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Trio Songuina & Henning Freiberg

Der Zwรถlf-Elf hebt die linke Hand Musikalisch-literarische Begegnungen


„Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand“ Musikalisch-literarische Begegnungen mit Werken von Max Beckschäfer, Robert Delanoff, Carl Mansker Christian Enzensberger, Erich Kästner, Christian Morgenstern trio songuina Gudrun Elpert-Resch – Sopran Ina Göhring-Hattendorf – Flöte Sonja Harlinghausen – Klavier Henning Freiberg – Sprecher

Aufnahme / Recording: 01, 04 & 05/2012, Freie Waldorfschule Gütersloh Recording Producer & Balance Engineer / Tonmeister: Jens F. Meier Editing & Mastering: Sebastian Kienel, Jens F. Meier Cover-Design & Text-Layout: Jens F. Meier Cover-Artwork (Pastell-Zeichnung): cChrista Meier-Drave Artist-Photos: Craig D. Wilde (Trio Songuina, H. Freiberg); privat (Komponisten) Executive Producer: Jens F. Meier (Kaleidos media & arts) p& c2012 Kaleidos Musikeditionen ∙ www.musikeditionen.de I M PR E S S U M

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Erich Kästner (1899–1974) Nachtgesang des Kammervirtuosen Robert Delanoff (*1942) Bizarre Welt (1969, nach einem Text von Aljoschka Krebs) für Sopran, Flöte und Klavier

[1‘17] [5‘10]

Erich Kästner (1899–1974) Maskenball im Hochgebirge Karneval der Missvergnügten Hamlets Geist Geständnis einiger Dichter Konferenz am Bett Der synthetische Mensch

[1‘33] [1‘31] [1‘45] [1‘25] [1‘43] [2‘32]

Max Beckschäfer (*1952) Six Little Mice and Other Tales (2004) Neun Lieder für Sopran, Flöte und Klavier nach altenglischen Kinderliedern anonymer Autoren 1. Solomon Grundy 2. The Scaredy 3. The Man in the Moon 4. Prevarication 5. The Little Husband 6. Six Little Mice 7. Ipsey Wipsey 8. The Legacy 9. Taffy was a Welshman

[1’39] [0’54] [1’18] [1’17] [1’24] [1’32] [1’50] [2’05] [1’39]

P RO G R A M M


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Christian Enzensberger (1931–2009) Der Zipferlake

[1‘48]

(deutsche Übertragung des Unsinns-Gedichtes Jabberwocky aus Alice hinter den Spiegeln von Lewis Carroll) 19 20 21

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Ob er kommt Ich besuchte dann häufig eine kulturelle Anstalt Ich las dann ein Gedicht und das Gedicht fing mit O an

[0‘51] [1‘57] [1‘45]

Carl Mansker (*1935) Der Fächer im Herbst (1967) Fünf chinesische Gedichte op. 13 für Sopran, Flöte und Klavier 1. Verschmähte Perlen (Me-Fe / J. W. von Goethe) 2. Die Eifersüchtige (Li Bo / Günter Eich) 3. Die Verlassene (Ungenannt / Peter Olbricht) 4. Das Gras im Tschang-sin-Schloss (Tsui Guo-fu / Günther Debon) 5. Der Fächer im Herbst (Ban Djiä-yu / Richard Wilhelm)

[1‘14] [2‘43] [5‘04] [3‘14] [7‘43]

Christian Morgenstern (1871–1914) Drei Hasen Das ästhetische Wiesel Das Huhn Der gestrichene Bock Der Gingganz Der neue Vokal Der Zwölf-Elf

[0‘52] [0‘24] [0‘26] [0‘49] [0‘48] [1‘33] [1‘20]

Robert Delanoff (*1942) Birken im Herbst – Erinnerungen an Lappland (2001) Vokalise für Sopran und Klavier bearbeitet für Sopran, Flöte und Klavier von Ina Göhring-Hattendorf

[8‘06]


Der Zwölf-Elf kam auf sein Problem und sprach: Ich heiße unbequem. Als hieß’ ich etwa Drei-Vier statt Sieben – Gott ver zeih mir! Und siehe da, der Zwölf-Elf nannt’ sich von jenem Tag ab Dreiundzwanzig. ( C h r i st i an Mo r g en s t er n )

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alls Sie dem Zwölf-Elf noch nicht persönlich begegnet sind: Machen Sie sich nichts draus, er ist ein äußerst scheuer Zeitgenosse. Er webt und wirkt im Dunkeln, sein bevorzugtes Operationsgebiet sind finstere Wälder, seine Arbeitszeit in der Regel die Mitternachtsstunde. Und seit kurzem hat er sich, wie wir oben gelernt haben, zur Verschleierung seiner Aktivitäten einen Decknamen zugelegt: Dreiundzwanzig. Was die Sache nicht einfacher macht. Na ja, für uns in gewisser Weise schon: Die 23 ist erklärtermaßen unsere Lieblingszahl und der Zwölf-Elf damit fast schon so etwas wie unser Maskottchen. Und das kam so: Alles fing damit an, dass unsere Sopranistin, Gudrun Elpert-Resch, plötzlich feststellte, dass sie in einem Haus mit der Hausnummer 23 wohnte. Zu dieser überraschenden Erkenntnis gesellte sich die Tatsache, dass es zwischen verschiedenen Komponisten offenbar illegale (und kartellrechtlich noch zu untersuchende) Absprachen gegeben haben muss, besonders gelungene, bedeutende oder einfach nur schöne, in jedem Fall aber für uns interessante Werke mit der Opuszahl 23 zu versehen… Solveigs Lied zum Beispiel findet sich in Edvard Griegs Schauspielmusik op. 23 zu Ibsens Drama Peer Gynt. Die Divertissements Grecs op. 23 für Flöte und Klavier eines Jules Mouquet wären zu nennen. Und auch Clara Schumann und ihr Kollege Anton Urspruch haben beide jeweils einen Liederzyklus mit der Opuszahl 23 komponiert. Zufall? Höhere Magie? … Dieses Kapitel bedarf noch einer intensiven Aufarbeitung.

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Darüber hinaus hat das Trio Songuina, zu dem ich mich auf dieser CD dazugesellen darf, am 23. Februar 2002 sein erstes Konzert gegeben, feiert also in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Und als ob das nicht genug wäre, wurde nicht nur Erich Kästner, einer der hier versammelten Autoren, an einem 23. Februar geboren, sondern auch einer der drei Komponisten dieser CD: Max Beckschäfer – und dies vor genau 60 Jahren! Sie sehen: die 23 verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Wir können uns ihr nicht entziehen. Es ist furchtbar. Selbst wenn man sie in ihre Komponenten zerlegt, wird man – vorausgesetzt, man ist ein wenig in Algebra bewandert – unschwer feststellen: Zwei und drei macht fünf!!! Und wir sind – nun ja, nicht ganz fünf. Also eher vier. Aber wir finden: Manchmal soll man fünfe auch gerade sein lassen. Das vereinfacht vieles. Zahlenmystik ist das eine. Harte Fakten sind das andere. Die aber haben auch wieder mit Zahlen zu tun: Diese CD ist ein Geburtstagsgeschenk. Wir widmen sie den Komponisten Max Beckschäfer (* 23.02.1952), Robert Delanoff (* 03.10.1942) und Carl Mansker (* 20.11.1935). Und ein kleines bisschen auch – uns selbst. Im Jahr 2006 war das Trio Songuina in seiner Kernbesetzung zu Gast in der Bayerischen Versicherungskammer München. In der Reihe Studio für Neue Musik brachten die Musikerinnen Werke Münchener Komponisten zur Aufführung. Der Bayerische Rundfunk schnitt das Konzert mit und sendete es wenig später, zumal es sich bei einem der Werke um eine Uraufführung handelte: Max Beckschäfer, ein Wahlmünchener mit Wurzeln im westfälischen Münster, hatte für das Trio Songuina einen Zyklus altenglischer Kinderreime komponiert. Die Bekanntschaft mit Beckschäfer verdankt das Trio seiner Flötistin Ina Göhring-Hattendorf, die lange in München gelebt und ihn dort persönlich kennengelernt hatte. Robert Delanoff, dessen Bizarre Welt ebenfalls im Münchener Konzert zu hören war, schlug vor, auch seine Vokalise Birken im Herbst ins Programm aufzunehmen. Überdies entstand ein lebhafter Kontakt zu dem zwischen München und Mallorca pendelnden


kalifornischen Komponisten Carl Mansker, dessen Liedzyklus Der Fächer im Herbst nach chinesischen Gedichten auch Teil des Konzertes war. Diese (musikalischen) Begegnungen machten uns neugierig darauf, wer sich poetischliterarisch auf Münchener Boden tummelte. Und wir wurden fündig – und stießen auf Christian Morgenstern, Erich Kästner und den weniger bekannten Christian Enzensberger, deren skurril-ironisch-bizarre Lyrik wir als wunderbare Ergänzung zur Musik der zeitgenössischen Komponisten empfinden. So entstand die Idee zu dieser CD: Münchener Komponisten begegnen Münchener Literaten – alle haben zumindest längere Zeit in München gelebt – und das Ergebnis ist eine Mischung aus Wort und Musik, märchenhaft, hintergründig, vielschichtig: von tonalmodern (Beckschäfer) über teilweise impressionistisch anmutend (Delanoff) bis hin zur ganz freien Tonalität eines Carl Mansker. Literarisch spannt sich der Bogen von Kästners Gebrauchs-Lyrik (von ihm selbst so beschrieben) über Morgensterns absurd-sonderliche Hirngespinste bis zu Christian Enzensbergers verschroben-sachlichen Prosagedichten und seinem grandiosen Zipferlake, einem entfernten Verwandten von Morgensterns Zwölf-Elf, nur ein bisschen bösartiger… Bizarre Traumwelten – eingefangen in einem Münchener Kuriositätenkabinett… Am Ende haben Sie ihn also doch noch kennengelernt, dürfen beruhigt wieder in Ihre Kissen zurücksinken und sich mit Christian Morgenstern sagen: Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand, Und wieder schläft das ganze Land.

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Henning Freiberg, im Februar 2012


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obert Paul Delanoff wurde 1942 im schlesischen Troppau geboren. Er studierte Komposition am Richard-Strauss-Konservatorium München. 1970 bis 1994 war er Mitglied der Münchner Symphoniker, unterbrochen von einer fünfjährigen Lehrtätigkeit am staatlichen Konservatorium in Istanbul. Entscheidende Impulse für sein kompositorisches Schaffen erhielt Delanoff von Rochus Gebhardt und Wolfgang Rebner. Seine Solokonzerte und zahlreichen Kammermusikwerke sind bei Konzerten und in CD- und Rundfunkaufnahmen im In-und Ausland zu hören. Ausgezeichnet wurde Delanoff mit dem Ehrenpreis beim 1. internationalen Komponistenwettbewerb für Kammermusik mit Sologitarre, Berlin 1989, und dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik, München, 1990, in Verbindung mit dem Freistaat Bayern. 1996 erhielt er den 1. Preis der „National Flute Association” in der Kategorie Kammermusik mit Flöte, 2002 den 2. Preis beim „Internationalen Wettbewerb Rovere d’ Oro“, Italien, für Kammermusik – Flöte und Harfe. Robert Delanoff ist ein an Klangbildern reicher Vertreter der zeitgenössischen Kompositionskunst. Seine Werke verweigern sich den großen dramatischen Gesten. Sie leben vom lyrischen Atem und den tänzerischen und improvisatorischen Elementen. Dies gilt ganz besonders auch für die beiden Werke auf dieser CD. Robert Delanoff: „Bizarre Welt” komponierte ich 1969 nach einem Text von Aljoschka Krebs als Auftragskomposition für das Jugendwerk. Der erste Teil besteht aus einem melancholischen Zwiegespräch zwischen Flöte und Sopran. Im zweiten Teil gesellt sich das Klavier mit ruhigen impressionistischen Klängen hinzu, als wolle es eine Verbindung schaffen zwischen der realen und der Traumwelt, um die Irrealität dadurch abzumildern. Die Vokalise „Birken im Herbst“ entstand im Jahre 2001 bei einem Aufenthalt im schwedischen Lappland. Dort sah ich gewaltige Gebirgsmassive, reißende Flüsse und mitten drin in dieser weiten Landschaft ein „Meer“ von zarten Birken! Das hat mich sehr fasziniert und veranlasst, diese Komposition zu verwirklichen. Ich beschreibe darin auch – auf musikalische Weise – die Farben der Birkenblätter, die viel intensiver zu leuchten scheinen, als bei uns in Mitteleuropa.

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ax Beckschäfer wurde am 23. Februar 1952 in Münster/Westfalen geboren. Er studierte in München Kirchenmusik und Komposition (in der Meisterklasse von Prof. Wilhelm Killmayer). Viele Jahre arbeitete er als Organist und Chordirigent. Seit 1988 hat er einen Lehrauftrag für Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater München, seit dem Jahr 2000 ist er darüber hinaus Dozent für Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater Augsburg und Nürnberg. Vokal- und Chorwerke bilden einen Schwerpunkt in seinem vielseitigen kompositorischen Schaffen, für das ihm zahlreiche Auszeichnungen zuteil wurden, darunter der Förderpreis für Musik der Stadt München. 1987/88 war er Rompreisträger der Villa Massimo, verbunden mit einem zweijährigen Studienaufenthalt in Rom. 2009 erhielt er ein Stipendium des Centro Tedesco di Studi Veneziani in Venedig. In fonoforum 12/2003 heißt es zu Beckschäfers Kompositionsstil: „Einerseits bleibt der anspruchsvolle Tonsatz stets fest in der Tonalität verwurzelt, andererseits wird seine mitunter archaisch anmutende Akkordsprache durch eine sehr dichte, herb-expressive Chromatik kunstvoll aufgeraut – mit teilweise faszinierenden Ergebnissen. Spannend!“ Max Beckschäfer: Der kleine Liederzyklus „Six Little Mice and Other Tales“ für Sopran, Flöte und Klavier ist 2004 für das „Trio Songuina“ entstanden und diesem auch gewidmet. Die Texte dieses Zyklus gehen auf altenglische Kinderreime zurück, die sogenannten Nursery Rhymes. Hier treffen meine Liebe zu England und mein Interesse an der Sphäre der Kindheit zusammen. Ich nehme diese Kindergedichte als Texte vollkommen ernst; das zeigt sich auch daran, dass ich z.B. von „The Man in the Moon“ vier Fassungen geschrieben habe, ehe ich wirklich zufrieden mit dem Ergebnis war. Dass die Texte nicht völlig harmlos sind, zeigt gleich das erste Lied „Solomon Grundy“, hier wird ein typischer Lebenslauf in Kurzform geschildert, der mit Krankheit und Tod endet, worauf in der Musik ein kleiner, etwas sarkastischer Trauermarsch erklingt. In dem Gedicht: „The Legacy“(„Das Vermächtnis“) schildert ein Mensch, dessen Vater gestorben ist, welche überflüssigen Dinge er von ihm M A X B E C KS C H Ä F E R

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geerbt hat: eine Tasse ohne Henkel, ein altes Holzbein und Anderes. So dringen existenzielle Ereignisse wie Krankheit und Tod auch in diese Kinderwelt ein. Manche der kleinen Reime sind von typisch britischem Nonsens geprägt, wie z.B. der Mann im Mond, der sich verbrennt, weil er kaltes Pflaumenmus isst. Meine Tonsprache ist der Thematik entsprechend weitgehend tonal. „Six Little Mice“ sind inzwischen auch von anderen Ensembles aufgeführt worden, u.a. auch in England. Meine Begeisterung für die englischen Kinderreime hat unterdessen zu einer eigenen kleinen Werkreihe geführt, es gibt Nursery Rhymes für 3-stimmigen Kinderchor und Klavier („Miss Muffet and the Snailhunters“), gem. Chor („A Frog, he Went Accourting“) und einen Zyklus für Mezzosopran und Tenorhackbrett („Greggory Griggs and Mother Goose“).

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arl Mansker wurde 1935 in Los Angeles geboren und erhielt vom neunten Lebensjahr an Klavierunterricht. Bereits sein damaliger Klavierlehrer Samuel Ball erkannte Carls Begabung für Improvisation und ermunterte ihn, seine Einfälle aufzuschreiben. Nach dem Erwerb seines Musikdiploms an der University of California und einem zweijährigem Studium in New York ging Mansker nach München. Ein Stipendium vom Bayerischen Staat ermöglichte ihm ein Klavierstudium an der Musikhochschule München bei Prof. Rosl Schmid, das er 1967 mit Erfolg abschloss. Daraufhin konzertierte er etliche Jahre in ganz Europa. 1969 ließ er sich mit seiner Frau, der Schweizer Malerin Antoinette Mansker, in dem Bergdorf Deia de Mallorca nieder, das neben München zu seinem zweiten Wohnsitz wurde. Beim 1978 gegründeten Internationalen Musikfestival von Deia ist er regelmäßig als Komponist und Pianist vertreten. Zum zehnjährigen Bestehen des Festivals entstand die Auftragskomposition „El Bon Senyor Karnak“, eine Oper nach dem Libretto des katalanischen Autors Josep Maria Llompart auf der Grundlage des Hörspiels „Hunger“ von Jakov Lind, die im Teatro Principal in Palma de Mallorca Premiere feierte.

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C A R L M A NSK E R


Neben seiner Konzert- und Unterrichtstätigkeit widmet sich Mansker heute hauptsächlich der Komposition. Sein Werk umfasst zahlreiche Lieder, Kammermusik, ein Klavierkonzert, ein Concerto grosso und die Sinfonie Algabal. Seine Musik wird weltweit aufgeführt, von Australien bis in die Türkei; viele seiner Kompositionen wurden vom Bayerischen Rundfunk aufgenommen. Carl Mansker: Als ich noch an der Hochschule für Musik in München studierte, schenkte mir ein Freund eine Sammlung altchinesischer Gedichte. Einige davon gefielen mir gleich so sehr, dass sie mich inspirierten, sie zu vertonen. Damals war ich gut befreundet mit einer ausgezeichneten Sängerin und einer brillanten Flötistin, die mir zusammen mit dem Klavier als ideale Besetzung erschienen. Die Vertonung der Gedichte bereitete mir sehr viel Freude, und in kurzer Zeit hatte ich einen Zyklus von fünf Gedichten fertiggestellt. Die Premiere fand in einem Konzert an der Hochschule statt, das speziell meiner Musik gewidmet war. Später wurde „Der Fächer im Herbst“ auch vom Bayerischen Rundfunk aufgenommen. Ich hatte immer eine enge Beziehung zum Orient, seiner Literatur und bildenden Kunst, anfangs allerdings mehr zu Japan als zu China. So habe ich mehr als 30 Haiku and andere Gedichte vertont. “Der Fächer im Herbst” hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Er hat mir den Weg zu meinem späteren Kompositionsstil gewiesen.


„Da sind drei Musikerinnen vereint, bei denen die reine Freude an ihrem Tun mit jedem Ton spürbar ist.“ (B. Hoeltzenbein, Die Glocke)

trio songuina – das sind die Sopranistin Gudrun Elpert-Resch, die Flötistin Ina Göhring-Hattendorf und die Pianistin Sonja Harlinghausen.

Das Trio gründete sich am 23. Februar 2002 anlässlich einer musikalischen Geburtstagsfeier für Georg Friedrich Händel. Innerhalb kurzer Zeit erwarben sich die drei Musikerinnen ein umfangreiches Repertoire, das vom Barock bis in die Gegenwart reicht. Sie konzertieren im Rahmen von Komponistenporträts, musikalisch-literarischen Begegnungen und künstlerisch übergreifenden Projekten. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit zeitgenössischen Komponisten sind eine immer wieder spannende Herausforderung, ebenso wie das Experimentieren mit neuen Ausdrucksformen. 2004 erschien die erste CD des Trios mit Werken von Telemann bis Ravel unter dem Titel „Landlust pur“.

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udrun Elpert-Resch (Sopran) studierte zunächst Germanistik, Kunst und Pädagogik an der Universität Bielefeld und absolvierte danach ihre Gesangsausbildung bei Christa Waltjen und Prof. Hilde Wesselmann, Essen. Wichtige Impulse erhielt sie durch Meisterkurse bei Agnes Giebel, Elisabeth Schwarzkopf, Thomas Quasthoff und Norman Shetler. In den Jahren 1998 und 2000 war Gudrun Elpert-Resch Stipendiatin der Felicitas-VössingStiftung, verbunden mit Studienaufenthalten in Salzburg und Wien. Neben vielfältigen Engagements im Opern- und Oratorienbereich  gilt ihr besonderes Interesse der Liedgestaltung. So mündete ihre intensive Beschäftigung mit dem Liedschaffen Franz Schuberts in der Einspielung einer Auswahl selten zu hörender Schubert-Lieder mit Norman Shetler als Klavierbegleiter: „Sei mir gegrüßt“ (felicitas 1999). Uraufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten bilden einen wichtigen Bestandteil ihrer künstlerischen Tätigkeit.

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IN TERP RET E N


Als Sopranistin des trio songuina ist sie außerdem für die Konzipierung zahlreicher TrioProgramme verantwortlich. Daneben wirkt sie als Gesangspädagogin und Autorin von Kindermusicals. Ihr musikalisches Märchen „Milena & Andigo – Das Geheimnis von Atlantis“ ist soeben im Verlag C. Hofius, Ammerbuch, erschienen.

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na Göhring-Hattendorf lebt als freischaffende Flötistin und Privatmusiklehrerin für Querflöte, Blockflöte und Klavier sowie als Lehrerin für Dispokinesis (einer speziellen Körperschulung für Musiker) in Wunstorf bei Hannover. Sie studierte am Meistersinger-Konservatorium Nürnberg Querflöte bei Karl Schicker und Peter Thalheimer sowie Klavier bei Erich Appel. Ihr Interesse an der Blockflöte und an Alter Musik führte sie zu Hermann Elsner nach München. Meisterkurse bei Andrè Jaunet, Peter Lukas Graf, sowie bei Han Tol, Marion Verbruggen und Walter van Hauwe folgten. Darüber hinaus studierte sie mehrere Semester Musikwissenschaft. Eine zusätzliche Ausbildung in Dispokinesis nach G. O. van de Klashorst erweiterte ihr Bewusstsein für das körperlich-mentale Zusammenwirken beim Instrumentalspiel und trug zur Intensivierung ihres musikalischen Ausdrucksvermögens bei. Als Flötistin konzertierte sie in verschiedensten Formationen, u.a. im Münchener Flötenensemble und im Sanssouci-Quartett, Freiburg, und war Studiomusikerin für eine ZDF-Serie. Seit 2002 ist sie Flötistin, Arrangeurin und Moderatorin im trio songuina. Die Realisierung außergewöhnlicher Projekte in Verbindung mit Schauspiel, Tanz, Literatur und Malerei liegt ihr besonders am Herzen. Die Musikerin über sich selbst: „Ich lese gerne zwischen den Zeilen und möchte dazu beitragen, das Unsichtbare sichtbar, hörbar und fühlbar zu machen“.


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onja Harlinghausen  (Klavier) studierte Klavier bei Prof. W. Watzinger und Violoncello bei Marcio Carneiro an der Hochschule für Musik Detmold. Nach ihrem Diplomabschluss als Musikpädagogin absolvierte sie an der Musikakademie Kassel ein künstlerisches Aufbaustudium im Hauptfach Klavier in der Ausbildungsklasse von Nikolai Posnjakow, das sie mit der künstlerischen Reifeprüfung abschloss. Parallel dazu studierte die Wiedenbrückerin an der UniversitätGesamthochschule Paderborn Musikpädagogik und erwarb nach dem Referendariat in Essen das 2. Staatsexamen. In der Folge besuchte sie mehrere Meisterkurse und setzte Schwerpunkte im Bereich Kammermusik und Liedbegleitung. Sonja Harlinghausen leitete u. a. die Musikschule Frankenberg/Eder. Als Begleiterin von Gesangssolisten trat sie bei nationalen und internationalen Wettbewerben auf, so u.  a. beim Robert-Schumann-Wettbewerb Zwickau, beim Internationalen Operndebüt Meran, sowie beim Internationalen Brahmswettbewerb Pörtschach. Bei Rundfunk- und Fernsehaufnahmen für den WDR, NDR und BR wirkte sie als Kammermusikerin und Solistin mit. CD-Veröffentlichung: „Atme den Klang der Nacht“ (Duo „GESTATTEN SIE ?!“)

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enning Freiberg, Hörbuch- und Rundfunksprecher mit Moderationshintergrund in Köln, gestaltet Lesungen, tritt bei Konzerten als Sprecher und Rezitator auf, erprobt neue Auftrittsformen literarisch-musikalischer Begegnungen. Studierte Musik (Flöte, Klavier, Gesang), Schauspiel, Sprecherziehung, auch ein wenig Romanistik, Geschichte, Musikwissenschaft. Weiß nicht, was er mehr liebt: die Sprache der Musik oder die Musikalität der Sprache... braucht deshalb beides.

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IN TERP RET E N


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Nachtgesang des Kammervirtuosen (Erich Kästner) Du meine Neunte letzte Sinfonie! Wenn du das Hemd* anhast mit rosa Streifen … Komm wie ein Cello zwischen meine Knie, und lass mich zart in deine Seiten greifen! Lass mich in deinen Partituren blättern. (Sie sind voll Händel, Graun und Tremolo.) Ich möchte dich in alle Winde schmettern, du meiner Sehnsucht dreigestrichnes Oh! Komm, lass uns durch Oktavengänge schreiten! (Das Furioso, bitte, noch einmal!) Darf ich dich mit der linken Hand begleiten? Doch beim Crescendo etwas mehr Pedal! Oh deine Klangfigur! Oh die Akkorde! Und der Synkopen rhythmischer Kontrast! Nun senkst du deine Lider ohne Worte … Sag einen Ton, falls du noch Töne hast! *Anmerkung: In besonders vornehmer Gesellschaft ersetze man das Wort „Hemd“ durch das Wort „Kleid“.

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Bizarre Welt (Aljoschka Krebs) Du triffst uns, lang erwartet, auf dem Eise. Du rufst von weit uns etwas zu, wir sind sehr leise. Wir fahren um dich einen kleinen Kreis. Du bist ganz weiß von Schnee und taust und tränst uns in den Augen und sagst kein Wort und siehst uns nicht; das Eis, glaubst du, zerbricht von deinen Schreien – wir wollten dich vom Eise grad befreien. Weiß man denn schon, wie man sich da verhält? Weiß man denn schon, wie man sich da verhält? Über uns schweben riesige Regenbogen-Wolken, und unter uns liegt eine ganz bizarre Welt. L Y RIK

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Maskenball im Hochgebirge (Erich Kästner) Eines schönen Abends wurden alle Gäste des Hotels verrückt, und sie rannten schlagerbrüllend aus der Halle in die Dunkelheit und fuhren Ski. Und sie sausten über weiße Hänge. Und der Vollmond wurde förmlich fahl. Und er zog sich staunend in die Länge. So etwas sah er zum erstenmal. Manche Frauen trugen nichts als Flitter. Andre Frauen waren in Trikots. Ein Fabrikdirektor kam als Ritter. Und der Helm war ihm zwei Kopf zu groß. Sieben Rehe starben auf der Stelle. Diese armen Tiere traf der Schlag. Möglich, dass es an der Jazzkapelle – denn auch die war mitgefahren – lag. Die Umgebung glich gefrornen Betten. Auf die Abendkleider fiel der Reif. Zähne klapperten wie Kastagnetten. Frau von Cottas Brüste wurden steif. Das Gebirge machte böse Miene. Das Gebirge wollte seine Ruh. Und mit einer mittleren Lawine deckte es die blöde Bande zu. Dieser Vorgang ist ganz leicht erklärlich. Der Natur riss einfach die Geduld. Andre Gründe gibt es hierfür schwerlich. Den Verkehrsverein trifft keine Schuld. Man begrub die kalten Herrn und Damen. Und auch etwas Gutes war dabei: Für die Gäste, die am Mittwoch kamen, wurden endlich ein paar Zimmer frei.


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Karneval der Missvergnügten (Erich Kästner) Im ganzen Lande wütet die Seuche! Es ist nicht der Typhus. Es ist der Humor. Die Leute lieben gewesene Bräuche und tragen falsche Bärte und Bäuche und spiegeln den Spiegeln was vor. Sie ducken sich unter geborgte Perücken, damit das Schicksal sie nicht erkennt. Sie suchen sich laut beiseitezudrücken. Sie schminken die Sorgen auf ihren Rücken und lachen mit fremdem Akzent. Sie lachen, als wären sie krank vor Gelächter, und wurden doch gar nicht angesteckt. Man wird durch falsche Nasen nicht echter. Sie sind nicht gut und nicht schlecht, sondern schlechter! Sie hexen Laxin ins Konfekt. Sie öffnen das Maul und sollten es schließen. Die Ärmsten lachen sich nichts als schief. Sie brüllen und sagen: Es sei zum Schießen. Sie schneiden Gesichter, als müssten sie niesen, und lachen im Konjunktiv. Sie würden lieber die Hände ballen und lachen nicht frei, sondern lachen vom Blatt. Sie feiern die Feste, nur wenn sie fallen. Sie lachen nicht selber, sondern mit allen! Sie lachen nur gegen Rabatt. Fast hätte man Lust, sie zu bedauern. Es ist nicht nötig und bleibt nicht so. Im März, da dürfen sie wieder versauern. Da dürfen sie wieder jammern und trauern – und sind darüber froh.

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Hamlets Geist (Erich Kästner) Gustav Renner war bestimmt die beste Kraft im Toggenburger Stadttheater. Alle kannten seine weiße Weste. Alle kannten ihn als Heldenvater. Alle lobten ihn, sogar die Kenner. Und die Damen fanden ihn sogar noch schlank. Schade war nur, dass sich Gustav Renner, wenn er Geld besaß, enorm betrank. Eines Abends, als man „Hamlet“ gab, spielte er den Geist von Hamlets Vater. Ach, er kam betrunken aus dem Grab! Und was man nur Dummes tun kann, tat er. Hamlet war aufs äußerste bestürzt. Denn der Geist fiel gänzlich aus der Rolle. Und die Szene wurde abgekürzt. Renner fragte, was man von ihm wolle. Man versuchte hinter den Kulissen ihn von seinem Rausche zu befrein, legte ihn langhin und gab ihm Kissen. Und dabei schlief Gustav Renner ein. Die Kollegen spielten nun exakt, weil er schlief und sie nicht länger störte. Doch er kam! Und zwar im nächsten Akt, wo er absolut nicht hingehörte! Seiner Gattin trat er auf den Fuß. Seinem Sohn zerbrach er das Florett. Und er tanzte mit Ophelia Blues. Und den König schmiss er ins Parkett.


Alle zitterten und rissen aus. Doch dem Publikum war das egal. So etwas von donnerndem Applaus gab’s in Toggenburg zum ersten Mal. Und die meisten Toggenburger fanden: Endlich hätten sie das Stück verstanden. 6

Geständnis einiger Dichter (Erich Kästner) Wir sollten lieber mit was andrem handeln! Das Dichten ist, weiß Gott, nicht mehr modern. Ach, auf fünf Füßen durch die Neuzeit wandeln, ist kein Beruf für Herrn. Wir spielen Harfe auf den eignen Nerven. Und wenn wir stöhnen, reimt sich das auch schon. Wir lassen gern mit Steinen nach uns werfen. Das klingt so schön. Denn Dichter sind aus Ton. Wir reisen in Gefühl wie ihr in Seife. Wir dekorieren jeden Schrei und Schmerz – geschmackvoll, wie wir sind – mit Kranz und Schleife. Und schlachten dreimal täglich unser Herz. Wir sind, pfui Teufel! eine üble Sorte. Die Sehnsucht wird bei uns nach Maß bestellt. Was auch geschieht – wir machen daraus Worte. Was auch passiert – wir machen es zu Geld. Wir sollten lieber kaufen und verkaufen! Ob Häuser oder Kuxe wär egal! Denn, als ein Dichter durch die Städte laufen, ist ein Skandal. Anmerkung: Was die Leute schon wollen! Sie handeln doch auch mit Effekten.

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Konferenz am Bett (Erich Kästner) Ich saß bei dir am Bett und fühlte jede Bewegung des Plumeaus, als wärst es du. Wir sprachen klug und deckten mit der Rede das, was geschehen sollte, auf und zu. Es war ein Zweikampf in gepflegter Prosa. Du lagst im Bett. Ich saß und hielt mich stramm. Es roch nach Puder. Und das Licht war rosa. Und manches Wort wog zwanzig Kilogramm. Du wolltest nicht, dass ich bloß bei dir säße… Du wolltest aber, wie ich bald erriet, dass ich dich erst auf dein Kommando fräße! Du lagst im Bett und machtest Appetit. Und dabei wusstest du, dass ich das wüsste, und wusste ich, du wüsstest längst: er weiß. Und zeigtest du ein bisschen sehr viel Büste, dann nickte ich und sagte: „Es ist heiß.“ Wir waren ganz und gar nicht zu beneiden. Wir schütteten die Stimmung durch ein Sieb. Am Ende wusste keiner von uns beiden, wer das, was beide wollten, hintertrieb. Der Morgen dämmerte. Die Vögel sangen. Bis sechs Uhr dreißig währte das Duett. Und wie ging’s weiter? Dann bin ich gegangen! Sonst säß ich heute noch bei dir am Bett. Anmerkung: Manche Menschen benützen ihre Intelligenz zum Vereinfachen, manche zum Komplizieren.


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Der synthetische Mensch (Erich Kästner) Professor Bumke hat neulich Menschen erfunden, die kosten zwar, laut Katalog, ziemlich viel Geld, doch ihre Herstellung dauert nur sieben Stunden, und außerdem kommen sie fix und fertig zur Welt!

Nächstens vergrößre er seine Menschenfabrik. Schon heute liefre er zweihundertneunzehn Sorten. Misslungene Aufträge nähm er natürlich zurück. Die müssten dann nochmals durch die verschiednen Retorten.

Man darf dergleichen Vorteile nicht unterschätzen. Professor Bumke hat mir das alles erklärt. Und ich merkte schon nach den ersten Worten und Sätzen: Die Bumkeschen Menschen sind das, was sie kosten, auch wert.

Ich sagte: Da sei noch ein Bruch in den Fertigartikeln, in jenen Menschen aus Bumkes Geburtsinstitute. Sie seien konstant und würden sich niemals entwickeln. Da gab er zur Antwort: „Das ist ja grade das Gute!“

Sie werden mit Bärten oder mit Busen geboren, mit allen Zubehörteilen, je nach Geschlecht. Durch Kindheit und Jugend würde nur Zeit verloren, meinte Professor Bumke. Und da hat er ja recht. Er sagte, wer einen Sohn, der Rechtsanwalt sei, etwa benötige, brauche ihn nur zu bestellen. Man liefre ihn, frei ab Fabrik, in des Vaters Kanzlei, promoviert und vertraut mit den schwersten juristischen Fällen. Man brauche nun nicht mehr zwanzig Jahre zu warten, dass das Produkt einer unausgeschlafenen Nacht auf dem Umweg über Wiege und Kindergarten das Abitur und die übrigen Prüfungen macht. Es sei ja auch denkbar, das Kind werde dumm oder krank. Und sei für die Welt und die Eltern nicht recht zu verwenden. Oder es sei musikalisch! Das gäbe nur Zank, falls seine Eltern nichts von Musik verständen. Nicht wahr, wer könne denn wirklich wissen, was später Aus einem anfangs ganz reizenden Kinde wird? Bumke sagt, er liefre auch Töchter und Väter. Und sein Verfahren habe sich selten geirrt.

Ob ich tatsächlich vom Sichentwickeln was halte? Professor Bumke sprach’s in gestrengem Ton. Auf seiner Stirn entstand eine tiefe Falte. Und dann bestellte ich mir einen vierzigjährigen Sohn.


Six little Mice Neun altenglische Kinderreime anonymer altenglischer Autoren (Übertragung: Max Beckschäfer)

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Solomon Grundy Solomon Grundy, born on a Monday, christened on Tuesday, married on Wednesday; took ill on Thursday, worse on Friday, died on Saturday, buried on Sunday. This is the end of Solomon Grundy.

Solomon Grundy Solomon Grundy, geboren am Montag, getauft am Dienstag, verheiratet am Mittwoch; erkrankt am Donnerstag, es wurde schlimmer am Freitag, verstorben am Samstag, beerdigt am Sonntag. Dies ist das Ende von Solomon Grundy.

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The Scaredy There was a little boy went into a barn, and lay down on some hay; an owl came out and flew about, and the little boy ran away.

Der Angsthase Ein kleiner Junge ging in eine Scheune und legte sich ins Heu; da kam eine Eule und flog umher, und der kleine Junge rannte fort.

11

The Man in the Moon The man in the moon came down too soon and asked his way to Norwich. He went by the South And burnt his mouth with supping cold plum porridge.

Der Mann im Mond Der Mann im Mond kam zu früh herunter und erkundigte sich nach seinem Weg nach Norwich. Er ging gen Süden und verbrannte seinen Mund, indem er kalten Pflaumenbrei schlürfte.

12

Prevarication Nose, nose, jolly red nose, and what gave thee that jolly red nose? Nutmeg and ginger, cinnamon and cloves, that’s what gave me this jolly red nose.

Die Verdrehung der Wahrheit Nase, Nase, lustige rote Nase, und was gab dir diese lustige rote Nase? Muskatnuss und Ingwer, Zimt und Nelken, das ist es, was mir diese lustige rote Nase gab.

13

Little Husband I had a little husband, no bigger than my thumb; I put him in a pint pot and there I bade him drum. I gave him some garters to garter up his hose, and a little silk handkerchief to wipe his pretty nose.

Der kleine Ehemann Ich hatte einen kleinen Ehemann, nicht größer als ein Daumen; ich steckte ihn in ein großes Glas und bat ihn zu trommeln. Ich gab ihm ein paar Strumpfbänder, um seine Strümpfe festzubinden, und ein kleines seidenes Taschentuch, um sein hübsches Näschen zu putzen.

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Six Little Mice Six little mice sat down to spin; Pussy passed by and she peeped in. What are you doing, my little men? Weaving coats for gentlemen. Shall I come in and cut off your threads? No, no, Mistress Pussy, you’d bite off our heads. Oh, no I’ll not; I’ll help you to spin. That may be so, but you don‘t come in.

Sechs kleine Mäuse Sechs kleine Mäuse setzten sich hin, um zu spinnen; die Katze kam vorbei und schaute hinein: Was macht ihr da, ihr kleinen Männer? Wir weben Mäntel für feine Herren. – Soll ich hereinkommen und eure Garne durchschneiden? Nein, nein, Meisterin „Pussy“, du würdest unsere Köpfe abbeißen. Oh nein, das würde ich nicht; ich würde euch helfen zu spinnen. Das mag wohl sein, aber du kommst nicht rein.

15

Ipsey Wipsey Ipsey Wipsey spider climbing up the spout; down came the rain and washed the spider out; out came the sunshine and dried up all the rain; Ipsey Wipsey spider Climbing up again.

Ipsey Wipsey Ipsey Wipsey Spinne erklimmt die Regenrinne; da kam ein Regen und spülte die Spinne fort. Da kam die Sonne heraus und trocknete den Regen; und Ipsey Wipsey Spinne erklimmt wieder die Regenrinne.

16

The Legacy My father died a month ago and left me all his riches; a feather bed, a wooden leg, and a pair of leather breeches; a coffee pot without a spout, a cup without a handle, a tobacco pipe withoud a lid, and half a farthing candle.

Das Vermächtnis Mein Vater starb vor einem Monat und hinterließ mir all seine Reichtümer: ein Federbett, ein Holzbein, und ein Paar Lederhosen, eine Kaffeekanne ohne Schnabel, eine Tasse ohne Henkel, eine Tabakspfeife ohne Deckel, und eine Kerze für einen Viertelpenny.

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Taffy was a Welshman Taffy was a welshman, Taffy was a thief, Taffy came to my house and stole a piece of beef. I went to Taffy’s house, Taffy wasn’t in, I jumped upon his Sunday hat and poked it with a pin.

Taffy war ein Waliser Taffy war ein Waliser, Taffy war ein Dieb, Taffy kam an mein Haus und stahl ein Stück Fleisch. Ich ging zu Taffys Haus, Taffy war nicht da, Ich sprang auf seinen Sonntagshut und durchbohrte ihn mit einem Nagel.

Taffy was a welshman, Taffy was a sham, Taffy came to my house and stole a leg of lamb. I went to Taffy’s house, Taffy was not there, I hung his coat and trousers To roast before a fire.

Taffy war ein Waliser, Taffy war ein Betrüger, Taffy kam zu meinem Haus und stahl eine Lammkeule. Ich ging zu Taffys Haus, Taffy war nicht da, Ich hängte seinen Mantel und seine Hosen ans Feuer, um sie zu rösten.


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Der Zipferlake (Christian Enzensberger) Verdaustig war‘s, und glaße Wieben rotterten gorkicht im Gemank. Gar elump war der Pluckerwank, und die gabben Schweisel frieben. »Hab acht vorm Zipferlak, mein Kind! Sein Maul ist beiß, sein Griff ist bohr. Vorm Fliegelflagel sieh dich vor, dem mampfen Schnatterrind.« Er zückt‘ sein scharfgebifftes Schwert, den Feind zu futzen ohne Saum, und lehnt‘ sich an den Dudelbaum und stand da lang in sich gekehrt. In sich gekeimt, so stand er hier, da kam verschnoff der Zipferlak mit Flammenlefze angewackt und gurgt‘ in seiner Gier. Mit Eins! und Zwei! und bis auf‘s Bein! Die biffe Klinge ritscheropf! Trennt‘ er vom Hals den toten Kopf, und wichernd sprengt‘ er heim. »Vom Zipferlak hast uns befreit? Komm an mein Herz, aromer Sohn! Oh, blumer Tag! Oh, schlusse Fron!« So kröpfte er vor Freud‘. Verdaustig war‘s, und glaße Wieben rotterten gorkicht im Gemank. Gar elump war der Pluckerwank, und die gabben Schweisel frieben.

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Aus: „Gedichte in Prosa“ (Christian Enzensberger) 19

Ob er kommt. Ob er nicht kommt weil er nicht kann. Ob er nicht kommt weil er keine Lust hat. Ob er zuerst Lust gehabt hat und dann nicht mehr. Ob er keine Lust hat und doch kommt. Ob er verschlafen hat, ob er vergessen hat wann, ob er später kommt. Ob er kein frisches Hemd, kein Geld für die Straßenbahn hat. Ob ich gehe. Ob er zu faul, zu müde, zu niedergeschlagen ist. Ob er gekonnt hätte wenn er gewollt hätte. Ob es etwas im Fernsehen gibt, ob er sich betrunken, einen Streit angefangen, verletzt hat, über dem Auge, am Bauch. Ob er glaubt ich bin nicht mehr da. Ob er nur gesagt hat er kommt. Ob ich ihn schlecht verstanden habe, ob es falsch war dass ich gekommen bin.


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Ich besuchte dann häufig eine kulturelle Anstalt, ich setzte mich dann zu einer vorgeschriebenen Zeit zwischen reihenweise gebadete angeregte Personen. Es trat dann in dieser Anstalt vor den gebadeten angeregten Personen eine andere Art von Personen auf und machte den Versuch zur Verkörperung von einer dritten Art von Personen. Es war dann aber immer ziemlich schwer, die dritte Art hinter der zweiten zu erkennen, erkennbar war zunächst immer nur die Verkörperungsanstrengung der zweiten, sodass also das Interesse für die Beweggründe der dritten gemimten Personen immer zurückblieb hinter dem Interesse für die Beweggründe der Zweiten mimenden Personen (d. h. warum die das eigentlich machten), sodass es eigentlich im Grunde egal war, was die angeblichen dritten Personen alles sagten oder unternahmen, sodass eigentlich auch die Anstrengung der zweiten Personen, sie das alles glaubhaft sagen oder unternehmen zu lassen hinfällig wurde und damit die zweiten Personen selbst und damit auch die Zusammenkunft der ersten gebadeten Personen. Ich ging dann häufig noch in eine andere kulturelle Anstalt, wo das Gleiche stattfand in gehobener das heißt musikalischer Form, ich hörte dann diese unglaublich satten Stimmen in höchster Lage, ich kam dann in dieser zweiten Anstalt in enorme Wallungen zwischen Rührung und totalem MichTotlachen bei wachsender Müdigkeit, das heißt es überwog dann in dieser zweiten Anstalt zuerst immer die Rührung und das Totlachen, aber zum Schluss überwog in dieser zweiten Anstalt dann doch immer die ziemlich große Müdigkeit.

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Ich las dann ein Gedicht und das Gedicht fing mit O an, ich stockte dann bei diesem O, ich dachte O, wieso O, das heißt ich wusste natürlich dass man früher sehr oft O sagte und schrieb, dass O früher eine ganz normale Ausdrucksweise war, aber ich kam dann trotzdem lange über das O nicht weg, ich stellte mir vor, ich schriebe oder sagte zu etwas O, zum Beispiel O Sachverhalt, O Neubegrünung, ich konnte mir das dann überhaupt nicht vorstellen, ich dachte mir dann, anscheinend ist die ganze O-Haltung weg, es gibt sie nicht mehr, und das ist vielleicht auch gut, denn worin besteht denn die O-Haltung, die besteht doch darin, dass man sich möglichst klein macht und mit einem Seil in der Hand vor das O-Ding hinstellt, und dann wirft man ihm diese O-Schlinge um und klettert daran hinauf und dann seilt man sich langsam wieder ab. Ich hielt das dann für ein sonderbares Vorgehen mit diesem hinauf und wieder herunter, vor allem in der Vielzahl, wenn da also eine ganz unüberschaubare Personenanzahl mit diesen Seilen herumläuft und bei allem was etwas größer als zwei Meter ist mit diesem O-Vorgang anfängt. Ich suchte dann noch eine Weile nach einem Ding, zu dem ich in auch nur denkbarer Weise in irgendeine O-Beziehung treten konnte, ich fand dann kein solches Ding, aber das muss früher anders gewesen sein, denn das war doch früher eine Riesensache mit diesem O.


Carl Mansker, Der Fächer im Herbst (fünf chinesische Gedichte op. 13) 22

Schlank, so schlank auf dem Turme die Frau. Weiß, so weiß am Gitter des Fensters gelehnt, zart, so zart mit rotem Puder geschminkt. Schmal, so schmal hängt sie, die blasse Hand. Vordem sang sie im Haus der Freuden. Heute gehört sie dem Lümmel zur Frau. Der Lümmel ist weg und kehrt nicht wieder. Auf verlassenem Lager schwer liegt sich’s allein.

1. Verschmähte Perlen Me-Fe, verstoßene Gemahlin des Kaisers Hsüan-dsung (J. W. von Goethe) Du sendest Schätze, mich zu schmücken! Den Spiegel hab ich längst nicht angeblickt. Seit ich entfernt von deinen Blicken, Weiß ich nicht mehr, was ziert und schmückt. (Me-Fe war die Geliebte des Kaisers Min, reich an Schönheit und geistigen Verdiensten und deshalb von Jugend auf merkwürdig. Nachdem eine neue Favoritin sie verdrängt hatte, wurde ihr ein besonderes Quartier im Harem eingeräumt. Als tributäre Fürsten dem Kaiser große Geschenke brachten, gedachte er an Mei-Fe und schickte ihr alles zu. Sie sendete dem Kaiser die Gaben zurück, mit jenem Gedicht)

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2. Die Eifersüchtige Li Bo (Günter Eich) Der Perlenvorhang rollte auf, die Schöne erhob die Brauen, weich wie Falterhaar. Wohl konnte ich die Spur von Tränen schauen, doch nicht erraten, wem sie böse war.

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3. Die Verlassene ungenannt (Peter Olbricht) Grün, so grün, am Flussrand das Gras. Dicht, so dicht im Garten die Weiden.

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4. Das Gras im Tschang-sin-Schloss Tsui Guo-fu (Günther Debon) Am Schloss der langen Treue wächst das Gras Jahr über Jahr um Leid und Einsamkeiten; begrub, was einst ein Perlenschuh durchmaß, verwehrt auf jadenem Altan zu schreiten.

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5. Der Fächer im Herbst Ban Jieyu (Richard Wilhelm) Neu und zart aus weißer Seide, rein wie Schnee und frisches Eis ist des Fächers heitre Scheibe, wie des Vollmonds klarer Kreis, weilet stets dem Herrn zur Seite, kühlen Wind ihm fächelnd zu. Doch es kommt des Herbstes Kühle, Sommers Hitze geht zur Ruh und der Fächer entgleitet der Hand. Treue Liebe ihr Ende fand.


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Drei Hasen (Christian Morgenstern) Eine groteske Ballade

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Ein Wiesel saß auf einem Kiesel inmitten Bachgeriesel.   Wisst ihr weshalb?   Das Mondkalb verriet es mir im Stillen:   Das raffinierte Tier tat‘s um des Reimes willen.

Drei Hasen tanzen im Mondschein im Wiesenwinkel am See: Der eine ist ein Löwe, der andre eine Möwe, der dritte ist ein Reh. Wer fragt, der ist gerichtet, hier wird nicht kommentiert, hier wird an sich gedichtet; doch fühlst du dich verpflichtet, erheb sie ins Geviert, und füge dazu den Purzel von einem Purzelbaum, und zieh aus dem Ganzen die Wurzel und träum den Extrakt als Traum. Dann wirst du die Hasen sehen im Wiesenwinkel am See, wie sie auf silbernen Zehen im Mond sich wunderlich drehen als Löwe, Möwe und Reh.

Das ästhetische Wiesel (Christian Morgenstern)

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Das Huhn (Christian Morgenstern) In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut, geht ein Huhn hin und her... Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh‘r? Wird dem Huhn man nichts tun? Hoffen wir es! Sagen wir es laut: dass ihm unsre Sympathie gehört, selbst an dieser Stätte, wo es – „stört“!


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Der gestrichene Bock (Christian Morgenstern)

ich GING GANZ in Gedanken hin... Du weißt, dass ich ein andrer bin,   seitdem ich meinen Herrn verlor... Der Knecht wirft beide Arm empor,   als wollt er sagen: Lass doch, lass! Und weiter zieht das Paar fürbass.

Ein Wildbret musst‘ allabendlich auf einem Hoftheater sich im Hauptakt auf das Stichwort ‚Schürzen‘ von links aus der Kulisse stürzen. Beim zwölften Male brach es aus und rannte dem Souffleur ins Haus, worauf es kurzweg – und sein Part – von der Regie gestrichen ward. Zwei Hoftheaterdiener brachten am nächsten Morgen den gedachten gestrichnen königlichen Bock per Auto nach Hubertusstock. Dort geht das Wildbret nun herum und unterhält sein Publikum. aus Reh, Hirsch, Eber, Fuchs und Maus von ‚Rolle‘, ‚Stichwort‘ und ‚Applaus‘. 31

Der Gingganz (Christian Morgenstern) Ein Stiefel wandern und sein Knecht von Knickebühl gen Entenbrecht.   Urplötzlich auf dem Felde drauß begehrt der Stiefel: Zieh mich aus!   Der Knecht drauf: Es ist nicht an dem; doch sagt mir, lieber Herre, –: wem?   Dem Stiefel gibt es einen Ruck: Fürwahr, beim heiligen Nepomuk,

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Der neue Vokal (Christian Morgenstern) Der Festredner: „Unsterblich werden Sie leben, solang es Menschenmund und Menschenwitz wird geben auf diesem Erdenrund.“ Ein Fähnrich, halblaut zur Gattin des Gefeierten, Frau Prof. Ulich: „Was hat denn Ihr Herr Gemahl nun eigentlich ausgeheckt?“ Die Gattin ebenso: „Er hat einen neuen Vokal erfunden oder entdeckt.“ Der Fähnrich: „Das ist ja phänomenal, eine wahre Speise für Geister! Na, Gnädigste, und wie heißt er denn nun, dieser neue Vokal?“ Die Gattin: „Er kann ihn noch niemandem sagen, er lässt ihn erst patentiern;


wir woll‘n – nach so langen Plagen – doch nicht ihr Erträgnis verliern!“

Das Irrlicht selbst macht Halt und Rast auf einem windgebrochnen Ast –   Sophie, die Maid, hat ein Gesicht: Das Mondschaf geht zum Hochgericht.   Die Galgenbrüder wehn im Wind. Im fernen Dorfe schreit ein Kind.   Zwei Maulwürf küssen sich zur Stund als Neuvermählte auf den Mund.   Hingegen tief im finstern Wald ein Nachtmahr seine Fäuste ballt:   Dieweil ein später Wanderstrumpf sich nicht verlief in Teich und Sumpf.   Der Rabe Ralf ruft schaurig: »Kra! Das End ist da! Das End ist da!«   Der Zwölf-Elf senkt die linke Hand: Und wieder schläft das ganze Land.

Der Fähnrich: „Verstehe, Sie wollen Tantiemen!“ Die Gattin: „Gewiss, das ist unser Ziel! Wer den Vokal will nehmen, erhält ihn für so und so viel.“ Der Festredner, abschließend: „Sie gaben uns mehr, Herr Ulich, als irgend ein Mensch bislang; wir trollten fromm und betulich den alten Schlendriangang. Da kamen Sie, Geist der Geister, in unser Jammertal und gaben uns, teurer Meister, den August-Ulich-Vokal !“ 33

Der Zwölf-Elf (Christian Morgenstern) Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand: Da schlägt es Mitternacht im Land.   Es lauscht der Teich mit offnem Mund. Ganz leise heult der Schluchtenhund.   Die Dommel reckt sich auf im Rohr. Der Moosfrosch lugt aus seinem Moor.   Der Schneck horcht auf in seinem Haus; Desgleichen die Kartoffelmaus.  

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Robert Delanoff, Birken im Herbst (eine Vokalise)


ERICH KÄSTNER Nachtgesang des Kammervirtuosen: erschienen in: Herz auf Taille © Atrium Verlag, Zürich 1928 und Thomas Kästner Maskenball im Hochgebirge, Hamlets Geist: erschienen in: Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke © Atrium Verlag, Zürich 1936 und Thomas Kästner Konferenz am Bett: erschienen in: Ein Mann gibt Auskunft © Atrium Verlag, Zürich 1930 und Thomas Kästner Geständnis einiger Dichter, Der synthetische Mensch, Karneval der Missvergnügten: erschienen in: Lärm im Spiegel © Atrium Verlag, Zürich 1929 und Thomas Kästner CHRISTIAN ENZENSBERGER Lewis Carroll „Der Zipferlake“ Aus dem Englischen von Christian Enzensberger, aus: Ders. Alice hinter den Spiegeln © Insel Verlag Leipzig und Frankfurt am Main 1963. Alle Rechte vorbehalten durch Insel Verlag Berlin Ob er kommt (S.55) Ich besuchte dann häufig eine kulturelle Anstalt (S. 36) Ich las dann ein Gedicht und das Gedicht fing mit O an (S. 35) Aus: Christian Enzensberger, Eins nach dem andern – Gedichte in Prosa © Carl Hanser Verlag München 2010 CHRISTIAN MORGENSTERN Drei Hasen Aus: Lebenslust mit Christian Morgenstern: insel taschenbuch 3626 (Insel Verlag Berlin 2010) Das ästhetische Wiesel, Das Huhn, Der gestrichene Bock, Der Gingganz, Der neue Vokal, Der Zwölf-Elf Aus: Christian Morgenstern: Galgenlieder, Palmström, Palma Kunkel, Der Gingganz. 1978 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart. (Reclams Universalbibliothek Nr. 9879)

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Q U EL L ENA NGA BE N


ROBERT DELANOFF Bizarre Welt (1969) für Sopran (Mezzosopran), Flöte und Klavier nach einem Text von Aljoschka Krebs – mit freundlicher Genehmigung des Verfassers; erschienen Sommer 1969 in München (Eigenverlag) Birken im Herbst (Erinnerungen an Lappland) (2001) Vokalise für Mezzosopran (Sopran) und Klavier (Die Bearbeitung für Sopran, Flöte und Klavier stammt von Ina Göhring-Hattendorf und wurde von Robert Delanoff autorisiert); erschienen im Eigenverlag 2001 MAX BECKSCHÄFER Six Little Mice and Other Tales (2004) 9 songs for soprano, flute and piano after old English Nursery Rhymes by anonymous authors erschienen 2007 im Verlag vierdreiunddreissig, München CARL MANSKER Der Fächer im Herbst (1969) Fünf chinesische Gedichte op.13 für Sopran, Flöte und Klavier erschienen 1970 in München (Eigenverlag) Me Fe, Verschmähte Perlen (Me Fe war die verstoßene Gemahlin des Kaisers Hsüan-dsung / aus dem Chinesischen von J. W. Goethe) Li Bo, Die Eifersüchtige Aus dem Chinesischen von Günter Eich Aus: Lyrik des Ostens Herausgegeben von Wilhelm Gundert, Annemarie Schimmel, Walther Schubring ©1952 Carl Hanser Verlag München Wien Ungenannt, Die Verlassene aus dem Chinesischen von Peter Olbricht, mit freundlicher Genehmigung von Anna-Maria Servos, Ursula Czapp und Katharina Olbricht Tsui Guo-fu, Das Gras im Tschang-sin-Schloss aus dem Chinesischen von Günther Debon, mit freundlicher Genehmigung von Gertraude Debon Ban Djiä-yu, Der Fächer im Herbst aus dem Chinesischen von Richard Wilhelm



Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand