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Infobrief Nachhaltig punkten Nachhaltigkeit, das Top-Thema bei Alt- und Neubau Nachhaltigkeit – ein Begriff mit vielen Aspekten und Dimensionen. Richtig eingesetzt, stärkt er die Position im Markt.

Aus dem Inhalt: • Nachhaltigkeit

Top-Thema bei Alt- und Neubau

• Natürlich nachhaltig Die Vorteile von Holz als nachhaltigem Baustoff

• Wer, wie was?

Zertifizierung in der Praxis

Am Thema Nachhaltigkeit kommt zurzeit niemand vorbei. Politik, Industrie, Handel und Verarbeiter gebrauchen den Begriff und sei es nur, weil „Nachhaltigkeit“ gerade ein positives Image hat. Dem Verbraucher aber ist nachhaltiges handeln wichtig, wobei vielfach unterschiedliche Aspekte im Vordergrund stehen. Den Kunden in dieser Hinsicht zu verstehen, sichert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Holz und Holzwerkstoffe bieten von Haus aus gute Argumente. Verbrauchersicht Wenn zwei das gleiche sagen, müssen sie längst nicht das gleiche meinen. Für viele Verbraucher sind Nachhaltigkeit, Ökologie, Energieeffizienz, Baubiologie und Baugesundheit grundsätzliche und gleichberechtigte Aspekte für den verantwortungsvollen Umgang mit Baustoffen und Ressourcen. Eine begriffliche Unterscheidung findet häufig nicht statt (vgl. Infokasten, Seite 2). Kunden, die von Nachhaltigkeit sprechen, interessieren sich oft in Wirklichkeit (auch) für Wohngesundheit und/oder Baubiologie, häufig steht aber auch das energieeffiziente Bauen im Vordergrund. Für Unternehmer und Verarbeiter heißt das zunächst einmal herauszufinden, um was es dem Kunden im Kern eigentlich geht. Anschließend lässt sich zielgerichtet beraten und anbieten. Kunden, die sich verstanden fühlen sind die beste Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die Kunden von heute sind anspruchsvoll und erwarten neben technischem Know-how auch die sichere Beherrschung dieser „grünen Themen“. Für den Handwerker stellt dies ein wichtiges Kompetenzmerkmal im Umgang mit versierten Kunden, Planern und Architekten dar. Gute Gründe Darüber hinaus gibt es für Unternehmen und Verarbeiter weitere gute Gründe, sich mit den Nachhaltigkeitsgedanken auseinanderzusetzen. Wie eingangs bereits erwähnt, wird dieses Thema in Zukunft noch mehr Einfluss auf die Entscheidungen von Planern, Endkunden und kommunalen sowie staatlichen Auftraggebern haben. Wesentliche Faktoren sind: • Der Kunde fordert es. Alle aktuellen Umfrage belegen: Das Umweltbewusstsein der Bevölkerung ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Damit steigt auch die Bereitschaft, Verantwortung

für die Umwelt zu übernehmen. Großprojekte wie Stuttgart 21 unterstreichen das eindrucksvoll. • Einer repräsentativen Studie zu Folge würden bei gleichem Preis mehr als 90 % der Befragten zertifizierte Produkte vorziehen, mehr als 70 % wären sogar bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. • Zertifizierte Produkte zu verarbeiten und anzubieten, auf Alternativen aus nachhaltiger Bewirtschaftung hinzuweisen oder sogar eine Zertifizierung des eigenen Unternehmens ist für den Holzbauunternehmer nicht nur eine strategische Entscheidung, sondern auch ein Imagegewinn, der Marketing- und Wettbewerbsvorteile bringt.

Im Bild 10 74635 Kupferzell Tel. 0 79 44/91 35-0

• Ende Januar 2007 hat die Bundesregierung ihre Beschaffungsrichtlinie für Holz und Holzprodukte veröffentlicht und im Januar 2011 neu aufgelegt. Nach dieser Richtlinie muss in Zukunft jeder Lieferant nachweisen, dass die gelieferten Holzprodukte aus legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland die Beschaffungsrichtlinie des Bundes umgesetzt. • Risikoabsicherung im Einkauf: Ob es um öffentliche Aufträge geht oder den glaubwürdigen Nachweis beim Kunden im HolzLandSortiment finden Sie Produkte aus allen Bereichen, die mit den erforderlich Nachhaltigkeitssiegeln ausgerüstet sind.

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www.holz-boegner.de


Infobrief

Natürlich nachhaltig

Die Vorteile von Holz als nachhaltigem Baustoff Nachhaltigkeit hat viele Aspekte: Hochdämmendes, energieeffizientes Bauen, natürlich nachwachsende Rohstoffe, der Einsatz regenerativer Energieträger ... Beste Chancen für den Holzbau!

begrenzte Ressourcen eingespart werden. Viele potenzielle Kunden und Auftraggeber entscheiden sich ganz bewusst für Baustoffe aus nachhaltiger Bewirtschaftung. Andere wünschen sich mehr Informationen und wollen überzeugt werden. Für wieder andere spielt das Thema noch keine Rolle – kann aber ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung werden. Wie beim Thema „gesundes Bauen“ sollten Unternehmer die Gelegenheit nutzen, um auf die Vorteile, die vor allem der natürliche Baustoff Holz unter Nachhaltigkeitsaspekten bietet, hinzuweisen. Um kompetent und auf Augenhöhe beraten zu können, hier die wichtigsten Vorteile von Holz hinsichtlich Nachhaltigkeit und Ökologie: • Holz ist im Gegensatz zu anderen Baustoffen ein stetig nachwachsender Rohstoff. Durch die Nutzung von Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft wird sichergestellt, dass nie mehr Holz verbraucht wird, als nachwächst und Holz immer in ausreichender Menge zur Verfügung steht. • Um eine Überalterung der Wälder zu verhindern ist es notwendig, die Ressourcen permanent aufzufrischen. Das heißt: regelmäßig kontrolliert einschlagen und nachpflanzen. • Holz verhält sich CO2-neutral. Das bedeutet: Unsere Wälder binden CO2 und wandeln es in Sauerstoff um. Das CO2-Speichervermögen der Bäume trägt entscheidend zur Senkung der Kohlendioxid-Emmissionen bei. Und jeder gesunde Baum bindet erneut CO2. • Egal wie Holz am Ende seines Lebenszyklus einmal genutzt wird, selbst bei energetischer Nutzung

wird nie mehr CO2 abgegeben, als der Baum zuvor aus der Umgebung aufgenommen hat. • Holz und Holzprodukte müssen am Ende ihrer Nutzungsdauer nicht auf dem Sondermüll oder Deponien landen, sondern können recycelt, wiederverwendet oder als Energieträger weitergenutzt werden. • Holz ist einer der wenigen nachwachsenden Rohstoffe, die auch lokal genutzt und verarbeitet werden. Holz aus regionalem Anbau schafft bei allen Stationen seiner Weiterverarbeitung lokale Arbeitsplätze ohne lange Transportwege. • Nachhaltige Forstwirtschaft trägt dazu bei, den Wald als artenreiches Biotop für Pflanzen und Tiere, als Schutz vor Lawinen, Steinschlag und Hochwasser, als wichtiges Trinkwasserreservoir und nicht zuletzt als bedeutendes Erholungsgebiet zu erhalten. • Holz- und Holzprodukte weisen eine äußerst positive Gesamtenergiebilanz auf und benötigen im Vergleich mit anderen Baustoffen nur sehr geringe Mengen Energie für Bereitstellung und Bearbeitung. • Wenn Holz als nachwachsende Ressource erzeugt und nutzbar gemacht wird, können andere

Auch viele andere Produkte, die im und um den Holzbau verwendet werden, weisen positive nachhaltige und/oder baugesunde Eigenschaften auf. Für besonders

anspruchsvolle Kunden stehen besonders naturnahe und naturbelassenen Baustoffe (bspw. aus Lehm, Hanf,…) zur Verfügung. Sprechen Sie Ihr HolzLand-Kompetenz-Team an – wir finden für Ihr Bauvorhaben das richtige Produkt.

Aspekte der Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit gliedert sich per klassischer Definition in drei Säulen: Ökologische („Kein Raubbau an der Natur!“), ökonomische (dauerhaft wirtschaftlich, nicht über ihre Verhältnisse lebende Gesellschaft) und soziale Nachhaltigkeit (Lebensräume für Menschen schaffen, die soziale Konflikte vermeiden). Die Begriffe und das Verständnis der Bedeutung von Nachhaltigkeit, Baubiologie, Ökologie und Baugesundheit sind vor allem beim Verbraucher oft eng miteinander verknüpft. Der Fachmann unterscheidet: Nachhaltigkeit Die ökologische Nachhaltigkeit fordert, Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Dies umfasst den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen in ihrer ursprünglichen Gestalt sowie generell einen schonenden Umgang mit der natürlichen Umgebung. Neben Verbots- und Kontrollinstrumenten setzen moderne Organisationen heute auf zertifizierte Produkte, die entlang der gesamten Lieferkette (CoC) überwacht werden. So soll durch die Nachfrage nach zertifizierten Produkten bereits am Entstehungsort der wirtschaftliche Anreiz für die Holzerzeuger verstärkt werden, ebensolche Waren anzubieten. Ökologisches Bauen Ökologisches Bauen ist von dem Grundsatz geprägt, dass durch das Gebäude gegenwärtigen Bedürfnissen der Nutzer optimal entsprochen wird, ohne künftigen Generationen eine Nachnutzung aufzuzwingen oder Entsorgungsprobleme zu hinterlassen. Baubiologie Baubiologie ist ein Sammelbegriff für die umfassende Lehre, Bauwerke durch den Einsatz geeigneter Erkenntnisse und Techniken umweltfreundlich und schadstofffrei auszuführen. Baubiologische Messtechniker führen Untersuchungen zu Elektrosmog und Schadstoffen durch. Sie werden insbesondere von Menschen, die unter Elektrosensibilität oder Multipler Chemikalienunverträglichkeit leiden, in Anspruch genommen. Baugesundheit Gesundes Bauen beschreibt die grundsätzliche Aufgabe, für alle Menschen ein gesundes Wohn- und Arbeitsumfeld zu schaffen. Ausdrücklich werden dabei auch die besonderen Belange von reizsensiblen oder kranken Menschen berücksichtigt. Dazu gehören u. a. die Wahl der Baustoffe und die Schaffung eines hygienischen Innenraumklimas.


Infobrief

BEGrIffE Biodiversität auch: biologische Vielfalt. Bezeichnet die Artenvielfalt auf der Erde, die genetische Vielfalt sowie die Vielfalt von Ökosystemen. Sie ist eine Lebensgrundlage für das menschliche Wohlergehen. Die Folgen einer abnehmenden Biodiversität treffen oft als erstes die Armen der Welt, da diese häufig auf die aus der Natur gewonnenen Erzeugnisse angewiesen sind.

Die Natur ist die Lebensgrundlage des Menschen. Eine dauerhaft, nachhaltig gute Lebensqualität kann nur mit einer intakten Umwelt aufrechterhalten werden. Der Verbrauch der natürlichen Vorräte kann weltweit mit dem „Ökologischen Fußabdruck“ gemessen werden.

HolzLand sorgt für Nachhaltigkeit Als eines der führenden Unternehmen in der Holzhandelsbranche haben wir das Thema Nachhaltigkeit seit langem auf der Agenda. Uns, als Teilnehmer an der Lieferkette vom Erzeuger zum Verbraucher kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. In der HolzLand-Zentrale beschäftigt sich ein Expertengremium laufend mit allen Fragen rund um die Nachhaltigkeit. Durch die Auswahl von Lieferanten, die FSC- oder PEFC-zertifiziert sind, stellen wir sicher, dass allen HolzLand-Partnern und -kunden nachhaltige Produkte im Rahmen des Liefersortiments zur Verfügung stehen. Siegel-Labyrinth Auf internationaler Ebene ist bspw. das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) bekannt, welches zum Ziel hat, internationalen Handel soweit zu kontrollieren, dass das Überleben von wild lebenden Tierund Pflanzenarten nicht gefährdet wird. Die darin eingebettete Liste geschützter Holzarten dürfte jedem Holzhandwerker ein Begriff sein. Beim Artenschutzabkommen handelt es sich allerdings um ein reines Verbots- und Kontrollinstrument. Moderne Organisationen, wie der FSC und der PEFC, verfolgen deshalb mit ihren Zertifizierungen einen anderen Weg. Ihnen geht es vorrangig nicht darum anzuprangern oder zu verbieten, sondern angepasste, umwelttechnische,

wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen am Entstehungsort zu fördern, die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ermöglichen. Durch eine gesteigerte Nachfrage der Verbraucher nach zertifizierten Produkten soll so ein NachfrageSog auf die Erzeuger und die Teilnehmer an der gesamten Lieferkette erzeugt werden, zertifizierte Waren anzubieten. Leider gibt es, wie auch bei den Umweltsiegeln, gegenwärtig noch

eine recht unübersichtliche Anzahl an Labeln und Zertifikaten, welche die Nachhaltigkeit von Produkten belegen (sollen). Da sich darunter auch einige schwarze Schafe tummeln, ist nicht selten eine Verunsicherung der Verbraucher die Folge. Hier kann man sich für die Zukunft nur wünschen, dass sich einige wenige starke und seriöse Zertifizierer durchsetzen, die am Besten auch vergleichbare Zertifizierungskriterien bieten und im Idealfall sogar austauschbar sind.

Weiterführende Informationen, Baustoff- und Gebäudedaten Um das Thema Nachhaltigkeit glaubwürdig kommunizieren zu können, ist es wichtig, bei Bedarf auch detailliert Auskunft geben zu können. Im „Informationsportal Nachhaltiges Bauen“, des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung finden sich, weitgehend herstellerneutral, u. a. allgemeinen Erläuterungen und Hinweise zum nachhaltigen Bauen, Leitfäden und Arbeitshilfen des Bundes sowie umfangreiche Datenbanken zur Nachhaltigkeitsbewertung, bspw.: Ökobaudat – Mit der ersten deutschen Baustoffdatenbank für die Bestimmung globaler ökologische Wirkungen steht eine vereinheitlichte Datenbasis für ökologische Bewertungen von Bauwerken zur Verfügung. WECOBIS – Ein Fachinformationssystem für Baufachleute. Bietet umfassende, für die Planer strukturiert aufbereitete, herstellerneutrale Informationen zu gesundheitlichen und ökologischen Aspekten von Bauproduktgruppen: Nutzungsdauern von Bauteilen – Die Nutzungsdauern werden für unterschiedlichen Bauteilausführungen, Einsatzorte und Beanspruchungen bewertet. Bei mehrschichtigen oder zusammengesetzten Bauteilen wird jede Bauteilschicht, bzw. –komponente einzeln angegeben. Umwelt-Produktdeklarationen (EPD) – Die Deklaration macht (u. a.) Aussagen zum Energie- und Ressourceneinsatz und in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt.

CoC - Chain of Custody, Produktkette des Holzes vom Wald bis zum Endkunden. DGNB - Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. Die DGNB hat die Aufgabe, Maßnahmen, Wege und Lösungen zu Planung, Bau und Nutzung von Gebäuden aufzuzeigen und zu fördern, die Ziele des nachhaltigen Bauens verwirklichen. Im Gegensatz zu bspw. FSC und PEFC werden u. a. die Lebenszyklusbetrachtung, die ökonomischen, ökologischen, soziokulturellen und funktionalen Aspekte (bspw. wirtschaftlich Effizienz, Umweltfreundlichkeit, Ressourcensparsamkeit) von Gebäuden bewertet. EPD - Umwelt-Produktdeklarationen zur Bereitstellung relevanter, überprüfbarer und vergleichbarer Informationen zu Umweltbelastungen von Produkten. Sie bilden die Datengrundlage für die ökologische Gebäudebewertung. Dies wird aktuell in dem neuen europäischen Normungsprojekt „Nachhaltigkeit von Bauwerken“ festgelegt. Ressourcenverbrauch und Emissionen in die Umwelt werden über den gesamten erstellprozess aufgenommen (Lebenszyklus-Analyse). fSC ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die sich für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder unserer Erde einsetzt. ISO 14001 - Internationale Umweltmanagementnorm. Legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest. Unternehmen, die bereits ISO 14001 oder auch ISO9001 zertifiziert sind, erfüllen bereits einen Großteil der Anforderungen des FSC oder PEFC hinsichtlich des CoC-Nachweises. PEfC - Ein internationales Waldzertifizierungssystem zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung unter Gewährleistung ökologischer, sozialer und ökonomischer Standards.


Infobrief

Wer – wie – was ...? Zertifizierung in der Praxis

CO2 CO2 RECYCLING

WALD

BIOMASSEKRAFTWERK

SÄGEWERK

Die beiden bekanntesten Siegel für nachhaltige Forst- und HolzwirtKONSUMENT HOLZWERKSTOFFPRODUKTION schaft sind die des FSC und des PEFC. Beide Forstzertifikate erfüllen UND VEREDELUNG die Kriterien der EU-Kommission: Freiwilligkeit, unabhängige Überprüfung, Transparenz, Kosteneffizienz, offener Zugang. Zertifizierte Betriebe verfügen über ein geeignetes internes Nachweissystem, mit dem Holzwerkstoffe der Glunz AG im geschlossenen CO2-Kreislauf. Angaben zur Herkunft des Rohstoffs gemacht werden können. (Grafik: Glunz AG) Produkte, die mit dem FSC- oder PEFC-Siegel ausgezeichnet sind, durchlaufen vom Wald bis zum Endverbraucher mehrere Stationen und damit verbunden mehrere Eigentumsverhältnisse. Diese Kette, die Chain of Custody (CoC), kann unterschiedlich lang sein. Mit Hilfe der Produktkettenzertifizierung wird dem Verbraucher garantiert, dass Holzprodukte mit Nachhaltigkeits-Siegel tatsächlich aus einem zertifizierten und verantwortungsvoll bewirtschafteten Forstbetrieb stammen.

händler, als letztes Glied der Prozesskette nicht zertifizieren lassen. Verarbeiter, die für Privatkunden FSC-Produkte verarbeiten, müssen nur dann zertifiziert sein, wenn die Produkte aktiv mit dem FSC-Zeichen gekennzeichnet werden.

Wichtige Elemente der Prüfung sind der Nachweis der Beschaffungsquelle, eine Mengenplausibilität und die Sicherstellung, dass zertifiziertes Holz mit unzertifiziertem Holz nicht unzulässig vermischt wird. Zertifiziertes Holz bleibt somit in jeder Verarbeitungsund Handelsstufe jederzeit und eindeutig identifizierbar.

Bei öffentlichen Aufträgen, bei denen bspw. die Beschaffungsrichtlinie des Bundes zugrunde liegt, und bei denen nachgewiesen werden muss, dass die Baustoffe aus legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen, kann auch eine Zertifizierung der Handwerker nach FSC oder PEFC verlangt werden.

Wer kann / muss sich zertifizieren lassen? Zunächst einmal jeder, der aktiv mit den Zeichen von FSC oder PEFC werben will, bzw. seine Produkte mit einem der Siegel kennzeichnen möchte.

Wie hoch sind die Kosten für eine Zertifizierung? Pauschale Angaben hierzu sind zurzeit sehr schwierig. Bei beiden Organisationen entstehen die wesentlichen Kosten durch die akkreditierten Unternehmen, welche die Zertifizierung im Betrieb des Zertifikatsnehmers durchführen.

Das betrifft prinzipiell alle Teilnehmer entlang der sogenannten Prozesskette (CoC) auf dem Weg vom Wald zum Kunden, bspw. Waldbesitzer, Ernter, Transporteure und Händler aber ggf. auch Handwerker. Beim FSC müssen sich Endkunden-

Handwerker, die gegenüber dem Kunden den glaubwürdigen Nachweis führen möchten, dass die verbauten Produkte PEFC-zertifiziert sind, oder die das Label des PEFC führen möchten, müssen ebenfalls zertifiziert sein.

Je nach Unternehmensart und -größe und damit nach Zertifizierungsaufwand, entstehen somit auch unterschiedliche Kosten. Letztlich handelt es sich um individuelle Vereinbarungen zwischen dem zer-

tifizierten Unternehmen und dem Zertifizierer, sodass grundsätzlich Verhandlungsmöglichkeiten bestehen. Der PEFC gibt als groben, durchschnittlichen Richtwertwert für den 3-5-jährigen Gültigkeitszeitraum des Zertifikats Kosten in Höhe von rund 1.500 Euro pro Jahr an. Die Beschaffungsrichtlinie für Holz und Holzprodukte im Wortlaut: „Holzprodukte, die durch die Bundesverwaltung beschafft werden, müssen nachweislich aus legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. Der Nachweis ist vom Bieter durch Vorlage eines Zertifikats von FSC, PEFC, eines vergleichbaren Zertifikats oder durch Einzelnachweise zu erbringen. Vergleichbare Zertifikate oder Einzelnachweise werden anerkannt, wenn vom Bieter nachgewiesen wird, dass die für das jeweilige Herkunftsland geltenden Kriterien des FSC oder PEFC erfüllt werden. Gruppenzertifizierung Beide Organisationen, FSC und PEFC bieten die Möglichkeit, sich nicht nur als Einzelunternehmen, sondern auch gemeinsam in der Gruppe zertifizieren zu lassen (sog. Gruppenzertifizierung, auch: Multi-Site-, Kombi- oder Verbundzertifizierung). Dadurch eröffnen sich Einsparmöglichkeiten, die es auch für kleinere Betriebe attraktiver machen, sich um ein Zertifikat zu bemühen.

Voraussetzung dafür ist, das es innerhalb der Gruppe eine zentrale Instanz bzw. Gruppenvertretung gibt, welche die interne Koordination, wie bspw. das zur Verfügung stellen von Handbüchern oder das Durchführen von Schulungen und internen Audits vornimmt und die Funktion einer verantwortlichen Schnittstelle gegenüber dem Zertifizierer übernimmt. Eine erste Anlaufstelle für Verarbeiter, die sich für eine Gruppenzertifizierung interessieren, sind die regionalen Handwerksverbände und -kammern. Bei allen Fragen rund um das Thema Nachhaltigkeit und zu Nachhaltigkeits-Zertifikaten stehen Ihnen selbstverständlich die Fachberater Ihres HolzLand-Fachhandelspartners jederzeit zur Verfügung.

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Scheibenstraße 47 40479 Düsseldorf redaktion: Technische Medien Christian Meyer Layout und Druck: HolzLand GmbH Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung! Die Gültigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit der Aussagen ist eigenverantwortlich vom Anwender zu überprüfen. Für irrtümlich falsche Angaben wird keine Haftung übernommen.

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