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Kennzeichnung von Brandund Rauchschutztüren Brand- und Rauchschutztüren sind mit einem Schild zu kennzeichnen, dass auch nach einem Brand noch zu erkennen ist. Auf diesem Schild sind die Zulas­sungsnum­mer des DIBt, der Her­steller und das Her­stel­lungs­jahr eingeprägt. Ohne ein solches Schild ist die Tür nicht zugelassen (auch nicht bei nachträglicher Entfernung). Mechanisch absenkbare Bodendichtung hindert Schall und Zugluft. (Bild: JELD-WEN)

Zwei Dichtungsebenen durch die integrierteTür­­ falzdichtung und die akus­tisch wirksame Zargendichtung. Bild: JELD-WEN)

Die Alu-Verbundabsperrung für Klimaklasse III sorgt für eine erhöhte Stabilität im Differenzklima und sichert zusätzlich den Schallschutz. Bild: JELD-WEN)

Funktionstüren

78 Bauelemente

Gutes Aussehen ist nicht alles Ein gutes Aussehen bietet heute jede neue Tür. Welche zusätzlichen Funktionen und Eigenschaften ein Türelement aufweist, das sieht man ihr in der Regel nicht an. Funktionstüren leisten mehr …

Funktionstüren in der Norm

Im Fokus: Rauch- und Brandschutz Montage, Wartung und Reparatur von Rauch- und Brandschutztüren Rauch- und Brandschutztüren stellen besondere Anforderungen an Montage und Funktionssicherheit, weil ein Versagen im Brandfall unmittelbar Gefahr für Leib- und Leben von Menschen bedeutet. Der montierende Handwerker übernimmt eine große Verantwortung. Prüfungen und Zulassungen für Brand- und Rauchschutztüren gelten immer für ein komplettes, auf Dauer funktionsfähiges Türelement mit Türblatt, Zarge und komplettem Beschlag. Das bedeutet: ►Zargen-Varianten sind nur, wie in den Zulassungen und Prüfzeugnissen aufgeführt, zulässig. ►Max./min. Maße gelten nur, wie im Prüfzeugnis angegeben. ►Beschläge, Schloss, Schließblech und Drückergarnituren gehören zum Lieferumfang. Varianten sind nur, wie in den Zulassungen aufgeführt, zulässig. ►Bei evtl. erforderlichen oder gewünschten Abweichungen immer vorher die Möglichkeiten mit dem Fachhändler/Hersteller abklären. ►Einbau- und Wartungsanleitung sind Teil der Prüfungen und Zulassungen. Die Anleitung beschreibt den zulässigen Einbau des Elements in verschiedene Wände sowie die Art und Wartungsabstände der einzelnen Bauteile. Bei Türen mit besonderen Anforderungen, wie dem Rauchschutz oder Brandschutz, muss das Türblatt in die provisorisch eingesetzte Zarge eingehängt und dann die Zarge bestmöglich nach dem Türblatt ausgerichtet werden, damit die Dichtungen ordnungsgemäß an dem Türblatt zur Anlage kommen. Wer darf was? Tischler und Schreiner dürfen Brand- und Rauchschutztüren einbauen, wenn sie die Einbauanleitung, die allen Produkten beiliegen muss, genauestens beachten. Wartungsarbeiten an Rauch- und Brandschutztüren dürfen von Tischlern und Schreinern unter Beachtung der Wartungsanleitung (muss allen Produkten beiliegen) durchgeführt werden. Feststellanlagen dürfen ebenfalls von Tischlern und Schreinern montiert werden. Jede zugelassene Feststellanlage darf i. d. R. (auch ohne beson-

dere Schulung) an Rauch- und Brandschutztüren montiert werden. Die Inbetriebnahme und Wartung von Feststellanlagen darf aber nur durch geschulte Sachkundige (Herstellerschulung) erfolgen. Bei Defekten an Beschlag- und Zubehörteilen geprüfter Rauch- und Brandschutztüren, wie bspw. Schlössern, Bändern, Dichtungen usw., dürfen diese gegen identische Bauteile ausgetauscht werden. Kleine Schadstellen lackierter Oberflächen dürfen i. A. mit vergleichbaren Lacken ausgebessert werden. Eine komplette Neulackierung setzt aber das Einverständnis des Herstellers voraus, da die Beschichtung Teil der Zulassung ist und Einfluss auf das Verhalten des Elements im Brandfall hat. Weitergehende Eingriffe, die die „Substanz“ von Rauch- oder Brandschutztüren berühren, sind nicht erlaubt.

Der technisch-rechtliche Hintergrund, der für Funktionstüren gilt, ist zum Teil recht unübersichtlich. Je nach Anforderung gelten deutsche und/oder europäische Normen oder andere Regelwerke. Eine Übersicht über die wichtigsten Vorschriften …

Im Fokus: Rauch- u. Brandschutz Rauch- und Brandschutztüren stellen besondere Anforderungen an Montage und Funktionssicherheit, weil ein Versagen im Brandfall unmittelbar Gefahr für das Leben von Menschen bedeutet. Der montierende Handwerker übernimmt eine große Verantwortung.

Änderungen an Feuerschutzabschlüssen sind nur im Rahmen dessen möglich, was die jeweilige Zulassung ausdrücklich erlaubt. Achtung: Die Einschränkungen sind sehr strikt, schon das Anschrauben, Annieten oder Aufkleben von Hinweisschildern auf dem Türblatt muss durch die Zulassung genehmigt sein. Mit der abschließenden Montagebescheinigung bescheinigt die Einbaufirma den fachgerechten Einbau nach Anleitung des Herstellers. Foto: JELD-WEN

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Deutsche Straße 5 44339 Dortmund

Redaktion: Technische Medien, Christian Meyer

Layout und Druck: HolzLand GmbH

Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung! Die Gültigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit der Aussagen ist eigenverantwortlich vom Anwender zu überprüfen. Für irrtümlich falsche Angaben wird keine Haftung übernommen.

Strathmann Holz GmbH & Co. KG Haßkampstraße 6 32257 Bünde Tel. +49 (0) 52 23/17 91-0 Fax +49 (0) 52 23/17 91-15 info@strathmann-holz.de

www.strathmann-holz.de


Anforderungen an Funktionstüren

Schallschutz

Wärmeschutz

Einbruchschutz

Brandschutz

Nass-/Feuchtraum

Strahlenschutz

Rauchschutz

Klimastabilität

Mechanische Beanspruchung

Übersicht über das Anforderungsspektrum von Türen. (Foto: JELD-WEN)

Die Leistungsfähigkeit multifunktioneller Türelemente muss weder Optik noch Ästhetik einschränken. (Foto: JELD-WEN)

Funktionstüren im Vorschriftenumfeld Technische Vorschriften für Funktionstüren Ein gutes Aussehen bietet heute jede neue Tür. Welche zusätzlichen Funktionen und Eigenschaften ein Türelement aufweist, das sieht man ihr in der Regel nicht an. Was im Objektbau schon seit langer Zeit üblich ist, hält vermehrt auch im Privatkundengeschäft Einzug: Immer häufiger werden zusätzlich zur Optik auch technische Anforderungen an Türen gestellt. Beispiele hierfür sind ein erhöhter Schall- oder Einbruchschutz. Klimastabilität und Widerstand gegen mechanische Beanspruchung erwarten Kunden heute ganz selbstverständlich. Je nach Einsatzgebiet sind diese Anforderungen an Türen von vornherein fester Bestandteil der Ausschreibung oder des Auftrags, werden mit den Kunden zusätzlich vereinbart oder gelten als Stand der Technik. Rechtliche Sicherheit bietet der HolzLand-Fachhandel, der die Modelle renommierter Türenhersteller mit allen erforderlichen, aktuellen Nachweisen und Zertifikaten liefert. Für viele Situationen ist ein schriftlicher Montagenachweis des qualifizierten Handwerkers zwingend vorgeschrieben, damit die eingebauten Elemente abgenommen werden. Die Gewährleistung für die korrekte Montage geht in diesem Moment auf den ausführenden Monteur über (s. Infokompakt Nr. 70). Funktionstüren im Vorschriftenumfeld Der technisch-rechtliche Hintergrund, der für Funktionstüren gilt, ist zum Teil recht unübersichtlich. Je nach Anforderungen gelten deutsche und/oder europäische Normen oder andere/weitere Regelwerke. Nachfolgend eine Übersicht über die wichtigsten Vorschriften: Brandschutz Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Brandschutz und Rauchschutz. Es sind hier unterschiedliche Normen zu beachten. In den gesetzlichen Festlegungen wird beides differenziert – aber auch in Kombination gefordert. Brandschutztüren nach DIN 4102 sind selbstschließende Türen, die dazu bestimmt sind, im eingebauten Zustand für einen definierten Zeitraum den Durchtritt eines Feuers durch Öffnungen in Wänden zu verhindern,

sodass eine Menschenrettung über den zweiten Rettungsweg möglich ist. ►Bestimmungen zum Brand- und Rauchschutz der Landesbauordnungen (LBO) ►DIN 4102: 1998-05 - Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen ►DIN 4102: 1977-09 - […] Feuerschutzabschlüsse […] ►DIN EN 1634-1: 2009-1 - Feuerwiderstandsprüfungen und Rauchschutzprüfungen für Türen, Tore, Abschlüsse, Fenster und Baubeschläge Rauchschutz Rauchschutztüren sind keine Brandschutztüren (aber beide Anforderungen in einer Tür sind möglich). Sofern Rauchschutztüren an Stellen eingesetzt werden, wo Brandschutz gefordert ist, ist ebenfalls ein entsprechender Brandschutznachweis erforderlich. Rauchschutztüren müssen nicht vollkommen rauchdicht sein, sondern es dürfen, je nach Art des Rauchschutzabschlusses, bestimmte Luftmengen pro Stunde von einer Seite zur anderen hindurchtreten. ►DIN 18095 Teil 1: 1988 - Rauchschutztüren (Begriffe und Anforderungen ►DIN 18095 Teil 2: 1991 - Bauartprüfungen der Dauerfunktionstüchtigkeit und Dichtheit ►DIN 18095 Teil 3: 1999 - Anwendungen von Prüfzeugnissen Hinweis: Die Begriffe „dichte“, „dichtschließende“ oder „dicht- und selbstschließende“ Türen, die gelegentlich noch in Ausschreibungen und Leistungsverzeichnissen auftauchen, sind überholt und technisch nicht mehr begründet, da ohne Details für die Ausführung. Verwenden Sie eindeutige Begriffe nach DIN 18095 oder fragen Sie Ihren Brandschutzplaner, ob das von Ihnen gewählte Türmodell von ihm akzeptiert wird. Schallschutz Adäquater Schallschutz ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die heute an Türen gestellt werden. Leider ist der Schallschutz wegen schwieriger Normenlage und anspruchsvoller Montage auch eine der häufigsten Ursachen für Reklamationen und juristische Auseinandersetzungen.

Abhängig vom vorgesehenen Einsatzort verlangt die DIN 4109 verbindliche Schalldämmwerte und zwar für betriebsfertige Türen im nutzbaren Zustand. Für schalltechnische Planungen und Nachweise ist die DIN 4109 (sog. Schallschutznorm) in Verbindung mit Beiblatt 1 geltendes Baurecht. Die darin enthaltenen Rechenwerte basieren allerdings auf Messdaten, deren Ursprung rund 20 Jahre zurückliegt. Im privatrechtlichen Bereich ist gegenwärtig ein erhöhter Schallschutz nach DIN 4109, Beiblatt 2 oder der VDI 4100 „übliche Qualität“. Der zu erreichende Schallschutz sollte unbedingt vertraglich vereinbart werden, um die Gefahr einer Mängelrüge zu vermeiden. Die VDI-Richtlinie VDI 3728 führt die Schallschutzklassen 0-5 für Türsysteme (nicht zu verwechseln mit den Schallschutzklassen I-III der DIN 4109 und den Schallschutzstufen I-III der VDI 4100). ►DIN 4109: 1992 - (berichtigte Fassung) Schallschutz im Hochbau – Anforderungen und Nachweise, inkl. Beiblättern mit Vorschlägen für einen erhöhten Schallschutz (Norm-Entwurf liegt vor) ►VDI 4100:2012 - Schallschutz im Hochbau - Wohnungen - Beurteilung und Vorschläge für erhöhten Schallschutz ►VDI 3728:2012 - Schalldämmung beweglicher Raumabschlüsse - Türen und Mobilwände Achtung: Prüfzeugnisse gelten nicht für das Türblatt allein, sondern immer für das gesamte Element einschließlich Türblatt, Zarge, Beschlägen und Dichtungen. Einbruchschutz Ende 2011 hat die Normenreihe DIN EN 1627 Gültigkeit erlangt und vor allem die Begrifflichkeiten für einbruchhemmende Türen geändert. Die Widerstandsklassen, in den Vorgängernormen mit „WK“ abgekürzt, heißen nun „RC“. Über eine Korrelationstabelle in DIN EN 1627 lassen sich die alten Widerstandsklassen den neuen Resistance Classes zuordnen. Bei Neu- und Umbauten bieten geprüfte einbruchhemmende Wohnungsund Eingangstüren nach DIN EN 1627 einen guten Einbruchschutz, wenn sie mindestens der Widerstandsklasse RC 2 (früher WK 2) entsprechen.

Wichtig ist, dass sich der Prüfbericht stets ausschließlich auf das geprüfte Element bezieht. Abweichungen oder Änderungen hiervon machen das Prüfzeugnis ungültig, bzw. erfordern eine gutachterliche Stellungnahme des Prüfinstituts. ►DIN EN 1627:2011-09 - Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse - Einbruchhemmung Anforderungen und Klassifizierung ►DIN EN 1628 - DIN EN 1630: 2011 - Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse Einbruchhemmung - Prüfverfahren Klimatische Beanspruchung Ursachen für das Verziehen oder Verwinden von Türblättern sind oft unverhältnismäßige hygrothermische Einflüsse. Aufgrund der unterschiedlichen Temperaturen und Luftfeuchten auf beiden Seiten der Tür verziehen sich diese, es kommt zu undichten Fugen mit Zuglufterscheinungen und Einschränkung des Schallschutzes. Für Innentüren sind in der RAL GZ 426 verschiedene Klimaklassen festgelegt, die den unterschiedlichen klimatischen Belastungen von Türen an verschiedenen Einsatzorten entsprechen. Für Wohnungseingangstüren gilt die höchste Kategorie III. ►RAL GZ 426/1: 2010-07 - Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen ►DIN EN 12219: 2000-06 - Türen - Klimaeinflüsse - Anforderungen und Klassifizierung


Anforderungen an Funktionstüren

Schallschutz

Wärmeschutz

Einbruchschutz

Brandschutz

Nass-/Feuchtraum

Strahlenschutz

Rauchschutz

Klimastabilität

Mechanische Beanspruchung

Übersicht über das Anforderungsspektrum von Türen. (Foto: JELD-WEN)

Die Leistungsfähigkeit multifunktioneller Türelemente muss weder Optik noch Ästhetik einschränken. (Foto: JELD-WEN)

Funktionstüren im Vorschriftenumfeld Technische Vorschriften für Funktionstüren Ein gutes Aussehen bietet heute jede neue Tür. Welche zusätzlichen Funktionen und Eigenschaften ein Türelement aufweist, das sieht man ihr in der Regel nicht an. Was im Objektbau schon seit langer Zeit üblich ist, hält vermehrt auch im Privatkundengeschäft Einzug: Immer häufiger werden zusätzlich zur Optik auch technische Anforderungen an Türen gestellt. Beispiele hierfür sind ein erhöhter Schall- oder Einbruchschutz. Klimastabilität und Widerstand gegen mechanische Beanspruchung erwarten Kunden heute ganz selbstverständlich. Je nach Einsatzgebiet sind diese Anforderungen an Türen von vornherein fester Bestandteil der Ausschreibung oder des Auftrags, werden mit den Kunden zusätzlich vereinbart oder gelten als Stand der Technik. Rechtliche Sicherheit bietet der HolzLand-Fachhandel, der die Modelle renommierter Türenhersteller mit allen erforderlichen, aktuellen Nachweisen und Zertifikaten liefert. Für viele Situationen ist ein schriftlicher Montagenachweis des qualifizierten Handwerkers zwingend vorgeschrieben, damit die eingebauten Elemente abgenommen werden. Die Gewährleistung für die korrekte Montage geht in diesem Moment auf den ausführenden Monteur über (s. Infokompakt Nr. 70). Funktionstüren im Vorschriftenumfeld Der technisch-rechtliche Hintergrund, der für Funktionstüren gilt, ist zum Teil recht unübersichtlich. Je nach Anforderungen gelten deutsche und/oder europäische Normen oder andere/weitere Regelwerke. Nachfolgend eine Übersicht über die wichtigsten Vorschriften: Brandschutz Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Brandschutz und Rauchschutz. Es sind hier unterschiedliche Normen zu beachten. In den gesetzlichen Festlegungen wird beides differenziert – aber auch in Kombination gefordert. Brandschutztüren nach DIN 4102 sind selbstschließende Türen, die dazu bestimmt sind, im eingebauten Zustand für einen definierten Zeitraum den Durchtritt eines Feuers durch Öffnungen in Wänden zu verhindern,

sodass eine Menschenrettung über den zweiten Rettungsweg möglich ist. ►Bestimmungen zum Brand- und Rauchschutz der Landesbauordnungen (LBO) ►DIN 4102: 1998-05 - Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen ►DIN 4102: 1977-09 - […] Feuerschutzabschlüsse […] ►DIN EN 1634-1: 2009-1 - Feuerwiderstandsprüfungen und Rauchschutzprüfungen für Türen, Tore, Abschlüsse, Fenster und Baubeschläge Rauchschutz Rauchschutztüren sind keine Brandschutztüren (aber beide Anforderungen in einer Tür sind möglich). Sofern Rauchschutztüren an Stellen eingesetzt werden, wo Brandschutz gefordert ist, ist ebenfalls ein entsprechender Brandschutznachweis erforderlich. Rauchschutztüren müssen nicht vollkommen rauchdicht sein, sondern es dürfen, je nach Art des Rauchschutzabschlusses, bestimmte Luftmengen pro Stunde von einer Seite zur anderen hindurchtreten. ►DIN 18095 Teil 1: 1988 - Rauchschutztüren (Begriffe und Anforderungen ►DIN 18095 Teil 2: 1991 - Bauartprüfungen der Dauerfunktionstüchtigkeit und Dichtheit ►DIN 18095 Teil 3: 1999 - Anwendungen von Prüfzeugnissen Hinweis: Die Begriffe „dichte“, „dichtschließende“ oder „dicht- und selbstschließende“ Türen, die gelegentlich noch in Ausschreibungen und Leistungsverzeichnissen auftauchen, sind überholt und technisch nicht mehr begründet, da ohne Details für die Ausführung. Verwenden Sie eindeutige Begriffe nach DIN 18095 oder fragen Sie Ihren Brandschutzplaner, ob das von Ihnen gewählte Türmodell von ihm akzeptiert wird. Schallschutz Adäquater Schallschutz ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die heute an Türen gestellt werden. Leider ist der Schallschutz wegen schwieriger Normenlage und anspruchsvoller Montage auch eine der häufigsten Ursachen für Reklamationen und juristische Auseinandersetzungen.

Abhängig vom vorgesehenen Einsatzort verlangt die DIN 4109 verbindliche Schalldämmwerte und zwar für betriebsfertige Türen im nutzbaren Zustand. Für schalltechnische Planungen und Nachweise ist die DIN 4109 (sog. Schallschutznorm) in Verbindung mit Beiblatt 1 geltendes Baurecht. Die darin enthaltenen Rechenwerte basieren allerdings auf Messdaten, deren Ursprung rund 20 Jahre zurückliegt. Im privatrechtlichen Bereich ist gegenwärtig ein erhöhter Schallschutz nach DIN 4109, Beiblatt 2 oder der VDI 4100 „übliche Qualität“. Der zu erreichende Schallschutz sollte unbedingt vertraglich vereinbart werden, um die Gefahr einer Mängelrüge zu vermeiden. Die VDI-Richtlinie VDI 3728 führt die Schallschutzklassen 0-5 für Türsysteme (nicht zu verwechseln mit den Schallschutzklassen I-III der DIN 4109 und den Schallschutzstufen I-III der VDI 4100). ►DIN 4109: 1992 - (berichtigte Fassung) Schallschutz im Hochbau – Anforderungen und Nachweise, inkl. Beiblättern mit Vorschlägen für einen erhöhten Schallschutz (Norm-Entwurf liegt vor) ►VDI 4100:2012 - Schallschutz im Hochbau - Wohnungen - Beurteilung und Vorschläge für erhöhten Schallschutz ►VDI 3728:2012 - Schalldämmung beweglicher Raumabschlüsse - Türen und Mobilwände Achtung: Prüfzeugnisse gelten nicht für das Türblatt allein, sondern immer für das gesamte Element einschließlich Türblatt, Zarge, Beschlägen und Dichtungen. Einbruchschutz Ende 2011 hat die Normenreihe DIN EN 1627 Gültigkeit erlangt und vor allem die Begrifflichkeiten für einbruchhemmende Türen geändert. Die Widerstandsklassen, in den Vorgängernormen mit „WK“ abgekürzt, heißen nun „RC“. Über eine Korrelationstabelle in DIN EN 1627 lassen sich die alten Widerstandsklassen den neuen Resistance Classes zuordnen. Bei Neu- und Umbauten bieten geprüfte einbruchhemmende Wohnungsund Eingangstüren nach DIN EN 1627 einen guten Einbruchschutz, wenn sie mindestens der Widerstandsklasse RC 2 (früher WK 2) entsprechen.

Wichtig ist, dass sich der Prüfbericht stets ausschließlich auf das geprüfte Element bezieht. Abweichungen oder Änderungen hiervon machen das Prüfzeugnis ungültig, bzw. erfordern eine gutachterliche Stellungnahme des Prüfinstituts. ►DIN EN 1627:2011-09 - Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse - Einbruchhemmung Anforderungen und Klassifizierung ►DIN EN 1628 - DIN EN 1630: 2011 - Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse Einbruchhemmung - Prüfverfahren Klimatische Beanspruchung Ursachen für das Verziehen oder Verwinden von Türblättern sind oft unverhältnismäßige hygrothermische Einflüsse. Aufgrund der unterschiedlichen Temperaturen und Luftfeuchten auf beiden Seiten der Tür verziehen sich diese, es kommt zu undichten Fugen mit Zuglufterscheinungen und Einschränkung des Schallschutzes. Für Innentüren sind in der RAL GZ 426 verschiedene Klimaklassen festgelegt, die den unterschiedlichen klimatischen Belastungen von Türen an verschiedenen Einsatzorten entsprechen. Für Wohnungseingangstüren gilt die höchste Kategorie III. ►RAL GZ 426/1: 2010-07 - Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen ►DIN EN 12219: 2000-06 - Türen - Klimaeinflüsse - Anforderungen und Klassifizierung


Kennzeichnung von Brandund Rauchschutztüren Brand- und Rauchschutztüren sind mit einem Schild zu kennzeichnen, dass auch nach einem Brand noch zu erkennen ist. Auf diesem Schild sind die Zulas­sungsnum­mer des DIBt, der Her­steller und das Her­stel­lungs­jahr eingeprägt. Ohne ein solches Schild ist die Tür nicht zugelassen (auch nicht bei nachträglicher Entfernung). Mechanisch absenkbare Bodendichtung hindert Schall und Zugluft. (Bild: JELD-WEN)

Zwei Dichtungsebenen durch die integrierteTür­­ falzdichtung und die akus­tisch wirksame Zargendichtung. Bild: JELD-WEN)

Die Alu-Verbundabsperrung für Klimaklasse III sorgt für eine erhöhte Stabilität im Differenzklima und sichert zusätzlich den Schallschutz. Bild: JELD-WEN)

Funktionstüren

78 Bauelemente

Gutes Aussehen ist nicht alles Ein gutes Aussehen bietet heute jede neue Tür. Welche zusätzlichen Funktionen und Eigenschaften ein Türelement aufweist, das sieht man ihr in der Regel nicht an. Funktionstüren leisten mehr …

Funktionstüren in der Norm

Im Fokus: Rauch- und Brandschutz Montage, Wartung und Reparatur von Rauch- und Brandschutztüren Rauch- und Brandschutztüren stellen besondere Anforderungen an Montage und Funktionssicherheit, weil ein Versagen im Brandfall unmittelbar Gefahr für Leib- und Leben von Menschen bedeutet. Der montierende Handwerker übernimmt eine große Verantwortung. Prüfungen und Zulassungen für Brand- und Rauchschutztüren gelten immer für ein komplettes, auf Dauer funktionsfähiges Türelement mit Türblatt, Zarge und komplettem Beschlag. Das bedeutet: ►Zargen-Varianten sind nur, wie in den Zulassungen und Prüfzeugnissen aufgeführt, zulässig. ►Max./min. Maße gelten nur, wie im Prüfzeugnis angegeben. ►Beschläge, Schloss, Schließblech und Drückergarnituren gehören zum Lieferumfang. Varianten sind nur, wie in den Zulassungen aufgeführt, zulässig. ►Bei evtl. erforderlichen oder gewünschten Abweichungen immer vorher die Möglichkeiten mit dem Fachhändler/Hersteller abklären. ►Einbau- und Wartungsanleitung sind Teil der Prüfungen und Zulassungen. Die Anleitung beschreibt den zulässigen Einbau des Elements in verschiedene Wände sowie die Art und Wartungsabstände der einzelnen Bauteile. Bei Türen mit besonderen Anforderungen, wie dem Rauchschutz oder Brandschutz, muss das Türblatt in die provisorisch eingesetzte Zarge eingehängt und dann die Zarge bestmöglich nach dem Türblatt ausgerichtet werden, damit die Dichtungen ordnungsgemäß an dem Türblatt zur Anlage kommen. Wer darf was? Tischler und Schreiner dürfen Brand- und Rauchschutztüren einbauen, wenn sie die Einbauanleitung, die allen Produkten beiliegen muss, genauestens beachten. Wartungsarbeiten an Rauch- und Brandschutztüren dürfen von Tischlern und Schreinern unter Beachtung der Wartungsanleitung (muss allen Produkten beiliegen) durchgeführt werden. Feststellanlagen dürfen ebenfalls von Tischlern und Schreinern montiert werden. Jede zugelassene Feststellanlage darf i. d. R. (auch ohne beson-

dere Schulung) an Rauch- und Brandschutztüren montiert werden. Die Inbetriebnahme und Wartung von Feststellanlagen darf aber nur durch geschulte Sachkundige (Herstellerschulung) erfolgen. Bei Defekten an Beschlag- und Zubehörteilen geprüfter Rauch- und Brandschutztüren, wie bspw. Schlössern, Bändern, Dichtungen usw., dürfen diese gegen identische Bauteile ausgetauscht werden. Kleine Schadstellen lackierter Oberflächen dürfen i. A. mit vergleichbaren Lacken ausgebessert werden. Eine komplette Neulackierung setzt aber das Einverständnis des Herstellers voraus, da die Beschichtung Teil der Zulassung ist und Einfluss auf das Verhalten des Elements im Brandfall hat. Weitergehende Eingriffe, die die „Substanz“ von Rauch- oder Brandschutztüren berühren, sind nicht erlaubt.

Der technisch-rechtliche Hintergrund, der für Funktionstüren gilt, ist zum Teil recht unübersichtlich. Je nach Anforderung gelten deutsche und/oder europäische Normen oder andere Regelwerke. Eine Übersicht über die wichtigsten Vorschriften …

Im Fokus: Rauch- u. Brandschutz Rauch- und Brandschutztüren stellen besondere Anforderungen an Montage und Funktionssicherheit, weil ein Versagen im Brandfall unmittelbar Gefahr für das Leben von Menschen bedeutet. Der montierende Handwerker übernimmt eine große Verantwortung.

Änderungen an Feuerschutzabschlüssen sind nur im Rahmen dessen möglich, was die jeweilige Zulassung ausdrücklich erlaubt. Achtung: Die Einschränkungen sind sehr strikt, schon das Anschrauben, Annieten oder Aufkleben von Hinweisschildern auf dem Türblatt muss durch die Zulassung genehmigt sein. Mit der abschließenden Montagebescheinigung bescheinigt die Einbaufirma den fachgerechten Einbau nach Anleitung des Herstellers. Foto: JELD-WEN

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Deutsche Straße 5 44339 Dortmund

Redaktion: Technische Medien, Christian Meyer

Layout und Druck: HolzLand GmbH

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78 ik funktionstueren strathmann