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Paul Maar

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Geschichten & Gedichte in Wort und Musik

MIT MUSIK VON ANDREAS N. TARKMANN, GERHARD GEMKE, STEFAN ESSER UND DOMINIK J. DIETERLE

duo piano worte

MÄDCHENCHOR HANNOVER


Besonderer Dank gilt dem Förderer dieses CD-Projekts:

Musik: Andreas N. Tarkmann, Gerhard Gemke, Stefan Esser, Dominik J. Dieterle . Verlage: Manuskript Erzählungen und Gedichte aus: Das große Buch von Paul Maar, © 2017 Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg Aufnahmen: 16. Juni 2019, Chorsaal Mädchenchor Hannover e. V., Hannover 23.–25. Juni 2019, Fattoria Musica, Osnabrück Tonmeister / Aufnahmeleiter: Jens F. Meier Mischung & Schnitt: Jens F. Meier, Felix Epp Illustrationen: © Nadja Wichmann (www.nadja-illustration.de) Booklettexte zum CD-Programm: Marion Heuer Fotos: © Sonja Och (Paul Maar), © Michael Plümer (Mädchenchor Hannover), © Lev Silber (duo pianoworte) Cover-Design & Text-Layout: Jens F. Meier (www.kaleidos.media) Idee & Konzept: duo pianoworte (www.pianoworte.de) Produzent: Jens F. Meier c& p 2019 Kaleidos Musikeditionen www.musikeditionen.de


Kleine Länderkunde (1) ANDREAS N. TARKMANN

01:10

Die Tochter des Mäusekönigs GERHARD GEMKE

20:41

Kleine Länderkunde (2) ANDREAS N. TARKMANN

01:14

Der Goldregen ANDREAS N. TARKMANN für Sprecher und Klavier

15:49

Das faule Faultier ANDREAS N. TARKMANN für Chor *, Sprecher und Klavier

04:29

Der Turm aus Kornspeichern STEFAN ESSER

10:19

7 8 9

Kleine Länderkunde (3) ANDREAS N. TARKMANN

01:10

Die böse Zauberin und ihre gute Tochter GERHARD GEMKE

09:38

Kleine Länderkunde (4) ANDREAS N. TARKMANN

01:10

Falsch verbunden GERHARD GEMKE für drei Sprecher und Klavier

05:40

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Tiere und Sport DOMINIK J. DIETERLE

1 2 3 4 5

6

10

für Chor * und Klavier

für Sprecher und präpariertes Klavier für Chor * und Klavier

für Sprecher, Klavier und Perkussion

Sprachengewirr: Regina, Ralf, Lilli

für Chor * und Klavier

für Sprecher, Klavier und Perkussion für Chor * und Klavier

Kinderstimme: SOPHIE REICHLING; Vaterstimme: BERND-CHRISTIAN SCHULZE

05:29

für Chor a cappella **

duo pianoworte HELMUT THIELE, Sprecher BERND-CHRISTIAN SCHULZE, Klavier

TRACKS

* Nachwuchschor vom Mädchenchor Hannover, Leitung: JULIA WOLF ** Mädchenchor Hannover, Leitung: ANDREAS FELBER


GRUSSWORT

»„Bunterkunt“ ist eine originelle Mischung aus Musik, Klangeffekten, Geschichten und Gedichten. Schelmengeschichten wie „Der Turm aus Kornspeichern“ mit der fantasievollen Untermalung wechseln sich ab mit modernen Märchen wie „Der Goldregen“ und „Die Tochter des Mäusekönigs“ und werden ergänzt durch Familiengeschichten wie „Falsch verbunden“. Es gibt auch die von mir nicht vollendete, ironische Geschichte von der Zauberin Frau Schmitt. Sie könnte die Zuhörer anregen, sich selbst den Schluss der Geschichte auszudenken. Vielleicht regt sie auch den Wunsch an, selbst neue Geschichten zu erfinden. Wenn schon ein Autor manchmal nicht weiß, wie er seine Geschichte enden lassen will, gibt es Kindern den Mut an die eigene Fantasie zu glauben. Sehr gelungen finde ich auch die Vertonung meiner „Länderkunde“-Gedichte. Wobei ich mich besonders über die Mitwirkung des Mädchenchors Hannover freue, der diese Verse mit Frische und offensichtlicher Freude zu Gehör bringt. Denn Singen ist ein unmittelbarer Zugang, ein Weg in die Welt der Musik.«

Paul Maar (*1937) ist Autor von Büchern und Theaterstücken. Am bekanntesten unter seinen Werken sind die Geschichten vom Fantasiewesen Sams. Seine Bücher und Stücke sind in mehr als 40 Sprachen übersetzt und werden in China, Korea und Thailand genauso gerne gelesen wie zum Beispiel im Arabischen, Persischen, Türkischen und Russischen. Er wurde mit zahlreichen in- und ausländischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Paul Maar ist zugleich Illustrator und hat viele seiner Bücher selbst bebildert.


PAUL MAAR – BUNTERKUNT Geschichten und Gedichte in Wort und Musik Das mehrfach ausgezeichnete duo pianoworte schaut auf eine inzwischen 25-jährige Schaffensgeschichte mit Werken unterschiedlicher Genres zurück, in denen gesprochener Text und künstlerisch-kreative Klaviermusik miteinander verschmelzen. Dabei haben sich der Schauspieler Helmut Thiele und der Pianist Bernd-Christian Schulze sowohl „Klassikern“ der Musik bzw. Literatur für Kinder als auch zunehmend neuer, durch improvisatorische Klangexperimente gekennzeichneter Projekte angenommen. Das duo pianoworte lässt Musik und Wort stets symbiotisch gleichwertig miteinander agieren, sich bedingen. Bernd-Christian Schulze und Helmut Thiele fesseln ihre Zuhörer durch spannungsgeladene literarische Momente und verzaubern ebenso durch musikalisch überraschende Klangwelten. Dies gelingt letztlich auch deshalb so überzeugend, weil das Duo bei seinen Aktivitäten den persönlichen Kontakt zu den Autoren bzw. Komponisten sucht. In der Nachfolge ihrer CD mit vertonten Geschichten von Christine Nöstlinger widmen sich die beiden Künstler nun mit dem Projekt

„Bunterkunt“ dem Kinderbuchautor Paul Maar in Zusammenarbeit mit den Komponisten Andreas N. Tarkmann, Gerhard Gemke, Stefan Esser und Dominik J. Dieterle. Veröffentlicht sind die Texte in der im OetingerVerlag erschienenen Sonderausgabe „Das große Buch von Paul Maar“ – aus Anlass seines 80. Geburtstages. Bei einem Besuch des Duos bei Paul Maar in seiner Bamberger Wohnung entstand – auf Anregung des Autors – der Projekttitel „Bunterkunt“. „…darf ich in diesem Anzug auch atmen?“ – diesen Satz vom Sams bei der Anprobe eines Taucheranzuges im Beisein von Herrn Taschenbier in Paul Maars gleichnamigem Kinderroman „Eine Woche voller Samstage“ kennt wohl jedes Kind. Das Sams stellt dabei die bisher geregelte Alltagswelt des braven Herrn Taschenbier mächtig auf den Kopf. Es ist zur Identifikationsfigur für Generationen von Kindern im gewitzten Aufbegehren gegen die Normvorstellungen ihrer Eltern geworden, ohne jedoch versöhnende und liebevolle Gesten bzw. Wendungen vermissen zu lassen.


Paul Maar hat zahlreiche weitere moderne Märchen mit Tiefgang, sprachoriginelle Reime und humorvolle Geschichten für Kinder und jung gebliebene Erwachsene verfasst. Teilweise bilden diese den Lebensbezug neuer Kindergenerationen ab, andere führen poetisch in irreale Welten, die nachdenklich stimmen oder Sehnsüchte wecken. Diese CD enthält einen Mix aus solchen Erzählungen, schrägen Fantasiegeschichten und Gedichten, die von der Machart her an Limmericks erinnern – oftmals mit überraschenden Pointen. Zu hören gibt es aber auch Unvollendetes, zu dem der Autor kein passendes Ende gefunden hat oder sich selbst zwischen mehreren Möglichkeiten nicht entscheiden konnte. Gerade dies lässt Spielraum für die Fantasie der Hörer, die Geschichten selbst weiter zu spinnen – vielleicht sogar mit eigenen Klängen. Die durch Perkussionsinstrumente sowie Verfremdung des Klavierklangs erweiterten musikalischen Möglichkeiten machen die avantgardistischen Aufnahmen zum Hörgenuss. Sie bieten unter pädagogischen Gesichtspunkten eine zeitgemäße ästhetische Hörerziehung für Kinder im Grundschulalter.

Damit möchte das duo pianoworte z. B. auch Lehrkräfte an Schulen und Kinderchorleiter zur produktionsorientierten Auseinandersetzung mit sprachsensiblen und klangexperimentellen Kunstformen ermutigen. Für eine größere Nachhaltigkeit ist dabei natürlich eine längerfristige Beschäftigung wünschenswert. Die „Felicitas und Werner Egerland-Stiftung“ fördert diesen Ansatz und hat dankenswerterweise fünf Projektwochen an allgemeinbildenden Schulen finanziert. Damit wird Kindern ermöglicht, Musik im Rahmen von Workshops und einem Abschlusskonzert zu erfahren – mit der Gelegenheit zur eigenen Gestaltung. Ein besonderes Anliegen des duo pianoworte ist es, Konzerte für Kinder auch mit Kindern zu konzipieren. Deshalb enthält diese Produktion zahlreiche von Kindern bzw. Jugendlichen gesungene Lieder nach Gedichten von Paul Maar. Der Mädchenchor Hannover war dabei ein hervorragender Partner, sowohl bei den fröhlichen „Länderkunden“ mit der Nachwuchsabteilung als auch bei „Tiere und Sport“, von Mitgliedern des Konzertchores schwungvoll eingesungen. Marion Heuer


ZUR MUSIK

„Kleine Länderkunde“ – hier hat Andreas N. Tarkmann lustige Reime in Dreivierteltakte gebettet. Auch wenn klar ist, dass es sich dabei um Nonsensverse handelt, wird der Zuhörer zum Nachschlagen im Atlas animiert. Ja, wo liegt denn nun eigentlich Mogadischu und warum braucht man dort keinen Skischuh? Und vielleicht entsteht darüber hinaus ja sogar die Idee, eigene Verse zu dichten, die sich dann auf die Tarkmannsche Melodie singen lassen.

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1 Ein Mann aus Mogadischu vermisste einen Ski-Schuh. Doch weil es dort nie schneite, war’s keine große Pleite. 2 Ein Elefant aus Swasiland, der eine Menge Kirschen fand, verzehrte sie mit Appetit und aß sogar die Kerne mit.

3

3 Ein Vogel aus der Mongolei, der legt am Werktag stets ein Ei. Am Sonntag meistens keines. Und wenn, dann nur ein kleines. 4 Es wohnt ein Mann im Engadin, den zieht’s zu seiner Freundin hin. Die lebt in Hohenstaufen. Da muss er sehr weit laufen!


9 Panama, das ist bekannt, ist eine Stadt und auch ein Land. Ist man einmal dort gewesen, dann kennt man auch die Panamanesen.

5 Ein Germanist auf den Komoren hat leider den Verstand verloren. Er sagt, dass er Schneewittchen ist und seine Zwerge sehr vermisst. 6 Wer nie in Herzegowina die Heinzelmännchen tanzen sah, der kann von diesen Wichten zu Hause nichts berichten.

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9

10 Im großen Land Brasilien blühen viele Lilien. Im kleinen Land Albanien, da blühen die Geranien

7 Zwei Kälber aus den Niederlanden, die kamen unter bei Verwandten, obwohl die Onkel und die Tanten die beiden Kälber gar nicht kannten.

11 Ein Bäcker auf den Balearen, der hatte Mehl in seinen Haaren, da er, weil sein Baby lachte, vor Freude einen Kopfstand machte.

8 Ein kleiner Hund in San Marino sah Horrorfilme gern im Kino. Bei allen gruseligen Stellen begann er fürchterlich zu bellen.

12 Wenn im Mai die Kosovaren mit Frau und Kind in Ferien fahren, gestalten sie die Ferienfahrt stets nach Kosovaren-Art.


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„Die Tochter des Mäusekönigs“ – dieses in die Tierwelt übertragene Märchen stellt den Wertebezug von Macht und Superlativen in Frage: konservativ denkender Vater gegen den Willen der Tochter. Natürlich gewinnt in der Erzählung die Tochter und bekommt letztlich, was sie sich wünscht: ihren Mäusegemahl und wird – vermutlich – glücklich. Durch das Miteinbeziehen des Klavierinnenraums wird hier die Klangpalette des Instrumentes in raffinierter Weise erweitert. Der Mond erhält durch auf die Saiten gesteckte Radiergummis ein fremdartiges Klanggewand. Bei der Wolke kommt ein Paukenschlägel, beim Wind ein Jazzbesen zum Einsatz. Und die „rockige“ Mauer erhält durch auf die Saiten gelegte Plastiklineale einen perkussiven Anstrich. Darüber hinaus wird an den Saiten gezupft, mit den Fingernägeln darübergestrichen, an den Gussrahmen geklopft, werden Flageoletttöne erzeugt – sogar mit einem leeren Trinkglas lassen sich dem Flügel verblüffende Klänge entlocken. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn der Zuhörer kann und soll sich selbst auf eine spannende akustische Entdeckungsreise begeben.


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„Der Goldregen“ – dieses im Sinne einer Parabel zu verstehende klassische Märchen kommt in traditioneller Erzählkunst daher. Die Musik untermalt den Fortgang der Geschichte, klingt nachdenklich, harmonisch, dynamisch, manchmal auch dissonant und vertont die Dramatik des Erkenntnisgewinns am Schluss. Inhaltlich erinnert das Märchen entfernt an die Grimmsche Variante „Vom Fischer und seiner Frau“. Auch hier steht ein armes Ehepaar im Mittelpunkt des Geschehens. Durch Glück und Bauernschläue wird der Traum der Frau vom plötzlichen Reichtum Wirklichkeit. Die namensgleichen Nachbarn verfolgen alles mit Argwohn. Durch vermeintliche Beobachtungen und gleiche Handlungen wollen sie es den anderen nun gleichtun, doch das endet im Desaster. Der Leser bzw. Zuhörer ergreift automatisch Partei für die Ehrlichkeit und Naivität des ersten Ehepaares. So schafft es auch dieses moderne Märchen, in unseren Zeiten an Gerechtigkeit glauben zu lassen.


Das faule Faultier Mittags wacht das Faultier auf, hebt den Kopf und lässt ihn sinken. So beginnt sein Tageslauf. Dann gähnt es sehr und noch viel mehr, und es sagt: »So, nun bin ich aufgewacht, jetzt schlaf ich weiter, gute Nacht!«

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„Das faule Faultier“ Mal so richtig faul sein, das gefällt sicherlich den meisten Kindern. Musikalisch geht es hier vollkommen anders zu als in den Länderkunden: Das Klavier spielt wie in Zeitlupe, der Sprecher hat gähnendes Nichtstun auszufüllen und die jungen Sängerinnen müssen einen langen Atem aufbringen – gut, dass es da zum Schluss ein Erdbeereis gibt.

Klopft man mal ans Faultierhaus, streckt das Tier nach vielen Stunden seinen Kopf zum Fenster raus. Dann gähnt es sehr und noch viel mehr, und es sagt: »Wer hat denn mitten in der Nacht einen solchen Lärm gemacht?« Wenn es Eis und Kuchen gibt, wird das faulste Faultier wach, weil es süße Sachen liebt. Dann gähnt es sehr und noch viel mehr, und es sagt: »Erdbeereis ist sehr gesund. Schiebt’s mir bitte in den Mund!«


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„Der Turm aus Kornspeichern“ ist eine an das biblische Babylon angelehnte Geschichte. Ohne jedoch allzu moralisch zu wirken, verhilft das Zusammenspiel zwischen Text und Musik, über die Grenzen menschlichen Ermessens und Trachtens nachzudenken. Darüber hinaus ironisiert Maar die traditionellen Rollenmuster von Mann und Frau. Als die Bürger nämlich den König mehrmals fragen, wie der Turmbau zu bewerkstelligen sei, holt sich dieser immer Rat von seiner Frau, der Königin. Sobald er aber am Ende der Geschichte eine eigenständige Entscheidung trifft, löst er eine Katastrophe aus. Die perkussiven „Aktionsinseln“ und das babylonische Sprachengewirr am Ende der Geschichte eignen sich bei Aufführungen hervorragend zur aktiven Beteiligung des Publikums am Konzertgeschehen.


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Zu den drei im Jubiläumsband veröffentlichten „unvollendeten“ Geschichten zählt „Die böse Zauberin und ihre gute Tochter“, eine Hexengeschichte in der Jetztzeit. Der Titel ist dabei programmatisch gemeint, denn es geht im Wesentlichen um weltanschauliche MutterTochter-Konflikte, die wohl jede erziehende Mutter und jede heranwachsende Tochter miteinander durchmachen. Das offene Ende ermuntert zum Weiterdenken, -schreiben und -komponieren. Je nach Perspektive aus Kinderoder Erwachsenensicht sind dabei unterschiedlichste Varianten denkbar. Der Komponist Gerhard Gemke setzt pointiert Effektinstrumente ergänzend zum Klavier ein, um so augenzwinkernd das nicht ganz ernst gemeinte Szenario situationskomisch darzustellen.

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„Falsch verbunden“ Das Telefon klingelt, die achtjährige Paula geht ran. Der Anrufer wundert sich. Nachdem die beiden geklärt haben, dass sie sich persönlich nicht kennen, entspinnt sich ein zartes Gespräch über deren jeweilige Lebenssituationen. Das Klavier begleitet diese Stimmung durchgängig mit improvisatorisch anmutenden, zurückhaltenden Passagen, die scheinbar wie aus dem Nichts kommen und auch ebenso wieder verschwinden. Unweigerlich wird der Zuhörer in ein Gedankengebäude hineingezogen, welches diese Geschichte mit eigenen Erfahrungen in Beziehung zu setzen vermag. Ob es wohl noch eine zweite Begegnung geben wird? Am Telefon oder persönlich?


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„Tiere und Sport“ – vier kleine Gedichte in A-cappella-Vertonungen von Dominik J. Dieterle. Ein Hammerhai, ein Boxerhund, ein Kugelfisch und ein Papagei versuchen sich in aberwitzigen sportlichen Übungen. Erstaunlich, wie Paul Maar humorvolle, absurde Zusammenhänge schafft. Und ebenso verblüffend, wie der Mädchenchor Hannover hier ebenso sportliche, ja fast als akrobatisch zu bezeichnende Leistungen vollbringt. Zum Nachsingen ist das für viele Kinder sicherlich zu anspruchsvoll. Aber gerade deshalb ist es geeignet, junge Ohren dafür zu öffnen, dass Musik auch mit Kunstfertigkeit einhergehen kann.

Hammerwerfen Ein Hammerhai aus Nordhessen, der hatte den Hammer vergessen. Man kann es kaum fassen, er nahm es gelassen und warf einen Hering stattdessen. Boxen Ein Boxerhund aus Holzminden, der konnte am Boxen nichts finden. Es hat ihn ein Floh besiegt durch K. O. Das konnte er niemals verwinden. Kugelstoßen Ein Kugelfisch aus Vilsmosen versuchte, die Kugel zu stoßen. Er beugte sich munter zur Kugel hinunter. Da platzten ihm leider die Hosen. Fußball Ein Papagei aus Mühlhausen, der hatte den Kopf voller Flausen. Er sagt: »Trät’ ich ein in den Fußballverein, ich wäre der beste Rechtsaußen!«


ANDREAS N. TARKMANN Andreas N. Tarkmann, 1956 in Hannover geboren, ist einer der kreativsten Arrangeure von Instrumental- und Vokalmusik und ein vielseitiger Komponist. Als Arrangeur schrieb Tarkmann für internationale Ensembles und Rundfunksender zahlreiche Bläserfassungen und Harmoniemusiken. Viele von Tarkmanns Arrangements sind auf CD verfügbar, u. a. in Produktionen mit Placido Domingo, Jonas Kaufmann, Anna Netrebko, Albrecht Mayer und James Galway.

Tarkmanns Oeuvre als Komponist umfasst Werke für Familienkonzerte wie „Die Prinzessin auf der Erbse“ und „Der Mistkäfer“ nach Hans Christian Andersen, aber auch Jugendopern wie „La belle au bois dormant“ und „Räuber Hotzenplotz“ sowie Vertonungen kabarettistischer Texte für namhafte Chansoninterpreten. Als Professor für Instrumentation / Arrangement und Instrumentenkunde lehrte Andreas N. Tarkmann an der Musikhochschule Mannheim und am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen. 2013 wurde Andreas Tarkmann Preisträger des renommierten Klassikpreises ECHO: Die Aufnahme von „Na warte, sagte Schwarte“ und „Die verlorene Melodie“ wurde mit dem „Klassik für Kinder“-Preis ausgezeichnet. www.tarkmann.de


GERHARD GEMKE Gerhard Gemke wurde 1962 in Paderborn geboren. Nach dem Abitur studierte er Klavier an der Musikhochschule Detmold, unternahm Ausflüge ins Kabarett und lebte seine Leidenschaft für Jazz und Improvisation in verschiedenen Bandformationen aus. Er arrangierte und komponierte Musik für Kinder- und Erwachsenentheaterstücke, u. a. für „Don Quijote“, das in Paderborn uraufgeführt wurde, und Lieder für das „Sams“ von Paul Maar. Regelmäßig schreibt und veröffentlicht Gemke jazz- und rockbeeinflusste Klaviermusik für seine Schüler und komponiert mit Vergnügen für das duo pianoworte. Seine zweite Leidenschaft gilt der Schriftstellerei. Gemke veröffentlichte u. a. die BreselKrimis für Kinder und Jugendliche und unter dem Pseudonym T.  S.  Freytag den Thriller „Goodbye Ruby Tuesday“. Hörbares, Lesbares und Notiertes finden sich auf ... www.gerhardgemke.de


DOMINIK J. DIETERLE

Dominik Johannes Dieterle (*1989) schloss zunächst Studien in Tontechnik und Schulmusik in Stuttgart und Mannheim ab und studiert zurzeit im Master Musiktheorie bei Michael Polth an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Mannheim. Er erhielt Unterricht in Instrumentation bei Andreas N. Tarkmann und in Komposition bei Sidney Corbett, sowie im Rahmen eines Auslandssemesters am Det Jyske Musikkonservatorium, Aarhus (DK) bei Simon Steen-Andersen und Nils Rønsholdt. Weitere Impulse gaben Meisterkurse bei Nikolaus Brass, John Høybye und Alexander Müllenbach. 2015 erhielt er ein Stipendium der Austrian Arts Sessions, sowie im Jahre 2016 vom europäischen Chorforum für junge Komponisten. Seit 2013 ist er als freischaffender Komponist und Bearbeiter von Chorund Instrumentalmusik tätig.


STEFAN ESSER

Stefan Esser, geboren 1966 in Leverkusen, studierte Sonderpädagogik und Musik in Köln und erhielt Abschlüsse in Chor- und Orchesterleitung sowie Klavier und Gesang. Er schrieb u.  a. Orchester-, Kammer- und Klaviermusik sowie Lieder. Die größten Werke sind: Sarnia (sinfonische Impressionen), Concertino für Alt-Saxophon und Orchester, Sonate für Violoncello und Klavier. Außerdem komponierte Stefan Esser für das Junge Theater Leverkusen mehrere Bühnenmusiken. Seit 2004 arbeitet er eng mit dem duo pianoworte zusammen, für das er mehrere Kompositionen verfasst hat. Preise und Auszeichnungen: Walter-HaasPreis 1985, Kurt-Lorenz-Preis 2013, Finalist beim 1. Diabelli-Wettbewerb 2015 sowie CarlOrff-Wettbewerb 2018. Stefan Esser ist 2. Vizepräsident der JosephMarx-Gesellschaft (Wien). Er ist im Hauptberuf als Konrektor an der Hugo-Kükelhaus-Schule (Förderschule, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) in Leverkusen tätig.


Der Mädchenchor Hannover gehört zu den weltbesten Jugendchören seiner Kategorie. Der vielfach preisgekrönte Chor genießt in der internationalen Chorwelt ein hohes Ansehen, ist Preisträger nationaler und internationaler Chorwettbewerbe und wurde zu Konzerttourneen in zahlreiche europäische Länder, in die USA, nach Israel, Brasilien, Chile, Russland, Japan und China eingeladen. Er hat in seinen Konzerten, CD-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen Maßstäbe für die Bereiche Kinder-, Jugend- und Frauenchor gesetzt und ist auf mehr als 20 CDs zu hören. Die künstlerische Leitung hat Prof. Andreas Felber, der auch Leiter des Chores „molto cantabile“ aus Luzern und Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover ist.

DER CHOR

Im Nachwuchschor beginnt nach der Vorklasse die eigentliche Chorarbeit. Die Mitgliederzahl des Nachwuchschors beträgt an die fünfzig, das Alter der Mädchen bewegt sich mit wenigen Ausnahmen zwischen 10 und 14 Jahren. Erarbeitet wird Chorliteratur leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrades, teilweise aber auch aus dem Repertoire des Konzertchores. Der Nachwuchschor des Mädchenchor Hannover hat bereits kleinere, selbstständige Konzertverpflichtungen, zumeist im regionalen Bereich. Der Nachwuchschor wird geleitet von Julia Wolf, die hauptberuflich am Gymnasium Ricarda-Huch-Schule Hannover unterrichtet und dort auch den Chor „Voice ’n Performance“ ins Leben gerufen hat.


Seit 1994 widmet sich das duo pianoworte – der in Kiel geborene Pianist Bernd-Christian Schulze und der aus Wien stammende Schauspieler Helmut Thiele – einer in der heutigen Zeit selten zu hörenden Musikform: Ihr Markenzeichen sind Werke für Sprecher und Klavier, in denen Wort und Musik unmittelbar miteinander verschmelzen. Dieses Genre eignet sich geradezu ideal zur Vermittlung von Musik und so machen vor allem Konzerte für Kinder einen Schwerpunkt ihrer Arbeit aus. Das duo pianoworte möchte dazu beitragen, die Tradition des bewussteren Zuhörens weiterzuführen und ein Konzertpublikum von Morgen heranzubilden, welches den vielfältigen Musikformen der heutigen Zeit mit Aufgeschlossenheit und offenen Ohren begegnet. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Komponistinnen und Komponisten der Gegenwart entstand eine große Anzahl von Werken, die hervorragend für die Vermittlung von Musik geeignet sind. So wurden auch sämtliche Werke auf dieser CD eigens für das duo pianoworte komponiert. Die beiden Künstler finden in ihren Konzerten immer wieder ganz persönliche und unverwechselbare Wege der Musikvermittlung. Konzertmoderationen und interaktive Beteiligungsmöglichkeiten bauen

duo pianoworte

eine kommunikative Brücke zum Publikum. Das gesprochene Wort verbindet sich mit ungewöhnlichen Klangwelten wie dem Flügelinnenraum oder mit einem vom Pianisten gleichzeitig gespielten Schlagwerk. Auch die aktive Mitwirkung von Kindern spielt häufig eine Rolle. Mittlerweile hat sich das duo pianoworte auf dem Gebiet der Konzertpädagogik einen Namen gemacht: Bei zahlreichen Workshops mit Kindern in Schulen oder unmittelbar vor Konzerten steht der spielerische Umgang mit zeitgenössischer Musik im Mittelpunkt. Der Erfolg des Ensembles dokumentiert sich neben einer umfangreichen Konzerttätigkeit u. a. bei Musikfestspielen wie den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, den Niedersächsischen Musiktagen, den Wiener Festwochen und dem Grafenegg Festival, durch zahlreiche CD-Veröffentlichungen und Auszeichnungen wie z.  B. dem Niedersächsischen Förderpreis im Bereich Musik 2001 und dem LEOPOLD 2007. Ein weiterer Höhepunkt ist die Verleihung des deutschen Schallplattenpreises ECHO 2002 in der Sparte „Klassik für Kinder“ für die Einspielung „Ophelias Schattentheater“ von Michael Ende mit dem ausdrücklichen Urteil der Jury: „... in besonderer Weise geeignet, die kindliche Fantasie an die Ausdrucksmöglichkeiten der Musik heranzuführen“. www.duo-pianoworte.de


Weitere Titel in der Edition KinderKlassik Christine Nöstlinger – Papas sind sehr unterschiedlich Erzählungen und Gedichte in Wort und Musik Zum 80. Geburtstag von Christine Nöstlinger – eine der profiliertesten Kinderund Jugendbuchautorinnen im deutschen Sprachraum – verwirklicht das duo pianoworte, gemeinsam mit Mitgliedern des Knabenchores Hannover ein Musikprojekt der besonderen Art: In Zusammenarbeit mit den Komponisten Gerhard Gemke, Stefan Esser, Dominik J. Dieterle und Andreas Gömmel entstanden zeitgemäße Vertonungen von Prosa- und Lyriktexten der berühmten Schriftstellerin – eine Hommage an Christine Nöstlinger von Kindern und Künstlern in Wort und Musik. Pressestimmen: „Ein warmes, wunderbar beredtes Geschenk!“; „Eine inspiriert erschaffene, dann auch beim Hören inspirierende Klangwelt…“ CD-Audio, DigiPac, Booklet (deutsch) Edition KinderKlassik | KAL 6334-2

Grimms Märchen Erzählt in Wort und Musik für kleine und große Ohren Grimms M ärchen erzählt in Wort und Musik für kleine und große Ohren

duo pi a noworte Bernd-Christian Schulze, Klavier · Helmut Thiele, Erzähler

Das tapfere Schneiderlein · Frau Holle · Die Sterntaler · Der Bauer und der Teufel u.a.

Das mehrfach preisgekrönte duo pianoworte präsentiert neue Vertonungen von ausgewählten Märchen der Brüder Grimm. Dabei verschmelzen Worte und Musik zu einem poetischen Klangabenteuer, das zum Teil gemeinsam mit Kindern im Grundschulalter spielerisch gestaltet wurde. Pressestimmen: „… originell, ansprechend und extrem gut gemacht“ – „Die erstklassigen, einfühlsamen und abwechslungsreichen Interpretationen sind beeindruckend“ – „Eine Art Gesamtkunstwerk“ CD-Audio, DigiPac, Booklet (deutsch) Edition KinderKlassik | KAL 6323-2

WWW.MUSIKEDITIONEN.DE

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Paul Maar – BUNTERKUNT  

Auf seiner neuen CD „Bunterkunt“ für junge und junggebliebene Hörer*innen verzaubert das duo pianoworte mit einer originellen Mischung aus S...

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