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Infobrief

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Unter Dach und Fach

Wohnqualität und Energieeffizienz mit Dachflächenfenstern mehreren Fenstern geboten oder wenn tragende Teile der Dachkonstruktion verändert werden: Hier muss im Einzelfall geprüft werden, ob ein unzulässiger Eingriff in die Statik vorliegt, der z. B. die Scheibenwirkung der Dachfläche außer Kraft setzt oder sich ungünstig auf die Lastabtragung auswirkt.

Auch wenn in sehr großen DachBild: VELUX flächen die Dacheindeckung gegen Glas ausgetauscht werden soll, ist Nicht viele Produkte haben im Lauf ihrer Geschichte eine solche Ent- es ratsam, einen Statiker hinzuzuwicklung vollzogen, wie das Dachflächenfenster. Fristete es zunächst ziehen, der vorab beurteilt, ob das oft ein Dasein als simple Ausstiegsluke für den Schornsteinfeger, haben Traglastkonzept noch aufgeht oder wir es heute mit einem Hightech-Produkt zu tun, das im Neubau, wie die Lastverteilung auf die Dachfläauch in der Sanierung eine dominierende Rolle bei der individuellen chen zu einseitig wird. Wohnraumgestaltung unter dem Dach spielt. Energiesparend, klimareBei der Montage ist das Fachwisgulierend, automatisiert... kurz: Technik trifft Ästhetik. sen des Handwerkers gefragt: Ein Energieeinsparung und Nachhal- Systemteilen schnell realisieren Dachdurchbruch stellt einen ertigkeit sind aktuelle Megatrends im und für nahezu jede Situation lässt heblichen Eingriff in die LuftdichHaus- und Wohnungsbau. Mit mo- sich auch eine Individuallösung an- theitsebene dar. Dachflächenfendernen Dachflächenfenstern lassen bieten. Standard-Dachwohnfenster ster berühren sogar alle Schichten sich alle Anforderungen an Quali- sind heute in einer Vielzahl von im Dachquerschnitt, also auch die tät und Energieeffizienz bis hin zu Ausführungen erhältlich. Durch Wasserführung, die Winddichtheit den Anforderungen an Passivhaus- oben angeordnete Drehachsen, und die Wärmedämmung, sodass bauten bequem erfüllen — erstklas- moderne Griff- und Beschlagtech- hier besonders sorgfältig gearbeitet nik sowie der Möglichkeit, die Fen- werden muss. siger Wohnkomfort inklusive. ster und das Zubehör automatisch Automatisches Lüften mit hoch- oder per Fernbedienung zu steuern, Die von den Herstellern angebotewertigen Gläsern, intelligentes ist ein hoher Bedienkomfort sicher nen Systeme aus Montage-/ Eindeckrahmen, Folienschürzen und Beschatten und Wärmedämmung gestellt. vorgefertigten Innenfuttern und durch Rollläden und Sonnenschutz sowie Energiegewinnung mit So- Für effektive Verdunklung und Ver- -verkleidungen sollten unbedingt larkollektoren bringen natürliches schattung sind Jalousetten, Stores zur Anwendung kommen, da mit Raumklima, niedrigen Energie- und Rollos in vielen Designs erhält- diesen alle relevanten Anschlüsse verbrauch und eine bestmögliche lich. Außenrollos schützen am be- und Übergänge sicher und passgesten gegen sommerliche Hitze. Das nau hergestellt werden können. Lichtplanung. Öffnen und Schließen der Fenster, Jalousien und Rollos kann automa- Wohndachfenster sind mit vorVielfalt und Varianten Neben der Möglichkeit, mehrere tisch zeitgesteuert oder per Fern- montierter umlaufender WärmeFenster in Sparrenrichtung überei- bedienung erfolgen. Regensensoren dämmung erhältlich. Besonderes nander zu Lichtbändern oder mehr- schließen die Fenster automatisch Augenmerk ist auf den dampf– und fach neben- und übereinander zu bei Niederschlag. Weiterhin sorgen luftdichten Anschluss der Leibung großzügigen Lichtflächen zu kom- Lichtsensoren und selbststätige Lüf- zu legen. Systembauteile sichern eine werkstoffgerechte Anbindung, binieren, lassen sich Lösungen er- tungsregulation für mehr Komfort. der Funktionsschichten. stellen, die den First mit einschließen oder in schräger Ausführung Konstruktiv direkt am Grat montiert werden Der Einbau von Dachflächenfenstern Mit modernen Dachflächenfenstern stellt den erfahrenen Holzhandwer- lassen Sie die Ausbauwünsche Ihrer können. ker kaum vor ernsthafte Probleme. Kunden Wirklichkeit werden. Auf Durch die schräge Einbaulage sor- Im günstigsten Fall passt das Fen- Individualität, Funktion oder Komgen Dachfenster für mehr Licht- ster genau zwischen die Sparren, fort muss dabei nicht verzichtet einfall als gleich große, senkrechte sonst kann die Situation mit Quer- werden. Fenster in Gauben und schaffen wechseln oder Hilfssparren gelöst zudem eine natürliche Atmosphäre werden. Erhöhte Aufmerksamkeit der Raumgrundfläche und den An- ist eigentlich nur beim nachträgforderungen an den Wohnkomfort. lichen Einbau sehr großflächiger Auch Dachbalkone lassen sich mit Fenster oder der Kombination von

Ausstattung und Neuheiten

• NEU: Verbesserter, optimierter Regenschallschutz • NEU: Uw-Werte bis 0,82 W/m²K bei Klapp-Schwingfenstern • NEU: Anti-Tau-Effekt für mehr Transparenz • NEU: Dekorative Innen-Faltstores mit Wabenstruktur für verbesserte Wärmedämmung • Passivhaustauglich • Mit speziell angepassten Eindeckrahmen, Anschluss und Dämmsets ist eine zuverlässige Wasserführung sicher gestellt • Anschluss- und Dämmsets verhindern Wärmebrücken und Kondensatbildung am Rahmenelement • Eindeckrahmen und Sets für nahezu jede Dachdeckung • Sicherheitsglas und erhöhter Einbruchschutz durch abschließbare Griffe • Schutz vor Sonneneinstrahlung • Hitze- und Wärmeschutzverglasung • Erhöhter Schallschutz durch spezielle Gläser und schallschutzgerechte Rahmen-, Flügel-, Dichtungs- und Anschlussausführung • Hagelschutz und erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen starke Wind- und Schneelasten durch gehärtetes Glas • Sichtschutz (von außen) • Natürlicher Reinigungseffekt (durch Spezial-Beschichtung) • Kombinierbar mit baugleichen Solar- oder Fotovoltaik-Elementen • Fördermittel geeignet

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Scheibenstraße 47 40479 Düsseldorf Redaktion: Technische Medien Christian Meyer Layout und Druck: HolzLand GmbH Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung! Die Gültigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit der Aussagen ist eigenverantwortlich vom Anwender zu überprüfen. Für irrtümlich falsche Angaben wird keine Haftung übernommen.

Unter die Haut

Erforderliche Maßnahmen unterhalb der Dachdeckung Die aktuellen ZVDH-Fachregeln erfordern weitere Zusatzmaßnahmen bei der Verarbeitung und höhere Qualitätsanforderungen an die Produkte Foto: Christian Meyer

Aus dem Inhalt: • Unter die Haut Erforderliche Maßnahmen unterhalb der Dachdeckung

• Unter der Lupe

Die Fachregeln der ZVDH

• Unter Dach und Fach Wohnqualität und Energieeffizienz mit Dachflächenfenstern

Unter einer harten Schale steckt oft ein weicher Kern und unter harten Bedachungen sind immer Ebenen anzuordnen, die die Eindeckmaterialien bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützen. Dabei geht es konkret um den Schutz der Konstruktion und die sichere Abführung von Wasser und Feuchtigkeit während der Bauausführung oder nach der Fertigstellung. So vielfältig wie die Einflussfaktoren sind auch die Ausführungsbestimmungen … Die Hauptfunktion des Daches ist der Schutz des Gebäudes vor den Witterungseinflüssen. Für die Planung und Ausführung von Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen stellt das Fachregelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerks*) die anerkannten Regeln der Technik dar und gewährleistet bei Einhaltung eine fehlerfreie und fachlich einwandfreie Arbeit. Ein korrekter Dachaufbau beginnt bereits deutlich unterhalb der Dachdeckung. Wer glaubt, mit einer Unterspannbahn genug gegen unter die (Dach-)haut gehende Schnee- und *)  Die Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks gelten in der Regel als „Stand der Technik“. Folgende Bereiche werden von den Fachregeln behandelt: Fachregeln Dachdeckung, Abdichtung, Außenwandbekleidungen, Metallarbeiten, weitere Hinweise, u. a. für Holz und Holzwerkstoffe, außerdem Produktdatenblätter und Merkblätter. Zu beziehen unter: Verlagsgesellschaft Rudolf Müller oder im Internet unter www.dachdeckerregelwerk.de

Regenfeuchte getan zu haben, hat sich unter Umständen geirrt — und das mit evtl. weitreichenden Folgen. Die Grundregel im Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks führen unter „Anforderungen an Dachdeckungen“ hierzu Folgendes aus: 1. Dachdeckungen müssen regensicher sein. Das wird im Normalfall erreicht, wenn die in den Fachregeln angegebenen werkstoffabhängigen Regeldachneigungen und Werkstoffüberdeckungen eingehalten werden. Bei Unterschreitung der Regeldachneigung müssen zusätzliche Maßnahmen, z. B. Unterdächer, Unterdeckungen, Unterspannungen, geplant und ausgeführt werden. 2. Durch extreme Witterungseinwirkungen, [...] kann kurzfristig bzw. vorübergehend Niederschlagsfeuchte unter die Dachdeckung gelangen und zu Durchfeuchtungen der darunter liegenden Räume führen. Derartige Einwirkungen können nur ausgeschlossen werden, wenn

zusätzliche Maßnahmen, wie z. B. Unterdächer, Unterdeckungen, Unterspannungen, geplant und ausgeführt werden. Erhöhte Anforderungen können sich ergeben aus: • Unterschreitung der Regeldachneigung (abhängig vom Deckmaterial) • Konstruktive Besonderheiten (stark gegliederte Dachflächen, besondere Dachform, große Sparrenlängen, Kehlen, Dachgauben) • Nutzung der Dachräume insbesondere zu Wohnzwecken (sogenannte höherwertige Nutzung) • Örtliche Bestimmungen/Auflagen (Landesbauordnungen, Kreis-, Gemeindesatzungen, Denkmalschutzauflagen) • Besondere klimatische Verhältnisse (durch extreme Witterungseinflüsse, wie z. B. Treibregen, Flugschnee, Vereisungen,

Schneeablagerungen, exponierte Lage, schneereiche Gebiete) und anderes. Beim geneigten Dach verdienen alle Flächen unterhalb der sog. Regeldachneigung (RDN) und Flächen mit erhöhten Anforderungen besondere Aufmerksamkeit – und ggf. einer besonderen Behandlung. Die Regeldachneigung Als Regeldachneigung wird die untere Dachneigungsgrenze bezeichnet, bei der sich eine Dachdeckung, in Abhängigkeit vom Werkstoff, in der Praxis als regensicher erwiesen hat. Diese liegt für Dachziegel und -steine — je nach Ausführung — zwischen 22° und 35°. Im Allgemeinen werden neben der Dachdeckung zusätzliche Maßnahmen unter der Eindeckung zur Regensicherheit notwendig.

Holz-Hertel GmbH & Co. KG • Werkstrasse 11/2 • 76437 Rastatt Tel.: 0 72 22 / 97 59 - 0 • Fax: 0 72 22 / 97 59 - 50 • info@holz-hertel.de


Infobrief

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Erhöhte Anforderungen durch

Auch mit Holzfaserplatten, bspw. MDF, lassen sich Unterdeckungen herstellen (Foto: Krono).

Zusätzliche Maßnahmen sind — außer von der Art des Werkstoffes und der Deckungsart — von erhöhten Anforderungen an die Dachfläche abhängig (Tab. 1). Mit der ermittelten Anzahl der erhöhten Anforderungen lassen sich die Mindest-Maßnahmen aus der Tabelle 2 ablesen.

Dachneigung ≥ 22°

≥ 18°

≥ 14°

≥ 10° MDN

Zusätzliche Maßnahmen Zusätzliche Maßnahmen sind Unterspannungen (USB-A und USB-B), Unterdeckungen (UDB-A, UDB-B und UDB-C) und Unterdächer. Unterspannungen werden in der Regel mit frei hängenden oder frei gespannten Folien oder Vlies ausgeführt. Da sie auch einen zusätzlichen

Nutzung des Dachgeschosses

Konstruktion

Klimatische Verhältnisset

• insbesondere zu Wohnzwecken (Wohnnutzung stellt zwei erhöhte Anforderungen dar!)

• besondere Dachformen (z.B. Schmetterlingsdächer)

• exponierte Lage

• große Sparrenlängen (größer • schneereiche Gebiete als beim normalen EFH) • besondere Witterungs• stark gegliederte Dachformen verhältnisse (z. B durch Kehlen, Gauben, etc.) • windreiche Gebiete

Auch für Teilflächen können erhöhte Anforderungen vorliegen, wenn die Dachneigung, bspw. bei Gauben oder Schleppdächern, geringer ist als in der Hauptdachfläche.

Tab. 1: Bei erhöhten Anforderungen und Beanspruchungen an die Dachdeckung sind Zusatzmaßnahmen erforderlich.

Schutz gegen Treibregen, Flugschnee und Staub bieten, werden sie allgemein auch beim Einhalten der Regeldachneigung angeordnet. Unterdeckungen werden als Bahnenware oder aus Holzwerkstoffplatten hergestellt. Holzwerkstoffplatten bieten dabei die hervorragende Möglichkeit, zusätzliche Aufgaben,

z. B. die des winterlichen und/oder sommerlichen Wärmeschutzes oder des Schallschutzes zu übernehmen. Besonders geeignet hiefür sind Holzwerkstoffplatten, die in extremen Situationen kurzfristig Kondensat aufnehmen und später wieder abgeben können, ohne dass dieses — wie evtl. bei Folien — abtropft.

Erhöhte Anforderungen Nutzung, Konstruktion, klimatische Verhältnisse keine weitere erhöhte Anforderung

Auf einen Blick

• extreme Standorte

eine weitere erhöhte Anforderung

zwei weitere erhöhte Anforderung

drei weitere erhöhte Anforderung

Klasse 6

Klasse 6

Klasse 5

Klasse 4

3.3 Unterspannung (USB- A)

3.3 Unterspannung (USB- A)

2.4 überlappte/verfalzte Unterdeckung (UDB- A; UDB- B; USB- A)

2.4 überlappte/verfalzte Unterdeckung (UDB- A; UDB- B; USB- A)

Klasse 4

Klasse 4

Klasse 3

Klasse 3

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

Klasse 3

Klasse 3

Klasse 3

Klasse 3

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

Klasse 2

Klasse 2

Klasse 1

Klasse 1

1.2 regensicheres Unterdach

1.2 regensicheres Unterdach

1.1 wasserdichtes Unterdach

1.1 wasserdichtes Unterdach

Regensichere und wasserdichte Unterdächer werden meist aus Kunststoffdichtungsbahnen oder Schweißbahnen hergestellt, die entweder den Produktdatenblättern des Regelwerkes des ZVDH entsprechen oder über einen Eignungsnachweis des Herstellers verfügen.

Unterspannbahnen sind immer bis in die Rinne oder auf ein Traufblech zu führen, damit eindringende Feuchtigkeit sicher ablaufen kann. Soll die Feuchtigkeit vor der Traufschalung abtropfen, ist an dieser Stelle ein Abtropfblech erforderlich, auf das die Unterspannbahn geführt wird.

Naht- und perforationsgesicherte Unterspannung/-unterdeckung Eine Naht- und perforationsgesicherte Unterspannung/-unterdeckung ist eine Unterspannung/Unterdeckung, deren Nähten und Stößen regensicher verklebt ist. Je nach Werkstoff müssen unterhalb der Konterlattung Maßnahmen ergriffen werden, die einen Wassereintrieb verhindern. Zur Sicherung gegen eindringendes Wasser an den Nagelstellen kommen bspw. Nageldichtbänder oder Nageldichtmassen zum Einsatz.

Vorsicht im Bereich von Traufbohlen oder -latten für die Montage der Rinneisen: Hier entstehen oft Absätze, in die sich die Folie „hineinlegt“ und in denen sich später das Wasser sammelt, weil es nicht ablaufen kann (sog. Wassersäcke).

Zu beachten Bei Unsicherheit hinsichtlich der Regeldachneigung ist hierzu immer der Hersteller des Dachdeckungsmaterials zu befragen. Bei der Gelegenheit sollten immer auch gleich die Mindestüberdeckung und Montagedetails abgefragt werden.

Dachdeckungen mit einer Regeldachneigung < 10° lassen sich mit Dachsteinen oder Dachziegeln – selbst mit Zusatzmaßnahmen – nicht mehr regelkonform und sicher ausführen. Hier greifen die Ausführungsregeln für Flachdächer.

teilweise neu definiert. Diese müssen CE-gekennzeichnet sein und der DIN EN 13859-1 entsprechen. Das betrifft aber nicht nur die Bahnen — auch das Zubehör ist auf die jeweiligen Bahnen abzustimmen und in die Gewährleistung mit einzubinden. Mit der konsequenten Umsetzung der Fachregeln wird eine höhere Qualität und Lebensdauer von geneigten Dächern erreicht. Die Gewährleistung für Bahnen und Zubehör bezieht sich in der Regel nur auf geprüfte Systeme, hier gilt es, aufzupassen. Nutzen Sie die HolzLand-Beratungskompetenz — wir bieten Ihnen Unterstützung bei allen Fragen rund ums Dach und versorgen Sie mit den erforderlichen geprüften Systemprodukten.

Fazit: System, Beratung, Qualität Im Januar 2010 wurden im ZVDHRegelwerk die Fachregeln für Deckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen sowie die Merkblätter für Unterdächer, Unterdeckungen und Unterspannungen überarbeitet und

DIN EN 13859 Die DIN EN 13859 definiert Eigenschaften und Prüfverfahren von Abdichtungsbahnen. Teil 1 regelt Unterdeck- und Unterspannbahnen für den Einsatz unter Dachdeckungen (u. a. Brandverhalten, Widerstand gegen Wasserdurchgang, Wasserdampfdurchlässigkeit, Zug- Dehnungsverhalten, Widerstand gegen Ausreißen und Weiterreißen am Nagelschaft. Die Unterspannbahn (USB) ist eine Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit unter Dachdeckungen und dient der Außendichtung bzw. Winddichtung außen. Die Unterspannung ist eine Zusatzmaßnahme wasserundurchlässiger Bahnen ohne flächige Unterlage, gespannt oder mit planmäßigem Durchhang verlegt (Klassen 3, 4 und 6). Die Unterdeckbahn (UDB) ist eine Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit unter Dachdeckungen und dient der Außendichtung bzw. Winddichtung außen. Unterdeckbahnen werden im Dachbereich auf Unterlagen aus Holz (z. B. Vollholzschalung), Holzwerkstoffplatten oder auf ausreichend formstabilen Wärmedämmstoffen verlegt (Klassen 3-5). Die Vordeckung ist eine Zusatzmaßnahme unter Dachdeckungen, deren „regensichernde Funktion“ zum Zeitpunkt der Dacheindeckung endet. Die verwendeten Materialien dienen darüber hinaus häufig als Unterdach, Unterdeckung oder Unterspannung. Die Behelfsdeckung ist ein vorübergehender Schutz einer Konstruktion oder Bauteilfläche, um das Gebäude durch Abplanen, Einhausen oder regensichernde Zusatzmaßnahmen vor Feuchtigkeit zu schützen. Unterdeck- und Unterspannbahnen können bei entsprechend zusätzlichen Nachweisen und Systemfreigaben (Widerstand gegen Schlagregen erhöhte Anforderungen an die Alterung) als Behelfsdeckung dienen.

10°

Tab. 2: Zuordnung von Zusatzmaßnahmen außer bei untergeordneten Gebäuden (Mindestmaßnahmen) nach den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Stand Januar 2010. Achtung! Aus Platzgründen können hier nicht alle Fußnoten, Ausnahmen und Hinweise der Fachregel für diese Tabelle wiedergegeben werden. Diese sind zusätzlich im Einzelfall zu prüfen, da sich weitere Anforderungen für einzelne Produkte ergeben können! Nur geprüfte und aufeinander abgestimmte Systeme bieten wirklich Sicherheit. Bei Bahnen, Klebebändern, und Abdichtungen sollte der Handwerker nichts dem Zufall überlassen, um jedes Gewährleistungsrisiko auszuschließen. (Foto: Ampack)


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Erhöhte Anforderungen durch

Auch mit Holzfaserplatten, bspw. MDF, lassen sich Unterdeckungen herstellen (Foto: Krono).

Zusätzliche Maßnahmen sind — außer von der Art des Werkstoffes und der Deckungsart — von erhöhten Anforderungen an die Dachfläche abhängig (Tab. 1). Mit der ermittelten Anzahl der erhöhten Anforderungen lassen sich die Mindest-Maßnahmen aus der Tabelle 2 ablesen.

Dachneigung ≥ 22°

≥ 18°

≥ 14°

≥ 10° MDN

Zusätzliche Maßnahmen Zusätzliche Maßnahmen sind Unterspannungen (USB-A und USB-B), Unterdeckungen (UDB-A, UDB-B und UDB-C) und Unterdächer. Unterspannungen werden in der Regel mit frei hängenden oder frei gespannten Folien oder Vlies ausgeführt. Da sie auch einen zusätzlichen

Nutzung des Dachgeschosses

Konstruktion

Klimatische Verhältnisset

• insbesondere zu Wohnzwecken (Wohnnutzung stellt zwei erhöhte Anforderungen dar!)

• besondere Dachformen (z.B. Schmetterlingsdächer)

• exponierte Lage

• große Sparrenlängen (größer • schneereiche Gebiete als beim normalen EFH) • besondere Witterungs• stark gegliederte Dachformen verhältnisse (z. B durch Kehlen, Gauben, etc.) • windreiche Gebiete

Auch für Teilflächen können erhöhte Anforderungen vorliegen, wenn die Dachneigung, bspw. bei Gauben oder Schleppdächern, geringer ist als in der Hauptdachfläche.

Tab. 1: Bei erhöhten Anforderungen und Beanspruchungen an die Dachdeckung sind Zusatzmaßnahmen erforderlich.

Schutz gegen Treibregen, Flugschnee und Staub bieten, werden sie allgemein auch beim Einhalten der Regeldachneigung angeordnet. Unterdeckungen werden als Bahnenware oder aus Holzwerkstoffplatten hergestellt. Holzwerkstoffplatten bieten dabei die hervorragende Möglichkeit, zusätzliche Aufgaben,

z. B. die des winterlichen und/oder sommerlichen Wärmeschutzes oder des Schallschutzes zu übernehmen. Besonders geeignet hiefür sind Holzwerkstoffplatten, die in extremen Situationen kurzfristig Kondensat aufnehmen und später wieder abgeben können, ohne dass dieses — wie evtl. bei Folien — abtropft.

Erhöhte Anforderungen Nutzung, Konstruktion, klimatische Verhältnisse keine weitere erhöhte Anforderung

Auf einen Blick

• extreme Standorte

eine weitere erhöhte Anforderung

zwei weitere erhöhte Anforderung

drei weitere erhöhte Anforderung

Klasse 6

Klasse 6

Klasse 5

Klasse 4

3.3 Unterspannung (USB- A)

3.3 Unterspannung (USB- A)

2.4 überlappte/verfalzte Unterdeckung (UDB- A; UDB- B; USB- A)

2.4 überlappte/verfalzte Unterdeckung (UDB- A; UDB- B; USB- A)

Klasse 4

Klasse 4

Klasse 3

Klasse 3

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

Klasse 3

Klasse 3

Klasse 3

Klasse 3

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

2.2 verschweißte/verklebte Unterdeckung 2.3 überdeckte Unterdeckung Bitumenbahnen 3.2 nahtgesicherte Unterspannung (UDB- A; UDB- B 5); USB- A)

Klasse 2

Klasse 2

Klasse 1

Klasse 1

1.2 regensicheres Unterdach

1.2 regensicheres Unterdach

1.1 wasserdichtes Unterdach

1.1 wasserdichtes Unterdach

Regensichere und wasserdichte Unterdächer werden meist aus Kunststoffdichtungsbahnen oder Schweißbahnen hergestellt, die entweder den Produktdatenblättern des Regelwerkes des ZVDH entsprechen oder über einen Eignungsnachweis des Herstellers verfügen.

Unterspannbahnen sind immer bis in die Rinne oder auf ein Traufblech zu führen, damit eindringende Feuchtigkeit sicher ablaufen kann. Soll die Feuchtigkeit vor der Traufschalung abtropfen, ist an dieser Stelle ein Abtropfblech erforderlich, auf das die Unterspannbahn geführt wird.

Naht- und perforationsgesicherte Unterspannung/-unterdeckung Eine Naht- und perforationsgesicherte Unterspannung/-unterdeckung ist eine Unterspannung/Unterdeckung, deren Nähten und Stößen regensicher verklebt ist. Je nach Werkstoff müssen unterhalb der Konterlattung Maßnahmen ergriffen werden, die einen Wassereintrieb verhindern. Zur Sicherung gegen eindringendes Wasser an den Nagelstellen kommen bspw. Nageldichtbänder oder Nageldichtmassen zum Einsatz.

Vorsicht im Bereich von Traufbohlen oder -latten für die Montage der Rinneisen: Hier entstehen oft Absätze, in die sich die Folie „hineinlegt“ und in denen sich später das Wasser sammelt, weil es nicht ablaufen kann (sog. Wassersäcke).

Zu beachten Bei Unsicherheit hinsichtlich der Regeldachneigung ist hierzu immer der Hersteller des Dachdeckungsmaterials zu befragen. Bei der Gelegenheit sollten immer auch gleich die Mindestüberdeckung und Montagedetails abgefragt werden.

Dachdeckungen mit einer Regeldachneigung < 10° lassen sich mit Dachsteinen oder Dachziegeln – selbst mit Zusatzmaßnahmen – nicht mehr regelkonform und sicher ausführen. Hier greifen die Ausführungsregeln für Flachdächer.

teilweise neu definiert. Diese müssen CE-gekennzeichnet sein und der DIN EN 13859-1 entsprechen. Das betrifft aber nicht nur die Bahnen — auch das Zubehör ist auf die jeweiligen Bahnen abzustimmen und in die Gewährleistung mit einzubinden. Mit der konsequenten Umsetzung der Fachregeln wird eine höhere Qualität und Lebensdauer von geneigten Dächern erreicht. Die Gewährleistung für Bahnen und Zubehör bezieht sich in der Regel nur auf geprüfte Systeme, hier gilt es, aufzupassen. Nutzen Sie die HolzLand-Beratungskompetenz — wir bieten Ihnen Unterstützung bei allen Fragen rund ums Dach und versorgen Sie mit den erforderlichen geprüften Systemprodukten.

Fazit: System, Beratung, Qualität Im Januar 2010 wurden im ZVDHRegelwerk die Fachregeln für Deckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen sowie die Merkblätter für Unterdächer, Unterdeckungen und Unterspannungen überarbeitet und

DIN EN 13859 Die DIN EN 13859 definiert Eigenschaften und Prüfverfahren von Abdichtungsbahnen. Teil 1 regelt Unterdeck- und Unterspannbahnen für den Einsatz unter Dachdeckungen (u. a. Brandverhalten, Widerstand gegen Wasserdurchgang, Wasserdampfdurchlässigkeit, Zug- Dehnungsverhalten, Widerstand gegen Ausreißen und Weiterreißen am Nagelschaft. Die Unterspannbahn (USB) ist eine Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit unter Dachdeckungen und dient der Außendichtung bzw. Winddichtung außen. Die Unterspannung ist eine Zusatzmaßnahme wasserundurchlässiger Bahnen ohne flächige Unterlage, gespannt oder mit planmäßigem Durchhang verlegt (Klassen 3, 4 und 6). Die Unterdeckbahn (UDB) ist eine Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit unter Dachdeckungen und dient der Außendichtung bzw. Winddichtung außen. Unterdeckbahnen werden im Dachbereich auf Unterlagen aus Holz (z. B. Vollholzschalung), Holzwerkstoffplatten oder auf ausreichend formstabilen Wärmedämmstoffen verlegt (Klassen 3-5). Die Vordeckung ist eine Zusatzmaßnahme unter Dachdeckungen, deren „regensichernde Funktion“ zum Zeitpunkt der Dacheindeckung endet. Die verwendeten Materialien dienen darüber hinaus häufig als Unterdach, Unterdeckung oder Unterspannung. Die Behelfsdeckung ist ein vorübergehender Schutz einer Konstruktion oder Bauteilfläche, um das Gebäude durch Abplanen, Einhausen oder regensichernde Zusatzmaßnahmen vor Feuchtigkeit zu schützen. Unterdeck- und Unterspannbahnen können bei entsprechend zusätzlichen Nachweisen und Systemfreigaben (Widerstand gegen Schlagregen erhöhte Anforderungen an die Alterung) als Behelfsdeckung dienen.

10°

Tab. 2: Zuordnung von Zusatzmaßnahmen außer bei untergeordneten Gebäuden (Mindestmaßnahmen) nach den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Stand Januar 2010. Achtung! Aus Platzgründen können hier nicht alle Fußnoten, Ausnahmen und Hinweise der Fachregel für diese Tabelle wiedergegeben werden. Diese sind zusätzlich im Einzelfall zu prüfen, da sich weitere Anforderungen für einzelne Produkte ergeben können! Nur geprüfte und aufeinander abgestimmte Systeme bieten wirklich Sicherheit. Bei Bahnen, Klebebändern, und Abdichtungen sollte der Handwerker nichts dem Zufall überlassen, um jedes Gewährleistungsrisiko auszuschließen. (Foto: Ampack)


52

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Unter Dach und Fach

Wohnqualität und Energieeffizienz mit Dachflächenfenstern mehreren Fenstern geboten oder wenn tragende Teile der Dachkonstruktion verändert werden: Hier muss im Einzelfall geprüft werden, ob ein unzulässiger Eingriff in die Statik vorliegt, der z. B. die Scheibenwirkung der Dachfläche außer Kraft setzt oder sich ungünstig auf die Lastabtragung auswirkt.

Auch wenn in sehr großen DachBild: VELUX flächen die Dacheindeckung gegen Glas ausgetauscht werden soll, ist Nicht viele Produkte haben im Lauf ihrer Geschichte eine solche Ent- es ratsam, einen Statiker hinzuzuwicklung vollzogen, wie das Dachflächenfenster. Fristete es zunächst ziehen, der vorab beurteilt, ob das oft ein Dasein als simple Ausstiegsluke für den Schornsteinfeger, haben Traglastkonzept noch aufgeht oder wir es heute mit einem Hightech-Produkt zu tun, das im Neubau, wie die Lastverteilung auf die Dachfläauch in der Sanierung eine dominierende Rolle bei der individuellen chen zu einseitig wird. Wohnraumgestaltung unter dem Dach spielt. Energiesparend, klimareBei der Montage ist das Fachwisgulierend, automatisiert... kurz: Technik trifft Ästhetik. sen des Handwerkers gefragt: Ein Energieeinsparung und Nachhal- Systemteilen schnell realisieren Dachdurchbruch stellt einen ertigkeit sind aktuelle Megatrends im und für nahezu jede Situation lässt heblichen Eingriff in die LuftdichHaus- und Wohnungsbau. Mit mo- sich auch eine Individuallösung an- theitsebene dar. Dachflächenfendernen Dachflächenfenstern lassen bieten. Standard-Dachwohnfenster ster berühren sogar alle Schichten sich alle Anforderungen an Quali- sind heute in einer Vielzahl von im Dachquerschnitt, also auch die tät und Energieeffizienz bis hin zu Ausführungen erhältlich. Durch Wasserführung, die Winddichtheit den Anforderungen an Passivhaus- oben angeordnete Drehachsen, und die Wärmedämmung, sodass bauten bequem erfüllen — erstklas- moderne Griff- und Beschlagtech- hier besonders sorgfältig gearbeitet nik sowie der Möglichkeit, die Fen- werden muss. siger Wohnkomfort inklusive. ster und das Zubehör automatisch Automatisches Lüften mit hoch- oder per Fernbedienung zu steuern, Die von den Herstellern angebotewertigen Gläsern, intelligentes ist ein hoher Bedienkomfort sicher nen Systeme aus Montage-/ Eindeckrahmen, Folienschürzen und Beschatten und Wärmedämmung gestellt. vorgefertigten Innenfuttern und durch Rollläden und Sonnenschutz sowie Energiegewinnung mit So- Für effektive Verdunklung und Ver- -verkleidungen sollten unbedingt larkollektoren bringen natürliches schattung sind Jalousetten, Stores zur Anwendung kommen, da mit Raumklima, niedrigen Energie- und Rollos in vielen Designs erhält- diesen alle relevanten Anschlüsse verbrauch und eine bestmögliche lich. Außenrollos schützen am be- und Übergänge sicher und passgesten gegen sommerliche Hitze. Das nau hergestellt werden können. Lichtplanung. Öffnen und Schließen der Fenster, Jalousien und Rollos kann automa- Wohndachfenster sind mit vorVielfalt und Varianten Neben der Möglichkeit, mehrere tisch zeitgesteuert oder per Fern- montierter umlaufender WärmeFenster in Sparrenrichtung überei- bedienung erfolgen. Regensensoren dämmung erhältlich. Besonderes nander zu Lichtbändern oder mehr- schließen die Fenster automatisch Augenmerk ist auf den dampf– und fach neben- und übereinander zu bei Niederschlag. Weiterhin sorgen luftdichten Anschluss der Leibung großzügigen Lichtflächen zu kom- Lichtsensoren und selbststätige Lüf- zu legen. Systembauteile sichern eine werkstoffgerechte Anbindung, binieren, lassen sich Lösungen er- tungsregulation für mehr Komfort. der Funktionsschichten. stellen, die den First mit einschließen oder in schräger Ausführung Konstruktiv direkt am Grat montiert werden Der Einbau von Dachflächenfenstern Mit modernen Dachflächenfenstern stellt den erfahrenen Holzhandwer- lassen Sie die Ausbauwünsche Ihrer können. ker kaum vor ernsthafte Probleme. Kunden Wirklichkeit werden. Auf Durch die schräge Einbaulage sor- Im günstigsten Fall passt das Fen- Individualität, Funktion oder Komgen Dachfenster für mehr Licht- ster genau zwischen die Sparren, fort muss dabei nicht verzichtet einfall als gleich große, senkrechte sonst kann die Situation mit Quer- werden. Fenster in Gauben und schaffen wechseln oder Hilfssparren gelöst zudem eine natürliche Atmosphäre werden. Erhöhte Aufmerksamkeit der Raumgrundfläche und den An- ist eigentlich nur beim nachträgforderungen an den Wohnkomfort. lichen Einbau sehr großflächiger Auch Dachbalkone lassen sich mit Fenster oder der Kombination von

Ausstattung und Neuheiten

• NEU: Verbesserter, optimierter Regenschallschutz • NEU: Uw-Werte bis 0,82 W/m²K bei Klapp-Schwingfenstern • NEU: Anti-Tau-Effekt für mehr Transparenz • NEU: Dekorative Innen-Faltstores mit Wabenstruktur für verbesserte Wärmedämmung • Passivhaustauglich • Mit speziell angepassten Eindeckrahmen, Anschluss und Dämmsets ist eine zuverlässige Wasserführung sicher gestellt • Anschluss- und Dämmsets verhindern Wärmebrücken und Kondensatbildung am Rahmenelement • Eindeckrahmen und Sets für nahezu jede Dachdeckung • Sicherheitsglas und erhöhter Einbruchschutz durch abschließbare Griffe • Schutz vor Sonneneinstrahlung • Hitze- und Wärmeschutzverglasung • Erhöhter Schallschutz durch spezielle Gläser und schallschutzgerechte Rahmen-, Flügel-, Dichtungs- und Anschlussausführung • Hagelschutz und erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen starke Wind- und Schneelasten durch gehärtetes Glas • Sichtschutz (von außen) • Natürlicher Reinigungseffekt (durch Spezial-Beschichtung) • Kombinierbar mit baugleichen Solar- oder Fotovoltaik-Elementen • Fördermittel geeignet

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Scheibenstraße 47 40479 Düsseldorf Redaktion: Technische Medien Christian Meyer Layout und Druck: HolzLand GmbH Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung! Die Gültigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit der Aussagen ist eigenverantwortlich vom Anwender zu überprüfen. Für irrtümlich falsche Angaben wird keine Haftung übernommen.

Unter die Haut

Erforderliche Maßnahmen unterhalb der Dachdeckung Die aktuellen ZVDH-Fachregeln erfordern weitere Zusatzmaßnahmen bei der Verarbeitung und höhere Qualitätsanforderungen an die Produkte Foto: Christian Meyer

Aus dem Inhalt: • Unter die Haut Erforderliche Maßnahmen unterhalb der Dachdeckung

• Unter der Lupe

Die Fachregeln der ZVDH

• Unter Dach und Fach Wohnqualität und Energieeffizienz mit Dachflächenfenstern

Unter einer harten Schale steckt oft ein weicher Kern und unter harten Bedachungen sind immer Ebenen anzuordnen, die die Eindeckmaterialien bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützen. Dabei geht es konkret um den Schutz der Konstruktion und die sichere Abführung von Wasser und Feuchtigkeit während der Bauausführung oder nach der Fertigstellung. So vielfältig wie die Einflussfaktoren sind auch die Ausführungsbestimmungen … Die Hauptfunktion des Daches ist der Schutz des Gebäudes vor den Witterungseinflüssen. Für die Planung und Ausführung von Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen stellt das Fachregelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerks*) die anerkannten Regeln der Technik dar und gewährleistet bei Einhaltung eine fehlerfreie und fachlich einwandfreie Arbeit. Ein korrekter Dachaufbau beginnt bereits deutlich unterhalb der Dachdeckung. Wer glaubt, mit einer Unterspannbahn genug gegen unter die (Dach-)haut gehende Schnee- und *)  Die Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks gelten in der Regel als „Stand der Technik“. Folgende Bereiche werden von den Fachregeln behandelt: Fachregeln Dachdeckung, Abdichtung, Außenwandbekleidungen, Metallarbeiten, weitere Hinweise, u. a. für Holz und Holzwerkstoffe, außerdem Produktdatenblätter und Merkblätter. Zu beziehen unter: Verlagsgesellschaft Rudolf Müller oder im Internet unter www.dachdeckerregelwerk.de

Regenfeuchte getan zu haben, hat sich unter Umständen geirrt — und das mit evtl. weitreichenden Folgen. Die Grundregel im Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks führen unter „Anforderungen an Dachdeckungen“ hierzu Folgendes aus: 1. Dachdeckungen müssen regensicher sein. Das wird im Normalfall erreicht, wenn die in den Fachregeln angegebenen werkstoffabhängigen Regeldachneigungen und Werkstoffüberdeckungen eingehalten werden. Bei Unterschreitung der Regeldachneigung müssen zusätzliche Maßnahmen, z. B. Unterdächer, Unterdeckungen, Unterspannungen, geplant und ausgeführt werden. 2. Durch extreme Witterungseinwirkungen, [...] kann kurzfristig bzw. vorübergehend Niederschlagsfeuchte unter die Dachdeckung gelangen und zu Durchfeuchtungen der darunter liegenden Räume führen. Derartige Einwirkungen können nur ausgeschlossen werden, wenn

zusätzliche Maßnahmen, wie z. B. Unterdächer, Unterdeckungen, Unterspannungen, geplant und ausgeführt werden. Erhöhte Anforderungen können sich ergeben aus: • Unterschreitung der Regeldachneigung (abhängig vom Deckmaterial) • Konstruktive Besonderheiten (stark gegliederte Dachflächen, besondere Dachform, große Sparrenlängen, Kehlen, Dachgauben) • Nutzung der Dachräume insbesondere zu Wohnzwecken (sogenannte höherwertige Nutzung) • Örtliche Bestimmungen/Auflagen (Landesbauordnungen, Kreis-, Gemeindesatzungen, Denkmalschutzauflagen) • Besondere klimatische Verhältnisse (durch extreme Witterungseinflüsse, wie z. B. Treibregen, Flugschnee, Vereisungen,

Schneeablagerungen, exponierte Lage, schneereiche Gebiete) und anderes. Beim geneigten Dach verdienen alle Flächen unterhalb der sog. Regeldachneigung (RDN) und Flächen mit erhöhten Anforderungen besondere Aufmerksamkeit – und ggf. einer besonderen Behandlung. Die Regeldachneigung Als Regeldachneigung wird die untere Dachneigungsgrenze bezeichnet, bei der sich eine Dachdeckung, in Abhängigkeit vom Werkstoff, in der Praxis als regensicher erwiesen hat. Diese liegt für Dachziegel und -steine — je nach Ausführung — zwischen 22° und 35°. Im Allgemeinen werden neben der Dachdeckung zusätzliche Maßnahmen unter der Eindeckung zur Regensicherheit notwendig.

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