Zuletzt waren neben Braunschweig Cheboksary (Russland) und Ostrava (Tschechien) im Rennen. Nach mehreren Deutschen Meisterschaften kommt nun ein internationaler Wettbewerb im Großmaßstab in die Löwenstadt: die zwölf besten europäischen Nationen, pro Team 65 Personen, die sich in 32 Disziplinen messen, dazu Organisationsteams und Medien. „Im Juni 2014 schaut die Sportwelt auf Braunschweig“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann. Möglich geworden sei die erneute Bewerbung durch die Zusage der Volkswagen AG, die Veranstaltung finanziell zu unterstützen. ::: bea :::


LEBEN // 06.2012 // 59

unterstützt das Laufsparbuch als Medienpartner

Familien

mit Kondition

Die Querum(h)er-Läufer machen ihrem Namen alle Ehre. Wie Dirk Hollenbach berichtet, nehmen die laufenden Familien Hollenbach und Becker an manchen Tagen an mehreren Laufveranstaltungen teil. Fünf Mitglieder hat das Team der Querum(h)er-Läufer, die, wie der Name bereits verrät, aus dem Braunschweiger Stadtteil Querum stammen. Da wären die Hollenbachs mit der neunjährigen Lea, Hannah (elf Jahre) V. l. n. r.: Bernd Becker, Hanna und Papa Dirk Hollenbach. Ebenfalls zum Team gehören die neunjähBecker, Lea Hollenbach, Hannah rige Hanna Becker und ihr Vater Bernd Becker. Von Anfang an sind die Hollenbach und Dirk Hollenbach Querum(h)er-Läufer beim Laufsparbuch dabei, also jetzt in der 4. Saison. „Hannah hat 2009 mit dem Nachtlauf angefangen, Lea und Hanna hatten ihr Debut beim Nachtlauf 2010. Von da an waren alle drei oft dabei“, sagt Dirk Hollenbach nicht ohne Stolz. In der vergangenen Saison haben die drei Mädchen zwischen 14 und 17 Läufen absolviert. Im Rahmen des Laufsparbuchs sind die Querum(h)er-Läufer in der im Herbst abgeschlossenen Saison insgesamt 468 Kilometer gelaufen. Das entspricht einer Spendensumme von 378 Euro. Die Leistungen im Einzelnen: Lea und Dirk Hollenbach liefen jeweils 129 Kilometer, Hannah Hollenbach kam auf 94 Kilometer, Hanna Becker absolvierte 65 Kilometer und Bernd Becker war auf 51 Kilometern dabei.


Freie Fahrt ins Kunstmuseum Der ‚Kunstbus‘ feiert Jubiläum. Seit 10 Jahren bringt er Schulklassen und Senioren kostenfrei nach Wolfsburg ins Kunstmuseum.

Autor: Beate Ziehres Fotografie: Marek Kruszewski

V

Kinder der 4. Klasse aus der Comenius-Grundschule in Braunschweig in der Ausstellung „Frank Stella“ im Kunstmuseum Wolfsburg. Im Hintergrund stehend v. l. n. r.: Museumsdirektor Prof. Dr. Markus Brüderlin, Sponsorpartner Nils Rodermund, Leiter Sponsoring der Volkswagen Financial Services AG, Niedersachsens Kulturministerin Prof. Dr. Wanka und Gerda Pohlmann, die Projektverantwortliche im Kunstmuseum Wolfsburg.

on Hannover bis Helmstedt und von Hankensbüttel bis Göttingen strahlt ein Kooperationsprojekt des Kunstmuseums mit der Volkswagen Financial Services AG. Kunstlehrer aus ganz Südostniedersachsen bewerben sich um einen der begehrten Klassenausflüge ins Kunstmuseum. Der ‚Kunstbus‘ fährt bereits seit zehn Jahren. Künftig werden noch mehr Fahrten angeboten. „Der ‚Kunstbus‘ ist aus dem Unterricht von zahlreichen Schulen der Region kaum mehr wegzudenken. Er ist ein gelungenes Kooperationsprojekt, um Kindern und Jugendlichen zeitgenössische Kunst näher zu bringen. Für ältere Menschen bedeutet er ein Stück Mobilität und die Möglichkeit, zusammen mit anderen Kultur sowie Gemeinschaft zu erleben“, lobt Niedersachsens Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka. Sie lernte das ‚Bus-


KULTUR // 06.2012 // 61

Gemeinsame Fahrt mit dem ‚Kunstbus‘: Schüler und Schülerinnen der 4. Klasse Comenius-Grundschule Braunschweig, der 10. Klasse des Julianum Helmstedt und Senioren des Rudolfstifts Braunschweig zusammen mit Niedersachsens Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Museumsdirektor Prof. Dr. Markus Brüderlin und Nils Rodermund, Leiter Sponsoring von Volkswagen Financial Services

Testträger gesucht! Die neuen Gleitsichtgläser projekt‘ anlässlich des 10-jährigen Bestehens in Wolfsburg kennen. Die Volkswagen Financial Services AG finanziert die Fahrten eines Reisebusses, der je nach Ausstellungsrhythmus über zwölf Wochen jährlich Schüler und Schülerinnen niedersächsischer Schulen zu den Ausstellungen des Kunstmuseums Wolfsburg hin- und wieder zurückbringt. Man bemühe sich, möglichst vielen Schulen eine solche Teilnahme zu ermöglichen, heißt es aus dem Kunstmuseum. Seit 2002 haben rund 45.000 Schülerinnen und Schüler dieses Angebot wahrnehmen können. Im Jahr 2003 hat das Projekt eine Erweiterung in Richtung der älteren Menschen erfahren: Innerhalb der Schulbuswochen ist an den jeweiligen Samstagen ein Transfer gezielt für Bewohner von Seniorenheimen reserviert. Besonders aus Braunschweig werden

Kunstinteressierte mit dem Bus zu den Ausstellungen gebracht. Dank der Wolfsburger Margarete-SchnelleckeStiftung können die Teilnehmer den Besuch im Kunstmuseum bei Kaffee und Kuchen ausklingen l­assen. Aufgrund der Beliebtheit des Programms dehnt der Sponsor sein Engagement in der Zukunft noch aus. „Um die immer noch wachsende Nachfrage besser bedienen zu können, werden wir das jährliche Kontingent an Busfahrten von zwölf auf 16 Wochen dauerhaft ausdehnen“, kündigt Nils Rodermund, Leiter Sponsoring der Volkswagen Financial Services AG, an. Der Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, Dr. Markus Brüderlin, sieht in der Ausweitung des Angebots auch eine Anerkennung der musealen Arbeit. „Museen sind nicht nur Unterhaltungsorte, sondern Orte des Wissens und Orte der Bildung“, so Brüderlin. :::

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Braunschweigs Sehenswürdigkeiten – kompakt verpackt Auf 144 Seiten weist ein neuer Reiseführer auf die Sehenswürdigkeiten Braunschweigs und der Umgebung hin. Mit Einblicken in die Geschichte und praktischen Hinweisen für den Aufenthalt wendet sich das handliche Buch nicht nur an Besucher, sondern auch an Einheimische, die ihre Heimat besser kennenlernen möchten. Die Braunschweiger Journalistin und Autorin des Reiseführers, Jutta Thiel, entdeckte während der Recherche ihr bis dato unbekannte Details, beispielsweise die Kanonenkugel in der Mauer des Doms St. Blasii. Die Braunschweig Stadtmarketing GmbH unterstützte die Erstellung des Buches unter anderem mit Bildmaterial. „Unser Ziel ist es, Braunschweig als Reisedestination bekannter zu machen“, erklärt Fabian Neubert, Prokurist im Stadtmarketing, das Engagement seiner Organisation. Viel Raum hat die in Ohrum geborene Autorin auch der Umgebung Braunschweigs gewidmet. Wolfenbüttel, Wolfsburg und Wernigerode wurden ebenso berücksichtigt wie Gifhorn und Goslar. Zu jedem Ziel außerhalb der Stadt gehören Hinweise, wie die Orte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können. ::: bea ::: ::: ‚Braunschweig‘, erschienen im Mitteldeutschen Verlag, ISBN 978-3-89812-890-2, ist für 9,95 Euro unter anderem in der Touristinfo und in Buchhandlungen erhältlich. :::

Bildhauerei

Foto: Christian Dootz Marc Brandenburg „Normex“ 2012

und

Bleistiftzeichnung

Foto: Pascal Hesse Thomas Rentmeister „ohne Titel“ 2007, Bronze (patiniert), MDF, Wandfarbe

Thomas Rentmeister, ‚Normaltag‘, bis 24.2.2013 Marc Brandenburg, ‚Normex‘, bis 17.3.2013 Städtische Galerie Wolfsburg, Schlossstraße 8; www.staedtische-galerie-wolfsburg.de

www.schimmel-auswahlcentrum.de

Thomas Rentmeister und Marc Brandenburg stellen in den kommenden Monaten in der städtischen Galerie im Schloss Wolfsburg aus. Rentmeister, seit 2009 Professor für Bildhauerei an der HBK Braunschweig, zeigt unter dem Titel ‚Normaltag‘ gegenständliche Kunst. Die Ausstellung setzt sich mit dem humorvollen Blick des Künstlers auf alltägliche Dinge auseinander. Marc Brandenburg animiert den Betrachter mit seinen Bleistiftzeichnungen zum vorurteilslosen Hinsehen. Für die Ausstellung ‚Normex‘ hat er ortsspezifische Installationen geschaffen, die unter UVLicht präsentiert werden. ::: hm :::

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Tageskarte (T5) für bis zu 5 Personen (Preisstufe 3): 20,50€ .

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... wie Bilder in Bücher gelangen Unter dem Titel ‚Sein und Schein in Buchgestalt‘ findet in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel eine Ausstellung des Grafikers Emil Siemeister statt. Die Ausstellung bietet Einblicke in das besondere Verhältnis des Künstlers zur Buchgestaltung mit Grafiken. Einerseits sei ein kalkuliertes Konzept zur Vorbereitung erforderlich, andererseits spiele der Zufall eine große Rolle. Das Unvorhergesehene nehme Gestalt an. ::: hm :::

Wütend

und zärtlich

zugleich

Mit ‚Wut und Zärtlichkeit‘ reagiert der bayrische Lieder::: ‚Sein und Schein in Buchgestalt‘, bis 27.2.2013 macher Konstantin Malerbuchsaal der Bibliotheca Augusta, Lessingplatz 1, Wecker auch als Mitt­ Wolfenbüttel; Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr ::: sechziger immer noch aktiv auf das, was ihn Foto: Thomas Karsten an seiner Umgebung stört oder beglückt. So lautet der Titel seines neuen Albums und des gleichnamigen Live-Programms, das wie geEine neue Sonderausstellung im Wolfsburger Phæno lädt zum Mitmawohnt politische Empörung und chen ein. 40 Stationen bieten Erkundungsmöglichkeiten zu Themen rund um emotionale Innenschau nebenLicht und Farbe. Die Palette der physikalischen Phänomene spannt sich wie einander stellt. Nachdem der 1. ein Regenbogen von glimmenden Glühwürmchen über Leuchtstoffröhren bis Teil der ‚Wut und Zärtlichkeit‘hin zum Laserstrahl. Den Erscheinungen des Lichts können die Besucher vor Tour von hervorragenden KriOrt spielerisch, aber auch anspruchsvoll auf den Grund gehen. ::: hm ::: tiken und Publikumsreaktionen begleitet wurde, findet nun die Fortsetzung statt. Konstantin ::: Licht, Schatten, Farbe. Bis 7.4.2013, Phæno, Wecker wird dabei von seinem Willy-Brandt-Platz 1, Wolfsburg. www.phaeno.de ::: musikalischen Weggefährten Jo Barnikel begleitet und vom Gitarre und Schlagzeug spielenden Multi-Musiker Jens FischerRodrian. Präsentiert wird ein lebendiges und vielseitiges LiveDas Warten hat ein Ende: Regisseur Peter Programm, ein poetisch-musiJackson präsentiert sein heiß ersehntes „Herr der Ringe“kalischer Liebesflug der ganz Prequel ‚Der Hobbit‘. Im Mittelpunkt des ersten Teils besonderen Art, der lyrisch-sender Fantasy-Geschichte steht der Hobbit Bilbo Beutlin, sible Klavierstücke mit Reggae, der sich zusammen mit 13 Zwergen und dem Zauberer Pop und noch viel mehr vereint. Gandalf auf eine Abenteuerreise begibt und sich auf die ::: bea ::: Konfrontation mit einem Drachen vorbereitet. ::: bea ::: ::: Konstantin Wecker, ::: ‚Der Hobbit‘ im C1 Cinema, ‚Wut und Zärtlichkeit‘, Lange Straße 60, Braunschweig: 20.3.2013, 20 Uhr 12.12.2012, 20 Uhr: Premiere 3-D Stadthalle Braunschweig 12.12.2012, 20.15 Uhr: Premiere 2-D www.konzert-kasse.de 13.12.2012: Filmstart, www.c1-cinema.de ::: www.kbemmert.de :::

Licht, Schatten, Farbe

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Mit allen Sinnen verzaubern.


KULTUR // 06.2012 // 65

Geschichte empfinden Mit ‚Lebensmomenten von A bis Z‘ startet das Braunschweigische Landesmuseum eine neue Sonderausstellungsreihe. Hinter der Reihe ‚Sentimental Journey’ verbirgt sich ein neues Konzept, mit dem die Ausstellungsmacher Gefühl und Verstand des Besuchers ansprechen wollen. Die Ausstellungskuratorin Angela Klein ließ sich bei der Konzeption durch ein unvollendetes Werk des Literaten Laurence Stern inspirieren. Lessing, der ‚A Sentimental Journey‘ übersetzte, habe für den Titel das bis dahin unbekannte Wort ‚Empfindsamkeit‘ geschaffen, sagte Klein anlässlich der Ausstellungseröffnung. 26 bisher nicht gezeigte Porträts historischer Persönlichkeiten aus dem Braunschweiger Land hat Klein für ‚A Sentimental Journey no 1‘ ausgesucht. Als roter A wie Auswanderung: Auguste Caroline Burmester Faden für die Auswahl diente ihr das Alphabet. Von Auswanderung bis Zukunft spannt sich der Themenbogen, den Klein anhand besonderer Daseinsaspekte der Porträtierten mit Leben füllt. Ein Beispiel: Unter dem Stichwort Netzwerk findet sich ein Porträt des Braunschweigers Konrad Wilhelm Fein. Der Privatsekretär von Herzog Ferdinand war Mitglied des 1780 gegründeten Großen Clubs. Dabei handelte es sich um ein Netzwerk an vielfältigen Kontakten und Beziehungen, die im Kaffeehaus, beim Schachspiel oder bei regelmäßigen Mittagsrunden gepflegt wurden. Der ruhige Blick Feins liegt gewissermaßen auf dem Betrachter, der in der angenehmen Atmosphäre der Ausstellungsräume in die Geschichte des Braunschweiger Landes eintaucht. Begleitet wird die Ausstellung von der museumspädagogischen Aktion ‚Mein Porträt – meine Geschichte’, die die historischen Porträts um aktuelle Bildnisse ergänzt. Ein Ausstellungsraum wurde als Fotostudio eingerichtet, in dem sich die Museumsbesucher selbst in Szene setzen können. ::: bea ::: ::: A Sentimental Journey no 1: Portraits - Lebensmomente von A bis Z, bis 3.3.2013 im Braunschweigischen Landesmuseum, Burgplatz 1, Braunschweig. Geöffnet dienstags 10 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags 10 bis 18 Uhr. :::

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Axel Hacke …, eigentlich finden Sie Braunschweig zum Schnarchen. Trotzdem kommen Sie hin und wieder zu Lesungen aus Bayern in den Norden. Was verbindet Sie noch mit der Stadt, in der Sie geboren und aufgewachsen sind?

A

lso erstmal: Das mit dem Schnarchen wird immer missverstanden. Ich habe mal in satirischer Absicht geschrieben, dass ich, wenn ich bei Lesungen vom Gastgeber vorgestellt werde, meinen eigenen Lebenslauf nicht mehr hören kann, ich kenne ihn ja – und dass mir deshalb schon bei Nennung meines Geburtsortes zum Schnarchen langweilig ist. Das ist alles. Braunschweig an sich ist nicht langweilig. Aber in der Tat habe ich die Stadt lange Zeit als einengend empfunden. Ich habe hier gelebt, bis ich 20 war. Die nächsten 20 Jahre war ich froh, weg zu sein, die Welt entdecken und sozusagen mein inneres „Braunschweig“ ablegen zu können, mich frei zu machen von Einschränkungen, die eher aus meiner Erziehung her rühren als von der Stadt selbst. Wenn ich nach Braunschweig komme – selten genug – treffe ich immer einen sehr guten Schulfreund. Außerdem besuche ich meinen Onkel,

Axel Hacke zog nach dem Abitur am Braunschweiger Wilhelm-Gymnasium und dem Wehrdienst nach München, wo er die Deutsche Journalistenschule besuchte und Politische Wissenschaften studierte. 19 Jahre lang arbeitete er als Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, war einer der ‚Streiflicht’-Autoren und erstellte zahlreiche Reportagen auf der ‚Seite Drei’ des Blattes. Seit 2000 ist Hacke freiberuflicher Kolumnist und Schriftsteller. Die gesammelten Texte der Kolumne ‚Der kleine Erziehungsberater – Geschichten aus dem Alltagsleben einer Familie mit drei kleinen Kindern’ wurden als Buch mehr als eine Million mal verkauft und standen zwei Jahre lang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Seine Rubrik im SZ-Magazin ‚Das Beste aus meinem Leben’, war 2007 Grundlage für eine achtteilige ARDFernsehserie. Eines der erfolgreichsten Bücher Hackes erschien 2004: ‚Der weiße Neger Wumbaba’. Das Buch handelt von missverstandenen Liedtexten; der Titel geht auf ein berühmtes Abendlied zurück, in dem es heißt ‚Der Wald steht schwarz und schweiget/ und aus den Wiesen steiget/ der weiße Nebel wunderbar’. ::: den Bruder meines Vaters. Der wird bald 85 Jahre alt und lebt in Mascherode in dem Haus, das er zusammen mit meinem Großvater gebaut hat. Der war lange Jahre vor der Eingemeindung Bürgermeister von Mascherode. Meine Erinnerungen sind eng mit diesem Haus und dem Garten der Großeltern

verknüpft. Da spielte sich ein großer Teil meiner Kindheit ab. Übrigens verbinde ich mit Braunschweig Erinnerungen an eine sehr wilde Kindheit. Wir waren oft uns selbst überlassen. Man kann sich das heute, wo Kinder nur mit Handy und vielen Ermahnungen aus dem Haus dürfen, nicht mehr vorstellen. Der ­Lö­­­nspark, die Straßen, die Gärten waren unser Revier, vor allem der Wald zwischen Braunschweig und Mascherode. Da würde man heute kein Kind mehr allein spielen lassen. Unser Lieblingsspielplatz war die Müllhalde, da haben wir aus Pappkartons komplette Dörfer gebaut. Im Winter sind wir auf dem Braunschweiger Golfplatz gerodelt. Alle Kinder sind durch ein Loch im Zaun gekrochen, war sicher verboten, aber das hat uns nicht so interessiert. Unsere Eltern wussten nie genau, wo wir waren. Aber die Freiheit hatte manchmal auch Folgen. Mit vier Jahren wurde ich von einem Motorroller überfahren. Und bald darauf wäre ich beinahe in einem Teich ertrunken, wenn mein Vater mich nicht rausgefischt hätte. Eine besondere Beziehung habe ich zum Altstadtmarkt, meiner Ansicht nach einer der schönsten Plätze Deutschlands. Mein Vater hat als Verwaltungsdirektor der Industrie- und Handelskammer sein ganzes Berufsleben im Gewandhaus und den Nebengebäuden verbracht. Und richtig Freude bereitet mir jetzt wieder die Eintracht. Die deutsche Meisterschaft 1967 war für mich ein prägendes Ereignis Horst Wolter und Peter Kaack waren die Helden meiner Kindheit. Leider sind meine Eltern relativ früh gestorben. Meine Brüder leben in Hamburg und in der Nähe von Darmstadt. Ich habe eine Menge schöner Erinnerungen, und ich werde ganz melancholisch, wenn ich wieder die Wege gehe, die ich als Kind täglich ging. Wenn man jung ist, will man nur raus, will sich befreien. Wenn man dann frei ist, sieht man wieder vieles neu und anders als früher. :::


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regjo  

Wirtschaftsmagazin für die Region Südostniedersachsen