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Mitteilungsblatt der Kärntner Jägerschaft, August 2016 Ausgabe 228, 45. Jahrgang

www.kaerntner-jaegerschaft.at SCHWERPUNKT

LANDESJÄGERTAG


Nr. 228/2016

Inhaltsverzeichnis Aktuelles Aktuelle Spalte Mariazeller Erklärung FACE

68. Landesjägertag

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Berichte

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Aus der jagdlichen Praxis

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Aus dem Jagdrevier

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Mini-Max

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Wald-Wild-Schule

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DISZI

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Wildökologie

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Informationen der Landesgeschäftsstelle

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Jagdliches Wissen

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Hundewesen

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Schießwesen

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Termine

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Personalia

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Bücher

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Wortanzeigen/Impressum

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Nachruf BJM Ing. Gressel

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Totentafel

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Kärntner Jäger

Liebe Kärntner Jägerinnen und Jäger! Der 68. Landesjägertag fand diesmal in der jagdlich wunderbar dekorierten Klagenfurter Messehalle statt und wurde von der Bezirksgeschäftsstelle Klagenfurt vorbildlich ausgerichtet. Der mittlerweile etablierten Tradition folgend wurden nicht nur die Grußworte an das Ende der Veranstaltung gestellt, sondern wurde den Wortmeldungen, Diskussionsbeiträgen und Themenbearbeitungen breiter Raum eingeräumt. Die etwas geringere Teilnahme der Delegierten war wohl angesichts der nach Langem eingetretenen Schönwettersituation den landwirtschaftlichen Verpflichtungen geschuldet. Die Jägerschaft und die Jagd überhaupt befinden sich derzeit in einer Umbruchsphase. Innovationskraft von Innen macht sich in fachlichen Bereichen deutlich bemerkbar, aber auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer besseren gesellschaftlichen Positionierung der Jagd greift langsam Platz. Auf der anderen Seite erhöht sich der Druck im Hinblick auf die Erforderlichkeit eines ausgewogenen Wildtiermanagements und gilt es auch angesichts einer zum Beispiel medial geschürten Rabenvögel-Jagd-Diskussion, erforderliche Inhalte wirksam zu transportieren. In vielen Fällen sind wir Jägerinnen und Jäger mittlerweile unbezahlt arbeitende Dienstleister: Ob es hier um die Versorgung von Straßenfallwild zu jeder Tages- und Nachtzeit oder die Vergrämung von Rabenvögeln zum Schutze der Landwirtschaft geht. Vielfach mutieren wir aber auch zu Dienstleistern, um Maßnahmen der Wildstandsreduktion im Lichte hochkomplexer Zusammenhänge umzusetzen. In solchen Situationen wirken nicht nur zu hohe Wildstände schadverursachend, sondern tragen auch viele andere Faktoren zu prekären Situationen bei. Hier werden wir künftig gefordert sein, einerseits weitere Partner ins Boot zu holen, andererseits liegt aber auch besondere Verantwortung in der gewissenhaften Planung und noch mehr in der ambitionierten Erfül-

lung der Vorgaben zur Wildstandsregulierung bzw. -reduktion. Auch wenn wir mittlerweile erkannt haben, dass in Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit länderübergreifend mit der Kreation der „Dachmarke Jagd Österreich“ Synergien genutzt werden müssen, sind wir machtlos, wenn Jägerinnen und Jäger interne Konflikte über die Medien austragen. Das „Jahr des Niederwildes“ befindet sich in der letzten Phase und gilt es hier dem ambitionierten Ausschuss für seine zahlreichen Aktivitäten „danke“ zu sagen. Dank aber auch an Sie, die sie so zahlreich sowohl die Niederwildstammtische als auch die von uns angebotenen Bildungsplattformveranstaltungen besuchen und unsere Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen! Erfreulich ist auch das nach wie vor ungebrochene Interesse an der Absolvierung der Jagdprüfung. 191 Jungjägerinnen und Jungjäger konnten im Juni ihre grünen Maturazeugnisse voller Stolz entgegennehmen. Auch freut sich die Kärntner Jägerschaft über 27 neue Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher, die in eine jagdlich verantwortungsvolle Zukunft gehen. Eine Information am Rande: In Sachen Feuerwaffen-Richtlinie auf EU-Ebene ist wohl ein Etappen-Sieg zu verzeichnen (siehe Seite 6), die Entwicklung wird allerdings weiterhin sehr intensiv beobachtet und – wo möglich – aktiv über die dementsprechenden „Kanäle“ beeinflusst. Für das verbleibende Jagdjahr wünsche ich Ihnen Anblick, spannende und von Kameradschaft geprägte Jagderlebnisse und vor allem viel Erfolg dort, wo jagdliche „Arbeit“ auf Grund von Schadsituationen erforderlich ist. Mit Weidmannsheil Ihr Sepp Monz LJM-Stv.

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Aktuelle Spalte

AKTUELLES


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Kärntner Jäger

AKTUELLES

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4. Jahresbilanz Forst- & Jagd-Dialog Zur Umsetzung der Mariazeller Erklärung verfolgen wir als oberstes Ziel: Den negativen Trend des Wildeinflusses zu stoppen und eine Trendumkehr bei den Bezug habenden Daten der Österreichischen Waldinventur (ÖWI) und beim Wildeinflussmonitoring (WEM) herbeizuführen. Jagd und Forst wollen gemeinsam bundesweit ausgeglichene wald- und wildökologische Verhältnisse erreichen. Für das Berichtsjahr 2015/2016 darf nun neuerlich auf wichtige Meilensteine hingewiesen werden, die uns der Zielerreichung weiter näherbringen:

1. NACHAHMUNG ERWÜNSCHT! Erfolgreiche Aktionen überlagern gegenseitige Schuldzuweisungen ❖ Wald-Wild-Ökologiepreis 2017 in Planung. Ziel: Auszeichnung von Jagden, bei denen die Wald-WildFrage vorbildlich gelöst wird (bundesweit/alle Bundesländer) ❖ Ausschreibung Wald-Wild-Ökologiepreis 2015: 16 Bewerber, Preisverleihung beim OÖ Landeswaldbauerntag 2015 und Auslobung in der Zeitschrift „Bauer“ (Oberösterreich) ❖ Veranstaltungsreihe „Naturnahe Waldwirtschaft im Einklang mit der Jagd“ (Niederösterreich)

2. NICHT AUF ZEIT SPIELEN! HANDELN JETZT! Messbare Ergebnisse im Lebensraum Wald müssen sich zeitnahe einstellen! ❖ Vierte Aufnahmeperiode zum Wildeinflussmonitoring (WEM) wurde abgeschlossen, gemeinsame Ergebnispräsentation (bundesweit) ❖ Österreichische Waldinventur (ÖWI): permanente Erhebungen 2016 angelaufen, erste Ergebnisse 2019 zu erwarten (bundesweit) ❖ Initiativen um die Abschussplanung verstärkt an die Realitäten heranzuführen, auf die Umsetzung zu achten und die Rahmen-

bedingungen zu optimieren (bundesweit) ❖ Vorstellung der WEM-Ergebnisse mit Diskussion und anschließender Exkursion für den Ausschuss des Jagdverbandes, Info-Veranstaltungen von Forstbehörde und Jagdverband für die interessierte Jägerschaft (Burgenland)

3. JAMMERN HILFT NICHT! Nur ein gemeinsames Vorangehen bringt uns weiter! ❖ Die Landesforstdirektion ist seit 2002 in Fachausschüssen und im Landesjagdbeirat vertreten (Kärnten) ❖ Flattnitz/Hochrindl Wald-WildPraxisseminar über Kontrollmöglichkeiten der Wildstandsentwicklung und Veränderungen bei der Rotwildfütterung, Seminar „Großräumiges Rotwildmanagement in den Nockbergen“ (Kärnten) ❖ Erstellung der Broschüre „Grundeigentum und Jagd“ durch die Landwirtschaftskammer NÖ in Abstimmung mit dem Landesjagdverband (Niederösterreich) ❖ Jagdausschussschulung Februar/ März 2016: 15 Schulungsveranstaltungen mit etwa 1.000 Jagdausschussmitgliedern (Oberösterreich) ❖ Erstellung der Broschüre „Grundeigentum und Jagd“ für die Jagdausschussmitglieder, aber auch für die interessierte Öffentlichkeit. Einarbeitung der Mariazeller Erklärung und des Themas Fütterung (Oberösterreich) ❖ Erstellung einer SchulungsPowerpointpräsentation unter Integration des Vortrages von Leopold Obermair, MSc., BOKU, zum Thema „Waldbau und Wildschadenanfälligkeit – Mit Gewehr und Motorsäge“ (Oberösterreich) ❖ Zwei Jagdausschussstammtische und eine Fachveranstaltung 2016 wurden in allen Bezirken Schulungen der Jagdausschüsse gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer OÖ abgehalten

(Oberösterreich) ❖ Veranstaltung im Rahmen der Jännergespräche im Schloss Pichl zum Umsetzungsstand der Mariazeller Erklärung (Steiermark) ❖ Projekt „Verjüngungsdynamik Tirol“ Auszeichnung durch die ARGE Alpenländischer Forstvereine im Jänner 2016 mit dem Alpinen Schutzwaldpreis Helvetia in Kategorie „Öffentlichkeitsarbeit, Innovation und Schutzwaldpartnerschaften“ (Tirol)

4. AUS EINEM MUND! Objektive Messungen verlangen auch eine gemeinsame Interpretation! ❖ Gemeinsame Evaluierung der Wildeinflussmonitoringverfahren erfolgt – die Ergebnisse wurden publiziert (bundesweit) ❖ Das Wildeinflussmonitoring (WEM) wurde nach einer wissenschaftlichen Evaluierung methodisch modernisiert (bundesweit) ❖ Gemeinsame Ergebnisinterpretation der 4. WEM Aufnahmeperiode ab 2017 (bundesweit) ❖ Erstellung der neuen „Schlichterbroschüre – Bewertung von Verbiss- und Fegeschäden im Wald“ durch die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer NÖ in gemeinsamer Abstimmung mit dem NÖ Landesjagdverband und der NÖ Landesforstdirektion. Die dazu organisierten vier Schulungen der Schlichter (landwirtschaftliche + jagdliche) wurden von der LK-Forstabteilung gemeinsam mit dem Landesjagdverband durchgeführt (Niederösterreich) ❖ Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI)-Veranstaltung „Wildschadensbewertung“: drei Kurse für Grundeigentümer und Jäger; etwa 70 Teilnehmer (Oberösterreich) ❖ Die Ergebnisse der letzten Aufnahmeperiode wurden im Rahmen von zwei bezirksübergreifenden Veranstaltungen präsentiert. Die einzelnen Bezirksergebnisse des WEM wurden bei den Berichten zur Wald/Wild-Situation im Rahmen der Bezirksjä-


AKTUELLES

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Kärntner Jäger

Präs. ÖR Titschenbacher, LJM-Stv. Dir. Spinka, LJM Bgm. Brandmayr, LFD DI Luidold, Univ.-Prof. DI Dr. Hasenauer, SC DI Mannsberger, LJM-Stv. Mayr-Melnhof-Saurau, LJM DI Dr. Gorton, DI Dr. Freidhager, LJM DI Prieler, DI Dr. Lienbacher MBA, Mag. Wutscher, DI Montecuccoli, DI (FH) Larcher, OSR DI Januskovecz, DI Höbarth, DI Schwaighofer, FM DI Mag. Wohlmacher, LJM DI Pröll, Frau DI Montecuccoli, LJM KR Eder, LJM Metzler und MR DI Dr. Schima (v.l.n.r.)

gertage von den zuständigen Bezirksforstinspektions-Leitern erörtert (Oberösterreich) ❖ Eine Evaluierung der Wildökologischen Raumplanung wurde in Auftrag gegeben, um hier nach zu schärfen, wo es notwendig ist (Salzburg) ❖ Revierbezogenes Wildeinflussmonitoring (Modell Landwirtschaftskammer Steiermark) dient als Indikator und Grundlage zur Festlegung von Abschussplänen (Steiermark) ❖ Vorarlberger Wildschadenskontrollsystem (WSKS) wird evaluiert, betreffend der Aussagekraft und der gegenseitigen Akzeptanz der Ergebnisse 2016/17 nachgeschärft (Vorarlberg)

5. VERBERGUNGSKÜNSTLER SCHALENWILD! Unsere Bejagung muss innovativer werden! ❖ Seminar zum Thema mit Publikation der Fachergebnisse – Fortsetzung geplant (bundesweit) ❖ Projekt „Jagd in waldarmen Gebieten“ (Oberösterreich) ❖ Informationsveranstaltung im Bezirk Liezen „Herausforderung Rotwild“, Vortrag von Wildbiologe Dr. Hubert Zeiler, Ausweitung auf andere Bezirke in Vorbereitung (Steiermark) ❖ Zweitägige Weiterbildungsveranstaltung Landwirtschaftskammer – Forst; Thema „Wald & Wild“ (Steiermark) ❖ Vorträge und Exkursion zu den Themen Rot-, Reh- und Niederwild (Steiermark)

6. DIALOG AUF HÖCHSTER EBENE FUNKTIONIERT! Jetzt gilt es, alle Ebenen zu erreichen! ❖ Neue Homepage www.forstjagddialog.at im Aufbau (bundesweit) ❖ Logo zur Identifikation der Mariazeller Erklärung umgesetzt (bundesweit) ❖ In den relevanten Fachmedien viermal jährlich Fachartikel (bundesweit) ❖ Ausbildungsunterlage „Der Jagdprüfungsbehelf” modernisiert (bundesweit) ❖ Landwirtschaftskammer ist in die Ausbildung der Jungjäger eingebunden, damit kann Sichtweise der Grundeigentümer direkt kommuniziert werden (Salzburg) ❖ Zwei Mal jährlich treffen sich Bezirksbauernkammer-Obmänner und Bezirksjägermeister unter der Leitung der Landwirtschaftskammer Steiermark und der Steirischen Landesjägerschaft. Themen und Workshops: Naturraum & Tourismus, Rotwild, Abschussplanung (Steiermark) ❖ Schulung des erweiterten Landund Forstausschusses der Landwirtschaftskammer mit Vorsitzenden der Bezirksjagdbeiräte, zwei Schulungstermine der Jagdausübungsberechtigten gemeinsam mit Tiroler Jägerverband (Tirol) ❖ Jagdlicher Dialog (Jägerschaft, Landwirtschaftskammer, Behörden etc.), der mindestens einmal jährlich unter dem Vorsitz des zu-

ständigen Landesrates tagt (Vorarlberg)

7. DIE MODERNISIERUNG DER JAGDGESETZE SCHREITET VORAN! Dem Vollzug gilt jetzt unsere volle Aufmerksamkeit! ❖ Fragebogen an die Jagdbehörden der Länder zur Abstimmung des Vollzugs der vorhandenen Instrumente in Bearbeitung (bundesweit) ❖ Im Ausschuss zur Wildökologischen Raumplanung werden derzeit im Hinblick auf eine eventuelle Jagdgesetznovelle die Fütterungsbestimmungen für Schalenwild diskutiert (Kärnten) ❖ Rotwildfütterungen und deren Reduktion während der letzten sechs Jahre transparent gemacht (Kärnten) ❖ Im GIS des Landes Kärnten (KAGIS) ist in der Forstanwendung der Jagdkataster samt individuell abfragbarer Abschussstatistik einsehbar (Kärnten) ❖ Zwischen NÖ Landesjagdverband und NÖ Landwirtschaftskammer „Schalenwildpaket“ mit geänderten Schusszeiten, etc. im Jahr 2014 für mehrere Jahre vereinbart. Danach gemeinsame Evaluierung (Niederösterreich) ❖ Änderung in der NÖ Jagdverordnung – Vereinfachung der Erhebung und Berechnung von Verbissschäden (Niederösterreich) ❖ Jährliche gemeinsame Jagdbegehungen Jäger/Jagdausschuss/Bezirksforstdienst gemäß Abschussplanverordnung zum OÖ

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AKTUELLES

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Jagdgesetz zur Festlegung des Abschussplanes (Oberösterreich) Landesforstdirektion 2015 erstmals in die Erstellung der für drei Jahre gültigen Mindestabschussplan-Verordnung eingebunden. Dadurch konnten die Festlegungen besser nach den örtlichen Verhältnissen ausgerichtet werden (Salzburg) Bilanz der Jagdverfahren im Frühjahr 2016 (Salzburg, Tirol, Vorarlberg) Novelle des Tiroler Jagdgesetzes: Die Entwicklung der Jungwaldbestände wird bei der Abschussplanung berücksichtigt. Jährliche Jagdjahrvorbesprechung im Vorfeld der Abschussplanung. Dort werden die für die Abschussplanung maßgeblichen Faktoren gemeinsam erörtert (Tirol) Verankerung eines Jagdlichen

Dialogs im Vorarlberger Jagdgesetz bereits seit 2008 (Vorarlberg)

8. DER WALD IST KEIN TUMMELPLATZ! Ein geregeltes und wertschätzendes Miteinander ist unverzichtbar! ❖ Arbeitsplattform Mountainbike: Lenkung der Besucherströme im Wald, Aufbau einer Arbeitsplattform bestehend aus Vertretern von Land, Landwirtschaftskammer, Tourismus, NGOs (alle Bundesländer) ❖ www.sicherheitimwaldfueralle. at: Unterschriftenaktion des Österreichischen Forstvereins, rund 107.000 Unterschriften (bundesweit) ❖ Erweiterung des Projektes „Respektiere deine Grenzen“ über Öffentlichkeitsarbeit hinaus,

Schutz sensibler Gebiete, Infrastruktureinrichtungen zur aktiven Besucherlenkung zu schaffen (Salzburg) ❖ Kampagne „Respektiere deine Grenzen“: Planung und Umsetzung nun auch in der Steiermark (Steiermark) ❖ Initiative der Tiroler Landesregierung „BERGWELT TIROL – MITEINANDER ERLEBEN“: Einbeziehung aller Betroffenen, Schaffung von entsprechenden Angeboten, Lenkung und Information; Ausweisung verschiedener Schutzgüter. Für Wildtiere sind dadurch auch weniger Störungen zu erwarten. Neben Internetauftritte wurden auch Broschüren geschaffen (Tirol) ❖ Fachveranstaltungen des Wildökologischen Forums Alpenraum (Salzburg)

FACE: Europäisches Parlament verbessert Feuerwaffenvorschlag der Kommission Mit der Abstimmung im IMCOAusschuss wurde den von FACE vorgebrachten Bedenken Rechnung getragen. Der Vorschlag der Europäischen Kommission wurde wesentlich optimiert und ein klares Mandat an das Europäische Parlament für die bevorstehenden Verhandlungen mit der Europäischen Kommission und dem Rat erteilt. Der IMCO-Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments hat am 13. Juli über die Revision der Richtlinie 91/477 EWG über die Kontrolle des Erwerbs und des Besitzes von Waffen abgestimmt und damit einen Text verabschiedet, welcher Bestandteil der Trilog-Verhandlungen in diesem Herbst sein wird. Dank der Abstimmung stellt der jetzige Wortlaut durch Streichung eindeutig ungerechtfertigter Einschränkungen für die europäischen Jäger eine entscheidende Verbesserung im Vergleich zum ursprünglichen Kommissionsvorschlag dar. FACE hatte sich entschieden gegen den Vorschlag der Europäischen Kommission ausgesprochen und deren restriktiven Ansatz mit

dem Argument zurückgewiesen, dass es keine Folgenabschätzung gäbe, welche verschiedene der vorgeschlagenen Maßnahmen rechtfertigen würde. Die Bemühungen haben sich ausgezahlt: FACE konnte die Beibehaltung der Kategorie B7 (halbautomatische Feuerwaffen, welche vollautomatischen Waffen ähneln) sowie eine Verordnung für die Umwandlung von Gewehren erreichen, welche damit weiterhin für zivile Zwecke genutzt werden können, aber auch die Freistellung von Sportschützen von der Magazinbeschränkung. Die restriktiven Vorschläge der Europäischen Kommission zur Auferlegung EU-weiter regelmäßiger medizinischer Untersuchungen und das Verbot des Waffenbesitzes für junge Jäger wurden zurückgewiesen. Auch Verkäufe über das Internet und Bedingungen zur Waffenlagerung wurden klar und ausgewogen definiert und gewähren damit den Mitgliedsstaaten genügend Handlungsspielraum. FACE nahm an den Diskussionen teil und legte dort die Standpunkte der europäischen Jä-

ger dar, damit deren Rechte angemessen verteidigt und die Freiheit legaler Waffenbesitzer gewahrt bleibt. FACE wird sich für die weitere Optimierung des Wortlauts im Sinne eines angemessenen Rechtsrahmens engagieren. Bedauerlicherweise bleibt die Definition bestimmter halbautomatischer Waffen je nach der Möglichkeit abnehmbarer Magazine erhalten. FACE hatte damit argumentiert, dass halbautomatische Feuerwaffen nicht in die Kategorie verbotener Waffen verschoben werden sollten, da diese kein besonderes Sicherheitsrisiko darstellten. FACE wird sich nun verstärkt darauf konzentrieren, hier eine Kehrtwende zu erreichen. FACE Präsident Dr. Michl Ebner sagte hierzu: „FACE hat erfolgreich die Rechte der Jäger vertreten und jeden Verdacht zerstreut, dass legale Waffenbesitzer in irgendeiner Weise ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Dies ist ein wichtiger Erfolg und erteilt dem Europäischen Parlament ein klares Mandat für die Trilog-Verhandlungen mit der Europäischen Kommission und dem Rat.“


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68. Kärntner Landesjägertag Der diesjährige Landesjägertag fand am Samstag, dem 25. Juni 2016 in der Messehalle in Klagenfurt statt. Dem für die Ausrichtung verantwortlichen Jagdbezirk Klagenfurt unter BJM ÖR Dietmar Egger ist es gelungen, die Messehalle mit einer wunderschönen, naturnahen Dekoration und Blumengestaltung in einen jagdlichen Festraum zu verwandeln. Für die musikalische Umrahmung der gesamten Veranstaltung sorgten die JHBG Waidmannsklang Grafenstein-Poggersdorf und der Chor der Kärntner Jägerschaft. Der Landesjägermeister konnte neben den Delegierten zahlreiche Gäste und Ehrengäste in der Messehalle 5 in Klagenfurt begrüßen und die nach § 9 der Satzung der Kärntner Jägerschaft ordnungsgemäße Einberufung sowie die Beschlussfähigkeit durch die 151 anwesenden Delegierten feststellen. Besonders herzlich begrüßte LJM DI Dr. Gorton erstmals am Landesjägertag LR Jagdreferent Mag. Gernot Darmann. Darüber hinaus willkommen geheißen wurden: LFD DI Gerolf Baumgartner, MMag. Renate Scherling, BH Mag. Johannes Leitner sowie der Bezirksfeuerwehrkommandant von Klagenfurt Dietmar Hirm. Des Weiteren konnte LJM DI Dr. Gorton ÖR Hans Tilly als Jagdausübungsberechtigten begrüßen sowie die später hinzugekommenen Grußredner

LR DI Christian Benger, LAbg. DI Michael Johann (in Vertretung von LR Holub) und LWK-Präsident Ing. Johann Mößler. LJM DI Dr. Gorton freut jedes Jahr die Treue der Ehrenmitglieder, die nahezu vollzählig erschienen waren. Er merkte dazu an, dass diese hier seien, um kritisch zuzuhören und zu sehen, „ob wir auf ihr Fundament noch aufgebaut haben“. Ehren-BJM Ing. Erich Ebner, Dr. Gerald Frick, Alt-BJM-Stv. Fritz Koch, Dr. Anton Kranner, Ofö. Ing. Walter Kulterer, OFM DI Hans Mattanovich, DI Volkhard Neuper, Ehren-BJM Ing. Hubert Polster und LAD a.D. Dr. Reinhard Sladko (als jüngstes Ehrenmitglied) stellten für den Vorsitzenden ein Zeichen dar, dass sie mit der Kärntner Jägerschaft eng verbunden und sehr an den aktuellen Themen interessiert sind. „Hausherr“ BJM Dietmar Egger mit seinem Team erhielt zu Recht Lob für den außergewöhnlich schön gestalteten Saal und stellte

den Jagdbezirk Klagenfurt kurz vor. Dieser ist ein Bezirk mit vielschichtiger landschaftlicher Struktur und unterschiedlichsten Lebensräumen. Er erstreckt sich im Osten bis zur Bezirksgrenze Völkermarkt, Gebiet Hochobir, im Westen bis zur Bezirksgrenze Villach, Gemeinde Feistritz im Rosental, und südlich der Drau bilden die Karawanken bis zur Staatsgrenze hin den Abschluss. Nördlich der Drau erstreckt sich die Bezirksfläche über’s Klagenfurter Becken, den Ulrichsberg hin zum Bezirk St. Veit/Glan. Der Jagdbezirk umfasst eine Jagdfläche von rund 88.700ha. Er gliedert sich in 4 Wildregionen, 12 Hegeringe, 83 Jagdgebiete, davon 44 Eigenjagden und 39 Gemeindejagdgebiete. Bezogen auf die Jägerdichte mit 2.021 Mitgliedern, davon 311 Frauen, kommen auf 1 Jäger rund 44ha. Es finden sich neben der Hauptwildart Rehwild alle heimischen Schalen- und Niederwildarten. Auch Auer- und Birkwild sind in den Revieren des Kara-

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wankengebietes beheimatet und werden dort bejagt. Für die Kultur wird im Bezirk sehr viel getan, unter anderem sind 8 Jagdhornbläsergruppen aktiv. Abschließend bedankte sich der Bezirksjägermeister bei allen Mithelfern, die zum Gelingen des Landesjägertages beigetragen haben, stellvertretend für alle bei Frau Klaudia Weißnegger, die den wunderbaren Blumenschmuck kreiert hatte.

TOTENEHRUNG In einer Gedenkminute wurde aller im Vorjahr Verstorbenen gedacht, insbesondere rief der Landesjägermeister das Werken des leider viel zu früh verstorbenen Bezirksjägermeisters Ing. Carl Gressel in Erinnerung sowie des Ehrenmitglieds und Ehrenbezirksjägermeisters ÖR Kurt Puck und des langjährigen Mitgliedes der Prüfungskommission, DI Hubert Krauland. 2016 verstorben sind u.a. auch der langjährige Ausbildner für Jagdprüflinge, Peter Ebenberger, und Anton Dreier, der viele Jahre im Bezirk Völkermarkt als Funktionär tätig war.

RECHNUNGSABSCHLUSS, RECHNUNGSPRÜFUNG Finanzreferent Mag. Wo l f g a n g Rossbacher, der diese Funktion mittlerweile seit 32 Jahren ausübt, gab eine kurze Einführung in die Zahlen der Kärntner Jägerschaft: Die Kärntner Jägerschaft ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und bräuchte nur eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung vorzulegen. Sie macht aber freiwillig eine Buchhaltung und lässt sich auch jährlich von einem Wirtschaftsprüfer prüfen. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk für das Jahr 2015 wurde bereits erteilt. Dies zu bewerkstelligen gelingt nur mit einem sehr guten Team. In diesem Zusammenhang dankte der Finanzreferent Mag. Freydis Burgstaller-

Gradenegger, Ruth Ukowitz und Otto Kornprat. Die Zahlen wurden bereits im „Kärntner Jäger“ veröffentlicht. Die Delegierten hatten diese auch gemeinsam mit der Einladung zugesandt erhalten. 2015 war ein „unspektakuläres“ Jahr. Die laufenden Investitionen betrafen in geringem Umfang das EDV-System, die Öffentlichkeitsarbeit, auch wurde ein kleiner Grund um € 2.900 angekauft. Das Ergebnis war um einiges besser als budgetiert. Die Budgeterstellung gestaltet sich recht schwierig, weil im laufenden Jahr viele Anträge kommen. Es wurde sehr ökonomisch gearbeitet, z.B. bei den ÖKMN, wofür der Finanzreferent Ing. Schnabl dankte. Mit den Mitteln aus der Jagdabgabe wird gerade das Auslangen gefunden. Subventioniert wurden auch Schießstätten, um den Standard beim Prüfungsschießen und Hegeringschießen halten zu können. Nachdem die Anwesenden keinerlei Fragen zum Bericht hatten und eine Anfrage bereits im Vorfeld geklärt w e r d e n konnte, erstattete Rechnungsprüfer Mag. Gert Hofstädter seinen Bericht. Gemeinsam mit Dr. Josef Weinländer hat er die pflichtgemäße Prüfung des Rechnungsabschlusses 2015 vorgenommen und konnte die ziffernmäßige Richtigkeit, die Zweckmäßigkeit der eingesetzten Mittel und die Sparsamkeit der Mittelverwendung bestätigen. Die Überprüfung hatte pflichtgemäß auch die Abrechnungen der Bezirksgruppen, heuer Bezirk Feldkirchen, eingeschlossen. Auch hier berichtete Mag. Hofstädter von der Ordnungsmäßigkeit. Die Rechnungsprüfer stellten an den 68. Kärntner Landesjägertag den Antrag, dem Landesvorstand die Entlastung zu erteilen. Der Rechnungsabschluss 2015 und die Entlastung des Vorstandes wurden einstimmig ohne Stimmenthaltung und Gegenstimme angenommen.

VORANSCHLAG 2017 FR Mag. Rossbacher erläuterte den Voranschlag 2017, der mit einem Betrag von € 1.700 geplant ist. 2017 sei ein Sparjahr. Investitionen seien grundsätzlich keine geplant, allerdings müsse heuer eine große Investition gemacht werden, das Dach von Schloss Mageregg wird neu gedeckt. Nachdem von den Delegierten keine Fragen zum Voranschlag offen waren, wurde dieser – bei einer Stimmenthaltung – von den Delegierten satzungsgemäß angenommen. Alter Tradition folgend erstatteten alle drei Landesjägermeister auf Grund der Anregungen der Delegierten und unter Bezugnahme auf aktuelle Schwerpunkte ihre Berichte. L J M - S t v. Sepp Monz behandelte einen „Mix aus Inputs“, wobei „die Delegierten nicht allzu viele Themen mitgeteilt haben“: Ein Thema, das vor einigen wenigen Jahren andiskutiert, dann heftig emotionalisiert wurde und mittlerweile zwar nicht in Vergessenheit geraten, aber „etwas zur Ruhe gekommen ist“: „Bleifrei“. Dieses Thema „schläft allerdings nicht“. Sofern wir in der EU bleiben, haben wir uns an die zukünftigen EURichtlinien betreffend „Bleifrei“ zu halten. Folgende Entwicklung ist im Gange: 2015 hat die Europäische Kommission der Europäischen Chemikalienagentur einen weiteren Auftrag zur Erarbeitung von Vorschlägen für die Beschränkung von bleihältiger Munition erteilt. Das betrifft derzeit nur die Schrotmunition. Hier ist die Erkenntnis zu gewinnen: „Reicht es aus, dass man es verboten hat an Gewässern mit Bleischroten zu jagen, oder muss es darüber hinaus ein weiteres Verbot geben für andere Landschafts- und Feuchtgebiete?“ Dieser Bericht wird bis Ende des heurigen Jahres


L A N D E S J Ä G E R TA G erwartet. Man kann davon ausgehen, dass es 2016/2017 eine neue Richtlinie geben wird, die frühestens 2018 in Kraft treten wird. Bleischrote – ist es genug, so wie es jetzt verboten/erlaubt/genehmigt ist oder wird es einer Erweiterung bedürfen? Es geht aber auch noch weiter, nämlich um die Kugelpatronen. Da erwarten wir in nächster Zeit ein Beschränkungsdossier für die Kugel, mit eingeschlossen sind aber auch die Angelgewichte für Fischer, sämtliche Habitate sowie auch der Bereich des Sportschießens. Die Bereiche der Jäger, Fischer sowie Sportschützen werden einer Beleuchtung unterzogen. Hier ist zu erwarten, dass ebenfalls 2018 ein neues Dossier von der Europäischen Union herausgegeben wird, das uns sagen wird, wie wir weiter zu handeln haben. Frühestens 2022 wird damit gerechnet, dass sich hier legistisch etwas tut. Wir haben keine große Eile, LJM-Stv. Monz appellierte aber: Denken wir an unsere Umwelt, an unser gesundes Wildbret und wenn wir Schaden vermeiden können, sollen wir es auch tun. Der Beschluss der Landesjägermeister-Konferenz ist noch aufrecht, sie bekennen sich noch immer einstimmig zur bleifreien Zukunft. Es gibt aber noch nicht für alle Kaliber passende Patronen, und es gibt vor allem nicht jene passenden Patronen, die ein weidgerechtes Jagen zulassen. Die Industrie ist nach wie vor gefordert. Es ist aber auch unsere Sache! Am Vortag sind die Jagdprüfungszeugnisse überreicht worden. 191 Kandidaten konnten ihre Zeugnisse in Empfang nehmen, das sind um etwa 3% mehr als im Vorjahr. Auch die Quote derjenigen, die durchgekommen sind, ist eine höhere geworden. Dank der Ausbildner werden Jungjäger immer besser vorbereitet. LJM-Stv. Monz denkt, dass Altjäger dafür maßgeblich verantwortlich sind, dass Jungjäger an dieses Handwerk herangeführt werden. Er bittet Altjäger, den Jungjägern zu zeigen, „wie alles funktioniert“. Von 11 Kursanbietern liegt die Erfolgsquote bei 6 über 90%, d.h. bei 6 Kursanbietern haben über 90% der Kandidaten die Prüfung bestanden. Wir brauchen Jungjäger, die gut ausgebildet

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Mittlerweile ein Fixpunkt bei jedem Landesjägertag: Der Chor der Kärntner Jägerschaft.

sind und ein Basiswissen haben. Die Kärntner Jägerschaft arbeitet daran, die Basisausbildung zu beeinflussen und auch die Prüfungsinhalte so zu lenken, dass wir uns der Zukunft widmen. Ein bisschen „entstauben“ ist angesagt. Wir brauchen Dinge, die in der Praxis umsetzbar sind. Bei der Schießprüfung wurde schon etwas geändert. In den letzten Jahren war es so, dass man bei der Prüfung 8-13 Sandsäcke untergelegt hat und vorne den Schießbock hatte. Theoretisch hätte man nur mehr das Gewehr hinlegen müssen und den Abzug betätigen und hätte eine 8, 9 oder 10 geschossen. Das ist nicht mehr praxisgerecht. Es war heuer erstmals eine gute Idee des Landesschießreferenten, einheitlich die Praxis zu simulieren, einen Schießbock am Schießstand zu verwenden und sonst nichts. Denn, wo hat man am Hochsitz, Bodensitz usw. einen Schießbock, Sandsäcke usw.? Am lebenden Wild zu lernen, wäre der falsche Weg. Auch die Prüfer waren überzeugt, dass das der richtige Weg und v. a. ein praxisgerechter ist. Die Schießergebnisse waren besser als in den vergangenen Jahren. Eine erste kleine Maßnahme. Des Weiteren werden die Jungjäger in der zukünftigen Ausbildung in der Argumentation und Kommunikation den einen oder anderen Hinweis bekommen: „Wie stelle ich mich in der Öffentlichkeit dar?“ Meinungsumfragen ergeben, dass niemand etwas gegen die Jagd an sich hat, die Bevölkerung sagt durchaus, dass Jagd etwas Anständiges ist. Aber mit Jägern gibt es

immer wieder Probleme und werden diese auch falsch dargestellt. Um diese Situation zu verbessern, wird die Kärntner Jägerschaft auch den Unterrichts- bzw. Prüfungsgegenstand „Argumentation und Kommunikation“ aufnehmen. Das Wichtigste ist aber die Ökologie! Unser Ökosystem, Wald, Landwirtschaft und Jagdmethoden – das ist das Thema der zukünftigen Ausbildung. Dass Jäger, wenn sie die Jagdprüfung absolviert haben, wirklich wissen, wie geht’s den Bauern, der Waldwirtschaft, was kann ich tun … Die Kärntner Jägerschaft will eine gewisse Grundkompetenz anbieten. LJM-Stv. Monz glaubt, es wird heute mehr denn je auch zukünftig notwendig sein, mit Leuten, auf deren Grund und Boden wir die Jagd ausüben, ordentlich diskutieren zu können, Meinungsverschiedenheiten im Gespräch und nicht auf dem Rechtswege auszutragen. – Also ist Kommunikationsverbesserung gefragt, mit gut positioniertem Basiswissen. Ökologie, Lebensraum, das ist nicht nur ein Thema der Jungjäger, sondern es begleitet uns alle. Er möchte keinen „Kurzkurs“ über den Lebensraum geben, er ruft aber in Erinnerung: Der schleichende Lebensraumverlust, das kann nicht oft genug erwähnt werden. In Kärnten gehen täglich 2ha Lebensraum für Wild verloren. Zunahme der Wohnbevölkerung, Zunahme von Freizeit und Wohlstand, Zunahme von Verkehrswegen, Erschließung von Berggebieten, steigende Beliebtheit von Outdoorsportarten usw., diese Dinge beeinflussen den

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Lebensraum. Trends in der Landwirtschaft: Intensivierung, Extensivierung, Grünlandverluste in Tiefenlagen. Es verwaldet, es gibt weniger Grünflächen, Intensivierung auf produktiveren Standorten, Mehrfach-Mahd, intensivere Düngung usw., – das sind Dinge, die durch die Landwirtschaft beeinflusst werden. Das ist nichts Negatives. Hier heißt es nicht „Jäger gegen Landwirtschaft“, aber es bestehen Einflüsse auf den Lebensraum des Wildes. Dann der Bereich Forst: …weniger Freiflächen, Zunahme der Laubbaumarten,… Forstwegebau, der nicht nur von Forstleuten genutzt wird, sondern auch von allen anderen, Folgenutzen durch Forstwegebau auf Tourismus, Hütten,… dies freut den Fremdenverkehr, aber nicht unser Wild. Vervielfachung der Transportkapazitäten usw. Ganz können beim Lebensraumverlust die Jäger nicht außer Acht gelassen werden: Früher kannte man nur Waldrandansitze, Pirsch nach der Bürozeit, das waren unsere Jagdmethoden. Ob diese Jagdmethoden noch passen, da sollte man sich etwas überlegen. Dann kommt noch die Technik, die weitere Schussentfernung hinzu. Waffen und Geräte, die vorhanden sind, verleiten zu Weitschüssen. Auch der Jäger hat Einfluss. Es ist nicht direkt Thema des Lebensraumverlustes, hat aber Einfluss auf die Lebensraumgestaltung und mündet in der Frage „Wie jage ich in Zukunft?“. Das Handwerk sollte man nicht vergessen. Geduld, Beobachtungsvermögen werden wichtig sein. Lebensraumgestaltung wird bedeuten, dass zukünftig hohe Flexibilität und Kreativität bewiesen werden müssen. Sonst kann es passieren, dass wir zwar versuchen, Ziele zu erreichen, kommen aber durch die vielen Einflüsse und Störfaktoren nicht ans Ziel. Eine wichtige Frage ist nicht, „was wollen wir von der Landschaft, vom Lebensraum“, sondern, „was will der Lebensraum von uns?“ Dann sollten wir versuchen, zu gestalten. Wild-Wald ist ein Spannungsfeld. In weiterer Folge hatte LJM-Stv. Sepp Monz nach dem Thema „Lebensraum“ eine erfreuliche Mitteilung zu machen: Es gibt ein

„WOHNZIMMER NATUR“. Kein Gatter, wo Tiere abgeschossen werden können, sondern eine Ausstellung in Friesach, die in Kooperation mit der Stadtgemeinde Friesach, dem Kärntner Landesmuseum und der Kärntner Jägerschaft gestaltet wurde. Eine wunderbare Ausstellung. Auf 400m2 finden sich im alten Fürstenhof in Friesach über 100 Exponate. Lebensraum wird nachvollziehbar dargestellt. Jährlich sollen etwa 3.000 bis 4.000 Menschen die Ausstellung selbst durchwandern oder im Rahmen einer Führung durchbegleitet werden. LJM-Stv. Monz hat große Freude mit der Ausstellung, die mindestens 5 Jahre laufen soll. Eine tolle Idee, die gut umgesetzt wurde! Kurz ging der Landesjägermeisterstellvertreter auf die Bildungsplattform und das Thema „lebenslanges Lernen“ ein, welches am Landesjägertag des Vorjahres diskutiert wurde. LJM-Stv. Monz denkt, dass langsam aber sicher die Botschaft durchsickert, dass Weiterbildung notwendig ist. Voriges Jahr gab es Veranstaltungen der Bildungsplattform mit über 600 Teilnehmern, Tendenz steigend. Er glaubt, dass diese Tendenz auch heuer anhalten wird. Für das Jahr 2016 wurde ein vielfältiges Angebot erstellt: „Büchsenschuss“, „Flintenschuss“, Blattjagdseminar, Fütterungsthematik,… stehen auf der Agenda. Abschließend erwähnte LJMStv. Monz, dass die Seminarreihe „Füttern“ kurzfristig ins Programm genommen wurde. Irgendwann in nächster Zeit steht eine Novellierung des Jagdgesetzes an. Es wird auch darüber gesprochen, den Fütterungsparagraphen zu ändern bzw. neu zu gestalten. Es gibt einen Punkt, der aus Sicht der Kärntner Jägerschaft geändert werden muss. Soweit die natürliche Äsung nicht ausreicht, hat der Jagdausübungsberechtigte … zu füttern. Dieses „hat“ tut uns nicht gut. Denn, wann reicht die Äsung aus und wann nicht? Zum Schutz für uns alle, soll dieses Wort „hat“ durch das Wort „kann“ ersetzt werden. Was auch immer bei den Jägern angekommen ist und für Emotionen ohne Faktenhintergrund gesorgt hat: Wir denken darüber nach,

welches Schalenwild könnte zukünftig mit welchem Futter zu welcher Zeit gefüttert werden? Derzeit sind wir in der Phase des Nachdenkens. Wir werden zu berücksichtigen haben: Was sagt die Tiermedizin, die Wissenschaft, die Landund Forstwirtschaft, und was ist jagdpolitisch aus dem Kreis der Jäger zu empfangen und mit zu berücksichtigen - diese Diskussion werden wir führen. Wir können uns alles überlegen und beschließen, doch wir müssen so weit denken, dass, wenn wir Schaden am Wildtier oder der Land- und Forstwirtschaft durch Fütterung erzeugen, da muss man sagen, so geht es zukünftig nicht. Die Kärntner Jägerschaft wird mit einem „Ja“ oder „Nein“ zu einem Zeitpunkt an die Landesregierung herantreten, wird dies vorlegen und die Politik wird „Ja“ oder „Nein“ sagen unter Einbezug aller sachpolitischen und jagdpolitischen Meinungen. Wir werden also im Rahmen der Meinungsbildung Spezialisten, Fachleute und die Wissenschaft nicht zu kurz kommen lassen, wir werden aber auch die Politik und die Jäger nicht außer Acht lassen und in der Lage sein, gemeinsam mit der Politik eine Entscheidung herbeizuführen um eine zufriedenstellende Lösung für Wild, Land- und Forstwirtschaft und Jäger zu finden. L J M - S t v. Dr. Walter B r u n n e r nahm Bezug auf den „Diskussionslandesjägertag“ letztes Jahr in Friesach, der von den Medien falsch interpretiert worden ist. Die Landesdelegierten waren aufgefordert, alles zu diskutieren, was ihnen am Herzen liegt und die Kärntner Jägerschaft betrifft. Einige Beiträge gab es dann zu den Wahlvorgängen in der Kärntner Jägerschaft. Und einige davon haben die Direktwahl des Landesjägermeisters zur Diskussion gestellt. Da diese Frage letztes Jahr beim Landesjägertag nicht erschöpfend abgehandelt werden konnte, wurde Dr. Brunner vom Landesjägermeis-


L A N D E S J Ä G E R TA G ter beauftragt, im kleinen Rahmen mit Befürwortern und Gegnern, diese Diskussion zu Ende zu führen. Dr. Brunner erläuterte die derzeitige Rechtslage, wonach ein gemischtes System vorliegt. Auf Hegeringebene wählen alle Mitglieder der Kärntner Jägerschaft, auf Bezirksebene gibt es die direkte Wahl der Bezirksjägermeister und des Bezirksausschusses; Landesdelegierte werden von den Hegeringleitern und Delegierten der Hegeringe gewählt. Der Bezirksjägermeister hat die wichtigste Position, er wird für drei Funktionen gewählt: als Bezirksjägermeister, in den Landesausschuss und als erster Delegierter zum Landesjägertag. Auf Landesebene wählen die Delegierten der Bezirke somit indirekt den Landesjägermeister, die sonstigen Mitglieder des Landesvorstandes, die Sachbearbeiter bzw. Referenten des Landesausschusses, die Rechnungsprüfer, den Disziplinarrat und die Disziplinaranwälte sowie die statutengemäß vorgesehenen Vertreter. Wer wen wählt, ist in den Statuten geregelt. Eine Besonderheit gibt es in Kärnten: Jedes Mitglied der Kärntner Jägerschaft kann gewählt werden, und zwar auch zum Landesjägermeister! Wenn man dies mit südtiroler Verhältnissen vergleicht: da wählen nur Revierleiter die acht Bezirksjägermeister und die acht Bezirksjägermeister machen unter sich aus,

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wer Landesjägermeister wird. Nur Bezirksjägermeister können Landesjägermeister werden. In der Steiermark ist es ähnlich, es kann nur ein Vorstandsmitglied Landesjägermeister werden. Der Landesjägermeister in der Steiermark hat noch etwas mehr Kompetenzen als der Kärntner Landesjägermeister. Eine Besonderheit in der Steiermark ist, dass die Bezirksversammlung direkt von den Mitgliedern beschickt wird, auf Bezirksebene findet eine Direktwahl statt. Wie Wahlen stattzufinden haben, regelt das Kärntner Jagdgesetz nicht umfassend; es gibt einen Verweis auf den alten „Bürgermeisterparagraphen“. Es ist mit Stimmzettel zu wählen und bei Stichwahlen sind drei Wahlgänge abzuhalten. Unsere Statuten sind genauer und schreiben vor, dass die Wahlen nur aufgrund schriftlicher Wahlvorschläge stattfinden dürfen. Diese Wahlvorschläge müssen auch die Zustimmungserklärung der Kandidaten enthalten. Die Wahlen haben grundsätzlich mit Stimmzettel stattzufinden, wobei auch die offene Wahl möglich ist. LJM-Stv. Dr. Brunner berichtete weiter, dass ausgehend von dieser Rechtslage – mit starker Abordnung aus dem Bezirk Villach, die Befürworter der Direktwahl waren – diskutiert wurde. Als Experte wurde Dr. Hauptmann, ehemaliger Leiter der Landeswahlbehörde, beigezogen. Die-

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ser meinte, die Urnenwahl sei für ihn, der erfahren ist, kaum durchführbar und auch sehr teuer. Vorstellen könne er sich die Briefwahl. Im Hinblick auf diese wäre LJMStv. Dr. Brunner auch schon vorsichtig, denn es wäre sicherzustellen, dass Mitgliedern, die im Inund Ausland wohnen, rechtzeitig die Unterlagen zugestellt werden; man müsste sicherstellen, dass das nicht in falsche Hände gelangt. Neben Druck- und Portokosten, Personalkosten usw. ein Riesen-Aufwand! Daher, so LJM-Stv. Dr. Brunner, ist man zu dem Schluss gekommen, Wahlen müssen für die Wähler einen Sinn machen: Je einfacher und übersichtlicher die Wahlvorgänge gestaltet sind, desto weniger werden sie angefochten. Ein direkt gewählter Landesjägermeister hätte zwar eine etwas höhere Legitimität gegenüber den Mitgliedern und vielleicht mehr Bürgernähe, auf anderer Seite könnte er weniger effizient sein. Bezirksjägermeister, die Ansprechpartner des Landesjägermeisters sind, ihn aber nicht gewählt haben und die er sich nicht aussuchen kann – das könnte hohe Reibungsverluste zu Lasten der Jagd geben. Dieses Problem zeigt sich bei Direktwahlen der Bürgermeister in Kärnten jetzt schon, nämlich, dass es Effizienzprobleme gibt. Denn dort, wo der Bürgermeister dem Gemeinderat oder Gemeindevorstand gegen-

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Der Vorstand der Kärntner Jägerschaft war vollzählig vertreten: LJM-Stv. Dr. Brunner, BJM Egger (als Hausherr"), Brauchtumsreferentin Haider, LJMStv. Monz, LJM DI Dr. Gorton, Finanzreferent Mag. Rossbacher, Forstvereinspräsident Thurn-Valsassina, KJAV-Obmann Wadl und BJM Pertl

übersteht, der von anders Gesinnten besetzt ist, gibt es eigentlich keinen Fortschritt und nur Stillstand. Die Wahl durch Delegierte von einer Stufe zur nächsten stellt sicher, dass Organe miteinander reden können und so trägt die indirekte Wahl zur Stabilität bei. Wir können vergleichen: Österreich und Deutschland, der Bundeskanzler – in Deutschland sogar der Bundespräsident, Landeshauptleute, Ministerpräsidenten – werden nicht direkt gewählt, obwohl beispielsweise im deutschen Grundgesetz die Unmittelbarkeit der Wahl verfassungsmäßig als Prinzip festgelegt ist. Nach Abwägung von „Für und Wider“ kam man zu dem Schluss, dass die Direktwahl des Landesjägermeisters für die Kärntner Jägerschaft weniger Vorteile, mehr Nachteile mit sich bringt und dass wir bei der derzeitigen Rechtslage bleiben sollen, so der LJM-Stv. Es war der Wunsch der Diskutanten, dass in Zukunft die Aufträge besser kommuniziert werden sollen und dass über Wahlvorgänge im „Kärntner Jäger“ ausführlich berichtet werden soll. Er dankte allen, die am Landesjägertag das Thema „Wahlen“ diskutiert haben. Er dankte den Mitgliedern und Landesdelegierten, die an der Diskussion teilgenommen haben: Es ist leicht zu kritisieren, aber mühsam mitzutun und Zeit zu opfern und an einer Verbesserung mitzuarbeiten. Er dankte den ursprünglichen Befürwortern für eine Direktwahl des Landesjägermeisters, namentlich Frau Winkler und HRL Winkler, dass sie

die indirekte Wahl des Landesjägermeisters jetzt akzeptieren. Es zeigt von Größe, dass man zum Schluss ein Ergebnis akzeptiert. Dafür vielen Dank und so hat der ganze Vorgang doch etwas gebracht. Als nächstes Thema – unter einem kleinen Seitenhieb auf die Anfechtung der Bundespräsidentenwahl vor dem Verfassungsgerichtshof – ging LJM-Stv. Dr. Brunner auf die abberaumte mündliche Verhandlung vor dem Verfassungsgerichtshof über § 15 des Kärntner Jagdgesetzes, nämlich die Bestimmung über das Ruhen der Jagd, ein. Hier ist jener Paragraph in Prüfung, der es Eigentümern ermöglicht, das Ruhen der Jagd zu verlangen, wenn das Grundstück durch eine feste Umfriedung geschlossen ist. Angefochten ist aber auch jene Bestimmung, wonach Weidezäune nicht ausreichen …. und der dritte Punkt ist, dass ein Kirrverbot dort besteht und einwechselndes Wild nicht am Auswechseln gehindert werden darf. Vorgeschichte: Ein Waldeigentümer mit Waldgrundstücken in Spittal im Ausmaß von 70ha mit der Begründung, dass durch die Ausrottung von Luchs, Wolf und Bär sowie durch die Fütterung der Wildbestand so hoch sei, dass es unmöglich sei einen Jungwald heranzuziehen. Im Übrigen lehne er die Jagd grundsätzlich ab, sei vegan und trete für eine natürliche Regulierung des Wildbestandes durch Wiederansiedelung von Bär, Luchs und Wölfen und Unterlassung von Fütterungsmaßnahmen ein. Die BH Spittal hat diesen An-

trag abgewiesen, das Kärntner Landesverwaltungsgericht hat dies bestätigt. Das Höchstgericht hat den Beschluss gefasst, diese Bestimmungen auf Verfassungskonformität zu überprüfen. Im Prüfungsbeschluss äußert das Höchstgericht die Bedenken, dass diese Bestimmung der Europäischen Menschenrechtskonvention widersprechen könnte, weil die Umfriedung eine gewisse Höhe hat und unzumutbare Kosten damit verbunden sein könnten. Dr. Brunner verwies auf den Fall, der in Frankreich gespielt hat. Dort bestand bis zu dieser Entscheidung die Möglichkeit von Grundeigentümern, das Ruhen der Jagd zu verlangen, wenn man eine feste Umfriedung hatte. Der Europäische Gerichtshof hat dies für nicht ausreichend gehalten. Unser Verfassungsgerichtshof wird nun prüfen – unter Zugrundelegung der Judikatur und ungeachtet alpiner, topographischer Besonderheiten in Kärnten – ob damit eine Beschränkung des Eigentums stattfinden darf oder nicht. In allen Rechtsvorschriften gibt es das Eigentumsrecht, aber mit der Ausnahme von Beschränkungsmöglichkeiten. Hier, im allgemeinen Interesse, besteht die Möglichkeit, Eigentum zu beschränken. Die Frage, wie das entschieden wird, kann LJM-Stv. Dr. Brunner nicht beantworten. In Österreich gibt es eine alte Tradition von der Sozialpflicht des Eigentums. Wir Waldeigentümer müssen allen das Betreten des Waldes erlauben. Es gibt auch die Wegefreiheit im Berg-


L A N D E S J Ä G E R TA G land, das ist schon lange bei uns die Rechtslage. Als Österreicher kann man es nicht verstehen, weshalb es unzumutbar ist, jemanden auf seinem Grund jagen zu lassen. Wie es ausgeht, wird man demnächst erfahren. Wird die feste dauernde Umfriedung für das Ruhen der Jagd wegfallen, ist der Landesgesetzgeber gefordert, das Ruhen der Jagd an andere Voraussetzungen zu knüpfen. Zum Beispiel, dass nur natürlichen Personen die Möglichkeit eingeräumt wird, aus ethischen Gründen die Jagdausübung zu untersagen; dies könnte auch befristet sein. Es sollte demjenigen, der das Ruhen der Jagd auf seinem Grund und Boden nicht duldet, kein Wildschadenersatz gewährt werden und diese Person sollte wildschadenersatzpflichtig für Wildschäden bei den umliegenden Nachbarn sein. In Deutschland gibt es eine solche Bestimmung bereits und auch die Einschränkung, dass, wenn Belange zur Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes dagegensprechen, oder der Schutz der Land- und Forstwirtschaft es gebietet, oder Belange des Naturschutzes, des Schutzes von Tierseuchen es verlangt, eingegriffen werden kann. Die Welt wird nicht untergehen, wenn das Urteil für uns „negativ“ ausgeht, die Jagdausübung wird aber erschwert, die Zeiten ändern sich, Leute entfernen sich von der Natur. Zum Thema „EU“: Hier hofft LJM-Stv. Dr. Brunner, dass diese angesichts der letzten Wahlen und Abstimmungen in den Niederlanden und Großbritannien verstanden hat, dass die Bürger „die Nase voll haben“ und zum Beispiel nicht verstehen, wozu die Verschärfung der Waffenrichtlinie gut sein soll. Dass der Terrorismus aufhört, wenn man sich medizinischen Tests unterziehen muss, um eine Lizenz zum Führen bzw. für den Besitz von Waffen zu bekommen, und dies auch befristet wird – Terroristen kümmern sich nicht darum … Er glaubt, es ist Zeit, dass die Leute in Brüssel eine Nachdenkpause einlegen und sich wirklich überlegen, ob es etwas bringt, oder ob man die Leute nur noch mehr gegen sich aufbringt und eigentlich den Regelungszweck verfehlt.

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Abschließend berichtete Dr. Brunner stolz, dass die AGJSO nun Beobachterstatuts beim InterregProjekt „ALP.BIO.NET 2030“ erhalten hat. Dabei geht es im Rahmen der Alpenkonvention um die Raumplanung in den Alpen von Frankreich, Schweiz, Italien, Deutschland und Österreich bis Slowenien, mit dem Ziel, Konflikte zwischen Jagd und sonstigen Landnutzern zu vermitteln. Wichtig ist für die Jägerschaft, dass man dabei ist und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wird. LJM DI Dr. Fe rd i n a n d Gorton: Wer aufmerksam den letzten „Kärntner Jäger“ gelesen hat, konnte darin die Berichte der Referenten lesen. Er lud die Delegierten herzlich ein, dazu Kommentare abzugeben. Stellvertretend für alle bedankte sich der Landesjägermeister beim Niederwildausschuss, der für das „Jahr des Niederwildes“ zuständig war. Diese zwei Jahre haben für das Niederwild doch einiges gebracht. Aus dem Bericht des Referenten ist ersichtlich, dass das Niederwild zwar bis dato keine große Rolle spielte, nun aber doch wichtig ist. Vor allem in Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern ist es gelungen, den Lebensraum des Niederwildes zu verbessern. Die Aktivitäten waren großartig und werden auch heuer fortgeführt. Letztendlich ist dies der Beweis, dass auch Wildarten Geltung bekommen, die in der Vergangenheit ein bisschen ins Hintertreffen geraten sind. In Österreich ist auch in der LJM-Konferenz klar geworden, dass wir als Jägerschaft nicht nur in der Auslage stehen, sondern dass auch mit dem Thema „Öffentlichkeitsarbeit“ viel aktiver umgegangen werden muss. Es ist gelungen, zwei Schwerpunkte in der Öffentlichkeitsarbeit zu setzen. Die LJMKonferenz hat beschlossen, finanzielle Mittel einzusetzen, um die „Dachmarke Jagd Österreich“ ins Leben zu rufen und mit einem

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international anerkannten Marketingfachmann, der sich des Themas annimmt, einen Vorschlag zu erarbeiten, um die „Dachmarke JagdÖsterreich“ in der Gesellschaft und in den Medien so positionieren zu können, dass man um uns nicht mehr herumkommt. Man hat absichtlich jemanden genommen, der kein Jäger ist und der Landesjägermeister hofft, die Ergebnisse nächstes Jahr beim Landesjägertag präsentieren zu können. Es ist uns klar geworden, dass wir so nicht weiter machen können und dass man uns wahrnehmen muss, nicht nur innerhalb der Jäger, sondern auch innerhalb der Bevölkerung. Dass unser Ansehen in der Landbevölkerung ein hohes ist, darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in der urbanen Bevölkerung ein Manko haben. Mit der Zunahme der Freizeitsportarten trifft der Jäger auf Personen, mit denen er früher im Wald nicht zusammengetroffen ist. Dies ist ein ganz schwerwiegendes gesellschaftspolitisches Thema. Die Diskussion über die Forststraßen, die Öffnung des Waldes, die Öffnung von allem lässt Grundeigentum und Jagdrechte völlig außer Acht, das kann es nicht sein! Da muss auch die Jagd entsprechende Position einnehmen. Dies ist vielleicht auch in der Vergangenheit etwas mit Nachlässigkeit betrachtet worden: Angriffe gegen die Jagd von Seiten des Tierschutzes … vor allem bei althergebrachten Jagdmethoden, mit denen wir „nicht abgefahren sind“ – hier liegt der Schwerpunkt für die heutige Gesellschaft, die tierschutzfreundlich ist und hier haben wir nicht entsprechend reagiert. In Kärnten werden wir nicht nur vom Naturschutz, sondern auch vom Tierschutz eigentlich in Ruhe gelassen, weil wir unter Beweis gestellt haben und auch in Zukunft unter Beweis stellen wollen, dass Tiere, die uns überantwortet sind, bei uns in den besten Händen sind. Hier darf es keinen Einfluss von außen geben. Wir dürfen uns auch keine Angriffsfläche selbst schaffen, sondern wir haben hier Ordnung im eigenen Hause zu machen. Einstweilen haben wir Ruhe, wenn man vergleichend über die Grenzen sieht. Wir sind Angriffen ausgesetzt,

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für Dinge, die in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß sind. Dies hat nichts mit Salamitaktik zu tun, sondern der Landesjägermeister meint, die „Salami“-JAGD muss hart bleiben“ und „dort, wo sie Weichteile hat, müssten diese Weichteile entfernt bzw. entsprechend reduziert werden“, bis diese Jagd eine solche Jagd ist, dass man über sie nicht mehr drüberkommt. Bevor Dinge in Salamitaktik gegen die Jagd vorgebracht werden, wünscht er sich, dass wir selbst, die Kärntner Jägerschaft, auf Dinge oder Themen aufmerksam werden. Auch dies ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit. Wir kümmern uns um die Wildtiere. Und nur wir! Wenn es da oder dort – und es gibt solche Momente – zum Beispiel bei den Windrädern, Auffassungsunterschiede geben kann, dort müssen wir dann höchst sensibel vorgehen und auch klare Positionen einnehmen. Dem Landesjägermeister ist es zu wenig, wenn man fragt, was gut für den Jäger ist. Es muss lauten: Was ist gut für das Wild? Es ist das Wild, das sich nicht zu Wort melden kann, das ist in unserer Obhut überantwortet, da haben wir die Aufgabe, entsprechend zu reagieren, wenn es Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis gibt. Das hat nichts mit Einflussnahme, sondern für den Landesjägermeister mit Logik zu tun. Was ist wichtig für das Wild, für die Jagd und für uns Jäger? Der Landesjägermeister weiß, dass das auch Kritik hervorruft … Er meint aber, dass das Thema Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig ist, weil wir der Gesellschaft zeigen müssen, dass wir die Initiative zu gewissen Themen übernehmen. So hat die Kärntner Jägerschaft beispielsweise in einer ORF-Serie die Themen Brut- und Setzzeit, Mähtod bei Kitzen und die Jagdausstellung in Friesach präsentieren und der Bevölkerung zeigen können, dass wir uns um diese Dinge auch zu kümmern wissen. Wir versuchen bereits bei der Jugend anzupacken; zum Beispiel mit der Kooperation „Mini-Max“. Rechtzeitig muss damit begonnen werden, diese Themen der Jugend näherzubringen. Das ist Öffentlichkeitsarbeit, passiv und aktiv. Letztendlich ist es auch ein Zeichen der Anerkennung, dass die Homepage

der Kärntner Jägerschaft 85.000 Zugriffe zu verzeichnen hat: Die Leute interessieren sich dafür, was dort steht. Wir versuchen, sie auf den aktuellen Stand zu bringen. Auch durch „Jagdinfo-Online“ versuchen wir, Hegeringleiter und Bezirksjägermeister regelmäßig auf dem aktuellen Stand zu halten, sodass sie auch bei Diskussionen entsprechend Position beziehen können. Der Landesjägermeister freut sich, dass der aktuelle Landesrat auch ein aktiver Jäger ist, so ist auch die Gesprächsbasis eine viel bessere. Dies ist ihm wichtig zu sagen, weil auch mit dem Landtag und der Jagdgesetznovelle auf den Rechnungshofbericht gewartet wurde. Im Herbst 2014 sind drei Herren – über den Weg MMag. Scherling – auch in Mageregg aufgetaucht. Die Herren wissen mit Zahlen umzugehen, haben von Jagd aber keine Ahnung. Aber sie waren zugänglich für gewisse Themen und das liegt eben in der Natur eines Rechnungshofes, dass er nach Fehlern sucht. Wir haben noch keinen Bericht. Wir haben von der Landesregierung ein Schreiben erhalten, wo unter Bezugnahme auf den Rechnungshofbericht auf zu erledigende Schwerpunkte hingewiesen wird. Eigentlich, so der Landesjägermeister, ist das ein Lob des Rechnungshofes. Zu den Finanzen hat er gar nichts gesagt, es sind lediglich drei Schwerpunkte übrig geblieben, um die wir uns zu kümmern haben. Der Rechnungshof verlangt von uns, dass wir vor der Abschussplanung eine Wildstandfeststellung durchführen. Allein an dieser Forderung ist erkenntlich, dass das Fachwissen dieser Herren nicht auf dem neuesten Stand ist. Es ist nicht möglich. Wie wollen sie das machen beim Rehwild? Beim Rotwild ist es dort möglich, wo es Fütterungen gibt. Man wird versuchen, in Anlehnung an das Salzburger Modell, ein Modell für Kärnten zu erarbeiten. Auch die Feststellung des Gamswildes ist nicht einfach. Hier sind wir ebenfalls gefordert, Wildstandfeststellungen durchzuführen. Eine weitere Forderung ist die Bestrafung bei Nichterfüllung der Abschusspläne. Da werden wir uns

wehren. Der Rechnungshof hat wohl erkannt, dass das eine gute Einnahmequelle sein könnte … Auch wurde ein Höchst- und Mindestabschussplan gefordert, obwohl wir diesen de facto haben. Wenn man mit der Bestrafung anfängt, landen wir da, wo Niederösterreich heute ist, wo man nämlich für ein nicht erlegtes Tier € 300 zahlen muss. Wir sind in einer Zeit der Reduktion, wo das Abstrafen jener Menschen, die für die Reduktion zuständig sind, nicht der richtige Weg ist. Die Kärntner Jägerschaft weiß sich daher zu wehren. Bei der Wildökologischen Raumplanung sind wir säumig: in der Feststellung geeigneter Gebiete für Ruhezonen – das ist ein Thema, das auch zutiefst ins Grundeigentumsrecht und Jagdrecht geht. Man wird eine Lösung finden. Vom Rechnungshof vorgeschrieben worden ist auch, ein Fütterungskonzept zu erarbeiten, vor allem betreffend Rotwild. Hier ist die Jägerschaft auf einem sehr guten Weg. Saftfütterungen werden mit Aufträgen der Landesregierung erteilt, das soll auch zukünftig so sein und wir haben letztendlich Fütterungen mit Konzepten verbunden, beispielsweise auf der Saualm und der Flattnitz. Andere werden noch Konzepte erarbeiten müssen. Bei den Raufutterstandorten ist es so, dass diese überprüft und mit einem Formular evaluiert werden, natürlich haben sie auch Einfluss auf die Nachbarjagdgebiete bzw. -fütterung; in Summe wird dies dann ein Konzept ergeben. Das schaffen wir. Wir haben heute noch keinen Endbericht des Rechnungshofes. Wer prüft denn die Prüfer und fragt, wann der Bericht endlich fertig ist? Zur Abschussstatistik verwies der Landesjägermeister noch auf den folgenden Wald-Wild-Bericht der Landesforstdirektion. Kurz ging der Landesjägermeister auf die Abschussstatistik des Schalenwildes ein: Schwarzwild: hier gibt es eine interessante Entwicklung. Nach totaler Ruhe bis zum Jahr 2012 ist es interessanterweise im gesamten Bundesland aufgetaucht, nimmt auch keine Rücksicht mehr auf Höhenlagen und ist schon auf 2.500m Höhe angekommen. Es dürfte doch


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Vor 35 Jahren gegründet, hat die JHBG Waidmannsklang Grafenstein-Poggersdorf, die den diesjährigen Landesjägertag musikalisch umrahmte, nichts von ihrem Elan verloren.

auf äußere Einflüsse, Erwärmung der Erde, Nahrungsangebot usw. zurückzuführen sein, dass Schwarzwild in Gegenden vorkommt, wo es früher nie war. Von dem Moment der Freude über das Vorkommen einer neuen Wildart bis zu dem Moment der Schäden, die es macht, ist es leider nur ein kleiner Schritt. Gamswild: LJM DI Dr. Gorton glaubt, dass dieses als spezielles Wild, das von speziellen Jägern bejagt wird, auch speziell behandelt werden soll. Da oder dort wird es auch nicht ganz klug bewirtschaftet. Zwar wurden 42% vom drastisch zurückgenommenen Abschussplan im ersten Jahr erlegt, dennoch wird hier einfließen müssen, dass wir eine Gamsräudewelle zu beklagen haben, und zwar von Völkermarkt bis nach Hermagor. Heuer liegen bereits 77 Stück Räudefälle vor. Das ist ein Zeichen, dass etwas auf uns zukommt und Gamsjäger gefordert sind. Hauptwildart Rehwild: Hier wurden im ersten Jahr 41% des Abschusses erfüllt. Viel wichtiger aber ist der Blick in die Statistik: Wir erlegen 1:1! Der Landesjägermeister bedankte sich bei allen, die Rehwild bejagen und vor allem, dass Geißen erlegt werden. Das war das Ziel und da sind wir auch angelangt! Der Blick zum Rotwild: Österreichweit haben wir eine Situation, die sich zuspitzt. Beim Wildeinflussmonitoring ist für 2019 wieder ein entsprechender Wildschadensbe-

richt zu erwarten. Dort werden auch Schälschäden zu Tage treten. Im Rahmen der Mariazeller Erklärung werden ernste Gespräche zwischen Landesjägermeistern und führenden Persönlichkeiten der Forstwirtschaft geführt. Der größte Fortschritt ist diese Gesprächskultur: wir hatten in der Vergangenheit Bundesländer, wo sich Landesforstdirektor und Landesjägermeister zweimal im Jahr getroffen haben – und das zufällig. Wo Zusammenarbeit zwischen Forst und Jagd ein Fremdwort war, dort haben wir es geschafft, dass die Kommunikation über Mariazell die Gesprächskultur in die richtige Richtung gebracht hat. Forst und Jagd müssen gemeinsam auftreten. Wir wollen an diesem Jagdsystem festhalten und damit wir es mit diesem Jagdsystem schaffen, sind die Wildschäden zu stoppen. Sie sind teilweise dramatisch. Mit einem Blick nach Oberkärnten: Nicht nur die Grundbesitzer sind arm, auch die Jäger sind an der Kapazitätsgrenze angelangt. Sie müssen noch mehr erlegen, und dies mit Abschussaufträgen, sie sollten nur noch unterwegs sein. Das ist ein Moment, in welchem auch wir von der Kärntner Jägerschaft nicht nur gefordert sind und einen Gruß nach Oberkärnten senden. Der Landesjägermeister glaubt, dass den Jagdausübungsberechtigten erst im zweiten Jahr klar geworden ist, wie „brutal“ die Einführung 20:40:40 ist … Aber die Maßnahme ist klug durchdacht, weil wir noch in einer Reduktionsphase sind, die vermutlich noch das eine oder andere Jahr andauern wird. Wir sind am richtigen Weg

und die Jägerinnen und Jäger haben es verstanden. Der Landesjägermeister erinnert sich an Diskussionen in Oberkärnten über das Schusszeitende des 15. Dezember betreffend Ier- und IIer-Hirsch. Der Landesjägermeister hat sich mit seinen beiden Stellvertretern, dem Bezirksjägermeister von Spittal und dem Rotwildreferenten zusammengesetzt und über das Thema diskutiert. Es gibt Themen, die sind fachlich richtig und fachlich argumentierbar, aber vielleicht jagdpolitisch anders zu sehen. Auch wenn sich Fachleute völlig im Klaren sind, dass der 15.12. als Schussende für Ier- und IIer-Hirsch nicht nur richtig ist, sondern noch besser eigentlich der 1.12. wäre, haben wir fünf gesagt, dass eine jagdpolitische Entscheidung zu treffen ist. Es ist der Moment, „DANKE“ zu sagen. Danke, was Sie leisten und noch leisten werden bei dem, was noch auf Sie zukommen wird. „Herr Landesrat, wir Landesjägermeister werden den Vorstand ersuchen, an dich ein Schreiben zu richten, die derzeit geltende Verordnung mit dem Schussende 15.12. für Ier- und IIer-Hirsche außer Kraft zu setzen. Man kann Jäger nur dann motivieren, wenn man ihnen auch einmal ,Dankeschön‘ sagt. Nicht alles, was jagdfachlich klar ist, ist jagdpolitisch auch umsetzbar. Wir werden eine vom Jagdfachlichen abweichende jagdpolitische Entscheidung, die der Vorstand treffen wird, fällen, das soll auch ein Signal nach Oberkärnten sein.“ Der Landesjägermeister dankte auch jenen Jägerinnen und Jägern, die an der Front stehen. Er dankte


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den Funktionären, die oft „den Kopf hinhalten müssen“. Das müssen wir aushalten, weil wir wissen, dass Sie hinter uns stehen. Dass Sie dies auch mittragen. Dank gilt auch hinaus an die Jagdausübungsberechtigten, die dies akzeptiert haben und auch durchziehen. Es gibt Jagdausübungsberechtigte, die das erst den Mitgliedern beibringen und diese motivieren müssen, und das fußt nicht immer auf dem Generationsproblem. Es kommt auch auf die gesamte Einstellung an. Da sind auch Jagdschutzorgane gefordert. Der Landesjägermeister bedankte sich auch bei den Jagdaufsehern, auch für die Fütterungsüberprüfung. Der Landesjägermeister erwähnte, dass die Frage von HRL Ing. Juritsch eine berechtigte war: Wer wird denn das alles kontrollieren? Hier ist der Jagdaufseher gefordert! Das nicht nur, weil die Jagdaufseher besser ausgebildet sind, sondern sie sind auch vereidigt auf das Jagdgesetz. Wir müssen zum Beispiel in einer Gemeindejagd den Obmann aufmerksam machen, dass das so, wie das mit der Fütterung gemacht wird, nicht geht! Der Jagdaufseher wird hier entsprechend zur Verantwortung zu ziehen sein. Der Landesjägermeister dankte nicht nur den Funktionären, sondern auch den Referenten und dem Vorstand, die Entscheidungen zu treffen haben, mit denen die Jäger nicht immer glücklich sind. Herzlicher Dank auch an die Mitarbeiter, die unter der Leitung von Mag. Burgstaller-Gradenegger stehen, die es oft wirklich nicht leicht hat: Denn zum Landesjägermeister kommen oft nur mehr gefilterte Meldungen, die „Beschimpfungen“ landen zuerst bei ihr. Sie weiß aber auch mit unhöflichen Kritisanten umzugehen. Wir müssen auch Vorbilder im Umgang miteinander sein und müssen die Meinung anderer akzeptieren, aber irgendwer muss dann die Entscheidungen treffen. Mit dem Hinweis, dass es hart werden wird, wünschte der Landesjägermeister ein gutes Jagdjahr, ein kräftiges Weidmannsheil und sprach aufrichtigen Dank der Jägerschaft aus mit dem Leitspruch „Jagd ist Verantwortung und Jagd ist Freude“.

WORTMELDUNGEN BJM Ing. Wolfgang Oswald, Villach, stellt die Frage in den Raum, wie sich die Landesjagdverbände formieren und in die Diskussion zur geplanten Änderung der Waffenrichtlinie einbringen, damit es zu keinen Verschärfungen für Jäger kommt. Bei dem Bericht von LJM-Stv. Dr. Brunner hat er den Hinweis auf die geheime Wahl vermisst und zeigt sich überrascht über die im separaten Kreis geplante Änderung der Schusszeit für die Hirsche der Klasse I und II. Der Landesjägermeister erachtet die Kritik in Hinblick auf die Schusszeit für die Hirsche als berechtigt, diese Entwicklung war das Ergebnis von intensiven Gesprächen der letzten Tage. Im Hinblick auf die Feuerwaffenrichtlinie wurden alle nur möglichen Maßnahmen ergriffen und dementsprechende Gespräche geführt. Zur geheimen Wahl verweist der Landesjägermeister auf die geltende Satzung, wonach bereits jetzt die Wahlmöglichkeit zwischen offener oder geheimer Abstimmung besteht. Fr i e d r i ch Sabitzer, St. Veit, ist überzeugter Europäer, aber er ist nicht dafür, dass man alles von oben herab delegiert. Jagd und Forstwirtschaft ist immer Länderkompetenz gewesen und das muss es auch bleiben. Das gilt auch für die Regelungen des Großraubwildes. Der Bär hat schon eine Sonderstellung in Kärnten und sind seine Schäden durch die Versicherung abgedeckt, beim Wolf aber sieht es ganz anders aus! Wir leben in einer Kulturlandschaft und nicht im Urwald. Die Forstwirtschaft bewirtschaftet ordnungsgemäß und da ist kein Lebensraum mehr für

den Wolf. Die Landbevölkerung will den Wolf nicht, wir brauchen ihn nicht und die Kärntner Jägerschaft hat hinter den Bauern zu stehen. Wir haben heute so viele Mutterkuhbetriebe und hier funktioniert der Herdenschutz nicht. Der Landesjägermeister verweist auf den Antrag der Kärntner Jägerschaft an das Land, wonach sämtliche Schäden des Großraubwildes vom Land gezahlt werden sollen. Das wurde der Kärntner Jägerschaft auch einstimmig zugesagt. Großraubwild im jetzigen Eintreffen ist ein Problem, das jetzt noch die Bauern betrifft. Wenn vor allem beim Wolf die Rudelbildung stattfindet und Wildtiere in Bedrohung sind, dann müssen wir uns stärker einbringen, so der Landesjägermeister. Er meint auch, dass das Großraubwild im Jagdgesetz belassen werden solle, sonst kommt noch jemand auf die Idee, etwas auszusetzen. Das hatten wir bereits, als der WWF eingetroffen ist und Löwen … aussetzen wollte. DI Rudolf Fritzer, Feldkirchen, findet die Bemühungen der Jägerschaft in Sachen Waffenrichtlinie lobenswert, verweist aber auf einen Antrag der Grünen, der – fast deckungsgleich mit den EU-Forderungen – massive Verschärfungen im Waffenrecht zu Lasten der Jäger fordert. DI Fritzer kritisiert das € 300.000-Projekt wonach Fischotter bei uns gefangen werden sollen, nach Holland transportiert und ökologisch wissenschaftlich untersucht werden soll, ob das Fangen der Fischotter zu einer Verbesserung der Gefährdung der Kärntner Urforelle führt. Laut Fritzer können € 300.000 in der ländlichen Entwicklung sinnvoller ausgegeben werden, da man keine ökologische Studie brauche, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass der Fischotter Fische frisst. Beatrix Winkler, Bezirk Villach, tritt zwar nach wie vor für eine Direktwahl ein, hat aber aus dem Ar-


L A N D E S J Ä G E R TA G beitskreis den Wissensstand mitgenommen, dass es von nun an zumindest eine geheime Wahl bei den Bezirksjägermeistern und im Hinblick auf den Landesjägermeister geben soll. Sie ersucht LJM-Stv. Dr. Brunner sich dafür zu verwenden. Positiv vermerkt Frau Winkler, dass es eine Rückkehr zum Schusszeitende für Hirsche zum 31. Dezember geben soll. Freyja Lemisch, St. Veit, merkt an, dass sie keinen Forscher benötige, sondern selbst bestätigen kann, dass sie, seit sie den Otter haben, keine Forellen mehr haben. Frau Lemisch verweist auf die Anschaffung eines Kitzrettergerätes durch den Hegeringleiter, welches erfolgreich zur Anwendung gekommen ist. BJM Franz K o h l m ay e r , Spittal, bezieht Stellung zur kritischen Wortmeldung seines Villacher Kollegen und erläutert die dramatische Entwicklung im Bezirk Spittal. Angesichts von 50 § 16-Verfahren und der Forderung des Forstes nach einem Totalabschuss von November bis zum 31. März werden trotzdem Abschussaufträge für Ierund IIer-Hirsche erteilt. Daher wären die Jäger dankbar, wenn es die Änderung gäbe, zumal sie trotzdem in dieser Zeit gleich viel Kahlwild erlegen wie in den letzten Jahren. Die 20:40:40-Regelung hält er nach wie vor für eine gute Lösung. BJM Ewald Pertl, Feldkirchen, hat die Ergebnisse der Wahlrechtsreform-Gruppe in anderer Erinne-

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rung als sein Kollege Ing. Oswald und Frau Winkler. An eine Einigung bezüglich einer Änderung des Wahlrechtes kann er sich nicht erinnern, auch ist er nach wie vor der Meinung, dass das derzeitige Wahlrecht das demokratischste ist, das es gibt.

lung in Friesach durch die Jägerschaft finanziert zu erhalten. Seine Fragen finanzieller Natur sind vom Finanzreferenten beantwortet worden. Auch hat er Anfragen zum „Fütterungsparagraph“ gestellt. Hier soll aus der Muss- eine KannBestimmung gemacht werden. HRL Juritsch fordert dies auch im Hinblick auf die Fütterungskontrolle. Erneut bringt er den Vorschlag zur Vergabe der Verdienstabzeichen in Bronze durch den Hegeringleiter ein.

HRL Karl Prasser, Kappel/Krappfeld, merkt kritisch an, dass über den Mähtod bei den Kitzen zu wenig geredet wird. Sie haben zwar einige Kitze gerettet, zwei Monate später fängt aber die Schusszeit für Kitze schon wieder an. Daher schlägt er eine spätere Schusszeit für Kitze vor.

HRL Rudolf Hofer, Millstatt, ersucht den Rehwildreferenten Ing. Oswald zeitgerecht im „Kärntner Jäger“ Rehkitzretter-Geräte vorzustellen, damit sich interessierte Jäger darum bemühen können.

HRL Peter Keuschnig, We r n b e r g Velden, verweist kritisch auf die Hindernisse beim Bezug von Ve r s t r e i c h mitteln zum Schutz vor Verbissschäden ohne Sachkundeausweis. Die neue Regelung, so stellt er emotional fest, sei eine offensichtliche Abzocke. Er ersucht einen Kurs als Weiterbildungsmaßnahme der Jägerschaft anzubieten. Auch stellt der Hegeringleiter in den Raum, dass Bär, Fischotter und Biber ausgesetzt worden seien. HRL Ing. Johann Juritsch, Bad Eisenkappel, stellt die Frage, ob es nicht möglich sei, die Busfahrt zum Besuch der Ausstel-

Ing. Peter Bauernfried, Feldkirchen, fragt im Lichte der von den Bezirkshauptmannschaften erlassenen Hundehaltungsverordnungen, die nur bei extrem hoher Schneelage und während der Setzzeit Leinenpflicht verordnen und auch nur vom 1. November bis 31. Juli gelten, ob Wild vom 1. August bis Ende Oktober vogelfrei ist? Er plädiert für eine ganzjährige Leinenpflicht. Auf Ersuchen von LJM DI Dr. Gorton erläutert Mag. BurgstallerGradenegger die derzeit geltende Rechtsgrundlage, nämlich § 69 Abs. 4 des Kärntner Jagdgesetzes 2000. Dieser enthält leider textlich die Einschränkungen auf die Brut- und Setzzeit und eine Schneelage, die die Flucht des Wildes erschwert. Man müsste hier den § 69 Abs. 4 ändern, um zu einer ganzjährigen Leinenpflicht zu kommen. Es gibt tatsächlich eine Lücke bei der Leinenpflicht, nämlich genau außerhalb der genannten Zeiten.

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Für DI Markus Wedenig, Feldkirchen, geht es in der Fütterungsdiskussion um ein Thema, bei dem es gleichzeitig um die Kompetenz und Glaubwürdigkeit der Jäger geht. Er findet es positiv, dass man sich in Mageregg nicht scheut und dieses Thema diskutiert. Er wünscht sich einen objektiven Blick auf dieses Thema: Rehwild gibt es schon so lange, die Jagd gibt es auch schon so lange, die Fütterung aber ist ein sehr junges Thema. Exzessiver Kraftfuttereinsatz beim Rehwild ist ein Ausdruck der Wohlstandsgesellschaft und nicht alle Auswüchse der Wohlstandsgesellschaft tun uns gut. Deswegen glaubt DI Wedenig, dass man hier objektiv auf das Fachliche lenken müsse. Die alleinige Entscheidungsgrundlage kann nur sein, wie eine Regelung zum Wohle des Wildes und seiner Lebensräume aussieht.

EINGEBRACHTER ANTRAG HRL Holger Kollmann aus Metnitz bezieht sich auf § 68 Abs. 3 Kärntner Jagdgesetz wonach der Landesjägermeister auf Antrag die Verwendung von Abzugeisen auf höchstens 2 Jahre bewilligen kann. Die Fallensteller erachten diesen Zeitraum als zu kurz und als bürokratische Hürde. LJM DI Dr. Gorton stellte daher den Antrag an den Landesjägertag, im Rahmen der bevorstehenden Jagdgesetznovelle, den Bewilligungszeitraum für die Verwendung von Abzugeisen von derzeit 2 Jahren auf 5 Jahre zu erhöhen. Der Antrag wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Der Vorstand der Kärntner Jägerschaft wird eine dementsprechende Anregung an den Landesrat richten. Der weiters eingebrachte Antrag wurde mangels Zuständigkeit des

Landesjägertages als Wortmeldung unter dem Tagesordnungspunkt „Allfälliges“ abgehandelt.

GRUSSWORTE DER EHRENGÄSTE Landesforstdirektor DI Gerolf Baumgartner eröffnete die G r u ß wo rt e . Der Chor der Kärntner Jägerschaft habe zu Beginn drei Lieder gesungen, die den Wald zum Inhalt hatten. Der Landesforstdirektor bedankte sich für die Möglichkeit der Berichterstattung. In den letzten 26 Jahren seiner Amtszeit hat er bei den Grußworten Wildschadensberichte erstattet, versucht die Wildschadensproblematik zu erklären, Appelle an die Jägerschaft, an die Jäger gerichtet – Appelle, die die Hochsitze, auf denen die Jäger sitzen, leider nicht erreicht haben. Die Wildschäden haben leider erschreckend zugenommen. Grundlage für diese Daten bildet die Österreichische Waldinventur und gerade in der letzten Periode haben die Schälschäden stark zugenommen. Beim Verbiss ist diese Aussage nicht so signifikant. Der Verbissgrad unserer Wälder ist so, dass 50% der Verjüngung wesentliche Verbissanzeichen aufzeigen. Der Landesjägermeister hat den Bericht des Rechnungshofs erwähnt, dort wird auch eine Aussage betreffend der Wildschäden getroffen. In Kärnten haben wir jährlich ein Wildschadensausmaß von € 12 Mio. § 16Fälle, für die der Landesforstdienst verantwortlich ist, nämlich das Aufzeigen von flächenhaften Gefährdungen – diese machen nur einen Bruchteil der Schäden aus. Der große Teil liegt in der Verantwortung von Ihnen, die Sie jeden Tag draußen sind, die Schäden sehen, die Sie einfach ignorieren, es ist aber auch eine Verantwortung der Waldbesitzer mit eingeschlossen. Es gibt viele Waldbesitzer, die das tolerieren, natürlich gibt es auch etliche, die sich das nicht gefallen lassen. Was bedeutet nun der Wildverbiss? Es ist jener Teil außerhalb des Keimlingsverbisses. Er verursacht

eine Baumartenselektion, Tanne und Eiche sind sehr stark verbissen und die Tanne war im vorigen Jahr die Baumart des Jahres, heuer ist es die Eiche. Ein besonderes Problem sieht man im Schutzwald, hier ist der Schaden besonders hoch. Hier gibt es von der Natur aus lange Verjüngungszeiträume mit geringen Verjüngungszahlen, mit wenig Individuen. Wenn diese dann verbissen werden, kommt es zu einem flächenhaften Ausfall der Verjüngung. Die Waldbilder haben sich in den letzten Jahrzehnten regional deutlich verändert. Klimawandel, heute wird eine kleinflächige Forstwirtschaft bevorzugt – Naturverjüngung, Mischbaumarten, viel Licht im Wald, Äsung und Deckung. Die Wildschadensanfälligkeit in diesen Gebieten nimmt sicherlich ab, aber auch die Sichtbarkeit und die Bejagungsmöglichkeit. Bei Schälschäden muss man unterscheiden: Sind es § 16-Fälle, die haben wir vor allem nach strengen Wintern bzw. haben wir auf großer Fläche jährlich ein Hinzukommen von 3-5% der Schäden. Wenn man sich das für 20 Jahre durchrechnet, wissen Sie, wie die Bestände aussehen. Die derzeitige Problematik liegt schwerpunktmäßig im Bezirk Spittal. Der Landesforstdirektor glaubt, dass über Jahrzehnte weggesehen wurde. Im Zuge der „Paula“-Windwurf-Aufforstungen und darüber hinaus im Möll- und Liesertal finden sich momentan großflächig in einer Vielzahl von Jagdgebieten untragbare Wildschäden mit dementsprechend anhängigen Verfahren. Die Schadensgebiete sind großteils stark verbissen und es gibt in fast allen Stangenhölzern Schälschäden und jedes Jahr kommen neue hinzu. Angesichts von „Paula“ wurden etliche Millionen Förderungsmittel in die Wiederaufforstung gesteckt und es kann nicht sein, dass das lediglich dem Wild als Äsung gedient hat und wir heute auf Teilflächen noch immer keine Wiederbewaldung feststellen können. Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf, dass das Wildschadensproblem schnell gelöst wird. Ausnahmen von den Schonvorschriften wird es großräumig geben müssen. Eingefordert wird auch die Solidarität von jenen, die nicht von der Schadensproble-


L A N D E S J Ä G E R TA G matik betroffen sind. Wildschadensdauerbrenner sind auch die Gebiete um den Mirnock mit Schälschäden sowie das Gail- und Liesertal. Die Ursache von Wildschäden kann sowohl bei der Forstwirtschaft als auch bei der Jagd wie auch bei beiden liegen, das wissen wir! Bei all dieser Argumentation, dass auch die Forstwirtschaft einen Beitrag leisten und die Wildschadensanfälligkeit der Wälder vermindern soll, muss man aber auch auf eine Tatsache hinweisen: Noch nie waren Schalenwildbestände in Österreich und in Kärnten höher als sie es in den letzten 20 Jahren waren. Und wenn man auf natürliche Verhältnisse verweist, in Naturwäldern, Urwäldern, sind Schalenwildbestände deutlich geringer. Er pflichtet der Forderung, die LJMStv. Monz zum Ausdruck gebracht hat, bei, wonach Wildstände an die tatsächlichen Verhältnisse der Wildlebensräume anzupassen sind. Die Äsung wird durchaus größer, der Einstand wird besser, die Bejagbarkeit aber wird schlechter und Störungen machen die Jagd schwieriger. Der Landesforstdirektor anerkennt die Leistungen der Kärntner Jäger. Hier ist ein Paradigmenwechsel zu sehen, wenn er die letzten 10 Jahre zurückblickt, beim Geschlechterverhältnis. Noch nie war das Geschlechterverhältnis bei Reh- und Rotwild so, dass so viel weibliches Wild erlegt wurde. Zum Rehwild: Dass dieses 1:1 erlegt wurde, ist schön, es kommt aber darauf an, wie viel erlegt wird. Wenn man die Statistiken über die einzelnen Jagdreviere ansieht, so finden sich Mischwaldgebiete, wo

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Mischbaumarten nicht aufkommen können, und wenn man sich diese Abschusszahlen ansieht, so ist man trotz 1:1 nicht bei einer Abschusshöhe angelangt, dass man von einer Entlastung der Verjüngung reden könnte. Jagd und Forst sind ein Miteinander, eine interne Schicksalsgemeinschaft. Jagd und Forstwirtschaft erleiden ein ähnliches Schicksal. Es ist der grüne Zeitgeist, die Freizeitgesellschaft, eine EU mit einer die Welt retten wollenden Umweltpolitik. Forstwirtschaft und Jagd werden heute zunehmend ins Eck gedrängt und in Frage gestellt. Die Nutzung natürlicher Ressourcen, die Forstwirtschaft und die Jagd werden immer öfter als Störung empfunden und auch öffentlich immer wieder so dargestellt. Im Handbuch der Europäischen Kommission, „Natura 2000 und der Wald“ werden als größte Bedrohung an erster Stelle die Forstwirtschaft und der Waldbau genannt. Wie es zu einer solchen Feststellung kommt, weiß der Landesforstdirektor nicht. Umweltorganisationen füttern unsere Journalisten oft mit Unseriösem, die Realität ist eine umgekehrte. Die Naturnähe des Waldes ist heute größer als sie in den letzten Jahrhunderten jemals war. Zurückzuführen auf historische Landnutzung. Im Mittelalter hat man Wald als Feind angesehen. In den letzten 20-30 Jahren erholt sich der Wald, diese Tendenz geht weiter. Unsere Wohlstandsgesellschaft, vorwiegend urbane „Grüngesellschaft“, zeigt immer weniger Verständnis für die tatsächlichen Zustände im ländlichen Raum … Der ländliche Raum als Naturschutzgebiet …, – aber

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möglichst ohne Einschränkung für die Freizeitgesellschaft! Dennoch ist für ihn die Forderung der Ökologisierung nach mehr Naturnähe auch ein Ansatzpunkt für die Harmonisierung von Jagd- und Forstwirtschaft – zur Minderung der Wildschadensproblematik, weil sie die negativen Folgen einer einseitigen Ertragsmaximierung auf Kosten des anderen weitgehend verhindert. Schon vor Jahrzehnten hat LJM Dr. Anderluh gemeint, dass die größte Rechtfertigung der Jagd in der Naturnähe besteht, in der sie sich abspielt. Und wie sie in diesem Sinne auch ausgeübt wird, schließt auch die Frage nach Jagdmethoden mit ein. LJM-Stv. Monz hat dies thematisiert, dafür ist er ihm sehr dankbar. In der Forstwirtschaft gibt man dem Wald die Natürlichkeit zurück, weg vom sterilen „Fichtenacker“ hin zum naturnahen Mischwald. Die Fichte ist bei uns eine heimische Baumart und bleibt unsere Hauptbaumart. Dieses Zurück zu mehr Naturnähe ist für ihn ein wesentlicher Aspekt für die Verantwortung in der Jagd und auch in der Forstwirtschaft. Dem gerecht zu werden, ist eine Hausaufgabe für die Zukunft und ein Maßstab für die gesellschaftliche Akzeptanz der Nutzung natürlicher Ressourcen, des Waldes und des Wildes. Er bedankt sich bei allen Funktionären der Kärntner Jägerschaft für das Bemühen um ein gedeihliches Miteinander von Jagd und Forst. Durch ihren Beitrag ist das gegenseitige Verständnis von Jagd und Forst in letzter Zeit sicher größer geworden. Kärnten ist auf einem guten Weg, wie es der Landesjägertag zeigt. Ganz besonders

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dankt der Landesforstdirektor für die kameradschaftliche Atmosphäre und die konstruktive und offene Gesprächskultur, die er bei der Kärntner Jägerschaft erfahren durfte, ganz nach dem Leitspruch der Kärntner Jägerschaft, „Jagd ist Verantwortung, Jagd ist Freude“. BH Mag. Johannes Leitner zeigte sich begeistert über die geballte Information, die bisher dargeboten wurde. Er bedankte sich für die Zusammenarbeit der Kärntner Jägerinnen und Jäger mit den Behörden und Blaulichtorganisationen. Als Leiter der BH Klagenfurt malt er ein düsteres Szenario, sollte dem Grundeigentümer, der ein Ruhen der Jagd auf seinem Grund und Boden beantragt hat, stattgegeben werden. Da wäre die Jagd erlaubt, dort wieder nicht – das gäbe einen Fleckerlteppich und wäre eine Katastrophe für den Wald. Eine gute Wald- und Wildwirtschaft ist nur durch ausgebildete Jagd zu leisten, das ist in Kärnten gewährleistet. Die Jägerinnen und Jäger geben ihr Bestes, um Abschusspläne zu erfüllen und für einen gesunden Wildstand zu sorgen. Die Freizeitnutzung aber ist das große Problem. Der Weg, der hier beschritten wird, ist folgender: Es gibt eine gesetzliche Grundlage, jemand möchte mehr Rechte als andere, dann wird eine Unterschriftenaktion gestartet, eine Zeitungsaktion … und dann wird diskutiert, welche Ausnahmen man hier schaffen kann. Er weist darauf hin, dass es nicht nur um die Fischer geht, es geht auch um das Wild und hier stimmt er dem Landesjägermeister nicht zu: Denn nicht nur die Jäger, sondern auch die Bergwächter schauen auf das Wild. Motocrossfahren in den Wäldern, Mountainbiken, Schneeschuhwandern usw., das alles führt zu einer Beunruhigung des Wildes. Allein am Buchberg zum Beispiel nimmt er komisch gekleidete Personen wahr, die mit Plastikkugeln und nachgebauten Gewehren aufeinander

schießen … Paintball reicht nicht mehr, der Wald muss herhalten. Die Freizeitnutzung wird immer größer. Wenn sich Mag. Leitner die zunehmende, ungeordnete Freizeitnutzung im Wald ansieht, lassen wir doch Bär und Wolf frei laufen … Dr. Anton Kranner richtet Grüße vom ents ch u l d i g t e n Mag. Kugi aus und dankte den Kärntner Jägern, die schon seit Jahrzehnten erhöhte Beiträge dem Naturschutzbund jährlich in Höhe von € 43.000 zur Verfügung stellen, wodurch wertvoller Lebensraum erworben und gepflegt werden kann. Er ist sehr froh über das gute Einvernehmen zwischen dem Naturschutzbund und der Jägerschaft und warnt vor allem davor, dass man Jägern die Jagd in Naturschutzgebieten verbieten möchte. Das wäre eine kapitaler Fehler und das „Aus“ für die „Aktion Wiedehopf“. Mag. Kugi ist ein unglaublicher Idealist, hervorragender Biologe, der alleine und unentgeltlich über 300ha Naturschutzgebiete in Kärnten verwaltet. Er hat nur eine einzige Hilfskraft, die die buchhalterischen Arbeiten erledigt und in geringfügiger Beschäftigung € 400/Monat erhält, sonst aber wird unentgeltlich gearbeitet. Wenn Mag. Kugi also uns Jägern dankbar ist, so müssen auch wir Jäger ihm dankbar sein! LWK-Präsident Ing. Johann Mößler freut sich über den spannenden Vo r m i t t a g , voll von Diskussion. Seitens der Landwirtschaftskammer sagt er ein „Dankeschön“ für die gute Partnerschaft, eine Partnerschaft zwischen Bauern und Jägern. Ein großes „Danke“ sagt er auch dem Landesforstdirektor. Er bezieht sich auf dessen detaillierten Fachbericht

und wünscht sich noch mehr Augenmerk darauf und dass diesbezüglich noch besser kommuniziert wird. Mößler geht auf den Zeitgeist ein und die moderne Kommunikation und auch die gesellschaftspolitische Stimmung, die kritisch ist. Wenn jemand etwas wissen möchte, sucht er bei Google und erhält viele Antworten. Auch von den Bauern und Jägern werden Antworten auf große Probleme erwartet, hier sind der Austausch und das Miteinander besonders wichtig. Es muss versucht werden, in die „grüne Welt“ Realität einzublenden. Kritisch nimmt er Bezug auf eine Organisation, die sich „Naturfreunde“ nennt, dann aber mit „solchen Vorschlägen“ für die Natur kommt. Man braucht aber Ordnung in der Gesellschaft und Ordnung im Wald. Der Landwirtschaftskammerpräsident hält fest, dass es mit der Jagd ein harmonisches Miteinander gibt, wünscht sich aber, dass man den Schwung, den man aufgenommen habe, in Ergebnisse münden lässt. So müsse man über die Wildbestände reden und auch das Fütterungsgebot braucht einen anderen Inhalt. „Viele Probleme, die wir gemeinsam haben, müssen wir vor Ort lösen,“ so der LWK-Präsident – „und zwar im Miteinander auf Augenhöhe“. Er dankt seitens der Landwirtschaftskammer, die Zusammenarbeit mit der Kärntner Jägerschaft sei eine ganz wichtige Arbeit. Die Zeiten für die Landwirtschaft sind nicht die einfachsten und man benötige jeden Quadratmeter zur Bewirtschaftung. DI Michael Johann (iV Holub) bringt seine Wertschätzung gegenüber dem Engagement der Kärntner Jägerschaft zum Ausdruck. Es gehe nicht darum, die Natur niederzuhalten, sondern ganz im Gegenteil, ihr Raum zu schaffen und wiederzugeben für eine möglichen Populationsdynamik. In diesem Sinne hofft er, dass die Jagdgesetznovelle, die LR Ragger in Angriff genommen hat, von LR Darmann weitergeführt wird. Ins neue


L A N D E S J Ä G E R TA G Jagdgesetz gehöre eine Zielbestimmung, die definiert, was man mit diesem Gesetz überhaupt will. Das ist einerseits ein artgerechter, natürlich angepasster Wildbestand, andererseits auch die Vermeidung von waldgefährdeten Wildschäden. Hier hat die Jägerschaft bereits vieles umgesetzt: die Änderungen von Schonzeiten, die Abschussplangestaltung, die WÖRP, Einschränkungen bei Fütterungen usw., aber, wie es auch der Landesforstdirektor betont hat, diese Appelle sind noch nicht bei jedem Hochsitz angekommen. Die Schäden sind noch zu hoch, vielerorts ist es nicht möglich, Wald mit Naturverjüngung hoch zu bringen. Angesichts der Schadenhöhe handle es sich um keine Kleinigkeit, es geht um den Schutz des Grundeigentums, den die Kammer auch sehr hoch hält. Rot- und Rehwildbestände müssen auf ein Niveau zurückgeführt werden, das auch tragbar ist im Wald. Derzeit erfolgt die Erstellung von Abschussplänen auf Basis historischer Abschusszahlen, die alle zwei Jahre nach oben und unten „geschraubt“ werden. Den Wildbestand kennen wir allerdings nicht. Dieser sollte verpflichtend für jeden Hegering erhoben werden. Man kann Zählungen machen, es gibt moderne Methoden wie z.B. Drohnen oder Wärmebildkameras. Es bestehe auch die Möglichkeit, hier ein Wildeinflussmonitoring einzuführen, das andere Bundesländer schon haben. Kurz nimmt DI Johann Bezug auf den Rohbericht des Rechnungshofs und dessen Kritik, dass das Jagdgesetz nicht entsprechend vollzogen werde. Sinnvoll wäre es, auch bei den Fütterungen Änderungen durchzuführen: Das Mindeste wäre, die „Muss-Bestimmung“ in eine „Kann-Bestimmung“ umzuwandeln, noch besser aber wäre es, die Fütterung nur da zu erlauben, wo es wirklich fachlich gerechtfertigt ist, um das Wild abzulenken und Schaden zu verhindern. Die Kärntner Jägerschaft hat bei der Leitrevolution hier eine Vorreiterrolle in Österreich eingenommen. Das findet er sehr mutig! Dies sei nicht hoch genug einzuschätzen, er habe aber den Eindruck, dass das ganze nun stagniere, hier würde er sich

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Impulse wünschen. Die Entschädigungsregelung für den Ersatz von Schäden durch ganzjährig geschonte Wildarten an Haustieren habe sich bewährt. Die Schäden durch Beutegreifer seien weitaus geringer als Schäden durch Schalenwild. Hier sieht DI Johann keinen großen Handlungsbedarf, man könne hier etwas nachjustieren. Andere Bundesländer sehen zum Teil überhaupt keine Schadenersatzpflicht vor. Man stellt sich vor, dass man einen zusätzlichen Fond aufmacht, den man aus den Mitteln der Jagdabgabe speist. Unter Bezugnahme auf das Niederwild meint DI Johann, dass durchaus höhere Wildstände in Kärnten vorkommen könnten, hier aber auch entsprechende Maßnahmen in der Landwirtschaftskammer getroffen werden sollten, damit zum Beispiel Junghasen Deckung finden. Hier sind Jäger auch Botschafter für den Naturschutz, wenn sie hinausgehen und mit den Landwirten reden und darüber sprechen, wie man das Biotop gestalten kann. „Verantwortungsvolles Handeln schafft Vielfalt. Vielfältiger Wildbestand macht uns beim Jagen Freude“, so Johann. LR DI Christian Benger freut sich mit dem neuen Kollegen Darmann gemeinsam ein Thema zu bearbeiten: Jagd und Land- und Forstwirtschaft gehören untrennbar zueinander. Hier gibt es nur einen Weg, den man gehen kann, indem man Themen bearbeitet und Lösungen sucht. LR DI Benger nimmt Bezug auf den „Brexit“, der Europa erschüttert hat. Am Kapitalmarkt wird die Rechnung präsentiert werden. Das ist ganz einfach: Wenn Fragen in Europa nicht beantwortet werden, die vielfach gestellt werden, wenn nötige Lösungen nicht gemeinsam erarbeitet werden, die gefragt werden, haben Populisten und Hetzer Platz und bekommen Spielraum und setzen ihren Egoismus auf Kosten anderer durch. Das kann es nicht sein. Ges-

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tern sei ein schmerzhafter Tag in Europa gewesen, in erster Linie auf Kosten unserer Jugend. In der Land- und Forstwirtschaft gibt es mit der Jagd einige Themen, wo Handlungsbedarf besteht und Entwicklung notwendig ist. Er hält an dieser Stelle ganz klar fest und spricht Anerkennung dafür aus, was durch LJM DI Dr. Gorton und seinem Team in Kärnten bei der Bearbeitung des gemeinsamen Themas Wald und Wild in den letzten 10 Jahren bewirkt wurde, das sei bemerkenswert! Hier sind die Dinge vorangegangen, an Lösungen wird gearbeitet und er ist hoch zuversichtlich, dass dieser Weg weitergeführt wird und steht als Agrarreferent bereit, gemeinsam auch Entscheidungen zu treffen. Worum geht es in Summe, im Wesentlichen? Er sieht sich verpflichtet, davon ist er überzeugt, übereinstimmend mit Kollege Darmann, in der Selbstbestimmung der Kärntner Jägerschaft und der Lösung der Herausforderung um das Thema Wald-Wild hier den Gestaltungsspielraum wahrzunehmen und entsprechende Lösungen zu liefern. Es sind die Anstrengungen vielfach gegeben. Unterschiedliche Lösungsansätze tauchen immer wieder auf. Er ist zuversichtlich, dass eine Vielfalt von Lösungsansätzen zu einer Vielfalt von Lösungen führen wird, weil es nicht funktioniert, alles über einen Kamm zu scheren. Hier muss man sehr differenziert vorgehen, damit am Ende des Tages ein Miteinander der Land- und Forstwirtschaft mit der Jagdwirtschaft funktioniert. Die Begehrlichkeit anderer Nutzer des ländlichen Raumes bzw. der Kulturlandschaft will geordnet sein. Auch hier ist man sehr übereinstimmend von Seiten der Agrarbehörden mit der Kärntner Jägerschaft, was die Tourismusentwicklung, Freizeitnutzung, Naturnutzungsbegehrlichkeit betrifft. Hier gelte es, ein geordnetes Miteinander zu finden, dann nehme auch das Konfliktpotenzial ab, so LR Benger. Er ist bereit für eine gemeinsame Bearbeitung, damit gemeinsame Freude an der Kulturlandschaft mit der Jagd gegeben ist. Das sagt er auch als überzeugter Jäger, der 35 Jahre mit Freude in Kärnten die Jagd ausübt.

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Für LR Mag. Gernot Darmann ist es Freude und Ehre, hier sprechen zu dürfen. Er könnte auf eine Vielzahl von Problemstellungen eingehen, die auch heute schon besprochen wurden. Er steht für klare Botschaften und stellt sich auch kurz vor: Lavanttaler, Wolfsberger Gemeindejagd, Stiftsgymnasium St. Paul und im Alter von 16 Jahren die Kärntner Jagdprüfung abgelegt. Der frischgebackene Landesrat ist stolz darauf, die damals vermutlich „schärfste Jagdprüfung“ in Österreich absolviert zu haben. Die vermittelten Grundkenntnisse bilden die Basis, um in Verantwortung und mit voller Leidenschaft unserer Berufung und unserem Auftrag nachgehen zu können. Hier kann man gemeinsam als Jägerschaft sehr stolz sein, diesen konsequenten Weg mit einer strengen Jagdprüfung zu gehen. Die Verantwortung, die allen Jungjägern mitgegeben wird, das ist eine wesentliche Information, die unter Nichtjäger gehört. Damit kommt der Landesrat zum Thema Öffentlichkeitsarbeit: Er ist davon überzeugt, dass es unumgänglich ist, mehr denn je, sich zu verständigen, als praktizierende Jäger, als Jägerschaft und als Jäger-

schaften in Österreich und über Staatsgrenzen in diese Richtung zu wirken, dass Nichtjäger verstehen, dass wir die Verantwortung der Nichtjäger übernehmen. Es geht hier um die jagdliche Bewirtschaftung, um den Erhalt von jagdlichem Brauchtum, Heimat, es geht um das Miteinander mit Land- und Forstwirtschaft mit voller Verantwortung und im positiven Miteinander. Wenn wir es nicht schaffen, in den einzelnen Landesjägerschaften untereinander mit einer Stimme zu sprechen, wenn es darum geht, Entwikklungen auf Europäischer Ebene entgegen zu treten, die uns alle entrechten wollen, wie sollen wir dann gegenüber der eigenen Bevölkerung noch erklären können, warum es notwendig ist, Jäger zu sein? Er glaubt, dass das auch ein sehr wesentlicher Zugang zur Themenstellung Jagd ist. Wir alle wissen, wieso wir Jäger sind und was wir in gewisser Verantwortung zu tun haben. Medien sollen aber auch die Möglichkeit haben, das zu transportieren und nicht da und dort, bei einem negativen Ereignis eine Schlagzeile produzieren, die dann auf die gesamte Jägerschaft abfärbt. Über so etwas wird dann berichtet, aber was wir Positives für unser Land als Jägerinnen und Jäger machen, darüber wird meist nicht berichtet. Das Verständnis und den Rückhalt im eigenen Land schafft man durch den Rückhalt in der Bevölkerung. Deshalb ist die

Öffentlichkeitsarbeit so notwendig. Es wird eine seiner Tätigkeiten sein müssen, das macht er mit Leidenschaft, ins Land hinaus zu fahren, um auch das Ohr draußen zu haben, nicht nur bei den Jägerinnen und Jägern, sondern generell bei der Bevölkerung. Aber mit speziellem Fokus auf Jagd und Naturnutzung um gemeinsam das Beste herausholen zu können. Unter Bezugnahme auf den Leitspruch „Für die Zukunft gerüstet“ meint der Landesrat, dass Jagd lebenslanges Lernen voraussetze. Angesichts der Versuche, „uns nach und nach und über Jahre hinweg in mehreren Etappen zu entrechten und uns die Jagd nach und nach zu entziehen“, hält er es für wichtig, nicht parteipolitisch aufgrund ideologischer Zugänge einen Keil in die Jagd treiben zu lassen. Hier gelte es quer durch alle Parteien zusammenzustehen und jede Möglichkeit zu nutzen, um als starke jagdliche Gemeinschaft aufzutreten, denn unserer Pflichten sind wir ja bewusst. Die derzeitige Entwicklung auf Europäischer Ebene geht in diese Richtung, dass man uns selbst unsere Pflichten verbieten will. Es kann bzw. darf nicht sein, wenn auf parlamentarischer Ebene immer wieder Anträge zur Unterstützung der Jägerschaft eingebracht wurden, jagdliche Tradition zu stützen und zu erhalten, Rechte abzusichern und dort dann, nur weil eine Partei, die es nicht einbringen darf,

Trico S (Streichmittel) und Trico (Spritzmittel) vorbeugender Schutz vor Winterwildverbiss, Fege- und Schälschäden TRICO S IST DAS EINZIGE STREICHPRODUKT GEGEN WINTERWILDVERBISS Die Aufwandmenge (abhängig von Einsatzgebiet, Baumart und -größe) beträgt ab 2 kg pro 1000 Pflanzen bei Terminaltriebbehandlung. Trico S – Pfl.Reg.Nr. 2936.

TRICO, DAS SPRITZMITTEL GEGEN WINTERWILDVERBISS Die Aufwandmenge beträgt je nach Pflanzengröße rund 4l pro

1000 Pflanzen. Trico – Pfl.Reg.Nr. 2787.

TRICO WIRD AUCH ALS FEGESCHUTZMITTEL an Laub- und Nadelhölzern eingesetzt. Die Aufwandmenge beträgt rund 6 bis 8l pro 1000 Pflanzen in Abhängigkeit von der Pflanzengröße.

VORBEUGUNG VON SCHÄLSCHÄDEN IN STANGENHÖLZERN MIT TRICO Die Ausbringung erfolgt mit

Rückenspritze und Kegelstrahldüse in Äserhöhe rund um den Stamm mit einer Arbeitshöhe von 1,5 bis 2 Meter. Die Aufwandmenge für Trico beträgt rund 10l für 80 bis 100 Stämme in Abhängigkeit vom Stammdurchmesser. Weitere Informationen unter

www.Kwizda-agro.at oder bei

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L A N D E S J Ä G E R TA G die anderen Parteien dagegen stimmen. Das ist der falsche Zugang einer Jagdpolitik. Jagdpolitik hat keine Jagdparteipolitik zu sein. Ihm kommt vor, dass die Grünen vergessen, welche Farbe die Jagd hat. Das würde er sich wünschen, wenn es darum geht, gemeinsam zusammen zu stehen und dieser Verantwortung nicht nur bis zur Reviergrenze nachzukommen, sondern jagdliche Verantwortung bis in die Politik hinein zu leben. Zur Jagdgesetznovelle meint der Landesrat, dass man sich die Zeit nehmen werde, um in aller Ruhe und Sachlichkeit in allen Dimensionen zu diskutieren und in voller Verantwortung in Umsetzung zu bringen. Als Jagdreferent lässt er nicht zu, dass mit Blick auf die Landwirtschaftskammerwahlen das Jagdrecht zum politischen Spielball im Land wird. Er glaubt, dass es wichtig ist, „dass man auch dadurch nichts vertut, wenn man ein Monat länger zuwartet und danach in vollkommener Sachlichkeit und ohne parteipolitisches Einwirken und Druck in Richtung Landesgesetzgebung, beschließen wird es der Kärntner Landtag, ein absolut praxistaugliches und optimales Jagdrecht für uns zu beschließen, ohne unnötige Einflüsse von außen“. Hinsichtlich des Aussetzens des Abschussendes zum 15. Dezember ist ihm die Situation in Oberkärnten bekannt und wird man den Weg gemeinsam beschreiten. Zum Rechnungshof (RH) meint der Landesrat, dass man sich keine grauen Haare wachsen lassen solle. Ein Rechnungshof wird immer etwas finden, was es zu verbessern gibt. Die Kärntner Jägerschaft macht gute, beinahe tadellose Arbeit. Die Empfehlungen haben gezeigt, dass es da und dort Verbesse-

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rungen geben kann, dem wird man nach Möglichkeit nachgehen. Wenn aber Persönlichkeiten hier Prüfungsergebnisse ausformulieren und gegenüber der Kärntner Jägerschaft kommunizieren, die von der Praxis her nicht umsetzbar sind, weil auch die nötige jagdliche Ausbildung der RH-Prüfer fehlt, wird das auch dorthin, d.h. gegenüber dem Rechnungshof, zu kommunizieren sein. Zum Fall der Ruhendstellung der Jagd auf Grund von Einzelinteressen, der in Richtung Höchstgerichtsbarkeit gegangen ist, ist er anderer Meinung: Wenn das Höchstgericht diesem Antragsteller Recht geben sollte, wird hier der Beliebigkeit zum Verbieten der Jagd Tür und Tor geöffnet, und auch da gilt es, rechtzeitig mit einer Stimme zu sprechen und die Meinungsbildner und Entscheidungsträger zu sensibilisieren, dass es zu keiner solchen Entscheidung kommt. Denn, was werden die Begründungen für den nächsten Grundeigentümer sein, um die Jagd und das Jagdrecht auszuschließen? Da besteht eine Gefahr für Jägerinnen und Jäger, wenn Argumente, wie in diesem Fall angeführt wurden, die seiner Meinung nach aber niemals eine Jagdausschließung rechtfertigen würden, Platz greifen würden. Zum Abschluss spricht der Jagdreferent – auch seitens Mag. Ragger – der Kärntner Jägerschaft für die bisherige Arbeit Dank aus und freut sich auf eine positive und gedeihliche Zusammenarbeit für die Zukunft.

ALLFÄLLIGES Die Gallionsfigur des Naturschutzgedankens in der Jagd, Dr. Anton Kranner (Ehrenmitglied), appelliert unter Umschreibung der

Kärntner Jäger

Lebensraumsituation von heute mit allen Entwicklungen für eine Zusammenarbeit zwischen Jägern und Bauern. Jagd müsse zeitgemäß weiterentwickelt und als ganzheitliches Naturerleben vermittelt werden. Im Hinblick auf die in Aussicht gestellte Novellierung des Jagdgesetzes appelliert er, dies nicht der Politik zu überlassen. HRL Hans-Holger Kollmann, Hegering Grades, meldet sich zum Thema Windkraft zu Wort und äußert – besonders gegenüber dem geplanten Windpark in Metnitz – massive Bedenken im Hinblick auf betroffene Auerwildpopulationen im Lichte der Verpflichtung der Jägerschaft zur Erhaltung der Artenvielfalt. Äußerst kritisch steht er auch einem befürwortenden Gutachten zu einer Windparkanlage in Metnitz gegenüber. Es gibt auch eine Bürgerinitiative dagegen. HRL Karl Kramer, Hegering Reichenau, betont in seiner Wortmeldung die Bedeutung der guten Kooperation zwischen Jägern und Bauern vor Ort. Er hält fest, dass eine Anpassung des Geschlechterverhältnisses nicht über eine Aufhege der Geweihträger sondern ausschließlich über die Reduktion des Kahlwildes erfolgen kann. Darüber hinaus regt er an, den Kälber-Status von 30. April auf den 31. Mai zu verlängern.

EHRUNGEN Verdienstabzeichen in Gold BJM Ewald Pertl, Feldkirchen,

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LFD DI Gerolf Baumgartner, BJM Ewald Pertl und HRL Gerald Eberl konnten sich über Ehrungen freuen.

wurde für seine langjährigen Verdienste in der Kärntner Jägerschaft ausgezeichnet. Seit 1999 leitet er als Bezirksjägermeister den vielschichtigen und wildreichen Jagdbezirk Feldkirchen. Seit 2014 sitzt er auch als Vertreter der Bezirksjägermeister im Landesvorstand der Kärntner Jägerschaft. Die Ehrung von LFD DI Gerolf Baumgartner begleitete der Landesjägermeister mit den Worten ein, dass er nicht wisse, ob es viele Bundesländer gibt, wo man laut und deutlich sagen kann, ein Landesforstdirektor hat auch für die Jagd sehr viel getan. DI Baumgartner sitzt seit 2004 im Landesausschuss der Kärntner Jägerschaft und erhebt nicht nur am Landesjä-

gertag seine mahnende Stimme, sondern durchaus auch mit objektiver Bewertung vor Ort, wo er uns Jägern den Weg solchermaßen aufzeigt, dass wir am Ende nicht vorbeigehen können.

für die Jagd, vor allem für die Jugend, aber auch für das Schloss Mageregg: Hegeringleiter, Vorsitzender des Fachausschusses für Raubwild sowie Wildparkverwalter, Gerald Eberl.

Wildmeister h.c. Diesen ganz besonderen Titel verlieh die Kärntner Jägerschaft einem Hegeringleiter, der das Verdienstabzeichen in Bronze und Silber bereits sein Eigen nennen darf und für ein Goldenes noch zu jung ist. Ein solcher Titel wurde in der Kärntner Jägerschaft noch nie verliehen, er wurde aber auch nicht frei erfunden, so der Landesjägermeister, sondern wird Kraft seiner Funktion einem Mann verliehen, den jeder kennt, der so viel getan hat und so viel tut

WEIDMANNSDANK

„Damenteam“ – GF Mag. Burgstaller-Gradenegger (Mitte) mit BGS-Sekretärin Raspotnig, LGSSekretärin Wallner, BGS-Sekretärin Piwonka, Assistentin Schönhart, BGS-Sekretärin Maier, BGSSekretärin/LGS-Buchhaltung Ukowitz (v.l.n.r.)

◆ BJM ÖR Dietmar Egger ◆ BJM-Stv. Georg Helmigk ◆ den Hegeringleitern Eberl, Horn, Mak, Schiemann, Ing. Velikogne, HRL-Stv. Sereinig ◆ BGS-Sekretärin Ruth Ukowitz ◆ Chor der Kärntner Jägerschaft und der Jagdhornbläsergruppe Waidmannsklang GrafensteinPoggersdorf ◆ Frau Klaudia Weißnegger mit ihrem Team für die wunderschöne Saal- und Blumengestaltung ◆ HRL Reautschnig für die Herstellung der handgefertigten Anstecker ◆ Florian Buschenreiter, Kärnten aktiv Catering und Veranstaltungsges.m.b.H, mit Team für die gute Bewirtung ◆ den Kärntner Messen Klagenfurt – Klagenfurter Messe Betriebsges.m.b.H. unter Geschäftsführer Ing. Erich Hallegger für die großzügige Unterstützung und dem Messeteam für seinen großartigen Einsatz ◆ allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landes- und Bezirksgeschäftsstellen ◆ sowie allen Helferinnen und Helfern, welche zum guten Gelingen dieses Landesjägertages beigetragen haben Mag. Freydis BurgstallerGradenegger Angelika Schönhart


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Zeugnisverleihung in Mageregg Am 24. Juni 2016 wurden den Jagdschutzorganen und Jungjägern ihre Zeugnisse in einem feierlichen Rahmen im Schlosspark des Jägerhofes Mageregg überreicht.

PRÜFUNGSZEUGNISSE FÜR JAGDAUFSEHER Bei strahlendem Sonnenschein fand die Zeugnisverleihung für die Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher statt. Für die musikalische Umrahmung sorgten die JHBG Bärental und der Chor der Kärntner Jägerschaft. LJM DI Dr. Ferdinand

Gorton begrüßte zur „Jagdakademischen Feier“, wie er es nannte, 27 erfolgreiche Prüfungsabsolventen. Unter launiger Bezugnahme auf das wunderbare Ambiente im Park und die Außentemperatur meinte er, dass es schon „in Richtung Rehbrunft“ gehe und begrüßte ganz besonders herzlich den neuen Jagdreferenten LR Mag. Darmann. Die stolzen Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher hätten sowohl eine schwere Ausbildung als auch eine strenge Prüfung vor der Prüfungskommission hinter sich gebracht. Der Landesjägermeister wünschte

Die glücklichen Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher mit LJM DI Dr. Gorton, Prüfungskommisär Rössler, Prüfungskommissionsvorsitzende-Stv. Mag. Burgstaller-Gradenegger, Prüfungskommisär Pokorny, Prüfungskommissionsvorsitzende MMag. Scherling, LR Jagdreferent Mag. Darmann und KJAV-Obmann Wadl (1. Reihe v.r.n.l.), von r.n.l. stehend: Kursleiter Furian mit Stellvertreter Pirker und LJM-Stv. Monz. Fotos: fredy-b

sich von den Jagdaufsehern eine Verbundenheit mit Mageregg in der Bewältigung der europaweiten Umwälzungen und mit Blick auf die kritische Betrachtung der Jagd durch die Gesellschaft. Angesichts des gesellschaftspolitischen Paradigmenwechsels und des erstarkenden militanten Tierschutzes werden auch die Aufgaben für die Jagdschutzorgane immer herausfordernder, so der Landesjägermeister. Mit Blick auf den neuen Landesrat wünschte sich der Landesjägermeister Ruhe und Zeit für kommende Besprechungen und merkte dazu an, dass manches, was wildbiologisch in Ordnung ist, jagdpolitisch oft schwer zu vermitteln ist.

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Berichte Berichte

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Mit Blick auf den Landesobmann des KJAV meinte LJM DI Dr. Gorton, dass er sich über einen starken Verband mit Vorschlägen freue. LR Mag. Darmann begrüßte in seiner ersten offiziellen Ansprache in der Funktion als Jagdreferent die frischgebackenen Jagdaufseher mit einem kräftigen Weidmannsheil. Er dankte ihnen für die absolvierte Ausbildungszeit, die sie auf sich genommen haben und für die Leidenschaft zur Jagd sowie überhaupt für die Bereitschaft zur Übernahme von besonderer Verantwortung. Er selbst hat mit 16 die Jagdprüfung absolviert und freut sich nun darauf die Jagd vertreten zu können. Der Jagdaufseher trägt viel Verantwortung und nimmt als verlängerter Arm der Behörde Vorbildfunktion ein, wobei der Landesrat lebenslange Fortbildung als wichtig erachtet. Viel erfahren zu haben bedeute noch nicht ERFAHRUNG zu haben. Nur aus Fehlern gewinne man Erfahrungen. Für die Kursleitung sprach Erich Furian und dankte den Absolventen und insbesondere den

Angehörigen, die von Jänner bis April auf die frischgebackenen Jagdaufseher verzichten mussten. Furian dankte seinem Stellvertreter Pirker, allen Vortragenden und der Prüfungskommission. Er bedankte sich aber auch bei Gastronom Mlakar, der vorbildlich für das leibliche Wohl der Kurskandidaten gesorgt hatte. Verabschiedet wurden die Kursvortragenden Ewald Hanser, der viele Jahre den künftigen Jagdaufsehern das Jagdhundewesen näherbrachte, aber auch Ferdinand Pirmann (Beizjagd), Franz Wutte (für die unschätzbare Materialsammlung) und Kurt Schwager, der schon zu einer Zeit, als es noch überhaupt kein Thema war, das „Wildbret“ in den Mittelpunkt stellte. Auch der Obmann des Jagdaufseherverbandes, Bernhard Wadl, beglückwünschte die Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher und freute sich, dass diese auch zu 100% dem Jagdaufseherverband beigetreten sind. Mit Bezug auf die Möglichkeit zu Festnahmen, den

Zufriedene Jungjägerinnen und Jungjäger aus dem Jagdbezirk Spittal.

Auch der Jagdbezirk St. Veit erhielt reichlich Jungjägerinnen- und Jungjägerzuwachs.

Tatbestand des Widerstandes gegen die Staatsgewalt aber auch der mit der Funktion verknüpften Möglichkeit des Missbrauchs der Amtsgewalt verwies er auf die Kernaufgabe des Jagdaufsehers, nicht mit der Waffe, auch nicht mit den Paragraphen, sondern über das Gespräch zu agieren. Mit der Einladung im KJAV auch Funktionen zu übernehmen und dem Hinweis, dass Jagd und Wildschutz mehr als eine Verpflichtung seien, schloss auch er seine Grußworte.

PRÜFUNGSZEUGNISSE FÜR JUNGJÄGER Unter Einbegleitung des Gesanges des Chores der Kärntner Jägerschaft und dem Hörnerklang der JHBG Wieting hieß LJM DI Dr. Ferdinand Gorton die frischgebackenen Jungjägerinnen und Jungjäger im Jägerhof Schloss Mageregg herzlich willkommen. Bei herrlichem Wetter füllten nicht nur zahlreiche Jungjäger, sondern auch deren Freunde und Verwandte sowie Bezirksjägermeister, Mitglieder des Landesvorstandes, Landesausschusses, der Prüfungskommission und allem voran der frischgekürte Landesrat Jagdreferent Mag. Darmann den Park in Mageregg. Von 281 angemeldeten Personen sind 224 zur Jungjägerprüfung angetreten und haben in Summe 191 Kandidatinnen und Kandidaten die Prüfung erfolgreich bestanden. Dass die Jagd auch zunehmend weiblich wird, zeigt der hohe Frauenanteil von über 30%. LJM DI Dr. Ferdinand Gorton überreichte gemeinsam mit seinem Stellvertreter Sepp Monz, LR Mag. Gernot Darmann und dem jeweiligen Bezirksjägermeister die Zeugnisse an die Jungjägerinnen und Jungjäger. Der Landesjägermeister bekundete großen Respekt für die Jungjäger und deren zukünftig zu erbringende Leistung, die auch darin besteht, sich mit jenen Personenkreisen der kritischen Gesellschaft auseinanderzusetzen, welche mit der Jagd „nichts am Hut haben“. Die hervorragende Ausbildung sollte gewährleisten, dass man auch mit der geänderten Situation zurande


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LR Jagdreferent Mag. Darmann, LJM DI Dr. Gorton und LJM-Stv. Monz beglückwünschten die Jungjäger.

kommt: Der Lebensraum des Wildes hat sich geändert und in diesem sind immer mehr Menschen anzutreffen. Der Wald ist zwar das „Wohnzimmer der Wildtiere“, dorthin kommen allerdings immer mehr Menschen auf Besuch. Die Väter und Großväter waren es noch anders gewohnt. Mit dieser Situation, dem Drang der Menschen ins Freie und in die Natur, müssten die Jäger angesichts enorm gestiegener Wildschäden umzugehen wissen, so der Landesjägermeister. Zu hohe Wildschäden, zu hohe Wildstände, aber auch die Beunruhigung (nicht zuletzt auch durch uns Jäger selbst) und eine immer kritischere Bevölkerung machen es erforderlich, der Bevölkerung verständlich zu machen, dass Problemlösungen unabdingbar mit der Jagd verbunden sind und die Jagd einen wichtigen Beitrag leistet. Die Generation, die heute mit der Jagd beginnt, hat eine schwierige Aufgabe. Der Landesjägermeister zeigte sich aber überzeugt, dass die 191 Jungjägerinnen und Jungjäger für diese Aufgabe bestens gerüstet sind. Mitglied der Kärntner Jägerschaft zu sein bedeute Freude an der Jagd in der Freizeit zu haben. In Verbindung mit der Verantwortung mache sie die Jagd im 21. Jahrhundert aus. LJM DI Dr. Gorton lud herzlich dazu ein, künftig nach Mageregg zu kommen, die herrliche Gastronomie zu genießen und wies darauf hin, dass jeder Jäger/jede Jägerin 10m2-Eigentümer des Wildparks im Schloss Mageregg sei. Die Zahl der jungen Jäger nimmt zu,

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Auch im Jagdbezirk Klagenfurt erhielten zahlreiche Jungjägerinnen und Jungjäger ihr Prüfungszeugnis.

was den Landesjägermeister Hoffnung schöpfen lässt, unter diesen auch Funktionäre für die Zukunft zu haben. Der „frischgebackene“ Landesrat und Jagdreferent Mag. Darmann skizzierte in seinen Grußworten kurz seinen eigenen jagdlichen Werdegang und verlieh seiner Freude Ausdruck, quasi als ersten Akt als neuer Landesrat für Jagdwesen an dem so wichtigen Tag für viele Jägerinnen und Jäger Teil haben zu dürfen. Er fühlt sich an den Tag zurück versetzt, an dem er selbst in Mageregg das Jagdprüfungszeugnis in Empfang nehmen durfte. Jagd setze lebenslanges Lernen voraus,

umfassendes Lernen findet aber auch durch den unmittelbaren Naturbezug statt. Vom Ansprechen des Wildes, über die Aufregung, letztendlich aber auch die jagdliche Berufung, dies alles ist mit hoher Verantwortung verbunden, so der neue Jagdreferent. Seitens des Landes Kärnten dankte er für die Zeit der Vorbereitung, wies aber darauf hin, dass die „Prüfung durch die Natur“ noch bevorstehe. Der Landesrat dankte auch allen Verwandten, Ausbildnern und den Prüferinnen und Prüfern für die Einschätzung der Wissenssituation und sprach seine herzlichen Glückwünsche aus. B-G


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Fotos: fredy-b, B-G

„Tag der Volkskultur“ Am 5. Juni lud das Land Kärnten zum Tag der Kärntner Volkskultur ins Freilichtmuseum nach Maria Saal. Unter dem Motto „Zipfelstrümpf und Hadnsterz“ wurde bei herrlichem Wetter, das fast bis zum Ende der Veranstaltung aushielt, Unterhaltung für die gesamte Familie geboten. Über 2000 Besucher konnten aus einem vielseitigen Angebot rund um Tradition, Brauchtum und Volkskultur wählen. Neben Volksmusik, Tanz und Gesang gab es auch eine Trachtenbörse, einen Kräutergarten, ein eigenes Kinderprogramm sowie eine

Hochzeitspräsentation nach altem Brauch. Erstmals war die Kärntner Jägerschaft zur Mitwirkung eingeladen und konnte sich auf ihrem weitläufigen Standplatz über den Besuch zahlreicher Gäste und Ehrengäste freuen. Das bunt zusammengestellte Nachmittagsprogramm reichte von einer Jagdhundepräsentation über das Angebot heimischer Wildspezialitäten durch die örtliche Jagdgesellschaft Maria Saal über Informationen zur Falknerei samt ausgestellten Präparaten bis hin zu einem eigenen Stand, der Produkte

aus der jagdlichen Ernte präsentierte: kleine Kunstwerke aus Bälgen, Hirschhorn und Krickeln, wärmende Kleidungsstücke und dekorativer Schmuck. Musikalisch auf höchstem Niveau umrahmt wurde die Präsentation der Kärntner Jägerschaft von der JHBG Bärental. Ein eigens organisierter Schießstand erfreute sich großen Interesses, auch durch Nichtjägerinnen und Nichtjäger. Ein großes Dankeschön allen Mitwirkenden, stellvertretend für alle an Gerald Eberl, der sich für die Organisation vor Ort verantwortlich zeichnete. B-G


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40 Jahre Hegegemeinschaft Saualm Seit Jahrhunderten zieht das Rotwild auf der Saualm seine Fährte und hat in all den Zeiten Höhen und Tiefen miterlebt. Weitblickende Jäger und Jägerschaftsfunktionäre erkannten, dass nur eine großräumige, revierübergreifende Rotwildbewirtschaftung erfolgreich ist und gründeten die Hegegemeinschaft (HG) Saualm. Am 4. Juni luden die Familien Neuper zum 40. Breitriegeltreffen auf die Saualm ein. Das Treffen begann mit der Einweihung des renovierten Bildstockes auf der Wolfstratte (1.400m Seehöhe), unmittelbar an der Bezirksgrenze St. Veit a. d. Glan/Völkermarkt gelegen. Danach fand beim Jagdhaus Jauernig das eigentliche Breitriegeltreffen mit der Abwurfstangenschau statt. Der Obmann der HG Saualm, DI Neuper, begrüßte die vielen Ehrengäste, Hegeringleiter, Jagdausübungsberechtigten und Jäger, besonders BJM ÖR Drescher, BJM Ing. Koschuttnigg, BJM-Stv. Kogler und den Bürgermeister von Eberstein, Andreas Grabuschnig. Dann hielt er einen kurzen Rückblick über 40 Jahre HG Saualm. Sie wurde 1993 satzungsgemäß gegründet und umfasst den südwestlichen Teil der Saualm in den Gemeinden Eberstein und Klein St. Paul, von der Görtschitz bis zum Saualmhauptkamm. Bereits 15 Jahre vorher bestand eine lose Hegegemeinschaft mit dem Schwerpunkt Abschusspla-

nung. Heute umfasst die HG Saualm 6 Gemeindejagd- und 4 Eigenjagdreviere im Ausmaß von 8.382ha. Seit 35 Jahren gibt es genaue Aufzeichnungen über Planung und Abschuss. In diesem Zeitraum wurden 1.557 Hirsche (29%), 2.086 Tiere (38%) und 1.816 Kälber (33%) erlegt. Von den 1.557 Hirschen wurden 9% in der Ier-Klasse und 10% in der IIer-Klasse (der Großteil zwischen 7-9 Jahre) entnommen. Damit war jeder 5. erlegte Hirsch ein Hirsch der Klasse I oder II. Jetzt befindet man sich in einer Reduktionsphase und man ist den Empfehlungen der Abschussrichtlinien der Kärntner Jägerschaft von 20:40:40 sehr nahe. Abschließend dankte DI Neuper der Kärntner Jägerschaft für die Beistellung von DI Markus Wedenig, der im Rahmen eines Projektes den Reduktionsabschuss auf der Saualm begleitet, und allen Jagdausübungsberechtigten und Jägern für die jagdliche Kameradschaft und die gute Zusammenarbeit. Die aufgelegte Abwurfstangenschau kommentierte Erich Neuper und sagte, dass die Qualität der Hirsche seit der Gründung zugenommen und die Altersstruktur sich wesentlich verbessert hat. Durch neue Jagdmethoden wird das Rotwild professioneller bejagt. Besonders würdigte er die gute Kommunikation innerhalb der HG. Auf die Wildstände, Fütterung

und Fütterungskosten aus der Sicht des Forstgutes Eberstein ging Frau DI Fürst näher ein. Durch bekannte und unbekannte Ursachen hat sich seit 1997 vermehrt Rotwild bei den Fütterungen eingestellt, erhöhte Fütterungskosten und Wildschäden waren die Folge. Man ist dabei, mit Wildbiologen ein Fütterungskonzept auszuarbeiten. Angestrebt wird eine Raufuttervorlage, allenfalls eine Saftfuttervorlage ab dem 1. März. Man ringt noch um eine Lösung, bei der Wald, Wild und Fütterungskosten in Einklang stehen. Viel Beachtung fand ein von Frau DI Fürst präsentiertes Plakat, der Fotodokumentation über 40 Jahre Hegegemeinschaft Saualm. Zum Abschluss sprachen BJM ÖR Drescher, BJM Ing. Koschuttnigg und der Ebersteiner Bürgermeister, Grabuschnig, Grußworte. Sie dankten den Funktionären, Jagdausübungsberechtigten und Jägern für die gute Zusammenarbeit mit der Kärntner Jägerschaft und der Gemeinde. Mit der HG ist man bei der Rotwildbewirtschaftung auf der Saualm am richtigen Weg. Mit dem Beschuss der Ehrenscheibe und einem gemütlichen Beisammensein, bei dem jagdliche Erlebnisse und Erinnerungen aufgefrischt wurden, endete das 40. Breitriegeltreffen. Die JHBG Hornburg/Eberstein umrahmte die Jubiläumsfeier musikalisch. Walter Kulterer


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Jubiläumskonzert 10 Jahre „Hörnerklang Alpe Adria“ Mitglieder des Kanaltaler Kulturvereines in Kärnten haben vor 10 Jahren das Ensemble „Hörnerklang Alpe Adria“ gegründet. Der musikalische Leiter der Gruppe „Hörnerklang Alpe Adria“, Hans Peter Stinnig, und sein Ensemble gingen von Anfang an neue Wege. Erstmals und einmalig für diese in Kärnten nur von 2 Gruppen gespielte historische Form des Parforcehornes (Barockhorn) in EsStimmung wurde nun – anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Gruppe – ein Konzert ausgeschrieben. In der Vorbereitungsphase musste sehr intensiv auf die Eigenheit des Hornes für ein Konzert eingegangen werden. Damit aber nicht genug, setzte man sich zusätzliche Ziele und die Nutzung des Es-Hornes in Kombination mit Chören, Volksmusik und schlussendlich mit einem speziell adaptierten Alphorn in Es-Stimmung wurden angedacht, komponiert und realisiert. Karl Heinz Moschitz – als Spre-

cher der einladenden Gruppe „Hörnerklang Alpe Adria“ – konnte zu dem Jubiläumskonzert zahlreiche hochkarätige Ehrengäste sowie fast 300 Besucher begrüßen. Begonnen wurde das Konzert im historischen Aufbau mit Stücken aus der klassischen französischen Parforce-Jagd, übergehend in die durchaus internationalen Präsentationen des Chores der Singgemeinschaft Nockklang unter der Leitung von Brigitte Böhme, durchwachsen mit musikalischen Leckerbissen der Volksmusikgruppe Wörtherseeklang unter der Führung von Harald Golob, um dann mit weichen Hornklängen, wie dem Waldmärchen von Johann Haiden und der Waldidylle von Hans Peter Stinnig, und dem Jägerchor von Carl Maria von Weber in die Pause zu gehen. Während der Pause tat sich Sonderbares. Große ungelenke Hörner von fast vier Metern Länge wurden auf der Bühne und dem

25 Jahre Jagdmusik Villach Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums fand in Villach ein großes Fest statt, zu dem sich JHBG aus dem In- und Ausland einfanden. Am Vortag des Festes gab es am Hauptplatz in Villach ein Gemeinschaftskonzert mit dem „Jagdhornbläsercorps-Bamberg“ aus Deutschland. Anschließend erfolgte ein gemeinsamer Ausflug auf die Gams-Plattform auf

den Dobratsch. Am Sonntag, dem 22. Mai 2016 fand dann der große Festakt mit Festmesse, Ansprachen, einem Gemeinschaftskonzert sowie Schaublasen der teilgenommenen Gruppen statt. Allen ein herzliches Dankeschön, auch der jägerlichen sowie politischen Abordnung. J. Stöffler

Vorplatz zur Bühne positioniert, um dann das Pausenende mit markigen Klängen der nun vorgestellten Alphörner abzurufen. Der landauf und landab bekannte und beliebte Moderator des Abends, Hans Mosser, stellte die Alphörner und insbesondere die Musiker dem begeisterten Publikum vor. Der weitere Abend wurde von den Gruppen „Hörnerklang Alpe Adria“, der Singgemeinschaft Nockklang und derem Männerdoppelquartett sowie den Alphörnern gestaltet, die in verschiedensten Arrangements gemeinsam und alleine auftraten. Das Ensemble „Hörnerklang Alpe Adria“ dankt für die Unterstützung der Initiative durch die zum Teil auch als Ehrengäste anwesenden Förderer und Gönner. Ganz besonderer Dank gilt noch einmal Hans Peter Stinnig und den Akteuren sowie allen, die das Konzert besuchten und zu einem unvergesslichen Abend werden ließen. Ursula und Karl Heinz Moschitz

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AUS DER JAGDLICHEN PRAXIS

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Ankauf eines Rehkitzsuchgerätes und Verleih durch die Großkirchheimer Jägerschaft Mit Unterstützung der Gemeinde Großkirchheim, der Kärntner Jägerschaft und der Großkirchheimer Jägerschaft wurde im Hegering Großkirchheim ein Rehkitzsuchgerät angeschafft.

Aus deren jagdlicxhis Pra

Während der Mähsaison sterben jedes Jahr viele Rehkitze auf sehr tragische Weise. Rehkitze werden häufig durch die Rehgeiß im hohen Gras gesetzt, weil sie dort Schutz vor Raubwild haben und sich verstecken können. Die Kitzsuche vor der Mahd gestaltet sich ohne Hilfsmittel sehr schwierig. Die Suche der frisch gesetzten Rehkitze im hohen Gras ist fast unmöglich, und sie mit einem Hund aufzustöbern nicht durchführbar, da sie zu ihrem Schutz geruchlos sind, um von Raubtieren nicht wahrgenommen und gewittert zu werden. Deshalb ist es sehr schwierig, die Rehkitze vor dem Mähen zu finden und zu retten. Die Großkirchheimer Jäger wollen mit dem Rehkitzsuchgerät in Zukunft ein grausames Rehkitzsterben vermeiden und ein sicheres Mähen ermöglichen. Das Rehkitzsuchgerät ist mit 6 Infrarotsensoren ausgestattet, reagiert auf Wärmepunkte (Rehkitze) und erfasst beim Durchsuchen eine Breite von 6m. Gelagert wird dieses Gerät im Gemeindebauhof, wo es jederzeit ausgeborgt werden kann. Für Fragen,

Von links nach rechts: Bürgermeister Peter Suntinger, Siegmund Zwatz, Josef Fleissner-Rieger, HRL Michael Pernsteiner, Patricia Khan mit Rehkitz.

Auskünfte und Mithilfe stehen ortsansässige Jäger zur Verfügung. HRL Pernsteiner konnte auch den Hegering Flattach überzeugen und so wurde für diesen Hegering ein weiteres Rehkitzsuchgerät angeschafft. Zusätzlich stellte er eine Kleintiertransportbox zur Verfügung, damit die gefundenen Rehkitze während der Mäharbeiten sicher aufbewahrt werden können. Nach abgeschlossenen Mäharbeiten werden die Rehkitze dann wieder freigelassen und können so unversehrt ihre Geiß aufsuchen.

DIE ERSTEN EINSÄTZE: Das Rehkitzsuchgerät wurde von einigen Grundeigentümern sehr gut angenommen und wird diese Maßnahme von vielen befürwortet. Der

Vorteil liegt auch darin, dass dieses Gerät in den steilen Hanglagen einsetzbar ist und verwendet werden kann. Im Hegering Großkirchheim wurde 2016 das erste Rehkitz in der Ortschaft Ranach gefunden – wie auf dem Bild ersichtlich. Auch der Bürgermeister konnte von diesem Projekt überzeugt werden und er sicherte eine Spende von € 500,– zu. Dank ergeht an die Kärntner Jägerschaft für die gute Zusammenarbeit und für die freundliche Unterstützung des Projektes „Rettet das Rehkitz“. Es ist ein besonderes Anliegen, mit dieser Maßnahme auch einen Teil zur Öffentlichkeitsarbeit beizutragen. HRL Pernsteiner Michael

Der direkte Draht zur Kärntner Jägerschaft 9020 Klagenfurt am Wörthersee | Mageregger Straße 175 Landesgeschäftsstelle | Telefon 0463/5114 69-0 | Fax 0463/5114 69-20 | office@kaerntner-jaegerschaft.at | www.kaerntner-jaegerschaft.at Landesjägermeister DI Dr. Ferdinand Gorton GF Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger Verena Gaber Otto Kornprat Mag. Gerald Muralt Angelika Schönhart Katharina Rohner, Bakk. Ruth Ukowitz Elisabeth Wallner Birgit Wascher

(DW 10) (DW 16) (DW 12) (DW 11) (DW 18) (DW 13) (DW 17) (DW 14) (DW 23) (DW 26)

Redaktion »Der Kärntner Jäger« Redaktionsmitarbeiterin: Angelika Schönhart

Telefon 0463/5114 69-13 redaktion@kaerntner-jaegerschaft.at

Anzeigenannahme: Otto Kornprat

Telefon 0463/5114 69-11 otto.kornprat@kaerntner-jaegerschaft.at

Restaurant Schloss Mageregg

Telefon 0463/5444 4

Wildpark (Verwaltung)

Gerald Eberl, Telefon 0463/5114 69-0 gerald.eberl@kaerntner-jaegerschaft.at


AUS DEM JAGDREVIER

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Frühpirsch Dass man derzeit in Villach als Jäger sogar auf Bären gefasst sein darf, ist bekannt, aber Blechvögel mitten im Revier? Da staunten Jagdhund Juli und ihr Hundeführer Peter Kusstatscher, als bei der Frühpirsch am Fellacher Feld bei Villach nicht der Maibock vor ihnen stand, sondern ein notgelandeter Segelflieger. Glück im Unglück hatte offenbar der Bruchpilot, der sein Luftfahrtgerät unverletzt mitten im Jagdgebiet der Fellacher Jäger landen konnte. Dipl.-Ing. Peter Kusstatscher

Außergewöhnliches Weidmannsheil Vor Kurzem erlegte Herr Gerhard Katschnig beim Ansitz auf Rehe im Gemeindejagdgebiet Ruden-Lisnaberg einen Fuchs, der ein wenige Wochen altes starkes Rehkitz im Fang hatte.

Markierter B-Bock bei Völkermarkt – wer weiß was? Anfang Mai erlag in der Gemeindejagd Völkermarkt im unmittelbaren Stadtbereich beim ÖAMTC Stützpunkt von Völkermarkt ein Bock der Klasse B dem Straßenverkehr. Der Jahrlingsbock war gut entwickelt und im linken Lauscher mit einer blauen Ohrmarke mit der Nummer 110 markiert. Dieses Stück wurde weder in der Gemeindejagd noch in den unmittelbar angrenzenden Jagden markiert. Die Jagdgesellschaft würde sich freuen, zu erfahren, wer und vor allem wo das Stück markiert wurde. Rückmeldungen dazu nimmt die Kärntner Jägerschaft unter 0463/5114 69-18 entgegen.

Seltener Anblick Am 16. Juni 2016 hatte Aufsichtsjäger Josef Eggarter jun. beim Pirschgang im Jagdrevier Forstgut Amberg im Hegering Weißenstein-Fresach-Ferndorf einen außergewöhnlich seltenen Anblick. Josef Eggarter jun.


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Kindgerechte Aufbereitung des in MINI-MAX


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Kärntner Jäger

Der Jäger als Jagdpädagoge Auerwild Auf 24 Seiten wird die edle und interessante Wildart, das Auerwild, vorgestellt. Im Zeitablauf eines Jahres wird dem Auerwild gefolgt und viel Wissenswertes über Ansprüche an den Lebensraum, Ernährung, Federkleid, Balz, Brutgeschehen usw. berichtet.

Kleine Entdeckungsreise – Mit dem Jäger Eduard im Revier unterwegs Auf spielerische Weise können Kinder Interessantes und Wissenswertes über den Lebensraum und die Lebensgewohnheiten unserer heimischen Wildtiere und deren Facettenreichtum erforschen. Gemeinsam mit Jäger Eduard kann entdeckt, geforscht, gezeichnet und gebastelt werden. Alle drei Broschüren sind kostenlos in der Landesgeschäftsstelle sowie in den Bezirksgeschäftsstellen der Kärntner Jägerschaft erhältlich.

Der Jagdrucksack vollgepackt mit Anschauungsmaterial und unterschiedlichsten Hilfsmitteln wird über die BGS verliehen.

Eine Reise in die Welt der Jäger Die Erhaltung und Erzielung eines artenreichen und gesunden Wildstandes ist Auftrag an die Kärntner Jägerschaft – nur im gemeinsamen Miteinander mit allen Freunden und Nutzern der Natur kann dieser Auftrag auch erfolgreich von uns umgesetzt werden. Mithilfe dieser Broschüre soll Bewusstseinsbildung für das Vorhandensein von Wildtieren in den Wild-Lebensräumen Kärntens geschaffen werden.

Gesunde Gemeinde – Kinder und Natur Eine weitere Idee wurde ausgeführt! FASZINIEREND – HOTEL FÜR FLEISSIGE HELFER Im Rahmen der Aktion „Gesunde Gemeinde Micheldorf“ wurde mit den Kindern der 3. und 4. Klasse der Volksschule Micheldorf wieder ein neues Projekt durchgeführt. Viele unserer heimischen Nützlinge finden immer weniger natürlichen Unterschlupf. Zu „gut“ werden viele Gärten heute aufgeräumt, zu viele Rasenflächen und zu wenig geeignete Blütenpflanzen machen den nützlichen Insekten (Marienkäfern, Mauerbienen, Grabwespen, Schmetterlinge, Wildbienen und Florfliegen) das Leben schwer. Unter Anleitung des Naturfreundes und Jägers Alfred Leschanz wurde mit Frau Dir. Rhomberg und Werkslehrerin Frau Pagitz ein 5-Sterne-Hotel für die kleinen Nützlinge gebaut. Wiederum arbeiteten die Kinder mit großem Eifer

und Interesse an der Fertigstellung des Insektenhotels. Schleifen, Bohren, Schrauben und Sammeln von entsprechendem Einrichtungs- und Nistmaterial wie z.B. Zapfen, Schilf, Totholz usw. stand an der Tagesordnung. Emsig werkten die Kinder in den Bastelstunden von Frühling bis Anfang des Sommers, um ein einzigartiges und wunderschönes Bauwerk zu fertigen. Bei der Überführung des Insektenhotels in den heimatlichen Garten bekamen die Kinder ein Informationsblatt für ihr Nützlingshotel und den kleinen „Krabblern“ mit nach Hause. Sicher werden die Nützlinge bald Einzug halten, sich wohlfühlen und in Ruhe für Nachkommen sorgen oder eine Überwinterung vornehmen. Das hilft uns Menschen sowie der Natur gleichermaßen. Die „Hotelgäste“ werden sich dafür mit der Vertilgung und

Reduzierung der Gartenschädlinge bedanken. Die Begeisterung der Kinder ermuntert den Ideengeber, sich für ein weiteres Projekt mit der Volksschule zur Verfügung zu stellen. Danke auch allen Sponsoren! A. Leschanz

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Wald-Wild-Wissen in der Watschiger Ein Bericht über den Ablauf eines Vormittages Bereits zum fünften Mal konnten beim Hermagorer Projekt WaldWild-Wissen über 150 Schüler der Volksschulen Kötschach-Mauthen, Dellach i.G. und Egg begrüßt werden. Die Veranstaltung unter dem Dach der Wald-Wild-SchuleProjekte fand heuer von 27. Juni bis 1. Juli in der Watschiger Kes’n statt. Zu Beginn wurden die Kinder und Lehrer begrüßt und erhielten eine Eintrittskarte für den Wald. Dann wurde das Verhalten im „Wohnzimmer Natur“ besprochen. Die Kinder teilten sich in zwei

Gruppen auf. Eine Gruppe war mit Jäger Harald unterwegs. Dieser erklärte anhand eines Dioramas die heimischen und nicht heimischen Wildtiere. Auch der Rucksack der Kärntner Jägerschaft war wieder im Einsatz. Die Entwicklung desGeweihes bzw. der Krucken von Reh-, Rot- und Gamswild wurden den Kleinen nähergebracht. Anschließend pirschten die Kinder zum Hochsitz, wo sie mit einem Fernglas die Präparate in der Umgebung suchen konnten – was für große Begeisterung sorgte. Die zweite Gruppe begann mit

dem „Sitzkreis“ im Wald. Um diesen zu erreichen, mussten sie über den Eichhörnchenstamm balancieren. Beim Sitzkreis angekommen, wurde das Niederwild, dessen Lebensräume, die Äsung und die Aufgaben des Jägers im Jahr des Niederwildes besprochen. Danach gab es eine Partneraufgabe, bei der ein Kind, dessen Augen verbunden waren, der Fuchs war. Ein zweites Kind spielte die Schnurrbarthaare des Fuchses. Die Schnurrbarthaare führten den Fuchs zum Fuchsbau und wieder retour. Anschließend hatten die Kinder


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Kes’n unverändert aktuell die Aufgabe, einen Baum aus Rinde und Moos zu bauen. Nachdem diese Kunstwerke fertiggestellt waren, gab es noch ein weiteres Spiel mit Waldschätzen. Nach dem Gruppenwechsel trafen sich dann alle wieder in der Kes’n, wo es noch einen Film über einen Bären auf der Egger Alm zu sehen gab. Zum Abschluss erhielt jedes Kind ein Sackerl mit einem Sticker, einer Bärenbroschüre, einem Niederwildinfoblatt, einer „Kleinen Entdeckungsreise“, einem Büchlein der Kärntner Jägerschaft über die Wildtiere Kärntens und ei-

ner Urkunde. Die Eintrittskarte in den Wald war gleichzeitig ein Schlüsselanhänger. Es ist schön zu sehen, mit welcher Freude und Begeisterung die Kinder das Thema Jagd und Natur, welches hier erlebbar gemacht wurde, annehmen und dies in ihre Freizeit tragen. Begeistert von dem Projekt zeigten sich auch LJM DI Dr. Ferdinand Gorton, die GF der Kärntner Jägerschaft, Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger, BFI DI Wilfried Strasser mit Mitarbeiter, MMag. Elisabeth Planner, Landtagsabgeordneter Mag. Josef

Zoppoth, Vzbg. DI Leopold Astner, BJM Franz Kohlmayer mit Sekretärin Inge Piwonka und Jagdaufseher BO Siegfried Wallner. Auch das große Interesse von Hegeringleitern, Aufsichtsjägern und Jägern zeugt von der hervorragenden Qualität des Projektes. Ein großer Dank ergeht an Anita und Harald Bachmann, die dieses Projekt wieder unvergesslich gemacht haben und ebenfalls an HRL Herbert Burgstaller und „seine“ Jäger für die große Unterstützung. Elisabeth Wiedenig

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Wald–Wild–Schule in Keutschach Mitte Juni des Jahres wurde von 4 Jägern der JG St. Hubertus Keutschach mit der VS Keutschach das Projekt Wald-Wild-Schule durchgeführt. Zu diesem Zwecke wurden die Schüler dreier Klassen vom Jagdobmann und vom Jagdleiter vor der Schule abgeholt und ins Revier der Jagdgesellschaft geführt. Nach einem kurzen Spaziergang durch Wald und Flur erreichten die Kinder das „Freiluftklassenzimmer“, welches im Vorhinein von den Jägern in liebevoller Kleinarbeit hergerichtet wurde. Nach einer kurzen Verschnaufpause begann dann der spannende „Unterricht“, bei dem die Jäger in die Rolle der Lehrer schlüpften. Es begann damit, dass der Obmann Hannes Paulitsch alles über den Wald und was dazu gehört erzählte und dabei auch die Kinder mit einem Frage- und AntwortSpiel miteinbezog. Dabei merkte man schnell, dass die Schüler in der Schule bestens auf dieses Projekt

vorbereitet worden waren und aus diesem Grunde auch schon allerlei über das Thema wussten. Der Jagdleiter Albert Winding brachte den Kindern in der Folge die heimischen Wildtiere an Hand von Präparaten, welche von den Jägern zur Verfügung gestellt wurden, näher. Hierbei kam auch der Rucksack mit spannendem Inhalt, welcher von der Kärntner Jägerschaft zur Verfügung gestellt wurde, zum Einsatz. So konnten die Kinder die heimischen Wildtiere aus nächster Nähe begutachten und auch berühren, was für viele von ihnen besonders spannend war. Bei der Einführung in die Jägersprache kam so manches Kind ins Schmunzeln. Alles über die Jagd und „warum Jäger Tiere schießen“ und weitere interessante Themen wurden vom Jäger Manfred Struger mit den Kindern aufgearbeitet. Die Kinder stellten Fragen über Fragen und auch die anwesenden Lehrpersonen

hielten sich dabei nicht zurück. So konnte den Anwesenden der Sinn und die Bedeutung der Jagd nähergebracht werden, wobei von Seiten der Kinder aber auch der Lehrer immer wieder zu hören war: „Das habe ich nicht gewusst“ oder „Das hätte ich mir nicht gedacht“. Zum guten Schluss kam Hundeführer Gerald Paulitsch mit seiner Jagdhündin „Aika“, einer Istrianer Bracke, zu Wort und er erzählte alles über die Jagdhunde. Auch diesem Vortrag lauschten die Kinder aufmerksam und natürlich kamen hier wieder Fragen über Fragen. Nach einer stärkenden Jause und Getränke bedankten sich die Kinder und die anwesenden Lehrpersonen bei den Jägern für den spannenden und interessanten Vormittag, welcher für einen Großteil der Kinder der erste, und vermutlich auch für lange Zeit, der einzige Bezug zur Jagd gewesen ist bzw. war. Manfred Struger

Besuch bei der Kärntner Jägerschaft in Spittal/Drau Am Freitag, 17. Juni besuchte die 1d Klasse der NMS 1 FSSZ Spittal die Kärntner Jägerschaft. Herr Schwager zeigte den Schülern verschiedenste Vogelexponate. Die Kinder waren sehr interessiert und ob der vielen und unterschiedlichsten Vogelarten beeindruckt. Mit viel Enthusiasmus wurden die wichtigsten Details zu den einzelnen Vogelarten aufgezeigt und besprochen. Die Zeit verging viel zu schnell und es war Eile geboten, um wieder

rechtzeitig in die Schule zu kommen. Vorher überraschte Frau Piwonka jedoch noch mit einem Jausensackerl für jedes Kind. Neben der körperlichen Nahrung war an diesem Vormittag aber auch viel geistige Nahrung dabei. Das Büchlein der Kärntner Jägerschaft, das jedes Kind erhielt, zeigt nochmals in einer Zusammenfassung wichtige Tiere der Kärntner Natur und dient wunderbar der Wiederholung dieses sehr informativen Vormittags. Gabriel Schwager


DISZI

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Kärntner Jäger

Disziplinarerkenntnisse Der Disziplinarbeschuldigte Matthias Rud, 9816 Penk Nr. 76, ist schuldig. Er hat am 03.11.2014 im Jagdrevier Ragga-ÖBF (Pächter: Hanno und Erwin Soravia) und somit in einem fremden Jagdrevier, einen Hirsch der Klasse I zur Nachtzeit und unter Verwendung einer künstlichen Lichtquelle erlegt, ohne hiezu in irgendeiner Weise berechtigt gewesen zu sein. Es wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des Ausschlusses aus der Kärntner Jägerschaft auf die Dauer von sechs Jahren verhängt. Diese Entscheidung wurde mit Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes Kärnten, Zahl: KLVwGS2-2517/13/2015, bestätigt. Dr. Wilhelm Eckhart, der Vorsitzende des Disziplinarrates ◆◆◆ Die Disziplinarbeschuldigte N. N. ist schuldig. Sie hat am 01.08.2015 im Jagdgebiet XY einen Hirsch der Klasse II (7 Jahre) erlegt, obwohl lediglich ein Hirsch der Klasse I (und Hirsche der Klasse III) frei gewesen sind. Sie hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 57 Abs. 1 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über sie hiefür die Disziplinarstrafe des strengen Verweises verhängt. Dr. Wilhelm Eckhart, der Vorsitzende des Disziplinarrates ◆◆◆ Der Disziplinarbeschuldigte N. N. ist im Sinne der Anklage schuldig. Er hat in seiner Eigenschaft als Jagdausübungsberechtigter der Eigenjagd XY den Abschuss nachstehender Wildstücke ein Stück Rotwild, Hirsch, Klasse III, erlegt am 01.05.2015 ein Stück Rehwild, weiblich, erlegt am 10.05.2015 ein Stück Rehwild, Klasse B, er-

legt am 17.05.2015 ein Stück Rehwild, Klasse A, erlegt am 16.06.2015 ein Stück Rehwild, Klasse B, erlegt am 21.08.2015 ein Stück Rehwild, weiblich, erlegt am 04.09.2015 ein Stück Rehwild, Kitz, erlegt am 05.10.2015 ein Stück Gamswild, Klasse III, erlegt am 06.11.2015 ein Stück Gamswild, Kitz, erlegt am 06.12.2015 dem Hegeringleiter nicht binnen einer Woche, sondern erst am 14.01.2016 bekannt gegeben. Er hat hiedurch wiederholt gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 58 Abs. 1 K-JG erster Satz 1 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des strengen Verweises verhängt. Dr. Wilhelm Eckhart, der Vorsitzende des Disziplinarrates ◆◆◆ Der Disziplinarbeschuldigte N. N. ist schuldig. Er hat am 21.12.2014 in der Gemeindejagd XY einen nicht mehr freien Gamsbock der Klasse III erlegt, ohne sich zu erkundigen, ob dieser als zusätzlicher Abschuss noch frei gewesen ist. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften, insbesondere § 57 Abs. 1 K-JG verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des strengen Verweises verhängt. Dr. Wilhelm Eckhart, der Vorsitzende des Disziplinarrates ◆◆◆ Der Disziplinarbeschuldigte N. N. ist im Sinne der Anklage schuldig. Er hat am 30.09.2014 im Jagdgebiet XY einen Hirsch der Klasse II (7 Jahre) erlegt, obwohl lediglich ein Hirsch der Klasse I frei gewesen ist.

Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 57 Abs. 1 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des strengen Verweises verhängt. Dr. Wilhelm Eckhart, der Vorsitzende des Disziplinarrates ◆◆◆ Der Disziplinarbeschuldigte N. N. ist im Sinne der modifizierten Anklage schuldig. Er hat am 23.11.2014 und somit in der diesbezüglichen Schonzeit bei der Ansitzjagd der XY, Jagdgebietsnummer: XY, irrtümlich einen Rehbock der Klasse B erlegt. Er hat hiedurch gröblich gegen jagdrechtliche Vorschriften (§ 51 Abs. 6 K-JG) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des strengen Verweises verhängt. Dr. Wilhelm Eckhart, der Vorsitzende des Disziplinarrates ◆◆◆ Der Disziplinarbeschuldigte N. N. ist im Sinne der Anklage schuldig. Er hat im August 2015 ein Foto ins Netz gestellt, welches ihn mit einem erlegten Leoparden und einer Kalaschnikow zeigt, sodass der Betrachter den Schluss ziehen musste, dass er das Wild mit dieser Waffe erlegt hat. Er hat hiedurch gröblich gegen die Interessen der Kärntner Jägerschaft und somit gegen die Standespflichten (§ 45 Abs. 2a in Verbindung mit § 46 Abs. 1 der Satzung der KJ) verstoßen. Gemäß § 90 Abs. 6 lit. b K-JG wird über ihn hiefür die Disziplinarstrafe des strengen Verweises verhängt. Dr. Wilhelm Eckhart, der Vorsitzende des Disziplinarrates

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Rabenvögelbestimmung Wild im Sinne des Kärntner Jagdgesetzes 2000:

Wild im Sinne des Kärntner Jagdgesetzes 2000:

Kein Wild im Sinne des Kärntner Jagdgesetzes 2000:

AASKRÄHE

KOLKRABE

SAATKRÄHE

In Kärnten kommen die Aaskrähen in den beiden Unterarten Rabenkrähe und Nebelkrähe vor. Beide Unterarten sind in der Größe ähnlich und erreichen eine Körpergröße von ca. 50cm und eine Flügelspannweite von bis zu einem Meter. Das Federkleid der Rabenkrähe ist einheitlich schwarz, wohingegen die Nebelkrähe einen schwarzen Kopf und schwarze Flügel besitzt. Der restliche Körper der Nebelkrähe ist grau gefärbt.

Der Kolkrabe ist die größte heimische Rabenvogelart. Er erreicht eine Körpergröße von bis zu 70cm und ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,3m größer als der Mäusebussard. Der Schnabel ist sehr kräftig ausgebildet. Vom Flugbild her unterscheidet der Kolkrabe sich durch schmälere Flügel und einen längeren keilförmigen Stoß von den restlichen Krähenarten. Im Hinblick auf den Stoß ähnelt er dem Bartgeier, wobei Flügelform und Färbung unterschiedlich sind und deutliche Größenunterschiede existieren. Der Kolkrabe besiedelt unterschiedlichste Lebensräume und kommt von den alpinen Gebieten bis hinab in die Tieflagen vor.

Das Auftreten der Saatkrähe während der Brutzeit ist in Kärnten selten. Saatkrähen werden vor allem während der Zugzeiten und der Wintermonate im Unterkärntner Raum angetroffen.

Achtung: Neue Verordnung (VO) ist am 15.7.2016 in Kraft getreten. Schusszeit ist vom 16.7. bis 15.3. In reinen Ackerbaugebieten dürfen sogenannte Junggesellentrupps (= nicht brütende, in großen Gruppen auftretende Aaskrähen [Rabenund Nebelkrähen]), auch während der in der VO festgelegten Schonzeiten – allerdings unter Beachtung der Kontingente – erlegt werden.

Achtung: Ganzjährig geschont! Ausnahmen davon sind nur im Rahmen der von der Landesregierung erlassenen Bescheide möglich.

Das Gefieder der Saatkrähe ist einheitlich schwarz. Im Gegensatz zur Rabenkrähe, die einen schwarz befiederten Schnabelansatz besitzt, ist die Hautpartie um den Schnabelgrund unbefiedert und grauweiß. Größenmäßig sind sich Aasund Saatkrähen ähnlich, wobei die Saatkrähe eine plumpere Erscheinung hat.


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Kein Wild im Sinne des Kärntner Jagdgesetzes 2000:

DOHLE Die Dohle weist ein schwärzliches Gefiederkleid mit grauem Nacken und einen verhältnismäßig kurzen Schnabel auf. Mit einer Körpergröße von etwa 35cm und einer Flügelspannweite von etwa 70cm ist sie deutlich kleiner als Aas- und Saatkrähe. Im Flug unterscheidet sie sich von den eigentlichen Krähen durch schnellere etwas tiefere Flügelschläge. Die Dohle ist ein Vogel der Niederungen und des Hügellandes.

ALPENDOHLE

ALPENKRÄHE

Das Gefieder der Alpendohle ist einheitlich schwarz gefärbt. Alpendohlen haben einen gelben Schnabel und rote Ständer. Die Größe entspricht in etwa der einer Dohle. Im Vergleich zur Dohle hat die Alpendohle aber einen längeren Stoß. Die Alpendohle ist vor allem oberhalb der Waldgrenze anzutreffen. Sie brütet in steilen schwer zugänglichen Felsbereichen, ist sehr gesellig und oft das ganze Jahr in großen Schwärmen anzutreffen.

Die Alpenkrähe war vormals vor allem in den Karnischen Alpen und auf dem Gebiet der Koralpe anzutreffen, aus denen es noch heute vereinzelte Nachweise dieser in Kärnten sehr seltenen Vogelart gibt. Die Alpenkrähe ist ebenfalls einheitlich schwarz gefärbt und hat sowohl einen roten Schnabel als auch rote Ständer. Im Juvenilkleid ist der Schnabel noch matt orangegelb. Mit einer Größe von ca. 40cm und einer Flügelspannweite von bis zu 80cm ist sie etwas größer als die Alpendohle, in deren Schwärmen Einzelexemplare der Alpenkrähe manchmal gesichtet werden.

Wildbretpreise Der Wildbretmarkt hat sich nicht verändert. Ende Juli wurden folgende durchschnittliche Wildbretpreise (ohne MWSt.) je kg in der Decke erzielt: Rehwild:

6 bis 8 kg 8 bis 12 kg über 12 kg

Rotwild: Gamswild:

Schwarzwild:

€ 2,00 € 3,00 € 4,00 € 2,20

bis 12 kg

€ 2,00

über 12 kg

€ 3,00

20 bis 80 kg

€ 1,20

unter 20 kg und über 80 kg

€ 0,80

Alle Wildstücke nur mit gutem Schuss ohne Haupt. Bei Privatverkauf können höhere Preise erzielt werden. Wir halten ausdrücklich fest, dass es sich nur um Durchschnittswildpreise handelt. Die Wildbretpreise müssen daher bei Erscheinen der Ausgabe nicht auf dem aktuellen Stand sein! Wir erinnern daran, dass laut Wildfleischverordnung jedes Stück Schalenwild, das in den Verkehr gebracht wird, mit einem ausgefüllten Wildbretanhänger zu versehen ist. Auf Wunsch des Wildbrethandels wird nochmals auf die richtige Anbringung des Wildbretanhängers hingewiesen. Der Wildbrethandel wünscht, dass wegen der Verkeimung die Drossel entfernt und das Schloss nicht geöffnet wird. Straßenfallwild darf nicht in den Verkehr gebracht werden.


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Abb. 1: Wiedehopfnachweise 2016 – Gemeinden mit Wiedehopfmeldungen sind hellgrün markiert.

Der Wiedehopf in Kärnten Aktuelle Einblicke Nach dem Aufruf zur Bekanntgabe von Wiedehopfsichtungen in der Juni-Ausgabe des „Kärntner Jäger“ sind binnen kürzester Zeit 39 Meldungen eingegangen. Die Meldungen haben vor allem die Bezirke St. Veit, Villach, Spittal und Hermagor betroffen. In Abbildung 1 sind die Gemeinden markiert, aus denen Wiedehopfmeldungen eingegangen sind. Oft waren es nicht nur Schilderungen von kurzen einmaligen Sichtbeobachtungen, sondern mehrfach eindeutige Brutnachweise oft inkl. entsprechender Fotos. Wenig überraschend haben sich die Nachweise vor allem auf rurale Gebiete konzentriert, in denen noch eher kleinflächige Landwirtschaft existiert. In der umfassenden Aufnahme von 2009 wurden 62 Brutpaare für

Kärnten nachgewiesen. Die 39 Meldungen aus dem Jahr 2016 umfassen 14 Brutpaare, wovon 3 Brutnachweise ganz eindeutig mittels Fotos erfolgten. Eine Überprüfung der einzelnen Angaben vor Ort hat nicht stattgefunden. Die Meldungen betreffen großteils etwa dieselben Gebiete, aus denen auch 2009 Wiedehopfnachweise erfolgten. Jedoch sind anhand der aktuellen Meldungen die Verbreitungszentren im Rosen- und im Gailtal, wie sie 2009 festgestellt wurden, nicht so klar ersichtlich. Dies dürfte vermutlich darauf zurückzuführen sein, dass 2009 vor allem aus diesen Gebieten gemeldet wurde und diese Nachweise eher die Meldefreudigkeit abbilden. Es ist eher nicht davon auszugehen, dass der Wiedehopf sein Vorkom-

men in den letzten 15 Jahren in Kärnten so deutlich verlagert hat. Vielmehr deuten die aktuellen Meldungen eher darauf hin, dass der Wiedehopf etwas flächiger verbreitet sein dürfte. Viele der Melder haben zudem berichtet, dass sie in den letzten Jahren in ihrem Gebiet eine Zunahme der Wiedehopfpräsenz feststellen konnten. Dieser Trend lässt sich aktuell noch nicht in Zahlen fassen, wird aber weiter beobachtet werden. G.M.

Sollten Sie weitere Wiedehopfnachweise haben, können sie diese gerne an Mag. Gerald Muralt, 0463/5114 69-18 oder über das Meldeformular auf der Homepage der Kärntner Jägerschaft www.kaerntner-jaegerschaft.at bekannt geben.


Neue Mitarbeiterin in der Landesgeschäftsstelle Seit 2. Mai unterstützt Frau Katharina Rohner, Bakk. für die Dauer der Karenzzeit von Frau DI Christiane Lukas das Team der Land e s g e s ch ä f t s stelle. Frau Rohner studiert Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Energie und Umweltmanagement und hat seit Mai die Sekretariatstätigkeit in der Wildökologischen Raumplanung übernommen. GF Mag. Burgstaller-Gradenegger

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Sonne und Mond Die Angaben beziehen sich auf die Landeshauptstadt Klagenfurt. Im Lavanttal sind Aufund Untergang um 2-3 Minuten früher, in Heiligenblut um 5-6 Minuten später. Gesetzliche Jagdzeit = +/– 1 Stunde. Bitte sich darüber hinaus in den aktuellen Tageszeitungen zu informieren. Sonnen- Sonnen- Mond- Mondaufgang untergang aufgang untergang

7. 8. 14. 8. 21. 8. 28. 8. 4. 9. 11. 9. 18. 9. 25. 9. 2.10. 9.10. 16.10.

5.51 6.00 6.09 6.18 6.26 6.35 6.45 6.54 7.03 7.13 7.22

20.25 20.14 20.02 19.49 19.36 19.22 19.08 18.54 18.40 18.26 18.13

10.35 17.17 21.46 2.05 9.24 15.56 20.17 1.00 8.14 14.35 18.47

22.37 1.59 9.36 17.18 21.06 00.38 8.30 16.02 19.35 7.20

Mondphasen

2. 8. 10. 8. 18.8. 25.8. 1. 9. 9. 9. 16. 9. 23. 9. 1. 10. 9.10. 16.10.

첆 쐟 쐠 쐡 첆 쐟 쐠 쐡 첆 쐟 쐠

In Kärnten dürfen bejagt werden: Folgendes Wild darf nur während der angeführten Zeiträume (Jagdzeiten) bejagt werden und ist außerhalb derselben zu schonen: Rotwild*: Hirsche der Klasse III – einjährig – Schmalspießer und nichtführende Tiere** vom 1. Mai bis 31. Dezember führende Tiere und Rotwildkälber vom 1. Juli bis 31. Dezember Hirsche der Klasse I und II vom 1. August bis 15. Dezember Hirsche der Klasse III vom 1. August bis 31. Dezember. Damwild: vom 1. 8. bis 31. 12. Gamswild*: vom 1. 8. bis 31. 12. Muffelwild*: vom 1. 7. bis 31. 12. Rehwild*: Böcke der Klasse B vom 1. 5. bis 31. 10. Böcke der Klasse A vom 1. 6. bis 31. 10. Schmalgeißen, nichttragende Geißen, nichtführende Geißen vom 1. 5. bis 31. 12. führende Geißen und Kitze vom 1. 8. bis 31. 12. Schwarzwild: führende Bachen vom 1. 8. bis 31. 1. Murmeltiere*: vom 1. 8. bis 15. 10.

Feldhasen und Alpen- oder Schneehasen: vom 1. 10. bis 31. 12. Dachse: vom 1. 6. bis 31. 1. Edelmarder vom 1. 11. bis 28. 2. Steinmarder: vom 1. 7. bis 31. 3. Große Wiesel (Hermelin): vom 1. 11. bis 31. 1. Iltisse: vom 1. 7. bis 31. 3. Auerhahnen***: ganzjährig geschont Birkhahnen***: ganzjährig geschont Haselhahnen: vom 16. 9. bis 15. 11. Rebhühner: vom 1. 10. bis 31. 10. Fasanhahnen: vom 16. 10. bis 31. 12. Stock-, Krick-, Pfeif-, Schnatter-, Spieß-, Löffel-, Tafel-, Reiher- und Knäkenten: vom 1. 9. bis 31. 12. Grau-, Saat- und Kanadagänse: vom 1. 9. bis 31. 1. Blässhühner: vom 21. 9. bis 10. 3. Waldschnepfen*: vom 11.9. bis 19.2. Ringeltauben (Schwarmvögel): vom 1. 8. bis 31. 12. Ringeltauben (Einzeltiere): vom 1. 9. bis 31. 1. Türkentauben: vom 21. 10. bis 20. 2. Aaskrähen****: ganzjährig geschont Eichelhäher****: ganzjährig geschont Elstern****: ganzjährig geschont Kolkraben***: ganzjährig geschont Folgendes Wild darf während des ganzen Jahres bejagt werden: Schwarzwild (Keiler, nichtfüh-

rende Bachen, Überläufer, Frischlinge), Wildkaninchen, Waschbären, Füchse und Marderhunde. Folgendes Wild ist während des ganzen Jahres zu schonen: Steinwild, Bär, Wolf, kleines Wiesel, Fischotter, Luchs, Wildkatze, Biber, Auerhenne, Birkhenne, Haselhenne, Alpenschneehuhn, Steinhuhn, Fasanhenne, Wachtel, Wacholderdrossel (Krammetsvogel), Graureiher, Haubentaucher, Bekassine, Wildenten, ausgenommen Stock-, Krick-, Pfeif-, Schnatter-, Spieß-, Löffel-, Tafel-, Reiherund Knäkenten, Wildgänse, ausgenommen Grau-, Saat- und Kanadagänse, Hohltauben, Taggreifvögel und Eulen. * **

nur im Rahmen des Abschussplanes unter „nichtführenden Tieren“ ist weibliches Wild, welches kein Kalb führt [nd nicht tragend (innehabend) ist, zu verstehen *** Ausnahme nur im Rahmen der von der Landesregierung erlassenen Bescheide **** Neue Verordnung (VO) ist am 15.7.2016 in Kraft getreten: Schusszeit vom 16.7. bis 15.3. In reinen Ackerbaugebieten dürfen sogenannte „Junggesellentrupps“ (= nicht brütende, in großen Gruppen auftretende Aaskrähen [Raben- und Nebelkrähen]), auch während der in der VO festgelegten Schonzeiten – allerdings unter Beachtung der Kontingente – erlegt werden.

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Vorgangsweise bei Tierschäden durch große Beutegreifer Im Fall von Tierverlusten ist, um die Ursache abklären zu lassen und meldebzw. anzeigepflichtige Krankheiten abzuklären, prinzipiell der Amtstierarzt/die Amtstierärztin der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde in Kenntnis zu setzen. Besteht der begründete Verdacht, dass der Schadensfall durch Bär, Wolf oder Luchs verursacht wurde, übernehmen in erster Linie die autorisierten Wildbiologen die Erhebung und Abwicklung des Schadensfalles. Wird ein Riss durch Großraubtiere vermutet, sollte eine schnellstmögliche Kontaktaufnahme erfolgen, um die weiteren Schritte und eine eventuelle gemeinsame Vor-Ort-Besichtigung abzusprechen. Die Wildbiologen sind unter folgenden Telefonnummern erreichbar: 1. Mag. Bernhard Gutleb, Tel.: 0664/8053 6182 44, bernhard.gutleb@ktn.gv.at 2. Mag. Gerald Muralt, Mobil: 0664/8318 857, Festnetz: 0463/5114 69-18, gerald.muralt @kaerntner-jaegerschaft.at

3. Dipl.-Ing. Thomas Huber, Tel.: 0664/9129 485, thomas.huber@amberg.at Generell empfiehlt es sich, in Gebieten, in denen mit Großräuberrissen zu rechnen ist, bei der Weideviehkontrolle eine leichte Plastikplane mitzunehmen, um bei einem eventuellen Rissfund diesen damit abzudecken und damit, bis zur Besichtigung, vor weiterer Nutzung zu schützen. So eine Plane passt in die Gesäßtasche und erleichtert die anschließende Besichtigung oft enorm.

ABLAUF DER SCHADENSVERGÜTUNG: a.) Bei eindeutig nachgewiesenen Schäden, verursacht durch Bär, Wolf oder Luchs, entschädigt die Versicherung der Kärntner Jägerschaft. Die Meldung des Schadensereignisses erfolgt durch die begutachtenden Sachverständigen. Der Nachweis wird durch festgestellte Riss- und Bissverletzungen sowie durch DNA-Proben und eindeutige Spuren im Umfeld des gerissenen Tieres erbracht, welche die Beteiligung von großen Beute-

Jagdliches Wissen – Tauben Nachdem am 1. August die Jagd auf Ringeltauben – zumindest auf Schwarmvögel – beginnt, dreht sich das Jagdliche Wissen diesmal um die Tauben und deren Bejagung. 1. Welche Taubenarten kommen in Kärnten vor und welche davon dürfen bejagt werden? 2. Woran erkennt man die Ringeltaube? 3. Wie sieht die Türkentaube aus? 4. Welche besonderen Merkmale weißen alle Taubenarten auf? 5. Wie nennt man die männliche Taube? 6. Was versteht man unter einem freundlichen Lockbild? 7. Was ist eine wichtige Versorgungsmaßnahme, wenn Tauben erlegt werden?

Alle Antworten finden sich auf Seite 56!

greifern am Schadensereignis belegen. Die Versicherung der Kärntner Jägerschaft entschädigt den Fleischwert nach Durchschnittssätzen. Sollte es sich um Zuchttiere handeln, wird der Fehlbetrag auf den tatsächlichen Zuchtwert über die Kulanzentschädigung des Landes Kärnten abgegolten. Die dazu notwendige Schadensbewertung erfolgt durch die Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Kärnten. Ansprechpartner ist Ing. Heinz Jury, Tel. 0463/5850 1507, E-Mail: heinz.jury@lk-kaernten.at

b.) Nicht eindeutig feststellbare Schäden, die eine Beteiligung der großen Beutegreifer durch eindeutig belegte Großräuberschäden im Umkreis von 5km mit hoher Wahrscheinlichkeit vermuten lassen, sowie festgestellte Tierverluste durch verspätet bzw. nicht aufgefundene Kadaver und versprengte, zum Teil zu Tode gestürzte Tiere, welche in diesen Gebieten nicht gefunden werden, entschädigt das Land Kärnten als Kulanz. Kulanzentschädigungen werden von Mag. Bernhard Gutleb bearbeitet.


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Anmeldung zur Jagdprüfung Prüfungstermin Frühjahr 2017 Anmeldeschluss zur nächsten Jagdprüfung – Frühjahrstermin 2017 – ist der 30. September 2016. Das Ansuchen ist unter Verwendung des Formulars an die zuständige Bezirksgeschäftsstelle (Bezirksjägermeister) zu richten. Weiters sind bei der Anmeldung eine Manipulationsgebühr von € 25,– sowie die Prüfungstaxe von € 75,– zu entrichten. Anträge sind bei den Bezirksgeschäftsstellen oder in der Landegeschäftsstelle erhältlich, wo auch Auskünfte erteilt werden. Das Ansuchen-Formular sowie nähere Information (Kursanbieter, Details zur Jagdprüfung) finden sich auf unserer Homepage: www.kaerntner-jaegerschaft.at Wer im Rahmen der Jagdprüfung auch zur Beizjagdprüfung antritt, hat sich mittels Ansuchen-Formular gesondert anzumelden. Die mündlich-praktische Prüfung findet im April 2017, die praktische Schießprüfung Mitte Mai 2017 statt. Ein Kursbesuch ist nicht verpflichtend, wird jedoch sehr empfohlen.

Vorbereitungskurs Jagdaufseherprüfung Um den Kandidaten die Vorbereitung auf die Jagdaufseherprüfung zu erleichtern, veranstaltet der Kärntner Jagdaufseher-Verband im Auftrag der Kärntner Jägerschaft einen Vorbereitungskurs. Der Kurs für die Jagdaufseherprüfung 2017 beginnt im Jänner und endet Anfang April. Die 16 Kurstage werden an den Wochenenden (Samstag und Sonntag) jeweils in der Zeit von 8.15 bis 17 Uhr in Mageregg abgehalten. Die schriftliche Einladung zum Kurs erfolgt rechtzeitig durch die Kärntner Jägerschaft, dieser liegt ein Erlagschein für die Einzahlung der Kursgebühr bei. Die Einzahlung des Kursbeitrages gilt als Anmeldung zum Kurs. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Kärntner Jagdaufseher-Verbandes unter www.jagdaufseher-kaernten.at bzw. erteilt telefonisch Erich Furian, Tel.: 0463/3758 3; auch per E-Mail unter erich.furian@aon.at

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JAGDBEZIRK HERMAGOR

Wahlausschreibung Zu wählen sind der Bezirksjägermeister und der Bezirksjägermeister-Stellvertreter. Diese Wahlen finden anlässlich des a. o. Bezirksjägertages am Freitag, dem 23. September 2016, um 18.30 Uhr, in Dellach i. G., im Kultursaal statt. Die wahlberechtigten Mitglieder beim Bezirksjägertag (Hegeringleiter und Delegierte zum Bezirksjägertag) werden gesondert rechtzeitig und schriftlich zu diesem a. o. Bezirksjägertag eingeladen. Wahlvorschläge müssen bis zum Ablauf des achten Tages vor dem Wahltermin beim Bezirksjägermeister-Stellvertreter eingebracht werden. Als Tag, der als Stichtag (§ 48 Abs. 2 lit. d der Satzung) gilt, wird der 31.8.2016 bestimmt.

HEGERING 210094 (SIRNITZ)

Wahlausschreibung Zu wählen ist der Hegeringleiter-Stellvertreter. Diese Wahl findet anlässlich der a.o. Hegeringversammlung am Freitag, dem 23. September 2016, um 19.30 Uhr, im Gasthof Bärenwirt in Sirnitz, statt. Die wahlberechtigten Mitglieder des Hegeringes Sirnitz werden gesondert rechtzeitig und schriftlich zu dieser a. o. Hegeringversammlung eingeladen. Wahlvorschläge müssen bis zum Ablauf des achten Tages vor dem Wahltermin beim Hegeringleiter eingebracht werden. Als Tag, der als Stichtag (§ 48 Abs. 2 lit. d der Satzung) gilt, wird der 31.8.2016 bestimmt.

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Jagdaufseher- und Berufsjägerprüfung 2017 KUNDMACHUNG betreffend die Bekanntgabe der Prüfungstermine für die Ablegung der Berufsjäger- und Jagdaufseherprüfung. Gemäß §§ 4, 6, 7, 9, 10, 11, 12 und 14 des Gesetzes über die Berufsjägerprüfung und die Jagdaufseherprüfung, LGBl. Nr. 50/1971, zuletzt geändert durch LGBl. Nr. 85/2013, werden die nächsten Prüfungstermine für die Ablegung der Berufsjägerprüfung und der Jagdaufseherprüfung vor den bei der Kärntner Jägerschaft eingerichteten Prüfungskommissionen wie folgt festgesetzt: Schriftliche Prüfung: Freitag, 7. 4. 2017 Mündliche Prüfung: 19. 4. – 28. 4. 2017 Zum Nachweis der gemäß §§ 7 und 14 Abs. 2 des Gesetzes über die Berufsjägerprüfung und die Jagdaufseherprüfung erforderlichen Voraussetzungen sind dem schriftlichen, formlosen Antrag auf Zulassung zur Prüfung beizulegen: 1. Geburtsurkunde (vollendetes 18. Lebensjahr) 2. Staatsbürgerschaftsnachweis 3. Abschlusszeugnisse der besuchten Schulen 4. Strafregisterbescheinigung (nicht älter als 3 Monate) 5. ärztliches Zeugnis über die körperliche und geistige Eignung zum Jagdschutzdienst 6. Jagdprüfungszeugnis 7. für die Jagdaufseherprüfung außerdem: a) die Vorlage eines Jagderlaubnisscheines, mit welchem eine mindestens dreijährige jagdliche Tätigkeit nachgewiesen wird oder dreier Jagderlaubnisscheine, mit welchen jeweils eine einjährige jagdliche Tätigkeit nachgewiesen wird; b) Vorlage der Jagdkarte (Original oder Kopie) samt Nachweis über die Einzahlung der Jagdkartenabgabe für die gesamte Zeit der nachgewiesenen Verwendung im Jagddienst sowie Nachweis über die Einzahlung des Mitgliedsbeitrages zur Kärntner Jägerschaft und der Prämie für die Jagdhaftpflichtversicherung. Wenn nicht vorhanden, kann dies auch vor Ort (Landesgeschäftsstelle der

Kärntner Jägerschaft) überprüft werden. 8. für die Berufsjägerprüfung außerdem: a) eine Bestätigung über eine mindestens dreijährige hauptberufliche Verwendung als Jagdpraktikant in einem anerkannten Praxisbetrieb (mit Tagebuch). Auf diese dreijährige Praxis sind Zeiten eines erfolgreich abgeschlossenen, mindestens 10-wöchigen Kurses an einer forstlichen Lehranstalt oder an einer forstlichen Ausbildungsstätte zur Heranbildung für die Aufgaben als Forstschutzorgan (§ 11 Abs. 2 lit. c des Kärntner Landesforstgesetzes 1979, LGBl. Nr. 77, i.d.g.F.) und Zeiten einer erfolgreich abgeschlossenen Forstfachschule (§ 117 des Forstgesetzes 1975, BGBl. Nr. 440, i.d.g.F.) anzurechnen; gegebenenfalls sind daher entsprechende Nachweise (Zeugnisse oder Bescheinigungen) hierüber vorzulegen; b) Nachweise (Zeugnisse oder Bescheinigungen) über den erfolgreichen Besuch von zwei jagdlichen Fachkursen für Berufsjäger; c) Nachweis einer der gemäß § 11 Abs. 2 lit. b bis d des Kärntner Landesforstgesetzes 1979, LGBl. Nr. 77, i.d.g.F., notwendigen Voraussetzungen für die Bestätigung als Forstschutzorgan, soweit dies nicht schon gemäß Punkt a) erfolgt ist; d) den Nachweis, dass der Prüfungswerber während der Verwendung als Jagdpraktikant mindestens durch volle zwei Jahre im Besitz von gültigen Jagdkarten war (Vorlage der diesbezüglichen quittierten Einzahlungsnachweise) bzw. wenn bei Verwendung als Jagdpraktikant in einem anderen Bundesland: entweder eine diesbezügliche Bestätigung der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde oder die Vorlage der diesbezüglichen Jahresjagdkarten (Original oder Kopie). e) Falls der Prüfungswerber für

die Berufsjägerprüfung die Voraussetzungen zu Punkt a) und b) nicht erfüllt, jedoch mindestens 10 Jahre im Jagdschutzdienst tätig war, kann er einen Antrag auf Nachsicht von den Voraussetzungen zu Pkt. a) und b) an den Landesjägermeister von Kärnten stellen, dem eine Bestätigung über eine mindestens 10-jährige Verwendung im Jagdschutzdienst anzuschließen ist. Der Antrag und die Beilagen sind gemäß § 14 Gebührengesetz 1957, i.d.g.F., entsprechend zu vergebühren (Antrag € 14,30, Beilagen je Bogen € 3,90, jedoch nicht mehr als insgesamt € 21,80, soweit diese Beilagen nicht schon früher vorschriftsmäßig vergebührt wurden). Mit dem Zulassungsbescheid wird ein Zahlschein für die Entrichtung der Gebühren mitgesandt. Der Prüfungsstoff für die Berufsjägerprüfung umfasst die in den §§ 4 und 6, für die Jagdaufseherprüfung die in den §§ 4 und 7 der Verordnung des Landesvorstandes der Kärntner Jägerschaft vom 4. November 2004, Zl. JABJP/76/1/2004, zuletzt geändert mit der Verordnung vom 17.2.2005, Zl. JABJP/318/1/ 2005, mit welcher nähere Bestimmungen über die Berufsjägerprüfung und Jagdaufseherprüfung erlassen wurden, angeführten Gegenstände. Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlich-praktischen Teil. Spätestens vor Beginn der Prüfung ist die Einzahlung der Prüfungsgebühr in der Höhe von € 60,00 nachzuweisen. Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist ab Kundmachung spätestens bis zum 15. Oktober 2016 an die Kärntner Jägerschaft, Mageregger Strasse 175, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, zu richten. Über die Zulassung zur Prüfung entscheidet der Landesjägermeister von Kärnten mit Bescheid auf Grund der Bestimmungen des Gesetzes über die Berufsjägerprüfung und die Jagdaufseherprüfung.

Der Landesjägermeister: DI Dr. Ferdinand Gorton eh.


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Hundeführerschulung, Pflüglhof-Maltatal am 4. Juni 2016

Schweißhundeführerschulung in Pflüglhof Am 4. Juni 2016 veranstaltete der Österreichische Schweißhundeverein, Gebietsführung Kärnten – Ofö. Ing. Günter Baier, wieder eine Schulung für Schweißhundeführer. Diese Schulung war besonders gedacht für Hundeführer, die heuer bei einer Vorprüfung antreten werden bzw. sich einen Schweißhund zulegen wollen. Pflüglhof, ein für Schweißhundeführer ehrwürdiger Ort, hielt für die 22 Teilnehmer, darunter auch sehr erfahrene Hundeführer, gutes Wetter bereit. Sie alle verbrachten einen lehrreichen, verlängerten Vormittag mit folgendem Programm: 1. Welpen – Welpenausbildung bis zum Junghund. Referent: Mf. Ofö. Karl Angermann 2. Prüfungsordnung für Schweiß-

Redaktionsschluss FÜR DIE NÄCHSTE AUSGABE IST DER 1. SEPTEMBER 2016. NÄCHSTER ERSCHEINUNGSTERMIN ANFANG OKTOBER 2016

hunde – Ablauf einer Vorprüfung und einer Hauptprüfung. Referent: Mf. Ofö. Ferdinand Kargl 3. Praxis – Nachsuchen im Revier: Anforderungen und Ausrüstung. Vorführung des von P. Ramsbacher entwickelten Fährtenschuhs. Referent: LR Peter Ramsbacher 4. Fährtenarbeit: zwei von Fö. Martin Baier am Vortag angelegte

Übungsfährten waren zu arbeiten. In zwei Gruppen mit je einem BGS wurden die Fährten ausgearbeitet und vor Ort besprochen. Beide Hunde hätten die Vorprüfung auf Grund ihrer Leistung bestanden. 5. Aussprache – Ausblick und Ausklang im Lokal „Alpenhotel Pflüglhof“. Mf. Karl Angermann Bezirksjagdhundereferent

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Hegeringmannschaftsschießen Feldkirchen Am 4. Juni 2016 zeigten 11 Mannschaften in der Schießstätte Radweg, im Rahmen der Hegeringbezirksmeisterschaft Feldkirchen, in der jagdlichen Kugel sitzend und stehend angestrichen ihr Können. Der Sieg gelang der Mannschft Gnesau 1 mit den Schützen Clemens Ritzinger, Peter Süssenbacher, Herwig Zwatz und Jürgen Kamp. Den zweiten Platz erreichte Himmelberg (Peter Rainer, Heimo Egger, Bernhard Kienzer, Ernst Wolf) und Dritter wurde Sittich (Gerda Fritzer, Rudolf Fritzer, Georg Freithofnig, Andreas Gradenegger). Die Einzelwertung gewann Manfred Buttazoni vor Johannes Tschinder und Andreas Gradenegger. Dipl.-Ing. Rudolf Fritzer

V.l.: Bezirksjägermeister Ewald Pertl mit den Schützen der siegreichen Mannschaften und dem Gewinner der Einzelwertung, Manfred Buttazoni (Bildmitte).

Landesmeisterschaft Jagdparcours 2016 Die Landesmeisterschaft Jagdparcours 2016 wurde am 18. Juni 2016 auf der Schießstätte Pakein abgehalten. Man hatte Glück und erwischte wettermäßig den einzigen wirklich konstanten Sonnentag im bisherigen Jahr. Dank vieler Helferinnen und Helfer konnten 33 Schützinnen und Schützen einen schönen und anspruchsvollen Wettkampftag genießen. 100 Wurfscheiben mussten auf vier unterschiedlich gestalteten Parcours beschossen werden. 60 Einzelziele und 40 Dubletten. Vormittag 20 „Dubletten auf Schuss“, d.h. unmittelbar nach dem ersten Schuss auf das erste Ziel wird die zweite Wurfscheibe geworfen und

Sieger-Mannschaft: Team „BBB“ mit den Schützen Hans Zlanabitnig, Michael Kittinger und Manfred Buttazoni flankiert von Parcours-Referent Franz Wagger (rechts) und DI Kurt Rohner, Obmann des Jagdschützenvereines St. Hubertus (links).

Kärntner Landesmeister Peter Sammer (Mitte) mit Mag. Christoph Rohner – Platz 2 (links) und Hans Zlanabitnig – 3. Platz (rechts).

dann diese beschossen. Nachmittag wurde der Schwierigkeitsgrad etwas erhöht und es wurden 20 „Simultandubletten“ angeboten, d.h. beide Wurfscheiben werden gleichzeitig geworfen und dürfen in beliebiger Reihenfolge beschossen werden. Diese Gestaltung der Parcours entsprach den internationalen Regeln. Es wurde auf hervorragendem Niveau geschossen und die Begeisterung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigte, dass den Veranstaltern eine ansprechende Kombination aus einfachen und schwierigeren Zielen gelungen ist. Es ist sehr erfreulich, dass auch Schützinnen und Schützen mitgemacht haben, denen es nicht um das sportliche Ergebnis ging, sondern um die Freude am jagdlichen Flin-

tenschießen. Sie hatten hier die Möglichkeit, Wurfscheiben-Kombinationen zu erleben und zu probieren, die es sonst in dieser Form nicht gibt. Außerdem bot sich dabei die Gelegenheit, den guten Schützen zuzuschauen, sich etwas abzuschauen und gute Tipps einzuholen. Besonders hervorzuheben ist auch die Beteiligung von 7 Gästen aus den Niederlanden, Ungarn, Deutschland, Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark. In allen Klassen wurden hervorragende Ergebnisse geschossen. Zum Kärntner Landesmeister gekürt hat sich Peter Sammer mit einem Ergebnis von 90 Treffern. Ganz knapp auf den Rängen zwei und drei Mag. Christoph Rohner mit 89 Treffern und Hans Zlanabitnig mit 88 Treffern. Die Seniorenklasse hat Michael Zmajlovic mit ebenfalls 90 Treffern für sich entschieden. Zweiter wurde Franz Wagger mit 85 Treffen, dritter Mag. Heimo Wolte mit 84 Treffern. Im Mannschaftswettbewerb haben sich 4 Gruppen gemessen. Gewonnen hat die Mannschaft „BBB“ mit den Schützen Manfred Buttazoni, Michael Kittinger und Hans Zlanabitnig mit einem Gesamtergebnis von 254 Treffern. Katharina Rohner, Bakk.


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EINLADUNG zum Seminar

Artgerechte REHWILDFÜTTERUNG im 21. Jahrhundert JAGD und FÜTTERN – NUTZEN und/oder SCHADEN Ursachen und Auswirkung durch Füttern von Rehwild auf Tiergesundheit, Populationsdynamik, Waldschäden

TERMINE UND ORTE: ◆ Wolfsberg:

Freitag, 19. August 2016, 19 Uhr,

◆ Klagenfurt:

Samstag, 20. August 2016, 9 Uhr, Hotel Seepark, Klagenfurt

Gasthof Stoff, St. Margarethen/Wolfsberg

◆ Spittal/Drau: Samstag, 20. August 2016, 18 Uhr, Gasthof Lendorfer Wirt, Lendorf

PROGRAMM: ◆ Begrüßung und Moderation: LJM DI Dr. Ferdinand Gorton LJM-Stv. Josef Monz ◆ Notzeit – Wildfütterung, Jagd- und Tierschutz Prof. Dr. med. vet. Thomas Richter, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen – Geisslingen ◆ Wildfütterung – warum, wann, wie? OVR. Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz ◆ „Licht ins Dunkel“, Grundlagen für einen Dialog rund um die Überwinterung heimischer Schalenwildarten Wildbiologe, Autor Dr. Hubert Zeiler

Sinn und Zweck dieser Veranstaltungsserie sollte sein, unsere Jägerinnen und Jäger zu informieren und aufzuklären, was Fütterung (richtig oder falsch), notwendig oder nicht notwendig, an Einfluss auf Rehwild und Lebensraum verursachen kann.

Auf Ihre zahlreiche Teilnahme freut sich die Kärntner Jägerschaft!

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Veranstaltungen in den Bezirken HERMAGOR ◆ Jagdliche Veranstaltung im Gailtaler Heimatmuseum, Schloss Möderndorf/Hermagor Donnerstag, 22. September, 17 Uhr: „Rotwildmanagement und Jagdmethoden im Grenzbereich zu Italien“, Vortrag von Paolo Molinari; Eintritt frei! Um 19 Uhr: „Der Braunbär und anderes Großraubwild – Chancen und Risiken“, Vortrag mit Paolo Molinari. Eintritt: € 5,–. ◆ 30-Jahr-Jubiläum mit Hubertusmesse der JHBG Poludnig, Sonntag, 18. September, ab 10 Uhr, in der Veranstaltungsstätte Egg/Hermagor.

KLAGENFURT ◆ Hubertusfeier der JHBG Waidmannsklang Grafenstein-Poggersdorf, Sonntag, 6. November, 14 Uhr, am Skarbin ◆ Jägerstammtisch. Die Familie Mlakar (Genusswirt Mageregg) hält monatlich jeden Dienstag ab 16 Uhr einen Jägerstammtisch ab. Nun soll einmal im Monat, jeden

Hundewesen ÖSTERREICHISCHER JAGDGEBRAUCHSHUNDEVERBAND (ÖJGV) Die 36. Schweißsonderprüfung des ÖJGV für Jagdgebrauchshunde wird am 15. Oktober 2016, in 9711 Paternion, Kärnten, in Zusammenarbeit mit dem Verein für Deutsche Wachtelhunde in Österreich veranstaltet. Standquartier: Kärntner Stub’n, Familie Oberzaucher, Südtiroler Straße 17, 9711 Aifersdorf/Paternion, Telefon: 04245/2085, www.kaerntnerstubn-hotel.at

zweiten Dienstag auf Initiative von Altjäger Hans Truger ein geführter Jagdstammtisch für Jägerinnen und Jäger stattfinden. Dieser soll erstmals am 13. September ab 17.30 Uhr abgehalten werden. Neben diversen Diskussionen, aktuellen Fragen, Erfahrungsaustausch etc. soll auch der Humor nicht zu kurz kommen. Jägerinnen und Jäger sowie auch Jagdfunktionäre sind dazu herzlich eingeladen. Durch das Revier „Jagdstammtisch“ wird vorerst Altjäger Hans Truger Pirschführer sein. Weitere geplante Stammtische im Jahr 2016: 11. Oktober, 8. November, 13. Dezember.

VILLACH WOLFSBERG

◆ 20 Jahr Jubiläumsfeier der JHBG Arriach, Samstag, 3. September 2016, 19.30 Uhr, Arriacher Holzarena bzw. GH Bauerwirt (je nach Witterung)

◆ 40-Jahr-Jubiläum und JHB-Mannschaftsschießen der JHBG Lobisser, Sonntag, 18. September, Schießstätte Johannesberg in St. Paul i. L.

Konzert mit CD Präsentation

JägerinnenStammtische 2016

anlässlich des

40-jährigem Bestandsjubiläums des Lovski pevski zbor Železna Kapla/Jägerchores Eisenkappel am Freitag, 23. September 2016 um 19.30 Uhr im Pfarrsaal Bad Eisenkappel. Die Bevölkerung, Gäste, Jäger und Freunde der Jagdmusik sind herzlich eingeladen! Wir freuen uns auf Ihren Besuch – Veselimo se vašega obiska!

◆ Donnerstag, 22. September: 14 Uhr, Schloss Mageregg, Kochkurs „Wilde Küche“ mit Cilly Höferer ◆ Dienstag, 27. September: 16 bis 19 Uhr, Schießstätte Pakein, Schrotschussseminar ◆ Samstag, 26. November: 9 bis 11 Uhr, Schloss Mageregg, Traditioneller Weihnachtsbrunch ◆ In Vorbereitung: „Aphrodisiakum aus der Natur“, Ausstellung von Hermine Jerabek

TERMINE NIEDERWILDSTAMMTISCH 2016 Termin

Zeit

19. August 19 Uhr

Ort

Thema

GH Loser, St. Michael ob Bleiburg

„Niederwildjagen mit Verantwortung“, Hasentaxation, Fasanauswildern und andere aktuelle Themen

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Anlässlich der bevorstehenden Niederwildjagden und des 2. Niederwildjahres 2016 finden zwei

SCHIESSFORTBILDUNGEN im jagdlichen Flintenschießen für Mitglieder statt. TERMIN: Samstag und Sonntag, 20./21. August 2016 Im Bereich Lavamünd (kommend aus Klagenfurt – 500m nach der Ortschaft Wunderstätten linker Hand ein Bildstock – gegenüber abbiegen zur Schottergrube Grillgrube) Bei Anfahrtsproblemen: Hr. Franz Wagger, Tel.: 0664/3388 043 Erste Übungseinheit in der Zeit von 9 bis 12 Uhr oder zweite Übungseinheit von 14 bis 17 Uhr Sie können sich für eine Trainingseinheit anmelden.

FOLGENDER ABLAUF JE TRAININGSEINHEIT (3 STUNDEN) IST GEPLANT ◆ Einführung – Grundstellungen und Bewegungsabläufe beim Flintenschießen ◆ Praktische Schießeinheiten auf Jagdparcourstauben ◆ Je nach vorhandenen Schießkenntnissen wird eine Weiterentwicklung bei der Schießtechnik angestrebt. Für das Schießen wird empfohlen die eigene Flinte zu verwenden. Leihflinten stehen zur Verfügung. Außerdem stehen Testflinten der Firma Blaser, Browning usw. zur Verfügung. Gehörschutz ist verpflichtend und Schutzbrillen (auch Sonnenbrillen) sind nachdrücklich empfohlen. Die Kosten (Munition/ Wurfscheiben usw.) für diese Fortbildung werden für Mitglieder der Kärntner Jägerschaft von der Kärntner Jägerschaft übernommen. An beiden Tagen werden die Schützinnen und Schützen von einem staatlichen Trainer oder erfahrenen Wettkampfschützen betreut (Wagger, Grayer, Polainer, Wirtitsch, Polanez, Mag. Wolte). Sinn und Zweck dieser Fortbildung ist es, den Umgang mit der Flinte bei Gesellschaftsjagden sicherer zu gestalten und vor allem auch bewusst bewegte Ziele zu treffen. Da nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmern für ein sinnvolles Training möglich ist und die Veranstaltung qualitativ hochwertig und gut organisiert sein soll, ist die Teilnahme ausschließlich mit Voranmeldung (Termin und Uhrzeit) möglich. ACHTUNG – nur noch Restplätze vorhanden!

Anmeldungen: Frau Birgit Wascher, 0463/5114 69-26, oder E-Mail: birgit.wascher@kaerntner-jaegerschaft.at Mag. Heimo Wolte, Landesschießreferent

Terminaviso

19. Landeswaldbauerntag 2016 WILDSCHÄDEN IM WALD – (K)EINE LÖSUNG IN SICHT 4. September 2016, 9.30 – 1 2.45 Uhr, Messe-Centrum 5, Obergeschoss, 9020 Klagenfurt am Wörthersee ◆ Zahlen und Fakten zum Wildeinfluss (Bundesamt für Forstwirtschaft)

Dipl.-Ing. Dr. Heimo Schodterer

◆ Wildfütterung gestern – heute – morgen (Amtstierarzt und Wildbiologe)

Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz

◆ Grundeigentümer und Jäger müssen sich abstimmen – Lösungsansätze in Bayern

Michael Lechner (Vorstand Waldbesitzervereinigung Holzkirchen)

◆ Einstellung der Rotwildfütterung – Erfahrungen aus der Praxis

FD Dipl.-Ing. Martin Straubinger (Gräfliche Foscari-Widmann-Rezzonico’sche Forstdirektion)

◆ Vom Jagddialog zur Basisarbeit – angepasster Wildstand als Ziel

LJM Dipl.-Ing. Dr. Ferdinand Gorton (Kärntner Jägerschaft)

◆ Stärkung der Grundeigentümerrechte – ihre Notwendigkeit und Grenzen

Präsident ÖR Ing. Johann Mößler (LK Kärnten)


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Kostenfreie SCHIESSFORTBILDUNG auf fixe und bewegte Ziele auf 50 – 300 m unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheit im Jagdbetrieb für Mitglieder Ort:

TERMINE: Schießanlage im Freizeitpark 9843 Großkirchheim

Termine:

Samstag: 17. September 2016 10 bis 12 Uhr, 14 bis 16 Uhr, 16 bis 18 Uhr

Sonntag: 18. September 2016 10 bis 12 Uhr, 14 bis 16Uhr

FOLGENDE DISZIPLINEN WERDEN ANGEBOTEN: 1. Schießkino: 2. Schießtunnel:

Schießen mit eigener Waffe oder Leihwaffe und/oder scharfer Munition auf bewegte Ziele – Rot- und Schwarzwild Schießen mit scharfer Munition auf unterschiedliche Wildscheiben aufgelegt oder angestrichen; Distanzen: 100, 200 und 300m

Für das Scharfschießen mit eigener Waffe empfehlen wir die Mitnahme von kostengünstiger Übungsmunition in ausreichender Anzahl. Es stehen auch Leihwaffen und dazugehörende Munition zur Verfügung. In diesem Fall sind die Kosten jedoch vom Schützen zu übernehmen! ◆ An beiden Terminen werden zusätzlich Tipps, Informationen und Hilfestellung vom staatlich geprüften Schießtrainer, LSR Mag. Heimo Wolte, und einigen erfolgreichen Jagdschützen angeboten. Eine Fortbildungseinheit dauert 2 Stunden und beinhaltet das jagdliche Kugelschießen (aufgelegt, fixer und freistehender Bergstock) sowie Bewegungsjagd im Schießkino. Sinn und Zweck dieser Fortbildung ist es, den Anforderungen neuer Jagdmethoden – Bewegungsjagden – zu entsprechen. Dies ist auch Grund dafür, dass die Kärntner Jägerschaft die Kosten sowohl für die Anmietung der Schießanlage wie auch Bereitstellung geschulter Betreuung übernimmt. Da nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmern möglich ist und die Veranstaltung qualitativ hochwertig und gut organisiert sein soll, ist die Teilnahme ausschließlich mit Voranmeldung (Termin und Uhrzeit) möglich!

Anmeldungen: Frau Birgit Wascher, 0463/5114 69-26, oder E-Mail: birgit.wascher@kaerntner-jaegerschaft.at

! ACHTUNG – NUR NOCH RESTPLÄTZE VORHANDEN ! Die Region Großkirchheim bietet sich auch für ein Kennenlernen von Menschen, Landschaft, Kultur und Kulinarik an, eine Kombination von Schießtraining und Urlaubswochenende ist sicher überlegenswert.


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Kärntner Jäger

TERMI N E/JAGDLIC H ES WISSEN

Nr. 228/2016

Der Landesverband der Jagd- und Wurfscheibenschützen Kärnten lädt zu den

EINLADUNG zum

22. Hegeringmannschaftsschießen

KÄRNTNER LANDESMEISTERSCHAFTEN 2016

des Jagdbezirkes Klagenfurt am Samstag, den 17. September 2016, Schießstätte in Pakein Schießzeit: Mannschaft: Nenngeld: Bewerb Kugel:

Bewerb Schrot:

ein.

8 bis 12 Uhr, Meldeschluss 9 Uhr bitte beachten 4 Schützen pro Hegering, alle Schützen werden gewertet € 20,– pro Person, inkl. Standgebühr und 1 Essen am Schießstand 2 Schuss neue Rehscheibe – sitzend aufgelegt 2 Schuss Gamsbock – stehend angestrichen 2 Schuss Fuchs – liegend aufgelegt (Jagdgewehr ab Kaliber 222 Rem.) 15 Wurfscheiben-Jagdparcours, die 4 Schützen einer Mannschaft beschießen in einer Linie nebeneinander je 1 Wurfscheibe, welche vorher nicht angesagt wird (Treibjagd ähnliche Bedingungen).

Samstag, 17. September, Schießstätte Töplach Jagdlich Trap/AFU 100 WS Anmeldung ab 7.30 Uhr vor Ort, Wettkampfbeginn 9 Uhr.

20. WILDTIERMANAGEMENTTAGUNG:

Bilder im Kopf … Das Bild der Jagd in der Öffentlichkeit

Geschossen wird nach den Regeln des Verbandes der Jagd- und Wurfscheibenschützen Österreichs. Zur Teilnahme ist eine gültige Jagdkarte erforderlich. Damenklasse: Allgem. Klasse: Veteranenklasse: Siegerehrung: Schießleitung:

mit eigener Wertung Jäger bis zum 65. Lebensjahr Jäger ab dem 65. Lebensjahr mit eigener Wertung nach Ende des Bewerbes auf dem Schießstand Bezirksschießreferent Manfred Struger

6. bis 7. Oktober 2016, Gemeindesaal, 9963 St. Jakob i. D. Teilnahmegebühr: € 48,– Anmeldung bei der Nationalpark Akademie Hohe Tauern, E-Mail: nationalparkakademie@ hohetauern.at

Prüfen Sie Ihr jagdliches Wissen! Die Antworten zu Seite 46 1. In Kärnten kommen die Straßentaube, die Hohltaube, die Ringeltaube, die Türkentaube und die Turteltaube vor. Nur die Wildtauben sind Wild im Sinne des Kärntner Jagdgesetzes 2000. Die Ringeltaube und die Türkentaube haben in Kärnten Schusszeiten. 2. Mit einer Körperlänge von bis zu 43cm und einer Flügelspannweite von bis zu über 75cm ist die Ringeltaube eine verhältnismäßig große Taubenart. Das beste Erkennungsmerkmal ist der große weiße Halsseitenfleck sowie im Flug das weiße Querband auf der Flügeloberseite. Der weiße Halsseitenfleck ist bei juvenilen Tauben noch nicht ersichtlich. 3. Mit einer Länge von bis zu

34cm und einer Flügelspannweite von bis zu 56cm ist die Türkentaube eine mittelgroße Taubenart. Im Vergleich zur Ringeltaube wirkt sie eleganter und langgestreckter. Sie hat ein recht einheitliches hell beigegraues Gefieder. Das beste Erkennungsmerkmal ist die schmale schwarze Zeichnung im Nackenbereich. 4. Der Schnabel der Tauben ist nur im vorderen Teil fest verhornt, die Basis bildet eine geschwollene Haut. Beim Trinken saugen die Tauben das Wasser und schöpfen es nicht wie andere Vögel. 5. Die männliche Taube wird Tauber genannt. 6. Lockbilder werden sowohl bei der Tauben- als auch bei der Krä-

henjagd eingesetzt. Ein freundliches Lockbild wird auch als Futterlockbild bezeichnet. Dabei wird der jeweils bejagten Art durch eine entsprechende Anzahl von Lockattrappen ein sicherer Futterplatz auf einem Feld vorgespielt. Dieser Platz sollte dann von weiteren Vögeln angenommen werden. 7. Tauben besitzen einen großen Kropf, in dem große Futtermengen gespeichert werden können. Das im Kropf befindliche Futter beginnt nach Erlegung schnell zu „säuern“ und beeinträchtigt dabei den Geschmack und die Qualität des Wildbrets. Die baldige Entfernung des Kropfes nach der Erlegung ist deshalb eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Wildbretqualität.


PERSONALIA/BÜCHER

Nr. 228/2016

Kärntner Jäger

Landesjägermeister-Stellvertreter Dr. Brunner wurde 60 Am 9. Juni hat Dr. Walter Brunner seinen 60. Geburtstag gefeiert. Als Lesachtaler, geboren in Birnbaum, wo er bis heute fest verwurzelt ist, stand er von Anfang an in engem Kontakt mit der Jagd und hat diese auch von seinen Altvorderen gelernt. Nach seinem Jus-Studium in Wien und Innsbruck hat Dr. Brunner im Jahr 1985 in Klagenfurt seine Anwaltskanzlei eröffnet. Er ist Anwalt aus voller Leidenschaft und heutzutage wohl einer der wenigen, bei dem Honorare oftmals sekundär sind, wenn er Fälle oft nur aus reinem Interesse übernimmt. Im Jahr 1988 legte Dr. Brunner die Jagdprüfung ab, 1998 folgte die Jagdaufseherprüfung. 2004 wurde Dr. Brunner dann einstimmig zum ersten Landesjägermeister-Stellvertreter von Kärnten gewählt. Im Jahr 2012 wurde er zum Präsidenten der AGJSO, der Arbeitsgemeinschaft der Jagdverbände des Südostalpenraumes, gewählt. Die Entwicklung in seiner Funktionärstätigkeit zeigt deutlich, welche Wertschätzung dem ersten Landesjägermeister-Stellvertreter entgegenge-

bracht wird. Vor allem seine ruhige Art und seine umsichtige Herangehensweise an Probleme – sowie der Umstand, dass er sich auch in Diskussionen die Zeit nimmt, um innezuhalten, um in Ruhe nachzudenken, ohne laut zu werden, zeichnen das Wesen von Dr. Brunner aus. Nichts desto trotz findet Dr. Brunner zu jedem Thema klare Worte und so hat er schon so manche richtungsweisende Entscheidung der Jägerschaft mit seinen bedachten Worten mitgeformt. Dass er hart im Nehmen ist, hat schon so mancher mitbekommen, denn einfach aufgeben gibt es für ihn nicht. Seine Zähheit dürfte wohl auch der harten Schule beim Arbeiten und winterlichen Gamsjagern im Lesachtal zuzuschreiben sein. Dr. Brunner steht für eine traditionelle, bodenständige Jagd. Er hält nichts von extremen Haltungen, sondern ist ein klarer Befürworter einer nachhaltigen Nutzung von Wild und Wald. Ganz besonders die Raufußhühner, und hier vor allem das Auerwild, liegen ihm am Herzen.

Der LandesjägermeisterStellvertreter ist äußerst heimatverbunden und so zum Beispiel ein großer Unterstützer der Lesachtaler Volkskultur. Er unterstützt dort zahlreiche Vereine. Aber auch schon so mancher Jäger, der sonst keine Möglichkeit hatte, hat sich über eine Jagdeinladung bei ihm freuen dürfen. Sofern es ihm die Zeit erlaubt, ist Dr. Brunner äußerst gesellig. Er ist ein ausgesprochener Familienmensch und hat mit seiner verständnisvollen Frau „Lis“ das große Glück gefunden, denn sie unterstützt ihn in allen Lebenslagen und bringt Verständnis für jegliche seiner Tätigkeiten auf – sei es Beruf, Jagd oder seine Funktionärstätigkeit. Gemeinsam haben die beiden drei Söhne, die das Familienglück vervollständigen. Die Kärntner Jägerschaft wünscht dem Jubilar alles erdenklich Gute und ein kräftiges Weidmannsheil! Auf dass er seine Kompetenz noch lange in den Dienst der Kärntner Jagd stellen möge.

Bücher / Filme

Halali – Der 3D-Jagdfilm – Ankündigung Seit eineinhalb Jahren laufen die Dreharbeiten für den 3D-Jagdfilm „Halali“, der unter Regie von Prof. Kurt Mündl entsteht. Der Ort der Handlung geht von der Pannonischen Tiefebene bis in die höchsten Alpenregionen. Es wird ein Film über die Jagd für Jägerinnen und Jäger und Naturinteressierte, der alle in den Bann ziehen wird. Spektakulärste Tier-, Natur- und Landschaftsaufnahmen in 3D werden die Besucher begeistern. Mit dem Film wird ein wahres Bild der Jagd gezeigt, das mit vielen Missverständnissen, wie heute über die Jagd berichtet wird, aufräumt. Dabei wird es auch für Jäger vie-

les zu entdecken geben, optische Kleinode, die man selbst noch nicht auf der Pirsch gesehen hat. Alles ist szenisch in internationaler Highend-Qualität dargestellt, und der 3D-Effekt erlaubt Impressionen und Einblicke, die selbst erfahrene Jäger in Erstaunen versetzen werden. Filmstart ist für November/Dezember 2016 vorgesehen – der 90minütige Film wird im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen sein. Weiters wird es eine englischsprachige Version für den internationalen Kinoauftritt und ein eigenes Buch, d. h. einen Prachtband, zum Kinostart geben.

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Kärntner Jäger

B Ü C H E R / W O R TA N Z E I G E N / I M P R E S S U M

Nr. 228/2016

Bücher Halali, Weidwerk · Jäger · Wild Kurt Mündl, ISBN: 978-3-8404-8507-7, € 29,90 Erscheint im November 2016

„Jagdhunde fotografieren“ Regine Heuser, € 29,95, Bestellmöglichkeit: Franzis Verlag GmbH, 85540 Haar, RichardReitzner-Allee 2, Tel.: 0800/3225 544, E-Mail: info@franzis.de, Internet: www.franzis.de Hunde vor der Kamera sind kein leichtes Unterfangen und das Fotografieren von Jagdhunden bei der Arbeit ist noch viel schwieriger, besonders wenn die Ergebnisse wirklich gut werden sollen. Stellen Sie sich der Herausforderung und fangen Sie die Dynamik und Lebensfreude Ihres Jagdhundes bei der Ausbildung, während der Jagd und beim StudioShooting in atemberaubenden Bildern ein. Achtung, Flugwild kommt! Fotografieren Sie Jagdhunde bei der Arbeit oder beim Training mit Felldummys und studieren Sie dabei den Bewegungsablauf des Hundes. Halten Sie spannende Momente beim Wassershooting fest. Zeigen Sie die Hunde in Vorstehposition, bei der Schleppenarbeit, bei der Schweißarbeit, beim Stöbern auf Niederwild, porträtieren Sie Jäger und Hund und vieles mehr. Tipps von einer erfahrenen Tierfotografin Regine Heuser zeigt Ihnen in diesem Buch ein ganzes Arsenal an Möglichkeiten, kreativ zu fotografieren – immer mit dem Ziel, möglichst mit manuellen Kameraeinstellungen zu arbeiten. Nach und nach lernen Sie das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO gezielt einzusetzen. Parallel zu den fotografischen Anforderungen entwickeln Sie mit diesem Buch ein Gespür für das richtige Motiv, das richtige Setting und den richtigen Moment, um in Zukunft selbst perfekte Fotos zu schießen, die den Charakter des Hundes widerspiegeln.

„Das Messer – Faszination eines Werkzeuges“ Norbert Leitner, ISBN: 978-3-7104-0093-3, € 4,99, Bestellmöglichkeit: Im Buchhandel und auf www.servusmarktplatz.com Form, Klinge, Geometrie, Material und Griff – um die Qualität eines Messers schätzen zu können,

gibt es viel zu beachten. In seinem Buch „Das Messer“, aus der Servus-Reihe DAS GROSSE KLEINE BUCH, hat der Autor Norbert Leitner sein Wissen aus vielen Jahren Handwerk und aus seiner Erfahrung als Überlebenstrainer zusammengetragen. Dabei erfährt die Leserin und der Leser, wie dieses Werkzeug auf ursprüngliche Art und Weise hergestellt wird, wie die Arbeit als Messermacher zu einer Leidenschaft für Leitner wurde und was es bei einem guten Messer zu beachten gilt. Die passende Pflege wird ebenso vorgestellt wie der optimale Schliff und der richtige Umgang mit den scharfen Klingen. Die einzelnen Kapitel sind mit vielen ästhetischen Aufnahmen bebildert. Selbst ein Vater gibt der Autor praktische Tipps und kreative Anregungen für das Schnitzen mit Kindern. Über den Autor: Norbert Leitner, 1972 in Linz geboren, beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit dem Leben und Überleben in der Natur. In seiner kleinen Werkstatt fertigt er Messerunikate in reinster Handarbeit, dabei folgt er seinem eigenen Kompass. Sein Handwerk ist Ausdruck für Eigensinn und Kreativität. Seine Messer werden von namhaften Abenteurern verwendet und finden Liebhaber in der ganzen Welt. Sein Wissen gibt Norbert Leitner auch in Kursen weiter. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im oberösterreichischen Innviertel.

Rehe in Europa Bruno Hespeler, ISBN: 978-3-85208-145-8, € 65,00, Bestellmöglichkeit: Österreichischer Jagdund Fischerei-Verlag, 1080 Wien, Wickenburggasse 3, Tel.: 01/4051 636-39, Fax.: 01/4051 636-59, E-mail: verlag@jagd.at, Internet: www.jagd.at Bruno Hespeler ist einer der erfahrensten Rehwild-Praktiker Mitteleuropas. Er hat die Rehe und auch die Forschung an Rehen zeit seines Lebens hautnah miterlebt. Im Buch „Rehwild in Europa“ legt er sein ganzes Wissen ums Rehwild vor: Wie verhalten sich Rehe im Jahreslauf? Wie nutzen sie ihre Lebensräume? Kann man sie zählen? Brauchen Rehe einen Abschussplan? Wie sicher ist die Altersansprache? – Dies sind nur ein paar der Fragen, die in diesem kapitalen, großzügig illustrierten Werk beantwortet werden. Besonders interessant: Die Übersichten, wie man in den anderen Ländern Europas mit den Rehen umgeht. Aus dem Inhalt: – Biologie und Ökologie des Rehwildes – Verbreitung – Körperbau und Körperfunktion – Lebensräume (Forstwirtschaft fördert Rehe, Umweltverschmutzung, Hegemaßnahmen, Fütterung?) – Verhalten im Jahreslauf – Bestandeserfassung (vermutete und tat-

sächliche Wilddichten, Zählung?, Tierzucht oder Jagd? usw.) – Die Altersbestimmung – Gute und schlechte Vererber – Die Jagd (Jagd im Jahreslauf, Jagdmethoden, Trophäenschau, Geht es auch ohne Jagd? usw.) – Schäden am Wald (Sichtbare und unsichtbare Schäden, Verbissmonitoring, Baumschutz usw.) – Rehwild in Europa (Übersichten Schusszeiten, Klasseneinteilungen, Schrotschuss, Bogenjagd usw.)

Wortanzeigen FERIENWOHNUNG im Lavanttal auf der Koralpe in Kärnten zu verkaufen. 1.450m Seehöhe. Komplett, hochwertig im Alpenstil eingerichtet, 31,5m2, Hausverwaltung vorhanden. Ruhiges erholsames Naturgebiet. Kaufpreis € 55.000 (VB). Tel.: 0049/1 7273 38067. Kaufe gebrauchte Waffen (auch Faustfeuerwaffen), Firma Salberger, Lavamünd, Telefon 04356/2360; E-Mail: waffen@salberger.at Homepage: www.waffen-salberger.at KARPATEN STEINSALZ – BERGKERN. Die optimale Bedarfsdeckung für das Wild. Abhofverkauf oder Zustellung frei Haus. Tschadamer-Hof, 9556 Liebenfels. Tel.: 04215/2200 od. 0664/4065 757. Verkaufe wegen Aufgabe der Jagd günstig: 1 Stk Repetierer Mauser, Kal. 243 mit ZF Habicht 6-fach; 1 Stk. Doppelflinte „Monte Carlo“ Kal. 16. Anfragen: 0664/ 4373 771. Zirbenbretter und Schwartlinge gehobelt 10 – 24mm Stärke, für Jagdhütten und Hochsitzbau ab 3 €/m2 zu verkaufen. Sägewerk GREILER, 9571 Sirnitz 31, Tel. 0664/1321 322 oder 04279/7193. Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: Kärntner Jägerschaft, Mageregger Straße 175, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, Tel.: 0463/5114 69-26, Fax: 0463/5114 69-20. Redaktion ebendort. Mitteilungs- und Informationsorgan im Sinne der satzungsmäßigen Aufgaben der Kärntner Jägerschaft. Alleininhaber: Kärntner Jägerschaft. Redaktionsteam: Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger (gesamtverantwortlich für den redaktionellen Inhalt), Mag. Gerald Muralt. Red.-Mitarbeiterin: Angelika Schönhart, 0463/5114 69-13, redaktion@kaerntner-jaegerschaft.at Anzeigenverwaltung: Otto Kornprat, 0463/5114 69-11, otto.kornprat@kaerntner-jaegerschaft.at MEDIADATEN und Tarife gültig ab 1. 1. 2012. Anschrift Redaktion: siehe Herausgeberanschrift. Layout: Printmaster GmbH., 9020 Klagenfurt am Wörthersee, Domgasse 8, Tel.: 0463/5980 20. Druck: Stiepan Druck, Hirtenbergerstraße 31, 2544 Leobersdorf. Erscheinungsweise: sechsmal jährlich (Februar, April, Juni, August, Oktober, Dezember). Für Mitglieder kostenlos. Titelfoto: Dietmar Streitmaier Redaktionsschluss ist jeweils am 7. Jänner, 1. März, 1. Mai, 1. Juli, 1. September und 1. November.


TOT E N TA F E L

Nr. 228/2016

Kärntner Jäger

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Die Kärntner Jägerschaft trauert um Bezirksjägermeister Ing. Carl Gressel Am 5. Juni 2016 verstarb Bezirksjägermeister Ing. Carl Gressel im 62. Lebensjahr nach langer schwerer Krankheit. Carl Gressel entstammte einer angesehenen Gailtaler Familie. Nach der Volksschule in Kötschach-Mauthen und dem Gymnasium in Lienz absolvierte er die Landwirtschaftliche Fachschule in Kleßheim/Salzburg. Gressel erfuhr auch eine hohe militärische Ausbildung und gehörte u. a. dem Österreichischen Bundesheer als Hauptmann an. Als Eigenjagdbesitzer war er stets ein großzügiger „Jagdherr“, vor allem auch für viele Jungjäger. Das Plöckengebiet mit 1.460ha war seine Heimat. Bereits sein Großvater und Vater waren in öffentlichen jagdlichen und militärischen Funktionen tätig. So ist auch Ing. Gressel diesem Weg gefolgt und übernahm 2002 die jagdliche Leitung des Jagdbezirkes Hermagor. Diesen führte er 14 Jahre lang mit Innovationskraft, Gewissenhaftigkeit, Weitblick und großer Sachkenntnis. Seine prägnanten Wortmeldungen stellten stets einen Fixpunkt in den Landesausschusssitzungen dar. Der Interessens-

einzelnen Wildarten im Lesachtal wurden im Rahmen dieses Projektes analysiert und ein Interessensausgleich mit Vorbildfunktion und Modellcharakter herbeigeführt. Als Vorstandsmitglied des Kärntner Almwirtschaftsvereins setzte er sich unter anderem für die Revitalisierung der Almen ein; nicht nur wegen der Erhaltung der Kulturlandschaft, sondern auch wegen der Einkommensmöglichkeiten für den immer kleiner werdenden Bauernstand.

ausgleich in der Naturnutzungsfrage und der Erhalt der Kulturlandschaft waren ihm als Land-, Forst-, Almwirt und Jäger mit Herz und Verstand besonders große Anliegen. Er hat in diesem Bereich Meilensteine im Kärntner Jagdwesen gesetzt.

Die Kärntner Jägerschaft hat Carl Gressel im Jahr 2012 mit dem Ehrenzeichen ausgezeichnet. Ehrenhaft und menschlich zutiefst bewundernswert war auch die Art, wie er den Kampf mit seiner Krankheit gefochten und letzten Endes leider verloren hat.

Wichtig war dem angesehenen Jägerschaftsfunktionär auch ein gutes Einvernehmen zwischen Waldbauern, Forstleuten und Jägern. Durch ihn wurde das Projekt Berg-Mensch-Wildtier ins Leben gerufen. Touristische Nutzungen und deren Auswirkungen auf die

Mit großer Dankbarkeit und Anerkennung erinnert sich die Kärntner Jägerschaft an seine Tätigkeit im Dienste der Kärntner Jagd und wird Carl Gressel als vorbildlichem Funktionär und Visionär stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Wir gedenken unserer Weidkameraden Bezirk Klagenfurt Dkfm. Czernin Vinzenz, Grafenstein Puck Maria, Maria Saal Tramschek Anton, Klagenfurt a. W. Wulz Günter, Pubersdorf

Bezirk Villach Ing. Maier Michael, Weissenstein Dir. Matschek Walter, Wernberg Rink Heimo, Nötsch Unterscheider sen. Friedrich, Feld/See

Bezirk Hermagor BJM Ing. Gressel Carl, Kötschach-Mauthen Schoba Rudolf, Kirchbach

Bezirk Spittal/Drau Baier sen. Franz, Malta Regittnig Hellmut, Döbriach Prof. Dkfm. Schachner Gilbert, Obervellach Unterweger Werner H., Spittal/Drau

Bezirk St. Veit/Glan Aspernig Franz, Eberstein Auer-Welsbach Ingrid, Meiselding Bezirk Wolfsberg Grässl Johann, Preitenegg Grubelnig Stefan, Lavamünd Mitterbacher Konrad, Preitenegg Bezirk Völkermarkt Erschen sen. Josef, Eberndorf Hacker Wolfgang, Völkermarkt Jamnig sen. Josef, Mittertrixen Krapesch Franz, Diex


Kärntner Jäger Ausgabe 228  
Kärntner Jäger Ausgabe 228