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WPC-Terrassenbau Ökologie und Hightech WPC-Dielen sind moderne Outdoor-Elemente mit Kreativ-Potenzial. Der Markt für Terrassen wächst stetig und ebenso der Anteil von WPC. Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoff vereinen das Beste aus zwei Welten.

Qualität nach deutschen Vorgaben Rund 80 Prozent der in Deutschland vertriebenen WPC-Dielen sind geprüft und tragen ein Gütesiegel. Damit kann dem Verbraucher ein dauerhaft sicheres und zuverlässiges Produkt angeboten werden.

Montage von WPC-Dielenterrassen Die Verlegung mit WPC-Dielen kann offen (mit Fugen) oder geschlossen (bspw. mit eingelegten Fugenprofilen) als aufgesetztes oder ebenerdiges Deck erfolgen. Montagetipps für den Profi-Handwerker…

Im Bild 10 74635 Kupferzell Tel. 0 79 44 / 91 35-0 Seestraße 18 74653 Künzelsau Tel. 0 79 40 / 60 91

www.holz-boegner.de

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Terrassen mit Designanspruch: Mit WPC-Decks in individueller Optik gestalten Sie einzigartige Outdoor-Bereiche. Die Möglichkeiten sind dank vielfacher Farben und Strukturen nahezu unerschöpflich.

Ökologie und Hightech WPC-Dielen – moderne Outdoor-Elemente mit Kreativ-Potenzial „Hybrid“ - dieser Begriff steht in der Technik für ein System, bei welchem zwei Technologien miteinander kombiniert werden und neue, vorteilhafte Eigenschaften entstehen. Für den Kunden bedeutet das: nahezu uneingeschränkte Gestaltungsvielfalt mit einem nachhaltigen Verbundwerkstoff, für den Handwerker: ausgereifte Systeme mit Gewährleistungssicherheit. Der Markt für Terrassendecks wächst kontinuierlich, ebenso der Anteil an WPC (Wood Plastic Composites, Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe). Als Reaktion auf die eingeschränkte Verfügbarkeit bei einigen Tropenholzarten und dem Wunsch, auf chemisch behandelte Hölzer zu verzichten, hat sich WPC dank hoher Dauerhaftigkeit und Resistenz als Terrassendeck etabliert. WPC verfügt über eine durchgehende gleichbleibende Qualität. Schwankungen, wie bei natürlich gewachsenem Holz, sind praktisch ausgeschlossen. Für Vertrauen beim Kunden sorgt das anerkannte Gütesiegel, das die hochwertige Qualität garantiert. Ein Verbundwerkstoff mit vielen Möglichkeiten WPC in Deutschland und Mitteleuropa besteht aus einem Holzfaser- oder Mehlanteil von 50 % bis 90 % und einer Kunststoffmatrix aus Polypropylen (PP) oder auch aus Polyethylen (PE). Statt Holz werden auch andere Naturfasern erfolgreich eingesetzt, bspw. Bambus, Kenaf, Reisschalen, Jute oder Flachs sowie Zellulosefasern (naturfaserverstärkte Kunststoffe). Durch die Zugabe von exakt abgestimmten Additiven werden allgemeine und spezielle Materialeigenschaften optimiert. Für Außenanwendungen sind das bspw. die Witterungs-, UV- und Schädlingsbeständigkeit sowie die Farbgebung, aber auch Brandschutz oder Fließfähigkeit (für die Produktion von Profilen und Formteilen). Die Herstellung erfolgt durch thermoplastische Formgebungsverfahren, bei WPC-Profilen in erster Linie durch Extrusion, seltener Spritzgießen oder Rotationsguss. WPC-Produkte bieten gegenüber Vollholzwerkstoffen 3-dimensionale Formbarkeit und eine hohe Feuchteresistenz, im Vergleich zu Vollkunststoffen verfügen sie über eine höhere Steifigkeit und einen deutlich geringeren thermischen Ausdehnungskoeffizienten.

Technische Eigenschaften - Durch Polymer-Anteile hohe Feuchteresistenz, dadurch geringe Quell- und Schwindneigung - Hohe Maßgenauigkeit aller Elemente - Hohe Biegefestigkeit - Hohe Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, Kälte, sauren Regen, Salz und Chlor - Hohe Beständigkeit gegen Insekten und Pilze - Bearbeitbar wie Holz Optik und Design - Eindrucksvolle und exklusive Oberflächen für den Outdoor-Bereich - Durchgefärbte Elemente, kein Farbabriss und gleichmäßige Farbgebung über den gesamten Querschnitt, auch an Schnittstellen - Vergraut nicht (eine gleichmäßige Nachdunklung oder Aufhellung des Originaltons ist möglich) Gebrauchstauglichkeit und Funktionalität - Splitterfrei – keine Gefahr beim Barfußgehen oder für spielende/ krabbelnde Kinder - Rutschhemmend, auch bei Nässe (Rutschklasse „sicher“) - Wartungsarm und pflegeleicht - kein Streichen oder Ölen Nachhaltigkeit und Wohngesundheit - Besteht vollständig oder zu relevanten Anteilen aus nachwachsenden Rohstoffen - Umweltfreundlich – kein Tropenholz, zu 100 % Verwendung von FSC- oder PEFC-zertifiziert Holz (Gütesiegel) - Physiologisch unbedenklich, frei von Halogenen, Chlor und Formaldehyd - 100 % recycelbar Formgebung - Nahezu uneingeschränkte Vielfalt in der Formgebung, Ausführung als leichtes Profil oder als Massivdeck mit vielen attraktiven Oberflächen - Funktionsteile und Zubehörteile in Elementfarbe und -design erhältlich (Anschlusstücke, Verbinder, Abdeckprofile, ...)


Terrassendecks in offener oder geschlossener Ausführung (Fotos: megawood®)

Qualität nach deutschen Vorgaben Rechtlicher Rahmen und Qualitätsanforderungen Zurzeit bestehen für WPC noch keine einheitlichen Normen. Seit Ende 2007 gibt es aber mit einem Qualitätssiegel für Deckingprofile aus HolzPolymer-Werkstoffen verbindliche Qualitätskriterien für das Produkt (Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe e. V., Gießen). Die Prüfverfahren orientieren sich an DIN/ISO/EN, eine Fremd- und Eigenüberwachung der Produktion garantiert die Einhaltung der hohen Standards.

Formstabilität bei Feuchteeinwirkung - Die Anforderungen an das Quellverhalten wurde 2009 nochmals verschärft. - Lagerung für fünf Stunden in kochendem Wasser mit anschließendem Kaltwasserbad. Feuchtigkeitsaufnahme anschließend < 7 % im Mittel (dauerhafte Formbeständigkeit).

Rund 80 Prozent der in Deutschland vertriebenen WPC-Dielen sind nach diesen Standards geprüft und tragen das Gütesiegel der Gemeinschaft. Damit kann dem Verbraucher ein dauerhaft sicheres und zuverlässiges Produkt angeboten werden.

Sicherheit/Rutschfestigkeit - Der Belag entspricht der Rutschklasse „sicher“ und ist bei Regen gefahrlos begehbar.

Das Qualitätszeichen berücksichtigt neben bestimmten Materialeigenschaften auch die Produktherkunft. Für die eingearbeiteten Naturfasern darf ausschließlich Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft eingesetzt werden sowie frisch hergestellte Kunststoffe oder Reststoffe nach einem einmaligen Recycling. Die wichtigsten Prüfbestimmungen (Auszug aus Prüfbestimmungen für WPC-Terrassendielen): Stabilität/Biegeeigenschaften - Punktuelle Mindestbelastbarkeit 340 Kilogramm. Damit halten die Terrassendielen im Alltag auch hohen Belastungen stand. - Max. Durchbiegung bei einem Druck von 500 Newton, (50 Kg): 1,8 Millimeter. Das verhindert die Bildung von Senken, in denen sich Wasser ansammeln kann. Witterungsbeständigkeit bei Temperaturschwankungen - Dauerbelastungen durch Gewicht und hohe Temperaturen werden getestet, um die Beständigkeit gegen Hitze und kontinuierliche Gewichtsbelastung, zum Beispiel durch abgestellte Gegenstände, sicherzustellen. - Stabilität der Terrassenbretter auch bei extremen Klimaschwankungen, Test des Verhaltens der Profile durch mehrfache Zyklen von Kaltwasserlagerung, Gefrieren und Trocknen.

Umweltschutz und Rohmaterialeigenschaften - Die verwendeten Naturfasern müssen zu 100 % aus nachweislich nachhaltiger Forstwirtschaft bestehen (FSC- bzw. PEFC-Zertifikat). - Andere Naturfasern (z. B. Einjahrespflanzen) dürfen nicht eingesetzt werden. - Altholz (A I-AIV gemäß Altholzverordnung) darf nicht eingesetzt werden). - Das eingearbeitete Polymer oder Polymergemisch muss zu 100 % aus frischem Kunststoff bestehen. - Die Dielen sind nach Gebrauch problemlos recycelbar. Kontrolle - Nach einer Erstüberwachung durch einen externen Zertifizierer garantieren jährliche Fremdkontrollen sowie eine werkseigene Qualitätssicherung die Einhaltung der Prüfbestimmungen. Aussichten Um eine einheitliche, vergleichbare Darstellung der Produktqualität auch über Grenzen hinweg deutlich zu machen, wird seit einigen Jahren multilateral an einer europäischen Normung gearbeitet. Prüfbare Qualität und steigender Bekanntheitsgrad führen dazu, dass WPC-Produkte immer häufiger auch in öffentlichen Aufträgen ausgeschrieben oder akzeptiert werden. Industrie und Hersteller entwickeln WPC-Produkte ständig weiter und peilen neue Einsatzgebiete, wie bspw. den Fensterbau, an. Von WPC darf also auch für die Zukunft noch einiges erwartet werden.


WPC-Dielen lassen sich ähnlich wie klassische Holzterrassen verlegen. Alle namhaften Hersteller liefern ausführliche Konstruktionsvorschläge und Montageanleitungen für ihre Systeme. System- und Zubehörsortimente für jede technische Detailsituation und eine optisch ansprechende Ausgestaltung sind ebenfalls verfügbar. (Grafik: megawood ®)

1 Drainage 2 tragfähiges Kies- oder Schotterbett (frostsicher) 4 Aluminiumprofil als Abschlussleiste zur Hausfassade 6 megawood® Barfußdielen 8 Kantenstein auf Sand oder Magerbeton umlaufend

3 Konstruktionsbalken auf Betonplatten (100 x 25 x 5 cm) 5 Selbstklebendes Sicherungsband mittig auf Konstruktionsbalken kleben 7 Glattkantbrett als umlaufender Terrassenabschluss 9 Kiesbett umlaufend

Montage von WPC-Dielenterrassen Ausführungs- und Verlegegrundsätze Die Verlegung mit WPC-Dielen kann offen (mit Fugen) oder geschlossen (bspw. mit eingelegten Fugenprofilen) als aufgesetztes oder ebenerdiges Deck mit Massiv- oder Hohlkammerprofilen erfolgen. Vorbehaltlich anderslautender und/oder ergänzender Vorgaben der Hersteller, die immer vorrangig Beachtung finden müssen, gibt es einige generelle Montagegrundsätze einzuhalten.

- Ausdehnung der Konstruktion zu angrenzenden Gebäudeteilen beachten! Abstand der Dielen nach Herstellerangaben einhalten, i. d. R. gilt: Mindestabstand zu festen Bauteilen 2 cm.

- Ebenerdige Terrassen sind genehmigungsfreie Bauvorhaben.

- Durch Einhaltung der Abstände für ausreichende Unterlüftung sorgen.

- Balkone sind nach den LBO genehmigungspflichtig und normenkonform zu konstruieren und zu bemessen. WPC-Dielen dürfen nicht für tragende Zwecke und Konstruktionen eingesetzt werden.

- Produktionsbedingte Maßtoleranzen von Länge, Breite und Stärke sind bei der Montage zu berücksichtigen.

- Mindestabstände der Dehnungsfugen beachten, damit sich die Konstruktion ggf. zwängungsfrei ausdehnen kann.

- Bei Hohlkammerdielen keinen Schrägschnitt größer 45° vornehmen. - Aufgeständerte Terrassen ab h ≈ 65 cm OK Terrassenbelag über Geländeniveau sind tragende Konstruktionen.

- Anfasen aller Schnittkanten im Barfußlaufbereich.

- Ab einer Höhe von 50 cm (Bayern) bzw. 1 m (andere Bundesländer) ist eine Umwehrung/ein Geländer vorzusehen. Geländerhöhe (lt. LBO) ab 90 cm von OK Belag bis OK Geländer.

- Bei anderen als den vom Hersteller empfohlenen Materialien für die Unterkonstruktion müssen ggf. andere Schrauben zur Befestigung verwendet werden.

- WPC-Profile sind wetterfest, trotzdem sollte der direkte Erdkontakt der Konstruktionselemente vermieden werden.

Weiterführende Informationen zu WPC-Produkten halten wir für Sie bereit. Sprechen Sie Ihren HolzLand-Fachberater an, wir freuen uns auf Sie!

- Der Untergrund muss fest, tragfähig und frostsicher sein. - Hohlräume zwischen Unterkonstruktion und Unterlagsplatten sollten nicht verfüllt werden, damit ein Austausch von warmer und kalter Luft stattfindet. Eine gute Unterlüftung verhindert Staunässe. - Staunässe ist zu vermeiden. - Der maximale Brettüberstand über dem letzten Unterkonstruktionselement sollte (je nach Hersteller) höchstens 5-10 cm betragen. - Je nach Hersteller und System prüfen: Sind Schraublöcher vorzubohren? (Entfällt i. d. R. bei Clip-Befestigung).

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Scheibenstraße 47 40479 Düsseldorf

Redaktion: Technische Medien, Christian Meyer

Layout und Druck: HolzLand GmbH

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