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Laminat

Laminat, Normenumfeld

Definition Laminatfußboden­Elemente bestehen im Allgemeinen aus 3 Schichten (von oben nach unten): 1. Overlay aus Melaminharz über dem Dekorpapier 2. Trägerplatte aus MDF oder HDF

Regelwerk

Bezeichnung

DIN EN ISO 10874:2012

Elastische, textile und Laminat­Bodenbeläge ­ Klassifizierung (Ersatz für DIN EN 685:2007)

DIN EN 13329:2009

Laminatböden – Elemente mit einer Deckschicht auf Basis aminoplastischer, wärmehärtbarer Harze – Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 14041:2008

Elastische, textile und Laminat­Bodenbeläge ­ Wesentliche Eigenschaften (Norm­Entwurf DIN prEN 14041:2011, Elastische, textile und Laminat­Bodenbeläge ­ Wesentliche Eigenschaften, liegt vor)

DIN EN 14978:2006

Laminatböden – Elemente mit einer elektronenstrahlgehärteten Deckschicht auf Acryl­Basis – Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 15468:2008

Laminatböden – Direktbedruckte Elemente mit Kunstharz­Deckschicht ­ Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 13810­1:2003

Holzwerkstoffe – Schwimmend verlegte Fußböden Teil 1: Leistungsspezifikationen und Anforderungen

3. Gegenzug aus speziellem Papier Zwischen Dekorpapier und Trägerplatte kann zusätz­ lich ein Underlay angeordnet werden, um die Widerstandsfähigkeit gegen Eindrücken zu erhöhen. Optional kann auf der Unterseite zusätzlich eine Trittschalldämmung angebracht werden. Neben den klas­ sischen Laminatdielen gibt es heute auch direkt (auf der Trägerplatte) bedruckte Elemente und Laminatböden mit einer Folienoberfläche.

Laminatvarianten Die enorme Marktentwicklung von Laminatböden wurde auch durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktionsprozesses und der Produkteigenschaften von Laminat ermöglicht. Im Rahmen der oben genannten Definition gibt es verschiedene Produktvarianten, die auch den chronologischen Entwicklungsprozess von Laminatböden dokumentieren.

High­Pressure Laminate (HPL, CPL) Hochdruck­Schichtpressstoff­Böden Bei der ersten Generation von Laminatböden handelt es sich um ein Produkt, bei dem zunächst Dekorpapier und Overlay mit speziellen Kraftpapieren verpresst werden. Erst in einem zweiten Schritt werden dieser sogenannte Hochdruck­Schichtpressstoff und der Gegenzug auf die Trägerplatte verleimt. Aufgrund der zusätzlichen Kraftpapiere im Schichtpressstoff ist der Boden beson­ ders stark belastbar.

Direct Pressure Laminate (DPL, CML) Direkt beschichtete Laminatböden Das Produktionsverfahren der zweiten Generation an Laminatböden ermöglichte eine deutlich höhere Ausstoß­ menge durch Einsparung eines Arbeitsgangs. Dabei wird die Dekorschicht (Dekorpapier und Overlay) und der Gegenzug direkt mit der Trägerplatte in einem Arbeits­ gang verpresst. Direkt beschichtete Laminatböden domi­ nieren derzeit den Markt.

Printed direct laminate (PDL) Direkt bedruckte Laminatböden Bei der dritten Generation von Laminatböden wird das Dekor direkt auf die Trägerplatte gedruckt. Der Produk­ tionsprozess wird damit vereinfacht, was eine Optimie­ rung des Produktes und eine höhere Umweltverträglich­ keit des Produktes mit sich bringt. Jeder PDL­Boden wird über der Basisfarbe und dem Druck mit Korund und Lack­ systemen für Glätte und Härte endbehandelt. Die letzte Härteschicht bildet gleichzeitig die Oberflächenstruktur.

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DIN CEN/TS 13810­2:2003 Vornorm, Holzwerkstoffe – Schwimmend verlegte Fußböden Teil 2: Prüfverfahren

Dekore Die ersten Laminatfußböden in den 80er Jahren waren mit Dekoren ausgestattet, die helle Holznachbildungen wie Buche oder Ahorn im Schiffsboden­Muster darstellten. Die Landhausdiele und das 2­Stab­Muster sind charak­ teristisch für die zweite Phase der Dekorentwicklung, die mit deutlich dunkleren und rötlicheren Hölzern aufwartet. Eiche, Kirsche und Nussbaum sind die Trendsetter in der ersten Hälfte der 90er Jahre und auch Exotenhölzer, wie Teak und Palisander, finden sich bereits im Angebot. Der Trend geht dahin, die Dekoroberfläche des Laminatbodens so authentisch wie möglich nachzubilden. Parkett ist das große Vorbild dieser Zeit. Sowohl hinsichtlich der Optik als auch der Muster versucht die Branche, sich dem Produkt anzu­ nähern. Parallel dazu rückt das Thema „Fliese“ in den Fokus der Dekorentwickler. Man experimentiert mit Kachelformaten in Schiefer, Marmor und Granit. Mit der Entwicklung des Synchronporendrucks Ende der 90er Jahre macht die Dekorentwicklung einen Quantensprung. Die Authentizität der Laminatboden­ Oberfläche erreicht eine noch nie gesehene Perfektion. Fühlbare Holzstrukturen, realistische V­Fugen, Hands­ craped­Optik und Embossed­in­Register sind die Stich­ worte, welche die 3. Generation von Laminatfußböden kennzeichnen. Neben einer hellen Eiche bestimmen vor allem Kirschbaum und Wengé, aber auch Ahorn und Buche das Designspektrum. Das Farbbild des Ahorn wird homogener, die Optik der Buche abwechslungsreicher. In zunehmendem Maße setzen sich ausgefallene Exotenhölzer wie Hickory, Zebrano und Bambus durch – ebenso markante Obsthölzer wie Apfel und Birnbaum. Auch Steindekore profitieren von der neuen Technik des Synchronporendrucks. Das Dekorbild der Oberfläche unterscheidet sich kaum noch vom natürlichen Vorbild und macht das Steindekor endgültig „salonfähig“. Die italienische Terrakottafliese wird zum Modethema schlechthin. Was dann kam, sprengt den Rahmen dessen, was man sich ursprünglich vorstellen konnte. 3D­Optiken mit ausdrucksstarker Tiefenwirkung – sei es in Holz, in Stein oder als Kreativdekor – bestimmen das Angebot. Neue Drucktechniken wie der Laserdruck und der indirekte Tiefdruck ergänzen die bekannten Verfahren. Retro­ Dekore in knalligen Grün­ und Orangetönen mit geo­ metrischen Mustern oder floralen Motiven bestechen durch ihre optische Tiefe. Ebenso innovativ präsentieren sich die modernen Industry­Dekore in Grau, Beige oder Schwarz, die besonders im Objektbereich gefragt sind.

Kennzeichnung Laut der auf der Bauprodukten­Richtlinie beruhenden Bauregelliste dürfen in Deutschland in Aufenthaltsräu­ men mit erhöhten brandschutztechnischen Anforderun­ gen nur schwerentflammbare Bodenbeläge verlegt wer­ den, die über eine bauaufsichtliche Zulassung verfügen. Seit Januar 2007 müssen unabhängig davon alle Boden­ beläge in Europa über eine CE­Kennzeichnung verfügen. Für CE­gekennzeichnete Bauprodukte sind Leistungs­ erklärungen (DoP) vom Hersteller zur Verfügung zu stellen. Leistungserklärungen für bei HolzLand geführte Bauprodukte stellt Ihnen Ihr HolzLand­ Fachhandelspartner zur Verfügung.

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