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Linoleumfertigboden Definition Linoleumbodenbeläge gehören zu den elastischen Bodenbelägen. Sie haben ihren Namen vom Leinöl (linum oleum) und bestehen in der Regel aus einem grobmaschigen Jutegewebe, auf das einseitig die Linoleumdeckmasse aufgewalzt wird. Bodenbeläge aus Linoleum werden in Europa seit über 100 Jahren, urspünglich als Rollen­ oder Bahnenware, hergestellt. Linoleum besteht vorwiegend aus natürlich nach­ wachsenden Rohstoffen und ist vollständig recycelbar, wodurch es im Zuge wachsenden Umweltbewusstseins wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt. Eine Renaissance erlebt Linoleum seit einiger Zeit in Form von Linoleum­Fertigboden. Er besteht aus Fertigelementen, die – ähnlich wie Fertigparkett – drei­ schichtig aufgebaut sind. Die Einzelschichten bestehen aus einer Nutzschicht aus 2­4 mm Linoleum, einem 6 bis 7 mm starken Träger – in der Regel eine HDF­Platte – und einem Gegenzug aus Kraftpapier oder Kork. Der gesamte Aufbau ist ca. 10 mm dick. Die Paneele wer­ den rundum mit Nut und Feder versehen oder mit Schnell­ verbindersystemen (Klickverbindung) ausgerüstet und werden schwimmend, mit oder ohne verklebte Fuge, verlegt.

Linoleum­Fertigboden für die schwimmende Verlegung ist ein natürlicher Boden mit herausragenden Eigenschaften in Funktionalität und Strapazierfähigkeit.

Kindergärten, Büros, Heime, Kaufhäuser, Boutiquen, Kantinen, Restaurants, …)

Eigenschaften Linoleum zählt zu den sehr haltbaren, widerstandsfähigen Bodenbelägen. Je dicker die Nutzschicht gewählt wird, umso größeren Belastungen kann er trotzen. Fertiglino­ leum ist für den Einsatz im Wohn­ und Objektbereich geeignet. Aufgrund seiner leicht fungizid und bakterio­ statischen Eigenschaften (es hemmt also das Bakterien­ Wachstum) findet man es häufig in Gebäuden mit erhöhten Hygieneanforderungen. Die Nachhaltigkeit, die ökologischen Vorteile sowie die guten Umwelt­ und Gesundheitseigenschaften werden durch mehrere anerkannte Label und Gütesiegel unter­ strichen. Linoleum kann im Auslierungszustand einen eigenen, materialtypischen Geruch innehaben, der sich aber, bei ausreichender Belüftung, in kurzer Zeit abbaut. Je nach Dauer und Intensität des Lichteinfalls können Linoleum­ Oberflächen zu leichten Farbabweichungen neigen. Ab­ hängig vom Farbton des Materials und der Dauer/Inten­ sität des Lichteinfalls ist dieser Vorgang („Abbau des Reife­ schleiers") i. d. R. spätestens nach einigen Wochen abge­ schlossen (hierzu bitte die Hinweise der Hersteller beachten).

Vorteile

p Nachhaltiger und wohngesunder Bodenbelag mit natürlichen Inhaltsstoffen (Gütesiegel verfügbar) p Hygienischer, antibakteriell wirkender Bodenbelag, geeignet für Räume mit hohen hygienischen Standards p Beständig gegen Öle, Fette, Bitumenn, Teer und Zigarettenglut

p Fertiglinoleum ist geeignet für starke bis sehr starke Beanspruchung in Wohn­, Objekt­ und gewerb­ lichen Bereichen, (z. B. Schulen, Krankenhäuser,

p Lange Lebensdauer von 40 Jahren und mehr p Verlegung auf Fußbodenheizung möglich p Weiches Trittgefühl, dank elastischer Oberfläche p Schwer entflammbar und antistatisch p Gute Beständigkeit gegenüber Stuhlrollen, hohe Rückstellfähigkeit

DIN EN ISO 24011:2012

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VOB Vergabe­ und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Bodenbelagarbeiten 2008, (he­ rausgegeben von Bundesverband Estrich und Belag e. V.)

Kennzeichnung Laut der auf der Bauprodukten­Richtlinie beruhenden Bauregelliste dürfen in Deutschland in Aufenthaltsräu­ men mit erhöhten brandschutztechnischen Anforderun­ gen nur schwerentflammbare Bodenbeläge verlegt wer­ den, die über eine bauaufsichtliche Zulassung verfügen.

Für CE­gekennzeichnete Bauprodukte sind Leistungs­ erklärungen (DoP) vom Hersteller zur Verfügung zu stellen. Leistungserklärungen für bei HolzLand geführte Bauprodukte stellt Ihnen Ihr HolzLand­ Fachhandelspartner zur Verfügung.

Spezifikation für Linoleum mit und ohne Muster

DIN EN ISO 10874:2012 Elastische, textile und Laminat­Bodenbeläge – Klassifizierung

1. Linoleum­Deckschicht mit werkseitg aufgetra­ genem Oberflächenfinish

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DIN 18365:2012

Seit Januar 2007 müssen unabhängig davon alle Bodenbeläge in Europa über eine CE­Kennzeichnung verfügen.

Bsp. Aufbau eines Linoleumfertigelements, von oben nach unten:

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Elastische, textile und Laminat­Bodenbeläge – Wesent­ liche Eigenschaften (Norm­Entwurf 2011 liegt vor)

p Einfache Reinigung und Pflege

Normen-/Vorschriftenumfeld

p Viele Gestaltungsmöglichkeiten durch große Anzahl aktueller Farben, Muster und Oberflächen

DIN EN 14041:2004

Verlegung Für alle Produkte sind ausführliche Montage­, Pflege und Verlegeanleitungen der Hersteller bei Ihrem Holzland­Fachhändler verfügbar und zu beachten. Diese haben immer Vorrang vor anderen, allgemeinen Verle­ gegrundsätzen. Die Verlegeung von Linoleumfertigböden erfolgt ähnlich der von Laminat und Parkett. Insbeson­ dere zu beachten sind die Hinweise … p … zur Klimatisierung der Fußbodenelemente vor der Verlegung,

2. Träger­Mittellage, i. d. R. aus HDF

p zu geeigneten Untergründen (sauber, rissfrei, stabil, eben und trocken und gem. DIN 18365 auf Belegreife geprüft und ausgeführt),

3. Gegenzug, z. B. aus Kork oder Kraftpapier

p zur Ebenheit des Untergrundes gem. DIN18202 und p zu Randabständen zu festen Bauteilen sowie Dehnungsfugen und Raumtrennfugen.

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