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Unterspann-/Unterdeckbahnen

Definition Ein korrekter Dachaufbau beginnt bereits unterhalb der Dachdeckung. Im Allgemeinen werden neben der Dachde­ ckung zusätzliche Maßnahmen unter der Eindeckung zur Regensicherheit notwendig. Zusätzliche Maßnahmen sind Unterspannungen (USB-A und USB-B), Unterdeckungen (UDB-A, UDB-B und UDBC) und Unterdächer. Unterdeckungen können auch mit Unterdeckplatten aus­ geführt werden, bspw. mit hierfür geeigneten Holzwerk­ stoffplatten. Regensichere und wasserdichte Unterdächer werden meist aus Kunststoffdichtungsbahnen der Schweißbahnen hergestellt.

Ausführungen Zusätzliche Maßnahmen sind: U  nterspannungen (USB-A und USB-B), Unterdeckungen (UDB-A, UDB-B und UDB-C) und Unterdächer. Die Unterspannbahn (USB) ist eine Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit unter Dachdeckungen und dient der Außendichtung bzw. Winddichtung außen.

D  ie Unterdeckbahn (UDB) ist eine Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit unter Dachdeckungen und dient der Außendichtung bzw. Winddichtung außen. Unterdeckbahnen werden im Dachbereich auf Unterlagen aus Holz (z. B. Vollholzschalung), Holzwerkstoffplatten oder auf ausreichend formsta­ bilen Wärmedämmstoffen verlegt. Unterdeckungen können aus geeigneten Holzwerkstoffplatten her­ gestellt werden, diese bieten dabei die Möglichkeit, zusätzliche Aufgaben, z. B. die des winterlichen und/oder sommerlichen Wärmeschutzes oder des Schallschutzes zu übernehmen. Besonders geeig­ net hierfür sind Holzwerkstoffplatten (Seite 35 „Holzfaserdämmplatten"), die in extremen Situationen kurzfristig Kondensat aufnehmen und später wieder abgeben können, ohne dass dieses abtropft. R  egensichere und wasserdichte Unterdächer werden meist aus Kunststoffdichtungsbahnen oder Schweißbahnen hergestellt, die entweder den Produktdatenblättern des Regelwerkes des ZVDH entsprechen oder über einen Eignungsnachweis des Herstellers verfügen. E  ine Naht- und perforationsgesicherte Unter­ spannung/-unterdeckung ist an den Nähten und Stößen regensicher verklebt. Je nach Werkstoff müs­ sen unterhalb der Konterlattung Maßnahmen ergrif­ fen werden, die einen Wassereintrieb verhindern. Zur Sicherung gegen eindringendes Wasser an den Nagelstellen kommen bspw. Nageldichtbänder oder Nageldichtmassen zum Einsatz.  Die Vordeckung ist eine Zusatzmaßnahme unter Dachdeckungen, deren „regensichernde Funktion“ zum Zeitpunkt der Dacheindeckung endet. Die verwendeten Materialien dienen darüber hinaus häufig als Unter­ dach, Unterdeckung oder Unterspannung.

Ein korrekter Dachaufbau beginnt bereits unterhalb der Dachdeckung.

 Die Behelfsdeckung ist ein vorübergehender Schutz einer Konstruktion oder Bauteilfläche, um das Gebäu­ de durch Abplanen, Einhausen oder regensichernde Zusatzmaßnahmen vor Feuchtigkeit zu schützen. Un­ terdeck- und Unterspannbahnen können bei entspre­ chend zusätzlichen Nachweisen und Systemfreigaben (Widerstand gegen Schlagregen, erhöhte Anforderun­ gen an die Alterung) als Behelfsdeckung dienen. Dachdeckungen mit einer Regeldachneigung < 10° lassen sich mit Dachsteinen oder Dachziegeln – selbst mit Zusatzmaßnahmen – nicht mehr regelkonform und sicher ausführen. Hier greifen die Ausführungsregeln für Flachdächer.

Normen-/Vorschriftenumfeld Regeln für Dachdeckungen Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)

Merkblatt und Produktdatenblätter für Unter­ dächer, Unterdeckungen und Unterspannungen Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks

DIN EN 13859-1:2014 Abdichtungsbahnen – Definitionen und Eigenschaften von Unterdeck- und Unterspannbahnen – Teil 1: Unterdeck- und Unterspannbahnen für Dachdeckungen

DIN 18338:2012-09 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Dachdeckungs- und Dachabdich­ tungsarbeiten

Kennzeichnung Unterdeck- und Unterspannbahnen für Dachdeckungen nach DIN EN 13859-1:2014 sind mit dem CE-Kennzeichen zu versehen.

Montage Die Fachregeln, Produktdatenblätter und Merkblätter des ZVDH (Zentralverband des Deutschen Dach­decker­ handwerks), gelten als „Stand der Technik“. Ob ein Unterdach, eine Unterdeckung oder Unter­spannung angeordnet werden muss, hängt demnach nicht alleine von der Unterschreitung der Regel­dach­neigung ab, son­ dern auch von weiteren erhöhten Anforderungen, die auf das Dach einwirken können. Die erhöhten Anforderungen sind in Kategorien eingeteilt. Für jede Kategorie, in der eine oder mehrere erhöhte Anforderung(en) vor­ liegt, wird einmalig ein Punkt gezählt. Ausnahme: Die Kategorie „Nutzung zu Wohnzwecken“ schlägt mit 2 Punkten zu Buche. Erhöhte Anforderungen ergeben sich aus:  ►Dachneigung (insbesondere Unterschreitung der Regeldachneigung)  ►Konstruktion (bspw. stark gegliederte Dachflächen, besondere Dachform, große Sparrenlängen, Kehlen, Dachgauben)  ►Nutzung der Dachräume, insbesondere zu Wohnzwecken (sogenannte höherwertige Nutzung)  ►Örtliche Bestimmungen/Auflagen (Landesbauordnungen, Kreis-, Gemeindesatzungen, Denkmalschutzauflagen)  ►Besondere klimatische Verhältnisse (durch extreme Witterungseinflüsse, wie z. B. Treibregen, Flugschnee, Vereisungen, Schneeablagerungen, exponierte Lage, schneereiche Gebiete) und anderes. Hinweis: Die Liste und die Tabellen (Seite 170) beziehen sich auf regensichere Zusatzmaßnahmen als Mindestmaßnahme in Abhängigkeit der erhöhten Anforderung(en). Sie dienen der Orientierung und befreien nicht von der eigenverantwortlichen Einschätzung des Bauvorhabens. Bei mehr als drei weiteren erhöhten Anforderungen empfiehlt es sich, höherwertige Zusatzmaßnahmen zu wählen. Für die Tabellen können weitere Fußnoten, Ergänzungen und Ausnahmen gelten (siehe Regelwerk des ZVDH).

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BAUSTOFFE

D  ie Unterspannung ist eine Zusatzmaßnahme was­ serundurchlässiger Bahnen ohne flächige Unterlage, gespannt oder mit planmäßigem Durchhang verlegt. Unterspannungen werden in der Regel mit frei hän­ genden oder frei gespannten Folien oder Vlies aus­ geführt. Da sie auch einen zusätzlichen Schutz gegen Treibregen, Flugschnee und Staub bieten, werden sie allgemein auch beim Einhalten der Regeldachneigung angeordnet.

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