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Infobrief Ohren auf! Die neue Schallschutznorm DIN 4109 Die neue DIN 4109 steht in den Startlöchern. Im Fokus: flankierende Bauteile, Schallnebenwege und die Stoßstellenausbildung. (Foto: Technische Medien Christian Meyer)

Aus dem Inhalt: • Neue DIN 4109 Mindestschallschutz und erhöhter Schallschutz

• Neue Ansätze

Nachweis- und Berechnungsverfahren

• Neues Hören

Auch gute Raumakustik gehört zum Schallschutz Der Schallschutz ist eine der wichtigsten Anforderungen, die gegenwärtig an Konstruktionen in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Bauens gestellt werden. Planer, Handwerker und Bauherren versprechen sich klarere Vorgaben von der neuen Schallschutznorm. Kann die neue DIN 4109 die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen? Neben der Bauakustik (Schalldämmung) gewinnt auch die Raumakustik zunehmend an Bedeutung. Für schalltechnische Planungen und Nachweise wird gegenwärtig im Allgemeinen die DIN 4109 (sog. Schallschutznorm) in Verbindung mit Beiblatt 1 herangezogen. Die darin enthaltenen Rechenwerte basieren allerdings auf Messdaten, deren Ursprung rund 20 Jahre zurückliegt. Schon jetzt werden in der Regel Schallschutzwerte eingefordert, die deutlich darüber liegen. Dass die Mindestvorgaben der DIN 4109 nicht mehr zeitgemäß sind, fand auch der Bundesgerichtshof, der per Urteil feststellte, dass wenn bei Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik höhere Schallschutzwerte erreicht werden können, als sie in der DIN 4109 als Mindestanforderung geregelt sind, auch diese höheren Werte geschuldet sind. Das Urteil und die Erläuterung kann jeder im Internet nachlesen. Welcher Mindestschallschutz wird geschuldet? Im privatrechtlichen Bereich ist gegenwärtig ein erhöhter Schallschutz nach DIN 4109, Beiblatt 2 oder der VDI 4100 „übliche Qualität“. Davon abweichende, schlechtere Werte sollten, wenn es (trotz

einer Beratung) der ausdrückliche Wunsch des Auftraggebers ist, unbedingt vertraglich vereinbart werden, um die Gefahr einer Mängelrüge zu vermeiden. Üblicher Schallschutz im Privatbereich orientiert sich gegenwärtig an: - DIN 4109 Beiblatt 2 (s. Tab. 2, Seite 2) - VDI Richtlinie 4100 - DEGA-Empfehlung 103 (Deutsche Gesellschaft für Akustik) Die Hoffnung vieler Fachleute, dass mit Erscheinen der überarbeiteten DIN 4109, wieder zeitgemäße (Mindest-) Schallschutzwerte Eingang in die DIN finden und die diesbezüglichen Unsicherheiten endlich Geschichte sein würden, wird sich aber nicht erfüllen. Zu groß waren die Interessenkonflikte. Die neue DIN 4109 wird sich zum erhöhten Schallschutz also überhaupt nicht mehr äußern, es gibt damit auch keine Entsprechung zum derzeitigen Beiblatt 2. Anforderungen an den geschuldeten (privatrechtlichen) Schallschutz werden sich also spätestens mit Erscheinen der neuen Norm außerhalb der DIN  4109 entwi-

ckeln, vermutlich auf Basis der Eckdaten der VDI 4100 und/oder DEGA-Empfehlung 103. Der exakte Schallschutz sollte also auch weiterhin immer vertraglich vereinbart werden. In der Praxis Die Bauphysik kümmert sich zum Glück wenig um Rechen- und Nachweisverfahren und funktioniert nach wie vor nach den gleichen Prinzipien wie zuvor. Das bedeutet auch, dass bewährte Konstruktionen weiterhin eingesetzt werden können. Die technisch-physikalischen Zusammenhänge der Schalltechnik sind allerdings sehr vielseitig und in ihrer Endauswirkung oft schwer durchschaubar. Die Kenntnis und Beachtung einiger Grundlagen hilft deshalb, Fehler zu vermeiden. Probleme bei der Lösung von Schallschutzaufgaben bereiten die oft sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen von Nutzung,

Bauweisen, Materialien und Konstruktionen. Das gilt insbesondere für das Bauen im Bestand, wo die Ausgangssituationen selten gleich und das verbaute Material sowie die Konstruktionen nicht immer sichtbar sind. Hinzu kommt, dass z. B. Räume, die im Zuge von Ausbau, Umbau oder Erweiterung entstehen, ggf. nachträglich in den nachweispflichtigen Bereich „aufrücken“. Wird bspw. die Decke nach einer Dachaufstockung zur Wohnungstrenndecke, so hat sie bestimmte Schallschutzanforderungen zu erfüllen und muss unter Umständen nachgerüstet werden. Schwerpunkte der neuen DIN 4109 Die neue DIN 4109 hat eine neue Struktur, die Schallschutz-Anforderungen definiert und festlegt, wie diese Anforderungen zu erfüllen sind. Entsprechend gliedert sich die Norm in die 4 Teile:

Holz-Hertel GmbH & Co. KG • Werkstrasse 11/2 • 76437 Rastatt Tel.: 0 72 22 / 97 59 - 0 • Fax: 0 72 22 / 97 59 - 50 • info@holz-hertel.de


Infobrief • DIN 4109-1: Anforderungen •D  IN 4109-2: Rechnerische Nachweise zur Erfüllung der Anforderungen • DIN 4109-3: Bauteilkatalog • DIN 4109-4: Messtechnische Nachweise des Schallschutzes Teil 1 wird, sobald bauaufsichtlich eingeführt, die Mindestanforderungen an den baulichen Schallschutz enthalten. Für Räume üblicher Größe und Geometrie wird das bestehende Anforderungsniveau voraussichtlich nicht angehoben. Werte zum erhöhten Schallschutz (vormals Beiblatt 2) wird es in der neuen DIN 4109 nicht mehr geben. Neu ist die Umstellung der Anforderungen auf nachhallzeitbezogene Kenngrößen, infolgedessen auch die Raumgrößen (Volumen) zu berücksichtigen sein werden. Neu ist ebenfalls die Einführung eines Raumgruppenkonzeptes, nach dem die Räume, abhängig von ihren charakteristischen akustischen Eigenschaften, beurteilt und eingeteilt werden. Für den Luftschallschutz sind dies die (Luftschall-) Geräuschentwicklung, die Geräuschempfindlichkeit und das Vertraulichkeitsniveau. Beim Trittschallschutz werden die Räume nach Trittschallentwicklung und Empfindlichkeit gegen Trittschall eingruppiert. Die Schallschutzanforderungen ergeben sich somit aus der Nutzungssituation der benachbarten Räume, bzw. aus der Gegenüberstellung der zugehörigen Raumgruppen.

Raumgruppen nach DIN 4109 (neu) • Raumgruppen in Gebäuden, die ganz oder teilweise Wohnzwecken dienen (Bezeichnung „WL“ für Luftschallschutz und „WT“ für Trittschallschutz) • Raumgruppen für Luftschallschutz in Hotels und Beherbergungsstätten (Bezeichnung „HL“) • Raumgruppen für Luftschallschutz in Krankenhäusern und Sanatorien (Bezeichnung „KL“) • Raumgruppen für Luftschallschutz in Schulen und vergleichbaren Einrichtungen (Bezeichnung „SL“) • Raumgruppen für Trittschallschutz in Zweckbauten (Bezeichnung „ZT“).

Tab. 1: Erforderliche Luftschalldämmung zum Schutz gegen Schallübertragung aus einem fremden Wohn- oder Arbeitsbereich (Auszüge aus Tab. 3/DIN 4109)

Das neue Nachweisverfahren Das gesamte Nachweiskonzept wird zukünftig auf die Vorgaben der europäischen Normung umgestellt. Die Nachweisverfahren der neuen DIN 4109 basieren auf den Verfahren der DIN EN 12354. In den Teilen 2 und 3 der neuen DIN 4109 werden alle Eingangswerte, die für den Nachweis des Schallschutzes benötigt werden, zu finden sein. Dazu gehört auch ein Bauteilkatalog mit Bauteildaten, mittels derer baulicher Schallschutz berechnet werden kann. Die Umstellung der Nachweise auf die Methoden der EN 12354 erlauben eine detailliertere Abbildung und Darstellung der tatsächlichen bauakustischen Situation als bisher.

Wände zwischen - Krankenräumen - Fluren und Krankenräumen - Untersuchungs- bzw. Sprechzimmern - Fluren und Untersuchungs- bzw. Sprechzimmern - Krankenräumen u. Arbeits- und Pflegeräumen

Bauteile

erf. R’w in dB

Geschosshäuser m. Wohnungen u. Arbeitsräumen Wohnungstrennwände und Wände zwischen fremden Arbeitsräumen

53

Treppenraumwände und Wände neben Hausfluren (Für Wände mit Türen gilt erf. R‘w (Wand) = erf. R‘w (Tür) + 15 dB.)

52

Wände neben Durchfahrten, Einfahrten von Sammelgaragen u. ä.

55

Wände von Spiel- o. ä. Gemeinschaftsräumen

55

Beherbergungsstätten Wände zwischen - Übernachtungsräumen - Fluren und Übernachtungsräumen

47

Krankenanstalten, Sanatorien

47

Wände zwischen - Operations- bzw. Behandlungsräumen - Fluren und Operations- bzw. Behandlungsräumen

42

Wände zwischen - Räumen der Intensivpflege - Fluren und Räumen der Intensivpflege

37

Schulen u. vergleichb. Unterrichtsbauten Wände zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen

47

Wände zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen und Fluren

47

Wände zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen und Treppenhäusern

52

Wände zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen und „besonders lauten“ Räumen (z.B. Sporthallen, Musikräumen, Werkräumen).

55

Tab. 2: Vorschläge für erhöhten Schallschutz; Luftschalldämmung von Bauteilen zum Schutz gegen Schallübertragung aus einem fremden Wohn- oder Arbeitsbereich. (Auszüge aus Tabelle 2 in Beiblatt 2 zu DIN 4109) Bauteile

erf. R’w in dB

Geschosshäuser mit Wohnungen und Arbeitsräumen Wohnungstrennwände und Wände zwischen fremden Arbeitsräumen

≥ 55

Treppenraumwände und Wände neben Hausfluren. (Für Wände mit Türen gilt: erf. R‘w (Wand) = erf. R‘w (Tür) + 15 dB.)

≥ 55

Beherbergungsstätten, Krankenanstalten, Sanatorien

Ideal für Deckensanierungen: Trockenestrichelemente mit Holz- oder Mineralfasern auf einer Trockenschüttung bringen zusätzliche Masse auf die Decke und verbessern so den Schallschutz. In Kombination mit einer federnd abgehängten Unterdecke sind Trittschalldämmwerte bis zu 43 dB möglich. (Foto Fermacell)

Wände zwischen Übernachtungs- bzw. Krankenräumen

≥ 52

Wände zwischen Fluren und Übernachtungs- bzw. Krankenräumen. (Das erf. R‘w gilt für die Wand allein.)

≥ 52


Infobrief Besondere Bedeutung wird der detaillierten Berücksichtigung der flankierenden Bauteile und somit der Schallübertragung über Nebenwege im neuen Nachweisverfahren beigemessen (Bild 1). Auch eine genaue Betrachtung der Stoßstellendämmung findet mit einem eigenen, neuen Kennwert (Stoßstellendämm-Maß Kij) Eingang in die Berechnung für den erreichbaren Schallschutz. Das heißt, dass man sich zukünftig bereits bei der Planung genaue Gedanken über die schallschutztechnische Ausführung der Stoßstelle machen muss. So lässt sich, je nach Ausführungsart der Stoßstellen, der Einfluss auf die Flankenübertragung oder das trennende Bauteil beeinflussen (vgl. Bild 2). Mögliche Stoßausbildungen sind bspw.:

sich an neue Begriffe, Anforderungen und Nachweisverfahren gewöhnen müssen. Ob auf Grundlage der alten oder neuen Schallschutznorm: Um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, sollte ein zu erbringender Schallschutz immer schriftlich vertraglich vereinbart werden. Dem Fachhandwerker kommt die wichtige Aufgabe zu, die Vorgaben fachmännisch umzusetzen, was nach wie vor ein professionelles Verständnis der bauphysikalischen Grundlagen voraussetzt. Ihr HolzLand-Kompetenz-Team unterstützt Sie in allen Fragen des Schallschutzes und stellt Ihnen schon jetzt Systeme mit geprüftem Schallschutz für alle aktuellen und zukünftigen Schallschutz-Anforderungen zur Verfügung.

Bild 1: Entscheidend für den Schallschutz ist die Berücksichtigung der Schallnebenwege, hier: Mögliche Wege der Flankenübertragung. Die neue DIN 4109 wird der Flankenübertragung noch stärker als bisher Rechnung tragen. Ansatz der DIN EN 12354 (neue Nachweismethode): Eine Trennwand hat je 4 flankierende Bauteile im Senderund im Empfängerraum, das ergibt (inkl. Bauteil selbst) 13 mögliche Übertragungspfade zwischen zwei Räumen.

- Schalltechnisch starrer Anschluss - Flankierendes Bauteil durchgehend, Trennbauteil einseitig abgekoppelt - Trennbauteil durchgehend, flankierendes Bauteil einseitig abgekoppelt - Trennbauteil durchgehend, flankierendes Bauteil beidseitig abgekoppelt Die manuelle Berechnung des Schallschutzes und das Führen des Nachweises „von Hand“ ist möglich – praktikabel ist es wegen des hohen Aufwandes nicht und man wird hierfür auf Softwareunterstützung angewiesen sein. Programme zur Berechnung stehen zur Verfügung und werden seitens der Baustoffhersteller z. T. kostenlos zur Verfügung gestellt. Fazit Im Zuge der europäischen Harmonisierung wird die neue DIN 4109 über kurz oder lang die Anforderungen an den Schallschutz in Deutschland definieren. Die Auswirkungen werden zunächst die Planer zu spüren bekommen, die

Bild 2: Der direkte Anschluss von Wänden an die durchlaufende Deckenbeplankung bringt schallschutztechnische Nachteile mit sich. Hier kann bereits das Trennen der Beplankung im Anschlussbereich eine Verbesserung bringen. Wesentlich günstiger ist es jedoch, die Decke im Anschlussbereich auszusparen und die Wand bis unter Balkenniveau zu führen. Bei hohen Schallschutzanforderungen (z. B. Wohnungstrennwänden) empfiehlt sich die konstruktive, akustisch wirksame Trennung der gesamten Holzbalkendecke (siehe Grafik). Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH, Düsseldorf

Stufenloser Schallschutz: Durch die Auswahl und Kombination von Unterkonstruktion, Beplankung und Dämmung lässt sich nahezu jeder beliebige Schallschutz stufenlos und dB-genau einstellen. Geprüfte Konstruktionen decken alle Schallschutz-Anforderungen nach aktueller und neuer DIN 4109 an Innen-, Trenn-, Brand- und Außenwände, Decken und Fußböden ab. Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH, Düsseldorf

Geringer Aufwand – große Wirkung: Das Entkoppeln von Bauteilen, bspw. mit Anschlussprofilen, reduziert die Schallübertragung.


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Hallo, Echo ...! Raumakustik optimieren Zur Schallabsorption kommen eine Vielzahl von Materialien zum Einsatz. Geschlitzte oder gelochte Akustikelemente aus Holz und Holzwerkstoffen werten Räume nicht nur hörbar auf sondern dienen gleichzeitig der Gestaltung. Foto: Lignatur

- Büros/Großraumbüros - Arbeits- und Gruppenräume - Klassenzimmer, Schulungs- und Seminarräume - Kindergärten - Konferenzräume - Flure

- Kinos, Konzerthallen, Theater - Krankenhäuser - Schalterhallen - Restaurants - Schwimm- und Sporthallen Nachhallzeit Während Konzertsäle und große Konferenzräume oft aufwendig mit Hinsicht auf eine gute Akustik geplant und optimiert werden, wird der privat- und arbeitsrechtliche Raum oft vernachlässigt. Dabei existieren auch hierfür gesetzliche Rahmenbedingungen. Vor allem bei Bestandsimmobilien, bspw. Büroräumen besteht Nachholbedarf und der sollte spätestens bei Renovierung, Sanierung, Umnutzung oder Umbau berücksichtigt werden. Wie Menschen einen Raum akustisch empfinden, hängt im We-

Effiziente Maßnahmen zur Optimierung der Raumakustik Vollflächige Akustikdecken

Großflächig, sehr wirksam. Unterschiedliche Absorptionsmaterialen und -eigenschaften beachten! Nachträglicher Einbau meist aufwendig.

Wand- und Deckenabsorber

Effizient, kostengünstig. Große Materialauswahl (Gestaltungsmöglichkeit). Geforderten Absorptionsgrad beachten! Meist unkomplizierte (auch nachträgliche) Montage.

Möbel mit Schallabsorptionsfunktion

Nutzen die Flächen bspw. von Schränken mit schallabsorbierenden Materialien für eine bessere Raumakustik.

Stellwände mit Flexibel positionierbar. Schalldämmend und absorschallabsorbierenden bierender Effekt, wenn zwischen Mitarbeitern oder Materialien Arbeitsinseln aufgestellt.

Raumakustik: Schalldämpfung, Schallabsorption und Schallausbreitung im Raum. Nachhallzeit (T oder T60): Gibt an, wie lange ein Geräusch (Schall) nach Abschalten der Schallquelle benötigt, um für das menschliche Ohr nicht mehr hörbar zu sein. Schallabsorptionsgrad: Maß für die akustische Wirksamkeit einer Fläche, bspw. durch die Unterbindung von Schallreflexion und die Umwandlung von Schall. Akustikelemente werden in Absorberklassen (von „A“ für höchst absorbierend, bis „F“ für gering absorbierend) nach DIN EN 11554 eingeteilt).

Schallschutz bedeutet nicht immer automatisch „möglichst leise“ und nicht immer geht es dabei um eine möglichst hohe Schalldämmung. Eine gute Raumakustik ist einerseits erforderlich in Räumen, in denen eine gute Hörbarkeit und Verständlichkeit erforderlich ist, anderseits gilt eine ausgewogenes Klangcharakteristik zunehmend als Komfortmerkmal auch ihn privaten Räumen. Neben der allseits bekannten Schalldämmung von Wänden, Decken, Türen und Fenstern, die man dem Gebiet der Bauakustik zurechnet, spielt auch die Raumakustik ein wichtige Rolle beim Schallschutz. Die Raumakustik soll dafür sorgen, dass zum einen Schall, der als störend empfunden wird, gedämpft wird, zum anderen soll „erwünschter“ Schall (Musik, Sprache) möglichst unverfälscht und deutlich beim Hörer ankommen. Zu den Räumen mit akustisch besonderen Anforderungen gehören bspw.:

Grundbegriffe der Raumakustik

sentlichen von der Nachhallzeit des Raums ab. Da die Nachhallzeit die wesentliche Größe für die Hörsamkeit in Räumen ist, gibt die DIN 18041 Empfehlungen für Nachhallzeiten unter Berücksichtigung der Raumgrößen und der vorgesehenen Nutzung (Musik, Sprache, Unterricht). Schallabsorption Die Nachhallzeit und damit die Raumakustik lässt sich über die Oberflächeneigenschaften der im Raum vorhandenen Flächen steuern. Entscheidend ist die sog. „akustische Wirksamkeit“ der jeweiligen Oberfläche. Im modernen Innenausbau sind die verwendeten Materialien und Oberflächen meist schallhart, was die Raumakustik durch den hohen Reflexionsfaktor an der Grenzschicht (=hohe Nachhallzeiten) nicht verbessert. Verbesserung schaffen hier Materialien mit unterschiedlichen Absorptionseigenschaften, die gezielt an raumumfassenden Flächen montiert oder in Form von Möbeloberflächen etc. im Raum positioniert werden, um die Nachhallzeiten positiv zu beeinflussen oder den Schall zu lenken. Für die schalltechnische Optimierung von Räumen jeder Art und

Normen und Richtlinien: - DIN 18041 - Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen - Arbeitsstättenverordnung - VDI-Richtlinie 2058 (Beurteilung von Lärm am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung unterschiedlicher Tätigkeiten) - VDI-Richtlinie 2569 (Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro) Nutzung ist der Tischler/Schreiner der richtige Mann. Ein großes Material-Sortiment zum Bau oder zur Herstellung von schallabsorbierenden Möbeln, Einrichtungsgegenständen und Elementen führt Ihr Holzland-Fachhandelspartner – Fachberatung inklusive.

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