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Mitteilungsblatt der Kärntner Jägerschaft, April 2017 Ausgabe 232, 46. Jahrgang

www.kaerntner-jaegerschaft.at SCHWERPUNKT

TÄTIGKEITSBERICHT


Nr. 232/2017

Liebe Kärntner Jägerinnen und Jäger!

Inhaltsverzeichnis Aktuelles Aktuelle Spalte

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Tätigkeitsbericht Landtag und Landesjägertag Jahresabschluss 2016 / Voranschlag 2018

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Finanzgebarung

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Tätigkeitsbericht

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Wald–Wild–Schule

65

MINI-MAX

68

DISZI

70

Berichte

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Informationen der Landesgeschäftsstelle

73

Jagdliches Wissen

74

Termine

75

Personalia/Bücher

80

Wortanzeigen/Impressum

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Totentafel

Kärntner Jäger

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Wichtige Aktivitäten haben in den letzten Wochen stattgefunden: von den laufenden Gesprächen in Sachen Jagdgesetznovelle, über die wir demnächst berichten können, bis zu den Bezirksjägertagen, die sehr interessant und bestens vorbereitet über die Bühne gegangen sind und letztlich die Abschussplanung. Diese Ausgabe des „Kärntner Jäger“ stellt gleichzeitig den nach § 91 Abs. 9 K-JG 2000 alle zwei Jahre zu erstattenden Tätigkeitsbericht des Landesvorstandes dar, der dem Kärntner Landtag im Wege der Landesregierung zur Kenntnis zu übermitteln ist. In dieser Ausgabe des „Kärntner Jäger“ erfolgt auch eine genaue Analyse der Abschusszahlen der vergangenen Periode durch unseren Wildbiologen und ich möchte von dieser Stelle allen Jägerinnen und Jägern, die an der Rotwildreduktion aktiv teilgenommen haben, ein herzliches Weidmannsdank sagen. Allein aus den Zahlen ist schon erkennbar, dass die Botschaft angekommen ist, auch wenn aus manchen Ecken noch „Querschüsse“ kommen. Es war uns aber auch klar, dass die harte aber unbedingt notwendige Freigabe beim Rotwild von 20:40:40, um die Reduktion deutlich voranzutreiben, da oder dort zu Engpässen beim Hirschabschuss führen wird, weshalb wir nun den Spießer auch herausgenommen und nach oben offen freigegeben haben. Dies wird die nötige Entlastung bringen, ohne dabei für die nächsten Jahre das Ziel aus den Augen zu verlieren, die Reduktion über das Kahlwild weiter durchzuführen. Wie nicht anders zu erwarten, hat lediglich mancherorts die Forderung nach Mehrfreigabe von Hirschen der Klasse II zu Diskussionen, ja sogar zur Behauptung geführt, vorwiegend diese seien für Schälschäden verantwortlich. Ganz klar sei hier aber festgestellt, dass auch in der schärfsten

Reduktionsphase auf die Altersstruktur unserer Hirsche Rücksicht genommen werden muss und letztlich der Anteil dieser Klasse II bei 4% des Gesamtabschusses liegt und daher keinen wesentlichen Anteil am Problem haben kann. In einem Hegering ist man deswegen sogar auf die Idee gekommen zu wünschen, in eine „rotwildfreie Zone“ umgewandelt zu werden, obwohl man inmitten des Rotwildlebensraumes und nicht etwa im landwirtschaftlichen Ackerbaugebiet liegt. Auch hier sei klar gesagt: die wildökologische Raumplanung ist kein „Wunschkonzert“, sondern stellt dar, wo sich das Rotwild seit Jahrhunderten den Lebensraum gesucht und auch gefunden hat, und gerade jetzt in der Reduktion über einen strikten Plan auf den richtigen Stand gebracht werden muss. Beim Rehwild haben wir neben guten Abschusszahlen vor allem das Geschlechterverhältnis sehr gut beachtet. Ohne Zweifel muss aber in Gebieten erhöhten Verbisses, wie man es ja auch aus dem Wildeinflussmonitoring (WEM) herauslesen kann, noch verstärkt eingegriffen werden. Das WEM stellt fest, dass wir auch in der 4. Periode in Kärnten nach wie vor zu hohen Wildeinfluss haben, zumindest aber die Hauptbaumarten Fichte, Buche und Lärche ohne größere Probleme durchwachsen, die forstlich aber höchst notwendigen Mischbaumarten unter allergrößtem Wilddruck stehen. Beim Gamswild wird die Abschusserfüllung zwar immer besser, aber vom großräumigen Denken sind wir noch ziemlich weit entfernt. Hier werden wir wohl noch viel Aufklärung zu leisten haben. Ein anstrengendes Jahr steht bevor und vor allem die Jagdgesetznovelle wird uns noch sehr for-

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S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S Ferdinand S S S S S DI Dr. Gorton, LandesS S S S S S S jägermeister S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S

Aktuelle Spalte

AKTUELLES


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Kärntner Jäger

FINANZGEBARUNG

Nr. 232/2017

dern, ich hoffe aber in der nächsten Ausgabe schon mitteilen zu können, wohin die Reise geht. Eines kann man jetzt schon erfreut feststellen: dass unter der Leitung unseres sehr engagierten Jagdreferenten, der selbst aktiver Jäger ist, alle politischen Parteien sich enorm positiv einbringen und vie-

le gute Ideen unterwegs sind, die uns hoffentlich zu einem modernen und einstimmig im Landtag beschlossenen Jagdgesetz führen werden.

Reduktionsabschüssen, um dann vor allem auch die Brunft so richtig genießen zu können, das wünscht Ihnen mit Weidmannsheil Ihr

Freuen wir uns auf eine gute Jagdsaison und beginnen Sie bitte gleich im Mai mit den nötigen

Landesjägermeister DI Dr. Ferdinand Gorton

Jahresabschluss 2016 / Voranschlag 2018 Finanzreferent Mag. Wolfgang Rossbacher

A. JAHRESABSCHLUSS ZUM 31.12.2016 Der Jahresabschluss zum 31.12.2016 schloss mit einem positiven Ergebnis von € 3.985,51. Budgetiert wurde laut Voranschlag 2016 € 2.400,00. Im Bereich der Einnahmen betreffend Jagdabgabe, Mitgliedsbeiträge und Sonstige Erträge konnte gegenüber dem Jahr 2015 eine Steigerung von € 32.475,00 erwirtschaftet werden. Dies hängt damit zusammen, dass doch eine enorme Anzahl an Jungjägern zu verzeichnen war. Im Bereich der Ausgaben, vor allem im Bereich Feste Gebühren an das Finanzamt, konnte eine Reduktion in Höhe von € 23.101,00 erwirkt werden. Dies ist aber darauf zurückzuführen, dass nur alle 2 Jahre aufgrund der 2-jährigen Abschusspläne diese hohen Gebühren anfallen. Im Bereich der öffentlichen Auftritte ist eine Erhöhung von rund € 16.420,00 zu verzeichnen. Dies betrifft vor allem die Ausgaben für die Filmberichte im ORF. Im Jahr 2016 wurde die Dachsanierung am Schloss und am Verwaltungsgebäude durchgeführt und nach Abzug der Beiträge der Versicherung aufgrund der Hagelschä-

den und durch das Zutun des Denkmalamtes ist im Endeffekt ein Aufwand in Höhe von € 12.055,44 festzustellen, der bei der Kärntner Jägerschaft geblieben ist. Mit dieser Dachsanierung hat die Kärntner Jägerschaft sicherlich die nächsten 100 Jahre keinen Handlungsbedarf. Festzuhalten ist, dass die Dachsanierung Brutto rund € 75.000,00 ausgemacht hat. Investitionen wurden im Jahr 2016 folgende durchgeführt: Dachsanierung € 75.285,63 Wildpark € 16.244,09 EDV für den Bezirk Hermagor € 1.561,04 insgesamt € 93.090,76 Die Jagdabgabe konnte wiederum in Höhe von € 800.000,00 eingestellt werden. Für ökologische Maßnahmen wurde ein Betrag von € 91.135,78 ausgegeben. Für Schießstätten wurde im Jahr 2016 ein Betrag von € 22.000,00 verbucht.

B. VORANSCHLAG 2018 Der Voranschlag 2018 wurde, wie

in den Vorjahren, gewissenhaft und unter Berücksichtigung sämtlicher Änderungen, die in die einzelnen Einnahmen- wie Ausgabe nbe re iche fallen, erstellt. Es ist damit zu rechnen, dass ein Überschuss von € 2.200,00 zu erwirtschaften ist. Die Jagdabgabe wurde wiederum mit € 800.000,00 eingestellt und für ökologische Maßnahmen ist ein Betrag von € 90.000,00 eingebucht worden. Da voraussichtlich im Jahr 2018 die Kärntner Jägerschaft den Jägerball in der Wiener Hofburg ausrichten wird, wurde ein Betrag von € 37.000,00 berücksichtigt. Sämtliche Ausgaben wurden mit einem Betrag von rund 2 bis 3% den Gegebenheiten angepasst. In diesem Zusammenhang möchte ich mich für die hervorragende Zusammenarbeit bei Frau Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger, bei Frau Ruth Ukowitz sowie bei Herrn Otto Kornprat für die rasche, professionelle und unbürokratische Mithilfe recht herzlich bedanken.


Nr. 232/2017

Kärntner Jäger

Gewinn- und Verlust-Rechnung FÜR DIE ZEIT VOM 1. JÄNNER BIS ZUM 31. DEZEMBER 2016 Auflösung freie Rücklage Auflösung freie Rücklage . . . . . . . . . . . . .

I. EINNAHMEN INTERESSENVERTRETUNG Sachbereich Prüfungsgebühren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Verkaufserlöse Waren . . . . . . . . . . . . . . . . . Verkauf Abzeichen 60 Jahre Ktn. J. . . . . . Centausgleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

VERWALTUNG 48.525,00 5.784,90 120,00 0,03 54.429,93

JAGDWIRTSCHAFT Aktionen – Projekte Erlöse Wildwarnreflektoren (WWS) . . . . .

20.000,00 20.000,00

Wildforschung Erlöse Wildmarken . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

4,50

JAGDLICHE AUS- UND FORTBILDUNG Aus- und Fortbildung Rückvergütung Druckkosten . . . . . . . . . . Div. Kursgebühren . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

14.695,00 3.432,00 18.127,00

JAGDRECHT UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Mitteilungsblatt Erlöse Inserate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Skontoaufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

75.745,78 – 160,57 75.585,21

MAGEREGGER STRASSE 175 - 179 Jägerhof Schloß Mageregg Erlöse aus Betriebskosten 20% . . . . . . . . Mieterlöse 20% . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Pacht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Landesgeschäftsstelle Mieterträge Lehrsaal . . . . . . . . . . . . . . . . . Mieterträge Büros . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Wildpark Erlöse Wildverkauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

13.000,00

7.609,18 1.517,49 9.900,00 19.026,67

872,07 2.391,48 3.263,55

Ktn. Jägerschaft Verwaltungsbereich Jagdkartenbeiträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jagdgastkartenbeiträge . . . . . . . . . . . . . . . Jagdabgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Geb. Abg. Ausstell. JK, Besch., JAES . . . . Prüfungsgeb. Jagdaufs., Berufsj.Prüfg. . . Druckkostenbeitrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erträge Bezirk Feldkirchen . . . . . . . . . . . . Erträge Bezirk Hermagor . . . . . . . . . . . . . Erträge Bezirk Klagenfurt . . . . . . . . . . . . Erträge Bezirk St. Veit/Glan . . . . . . . . . . . Erträge Bezirk Spittal/Drau . . . . . . . . . . . Erträge Bezirk Villach . . . . . . . . . . . . . . . . Erträge Bezirk Völkermarkt . . . . . . . . . . . Erträge Bezirk Wolfsberg . . . . . . . . . . . . . Zinserträge aus Bankguthaben . . . . . . . . Säumniszuschläge Jagdabgabe . . . . . . . . . Säumniszuschläge Jagdabgabe Vorjahr . . Mahngebühren aus Jagdabgabe . . . . . . . . Mahngebühren Jagdabgabe Vorjahre . . . .

192.973,69 34.891,32 500.000,00 29.911,90 4.692,00 46.133,50 181,69 206.49 1.395,42 16,99 610,34 12,50 13,77 1.444,01 183,72 1.126,61 10,00 414,73 9,00 814.227,68

WILDÖKOLOGISCHE RAUMPLANUNG Anteil Jagdabgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen Erlöse Anlagenverk. Sachanl. ohne USt . Buchwerte abgegangener Sachanlagen . .

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen Erträge aus Auflösung von Rückst. . . . . . . Übrige Erträge aus der Auflösung von EWB . . . . Provisionserlöse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sonstige betriebliche Erträge 20% USt . . Erträge Veranstaltung Friesach „Wohnzimmer Natur“ 13% . . . . . . . . . . . . Sonst. betr. Erträge Friesach 20% USt . .

1.365,00 Summe der Einnahmen . . . . . . . . . . . . . . . .

130.000,00 130.000,00

1.000,00 – 0,01 999,99

490,00 240,52 987,25 470,32 2.964,41 375,00 5.037,50 2.511.243,23

MITGLIEDSBEITRÄGE UND SONSTIGE ERTRÄGE Mitgliedsbeiträge und sonstige Erträge Anteil Jagdabgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mitgliedsbeiträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jagdkartenb. inkl. Haftpflichtvers. . . . . . Sonstige betriebl. Erträge . . . . . . . . . . . . . Zinserträge aus Bankguthaben . . . . . . . .

170.000,00 871.418,77 288.501,19 25.466,83 299,41 1.355.686,20

II. AUSGABEN (Aufwendungen) INTERESSENVERTRETUNG Personalbereich DAE LJM und LJM-Stv. . . . . . . . . . . . . . .

13.110,24

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S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S S

Finanzgebarung

FINANZGEBARUNG


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Kärntner Jäger

FINANZGEBARUNG

Nr. 232/2017

DAE BJM und Finanzreferent . . . . . . . . . Erstattung AUVA Interessenvertretung . . Löhne/Gehälter IV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dot. Abfertigungsrückst. Angestellte . . . . Dot. Rückst.n.kons.Urlaub Angestellte . . Dot. Rückst. Zeitguthaben Angestellte . . Mitarbeitervorsorgebeiträge Angest. IV . Gesetzlicher Sozialaufwand Angest. IV . . Dienstgeberbeitrag IV . . . . . . . . . . . . . . . . Freiwilliger Sozialaufwand . . . . . . . . . . . . Reisekosten LJM und LJM-Stv. . . . . . . . . Reisekosten Funktionäre . . . . . . . . . . . . . . Reisekosten Sekretäre . . . . . . . . . . . . . . . .

Sachbereich planm. Abschr. immatr. Vermögensg. . . . . planm. Abschr. bebauter Grundstücke . . planm. Abschr. Betriebs- u. Gesch.Ausst. . planm. Abschr. Bezirk Feldkirchen . . . . . planm. Abschr. Bezirk Hermagor . . . . . . . planm. Abschr. Bezirk Villach . . . . . . . . . . planm. Abschr. Bezirk Wolfsberg . . . . . . . planm. Abschr. Bezirk St. Veit/Glan . . . . . planm. Abschr. Bezirk Spittal/Drau . . . . planm. Abschr. Bezirk Völkermarkt . . . . . planm. Abschr. LGst . . . . . . . . . . . . . . . . . . planm. Abschr. WÖRP . . . . . . . . . . . . . . . . AKM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Instandhaltung Büromaschinen . . . . . . . . Telefon, Telefax . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Porto und sonst. Postgebühren . . . . . . . . . Aufwend. Dienstwohnung Tessendorf . . . Leasing Multifunktionsger./Kopien LGSt Zweckgebundene Mittel (Ökoschilling) . . Auerwild Habitatverbesserungen . . . . . . . Projekte ökolog. Maßnahmen . . . . . . . . . . Büromaterial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Instandhaltung Homepage . . . . . . . . . . . . Instandhaltung EDV, Hard-/Software . . . Urkundendruck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Lohnverrechnungsaufwand . . . . . . . . . . . . Inserate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Abzeichen, Medaillen . . . . . . . . . . . . . . . . . Repräsentationsaufwand . . . . . . . . . . . . . . Dekoration . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Spenden und Trinkgelder . . . . . . . . . . . . . Sachversicherungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . Steuern, Gebühren, Versicherungen . . . . . Vers. Amtshaftpflicht . . . . . . . . . . . . . . . . . Wirtschaftsprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . Beratungsaufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mitgliedsbeitrag ZÖLJV . . . . . . . . . . . . . . Mitgliedsbeitrag ÖNB/Kärnten . . . . . . . . Mitgliedsbeiträge div. . . . . . . . . . . . . . . . . . Spesen des Geldverkehrs . . . . . . . . . . . . . . Jagdkarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Spesen bei Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . Abschr. von Forderungen ohne USt . . . . . Buchwerte ausg. Sachanlagen (Verluste) . Sonstiger betrieblicher Aufwand . . . . . . . Skontoertrag sonst. betriebl. Aufwand . . Subvention Schießstätten allgemein . . . .

30.727,02 – 1.958,63 120.137,33 13.992,87 – 4.432,35 344,70 181,86 23.653,28 2.454,19 4.859,72 19.148,68 1.258,60 891,54 224.369,05

13.208,61 3.831,48 83.130,48 894,46 1.089,59 1.325,14 2.954,94 894,46 2.199,87 1.825,80 8.327,26 2.739,52 1.546,90 124,80 7.247,90 5.429,36 4.407,48 4.757,40 39.912,70 12.324,00 78.811,78 10.196,32 5.641,44 26.172,05 6.741,60 1.948,80 554,40 5.158,00 3.561,89 45,00 300,00 1.690,61 1.436,60 2.883,78 8.500,00 15.316,95 35.128,80 1.926,82 1.379,54 15.577,60 11.362,73 22.042,09 6.096,32 71,38 534,14 – 854,23 22.000,00 482.396,56

Jagdkarten Jagdkartenbeitrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Haftpflichtversicherungen . . . . . . . . . . . . Unfallversicherungen . . . . . . . . . . . . . . . . .

192.973,69 97.177,50 50.956,00 341.107,19

JAGDWIRTSCHAFT Aktionen – Projekte Aktion Wiedehopf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Steinwildhegegemeinschaft . . . . . . . . . . . Aktionen, Projekte div. . . . . . . . . . . . . . . . .

Wildforschung Fonds der ZÖLJV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wilduntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . .

9.909,36 9.480,00 16.628,24 36.017,60

31.365,00 454,40 31.819,40

JAGDLICHE AUS- UND FORTBILDUNG Aus- und Fortbildung Druckkosten Skripten, and. Lernbehelfe . Fortbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jagdhornblasen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Berufsjäger – Ausbildung/Exkursion . . . Chor der Kärntner Jägerschaft . . . . . . . . . Brauchtum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kurse, Seminare . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fachtagungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jägerwallfahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Brauchtum, Veranstaltungen . . . . . . . . . . .

9.655,68 10.370,15 7.457,70 6.489,50 3.019,79 500,00 3.246,65 1.640,49 4.163,50 353,00 46.896,46

JAGDHUNDEWESEN Aufwendungen Bereichshundestationen . . . . . . . . . . . . . . . Prüfungsbeiträge/DAE . . . . . . . . . . . . . . . DAE/Subventionen (Jagdhundew.) . . . . .

5.600,00 10.540,00 1.830,00 17.970,00

WAFFEN- UND SCHIESSWESEN Aufwendungen Disposition Schießreferent . . . . . . . . . . . .

16.532,00 16.532,00

JAGDRECHT UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Jagdrecht Rechtsberatung/Jagdgesetz . . . . . . . . . . . . Disz.Anwalt, Beisitzer, Disz.Senate . . . . . Wildwarnreflektoren, Wildwarnsysteme . . Wildschadenverhütung . . . . . . . . . . . . . . .

Öffentlichkeitsarbeit Projekt Wald-Wild-Schule . . . . . . . . . . . . Zeitungen und Zeitschriften . . . . . . . . . . . Messen und Ausstellungen . . . . . . . . . . . . Öffentliche Auftritte . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vollversammlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Konferenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . AGJSO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

3.600,00 111,43 21.447,53 24.629,74 49.788,70

24.444,32 2.169,31 2.824,75 29.138,61 13.761,89 14.389,05 2.631,18 89.359,11


FINANZGEBARUNG Mitteilungsblatt Werbeabgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Porto Mitteilungsblatt . . . . . . . . . . . . . . . . Druckkosten Mitteilungsblatt . . . . . . . . .

Nr. 232/2017

3.705,82 39.153,37 84.188,04 127.047,23

MAGEREGGER STRASSE 175 – 179 Jägerhof Schloss Mageregg Instandhaltungen sonstige . . . . . . . . . . . . Betriebskosten 20% . . . . . . . . . . . . . . . . . . Betriebskosten 10% . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Strom Jägerhof . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gas und Heizöl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Versicherungen, Gebühren u.a. Schloss . .

Landesgeschäftsstelle Reinigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Instandhaltung Lds.Gesch.Stelle . . . . . . . Strom Verwaltungsgeb. . . . . . . . . . . . . . . .

543,95 1.075,96 880,00 710,27 1.079,66 10.213,09 10.026,08 24.529,01

1.937,87 594,66 4.018,69 6.551,22

WILDPARK Personalbereich Gehälter Wildpark . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dot. Rückst.n.kons.Urlaub Wildpark . . . . Dot. Rückst. Zeitguthaben Arbeiter . . . . . Dot. Abfertigungsrückst. Wildpark . . . . . Gesetzlicher Sozialaufwand Wildpark . . . Dienstgeberbeitrag Wildpark . . . . . . . . . .

Sachbereich Instandhaltung Park . . . . . . . . . . . . . . . . . Futtermittel/Tierärztl. Betreuung . . . . . .

Sonstige betriebliche Aufwendungen Spesen Auslandsüberweisungen . . . . . . . .

40.193,91 – 344,12 158,46 6.308,14 9.071,27 1.945,73 57.333,39

3.244,52 5.265,17 8.509,69

171,00

VERWALTUNG Personalbereich Erstattung AUVA Verwaltung . . . . . . . . . . Gehälter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mitarbeitervorsorgebeiträge Angestellte . Gesetzlicher Sozialaufwand . . . . . . . . . . . Dienstgeberbeitrag Verwaltung . . . . . . . .

Sachbereich Feste Gebühr an FA f. Gebühren . . . . . . .

– 1.336,14 412.556,42 5.502,54 62.579,37 17.497,83 496.800,02

17.646,20

Instandhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . PKW Aufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Betriebskosten Verwaltung . . . . . . . . . . . . Reisekosten Sekretäre Verwaltung . . . . . . Telefon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Porto . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mietaufwand Bezirke . . . . . . . . . . . . . . . . . Miete Kopierer/and. Geräte BGSt. . . . . . . Sonstiger Aufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Weiterleitung Kärntner LR aus Vorj. . . . . KJAV (aus Jagdabg.) . . . . . . . . . . . . . . . . . EDV-Aufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Druckkosten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Drucksorten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fachliteratur Verwaltung . . . . . . . . . . . . . . Büromaterial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Haftpflichtversicherung Jagdgastkarten . Aus-und Fortbildung Verwaltung . . . . . . . Banksp. und Bankzinsen BGSt. u. Verw. . Ausbuchung Jagdabgabe . . . . . . . . . . . . . . Aufwandsentschädigung (gem. § 39/1) . . Aufsichtsjäger, Berufsjäger . . . . . . . . . . . . Bezirksgruppe Feldkirchen . . . . . . . . . . . . Bezirksgruppe Hermagor . . . . . . . . . . . . . Bezirksgruppe Klagenfurt . . . . . . . . . . . . . Bezirksgruppe St. Veit/Glan . . . . . . . . . . . Bezirksgruppe Spittal/Drau . . . . . . . . . . . Bezirksgruppe Villach . . . . . . . . . . . . . . . . Bezirksgruppe Völkermarkt . . . . . . . . . . . Bezirksgruppe Wolfsberg . . . . . . . . . . . . . . Schießsubvention Bezirksgruppen . . . . . .

Kärntner Jäger

246,00 4.910,17 21.126,43 7.362,53 12.398,07 14.658,34 34.306,80 16.333,25 1.455,84 – 402,93 13.256,25 1.512,66 5.720,44 3.331,75 2.026,07 4.701,37 7.740,00 3.041,29 6.516,84 31,42 94.259,00 2.546,20 3.138,01 4.258,12 3.041,20 5.488,43 9.336,54 5.244,62 4.797,44 6.732,66 3.070,89 319.831,90

WILDÖKOLOGISCHE RAUMPLANUNG Personalbereich Gehälter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mitarbeitervorsorgebeiträge Angestellte . Gesetzlicher Sozialaufwand . . . . . . . . . . . Dienstgeberbeitrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Sachbereich Reisekosten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Telefon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wildökologische Raumplanung . . . . . . . . EDV-Aufwand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Büromaterial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wildökologischer Informationstag . . . . . .

Summe Ausgaben (Aufwendungen) . . . . . . . Jahresergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

96.103,94 1.809,38 21.587,91 5.321,83 124.823,06

1.099,71 318,65 151,12 573,38 1.317,41 1.944,86 5.405,13

2.507.257,72 3.985,51

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Kärntner Jäger

Nr. 232/2017

Tätigkeitsbericht

Jagdwesen


TÄT I G K E I T S B E R I C H T

Nr. 232/2017

Kärntner Jäger

Berichte zum Landesjägertag 2017 Zeitgerecht vor der Vollversammlung veröffentlichen wir die Berichte der Sachbearbeiter. Diese Berichte werden daher beim Landesjägertag entfallen, die Referentinnen und Referenten stehen aber für Anfragen und Auskünfte zur Verfügung. Diese Ausgabe des „Kärntner Jäger“ stellt gleichzeitig den nach § 91 Abs. 9 K-JG 2000, LGBl. Nr. 21/2000, zuletzt geändert durch LGBl. Nr. 85/2013, alle zwei Jahre zu erstattenden

Tätigkeitsbericht des Landesvorstandes dar, der dem Kärntner Landtag im Wege der Landesregierung zur Kenntnis zu übermitteln ist. Es wird damit dem Grundsatz der Kostenersparnis Rechnung getragen, da sich dadurch ein gesonderter Druck eines Berichtes erübrigt. Auf diese Weise wird auch am besten der gesetzlich geforderte Überblick über den Stand des Jagdwesens in Kärnten vermittelt. Die Tätigkeitsberichte des Landesvorstandes für die Jahre 2011/2012 und 2013/2014 wurden am 7. April 2016 vom Landtag äußerst wohlwollend zur Kenntnis genommen.

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Kärntner Jäger

TÄT I G K E I T S B E R I C H T

Nr. 232/2017

Organisation – Struktur – Organe u Die Kärntner Jägerschaft ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit dem Sitz in Klagenfurt und dem Recht zur Führung des Landeswappens. u Die Kärntner Jägerschaft erfüllt ihre Aufgaben im Landesgebiet, das in Bezirksgruppen und Hegeringe geteilt wird. u Die Mitglieder der Kärntner Jägerschaft sind die Inhaber gültiger Jagdkarten. u Die Mitglieder der Kollegialorgane werden auf die Dauer von 5 Jahren gewählt.

Die Organe der Kärntner Jägerschaft im Überblick

Landesebene VollversammLandesLandesauslung vorstand schuss BezirksjägerLandesjägerLandesvormeister, meister, stand, SachbeDelegierte der 2 Stellvertreter, arbeiter, Bezirksgrup5 weitere Bezirksjägerpen Mitglieder meister

Landesjägermeister

RechnungsDisziplinarrat prüfer Vorsitzender, 2 Stellvertreter 2 Stellvertreter, 4 weitere Mitglieder

Disziplinaranwalt

Bezirksebene Bezirksversammlung

Bezirksausschuss

Bezirksjägermeister

Hegeringebene Hegeringversammlung

Hegeringleiter

Geschäftsstellen Landesgeschäftsstelle

8 Bezirksgeschäftsstellen


TÄT I G K E I T S B E R I C H T

Mitglieder des Landesvorstandes: Landesjägermeister:

Nr. 232/2017

Mitglieder des Landesausschusses:

Dipl.-Ing. Dr. Ferdinand Gorton (Referent für Öffentlichkeitsarbeit)

Alle Landesvorstandsmitglieder

1. LJM-Stv.:

Dr. Walter Brunner

BJM ÖR Dietmar Egger

2. LJM-Stv.:

Josef Monz (Referent für Aus- und Weiterbildung, Jagdmusik)

BJM Franz Kohlmayer

Weitere Mitglieder: Mag. Wolfgang Rossbacher (Referent für Finanzen) Claudia Haider-Hoffmann (Referentin für Brauchtum und Jugend) BJM Ewald Pertl Johannes Thurn-Valsassina (Vertreter der Land- und Forstwirtschaft) Bernhard Wadl (Vertreter der Jagdschutzorgane)

Kärntner Jäger

BJM ÖR Hans Drescher

BJM Ing. Franz Koschuttnigg

(auch Referent für Gamswild)

BJM Bruno Maurer BJM Ing. Wolfgang Oswald

(auch Referent für Rehwild)

BJM Ewald Pertl BJM Ing. Walter Theuermann Mag. Freydis BurgstallerGradenegger

(Referentin für Jagdrecht)

Thomas Gadner

(Referent für Schwarzwild)

Gerald Hopfgartner (Referent für Jagdhundewesen) Ing. Stefan Kulterer (Referent für Rotwild) Disziplinaranwalt: Stv.:

Dr. Helmut Arbeiter Dr. Sabine Gauper-Müller

Disziplinarsenat: Vorsitzender:

Dr. Wilhelm Eckhart

Stv.:

Dr. Herbert Müller

Beisitzer:

Dr. Erich Bresztowanszky

DI Christian Matitz (Referent für öffentliches Forstwesen) Mag. Kurt Matschnigg

Walter Pucher

(Referent für Berufsjäger)

Ing. Josef Schnabl

(Referent für Reviergestaltung und Naturschutz)

Mag. Heimo Wolte

(Referent für Waffen- und Schießwesen)

Dr. Georg Jörger Dipl.-Ing. Baurat h.c. Hubert Anton Steiner

(Referent für Niederwild und Veterinärwesen)

Mag. Johann Weishaupt

Rechnungsprüfer: Mag. Dr. Josef Weinländer Mag. Gert Hofstädter Stv.:

Diethelm Pipp

Kooptierte Mitglieder des Landesausschusses: Dr. Harald Barsch

(Referent für Falknerei)

Gerald Eberl

(Referent für Raubwild)

Thomas Huber

(Referent für Raufußhühner)

Ing. Hubert Hofer

Anmerkung: 9 Referenten sind gewählt, die darüber hinaus gehende Zahl sind i.S.v. § 12 Abs. 2 der Satzungen als Vorsitzende der Fachausschüsse eingesetzt.

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Kärntner Jäger

Nr. 232/2017

TÄT I G K E I T S B E R I C H T

Aufgaben der Kärntner Jägerschaft An dieser Stelle soll ein Überblick über die mannigfaltigen Zuständigkeiten / Aufgabenbereiche, welche der Kärntner Jägerschaft überantwortet sind, gegeben werden. Die Kärntner Jägerschaft wurde gem. § 80 Abs. 1 K-JG 2000, LGBl. Nr. 21/2000, idgF,

– zur Pflege der Weidgerechtigkeit und

n Einrichtungen zu schaffen und zu betreiben, die der Jagd, der Jagdwissenschaft, dem jagdlichen Schießwesen, der Aus- und Fortbildung von Jungjägern und Jagdschutzorganen dienen, ferner Maßnahmen zu treffen, die zur wirksamen Bekämpfung des Wildererunwesens geeignet sind, und die Verhütung von Wildschäden zu fördern,

– zur Erhaltung und Förderung der bodenständigen jagdlichen Sitten und Gebräuche eingerichtet.

n die Jagdhundezucht und Jagdhundeführung zu fördern,

INFORMATIONS- BZW. ANHÖRUNGSRECHTE

n Hegeschauen, jagdkulturelle Veranstaltungen, Jägertage, Jagdausstellungen, Jägerschießen u. Ä. durchzuführen sowie das jagdliche Brauchtum zu pflegen,

– zur Vertretung der Interessen der in Kärnten die Jagd ausübenden Personen und der Jagdschutzorgane, – zur Förderung der Jagd und der Jagdwirtschaft,

Vor der Erlassung von Gesetzen und Verordnungen, die die Jagd berühren, ist die Kärntner Jägerschaft zu hören (§ 80 Abs. 3 K-JG). Sie hat weiters Rechte auf: n Information über die Veräußerung eines Jagdgebietes, n Information über die Fortsetzung einer Jagdverpachtung, n Anhörung im Rahmen der Bestellung von Jagdschutzorganen, n Anhörung im Zusammenhang mit einem Jägernotweg, n Anhörung vor Erlassung der Hundehaltungsverordnungen, n Entgegennahme von Meldungen betreffend Wildseuchen. Zur Erfüllung der in § 80 Abs. 1 K-JG angeführten Ziele obliegen der Kärntner Jägerschaft neben den im Gesetz ausdrücklich angeführten Aufgaben – soweit § 81a K-JG nicht anderes bestimmt – im eigenen Wirkungsbereich n. § 81 K-JG insbesondere folgende Aufgaben: n für die sachgemäße Ausübung der Jagd in Kärnten zu sorgen, n ihre Mitglieder in allen jagdlichen und jagdrechtlichen Fragen zu beraten, sie zu weidgerechten Jägern zu erziehen und anzustreben, dass sie nicht gegen die Weidgerechtigkeit und gegen die Standespflichten verstoßen, n zu allen die Jagd berührenden Gesetzen und Verordnungen Stellung zu nehmen und diesbezüglich Vorschläge zu unterbreiten, in Fragen der Jagd Gutachten zu erstellen und erfahrene Mitglieder als Jagdsachverständige namhaft zu machen, n die Prüfungskommissionen nach § 37 zu bestellen, die jagdliche Eignung der Jagdkartenwerber durch Prüfung festzustellen, n die Interessen der Jagdschutzorgane wahrzunehmen sowie diese und ihre Hinterbliebenen fallweise zu unterstützen,

n für die Mitglieder eine ausreichende Jagdhaftpflichtversicherung gegen Personen- und Sachschäden abzuschließen, n eine Jagdstatistik zu führen, n Personen, die sich um die Jagd in Kärnten oder bei Bekämpfung des Wildererunwesens besondere Verdienste erworben haben, zu ehren.

WEITERE AUFGABEN der Kärntner Jägerschaft sind die n Herausgabe eines Kundmachungsblattes, sowie nach den Satzungen die Herausgabe eines Mitteilungsblattes („Der Kärntner Jäger“) n Kundmachung von Verordnungen. Gem. § 81 Abs. 1a K-JG fallen darüber hinaus folgende sich aus den §§ 37 und 38a bis 42 ergebenden Aufgaben der Kärntner Jägerschaft, ausgenommen jene nach § 37 Abs. 7 lit. b und c, in deren eigenen Wirkungsbereich: n Regelung der näheren Bestimmungen über die Prüfungsvoraussetzungen (LV) n Bestellung und Zusammensetzung der Prüfungskommission (Jagdprüfung, Beizjagdprüfung) (LV) n Regelung der Prüfungsgegenstände (LV) n Abhaltung der Prüfung sowie Festsetzung der Prüfungs- und Manipulationsgebühr (LV) n Einhebung und Neufestsetzung des Jagdkartenbeitrages (LV) n Festlegung von Form und Inhalt der Formulare der Jagdkarten, Jagdgastkarten und der Jagderlaubnisscheine (LV) n Bestimmung der Mindestversicherungssummen für die Jagdhaftpflichtversicherung (LV) n Ausstellung der Jagdkarte (BJM) n Entzug der Jagdkarte (BJM) n Kennzeichnung der Jagdkarte als ungültig (BJM) n Ausfolgung von Jagdgastkarten (BJM)


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Nr. 232/2017

Kärntner Jäger

n Rücknahme von Jagdgastkarten (BJM)

n Entgegennahme von Abschusslisten (HRL, BJM)

n Untersagung zur Ausstellung von Jagdgastkarten (BJM)

n Gewährung von Einschau in die Abschusslisten (BJM)

n Einzug von Jagdgastkarten (BJM)

n Erstellung von Wildnachweisungen (BJM)

n Einhebung der Jagdgastkartenbeiträge (KJ) n Genehmigung zur Ausstellung von Jagderlaubnisscheinen (BJM)

n Veranlassung von Maßnahmen im Rahmen etwaiger Fütterungsverpflichtungen bzw. -verbote im Sinne von § 61 Abs. 1 K-JG (BJM)

n und Entgegennahme der Meldung über erfolgte Ausstellungen (BJM)

n Entgegennahme von Anzeigen der Errichtung einer Rotwildfütterungsanlage und

des Weiteren: n Entgegennahme der Anzeigen über die Bildung einer Hegegemeinschaft (BJM) n Anordnung der Trophäenvorlage bzw. Vorlage in der Decke (BJM) n Kennzeichnung und Entwertung von Trophäen, Überprüfung der Einhaltung des Abschussplanes nach Zahl und Art (HRL/Mitglieder der Bewertungskommission)

n Untersagung zur Errichtung einer Rotwildfütterungsanlage im Sinne von § 61 Abs. 10 K-JG (BJM) n Auftrag zur Beseitigung einer Rotwildfütterungsanlage im Sinne von § 61 Abs. 10 K-JG (BJM) n Ausnahmebewilligung von der Pflicht zur Fütterung von Rotwild ausschließlich in Fütterungsanlagen nach § 61 Abs. 10 K-JG (BJM) n Auftrag zur teilweisen Kostenübernahme der Wildfütterung (BJM) n Entgegennahme von Anzeigen der Bildung von Fütterungsgemeinschaften (KJ)

Die Aufgaben im übertragenen Wirkungsbereich umfassen gem. § 81a K-JG: n Anerkennung der Gleichwertigkeit von Prüfungen zum Nachweis der jagdlichen Eignung (LV) n Erlassung des Wildökologischen Raumplanes (LV) n Erlassung der Abschussrichtlinien (LV) n Festlegung der Vordrucke für den Abschussplan (LV) n Festlegung von Vordrucken für die Abschusslisten (LV) n Stellungnahmen zu bescheidmäßigen Fütterungsaufträgen der Landesregierung im Sinne von § 61 Abs. 4 K-JG (LV)

DARÜBER HINAUS NACH DEM KÄRNTNER BERUFSJÄGER- UND JAGDAUFSEHERPRÜFUNGSGESETZ (§ 3a K-BJPG): n Festlegung der Lehrpläne für die Fachkurse (LV) n Bestellung der Mitglieder der Prüfungskommission (LV) n Festsetzung der Höhe der Prüfungsgebühr (LV) n Festsetzung der Prüfungsergebnisse (LV)

n Festlegung von Gebieten, in welchen Rehwild auch mit Obsttrester gefüttert werden darf (LV)

n Anerkennung im Inland abgelegter Prüfungen bzw. im Ausland erworbener Befähigungsnachweise (LJM)

n Definition des Raufutters (LV)

n Feststellung der Gleichwertigkeit (LJM)

n Festlegung der Mindestenergiewerte (LV)

n Festlegung der Inhalte von Anpassungslehrgängen (LJM)

n Führung des Jagdkatasters und laufende Zusammenstellung jagdstatistischer Daten (LJM) n Bekanntgabe der Daten aus dem Jagdkataster auf Anfrage durch die Landesregierung oder die Bezirksverwaltungsbehörden (LJM) n Bewilligung und Widerruf der Verwendung von Abzugeisen (LJM) n Stichprobenweise Überwachung der Einhaltung der Abzugeisen-Bewilligungsbescheide (LJM) n Verweigerung der Jagdkarte (BJM)

n Vorschreibung von Eignungsprüfungen oder Anpassungslehrgängen sowie deren Vorschreibung im Einzelfall (LJM) n Festlegung des Prüfungstermins für die Berufsjägerund die Jagdaufseherprüfung (LJM) n Zulassung zur Prüfung (LJM) n Nachsicht der Praxis und Fachkurse (LJM) n Anerkennung als Fachkursersatz (LJM) n Anerkennung als Praxisbetrieb (KJ)

n Beschränkung des Abschusses (BJM) n Festsetzung des Abschussplanes (BJM) n Kundmachung der Zustellung der Abschusspläne (BJM) n Sperrbescheide aufgrund unverhältnismäßiger Erlegung (BJM) n Entgegennahme von Abschussmeldungen (HRL, BJM)

SOWIE NACH DEM JAGDABGABENGESETZ K-JAG, LGBL. NR. 53/1973, ZULETZT GEÄNDERT DURCH LGBL. NR. 85/2013: n die Erlassung der Jagdabgabenbescheide/Einhebung der Jagdabgabe, der Mahngebühren sowie Säumniszuschläge (LJM)

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Kärntner Jäger

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Die Tätigkeit der Organe LANDESVORSTAND Im Jahr 2016 fanden insgesamt 4 ordentliche Landesvorstandssitzungen statt. Der Landesvorstand hat unter Vorsitz des Landesjägermeisters alle erforderlichen Beschlüsse in finanziellen Angelegenheiten gefasst und 126 Bescheide über die Anerkennung der Gleichwertigkeit von Jagdprüfungen erlassen. Großen Verfahrensaufwand stellen vor allem Anträge auf Anerkennung der Gleichwertigkeit aus anderen EU-Mitgliedsstaaten dar.

LANDESAUSCHUSS Der Landesausschuss hat insgesamt 4 Sitzungen mit folgenden Themenschwerpunkten abgehalten: Europäische Feuerwaffenrichtlinie, „Dachmarke Jagd Österreich“, Novelle zum Kärntner Jagdgesetz, Prüfbericht des Bundesrechnungshofes, WÖRP, „Jahr des Niederwildes“, Wildschadenersatz, Anträge, Praxisbetrieb, Fütterungskonzepte, Forst-Jagd-Dialog, WEM (Wildeinflussmonitoring), VfGH-Erkenntnis betreffend Jagdfreistellung.

LANDESJÄGERMEISTER Der Landesjägermeister hat im Berichtszeitraum in vielen Veranstaltungen die Kärntner Jägerschaft nach außen vertreten und nicht nur seine Vorsitzfunktionen in sämtlichen Gremien (z.B. im Landesvorstand, Landesausschuss und Landesjagdbeirat) wahrgenommen, sondern auch unzählige Gespräche geführt und Fachvorträge gehalten. Im Jahr 2016 hat der Landesjägermeister weit über 80 offizielle Termine wahrgenommen bzw. Veranstaltungen besucht, wobei die Zahl dieser Termine weiter im Steigen begriffen ist. Allein im Zusammenhang mit dem Österreichischen Forst-Jagd-Dialog im Sinne der Mariazeller Erklärung hat der Landesjägermeister 12 Termine absolviert. 5 Landesjägermeisterkonferenzen in Wien und Salzburg befanden sich unter dem Arbeitspensum ebenso wie der jährliche Besuch der Delegiertenkonferenz. In bewährter Aufteilung mit seinen

beiden Stellvertretern nahm der Landesjägermeister an den Bezirksjägertagen teil und hielt dort Referate mit vielschichtigen Inhalten. Mehrere Gespräche mit dem zuständigen Landesjagdreferenten sowie politischen Parteien und anderen Organisationen zum Thema Jagdgesetznovelle wurden von ihm wahrgenommen. Auch internationale Veranstaltungen, wie die AGJSO-Tagung, die Internationale Jagdkonferenz und auch die Österreichische Jägertagung wurden vom Landesjägermeister besucht und auch durch Vorträge mitgestaltet.

2016/LJBR u Anzahl Geschäftsfälle Gehege: 6 uAnzahl Geschäftsfälle Saftfutteraufträge LReg.: 4

Themenschwerpunkte jagdpolitischer Natur waren: der ForstJagd-Dialog, grenzüberschreitendes Wildtiermanagement, der Rechnungshofbericht sowie die Jagdgesetznovelle.

Im Berichtszeitraum fanden 3 Bezirksjägermeisterkonferenzen statt, in welchen der Landesjägermeister ebenfalls den Vorsitz hat. Diese waren u.a. folgenden Themen gewidmet: Fragen zur Umsetzung der neuen Abschussrichtlinien, Fütterungsdiskussion, Jagdfreistellung, Aarhus-Konvention, Jagdgesetznovelle, Abschussstatistik, VfGH-Entscheidung sowie Abschussplanung, Abschussstatistik, Änderung WÖRP-Verordnung hinsichtlich Gams-Abschussrahmen, Imagearbeit, Rolle des Jagdverwaltungsbeirates und Anpassung der Abschussrichtlinien zur Verstärkung der Wildstandreduktion.

Zu den Ergebnissen des Rechnungshofberichtes erfolgten im Landtag Teilnahmen als Auskunftsperson.

Der gut besuchte Landesjägertag 2016 wurde von der Bezirksgeschäftsstelle Klagenfurt hervorragend ausgerichtet.

Als Abgabenbehörde erster Instanz hat der Landesjägermeister 2016 – bei einer Einbringung von 100% – 1.714 Jagdabgabenbescheide erlassen. Darüber hinaus erließ er im Jahr 2016 34 Zulassungsbescheide zur Jagdaufseherprüfung sowie 4 Bescheide zur Anerkennung der Gleichwertigkeit von Jagdaufseherprüfungen. Des Weiteren erteilte der Landesjägermeister 23 Bewilligungen zur Verwendung von Abzugeisen. Im Jahr 2016 fand keine Landesjagdbeiratssitzung (LJBR) statt, im Jahr 2015 wurde eine Sitzung abgehalten. Erforderliche Beschlussfassungen erfolgten aus verfahrensökonomischen Gründen im Umlaufwege. Im Februar 2017 erfolgte die umfassende Sitzung zum Thema Abschussplanung 2017/2018.

2015/LJBR u Anzahl Geschäftsfälle Gehege: 7 uAnzahl Geschäftsfälle Saftfutteraufträge LReg.: 8 u Anzahl Geschäftsfälle Abschussplanbescheidberufungen: 2

RECHNUNGSPRÜFER Die Rechnungsprüfer haben bei der Landesvollversammlung 2016 ihre Tätigkeit im Sinne des Gesetzes wahrgenommen und die entsprechenden Anträge gestellt.

DISZIPLINARGERICHTSBARKEIT Im Jahr 2016 wurden vom Disziplinaranwalt an den Disziplinarrat 93 Übertretungen zur Anzeige gebracht, 51 Verfahren wurden eingestellt, 23 Verfahren mit Schuldspruch, 5 mit Freispruch beendet. Es befinden sich noch 14 Disziplinarakte in Bearbeitung. Anzumerken ist, dass das Disziplinarverfahren innerhalb der Kärntner Jägerschaft einen völlig eigenständigen Bereich darstellt. In diesem Zusammenhang ist darauf zu verweisen, dass disziplinarrechtliche Vergehen vom Disziplinarrat nur dann geahndet werden können, wenn auch dementsprechende Anzeige erstattet wird.


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Tätigkeitsbericht der Landesgeschäftsstelle GF MAG. FREYDIS BURGSTALLER-GRADENEGGER

ANMERKUNG Der Bericht zum Landesjägertag umfasst in den fachlichen Bereichen den Zeitraum April 2016 bis März 2017 (Redaktionsschluss). Um jedoch bei den Zahlen Vergleiche zu ermöglichen, beziehen sich statistische Angaben – wie auch schon in den letzten Jahren – auf den Jahreszeitraum 1.1. bis 31.12.2016.

VORWORT 2016 war geprägt von der Vorbereitung zur Erlassung der neuen Verordnungen (Abschussrichtlinien; Wildökologische Raumplanung); es war aber auch das zweite

„Jahr des Niederwildes“. Die neue „Jagdinfo-Online“ hat sich als Instrument zur Verbesserung der Kommunikationsprozesse und Informationsflüsse bewährt. Einen besonderen Höhepunkt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit stellte mit Sicherheit die Eröffnung der großen Dauer-Jagdausstellung in Friesach mit dem Titel „WOHNZIMMER NATUR – Mensch-Wild-Wald Lebensfreude“ dar. Auch die Kooperation mit dem ORF sowie die Teilnahme am „Tag der Volkskultur“ des Landes Kärnten waren ein großer Erfolg. Das Jahr 2016 war aber auch geprägt von der Trauer um das Ableben des viel zu früh verstorbenen,

hoch geschätzten Hermagorer Bezirksjägermeisters Ing. Carl Gressel.

DIE JAGD IN ZAHLEN, DATEN UND FAKTEN Der Mitgliederstand betrug zum 31.12.2016 12.754, davon sind 1.620 Frauen. Der Frauenanteil liegt somit bei 12,7%. In der Funktionärsebene liegt der Frauenanteil bei 1,4%, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei 84,2%. Von den Mitgliedern sind 1.785 Jagdschutzorgane. Das Landesgebiet gliedert sich in 486 Gemeinde- und 1.230 Eigenjagdgebiete. Die Kärntner Jägerschaft ist in ihrer Organisationsstruktur in 8 Jagdbezirke und 134 Hegeringe gegliedert.

Foto: H. Fladenhofer


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Kärntner Jäger

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Kärntens Jagd in Zahlen 153 Bereichshundestationen sorgen für eine

Allein in den Bezirksgeschäftsstellen kam es in den letzten beiden Jahren zu fast

weidgerechte Jagd! Im Jahr 2016 konnten bei rund

1.000 erfolgreichen Nachsuchen fast 25t

17.000 Partei-

engesprächen und wurden zusätzlich fast

26.000 Telefonauskünfte erteilt. In der

Wildbret einer sinnvollen Verwertung zugeführt

Landesgeschäftsstelle sind es ziemlich genau dop-

werden. Im selben Jahr fanden zusätzlich noch fast

pelt so viele!

genauso viele Kontrollsuchen statt.

Durch die Kärntner Jägerschaft wurden in den letzten Jahren einige herausragende Projekte umgesetzt, wie z.B.: Jagdmuseum in Friesach, WaldWild-Wissen in Tröpolach, Berg-Mensch-Wildtier Besucherlenkungs-Konzept im Lesachtal …

Im Jagdjahr 2016 wurden kärn-

Wildart

tenweit über

Rehwild

304.918,7

Rotwild

495.866,5

873 Tonnen

Wildbret gewonnen:

Wildbret (Kg)

Gamswild

48.246,3

Muffelwild

4.402,8

Von Kärntens Jägern wurden in der Planperiode 2015/2016 in Summe

8.763

Stück Fallwild versorgt, das sind 4.382

Steinwild

892,0

Stück pro Jahr oder 12 Stück pro Tag. Im

Damwild

1.558,5

Rahmen des Straßenfallwildminderungs-

Schwarzwild Summe

17.432,5 873.317,3

projektes wurden kärntenweit bisher

131,5 Straßenkilometer mit Wildwarngeräten ausgestattet.


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Kärntner Jäger

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Das Jagdland Kärnten hat

8 Jagdbezirke 134 Hegeringe und 1.716 Jagdgebiete, davon 1.230 Eigenjagden und 486 Gemeindejagden

In der Planperiode 2015/2016 wurden von Kärntens Jagdausübungsberechtigten in Summe

86.025

Abschussmeldungen abgegeben.

Die Kärntner Jägerschaft hat

12.754 Mitglieder, mit einem Frauenanteil von

12,7%.

In Kärnten tragen

56 Jagd-

hornbläsergruppen als wichtigstes Aushängeschild der Jagdmusik das Bild der Jagd an die Öffentlichkeit.

Die Kärntner Jägerschaft ist in

1 Landesgeschäftsstelle und 8 Bezirks-

geschäftsstellen mit insgesamt

18 Mitarbeiterinnen und Mitarbei-

tern organisiert. Stand: 31.12.2016


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AUS- UND WEITERBILDUNG / BILDUNGSPLATTFORM / PRÜFUNGSWESEN Traditionell zu Jahresbeginn traf sich nahezu die gesamte jagdliche Funktionärsebene der Kärntner Jägerschaft zum 17. Hegeringleitertag, organisiert von der Landesgeschäftsstelle, in Mageregg. Das Informations- und Weiterbildungsprogramm stand neben jagdpolitisch Aktuellem schwerpunktmäßig im Zeichen der Abschussplanung 2017/2018 und wurde von einem besonderen jagdkulturellen Rahmenprogramm ergänzt. Zur Jagdprüfung 2016 haben sich insgesamt 426 Kandidatinnen und Kandidaten angemeldet. Von diesen sind zum Frühjahrsprüfungstermin 224 und zum Sommerprüfungstermin 120 angetreten. Insgesamt haben 83,7% (288 Personen) die Prüfung bestanden. Zur Beizjagdprüfung sind im Jahr 2016 16 Kandidatinnen und Kandidaten angetreten. 16 haben diese Prüfung bestanden. Zu den von der Kärntner Jägerschaft organisierten Jagdaufseherprüfungen sind im Jahr 2016 von 34 angemeldeten Personen 32 angetreten und haben 27 (84%) die Prüfung bestanden. Ende Juni erhielten die stolzen Jungjägerinnen und Jungjäger sowie die Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher in gewohnt festlichem Rahmen ihre Prüfungszeugnisse in Mageregg. Im April 2016 fanden im Jägerhof Schloss Mageregg zwei ganztägige Fallenstellerkurse statt, 107 Personen haben die Kurse besucht. Die Landesgeschäftsstelle hat sämtliche Bildungsplattform-Veranstaltungen (siehe auch Seite 26) mitgestaltet, organisiert bzw. administrativ unterstützt sowie erstmalig einen eigenen Folder erstellt und herausgegeben. Besondere Schwerpunkte bildeten unter anderem die Themen: Fütterung, Schießfortbildung, Blattjagdseminar. Anfang 2017 wurden wieder 4 Zerwirkkurse angeboten, die binnen kürzester Zeit ausgebucht waren.

FINANZEINSATZ FÜR REVIERGESTALTUNG UND NATURSCHUTZ / WILDÖKOLOGISCHE MASSNAHMEN Im Jahr 2016 wurden von der Kärntner Jägerschaft 87 Ökomaßnahmen-Projekte (davon 21 Neuanträge) mit einer Gesamtsumme von € 27.929,96 gefördert. Winterbegrünungsflächen wurden in einem Ausmaß von 158,50ha, Wildverbissschutzmittel mit einem Betrag von € 24.026,27 gefördert. Die Wildmarkierungsaktion erfolgte über die Ausgabe von Wildmarken der Farbe weiß. Von den noch ausstehenden Auerwild-Projektanträgen wurden 2016 9 Projekte vom Fachausschuss für Reviergestaltung und Naturschutz finalisiert und mit einem Gesamtzuschuss in Höhe von € 12.324,00 gefördert. Der Naturschutzbund / Landesgruppe Kärnten wurde durch die Beiträge von Kärntens Jägerinnen und Jägern im Jahr 2016 mit insgesamt € 47.094,00 unterstützt.

WILDWARNEINRICHTUNGEN Im Jahr 2016 konnten weitere Straßenabschnitte in das Wildwarnerprojekt der Kärntner Jägerschaft aufgenommen und zusätzlich 16,5km mit Wildwarnern ausgestattet werden. In Summe sind derzeit rund 131,5 Straßenkilome-

ter in 85 Jagdgebieten mit Wildwarneinrichtungen ausgestattet. Die Geräte werden vor allem im Ballungsraum von Klagenfurt bis Völkermarkt eingesetzt, einem Gebiet mit höchstem Verkehrsaufkommen in Kärnten. Mit den vorhandenen finanziellen Mitteln kann der derzeitige kärntenweite Bedarf an Wildwarneinrichtungen allerdings leider bei Weitem nicht gedeckt werden.

JAGDRECHT Das Jahr 2016 stand ganz im Zeichen der Vorbereitung der neuen Verordnungen: die Änderung der Abschussrichtlinien (Verordnung des Landesvorstandes der Kärntner Jägerschaft vom 7. Februar 2017, Zahl: LGS-ABSR/19320/43/2017) brachte Erleichterungen beim Zugriff auf einjährige IIIer-Hirsche im Zusätzlichen Abschuss mit sich, sowie für Bezirksjägermeister die Möglichkeit Ier- und IIer-Hirsche – in erster Linie als Anreiz für noch verstärktere Kahlwild-Erlegung – in den Zusätzlichen Abschussplan aufzunehmen. Die Änderung der Verordnung des wildökologischen Raumplanes (Verordnung des Landesvorstandes der Kärntner Jägerschaft vom 21. Dezember 2016, Zahl: LGS-WÖRP/19931/10/2016) hatte die Erhöhung des Abschussrahmens für Gamswild zum Inhalt mit dem Ziel, punktuell auf Wildschäden besser reagieren zu können.


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In Vorbereitung der neuen Abschussplanungsperiode 2017/2018 wurden für die Bezirksjägermeister die rechtlichen Grundlagen vorbereitet und fachliche Unterstützung geboten. In einer AVG-Schulung für Bezirksjägermeister wurden viele praxisrelevante Rechtsfragen erläutert und geklärt. Auch fanden einschlägige Vorträge im Rahmen von HRL-Arbeitssitzungen statt. Die Themen Fütterung, Wildruhezonen, Nachweis der jagdlichen Eignung aber auch diverse Auslegungsfragen zur Satzung nahmen ebenso breiten Raum ein wie die Aufbereitung diverser Fachfragen im Hinblick auf die bevorstehende Jagdgesetznovelle. Im Bereich der administrativen Hürden bei der Rabenvogel-Bejagung konnten Erleichterungen erzielt werden. Auf internationaler Ebene waren die Aarhus-Konvention, die Europäischen Naturschutzrichtlinien, aber auch die Europäische Feuerwaffenrichtlinie sowie die Verordnung über gebietsfremde Arten relevant. Die Ergebnisse des Bundesrechnungshofberichtes waren aus rechtlicher Sicht zu analysieren und die dementsprechenden Umsetzungserfordernisse zusammenzustellen. Unter anderem erfolgte in diesem Zusammenhang, wie bereits im Rahmen der laufenden WÖRP-Evaluierung, die Aufbereitung der rechtlichen Anforderungen an die wildökologische Raumplanung. Einen rechtlichen Höhepunkt stellte mit Sicherheit die fachliche Unterstützung der Landesregierung im Verfahren des Antrages auf Jagdfreistellung vor dem VfGH und letztlich die Teilnahme an der Verhandlung dar. In diesem Zusammenhang erfolgte auch dementsprechende Öffentlichkeitsarbeit und wurden einschlägige Referate, unter anderem auch vor dem deutschen Jagdrechtstag e.V., gehalten. Stellungnahmen waren zu unterschiedlichen Gesetzesentwürfen abzugeben; so unter anderem (für die Zentralstelle) zur Tierschutzgesetz-Novelle, aber auch zu einigen

Foto: D. Streitmaier

anderen Materien-Gesetzen des Landes, wie beispielsweise dem Hundeabgabengesetz. Teilnahmen erfolgten an der Arbeitsgruppe des technischen Ausschusses für Rechtsangelegenheiten der FACE, bei welchem unter anderem der Vollzug der FFH- und Vogelschutzrichtlinie sowie die Aktionspläne der EK gegenständlich waren, sowie auch an der rechtlichen Arbeitsgruppe des ForstJagd-Dialogs. Für die Zentralstelle besteht die Delegierung in die KOST, um hier in enger Zusammenarbeit mit den maßgeblichen Entscheidungsträgern stets einen aktuellen Stand im Hinblick auf die Großräubersituation zu haben. Im Rahmen der Entstehung der „Dachmarke Jagd Österreich“ waren inhaltliche und administrative Vorbereitungsarbeiten, unter anderem die Organisation der FokusGruppen-Treffen zu bewerkstelligen. Die Teilnahme an mehreren

Workshops aber auch an den in höherer Zahl erforderlichen Geschäftsführer-Konferenzen rundeten diesen Aufgabenblock ab. Fachvorträge erfolgten zu vielen Themen, unter anderem zum Verwaltungsverfahrensrecht, zu den rechtlichen Bestimmungen im Hinblick auf Verhütung von Wildbeunruhigungen und zum VfGH-Judikat. Die seit Jahren mit der FAST Ossiach bestehende Kooperation im Rahmen der Waldpädagogikausbildungen wurde fortgesetzt, durch einschlägige Vortragstätigkeit konnte ein Beitrag der bewusstseinsbildenden Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Rechtliche Fachbeiträge wurden regelmäßig im Mitteilungsblatt veröffentlicht. In konstruktiven Jour-fixeGesprächen mit der Aufsichtsbehörde wurden diverse Rechtsfragen erörtert.


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Rechtliche Beratung und die Erteilung von Rechtsauskünften für Funktionäre, Fachausschüsse und Mitglieder stellen unvermindert zeitaufwendige Aufgabenschwerpunkte dar und binden einen großen Ressourcenanteil. Mediatorische Hilfestellung kann darüber hinaus mitunter zu verfahrensökonomischen Konfliktbereinigungen, nicht zuletzt auch unter Mitgliedern, beitragen. Rechtlich, fachlich und administrativ wurde, wie jedes Jahr, der Landesjägertag von der Landesgeschäftsstelle vorbereitet.

VERWALTUNG Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im Jahr 2016 das Bildungsangebot der Verwaltungsakademie des Landes Kärnten in Anspruch genommen; spezifisch zugeschnittene Fortbildungen fanden im Rahmen einer „großen Dienstbesprechung“ statt, in welcher neben dienstrechtlichen und buchhalterischen Agenden administrativrechtliche, fachliche und jagdgesetzliche Fragestellungen erörtert wurden. Darüber hinaus gab es in der Landesgeschäftsstelle zwei „kleine Dienstbesprechungen“. In den Sommerwochen konnte auch eine Rechtspraktikantin in den Betrieb der Landesgeschäftsstelle und ganz besonders in das Fach Jagdrecht und anverwandte Materien schnuppern. Das 35-jährige Dienstjubiläum des langjährigen Mitarbeiters Otto Kornprat wurde feierlich gewürdigt. Aufgrund der Karenz der Assistentin der Geschäftsführung musste intern umorganisiert und für die Zeit der Karenzvertretung eine Personalstelle befristet besetzt werden.

vorstandssitzungen sowie Fachausschusssitzungen und die WÖRPAusschusssitzungen fachlich vorbereitet, organisiert und administriert. Der Wildpark Schloss Mageregg beherbergt 45 Stück Dam- und 15 Stück Rotwild. Für über 3.000 Besucherinnen und Besucher im Jahr stellen sie die Attraktion des Wildparks bei freiem Eintritt dar. Auch im abgelaufenen Berichtsjahr besuchten ca. 800 Kinder, aufgeteilt in rund 40 Schulklassen bzw. Kindergartengruppen, sowie einige Pensionistengruppen unter fachkundiger Führung den Wildpark Schloss Mageregg.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Der „Kärntner Jäger“ ist nicht nur satzungsgemäßes Mitteilungs-

blatt sondern nach wie vor wichtigste interne Informationsschiene der Kärntner Jägerschaft. Schon seit vielen Jahren ist er als E-Paper online gestellt, was den modernen Nutzungsgewohnheiten, insbesondere der jüngeren Generation, Rechnung trägt. Es ist weiterhin gewünscht den Charakter eines Mitteilungsblattes beizubehalten, was im Hinblick auf die Bandbreite der Beiträge – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – gewisse Einschränkungen mit sich bringt. Trotzdem steht das Bemühen im Mittelpunkt, möglichst breitflächig Informationen für die Mitglieder zur Verfügung zu stellen. Ehrensache war die Teilnahme an der 70-Jahr-Feier der Redaktion „Der Anblick“. Die

Ende

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eingeführte

Mitteilungsblatt der Kärntner Jägerschaft, Oktober 2015 Ausgabe 223, 44. Jahrgang

Das EDV-Programm JIS-K befindet sich im dritten Jahr seiner Anwendung und hat sich bestens bewährt. Administrative Arbeiten nehmen in der Landesgeschäftsstelle weiterhin breiten Raum ein, unter anderem wurden sämtliche Teilnahmen an Veranstaltungen, Konferenzen, Landesausschuss- und Landes-

www.kaerntner-jaegerschaft.at

SCHWERPUNKT

WALD–WILD–SCHULE • Hegeringversammlungen

• Sicherheit

• Metnitztaler Wildfest


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„Jagdinfo-Online“ für Hegeringleiter hat sich als Instrument zur Verbesserung des internen Informationsflusses und der Kommunikation bestens bewährt. In diesem Zusammenhang hat sich allerdings die Nutzungsintensität des Internets durch Hegeringleiter und damit auch die Zeitnähe zur Informationsgewinnung als noch äußerst inhomogen erwiesen. Die Homepage der Kärntner Jägerschaft www.kaerntner-jaegerschaft.at verzeichnete im Jahr 2015 83.041 und 2016 86.744 Aufrufe. Die Kärntner Jägerschaft konnte also ein Plus an 3.703 Zugriffen von 2015 auf 2016 verzeichnen. Insgesamt wurden bei diesen 86.744 Sitzungen 271.052 Seiten aufgerufen. Das entspricht 3,12 Seiten pro Besuch. Die Website wurde 2015 335-mal mit neuen Inhalten befüllt, ein Jahr danach wurden 280 Inhalte neu veröffentlicht. Typische Inhalte waren Veranstaltungen, Anträge, gesetzliche Informationen und Termine. Die Besucher konnten somit mehrmals wöchentlich neue Informationen auf der Homepage finden. Die meisten Besucher erreichten die Website über Suchmaschinen. Die nach über dreimonatiger Vorbereitungszeit am 30. April 2016 unter großem Medieninteresse und Teilnahme vieler Ehrengäste eröffnete jagdliche Dauer-Ausstellung der Kärntner Jägerschaft „WOHNZIMMER NATUR – Mensch-WildWald Lebensfreude“ konnte bereits im ersten Jahr bei fünfmonatiger Öffnungszeit mehr als 3.000 Kinder (128 Schulklassen aus Wien, der Steiermark, Niederösterreich, Salzburg und Kärnten) begrüßen. Neben den Schulklassen konnten auch viele Besucher anderer Altersklassen begrüßt werden und verzeichnet die in Kooperation mit der Stadtgemeinde Friesach und dem Landesmuseum Kärnten mit einem nur vierköpfigen Team bei kleinstem Budgetrahmen auf die Beine gestellte Ausstellung damit eine Gesamt- Besucherzahl von 4.500 (!) Personen. In diesem Zusammenhang wurden von der Landesgeschäftsstelle gut die Hälfte der Panele textiert und kreiert sowie auch

Foto: H. Fladenhofer

die Leihverträge, die versicherungsrechtlichen Agenden sowie die Fotobeschaffung, die Medienarbeit und die konkreten Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier durchgeführt. Mittlerweile stellt die jagdliche Dauerausstellung in Friesach ein wesentliches Standbein der Öffentlichkeitsarbeit der Kärntner Jägerschaft dar. Auch ab Mai 2017 wird es bis Ende Oktober wieder die Möglichkeit des Besuchs, falls gewünscht auch unter fachkundiger Führung von Initiator und „Motor“ der Ausstellung, HRL Helmut Khom, geben. Die Erhaltung der Artenvielfalt und der Wildlebensräume ist für die Kärntner Jägerschaft nicht nur gesetzliche Verpflichtung, sondern echtes Anliegen: Die Dauer-Ausstellung „WOHNZIMMER NATUR“ in Friesach soll den Besucherinnen und Besuchern, und hier vor allem der Jugend, die Natur-Zusammenhänge, den Facettenreichtum von Kärntens Wildtierarten aber auch der Jagd selbst näherbringen. Die enge Zusammenarbeit mit Schulen wird Kindern auch in den nächsten Jahren den Ausstellungs-

Besuch ermöglichen. Als Zielpublikum spricht die Ausstellung „WOHNZIMMER NATUR“ aber nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch das ErwachsenenPublikum an. Ob begeisterte Jägerinnen und Jäger oder auch Freizeitsportler, Wanderer und andere Naturliebhaber, sie alle finden interessante Informationen. Ein Besuch wird auch allen Jägerinnen und Jägern, welche im Rahmen des Projektes „Wald-Wild-Schule“ oder in anderer Form jagdpädagogisch tätig sind, wärmstens empfohlen. Der Mensch bewegt sich in der Natur stets im Wohnzimmer von Wildtieren. Daher auch der Titel der Ausstellung: Angesichts immer kleiner werdender Wildlebensräume bei gleichzeitiger Zunahme der Naturnutzung durch den Menschen kann die Herausforderung im Interesse der Wildtiere nur im Miteinander mit allen Freunden und Nutzern der Natur bewerkstelligt werden. Die Ausstellung will durch Wissensvermittlung Verständnis für Naturzusammenhänge und Bedürfnisse der Wildtiere wecken, um die Natur zu schützen und die Vielfalt der Tierwelt zu erhalten.


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Dem Publikum wird anhand von sehenswerten Präparaten ein Blick auf die Vielfalt von Kärntens Wildtieren geboten. Wer möchte z.B. nicht einmal einen Bären oder Luchs in aller Ruhe aus der Nähe betrachten können? In kurzen, leicht verständlichen Texten erfährt man vieles über charakteristische Lebens- bzw. Verhaltensweisen und Besonderheiten der Wildtiere Kärntens. Vielen wird unbekannt sein, dass z.B. Adler eine Maus aus 1.000m Höhe erkennen können oder Murmeltiere neun

Zehntel ihres Lebens im Bau verbringen. Die Qualität der Ausstellung lebt nicht nur von den außergewöhnlichen Tierpräparaten, sondern auch von hervorragenden WildtierFotos, welche dem Publikum – mitunter augenzwinkernd – einen optischen Streifzug durch den Artenreichtum des Wildes, das der Hege von Kärntens Jägerinnen und Jägern anvertraut ist, ermöglichen. Vom Lebensraum der Feuchtbiotope über die Aulandschaft und Tiefebenen bis hin zu alpinen La-

gen, die z.B. Gamswild, Murmeltier und Co. beherbergen, werden dem Publikum auf rund 360m2 Ausstellungsfläche Lebensräume und damit die „Wohnzimmer“ der Wildtiere nähergebracht. Aber auch die Jagd kommt nicht zu kurz. Sie wird in all ihren zahlreichen und vielfach unbekannten Facetten dargestellt: Die Jagd als Kulturgut, als nachhaltige Naturnutzungsform, die sich heute vielen Herausforderungen stellen muss, bis hin zu ihrem wertvollsten Produkt, dem Wildbret, finden sich alle


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Ansätze, die die Jagd von heute ausmachen und sollen diese in ihrer Komplexität auch vermittelt werden. Die Vortragsreihe für die Fremdenführer Kärntens konnte mit einem Teil II fortgesetzt werden. Vorbereitet wurden sämtliche Inhalte für die Kooperation mit dem ORF, welche über das Jahr 2016 lief. Themenbereiche waren dabei unter anderem freilaufende Hunde, die sensible Brut- und Setzzeit, Kitzrettung/Mähtod, aber auch die Ausstellung in Friesach. Gestaltet wurde auch die Teilnahme am Tag der Volkskultur in Maria Saal „Zipfelstrümpf und Hadnsterz“, die 2017 wieder stattfindet. Im Juni 2016 konnte sich die Kärntner Jägerschaft über den Besuch zahlreicher Gäste und Ehrengäste freuen. Über 2.000 Besuchern wurde ein vielseitiges Angebot rund um Tradition, Brauchtum und Volkskultur geboten. Eine wichtige Schiene der Öffentlichkeitsarbeit bildet die redaktionelle Begleitung der Kooperation mit der Volksschulzeitung „Mini-Max“. Die im „Kärntner Jäger“ veröffentlichten Beiträge werden von den Jägerinnen und Jägern, welche im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, gerne als fachliche Grundlage bzw. Themen-Anregung herangezogen. Im Berichtsjahr, es ist bereits das achte Jahr der Kooperation, wurden in der Schülerzeitung „MiniMax“ im Jahr 2016/Anfang 2017 folgende Fachthemen behandelt: u Rabenvögel u Das große Jagd-Gewinnspiel u Jahr des Niederwildes u „Wohnzimmer Natur“ u Reh oder Hirsch? u Welches Tier frisst was? u Wild braucht RUHE! u SPUREN im Schnee u VERBISS-Schäden Im Juni 2016 fand die Kooperation ihren alljährlichen Abschluss und Höhepunkt mit dem Empfang der 3. und 4. Klasse der VS Sachsenburg, die das Gewinnspiel gewonnen hatte. 30 Schülerinnen und

Schüler verbrachten einen unvergesslichen Vormittag in Mageregg. Eine neue Broschüre „Die kleine Entdeckungsreise – Mit dem Jäger Eduard im Revier unterwegs“ wurde (mit freundlicher Unterstützung der Steirischen Landesjägerschaft) herausgegeben. Laufende Medienanalyse gehörte ebenso zum Teil der Öffentlichkeitsarbeit durch die Landesgeschäftsstelle wie die Beantwortung von Medienanfragen zu unterschiedlichsten Themenbereichen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden vom Wildbiologen Radiointerviews zu diversen Wildarten gegeben. Inhaltlich vorbereitet wurde auch die Mitwirkung an der Servus-TV-Serie „Hoagascht“.

Durch die vielen aufklärenden Gespräche, die am Stand geführt wurden, konnte jagdliches Wissen vermittelt und damit wertvolle Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Eine besondere Attraktion stellte bereits zum zweiten Mal ein kleiner Stand mit Produktpräsentation aus jagdlicher Ernte dar, der beim nichtjagenden Publikum großen Anklang fand und die Möglichkeit für erläuternde Gespräche zum Thema Jagd bot. Zahlreiche Besucher bestaunten beim 14. Metnitztaler Wildfest den kulturellen Reichtum rund um die Jagd. Den vielen Jägern aber auch Nichtjägern und Naturinteressierten wurde ein reichhaltiges Programm geboten, dessen Höhepunkt der traditionelle Hirschröhrwettbewerb war.

JAGDKULTUR VERANSTALTUNGEN, MESSEN UND AUSSTELLUNGEN Im Berichtszeitraum nahm die Kärntner Jägerschaft im November 2016 an der Familien-, Brauchtums- und Gesundheitsmesse teil. Blickfang war ein zum Thema „Wild – tagaktiv und nachtaktiv“ gestaltetes Diorama, das sowohl Jäger als auch Nichtjäger zum stark frequentierten Informationsstand der Kärntner Jägerschaft lockte.

Die traditionelle Jägerwallfahrt in St. Georgen/Längsee mit Hubertusmesse fand im Berichtszeitraum statt und wurde von der Bezirksgeschäftsstelle St. Veit/Glan organisiert. Unter engagiertem, organisatorischem Einsatz von Jägerinnen und Jägern aus ganz Kärnten wurden zahlreiche Jägermessen und Hubertusfeiern veranstaltet.

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Die Kärntner Jagdhornbläsergruppen stellten – bei rund 500 Auftritten im Berichtszeitraum – ständig ihr Können unter Beweis und pflegten das jagdliche Brauchtum (s.S. 34). Der Chor der Kärntner Jägerschaft hat nach dem intensiven Jahr 2015 seine Aktivitäten 2016 etwas zurückgenommen. Neben der jährlichen Umrahmung des Landesjägertages und der Zeugnisverteilung für Jungjäger und Jagdaufseher eröffnete der Chor die Messe „Weidwerk und Fischweid“ und besuchte den Bad Eisenkappler Jägerchor anlässlich dessen 40. Geburtstages. Höhepunkte waren die zwei Konzerte in St. Radegund bei Graz und in Grafenstein unter dem Titel „Jagdgesang und Waldhornklang“, die beim Publikum großen Anklang fanden.

PROJEKTE UND REGIONALE ZUSAMMENARBEIT Im Rahmen des geplanten Besucherlenkungsprojektes des Biosphärenparks Nockberge erfolgten mehrfach Teilnahmen an den einschlägigen Sitzungen.

ÜBERREGIONALE ZUSAMMENARBEIT Die 50. Generalversammlung der FACE fand am 28. September 2016 in Brüssel statt. San Marino wurde als 36. Vollmitglied des Zusammenschlusses der Verbände für die Jagd und Wildtierhaltung in Europa aufgenommen. Immerhin liegt der (direkte) wirtschaftliche Wert der Jagd in Europa bei 16 Milliarden Euro. Im Oktober 2016 fand die 64. Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Jagdverbände des Südostalpenraumes (AGJSO) in Cortina d’Ampezzo (Italien) statt. Die Veranstaltung inmitten der Dolomiten war dem Thema „Rotwild – Problem oder Ressource?“ gewidmet und wurde vom Jagdverband Belluno organisiert. Von 23. bis 25. Juni 2016 fand die 54. Internationale Jagdkonferenz (IJK) in Oberkirch (Schweiz) statt und war dem Thema „Jagd im

Spannungsfeld Wildlebensraum – Freizeitnutzung – Raumnutzung“ gewidmet.

WILDÖKOLOGISCHE RAUMPLANUNG / WILDBIOLOGIE / WILDKRANKHEITEN Entsprechend dem gesetzlichen Auftrag wurde mit Unterstützung der Jagdbezirke die Jagdstatistik geführt und die Ober- und Untergrenzen für die Abschussplanung 2017/2018 auf Wildregionsebene festgesetzt. In Hinblick auf die Abschussplanung 2017/2018 wurden in Kooperation mit Experten der Landwirtschaftskammer, der Landesforstdirektion sowie der Kärntner Landesregierung existierende Wildbestandsschätzungsmethoden evaluiert und in Anlehnung daran eine Form der Rückrechnung für die Rot- und Gamswildbestände in Kärnten entwickelt. Statistische Anfragen in Bezug auf das Abschussmeldeprogramm „JIS-Kärnten“ wurden bearbeitet und Programmanpassungen in Zusammenarbeit mit den Programmierern vorgenommen. Wildbiologische Anfragen von Jägerinnen und Jägern wurden von Mageregg aus bzw. direkt vor Ort bearbeitet. Gebietsbegehungen fanden zu den unterschiedlichsten Themenkreisen statt. Anfragen der Landesregierung wurden laufend bearbeitet, Stellungnahmen abgegeben und Datenmaterial entsprechend aufbereitet und übermittelt. Ebenso wurden der Landesforstdirektion und der Landwirtschaftskammer im Auftrag des Landesjägermeisters Jagdkataster-Daten zur Verfügung gestellt. Sowohl für Funktionäre als auch Fachausschüsse wurden Grundlagendaten zu den jeweiligen Diskussionsthemen aufbereitet, wobei 2016 die Schwerpunkte der fachlichen Beratung auf den Themenkomplexen Lebensraum, Raumplanung und Barrieren sowie Wildfütterung und Wildschäden lagen. Seitens des Wildbiologen werden die Ökomaßnahmenanträge unter Leitung des Referenten für Revier-

gestaltung und Naturschutz fachlich und administrativ unterstützend mitbearbeitet. Die gutachterlichen Tätigkeiten betrafen im Berichtszeitraum unterschiedlichste wildbiologische Fachgebiete. Einen neuen Arbeitsschwerpunkt bildeten im Berichtszeitraum die Themen Wildtierkorridore und Lebensraumsicherung. In Hinblick darauf wurden im Jahr 2016 vermehrt Stellungnahmen zu raumplanerischen Anfragen (Grundstücksumwidmungen) angefertigt. Im Berichtszeitraum wurden Stellungnahmen betreffend Ansuchen um Haltung von Taggreifvögeln/Eulen sowie zu „Anzeigen von Wildgehegen zur Fleischproduktion“ abgegeben. Auch im Jahr 2016 wurde der Verlauf der Rotwildreduktionsbemühungen auf dem Saualpenstock mitbeobachtet und das 2011 gestartete und von DI Wedenig durchgeführte Projekt durch Bereitstellung und Aufbereitung von Grundlagendaten fachlich unterstützt. Für die im Berichtszeitraum abgehaltenen WÖRP-Ausschusssitzungen wurden benötigte Grundlagendaten evaluiert und aufbereitet. Derzeit werden die gesamten Rotwild-Fütterungsstandorte Kärntens durch die Bezirksjägermeister und Hegeringleiter neu verortet und durch die WÖRP digitalisiert. 2016 wurden auch die Saftfutterstandorte intensiv bearbeitet und – wo seitens der Kärntner Landesregierung gefordert – Stellungnahmen bezüglich der Tauglichkeit dieser Standorte abgegeben. Der Schwarzwildabschuss ist im Jahr 2016 weiter zurückgegangen, hat sich in den letzten beiden Jahren jedoch auf etwas höherer Ebene eingependelt als dies in den vorhergehenden Jahren und Jahrzehnten der Fall war. Zudem zeigt sich, dass sich Schwarzwild in Kärnten flächenmäßig deutlich ausgebreitet hat. Im Jahr 2016 wurden die meisten Stücke Schwarzwild im Jagdbezirk St. Veit erlegt und wurde damit der Jagdbezirk Völkermarkt erstmals auf Platz 2 verdrängt (s.S. 46). Die Gamsräude war 2016 in den


TÄT I G K E I T S B E R I C H T Karnischen und Gailtaler Alpen sowie in den Karawanken weiterhin präsent. In Summe lagen die eindeutig festgestellten Räudefälle (Fallwild und Abschüsse) bei 164 Stück (s.S. 44). Ein neues Zählformular für die Hasenzählung wurde angefertigt und für die Homepage der Kärntner Jägerschaft ein Auswertetool für die Hasenzählungen entwickelt. Für die Bezirke stehen neue Lampen für die Hasenzählungen für den Verleih zur Verfügung. Die Meldungen seltener Wildtiere mittels Homepage-Meldeformular fokussierten sich im Berichtszeitraum auf Wiedehopfnachweise. In Summe gingen 46 WiedehopfSichtungsmeldungen ein. Weiterhin zunehmend sind die Fischotter- und Biber-Straßenfallwildnachweise. Im Jagdjahr 2016 wurden 7 Biber und 15 Fischotter als Fallwild gemeldet. Bibermeldungen konzentrieren sich weiterhin schwerpunktmäßig auf Unterkärnten (Schwerpunktgebiet Völkermarkt). Fischotternachweise stammen mittlerweile aus ganz Kärnten und Fallwild wurde in jedem Bezirk festgestellt. Ein eindeutiger Wildkatzennachweis anhand einer überfahrenen männlichen Katze erfolgte 2016 im Bereich des Plöckenpasses.

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Durch frei laufende Hunde verursachte Risse an Wildtieren stellen weiterhin ein kärntenweites Problem dar. Die installierte Wildrissdatenbank der Kärntner Jägerschaft verzeichnete 9 Meldungen im Berichtszeitraum. Großräuberschäden waren auch 2016 ein weiterer Arbeitsschwerpunkt, wobei sich die Nutztierschäden – wie bereits 2015 – auf verhältnismäßig niedrigem Niveau bewegten. Durch die Versicherung der Kärntner Jägerschaft wurden Bärenschäden an 6 Bienenstöcken sowie 31 gerissene Schafen beglichen. Die Nutztierrisse erfolgten vor allem im Bezirk Hermagor sowie im Bezirk Villach entlang der Karnischen Alpen. Für Aufsehen sorgte ein jüngerer Bär, der – vermutlich auf Reviersuche – bis in die Stadt Villach marschierte und in Oberkärnten mehrfach und großräumig gesichtet wurde. Genetisch wurden 5 unterschiedliche Bärenindividuen für Kärnten bestätigt, die Dunkelziffer kann natürlich noch höher liegen. Drei der festgestellten Bären wurden im Jahr 2016 erstmals in Kärnten nachgewiesen, die restlichen zwei Bären waren bereits in den vorherigen Jahren in Kärnten präsent. Im Jahr 2016 gab es keinen eindeutigen Wolfsnachweis in Kärnten. Luchse wurden mittels Fotofallenbilder zwei Mal eindeutig nach-

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gewiesen, ein drittes Individuum wurde Ende März 2016 im Grenzbereich zu Italien von Paolo Molinari im Rahmen des Projektes „Urgent Iynx conservation action: Reinforcement of south-eastern Alpine and Dinaric Iynx metapopulation“ mittels Lebendfalle gefangen und mit einem Telemetriehalsband ausgestattet. Im Jahr 2016 erfolgte die kärntenweite Raufußhühner-Zählung. Dabei wurden die Raufußhuhnkontingente nach den Vorgaben von Wildauer et al. berechnet, um damit eine Ausnahme von den Schonvorschriften durch die Landesregierung zu ermöglichen. Im August und Jänner wurden die Referenzzählungen im Rahmen des Rabenvögelprojektes durchgeführt. Mittlerweile liegen Zählergebnisse von sechs Projektjahren vor. Die erhobenen Daten zeigen für alle untersuchten Arten stabile bis steigende Bestände. Als weitere begleitende Maßnahme wurde – im Auftrag der Landesregierung – ein kärntenweites Schadmonitoringkonzept entwickelt, das im August 2016 erstmals zur Anwendung gekommen ist. Vorträge wurden für Jäger und Nicht-Jäger gehalten sowie Fachartikel für den „Kärntner Jäger“ verfasst.

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Aus- und Weiterbildung Referent LJM-Stv. Josef Monz Das Antreten von mehr als 300 Kandidaten zur Jagdprüfung im vergangenen Jahr beweist, dass das Interesse an der Jagd nach wie vor ungebrochen groß ist. Aus welchen Gründen auch immer man sich dieser doch schwierigen Ausbildung und Prüfung unterzieht, eines ist sicher: Auch wenn nicht jeder, der die Prüfung absolviert hat, dann auch praktizierender Jäger wird, so wurde verlässlich von jedem viel Wissen und Verständnis für Jagd und Ökosystem erworben. Nun zum Ergebnis der Prüfungen im Vorjahr: u Insgesamt angetreten 344 u bestanden 288 = 83,7% u davon 85 Frauen = 29,5% An dieser Stelle Dank an alle Ausbildner und Prüfer, welche stets großen Beitrag zur Erreichung solcher Ergebnisse leisten. Wir alle wissen aber, dass es nicht ausreicht, die Jagdprüfung abzulegen und dann auf Weiterbildung zu verzichten. Egal wie lange Jagdprüfung oder andere, mit der Jagd zusammenhängende Leistungsnachweise (z.B. Hunde) zurückliegen und auch, wie viele Jagdkarten bereits gelöst wurden. Wie in den meisten Bereichen des Lebens ist fortwährendes Weiterlernen eine unabdingbare Notwendigkeit. Wo man solches sucht, ob in Fachliteratur, bei Vorträgen oder Seminaren, kann jeder für sich ent-

scheiden. Wichtig dabei ist nur, man nutzt die Möglichkeiten. Eine solche bietet die Bildungsplattform der Kärntner Jägerschaft. Höchst erfreulich ist das steigende Interesse im Vorjahr an dieser Bildungseinrichtung. Mit einer Besucheranzahl von ca. 1.200 haben nahezu 10% aller Kärntner Jägerinnen und Jäger an insgesamt 20 Veranstaltungen teilgenommen. Im Einzelnen waren dies: u 9 Veranstaltungen „Jahr des Niederwildes/Niederwildausschuss“ u Fallenstellerkurse u Blattjagdseminare u Flintenschießen u Büchsenschuss auf fixe und bewegte Ziele 50 – 300m u „Artgerechte Rehwildfütterung im 21. Jhdt.“ Hier gilt ein besonderer Dank dem Niederwildreferenten wie auch dem Niederwildausschuss, welche durch gute Angebote und große Bemühungen sehr zu diesem positiven Ergebnis beigetragen haben. Auch für das heurige Jahr hat sich die Bildungsplattform einiges vorgenommen. Die Angebote für das erste Halbjahr sind sowohl im „Kärntner Jäger“ nachzulesen, als auch dem heuer erstmals aufgelegten Folder zu entnehmen. Als Bereicherung in der Jungjägerausbildung ist zu sehen, dass zusätzlich zum bewährten Ausbil-

dungsangebot unserer Jagdkursanbieter die LFS Althofen mit dem Schuljahr 2016/17 die jagdliche Ausbildung als fixen Bestandteil in ihr Unterrichtsprogramm aufgenommen hat. In einem Zeitraum von mehreren Jahren werden dort jagdlich relevante Ausbildungsinhalte vermittelt und auch geprüft. Zur Klarstellung ist zu betonen, dass dies nicht als Freifach oder Wahlgegenstand gehandhabt wird, sondern als Pflichtfach, und damit ist eine positive Beurteilung für das Erreichen des Klassenzieles notwendig. Wurden die schulischen Voraussetzungen erreicht, steht es danach jedem Absolventen frei, den geforderten Schießnachweis zu erbringen. Erst mit diesem kann dann gemeinsam mit dem Schulnachweis der Antrag auf die Ausstellung einer Jagdkarte gestellt werden. Wenn auch vielleicht nicht jeder Absolvent von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und aktiv weidwerken wird, sehen wir in jedem Fall in dieser Form der Ausbildung zukünftig viel Potenzial, das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Jagd zu festigen. Weiterbildend, sowohl für Jäger, als auch Familie, Freunde und die nichtjagende Bevölkerung, kann ein Besuch der Ausstellung „WOHNZIMMER NATUR“ in Friesach sein, welche wieder am 1. Mai öffnet.

Das neue dS Zielfernrohr von SWAROVSKI OPTIK mit integrierter digitaler Intelligenz „Den Herausforderungen von heute kann man am besten mit der Technologie von morgen begegnen. Mit diesem Zielfernrohr hat die Zukunft der Jagd bereits Anzeige begonnen.“


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Kärntner Jäger

Niederwild Referent Mag. Kurt Matschnigg

Niederwild – nichts ist unmöglich ! Wie das Jahr 2015 wurde auch das Jahr 2016 von der Kärntner Jägerschaft unter den Arbeitstitel „Jahr des Niederwildes“ gestellt. Der Niederwildausschuss versuchte auch im letzten Jahr mit einer Vielzahl an Veranstaltungen das Niederwild zum Thema zu machen. Zweimal war die Notwendigkeit fermer Hunde bei der Niederwildhege das Thema. Der erste Vortragsabend drehte sich dabei um die Baujagd, der zweite hatte, unter dem Motto „Jagd ohne Hund is a Schund“, generell die Niederwildjagd zum Thema. Bei vier Veranstaltungen ging es auch praktisch zur Sache: beim Fallenbautag, bei einer Demonstration zur Flintenjagd auf Rabenvögel und Krähen, bei einer Revierbesichtigung und einer nächtlichen Hasenzählung. Zusätzlich gab es noch abendliche Niederwildstammtische zu interressanten und aktuellen Themen. Der Besuch der Veranstaltungen war – im Hinblick auf die Besucherzahlen – oft wirklich erfreulich, manchesmal aber auch enttäuschend. Es ist so, wie in vielen Bereichen: Die, die einmal Feuer gefangen haben, kommen gerne wieder und scheuen weder Weg noch Zeit, um sich Infos, Tipps und die Motivation Gleichgesinnter zu holen. Geradezu wohltuend konnte wahrgenommen werden, dass es manche Reviere doch schaffen sich für die Niederwildhege zu begeistern und besonders ihre Jungjäger dazu motivieren können – vielleicht auch wegen der schlussendlich gemeinsamen, reizvollen Ernte mit der Flinte. Dass Niederwildhege funktionieren bzw. Niederwildjagd überaus reizvoll und zudem gesellig sein kann, das zeigen viele einzelne Reviere und Jäger auch in Kärnten auf. In vielen Revieren Kärntens würde das Biotop und auch die personelle Zusammensetzung der Vereine Niederwildarbeit ermöglichen, was aber einfach fehlt, ist eben das Drübergehen und das Tun. Eines muss ganz klar gesagt werden:

Hinterm Ofen gibt’s kein Niederwildrevier! Wir werden heutzutage sicher nicht mehr an die „guten, alten Zeiten“ mit den starken Besätzen bei Hase oder Rebhuhn herankommen – zuviel hat sich seitdem in der Landwirtschaft, im Staßenverkehr, in der Struktur usw. getan. Aber mit Ehrgeiz, Fleiß und Konzept ist auch heute beim Niederwild vieles möglich. Zudem ist Niederwild nicht nur Hase und Fasan! Das ist eben geradezu ein verhängnisvoller Fehler vieler Jäger: dass sie die Breite und Fülle der jagdlichen Möglichkeiten unterschätzen und nur die einengenden Faktoren beklagen und überschätzen. Beispielsweise gibt es bei einigen Wildarten wie Tauben, Rabenvögel und gegendweise Schnepf tadellose bejagbare Bestände aber um erfolgreich zu sein, ist jagdliches Können und Wissen gefragt. Auch bei der Ente gibt es vitale Populationen in Kärnten, aber es erfordert schon ein wenig Aufwand, sie auch so ans Revier zu binden, dass man im Herbst erfolgreiche Entenjagden hat. Der Feldhase erfährt durch die momentane Klimaänderung und auch durch einige Veränderungen in der

Landwirtschaft gerade einen leichten Aufwärtstrend. Wenn Reviere da helfend und schützend mit vernünftigen Hegemaßnahmen eingreifen, sind nach einigen Jahren auch wieder Hasenjagden möglich. Wer natürlich nur der so schönen Jagd auf Fasan oder gar Schnepf nachhängt, der wird heutzutage bei der Hege wohl oft und schnell an die Grenze des Machbaren kommen. „Naturfasane“ und ihre Bruten sind selten geworden und die Bestandsstützung durch Auswilderung erfährt durch das Tierschutzgesetz eine massive Einschränkung. Aber wie schon aufgezeigt – Niederwild ist eben mehr als nur der Fasan. Es braucht aber viel Wissen und oft massiven, langatmigen und großflächigen Einsatz mit Plan und Ziel, um gute Besätze zu erarbeiten bzw. um dann auch gute Strecken zu haben. Oder wie es ein Referent bei einem Niederwildstammtisch so treffend sagte: „Dritte Klasse Einsatz und erste Klasse jagen, das geht beim Niederwild schon gar nicht!“

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Reviergestaltung und Naturschutz Referent BJM-Stv. Ing. Josef Schnabl Reviergestaltungsmaßnahmen und die Jagdausübung stehen unmittelbar im Zusammenhang mit dem Naturschutz. Dem Bereich der Reviergestaltung sind alle Maßnahmen zur Erhaltung und zum Schutz der Lebensräume der wildlebenden Tiere, Schutzmaßnahmen für Wildtiere an den Straßen, Maßnahmen zur Minimierung von Schäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen durch Wild sowie die Errichtung und Erhaltung von Reviereinrichtungen zuzuordnen. Der Lebensraum für unsere wildlebenden Tiere wird durch verschiedenste Einflüsse immer mehr gestört, verringert, verschlechtert oder teilweise überhaupt genommen. Die sich dadurch ändernden Lebens- und Verhaltensgewohnheiten des Wildes erfordern auch eine entsprechende Anpassung der Jagdausübung. Die Jäger sind bemüht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, den negativen Einflüssen mit Lebensraumverbesserungen für die Wildtiere entgegenzuwirken. Viele solcher Maßnahmen sind sehr kostenintensiv, sodass in solchen Fällen die möglichen Förderungen durch die Kärntner Jägerschaft in Anspruch genommen werden. Ökologische Maßnahmen wurden im Jahr 2016 mit insgesamt € 61.948,72 gefördert. Diese Förderung setzt sich wie folgt zusammen: a) Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume für Auerwild: 9 Projekte mit einer Gesamtfläche von 31,10ha wurden mit insgesamt € 12.324,00 gefördert. Neu beantragte Projekte wurden örtlich begutachtet und Beratungen durchgeführt. Fertiggestellte Projekte wurden vor der Freigabe der Förderbeiträge auf die Erfüllung der Bedingungen überprüft. b) Winterbegrünungen werden besonders dort gefördert, wo diese

auch als Wildlenkung für das Rehwild wirken und so Straßenfallwild verringern, aber auch Äsungs- und Einstandsflächen für das Niederwild sind. Gefördert wurde Saatgut für eine Fläche von 158,50ha mit € 19.349,76. Nicht ÖPUL-Teilnehmer wurden weiters für Flächen im Gesamtausmaß von 33,5ha zusätzlich mit € 2.345,00 gefördert. c) Sonstige Projekte zur Lebensraumverbesserung: Mehrjährig laufende Projekte wurden 2016 mit € 22.170,33 gefördert. Im Jahr 2016 neu eingereichte und genehmigte Projekte sowie sonstige Maßnahmen wurden mit € 5.759,63 gefördert. In den „Sonstigen Projekten“ sind weiters einige noch notwendige Silolagerzäunungen zur Hintanhaltung von Schäden durch Rotwild in angrenzenden Kulturen und einige Nachsaaten im Bereich der Biodiversitätsprojektflächen enthalten.

WILDVERBISSSCHUTZMITTELAKTION: Die seit 2015 geänderte Abwicklung der Verbissschutzmittelaktion hat sich 2016 eingespielt und hinsichtlich des Förderkostenaufwandes bewährt. Für den Schutz von ca. 3,5 Mio Forstpflanzen wurde

von der Kärntner Jägerschaft im Jahr 2016 ein Förderbetrag von € 24.026,27 zur Verfügung gestellt.

WILDSCHUTZMASSNAHMEN/ STRASSENFALLWILDMINDERUNGSPROJEKT Im Rahmen der Bearbeitung sonstiger Projekte sowie auch gezielt, wurden verschiedene, schon mit Schutzmaßnahmen ausgestattete Projektstrecken überprüft und bei Bedarf festgestellte Mängel aufgezeigt. Weiters wurden neu beantragte Strecken besichtigt und mit den Projektantragstellern besprochen. 2016 wurden im Bereich von Landes- und Bundesstraßen weitere 19,14km mit optischen und akustischen Geräten zum Schutz des Wildes ausgestattet. Die Summe der mit Wildschutzmaßnahmen ausgestatteten Straßenabschnitte in Kärnten beträgt nunmehr 131,5km.

REVIEREINRICHTUNGEN Bei der Errichtung von Reviereinrichtungen wird besonders auf die Einhaltung der naturschutzrechtlichen Bestimmungen geachtet. Die sorgfältige Einbindung in die Landschaft sowie eine solide und sichere Ausführung ist vor allem bei Ansitzeinrichtungen oberstes Gebot. Der Zustand der Reviereinrichtungen ist meist das Spiegelbild der jeweiligen Jäger bzw. der Jagdausübungsberechtigten.

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Kärntner Jäger

Jagdhunde Referent Gerald Hopfgartner Wieder ist ein Jagdjahr viel zu schnell vergangen und doch war es wieder möglich an manchen Leistungsprüfungen und jagdkynologischen Veranstaltungen in Kärnten teilzunehmen. Einer der Höhepunkte bei den jagdkynologischen Veranstaltungen war sicherlich das große Interesse an den Referaten zum Thema „Baujagd“ und „Jagd ohne Hund is a Schund“, in Zusammenarbeit mit dem Niederwildausschuss. Hier ist es, wie bereits im vorangegangenen „Kärntner Jäger“ berichtet, gelungen, eine sehr gute Mischung aus hervorragenden Referenten und Praktikern als Jagdhundeführer für die Vorträge zu gewinnen. Als Vertretung für die vielen hervorragend vorbereiteten und durchgeführten Jagdhundeprüfungen soll eine Jagdhundeprüfung erwähnt werden, welche nur ca. alle 10 Jahre in Kärnten durchgeführt wird. Dies war die Schweißsonderprüfung des Österreichischen Jagdgebrauchshunde Verbandes (ÖJGV). Vorbereitung und Organisation lag in den Händen des Vereins für Deutsche Wachtelhunde in Österreich unter der Führung des Obmannes Georg Egger. Dieser hat mit vielen fleißigen Helfern diese Prüfung in den Revieren der Forstverwaltung Foscari in der Nähe von Paternion zur Austragung gebracht. Mit Ingo Egger und seinem Deutschen Jagdterrier-Rüden ist es gelungen, mit dem 1. Preis und der höchstmöglichen Punktezahl, einen Kärntner Sieger unter den Jagdhundeführern zu haben. Aber auch Wolfgang Pfeiffer mit seiner Rauhaarigen Dackelhündin und Philipp Eberhard mit seinem Tirolerbracken-Rüden ist es gelungen, noch jeweils mit dem 3. Preis abzuschneiden. Leider konnten drei weitere Teilnehmer aus Kärnten mit ihren

Jagdhunden diese Prüfung nicht erfolgreich absolvieren. Es war bei dieser Prüfung wie beim Slalomrennen unserer Schifahrer: einmal am Tor vorbei oder kurz eingefädelt und schon ist das Rennen beendet. Zu den Leistungen wird den erfolgreichen Hundeführern, aber auch den Züchtern hiermit herzlichst gratuliert und Anerkennung ausgesprochen. Aber auch denjenigen, die diesmal nicht das erforderliche Suchen Glück gehabt haben, für’s nächste Mal alles Gute und nicht vergessen: Es bleibt vor und nach einer Prüfung noch immer der gleiche liebenswerte und verlässliche Jagdbegleiter. Wie bei einer Prüfung so ist es auch in der rauen Nachsuchenpraxis, manchmal liegen Erfolg oder Misserfolg sehr nahe beieinander. Für die Hundeführer unter den Jägerinnen und Jägern gibt es aber auch anderes Gutes zu berichten. So hat eine Umfrage unter Nichtjägern ergeben, dass neben Jagdhornbläsern und Sängern auch der Jäger als Jagdhundeführer sehr wesentlich zum positiven Image der Jagd beiträgt. Zum Schluss noch einige Eckdaten. Von den 152 Bereichshundestationen und den vielen weiteren

Hundeführerinnen und Hundeführern wurden im abgelaufenen Jagdjahr 24.150kg an Schalenwild durch erfolgreiche Nachsuchen einer sinnvollen Verwertung zugeführt. Diese knapp 1.000 erfolgreichen Nachsuchen müssen noch ergänzt werden durch mindestens gleich viele Kontrollsuchen auf krankes oder im Straßenverkehr angefahrenes Fallwild. Dafür sei von dieser Stelle aus all jenen gedankt, die wieder mitgeholfen haben, so manches Wild vor unnötigen Leiden zu bewahren und wertvollstes Wildbret zu erhalten. Auf der Homepage der Kärntner Jägerschaft wurde unter Jagdhunden bei der Rubrik „Berichte“ eine Excel-Datei für alle Hundeführer zum Herunterladen installiert. Hier sind auch alle Hundeführer, die derzeit nicht in den Bereichshundestationen angeführt sind, eingeladen, diese Datei mit ihren Nachsuchen-Ergebnissen zu ergänzen und am Ende des Jagdjahres an den Bezirksjagdhundereferenten weiter zu senden. Dadurch gibt es die Möglichkeit auch die vielen sogenannten namenlosen Jagdhundeführer und deren erfolgreiche Tätigkeit kennen zu lernen und auch zu würdigen. Für 2017 ein kräftiges Weidmannsheil und „Ho Rüd Ho“.

Prüfungssieger Ingo Egger mit seinem Deutschen Jagdterrier, umgeben von den Leistungsrichtern: Mf. Ofö. Ing. Erich Kauderer, ÖJGV Präsident Mf. Johannes Schiesser, Ingo Egger, Mf. Konrad Bratengeyer, Gabriel Logar, Georg Egger (v.l.n.r.)

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Kärntner Jäger

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Waffen- und Schießwesen Referent Mag. Heimo Wolte 6 wichtige Themen, die im vergangenen Jahr das Schießwesen in Kärnten geprägt haben:

1. DIE MOMENTANE SITUATION BEI DER DISKUSSION UM DAS NEUE WAFFENRECHT DER EU Es wurden noch keine gemeinsamen Beschlüsse gefasst; sicher ist jedoch, dass die im Vorjahr vorgeschlagenen Gesetze (Fernkommunikation, Verbot halbautomatischer Waffen, Periodizität, medizinische Untersuchungen … usw.) nicht in jener Strenge, wie sie eingebracht wurden, beschlossen werden können; vielmehr sollten wir uns auf eine abgeschwächte Form dieser Verschärfungen einstellen.

2. DER SCHALLMODULATOR (SCHALLDÄMPFER) FÜR DEN BÜCHSENSCHUSS Bei diesem Thema sind verbindliche Beschlüsse im Parlament gefallen (letzte Ausgabe des „Kärntner Jäger“). Daher ist es Forstbetrieben bereits möglich, für die jagdausübungsberechtigten Mitarbeiter (Förster, Aufsichtsjäger, Jagdpersonal) ein Ansuchen für die Verwendung von Schallmodulatoren zu stellen. In Kärnten muss als erster Schritt das Jagdgesetz geändert werden (derzeit Schallmodula-

toren noch verboten), erst dann kann diese sinnvolle waffentechnische Ergänzung eingesetzt werden. Hier einige praktische Argumente für und gegen Schallmodulatoren. Sinnvoll ist diese Neuerung, weil erstens eine Reduktion des Schussknalles im Bereich von 160 dB auf 120/130 dB, genau jene schmerzliche und schädigende Schallspitze betrifft, die bei uns Jägern Gehörschäden verursacht (auch bei unseren Jagdhunden); zweitens die Stresssituation beim Wild deutlich verringert wird; drittens die Schießstände durch Schallreduktion entlastet werden; viertens bei jenen Jägern, die in Siedlungsnähe jagen müssen (Stadtreviere), der Lärm des morgendlichen Weckschusses deutlich verringert wird; fünftens die Schusspräzision erhöht wird (neuerliches Einschießen mit Schallmodulator kann notwendig werden); sechstens der Rückstoß verringert wird. Nachteile: Mehrkosten, Gewicht und Länge der Büchse, Pflege des Schalldämpfers (nur bei einläufigen Büchsen verwendbar, nachdem der Kornsattel und das Korn entfernt wurden und das Gewinde in den Lauf eingefräßt wurde).

3. DIE SCHIESSSTÄTTEN IN KÄRNTEN Ein ganz besonderes Augenmerk legt die Kärntner Jägerschaft auf die partnerschaftliche Kooperation mit den Schützenvereinen, z.B.

durch Veranstaltung von Schießseminaren, Jagdcups oder durch direkte Hilfe bei Bauund Lärmdämmungsmaßnahmen sowie Sanierungskosten. Denn, wohin sollte sich denn ein ungeübter Jäger oder eine angehende Jägerin wenden, wenn nicht an kompetente Schießleiter oder hilfsbereite Mitschützen innerhalb des Sicherheitsbereiches eines Schießstandes? Das hilfreiche Miteinander funktioniert in Kärntens Schießständen größtenteils sehr gut. Eine zu erwartende, aber dennoch bedauerliche Entwicklung hat sich durch den Rückzug des „Schießstätten-Urgesteins“ Hansi Valent und seines Teams ergeben. Kurzfristig gab es einige Irritationen, aber ein ganz junges Team um den neuen Obmann und erfahrenen Jagdschützen Georg Freithofnig (mit Hans Zlanabitnig, Rafael Retzer, Johannes Tschinder, Manfred Buttazoni, Stefan Tschinder) übernahm diese verantwortungsvolle Aufgabe. Da einige Investitionen anstehen, wurde in Vorgesprächen bereits die Unterstützung der Jägerschaft zugesichert. Ein abschließendes „Schützen Dank“ dem Schützenmeister Hans Valent für viele Jahrzehnte aufopfernder Arbeit für das Jagdschießwesen in Kärnten und ein ganz persönliches „Danke“ auch für die vielen Erfolge, die Hans bei Landes- und Bundesmeisterschaften errungen hat und außerdem für die vielen gemeinsam erlebten schönen und freundschaftlichen Momente!

4. DIE SCHIESSFORTBILDUNGEN IM VERGANGENEN JAHR Über 200 Jägerinnen und Jäger haben im vergangenen Jahr eine Schießfortbildung der Kärntner Jägerschaft besucht. Nicht nur das Flintenschießen (in Pakein und Lavamünd), auch das sichere Büchsenschießen (in Pakein, Tiffen und Großkirchheim), auch auf bewegtes


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Schalenwild, wurden gelehrt und geübt. Ganz besonders erfolgreich war das entspannte Schießtraining der Jungjägerinnen und Jungjäger nach der Jagdprüfung, bei dem die Sicherheit und der praktische jagdliche Schuss, ohne Prüfungsdruck, geübt wurden. Kärnten ist österreichweit bei der Fortbildung von Schießtechniken und Sicherheitsstandards führend. Somit hat sich der Weg des Schwerpunktes auf Weiterbildung, der von der Kärntner Jägerschaft seit einigen Jahren eingeschlagen wurde, bestens bewährt, er wird auch konsequent weitergeführt.

5. DIE SCHIESSVERANSTALTUNGEN LOKAL UND NATIONAL Vom 21. Neujahrsschießen in Blintendorf bis zum Bundesjägerschaftsschießen in der Steiermark waren die Kärntner Schützinnen und Schützen bei vielen Veranstaltungen sehr erfolgreich. Der Jagdcup war gut besucht, und auch die Landesmeisterschaften in der Jagdlichen Kugel, im Jagdlich Trap, im JPC, im Compac Sporting usw. waren bestens besucht und organisiert, dabei wurden bemerkenswerte Leistungen erzielt. Auch heuer wieder der Hinweis, dass genauere Schießresultate auf der Homepage der Kärntner Jägerschaft bzw. in den entsprechenden Ausgaben des „Kärntner Jäger“ zu finden sind.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jährlichen Hegeringschießen nach Bezirken.

STATISTIK HR-SCHIESSEN 2016 – TEILNEHMER Teilnehmer

%

Hermagor

496

66,8

Klagenfurt

1118

60,4

St. Veit

13688

60,6

Spittal

1672

62,7

Villach

1261

70,6

Völkermarkt

766

71,5

Wolfsberg

736

64,0

Feldkirchen

469

53,6

Kärnten

7906

63,6

STATISTIK HR-SCHIESSEN – VERGLEICH 2007 – 2016 Jahr

HER

KLA

STV

SPI

VIL

VÖL

WOL

FEL

6. DAS HEGERINGSCHIESSEN

2007

462

882

1177

1515

993

660

637

511

Die wichtigste und die für alle Kärntner Jägerinnen und Jäger einzige verbindliche Schießveranstaltung ist das jährliche Hegeringschießen. Erfreulich ist, dass alle Bezirke einen klar erkennbaren Teilnehmer-Anstieg über die Jahre hinweg aufweisen, auch wenn wir leider weiterhin etwa 15% der tatsächlich aktiv Jagenden noch nicht überzeugen und mitreißen können. Aber wir arbeiten daran! Abschließend ein herzliches Dankeschön den Bezirksschießreferenten, den Hegeringleitern, den Schießstandbetreibern, den Mitarbeitern der Kärntner Jägerschaft und allen Helfern bei den Schießständen – einfach allen, die im vergangenen Jahr mitgeholfen haben,

2008

461

946

1315

1523

989

713

669

481

2009

439

949

1305

1582

1028

693

648

534

2010

467

1007

1284

1634

1213

709

726

510

2011

455

1026

1297

1706

1165

724

743

558

2012

472

959

1336

1673

1202

699

747

518

2013

475

1050

1398

1730

1187

730

763

525

2014

477

1109

1414

1638

1225

746

758

544

2015

497

1114

1363

1690

1152

756

728

498

2016

496

1118

1388

1672

1261

766

736

469

dass sich das Schießwesen in Kärnten so gut entwickeln konnte, ein „Weidmannsdank“. Gleichzeitig erfolgt auch die Bitte, diesen positiven Einsatz im kommenden Jahr weiter aufrecht zu erhalten und das Schießen in

Kärnten weiterhin so sicher und erfolgreich zu gestalten. In diesem Sinne freue ich mich auf das nächste gemeinsame Jagdjahr und stehe euch gerne mit Rat und aktiver Unterstützung zur Seite.

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Brauchtum und Jugend Referentin Claudia Haider Jagd ist ein ganzheitliches Naturerlebnis. In Ausübung der Jagd tauchen wir intensiv in unsere Mitwelt ein. Vermehrtes Naturwissen sowie das Bewusstsein über die Zusammenhänge der verschiedenen Disziplinen prägen unser Verständnis. Alexander Humboldt führte im 18. Jahrhundert die unterschiedlichsten Sichtweisen der Naturinterpretation zusammen und änderte nachhaltig den wissenschaftlichen Zugang zur Natur. Es wird versucht, im Kleinen die Grenzen der Jagd in Richtung übergreifende Ganzheitlichkeit zu erweitern. Respekt gegenüber dem erlegten Wild drückt sich darin aus, soviel wie möglich seiner Beute zu verwerten. Die Trophäe, dazu bekennen wir uns in unserem Leitbild, macht Freude und manifestiert Erinnerung. Sie ist aber nicht Ziel der Hege und der Jagd. Der ursprüngliche Zugang zur Jagd ist die Gewinnung von Fleisch. Hochwertiges, wertvolles Wildbret stellt uns die Natur zur Verfügung. Hygiene und fachgerechter Umgang mit selbigem schaffen wertvolle Nahrungsmittel. Durch Kochkurse zeigen wir die zeitgerechte Verwendung in der Küche. Cilly Höferer kreiert neue geschmackliche Kompositionen und stellt diese bei unseren Kochkursen vor. In diesem Zusammenhang darf an den Lehrfilm von Jäger für Jäger „Vom Revier auf den Teller“ erinnert werden. Er ist um € 8,- bei der Kärntner Jägerschaft zu beziehen. Neben Fleisch gewinnen wir wertvolle Fette, die in Medizinalien und Kosmetika weiter verarbeitet wer-

den können. Beispielsweise gibt ein Teelicht aus Gamsfett eine ganz eigene Stimmung und ist ökologisch unbedenklich. Wie man diese Fette, gemischt mit heimischen Kräutern, die wir auf unserer Pirsch finden, verarbeitet, dieses Wissen teilte Dipl.-Ing. Petra Rohner mit den Interessierten in der Veranstaltung „Grüne Kosmetik“. Eine Fahrt in den Nationalpark Hohe Tauern ließ uns in die Lebenswelt der Steinböcke eintauchen. Neben der beeindruckenden Steinwildbeobachtung bekamen die Teilnehmer Informationen über den Lebensraum sowie das Gamswildmonitoring-Projekt. Gegen Tagesende hin nützten die Jäger noch die Gelegenheit ihre Treffsicherheit im Schießkino Großkirchheim zu erfahren. Der Schuss, sicher abgegeben, muss geübt werden. Zweimal jährlich treffen sich, unter der fachkundigen Anleitung von Dipl.Ing. Kurt Rohner, dazu die Jägerinnen am Schießstand Pakein. Kugelund Schrotschuss stehen am Programm. Die Möglichkeit liegend und stehend angestrichen den Schuss zu üben, wird gerne angenommen. Bevor sich das Jahr rundet, treffen sich die Teilnehmer des Jägerinnen-Stammtisches immer zum traditionellen Weihnachtsbrunch. In geselliger und stimmungsvoller Runde blickte man auf das erlebnisreiche Jagdjahr 2016 zurück. Wie die Jagd viele andere Bereiche inspiriert und durchzieht, zeigte in einem sehr lehrreichen Vortrag Dr. Burgi Litschauer. Sie entführte uns in die Welt der Musik. Schubert

und die Jagd betitelte sie ihre Ausführungen, denen die Zuhörer begeistert folgten. Unbestritten ist, dass das jagdliche Brauchtum in der nichtjagenden Gesellschaft ausschließlich positiv besetzt ist. Hier ein großes Danke an all jene, die jagdliches Brauchtum sichtbar machen und so Brücken schlagen. Mit der Aktion Wald-Wild-Schule gehen viele Jäger aktiv auf unsere Jugend zu und öffnen der nächsten Generation fachkundig das Kulturgut Jagd. Allen Jägern ein herzliches Danke für ihr Engagement. Zur Unterstützung liegt in den Geschäftsstellen der Kärntner Jägerschaft die Broschüre „Kleine Entdeckungsreise“ auf und kann kostenlos bezogen werden. Ein gepackter Jagdrucksack kann in den Bezirksgeschäftsstellen ebenfalls leihweise für Naturbegegnungen mit Kindern ausgeborgt werden. Die Aktion Mini-Max – ein jagdlicher Beitrag in der landesweit aufgelegten Schülerzeitung – wurde auch im abgelaufenen Jahr fortgesetzt. In unserem Mitteilungsblatt finden sich diese Artikel wieder und können so in die Wissensvermittlung eingebaut werden. Ausflüge nach Mageregg sind für Schüler nach wie vor sehr beliebt. Im abgelaufenen Jahr konnte Gerald Eberl wieder an die 800 Kinder im Jagdschloss begrüßen. In einer Gesellschaft, die stark im Umbau begriffen ist, muss uns Jägern bewusst sein, dass wir eine Gruppe sind, deren Wurzeln weit in die Menschheitsgeschichte reichen. Um unsere Zukunft zu gestalten, ist es notwendig, uns unserer Werte zu besinnen und diese erlebbar zu machen.

www.kaerntner-jaegerschaft.at


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Jagdhornbläser und Jagdmusik Referent LJM-Stv. Josef Monz Jagdhornklänge bereiten nicht nur den Aktiven wie auch Zuhörern Freude, Jagdhornblasen ist mehr! Pflege jagdlichen Brauchtums und des Kulturgutes Jagd insgesamt, wie auch der Beitrag zu einem besseren Miteinander unter den Jägern sind ein Teil – die Einbindung in das allgemeine volkskulturelle Geschehen und damit Verbindung zur nichtjagenden Bevölkerung als wertvolle Öffentlichkeitsarbeit der andere Teil des Aufgabenbereiches, welchem sich Kärntens Jagdhornbläser permanent und gerne annehmen. Diese Aufgaben auch in der dementsprechend hohen Qualität erfüllen zu können, setzt eine kontinuierliche Weiterentwicklung mit intensiver Probenarbeit voraus. Danke allen Hornmeistern, Obmännern, Jagdhornbläserinnen und Jagdhornbläsern für ihren diesbezüglich großen Einsatz, sowohl an Stunden als auch finanziell, ebenso für die stete Bereitschaft, der Kärntner Jägerschaft zur Verfügung zu stehen. Mehr an Intensität erfordert zwangsläufig die Vorbereitung und Teilnahme an Jagdhornbläserwettbewerben. Ob man nach Teilnahme an einem solchen letztendlich mit einem Ergebnis mehr oder weniger zufrieden ist, kann unterschiedlich sein. Sicher ist jedoch, dass die

Gruppe in jedem Fall allein aus der intensiven Vorbereitung langfristig Nutzen zieht. Im Vorjahr hat in Fügen/Tirol wiederum ein Internationaler Jagdhornbläserwettbewerb stattgefunden. 8 Gruppen aus Kärnten haben sich in verschiedenen Kategorien der Jury gestellt. Dabei wurden durchwegs ansprechende Leistungen und Ergebnisse erzielt, wobei die Jagdhornbläsergruppe Wieting mit HM Regenfelder, welche in ihrer Leistungsklasse den Sieg erringen konnte, besonders hervorzuheben ist. Den Jagdhornbläsergruppen Waidmannsklang Grafenstein-Poggersdorf, Maltatal, Die Kärntner, Hunting Horn Kitz, Wieting, Schloss Mageregg, Arriach und Weydgesellen Glödnitz, welche an diesem Bewerb teilgenommen haben, nochmals Gratulation zur repräsentativen Vertretung unseres Bundeslandes und der Kärntner Jägerschaft. Erfreulich ist auch, dass es immer wieder zu Neugründungen von Jagdhornbläsergruppen kommt, vor allem aber auch, dass es in vielen Gruppen nicht an Nachwuchs mangelt. Ein Teil dieses Erfolges beruht sicher darauf, dass wir nunmehr schon seit Jahren Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene anbieten, in welchen von Ausbildungsleiter W. Regenfelder das notwendige Wissen vermittelt wird.

Das vergangene Jahr war aber auch ein Jahr der Jubiläen. So feierten ihr Bestandsjubiläum die: u JHBG AlpeAdria 10 Jahre u Jagdmusik Villach 25 Jahre u JHBG Poludnig-Egg 30 Jahre u JHBG Waidmannsklang 35 Jahre u JHBG Lobisser 40 Jahre Herzliche Glückwünsche an die einzelnen Gruppen, verbunden mit Dank für die Durchführung der wunderschönen Veranstaltungen und den besten Wünschen für eine weiterhin gute Zukunft. Die JHBG Lobisser war es auch, die gemeinsam mit ihrer Jubiläumsveranstaltung das JagdhornbläserMannschaftsschießen bestens organisiert hat. Ein besonderes Ereignis war auch die Veranstaltung „Alles Jagd“ in Maria Luggau. Unter diesem Motto luden die Trachtenkapelle Maria Luggau sowie die JHBG Longegg zu einem gemeinsamen Konzert ein. Hervorragende Musik, ergänzt durch Erzählungen und Literatur aus der Jagd, ließen diesen Abend zu einem besonderen Genuss werden. Die Idee der Verbindung von Blasmusik, Jagdhörnern, Gesang und Literatur auf regionaler Ebene ist eine hervorragende und wird auch anderen Gruppen zur Nachahmung empfohlen. Kärntens Jagdhornbläser werden auch zukünftig diesen traditionell bodenständigen Teil der Jagd weiterpflegen, dazu allen viel Freude und Erfolg.


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Abschussanalyse Reh-, Rot- & Gamswild Die Planperiode 2015/2016 ist mittlerweile abgeschlossen und sollen die Zahlen kurz betrachtet werden. REHWILD Mit 24.902 erlegten Stück Rehwild im Jahr 2016 wurde die höchste jemals erzielte Rehwildstrecke in Kärnten erreicht (siehe Abb. 1). Auch die Planperiodenergebnisse waren die erfolgreichsten der letzten 15 Jahre. In der Planperiode 2015/2016 wurden 47.167 Stück Rehwild erlegt, das sind aufgeteilt 18.518 Böcke (39,3%), 17.766 (37,7%) Geißen und 10.883 (23%) Kitze. Vergleicht man diese Verteilung mit den Abschussrichtlinien, so zeigt sich, dass man bzgl. der Entnahme von Bock und Geiß mittlerweile nahe am Verhältnis 1:1 angelangt ist, jedoch wird der fehlende Abschuss der Kitze ersichtlich. Dies wird oftmals mit dem hohen Mähtodanteil der Kitze argumentiert. Betrachtet man jedoch die Fallwildzahlen, zeigt sich, dass mit 2.744 Böcken, 3.011 Geißen und 3.488 Kitzen nicht eklatant mehr Kitze als Fallwild gemeldet worden sind und auch unter Berücksichtigung des Fallwildes der Kitzanteil nicht 30% erreicht. In der heutigen Zeit, mit immer größeren und schnelleren Mähwerken, wird zwar Mähtod oftmals gar nicht gemeldet, jedoch kann eine Reduktion von Rehwild – wo gewünscht und nötig – nur über die Entnahme von Zuwachsträgern und dem Zuwachs erfolgen. Dass Rehwild in den letzten Jahren unsichtbarer wurde, ist unbestritten, jedoch hat die Rehwildpopulation in den meisten Gebieten nicht abgenommen, wie auf Grund der verminderten Sichtbarkeit oftmals angenommen wird. Ein Beispiel dazu: In einem Projekt des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU Wien wurde Rehwild in Bergrevieren mittels GPS-Halsbandsendern telemetriert und versucht, auch die jagdlichen Auswirkungen darzustellen. Auffällig dabei war, dass es einige besenderte Rehe gab, die eigentlich nie in den Anblick kamen, obwohl

ihr Streifgebiet sehr klein war und sie sich oft in unmittelbarer Nähe von Forstwegen aufhielten. Etwas Licht kam in dieses Phänomen erst als – im Folgeprojekt von Robin Sandfort, MSc. – eines Tages das Kitz einer besenderten Rehgeiß – unmittelbar neben eben dieser – auf einer Wiesenfläche erlegt wurde, auf der die Geiß auch bisher regelmäßig gesichtet wurde. Mit Abschuss des Kitzes wurde die Geiß auf dieser Freifläche seitdem nicht mehr gesehen und man könnte vermuten, dass die Geiß auf Grund dieser ein-

schneidenden Erfahrung ihren Einstand gewechselt hat. In diesem Fall lagen aber Telemetriedaten der Geiß vor, die zeigten, dass die Geiß in ihrem Streifgebiet geblieben ist, es aber zu einer deutlichen Verlagerung ihrer Aktivitätsflächen gekommen ist (siehe Abb. 2 und 3). Die Geiß war im Gebiet weiterhin vorhanden, ihre Sichtbarkeit war seitdem allerdings de facto nicht mehr gegeben. Sichtbarkeit darf nicht mit der herrschenden Populationsdichte gleichgesetzt werden. Jäger und Wild stellen eine klassische Räuber-Beute-Beziehung dar, bei denen sich auch die Beute an die Gepflogenheiten ihres „Räubers“ an-

Abb. 1: Jährliche kärntenweite Rehwildstrecke

x Abb. 2: Raumnutzung der Rehgeiß vor Erlegung ihres Kitzes (das rote x markiert den Erlegungsort)

Abb. 3: Raumnutzung der Rehgeiß nach Erlegung ihres Kitzes


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Kärntner Jäger

passt. Sich an die klassische Ansitzjagd – wie sie in Kärnten am häufigsten praktiziert wird – anzupassen und die entsprechenden „gefährlichen“ Stellen zu meiden, ist für das Rehwild ein Leichtes.

ROTWILD Mit dem Jahr 2015 traten neue Abschussrichtlinien der Kärntner Jägerschaft in Kraft. Diese betrafen vor allem das Rotwild, denn die Abschussfreigaben in den einzelnen Wildklassen betragen seitdem 20% Hirsche, 40% Tiere und 40% Kälber. Diese Freigaben haben zum Ziel, effizient in die Zuwachsträger und den Nachwuchs einzugreifen, um den Rotwildbestand in Kärnten abzusenken und dabei gleichzeitig das Geschlechterverhältnis auszugleichen, da in den meisten Gebieten Kärntens ein eklatanter Tierüberhang besteht. Betrachtet man die Absolutzahlen, so wurden in der Planperiode 2015/2016 in Summe 18.477 Stück Rotwild erlegt. Aufgeteilt nach

Abb. 4: Ersichtlich ist der jeweilige Hirschanteil am gesamten Rotwildabschuss auf Hegeringebene für die Planperioden 2013/14 und 2015/16.

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Wildklassen ergibt dies 3.818 (20,7%) Hirsche, 8.166 (44,2%) Tiere und 6.493 (35,1%) Kälber. Im Vergleich zur Planperiode 2013/2014 hat sich der Gesamtabschuss von 17.701 auf 18.477 Stück weiter erhöht. Essenzieller als die Absoluterhöhung der Abschusszahlen ist jedoch die Umverteilung der Abschüsse innerhalb der Wildklassen. So wurden um 1.123 Stück mehr Tiere, 907 Stück mehr Kälber und deutlich weniger Hirsche, nämlich nur 3.818 statt 5.072, das sind um 1.254 Stück weniger, erlegt. Das bedeutet eine deutliche Verlagerung der Entnahme – weg von den Hirschen und hin zu Tieren und Kälbern, den Reproduktionsträgern und dem Nachwuchs. Siehe dazu auch Abb. 4, die den Hirschanteil im Vergleich zum Gesamtabschuss und auf Hegeringebene für die PP 2013/2014 und 2015/2016 darstellt. Eine kärntenweit positive Entwicklung in Hinblick auf die beabsichtigte Rotwildreduktion ist ersichtlich. Gebietsweise wird – durch die

Abb. 5: Jährliche kärntenweite Rotwildstrecke

neuen Abschussrichtlinien – mittlerweile ein Überhang an Hirschen beklagt/befürchtet. Objektiv betrachtet gibt es allerdings wenig Indizien dafür. Dass gerade im Frühjahr oder auch in der Feistzeit große Hirschrudel beobachtet werden können, liegt in der Natur der Sache und hängt vor allem auch damit zusammen, dass Tiere, die sich um ihren Nachwuchs kümmern müssen, im Normalfall immer deutlich vorsichtiger und „unsichtbarer“ sind als dies bei jungen, männlichen Individuen der Fall ist. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass auch die neuen Abschussrichtlinien – wenn auch nicht in die Hirschklassen selbst eingegriffen wird – durch den stärkeren Eingriff bei Tieren und Kälbern dafür Sorge tragen, dass die Zuwachsleistung und der Zuwachs selbst eingegrenzt und damit auch der Zuwachs bei den Hirschen entsprechend gedrosselt wird. Betrachtet man zudem die Entwicklung der Rotwild-Abschusszahlen (Abb. 5) wird ersichtlich,


TÄT I G K E I T S B E R I C H T dass diese in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen haben und Rotwild mit den alten Abschussrichtlinien der Vergangenheit noch nicht reduziert werden konnte. Eine weitere reine Steigerung der Jagdstrecke erscheint zum einen durch die damit einhergehende zunehmende Beunruhigung und Anpassung des Wildes nur schwer umsetzbar, zum anderen zeigen die Zahlen der letzten Jahre klar, dass die reine Erhöhung der Jagdstrecke nicht zur Reduktion geführt hat, sondern erscheint es nur zielführend, verstärkt in die Zuwachsträger einzugreifen. Das bedeutet vor allem schwerpunktmäßige Entnahme von mittelalten Tieren und ihrem Nachwuchs. In der letzten Planperiode ist ein ganz entscheidender Schritt in Richtung Ziel erfolgt – zur erfolgreichen Rotwildreduktion ist es aus fachlicher Sicht nötig, den eingeschlagenen Weg noch weiter zu verfolgen.

GAMSWILD In der Planperiode 2015/2016 wurden 6.381 Stück Gamswild erlegt, das sind um 344 Stück mehr als in der Planperiode 2013/2014. Betrachtet man die Entwicklung der Gamswildabschusszahlen, so zeigt sich, dass diese bis etwa Mitte der 70er-Jahre zugenommen haben und seitdem – bei nur mehr leichter Steigerung – um den Wert von etwa 3.000 Stück pro Jahr schwanken (siehe Abb. 6), während die Abschusszahlen in vielen Ländern derzeit deutlichen Abnahmen unterliegen. Beim Gams liegt die Abschussplanerfüllung – wohl aufgrund der oftmals noch kleinräumigen Planung – weiterhin noch deutlich unter der Planung. Großräumige, gemeinsame Abschusspläne würden

Abb. 6: Jährliche kärntenweite Gamswildstrecke

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in solchen Fällen oftmals den Raumansprüchen des Gamswildes eher gerecht werden. In den letzten beiden Jahren hat die Gamsräude in Kärnten wieder deutlich von sich Reden gemacht und waren verstärkte Fälle entlang der Karawanken und der Karnischen Alpen sowie im Bereich der Gailtaler Alpen feststellbar. In der Planperiode 2015/2016 wurden in Summe 261 Räudestücke gemeldet (2015: 97 Stück, 2016: 164 Stück). Gamsräude wird durch eine Grabmilbenart ausgelöst und tritt zyklisch auf, mit 7- bis 15jährigen Krankheitsgipfeln. Der Ausbruch der Krankheit hängt v.a. mit der Vitalität, d.h. der körperlichen Belastung, generellen Gesundheit sowie der natürlichen Immunität bzw. Resistenz der Tiere zusammen. Je weniger vital/je geschwächter ein Tier ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Milben werden durch direkten Körperkontakt von Tier zu Tier übertragen. Räude beginnt im Normalfall mit vermehrter Schuppenbildung am Haupt und Träger sowie an der Bauchdecke und den Beugeflächen der Läufe. Sie befällt später in schweren Fällen den ganzen Kör-

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per und verläuft mit hochgradigem Juckreiz. In der Folge entstehen starke Hautverdickungen mit Krusten, Haarausfall und eitrigen Hautentzündungen durch bakterielle Sekundärinfektionen. Befallene Tiere weisen oft Scheuerstellen und Hautverletzungen durch Kratzen auf und sondern sich auch oft vom Rudel ab. Sieht man offensichtlich gesunde und kranke Stücke in einem Rudel stehen, kann davon ausgegangen werden, dass auch Tiere ohne sichtbare Krankheitssymptome bereits befallen sind, denn die Erkennungsmerkmale werden oft erst wenige Wochen vor dem Tod äußerlich sichtbar. Im Seuchenzentrum selbst sollte jagdliche Beunruhigung vermieden werden, da die Entnahme von wenigen offensichtlich befallenen Stücken, im Vergleich zum Effekt des Versprengens des Rudels und damit einhergehender Verstreuung der Krankheitsträger, kontraproduktiv ist. Eine starke Bejagung im Großraum rund um Räudeherde herum kann aber durchaus hilfreich sein und durch die Dichteabsenkung des Gamswildes zu verminderter Übertragung und geringerer Ausbreitung der Räude beitragen. Gams sind ausgesprochene Distanztiere und so gibt es direkten Körperkontakt und damit eine Übertragungsmöglichkeit vor allem während der Brunft und zwischen Geiß und Kitz. Geringe Wilddichte, ausreichend starker Eingriff in die Jugend sowie ein hoher Anteil an alten Böcken können demnach helfen, damit die Anzahl an Körperkontakten gesenkt und somit die Übertragungsrate gering gehalten wird. Mag. Gerald Muralt Wildbiologe der Kärntner Jägerschaft

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KÄRNTENS JAGDSTRECKE 2016 Klagenfurt

Villach

Hermagor

Spittal/ Drau

Feldkirchen

St. Veit/ Glan

Wolfsberg

Völkermarkt

Kärnten gesamt

Kärnten 2014

Kärnten 2015

Rehwild Böcke Geißen Kitze Gesamt

979 954 613 2.546

1199 1229 674 3.102

660 604 414 1.678

1.671 1.397 799 3.867

625 593 436 1.654

2.139 2.112 1.254 5.505

1.352 1.248 879 3.479

1.139 1.123 809 3.071

9.764 9.260 5.878 24.902

8.837 8.077 4.871 21.785

8.754 8.506 5.005 22.265

Rotwild Hirsche Tiere Kälber Gesamt

5 8 3 16

234 491 426 1.151

176 290 218 684

831 1.865 1.545 4.241

180 458 412 1.050

404 781 592 1.777

94 228 176 498

59 111 80 250

1.983 4.232 3.452 9.667

2.187 3.373 2.795 8.355

1.835 3.934 3.041 8.810

Gamswild Böcke Geißen Kitze Gesamt

70 71 33 174

205 209 104 518

180 180 67 427

664 639 73 1.376

21 26 10 57

86 76 29 191

78 100 31 209

57 72 34 163

1.361 1.373 381 3.115

1.439 1.397 350 3.186

1.573 1.319 374 3.266

Muffelwild Widder Schafe Lämmer Gesamt

5 4 3 12

5 1 5 11

0 0 0 0

0 0 0 0

4 6 6 16

72 84 69 225

0 0 0 0

6 15 15 36

92 110 98 300

74 85 71 230

82 79 61 222

Steinwild Damwild Schwarzwild Murmeltiere Hasen Füchse Dachse Marder Iltisse Großes Wiesel

0 2 28 0 61 749 60 165 47 13

0 0 13 8 136 857 57 210 14 3

0 1 5 120 40 557 36 114 2 0

43 0 10 687 147 1.360 65 245 22 1

0 1 7 64 34 496 16 76 20 0

0 30 153 12 113 1.498 68 232 41 0

0 4 39 3 103 747 42 126 39 0

0 3 139 0 147 846 87 308 58 2

43 41 394 894 781 7.110 431 1.476 243 19

45 45 448 818 804 6.774 364 1.491 209 17

36 31 388 700 790 7.313 358 1.511 228 10

FEDERWILD Auerwild Birkwild Haselwild Fasane Rebhühner Wildtauben Waldschnepfen Wildenten Wildgänse Blässhühner Kolkraben Aaskrähen Eichelhäher Elstern

2 4 5 283 0 207 43 712 2 31 2 891 404 350

10 18 3 17 0 348 28 366 0 4 3 284 305 87

15 62 11 0 0 9 4 68 2 0 3 121 112 22

28 122 7 0 0 57 1 200 9 26 4 292 280 41

4 8 3 0 0 88 24 133 0 16 3 220 187 99

14 10 4 45 0 141 15 401 0 0 38 341 229 110

12 12 4 24 0 66 8 93 0 0 10 520 201 54

2 5 4 359 0 169 33 283 2 6 37 507 435 254

87 241 41 728 0 1.085 156 2.256 15 83 100 3.176 2.153 1.017

0 245 34 813 39 1.010 192 2.227 10 80 133 1.546 1.367 610

91 245 36 767 46 985 173 2.093 1 104 213 2.647 2.239 945

HAARWILD

FALLWILD Straße Übriges Fallwild Gesamtfallwild (Stand: 18. 4. 2017)

Rehwild

2747 1886 4633

Rotwild

Gamswild

169 178 347

3 170 173

Muffelwild

0 5 5


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Rehwild Referent BJM Ing. Wolfgang Oswald Es geht dem Rehwild in Kärnten nach wie vor, zumindest zahlenmäßig, sehr gut und es hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren nichts Wesentliches verändert. Im Detail betrachtet zeigt sich jedoch, dass die Dichte (Anzahl Rehe je 100ha) an der Kapazitätsgrenze so mancher Rehwildlebensräume angekommen ist. Es sollte sich daher jeder Jagdverantwortliche diese, für Kärnten allgemeine Betrachtungen, für sein Revier im Detail anschauen. Der Abschuss in Kärnten (siehe Abbildung 1) ist weiterhin stetig steigend. Seit 2013 wurde der davor übliche Zweijahresrhythmus ver-

Abb. 1: Jährliche Rehwildentnahme in Kärnten

Abb. 2: Abschusserfüllung auf Kärntenebene

lassen, wonach im ersten Jahr der Planperiode noch zurückhaltender im Abschuss agiert wurde und erst im zweiten Jahr versucht wurde, das Versäumte aufzuholen. Nun ist man jährlich auf einem Aufwärtstrend und nähert sich den geforderten Planzahlen immer weiter an. Haben 2005 noch über 10.000 Stück gefehlt, um den Abschussplan zu erfüllen, waren es 2016 „nur“ mehr etwas über 2.300 Rehe, die nicht erlegt wurden. So kann die letzte Planperiode seit 2005 einen neuen Höchststand von rund 87% Erfüllung aufweisen (siehe Abbildung 2). Weiters ist zu erkennen, dass der seinerzeitig fokussierte Bockabschuss nun mittlerweile stabil aus-

geglichen mit dem Geißenabschuss harmoniert (siehe Abbildung 3). Die Jäger haben sich nachhaltig umgestellt und seit 2010 den notwendigen Geißenabschuss weitgehend angenommen (siehe schwarze Trendlinie in Abbildung 3). Lediglich beim Kitzabschuss ist man sich offensichtlich noch nicht ganz einig und gibt es da nach wie vor ein Problem. Die Erfüllung bei den Kitzen liegt nämlich in den letzten elf Jahren auf nur durchschnittlich knapp 63%; und das bei einer Planung, die nicht den erforderlichen 30% entspricht. Der Kitzabschuss sollte nach den Abschussrichtlinien 30% des Gesamtabschusses betragen. Da aber speziell bei den Rehkitzen durch den Mähtod oder andere Umstände jährlich einiges an Verlust zu verzeichnen ist, hat es sich etabliert, dass man das in der Planung berücksichtigt und nicht mehr die geforderten 30% plant, sondern darunter liegt. Wenn aber nun von dieser reduzierten Planung nochmals mit derselben Begründung der Abschuss nur mehr knapp über der Hälfte erfüllt wird, verfehlt man das Ziel einer ordnungsgemäßen Rehwildbejagung. Wie in Abbildung 4 ersichtlich, liegt die Planung schon einmal deutlich unter der eigentlichen Sollplanung. Nimmt man nun die Fallwildzahlen und den getätigten Abschuss zusammen (Rote Linie),

Abb. 3: Erfüllungsprozente in den einzelnen Wildklassen

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Abb. 4

dann sieht man, dass nicht einmal diese geplante Linie erreicht wird. In all den Jahren bestätigt sich daher die Annahme nicht, dass die Gesamtentnahme (Fallwild plus Abschuss) den geforderten 30%Anteil erreicht. Somit verbleiben jedes Jahr Kitze, die wiederum durch ihre Vermehrung den Bestand in die Höhe kurbeln. In den letzten zwölf Jahren sind demnach über 63.000 Kitze im Bestand verblieben, die ihrerseits wiederum für einen Populationsanstieg von rund 110.000 Rehen gesorgt haben. Das bedeutet: Rund 19% des Abschussplanes sind im Bestand verblieben und haben sich fröhlich weiter vermehrt. Selbstverständlich können die Rehe nicht in den Himmel wachsen und ist eine derartige Betrachtung nicht als absolut zu nehmen, sondern ein Beispiel von mathematischer Modellierung. Es zeigt aber eindeutig einen Trend auf, wonach die Planung und deren Erfüllung zu hinterfragen sind, wenn damit der Nachwuchs/Zuwachs/100ha in manchen Revieren deutlich über dem Abschuss/100ha liegt und das ist dann sicher kein Zahlenspiel mehr. Wobei auch hier, wie aus der Abbildung 4 ersichtlich, eine positive Entwicklung zur Entspannung erkennbar ist, um auch diesen Trend auszugleichen. Momentan wurde nämlich ein neuer Tiefstand von rund 14% vom Abschussplan erreicht. Zu berücksichtigen ist weiters, dass das Reh kein Herdentier ist

und vielmehr die Individualität braucht. Es leidet stärker unter Sozialstress als manchem bewusst ist. Rehe kommen mit sonstiger Beunruhigung und der Nähe des Menschen besser zurecht als wenn viele Rehe auf engem Raum leben müssen. In diesem Konnex steht auch das Thema Fütterung, da auch die Fütterung ihren Teil dazu beiträgt, dass sich die Population auf hohem Niveau hält. Wer voriges Jahr eine der drei besonderen BILDUNGSPLATTFORM-Veranstaltungen zum Thema Rehwildfütterung besucht hat, wird selbst erkannt haben, dass dem Reh mit der Fütterung kein Gefallen erwiesen wird, sondern damit allenfalls persönli-

che Vorstellungen und Erwartungen befriedigt werden. Jene, die ausdauernd, gewissenhaft und schon viele Jahre und Jahrzehnte die Fütterungen betreiben, werden bestätigen können, dass die vermeintliche Stärkung des Rehwildes (vornehmlich natürlich der Trophäe) weiterhin auch nur die Ausnahme der Regel repräsentiert. Es ist erwiesen, dass Fütterungen diesen Effekt nur dort bringen können, wo die Dichten noch sehr gering sind. Da das Reh aber ein Kulturfolger ist und in der heutigen Kulturlandschaft eher als Gewinner denn als Verlierer dasteht, sind die Dichten meist schon an der Kapazitätsgrenze des Lebensraumes angekommen und die erwartenden Effekte werden durch den auftretenden Sozialstress mehr als aufgehoben. Krankheiten, kümmernde Rehe, hohe Fallwildzahlen und starker Wildeinfluss im Lebensraum sind doch nicht die Ziele der Fütterung. Ein Umdenken ist gefordert, ohne Verbote und Verordnungen, sondern aus eigenem Antrieb. Geben wir den Rehen wieder mehr Raum – einerseits in unseren Gedanken im Hinblick darauf was dem Rehwild wirklich gerecht wird und andererseits im Lebensraum: frühe und effektive Entnahme in der Jugendklasse und rechtzeitige und ebenso effektive bei den Kitzen, wobei ältere und schwächere Geißen dabei gleich mitgenommen werden sollten.


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Rotwild Referent Ing. Stefan Kulterer In der vergangenen Abschussplanperiode 15/16 hat es 4 Sitzungen des Rotwildausschusses gegeben. Die wichtigsten Fragen, denen man sich dabei gewidmet hat, waren: 1. Anhand welcher Zielkriterien kann man die neuen Abschussrichtlinien evaluieren? 2. Soll der 1. Mai als Schusszeitbeginn für Rotwild bleiben? 3. Wie geht es mit der Frischvorlage von Rotwild weiter? 4. § 61 Fütterungsparagraph – Wie soll gefüttert werden? 5. Wildstandszählung in Kärnten Der Rotwildausschuss hat sich zu diesen Fragen auch immer wieder die Meinung von außen eingeholt und zu den Sitzungen Experten (Wildbiologen und Mitglieder der Kärntner Jägerschaft) eingeladen. Die obigen Fragen wurden wie folgt abgehandelt und meist einstimmig bzw. mehrheitlich beschlossen, um sie dann auf dementsprechendes Ersuchen dem Landesvorstand als Empfehlung vorzulegen.

AD 1) ZIELKRITERIEN Um die neuen Abschussrichtlinien für Rotwild nach den ersten 2 Abschussplanperioden evaluieren zu können, hat man sich darauf geeinigt, dass die a. Entwicklung der Kälber-Wildbretgewichte (steigend) b. Entwicklung des Hirschalters (mehr ältere Hirsche) c. Entwicklung des Geschlechterverhältnisses (Richtung 1:1) zu den wichtigsten Kriterien neben der Anzahl an Wildschäden zählen. Die erste Planperiode 15/16 zeigt zumindest eine Trendumkehr bei der Bejagung auf, die wesentlich das Geschlechterverhältnis beeinflusst.

AD 2) 1. MAI – ABSCHUSS Da der „1. Mai Abschuss“ eine KANN-Bestimmung ist, empfahl der Rotwildausschuss an dieser Re-

gelung weiter festzuhalten. Es KANN ab 1. Mai Rotwild nach den gültigen Abschussrichtlinien erlegt werden, MUSS aber nicht. Vor allem die Schadgebiete werden diese Regelungen in Anspruch nehmen. Es sei aber kurz darauf hingewiesen, dass sich der Rotwildausschuss generell gegen eine Ausweitung der Schusszeit (Verlängerung) ausspricht.

AD 3) FRISCHVORLAGE Die Frischvorlage von Rotwild hat sich zur beweissichernden Zählung des tatsächlich getätigten Abschusses bewährt. Es gibt sogar andere Bundesländer in Österreich, die diese Regelung gerne übernehmen würden. Der Rotwildausschuss hält daher an dieser Regelung fest und empfiehlt die Anwendung auf unbestimmte Zeit auszudehnen. Man wird sich jedoch Gedanken darüber machen, ob es nicht doch besser ist, das gesamte Stück innerhalb einer angemessenen Zeit zur Vorlage an den HRL oder eine dafür bestimmte Person zu bringen.

AD 4) § 61 – FÜTTERUNG VON ROTWILD Die Evaluierung des WÖRP macht es auch notwendig, den Fütterungsparagraphen (§ 61 K-JG) zu überarbeiten. Hierzu hat es 2016 vorab eine WÖRP-Ausschusssitzung gegeben, bei der, für das Rotwild im Speziellen, folgende Punkte fachlich herausgearbeitet wurden: a. Fütterung für Rotwild ist nicht zwingend notwendig. b. Raufutter als Futtermittel wäre absolut ausreichend. c. Schaffung von Ruhezonen für das Rotwild sind zwingend notwendig. d. ein durchschnittlicher Winter stellt für das Rotwild keine echte Notzeit dar (fachlich durch eine Studie O.Univ.-Prof. Dr.rer.nat. Walter Arnold untermauert → FIWI), wenn es Ruhe hat.

Nach dieser WÖRP-Ausschusssitzung hat sich der Rotwildausschuss zusammengesetzt und die nachstehende Empfehlung ausgearbeitet: a. Der Fütterungsparagraph soll eine „Kann-Bestimmung“ und kein Gebot oder Verbot sein. b. Sowohl Raufutter als auch Saftfutter (als Auftrag der Landesregierung) als Futtermittel möglich. c. Kraftfutterverbot d. Der Begriff „Notzeit“ wird künftig nicht mehr verwendet. e. Fütterung nur mehr zu Lenkungszwecken (Lenkungsfütterung) f. Sowohl Saftfutter als auch Raufutterstandorte sind in großräumige Konzepte zu integrieren. Hinsichtlich der Konzepte werden keine weiteren Vorgaben gemacht und müssen sich diese den regionalen Verhältnissen anpassen. g. Fütterungswildstände zwischen 20 und 80 Stück je Standort sind anzustreben. h. Vorlagezeitpunkte a. Raufutter ab 1.12. b. Saftfutter ab 1.1. i. Jagdverbot um a. Saftfutter-Fütterungen im Radius von 400m b. Raufutter-Fütterungen im Radius von 200m j. Ruhezonen sollen zukünftig kleinräumig und mosaikartig vor Ort ausgewiesen werden. Ruhezonenkonzepte unter Einbindung aller Nutzungsinteressenten sollen gemeinsam erarbeitet werden.

AD 5) WILDSTANDSZÄHLUNG Es gibt Schätzmethoden, die mithilfe von Rückrechungsmodellen über die getätigten Abschüsse und das erfasste Alter der Tiere den Mindestbestand schätzen können. Nachdem es jährlich durch äußere Einflussfaktoren, wie erhöhtes Fallwild, Fütterungsauflassungen, etc. zu nicht kalkulierbaren Schwankungen innerhalb einer Region kommen kann, hat man sich kärntenweit für die sogenannte „Kohor-


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ten-Methode“ entschlossen, um den Wildbestand zu berechnen und diesen dann auch für die Abschussplanung heranzuziehen. Dieses bewährte Modell wird auch in Salzburg verwendet und seitens des Rechnungshofes als adäquates Mittel angesehen. Um diese Methode zu verfeinern und noch genauer zu machen, wäre es künftig sinnvoll, auch bei den erlegten Tieren das Alter auf der Abschussmeldung zu vermerken. Ausgangsbasis, um den Mindestabschuss für die Abschussplanung festzulegen, ist immer der getätigte Abschuss der letzten Planperioden.

STELLUNGNAHME ZUR ABSCHUSSERFÜLLUNG PP 15/16 Die 1. Planperiode der neuen Abschussrichtlinien (PP 15/16) und der damit eingeleiteten verstärkten Reduktion beim Rotwild hat eine deutliche Trendwende in der Bejagung aufgezeigt (siehe Tabelle 1). Dies liegt aber natürlich auch an der veränderten Freigabe. Zur Vergleichsplanperiode 13/14, wo noch die alten Abschussrichtlinien gegolten haben, ergibt sich ein Plus von 3%. Dies mag im ersten Moment nicht viel erscheinen, aber, wenn man die Erlegung im Detail betrachtet, dann sieht man, dass zwar um 1.254 Stück weniger Hirsche, doch um 2.030 Stück mehr Kahlwild erlegt worden ist. Dies ist wichtig für die Umkehr im Geschlechterverhältnis. Wichtig wäre jetzt noch, dass deutlich mehr Alttiere samt den dazugehörigen Kälbern erlegt werden, damit man weiter reduziert. Um den Hirschanteil aber nicht künstlich hochzuhalten, werden ab heuer wieder IIIer mehrjährig und IIIer 1-jährig getrennt freigegeben. Dies soll dazu dienen, dass man nicht in die Versuchung

kommt, den Spießerhirsch laufen zu lassen, nur damit man seinen mehrjährigen IIIer-Hirsch noch behält, wenn nur ein IIIer-Hirsch am Abschussplan steht. Wurde der IIIer 1-jährig erlegt, kann auf den Topf zugegriffen werden, ohne dafür aber 4 Stück Kahlwild zusätzlich vorher erlegen zu müssen. Für den mehrjährigen IIIer-Hirsch aus dem Topf bleibt diese Richtlinie von 4 Stück Kahlwild, die vorher erlegt werden müssen, jedoch weiterhin aufrecht. Um diejenigen Reviere zu „belohnen“, die sich redlich um die Kahlwilderlegung bemühen, aber auch, um rasch auf Wildschäden reagieren zu können, wurde ab heuer für die Bezirksjägermeister eine Art „Bonustopf“ eingerichtet, der erstmalig Ier- und IIer-Hirsche beinhaltet. Dieser findet sich im „§ 6 Zusätzlicher Abschuss“, der da lautet: (3) Auf Hirsche der Klasse I und II im Zusätzlichen Abschus-

splan darf darüber hinaus ausschließlich nach Rücksprache mit dem Bezirksjägermeister zugegriffen werden. Eine Freigabe durch den Bezirksjägermeister kann diesfalls nur bei bereits vorliegenden Wildschäden, zur erforderlichen Wildstandsreduktion, im Rahmen der Durchführung einer revierübergreifenden Rotwild-Reduktionsjagd oder auch im Falle außergewöhnlich guter Erlegung von Kahlwild, zeitlich befristet oder unter der Voraussetzung der vorherigen Erlegung weiterer Stücke Kahlwild erfolgen. Abschließend sei von Seiten des Rotwildausschusses festgehalten, dass es neue Abschussrichtlinien, die sich nur aus einem neuen Jagdgesetz entwickeln können, ohne die Auswirkungen der letzten Neuerungen genau zu kennen, erst ab 2020 geben soll.

TABELLE 1, JAGDSTRECKE PERIODE 15/16 Hirsch I

Hirsch II

Hirsch III

Hirsch III-1j.

Tier

Kalb

Rotwild

Kärnten

A-Plan

712

359

3207

84

8321

7977

20660

Kärnten

Jagdstrecke

297

474

1927

1120

8166

6493

18477

Kärnten

%

41,7

132,0

98,1

81,4

89,4

Kärnten

Fallwild V/R

1

15

66

28

118

92

320

Kärnten

Fallwild sonst.

32

54

47

26

125

66

350

92,6

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Gamswild Referent BJM Ing. Franz Koschuttnigg Die Analyse des zweijährigen Abschusses bei unserem Wappentier zeigt wie immer eine positive Entwicklung bei der Konstanz des Gamsabschusses in Kärnten, aber noch immer eine negative Entwicklung bei der Planung und folgenden Abschusserfüllung und der Altersstruktur sowie des Geschlechterverhältnisses. Mit 3.115 erlegten Gams liegt man im letzten Jahr etwas über dem langjährigen Schnitt von 3.004 Stück. Diese Konstanz, dass in unserem Bundesland in nunmehr 22 Jahren (Abb. 1) der Rückgang beim Gamsabschuss, wie in vielen anderen Bundesländern und Ländern, nicht eingetreten ist, ist derzeit wohl einzigartig im Alpenraum. Dafür gebührt allen Jagdaus-

übungsberechtigten, vor allem den Gamsjägerinnen und -jägern ein kräftiger Weidmannsdank! Mit 82% Abschussplanerfüllung liegt man leider wie in jeder Planperiode doch weit unter den angestrebten Planzahlen (Abb. 2). Die Ursachen hierfür sind natürlich wie immer vielfältig und wurden und werden im Fachgremium (Gamswildausschuss) erörtert und analysiert. Wenn man aber davon ausgeht, dass Gamslebensräume und somit auch Planungsgrundlagen beim Gams bei 2.500ha anfangen und in der letzten Abschussplanperiode nur 20% in Kärnten in Gemeinschaften geplant wurde, ist

Abb. 1: Kärntens Gamsabschuss von 1995 bis 2016

dies sicher ein Ansatz, um die Planerfüllung zu erhöhen! Lebensraum ist nicht gleich Lebensraum, und Populationsstruktur ist nicht gleich Populationsstruktur; dies trifft nirgends stärker zu als bei unserem Alpengams. Ein natürlicher Altersklassenaufbau ist wichtig für das Fortbestehen der Gamsbestände. Gibt es kaum reife Stücke in der Population, verausgaben sich die jüngeren Individuen, wodurch wiederum deren Lebenserwartung abnimmt. Alte Stücke haben besonders durch ihre Erfahrung einen großen Einfluss auf die Population und bei einem ausgewogenen Verhältnis von reifen und mittleren Böcken vergeuden die Böcke weniger Energie während der verkürzten Brunft, was sich auch positiv auf die Geißen und deren Nachkommen auswirkt. Dass in Kärnten eine positive Tendenz hin zu älteren Stücken zu erkennen ist, ist sicherlich der richtige Ansatz für eine zukünftige Gamsbewirtschaftung. Trotzdem sind zu wenige alte Gams sowohl bei Geißen als auch bei Böcken vorhanden. Dies zeigen leider auch die Abschusszahlen in den einzelnen Klassen (Abb. 3)! Nicht nur in der FFH-Richtlinie ist der Gams eine besonders erwähnte Wildart, die eine nachhaltige Sicherung in seinem Lebensraum erfordert, sondern auch Symposien (wie „Heimatwild Alpengams nachhaltig erhalten“ in Kufstein) oder Forschungsprojekte (Gamswild-Modellregion Heiligenblut etc.) beschäftigen sich mit dem Erhalt dieser für uns so wichtigen Wildart. Um Verbesserungen in der Maßnahmen-Umsetzung erzielen zu können, gibt es viele Ansätze, wie eine großräumige Zusammenarbeit und gemeinsame Strategiepläne zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Gamswildes.

NUTZUNG UND BESTAND Abb. 2: Abschussplan, Abschuss, Erfüllung und Fallwild für die Planperioden 11/12, 13/14 und 15/16 auf Kärntenebene

Ziel der Bejagung müssen gesunde und stabile Bestände sein, wobei


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das nach dem Abschuss in der Population verbleibende Wild im Vordergrund stehen muss!

PLANUNGS- UND BEJAGUNGSRICHTLINIEN Die jagdliche Planung soll auf gesicherten Bestandsdaten, Streckenanalysen sowie auf praktischen und wildbiologischen Grundlagen basieren, wobei folgende Aspekte dabei besonders zu berücksichtigen wären: Nahrung/Ruhe/Deckung (Ruheflächen, Tourismuslenkung), Bestandsstruktur/Altersstruktur, Bestandserfassung, Jagdzeiten, Ausbildung, Lebensraum (Winter– Sommer), Bejagung, Kommunikation mit Interessengruppen und die Forschung bzw. Wildbiologie! Der Gams steht unter massivem Einfluss verschiedenster Faktoren, wie eben Jagd, Tourismus, Klima und Wildkrankheiten. Um einen Rückgang der Strecken in Zukunft auch in Kärnten zu vermeiden, was auch Zeichen von Populationsrückgängen wären, wird um eine realistische und nachhaltige Planung in den Jagden, Gemeinschaften, Hegeringen, Wildregionen und Bezirken gebeten! Das heimische Gamswild wird es uns danken!

Abb. 3: Gamsabschussplan, Abschuss und Fallwild 2015/2016

Abb. 4: Bezirksergebnisse 2015/2016

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Schwarzwild Referent Ing. Thomas Gadner Wie man der Statistik (siehe Abb. 1) entnehmen kann, ist der Abschuss bis zum Jahr 2012 durchgehend angestiegen. Nach dem Abschussrekord von ca. 700 Stück hat sich der Abschuss in den letzten Jahren auf ca. 400 Stück eingependelt. Natürlich sagen die Abschusszahlen einiges über die Schwarzwildpopulation aus, aber auf kurze Zeit müssen geringere Abschüsse nicht einen geringen Bestand bedeuten. Aus diesem Grund ist ein Beobachten und stetiges Jagen auf Schwarzwild besonders wichtig. Da das Schwarzwild ein Anpassungskünstler ist, welcher mit den

unterschiedlichsten Lebensräumen zurechtkommt, könnte jederzeit ein weiterer Anstieg wieder möglich sein. Dies sieht man auch in der heurigen Bezirksaufteilung, denn der seit Jahren führende Bezirk Völkermarkt wurde heuer erstmals vom Bezirk St. Veit mit 153 erlegten Stücken überholt (siehe Tabelle 1). Da das Futterangebot für die Vermehrung des Schwarzwildes verantwortlich ist, ist festzuhalten, dass ein generelles Fütterungsverbot für Schwarzwild in ganz Kärnten gilt. Kirrungen sind keine Fütterungen und dürfen nur in Gebieten, in welchen kein Rotwild vorkommt, angewendet werden. Hier

Tabelle 1: Schwarzwildentnahme 2016 auf Bezirksebene

Abb. 1: Jährliche Schwarzwildabschüsse in Kärnten von 1980 bis 2016

Keiler

Bachen

Fallwild

Gesamt

St Veit

79

74

9

162

Völkermarkt

73

66

2

141

Wolfsberg

21

18

1

40

Klagenfurt

14

14

0

28

Villach

11

2

0

13

Spital

6

4

0

10

Feldkirchen

5

2

0

7

Hermagor

4

1

0

5

sind von der Kärntner Jägerschaft folgende Richtlinien festgelegt worden. u Kirrungen dienen nur zur Abschusserleichterung von Schwarzwild. u Sie sind mit geringen Mengen attraktiver Futtermittel zu beschicken. u Kirrungen ohne Bejagungserfolg sind umgehend einzustellen. u Kirrung darf nicht mehr Zuwachs produzieren. u 1kg Kirrmaterial pro 100ha und Tag. Damit man bei der Schwarzwildjagd einen Erfolg erreichen kann, ist eine Zusammenarbeit zwischen den Gemeindejagden und auch den Eigenjagden notwendig. Es ist nicht sinnvoll, dass jeder Jäger alleine dem Schwarzwild nachstellt, denn nur durch eine gezielt gemeinsam geplante Jagdstrategie kann der Schwarzwildbestand in den einzelnen Regionen einigermaßen unter Kontrolle gebracht werden. Wichtiger noch als bei den anderen Wildarten ist das gute Einvernehmen mit der Landwirtschaft, denn die Schwarzwildbejagung funktioniert nur, wenn die Jäger mit den Landwirten zusammenarbeiten. Genauso ist ein gutes Verhältnis bei der Wildschadenserhebung von Vorteil.


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Raufußhühner Referent DI Thomas Huber Die Tätigkeit bei den Raufußhühnern liegt nach wie vor bei der Abwicklung von Projekten zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume. Da vor allem das Auerwild durch die Veränderung der Waldstrukturen am stärksten betroffen ist, liegt der Schwerpunkt weiterhin bei unserem großen Waldhuhn. Ausgehend vom „Jahr des Auerwildes“ 2014 wurden bisher rund 60 Projekte abgewickelt, mit insgesamt 150ha Projektfläche, dies ergibt ca. 2,5ha/Projekt. Das Budget für Maßnahmen ausgehend vom „Jahr des Auerwildes“ ist mittlerweile ausgeschöpft, das Interesse für weitere Maßnahmen jedoch groß und daher eine Reihe von Projekten in Arbeit. Die Unterstützung dafür erfolgt aus dem jährlichen Budget für Ökologische

Maßnahmen, zu beantragen über die jeweilige Bezirksgeschäftsstelle der Kärntner Jägerschaft. Beim Almpflegetag des Kärntner Almwirtschaftsvereines im Juni letzten Jahres wurde gemeinsam mit dem Maschinenring Kärnten vor vielen interessierten Almbauern, darunter viele Jäger, eine ferngesteuerte Schlägelraupe vorgestellt, welche sich als Kleingerät für kleinräumige Schlägelarbeiten in geschlossenen Zwergstrauchheiden – besonders zur Lebensraum-Verbesserung des Birkwildes – eignet. Ausgehend von dieser Veranstaltung sind mehrere Projektanfragen hervorgegangen, welche im heurigen Jahr zur Umsetzung kommen. Neben den jeweiligen Zählungen (landesweite Zählungen und Referenzzählungen) durch die Kärntner

Jägerschaft wird seitens des Referates über die Bezirke auch versucht, zusätzliche Informationen zu erhalten, z.B. welchen Trend die Beobachtungen von Gesperren zeigen, um so auch einen Eindruck über die jährliche Nachwuchsrate zu erhalten.

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Raubwild Referent Gerald Eberl Das abgelaufene Jagdjahr, vor allem die Wintermonate, war aufgrund der zum Teil schlechten Witterungsverhältnisse für eine effektive Bejagung unserer Beutegreifer wahrlich nicht das Beste. Dennoch gab es bei der Rotfuchsstrecke keinen Einbruch. Es konnten über 7.000 Stück erlegt werden. Beinahe unverändert zu 2015 sind die Strecken bei Dachs und Marder. Vor allem beim Steinmarder mit 1.243 erlegten oder gefangenen

Stücken gibt es sicher viel mehr zu erbeuten. Bei ca. 1.750 Revieren in Kärnten sind das 0,7 Steinmarder pro Revier, bei ca. 12.500 Jägerinnen und Jägern erlegt jede/r 10. einen Steinmarder. Die überaus hohen Dichten dieser Kulturfolger stehen sicher außer Zweifel. Das Auftreten von Krankheiten wie Räude und Staupe machte sich vor allem beim Fuchs regional stark bemerkbar. Oft wurden verendete Füchse gefunden, die offensichtlich keine Verletzungen aufwiesen und völlig gesund wirkten, bei genauer Untersuchung konnte Staupe als Todesursache festgestellt werden. Anderen Orts konnten aber überdurchschnittlich hohe Fuchsdichten beobachtet werden. Erwähnenswert sind auch das Auffinden eines Marderhundes und eines Goldschakals. Mit diesen bei uns zuwandernden Wildarten werden wir uns in Zukunft sicher häufiger auseinandersetzen müssen. Die 15 Fischotter als Fallwild zeu-

gen von einem gebietsweise sehr hohen Vorkommen dieser Marderart. Fischereiberechtigte klagen berechtigt über sehr hohe Ausfälle ihrer Fischbesätze. Schutzmaßnahmen sind sehr aufwendig, teuer und oft unmöglich zu errichten. Auch das Amt der Kärntner Landesregierung und der Kärntner Landtag sind damit beschäftigt, eine zufriedenstellende Lösung auch in Bezug auf Schadenersatzforderungen der Geschädigten herbeizuführen. Bei den Aaskrähen gab es zu 2015 wieder eine deutliche Steigerung der Abschusszahlen auf 3.176 Stück. Auch mehr Eichelhäher und Elstern wurden 2016 erlegt. Sehr positiv für Kärntens Jägerinnen und Jäger ist die neue RabenvögelVerordnung, die letztes Jahr in Kraft trat und bürokratische Hürden (Einzelbescheide durch die Landesregierung) endlich aufhob. Laut den Zählungen der 60 Referenzreviere ist deren Bestand leicht steigend. Von einer Bestandsgefährdung durch die Bejagung kann keine Rede sein, Landwirte und unser Niederwild können das bezeugen. Der jährliche Fallensteller-Kurs füllte den Lehrsaal auch letztes Jahr wieder. Nur gut ausgebildete und geschulte Jägerinnen und Jäger können uns in die Zukunft führen. Die letzten beiden Jahre waren in der Kärntner Jägerschaft dem Niederwild gewidmet, zahlreiche Veranstaltungen und Niederwildstammtische im ganzen Land beschäftigten sich auch mit den unterschiedlichsten Bejagungsmöglichkeiten unserer heimischen Raubwildarten. Die Hege des Niederwildes und der Raufußhühner wird ohne die intensive Bejagung der Beutegreifer in den wenigsten Fällen zu Erfolgen führen, eine sinnvolle Verwertung der im Zusammenhang gewonnenen Winterbälge bringt Freude und rechtfertigt auch deren weidgerechte Bejagung.


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Falknerei Referent Dr. Harald Barsch Das Interesse von Jägerinnen und Jägern an der Falknerei ist nach wie vor ungebrochen. Ein Indiz dafür sind die steigenden Anmeldungen zur Beizjagdprüfung bei der Kärntner Jägerschaft. Die Prüfungswerber kommen aus allen Bundesländern, zum Teil auch aus dem deutschsprachigen Ausland wie Südtirol. Besonders erfreulich ist der Frauenanteil, er liegt bei 50 Prozent. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Wissensgebiet Falknerei zeigt den Absolventen aber auch, dass die Praxis an zukünftige Falkner höchste Anforderungen stellt. In den allermeisten Fällen sind sie für die Betroffenen unerfüllbar oder die Last des Geforderten ist einfach zu groß. Ein verschwindend kleiner Prozentsatz entschließt sich aktiv zu werden. Ein lebendes Geschöpf erfordert eben tägliche Hingabe. Die Beschaffung eines Beizvogels ist heute, im Gegensatz zu früher, einfach geworden. Am Markt werden Nachzuchten aller Arten, vom Harris Hawk bis

zum Steinadler, zu erschwinglichen Preisen angeboten. Als erste Hürde erweist sich oft die tierschutzgerechte Unterbringung des Vogels. Eine Voliere in der vorgeschriebenen Größe ist unerlässlich. Tägliche Futter- und Trinkwasserversorgung und regelmäßige Reinigung der Voliere erfordern die Anwesenheit des Falkners bzw. Betreuungspersonal. Ein urbaner Jäger hat da keine Probleme, er stellt die Waffe in den Tresor – ein Tier hingegen benötigt regelmäßige Betreuung. Nach der Mauser beginnen intensive Trainingsflüge, um den Vogel in beste Jagdkondition zu bringen. Die Beschaffung von Jagdmöglichkeiten ist alles andere als einfach geworden. Der ungebremste Rückgang des Beizwildes wie Hase, Fasan und Rebhuhn wird die Jagdmöglichkeiten für Falkner zukünftig noch spürbar einschränken. Der Verlust des Lebensraumes und das Fortschreiten der industriellen Landwirtschaft lassen nichts Gutes

erwarten. Eine immer restriktivere Tierschutzgesetzgebung und eine oft unverständliche Rechtsprechung sind für unsere Passion ebenfalls nicht förderlich. Trotz all dieser Mühen mag sich der eine oder die andere dazu entschließen, mit einem Greif auf der Faust zu weidwerken. Reichliche Entschädigung für die Erfüllung aller Erfordernisse bekommt der Falkner in Form einzigartiger Naturerlebnisse zurück: dem freudespendenden Umgang mit einem unabhängigen, freien Gottesgeschöpf, das nur für sich allein da ist und Erlebnisse in Form von eleganten, atemberaubenden Trainings- und Jagdflügen, wobei die Anzahl des erbeuteten Beizwildes niemals im Vordergrund steht. Mit der Anerkennung der Falknerei als Weltkulturerbe, auch Österreich ist als eines der 18 Länder weltweit mit dabei, will die UNESCO dem Verschwinden einer Jahrtausende alten Jagdkultur entgegenwirken. Nur mit der Bewahrung in lebendiger Form wird die Falknerei weiterbestehen und nicht in Vergessenheit geraten.

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Jagdbezirk Feldkirchen Einer der wichtigsten Schwerpunkte ist die Reduktion des Rotwildes – vor allem des Kahlwildes. Erstmals ist es uns gelungen, den diesbezüglichen Abschussplan über 100% zu erfüllen. Maßdazu „Der Jagd- und Wildschutz im gebend beigetragen hat Bezirk ist ausreichend gewährdie neue Ableistet. Unsere Verantwortung schussregelung und unsere Aufgaben werden in und der stärkeZukunft nicht kleiner, sie wer- re Eingriff bei den noch größer!“ Tieren und Bezirksjägermeister Ewald Pertl Kälbern im Zusätzlichen Abschuss. Der Rehwildabschuss liegt im Kärntner Durchschnitt und kann als zufriedenstellend betrachtet werden. Sorgen bereitet der Parasitenfall beim Gamswild. Viele Stücke sind dadurch verendet. Im Berichtszeitraum wurden viele Hubertusmessen abgehalten. Das jährlich stattfindende Jägeralmfest in Zedlitzdorf bildet jedoch den gesellschaftlichen Höhepunkt. Trotz umfangreicher Biotopverbesserungsmaßnahmen hat sich der Niederwildbestand nicht wesentlich verbessert. Die Bemühungen der Jägerschaft, das Straßenfallwild zu reduzieren sind enorm, trotzdem ist diese Quote immer noch sehr hoch. Der Bezirk Feldkirchen verfügt erfreulicherweise über eine flächendeckende Hundestaffel. Erstmals wurde im Vorjahr eine Bezirkshegeschau mit gleichzeitigem Bezirksjägertag erfolgreich abgehalten. Unser Bezirk verfügt über zwei hervorragende Schießstätten – Radweg und Bichl. Der Standort Bichl scheint durch seine Lage und den Ankauf des Grundstückes gesichert. In Radweg hat der langjährige Schießwart Hans Valent seine Tätigkeit beendet. Wir danken ihm und seinem Team für den unübertrefflichen Einsatz, die großartige und umsichtige Arbeit. Hans Valent hat diesen Schießstand zu einem funktionierenden Schmuckstück entwickelt. Abschließend darf ich mich über die Gründung und die beginnenden Aktivitäten des JägerinnenStammtisches Feldkirchen freuen. Bezirksjägermeister Ewald Pertl

Bezirksgeschäftsstelle: Rauterplatz 4, 9560 Feldkirchen Tel.: 04276/4862 8 Fax: 04276/4868 8 E-Mail: bjmfel@aon.at Dienstzeiten: Mo, Di, Do, Fr: 8 – 12 Uhr; Mi: 14 – 18 Uhr Sprechtag des BJM: nach Vereinbarung BJM Ewald Pertl

BJM:

Ewald Pertl

BJM-Stv.:

Ing. Josef Schnabl

Sekretärin:

Birgit Schurian

Bezirksjagdhundereferent: Bernd Pichlkastner Bezirksschießreferent: zur Zeit keiner

BEZIRKSAUSSCHUSS:

Sekretärin Birgit Schurian

Dipl.-Ing. Rudolf Fritzer (Ersatz: Peter Dörfler), Ing. Manfred Buttazoni (Ersatz: Bernd Pichlkastner), Werner Pfandl (Ersatz: Heinz Hofer)

Jagdbezirk Feldkirchen – Daten & Fakten u 55.958ha u 105 Jagdgebiete, davon 74 Eigenjagden (17.200ha) und 31 Gemeindejagden (38.758ha) u 10 Hegeringe und 2 Wildregionen u 895 Mitglieder, davon 99 Frauen u 2 Berufsjäger u 109 Jagdschutzorgane u 11 Bereichshundestationen u gewonnenes Wildbretgewicht 2015: 65.834 kg 2016: 72.993 kg u 5 Jagdhornbläsergruppen Anzahl der ausgestellten Jagdkarten: 2015: 45 (davon: 5 Duplikate)

2016: 34 (davon: 2 Duplikate)

Anzahl der entzogenen Jagdkarten: 2015: 0

2016: 1

Anzahl der ausgestellten Jagdgastkarten (ohne Berücksichtigung der retournierten): 2015: 143 2016: 132 Anzahl der Jagderlaubnisschein-Bescheide: 2015: 1 2016: 4 Anzahl der Abschussplanbescheide: PP 11: 2015/2016: 102

Anzahl der Berufungen 2015/2016: 0

Sperrbescheide: 2015: 0

2016: 0

Anzahl Bezirksjagdbeiratssitzungen: 2015: 1, 0 Umlaufbeschluss

2016: 0, 0 Umlaufbeschluss

Anzahl der Stellungnahmen: 2015: 28

2016: 19

Anzahl Parteienverkehr: 2015: 700-800

2016: 700-800

Anzahl Telefonauskünfte: 2015: 800-900

2016: 800-900


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Jagdbezirk Hermagor Neben der normalen Geschäftstätigkeit wurden nachstehende Aktionen gesetzt:

Bezirksgeschäftsstelle: 10. Oktober-Straße 6, 9620 Hermagor Tel.: 04282/2370 Fax: 04282/2519 4 E-Mail: bjmher@aon.at

JAHR DES NIEDERWILDES Um die kargen Lebensräume für das Niederwild zu verbessern und zum Zweck einer entsprechenden Reviergestaltung erfolgten Teilnahmen der Hermagorer Jägerinnen und Jäger an den Einschulungen für Ökobeauftragte und wurde seitens des Bezirkes auch die Aktion zur Ausbringung von Saatgutmischungen unterstützt.

BJM Bruno Maurer

WALD – WILD – WISSEN Das Schulprojekt des Jagdbezirkes Hermagor wurde zum 4. bzw. zum 5. Mal veranstaltet und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. 2015 haben 230 Kinder der Volksschulen Weißbriach, Grafendorf, Egg, Tröpolach und Fritzendorf sowie der Kindergärten Hermagor, Presseggen, Kirchbach und begleitende Lehrer, Eltern und Jäger die Veranstaltung in der Zeit vom 29.6. bis 3.7. und vom 6.7. bis8.7.2015 unter Projektleitern Anita und Harald Bachmann besucht. Neben unzähligen Schwerpunktthemen beeindruckte das Wildtierdiorama, aufgebaut unter der Leitung von HRL Erwin Salcher und Peter Gratzer. Ausgezeichnet mit einer Urkunde und einer Tasche mit dem WWW-Logo gingen die Kinder glücklich nach Hause. 2016 konnten beim Projekt Wald–Wild–Wissen über 150 Schü-

Mo – Fr: 8 – 12 Uhr

Sprechtag des BJM:

Do: 9 – 11 Uhr

BJM:

Bruno Maurer

BJM-Stv.:

Raphael Gressel

Sekretärin:

Elisabeth Wiedenig

Bezirksjagdhundereferent: Gerald Hopfgartner Bezirksschießreferent: Josef Naggler

BEZIRKSAUSSCHUSS:

AUSSERORDENTLICHER BEZIRKSJÄGERTAG Nach langer schwerer Krankheit verstarb am 5. Juni 2016 Bezirksjägermeister Ing. Carl Gressel. Über 14 Jahre führte er den Jagdbezirk Hermagor mit Weitblick, großer Sachkenntnis und Gewissenhaftigkeit. Mit seinem Ableben war die Nachfolge zu regeln und es wurde am 23.09.2016 ein a.o. Bezirksjägertag einberufen. Bei der Wahl wurden der Bezirksjägermeister und sein Stellvertreter Raphael Gressel einstimmig gewählt.

Dienstzeiten:

Sekretärin Elisabeth Wiedenig

Josef Guggenberger (Ersatz: Walter Krieber), Stefan Ferlitsch (Ersatz: Josef Gugg jun.), DI Manfred Mörtl (kooptiert), Siegfried Wallner (kooptiert)

ler der Volksschulen Kötschach – Mauthen, Dellach i.G. und Egg begrüßt werden. Es fand diesmal vom 27.6. bis 1.7.2016 in der Watschiger Kes’n statt.

„Jagd- und Wildschutz hat im Bezirk Hermagor einen hohen Stellenwert und wird mit der entsprechenden Verantwortung, gegenwartsbezogen und zukunftsweisend gelebt.“ Bezirksjägermeister Bruno Maurer

Am 30. Oktober 2015 veranstaltete der Hegering Dellach im Gailtal eine Hubertusmesse. Aus fast jedem Hegering im Bezirk kamen Jägerinnen und Jäger, um die Klänge der JHBG Longegg sowie dem Gesang des MGV Dellach zu lauschen

und erfreuten sich auch viele Nichtjäger an der Veranstaltung, bei der jagdliches Brauchtum weit in die Öffentlichkeit getragen wurde.


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Zum Ausklang fand noch eine kleine Agape statt.

ALTE MAUERN – NEUE THEMEN

JÄGERRORATE IN DER BASILIKA MARIA LUGGAU 2015 fand das Jagdjahr einen gelungenen Abschluss mit der Jägerrorate, zu der die Jagdhornbläser Longegg in die Basilika in Maria Luggau geladen hatte. Auch 2016 fand die dritte Jägerrorate mit der JHBG Longegg statt. Wieder bestens besucht erfreuten sich alle am tollen und klangvollen Stimmungsbild in der Basilika.

„ALLES JAGD“ IN MARIA LUGGAU Unter diesem Motto luden die Trachtenkapelle Maria Luggau und die Jagdhornbläsergruppe „Longegg“ am 30. Juli 2016 zum ersten gemeinsamen Konzert in ihrem Heimatort ein. Die Jagdhornbläsergruppe „Longegg“, welche nach einem gleichnamigen Jagdgebiet in Maria Luggau benannt ist, wurde im Jahre 2013 gegründet. Seitdem wird auf fünf Parforcehörnern und vier Fürst-Pless-Hörnern musiziert. Zusammen mit der ältesten Musikkapelle des Bezirkes Hermagor, der Trachtenkapelle Maria Luggau, gestalteten die Jagdhornbläser „Longegg“ einen jagdlichen Abend der besonderen Art.

30-JAHR-JUBILÄUM JHBG POLUDNIG Am 18.09.2016 feierten die Jagdhornbläser Poludnig ein großes Fest zu ihrem 30-jährigen Jubiläum. Bei der Festveranstaltung wurden eini-

ge Mitglieder für ihre langjährige Tätigkeit geehrt.

HUBERTUSANDACHT JHBG KÖTSCHACH Am 03.11.2016 wurde in einer berührenden Hubertusandacht aller verstorbenen Weidkameraden im Bezirk, vor allem aber des verstorbenen BJM Ing. Carl Gressel gedacht. HRLStv. Konrad Zojer jun. nahm mit außergewöhnlichen Worten Bezug zur Hubertussage.

Unter diesem Titel wurden im Heimatmuseum Möderndorf drei Veranstaltungen organisiert, die zu unserer und zur Freude der Museumsleitung bestens besucht waren. Die Kärntner Jägerschaft und der Jagdbezirk Hermagor wurden eingeladen bei zwei Veranstaltungen partnerschaftlich mitzuwirken. Es wurden drei Bereiche thematisiert: „Der Biber und andere Neuankömmlinge im Gailtal“, „Rotwildmanagement und Jagdmethoden im Grenzbereich zu Italien“ und „Der Bär im Gailtal: Chancen und Risiken.“

GOLDSCHAKAL Im Hegering Vorderberg wurde


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2016 der Goldschakal mehrmals und auch im Familienverband gesichtet. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass das Rehwild äußerst sensibel auf den Neuankömmling reagiert. Weitere Sichtungen bestätigen seine Ausbreitung nach Westen. Seitens des Bezirkes wurde beschlossen, an den Landesausschuss den Antrag zu stellen, den Goldschakal, so wie es auch in Niederösterreich der Fall ist, als jagdbare Tierart in das Jagdgesetz aufzunehmen.

GAMSSYMPOSIUM UND GAMSRÄUDE In der Planperiode 2015/16 waren über 81 gemeldete Räudestücke zu verzeichnen. Die Dunkelziffer ist vermutlich doppelt oder dreifach so hoch und bereitet Sorgen. Mit ein Grund, dass von Bezirksjägermeister Bruno Maurer und Gamswildreferent Anton Obernosterer ein Gamssymposium in Tirol besucht wurde. Die gewonnenen Erkenntnisse machen nachdenklich und müssen nachhaltig diskutiert werden.

DER BÄR IST LOS In beiden Jahren hatte der Bezirk Besuch von mehreren Bären und es gab auch Sichtungen. So mancher hinterließ Spuren aber auch Schäden.

WILDSCHÄDEN Gröbere Schälschäden sind nach wie vor im Hegering Egg zu verzeichnen. Trotz hervorragender Abschusszahlen ist eine Entspannung nicht in Sicht. Es wurden gut organisierte Stöberjagden abgehalten und mit den geschädigten Grundeigentümern eine Gesprächsbasis gesucht. Lockerungen bei der Entnahme aus dem Zusätzlichen Abschuss trugen zu einem guten Konsens bei und die lösungsorientierten Bemühungen werden anerkannt. Die Verbissschäden sind nach wie vor relevant, speziell in einigen neuralgischen Zonen. Erfreulich ist das Ergebnis des letzten WEM, aus dem ersichtlich ist, dass sich der starke Wildeinfluss innerhalb von zwei Jahren um fast 30% verringert hat. Bezirksjägermeister Bruno Maurer

Jagdbezirk Hermagor – Daten & Fakten u 81.220ha u 160 Jagdgebiete, davon 121 Eigenjagden (42.039ha) und 39 Gemeindejagden (39.181ha) u 16 Hegeringe und 4 Wildregionen u 759 Mitglieder, davon 72 Frauen u 0 Berufsjäger u 178 Jagdschutzorgane u 11 Bereichshundestationen u gewonnenes Wildbretgewicht 2015: 55.584 kg 2016: 65.564 kg u 3 Jagdhornbläsergruppen Anzahl der ausgestellten Jagdkarten: 2015: 33 (davon 1 Duplikat)

2016: 24 (davon 3 Duplikate)

Anzahl der entzogenen Jagdkarten: 2015: 1 2016: 0 Anzahl der ausgestellten Jagdgastkarten (ohne Berücksichtigung der retournierten): 2015: 194 2016: 179 Anzahl der Jagderlaubnisschein-Bescheide: 2015: 4 2016: 2 Anzahl der Abschussplanbescheide: PP 11: 2015/2016: 140 Anzahl der Berufungen: 2 Sperrbescheide: 2015: 0

2016: 0

Anzahl Bezirksjagdbeiratssitzungen: 2015: 1 2016: 1 Anzahl der Stellungnahmen: 2015: 80 2016: 90 Anzahl Parteienverkehr: 2015: ca. 1.200

2016: ca. 1.100

Anzahl Telefonauskünfte: 2015: ca. 1.300

2016: ca. 1.400

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Jagdbezirk Klagenfurt Der Jagdbezirk Klagenfurt umfasst eine Jagdfläche von etwa 88.000ha und präsentiert sich mit vielschichtigen landschaftlichen Strukturen und unterschiedlichen Lebensräumen, welche sich speziell in den letzten Jahren stark verändert haben. Entwicklung und Technik schreiten permanent voran. Sowohl landwirtschaftliche als auch forstwirtschaftliche Maschinen werden immer „breiter, größer und schneller“ – die zunehmende Verbauung nimmt keinen Einhalt. Das Landschaftsbild hat sich gravierend verändert und ist ein anderes geworden. Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie Tourismus und Freizeitgesellschaft – sie alle, möchten ihren Platz einnehmen – was auch große Auswirkungen auf das Wild und dessen Bejagung hat. Heute werden Natur und Lebensraum, unter anderem bedingt durch die zunehmende Freizeit der Menschen, immer intensiver genutzt. Die Palette reicht vom Rad fahren, reiten, Mountainbiken bis hin zum Touren gehen, Ski fahren, Geocaching, Mondscheinwandern. Obwohl im urbanen Bereich die Ausübung der Jagd durch Beunruhigung von immer mehr Freitzeitnutzern schwieriger wird, ist man im Jagdbezirk Klagenfurt bemüht, die Abschusspläne zu erfüllen, um Schäden in der Land- und Forstwirtschaft in einem erträglichen Ausmaß zu halten und Wildstände zu regulieren. Dennoch muss man sich ständig vor Augen halten: Nur durch gegenseitiges Verstehen aller „Besucher der Natur“ – Erholungssuchende, Freizeit-

Bezirksgeschäftsstelle: Mageregger Straße 175 9020 Klagenfurt am Wörthersee Tel.: 0463/5114 69-14 Fax: 0463/5114 69-25 E-Mail: bjmkla@aon.at Dienstzeiten: Mo – Fr: 8 – 12 Uhr Sprechtag des BJM:

Mi: 8 – 10 Uhr

BJM ÖR Dietmar Egger

BJM:

ÖR Dietmar Egger

BJM-Stv.:

Georg Helmigk

Sekretärin:

Ruth Maria Ukowitz

Bezirksjagdhundereferentin: Carmen Piessnegger Bezirksschießreferent: Manfred Struger

BEZIRKSAUSSCHUSS: Sekretärin: Ruth Maria Ukowitz

Ehrenfried Thonhauser (Ersatz: Gerfried Leitgeb), ÖR Gregor Tauschitz (Ersatz: Klaus Dominikus), Gerald Eberl (Ersatz: Ing. Mario Velikogne)

sportler und Jäger – sowie durch Aufklärung, Gespräch und Einsicht und vor allem durch Rücksichtnahme auf andere kann es gelingen, Natur, Lebensraum, Tradition, Wild und Jagd auch in Zukunft nachhaltig zu erhalten. Durch die enge Verzahnung von vielen Jagdgebieten mit besiedelten Bereichen besteht im Jagdbezirk Klagenfurt ein intensiver Kontakt mit der nichtjagenden Bevölkerung und ist es unter anderem eine der Kernaufgaben, auch Anfragen aus der nichtjagenden Bevölkerung zu beantworten bzw. mit Rat und Tat weiterzuhelfen – seien es Steinmarder am Dachboden, Rehe in Rosenoder Gemüsegärten oder der Fuchs, der am Abend regelmäßig beim Komposthaufen vorbeischaut. Des

Weiteren werden da und dort Elstern bzw. Rabenvögel beobachtet, welche die Nester der Singvögel ausräumen – „Die Jägerinnen und Jäger mögen helfen!“, so die Anruferinnen und Anrufer. Hier sind gute und aufklärende Gespräche unumgänglich, wenn „dem Jäger“ durch Verordnungen, „Ruhen der Jagd“, Schonzeiten und verbautes Gebiet eine Bejagung erschwert oder gar unmöglich gemacht wird. Ein weiteres Problem, vor allem bedingt durch die Stadtnähe, stellen Hundehalter dar, welche ihre Hunde unkontrolliert und frei umher laufen lassen. Hier wird im Sinne des Wildschutzes versucht verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Mit dem „Projekt Wald–Wild– Schule“, das auch im Jagdbezirk


TÄT I G K E I T S B E R I C H T Klagenfurt großflächig umgesetzt wird, erfolgt wertvolle Aufklärungsarbeit in den Schulen und Kindergärten, aber auch direkt vor Ort in den heimischen Revieren und Wäldern. Den Kleinsten wird hier bereits das Zusammenwirken von Natur, Wild, Wald und Jagd nähergebracht. Auch Jagdhornbläsergruppen und Jägerchöre stellen ein wertvolles Bindeglied dar, wenn sie mit ihren musikalischen Darbietungen die unterschiedlichsten festlichen Aktivitäten umrahmen. Zahlreiche Straßenfallwildprojekte existieren im Jagdbezirk Klagenfurt und werden von den Jägern verantwortungsvoll in ihrer Freizeit betreut, um das Straßenfallwild zu reduzieren. Im Jagdbezirk Klagenfurt werden neben der Hauptschalenwildart, dem Rehwild, Rot-, Muffel-, Gams- und Schwarzwild bejagt. Auf die Bejagung der Mittelklasse der Gamsböcke wird im Bezirk bereits über Jahrzehnte freiwillig verzichtet. Die Gamsräude hat im Jahr 2016 (26 Stück) leider wieder zugenommen. Das Schwarzwild, eine sehr intelligente und nicht einfach zu bejagende Wildart, kam bis zum Jahr 2000 nur vereinzelt vor, danach nahm der Bestand zu und mit ihm auch die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen. Haarwild, wie Fuchs, Marder und Iltis, wird entsprechend bejagt, damit Krankheitsüberträger und natürliche Feinde des Niederwildes reguliert werden. Immer wieder werden die Jägerinnen und Jäger von Fischereiausübungsberechtigten um Hilfe gebeten, wenn Graureiher oder auch Kormorane ihre Fischbestände teilweise gegen Null dezimieren – Tendenz stark steigend! Zunehmend sind im Bezirk auch Arten wie Fischotter und Biber vertreten. Leider gibt es hin und wieder auch mit dem Biber unliebsame Vorkommnisse, so z.B., wenn Dämme gebaut und in weiterer Folge Straßen durch aufgestautes Wasser unterspült werden bzw. Ackerflächen durch den Wasserrückstau nicht mehr mit den landwirtschaftlichen Maschinen befahrbar sind. Bär und Wolf ziehen im Jagdbezirk Klagenfurt zwischendurch ihre Fährte und

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erwecken großes Medieninteresse. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt im Jagdbezirk Klagenfurt in der Lebensraumgestaltung. Durch ökologische Maßnahmen, wie Anlage von Hecken und Landschaftselementen, Feuchtbiotopen, Grünstreifen, Forststraßenbegrünungen und vieles mehr, wird versucht, den Lebensraum für das Wild zu verbessern. Heuer ist wieder ein Jahr der Abschussplanung für die Periode 2017/2018, das eine verantwortungsbewusste und einvernehmliche, dem Wildstand angepasste Planung erfordert. Sechs Jahre, somit mehr als die Hälfte, sind bereits seit der letzten Jagdgebietsfeststellung (2011 bis 2020) vergangen. Bald sehen wir wieder einer neuen Jagdpachtperiode entgegen, in der die Eigen-

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„Obwohl im urbanen Bereich die Ausübung der Jagd durch Beunruhigung von immer mehr Freitzeitnutzern schwieriger wird, sind wir bemüht, die Abschusspläne zu erfüllen, um Schäden in der Land- und Forstwirtschaft in einem erträglichen Ausmaß zu halten und zu regulieren und kommt dem Jagdschutz hier eine besondere Bedeutung zu.“ Bezirksjägermeister ÖR Dietmar Egger und Gemeindejagden wieder neu festgestellt werden. Nur durch gutes Einvernehmen mit allen Beteiligten kann es gelingen, die Jagd in unserem Bezirk auch für die nächsten Jahre zu erhalten und mit Verantwortung, aber auch mit Freude, auszuüben! Bezirksjägermeister ÖR Dietmar Egger

Jagdbezirk Klagenfurt – Daten & Fakten u 88.692ha u 83 Jagdgebiete, davon 44 Eigenjagden (23.283ha) und 39 Gemeindejagden (65.409ha) u 12 Hegeringe und 4 Wildregionen u 2.055 Mitglieder, davon 291 Frauen u 1 Berufsjäger u 212 Jagdschutzorgane u 18 Bereichshundestationen u gewonnenes Wildbretgewicht 2015: 36.030 kg 2016: 36.705 kg u 8 Jagdhornbläsergruppen Anzahl der ausgestellten Jagdkarten: 2015: 112 (davon: 13 Duplikate)

2016: 98 (davon: 22 Duplikate)

Anzahl der entzogenen Jagdkarten: 2015: 2

2016: 1

Anzahl der ausgestellten Jagdgastkarten (ohne Berücksichtigung der retournierten): 2015: 42 2016: 83 Anzahl der Jagderlaubnisschein-Bescheide: 2015: 2 2016: 1 Anzahl der Abschussplanbescheide: PP 11: 2015/2016: 80

Anzahl der Berufungen: 0

Sperrbescheide: 2015: 0

2016: 0

Anzahl Bezirksjagdbeiratssitzungen: 2015: 1, 0 Umlaufbeschluss

2016: 0, 0 Umlaufbeschluss

Anzahl der Stellungnahmen: 2015: 16

2016: 27

Anzahl Parteienverkehr: 2015: 600

2016: 506

Anzahl Telefonauskünfte: 2015: 1.305

2016: 1.247


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Jagdbezirk Spittal/Drau HEGESCHAUEN Die jährlich in den sechs Talschaften abgehaltenen Talschaftsversammlungen (Hegeschauen) werden von den Talschaftsreferenten und den vor Ort verantwortlichen Hegeringen gut organisiert. Im Zuge dieser Hegeschauen werden von den örtlichen Jägern an Hand von Präparaten und Trophäen Schülern und auch vielen Erwachsenen die heimischen Tiere vorgestellt, Vögel- und Tierlaute nachgestellt, was bei allen Besuchern große Anerkennung findet. Die Bezirksjägertage werden in der Landwirtschaftlichen Fachschule Litzlhof abgehalten und von den Delegierten sehr gut besucht. Weiters wurden Referenten zu verschiedenen Themen eingebunden.

ABSCHUSSPLANUNG 2015/2016 Die Abschussplanung 2015/2016 wurde im Beisein des Bezirksausschusses, der Talschaftsreferenten, Bezirksforstinspektion, der Ausschussmitglieder für Reh-, Rot- und Gamswild sowie des Bezirksobmannes des Jagdaufseherverbandes nach Vorschlägen der Kärntner Jägerschaft beraten und erarbeitet. Der vorgeschlagene Abschussplan wurde in der Bezirksjagdbeiratssitzung 2015 ausführlich diskutiert und einstimmig angenommen. In weiterer Folge wurde seitens einiger Hegeringleiter und Jagdausübungsberechtigter (vor allem

Bezirksgeschäftsstelle: Koschatstraße 35, 9800 Spittal/Drau Tel.: 04762/2229 Fax: 04762/3332 0 E-Mail: bjmspi@aon.at

BJM Franz Kohlmayer

Dienstzeiten:

Mo – Fr: 7.30 – 1 3.30 Uhr

Sprechtag des BJM:

Di: 8.30 – 13 Uhr

BJM:

Franz Kohlmayer

BJM-Stv.:

Ing. Gerhard Müller

Sekretärin:

Inge Piwonka

Bezirksjagdhundereferent: Ofö. Ing. Karl Angermann Bezirksschießreferent:

Peter Ebenberger

BEZIRKSAUSSCHUSS: Sekretärin Inge Piwonka

Ernst Thaler (Ersatz: Rudolf Sommeregger), Ofö. Ing. Josef Rainer (Ersatz: Markus Gautsch), Rudolf Hofer (Ersatz: Ing. Stefan Kulterer)

aus dem Unteren Mölltal) und der Kärntner Jägerschaft (Bezirksjägermeister, Wildbiologe) zur Steigerung des Kahlwildabschusses Vorschläge zur zusätzlichen Freigabe eines Geweihträgers diskutiert und sollte dies in der Abschussplanung 2017/18 zum Tragen kommen. Die Zielrichtung der Abschussplanung 2017/18 und 2019/20 ist eine 20- bis 30%-ige Reduzierung des Rotwildes in den Regionen, wobei ob aller Rotwilddiskussionen auf die Reduzierung des Rehwildes nicht vergessen werden darf.

LEBENSRAUMVERBESSERUNGEN In den Talschaften des Unteren

Mölltales (Mühldorf-Kolbnitz), Oberen Drautals (Dellach/Drau), Liesertales (Rennweg) und Spittal/ Drau (Sachsenburg, Baldramsdorf, Amlach) wurden großartige Biotopverbesserungen für Auerwild durchgeführt. Laut Meldungen der Jagdausübungsberechtigten hat sich in diesen Gebieten schon wieder Auerwild angesiedelt. Es wurden aber auch kleine Maßnahmen, wie Schaffung von Wildwiesen oder Schlegeln von Forstwegen, durchgeführt.

WILDSCHUTZGEBIETE Im Mallnitzer Seebachtal und im Maltatal wurden nach eingehender Besichtigung durch die Forstinspektion und Gutachten der Wildbiologen von der Behörde zwei Wildschutzgebiete im Ausmaß von ca. 80ha genehmigt bzw. ausgewiesen. Weiters wurde ein Wildgehege in der Gemeinde Seeboden (Ortschaft Treffling) genehmigt.

WILDSCHADENSITUATION

Foto: D. Streitmaier

Schwerpunktmäßig waren natürlich die Schadgebiete Unteres Mölltal (von Pfaffenberg – Zandlach, Mühldorf bis Göriach) und


TÄT I G K E I T S B E R I C H T Liesertal (Rennweg – Kremsbrücke – Eisentratten) im Fokus und haben auch etliche Verhandlungen mit den Jagdausübungsberechtigten, Forstinspektion, LFI und BFI stattgefunden. Aufgrund der Schadensituation wurde in diesen Jagdgebieten der Abschussplan schon 2015/16 erhöht und dieser zu 90 bis über 100% erfüllt. Zur Minderung dieser Wildschäden werden in den besagten Hegeringen bei der Abschussplanung 2017/18 Erhöhungen um 10 bis 20% vom letzten Plan vorgenommen. Es wäre aber in Zukunft auch zu eruieren bzw. zu hinterfragen, ob entstandene sogenannte „Wildschäden“ oft eine „hausgemachte Ursache“ (Silolager – freie Futtergaben an Hausvieh usw.) haben und hier bei der Abgeltung das Verursacherprinzip zu Tragen kommen sollte. Jedenfalls wird die Jägerschaft weiterhin versuchen, mit der zuständigen Behörde, den Grundbesitzern und den Jagdausübungsberechtigten einvernehmlich tragbare Lösungen zu finden.

PROJEKT Für das Untere Mölltal soll ein Projekt, beginnend von Lurnfeld (Brandfläche Plonkopf) bis Mallnitz (Problematik Rotwild Nationalpark), von einem externen Sachbearbeiter in Angriff genommen werden. Dieses Projekt sollte Wildstände (wenn möglich durch Rückrechnung), Wildruhezonen, Jagdmethoden, Fütterungen (nur mehr wenige vorhanden), Wildlenkungen, Wildschäden, Naturnutzer, Störungen, vor allem auch den Wildwechsel von Rotwild vom Nationalpark ins Tal und zurück etc. erheben. Mit eingebunden wären die Jägerschaft, Grundeigentümer, die Forstinspektion, die Behörde, Gemeinden – mit Gesprächskultur auf Augenhöhe. Dieses Projekt würde 5 Gemeinden und 6 Hegeringe, vor allem die Jagdgebiete linksufrig der Möll (Sonnseite) betreffen.

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FÜTTERUNGEN Im Berichtszeitraum wurden seitens des Bezirksjägermeisters mit seinem Stellvertreter sowie den zuständigen Bezirksforststationen, den Wildbiologen der Kärntner Jägerschaft und der Kärntner Landesregierung laufend Fütterungen besichtigt. In den letzten Jahren wurden in den Talschaften I Spittal/Drau, II Greifenburg, III Obervellach und IV Winklern sehr viele Rotwildfütterungen aufgelassen. Schwerpunkte liegen nur mehr in den Talschaften V Gmünd und VI Millstatt. Hier sollten in den nächsten Jahren die Rotwildfütterungen auf eine den reduzierten Wildstand entsprechende Zahl gebracht werden (Wildstand reduzieren – weniger füttern!). Im Herbst 2016 wurde seitens

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„Die Beziehungen zum Jagdschutz, der in Spittal eine gewichtige Rolle einnimmt, sind ausgezeichnet. Laufend werden gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt!“ Bezirksjägermeister franz kohlmayer des Bezirkes eine Erhebung der Rehwildfütterungen durchgeführt. Ziel soll sein, Rotwildfütterungen nur mehr an exponierten Stellen (nur zur Lenkung bzw. zur Wildschadensminderung) zu haben. Rehwildfütterungen – mit guten Heu beschickt – müssen künftig genügen. Ganz wichtig ist es mir, die gute und anerkennende Zusammenarbeit mit der Landesgeschäftsstelle zu erwähnen. Dafür ein Weidmannsdank aus Spittal. Bezirksjägermeister Franz Kohlmayer

Jagdbezirk Spittal/Drau – Daten & Fakten u 275.905ha u 536 Jagdgebiete, davon 439 Eigenjagden (166.386ha) und 97 Gemeindejagden (109.519ha) u 38 Hegeringe und 7 Wildregionen u 2.652 Mitglieder, davon 277 Frauen u 17 Berufsjäger u 482 Jagdschutzorgane u 30 Bereichshundestationen u gewonnenes Wildbretgewicht 2015: 261.246 kg 2016: 287.300 kg u 14 Jagdhornbläsergruppen Anzahl der ausgestellten Jagdkarten: 2015: 104 (davon: 10 Duplikate)

2016: 94 (davon: 16 Duplikate)

Anzahl der entzogenen Jagdkarten: 2015: 4

2016: 3

Anzahl der ausgestellten Jagdgastkarten (ohne Berücksichtigung der retournierten): 2015: 957 2016: 897 Anzahl der Jagderlaubnisschein-Bescheide: 2015: 16 2016: 9 Anzahl der Abschussplanbescheide: PP 11: 2015/2016: 455

Anzahl der Berufungen: 3

Sperrbescheide: 2015: 0

2016: 0

Anzahl Bezirksjagdbeiratssitzungen: 2015: 3, 0 Umlaufbeschluss

2016: 2, 0 Umlaufbeschluss

Anzahl der Stellungnahmen: 2015: 35

2016: 60

Anzahl Parteienverkehr: 2015: 1.850

2016: 1.900

Anzahl Telefonauskünfte: 2015: 2.890

2016: 2.900


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Jagdbezirk St. Veit/Glan Bezirksgeschäftsstelle: Hauptplatz 28, 9300 St. Veit a. d. Glan Tel.: 04212/2213 Fax: 04212/3039 7 E-Mail: bjmstv@aon.at

BJM ÖR Johann Drescher

Dienstzeiten:

Mo und Di: 8 – 13 Uhr Mi – Fr: 8 – 12 Uhr

Sprechtag des BJM:

Di: 9 – 12 Uhr

BJM:

ÖR Johann Drescher

BJM-Stv.:

Ing. Alfons Kogler

Sekretärin:

Gisela Trattnig

Bezirksjagdhundereferent: MF Wolfgang Kogler Bezirksschießreferent: Reinhold Grayer

BEZIRKSAUSSCHUSS: Sekretärin Gisela Trattnig

Ing. Reinhard Jandl (Ersatz: DI Reinhold Brandhuber), Karl Funder (Ersatz: Reinhold Grayer), BO Werner Glanzer (Ersatz: Ing. Mag. Dr. Felix Jurak)

Jagdbezirk St. Veit/Glan – Daten & Fakten u 149.758ha u 377 Jagdgebiete, davon 269 Eigenjagden (70.380ha) und 108 Gemeindejagden (79.378ha) u 24 Hegeringe und 5 Wildregionen u 2.257 Mitglieder, davon 327 Frauen u 7 Berufsjäger u 377 Jagdschutzorgane u 30 Bereichshundestationen u gewonnenes Wildbretgewicht 2015: 161.219 kg 2016: 172.526 kg u 10 Jagdhornbläsergruppen Anzahl der ausgestellten Jagdkarten: 2015: 99 (davon: 10 Duplikate) 2016: 78 (davon: 10 Duplikate) Anzahl der entzogenen Jagdkarten: 2015: 3 2016: 1 Anzahl der ausgestellten Jagdgastkarten (ohne Berücksichtigung der retournierten): 2015: 215 2016: 259 Anzahl der Jagderlaubnisschein-Bescheide: 2015: 13 2016: 11 Anzahl der Abschussplanbescheide: PP 11: 2015/2016: 361 Anzahl der Berufungen: 2 Sperrbescheide: 2015: 0

2016: 1

Anzahl Bezirksjagdbeiratssitzungen: 2015: 2, 0 Umlaufbeschluss 2016: 2, 0 Umlaufbeschluss Anzahl der Stellungnahmen: 2015: 6

2016: 55

Anzahl Parteienverkehr: 2015: ca. 1.300

2016: ca. 1.200

Anzahl Telefonauskünfte: 2015: ca. 1.400

2016: ca. 1.500

Die jagdlichen Schwerpunkte liegen derzeit auch im Bezirk St. Veit an der Glan bei der Reduktion der Schalenwildbestände. Unterstützt wird die Reduktion auch von zwei hervorragend arbeitenden Rotwildhegegemeinschaften, Flattnitz und Saualpe. Beim Rehwild liegt der Bezirk mit der Entnahme von 6,98 Stück pro 100ha im Spitzenfeld von Kärnten. Gamswild und Muffelwild spielen in St. Veit eine eher untergeordnete Rolle. Die Jägerschaft des Krappfeldes bewirtschaftet auch eine Damwildkolonie. Schwarzwild zieht neben den Zentralräumen des Bezirkes vermehrt auch im unteren Gurktal die Fährte. Durch Verbesserungen der Auerwildlebensräume und starke Raubwildbejagung sind die Auerwildbestände stabil. In den Zentralräumen des Bezirkes bemühen sich viele Jägerinnen und Jäger durch Anlage von Ökoflächen, Grünbrachen und Wildäsungsflächen, das Niederwild zu unterstützen. Die Flüsse, Seen und Teiche bevölkern zahlreiche Wasservögel und in jüngster Zeit auch sehr zahlreich Fischotter und Biber. Das jährlich gewonnene Wildbret von ca. 170 Tonnen wird je zur Hälfte privat und im Handel vermarktet. Unsere kulturellen Veranstaltungen wie das Metnitztaler Wildfest, die Jägerwallfahrt in St. Georgen, die Erntehirschenschau in Hirt, die zahlreichen Hegeschauen, Hubertusmessen, Jägerbälle, Jägerbegräbnisse usw. werden von zehn Jagdhornbläsergruppen kulturell umrahmt und unterstützt. Der sichere Umgang mit der Jagdwaffe wird durch das jährliche Hegeringschießen auf unseren Schießstätten im Bezirk von der aktiven Jägerschaft gerne angenommen, ebenso die angebotenen Fortbildungsveranstaltungen. Im Frühjahr 2015 wurde im Hegering Friesach auf Initiative von HRL Helmut Khom, in Zusammenarbeit zwischen der Kärntner Jä-


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„Die Öffentlichkeit verlangt von uns nicht nur die erfolgreiche Regelung der Wildtierbestände und Lebensraummanagement, sondern auch umfangreiches Wissen über Ökologie und Naturschutz. Es wird zukünftig auch wichtig sein, die Jagdschutz-Aufgaben ernster zu nehmen.“ Bezirksjägermeister ÖR Johann Drescher gerschaft, der Stadtgemeinde Friesach und dem Landesmuseum, eine Ausstellung mit dem Titel „WOHNZIMMER NATUR – Mensch–Wild– Wald Lebensfreude“ im Getreidespeicher des Fürstenhofes Friesach eröffnet, die bisher von Inhalt und Besucherfrequenz her alle Erwartungen übertroffen hat. Bezirksjägermeister ÖR Johann Drescher

Jagdbezirk Villach Auch in den Jahren 2015 und 2016 ist die Konzentration auf die Wildstandreduktion zur Eindämmung von Wildschäden noch intensiver fortgesetzt worden. Diesbezüglich ist, in Zusammenarbeit mit den Jagdverantwortlichen und hier im Speziellen jenen der betroffenen Schadgebiete, die Abschussplanung mit dem Ziel erarbeitet worden, mittelfristig tragfähige Wildstände zu erreichen. Eine umfassende Analyse der Abschüsse im Vergleich zur vorangegangenen Abschussplanung lieferte Grundlagen für die Planung 2015/2016, um die Maßnahmen zur Schaffung eines dem Lebensraum angepassten Wildstandes zu erreichen. Diese Maßnahmen werden von der Erarbeitung geeigneter Fütterungskonzepte begleitet. Im Rahmen der Hegeringversammlungen und auch diverser anderer Veranstaltungen im Bezirk sind die Funktionäre, welche das Bindeglied zur Jägerschaft des Bezirkes darstellen, regelmäßig zu diesem sensiblen Thema gefördert worden. Der große Schwerpunkt im Jahr 2016 wurde vor allem dem Thema Wildschäden gewidmet. Vom Bezirksjägermeister wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesmi-

nisterium für Land- u. Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und den betroffenen Gemeinden das „Mirnock-Projekt“ ins Leben gerufen und läuft dieses mittlerweile in die Endphase der Vorbereitung und startenden Umsetzung. Im Projektgebiet der Wildregion 3.4 sowie in angrenzenden Jagdgebieten haben sich in den letzten Jahren die Probleme von Wildschäden im Wald gehäuft.

Unterschiedliche Ursachen werden von den Akteuren vor Ort genannt: zu hohe Wildbestände, zu wenig Ruhe für das Wild, Unvermögen der Jäger, Lenkungswirkungen der Fütterungen, wildschadensanfällige Wälder, einseitig agierende Behörden oder unzufriedene Eigentümer. Aufgrund der unterschiedlichen Ansichten über Wildbestände, Wildschäden, Schadenstoleranz und Störungen im Gebiet sowie

Bezirksgeschäftsstelle: Dorfstraße 37, 9520 Sattendorf Tel.: 04248/2966 6 Fax: 04248/2966 8 E-Mail: bjmvil@aon.at

BJM Ing. Wolfgang Oswald

Dienstzeiten:

Mo, Di, Do u. Fr: 8 – 12 Uhr, Mi: 16 – 20 Uhr

Sprechtag des BJM:

Dienstag

BJM:

Ing. Wolfgang Oswald

BJM-Stv.:

Harald Lientschnig

Sekretärin:

Marion Raspotnig

Bezirksjagdhundereferent: Michael Klammer Bezirksschießreferent: Hermann Trines

BEZIRKSAUSSCHUSS: Sekretärin Marion Rapotnig

DI Christoph Steiner (Ersatz: Sepp Jonach), Mag. Andreas Ertl (Ersatz: Mag. Walter Michorl), Jakob Steinwender (Ersatz: Mag. Christian North)

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„Die Jäger und Funktionäre der Kärntner Jägerschaft beweisen zunehmend, dass sie für die ihnen anvertrauten Grundflächen und das Wild, die notwendige Verantwortung übernehmen und dem Jagdschutz kommt dabei eine bedeutende Rolle zu!“ Bezirksjägermeister Ing. Wolfgang Oswald aufgrund von unterschiedlichen Lösungsansätzen hat das geplante Projekt u Fakten zu erheben und transparent zu machen, u ein Konzept zur Minderung der Problematik und Sicherstellung zur Multifunktionalität der Wälder auszuarbeiten und u die Grundlagen für eine entsprechende Kommunikationskultur zwischen den Akteuren (Jägerschaft, Behörde, Grundeigentümer, Gemeinden) zu schaffen. Eine Abstimmung der Akteure ist unter anderem auch deshalb wichtig, da im Projektgebiet sieben Gemeinden, fünf Hegeringe und 63 Jagdgebiete betroffen sind. Die verbesserte Abstimmung soll durch die Zusammenarbeit von Jägerschaft und Gemeinden sowie Behörde und Grundeigentümer erreicht werden. Ein weiteres Thema im Bezirk Villach ist nach wie vor die Schaffung einer neuen Schießstätte. Besichtigungen diverser potenzieller Standorte und Konzeptentwicklung standen und stehen dabei noch immer im Zentrum und werden auch für das heurige Jagdjahr noch ein zentrales Thema bilden, da die rechtlichen Rahmenbedingungen und Widmungsanforderungen mit den Vorhaltungen der Öffentlichkeit eine schwierige Hürde darstellen. Die Arbeit des Bezirksjägermeisters und des Bezirksausschusses wird wesentlich durch die Tätigkeiten der Bezirksreferenten unterstützt. In Arbeitssitzungen mit den Referenten werden die Themenschwerpunkte abgestimmt und zukünftige Aktivitäten festgelegt. Beispielhaft seien hier angeführt: Rotwildbewirtschaftungs- u. Fütterungskonzepte, Maßnahmen zur Steigerung der Abschusserfüllung und -planung, Nachwuchsrekrutierung im Schießwesen, Weiterbildung der Hundeführer, Förderung jagdlichen Brauchtums.

DIVERSE VERANSTALTUNGEN DER REFERENTEN u 20.11.2015 – Vortrag „Gamswild: Erfolgsmodell oder Sorgenkind“ In diesem Vortrag wurden die natürlichen Ansprüche des Gamswildes im Licht aktueller Forschung aufgezeigt und wie das zum Schutze des Gamswildes eingesetzt werden kann. u 9.7.2016 – Vortrag „Schweißhundearbeit in Theorie und Praxis“ Bei dieser Veranstaltung wurde die Arbeit mit dem Hund auf der Schweißfährte nicht nur theoretisch sondern auch die Ausarbeitung einer künstlichen Schweißfährte gezeigt. u 18.3.2016 – Vortrag „Der Hund – ein Fleischfresser?“ Vortrag über die richtige und ideale Ernährung der Hunde.

Alljährlich finden zum Abschluss des vorangegangenen Jagdjahres die Hegeringversammlungen statt, welche von den Hegeringleitern immer sehr gut organisiert und schön gestaltet werden. Auch die Bezirksjägertage werden jährlich in guter Zusammenarbeit mit den betreffenden Hegeringleitern organisiert. 2015 fand der Bezirksjägertag im Casineum Velden statt, was natürlich ein wunderschöner Rahmen für diese Veranstaltung war. Im Jahr 2016 fand der Bezirksjägertag im Hegering 22, Kulturhaus in St. Jakob i. R. statt. Das Bemühen um die Gestaltung der Bezirksjägertage zeigt die gute Zusammenarbeit innerhalb des Bezirkes. Bezirksjägermeister Ing. Wolfgang Oswald

Jagdbezirk Villach – Daten & Fakten u 113.997ha u 170 Jagdgebiete, davon 107 Eigenjagden (36.898ha) und 63 Gemeindejagden (77.099ha) u 15 Hegeringe und 5 Wildregionen u 1.858 Mitglieder, davon 212 Frauen u 4 Berufsjäger u 255 Jagdschutzorgane u 26 Bereichshundestationen u gewonnenes Wildbretgewicht 2015: 100.918 kg 2016: 104.888 kg u 11 Jagdhornbläsergruppen u 1 Jägersängergruppe Anzahl der ausgestellten Jagdkarten: 2015: 67 (davon 11 Duplikate)

2016: 68 (davon 10 Duplikate)

Anzahl der entzogenen Jagdkarten: 2015: 2

2016: 2

Anzahl der ausgestellten Jagdgastkarten (ohne Berücksichtigung der retournierten): 2015: 222 2016: 230 Anzahl der Jagderlaubnisschein-Bescheide: 2015: 6 2016: 6 Anzahl der Abschussplanbescheide: PP 11: 2015/2016: 164

Anzahl der Berufungen: 0

Sperrbescheide: 2015: 0

2016: 0

Anzahl Bezirksjagdbeiratssitzungen: 2015: 1 Sitzung, 0 Umlaufbeschluss 2016: 0 Sitzung, 0 Umlaufbeschluss Anzahl der Stellungnahmen: 2015: 90

2016: 85

Anzahl Parteienverkehr: 2015: 670

2016: 550

Anzahl Telefonauskünfte: 2015: 1.300

2016: 1.050


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Jagdbezirk Völkermarkt ZIELE IM HINBLICK AUF DIE JAGD IM BEZIRK Um bereits die Kinder im Kindergarten-,Vor- und Volksschulalter für das Thema „Umgang mit der Natur, Wild und Wald“ zu interessieren und zu sensibilisieren, werden Informationsveranstaltungen von fachkundigen Jägerinnen und Jägern durchgeführt. An der LFS Goldbrunnhof werden weiterhin die Vorbereitungskurse für die Jagdprüfung als alternativer Pflichtgegenstand angeboten, um künftige Grundeigentümer für die Jagd zu gewinnen, damit sie auch selbst einen aktiven Beitrag zur Vermeidung auftretender Wildschäden leisten können. Weitere Wildschutzeinrichtungen und Wildsicherungsanlagen, die nicht nur zum Wildschutz, sondern auch zum Schutz der Bevölkerung im Straßenverkehr dienen, sind angebracht worden. Biotop-Gestaltung zur Erhaltung der Artenvielfalt wird im Bezirk aktiv gefördert. Eine sinnvolle Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um den sich vermehrenden Stimmen gegen die Jagd in der heutigen Gesellschaft entgegenzuwirken, ist erklärtes Ziel. Um das jagdliche Brauchtum der nicht jagenden Bevölkerung näherzubringen, wurden kirchliche und kulturelle Veranstaltungen verschiedenster Vereine mitgestaltet sowie jagdliche Veranstaltungen, wie Hubertusmessen mit dem Jägerschlag für die Jungjäger und anschließender Agape durchgeführt. Jagd – Fischerei – Imkerei! Eine Veranstaltung dieser drei Organisationen und der Stadtgemeinde Völkermarkt mit über 1.000 Besuchern am Völkermarkter Hauptplatz war ein voller Erfolg und wird wiederholt! Das Projekt „Gamswild Petzen und Muffelwild“ in Bad Eisenkappel wurde von Brucker Diplomanten als Maturaarbeit fertiggestellt. Mit Jahresbeginn wurden erstmals vier Hegeschauen in den vier Wildregionen mit Bewertungen

Bezirksgeschäftsstelle: Spanheimergasse 2, 9100 Völkermarkt Tel.: 04232/2723 3 Fax: 04232/8924 6 E-Mail: bjmvoel@aon.at Dienstzeiten:

BJM Ing. Franz Koschuttnigg

Mo, Di, Mi u. Fr: 8 – 12 Uhr Do: 13 – 17 Uhr

Sprechtag des BJM nach telefonischer Vereinbarung BJM:

Ing. Franz J. Koschuttnigg

BJM-Stv.:

Ing. Thomas Gadner

Sekretärin:

Friederike Maier

Bezirksjagdhundereferent: Fö. Thomas Leuko Bezirksschießreferent: Hermann Innerwinkler

BEZIRKSAUSSCHUSS:

Sekretärin: Friederike Maier

DI Hubert Ramskogler (Ersatz: Prof. DI Peter Glantschnig), Ing. Peter Gadner (Ersatz: Ofö. Ing. Johann Juritsch), Walter Slamanig (Ersatz: Ignaz Taschek)

durchgeführt sowie der Bezirksjägertag veranstaltet. Der Bezirksjägermeister hat an vielen jagdlichen Bezirksveranstaltungen wie Walderlebnistag, Hubertusmessen, Hegeringschießen, Präsentationen, Ausstellungen, auch überregional (Slowenien, Friaul) etc. teilgenommen. Er hat alle Landesausschusssitzungen und BJM-Konferenzen besucht und aktiv mitgestaltet. Die überregionale Zusammenarbeit mit Slowenien, der Rotwildbewirtschaftungsgemeinschaft Karawanken, wurde mit Sitzungen und dem Besuch der Hegeschauen in Slowenien fortgesetzt. Neben der Teilnahme an vielen

„Wildschutz- und Wildruhegebiete bei besonders sensiblen Wildarten wie dem Niederwild, dem Gamswild in den Hochlagen, sowie den Raufußhühnern müssen in Zukunft ein besonderes Anliegen von uns Jägern und Jagdschutzorganen sein!“ Bezirksjägermeister Ing. Franz Koschuttnigg

anderen öffentlichen Veranstaltungen war viel Büroarbeit im Rahmen der Amtsstunden zu leisten. Die Abhaltung von Gastreferaten als Gamswildreferent in mehreren Bezirken sowie Fütterungsbesichtigungen etc. nahmen ebenfalls viel Zeit in Anspruch.

Foto: D. Streitmaier


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Foto: OStR. Mag. Karl Pölz

JAGDKONZERTABEND UNTER DEM MOTTO „AUF ZUR JAGD“ IN NEUHAUS/UNTERKÄRNTEN Zu einem bewundernswerten Konzert mit dem Thema „Jagdlieder“ von Blasmusik, Jagdhornbläsern und vom Männerchor lud die Schlosskapelle Neuhaus unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Johannes Glawischnig. Die mitwirkenden „Jagdgäste“ – neben dem Veranstalter – waren der MGV Petzen Loibach unter der Leitung von Norbert Haimburger und die Jagdhornbläsergruppe Petzen unter der Leitung von Thomas M. Zdravja. Höhepunkt der Veranstaltung war das „Hussa Horrido“, dargeboten von allen drei Beteiligten. Hoffentlich gibt es eine Wiederholung dieses wunderbaren, klangvollen und einzigartigen Jagdkonzertes!

THEMENSCHWERPUNKTE FÜR 2017/2018 Themenschwerpunkte im Bezirk bilden Aktivitäten zum Wildschutz, bezirksbezogene Projekte, Vorträge, jagdkulturelle Veranstaltungen, Fortbildungsveranstaltungen, Bezirkshegeschau 2018 u.v.m. Bezirksjägermeister Ing. Franz J. Koschuttnigg

Jagdbezirk Völkermarkt – Daten & Fakten u 90.240ha u 140 Jagdgebiete, davon 87 Eigenjagden (27.108ha) und 53 Gemeindejagden (63.132ha) u 10 Hegeringe und 4 Wildregionen u 1.098 Mitglieder, davon 125 Frauen u 157 Jagdschutzorgane u 1 Berufsjäger u 9 Bereichshundestationen u gewonnenes Wildbretgewicht 2015: 57.756 kg 2016: 59.605 kg u 3 Jagdhornbläsergruppen Anzahl der ausgestellten Jagdkarten: 2015: 48 (davon 4 Duplikate)

2016: 26 (davon 11 Duplikate)

Anzahl der entzogenen Jagdkarten: 2015: 0

2016: 0

Anzahl der ausgestellten Jagdgastkarten (ohne Berücksichtigung der retournierten): 2015: 91 2016: 80 Anzahl der Jagderlaubnisschein-Bescheide: 2015: 3 2016: 6 Anzahl der Abschussplanbescheide: PP 11: 2015/2016: 137

Anzahl der Berufungen: 0

Sperrbescheide: 2015: 0

2016: 9

Anzahl Bezirksjagdbeiratssitzungen: 2015: 1

2016: 0

Anzahl der Stellungnahmen: 2015: 105

2016: 78

Anzahl Parteienverkehr: 2015: 1.020

2016: 980

Anzahl Telefonauskünfte: 2015: 1.990

2016: 2.050


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Jagdbezirk Wolfsberg ABSCHUSSPLANUNG 2015/2016 Auf Grund der Schadensituation (starker Wildverbiss und vermehrt neue Schälschäden) wurden die Abschüsse beim Rehwild um 3% erhöht, der Rotwildabschuss ist gleichbleibend auf hohem Niveau und der Gamswildabschuss wurde um 5% herabgesetzt. Vordringlich ist die Reduktion des Rotwildes im gesamten Bezirk Wolfsberg. Auf der Saualpe wurde von Herrn DI Markus Wedenig ein eigenes Projekt zur Rotwildreduktion erarbeitet. Die Freigabe beim Rotwild wurde mit 20% Hirsche, 40% Tiere und 40% Kälber festgelegt und auch freigegeben. Die Reduktion in diesem Bereich wurde ab 2013 eingeleitet, erste Erfolge (Verbesserung des Geschlechterverhältnisses zu Gunsten der Hirsche) bereits erzielt, aber die hohen Rotwildabschüsse müssen zumindest bis 2018 beibehalten werden.

PROJEKTE UND VERANSTALTUNGEN: u „Nächte des Raubwildes“ Jänner 2016 u Durchführung eines Jägertages im Rahmen des Waldbauerntages in St. Andrä

Bezirksgeschäftsstelle: Kreuzgasse 2, 9400 Wolfsberg Tel.: 04352/5271 0 Fax: 04352/3693 0 E-Mail: bjmwol@aon.at

BJM Ing. Walter Theuermann

Dienstzeiten:

Di, Mi: 13 – 17 Uhr, Do: 8 – 12 Uhr

Sprechtag des BJM:

Di: 14 – 17 Uhr

BJM:

Ing. Walter Theuermann

BJM-Stv.:

Dir. Hubert Jöbstl

Sekretärin:

Friederike Maier

Bezirksjagdhundereferent: Stefan Rabensteiner Bezirksschießreferent: Ofö. Ing. Thomas Rabensteiner

BEZIRKSAUSSCHUSS: Sekretärin: Friederike Maier

HRL Thomas Cimenti (Ersatz: Dir. Erich Schatz), Peter Gruber (Ersatz: Martin Salzmann), Ofö. Ing. Alois Krainer (Ersatz: Ing. Heinz Paier)

u Bezirkshubertusmesse in Wolfsberg, Hubertusmessen in den Hegeringen u Woche der Sauberkeit in allen Hegeringen, April – Mai 2016 u 2016 wurden 7 Hegeschauen und ein Bezirksjägertag abgehalten

ZIELE 2017 BIS 2020 Die Anpassung der Wildbestände an den Lebensraum muss bis 2020 erfolgen. Die Wildschadensituation muss ebenfalls rasch verbessert werden. Lebensraumerhaltung und die Lebensraumverbesserung ist eine wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren. Eine gute Zusammenar-

Foto: D. Streitmaier


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Foto: H. Fladenhofer

„Nachhaltige Wildbewirtschaftung mit für die Land- und Forstwirtschaft angepassten Wildbeständen ist die Aufgabe der Zukunft. Dem Jagdschutz, der Einhaltung der jagdgesetzlichen, naturschutzrechtlichen und waffenrechtlichen Vorschriften kommt immer größere Bedeutung zu.“ Bezirksjägermeister Ing. Walter Theuermann beit mit den Grundbesitzern und allen Jagdausübungsberechtigten ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Jagd. Beim Rehwild ist die Abschussverteilung von 1 Bock zu 1 Geiß zu 0,8 Kitze beizubehalten. Die eingeleitete Rotwildreduktion im gesamten Bezirk Wolfsberg ist in den nächsten 4 Jahren weiterzuführen. Der Gamswildbestand hat sich im Bezirk Wolfsberg stabilisiert. Die Ausbreitung der reinen Waldgams muss durch Abschussverlagerungen verhindert werden. Es soll versucht werden, diese wertvolle Wildart des Hochgebirges zu erhalten und eine nachhaltige Nutzung anzustreben. Das Bezirksbüro als Servicestelle für die Jäger ist weiter auszubauen und weitere Verwaltungsvereinfachungen sind in bewährter Zusammenarbeit mit der Landesgeschäftsstelle durchzuführen. Bezirksjägermeister Ing. Walter Theuermann

Jagdbezirk Wolfsberg – Daten & Fakten u 96.731ha u 145 Jagdgebiete, davon 89 Eigenjagden (29.847ha) und 56 Gemeindejagden (66.884ha) u 9 Hegeringe und 4 Wildregionen u 1.177 Mitglieder, davon 131 Frauen u 8 Berufsjäger u 182 Jagdschutzorgane u 18 Bereichshundestationen u gewonnenes Wildbretgewicht 2015: 72.375 kg 2016: 73.738 kg u 2 Jagdhornbläsergruppen Anzahl der ausgestellten Jagdkarten: 2015: 57 (davon 5 Duplikate)

2016: 63 (davon 6 Duplikate)

Anzahl der entzogenen Jagdkarten: 2015: 1

2016: 1

Anzahl der ausgestellten Jagdgastkarten (ohne Berücksichtigung der retournierten): 2015: 108 2016: 95 Anzahl der Jagderlaubnisschein-Bescheide: 2015: 6 2016: 5 Anzahl der Abschussplanbescheide: PP 11: 2015/2016: 145

Anzahl der Berufungen: 1

Sperrbescheide: 2015: 0

2016: 1

Anzahl Bezirksjagdbeiratssitzungen: 2015: 1 Sitzung, 0 Umlaufbeschluss 2016: 0 Sitzung, 0 Umlaufbeschluss Anzahl der Stellungnahmen: 2015: 115

2016: 110

Anzahl Parteienverkehr: 2015: 1.250

2016: 1.150

Anzahl Telefonauskünfte: 2015: 1.950

2016: 1.850


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„Wald – Wild – Schule“-Aktionen in der VS Ludmannsdorf Auch dieses Jahr gingen die Wald – Wild – Schule Veranstaltungen in der Volksschule Ludmannsdorf weiter. Das Programm begann in diesem Jahr mit einer Nistkastenaktion. Am 14. und 15. März hatten die Schüler der 3. und 4. Klasse die Möglichkeit, unter der fachkundigen Anleitung von Peter Painter und Walter Valant, die auch das gesamte Material für die Nistkästen vorgeschnitten zur Verfügung stellten, Nistkästen zusammenzubauen. Während des Bastelns und Bauens erfuhren die Kinder dabei allerlei Interessantes zu den heimischen Vögeln und den Zusammenhängen in der Natur. Zum Abschluss durfte jedes Kind den selbst zusammengebauten Nistkasten mit nach Hause nehmen. Eine gelungene Aktion, die wahrscheinlich so manchen Jugendlichen wieder einen Schritt näher zur Natur bringt, denn es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man Vögel beobachten kann, die den selbst gebauten und selbst installierten Nistkasten nutzen. Der nächste jagdliche Thementag in der VS Ludmannsdorf fand am 27. März statt. Um 8 Uhr wurden die erste und zweite Klasse zu einem kleinen Waldspaziergang abgeholt, der sie zu einem „kleinen

Wohnzimmer“ im Wald führte, wie ja auch der Wald das Wohnzimmer der Tiere ist. Dort angekommen konnten die Kinder auf vorbereiteten Bänken Platz nehmen und die Präparate, zur Verfügung gestellt von der Kärntner Jägerschaft, bestaunen. Mit den vorbereiteten Utensilien wurde den Kleinen der Wald und seine Bewohner nähergebracht. Mit dem Büchlein „Kleine Entdeckungsreise – Mit dem Jäger Eduard im Revier unterwegs“, das jedes Kind zum Abschluss von

der Kärntner Jägerschaft erhielt, ging es dann wieder zurück in die Schule, wo bereits die Dritt- und Viertklässler auf ihren Ausflug warteten. Auch mit ihnen ging es ins Waldwohnzimmer, jedoch erfolgte dort kein Vortrag, sondern wurde mit ihnen gemeinsam das richtige Verhalten im Wald erarbeitet. Es war für alle spürbar, wie an diesem Tag Wald und Wild etwas mehr ins Bewusstsein der Kinder gerückt sind. GM

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Auch so kann eine Trophäenschau ablaufen … Im Zuge der jährlichen Trophäenschau der Talschaft VI Millstatt wurde für Kinder umliegender Kindergärten und Volksschulen im Stadtsaal Radenthein ein eindrucksvolles Diorama von Kärntens Tier- und Pflanzenwelt in 4 Stationen von einem hoch ambitionierten Team auf die Beine gestellt und so ein äußerst wertvoller Beitrag der Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Den Jüngsten (rund 250 an der Zahl) wurde Wissen um die Natur, ihre vielfältigen Erscheinungsformen, von den Gehölzen, über verschiedene Raubwildarten bis hin zu den wichtigsten Schalenwildarten, nähergebracht. Aber auch die Ausrüstung der Jäger wurde den interessiert lauschenden Kindern erklärt und auch die wertvollen Bälge, welche aus der Jagd gewonnen werden, fanden großes Interesse bei den Kindern.

Von links nach rechts: Otmar Penker, HRL Wolfgang Glanzer-Unterscheider, Franz Mössler, Isabella Penker, HRL-Stv. Bernd Erlacher, Martin Kerschbaumer, Eva-Maria Winkler, Jürgen Erlacher und Hannes Mössler.

Station 1 – Wald


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Station 2 – Raubwild

Station 3 – Jagdbetrieb

Station 4 – Federwild

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MINI-MAX

Kindgerechte Aufbereitung des in MINI-MAX


MINI-MAX

s Jahresthemas

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DISZI

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Disziplinarerkenntnisse Der Disziplinarbeschuldigte, Rene Waldmann, Aich 21/1, 9422 St. Andrä i. L., ist schuldig. Er hat als Mitglied der Kärntner Jägerschaft in den Jahren 2005 und 2006 gemeinsam mit dritten Personen in den Gemeindejagden St. Georgen i. L., St. Paul i. L., Lavamünd und St. Andrä i. L. unter Verwendung von Schusswaffen und einer verbotenen Schusswaffe zumindest 10 Stück Rehwild, 1 Stück Gamswild, 10 Füchse, 2 Wildhasen, 1 Birkhahn sowie Raubwild in nicht bekannter Anzahl unter Verletzung fremden Jagdrechtes nachgestellt und erlegt und hiedurch das Vergehen des schweren Eingriffes in fremdes Jagdrecht gemäß § 137 und § 138 Strafgesetzbuch begangen. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften verstoßen und dadurch gravierend die Interessen der Kärntner Jägerschaft verletzt. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. d K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des Ausschlusses aus der Kärntner Jägerschaft auf Dauer verhängt.

uuu Der Disziplinarbeschuldigte, Ernst Allesch sen., Messaneggen 3, 9572 Deutsch Griffen, ist schuldig. Er hat als Jagderlaubnisscheininhaber der Jagdgesellschaft Deutsch Griffen am 22. 11. 2015 einen im Gebiet der Jagdgesellschaft von ihm beschossenen Hirsch, welcher in die anschließende Eigenjagd Wuttenig geflüchtet war, von dort geborgen, ohne im Besitz einer Wildfolgevereinbarung zu sein. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften, insbesondere § 65 Abs. 1 K-JG verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. c K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des Ausschlusses aus der Kärntner Jägerschaft auf die Dauer eines Jahres verhängt. Diese Entscheidung wurde mit Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes Kärnten, Zahl: KLVwG-S2-2292/4/2016, bestätigt.

uuu Der Disziplinarbeschuldigte, Stefan Tschinderle, Göriach 13, 9613 Feistritz a. d. Gail, ist schuldig. Er hat am 10.05.2016 und somit in der diesbezüglichen Schonzeit im Gemeindejagdgebiet Dreulach zwei Hirsche der Klasse III-mehrjährig erlegt, wobei er den Schuss beim zweiten Stück im irrtümlichen Glauben abgab, dem erst beschossenen Stück den Fangschuss zu geben. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 51 Abs. 6 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. c K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des Ausschlusses aus der Kärntner Jägerschaft auf die Dauer von 2 Jahren verhängt.

uuu

Er hat am 30.12.2015 und somit in der diesbezüglichen Schonzeit im Gemeindejagdgebiet XY irrtümlich einen Rehbock der Klasse A erlegt. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 51 Abs. 6 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des strengen Verweises verhängt. uuu Der Disziplinarbeschuldigte, N. N., ist schuldig. Er hat am 18.12.2015 im Gemeindejagdgebiet XY einen Gamsbock der Klasse II (Alter: 4 Jahre) erlegt, obwohl ein Gamsbock der Klasse II nicht frei gewesen ist. Frei war ein Gamsbock der Klasse I. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 51 Abs. 6 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des strengen Verweises verhängt. uuu

Der Disziplinarbeschuldigte, N. N., ist schuldig. Er hat am 26.09.2016 im Gemeindejagdgebiet XY einen Hirsch der Klasse II (Alter: 7 Jahre) erlegt, obwohl ein Hirsch der Klasse II nicht frei gewesen ist. Frei war ein Hirsch der Klasse I und IIIer-Hirsche. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 57a Abs. 1 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des

Der Disziplinarbeschuldigte, N. N., ist schuldig. Er hat am 18.10.2015 im Gemeindejagdgebiet XY einen Hirsch der Klasse II (Alter: 7 Jahre) erlegt, obwohl ein Hirsch der Klasse II nicht frei gewesen ist. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 57a Abs. 1 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des

strengen Verweises

strengen Verweises

verhängt.

verhängt. uuu

Der Disziplinarbeschuldigte, N. N., ist schuldig.

Dr. Wilhelm Eckhart der Vorsitzende des Disziplinarrates


BERICHTE

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Räuchern mit heimischen Kräutern – von der Pirsch in den Räuchertopf Auf unseren Pirschgängen sammeln wir Kräuter, Rinden und Harze, um die alte Kulturtechnik des Räucherns zu pflegen. Altes Brauchtum neu entdeckt: Seit der Mensch das Feuer entdeckt hat, wird geräuchert. Hierbei handelt es sich um die älteste Reinigungstechnik der Erde. Da sich diese traditionelle Methodik über lange Zeit weiterentwickelt hat, ist sie heute wirksamer denn je einsetzbar. Das Ausräuchern von Räumen aber auch das Räuchern für den Körper sind die richtigen „Putzmittel“ für das Entfernen von negativen Energien. Claudia Haider Brauchtumsreferentin

Der Frühling naht … Im herrlichen Sonnenschein bergwärts zu schreiten, bringt Kraft und Erfüllung in stressigen Zeiten. So manch steiler Hang, voll mit Kiefern und Lärchen, entringt dir viel Mut, bringt dich heftig ins Keuchen! Doch dort unter Ästen, im frühlingshaften Schnee, hör ein Glucksen und Rascheln, stiebt Harsch in die Höh’. Jetzt kann ich’s erkennen, ganz klar ist das Bild: ein Auerhahn rührt sich, verteidigt sein Feld. Er kommt immer näher, dreht sich hin, dreht sich her, zeigt sein Federkleid stolz, stapft imponierend daher. Er kennt keine Scheu, ist sich seiner Wirkung bewusst, zeigt kein bisschen Schwäche, nur kühne Angriffslust! So steh ich nun da, Aug in Aug mit dem Hahn, bin doch kein Rivale, hab ihm auch nichts getan. Er plustert und bläht sich, schaut fordernd mich an, er zeigt mir ganz deutlich, ich stör’ seinen Plan! Was kann ich jetzt tun, dass er den Weg frei mir gibt? Ich werd’ mit ihm reden, stimm an dann ein Lied, vielleicht ist er dann zu einem Waffenstillstand bereit, kann friedlich weiterbalzen, seiner Liebsten zur Freud’! Der „Spielhahnsegn“ im Moment mir einfällt, den sing ich jetzt innig, für Gott und die Welt. Da steigt er zur Seite, lässt weiter mich zieh’n, steht staunend am Wegrand und lauscht den Melodien! Dann haben wir uns gegenseitig in Achtung verbeugt, unser Sinnen und Trachten hat in Spuren sich verzweigt. Ich dank’ unserm Herrgott für das Treffen im Wald, es wird ganz still in meinem Herzen, wenn der Auerhahn balzt! Prof. Franz Pagitz

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Fotos: Horst Sadjina

Mit dem „Lehrprinzen“ auf die erste Jagd Die Jagdprüfung ist geschafft und der erste Jagdschein bereits gelöst. An sich steht der aktiven Jagdausübung nichts mehr im Wege. Doch alleine ist das so eine Sache für sich. Georg Helmigk, selbst passionierter Jäger, bietet seit einem Jahr einen sogenannten „Lehrprinzen“ an, der einem Neuling zur Seite stehen soll und ihm/ihr das Weidwerk von der „Pike“ an und vor allem praxisorientiert zeigen soll. Der Begriff „Lehrprinz“ reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück und bezeichnet einen Lehrmeister der dem „Jungjäger“ die Jagd in der Praxis näherbringt und vermittelt – man schaut ihm über die Schulter und lernt wichtige praktische Details. Der Lehrprinz fungiert als Vorbild – man eignet sich seine jagdlichen Methoden, sein jagdliches Brauchtum und seine weidgerechten Prinzipien gegenüber dem Wild an. Dieser alten Grundidee hat sich Initiator Georg Helmigk vor einem Jahr angenommen und lässt die „Lehrprinzen“ für die neue Jägergeneration wieder aufleben. Nicht immer kann ein frischgebackener Jäger auf Kontakte im Verwandtenoder Bekanntenkreis zurückgreifen, die ihn/sie beim Einstieg in die aktive Jagdausübung unterstützen. Inzwischen kann auf 15 langjährig aktive Weidmänner zurück-

gegriffen werden, die sich bereit erklärt haben, ihr Wissen und ihre Erfahrung an junge Jägerinnen und Jäger weiterzugeben. Allein im vergangenen Jahr wurde schon einige Male der „Lehrprinz“ zu Hilfe gerufen. So auch von einem Jungjäger aus Krumpendorf, der froh war, dass es diese Unterstützung gibt: „Der Lehrprinz“ hat mir den großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis eindrucksvoll aufgezeigt. Das, was ich von ihm in dem einen Jahr gelernt habe, dafür hätte ich alleine Jahre gebraucht.“ Die praxisgerechten Lehrinhalte durch den „Lehrprinz“ reichen von „Weidgerechtigkeit“ und „Revierarbeiten“ über „Ausrüstung, Pirsch und Ansitz“ bis zu „Verhalten nach dem Schuss“ oder die „Trophäenbehandlung“. Die genannten Themen wurden natürlich von der Kärntner Jägerschaft zertifiziert und werden individuell an die jeweiligen TeilnehmerInnen angepasst.

ANMELDUNG & INFORMATION: Georg Helmigk Telefon: 0664/8199 794 oder per E-Mail: office@kultigk.at


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In Kärnten dürfen bejagt werden: Folgendes Wild darf nur während der angeführten Zeiträume (Jagdzeiten) bejagt werden und ist außerhalb derselben zu schonen: Rotwild*: Hirsche der Klasse III – einjährig – Schmalspießer und nichtführende Tiere** vom 1. Mai bis 31. Dezember führende Tiere und Rotwildkälber vom 1. Juli bis 31. Dezember Hirsche der Klasse I und II vom 1. August bis 31. Dezember Hirsche der Klasse III vom 1. August bis 31. Dezember. Damwild: vom 1. 8. bis 31. 12. Gamswild*: vom 1. 8. bis 31. 12. Muffelwild*: vom 1. 7. bis 31. 12. Rehwild*: Böcke der Klasse B vom 1. 5. bis 31. 10. Böcke der Klasse A vom 1. 6. bis 31. 10. Schmalgeißen, nichttragende Geißen, nichtführende Geißen vom 1. 5. bis 31. 12. führende Geißen und Kitze vom 1. 8. bis 31. 12. Schwarzwild: führende Bachen vom 1. 8. bis 31. 1.

Murmeltiere*: vom 1. 8. bis 15. 10. Feldhasen und Alpen- oder Schneehasen: vom 1. 10. bis 31. 12. Dachse: vom 1. 6. bis 31. 1. Edelmarder vom 1. 11. bis 28. 2. Steinmarder: vom 1. 7. bis 31. 3. Große Wiesel (Hermelin): vom 1. 11. bis 31. 1. Iltisse: vom 1. 7. bis 31. 3. Auerhahnen***: ganzjährig geschont Birkhahnen***: ganzjährig geschont Haselhahnen: vom 16. 9. bis 15. 11. Rebhühner: vom 1. 10. bis 31. 10. Fasanhahnen: vom 16. 10. bis 31. 12. Stock-, Krick-, Pfeif-, Schnatter-, Spieß-, Löffel-, Tafel-, Reiher- und Knäkenten: vom 1. 9. bis 31. 12. Grau-, Saat- und Kanadagänse: vom 1. 9. bis 31. 1. Blässhühner: vom 21. 9. bis 10. 3. Waldschnepfen*: vom 11.9. bis 19.2. Ringeltauben (Schwarmvögel): vom 1. 8. bis 31. 12. Ringeltauben (Einzeltiere): vom 1. 9. bis 31. 1. Türkentauben: vom 21. 10. bis 20. 2. Kolkraben***: ganzjährig geschont Aaskrähen****: vom 16.7. bis 15.3. Eichelhäher****: vom 16.7. bis 15.3. Elstern****: vom 16.7. bis 15.3. Folgendes Wild darf während des gan-

Sonne und Mond Die Angaben beziehen sich auf die Landeshauptstadt Klagenfurt. Im Lavanttal sind Aufund Untergang um 2-3 Minuten früher, in Heiligenblut um 5-6 Minuten später. Gesetzliche Jagdzeit = +/– 1 Stunde. Bitte sich darüber hinaus in den aktuellen Tageszeitungen zu informieren. Sonnen- Sonnen- Mond- Mondaufgang untergang aufgang untergang

23. 4. 30. 4. 7. 5. 14. 5. 21. 5. 28. 5. 4. 6. 11. 6. 18. 6. 25. 6. 2 .7.

6.01 5.50 5.39 5.30 5.22 5.16 5.11 5.09 5.09 5.10 5.14

20.02 20.11 20.20 20.29 20.37 20.45 20.51 20.56 20.59 21.00 21.00

4.40 9.18 16.50 23.33 3.10 8.01 15.45 22.18 1.41 6.45 14.37

16.18 – 4.25 8.08 15.07 23.29 2.57 6.51 14.01 22.08 1.27

Mondphasen

26.4. 3.5. 10.5. 19.5. 25.5. 1.6. 9.6. 17.6. 24.6. 1.7. 9.7.

8 4 1 2 8 4 1 2 8 4 1

zen Jahres bejagt werden: Schwarzwild (Keiler, nichtführende Bachen, Überläufer, Frischlinge), Wildkaninchen, Waschbären, Füchse und Marderhunde. Folgendes Wild ist während des ganzen Jahres zu schonen: Steinwild, Bär, Wolf, kleines Wiesel, Fischotter, Luchs, Wildkatze, Biber, Auerhenne, Birkhenne, Haselhenne, Alpenschneehuhn, Steinhuhn, Fasanhenne, Wachtel, Wacholderdrossel (Krammetsvogel), Graureiher, Haubentaucher, Bekassine, Wildenten, ausgenommen Stock-, Krick-, Pfeif-, Schnatter-, Spieß-, Löffel-, Tafel-, Reiher- und Knäkenten, Wildgänse, ausgenommen Grau-, Saat- und Kanadagänse, Hohltauben, Taggreifvögel und Eulen. * **

nur im Rahmen des Abschussplanes unter „nichtführenden Tieren“ ist weibliches Wild, welches kein Kalb führt [und nicht tragend (innehabend)] ist, zu verstehen *** Ausnahme nur im Rahmen der von der Landesregierung erlassenen Bescheide **** Neue Verordnung ist am 15.7.2016 in Kraft getreten: Schusszeit vom 16.7. bis 15.3. In reinen Ackerbaugebieten dürfen sogenannte „Junggesellentrupps“ (= nicht brütende, in großen Gruppen auftretende Aaskrähen [Raben- und Nebelkrähen]), auch während der in der VO festgelegten Schonzeiten – allerdings unter Beachtung der Kontingente – erlegt werden.

Wichtig! Hinweis der Landesgeschäftsstelle Anlässlich des Aufgangs der Schusszeit darf aus gegebenem Anlass eindringlich darauf hingewiesen werden, dass es im Eigeninteresse der Jägerinnen und Jäger gelegen sein muss, nur einwandfreies Wildbret dem Handel zur Verfügung zu stellen. Auch ist den rechtlichen Verpflichtungen zum vollständigen, leserlichen und gewissenhaften Ausfüllen der Wildbretanhänger nachzukommen. Deren fachgerechte Anbringung, die auch einem längeren Wildtransport standhalten kann, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Im Interesse der Gewährleistung der Qualität unseres wichtigsten Aushängeschildes, nämlich des „Wildbrets“, darf um besondere Beachtung und Sorgfalt ersucht werden!

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Informationen der Landesgeschäftsstelle

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Wichtig! Für gültige Jagdkarte vor Aufgehen der Jagdzeit sorgen!!! Anlässlich der bald aufgehenden Jagdzeit darf in Erinnerung gerufen werden, dass gemäß § 36 Abs. 1 K-JG niemand jagen darf, ohne im Besitz einer gültigen Kärntner Jagdkarte (Jagdkarte, Jagdgastkarte) zu sein. In diesem Zusammenhang wird auf § 38 a Abs. 1 K-JG hingewiesen, wonach die Jagdkarte nur in Verbindung mit dem Nachweis über die Einzahlung des Jagdkartenbeitrages für das laufende Kalenderjahr sowie mit dem Nachweis über die Einzahlung des Mitgliedsbeitrages und der Prämie für die Jagdhaftpflichtversicherung gültig ist. Bei aufrechter Mitgliedschaft zur Kärntner Jägerschaft (Einzahlung für die Jagdkarte) im vergangenen Jahr erfolgte im Dezember 2016 eine automatische Zusendung des Zahlscheines zur Entrichtung der Beiträge für das heurige Jahr. Wenn jedoch in einem Jahr keine Mitgliedschaft zur Kärntner Jägerschaft bestanden hat, erfolgt auch keine automatische Zahlscheinversendung und liegt es an den Mitgliedern, gegebenenfalls einen Zahlschein bei der Kärntner Jägerschaft unter der Telefonnummer: 0463/5114 69-26, Frau Birgit Wascher, anzufordern. Die durchzuführende Überweisung oben angeführter Beiträge ist nicht an den übersandten Zahlschein gebunden. Bei jedweder anderen Überweisungsart ist aber jedenfalls auf die Angabe der Mitgliedsnummer im Feld „Zahlungsreferenz“ der Überweisung für eine Zuordenbarkeit durch die Landesgeschäftsstelle vorzunehmen.

Hegering 205117 (Weitensfeld-Nord) – WAHLAUSSCHREIBUNG Zu wählen sind der Hegeringleiter und der Hegeringleiter-Stellvertreter. Diese Wahlen finden anlässlich der a.o. Hegeringversammlung am Dienstag, dem 6. Juni 2017, um 19.30 Uhr, im Gasthof Kronwirt in Zweinitz, statt. Die wahlberechtigten Mitglieder des Hegeringes Weitensfeld-Nord werden gesondert rechtzeitig und schriftlich zu dieser a.o. Hegeringversammlung eingeladen. Wahlvorschläge müssen bis zum Ablauf des achten Tages vor dem Wahltermin beim Hegeringleiter-Stellvertreter eingebracht werden. Als Tag, der als Stichtag (§ 48 Abs. 2 lit. d der Satzung) gilt, wird der 1.5.2017 bestimmt.

Redaktionsschluss FÜR DIE NÄCHSTE AUSGABE IST DER 8. MAI 2017. NÄCHSTER ERSCHEINUNGSTERMIN ANFANG JUNI 2017

Jagdliches Wissen – Aufgaben der Kärntner Jägerschaft Mit der Ausgliederung der Kärntner Jägerschaft wurden viele Aufgaben übernommen. Wie umfangreich diese Tätigkeiten sind, ist aber den Wenigsten bewusst. Das Jagdliche Wissen dreht sich diesmal um die Aufgaben der Kärntner Jägerschaft. 1. Zu welchem Zweck wurde die Kärntner Jägerschaft eingerichtet? 2. Welche Aufgaben im eigenen Wirkungsbereich obliegen der Kärntner Jägerschaft? 3. In welchen Fällen hat die

Kärntner Jägerschaft Informations- bzw. Anhörungsrechte? 4. Welche Aufgaben fallen in den eigenen Wirkungsbereich der Bezirksjägermeister? 5. Welche Aufgaben fallen in den übertragenen Wirkungsbereich der Bezirksjägermeister? 6. Welche Maßnahme kann der Bezirksjägermeister bei unverhältnismäßiger Erlegung setzen?

Alle Antworten finden sich auf Seite 79!


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Kärntner Jäger

Hegeringschießen 2017 Hegeringschießen ist gelebte Verantwortung! Trotz weiter steigender Teilnehmerzahlen bleiben dennoch zahlreiche Jägerinnen und Jäger dem jährlichen Übungsschießen fern. Es ist nicht nur eine gesetzliche Verbindlichkeit, es ist vor allem eine moralische Verpflichtung aus der Verantwortung gegenüber den Wildtieren. Wenn man sich als Jäger fühlt und sich zur aktiven Jagd bekennt, muss man sich auch zur Überprüfung seiner Jagdwaffen bekennen und sich selbst die persönliche Schießleistung durch Überprüfung und Übung bestätigen. Deshalb auf ein Wiedersehen beim Hegeringschießen!

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Feldkirchen ch hen u HR 210094 (Sirnitz): Freitag, 5. Mai, 16 bis 20 Uhr, Schießstätte Radweg; Radweg u HR 210096 (Gnesau): Samstag, 6. Mai, 8 bis 12 Uhr, Schießstätte Radweg; Radweg u HR 210098 (Patergassen): Samstag, 6. Mai, 15 bis 19 Uhr, Schießstätte Bichl; Tiffen u HR 210103 (Feldkirchen): Freitag, 5. Mai, 16 bis 20 Uhr, Schießstätte Radweg; Radweg

u HR 203042 (Rattendorf): Samstag, 6. Mai, 9 Uhr, Schießstätte Rattendorf Mühlgraben

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Klagenfurt furrt u HR 204014 (Ferlach): Samstag, 6. Mai, 9 bis 15 Uhr, 12 bis 13 Uhr Mittagspause, Schießanlage des Rosentaler Schützenvereins Ferlach; im Anschluss zum Hegeringschießen erfolgt eine Verlosung unter den anwesenden Teilnehmern.

B EZI R K B EZI R K

Hermagor gor u HR 203033 (Würmlach), HR 203034 (Mauthen), HR 203035 (Kötschach), HR 203037 (Birnbaum): Sonntag, 7. Mai, 9 bis 15 Uhr, Schießstätte Gailberg u HR 203039 (Dellach i. G.): Samstag, 6. Mai, 9 bis 12 Uhr, Schießstätte Nölbling

u HR 206082 (Malta-Nord): Samstag, 6. Mai, 9 Uhr, Schießstätte Pflüglhof u HR 206090 (Kaning): Samstag, 13. Mai, 8 bis 13 Uhr, Schießplatz Erlacherhaus im Langalmtal u HR 206091 (Bad Kleinkirchheim): Samstag, 13. Mai, 8 bis 12 Uhr, Schießstätte Radweg

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St. Veit/Glan G la n u HR 205108 (St. Georgen a. L.): Samstag, 6. Mai, 13 bis 18 Uhr, Schießstätte Töplach/St. Georgen a. L.

Spittal/Drau D rau u HR 206060 (Kleblach–Lengholz): Donnerstag, 25. Mai, 10 Uhr, Schießstätte Lengholz u HR 206070 (Penk): Samstag, 6. Mai, 9 bis 12 Uhr, Schießstätte Obervellach u HR 206081 (Malta-Süd): Samstag, 6. Mai, 9 Uhr, Schießstätte Pflüglhof

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Völkermarkt mark kt u HR 208143, 208144, 208145, 208146, 208147 (Bad Eisenkappel u. SittersdorfGallizien): Samstag, 6. Mai, 10 bis 16 Uhr, Schießstätte Lindenhof. Jägerrunde Bad Eisenkappel. Ein Büchsenmacher ist anwesend.

Einladung zum 11. Jugendschießseminar in Jois/Burgenland Um die Sicherheit und die Schießkompetenz der Kärntner Jungjäger und Schießbegeisterten zu fördern, veranstaltet die Kärntner Jägerschaft vom Donnerstag, 25. Mai (Christi Himmelfahrt) bis Samstag, 27. Mai 2017 die Jugendfortbildung in Jois/Burgenland für alle (auch

angehenden) Jungjägerinnen und Jungjäger. Die Schwerpunkte dieser Veranstaltung liegen im sicheren Umgang mit Jagdwaffen, dem Erlernen der richtigen Bewegungsabläufe und dem Treffen in den Disziplinen Jagdparcours und jagdlicher Kugel sowie jagdlich Trap. Außerdem werden auch sportliche, kulturelle und kulinarische Impressionen des nördlichen Burgenlandes erlebt. Kosten: € 120,–, darin inkludiert sind 2 Übernachtungen mit Frühstück, 3 mal 50 Wurfscheiben inkl. Munition und auch Leihwaffen, 100 Schuss Kugelmunition, Standmiete

sowie alle Eintritte. Das Training wird von staatlich geprüften oder erfahrenen Wettkampfschützen geleitet. Anmeldungen bei Mag. Heimo Wolte unter Telefon: 0676/4200 756 oder E-Mail: heimo.wolte@gmail.com

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Hegeringschießen/Termine

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Veranstaltungen in den Bezirken FELDKIRCHEN

Landesjägertag Samstag, 24. Juni, 9 Uhr Spittal, FH Technikum Kärnten Hinweis: Anträge an den Kärntner Landesjägertag sind mindestens sechs Wochen vorher einzubringen.

u 30-jähriges Bestandsjubiläum der JHBG DIANA Albeck, 12. August, Kultursaal Sirnitz

ST. VEIT/GLAN u Einladung zum 37. Hüttenberger Almschießen, am Donnerstag, 25. Mai, auf der Schießstätte in St. Johann am Pressen, Gasthof Stettner; Schießzeiten: sämtliche Bewerbe von 9 bis 17 Uhr, Kugel, Tontauben und Ehrenscheibe

Niederwildstammtisch

Jagdcup 2017 2. Jagdcup 3. Jagdcup

Samstag, 20. Mai Samstag, 8. Juli

Radweg/Fe Töplach – St. Georgen/SV

Tipps zur erfolgreichen Entenhege CPS JTRAP

KÄRNTNER LANDESMEISTERSCHAFTEN Der Landesverband der Jagd- und Wurfscheibenschützen Kärnten lädt zu den Kärntner Landesmeisterschaften 2017 in der jagdlichen Wurfscheibe und jagdlichen Kugel ein: 17. Juni 1. Juli 5. August 9./10. Sept. terminlich noch offen:

Jagdparcours/PC 100 WS Schießstätte Pakein Jagdlich Trap/AFA 100 WS Schießstätte Radweg Jagdliche Kugel/AGK 100 Ringe Schießstätte Radweg Jagdlich Trap/AFO 150 WS Schießstätte Mattersburg (gleichzeitig auch Öst. Meisterschaft) Jagdlich Trap/AFU 100 WS Compak Sporting/CPS 100 WS

Für alle Wettkämpfe gilt: u Anmeldung ab 7.30 Uhr vor Ort, oder per E-Mail lt. Ausschreibung. u Wettkampfbeginn: 9.00 Uhr.

In der Landesgeschäftsstelle werden abgegeben: l Hutabzeichen färbig l Autoaufkleber (Pickerln) der l Jagdgesetz in Frage und Antwort

l Jubiläumsabzeichen „60 Jahre Kärntner Jägerschaft“ l DVD „Vom Revier auf den Teller“

u Dienstag, 9. Mai: 17 bis 19 Uhr, Schloss Mageregg, „Natürlich sauber“ mit DI Petra Rohner u Freitag, 2. Juni: 15 Uhr, Friesach, Ausflug zur Ausstellung „Wohnzimmer Natur“ u Dienstag, 13. Juni und Mittwoch, 18. Oktober: jeweils 14 Uhr, Schloss Mageregg, Kochkurs „Wilde Küche“ mit Cilly Höferer u Samstag, 2. Dezember: 9 bis 11 Uhr, Schloss Mageregg, Traditioneller Weihnachtsbrunch Bitte um Anmeldung bei allen Terminen!

am 27. Mai 2017, um 9 Uhr im Jägerhof Schloss Mageregg

l Drucksorten

mit Emblem der KJ

JägerinnenStammtische

Einladung zum traditionellen Kärntner Schweißhundetreffen

Kärntner Jägerschaft

l Auf Bestellung – Oberbekleidung

u Freitag, 23. Juni, 19 Uhr GH Jordan, Ottmanach

Österreichischer Schweißhundeverein

l Anstecknadel in Gold oder Silber

l Wildmarken

VILLACH u Einladung zur traditionell nur alle 2 Jahre stattfindenden ökumenischen „Buchholzer Jagdmesse“, am Pfingstsonntag, dem 4. Juni, um 14 Uhr im Kirchlein in Buchholz (Gemeinde Treffen, Zufahrt über Winklern). Mitwirkende: JHBG-Althofen-Guttaring, MGV-Afritz, Landjugend Treffen. Veranstalter: Jägerschaft des Hegeringes 19 (Treffen)

Achtu ng NEU: Regen schirm

der Kärntner Jägerschaft verbunden mit einer Zuchtschau und Formbewertung. Alle Schweißhundeführer, Mitglieder des ÖSHV und Jagdhundefreunde werden dazu herzlich eingeladen!


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Der direkte Draht zur Kärntner Jägerschaft Landesgeschäftsstelle 9020 Klagenfurt am Wörthersee Mageregger Straße 175 Telefon 0463/5114 69-0 Fax 0463/5114 69-20 office@kaerntner-jaegerschaft.at www.kaerntner-jaegerschaft.at

Landesjägermeister DI Dr. Ferdinand Gorton (DW 10) GF Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger (DW 16) Verena Gaber (DW 12) Otto Kornprat (DW 11) Mag. Gerald Muralt (DW 18) Katharina Rohner, Bakk. (DW 17) Angelika Schönhart (DW 13) Ruth Ukowitz (DW 14) Elisabeth Wallner (DW 23) Birgit Wascher (DW 26)

Redaktion »Der Kärntner Jäger« Redaktionsmitarbeiterin:

Angelika Schönhart Telefon 0463/5114 69-13 redaktion@kaerntner-jaegerschaft.at

Anzeigenannahme:

Otto Kornprat Telefon 0463/5114 69-11 otto.kornprat@kaerntner-jaegerschaft.at

Restaurant Schloss Mageregg

Telefon 0463/5444 4

Wildpark (Verwaltung)

Gerald Eberl Telefon 0463/5114 69-0 gerald.eberl@kaerntner-jaegerschaft.at


JAGDLICHES WISSEN

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Prüfen Sie Ihr jagdliches Wissen! Die Antworten zu Seite 74 1. Die Kärntner Jägerschaft wurde – zur Vertretung der Interessen der in Kärnten die Jagd ausübenden Personen und der Jagdschutzorgane, – zur Förderung der Jagd und der Jagdwirtschaft, – zur Pflege der Weidgerechtigkeit und – zur Erhaltung und Förderung der bodenständigen jagdlichen Sitten und Gebräuche eingerichtet. 2. Der Kärntner Jägerschaft obliegen folgende Aufgaben im eigenen Wirkungsbereich: u für die sachgemäße Ausübung der Jagd in Kärnten zu sorgen, u ihre Mitglieder in allen jagdlichen und jagdrechtlichen Fragen zu beraten, sie zu weidgerechten Jägern zu erziehen und anzustreben, dass sie nicht gegen die Weidgerechtigkeit und gegen die Standespflichten verstoßen, u zu allen die Jagd berührenden Gesetzen und Verordnungen Stellung zu nehmen und diesbezüglich Vorschläge zu unterbreiten, in Fragen der Jagd Gutachten zu erstellen und erfahrene Mitglieder als Jagdsachverständige namhaft zu machen, u die Prüfungskommissionen nach § 37 zu bestellen, die jagdliche Eignung der Jagdkartenwerber durch Prüfung festzustellen, u die Interessen der Jagdschutzorgane wahrzunehmen sowie diese und ihre Hinterbliebenen fallweise zu unterstützen, u Einrichtungen zu schaffen und zu betreiben, die der Jagd, der Jagdwissenschaft, dem jagdlichen Schießwesen, der Aus- und Fortbildung von Jungjägern und Jagdschutzorganen dienen, ferner Maßnahmen zu treffen, die zur wirksamen Bekämpfung des Wildererunwesens geeignet sind, und die Verhütung von Wildschäden zu för-

dern, u die Jagdhundezucht und Jagdhundeführung zu fördern, u Hegeschauen, jagdkulturelle Veranstaltungen, Jägertage, Jagdausstellungen, Jägerschießen u. Ä. durchzuführen sowie das jagdliche Brauchtum zu pflegen, u für die Mitglieder eine ausreichende Jagdhaftpflichtversicherung gegen Personenund Sachschäden abzuschließen, u eine Jagdstatistik zu führen, u Personen, die sich um die Jagd in Kärnten oder bei Bekämpfung des Wildererunwesens besondere Verdienste erworben haben, zu ehren, u Herausgabe eines Kundmachungsblattes sowie nach den Satzungen die Herausgabe eines Mitteilungsblattes („Der Kärntner Jäger“), u Kundmachung von Verordnungen. 3. Vor der Erlassung von Gesetzen und Verordnungen, die nachfolgende Punkte der Jagd berühren, ist die Kärntner Jägerschaft zu hören bzw. zu informieren: u Information über die Veräußerung eines Jagdgebietes, u Information über die Fortsetzung einer Jagdverpachtung, u Anhörung iR der Bestellung von Jagdschutzorganen, u Anhörung im Zusammenhang mit einem Jägernotweg, u Anhörung vor Erlassung der Hundehaltungsverordnungen, u Entgegennahme von Meldungen betreffend Wildseuchen. 4. In den eigenen Wirkungsbereich der Bezirksjägermeister fallen: u Ausstellung der Jagdkarte u Entzug der Jagdkarte u Kennzeichnung der Jagdkarte als ungültig u Ausfolgung von Jagdgastkarten u Rücknahme von Jagdgastkarten u Untersagung zur Ausstellung von Jagdgastkarten

u Einzug von Jagdgastkarten u Genehmigung zur Ausstellung von Jagderlaubnisscheinen und Entgegennahme der Meldung über erfolgte Ausstellungen u Entgegennahme der Anzeigen über die Bildung einer Hegegemeinschaft u Anordnung der Trophäenvorlage bzw. Vorlage in der Decke 5. In den übertragenen Wirkungsbereich der Bezirksjägermeister fallen: u Verweigerung der Jagdkarte u Beschränkung des Abschusses u Festsetzung des Abschussplanes u Kundmachung der Zustellung der Abschusspläne u Sperrbescheide aufgrund unverhältnismäßiger Erlegung u Entgegennahme von Abschussmeldungen (HRL, BJM) u Entgegennahme von Abschusslisten (HRL, BJM) u Gewährung von Einschau in die Abschusslisten u Erstellung von Wildnachweisungen u Veranlassung von Maßnahmen im Rahmen etwaiger Fütterungsverpflichtungen bzw. verbote im Sinne von § 61 Abs. 1 K-JG u Entgegennahme von Anzeigen der Errichtung einer Rotwildfütterungsanlage und u Untersagung zur Errichtung einer Rotwildfütterungsanlage im Sinne von § 61 Abs. 10 K-JG u Auftrag zur Beseitigung einer Rotwildfütterungsanlage im Sinne von § 61 Abs. 10 K-JG u Ausnahmebewilligung von der Pflicht zur Fütterung von Rotwild ausschließlich in Fütterungsanlagen nach § 61 Abs. 10 K-JG u Auftrag zur teilweisen Kostenübernahme der Wildfütterung 6. Bei unverhältnismäßiger Erlegung kann der Bezirksjägermeister Sperrbescheide erlassen.

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Vorstandsmitglied Johannes ThurnValsassina ein junger 50er Das Mitglied des Landesvorstandes der Kärntner Jägerschaft, Johannes Thurn-Valsassina, wurde 1967 in Klagenfurt geboren und feierte am 11. Februar stillheimlich im engsten Familienkreis seinen 50. Geburtstag, zumal es seiner Einstellung entspricht, kein großes Aufheben um seine Person zu machen. Nach dem Abschluss der Höheren Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft in Bruck an der Mur, wo er auch die Jagdprüfung ablegte, unternahm der Jubilar eine große Reise durch Südamerika, bevor er in Wien Forstwirtschaft studierte. Im Jahr 1994, mit 27 Jahren, übernahm Johannes Thurn-Valsassina den Familien-Forstbetrieb in Bad Eisenkappel. Schon als kleiner Bub ging er mit seinem Vater auf die Jagd. Sein großer Vorsatz: Wild

in Einklang mit dem Wald und der Forstwirtschaft zu bringen. Er sieht sich als Heger und nicht als Trophäenjäger. Im Jahr 2000 heiratete er seine Frau Amicie, die selbst Jägerin ist. Die beiden haben fünf Kinder, die das Familienglück vervollständigen und die er auch mit auf die Jagd nimmt, um ihnen des Weidwerk näherzubringen. Somit ist auch für jagdlichen Nachwuchs im Hause Thurn-Valsassina gesorgt.

Gehör. Er ist auch Mitglied des Bezirksjagdbeirates im Bezirk Völkermarkt sowie Sprecher der Rotwildbewirtschaftungsgemeinschaft Eisenkappel. Seine Verdienste um die Jagd in Kärnten wurden im Jahr 2011 von der Kärntner Jägerschaft mit dem Verdienstabzeichen in Bronze gewürdigt. Im Jahr 2012 wurde Johannes Thurn-Valsassina zum Präsident des Kärntner Forstvereines gewählt. Er ist auch Mitglied des Naturschutzbeirates Kärnten, Präsident des Arbeitgeberverbandes für Land- und Forstwirtschaft Kärnten sowie Obmann-Stellvertreter des Kärntner Waldpflegevereines.

Seit 2009 ist der junge 50er als Vertreter der Land- und Forstwirtschaft Mitglied des Landesvorstandes und des Landesausschusses der Kärntner Jägerschaft. Als Vorstandsmitglied bringt sich Johannes Thurn-Valsassina in stets wohl bedachter und höchst kompetenter Form ein und findet sein Wort auch

Die Kärntner Jägerschaft wünscht dem Jubilar alles erdenklich Gute, Glück und Gesundheit und hofft, dass Johannes ThurnValsassina seine Kompetenz noch lange in die Dienste der Kärntner Jägerschaft stellen möge. Weiterhin viel Freude beim Weidwerken und ein kräftiges Weidmannsheil!

turgut Falknerei. Behandelte Themen umfassen unter anderem: Greifvogelschutz, Greifvogelkunde, Zucht, Krankheiten, Geschichte, aktuelle Projekt im In- und Ausland etc. Die neu aufgelegte und bei der Tagung auf Schloss Eckartsau präsentierte Greifvogelbroschüre informiert auch den Laien umfangreich über Falknerei und alle dazugehörenden Aspekte, wie verwendete Greifvogelarten, Geschichte ab 4000 v. Chr. bis zur Gegenwart und kann auch als ergänzender Lehrbehelf empfohlen werden. Friedrich Sleik

0316/8356-12, E-Mail: stocker-verlag@stockerverlag.com, Internet: www.stocker-verlag.com

Bücher Die Verbandszeitschrift „DER FALKNER“ und die Broschüre „GREIFVÖGEL ZUM GREIFEN NAH“ des Österreichischen Falknerbundes (ÖFB) Die Verbandszeitschrift „DER FALKNER“ – Ausgabe 2017 – inkl. Versand innerhalb Österreich € 12,00. Die Broschüre „GREIFVÖGEL ZUM GREIFEN NAH“ – inkl. Versand innerhalb Österreich € 8,00. Bestellmöglichkeit: shop@falknerbund.com; www.falknerbund.com Der jährlich erscheinende „FALKNER“ gibt Einblicke in die Falknerei und informiert über allerlei Themen rund um Greifvögel, deren Schutz und das Kul-

Gams-, Stein- und Muffelwild Biologie, Lebensweise, Besonderheiten Univ. Doz. Dr. Armin Deutz/Dr. Gunther Greßmann/DDr. Veronika Grünschachner-Berger/ Dr. Flurin Filli, ISBN: 9783-7020-1626-5, € 29,90, Bestellmöglichkeit: Leopold Stocker Verlag, 8011 Graz, Hofgasse 5, Tel.: 0316/8216 36, Fax:

Gämsen, Steinböcke und Mufflons haben eine Gemeinsamkeit – alle drei sind Hornträger und sie unterscheiden sich damit deutlich z.B. von den Hirschartigen. Diese drei Arten besitzen aber auch ganz spezielle Eigenschaften und Anpassungen, die in einem Vergleich der Arten gut herausgearbeitet werden können. Die massive menschliche Nutzung des Alpenraumes, der Klimawandel mit seinen Begleiterscheinungen und Interaktionen zwischen Wildtieren sowie Wild- und Haustieren beeinflussen Gams-, Stein- und Muffelwild heute mehr denn je. Der Bestand an Alpengämsen – einer von 10 Unterarten des Gamswildes – von ehemals rund 400.000 Stück ist beinahe im gesamten Alpenraum rückläufig. Die Gründe dafür werden in diesem Buch ausführlich diskutiert. Der Alpensteinbock konnte sich nach seiner Ausrottung in den Alpen im 18. Jahrhundert nur noch in einer geschützten Restpopulation in den Nationalparks Gran Paradiso (I) und Vanoise (F) grenzübergreifend halten und wurde von dort ausgehend wieder an-


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gesiedelt. Heute lebt in rund 180 Steinwildvorkommen in der Schweiz, Italien, Frankreich, Österreich, Deutschland und Slowenien wieder ein Winterbestand von ca. 50.000 Tieren. Muffelwild wurde seit über 200 Jahren in Europa in unterschiedlichsten Lebensräumen ausgewildert, ist also keine autochthone Wildart. Rund 130.000 Stück Muffelwild leben in Europa. Derzeit gibt es intensive Diskussionen um den Weiterbestand so mancher Kolonien, nicht zuletzt aus waldbaulichen Gründen. Diese drei hochinteressanten Wildarten werden vergleichend dargestellt, Besonderheiten einzelner Arten gesondert abgehandelt und herausgestrichen. Themenbereiche sowohl aus praktischer als auch aus wissenschaftlicher Sicht sind folgende: • Evolution und Verbreitung der drei Arten, Verwandte • Hornträger in Aberglauben und Volksmedizin • Biologie, Anatomie, Physiologie, spezielle Eigenschaften und Genetik • Horn ist nicht gleich Horn – Vergleich der drei Arten • Lebensweise und Sozialverhalten im Jahresverlauf • Lebensraum, Raumnutzung, Interaktionen mit anderen Wild- und Haustierarten • Störfaktoren und deren Kumulation • Äsungswahl und Fütterungsfragen, Salzlecken • Wildeinfluss auf die Vegetation, Wildschäden • Krankheiten und Zoonosen • Bejagung, Alters- und Geschlechtsansprache, Sozialklassen und Populationsentwicklung • Wildbretversorgung und -verwertung • Heutige Sicht (kulturell, Naturschutz, jagdliche Nutzung, „Wildlife viewing“) Der alte Spruch des römischen Dichters Martial († 100 n. Chr.) besitzt in unserer Zeit der nach wie vor steigenden und beinahe ganzjährigen menschlichen Nutzung des Alpenraumes unheimliche Aktualität: „Der Keiler schützt sich mit dem Zahn, der Hirsch mit des Geweihes Wucht, wir Gemsen sind gar übel dran, denn uns bleibt nur die Flucht.“ Möge dieses Buch dazu beitragen, das Verständnis rund um alpine Wildarten zu fördern und damit diesen faszinierenden Wildarten zu helfen.

schen schlafen, ist seine Zeit gekommen. Dann geht er auf Nahrungs- oder Partnersuche und steckt stempelnd sein Revier ab. Der nächtlichen Lebensweise entsprechend, ist meist das Wissen über seine Gepflogenheiten sehr begrenzt. Wovon lebt er genau? Wie sind seine Baue beschaffen? Wann zieht er sich in die Winterruhe zurück? Wie oft unterbricht er sie? Wann wacht er endgültig wieder auf? Wann kommen die Jungen zur Welt? Wie sehen sie aus, wie entwickeln sie sich? Wie gehen Reviernachbarn miteinander um? Wie hart werden Kämpfe ausgefochten? – Trotz der Allgegenwart des Maskenmannes in den Revieren findet man nur schwer brauchbare Antworten auf diese Fragen. Es gibt im deutschsprachigen Raum kaum lesbare Literatur über ihn. Das war Grund genug für den Autor, seine vielfältigen Erfahrungen mit Dachsen aufzuzeichnen. Seit Jahrzehnten nimmt er verwaiste Dachswelpen in seinem Forsthaus auf, päppelt sie auf und führt sie Schritt für Schritt an ein Leben in freier Wildbahn heran. Auch dort begleitet er sie, bis sie endgültig abwandern oder ums Leben kommen. Im vorliegenden Buch beschreibt der Autor vor allem das Leben und Aufwachsen zweier Jungdachse, die letztlich, inzwischen in freier Wildbahn lebend, eine Familie gründen. Drei Jahre hat er sie begleitet, vom blinden, hilflosen Welpenalter an bis weit hinein ins Erwachsenenalter, als schließlich eigener Nachwuchs da war. Die Dachsfähe vertraute ihrem Ziehvater so sehr, dass er sie sogar im Wurfbau mit den drei Jungen besuchen durfte. Den Dachsrüden begleitete er des Nachts auf seinen Reviergängen, sah ihm beim Markieren des Reviers zu, beim Kampf mit seinem wildlebenden Nachbarn, und er wurde zur Paarungszeit sogar selbst von ihm angefallen. Der Rüde fand letztlich ein gewaltsames Ende, die Jungen suchten sich eigene Reviere, und eines Tages verschwand auch die Fähe auf Nimmerwiedersehen …

Die Verehrung des hl. Hubertus im Wandel der Jahrhunderte

Dachse – auf nächtlichen Pfaden Jürgen Huhn, ISBN: 9783-85208-149-6, € 39,00, Bestellmöglichkeit: Österreichischer Jagdund Fischerei-Verlag, 1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel.: 01/4051 63639, Fax.: 01/4051 636-59, E-mail: verlag@jagd.at, Internet: www.jagd.at Dachse sind in fast allen Revieren unserer Breiten heimisch. Begegnungen mit Grimbart sind jedoch eher selten. Denn während des Tages ruht er meist im Bau, und erst nachts, wenn die meisten Men-

0049/2202/9540-0, www.heider-verlag.de

Dr. Günther Schlieker, ISBN: 978-3-87314498-9, € 68,00, Bestellmöglichkeit: Joh. Heider Verlag GmbH, 51465 Bergisch Gladbach, Paffrather Straße 102-116, Tel.: Fax: 0049/2202/21531,

Der Anstoß zum Entstehen dieses 700 Seiten starken Bildbandes mit 4.012 Bildern, war die im Jahr 2000 von Dr. Günther Schlieker im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München ausgerichtete Ausstellung „Die Verehrung des heiligen Hubertus im Wandel der Jahrhunderte“. Nach dieser Ausstellung fasste Dr. Schlieker den Entschluss, all das erworbene Wissen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den heiligen Hubertus in umfassender Weise darzustellen. Der heilige Hubertus ist bis in die heutige Zeit eine der

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volkstümlichsten Heiligengestalten. Im vorliegenden Buch wird die Hubertusverehrung vom 7. bis ins 21. Jahrhundert, die Anrufung des heiligen Hubertus bei Tollwut sowie die Gründung der verschiedenen Hubertusorden im 17. und 18. Jahrhundert behandelt. Hubertusfeiern und Hubertusmessen, durchgeführte Hubertusjagden und Hubertus-Parforcejagden, die Rasse Hubertushund und die speziellen Hubertushundeprüfungen sind weitere Kapitel. Breiter Raum wird der Errichtung von Hubertuskapellen in verschiedenen Regionen, wobei auch Kärntner Hubertuskapellen und – kreuze Erwähnung finden, gewidmet. Das vorliegende Werk ist im deutschsprachigen Raum die bisher umfangreichste Dokumentation zum Thema St. Hubertus. Der Autor steht heute im 93. Lebensjahr.

Rätische Alpenpässe Martin Bundi, Cristian Collenberg, ISBN: 978-3-906064-54-3, € 59,90, Bestellmöglichkeit: Somedia Buchverlag, 8750 Glarus, Zwinglistrasse 6, www.somedia.ch In zwölf Kapiteln vermittelt das Buch eine Übersicht über die Verkehrsgeschichte der historischen rätischen Alpenpässe. Dabei wird das gesamte Territorium des ehemaligen Churrätiens berücksichtigt, wozu neben dem heutigen Kanton Graubünden das ganze Rheintal vom Bodensee her samt dem Vorarlberg und dem Walenseegebiet gehörten, ferner das Glarnerland, das Urserental, das Veltlin, das obere Etschgebiet, Landeck bis zum Arlbergpass und das Paznauntal. Teilweise wird auch die Besiedlungs-, Wirtschafts-, Sprach- und Kulturgeschichte dieses Raumes mitberücksichtigt. Jedem Kapitel werden ausgewählte Texte aus der Literatur, aus der mündlichen Tradition und aus Reiseberichten von bekannten Autoren beigefügt. Diese Textausschnitte erscheinen jeweils in der Originalsprache und werden durch einen Kommentar erläutert. Dort, wo die sprachlichen Gegebenheiten es angebracht erscheinen lassen, gibt es dazu eine deutsche Übersetzung.

Messer machen wie die Profis Schritt für Schritt zum eigenen Messer – Ein Praxisbuch für Messerfans Ernst G. SiebeneicherHellwig, ISBN: 978-3-44014985-0, € 20,60, Bestellmöglichkeit: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Pfizerstraße 5-7, 70184 Stuttgart, Tel.: 0711/2191-0 (Zentrale), E-Mail: info@kosmos.de, Internet: www.kosmos.de Messer – für den großen Kreis ihrer

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W O R TA N Z E I G E N / I M P R E S S U M / TOT E N TA F E L

Nr. 232/2017

Liebhaber sind sie nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern handwerkliche Kunst. Zahllose Messerfans träumen davon, das eine Messer zu bauen, das ihren praktischen und ästhetischen Anforderungen genügt. Wie dieser Traum in die Tat umgesetzt werden kann, zeigt jetzt Ernst G. Siebeneicher in seinem Buch Messer machen wie die Profis. Von der Materialwahl über den Zusammenbau bis zum „letzten Schliff“ informiert er darin über den Eigenbau des perfekten individuellen Messers. Für Einsteiger wird die Messer-Fertigung aus Bausätzen erklärt, für Fortgeschrittene gibt es Anleitungen, um Messer komplett selbst zu entwickeln und herzustellen. Informationen zur Verzierung von Messern und der Reparatur von Lederscheiden runden das Buch ab. Ernst G. Siebeneicher-Hellwig ist gelernter Werkzeugmacher und auf die Herstellung von Messern spezialisiert. Für den bayerischen Landesjagdverband veranstaltet er Messerbauseminare.

Wie man einen Schweißhund >macht< Harald Fischer, ISBN: 978-3-7888-1736-7, € 29,95, Bestellmöglichkeit: J. Neumann-Neudamm AG., 34212 Melsungen, Schwalbenweg 1, Tel.: 05661/ 9262-26, Fax: 05661/ 9262-19, E-Mail: info@neumann-neudamm.de, Internet: www.neumannneudamm.de Ein

gutes

Nachsuchengespann

fällt

nicht vom Himmel. Es ist eine gründliche und langwierige Ausbildung nötig, um aus einem tapsigen Welpen einen Spitzennachsuchenhund zu machen. Viele Fachbücher beschäftigen sich mit Ausbildung und Führung des Schweißhundes. Die meisten bauen auf eine veraltete Führungsweise auf, die auf Befehl und Gehorsam setzt. Harald Fischer ging bei der Ausbildung seiner Hunde einen anderen Weg. Seine Grundidee ist, dass eine einmalige Information in einem bestimmten Lebensabschnitt des Hundes nie mehr vergessen wird. Er nutzt die natürlichen Anlagen und Triebe, festigt und verstärkt sie, um seine Hunde zu passionierten Findern zu machen. Dabei schreibt er als Praktiker direkt aus dem Nachsuchenalltag heraus, denn er führt sehr erfolgreich eine selbst ausgebildete Steirische Rauhaarbracke und betreibt eine bundesweit bekannte Schweißhundstation. Langjährige Erfahrungen und viele schwierige Nachsucheneinsätze lieferten das Wissen zu diesem Buch, das Lehrbuch und Erzählung in sich vereint und so auf besondere Art die Erfahrungen des Autors bei der Ausbildung seiner Hunde und dem Einsatz auf der Roten Fährte widergibt.

Wortanzeigen Kaufe gebrauchte Waffen (auch Faustfeuerwaffen), Firma Salberger, Lavamünd, Telefon 04356/2360; E-Mail: waffen@salberger.at Homepage: www.waffen-salberger.at

Abwurfstangen. Den Stadl voll mit *Abwurfstangen* oder GeweihTrophäen? Oder doch nur ein paar wenige? Wir kaufen sie zu besten Preisen mit verlässlichem Service: Hirschalm GmbH, 02763/2057 9, E-Mail: office@ hirschalm.net

Ferlacher BBF, Kal. 7x65/16/70, mit Gravur und ZF Kahles 2,3-7fache Vergrößerung (Helia 27M2) in sehr gutem Zustand. Spektiv Swarovski, CTC 30x75 + Case, Prod.Nr.: F853926029, neuwertig (Gewehr und Spektiv um € 3.200,00 zu verkaufen. 1 Fernglas STEINER (Cobra) 10x42 und 1 Fernglas ZEISS (Conquest HD) 8x42 (beide Ferngläser um € 500,00 zu verkaufen). 1 kompl. neues Golf-Set um € 200,00 zu verkaufen. Tel.: 0664/9155 671

GrMü-Welpen mit FCI-Papieren abzugeben. Bernd 0664/9148 483

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Tel.:

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Wir gedenken unserer Weidkameraden Bezirk Feldkirchen Zurawski Stefan, Steindorf Bezirk Hermagor Brandner Josef, Hermagor Bezirk Klagenfurt Lausegger Johann, Unterbergen Makula Werner, Wölfnitz Wang Hubert Othmar, Viktring *Veröffentlichung aufgrund später eingegangener Meldung

Bezirk Spittal/Drau Kohlmeier Josef, Obervellach Lackner Sebastian, Heiligenblut Müller Christian, Techendorf Pirker Lorenz, Winklern

Pöcher Eberhard, Millstatt Sagmeister Hermann*, Spittal/Drau Stranig Alois, Mallnitz Winkler Dietmar, Techendorf Ing. Zlanabitnig Kurt, Millstatt Bezirk St. Veit/Glan Eder Wilhelm, St. Veit/Glan Grün Josef, Friesach Hebenstreit Hubert, Althofen Kitz Stefan, Brückl Leitner Heribert, Metnitz Nagele sen. Karl, St. Salvator Premig Herbert, St. Veit/Glan Weyrer Josef, Glödnitz

Bezirk Villach Foscari-Widmann-R. Leonardo, Kreuzen Oberrauner Gerhard, Villach Schwandtner Hildegard, Villach Tschuden Anka, Rosenbach

Bezirk Völkermarkt Hobel Maximilian, St. Primus

Bezirk Wolfsberg Tatschl Friedrich, St. Stefan


Kärntner Jäger, Ausgabe 232  
Kärntner Jäger, Ausgabe 232