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nakt

k ant i z e i t ung. ch au s ga b e #14 n ove m b e r 2012

neue aargauer kantonsschulzeitung troubadour il a r r e t n I t i M nt e n i t n o K n de erobern trotz Weshalb der Trip zwei gestohlenen Smartphones ein Erfolg war

Wohle Lehrerr platzt Krage der n Warum er das 8 50.Smartp hone se iner Schüler in zerst ört hat

Müslüm

INTERVIEW:

„Ich will alle anstecken mit meiner Liebesfilosofie“


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EDITORIAL

Kantönligeist der Kantonsschulen Muss sich wirklich jede Kantonsschule im Aargau von der anderen abgrenzen? Leider hält der typisch schweizerische Kantönligeist auch in unseren Mittelschulen Einzug und verkompliziert nicht nur unser Schülerleben, sondern auch jenes der Sekretariate. Letztlich ist mit dem Mini-Föderalismus an unseren Kantis niemandem gedient. Abgabe der Projekt- und Maturarbeiten: Manche Schulen setzen die Deadline gleich an den Beginn des Schuljahres, während andere sie fast gleichzeitig mit den Maturprüfungen terminieren. Der Zweck davon leuchtet niemandem ein. Hauptsache, es gibt keine kantonal einheitliche Regelung. Damit nicht genug: Muss ein Schüler die Kanti wechseln, ist er möglicherweise auf einen Schlag extrem im Verzug mit seiner Arbeit. Es ist nicht zumutbar, dass jemand gleichzeitig mit einem Schulwechsel direkt vor einem solchen Berg Arbeit steht. Noch skurriler mutet die Entscheidung an, in welcher Sprache die fremdsprachige mündliche Maturprüfung geführt werden soll. Besonders einfallsreich muss sich jene Person vorgekommen sein, die entschied, dass das Los diese Entscheidung fällen soll. Die Neutralität des Zufalls ist zweifellos ein guter Gedanke. Allerdings missachtet er sämtliche Vorlieben und Stärken der Schüler. So müs-

sen manche Klassen mit Immersion Französisch die Prüfung in Englisch ablegen oder umgekehrt. Besonders bitter ist diese Lotterie für Schüler, die zweisprachig aufgewachsen sind. Ihre ausserordentliche Fähigkeit in der einen Sprache wird womöglich arg vernachlässigt. Eine ausgeglichene Bewertung des Wissens eines Schülers sollte das Ziel der Maturaprüfungen sein. Die stumpfsinnige Los-Zuteilung verunmöglicht dies. Die Spitze des Eisbergs ist allerdings, dass fast jede Kantonsschule eine eigene Absenzenpolitik führt. Während an gewissen Orten die LaissezFaire-Politik vorherrscht, lassen andere Absenzen-Regelungen eher an diktatorische Regimes erinnern. Als Wohler Schüler habe ich zwar wenig Grund, mich zu beklagen. Aber aus Solidarität zu anderen Schülern im Westen tue ich es trotzdem. Letztlich sollten sowohl die Lehrer als auch die Schulleitung einsehen, dass die Kantonsschule die Vorstufe zur Universität ist. Dort gilt: Wer den Unterrichtsstoff verpasst, ist selbst schuld. Ein richtiger Kantischüler muss nicht vier Jahre lang durch die Mittelschule gepeitscht werden. Mit anderen Worten: Etwas mehr Verstand und etwas weniger Bürokratie würden den Aargauer Kantonsschulen auf jeden Fall guttun. Tim Honegger

Tim Honegger Chefredaktor

Elia Blülle Gesamtleiter

Michael Ziörjen Grafik & Layout


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INHALTSVERZEICHNIS

04 INTERVIEW: Müslüm 18 FESTIVALBERICHT: Touch The Air 22 INVESTIGATIV: Lehrer vs. Smartphone

30 REISEBERICHT: Interrail ALLES WEITERE: 9 10 12 14 16 19 21 23 24 25 26 27 28 34 39

Fun-Facts Abstruse Tatsachen aus aller Welt selbsttest Welcher Sport passt zu dir? WETTBEWERB Gewinne einen Konzertgutschein im Wert von 70.rätsel Unterhaltung für langweilige Stunden hintergrund Die Punkszene schwelt im Verborgenen Festivalbericht Das Zürich Openair mit Skrillex und co. entertainment Die Lieblingswitze- und Cartoons der Rektoren AUFGESCHNAPPT Amüsantes, Treffendes, Beschämendes, Dummes KONTROVERSE Teachers, Leave Us Kids Alone! AKTE-T Kuriositäten aus dem Schulalltag KANTINEWS Neues aus den Aargauer Kantonsschulen Lösungen rätsel Sind sie zu schwer - bist du zu schwach kanti-originale Originelle Persönlichkeiten an den Aargauer Kantis Studienmesse Die Schweizer Hochschullandschaft zu Gast in Baden Impressum Macher und Hintergründe der Kantizeitung


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INTERVIEW

"Ich bin so poligam wie ain Chualabär während der Paarungszeit" Müslüm ist Kult: Der Türke ist mit skrupellosen Telefonscherzen und politischen Songtexten zum beliebtesten Migranten der Schweiz avanciert. Die NAKT hat ihn in einer Berner Bar getroffen. Text: Elia Blülle AKSA und Cornelia Zierhofer KSWE

Müslüm bedeutet «der Gläubige», woran glaubst du? Müslum: Ich glaube an das Paarungsverhalten der Menschhait. Ich glaube, dass wir es alle susammen gut haben chönnten, wenn alle so glauben würden, wie ich glaube. Du wirst sehr schnell aggressiv. Was hat das mit Liebe zu tun? Jeder Mensch hat aine Schutzchülle um sich. Je mehr er den harten Menschen nach drausse spiele tut, je weicher isch der Chern. Auch bai mir ischt das manchmal der Fall. Wenn ich in Gefahr bin muss auch ich den Menschen klarmachen, dass auch ich

Chomplexe habe, dass auch ich schlegle chönnte, aber das ist dann mehr ein Abwehrmechanismus. Ich bin der Mainung, in der Liebe liegt die Wahrhait. Kommt Müslüm oft in Gefahr? Am Morgen wenn ich erwache und der Oberschenkel von mainer Roswita auf mainem Chopf liegt, bin ich ab und zu mal in Gefahr. Aber ansonsten, glaube ich viel mehr, dass ich aine Gefahr bin für die Menschhait. Inwiefern? Rain ästhetisch bin ich ja das Faindbild von dieser Gesellschaft.


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INTERVIEW Du bist ein sehr bunter Mensch. Äusserlich und innerlich. Ist die Schweiz zu dunkel für dich? Die Schwais isch aigentlich so wie ain Fondue, jeder chann mitreden und jeder bechomt ain Gabeli. Alle chönne ain bierebiseli mitrede, aber wehe man verliert sain Brötchen mal in der Sauce, dann wird es schwierig. Aber dann gibt es ainige, die nicht nur ain Brotstückli auf die Gabel tun, weil sie maximale profitieren wollen und andere Menschen ausbeuten wolle. Dann chom ich ins Spiel und schau, dass diese Genossen am Tisch mit den extra Brötli drauf, ihre Chuittung bechomen. Hast du das Gefühl, dass dunkles Brot weniger gut ins Fondue passt? Müslüm mit Album „Süpervitamin“

Du klingst sehr moralisch. Bist du ein Weltverbesserer? Ich bin ainer von vielen, die die Welt verbessern, ainer der im Rampenlicht steht und aine gewisse Verantwortung übernimmt. Aber hier draussen gibt es viele Menschen die im Chlainen die Welt verbessern: Die Mütter, die Sind wir zu unkritisch? alleine zuhause sind, drai Chinder Manchmal. Ich empfehle jedem, auf dem Chopf habe, all die Raidass er auch mal was hinterfragt und nicht so naiv und leichtgläubig nigungsangestellten, die für ainen siemlich miesen Lohn all ihre Hüfist. Dass er nicht nur sain iPhone teli und Rüggeli zerbrechen. straichelet sondern viellaicht ab und zu auch mal saine Liebsten nebendran. Dass er nicht Playstation spielt, sondern sonst auch mal Auch Krankenkassenmitarbeitesaine Individualität erchennt. Dass rinnen? Ahhh... die liebe Frau von der chan schon anfangen mit sich selChrankenchasse. Ich habe ihr späber mal irgendwo anrühren. ter noch mal angerufen, aber sie wollte mich nicht mehr erchennen. Ich denke wir sollten generell nicht über Farben reden, weil wir viel mehr sind als nur aine Farbe. Wir habe von gewissen Medien hier drausse ain Muschter mitbechome: Welche Farben in uns, welche Gefühle auslössen sollen.


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interview

Du persönlich hättest es ausgeDu hast diese Telefonscherze isch «Süpervitamin». Viele Leute ziemlich lange gemacht. Welcher strahlt? da draussen mainten, dass main Nein! Ich wollte nicht das jemand Albüm dann «Döner macht schöist dein Meisterstück? saine Arbait verliert. Wir haben Ich kann euch exchlüsiv den ner» haissen würde. Ich habe jest viele Telefonscherse gemacht, die grösste Telefonscherz erzählen, die goldene Schallpilatte bechome denn ich gemacht habe, aber dann wir aber nicht ausstrahlen durften. und ich würde sagen: Ainige waren siemlich chuul. nicht ausstrahlen durfte. Ainmal Ohne Politich funktioniert es noch als der Simonn Amann viel besser. Olympiasieger geworden „Das ischt alles genetisch bedingt. Ich chann isch und in Vanchuver war. Also wird Müslüm zu keinichts dafür.“ Hab ich dem Flughafen nem ausländerfeindlichen Basel Müllhaus angerufen Thema mehr Stellung und ihnen gesacht, dass ich nehmen? mit dem gansen TränerschNain. Aber ich werde nie tab und Simon Amann in aine Marionette sain von ainem Jet bin und wir alle ainer Partei sain. Der/Die alcholisiert sind, wail der Politicher/inn wird medial liebe Simon Amann Gold aufgepimpt und die Leute geholt hat und ich jetzt unglauben er/sie verändere bedingt aine Landeerlaubwas. Aber im Endeffecht ist nis brauche. Am Anfang das mehr aine Schainwelt, war ich nur bei der Inforder Politicher chan sain Ego masion, dann beim Flugverstraichele, er isch der grosse chersleiter, Pistenvergabe Star, aber bewegen tut er und am Schluss hab ich als nichts. Bei mir isch das Müslüm baim Basler Flugumgechert, mich nehmen hafen aine Landepiste reserviele nicht ernst aber ich viert bechome, inchlusive habe siemlich viel bewegt, aine Minibar die unten auf wenn man die Geburtenrate uns gewartet hätte und ain der letzten swölf Monate Begrüssungschomite. mal anschaut. Wichtig isch, Du bist durch politische Satire dass ich was bewege, nicht dass bekannt geworden, indem du Das ist wahr? ich ernscht genommen werde. über rechtsbürgerliche InitiatiSo wahr wie main Bruschthaar. ven gesungen hast. Neulich hast In der Politik ist Migration ein du gesagt, Müslüm habe sich Wieso habt ihr diese TelefonDauerbrenner. Bist du gut inte«entpolitisiert». Wie ist das zu scherze nicht gesendet? griert? verstehen? Aus Rücksicht wegen den MitarIch hab mich anchlimatisiert. Sehr Es war lange aine Frage, ob Müsbeiter, die hätten sonst ihre Arbait lange Zeit hab ich gebraucht, bis lüm auch ohne Politich funktioverloren. ich auch diese Fondue mal runternieren chann und der beste Bewais gebracht habe.


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INTERVIEW Was isst du lieber? Lammhüfteli mit Bärlauchsauce. Aber chlar auch ich esse Kebab: genetisch bedingt. Was an Müslüm ist noch türkisch, welche Charaktereigenschaft passt eher zu der Schweiz? Maine Gastfreundschaft und der Hang zum Party machen isch türCHisch. Aber auch maine süchtiche und potente Saite. Beschaidenheit hab ich bei den Schweizern abgekuckt, ich trage jetzt sait vier Jahren den gleichigen pinchen Anzug. Aber auch Disziplin: Am Anfang bin ich immer um 10 Uhr aufgeschtanden, heute am Mittag. Aber ich steh auf. Du hast eine Sprache erfunden, so wie sonst spricht niemand. Wieso hat Müslüm nicht direkt Schweizerdeutsch gelernt? Die Deutschschüle war zu langweilich, darum hab ich mainen aigenen Slang erfunden – MigrantisCH. Wird mit CH geschriebe. Verschiedene Kreise fordern, dass du am ESC mitsingst? Wir es das jemals geben? Das Chomitte hat mich angerufen, aber ich habe abgelehnt. In einem Song singst du über eine Giraffe, dem jemand Viagra ins Fressen tut. Wie kommst du auf solche Texte? Wenn man chaine Grensen hat,

chommt man auf solche Ideen. Ich habe auch andere Ideen, aber viellaicht isch es jest am Nachmittag noch su früh, diese su ersählen. Das isch dann erscht fällig wenn wir ain paar Bierli gehabt haben. Aber die Geschichte hat aine Moral, dass man jemanden die ganze Zeit gehasst hat und wenn

den unglücklich, wenn sie nur mit ainem Menschen Liebe machen. Ich bin so poligam wie ain Chualabär während der Paarungszeit.

Was hört Müslüm selbst für Musik? Jeden Morgen gebe ich mir aine Portion «Süpervitamin». Ansonsten David Hasselhoff «I’ve been looking for Freedom» - wir haben viel gemainsam. Wir haben beide viele Brusthaare und eine Vorliebe für echsentrische Parties.

Zukunfsblick: Was sind deine Pläne? Ich aggiere waiterhin im Moment. Aber ich werde mainer Philosophie treu blaibe, mich chann man nicht unterchriege. Ich bin hartnächiger als ain Parasit, ain freundlicher Virus, der alle anstecken will mit seiner Liebesfilosofie. Wenn alle da drause auf der Schitrasse auf aine huffe lige und mitainander Liebe machen, dann hab ich main Siel erraicht.

Bekommst du auch Liebesbriefen von Fans? Ich bechomme viele E-Mails von Websaiten wie www.viagraforfree. com. Ainmal hat mir ain Inder Verarbeitest du mit diesem Song Fanpost geschicht, er hat mir gedeine Vergangenheit? sacht ich soll ihm maine Bankkon(lacht) Ich glaube nicht, dass ich tonummer überweise, dann würde potenztechnisch unterbemittlet bin. er mir Geld schichen.

Du darfst kein Schweinefleisch essen, aber Alkohol trinkst du? Das Leben ischt voller Widersprüche. Du bist ein Playboy, liebst die Frauen. Woher kommt das? Das ischt alles genetisch bedingt. Ich chann nichts dafür. Du bist in einer Beziehung, vom Freitag bis am Sonntag bist du aber Freiwild. Ist sie nicht eifersüchtig? Alles aine Frage der Chomunikasion. Ich behaupte, Menschen wer-

WETTBEWERB: Die NAKT verlost 2x2 Tickets für das Müslüm-Konzert vom 16.11 im KIFF. Sende ein EMail an info@kantizeitung.ch mit dem Codewort „Müslüm“ und nimm an der Verlosung teil.


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reportage


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unterhaltung

Fun-Facts

Gesammelt von Darja Keller KSWE

t sich n n e n e i l i h p a t No mmeln a S e v i s s e s b o das n. von Banknote asser w s s ü S r e it L r e Jed t beit n h c s h c r u D ist im bewereits von drei Leworden. sen getrunken

Die Mark durchsch e Guinness verk auft Millione nittlich 7 n Gläser Bier am Tag.

In England gibt es eine extra Telefonhotline für Richter, die eine Straftat begangen haben.

„Warmbleiben mit einer Axt“ ist der echte Titel eines praktischen Handbuchs. anL 1 1 1740 wurde in Frankreich t a h a k afri eine Kuh der Zauberei für Südssprachen, darunter de isi, a d n e schuldig befunden und v i h s T hosa, X i s i h. c s i gehenkt. l g n E d n Zulu u n, Japan ist die verhütu te o rb e v s e t is a k s la In A h freudigste Nation d ngsElch aus einem sicu n e e r in e Welt: 74 Prozent all genden Flugzeug z e w e e r b Paare benutzen beim Sex werfen. ein Kondom. Wer gegen ein n a m t ib e r Minimum an h c s d A In Thailan l u m i n i u m i mun ist, l“. der hat eine Aluminim „555“ anstatt „lo umminimumim m u n i t ä t. er au D ie d d ir w en d n A en In d ette des Rauchens einer Zigaren Zum „Mile High . m m o en g aß m it oft als Ze hört, wer an Bo Club“ gesich im Fluge b rd eines efindlichen Drei von vier Männern haben Luftfa hrzeuges Sex h atte. sexuelle Fantasien über die Menschen, mit denen sie Sende uns deine Fun-Facts an: arbeiten. info@kantizeitung.ch


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SELBSTTEST

t s s a p t r o Welcher Sp zu dir?

Der Winter kommt und alle freuen sich aufs Skifahren! Alle? Nein, nicht ganz. Und für diejenigen, die sich mit rutschenden Brettern einfach nicht anfreunden können, haben wir hier eine Sammlung von alternativen Sportarten zusammengestellt. Welche passt an besten zu dir? Dank unserem professionellen Fragebogen wirst du es sogleich erfahren! Folge den Pfeilen: Rot für Nein, Grün für Ja. Von Cornelia Zierhofer KSWE & Laura Hänsler KSWE

Frauentragen it? ndin will nicht m eu Fr ie D h! sc ti Wie prak weh? n den High Heels vo e ss Fü e di n tu Ihr n. ach auf den Rücke Dann pack sie einf folgende Regeln: gs in rd le al te ch Bea d 7 Jahre alt sein un 1 s en st de in m s 1. Sie mus Miernfalls wird das nd (a n ge ie w o il K 49 s eines Kartoffelsack e lf hi it m ht ic w nimalge erreicht) ben. müssen Spass ha 2. Alle Beteiligten cht erlaubt. 3. Abstellen ist ni iter! Hoppe, hoppe Re

Dog-Surfing

n, rschicke o v d n u nH lieber de r e b l a h t n? Vorsich betätige u z r e b l e s als sich tion der Competi t du bei s i g b o D n f n r a D t Su ay Resor B o d a n o Cor d brett un . f g r i t u h S c i n r i e ind genau auchst s r b ie stand u d w o s s a r w e t s s e All wus selbstbe d n u l i t . ein S ter Hund s e f r e s s s! und wa das Spas t h c a m , f f Wuff, wu

Schach-Boxen

In dir steckt sowohl die sanfte wie a kämpferisch uch die e Seite – da nn versuche Schach-Box dich im en! Die Sportar t entstand a us einem Ku jekt. Boxen nstpround Schach s p ie le n wechseln in insgesam sich t 11 Runden ab. Wer K.O Matt geht, v oder erliert. Bring Körpe r und Geist ein Einklang !

Extrem-Bügeln Sport? Bäh. Haushalt? Langweilig. Das dachte sich 1997 auch Philipp Shaw. So packte er kurzerhand sein Bügelbre tt und nahm es mit auf die nächste Bergto ur. Extrembügeln ist eine ausschließlich im Freien ausgetragene Extremsporta rt mit dem Ziel, selbst unter anspruchsvollste n klimatischen, geographischen und körper lichen Bedingungen Wäsche zu bügeln. Yeah! Los geht’s!


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SELBSTTEST Ich kenne den Unterschied zwischen BMX und BMI

Sport ist Mord

Folge den Pfeilen: Rot für Nein, Grün für Ja. Ich kenne die Namen aller Muskeln in meinem Körper

Treibe ich längere Zeit keinen Sport, dann werde ich nervös

Auf meiner Prioritätenliste steht Sport ganz oben.

Mein Mittelfinger ist länger als mein Zeigefinger

Ich bin Partnerorientiert

Die Olympischen Spie sind mein Lebensziel

Ich teste gerne meine Grenzen aus

In meiner Beziehung hat die Frau die Hosen an

Ich mag Sport. Ich kann es mir Stundenlang im Fernsehen ansehen.

Konflikten gehe ich aus dem Weg

Frauentragen

Schach-Boxen

Extrem-Bügeln

Ordnung ist überlebenswichtig

Ich mag Tiere

Dog-Surfing


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wettbewerb


reportage


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unterhaltung

Rätseleilige gegen langw Lektionen 1

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Kennzeichen Farbe Besitzer Beruf Vier Herren haben ihre Autos nebeneinander parkiert. Auf den Kontrollschildern der Wagen stehen die Kennzeichen folgender Kantone: Basel-Stadt BS; Luzern LU; St. Gallen SG und Zürich ZH. Die Namen und Berufe der Autobesitzer sind verschieden.

Hinweise: Herr Keller besitzt ein blaues Auto. Das vierte Auto ist nicht grün. Das Auto des Kaufmanns steht links neben dem Basler Wagen. Das dritte Auto ist rot. Der Besitzer des Autos mit dem St.Galler Kennzeichen ist Architekt. Herrn Müllers Auto steht links vom grünen Wagen. Auf dem Kontrollschild des zweiten Wagens steht nicht das Luzerner Kennzeichen. Ein Auto ist gelb. Der Besitzer des Zürcher Wagens heisst Meier. Der Wagen des Gärtners steht rechts neben dem Auto mit dem Basler Kennzeichen. Der zweitletzte Wagen gehört dem Arzt. Herr Hauser ist beruflich als _________________ tätig.


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unterhaltung

Zahlenrätsel

Sudoku Schwierig:

Gesucht wird eine achtstellige Zahl, die 2 Einsen, 2 Zweien, 2 Dreien und 2 Vieren enthält. Die Einsen in dieser Zahl sind durch eine Zahl voneinander getrennt, die Zweien durch zwei Stellen, die Dreien durch drei und die Vieren durch vier Stellen. Wie lautet die Zahl?

Spion Ein Spion wollte in eine gut bewachte Stadt eindringen. Um an der Stadtwache vorbeizukommen muss er jedoch die richtige Parole nennen. Um diese herauszufinden versteckt er sich also nahe dem Eingang und belauschte die Einkehrenden. Zuerst kam ein Hirte. Der Wächter sagte „acht“, und der Hirte antwortete „vier“ und wurde eingelassen. Ein wenig später kam ein Bauer. Der Wächter sagte „achtundzwanzig“, und der Bauer antwortete „vierzehn“ und durfte passieren. Dann kam ein Bettler. Der Wächter sagte „sechzehn“, und der Bettler antwortete „acht“ und wurde eingelassen.

Sudoku Medium:

Spion dacht die Parole durchschaut zu haben und lief zum Tor. Der Wächter sagte „zehn“ und der Spion antwortete „fünf“. Sofort wurde festgenommen. Was wäre die richtige Antwort gewesen?

Lösungen auf Seite 27


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HINTERGRUND

Die Punkszene schwelt im Verborgenen „Verschwende deine Zeit! Anarchy and Peace! Fuck The System!“, sind nur einige der Sprüche in einem Meer von Konzepten und Ideologien, die sich unter dem Titel „Punk“ vermarkten. Doch gibt so etwas auch in unserem weiss-söckigen Kanton der Karotten? Text: Raffaele Perniola AKSA Foto: Tim Honegger KSWO

Die Antwort lautet „Ja“. Aber bei der Frage, wie gross die Aargauer Punkszene sei und wie aktiv da noch gerotzt und „gepogt“ werde, schallt einem ein lautes „Bö?!“ entgegen. Als ich mit 12 oder 13 Jahren meine ersten Schritte in dieser sogenannten Subkultur tätigte, glaubte ich, meinen Platz darin zu kennen. Ein kleiner Dorfpunker, wie wütend er auch auf die Welt und das System sein mochte, war nur ein Weichei und Poser, verglichen mit den finsteren Gestalten am Bahnhof Aarau. Die „Aperto-Punks“, wie sie nicht nur von mir genannt wurden, stationierten sich vor dem namengebenden Laden und diskutierten dort über wahre Anarchie und Revolution. Sie fürchteten die unmittelbare Gefahr für die Szene, wenn noch mehr Kinder vom Land sich entschieden hätten, sich einen Irokesen-Haarschnitt zuzulegen. Das war der harte Kern der Szene im Kanton, davon war ich überzeugt.

Die harte Wahrheit musste ich im Laufe der Jahre erfahren. Diese Gang war gar keine Gang und die meist selbst aus kleinen Dörfern stammenden Punks waren auch nur jugendliche oder junge Erwachsene, die sich trafen, um Spass zu haben. Bis heute ist aber noch unklar, wer da beim ehemaligen Aperto des alten Bahnhofes seine Tage verbrachte. Heute sieht man solch vorbildliche Rebellen mit farbenfroher Haartracht und kartierten Hosen im Raum Aarau kaum mehr, doch sie existieren noch. Bei Konzerten im W3NK in Aarau oder bei Szenen-Parties, wie dem alljährlichen „Affenarschfest“, vor allem aber an autonomen Treffpunkten wie dem KuZeB in Bremgarten sind die guten alten Punketten und Punker anzutreffen. Die Szene ist jedoch nicht überwältigend und für grössere Veranstaltungen muss man auf deutschschweizerischer Ebene Ausschau halten. Ein guter Freund geht immer an die „Punker-Picknicks“


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hintergrund in Chur und sagt mir, dass dort noch das wahre Szenen-Leben stattfinde. Trotzdem bleibt im Aargau der Begriff „Punk“ lebendig. Es gibt aargauische Punk-Websites und Fanzines, und viele Aargauer Bands zelebrieren auch heute die alte Lehre des Drei-AkkordeRocks. Sogar eine lokale Antifa soll es hier geben, wird gemunkelt. Ich selbst bin zahmer geworden mit der Zeit, einerseits im Charakter, aber vor allem im Aussehen. An meinem eigenen Beispiel erkennt man, dass ein Punk nicht immer gleich ein Punk ist. Die wirkliche Punkszene im Aargau versammelt sich nicht an bestimmten Orten und kleidet sich auf eine bestimmte Art (auch wenn die Wichtigkeit einer solchen „Hardcore-Szene“ nicht abzustreiten ist). „Frage zehn Punks, was Punk ist und du wirst zehn verschiedene Antworten kriegen“, besagt eines meiner Lieblingsgebote. Die Attitüde der Rebellion und des NichtKonformen findet man fast überall in der facettenreichen Jugendkultur. In gewissen Gruppierungen (wie bei den Anarchisten) sind die Spuren der Punk-Kultur offensichtlich zu erkennen, doch sickert die Ideologie selbst an weniger politisierten Orten durch, wie zum Beispiel bei alternativen Künstlerkreisen. Musik ist auch nicht mehr ein Thema. Es gibt Rapper, die eine punkigeren Einstellung haben als manche Rockband.

„Frage zehn Punks, was Punk ist und du wirst zehn verschiedene Antworten kriegen.“

Kontroversen über die heutige Jugend fördern Konflikte zwischen den Generationen und stacheln immer wieder ein Comeback der Rebellionsgedanken an, welche die Szene vor vierzig Jahren ins Leben riefen. Gerade die Diskussion über Club-Schliessungen und das forcierte Aussterben der abendlichen Ausgangskultur gaben den Anreiz für illegale Konzerte und Parties mit der Devise: „Die Jugend nimmt sich, was der Jugend gehört!“. „Tanz dich frei!“ sollte

nach dem Erfolg in der Hauptstadt nun allen ein Begriff sein. Ähnliche Veranstaltungen waren eine beliebte Waffe der Jugend in der frühen Punkszene. Wenn dieser Artikel veröffentlicht sein wird, werden die geplanten Demos dieser Art in Aarau und Zofingen Geschichte sein und man wird dann sehen, wie gross die Punkszene im Aargau wirklich ist.


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festivalbericht

Touch The Air lernte aus dem Vorjahr Das Touch The Air fand dieses Jahr zum zweiten Mal in Wohlen statt und konnte die Erstausgabe sogar noch toppen. Dies verdankt das Festival nicht nur Stars aus der Hip-Hop- und Electro-Welt, sondern auch dem unschlagbaren Wetter. Die Organisatoren verzeichneten an den drei Tagen 45‘000 Festivalbesucher. Text & Foto: Tim Honegger KSWO

Am Donnerstagabend schien das Touch The Air allerdings komplett ins Wasser zu fallen. Eine Sturmmeldung machte auf dem Festivalplatz die Runde und kurze Zeit darauf flogen Zelte und Pavillons durch die Luft. Das Unwetter gipfelte darin, dass die Fahrleitung der Bremgarten-Dietikon-Bahn eine Stunde lang unterbrochen wurde – der erste Abend wurde quasi zum Sturm vor dem Sturm. Die Festivalbesucher liessen sich dadurch indes nicht beirren – und behielten damit Recht. Denn fortan bescherte Petrus dem Touch The Air nahezu karibisches Wetter, und liess Acts wie Tyga, DJ Antoine und Pitbull für gute Stimmung sorgen. Insgesamt traten an den drei Tagen – am Sonntag fand kein Programm mehr statt – über 56 Artisten aus aller Welt auf den beiden Bühnen beim Wohler Wald auf. Den unangetasteten Höhepunkt bildete der Auftritt des Amerikaners B.O.B. Der Newcomer vereinte Feinfühliges und Partystimmung wie kein anderer und liess die Konzertbesucher durchdrehen. Das Line-Up des Touch The Air konnte somit locker mit dem letztjährigen mithalten. Das Festival hat sich innerhalb von nur zwei Jahren zu einer ernstzuneh-

menden Konkurrenz zu etablierten Festivals wie dem Openair Frauenfeld gemausert. Die Organisatoren lernten auch aus dem Debüt im Jahre 2011. So wurde der Geländeplan angepasst das will heissen: grösserer Zeltplatz, mehr Abstand des Campings zum Festivalgelände und weiter entferntes Parking. All dies führte zwar zu grösseren Strecken für die Besucher, doch machte das Openair insgesamt angenehmer. Auch dass am Sonntag keine Bands mehr auftraten, führte unter den Besuchern nicht zu Kritik – nach drei Tagen des Feierns waren wohl die meisten froh, endlich nach Hause zu gehen, warm zu duschen und Schlaf nachzuholen. Trotz dem Erfolg der diesjährigen Ausgabe findet im kommenden Jahr wohl kein Touch The Air statt – das war bereits im Vorfeld klar. Im nächsten Jahr kehrt es zu seinen Wurzeln zurück: als Touch The Lake-Festival am Zürifäscht. Noch hält sich der Organisator Ferris Bühler allerdings bedeckt, ob 2013 tatsächlich kein Touch The Air stattfindet. Sollte dem so sein, wird das Festival im Jahre 2014 jedoch höchstwahrscheinlich nach Wohlen heimkehren.


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festivalbericht

Zurich Openair: Wetter katastrophal, Stimmung genial! Wenn die Möchtegern-Hauptstadt der Schweiz ein eigenes Festival hat, dann gleich ein richtiges. Mit Skrillex konnten die Organisatoren den Publikumsmagneten schlechthin engagieren. Trotz der grandiosen Acts gab es auch kritische Stimmen. Text & Foto: Tim Honegger KSWO

Donnerstagabend, Festzelt des Zurich Openair: Alle warten gespannt auf den kalifornischen Shootingstar Skrillex. Nach dem zwar netten, aber nicht gerade mitreissenden Konzert von Lykke Li bersten die Besucher nahezu vor überschüssiger Energie. Als der Gott des kommerziellen Dubsteps schliesslich die Bühne betritt, geht die Hölle los. Eine Lichtshow, wie man sie sich auf einem Ecstasy-Trip vorstellt, zieht einem den Boden unter den Füssen weg und der Schall vergewaltigt die Ohren des Publikums. Skrillex lässt zusammen mit Flux Pavilion peitschende Wogen aus Schall über das Publikum hinwegfegen. Knapp zwei Stunden sehen die Leute aus, als seien sie gerade einen Marathon gelaufen: glücklich, aber gänzlich zerstört. Bis zum Sonntagabend würde sich dieses Szenario nach Konzerten von The Prodigy, 2manydjs und The Chemical Brothers noch einige Male wiederholen. Dass mit Lykke Li, The Killers und Skrillex gleich mehrere Headliners am Donnerstagabend auftraten, war ein geschickter Schachzug der Organisatoren. Denn wer einmal am Festival war, musste wegen des Tickets gleich bis zum Ende bleiben. Ein Ärgernis war die Einführung des Jeton-Systems. Die Besucher mussten für 2.50 Franken Jetons kaufen, mit denen sie sich an den Ständen verpflegen

konnten. Die Begründung der Organisatoren: „Da die Verkäufer kein Rückgeld ausbezahlen müssen, spart das Zeit bei den Ständen.“ Ironischerweise mussten die Festivalgänger stattdessen bis zu 90 Minuten anstehen, um überhaupt an die Jetons zu gelangen. Ausserdem führte dies dazu, dass alles tendenziell teurer wurde. Kostete eine Pizza zuvor 6 Franken, zahlte man nun drei Jetons, also 7.50 Franken. Über dieses Zahlsystem wurden folglich auch online gelästert, was das Zeug hielt. 2010 ging das Zurich Openair arg in die Hose. Das Festivalgelände stand zeitenweise komplett unter Wasser – dementsprechend verhalten strömten die Besucher nach Rümlang. Das Loch in der Kasse war danach dermassen tief, dass im folgenden Jahr kein Festival stattfand. Die Organisatoren lernten aus der Schlammschlacht und installierten dieses Jahr flächendeckend Platten, damit sich die Horrorgeschichte nicht wiederholt. Das hat sich ausbezahlt: Erneut kannte der Regen kein Erbarmen und goss während zweier Tagen aus allen Kübeln. Der Untergrund hielt den Wassermengen jedoch stand. So bleibt das Zurich Openair mit einer durchzogenen Bilanz in Erinnerung: Zwar zu einem angemessenen Preis und einem Hammer-Lineup, dafür mit vereinzelten organisatorischen Fauxpas.


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INSERAT


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entertainment

Die Lieblingswitze unserer Rektoren Jede Kantonsschule hat einen, auf jeder Schulwebsite findet man ihn, unter viele Briefe setzt er seinen Namen. Doch f端r viele Sch端ler sind Rektoren nur irgendwelche ungreifbaren Gestalten. Wir haben diesen Mangel erkannt und bieten nun eine einmalige Plattform f端r die Rektoren, sich sch端lernah und kollegial zu zeigen. Denn auch Rektoren sind nur Menschen und lachen gerne. Dies sind die Lieblingscartoons- und Witze eurer Schulleiter. Text: Tabea Wullschleger AKSA

Wie viele Arbeiter braucht ma n, um einen Trabi zu bauen? Zwei: Einer faltet, einer klebt. Wie verdoppelt man den Wert des Trabis? Indem man ihn volltankt.

daniel franz nksa

martin burkard aksa

Woran erkennt man den Trab i Sport? An den Turnschuhen auf der Heckablage.

hans rudolf stauffacher baden SITA US VILATE INISSE TABERNIT; DATIS APIS POTANDA BIGONE ZOFINGE.

kurt wiedemeier wettingen

franz widmer wohlen

stefan prochaska zofingen


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investigativ

Lehrer wässert Smartphone seiner Schülerin Wegen einer Lüge hält der Wohler Italienischlehrer Luigi D‘Amico das Smartphone seiner Schülerin unter das laufende Wasser – und bereut es kaum. Text: Tim Honegger

Eklat im Italienisch-Unterricht: Am Montagmorgen will die Drittklässerlin auf ihrem Samsung Galaxy SIII den Stundenplan ihres Geschichtslehrers abrufen. Plötzlich steht ihr Italienisch-Lehrer, Luigi D’Amico, mit ausgestreckter Hand vor ihr. Für sie ist klar: Nun wird ihr Smartphone bis Ende der Lektion auf dem Lehrerpult liegen. Doch diesmal läuft alles anders: Herr D’Amico läuft schnurstracks am Lehrerpult vorbei zum Trinkhahn und hält das Handy laut einem Klassenmitglied „etwa drei Sekunden“ unter laufendes Wasser. 850 Franken – so viel kostet das Handy ohne Abonnement – sind im Eimer. Das Handy war brandneu, Michelle hatte es erst sein anderthalb Monaten. Fragliches Druckmittel Herr D’Amico erklärt seine Sicht auf die Vorkommnisse und klärt die NAKT über seine Handy-Politik auf. „Jeweils in der 1. Klasse sage ich den Schülern, dass der Gebrauch des Handys im Unterricht nicht erlaubt ist“, so D’Amico. Wird ein Schüler dennoch erwischt, landet das Mobiltelefon bis Ende der Stunde auf seinem Pult. Dasselbe gilt, wenn der Schüler erneut erwischt wird. „Nach dem zweiten Mal sage ich jedoch: Das nächste Mal werden wir doch mal schauen, ob ihr Handy wasserdicht ist.“ Dass dieser Test sinnlos ist, weiss Herr D’Amico sehr wohl. Er räumt ohne Umschweife ein, dass diese Massnahme lediglich ein Druckmittel ist, „um das Offensichtliche offensichtlich zu machen“, wie er meint. Stutzig macht jedoch, dass es bei Michelle nicht das dritte Mal war – das gesteht sogar D’Amico: „Ich

kann nicht mit Sicherheit sagen, dass diese Schülerin ihr Handy schon zweimal im Unterricht benutzte.“ Der wahre Grund, weshalb D’Amico direkt zu seiner Wasserprüfung griff, muss also ein anderer gewesen sein. „Ausschlaggebend war, dass sie mich anlog. Ich fragte sie, ob sie ein Handy unter dem Tisch habe – sie verneinte dies. Zudem behauptete sie, ich würde bei den anderen Schülern nichts sagen.“ Daraufhin platzte dem langjährigen Lehrer der Kragen und er hielt ihr Smartphone unter das laufende Wasser. Doch auch hier dementiert er, das Telefon drei Sekunden lang unter den Hahn gehalten zu haben. „Das waren lediglich ein paar Tröpfchen! Und solche Superdinger sollten doch nicht so schnell kaputtgehen“, meint D’Amico kopfschüttelnd. „Inakzeptable Reaktion“ Auch die Schulleitung wurde über den Vorfall informiert, doch diese hält sich zurzeit zurück. „Am besten regeln die beiden Beteiligten die Sache unter sich“, sagt Rektor Franz Widmer. Für ihn ist klar, dass Herr D’Amico den entstandenen Schaden begleich muss, „denn diese Reaktion liegt nicht in dem Rahmen, der an unserer Schule als akzeptabel gilt. Zudem handelt es sich juristisch gesehen um eine Sachbeschädigung – die Lage ist hier eindeutig.“ Diese Einsicht teilt Italienischlehrer D’Amico nicht. „Jemand muss für den Schaden aufkommen. Wer das sein wird, ist aber noch offen.“ Grosszügig fügt er an: „So wie ich mich kenne, werde ich das sein.“


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augeschnappt

aufgeschnappt! Wenn man bewusst hört, kommt einem so einiges zu Ohren: Amüsantes, Treffendes, Beschämendes, Dummes, Selbstironisch, Überraschendes. Gewisse Leute sollten mehr hören – andere weniger reden. Wie auch immer: Hier ist eine Sammlung von Gesprächen, die alle so oder so ähnlich stattgefunden haben. 1. Cafeteria „Hey häsch ghört? Die wänd weder neui Stüehl chaufe fürd Mensa.“ „Nei? Das gehts jo gar ned!“ „Doch, voll scho. Und weisch wie vell händ die „alte“ gchostet?“ „Näi?“ „Mindestens 5‘000.“ „Pfff. Typisch Schuelleitig. Und nochher händs weder z wenig Gäld zums Theaterfreifach ide 4. azbüüte.“ „Weisch was hanich ghört?“ „Nei.“ „Die Farb im Stägehuus vode Mensa? Die hät doch sone dunkli Farb.“ „Jo, sones gruusigs dräckigs Schwarz?“ „Genau. Die isch imfall speziell. So gschützt. So chli wie es Naturkulturerb oder so.“ „Als nöxts chaufets dänn iPads für all Schüeler...“

nei, met dene, lueg die mol ah, voll gruusig!“ „Aber... du häsch si doch küsst?“ „Jo eh, aber hey nei, was händs sGfühl, ich nem eifach ergendeine oder was?“ „Hm.“ „Hey?“ „Was?“ „Fendsch ich ben dick?“ 3. Lehrperson „Bei den Fotografien ist es wichtig, dass das Objekt nicht in der Mitte des Bildes ist.“ „Wieso?“ „Das chönt ich Ihne jetzt scho erkläre. Es geht sones 3er Raster. Aber s‘isch chli kompliziert.“

4. Unterricht „Ich würd gern mit ehne ufe Exkursion goh. Ähm, gohts ehne am Ziistig de Foifne?“ „Dänn hämmer SPF.“ 2. Mädchengarderobe „Sie händ all SPF?“ „Hey neei.“ „Äh, jo?“ „Was?“ „Be wem? Dänn schribich ihm es E-Mail.“ „Regt mich voll uf.“ „Be verschidne.“ „Was?“ „Ah was? Sie händ verschideni SPF?“ „Sie meinet eifach voll, ich säg mitem Fritz* zäm„Jo.“ me.“ „Be verschidne Lehrer?“ „Jo – besch ned?“ „Jo.“ „Hey hallo, secher nöd! Nume wellmer umegmacht „Aber all zur gliche Ziit?“ händ? S gliche händs scho bem Sepp* gmeint. Und „Äh. Jo?“ bem Johnny*. Kei Ahnig was die all vo mer wänd, ey „Sache gehts...“


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kontroverse

Teachers, Leave Us Kids Alone! Die Schülerschaft wird oft gerügt, durch Lehrpersonen, durch die Schulleitung. Ist die Lehrerschaft auf der Gegenseite ohne Fehl und Tadel? Ohne Tadel: Ja. Ohne Fehl: Nein! Was allgemein am Unterricht bemängelt wird, kann folgendermassen zusammengefasst werden: Text: Joshua Jèsus Andres

Realitätsferne Schüler wollen etwas lernen, was auch einen tatsächlichen Nutzen im Leben hat. Sie wollen sich mit Dingen befassen, die sie selber erlebt haben bzw. erleben werden. Unterforderung In gewissen Fächern ist der Unterricht langweilig, weil man nicht gefordert wird. Die Übungen sind trocken und man könnte sie genauso gut zu Hause erarbeiten. Vielleicht sollten sich diese Lehrer an ihre Uni-Zeit erinnern und auch einmal dieses Niveau hervorholen. Langeweile Lernen soll keine Freude machen!, scheint die Maxime mancher Lehrer zu sein. Dabei sind Anekdoten, Witze, Humor und persönliche Erlebnisse die wichtigsten Zutaten eines guten Vortrags. Das Lachen eines einzigen Schülers weckt 10 andere aus dem Halbschlaf und zudem deren Interesse.

Reflexion In jeder grösseren Arbeit kommt am Schluss eine Reflexion. Der Unterricht, die grösste Arbeit des Lehrers neben dem Vorbereiten (!), hingegen ist fast nie Thema einer gemeinsamen Reflexion einer Lektion. Teilweise liegt es wohl daran, dass Lehrer Angst vor dem Urteil ihrer Schüler haben, teilweise wird es von ihnen wohl gar nicht in Betracht gezogen. Leider. Enthusiasmus Wenn der Unterricht den Lehrer noch mehr nervt als die Schüler, läuft es gar nicht. Nur engagierte und von ihrem Fach faszinierte Lehrer vermögen eine Atmosphäre zu schaffen, die zum Lernen anregt.


Men in Black IV Männer in Schwarz sind an der Kanti aufgetaucht. Ein Mitglied der Schulleitung führte sie durch unsere Anlagen. Abgesandte der Troika, die unsere Ausgaben kontrollieren wollen? Oder Aliens, die uns Kantischüler im Geheimen foltern und ihr Werk einmal von Nahem ansehen wollen? Ex-Banker, die über den spannenden Neuanfang, den unsere Klostergärtnerei und die Arbeit in der Natur bringen kann, informiert werden? Die Vermutungen überschlagen sich. Doch wir bleiben ruhig. Wir sind die Elite. Uns bringt nichts aus der Ruhe.

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akte-t

AKTE-T

wettingen nomen est omen Hier eine kleine Variation der Namen der Schulleitungsmitglieder: Wiedekurt (il classico) (La) Courte Vie de Mayer Stirnekurt Stirnepeter Hansmartinstirnekurt Wiederyser Stirnehans Kurtmartinwiede


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kantinews

kantinews Wohlen:

aksa:

Die ewigen Provisorien der Kanti Wohlen Nach dem provisorisch errichteten Pavillon im Jahre 2009 besitzt die Kanti nun ein weiteres Provisorium: das Atrium. Im Eiltempo beschloss der Grosse Rat dessen Bau und innert weniger als sechs Monate stand das Gebäude, welches Platz für rund zehn zusätzliche Klassen bietet. Der neue Klotz sei indes nur eine Übergangslösung, wird gemahnt. Dasselbe galt für den Pavillon: Dieser wurde 1966 gebaut und steht heute noch – und niemand glaubt daran, dass dieser je wieder verschwinden wird. Im Gegenteil: Zu erwarten ist eher, dass die Kanti Wohlen eines Tages um ein zusätzliches „Provisorium“ erweitert wird. Der einzige Grund, den Abriss des Atriums zu begrüssen, ist seine schreckliche Farbe. Beim Anblick des inhomogenen Giftgrün am Fussboden leert sich einem ja nahezu der Magen. Doch bis dahin wird noch einige Zeit verstreichen. „Das Atrium ist für fünf bis acht Jahre ausgelegt“, erklärte Prorektor Waldemar Feller gegenüber der Zeitung „Der Sonntag“. Aus diesem Grund bleiben einige der Schulzimmer im Atrium vorübergehend unbenutzt. Für die Zeit danach erwartet die Wohler Schulleitung, dass der Kanton ein Gesamtkonzept ausarbeitet, „damit ein Neubau erstellt werden kann“. Das Wachstum an den Aargauer Kantonsschulen kennt scheinbar keine Grenzen. - Tim Honegger KSWO

Die Treppe des Grauens Erster Tag nach den Ferien, die Schülerschar strömt wieder in die Schulhäuser. Man erzählt sich Ferienerlebnisse, schlendert gemütlich zum Schulzimmer. Nicht so jedoch im Aquarium an der Alten Kanti: „Oh mein Gott, was ist das denn?!“ und „Was soll der Scheiss?“ tönt es von der Treppe her. Manche stossen nur ein schlichtes „Wääh“ aus, andere beginnen demonstrativ zu würgen. Die einst grau melierte Treppe wurde über die Ferien renoviert, genauer: mit einem neuen Belag überzogen. Dieser ist rutschfest, was angesichts des kommenden Winters und der grossen Schülermassen eine gute Idee wäre. Wäre! Denn da ist noch die neue Farbe, ein undefinierbares Gemisch aus rosa und braun. Unwürdig für einen Namen, wurde die Farbe mit vielen Vergleichen bedacht: man kann sie sich vorstellen wie die Mageninnenwand einer Kuh, wie Durchfall oder wie eine rohe Cervelat. Einziger Trost: Der neue Belag wurde nur auf den untersten beiden Treppenabschnitten angebracht. Wir können nur hoffen, dass die Verantwortlichen dieser Schulhausverunstaltung nicht bemerken, dass auch die Treppen in den oberen Stockwerken rege benutzt werden. - Tabea Wullschleger AKSA

Wettingen:

Silentium Der Umbau des Langbaus war ein Kurzbau. Pünktlich nach den Sommerferien sind die Räume fertig renoviert und dürfen nun wieder durch Chemie-Experimente demoliert werden. Im ersten Stock ist neu das Silentium zu finden. Ein Raum, in dem die Elite in Stille an den Hausaufgaben arbeiten darf, hoffentlich ungestört von Chemie-Explosionen. - Joshua Andres KSWE


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lösungen

Rätsel Lösungen 1

2

3

4

Kennzeichen

SH

ZH

BS

LU

Farbe

gelb

grün

rot

blau

Besitzer

Müller

Meier

Hauser

Keller

Beruf

Architekt

Kaufmann

Arzt

Gärtner

Medium:

Schwierig:

Spion: „Vier“ wäre die richtige Antwort gewesen, denn das Wort zehn hat genau vier Buchstaben.

Zahlenrätsel: Die gesuchte Zahl lautet 23421314 oder rückwärts 41312432.

Ihre Zukunft beginnt am

17.11.12

3. Aargauer Studienmesse 10.00 bis 17.00 Uhr, in Baden, beim Nordportal ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau Schmiedestrasse 13, Gebäude 1485, 5400 Baden. www.bdag.ch


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kanti-originale

Julian Cooke: zero fucks given Was muss ein Mensch vorweisen können, um ein Original zu sein? Bestimmt muss er eine interessante Persönlichkeit haben, muss polarisieren und auffallen. All diese Eigenschaften besitzt Julian Cooke und darum ist er der Richtige, um an der Alten Kanti Aarau diese neue Serie über Kanti-Originale zu eröffnen. Julian sieht man immer schon von weitem, oder genauer gesagt: seine Haare. Mal türkisblau, mal wasserstoffblond, mal rot. Hauptsache, immer wieder eine neue Farbe. Er mache das nicht etwa, weil er Träger einer tiefgründigen Botschaft sei, sondern schlicht aus Spass und weil es ihm sonst langweilig würde, sagt er. Die gleiche Einstellung hat Julian auch zur Mode: Er zieht an, was ihm gerade Freude bereitet. Dass manche über sein auffälliges Erscheinungsbild tuscheln, macht ihm heute nichts mehr aus. Doch das war nicht immer so. Erst seit seinem Outing wechseln seine Haare ständig die Farbe, und erst seither hat er seinen eigenen Modestil. Er sagt von sich: „Ich bin immer selbstbewusster geworden, je mehr ich selbst mit mir im Reinen war, je mehr ich mich selbst voll und ganz akzeptierte.“ In seiner Schulzeit in Gränichen war das Leben für ihn noch nicht so locker. Er lebte in seiner Kindheit in Vancouver, da sein Vater Kanadier ist. Julian wuchs zweisprachig auf, was ihm heute beim Besuch der Immersionsklasse ein enormer Vorteil ist. Damals bescherte es ihm jedoch bloss den Stempel „Ausländer“. Zudem ist er Sohn einer Pfarrerin und eines Pfarrers, was ihn zusätzlich von den anderen unterschied. Obwohl er seine Homosexualität damals noch unterdrückte, wurde er auch für sein andersartiges Verhalten ausgegrenzt. Erst im offeneren Klima der Kanti kam er an den

Punkt, an dem er erkannte: „Julian, was machst du da eigentlich? Ich bin mir sicher, dass ich schwul bin, wieso soll ich mich weiter verstellen?“ Anfangs konnte er nicht auf die Unterstützung seiner Eltern zählen, doch sie setzten sich mit dem Thema auseinander und so wuchs die Akzeptanz. Es herrsche anderswo noch viel Unsicherheit im Umgang mit seiner Person und seiner Sexualität, obwohl er das nicht ganz nachvollziehen könne, erklärt Julian. Die Erfahrungen des Andersseins und der Selbstakzeptanz hatten sicher auch einen Einfluss darauf, wer Julian heute ist: ein selbstbewusster junger Mann mit wechselnden Haarfarben, einer, der Unmengen an Büchern verschlingt, gerne philosophiert und dem die schlechten Noten in Mathe inzwischen so egal sind wie schräge Blicke von seinen Mitmenschen. Text: Tabea Wullschleger AKSA


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kanti-originale

marc fischer:

die bärtige bass-ballerina Nicht viel Aufwand war notwendig, um Marc Fischer davon zu überzeugen, Teil dieser neuen Rubrik zu werden. Wohl auf niemanden an der Kanti Wohlen trifft der Begriff „schulbekannte Persönlichkeit“ so gut zu, wie auf ihn. Marc ist bekennender Minimalist, was den Aufwand für die Schule angeht. Trotzdem kommt man an der Kanti praktisch nicht um ihn herum. Er ist bei fast allen Projekten involviert. „Zu viele Schnarchnasen ziehen ihre obligatorischen Jahre an der Kanti einfach so durch, ohne dass man sie je gesehen oder mit ihnen geredet hat. So einer bin ich nicht“, sagt Marc selbst über sein Engagement. Egal ob bei Konzerten oder am Kantiball: Dort wo es technisch etwas zu erledigen gibt, ist Marc nicht weit. Auch musikalisch sehr interessiert, ist er zudem seit jeher stolzer Verfechter der E-Bass-Kultur an der Kanti Wohlen. Und er wird nie müde beim Kampf gegen die Vorurteile, die über den Bass(-Spieler) kursieren. Seine Fähigkeiten als Musiker offenbart er nicht nur im Jazzensemble, sondern auch in zwei Bands. Mit „Tie and Tuxedo“ hatte er schon zahlreiche Auftritte, bald wird auch ihr erstes Album erscheinen. „Haar, Bart, Ranze“: Das war seine - wohl ziemlich treffende - Beschreibung zu seiner Erscheinung vor einem Jahr. Als Metal-Anhänger hat er seine Musik verinnerlicht - vielleicht zu extrem. Irgendwann kam die radikale Veränderung: Haare und Bart mussten ab, und zur Freude der Frauen wurde nun der offene Charakter noch stärker durch sein äusseres Erscheinungsbild unterstrichen. Letztes Jahr hat Marc mit der Organisation der jährlichen Badtaste-Party dafür gesorgt, dass ihn wirklich jeder kennt. Er hat es geschafft, insgesamt 700 Leute

ins Wohler „Magnet“ zu locken. So waren sie verantwortlich für eine legendäre Party und für zahlreiche Augenringe am darauffolgenden Morgen - dem Besuchstag. Für die Erhaltung dieser Tradition sind wir und alle zukünftigen Generationen ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet. Auch für dieses Jahr haben sie wieder eine Badtaste-Party geplant. Marc sagt dazu: „Es ist für uns das letzte Jahr an der Kanti, also soll der Event noch grösser, krasser und extremer werden.“ Die Kantigilde ist gespannt und hofft, dass er auch seine Kleiderwahl - letztes Jahr war er eine Ballerina - noch toppen kann. Text: Patrick Züst KSWO


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Reisebericht

Zugpiraten mit Gummischwert durch Europa Zu Zweit reisen wir mit dem Zug 14 Tage lang quer durch Europa. Ein Plan existiert nicht. Eindrücke aus meinem Tagebuch. Text: Elia Blülle AKSA

Als kleiner Junge wollte ich mit dem Schiff ins Blaue segeln, das Leben dem Zufall überlassen. Ein Jahrzehnt später geht mein Traum in Erfüllung: Ich tausche das Schiff gegen den Zug, das Meer gegen Schienen. Kurzum, ich kaufe mir ein Interrail-Ticket. Der Pass ermöglicht kostengünstig die freie Zugbenutzung in ganz Europa. Schon meine Eltern kurvten in ihren wilden Jahren mit langen Haaren und Stirnband durch die Nachbarsländer und schwärmten davon. Ihre Geschichten imponierten mir, 2011 wagte ich den Trip meines Lebens. 10 Tage irrte ich alleine in unseren Nachbarsländern herum. Spätestens, als ich ohne Geld, ungewaschen und hungrig in Paris neben den Clochards die Nacht verbrachte, schwor ich mir: Nie wieder. Ein Jahr später stehe ich erneut am Bahnhof.

Tag 1, Aarau-Amsterdam Endlich! Das lange Warten hat ein Ende, in wie vielen schleppenden Schulstunden hab ich diesen Moment herbeigesehnt. Los gehts ins Ungewisse. Eingepfercht zwischen der morgendlichen Pendlerarmee fahren wir nach Basel. Der direkte ICN nach Amsterdam ist nur ein Perron weiter. Innert wenigen Stunden erreichen wir die Stadt an der Nordsee. Tipp: Billig Schlafen in Amsterdam: Camping Zeeburg. Tag 3, Amsterdam-Basel-Salzburg Eine reibungslose Woche wäre zu schön gewesen. Der erste Dämpfer liess nicht lange auf sich warten. Wir haben beide vergessen, unsere Bezugslimiten auf den Bankkonten zu erhöhen, und dass ist nur in der Schweiz möglich. Direktzug nach Basel und wir


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REISEBERICHT

überqueren wieder unfreiwillig unsere Heimatgrenze. Wir sind erst drei Tage unterwegs, es fühlt sich aber schon wie Wochen an. Nach durchgezechten Tagen in Hollands Metropole liegen die Nerven blank. Banklimite innert 30 Sekunden erhöht. Wir improvisieren: Nächster Halt Salzburg. Um 1.00 Interrailen verlangt viel ab, daher ist genug schlafen essentiell. Uhr morgens erreichen wir die österreichische Stadt und müssen im Bahnhof auf kaltem Marmorboden übernachten. Kaum sind wir eingedöst, entwendet ein Dieb Marc das Handy aus der Hand. Er kann den Flüchtigen zwar noch verfolgen, dieser rettet sich jedoch über die Gleise und wird beinahe von einem heranbrausenden Zug erfasst. Den Rest der Nacht verbringen wir auf dem Polizeiposten. Unsere zurückgelegte Distanz entspricht der Fluglinie Zürich-New York. Schlaf finden wir erst um 8 Uhr die englungarische Anleitung auf len. Wir schlagen ein und händigen auf einer Parkbank im Wald. dem Billetautomaten empfiehlt, ihr je umgerechnet 30 Fr. aus. Sie bei Unzulänglichkeit soll man ihn verschwindet alsbald bei der nächTipp: Keine Nudelsuppe im Zug schlagen, eine Grafik stellt diesen sten Station. Es dämmert uns, wir kochen, ist nicht erlaubt. Vorgang noch grafisch dar – kein haben wohl gerade unabsichtlich Witz. Eine Ungarin verdeutlicht die Korruption gefördert. Tag 5, Salzburg-Budapest uns, dass es sinnlos sei, eine FahrDie Tage in der Mozartstadt verkarte zu lösen. Auf diese Weisung Tipp: In Budapest empfiehlt bringen wir mit Schlafen und hin, nehmen wir es nicht mehr sehr sich kritisch zu essen, ansonsten Essen, die gleichzeitig stattfinernst mit dem bezahlten Fahren. riskiert man eine Lebensmitteldenden weltberühmten Festspiele Das rächt sich bitter, als wir nach vergiftung. sind uns reichlich egal. Der Osten dem Ausgang die zwei Statiruft. Erste Herausforderung in onen nach Hause schwarzfahren. Tag 8, Budapest-Berlin-HamBudapest: Geld wechseln. Einziger Prompt kommen wir in eine Konburg auffindbarer Bankautomat ist seit trolle, Diskutieren ist zwecklos. Nach drei Tagen Sowjetromantik Jahren defekt und die Dame an Plötzlich schaut die Kontrolleurin zieht es uns in den Norden. Pünktder Changekasse spricht ausser nach links und rechts und meint, lich stehen wir am Budapester «yes» und «no» kein Wort Engwir könnten ansonsten unsere Bahnhof. Ausgerüstet mit ungalisch. Die öffentlichen VerkehrsBusse auch gleich Bar bei ihr zu rischen Würsten – ich behaupte bis mittel sind die nächste Hürde, günstigeren Konditionen abbezah- heute, dass es Hundefutter war–


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rEISEBERICHT

Budapest lockt mit den Billigpreisen Partytouristen aus der ganze Welt an.

warten wir auf unseren Nachtzug. Nach zwei Stunden Ausharren ohne Informationen, verfrachten missmutige Bahnangestellte die Reisegesellschaft in drei Regionalzüge - Zustände wie in Tokio. Der Zug muss einen Erdrutsch umfahren, zwei Stunden bummeln wir zusammengepfercht durch die Gegend; französische Partytouristen verteilen grosszügig Schnaps, was die deutschen Urlauber zusätzlich in Rage versetzt. An unserer vermeintlichen Endstation werden wir in Busse verladen und nach einer weitere Stunde erreichen wir endlich unser Ziel. Spätestens als eine mazedonische Familie mit schreiendem Kleinkind unser Abteil betritt, können wir eine erholsame Übernachtung endgültig vergessen. Nach einem kurzen Nickerchen auf dem Berliner HB erreichen wir am selben Tag die Hansenstadt.

Tipp: Massenlager in den Herbergen lohnen sich. Diese sind günstig und man kommt schnell in Kontakt. Tag 10, Hamburg-Berlin(Stockholm) In Hamburg kommt uns auch das zweite Mobiltelefon abhanden. Ein dreister Dieb entwendet mein iPhone an der Aufladestation der Rezeption und wir geben innert einer Woche die zweite Anzeige auf. Doch die Trauer über den materiellen Verlust weicht der Vorfreude auf ….In Stockholm wollen wir uns von den Strapazen und Rückschlägen erholen, spontan reservieren wir für viel Geld einen Nachtzug. Am Tag unserer Abreise taucht in Hamburg eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf, die ganze Stadt steht still, sämtliche Verkehrsmit-

tel sind lahmgelegt. Unser Zug verlässt den Bahnhof mit immenser Verspätung, den Anschluss in Berlin verpassen wir. Die völlig überforderte DB spendiert uns ein Hotelzimmer im obersten Stock inklusive Regendusche und Blick auf die Berliner Skyline. Tipp: Trotz der Kriminellen kann ein Smartphone unter Umständen dein bester Freund sein. Tag 12, Berlin-Kopenhagen Stockholm liegt nicht mehr drin, 13 Stunden Reisezeit sind zu viel. Die Müdigkeit ist zu einer Dauerbelastung geworden und Aussichten auf Erholung existieren nicht. Es ist illusorisch, einen gesunden Schlaf im Zug zu finden; mehr als tiefes Dösen liegt nicht drin. Mit Augenringen und Cha-


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reisebericht osfrisuren nehmen wir die letzte Etappe nach Kopenhagen in Angriff. In den weitläufigen Parks der Königsfamilie finde ich endlich ein wenig Ruhe. Die Bankautomaten zeigen einen beängstigend tiefen Kontostand an, das Geld reicht knapp noch für ein Gummischwert, Fischernetz und eine selbstgebastelte Fahne. Diese unkonventionellen Souvenirs sind es uns wert. Tipp: Im Sommer überschwemmen Asiaten ganz Europa – auch die Züge. Möglichst einen weit entfernten Platz suchen, denn sie können sehr laut sein.

Aussicht über Berlin aus dem gesponserten Hotelzimmer – danke DB.

Tag 14, Kopenhagen-Aarau Die letzte Fahrt gehört wieder in die Horrorkategorie. Zuerst verpassen wir mangels unserer Aufmerksamkeit den Zug. Mit Glück können wir ihm hinterher reisen. Im Nachtzug steigt ein besoffener Kroate zu, der dermassen übel riecht, dass wir uns fluchtartig in

den Gang verdrücken. Nach insgesamt 6‘000 Kilometern und über 60 Stunden Zug fahren erreichen wir die Schweizer Grenze.


KANTIVERGLEICH


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studienmesse

Die Schweizer Hochschullandschaft zu Gast in Baden Suchen Sie nach dem passenden Studium? Am 17. November 2012 organisieren die ask!- Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau zum dritten Mal die Aargauer Studienmesse in Baden. Hochschulen und andere Bildungsanbieter stellen ihre Angebote vor. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um sich persönlich mit Fachpersonen auszutauschen und Ihre Interessen auszuloten und entdecken Sie die Vielzahl von Wegen, die Ihnen nach der Matura offen stehen. Der erste Weg führt durch den Messerundgang mit insgesamt 35 Ausstellern. Universitäten, Fachhochschulen und weitere Bildungsanbieter aus der ganzen Schweiz sind anzutreffen. Vergleichen Sie vor Ort die verschiedenen Schultypen und Studiengänge miteinander. Die anwesenden Studierenden erzählen Ihnen gerne von ihrem Studienalltag. Besuchen Sie die Stände der Universität St. Gallen, der ETH Lausanne oder der Fachhochschule Nordwestschweiz und gewinnen Sie Sicherheit für Ihre Entscheidung. Noch mehr erfahren Sie bei einem Besuch der Workshops oder im Profi-Corner. Die Workshops beantworten Fragen rund ums Studieren, die Sie schon lange einmal stellen wollten.

Abgedeckt werden Themen wie • Berufs- und Studienwahl. Wie entscheide ich? • Hochschulalltag. Studienplanung und Organisati-

on, Studierende berichten • Budgetplanung: Was kostet ein Studium?

Der Profi-Corner ist das neuste Angebot an der diesjährigen Studienmesse. In der Mittagszeit sind berufstätige Absolventen und Absolventinnen für zwei Stunden anwesend und geben Auskunft über ihren Werdegang und die Möglichkeiten, die sich ihnen nach dem Studium eröffneten. In einer persönlichen Atmosphäre haben Sie die Gelegenheit Fragen zu stellen und mehr zu erfahren über Studiengänge in den Bereichen Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Rechtswissenschaften, Psychologie und Kommunikation. Schöpfen Sie aus den spannenden Gesprächen Motivation, einen Studiengang ohne konkrete Berufsausbildung in Angriff zu nehmen. Weitere Informationen zur 3. Aargauer Studienmesse finden Sie unter www.bdag.ch Text: Nadja Urech, ask!-Studienberatung


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Fotoumfrage

KANTI

WETTINGEN

Julia Del

Zeig mir deinen i Pod! Negro G4D

z - Lonely Collie Budd for Help y a r P eros - Home Z y e c i n t e n iMo g a pe & the M r a h S d r a w Ed

Oli G1G

ew Shoes Paolo Nuttini – N ail The Arkells – Abig es Blink 182 – Nativ

Pest – Decapit aleted Kim Sto Eating cker G4E from a Coffin – Spätsom Repugn mer – D an er Weg der Fre t iheit

Dan

iela Bamberge r G3A Party Shake r – R.I.O. fe at. Nicco Welcome to Maurice Müller G4E St.Tropez – DJ Antoni Signorita – Dr Belido fe Sia – Cloud at. Papa Jo a – My girls Christina Aguiler a n onds – Primadon m ia D e th d n a a Sarin


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Fotoumfrage

I T N A ALTE K

U A R AA Massiv e Eazy-E – Wedding 65 Felix G1G – Prelu Busta de/Stil Rhyme l Talk s – Wi i fe in L ng aw

Sascha G4E

irée – Chris Pels so re u p e n u re êt Ce matin va Kollegah Mondfinsternis – – Kool Savas ix em R 2s ei ew B Der

r Zeig mi deinen iPod!

Da Qua nd Anna G4 A Io vaga o Mi Hai Lasc iato Tu bondo – – Emm Moves l Nomad a i ike Jag ger – M aroon 5


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fotoumfrage

KANTI

WOHLEN Celine Luternauer 2D

Coldplay The Hardest Part, bie Caillat ol C , in ra It e k a M hilli Peppers C ot H ed R s, el g n City Of A

Felix Jäge

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What I‘ ve Yeah, Us Done, Linkin Pa rk her Believe Me, Fort Minor Elena Peña 2G

Tim Bendzko , n e tt e R lt e W Die Nur Noch Kurz es, Shakira im T d o o G e h T r Ready Fo

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Riccardo F

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impressum IMPRESSUM # 14 November 2012 Gedruckt bei AZPrint Auflage: 3‘500 Exemplare Teamleitung Elia Blülle, Gesamtleiter Tim Honegger, Chefredaktor Layout/ Grafikdesign Michael Ziörjen Lektorat / Korrektorat Tim Honegger Elia Blülle Fotografie Verschiedene Autor(innen) Autorenteam Eliane Hofstetter (Baden) Stefan Gugler (Neue Aarau) Joshua Andres (Wettingen) Darja Keller (Wettingen) Tim Honegger (Wohlen) Tabea Wullschleger (Alte Aarau) Tamara Lang (Alte Aarau) Cornelia Zierhofer (Wettingen) Mara Michel (Wettingen) Patrick Züst (Wohlen) Laura Haensler (Wettingen) Postanschrift Verein Troubadour Redaktion NAKT Postfach 5001 Aarau Kontakt www.kantizeitung.ch info@kantizeitung.ch Für Beiträge aller Art, Inserateanfragen, Neumitglieder etc. Abo Abonnements auf Anfrage: info@kantizeitung.ch



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