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Fenster und Außentüren

Trockengelegt

Rahmenwahl

Sichere Distanz

Ebenerdige Austritte auf Terrassen und bodengleiche Haus-Eingänge reizen Planer und Bauherren. Nicht nur gestalterisch, auch hinsichtlich Komfort und Barrierefreiheit sind bodennahe Fenstertüren und Haustüren wünschenswert. Da diese unmittelbar den Sockelbereich und damit die Schwelle betreffen, ist besondere Aufmerksamkeit bei der Ausführung geboten.

Fenster und Außentüren für Neu- und Bestandsbauten bestehen in der Mehrheit aus Mehrscheiben-Isolierglas und Rahmen aus Kunststoff, Holz oder Aluminium, auch im Verbund als Holz-Aluminium. Neben den Gesichtspunkten „Sicherheit“ und „Optik“ gewinnt zunehmend das Thema „Komfort“ an Bedeutung.

Fenster und Türen werden immer größer und schwerer (Wärmedämmung), Wandbaustoffe aus Gewichts- und Wärmedämm-gründen häufig immer leichter, poröser und weniger tragfähig. Der Befestigung und Verklotzung auch bei Standardfenstern kommt deshalb eine immer größere Bedeutung zu. So geht‘s nach dem RAL-Leitfaden ...

HolzLand Derks Josef Derks GmbH & Co. KG Feldstr. 64 47623 Kevelaer Tel. 0 28 32/93 16 - 0 Fax 0 28 32/93 16 - 99 info@holz-derks.de

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Die Dauerhaftigkeit von Fensterkanteln aus Holz kann durch die Auswahl natürlich dauerhafter Hölzer oder durch Modifizierungsverfahren weiter gesteigert werden. Die verbreitetsten sind: - Thermische Modifizierung (Hitzebehandlung, Thermoholz/TMT) - Acetylierung (chemische Holzmodifikation mit Essigsäureanhydrid) - Furfuryrung (chemische Holzmodifikation mit Furfur-Alkohol)

Rahmenwahl Fenster- und Außentüren aus Holz, Aluminium und Kunststoff Fenster und Außentüren für Neu- und Bestandsbauten bestehen in der Mehrheit aus Mehrscheiben-Isolierglas und Rahmen aus Kunststoff, Holz oder Aluminium, auch im Verbund als Holz-Alu­mi­nium-Element. Neben den Gesichtspunkten „Sicherheit“ und „Optik“ gewinnt zunehmend das Thema „Komfort“ an Bedeutung. Dieses schließt auch die Elektrifizierung, also das Integrieren bestimmter Funktionen sowie das automatische Steuern über die Haustechnik oder über das Internet – per Smartphone-App – ein (Beispiel: Zugangskontrolle). Kunststofffenster und -außentüren Sehr gutes Preis-Leistungs-Ver­hält­nis Stabile Konstruktionen Gute Wärmedämmung Die Oberflächen von Kunststoffrahmen benötigen außer einer regelmäßigen Reinigung keine weiteren Wartungsarbeiten Holzfenster und -außentüren Rahmen aus verschiedenen natürlich dauerhaften oder modifizierten Holzarten. Natürlicher Charakter Überaus vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten in Form, Profilierung und Ausführung. Holzelemente lassen sich streichen, sodass auch im Nachhinein eine Änderung der Farbgestaltung möglich ist. Je nach Holzart und Ausführung erhalten regelmäßige Anstriche über Jahrzehnte die Funktionssicherheit und ein brillantes Aussehen. Holz-Aluminium-Fenster und -außentüren („Holz-Alu-Fenster/-Türen“) Vereinen die positiven Eigenschaften beider Materialien. Der außen liegende Holzrahmen wird vollständig von einer Aluminiumschale bedeckt. Höchste Langlebigkeit durch Schutz der Fenster / Türen auch bei extremen Wetter- und Klimaeinflüssen. Auf der Innenseite sorgt das natürliche Holz für eine angenehme Wohnatmosphäre. Bei regelmäßiger Reinigung wirken Holz-Alu-Fenster auch nach Jahren optisch immer noch wie neu.

Glas Standard ist der Aufbau mit zwei Gläsern, im hochwertigen Fenster- und Türenbau mit Uw-Werten unter etwa 0,8 W/m²K, die 3-fach Verglasung. Die Glaszwischenräume sind zur Senkung der Wärmeleitfähigkeit mit Edelgasen (Argon, Krypton, selten Xenon) gefüllt. Krypton und Xenon verbessern die Dämmwirkung, sind aber sehr teuer, bzw. selten. Gemäß EnEV 2014 erforderliche Uw-Werte für Fenster und Außentüren liegen bei 1,3 W/m²K. Für das Passivhaus zertifizierte Fenster erreichen Uw-Werte bis zu 0,5 W/m²K. Fenster, mit denen sich die für eine KfWFörderung wichtige Marke von 0,95  W/m²K erreichen lassen, hat heute jeder namhafte Hersteller im Programm.


Achtung am Sockel! Viele Planer und Bauherren wünschen sich für Fenstertüren in den Garten und Außentüren niveaugleiche Innen- und Außenebenen, die häufig mit der Sockelausbildung nach Norm kollidieren. Deshalb: - Auf exakte Ausführungspläne mit den entsprechenden Details bestehen - Gewerkeschnittstellen klären - Konstruktionen nach DIN 68800-2 bauen - Bei Konstruktionen mit zusätzlichen Maßnahmen zur Bauwerksabdichtung nach DIN 181995 nur hochwertige und bewährte Qualitätsprodukte einsetzen. (Ihr HolzLand-Fachhandelspartner berät Sie gern.) - Auf ausreichende Sickerfähigkeit von Drainagen und ausreichende Kapazitäten zur Wasserableitung, auch unter Starkregenbedingungen, achten.

Foto: T echnische Medien, Christian Meyer

STEICO SE * Otto-Lilienthal-Ring 30 * D-85622 Feldkirchen * TEL 0 89 - 99 15 51 0 FAX: 0 89 - 99 15 51 26 www.steico.com

Sockelkonstruktionen nach DIN 68800

Neben „normalem“ Regenwasser, Spritzwasser und Schnee müssen die Fußpunkte auch Starkregen-Ereignisse mit Stauwasser standhalten, die Drainagen und Abflüsse zeitweise überfordern können. Für eine Einstufung in die Gebrauchsklasse 0 sind Sockelpunkte nach DIN 68800 zulässig: Der Abstand bewitterter Holzbauteile zur OK Gelände soll generell ≥ 30 cm betragen. Durch besondere Maßnahmen zur Spritzwasserreduzierung (bspw. eine geeignete Kiesschüttung) darf dieser Abstand auf 15 cm reduziert werden. Durch besondere Abdichtungsmaßnahmen am Gebäude (nach DIN 18195) lässt sich die Lage der Schwellenunterkante bis auf 5 cm über der anstehenden Geländeoberkante reduzieren. Diese sind i. d. R. bis 300 mm über Gelände hochzuführen und dürfen im Endzustand 150 mm nicht unterschreiten. Die Geländeoberkante darf nachträglich nicht erhöht werden. Eine andere Möglichkeit besteht in der Ausführung von Dachüberständen (Winkel ≤ 60° gegen die Horizontale) zum Schutz des Sockels.

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≥ 15 0 cm

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Ebenerdige Austritte auf Terrassen und bodengleiche Hauseingänge reizen Planer und Bauherren. Nicht nur gestalterisch, auch hinsichtlich Komfort und Barrierefreiheit sind bodennahe Fenstertüren und Haustüren wünschenswert. Da diese unmittelbar den Sockelbereich und damit die Schwelle betreffen, ist besondere Aufmerksamkeit bei der Ausführung geboten.

≤ 40 mm 0 (DIN 4108 Bbl. 2)

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≥ 300cm

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≥0.114 15 cm

Detailpunkt Sockelanschluss Grundlagen für den Feuchteschutz von Holzbauteilen im erdnahen Sockelbereich sind die Normen DIN 68800 „Holzschutz“*) und DIN 18195*) Bauwerksabdichtungen“. Dem Sockelbereich und insbesondere dem Fußrähm ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen, da es sich um ein tragendes Bauteil handelt, ein Feuchteschaden, in Kombination mit der schlechten Austrocknungsmöglichkeit an dieser Stelle erst spät bemerkt werden wird und der Austausch / die Instandsetzung der Schwelle sehr aufwändig ist.

0 cm ≥ 10

Trockengelegt

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Ausreichende Drainage ≥ 300 cm

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Wandaufbau Sockelausführung als ebenerdiger Legende: Austritt mit Gitterrost. Durch einen Beton(von innen nach außen) - GKB- Platte 1 Sockelkantenprofil OSB- Platte, luftdicht verklebt 2 Fugendichtband das Schwellholz (hier: STEICO LVL winkel wird --das Erdreich zurückgehalten, STEICOflex 3 Zementgebundene Platte STEICOwall 4 Perimeterdämmung - STEICOprotect 5 Abdichtung nach DIN 18195-4 Furnierschichtholz) liegt zwar unterhalb der OK Erdreich, aber die geforderten - Zugelassenes Putzsystem 6 Gitterrost 7 Sockelputz gemäß Putzempfehlung im Erdbereich mit flexibler, mineralischer Putzabdichtung Höhenmaße werden eingehalten. Eine Abdichtung nach DIN 18195-4 ist 8 Kiesstreifen Korngröße mind. 16/32 mm 9 Bauwerksabdichtung, mind. 15 cm über Gelände Quellmörtel erforderlich. (Grafik: STEICO) 101112 Bitumenbahn STEICO LVL Furnierschichtholz 13 14

STEICOsoundstrip Luftdichter Anschluss

Sockel- Ebenerdiger Austritt, Gitterrost (Terasse) Datum: 12-03-2015

Detailnummer: AW-WDVS-HRB-1-40

Der HolzLand-Tipp: Mehr Infos zum Weiterlesen ... Änderung: 20-08-2015

Bearbeiter: A. Luz

Maßstab: 1 : 5.0

BDF Merkblatt 03-04, Sockelkonstruktionen nach DIN 68800, www.fertigbau.de (Menüpunkte BDF – Service, kostenloser Download) Richtlinie Sockelanschluss im Holzhausbau, Holzforschung Austria, www.holzforschung.at (Menüpunkt Broschüren/Forschungsberichte (kostenloser Download)) HolzLand InfoKompakt Nr. 104, u. a. mit einem Beitrag zum „Leitfaden zur Montage“ der RAL-Gütegemeinschaft und zur DIN 18055 (Anforderungen und Einsatzempfehlungen für Fenster und Außentüren) *)DIN 68800 Holzschutz – Teil 2 - Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau *)DIN 18195 – Normenreihe Bauwerksabdichtungen


Oben: Anordnung und Ausbildung von Trag- und Distanzklötzen Rechts: Befestigungsabstände (nach: RAL-Leitfaden zur Planung und Montage)

Grafik: Technische Medien, C. Meyer

Sichere Distanz Befestigung und Lastabtragung von Fenstern nach RAL-Leitfaden Da Fenster und Türen immer größer und schwerer (Dreifach- Verglasung, Wärmedämmung), Wandbaustoffe aus Gewichts- und Wärmedämmgründen häufig immer leichter, poröser und weniger tragfähig werden, kommt der Befestigung und Verklotzung auch bei Standardfenstern eine immer größere Bedeutung zu. Nach RAL-Leitfaden gilt unter anderem:  einschaligen Wandsystemen werden die in der Fensterebene Bei wirkenden Kräfte (Eigenlasten und vertikale / horizontale Nutzlasten, abhängig von der Öffnungsart) über auf Druck belastete Tragklötze in die Wand geleitet. Die Anordnung der Tragklötze erfolgt unten, im Bereich der Rahmenecken, unterhalb von Pfosten sowie seitlich (abhängig von der Öffnungsart, siehe Grafik). Tragklötze sind so anzuordnen, dass sie nur auf Druck belastet werden und sie sind gegen Verrutschen zu sichern. Eine komplette Einspannung des Rahmens ist zu vermeiden. Fenstertüren breiter als 1 m sind zusätzlich mittig, unterhalb des Rahmens zu verklotzen, Außentüren ebenfalls im Bereich des Schließblechs zu verklotzen und zu befestigen. Begehbare Schwellen sind über die gesamte Breite druckfest zu unterfüttern. Es sind geeignete Tragklötze zu verwenden (dauerhaft formstabil, geringe Wärmeleitfähigkeit, auf die Fugenbreite abgestimmt, damit sie die nachfolgende Abdichtung nicht behindern). Trag- und Distanzklötze können in bestimmten Fällen durch geeignete Befestigungssysteme ersetzt werden, wenn ein Nachweis des Herstellers zur Gleichwertigkeit vorliegt und die Anwendungsvorgaben eingehalten werden (bspw. Direktbefestigungs- / Distanzverschraubungen). Wenn die statische Bemessung nichts anderes ergibt, sind die in der Grafik oben angegebenen Befestigungs- und Eckabstände einzuhalten. Außerdem sind die Vorgaben der Befestigungsmittel-Hersteller zu beachten.

Bild oben: Fragwürdige Verklotzung. Selbst unter Verwendung hierfür zugelassener Distanzschrauben, mit denen sich auf Tragklötze verzichten ließe – ein einziger Befestigungspunkt über die ganze Fensterlänge kann die Lastabtragung der in Fensterebene wirkenden Kräfte nicht leisten. Foto: Technische Medien, C. Meyer

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Deutsche Straße 5 44339 Dortmund

Redaktion: Technische Medien, Christian Meyer

Layout und Druck: HolzLand GmbH

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