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Sichtschutz

Allgemein Im Freien setzt sich der Indoor-Trend der letzten Jahre fort: Outdoor-Lifestyle steht für die Lebenslust im und um das eigene Heim. Dabei gewinnt vor allem die individuelle Gestaltung der Außen- und Freiflächen an Bedeutung. Sichtschutzkonstruktionen befrieden Terrassen und Balkone und behüten die Privatsphäre der Freisitze. Gleichzeitig schützen sie gegen allzu unangenehme Witterungseinflüsse, vornehmlich Wind. Je nach Anspruch, Budget und persönlicher Vorliebe bietet der HolzLand-Fachhandel eine große Auswahl an Materialien, Ausführungen und Farben, um den privaten Außenbereich zu gestalten und einen geschützten Wohlfühlbereich zu schaffen. Den Grad der Abgrenzung zur Umgebung bestimmt der Kunde selbst: Blickdichte Abschottungen sorgen für den Schutz des individuellen Lebensbereiches sowie maximale Privatsphäre und sind heute nicht nur bei Doppelhaushälften und Reihenhäuser zu finden. Neben den bekannten klassischen, oft industrieseitig farbig vorbehandelten Holzelementen in diversen Farbtönen und Profilgeometrien, werden vor allem Sichtschutzelemente aus NFK (WPC, BPC, RPC etc.) HPL und Glas immer beliebter. Sie erweitern nicht nur die gestalterischen Möglichkeiten sondern bieten darüber hinaus weitere Eigenschaften, um das Ambiente ganz nach den persönlichen Wünschen zu gestalten.

HQ-Sichtschutzkonstruktionen bieten Schutz vor Wind, sorgen für Ruhe und schützen die Privatsphäre.

Rechtlicher Rahmen Aus rechtlicher Sicht wird eine Sichtschutzwand wie eine Einfriedung, also beispielsweise wie ein Zaun, behandelt.

Ausführungen Sichtschutzelemente werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, beispielsweise aus  v erschiedenen heimischen oder exotischen Holzarten mit oder ohne Nachbehandlung, N  FK – naturfaserverstärkten Kunststoffen (Verbundwerkstoffe mit Naturfasern wie Holz, Bambus, Reis, Hanf, ...) und WPC (Wood-PlasticComposites – Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe), G  las, Aluminium und HPL. Üblicherweise werden vorgefertigte Rahmenelemente in Standardgrößen angeboten, dazu verschiedene Halb-/ Viertel-/Übergangs- und Passelemente. Ebenfalls beliebt sind Stecksysteme, bspw. mit genuteten Pfosten, in welche die Profile in Plankenform waagerecht gestapelt werden. Sichtschutzelemente aus Glas können auch individuell auf Maß gefertigt werden. Für alle Sichtschutzkonstruktionen sind umfassende, designgleiche Zubehörsortimente erhältlich, bspw. passende Pfosten, Anschluss- und Abschlussprofile, Fugenleisten, Abdeckkappen, integrierbare Beleuchtungselemente, usw. Darüber hinaus sind passende Anker, Pfosten-/ Stützenfüße (zum Einschlagen, Eindrehen oder Einbetonieren), Befestiger, Verbinder, Beschichtungen/ Anstriche und Werkzeuge erhältlich.

Mauern und Zäune sind sogenannte „tote Ein­frie­dun­gen“, während eine Hecke als „lebende Einfriedung“ bezeich­ net wird. Für das Errichten von Sichtschutzwänden oder Zäunen gelten von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Vorschriften. Im Allgemeinen bedarf es für das Errichten von Sicht­ schutz­wänden und Zäunen bis zu einer Höhe von 1,80 m keiner Baugenehmigung, auch nicht, wenn diese direkt auf der Grundstücksgrenze errichtet werden. Ausnahmen bestehen, wenn dadurch bspw. die Sicht auf eine Straßenkreuzug beeinträchtigt würde. Größere Sicht­schutz­wände können aufgrund der Ausführung und Höhe als bauliche Anlagen gelten und unter Umständen baugenehmigungspflichtig sein. Wird die erlaubte Höchstgrenze für Sichtschutzwände überschritten, müssen Mindestabstände zur Grundstücksgrenze eingehalten werden, diese betragen meist 50-60 cm. So lange es keine kommunale/gemeindliche Regelung durch einen Bebauungsplan oder eine EinfriedungsSatzung gibt, ist ein genehmigungsfreier Sichtschutz grundsätzlich zulässig, solange er sich hinsichtlich Optik und Ausführung am ortsüblichen Erscheinungsbild orientiert. Mit Ausnahme von Bremen, Hamburg und MecklenburgVorpommern haben alle Bundesländer gesetzliche Nachbarrechtsregelungen, die unter anderem auch die Richtlinien für Hecke, Zaun und Mauer beinhalten. Übersicht evtl. zu beachtender Vorschriften:  Nachbarschaftsrecht der Bundesländer  Bauordnung der Bundesländer  Vorgaben aus Bebauungsplänen  Kommunale Regelungen

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Im Zweifelsfall ist eine Anfrage bei der zuständigen Baubehörde der Stadt oder Gemeinde zu empfehlen, um in Erfahrung zu bringen, ob und wenn welche Vorschriften für die in Frage kommende Gegend gelten.

Montage Vor­be­haltlich anderslautender und/oder ergänzen­der Vorgaben und Montageanleitungen der Hersteller, die immer vorrangig Beach­tung finden müssen, erfolgt die Montage von Sichtschutzelementen üblicherweise zwischen bzw. an den Pfosten, mit den vom Hersteller vorgesehenen Befestigungssystemen. Wesentlich für eine dauerhaft standsichere und ansehn­ liche Montage sind vor allem die max. zulässigen Abmes­ sungen/Pfostenabstände der Sichtschutzelemente sowie deren Verankerung/Befestigung. Durch die relativ große Fläche der Elemente und der i. A. ausschließlichen bzw. überwiegenden Verankerung am Fußpunkt, entstehen dort – je nach Einbaulage – große Hebelkräfte durch Winddruck/-sog (vgl. DIN 1055-4, Windzonenkarte). Die dem Heimwerker angebotenen Einschlag- oder Eindrehhülsen für den Erdboden sind nur für leichte Beanspruchungen vorgesehen. Eine professionelle Befestigung der Pfosten erfolgt durch Einbetonieren der Pfostenfüße (bspw. H-Anker/U-Anker, Schlitz-/ Rundstabanker) in einem Fundament. Diese Arbeit ist durch Ausheben der Fundamentlöcher und dem Verfüllen bspw. mit Fertig-/Estrichbeton der Klassen C20/C25 einfach schnell und sicher. Die Fundamentabmessungen sind lastabhängig üblich von 25 x 25 cm bis hin zu 40 x 40 cm (bspw. bei Toren). Als Fundamenttiefe gelten je nach Einbauort 65–80 cm als ausreichend hinsichtlich Frostsicherheit. Vorsicht beim Verankern direkt auf einem vorhandenen Pflaster: Hier ist immer zu prüfen, ob durch die wirkenden Windlasten Pflastersteine aus dem Verbund gehe­ belt werden können. I. d. R. ist ein Betonfundament die sicherere Lösung.

HolzLand Kompendium  

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