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Klebstofftechnologie

Foto: Dölken

Klare Kante

Vollflächig geklebt

Aber sicher!

Die Nullfuge ist in aller Munde und eine „perfekte“ Kante lässt sich nur mit innovativer und teurer Laser- oder Plasmatechnik herstellen. Sagt zumindest die Maschinenindustrie. Tatsächlich liefern auch konventionelle Anlagen mit optimierten Klebstoffen und exakt dosierbaren Applikationstechniken hervorragende Ergebnisse.

Hochwertige Parkettböden werden in der Regel verklebt, denn das bietet viele Vorteile. Ein ästhetisches Fugenbild, bessere Wärmeleitung, Vorteile bei der Raumakustik und größere Langlebigkeit.

Durch die Auswahl der richtigen Klebesysteme lassen sich heutzutage alle Parkettarten und Untergründe dauerhaft sicher miteinander verbinden. Wie auch bei den mechanischen Verbindungen und Befestigungen gibt es einige Grundlagen zu beachten.

HolzLand Derks Josef Derks GmbH & Co. KG Feldstr. 64 47623 Kevelaer Tel. 0 28 32/93 16 - 0 Fax 0 28 32/93 16 - 99 info@holz-derks.de

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Fotos: Dölken

Klare Kante Übersicht aktueller Bekantungsverfahren Die Nullfuge ist in aller Munde und eine „perfekte“ Kante lässt sich nur mit innovativer und teurer Laser- oder Plasmatechnik herstellen. Sagt zumindest die Maschinenindustrie. Tatsächlich liefern auch konventionelle Anlagen mit optimierten Klebstoffen und exakt dosierbaren Applikationstechniken hervorragende Ergebnisse. Die Nullfuge ist das Maß aller Dingen geworden: Architekten, Designer und Innenausstatter wollen nicht weniger als die perfekte Kante und selbst der Endverbraucher hat inzwischen davon gehört. Wird eine Nullfuge in Ausschreibungen oder Bestellungen gefordert, gibt es jedoch ein Problem: Eine offizielle Definition gibt es dafür nicht. Technisch betrachtet entsteht dort, wo gefügt wird, eine Fuge. In der Praxis wird deshalb zunehmend der Begriff „optische Nullfuge“ verwendet. Gemeint ist ein optisch nicht mehr wahrnehmbarer Übergang zwischen Plattenoberfläche und der Schmalkantenbeschichtung. Konventionelle Technik Bei der konventionellen Bekantung mit handwerklichen Kanten­ an­ leim-Maschinen kommen häufig extrudierte ABS-Kunststoffkanten zum Einsatz (Acrylnitril-Butadien-Styrol). Die Verklebung erfolgt mit EVASchmelzklebern (Ethylen-Vinyl-Acetat) unter einer sich entsprechend ausbildenden Klebefuge. Angesichts der neuen Bekantungsverfahren und deren Verbesserungen wurde auch die konventionelle, handwerkliche Bekantungstechnik verfeinert: Sowohl die Maschinen, wie auch weiterentwickelte Klebstoffe ermöglichen heute die Herstellung sehr viel dünnerer Fugen als bisher. Hierzu haben auch die PUR-Kleber (Polyurethan) beigetragen, die zusätzlich über einen deutlich verbesserten Wasser- und Wärmewiderstand verfügen. Neue Technologien Zu den neueren Technolgien, die mit dem Ziel entwickelt wurden, die optische Nullfuge zu perfektionieren, zählen die Laser-, Infrarot- und Heißlufttechnik. Die alternativ entwickelte Plasma-Technik scheint sich im Markt nicht zu etablieren. Allen drei erstgenannten Verfahren ist gemeinsam, dass der farblich exakt abgestimmte Kleber bereits bei der Extrusion,

also im gleichen Prozess, mit den Kantenbändern verbunden wird. Die Hersteller bezeichnen diese Klebstoffschicht als „Funktionsschicht“. (Diese Funktionsschicht kann auch nachträglich, bspw. mit Furnierkantenbändern, verbunden werden.) Funktionsschichten unterscheiden sich von herkömmlichen Schmelzklebern, da sie sich viel dünner als mit einem Klebstoffaggregat auftragen lassen und über verbesserte Langzeit-Eigenschaften, bspw. hinsichtlich einer Verschmutzung, verfügen. Unmittelbar vor der Verbindung mit dem Werkstück muss die Funktionsschicht mit Hitze aktiviert werden. Aufgrund hoher Investitionskosten kommt die Lasertechnologie überwiegend bei großen Unternehmen oder solchen, die im industriellen Maßstab fertigen, zum Einsatz. Dafür bietet sie höchste Vorschubgeschwindigkeiten. Kantenanleim-Anlagen mit Infrarottechnik sind weniger kostenintensiv, dafür langsamer, kommen aber mit einem vergleichsweise geringen Energiebedarf und kürzesten Vorheizzeiten aus. Für den handwerklichen Einsatz sind zur Zeit Heißluftverfahren interessant, die mit ca. 300 C° heißer Druckluft aufschmelzen, deutlich weniger Kosten in der Anschaffung verursachen und sich auch in bestehende Anlagen integrieren lassen. Fazit Konventionelle handwerkliche Bekantungsverfahren bieten optisch einwandfreie Fugenbilder, mit denen sich auch die Anforderungen anspruchsvoller Kunden erfüllen lassen. Darüber hinausgehende Qualitäten setzen zur Zeit noch investitionsintensive Verfahren voraus. Die Lieferung hochwertiger ABS/PVC/PP-Kanten und ideal darauf abgestimmte EVA/PUR-Klebstoffen (Granulat oder Patrone) erfolgt über Ihren Holzland-Fachhändler bereits ab 1 m Länge. Wir führen die passenden ABS-Kanten zu über 4.000 Oberflächendekoren führender Plattenhersteller aus aller Welt ebenso, wie ständig die neuesten Trenddekore, viele davon direkt ab Lager. Selbstverständlich liefern wir auch Hochleistungskanten für alle innovativen Fügetechnologien, wie Laser-, Infrarot- oder Heißlufttechnik.


Klebstoffysteme für Parkett Vielfältige Anforderungen – großes Leistungspektrum Hochwertige Parkettböden werden in der Regel verklebt, denn das bietet viele Vorteile. Ein ästhetisches Fugenbild, eine bessere Wärmeleitung, Vorteile bei der Raumakustik und größere Langlebigkeit. Basis einer jeden gelungenen und mangelfreien Parkettverlegung ist ein einwandfreier Untergrund nach DIN  18365 (VOB – Teil C, ATV – Parkettarbeiten). Liegt dieser vor (Ebenheit, Festigkeit, Trockenheit) bietet die vollflächige Verklebung von Parkett deutliche Vorteile gegenüber der schwimmenden Verlegung:  eständige einwandfreie Oberflächenoptik selbst bei schwierigen B Umgebungsverhältnissen und ungünstigen, bspw. hygrothermischen Einflüssen. Geklebtes Parkett wird mit dem Untergrund schubfest verbunden. Daraus resultiert eine dauerhaft höhere Maßstabilität mit - verlängerter Lebensdauer, - häufigerer Renovierbarkeit und erstklassigen Sanie­rungs­möglichkeiten für jahrzehntelange Nutzung, - minimierter Fugenausbildung – das Parkett liegt ruhiger und wirkt ebener. Der nahtlose Verbund zwischen Parkett und Untergrund an jeder Stelle verbessert bei Heizestrichen/Fußbodenheizungen den Wärmeübergang und vermeidet Wärmepuffer. Gute akustische Eigenschaften, da der Raumschall gegenüber schwimmend verlegten Systemen deutlich reduziert wird. Anforderungen an Parkettklebstoffe Um den natürlich „arbeitenden“ Holzfußboden mit dem starren Untergrund kraftschlüssig zu verbinden, fällt dem Klebstoff die Aufgabe zu, die dabei entstehenden Kräfte und Spannungen aufzunehmen. Das ist Voraussetzung, um sowohl den Belag dauerhaft auf dem Boden zu halten, als auch eine Beschädigung des Untergrunds oder des Parketts zu verhindern. Je nach Anwendungssituation spielen das Rückstellvermögen sowie die Verformbarkeit und Elastizität der Klebstoffriefen eine wichtige Rolle. Weiterhin darf die Quellbelastung während der Aushärtephase aufgrund von Feuchtigkeit an der Kontaktfläche zum Holzfußboden nicht zu groß werden.

Ökologisch und umweltfreundlich Wer sich das Heim mit einem natürlichen Holzfußboden verschönert, der wird auch beim Kleber keine Kompromisse eingehen wollen. Heute gibt es viele, sehr emissionsarme Klebstoffe, die sich problemlos mit einem gesunden Wohnklima vereinen lassen und alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Weitere Umweltsiegel, wie bspw. Der Blaue Engel, bestätigen ein gesundes Raumklima ohne Belastungen durch Harze, Weichmacher oder Konservierungsstoffe. Verarbeitung Auch hinsichtlich der Verarbeitung müssen Parkettklebstoffe einiges leisten. Profiprodukte sind auf eine einfache und schnelle Verarbeitung hin optimiert. Im Sinne einer großzügigen Arbeitstaktung kombinieren sie lange Verarbeitungszeiten mit schneller Weiterbearbeitbarkeit (bspw. Schleifen). Wichtig und gesetzlich geregelt Durch die Gefahrenstoffverordnung (GefstoffV) und die TRGS 610 ist die Verwendung von stark lösemittelhaltigen Klebern aus Arbeitsschutzgründen stark eingeschränkt. Können die Grenzwerte für die einzelnen Lösemittel nicht eingehalten werden (Auslöseschwelle, MAK), sind die der GefstoffV entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. EC1/EC1R zertifizierte Klebstoffe stellen den heutigen Stand der Technik dar. Über den HolzLand-Fachhandel beziehen Sie regelungskonforme, emissonsarme Klebstoffsysteme der führenden Hersteller für alle Bodenbeläge und Untergründe. Fazit Für die professionelle Parkettverklebung stehen heute unterschiedliche Typen von Parkettklebstoffen zur Verfügung. Um diese anspruchsvollen Aufgaben zu meistern, ist das Arbeiten im System (Voranstrich Spachtel, Kleber) immer sinnvoll und zu empfehlen. Ihr HolzLand-Fachhandelspartner berät Sie kompetent bei der Auswahl des richtigen Klebstoffsystemes, das optimal auf die Eigenarten und Besonderheiten der verschiedenen Parkettarten und Holzsorten abgestimmt ist.


Durch die Auswahl der richtigen Klebesysteme lassen sich heutzutage alle Parkettarten und Untergründe dauerhaft sicher miteinander verbinden. Die Klebstoffauswahl ist entsprechend der Kombination der zu verklebenden Materialien und Untergrundeigenschaften (Holzart, Verlegeart, Untergrund saugend oder nicht saugend usw.) zu treffen. Vor Beginn der Verarbeitung ist eine sachgerechte Lagerung sicher zu stellen und die Haltbarkeit des Produkts zu überprüfen. Bild links: Rücken- und gelenkschonendes Arbeiten. Mit einem Auftragegerät lässt sich Parkettkleber bequem und exakt dosiert auf den Untergrund auftragen. Foto: Bona GmbH Deutschland

Aber sicher! Verarbeitungshinweise für Montagekleber Begriff

Definition

Abbinden/Aushärten

Bezeichnet die Verfestigung des Klebstoffes durch physikalische und/oder chemische Prozesse.

Anfangsfestigkeit

Auch: Anfangshaftung oder Tack. Die Kraft, die ein Klebstoff bei seinem ersten Kontakt mit der zu verklebenden Oberfläche aufbaut.

Ablüftezeit

Ablüftezeit ist die Zeit, die nach dem Auftragen des Klebstoffes gewartet werden muss, bis die Fügeteile zusammengelegt werden können. Statt Ablüftezeit wird manchmal auch der Begriff Trockenzeit verwendet.

Aushärtungszeit

Beschreibt die Zeit zwischen dem Auftragen des Klebstoffes und dem Erreichen seiner Endfestigkeit. Kann abhängig von Klebstoff und Umgebungsbedingungen bis zu mehreren Tagen dauern.

Endfestigkeit

Die Endfestigkeit ist erreicht, wenn der Klebstoff seine maximale Klebkraft bzw. Haftung erreicht hat.

Hautbildezeit

Die Zeit bis zur Hautbildung an der Oberfläche feuchtvernetzender Klebstoffe. Bei Montageklebern ist nach der Hautbildung keine optimale Verklebung mehr möglich.

Offene Zeit

Bei Klebstoffen die Zeit zwischen Materialauftrag und beginnender Hautbildung, innerhalb derer das Bauteil zur optimalen Verklebung gefügt werden muss.

Topfzeit

Zeitspanne, während der ein Reaktionsklebstoff verarbeitet werden muss (Gebrauchsdauer).

Für alle Klebstoffe gilt grundsätzlich: Die spezifischen Eigenschaften sind produktabhängig. Deshalb sind vor der Verarbeitung des Klebstoffes unbedingt die Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller zu lesen. Bei Unklarheiten oder Fragen sollte der anwendungstechnische Service in Anspruch genommen werden. Beides erhalten Sie von Ihrem HolzLand-Fachhandelspartner oder beim Hersteller. oraussetzung für dauerhaft schadenfreies Parkett ist die richtige V Auftragsmenge des Klebstoffes. Das heißt: - Zu wenig Klebstoff: Die Parkettrückseite wird nicht ausreichend mit Klebstoff benetzt, eine richtige Verklebung ist nicht gewährleistet. - Zu viel Klebstoff: Der Abbindeprozess dauert zu lange, Feuchtigkeit kann den Belag negativ beeinflussen. Belastungen verursachen ein „Wegdrücken“ des überschüssigen Klebstoffes und es können Probleme entstehen, die nicht mehr rückstellbar sind. Keine abgenutzten Spachtel verwenden. Die vom Klebstoffhersteller vorgeschriebene Spachtelzahnung (Zahnabstände) verwenden. Bei abgenutzten Spachtelklingen stimmt die Länge der Spachtelzähne nicht mehr und es wird zu wenig Klebstoff aufgetragen.

 er Spachtel muss beim Aufziehen des Klebers senkrecht geführt werden. D Dies ist oft schwierig beim Auftragen weit weg vom Köper und bspw. unter Heizkörpern. Bereits bei einem um 45° geneigtem Spachtel reduziert sich die aufgetragene Klebermenge um die Hälfte, bei sehr flach geführter Spachtelklinge wird kaum noch Kleber aufgetragen. Nur so große Flächen mit Klebstoff versehen, dass sie innerhalb der „offenen Zeit“ des Klebstoffs belegt werden können.

Impressum: Herausgeber: HolzLand GmbH Deutsche Straße 5 44339 Dortmund

Redaktion: Technische Medien, Christian Meyer

Layout und Druck: HolzLand GmbH

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