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71 Konstruktiver Holzbau

EnEV 2012 EnEV – neuer Fahrplan Jetzt steht es so gut wie fest: Aus der EnEV 2012 wird nichts. Aus den bis dato allgemein genannten und erwarteten Verschärfungen der Anforderungen um 30 % wohl auch nicht. Wie geht es weiter?

Alles Gute kommt von oben Aufsparrendämmsysteme haben sich in den letzten ca. 10 Jahren nach und nach zu einer wirtschaftlichen und konstruktiven Alternative zu klassischen Sanierungsvarianten am Dach entwickelt.

Aufdachdämmung mit System Ein fachgerechter Ausbau setzt umfangreiches technisches Wissen sowie handwerkliches Können voraus. Für Profis kein Problem, dank zugelassener Systeme.

(Foto: Steico)

Im Bild 10 74635 Kupferzell Tel. 0 79 44 / 91 35-0 Seestraße 18 74653 Künzelsau Tel. 0 79 40 / 60 91

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Energetische Anforderungen bei der Sanierung von Altbauten sollen in der kommenden Novelle der EnEV nicht geändert werden. Kritiker sehen hierin einen Stillstand bei den Bemühungen um den Klimaschutz. Die Sanierung von Altbauten macht mittlerweile ungefähr die Hälfte der gesamten Hochbautätigkeit der Bundesrepublik aus (Diagramm: Technische Medien).

EnEV 2012 – neuer Fahrplan EnEV 2012 voraussichtlich erst ab 2013 gültig Jetzt steht es so gut wie fest: Aus der EnEV 2012 wird nichts. Aus den bis dato allgemein genannten und erwarteten Verschärfungen der Anforderungen um 30% wohl auch nicht. EnEV 2013 – Energiekonzept der Bundesregierung Das BMVBS (Bauministerium) und das BMWi (Wirtschaftsministerium) haben einen Entwurf für die Überarbeitung der EnEV (Energieeinsparverordnung) sowie den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) erarbeitet, der zur Zeit den Ländern, Fachverbänden und -organisationen vorliegt. Bevor die EnEV 2012/2013 die derzeit gültige EnEV 2009 ablöst, muss diese noch von der Bundesregierung verabschiedet werden. Das soll im Februar 2013 geschehen. Ziel ist, unter anderem, die Umsetzung der 2012 beschlossenen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD). Ab 2019 (öffentliche Gebäude) bzw. 2021 (private Gebäude) müssen alle Neubauten in der EU dem Niedrigstenergiegebäude-Standard entsprechen. In der Praxis Überraschen dürfte viele vor allem, dass eine bei zurückliegenden EnEVNovellierungen übliche 30 %ige Senkung der Gebäudeenergieverbräuche vom Gesetzgeber aus „wirtschaftlichen Gründen“ voraussichtlich nicht angeordnet wird. Bis eine neue EnEV vorliegt, bleibt hinsichtlich der Mindestanforderungen also erst einmal alles beim Alten, d. h. auf dem Stand der aktuell gültigen EnEV 2009. Fazit Hochenergiesparendes und nachhaltiges Bauen sind wichtige Beiträge zum verantwortungsvollem Umgang mit unserem Klima. Warum also bis 2021 warten? Die Technologien, um den Niedrigstenergiehaus-Standard zu erreichen, stehen schon jetzt zur Verfügung. Dazu zählen bspw. DreifachVerglasung, hochwirksame Dämmstoffe und Dämmsysteme für Wand, Decke und Dach. Nach wie vor liegt beim Bauen im Bestand noch ein erhebliches Auftragspotenzial.

EnEV 2012/2013 in Kürze

Die wichtigsten Punkte des EnEV 2013-Entwurfs im Überblick: - Keine Verschärfung der Anforderungen im Gebäudebestand und keine neuen Nachrüstpflichten*). - Nur geringfügige Verschärfung für Neubauten. Reduzierung des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs um durchschnittlich etwa 12,5 % in 2014, um weitere 12,5 % in einem zweiten Schritt (2016) - Reduzierung des zulässigen mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten (Wärmedämmung) der Gebäudehülle um durchschnittlich 10 Prozent - Einführung des „Modellgebäudeverfahrens“ als alternatives Nachweisverfahren (auch bekannt als „EnEV easy“) - Einführung der Pflicht zur Angabe energetischer Kennwerte in Immobilienanzeigen, insbesondere bei Verkauf und Vermietung - Einführung der Pflicht zur Übergabe des Energieausweises an den Käufer oder neuen Mieter - Einführung eines Kontrollsystems für Energieausweise - Einführung eines Kontrollsystems für Inspektionsberichte von Klimaanlagen - Pauschale Aufschläge bei gekühlten Wohngebäuden für End- und Primärenergiebedarf sind entfallen - Ausweitung der Aushangpflichten von Energieausweisen *)Lediglich: Änderungen bei Anforderungen von Außenbauteilen (Verschärfung bei Außentüren, Änderungen bei Erneuerung von Außenwänden)


Moderne Aufsparrendämmsysteme sind wirtschaftliche und bewährte Dämmkonzepte, mit Stärken beim Bauen im Bestand. (Foto: Pavatex)

Alles Gute kommt von oben Wirtschaftlich und sicher dämmen mit Aufsparrendämmsystemen Fachgerecht ausgebaute Dächer zählen heute vor allem in den Ballungsgebieten der Großstädte zu den ertragsstärksten Gebäudeteilen. Aber auch für Eigenheimbesitzer und Vermieter wird angesichts steigender Baupreise und Mietkosten der Ausbau des ungenutzten Dachraums immer interessanter. Ein fachgerechter Ausbau setzt umfangreiches technisches Wissen sowie handwerkliches Können voraus. Im Steildachbereich stehen verschiedene Dämmmaßnahmen und Dämmstoffe zur Verfügung. Standard ist die Zwischensparrendämmung. Bei Sparrenhöhen älterer Bauten reicht der verfügbare Raum in der Regel aber nicht für einen adäquaten Wärmeschutz aus. Alte, zwischen den Sparren vorhandene Dämmung sollte ausgetauscht werden, wenn diese nicht die Leistungsfähigkeit moderner Dämmstoffe aufweist. Sinnvoll bzw. erforderlich ist oft die Kombination mehrerer Maßnahmen, also bspw. die Zwischensparrendämmung in Kombination mit einer Innendämmung oder einem Aufsparrendämmsystem. Aufsparrendämmsysteme Aufsparrendämmsysteme sind seit einigen Jahrzehnten bekannt. Allerdings haben sie sich erst in den letzten ca. 10 Jahren nach und nach zu einer wirtschaftlichen und konstruktiven Alternative zu klassischen Sanierungsvarianten am Dach entwickelt. In Sanierungsfällen bieten Aufsparrendämmsysteme viele Vorteile: - Vollflächige Dämmung der Dachebene ohne Wärmebrücken möglich - Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes - Keine Reduzierung des Dachraums (wie bspw. bei Innendämmung) - Multifunktional – kann gleichzeitig die Funktion einer regensicheren Unterdeckung übernehmen - Ein bewohntes Dachgeschoss kann während der Arbeiten unangetastet und weiter bewohnt bleiben. Die Belästigung mit Dreck und Lärm hält sich für die Bewohner in Grenzen - Verbesserung des Schallschutzes gegen Außenlärm

Die Bagatellgrenze

Ab wann gelten bei einer Dachsanierung die Forderungen der EnEV? Aktuell ist die EnEV 2009 anzuwenden. Diese gestattet bei kleineren Baumaßnahmen den Verzicht auf die Erfüllung der Anforderungen (beim Dach ein U-Wert von 0,24 W/m²K). Diese Bagatellgrenze liegt bei 10 % der Bauteilfläche. Wenn also bspw. bei einer Dachfläche von 150 m² mehr als 15 m² saniert werden, muss das gesamte Dach den Forderungen der EnEV 2009 entsprechen. Statik und Konstruktion Die vorhandene Dachkonstruktion muss ausreichend tragfähig sein, um das Aufsparrendämmsystem aufzunehmen und anfallende Kräfte abtragen zu können. Hauptsächlich durch die Dacheindeckung und durch Schneelasten entstehen neben Druckkräften auch Schubkräfte, die in die Dachkonstruktion übertragen werden müssen. Windlasten erzeugen zusätzlich Sogkräfte. Zur Lastabtragung werden die Schubkräfte auf die Sparren übertragen und anschließend, je nach konstruktiven Rahmenbedingungen, ggf. unter Zuhilfenahme von Schubhölzern oder Schubbohlen über das Sparrenauflager abgetragen. Druckfeste und nicht druckfeste Dämmstoffe Bei Systemen mit druckfesten Dämmstoffen (s. Tabellen, S. 4) entsteht durch das Zusammenspiel von - schräg eingeschraubten Schubbefestigern, - senkrecht eingeschraubten Sogbefestigern, - druckfestem Dämmstoff und - Konterlattung eine fachwerkähnlich wirkende Struktur (Seite 4, Bild rechts), welche die Lasten aus der Bedachung in die Sparren überträgt. (Fortsetzung S. 4)


Links: Höchste Dämmwerte durch kombinierte Zwischen- und Aufsparrendämmung (Grafik: Knauf Insulation). Rechts: Die Schrauben der Schub- und Sogsicherung bilden mit Konterlattung und druckfestem Dämmstoff ein fachwerkähnliches System zur Lastübertragung (Grafik: Pavatex).

Aufdachdämmung mit System Zugelassen und geprüft Sowohl Dämmstoff, wie auch Befestiger benötigen eine Allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung. Die hierin aufgeführten Vorgaben, vor allem zu Befestigungsmittel-Abständen und Einschraubwinkeln, sind unbedingt einzuhalten, da sonst die Zulassung erlischt. Ein genaues Studium der Zulassung und der Montageanleitung während der Planung und vor Bestellung und Ausführung ist also unerlässlich.

Wird mit einer Unterfütterung gearbeitet, auf die eine Unterdeckung, bspw. aus Holzfaserdämmstoffplatten montiert wird, können auch lose Dämmstoffe, wie bspw. Einblasdämmungen, eingesetzt werden.

Von Systemanbieterseite stehen hierzu Bemessungshilfen (online oder als Software zum Download) zur Verfügung. Auch Ihr HolzLandFachhandelspartner unterstützt Sie gern.

Druckbelastbarkeit von Dämmstoffen nach DIN 4108-10

Anwendungsgebiet Dach, Decke

(Fortsetzung von S. 3) Bei Systemen mit nicht druckfesten Dämmstoffen, muss die Lastübertragung zum Sparren anders sicher gestellt werden. In diesem Fall können entweder die verwendeten Schrauben diese Aufgabe übernehmen – es entsteht wieder, wie bei den druckfesten Dämmstoffen die fachwerkähnliche Struktur – oder die Konterlatten müssen entsprechend druckfest unterfüttert werden.

Kurzzeichen

Anwendungsbeispiel

DAD

Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Deckung

DAA

Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Abdichtung

DUK

Außendämmung eines Umkehrdachs, der Bewitterung ausgesetzt

DZ

Zwischensparrendämmung

DI

Unterseitige Innendämmung der Decke, des Daches oder einer abgehängten Decke

DEO

Innendämmung unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen

DES

Innendämmung unter Estrich mit Schallschutzanforderungen

Kurzzeichen

Druckbelastbarkeit

Beispiel

dk

keine

Zwischensparrendämmung

dg

geringe

Unter Estrich/Wohnbereich

dm

mittlere

Nicht genutzte Dachflächen

dh

hohe

Genutzte Dachflächen

ds

sehr hohe

dx

extrem hohe

Parkdeck, Industrieböden

Anwendungsgebiete und Druckbelastbarkeit von Dämmstoffen – Kurzzeichen nach DIN 4108-10

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Scheibenstraße 47 40479 Düsseldorf

Redaktion: Technische Medien, Christian Meyer

Layout und Druck: HolzLand GmbH

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