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Fenster

Definition Die heutzutage verwendeten modernen Fenster fßr Neu- und Bestandsbauten bestehen in der Mehrheit aus Mehrscheiben-Isolierglas und Rahmen aus Kunststoff, Holz oder Aluminium, auch im Verbund als Holz- Alu­mi­ nium-Fenster. Ursprßnglich dienten Fenster der Lichtzufuhr, der Aussicht und der Lßftung. Aus technischer Sicht haben Fenster in den letzten Jahren einen enormen Innovations- und Entwicklungsschub erfahren. Neben den vielen Anforderungen, die Fenster erfßllen mßssen, nimmt das Bestreben nach verbesserten wärmedämmenden Eigenschaften gegenwärtig den hÜchsten Stellenwert ein. Die technischen MÜglichkeiten von Fensterelementen gehen heute bereits weit ßber die Forderungen der aktuellen EnEV hinaus.

Ug

ΨΨg – linearer Wärmedurchgangskoeffizient (Wärmebrßcke zwischen Glasscheiben (warme Kante)

ΨΨe – linearer Wärmedurchgangskoeffizient (Wärmebrßcke

Uf

Kunststoff-Fenster Kunststoff-Fenster bieten ein sehr gutes Preis-LeistungsVerhältnis, stabile Fensterkonstruktionen und gute Wärmedämmung. Die Oberflächen von KunststoffRahmen benĂśtigen auĂ&#x;er einer regelmäĂ&#x;igen Reinigung keine weiteren Wartungsarbeiten.

Holzfenster Die Rahmen von Holzfenstern bestehen aus verschiedenen natĂźrlich dauerhaften oder modifizierten Holzarten. Holzfenster bieten neben ihrem natĂźrlichen Charakter Ăźberaus vielfältige GestaltungsmĂśglichkeiten in Form, Profilierung und AusfĂźhrung. Holzfenster lassen sich streichen, sodass auch im Nachhinein eine Ă„nderung der Farbgestaltung mĂśglich ist. Je nach Holzart und AusfĂźhrung erhalten regelmäĂ&#x;ige Anstriche Ăźber Jahrzehnte die Funktionssicherheit und ein brillantes Aussehen.

Holz-Aluminium-Fenster Holz-Aluminium-Fenster (oft auch kurz „Holz-AluFenster") vereinen die positiven Eigenschaften beider Materialien in einem Bauelement. Der auĂ&#x;en liegende Holzrahmen wird vollständig von einer Aluminiumschale bedeckt. Diese Konstruktion schĂźtzt das Fenster auch bei extremen Wetter- und KlimaeinflĂźssen und sorgt somit fĂźr hĂśchste Langlebigkeit. Auf der Innenseite sorgt das natĂźrliche Holz fĂźr eine angenehme Wohnatmosphäre. Bei regelmäĂ&#x;iger Reinigung wirken Holz-Alu-Fenster auch nach Jahren optisch immer noch wie neu.

Glas Bei der Verglasung ist der Aufbau mit 2 Gläsern Standard. Im hochwertigen Fensterbau mit Uw-Werten unter etwa 0,8 W/m²K, hat sich in den vergangenen Jahren die 3-fach Verglasung durchgesetzt. Die Glaszwischenräume sind mit Edelgasen (Argon, Krypton, selten Xenon) gefßllt, wodurch die Wärmeleitfähigkeit senkrecht zu den Glasflächen stark herabgesetzt wird. Krypton und Xenon verbessern die Dämmwirkung, sind aber sehr teuer bzw. selten.

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zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk) Af – Rahmenfläche Ag – Glasfläche Aw = Ag + Af lg – U  mfang der Innenkante des Rahmenprofils (bzw. sicht­ barer Umfang der Glasscheibe) đ?‘ˆđ?‘ˆđ?‘¤đ?‘¤ =

Ausfßhrungen Fenster bestehen in der Regel aus Fensterrahmen (Blend- und Flßgelrahmen) mit einer Fßllung aus Glas (bspw. Mehrscheiben-Isolierglas). Hinzu kommen Bänder und Beschlagteile (bspw. Dreh- und DrehkippBeschläge) sowie Fenstergriffe. In die Fensterrahmen kÜnnen weitere Bauteile integriert werden, um den Funktionsumfang zu erweitern (bspw. Fensterlßfter). Je nach Aufbau und Ausfßhrung kÜnnen Fensterrahmen und Glas hinsichtlich bestimmter Eigenschaften (bspw. Einbruchschutz, Lichtdurchlässigkeit, Schallschutz, usw.) verbessert werden.

Uw (w=window) der Gesamtwert des Fensters Ud (d=door) der Gesamtwert der TĂźr Ug (g=glazing) der U-Wert der Verglasung Up (p=panel) der U-Wert der TĂźrfĂźllung Uf (f=framing) der U-Wert des Rahmens

U-Wert-Berechnung von Fenstern und AuĂ&#x;entĂźren

Das fßr Fenster verwendete Glas kann so hergestellt werden, dass es besondere Anforderungen erfßllt. Dazu zählen bspw. Einfärbungen (Gestaltung), Verstärkungen (Durchbruch-/Einbruchschutz), Schallschutz oder Brandschutz.

(đ??´đ??´đ?‘”đ?‘” ∙ đ?‘ˆđ?‘ˆđ?‘”đ?‘” + đ??´đ??´đ?‘“đ?‘“ ∙ đ?‘ˆđ?‘ˆđ?‘“đ?‘“ + đ?‘™đ?‘™đ?‘”đ?‘” ∙ đ?œ“đ?œ“đ?‘”đ?‘” ) (đ??´đ??´đ?‘”đ?‘” + đ??´đ??´đ?‘“đ?‘“ )

Der Wärmedurchgangskoeffizient Uw bezieht sich auf das gesamte Fenster. In diesen Wert flieĂ&#x;en die U-Werte fĂźr die Verglasung Ug und den Rahmen Uf mit ein. Der Gesamtwert Uw hängt darĂźber hinaus vom linearen Wärmedurchgangskoeffizient g sowie der FenstergrĂśĂ&#x;e ab (lg).

welche die fßr eine KfW-FÜrderung wichtige Marke von 0,95 W/m²K erreichen, hat heute jeder namhafte Hersteller im Programm.

Normen-/Vorschriftenumfeld DIN EN 14351-1:2010-08

Anforderungen/Eigenschaften Als multifunktionale Bauteile mĂźssen Fenster bereits im regulären Wohn- und Objektbetrieb viele Anforderungen erfĂźllen. Je nach Situation kĂśnnen weitere oder erhĂśhte Anforderungen hinzukommen. Technische Eigenschaften und Ausbaustufen von Fenstern sind: ď ˇ Wärmeschutz, mit dem sich alle Anforderungen der aktuellen EnEV erfĂźllen lassen und darĂźber hinaus (Niedrigenergiehaus, Passivhaus), ď ˇ sommerlicher Wärmeschutz vor Ăœberhitzung der Räu­ me (erheblicher Beitrag zum Wohnkomfort und zum reduzierten Einsatz von Klimaanlagen), ď ˇ Widerstandsfähigkeit gegen Wind, Regen inkl. Schlag­ regen, Schnee, Eis, Hagel und andere UmwelteinflĂźsse, ď ˇ Schallschutz, ď ˇ StoĂ&#x;- und Schlagfestigkeit, ď ˇ Einbruchhemmung, ď ˇ Brandschutz, ď ˇ ausgewogenes Differenzklimaverhalten, ď ˇ Luftdichtheit, ď ˇ kontrollierte BelĂźftung (bspw. FensterfalzlĂźfter, LĂźftung mit WärmerĂźckgewinnung), ď ˇ dauerhafte Funktionsfähigkeit, ď ˇ Barrierefreiheit, ď ˇ Absturzsicherung, ď ˇ Gläser mit Selbstreinigungseffekt. GemäĂ&#x; EnEV 2014 erforderliche Uw-Werte fĂźr Fenster liegen bei 1,3 W/m²K. Die technischen MĂśglichkeiten von Fensterelementen gehen heute aber bereits weit darĂźber hinaus. FĂźr das Passivhaus zertifizierte Fenster erreichen Uw-Werte bis zu 0,5 W/m²K. Aber auch Stan­ dardfenster profitieren von den Entwicklungen. Fenster,

Fenster und TĂźren – Produktnorm, Leistungseigenschaf­ ten – Teil 1: Fenster und AuĂ&#x;entĂźren ohne Eigenschaften bezĂźglich Feuerschutz und/oder Rauchdichtheit

DIN 18055:2014-11 Kriterien fĂźr die Anwendung von Fenstern und AuĂ&#x;en­ tĂźren nach DIN EN 14351-1

Normenreihe DIN 4108 Mit Teilen zur Mindestanforderung an den Wärmeschutz, zum klimabedingten Feuchteschutz, zur Luftdichtheit und mehr (mit Beiblättern 1 und 2)

DIN 4109 und VDI-Richtlinie 4100 Richtlinien zum Schallschutz

EnEV 2014 Leitfaden zur Planung und AusfĂźhrung Leitfaden zur Planung und AusfĂźhrung der Montage von Fenstern und HaustĂźren fĂźr Neubau und Renovierung (Herausgeber: RAL GĂźtegemeinschaft und ift Rosenheim)

Kennzeichnung Die Produktnorm EN 14351-1:2006 verlangt seit dem 1.2.2010 verpflichtend das CE-Zeichen fĂźr Fenster und AuĂ&#x;entĂźren.

Montage Der Leitfaden zur Montage der RAL-Gßtegemeinschaft Fenster und Haustßren beschreibt in weiten Teilen den aktuellen Stand nach den anerkannten Regeln der Tech­nik und ist damit Grundlage fßr schadenfreie und rechtssichere (gewährleistungssichere) Montage. Somit sind die technischen Inhalte allgemein als zu erfßllende Vorgaben zu betrachten – sowohl von RAL-zertifizierten wie auch von nicht zertifizierten Unternehmen.

HolzLand Kompendium  

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