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Ganzglastüren

Definition Hat man aus architektonischer Sicht die Wahl, bieten Ganzglastüren als Stilmittel der Gestaltung viele Mög­ lichkeiten für Neubau und Renovierung. Das gilt sowohl im privaten, wie im öffentlichen und gewerblichen Um­ feld. Wenn es auf die Technik ankommt, sind Glastüren mit geprüften und zertifizierten Eigenschaften erhältlich. Glas bietet nicht nur optische Vorteile. Obwohl es als margenstarkes Produkt nicht im Preiswertsegment anzu­ siedeln ist, bietet es Kundengruppen, denen ein repräsen­ tativer Charakter und ein gehobenes Wohnambiente bei der Ausstattung wichtig sind, dank innovativer System­ technik, hochwertiger Verarbeitung und ansprechendem Design individuelle Möglichkeiten der Gestaltung abseits des "Mainstreams". Architektonisch bieten Ganzglastüren optimale Mög­ lichkeiten zur Lichtausnutzung, Lichtführung und zur Lichtgestaltung – ein unschätzbarer Vorteil grade bei be­ grenzten Fensterflächen oder dunklen Wohnsituationen. Auch für Mieter sind Glastüren eine gute Investition: Eine Glastür kann temporär gegen eine vorhandene Holz­ tür getauscht und beim Auszug mitgenommen werden. Ganzglastüren sind unkompliziert zu montieren, in großer Designvielfalt verfügbar und für nahezu alle Anwen­ dungssituationen im privaten, öffentlichen und gewerb­ lichen Umfeld geeignet.

Ausführungen Ganzglastüren sind in verschiedenen Ausführungen lie­ ferbar, bspw. als  ein- oder mehrflügelige Pendeltür,  vor- oder in der Wand laufende Schiebetür,  Drehtür,  Bestandteil von Ganzglas-Anlagen. Ganzglastüren sind mit klarem oder blickdichtem Glas lieferbar. Ebenfalls stehen transparente, transluzente und opake Gläser in verschiedenen Graden der Durchlässigkeit zur Verfügung. Glastüren sind in Norm- und Sondermaßen erhältlich und können sowohl in vorhandene Holz- wie auch in Stahl­ zargen eingebaut werden.

Verbundsicherheitsglas (VSG) Verbundsicherheitsglas besteht aus zwei Glasscheiben, die in einem technischen Verfahren unter Hitze und Druck dauerhaft mit sehr reißfesten, organischen Folien (Polyvinyl-Butyral-Folie=PVB) verbunden werden. Daher zeichnet sich VSG Glas durch besonders hohe Standfe­ stigkeit aus.

Einscheibensicherheitsglas (ESG) Einscheibensicherheitsglas ist ein thermisch vorgespann­ tes Glas mit einer hohen mechanischen Widerstands- und Biegebruchfestigkeit. ESG hält höchsten Belastungen stand. Weitere Information rund um Tür, Zarge und Türen­ technik finden sich ab Seite 74 „Die Tür“.

Glas ist ein moderner Klassiker der Innenarchitektur. Mit Leichtigkeit und Transparenz kommen Glastüren als hoch­ wertige, designorientierte Alternative zu Holztüren zum Einsatz.

Oberflächen, abrieb- und kratzfest, die absolut all­ tagstauglich sind,  Hohe Bruchsicherheit durch ESG oder VSG  Guten Schallschutz: Glastüren lassen sich mit erhöh­ ten und zertifizierten Schallschutzeigenschaften (der sowohl im Objektbau, wie auch im privaten Umfeld wichtig ist) ausrüsten (inkl. Prüfzeugnissen)  Geprüften Brand- und Rauchschutz (mit Prüfzeugnis erhältlich)  Einbruchschutz (mit Prüfzeugnis)  Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten bis hin zum eignen Design, bspw. auf der Grundlage eines Digital­ fotos. Persönliche Bilder, Kundenmotive, Logos etc. lassen sich mit hoher Detail- und Farbtreue umsetzen.  Integrierbare LED-TEchnik für beeindruckende Licht­ effekte  In Norm- und Sondermaßen für Neu- und Altbau, auch zum Einbau in vorhandene Holz- und Stahlzargen.

Montage Vor und während des Türeneinbaus gelten viele allgemei­ ne Grundsätze der Türenmontage unmittelbar oder sinn­ gemäß. Grundsätzlich gilt: Vor der Montage, bei unklarer Einbausituation oder -materialwahl sollte immer der Türenhersteller oder Ihr HolzLand-Fachberater kontak­ tiert werden. Die Montageanleitungen der Hersteller sind zu beachten. Für Glastüren gilt darüber hinaus:

Eigenschaften/Vorteile Trotz ihres filigranen und leichten Erscheinungsbildes, stehen Ganzglastüren in Punkto technischer Leistungs­ fähigkeit ihren „massiven“ Pendants in nichts nach. Sie bieten unter anderem:  Dauerhafte Abriebfestigkeit: Hochwertige, standfeste

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N  ormtürmaße: Glastüren sitzen im Falz der Zarge und haben keinen Überschlag, wie Holztüren, daraus ergibt sich für Glas-Normtüren ein etwas geringeres Maß, das jedoch in die selbe Zarge (Standard-Türzarge) hinein passt. D  as Kürzen von Glasstüren ist nicht möglich. Wenn die Standardmaße nicht passen, müssen Sondermaße

bestellt werden. Wenn im Zuge der Renovierung ein neuer Bodenbelag verlegt werden soll, ist die entspre­ chende Dicke bereits bei der Bestellung der Glastüren mit einzurechnen.  Vor der Montage: Glastüren sollten so lange wie möglich mit Kanten- und Eckenschutz versehen blei­ ben, da diese die empfindlichsten Stellen der Tür, vor allem beim Anstoßen, sind. Vor dem Einbau sollten unbedingt die Flächen, an denen die Beschläge mon­ tiert werden, gereinigt werden.  Wenn der Einbau schwerer Glastüren in Holzzargen vorgesehen ist, kann die Verwendung sog. verstärkter Bandtaschen (Umrüstbandtaschen) notwendig sein, um den sicheren Halt in einer damit ausgerüsteten Holzzarge zu gewährleisten. Bei der Verwendung von Stahlzargen sind diese Bandtaschen nicht notwendig.  Ganzglastüren lassen sich wegen des Gewichts am besten zu zweit einbauen. Im Rahmen der Einstellarbeiten sind die angegebenen Falzmaße zu berücksichtigen. Bei rahmenlosen Ganzglastüren ist auf eine ausreichende Bodenfreiheit zu achten, damit Behinderungen (bspw. kleinere Gegenstände) die Unterkante des Glases nicht beschädigen können.  Beschläge: Der feste Sitz der Beschlagteile muss gegeben sein. Achten Sie auf die richtige Wahl der Beschläge und Türgriffe – nicht alle Griffgarnituren sind geeignet. Da Sie beim Anbringen der Beschläge und Griffgarnituren die Tür nicht individuell pas­ send bohren können, müssen diese exakt auf die werksmäßig vorgefertigten Löcher passen. Greifen Sie am besten auf die herstellerseitig oder vom Beschlagsspezialisten angebotenen passenden Systemdrücker- und Beschlaggarnituren zurück.  Die Schrauben der Beschläge immer nur so fest anzie­ hen, dass der Griff fest sitzt, aber nicht so fest, dass das Glas dadurch unter Spannung gerät.

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