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Das Studentenmagazin Juni/Juli/Aug. 14 Ausgabe #10 www.kaepselemagazin.de Gratis

Studenten in Seelennot

Über den Dächern

Wie Berater zu

ein Türmer

helfen versuchen

in Tübingen

Seite 26

Seite 34

Ausland:

Die Wüste lebt Leben und studieren in Abu Dhabi

Seite 54


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Liebe Leserin, lieber Leser, „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus!“ Das ist eine Liedzeile von einem Notenblatt – dem ersten Eintrag bei GoogleBilder, wenn man nach „der Mai“ sucht. Wir haben lange darüber gegrübelt, was uns der Künstler sagen will. Saßen daheim rum, malten Diagramme auf Blätter (nicht die von ausschlagenden Bäumen!), blickten uns mit sorgenvoller Miene an und zuckten mit den Achseln. Dann hatten wir keine Lust mehr. Schien nämlich die Sonne draußen. Wir mussten an Peter Maffay denken. „Und es war Sommer . . .“ Gründe sich zu freuen gibt’s noch mehr: Wir feiern ein Jahr Käpsele und danken unseren treuen Lesern dafür, dass wir dieses Heft immer wieder aufs Neue machen dürfen. Aber jetzt ist erst mal Pause: Semesterferien. Und Sommer! (Haben wir das schon erwähnt?) Und Fußball-WM. Heißt für uns: Wir sehen uns beim Public Viewing und lesen uns im Herbst wieder. Das nächste Käpsele erscheint am 15. September. Also nicht wundern, weinen oder sorgen, wenn euer Lieblingsmagazin nicht wie gewohnt am 15. Juli an den Hochschulen der Region zu finden ist. Apropos finden. Wir finden, dass es langsam an der Zeit ist, für klare Verhältnisse zu sorgen. Klare Verhältnisse darüber, was euch in dieser Ausgabe erwartet: Wir haben uns mental auf die Fußball-WM vorbereitet, die ja bald startet, weil Sommer ist. (Haben wir das schon erwähnt?) Deswegen haben wir mit dem Junioren-Bundestrainer Marcus Sorg unter anderem über Physik gesprochen. Außerdem sind wir der Frage auf den Grund gegangen, wie zur Hölle man auf die Idee kommt, ein Studium namens Historische Tasteninstrumente zu beginnen. Und wir haben uns Tipps geben lassen, wie man mit (echten) Sorgen im Studium umgeht.

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Aber nun genug! Viel Spaß, einen schönen Sommer und eine spannende WM, wünschen

Das Studentenmagazin

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Erfolg für die Akademie der Bildenden Künste: Sie stellt einige der „100 besten Plakate“ 2013.

20 Zu Gast in einer Stuttgarter WG: Martin Kordić bei der Premiere der zwischen/miete.

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Ein Klavier? Nein. Ein Piano? Awa. Die wahren Könner studieren Cembalo & Co.

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Aus den Hochschulen 06

Ausgezeichnetes Design

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Studienreise nach New York

Die Kunstakademie und ihre Plakathelden

Tübinger Studenten bei der UN-Simulation

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Männer für die Kleinsten

Die PH Ludwigsburg wirbt um Grundschullehrer

Studieren im Ausland

Diesmal: Abu Dhabi

34 Hoch auf dem Kirchturm Türmer Willi Bothner geht an die Uni

Aus dem Leben 16 Ein Physiker und Fußballtrainer

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Schneller lesen

Marcus Sorg über seinen Spagat

Ein Gastbeitrag vom Motivationsexperten

20 Ein Autor zur Zwischenmiete

60 Termintipps

Neue Lesereihe will für Literatur begeistern

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Was geht in den nächsten Wochen?

Wenn der Stress überhandnimmt

Die Beratungsstellen der Studentenwerke

Aus deR Reihe 24 Bücher des Monats

48 Die studieren waaas?!

Der neueste Tipp und der Liebling der Redaktion

Diesmal: Historische Tasteninstrumente

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46 Unnützes Stuttgart-Wissen

Heute aber nicht

Eine Kurzgeschichte von Nicolai Köppel

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Was du wirklich nicht erfahren musst

Filme des Monats

Die neuesten Tipps und der Liebling der Redaktion

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Her mit dem Wow-Effekt Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart stellt acht Gewinner beim Wettbewerb „100 beste Plakate“. Die angehenden Grafikdesigner erfreuen sich während ihres Studiums paradiesischer Zustände. ECTS-Punkte? Für sie ein Fremdwort. Von Julia Knorr

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enn wir in der Stadt unterwegs sind, begegnen sie uns überall: Auf Litfaßsäulen, in Bahnstationen oder an der Klotür im Club. Es gibt sie in allen erdenklichen Formen, mal farbenfroh und frech, mal schlicht und seriös. Plakate sind ein Teil unseres Stadtbilds. Aber warum bleiben uns manche von ihnen im Kopf, während andere sofort in der Bilderflut untergehen? „Ein gutes Plakat muss die Leute vom Fahrrad holen“, erklärt Steffen Knöll, „es muss ihre Aufmerksamkeit gewinnen.“ Der 24-Jährige weiß, wovon er spricht. Er studiert Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und beschäftigt sich dort schwerpunktmäßig mit Plakatgestaltung. Zwei seiner Plakate wurden jüngst von einer Expertenjury beim für den gesamten deutschsprachigen Raum ausgeschriebenen Design-Wettbewerb „100 beste Plakate 2013“ prämiert. An der Kunstakademie steht er damit nicht allein da. Sieben seiner Kommilitonen konnten

die Juroren ebenfalls überzeugen, auch Fabian Krauss und Mark Bohle gehören zu den Gewinnern. Überrascht hat das Letzteren nicht. „In den vergangenen beiden Jahren waren wir auch schon mit in der Auswahl“, erzählt der 27-jährige Bohle. „Außerdem habe ich dieses Mal mit einem Kommilitonen vierzehn Arbeiten eingereicht“, meint er grinsend. Insgesamt hatten sich an dem Wettbewerb 486 Gestalter mit rund 1700 Werken beteiligt. Davon waren 159 Studenten. Der Großteil der eingereichten Plakate stammte von Grafik- oder Design-Büros, Einzelgestaltern und Druckereien. Was aber macht die Plakate der Studenten des Kommunikationsdesigns so besonders? „Wir wollen neue Wege gehen“, sagt Steffen. Ein Plakat müsse originell sein, überraschen und Neugierde wecken. „Wenn man Liebe darstellen will, sollte man kein Herz verwenden“, meint der 24-Jährige augenzwinkernd. Eines von Marks prämierten Plakaten zeigt zum Beispiel einen beschrifteten Pflasterstein und kündigt damit einen Vortrag des Designers Alex Jordan an. Nicht gerade naheliegend – oder etwa doch? 07


„Jordan war immer politisch engagiert“, erklärt Mark Bohle, „deswegen kam mir die Idee mit dem Pflasterstein, der ja auch für politische Revolution steht.“ Die Botschaft muss also nicht immer sofort ins Auge springen. Das sei vor allem bei der Zusammenarbeit mit externen Auftraggebern nicht immer einfach. Man müsse den Kunden manchmal davon überzeugen, dass es nicht zwingend das Beste sei, den Firmennamen riesengroß abzudrucken. Trotz solcher Uneinigkeiten gefällt Steffen vor allem die Freiheit, die er beim Arbeiten genießt. „Ich hatte noch nie so viel Spaß wie während des Studiums“, sagt er. Ziemlich paradiesisch klingt es auch, wenn die Diplomstudenten von ihrem Studienalltag erzählen. „Es ist das krasse Gegenteil zum Bachelor-MasterSystem. Ich weiß gar nicht, ob wir überhaupt ECTS-Punkte sammeln“, meint Mark lachend. Während es im Grundstudium noch Vorgaben vom Professor gibt, arbeiten die angehenden Grafikdesigner später hauptsächlich selbstständig an Ideen und Projekten. Dazu zählen nicht nur Plakate, sondern auch Bücher, Magazine und das Corporate Design von Unternehmen.

Anstelle von Präsenzveranstaltungen treffen sich die Studenten zu Einzelgesprächen mit ihrem Professor. Manch ein gestresster Bachelorstudent wird sich einen solchen Stundenplan gar nicht vorstellen können. Doch Mark widerspricht: „Wir müssen uns schon richtig hart den Arsch aufreißen. Sonst bringt das Studium nichts. Aber es ist alles eher auf freiwilliger Basis.“ Unterstützt wurden Mark, Steffen und ihre Kommilitonen dabei bis zum vergangenen Jahr von ihrem Professor Niklaus Troxler. Der bekannte Schweizer Grafikdesigner ist stolz auf seine ehemaligen Schützlinge. „Sie haben gelernt, spontan und offen zu sein und etwas von ihrer Persönlichkeit ins Plakat miteinzubringen“, sagt er. Obwohl Troxler schon seit mehr als 40 Jahren in seinem Metier tätig ist, begeistert ihn die Plakatgestaltung noch immer. Da man Menschen zeitgemäß und somit immer neu ansprechen müsse, werde es nie langweilig. „Es ist jedes Mal wieder eine Herausforderung“, meint Troxler, „man fängt immer mit einem weißen Blatt an.“

Drei Gewinner: Steffen Knöll, Mark Bohle und Fabian Krauss (von links). . .

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. . . und ihre Werke: oben dreimal Krauss, unten links Knรถll, rechts Bohle.

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Damit „Recht“ für Fr kein Fremdwort bleib Auch heute noch bleiben vielen Frauen auf der Welt ihre Rechte verwehrt und die Armut trifft sie besonders hart. CARE gibt ihnen eine Chance – durch Bildung und Unterstützung im Kampf für gleiche Rechte.

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Neue Männer braucht das Land Ist Grundschullehramt ein Frauenberuf? Marius Gelbing findet das nicht. Trotzdem sind nur rund ein Fünftel seiner Kommilitonen an der PH Ludwigsburg männlich. Mit dem Boys‘ Day versucht die Hochschule das zu ändern. Von Katrin Bohnenberger

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ingen, basteln, Stuhlkreis bilden. Das Klischee vom Grundschullehrer hält sich hartnäckig, vor allem bei Männern. Nicht nur an der PH Ludwigsburg sind männliche Studenten im Grundschullehramt eine Rarität. Bundesweit sind gerade einmal 13 Prozent aller Grundschullehrer männlich. „Das ist schade für die Schülerinnen und Schüler“, sagt Elke Sieber, Koordinatorin des Boys‘ Day an der PH Ludwigsburg. „Vor allem den Jungs fehlt es in den Grundschulen oft an männlichen Vorbildern und Bezugspersonen.“ Seit 2011 organisiert Sieber deshalb mit ihren Kollegen den Boys‘ Day an der Hochschule. Analog zum Girls‘ Day sollen Jungs zwischen elf und 16 Jahren für den vermeintlichen Frauenberuf des Grundschullehrers motiviert werden. In Führungen durch die Kunstwerkstätten der Hochschule, Workshops für mentales Training im Sportunterricht oder in Kurzlehrgängen in Street Dance sowie Kampfkunst sollten die Schüler das vielfältige Tätigkeitsfeld des Grundschullehrers kennenlernen. „Wenn ich mit den Jungs danach ins Gespräch komme, sagen manche auch, sie könnten sich vorstellen, später als Lehrer zu arbeiten“, sagt Elke Sieber (Foto unten). Trotzdem entscheidet sich ein Großteil der Jungs nach dem Abitur für andere Studiengänge. Das habe unterschiedliche Gründe. „Häufig liegt es daran, dass sich die Männer die Arbeit mit Kindern nicht zutrauen“, sagt die Koordinatorin des Boys‘ Day.

„Dabei glaube ich, dass es ganz fantastische Männer gibt, die das können. Und wir brauchen ganz dringend Männer“, sagt Sieber. Dass im Lehrberuf Familie und Arbeit gut vereinbar sind, sei trotz Rollenumdenken noch immer vorwiegend für Frauen ein Anreiz für das Lehramt. „Für Männer ist das selten ein Beweggrund. Vor allem spielt für sie auch das Entgelt eine große Rolle, und das ist im Grundschullehramt nicht so wahnsinnig viel.“ Der Student Marius Gelbing (Foto oben) hat sich davon nicht abbringen lassen. Er studiert im fünften Semester Lehramt für Sonderpädagogik und wird später an einer Sonderschule oder einer regulären Grundschule beschäftigt sein. „Als Lehrer hat man einen ziemlich sicheren Job und davon mal abgesehen, ist der Beruf abwechslungsreich. Da ist kein Tag wie der andere“, sagt er.

Freunde schwanken zwischen Respekt und Unverständnis Spricht er mit anderen über sein Studium und seinen Berufswunsch, fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. „Die einen fragen, wie ich mir das nur antun kann. Einige finden mein Berufsziel aber auch cool und haben sogar Respekt davor“, sagt er. Dass Lehramt für Grund- oder Sonderschulen ein Frauenberuf sei, findet Marius entgegen man13


cher Meinung nicht. Das Studium sei schließlich breit gefächert: Neben Pflichtfächern, wie Erziehungswissenschaft und Psychologie, habe man von den Naturwissenschaften bis zur Politikwissenschaft und Soziologie zahlreiche Wahlmöglichkeiten. Dass er einmal Lehrer werden könnte, sei dem Studenten nach dem Abitur nicht sofort in den Sinn gekommen. Erst nach einem freiwilligen sozialen Jahr an einer Schule für Körperbehinderte sei der Lehrberuf in sein Blickfeld gerückt. „Davor konnte ich mir das nicht vorstellen. Aber die Arbeit mit den Kindern hat mir Spaß gemacht“, sagt der Student. „Im Studium kann ich das außerdem jetzt alles auf meine Interessen anpassen. Ich studiere unter anderem Sport, und das ist genau mein Ding.“ Einen Frauenanteil von rund 80 Prozent habe Marius in seinem Studium nicht erwartet, doch er nimmt es gelassen. „Eigentlich ist das total entspannt“, sagt der Student. Die Männer würden sich unter diesen Umständen schnell anfreunden. Außerdem habe er viele Frauen in seinem Freundeskreis. „Ein Studium unter so vielen Frauen hat auch seine

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Ein Studium unter so vielen Frauen hat auch seine Vorteile.“ Vorteile“, sagt Marius. „Gerade wenn man in einem Seminar sitzt und von 30 Personen nur drei Jungs sind, wird man von den Dozenten manchmal schon anders wahrgenommen. Manche freuen sich, dass wir da sind.“ Ähnliche Erfahrungen habe er auch in seinem Praktikum an einer Grundschule in Ludwigsburg gemacht. Ein Semester lang unterrichtete Marius mit Kommilitonen einen Tag in der Woche Sport in einer zweiten Klasse. „Die Schüler haben sich gefreut, dass sie von Jungs unterrichtet werden. Sie sehen einen ja auch ein bisschen als Vorbild“, sagt Marius. „Das macht dann schon Spaß.“


Erzieher/Innen gesucht! Konzept-e ist seit 1988 der Spezialist für Ganztagesbetreuung mit hohem Qualitätsanspruch. Wir betreiben rund 40 Kinderhäuser, zwei Grundschulen und Fachschulen für Erzieher/innen. Unser pädagogisches Konzept ist im element-i-Leitbild definiert. Für unsere element-i-Kinderhäuser suchen wir ab sofort oder später Erzieher/innen Ihre Aufgaben: Liebevolle Betreuung und Begleitung der Kinder entsprechend unseres pädagogischen Konzepts, das wir ständig weiterentwickeln Regelmäßige Beobachtung der eigenen Bezugskinder, Dokumentation der Beobachtungen und Durchführung von Elterngesprächen Übernahme von Aufgaben in einem gleichberechtigten Team Regelmäßige Teilnahme an unseren Kita-übergreifenden Kongressen und Seminaren Sie bringen mit: Eine staatlich anerkannte Ausbildung als Erzieher/in oder eine vergleichbare Ausbildung, die es ermöglicht, dass Sie als Fachkraft in einer Kindertagesstätte anerkannt werden Engagement für Ihre Kinder, Ihre Kita und Ihre pädagogische Arbeit Freude an der Arbeit in einem Kinderhaus Interesse an Ihrer persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung Wir bieten Ihnen: Ein außergewöhnliches, innovatives pädagogisches Konzept Eine gute Arbeitsatmosphäre und viel Freiraum für die Umsetzung eigener Ideen Beratung und Unterstützung durch Coaching Vielfältige Möglichkeiten Beruf und Familie zu vereinbaren Ein internes Angebot der beruflichen Weiterentwicklung Weitere Informationen über unser Unternehmen finden Sie unter www.konzept-e.de. Interessiert? Bei Interesse nutzen Sie ganz einfach unser Online-Formular um Ihre Bewerbung an uns zu übermitteln.


Es lebe die Abwechslung Marcus Sorg kickte beim VfB Stuttgart und studierte parallel an der Hochschule für Technik. Im Interview spricht der DFB-Trainer über sein Leben zwischen Physik und Fußball. Von Ben Schieler Herr Sorg, Ende Mai geht es für Sie mit der U19-Nationalmannschaft in der Eliterunde gegen Litauen, Dänemark und Spanien um die Qualifikation für die diesjährige EM in Ungarn. Wie ist Ihr Gefühl? Ich freue mich wahnsinnig drauf. Das sind drei richtig gute Mannschaften, und es ist eine tolle Aufgabe für uns. Ich bin absolut überzeugt, dass wir die Fähigkeit haben, die Runde zu überstehen. Natürlich braucht es das nötige Quäntchen Glück, die Qualität haben wir aber.

Sie sind seit Herbst 2013 beim DFB tätig. Was schätzen Sie an der Arbeit? Ich schätze daran, dass ich mit sehr vielen unterschiedlichen Leuten in Kontakt komme. Der vielfältige Austausch erweitert das Wissen. Das ist ein hohes Gut.

Es gab bereits kurz nach Ihrer Verpflichtung als U-19-Trainer Spekulationen darüber, Sie könnten nach der WM 2014 in Brasilien die Nachfolge von Hansi Flick als Co-Trainer der Nationalmannschaft übernehmen. Was ist da dran? Wie Sie es in der Frage schon richtig formuliert haben. Es sind Spekulationen.

Aber Sie würden sich nicht dagegen wehren? 16

Ich konzentriere mich lieber auf das, was ich in der Hand habe. Die jetzige Aufgabe mit der U-19-Nationalmannschaft ist schön genug.

Sie waren als Spieler bei den Amateuren des VfB Stuttgart, Ihre Trainerlaufbahn starteten Sie später bei den Stuttgarter Kickers. Bestehen noch Kontakte in die Stadt? Natürlich, ich habe ja 17 Jahre in Stuttgart gelebt. Zu den Vereinen sind sie eher lose, teilweise durch die Spieler, die in der Nationalmannschaft spielen. Nichtsdestotrotz verfolge ich den Werdegang der Clubs.

Die Gretchenfrage in Stuttgart ist immer: VfB oder Kickers. Sind Sie ein Roter oder ein Blauer? Das muss natürlich jeder für sich beantworten, aber für mich ist das keine Entwederoder-Frage, für mich ist das ein Und. Beide Vereine haben eine eigene Historie und einen eigenen Charakter. Ich habe sowohl beim VfB als auch bei den Kickers gerne gearbeitet.

Sie haben während Ihrer Zeit beim VfB ein Studium der Grundlagen- und Bauphysik an der Hochschule für Technik begonnen. Waren Sie damit ein Exot im Team? Ja. Es gab noch Dietmar Bufka, der auch kurz bei den Profis gespielt hat und später


Ich wĂźrde keinem Spieler raten, die Schule abzubrechen. Eine duale Ausbildung ist wichtig.“

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Das Estadio de Balaidos im nordspanischen Vigo. Dort kämpft die deutsche U-19-Nationalmannschaft von Ende Mai an um sogar promovierte, aber der hat sein Studium erst begonnen, als seine Karriere wegen einer Sportinvalidität beendet war. In der Mannschaft hat das aber keine Rolle gespielt. Das waren damals noch andere Zeiten als heute in der 3. Liga. Es war eher semiprofessionell, wir haben nur einmal täglich trainiert, nicht zweimal. Für mich war es trotzdem stressig, weil ich nie frei hatte. Standen im Studium die Semesterferien an, ging es im Fußball in die Saisonvorbereitung. Hatte ich im Fußball frei, begann im Studium die Prüfungszeit.

Wie kam es zu der Studienwahl? Das hat sich so ergeben. Ich wollte etwas Naturwissenschaftliches machen. Als klar war, dass ich nach Stuttgart zum VfB gehe,

Das Gefühl eines typischen Studentenlebens kam also nicht auf? Nein, das war bei mir eher untypisch. Dafür hatten andere Dinge für mich einen hohen Wert. Die Abwechslung zwischen Studium und Sport und die unterschiedliche Belastung von Kopf und Körper haben mir sehr geholfen. Ich hatte Phasen längerer Verletzungen, in denen es gut war, dass es da noch einen anderen Arbeitsbereich gab, an dem ich mich hochziehen konnte. Wenn du nur eine Sache hast, in der du aktiv bist, und in der klemmt es dann, ist es schwieriger, wieder Selbstbewusstsein zu tanken. Außerdem tut es unwahrscheinlich gut, mal Leute zu haben, mit denen du nicht die ganze Zeit über Fußball sprichst. 18

Einer von Sorgs Jungs: Felix Lohkemper vom VfB Stuttgart.


m die Qualifikation zur Europameisterschaft, die dann im Juli in Ungarn stattfindet. habe ich mich über die Möglichkeiten schlau gemacht und mich dann für die Grundlagenund Bauphysik entschieden, weil ich schon in der Schule den Schwerpunkt Mathe und Physik hatte und ich einen Ausgleich zum Sport haben wollte.

Gibt es einen zentralen Punkt, den Sie im Studium gelernt haben? Ja, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und unterschiedlichen Begebenheiten anzupassen. Im Ingenieursstudium geht es immer darum, die Lösung für ein Problem zu finden. Das hilft mir bis heute auch als Trainer unglaublich, obwohl der Sport mit dem Ingenieurswesen wenig zu tun hat.

Stand zur Debatte, das zu Ihrem Hauptberuf zu machen? Das stand nicht nur zur Debatte, das habe ich gemacht. Ich hatte fünf Jahre lang ein eigenes Ingenieursbüro mit Kollegen und habe mich parallel mit dem Trainerwesen beschäftigt. Das hat mir so viel Spaß bereitet, dass klar war: Wenn ich die Möglichkeit habe, das zum Hauptberuf zu machen, tue ich das. Ich habe mich dann sukzessive aus dem Büro zurückgezogen.

Raten Sie auch Ihren Spielern, zweigleisig zu fahren, falls es mit der erhofften Profikarriere nicht klappt? Die duale Ausbildung ist im Nachwuchsbereich extrem wichtig. Ich würde keinem Spieler raten, die Schule abzubrechen. Nach dem Abschluss kann man durchaus ein, zwei Jahre versuchen, alles auf eine Karte zu setzen und die Zeit auch zu nutzen, um herauszufinden, was man eigentlich will. Wenn du heute mit 23 Jahren ein Studium beginnst, ist trotzdem noch alles im grünen Bereich.

Marcus Sorg, geboren 1965 in Ulm, ist Physiker und Fußballer. Seine sportliche Karriere begann er bei der TSG Söflingen, bevor er zum SSV Ulm wechselte. Während seines Studiums der Grundlagen- und Bauphysik an der Hochschule für Technik spielte er bei den Amateuren des VfB Stuttgart. Als Trainer arbeitete er unter anderem bei den Stuttgarter Kickers und dem Bundesligisten SC Freiburg. Seit 1. Juli 2013 betreut er die U-19Nationalmannschaft.

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Buchbesprechung mit Bettgeflüster Literatur ist nichts für junge Menschen? Die neue Lesereihe „zwischen/miete“ beweist das Gegenteil. Was in der Studentenstadt Freiburg funktioniert, hatte jetzt in Stuttgart Premiere: Schriftsteller besuchen Wohngemeinschaften. Eindrücke vom ersten Mal. Von Caroline Messick

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in milder Dienstagabend Ende April. Longboarder bahnen sich ihre Wege durch die Stuttgarter Innenstadt, vorbei an vollen Kneipen – Atlético Madrid spielt gerade gegen den FC Chelsea im Hinspiel des ChampionsLeague-Halbfinals. Ich hingegen passiere Hegel-, Hölderlin- und Lessingstraße, mein Weg führt mich geradewegs zu einer Lesung mit zeitgenössischer Literatur. Martin Kordić, ein quicklebendiger junger Autor, wird seinen Debüt-Roman „Wie ich mir das Glück vorstelle“ präsentieren – in einer Dreier-WG im Stuttgarter Norden. „Jede Lesung ist eine Zusammenkunft als Versuchsanordnung zwischen Text, Publikum und Raum . . .“, heißt es auf der FacebookSeite der neuen Veranstaltungsreihe „zwischen/miete“ des Literaturhauses Stuttgart. Der Satz wirkt wie ein Gemeinplatz der Literaturwissenschaft, von Veranstaltern gern bemüht und deswegen beinahe ausgelutscht, ein Satz, auf den man so manches Mal gerne verzichten mag. Am Ende dieses 22. April aber wird sich die dröge Theorie als durchaus fruchtbringend und praktikabel erweisen.

Eine Viertelstunde vor Beginn zeichnet sich im Hausflur ab, dass die etwa zweistündige „zwischen/miete“ zu einem recht kuscheligen Unterfangen wird. Als es um 20 Uhr losgeht, hängt das „Ausverkauft“-Schildchen längst an die Haustür. Dicht an dicht stehen Männlein und Weiblein im Wohnungsflur gedrängt, um sich für das Happening mit Bier zu wappnen. Dafür gibt’s einen Stempel auf den Arm. Und für zwei andere Bs, Buch und Brezel, gibt es weitere Stempel.

Die Sitze mit Autorenblick sind begehrt - und verdammt schnell weg Die fixen Besucher ergattern sich einen der begehrten Plätze direkt vor dem Schriftsteller im größten Zimmer der WG. Sie sind fixer als ich. Bald ist kein Durchkommen mehr. Mir bleibt nur, mich durchzukämpfen, um doch noch einen kurzen Blick in das Autorenzimmer zu werfen. Die am Boden sitzende Menge hat etwas von einem friedvoll sitzstreikenden Völkchen, und der Schreibtisch, hinter 21


dem sich Kordić in Sicherheit gebracht hat, scheint eine Art natürliche Grenze in der „Versuchsanordnung zwischen Text, Publikum und Raum“ darzustellen. Zum Glück gibt es die Lautsprecherboxen in den anderen Zimmern, auf die die Kuratorinnen der Lesereihe, Friederike Ehwald und Verena Ströbele, zu Beginn hinweisen. Wer zu diesem Zeitpunkt noch keinen Platz hat, klemmt schnurstracks die Knie unter die Arme und macht ein paar Riesenschritte über die größtenteils zur Generation Y zählende Menschenmenge, die sich mittlerweile überall auf dem Boden niedergelassen hat, in der Hoffnung, sich in der Nähe der Lautsprecher ein bequemes Fleckchen sichern zu können. Wer sich ein zweites Bier holen oder das erste wegbringen will, muss mit anschließendem Platzverweis rechnen. Dann geht es endlich los, und Kordić liest aus seinem Erstling – mit zunehmend sicherer Stimme, die auch das Publikum ruhiger werden lässt. Privatgespräche verstummen, und Handytippereien bleiben die Ausnahme, nur das Ploppen eines frischen und das Umfallen eines halbleeren Bieres durchbricht die gebannte Stille. Kordić liest über Viktor,

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seinen Hauptprotagonisten, ein Junge mit Rückenkorsett, der zur Zeit des Bosnienkriegs in einem Gebetshaus aufwächst, weil er seine Familie verloren hat. Und während er spricht, versinkt das Publikum immer tiefer in Sesseln, Ledergarnituren und Betten – auch die Zuhörer auf dem Boden strecken nun die Beine aus. Vor allem in den Lautsprecherräumen träumen sich die Gäste davon, mit jenen Schlafzimmerblicken, die man beim Hörbuchlauschen kurz vor dem Zubettgehen bekommt. Für ein jähes Erwachen sorgen die Zwischenfragen der Kuratorinnen Ehwald und Ströbele während der inhaltlichen Verschnaufpausen. Sie quetschen den Autor über Viktors Rezeptsammlung aus, erkundigen sich nach autobiografischen Hintergründen und versuchen, ihr Zielpublikum in Lese- und vielleicht sogar Literaturhauslaune zu versetzen. „Wir wollen vor allem junge Leute begeistern“, sagt Ehwald, „ein schöner Nebeneffekt wäre natürlich, wenn sie ins Literaturhaus kommen und auch die normalen Veranstaltungen besuchen würden.“ Dort sei junges Publikum Mangelware, bestätigt die 26-jährige Germanistikstudentin der Uni Stuttgart indi-


Verena Ströbele und der WG-Gastleser des Abends: Martin Kordić. rekt. Stefanie Stegmann, die neue Leiterin des Stuttgarter Literaturhauses, hat die Idee dazu aus Freiburg mitgebracht. Dort besitzt die „zwischen/miete“-Reihe bereits Tradition. Ehwald, die 2013 ein Praktikum im Literaturhaus machte, und Ströbele, die dort zu Projektbeginn als Praktikantin arbeitete, nahmen sich der Bärenaufgabe an: „Wir mussten unter anderem eine Autorenauswahl treffen, mit Verlagen korrespondieren, Flyer und Plakate entwerfen, die Social-MediaSeite betreuen, unseren Kooperationspartner – das Studentenwerk Stuttgart – wegen der Verpflegung kontaktieren, Kissen, Decken, Klopapier und die Technik für die WG besorgen und aufbauen.“ Selbst den Autor kutschierten sie vom Hotel in die WG. Am Ende hat sich der Aufwand gelohnt: „Wir hätten nicht mit so vielen Leuten gerechnet“, sagt Ehwald. Eine der rund 90 Anwesenden, die Kulturmanagementstudentin Maren, freute sich besonders über das kulturelle Novum in Stuttgart. Mit dieser Art Lesung ist Maren seit ihrem Bachelorstudium in Hildesheim vertraut: „Ich finde es super, dass es so was jetzt auch in Stuttgart gibt. Es gefällt mir, dass so

viele junge Leute an einem Ort sind und dass die Lesung in solch einer Atmosphäre stattfindet.“ Alexis, Ingenieurwissenschaftsstudent an der Uni Stuttgart, kam nach einem Tipp einer Freundin dazu: „Ich finde die Veranstaltung gelungen, vor allem weil es hier in der WG so gemütlich ist. Auch für Leute wie mich, die mit Literatur eigentlich nicht so viel am Hut haben, ist es toll.“ „Kommt es gut an, sind wir zufrieden“, resümiert Ehwald. Und auch der Autor bedankte sich bei ihnen. Die „Versuchsanordnung zwischen Text, Publikum und Raum“ kann das Literaturhaus als vollen Erfolg verbuchen. Stuttgarts Studenten dürfen sich auf weitere Zwischenvermietungen freuen.

Am 10. Juni liest Verena Roßbacher aus „Schwätzen und Schlachten“, am 2. Juli gibt’s Dorothe Elminger mit „Schlafgänger“ zu hören. Ort und Uhrzeit stehen demnächst auf www.literaturhaus-stuttgart.de oder bei facebook.com/ZwischenmieteStuttgart.

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Buch des Monats

Die Faszination der Wirklichkeit März 1921, Berlin. Ein Mord erschüttert die Menge. Auf offener Straße wird der türkische Geschäftsmann Ali Sai Bey erschossen. Der Täter, ein Armenier namens Soghomon Tehlerian, versucht nur halbherzig zu fliehen, Passanten überwältigen ihn und prügeln ihn halb zu Brei. Später stellt sich heraus: Ali Sai Bey war kein braver Obsthändler, sondern Mehmet Talât, ehemaliger Innenminister und Großwesir des Osmanischen Reiches; mitverantwortlich für die Vertreibung und den Tod von hunderttausenden Volksbrüdern Tehlerians sechs Jahre zuvor. Der Völkermord an den Armeniern ist in der Türkei bis heute ein Reizthema und wird selbst von offizieller Seite teilweise noch geleugnet oder relativiert. In den vergangenen Jahren lag die Regierung um Ministerpräsident Erdogan mit Frankreich und der Schweiz im diplomatischen Clinch, weil dort die Leugnung des Völkermords unter Strafe gestellt werden sollte. Der aus Markgröningen bei Ludwigsburg stammende Schriftsteller Martin von Arndt hat sich des Themas angenommen, nicht um das Türkentum zu beleidigen, wie er im Vorwort seines Buches betont, sondern um zu schildern, wer dafür verantwortlich gemacht werden sollte: die jungtürkische Regierung, eine kleine Clique, die sich an die Macht geputscht hatte. 24

Um seine Geschichte zu erzählen, wählt von Arndt eine Form, die er Doku-Fiction nennt und die seinem Roman die Würze gibt. Weite Teile der Handlung sind historisch belegt, auf Talât folgten weitere Opfer, auf Tehlerian weitere Täter einer armenischen Terrorgruppe, die im Namen der griechischen Rachegöttin Nemesis Vergeltung suchte. Fiktional sind dagegen die deutschen Ermittler, die sich an die Fersen der Attentäter heften – und dabei unliebsame Bekanntschaft mit Vertretern des Auswärtigen Amtes machen, die kein Interesse daran haben, dass über die Verbrechen des ehemaligen Weltkriegsverbündeten und die deutsche Beteiligung daran gesprochen wird. Quasi im Vorbeigehen schafft Martin von Arndt das überzeugende Porträt der jungen Weimarer Republik auf dem Weg in den Nationalsozialismus. (ben) Martin von Arndt, Tage der Nemesis – Roman, Ars Vivendi, 309 Seiten, ISBN 978-3869134246, 18.90€


Der Liebling der Redaktion

Ein Komiker findet sich selbst Hape Kerkeling. Das ist doch der lustige Typ aus dem Fernsehen? Genau das ist er. Doch dass der lustige Typ auch ganz anders kann, bewies er 2001, als er sich, total unlustig, aufmachte, um den Jakobsweg vom Südwesten Frankreichs bis nach Santiago de Compostela zu wandern. Zuvor erlitt der Komiker einen Hörsturz und musste sich in einer Operation die Gallenblase entfernen lassen. Der Jakobsweg sollte das Alte hinter ihm lassen. Kein allzu einfaches Ziel für einen nicht unbedingt durchtrainierten Menschen, doch Hape Kerkeling wäre nicht Hape Kerkeling, wäre ihm auf dem Weg nicht die eine oder andere witzige Situation unterlaufen. Und zum Glück dachte sich dieser Hape Kerkeling vor dem Start der Wanderung, dass es eine gute Idee sein könnte, Tagebuch zu führen. Noch besser: Freunde überredeten ihn nach der Reise dazu, ein Buch aus seinen Erfahrungen zu machen. So kommt es, dass in „Ich bin dann mal weg“ eine Seite des Spaßvogels zutage tritt, die vorher wohl nur die wenigsten von ihm kannten. Ein Hape Kerkeling, der an seine körperlichen Grenzen geht, der in einem

nordspanischen Hostel beinahe eine Kugel abbekommt, der nörgelnd am Straßenrand sitzt, weil er nicht mehr weiter mag, der viele interessante Menschen kennenlernt - unter anderem sexbesessene Männer und dicke, deutsche Frauen - der Hunde vor der Hitze und der Herzlosigkeit mancher Spanier rettet und der das alles nicht ohne die nötige Portion Humor tut, die man von ihm erwarten würde. Wer Angst vor zu viel Spiritualität hat, muss sich keine Sorgen machen. Hape Kerkeling – offen homosexuell – hat gar kein Interesse daran, Werbung für die Kirche zu machen. Sein Buch ist vielmehr eine Selbstfindungsreise, die den Leser Etappe für Etappe mitnimmt, die ihm den Komiker von einer ganz neuen Seite zeigt und die viel über den Menschen Hape Kerkeling verrät. Und das in einem Stil, als wäre der Leser sein bester Freund, dem er seine Geschichten bei einem Cappuccino im Straßencafé erzählt. Natürlich, unverfälscht und bodenständig. Prädikat: lesenswert.(ci) Hape Kerkeling, Ich bin dann mal weg Reisebericht, Malik, 344 Seiten, ISBN 9783890293127, 19,90€ 25


Die Hemmschwelle der Gestressten Wenn der Geist leidet, funktioniert der Mensch nicht mehr. Statistiken und Befragungen zeigen auch unter Studenten ein hohes Maß an Belastung durch Stress. Die Studentenwerke versuchen zu helfen. Sie sagen: sich Rat und Hilfe zu suchen, ist kein Grund für Scham. Von Ben Schieler

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s beginnt häufig mit einem lähmenden Gefühl, praktisch aus dem Nichts. Wie die Maus vor dem Elefanten steht der Student vor einem Berg an Unerledigtem und verliert den Boden unter seinen Füßen. Er weiß, er sollte lernen, er sollte studieren. Doch schon der Start misslingt. Die Fähigkeit, sich aufzuraffen, sich hinzusetzen, einfach zu beginnen und so in den Fluss zurückzukommen, sie ist weg, obwohl sie gerade noch da war. In der öffentlichen Diskussion ist das Thema Stress und Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren immer präsenter geworden – und mit ihm die Annahme, immer mehr Menschen würden darunter leiden, würden mit den an sie gestellten Anforderungen nicht mehr zurechtkommen und dadurch am Alltag scheitern. Der Stressreport 2012, der sich aus einer 1979 gestarteten Befragungsreihe des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) speist, befeuert diese Annahme, obwohl er kurioserweise gleichzeitig Argumente gegen sie liefert. Die Analyse von gut 17.500 Telefoninterviews mit abhängig Beschäftigten zeigte, dass zwar die indi-

viduellen Anforderungen im Vergleich zur letzten Befragung sechs Jahre zuvor nicht zugenommen haben, die subjektiv wahrgenommene Belastung aber sehr wohl – und dadurch auch die Beschwerden.

Bei knapp der Hälfte der Studenten sorgt Stress für Leistungsprobleme Eine Stressbestandsaufnahme bei BachelorStudenten in Deutschland war das Ziel einer Befragung, die das HIS-Institut für Hochschulforschung im Auftrag des Deutschen Studentenwerks im November und Dezember 2011 an Universitäten und Fachhochschulen durchführte. Gut 4000 Studenten beteiligten sich. Ergebnis: 59 Prozent der Befragten fühlten sich in den Wochen davor gestresst und nervös, 49 Prozent sahen durch solche Probleme ihre persönlichen Studienleistungen beeinträchtigt. Vor allem Leistungsdruck und Zeitnot sind für viele ein Problem. Die Folge: Fast die Hälfte der Bachelorstudenten kämpfen mit Erschöpfung und Überforderungsgefühlen, 44 Prozent mit psychosomatischen Störungen, 27


42 Prozent mit Ängsten. Problematisch wird dafür“, sagt Balz. es vor allem, wenn das Studium nicht die Die Probleme, mit denen sich die Studenten einzige Sorge ist. Die finanzielle Situation an die Berater wenden, sind überall dieselben. und Belastungen im Nebenjob sind weitere Ein Beispiel: Lernleistungsschwierigkeiten Stressfaktoren. und Prüfungsängste führen zu depressiven Für das Deutsche Studentenwerk (DSW) Verstimmungen und Schlafstörungen. Der Anlass genug, auf seine Beratungsangebote wahrgenommene Druck tut sein Übriges. Für hinzuweisen - und von Stefan Balz steht fest, der Politik eine finanzidass das Bachelor-undelle Unterstützung bei Master-System dabei eine deren Ausbau zu fordern. wesentliche Rolle spielt. Der DSW-Generalsekretär Schon sehr früh fühlAchim Meyer auf der ten sich Studenten unter Heyde verurteilte die Scheitern ist ein Teil Druck gesetzt und machEntscheidung von Bund des Lebens. Irgendwann ten sich Sorgen um ihre und Ländern, zwar durch Abschlussnote und mit ihr muss ich lernen, damit die Hochschulpakte die um ihre Chancen auf einen Voraussetzungen geschaf- klarzukommen.“ Master-Studienplatz. Auch fen zu haben, dass mehr der Zeitdruck sei gestiejunge Menschen studieren gen. „Für uns war die können, nicht aber, dass sie im Notfall weiRegelstudienzeit damals nicht viel mehr als terhin schnelle Hilfe finden. „Das war ein ein frommes Wort“, sagt Balz. Zu mehr Kardinalfehler“, sagt Meyer auf der Heyde. Gelassenheit rät auch Petra Kucher-Sturm. Der Fokus des Generalsekretärs liegt Bachelor-Studenten sollten sich klarmachen, auf der Psychologischen Beratung seidass sie sich bis zu ihrem Abschluss ruhig auch ner Studentenwerke. Im Jahr 2012 suchmehr als sechs oder sieben Semester Zeit ten bundesweit 32.100 Studenten die nehmen könnten. Beratungsstellen auf. Die Nachfrage nach Auch falsche Erwartungen über die dem kostenlosen Angebot ist beständig hoch Ausgestaltung des Studiums bilden laut – und sie steigt tendenziell, was sich auch in Balz einen Nährboden für Frust, der ausarStuttgart und Tübingen zeigt. Wenn sich ein ten kann. „Viele Anfänger sind enttäuscht, Student mit der Bitte um Hilfe an sie wende, weil ihr Studium nur eine Fortsetzung der sei sie in der Regel bemüht, ihm innerhalb von Schulzeit unter verschärften Bedingungen ist. ein bis zwei Wochen einen Sie tun sich schwer mit Termin für ein persönliden Anstrengungen und ches Gespräch anzubievermissen die Freiheit, die ten, berichtet die Diplomsie sich erhofft haben.“ Psychologin Petra KucherLaufen die Dinge bei einsSturm (Foto Seite 29 oben), Studenten sind begabte, tigen Musterschülern dann die gemeinsam mit ihrem plötzlich nicht mehr wie fitte Menschen mit Mann Rainer Sturm das früher fast von selbst, Team der psychologischen viel Potenzial. Das gilt droht ein Teufelskreis. und psychotherapeutischen es zu nutzen.“ Soziale Kontakte leiden, Beratung in der Stuttgarter womöglich kriselt es in der Rosenbergstraße bildet. Beziehung, es kommt zu Doch die derzeit hohe Nachfrage lasse das einem Wechselspiel zwischen studienbezogenicht zu. Stattdessen dauert es vier bis fünf nen und privaten Problemen. Wochen. Aus Tübingen weiß Kucher-Sturms Ein solches Stoßen an Grenzen ist für Petra Kollege Stefan Balz gar von einem Anstieg Kucher-Sturm aber das Gegenteil einer der Anfragen seit Jahresbeginn um 30 Prozent Tragödie. Zwar sei es sicher keine schöne im Vergleich zum selben Zeitraum 2013 zu Erfahrung, durch eine Prüfung zu rasseln. berichten. „Ich habe aber keine Erklärung „Grundsätzlich ist Scheitern aber ein Teil 28


des Lebens“, sagt sie. „Irgendwann muss ich lernen, mit Scheitern zurechtzukommen.“ Heikel werde es für den, der seinen Frust in sich hineinfresse, ohne sich helfen zu lassen, der seine Fähigkeiten zur Selbsthilfe überschätze und irgendwann vor einem solchen Berg an Problemen stehe, dass die Bewältigung schwer wird. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass viele Studenten erst dann zu ihnen kämen, wenn es gar nicht mehr anders ginge, berichten die Berater. Auch wenn der Zugang leichter fiele als früher, weil psychische Belastungen nicht mehr ein solches Tabuthema sind, wie sie es noch vor einigen Jahren waren, sei die Hemmschwelle nach wie vor groß, sagt KucherSturm und bedauert das. „Wenn ich eine schwere Erkältung habe, gehe ich doch auch zum Arzt.“ Niemand käme auf die Idee, eine Erkältung als persönliche Schwäche oder Ausdruck eines individuellen Versagens zu werten, bei depressiven Verstimmungen sehe das anders aus. Gerade Männer schämen sich und schrecken vor einer Beratung zurück, weswegen in Tübingen zwei Drittel der Hilfesuchenden weiblich sind. Stefan Balz (Foto rechts) wünscht sich daher mehr Mut zur Hilfesuche – vor allem zu einer frühzeitigen. Es müsse nicht erst eine psychische Krankheit vorliegen, bevor man zu ihm kommen könne. Im Erstgespräch gehe es darum, die Situation mit ihren inneren und äußeren Einflüssen zu erfassen, später darum, Möglichkeiten zu entwi-

ckeln, ihr entgegenzutreten, vielleicht etwas Neues zu probieren. „In Prüfungen ist etwa viel davon abhängig, mit welcher Haltung ich sie angehe“, sagt Balz. Häufig reiche es, vorhandene Ressourcen zu aktivieren. „Studenten sind begabte, fitte Menschen mit viel Potenzial. Das gilt es zu nutzen.“ Im Schnitt braucht es etwa vier Beratungsgespräche zur Lösung eines Problems. Das Studentenwerk TübingenHohenheim zählte im vergangenen Jahr 530 Ratsuchende, das auch für Esslingen und Ludwigsburg zuständigen Kollegen in Stuttgart 650. Absolute Diskretion sei selbstverständlich. „Wir sind an die Schweigepflicht gebunden“, sagt Balz. Hilfe in anderen Notlagen bieten die Studentenwerke ebenfalls an. Der Rechtsanwalt Tobias Grösche beantwortet in Stuttgart juristische Fragen, 320 Studenten kamen 2013 zu ihm, viele in Mietsachen oder Vertragsfragen, andere wegen Unterhaltsansprüchen oder Strafsachen. Zuletzt sorgte der seit 1. Januar 2013 geltende Rundfunkbetrag für eine kleine Nachfrageflut. In Tübingen ist Sabine Gehweiler für Rechtsberatungen zuständig. Das Stuttgarter Studentenwerk bietet zudem eine Sozialberatung für „Hilfe in allen Lebenslagen“ an. Die Schwerpunkte liegen bei der Betreuung werdender Eltern und bei finanziellen Schwierigkeiten, der enge Kontakt zu anderen Beratungsstellen mache es möglich, bei 29


Auch bei Rechts- und Vertragsfragen bieten die Studentenwerke Hilfe an. Bedarf rasch weiterzuvermitteln. Denn eine Schuldnerberatung bietet das Studentenwerk nicht an. Geht man jedoch von den zentralen Beratungsstellen öffentlicher und gemeinnütziger Einrichtungen in Stuttgart und Tübingen aus, sind Schulden unter Studenten wenig verbreitet. „Ganz selten“ habe man es mit Studenten zu tun, berichtet Reiner Saleth von der Zentralen Schuldnerberatung der Evangelischen Gesellschaft (eva) Stuttgart. Schwierigkeiten würden eher auftreten, wenn ein Akademiker nach seinem Abschluss keine Stelle finde. Ähnliche Erfahrung hat die Diplom-Pädagogin Ulrike Fetscher von der Tübinger Schuldnerberatung gemacht. „Wenn die Studienkredite auslaufen, aber noch kein Einkommen da ist, kommt es zu Problemen.“ Im Monat kämen aber höchstens ein bis zwei Studenten in die Beratung. Dennoch: Dass die finanzielle Not nicht auch unter Studenten groß sein kann, will Fetscher alles andere als ausschließen. „Ich glaube, dass es viel verdecktes Elend gibt“, sagt sie – und sieht auch hierbei die Gefahr eines Teufelskreises. Wenn Studenten viel nebenher arbeiten müssten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, kämen sie mit dem Studium nicht richtig voran und scheiterten womöglich an einem erfolgreichen Abschluss. Auch in solchen Fällen gelte: sich Hilfe zu suchen, ist kein Grund für Scham.

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Studentenwerk Stuttgart: Psychologische Beratung: Termine können montags bis freitags von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr unter Telefon 0711/9574480 oder in der Beratungsstelle (Rosenbergstraße 68) vereinbart werden. Rechtsberatung: Für Gespräche mit Tobias Grösche kann man sich montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr unter Telefon 0711/9574410 anmelden. Sozialberatung: Die Sozialpädagogin Corinna Dech ist unter 0711/9574463 erreichbar. www.studentenwerk-stuttgart.de

Tübingen-Hohenheim: Psychotherapeutische Beratung: Die Anmeldezeiten im Tübinger Studentenwerk sind montags bis freitags von 8.45 Uhr bis 12.15 Uhr. Telefon: 07071/253960. Rechtsberatung: Einen persönlichen Termin mit Sabine Gehweiler bekommen Studenten unter Telefon 07071/9466725. www.my-stuwe.de


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Kurzgeschichte

Heute jedoch nicht von Nicolai Köppel

Viele waren diesen Weg vor mir gegangen. Die meisten wussten genauso wenig wie ich, was sie erwartete. Manche hatten sogar Angst. Überall wimmelte es von Menschen, die auch nicht zu wissen schienen, warum sie hier waren. Die meisten standen untätig in der Gegend und erwarteten ein weiteres Häppchen von der großen Schicksalsmahlzeit. Andere wuselten durch den Raum, weil sie dafür bezahlt wurden. Und obwohl wir alle nicht wussten, warum genau wir hier waren, hatten wir doch alle dieses Benachrichtigungskärtchen dabei, das wir aus unserem Briefkasten gezogen hatten. Letzte Überlegungen: hab ich eigentlich meinen Personalausweis dabei? Oder krieg ich mein Päckchen auch so? Und was hält dann meinen Nachbarn davon ab, mein Benachrichtigungskärtchen aus meinem Briefkasten herauszufischen und meine sperrige Post ohne mein Wissen abzuholen? Monate später, wenn Tante Hilde beim Familienkaffee säuerlich war, weil man sich nie für die unauf32

geforderte Zusendung von sieben Kilogramm abgelegter Bettwäsche bedankt hatte, ging einem ein Licht auf. Alles muss man selber machen. Der Geschäftsmann sechs Leute vor mir nimmt ein längliches Paket entgegen, und ein Leuchten legt sich in seine Augen: er weiß, was da drin ist. Ungewissheit ergreift mich bei diesem Anblick von neuem, und ich werfe einen Blick auf den mannshohen Stapel unabgeholter Pakete hinter dem Schalter und frage mich, welches davon für meinen Nachbarn ist, dem ich das Benachrichtigungskärtchen aus dem Briefkasten geklaut habe. Man wünscht sich, es möge eine Sexpuppe sein. Dann wäre man im Besitz eines Geheimnisses – und im Besitz einer Sexpuppe. Oder war es ein sündteures Stück allerneuester Technik, das man selbst gut gebrauchen konnte? Niemand würde es je erfahren, wer das Paket abgeholt hatte, würde auf ewig unbekannt bleiben. Außer, man lud den Nachbarn zu sich ein. Dann ließ man das eben. Hatte ich ja sowieso


nicht vorgehabt. Was aber, wenn der eigene Nachbar die Wohnung uneingeladen betrat, beispielsweise nach einem Unglücksfall? Wenn die eigene Wohnung von einem desaströsen Wasserschaden betroffen ist, und er guckt in die Räume, bejammert stellvertretend und sensationslüstern das Leid, das nicht ihn, sondern mich betrifft, sobald ich aus dem Urlaub wieder da bin – und dann sieht er die Sexpuppe an meinem Küchentisch, die seit Monaten da aufgeblasen vor einer leeren Kaffeetasse herumsitzt, die Sexpuppe, die er einst bestellt und nie erhalten hat. Der Nachbar grollt unhörbar und mehrdeutig, greift sich die Sexpuppe, lässt die Luft ab und versteckt sie unter seinem Pulli, wo sie zum ersten Mal die Wärme eines menschlichen Körpers spürt – denn was denken Sie, hab ich mit der Puppe gemacht? Nix. Nur aufgeblasen. Wirklich! Mein Nachbar verzichtet darauf, wegen des Wasserschadens den Haupthahn abzudrehen, und gibt meine Wohnung der vollkommenen Vernichtung durch das weiterlaufende Wasser preis. Er denkt sich, dass ich den Verlust in Anführungszeichen meiner Sexpuppe nicht gerade anzeigen werde. Oder? Was denkt mein Nachbar eigentlich von mir? Aber noch ehe ich meine Gedanken zu einer Meinung ordnen kann, geht es in der Schlange vor mir einen Ruck weiter. Ich bin dran. Der Postler ist im Stress: er gibt mir ohne weiteres ein Paket und schickt mich wieder weg. Ein Paket, das zu groß ist für eine Sexpuppe. Es müssen mehrere sein. Sexpuppenorgie. Mein Nachbar, die alte Pottsau. Meine Wohnung ist zu klein für – ich überschlage die Ausmaße einer unaufgeblasenen Sexpuppe und rechne sie auf das Paketvolumen hoch –, meine Wohnung ist zu klein für elf Sexpuppen. Wo sollen

die denn alle sitzen? Und dann der Geruch nach abwaschbarem Plastik. Ich lege dem Nachbarn das Paket vor die Tür, noch bevor er von der Arbeit kommt. Was arbeitet mein Nachbar eigentlich? Ist er Sexpuppendesigner und muss regelmäßig die einschlägigen Erzeugnisse der Konkurrenz, damit die nicht seiner Firma den Rang ablaufen mit ihren Innovationen im Sexpuppenbereich, studieren? Das macht mich grübeln: gibt es heutzutage noch Innovationen im Sexpuppenbereich? Ich vergrüble den ganzen Abend und verstauche mir das Handgelenk, als ich mich zwischendurch ratlos am Kopf kratze. Gegen acht Uhr höre ich, wie mein Nachbar von der Arbeit kommt und sich das Paket in die Wohnung holt. Als ich am nächsten Morgen in Schlabberhose und mit dem T-Shirt an, in dem ich geschlafen habe, unten vor dem Haus an der Mülltonne stehe, kommt mein Nachbar mit einer Aktentasche aus der Tür. Er sagt guten Morgen, und ich frage ihn, ob es nicht schwierig ist, sich ständig was Neues auszudenken auf einem Gebiet, das so wenig Fantasie erfordert, weil ja alles schon mal gemacht worden ist, nur halt nicht von jedem. Er antwortet, dass er das nicht wisse, schließlich sei ich der Künstler. Das hilft mir jetzt aber auch nicht weiter. Kurz vor dem Mittagessen klingelt es an der Tür, aber ich bin nicht schnell genug. Aus meinem Briefkasten ziehe ich am frühen Abend ein Benachrichtigungskärtchen, an mich adressiert. Heute jedoch nicht, steht darauf. Ich werfe es meinem Nachbar in den Briefkasten. Wollen wir doch mal sehen, wer hier der Künstler ist. Ich kann warten.

Am Nikolaustag 1971 im damaligen Westberlin gezeugt, als Löwe geboren, war Nicolai Köppel Schlafwagenschaffner, Buchhändler, Student diverser Geisteswissenschaften und an der Filmakademie Baden-Württemberg. Heute lebt er mit Frau und bald zwei Töchtern in Heilbronn. Und morgen wohl auch noch. Es gefällt ihm dort. Sein Roman „Minne“ und der Erzählungsband „Dänische Western“ sind im Stuttgarter maringo Verlag erschienen. Nicolai tourt mit der Lesebühne „get shorties“ durchs Land. Weitere Informationen sowie Termine unter www.nicolaikoeppel.de und www.maringoverlag.de. 33


Ganz nah am Himmel


Willi Bothner ist der erste Türmer Weil der Stadts seit 1928. Die Inspiration für diesen Job findet er an der Uni Tübingen. Dort ist er Gasthörer für Mittelalterliche Geschichte. Von Christian Ignatzi

D

Wie das kam? „Das war eher Zufall“, erzählt er. 2007 ließen die beiden ehrenamtlichen Nachtwächter Weil der Stadts ein historisches er Donnerstag ist mein Tag“, sagt Stadttor nachbauen. „Ich habe dann in einem Willi Bothner. „An diesem Tag mache ich mein Theater den Türmer gespielt, und das hat mir persönliches Instandhaltungsprogramm.“ gefallen”, erinnert sich Bothner. Als Weil der Der 61 Jahre alte Altersteilzeitler ist Stadts heutiger Bürgermeister kurz darauf im studierter Elektroingenieur. Und als Wahlkampf im Scherz versprach, Willi Bothner Elektroingenieur darf man schon mal von den Lohn des letzten Türmers zu zahlen, solleinem Instandhaltungsprogramm reden, wenn te er gewählt werden – ganze 17 Mark – gab es doch eigentlich gar nicht viel mit Technik es nach der erfolgreichen Wahl kein Zurück zu tun hat. Willi Bothner erklärt, was es mit mehr. In luftiger Höhe der katholischen Kirche seinem Donnerstag auf sich hat: „Von zehn St. Peter und Paul war auch bald ein geeigUhr bis viertel nach zwölf gehe ich in die neter Arbeitsplatz für den Türmer gefunden. Vorlesung an der Uni. Danach geht es in die Mit seinem Amt folgt Willi Bothner August Mineraltherme nach Böblingen – Schwimmen, Lutz nach, der von 1907 bis 1928 als bis Sauna und eine Massage. Und dann genehmige dahin letzter Türmer in Weil der Stadt gearich mir im Restaurant einen Wurstsalat und beitet hatte. Nebenbei vier Schorlen Trollinger.“ war Lutz Goldschmied. Wichtig dabei: „Das Heute ist der Türmer eben muss immer in dieser nebenbei Student. „Mein Reihenfolge passieren.“ Studium hilft mir dabei, Ein Wellnesstag – so weit, ein Gefühl für die mitso gut. Doch so richtig Ich bin als Gasthörer telalterliche Geschichte scheint der erste Punkt auf immer ganz still, zu bekommen“, sagt der Instandhaltungsliste Bothner. Denn vor allem im nicht ins Bild zu passen. obwohl ich in der Mittelalter spielten Türmer Ein 61-Jähriger in einer ersten Reihe sitze.“ in Deutschland eine große Vorlesung an der Uni Rolle. Weil der Stadt, Tübingen? „Klar“, sagt bekannt als Geburtsstadt des berühmten Willi Bothner. „Ich studiere Geschichte.“ Astronomen Johannes Kepler, war zu dieser Bothner ist einer von 179 Studenten, die älter Zeit eine freie Reichsstadt und schützte ihre sind als 55 und noch einmal an die Universität Tore mit Hilfe der Nachtwächter und Türmer. gehen. Die Gründe dafür sind unterschiedMittlerweile kennt Willi Bothner sich in der lich. Bothner nutzt die Geschichtsstunden Geschichte seiner Stadt bestens aus. Das dazu, sich auf seine neue Aufgabe immer liegt nicht nur an den Vorlesungen, sondern wieder aufs Neue vorzubereiten. Seit mehr vor allem auch an seiner Neugierde. Und als einem Jahr ist er offiziell der Türmer das, obwohl er im Hörsaal keine Fragen des Städtchens Weil der Stadt bei Stuttgart. 35


Zwei die sich verstehen: Willi Bothner mit seiner Professorin Ellen Widder. stellt. „Ich bin ja Gasthörer, deshalb bin ich immer ganz still, obwohl ich in der ersten Reihe sitze“, sagt Bothner. Seine Professorin Dr. Ellen Widder löchert er dafür nach der Vorlesung. Gelernt hat er in seinem ersten Jahr als Wiederkehrer an der Uni Tübingen schon einiges, das er in seine Führungen auf den Kirchturm einbauen kann. „Erst letztens hat mir Frau Dr. Widder erklärt, wie der Hahn auf den Kirchturm kam“, sagt er und erzählt, dass in Norddeutschland oft ein Schwan auf dem Turm sitzt und der Hahn im Süden etwas mit einer Hinrichtung in Konstanz zu tun hat. Führungen sind die Hauptbeschäftigung, die Willi Bothner als Türmer zu tun hat. „Ich zeige Interessierten den Kirchturm, führe sie über den Marktplatz und erzähle etwas über Kepler an seinem Denkmal.“ Der Astronom habe etwas für die Region sehr Wichtiges entdeckt: „Er konnte als Erster fast fehlerfrei berechnen, wie viel Wein in ein Fass passt. Das ist einem Schwaben natürlich wichtig, erst dann kommen die Planeten und die Sonne.“ Auch über den Bau des Kirchturms hat sich Willi Bothner mittlerweile einen großen 36

Wissensschatz angelesen. Im Mittelalter gab es jeweils einen Werkmeister, der sich um die baulichen Geschicke kümmerte. „Ulrich von Esslingen war ein sehr guter, bekam ein stattliches Gehalt, einen Gaul, genug Feuerholz und seine Lebensabschnittsgefährtin einen Pelz“, erzählt Bothner. „Davon könnte man sich heute manchmal eine Scheibe abschneiden. Einfach mal einen Fachmann nehmen, und die Sache mit dem Flughafen in Berlin wäre anders verlaufen.“ Es ist der lockere Humor, der Willi Bothner zu einem guten Türmer macht, der auch gerne Grundschulgruppen durch seine Stadt führt. „Ich erzähle dann immer davon, dass das größte Problem des Türmers ist, eine Frau zu finden, weil die Kehrwoche auf 176 Stufen machen müsste“, sagt Bothner. „Ein kleines Mädchen gab mir daraufhin einmal einen Glückscent, damit ich eine Frau finde.“ Er musste schmunzeln, ist er doch seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Doch nicht nur Kindergruppen beeindruckt der Türmer mit seiner lockeren Art. „Auch in der Mensa an der Uni komme ich immer wie-


Der Traum eines jeden Türmers: Die Glocke im Kölner Dom

der mit Studenten ins Gespräch“, sagt er und freut sich über einen weiteren Vorteil seines Studiums. „Das hält einen einfach jung.“ Und nebenbei trifft er dort einen alten Bekannten. Ein guter Freund, der Vertriebsleiter der Stadtwerke Tübingen ist, geht regelmäßig mit ihm essen. „Die haben in der Mensa eine tolle Safttheke, und billiger kann man nicht essen. “ Allerdings: „Den Espresso trinke ich dann doch im Thermalbadrestaurant.“ Neben Führungen sind seine Auftritte hauptsächlich repräsentativ. Klar, Wache halten in der Nacht und Feueralarm schlagen muss er nicht mehr. Trotzdem achtet er darauf, dass sein Auftritt so authentisch wie möglich ist. „Deshalb nehme ich mittlerweile regelmäßig Fanfarenstunden“, sagt er. Seine Türmertracht, die sich an der Tracht aus dem 18. Jahrhundert orientiert, ließ er bei einem Tübinger Kostümmacher herstellen. „Das war nicht billig, aber meine ehemaligen Kollegen haben zum Abschied gesammelt, damit ich mir eine neue Arbeitskleidung kaufen kann.“ Damit der Türmer auch einmal andere Kollegen trifft und nicht nur in Weil der Stadt arbeitet, vernetzt er sich in der 38

baden-württembergischen und der europäischen Zunft mit Gleichgesinnten. Regelmäßig gibt es Treffen. An Christi Himmelfahrt ging es zu einem ganz besonderen Ort für einen Türmer: dem Kölner Dom. „Die große Glocke dort wiegt 24 Tonnen“, erzählt Willi Bothner mit verschwörerischem Ton in der Stimme. Und er wäre nicht der Türmer von Weil der Stadt, würde er nicht hinterherschieben: „Die Glocke in meinem Kirchturm wiegt 3,5 Tonnen.“ Willi Bothner hat also einiges zu tun, seit er den Job als Türmer Weil der Stadts übernommen hat. Trotzdem will er sein Teilzeitstudium nicht missen. Studiengebühren müssen Gasthörer wie er übrigens kaum zahlen. „Pro Semester kostet mich das Studium 50 Euro“, sagt Bothner. Teuer werden könnte es am Ende aber trotzdem. Denn: „Wenn es mir gut geht, will ich bis an mein Lebensende weitermachen.“ Mittlerweile studiert er im vierten Jahr mittelalterliche Geschichte, um sich historisch immer weiterzubilden. Schließlich ist er Türmer aus Leidenschaft. „Das ist ein toller Job, so nah am Himmel.“


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Neu im Kino:

Enemy – Thriller, Kanada/Spanien, Start: 22.05.2014. Regie: Denis Villeneuve. Mit: Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Sarah Gadon, Isabella Rossellini u.a. (90 Minuten)

Das böse Double Mindfuck nennt man einen Film, der sich nicht auf den ersten Blick erschließt, sondern sich in Geheimnisse hüllt, vielfältige Interpretationsmöglichkeiten bereithält. Regisseur David Lynch gilt als Meister des Mindfucks, Richard Kellys „Donnie Darko“ als weiterer Meilenstein. Auch „Enemy“ ist ein Mindfuck – aber kein guter. Regisseur Denis Villeneuve konfrontiert seinen langweiligen und gelangweilten Protagonisten, den Geschichtsprofessor Adam (Jake Gyllenhaal, der auch in „Donnie Darko“ die Hauptrolle spielte) mit seinem Doppelgänger Anthony, einem drittklassigen Schauspieler, den Adam zufällig in einem Film entdeckt. Von Neugierde getrieben, versucht Adam, dessen Leben im Wesentlichen daraus besteht, seine Studenten anzuöden und mit seiner Freundin zu schlafen, Kontakt zu Anthony aufzunehmen. Die Männer müssen feststellen: Sie gleichen sich bis aufs Barthaar. Doch Adams Mutter will von einem zweiten Sohn nichts wissen. Nervige Schnitte, die zähe Grundstimmung und die unzugängliche Handlung machen „Enemy“ zu einer schwierigen Angelegenheit. Der Film setzt seine Nadelstiche, die sich tatsächlich im Kopf festsetzen. Trotzdem: Er ist nur etwas für Hardcore-Decodierer. (ben)

Schwäbische Odyssee Ein Stuttgart-Film: Der Imbissbesitzer Habib (Vedat Erincin) erfährt, dass seine Jugendliebe in der Stadt ist und beginnt zu überlegen, wie es ihm ergangen wäre, hätte er seine Heimat niemals verlassen. Sein Sohn Neco (Burak Yiğit) hat permanentes Heimweh nach der Türkei, obwohl er noch nie dort war. Bruno (Thorsten Merten) wird entlassen, will sich mit diesem Schicksal nicht zurechtfinden und beginnt prompt auf der Grünfläche vor seinem ehemaligen Arbeitsplatz einen Sitzstreik. Der letzte Mann im Bunde ist Ingo (Klaus Manchen). Der 78-Jährige versucht Kontakt zu seiner entfremdeten Tochter aufzunehmen, um mit ihr Frieden zu schließen. Die Vier streifen etwas ziellos durch Stuttgart und versuchen herauszufinden, was sie brauchen um glücklich zu sein. Was ihre Heimat ist. Ab und an treffen sie sich zufällig, doch hauptsächlich führen die unterschiedlichen Wege zum selben Ziel. Eine endgültige Antwort vermeidet der Film. Er hinterlässt beim Zuschauer eher ein bittersüßes Gefühl. Glücklicherweise versinkt „Willkommen bei Habib“ von der Stuttgarter Produktionsfirma Indi Film nicht in Klischees und begegnet der Thematik mit Respekt und dem nötigen Fünkchen Humor. (ay) 40

Wilkommen bei Habib – Komödie, Drama Start: 5.6.2014. Regie: Michael Baumann. Mit: Vedat Erincin, Burak Yiğit, Thorsten Merten u.a (111 Minuten)


Lockes große Fahrt Eines Nachts bekommt Ivan Locke (Tom Hardy) einen Anruf, woraufhin er ohne weitere Vorwarnung seinen Arbeitsplatz verlässt und sich auf den Weg nach London macht. Er steigt in sein Auto und wird es für den Rest des Filmes nicht mehr verlassen. Abseits von seinem ersten Gesprächspartner, telefoniert der Bau-Ingenieur noch mit seiner Familie, seinem Vorgesetzten Gareth und einem seiner Angestellten. Schon früh erfährt der Zuschauer, dass Locke im Moment den größten Fehler seines Lebens begeht. . . Je weniger man über diesen Film weiß, desto besser. Mit jedem Telefonat weitere Informationshäppchen zu bekommen und sich selber die Hintergrundgeschichte zusammenzubasteln, macht den Reiz des Films aus. Doch auch Kinogänger mit Vorwissen werden „No Turning Back“ zu schätzen wissen. Allein die Dialoge würden auch ohne Bilder, im Rahmen eines Hörspiels, über 90 Minuten lang gut unterhalten. Doch in Verbindung mit Tom Hardy baut der Film eine bedrückende und spannende Atmosphäre auf, die so manche Thriller nicht zustande bekommen. Dazu kommt die bedrückende Ästhetik der nächtlichen Autobahn und am Ende steht eine Tour de Force durch den Feierabendverkehr. (ay)

No Turning Back – Drama, Großbritannien/USA. Start: 19.6.2014. Regie: Steven Knight. Mit: Tom Hardy, Ruth Wilson, Andrew Scott u.a (85 Minuten)

Der Liebling der Redaktion:

Galaktischer Spaß

Mel Brook‘s Spaceballs - Komödie, USA, Start: 29.10.1987. Regie: Mel Brooks. Mit: Rick Moranis, Bill Pullman, John Candy, Daphne Zuniga u. a. (96 Minuten)

„Durchkämmt die Wüste!“, ruft Lord Helmchen. Sekunden später stehen die Lakeien des dunklen Lords mit dem viel zu großen Helm auf einem Wüstenplaneten und arbeiten ihn, Zentimeter für Zentimeter, mit überdimensionalen Kämmen ab. Szenen wie diese sind es, die Kultstatus erlangen. Altmeister Mel Brooks brachte die Star-WarsParodie Spaceballs 1987 in die Kinos und auch 27 Jahre später ist der Film noch immer nicht von vorgestern. Comedy-Legende John Candy, der viel zu früh an Krebs starb, gibt mit dem Möter (halb Mensch, halb Köter) Waldi einen grandiosen Sidekick für Bill Pullmann alias Lone Starr (nicht der aus Texas) ab. Und auch Pullmann brilliert mit einem billigen Gag nach dem anderen beim Versuch Prinzessin Vespa (Daphne Zuniga) aus den Händen des Schurken (Rick Moranis) zu befreien, der deren Heimatplaneten die Luft absaugen will - Chaos und niveaulose Gags am laufenden Band. Entweder man liebt Mel Brooks, oder man kann nichts mit ihm anfangen. Diejenigen, auf die ersteres zutrifft, werden bei „Spaceballs“ mit Sicherheit ihren Spaß haben. (ci) 41


Weltpolitik zum Üben Im Frühjahr gingen Studenten aus Tübingen nach New York City, um an der Simulation National Model United Nations teilzunehmen. Sie lernten, dass Politik ebenso langwierig wie arbeitsintensiv sein kann. Aber auch unglaublich interessant. Von Sanja Döttling

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ausen gibt‘s in einer UN-Versammlung nicht. Hin und wieder wird der stete Fluss der Redner unterbrochen, dann aber umso heftiger diskutiert, überarbeitet und abgestimmt. Im Februar hatten Studenten der Universitäten Tübingen, Heidelberg und Hohenheim ein letztes Mal Gelegenheit, die Strukturen einer UN-Sitzung zu proben. Einige Wochen später wurde es ernst: Die Studenten nahmen als Delegierte an der Simulation National Model United Nations (NMUN)in New York City teil. Zusammen mit mehr als 5000 Studenten aus aller Welt hatten sie die Möglichkeit, die politische Entscheidungsfindung, wie sie in der UN stattfindet, selbst nachzuahmen. Aber große Politik will gelernt sein. „Wir haben uns ein Semester lang in einem Seminar auf die Konferenz in New York vorbereitet“, sagt Bianca Mollenhauer, die als Delegierte mit dabei war. Im Seminar wurde nicht nur in das – anfangs komplizierte – Prozedere einer UN-Sitzung eingeführt, sondern auch rhetorische Kompetenzen vermittelt. Obwohl die meiste Überzeugungsarbeit nicht am Rednerpult, sondern zwischen den Tischen,

in den kleinen Pausen und den Komitees geleistet wird, sind sie doch ein integraler Bestandteil der UN-Struktur. Umgangssprache ist natürlich Englisch. Zusätzlich musste Fundraising betrieben werden. Das Geld, das die Universität Tübingen und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) zuschossen, deckte nur die Kosten für das Hotel und die Konferenz.

Diplomatie ist wie Tanzen: Eine Folge streng einstudierter Schritte „Die Vorbereitung ist sehr aufwendig“, sagt Katharina Klein, ebenfalls Delegierte, „zehn bis 20 Stunden pro Woche gehen dafür drauf.“ Sie hat nebenher nur ein anderes Seminar belegt. „Es kommt einem so vor, als wäre NMUN so umfangreich wie drei Seminare“, ergänzt Bianca. Am Ende überstanden 17 von ursprünglich 40 Studenten das Auswahlverfahren. Katharina studiert im Masterstudiengang Internationale Politik und Friedensforschung. Sie sagt: „Auf die-

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sem Gebiet ist die UN eine herausragende sagt Bianca, „jetzt weiß ich, warum das so Institution. Mit NMUN wollte ich sie besist.“ Sie sagt: „NMUN bietet dir einen guten ser kennenlernen; außerdem interessiere ich Einblick in die Diplomatie. Aber auch hohe mich für Diplomatie als Berufsfeld.“ Belastungsfähigkeit haben wir gelernt.“ Diplomatie wird oft dem Tanzen gleichDie Länder auf der NMUN-Konferenz wergesetzt. Eine UN-Konferenz, wie NMUN sie den je nach Größe der Gruppe vergeben, abbildet, ist eine Folge streng einstudierdie 30 Delegierten der Universität München ter Schritte. Die Verfahrensregeln bestimrepräsentierten beispielsweise China. Die men jede Handmeldung, jedes Tübinger vertraten Detail der Versammlung. Selbst das Land Montenegro. die Klamotten sind reglemen„Am Anfang musste tiert. Der „Western Business ich erst einmal darDress“ bedeutet, dass Männer über nachdenken, wo Anzug und Frauen Hosenanzug , Es war eine großartige Montenegro überhaupt Rock oder Kleid tragen müssen. Erfahrung, aber auf der Landkarte Reden, Entwürfe für liegt“, sagt Katharina, Resolutionen und Diskussionen sehr zeitaufwendig.“ „aber Montenegro ist von Änderungen – wer dabei ein spannendes Land.“ nicht weiß, wie er sich zu beweEs ist sehr jung und gen hat, kann schnell den Eindruck bekomhat noch keine klare politische Position bezomen, dass nichts vorangeht. Und ständig gen. „Da gibt’s einfach auch noch nicht neue Abstimmungen. Über Pausenlängen. Und viel zum Nachlesen“, sagt Katharina, „unser Reihenfolge der Themen. Die Sprecherzeit. Rettungsanker war, dass Montenegro gerne Wenn jeder etwas beitragen darf, wird auch der EU beitreten will. An den Positionen der viel beigetragen. „Früher dachte ich immer, EU konnten wir uns also ein bisschen oriendass bei politischen Konferenzen so viel geretieren.“ Auf der anderen Seite eröffnete det wird, ohne dass etwas dabei rauskommt“, der Mangel an harten politischen Positionen New York, New York. . . nicht der schlechteste Ort für eine Studienreise.

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Die tübinger Studenten vertraten die Interessen der Bürger Mazedoniens. Montenegros der Tübinger Delegation einen Spielraum der Interpretation, den andere nicht hatten. Immer zwei Delegierte vertraten ihr Land in themengebundenen Komitees. Katharina saß etwa im Komitee für „Population Fund“ und sprach dort über Gesundheit von Müttern, Urbanisierung und Migration. Dina Nordhoff, die Englisch und Geschichte studiert, arbeitete im General-Assembly-First-Komitee, in dem alle 192 Nationen vertreten waren. Sie beschäftigte sich mit Aspekten der Sicherheitspolitik. Es ging unter anderem darum, wie man Terroristen daran hindern kann, Massenvernichtungswaffen zu bekommen. „Ich muss sagen, ich habe es mir anders vorgestellt. In Tübingen haben wir immer nur im kleinen Rahmen geübt. Und plötzlich sitzt du mit 300 Leuten in deinem Ausschuss und musst das irgendwie koordinieren.“ Insgesamt war das Niveau der Diskussion sehr hoch. „Eine Spaßkonferenz war es nicht“, sagt Dina. Um 23 Uhr sollte eigentlich Feierabend sein. „Aber viele haben noch bis in die Nacht weitergearbeitet.“ Das Ziel: Reden und Resolutionen den letzten Schliff geben

oder sich weiter mit Ausschussmitgliedern abstimmen. „Der internationale Kontakt ist natürlich wichtig“, sagt Dina. In den Komitees ist Zusammenarbeit Pflicht. Und natürlich ergeben sich aus einem so intensiven Kontakt oft auch Freundschaften. Und die inhaltliche Arbeit der Studenten? „Obwohl Montenegro so klein ist, konnte es in den Resolutionen seine Interessen vertreten“, berichtet Dina stolz. Die Resolutionen, die in den fünf Tagen ausgearbeitet wurden, werden sogar an die UN-Vertretung weitergeleitet. „Das ist stillschweigendes Allgemeinwissen“, sagt Dina. Das heißt, dass hier tatsächlich etwas bewegt werden kann. Aber NMUN ist natürlich auch ein persönliches Erlebnis. „Es war anstrengend ohne Ende“, resümiert Dina. „Eine großartige Erfahrung, aber unglaublich zeitaufwendig“. Sie sagt es mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Sie will nächstes Jahr wieder mitmachen. Und einen Master „in die Richtung“ kann sie sich auch vorstellen. So war NMUN nicht nur für die montenegrinische Delegation auf Zeit erfolgreich, sondern auch für die Delegierten aus Tübingen. 45


SPEZIAL - STUTTGARTER REKORDE In Stuttgart fuhren das erste Motorboot und Taxi der Welt.

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In der Wilhelma steht die größte Blume der Welt. Die erste Waldorfschule der Welt eröffnete in Stuttgart-Ost. In Stuttgart gibt es das größte Mineralwasservorkommen Deutschlands und das zweitgrößte in Europa. Die meisten deutschen Euro-Münzen werden in Stuttgart geprägt. In Stuttgart gibt es mit mehr als 400 öffentlichen „Stäffele“ die meisten Treppenanlagen in Deutschland. Die Uni Stuttgart besitzt den schnellsten zivilen Computer Europas. Weitere unnütze Fakten über Stuttgart gibt es im Netz auf www.unnuetzes-stuttgartwissen.de oder auf Facebook.

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Diege s3: tHisutorische Tastenin Fol

Was ist eigentlich ein historisches Tasteninstrument? Ein Cembalo, also dieses Ding aus überteuerten MittelalterHollywoodstreifen wie „Robin Hood“ – mit amerikanischem Akzent, da gespielt von Kevin Costner, Mann, war das schlecht! Nur gut, dass Mel Brooks den Film verarscht hat, sonst hätte Kevin Costner mit seinem ekelhaften Vokuhila am Ende noch jemand ernst genommen. Überhaupt. Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass die teilweise Armbanduhren tragen in solchen historischen Filmen? – Moment, wo war ich stehengeblieben? Ach ja, historische Tasteninstrumente. Jedenfalls denke ich immer an mittelalterliche Blockbuster, wenn ich Wörter höre wie Cembalo, Hammerflügel oder Chlavichord. Und dann denke ich mir immer so: Wer spielt denn diese Filmmusik ein? Und jetzt kommen sie ins Spiel: Die Masterstudenten des Studiengangs Historische Tasteninstrumente an der Musikhochschule Stuttgart. Nun gibt es so einige Studiengänge, die sich zunächst einmal ungewöhnlich anhören. Doch auch der Masterkurs Historische Tasteninstrumente vermittelt natürlich interessante Inhalte: Ziel des Studiums ist es nach Angaben der Musikhochschule, die künstlerische Persönlichkeit der Studenten weiterzuentwickeln sowie die musikalischen und reflektierenden Kompetenzen zu professionalisieren. Die Absolventen sollen in der Lage sein, auf hohem künstlerischem Niveau als Solist, in Kammermusikformationen und in Barockorchestern bzw. -ensembles zu spielen. Und da kommen wir schon zum nächs48

ten Punkt, was man mit dem nur zunächst sinnlos erscheinenden Studium Historische Tasteninstrumente alles anfangen kann. Papa hatte nämlich unrecht, als er sagte: „Lern gefälligst was Anständiges. Gärtner. Oder Zimmermann.“ Nein, stattdessen können Absolventen des Masterkurses sich bis zu teuer bezahlten Solisten hocharbeiten. Die sind ohnehin rar gesät, bei historischen Tasteninstrumenten wird die Konkurrenz irgendwann aber naturgemäß immer weniger. Damit die angehenden Musiker gut auf ihre spätere Arbeit an den Instrumenten vorbeireitet sind, sollen sie nach dem Masterstudiengang in der Lage sein, Werke aus allen Epochen und Stilistiken im Bewusstsein für eine historisch informierte Aufführungspraxis künstlerisch überzeugend zu interpretieren. Sie sollen Werke der Kammermusik auf hohem künstlerischem Niveau darbieten können und über ein vielfältiges Repertoire an Proben- und Übestrategien verfügen, mit dem sie Werke unterschiedlicher Stilistiken und Epochen auf Grundlage der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Aufführungspraktiken und Spieltechniken erarbeiten können. Nebenbei können die Absolventen dann übrigens nicht nur ihr Instrument spielen, sondern haben auch spezifische berufsrelevante Kompetenzen schriftlicher Reflexion durch Arbeiten in den Bereichen Musikwissenschaft und Analyse erworben. Klingt also eigentlich gar nicht so kompliziert. Bleibt nur noch eine Frage. Wie kommt man auf die Idee, so etwas zu studieren? (ci)


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25 Jahre zuverlässig Dieses Jahr feiert die AGS Anlagegesellschaft Schwaben mbH aus Hochdorf im Kreis Esslingen ihr 25-Jahr-Firmenjubiläum. Seit 1989 betreut die AGS nun schon Ihre Kunden in der Region zuverlässig und stets marktaktuell. Die Stärken liegen in der Erfahrung und Kompetenz in den Bereichen Immobilien, Versicherungen, Kapitalanlagen, Finanzierungen. Über die letzten drei Jahrzehnte hat sich die AGS Anlagegesellschaft Schwaben mbH durch Kompetenz und Zuverlässigkeit einen großen Kundenkreis aufgebaut. „Der größte Unterschied ist, dass wir jeden Kunden einzeln betrachten“, sagt Bernhard Chvala, Eigentümer der AGS Anlagegesellschaft Schwaben mbH. Denn jeder Mensch ist anders und benötigt daher auch ein eigens auf sich zugeschnittenes Konzept. Dabei unterstützen wir unsere Kunden. Und gerade als freie Finanzdienstleister und Versicherungsmakler können wir unseren Kunden unter Hunderten von Gesellschaften den besten Tarif anbieten. Sehr viel Wert legen wir auf die ständi-

ge Weiterbildung unserer Mitarbeiter, der Markt bringt so viele Veränderungen mit sich, dass nur dadurch eine qualitativ hochwertige Beratung möglich ist.“ Auch im Immobilienbereich ist die AGS hervorragend aufgestellt. Herr Chvala, seines Zeichens auch Ausbilder und Fachdozent für den Beruf des Immobilienkaufmann/-frau (IHK) an der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) in Stuttgart, kennt die Voraussetzungen und Tücken beim Immobilienkauf und -verkauf. Er merkt an: „Gerade in der heutigen Zeit suchen die Menschen nach Sicherheit und trotzdem guten Gewinnmöglichkeiten. Zu den Zeiten der niedrigen Zinsen ist ein Einstieg in die Immobilien ideal, besonders als zusätzliche Altersversorgung ist die vermietete Immobilie gut geeignet. Doch auch hier sollte man sich von Fachleuten wie die der AGS beraten lassen. „Den Menschen eine bessere Zukunft verschaffen. So verstehen wir unsere Aufgabe und das leben wir auch.“

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Mit flinken Augen Das Lesen von Mails, Artikeln oder Fachliteratur kostet im Studium t채glich viel Zeit, die an anderer Stelle fehlt. Wer schnell lesen kann, ist klar im Vorteil. Doch wie gelingt das? Tipps von einem TV-Total-Quizbox-Champion. Ein Gastbeitrag von Christoph Teege

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nsere Informationsgesellschaft fordert uns in Beruf und Alltag ständig aufs Neue heraus. Die Informationsflut wächst immer weiter an und muss irgendwie sinnvoll bewältigt werden. Viele zusätzliche Informationen müssen immer schneller erfasst, verstanden, verarbeitet und gefiltert werden. Eigentlich nicht zu schaffen, oder? Zwei Beispiele verdeutlichen das Dilemma: Die nächste Klausur steht an und Sie sehen sich vor einem riesigen Berg Unterlagen, die Sie durchackern müssen. Doch wo anfangen? Was lassen Sie weg und was ist wirklich wichtig, um die Klausur erfolgreich zu absolvieren? Eine andere Situation: Sie sitzen im Meeting, das E-Mail-Postfach ist überfüllt, Fachzeitschriften und Sitzungsprotokolle stapeln sich auf Ihrem Schreibtisch und ein wichtiges Projekt steht kurz vor der alles entscheidenden Präsentation. Hilfe! Wie geht denn so etwas? Kein Mensch hat so viel Zeit, um während des Studiums oder im Berufsleben Stunden mit dem Lesen von Mails, Protokollen, Fachzeitschriften und Tageszeitungen zu verbringen – und das täglich. Kreativität kann sich dann kaum entfalten und über ergebnisorientiertes Arbeiten müssen wir erst gar nicht nachdenken. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob Sie sich noch mitten im Studium befinden oder bereits im Berufsleben angekommen sind. Doch gibt es einen Ausweg aus diesem Teufelskreis? Ja, den gibt es. Mit Speed-Reading lässt sich die tägliche Lesezeit drastisch reduzieren und effektiv arbeiten. Beim SpeedReading handelt es sich kurz und knapp formuliert um zielgerichtetes, konzentriertes Lesen. Die Technik macht es möglich, die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit von 180 bis 220 Wörtern pro Minute (WpM) annähernd zu verdoppeln, auf 400 WpM. Geübte Schnellleser kommen sogar auf 500 bis 600 Wörter und erzielen somit durch die spezielle Lesetechnik fast die dreifache Geschwindigkeit eines „Normallesers“. Das spart täglich nicht nur wertvolle Zeit, sondern lässt einen Informationen leichter und vor allem schneller verstehen und relevante Informationen besser behalten.

Fünf Säulen unterstützen einen bei der Steigerung der Lesegeschwindigkeit:

Die eigene Leseabsicht finden Einige wichtige Fragen sollte sich jeder stellen, bevor er mit dem Lesen eines Textes beginnt: Muss ich diesen Artikel überhaupt lesen? Und wenn ja, warum? Welche Informationen sind wichtig und wie müssen sie weiter verwendet werden? Wer darüber Klarheit gewonnen hat, überfliegt den Text zunächst nur. Erste wertvolle Informationen zum Thema geben Titel, Absätze und optische Hervorhebungen. Tipp: Unbedingt Notizen machen!

In Wortgruppen lesen Wer in Wortgruppen liest, erzielt eine deutliche Steigerung seiner Lesegeschwindigkeit. Nicht Buchstaben, sondern Wörter und später nicht nur Wörter, sondern ganze Sätze zu erfassen ist das Ziel dieses Trainings. Eine gute Übung hierzu ist, sich einen Film mit Untertiteln anzuschauen und zu versuchen, möglichst viele oder noch besser alle Untertitel auf einmal zu lesen.

Sakkaden-Training einsetzen Beim Sakkaden-Training handelt es sich um ein Training für Blicksprünge. Beim Lesen springen die Augen zu einer Wortgruppe. Sie wird fixiert, um dann zur nächsten Gruppe zu springen. Die Trainingsmethode lehrt, die Sprungfrequenz zu erhöhen und die Zeitspanne des Fixierens zu verkürzen. Für das Training benötigt man ein Metronom oder eine entsprechende App. Das Metronom bestimmt den Leserhythmus. Ziel ist es, die Geschwindigkeit zu steigern und zu versuchen, den neuen Rhythmus mit den Augen zu halten. Nach einer gewissen Zeit verringert sich das Tempo wieder. Zehn Minuten pro Tag genügen schon, um die Lesegeschwindigkeit deutlich zu erhöhen.

Nicht anhalten: Weiterlesen Wer beim Lesen an einer Stelle nicht weiterkommt, sollte das ignorieren, auch wenn es 51


naturgemäß schwerfällt. Wer anhält, verliert kostbare Lesezeit. Etwas nicht auf Anhieb zu verstehen, ist kein Drama und kein Grund zur Panik. Nervös zu werden bringt niemanden weiter, sondern verschärft im Gegenteil die Gefahr, den Artikel wegzulegen und frustriert an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln. Vielleicht wird sich am Ende des Textes herausstellen, dass die komplexe Passage gar nicht entscheidend war. Tipp: Vor dem Lesen erst das komplette Material sichten. Dann weiß man, um was es thematisch geht, und wird wie von selbst die wirklich relevanten Passagen lesen, also diejenigen, die mit dem eigentlichen Inhalt zu tun haben.

wird. Mit dieser Art Gedächtnistraining lassen sich Kreativität und Fantasie effektiv schulen und nachhaltig steigern. Fazit: Mit Speed-Reading werden Sie lernen, Ihre Lesegeschwindigkeit zu optimieren. Sie können wichtige Informationen bereits auf den ersten Blick erkennen und von unwichtigen unterscheiden. Mit täglichem Training werden Sie immer besser und haben dadurch mehr Zeit für Ihre Familie, liebgewonnene Hobbys und Freunde – oder Sie nehmen sich einfach mal Zeit nur für sich selbst. Schöne Aussichten, oder?

Vorstellungskraft trainieren Jeder sollte versuchen, in Bildern zu lesen. Das mag im ersten Moment etwas seltsam anmuten, doch es hilft mit Sicherheit. Dadurch gelingt es, Gelesenes leichter zu erfassen, zu verstehen und auch langfristig zu behalten. Bei einem Fachartikel ist das sicherlich kniffliger als beim Lesen eines spannenden Romans. Eine Möglichkeit ist, sich die Personen des Artikels bildlich vorzustellen. Oder sich einfach in die Situation hineinzuversetzen, die gerade beschrieben 52

Christoph Teege, Jahrgang 1981, ist Experte für Motivation und Erfolgsstrategie. Nach der Kündigung seines Jobs als Vertriebsingenieur trainierte er, absolvierte nach wenigen Monaten den Ironman, und gewann im Jahr 2013 das Quizboxen bei TV Total. Teege zeigt Unternehmen und Führungskräften auf der Basis seiner Karriere als Berufsaussteiger Lösungsansätze zur Bindung und Motivation der Generation Y.


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In die W端ste geschickt Corinna Lutz von der MHMK Stuttgart verbrachte ihr drittes Semester in Abu Dhabi. Nach einem knappen halben Jahr in der arabischen Welt stand f端r sie fest: Da muss sie wieder hin. Von Ben Schieler

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as zwei Pünktchen zu wenig im TOEFL-Test alles ausmachen können. . . Eigentlich wollte Corinna Lutz ihr Auslandssemester in London oder Dublin verbringen. Doch der Test machte der PR- und Kommunikationsmanagement-Studentin an der MHMK Macromedia Hochschule Stuttgart einen Strich durch die Rechnung. Als Alternative blieb ihr Abu Dhabi. „Da wollte ich eigentlich nicht hin“, gibt Corinna zu, ging trotzdem und erlebte fünf Monate und fünf Tage voller Wunder. „Am Ende“, sagt Corinna, „wollte ich nicht mehr heim.“ In gewisser Weise zwingt die MHMK im Römerkastell Bad Cannstatt ihre Studenten zu ihrem Glück. Ein Leitprinzip der privaten Hochschule für Medien und Kommunikation ist es, ihre Drittsemester ins Ausland zu schicken, um sie Erfahrungen sammeln zu lassen, die sie sowohl auf ihrem akademischen als auch auf ihrem privaten Weg weiterbringen sollen. Auf großen Welcome-Back-Partys werden dann zweimal im Jahr Erfahrungen und Fotos ausgetauscht. „Es ist immer wieder

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erstaunlich, wie gereift die Studenten zurückkommen“, stellt die MHMK-Career-Managerin Dagmar Brüssau fest. Corinna Lutz wird dem kaum widersprechen. Abu Dhabi, das Emirat und die Stadt, die auch Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist, war ein Abenteuer, ein Eintauchen in eine Kultur, die für Mitteleuropäer so fremd ist, dass sie einen nur bereichern kann. Sie, die im vergangenen Wintersemester noch 20-jährige Deutsche, musste sich an Gesetze und Gesetzmäßigkeiten Abu Dhabis erst gewöhnen, passte sich aber schnell an – auch, weil sie sich von den Einheimischen bald ins Herz geschlossen fühlen durfte. Da war der Sonnyboy aus dem oasendorfähnlichen Heritage Village, der sie mit seinem Jet-Ski aufgabelte und mit dem sie noch immer freundschaftlich verbunden ist – auch wenn das seiner augenscheinlich etwas eifersüchtigen festen russischen Freundin gar nicht gefällt. Da waren die fremden Studenten an der Uni, die sie mit Fragen über Deutschland löcherten. Da war die Dozentin, die Karten für den VIP-Bereich beim Großen Preis von Abu Dhabi der Formel 1 vermittelte. Da war


Abu Dhabis Olympiahoffnung im Eiskunstlauf, mit der Corinna, selbst jahrelang in dem Sport aktiv, sofort ein Gesprächsthema hatte. Und da waren die neuen Freundinnen: Eine nähte ihr eine Jalabiya, ein traditionelles arabisches Hausgewand, eine andere lud sie zum Essen zu sich nach Hause ein. Zur Vorbereitung stand die Mama zwei Tage lang in der Küche. Überhaupt: das Kulinarische. Es waren Monate des Entdeckens für Corinna Lutz. Datteln stehen in Abu Dhabi hoch im Kurs, weswegen sie am Ende ihres Aufenthalts drei Kilogramm geschenkt bekam. Der typische Kardamom-Kaffee war zwar eine etwas dünnflüssige und gewöhnungsbedürftige Brühe. „Aber nach zwei bis drei Schluck kannst du nicht mehr genug davon kriegen.“ Eine Verlobung oder die ausschweifenden Festivitäten rund um den Nationalfeiertag am 2. Dezember gaben willkommene Anlässe zum Schlemmen ohne schlechtes Gewissen. Groß war dann die Auswahl an Aufgetischtem: Muffins, Kuchen, Schokolade, Krapfen mit Zuckersirup. „Am besten fragst du nicht nach den Kalorien.“ Ein deutsches Restaurant hat Corinna ebenfalls entdeckt, sogar mit

Schweinefleisch auf der Karte, in dem es „fast so schmeckt wie bei Mama“. Doch sie wollte sich neue Welten erschließen, eben auch kulinarisch, probierte deswegen während ihres Aufenthalts auch Kamelfleisch mit Reis, zubereitet in einem Riesentopf. Begegnungen mit lebendigen Kamelen folgten auf dem Kamelmarkt, auf den man sich als Frau besser nicht alleine traue, weil die Kameltreiber nach Wochen der Einsamkeit genug von Entbehrungen hätten. Und auch in der Wüste sind ihr die Tiere begegnet. Bei einem Ausflug mit Quads und Buggys stieß Corinna auf wilde Kamele und erschrak kurz, fürchtete sich, bis sie feststellte, dass sie eine noch viel größere Angst vor ihr hatten. In der Hitze jenes Ausflugs erlitt sie ihren einzigen Sonnenbrand – und wusste hinterher, warum die Menschen in Abu Dhabi traditionell schwarz tragen: Weil es die UV-Strahlen besser absorbiert. Da die besten Hörsäle der Welt keine Mauern und Wände kennen, lernte sie auf Ausflügen und Touren am meisten über das Leben und die Kultur Abu Dhabis. Zum Beispiel in der majestätischen Scheich-Zayid-Moschee (siehe

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Corinna Lutz beim BBQ in der Wüste.

Titelfoto), die sie in eine Abaya gehüllt besuchte. Doch auch das Studium trug seinen Teil zu mehr interkulturellem Verständnis bei. Eines ihrer Seminare hieß „Culture, Climate and Values“, arabische Geschichte stand genauso auf dem Stundenplan wie die globalen Themen Management und BWL. Am Ende war sie länger an der Uni als nötig. Ein Kommunikationsproblem zwischen Deutschland und Abu Dhabi führte dazu, dass sie einen Kurs mehr belegte als die Einheimischen, sechs statt fünf mit je vier Wochenstunden. Gestört hat das Corinna nicht. Sie schätzte es, dass ein Universitätsstudium in Abu Dhabi wenig mit dem Frontalunterricht hiesiger Unis gemein hat, sondern interaktiv gestaltet ist – mit viel Raum für Fragen und technisch absolut up to date. „Mit Mäppchen und Block brauchst du da nicht ankommen“, sagt sie. „Du solltest mindestens einen Laptop oder ein iPad dabeihaben, um die ganzen Programme und Apps nutzen zu können.“ Toll seien die Atmosphäre und die Möglichkeiten auf dem 58

international geprägten Campus gewesen, auf dem es vom Fitnessstudio bis zum Coffeeshop vieles gibt, was das Studentenherz höher schlagen lässt. Einen gewissen Luxus erlebte Corinna auch in ihrer Bleibe. Weil es für unter 21-Jährige schwierig bis unmöglich ist, eine Wohnung zu bekommen, residierte sie in einem Hotelappartement. „Das war schon angenehm“, sagt sie. „Daheim putzt mir keiner hinterher.“ Was bleibt? Hoffentlich anhaltende Freundschaften, die weniger oberflächlich sind als bei uns. „Wenn du es schaffst, jemandes Herz zu erobern und ihn einen Freund nennen darfst, geht das in Abu Dhabi tief, ist das fürs Leben“, sagt Corinna. Sie wird zurückkehren – inshallah (so Gott will). Vielleicht im Dezember zur Hochzeit des Paares, bei deren Verlobungsfeier sie schon sein durfte, vielleicht auch wieder zur Formel 1. Dabei wollte sie ursprünglich eigentlich nach London oder Dublin. Was zwei Pünktchen zu wenig im TOEFL-Test alles ausmachen können . . .


Du suchst einen Korrektor!? Wir haben ihn! Unser Korrektor (Berufserfahrung bei 端berregionalen Tageszeitungen) liest deine Abschlussarbeiten, Hausarbeiten oder ... Tageb端cher. Schreib ihm einfach eine E-Mail an korrektor@kaepselemagazin.de.


Termine

Stuttgart Party

Konzerte

Kultur

Herbie Hustler Freitag, 16.5. 20 Uhr Goldmark‘s

Mads Langer Samstag 17.5. 20 Uhr clubCann

Love Letters Montag, 19.5. 19 Uhr Theaterhaus

Eröffnungsparty Samstag, 17.5. 20 Uhr Junges Ensemble

Bela B Dienstag, 20.5. 20 Uhr LKA

Eure Mütter Freitag, 23.5. 20 Uhr Theaterhaus

Keller MIxtape Mittwoch, 21.5. 23 Uhr Keller Klub

Lisa Stansfield Donnerstag, 22.5. 20 Uhr Liederhalle

Einsteins Verrat Freitag, 23.5. 20 Uhr Altes Schauspielhaus

Liebevoll loves students Donnerstag, 22.5. 23 Uhr Zwölfzehn

HeiSSe Zeiten Freitag, 30.5. 20 Uhr Komöde im Marquardt

Voodoo Dog Club Donnerstag, 5.6. 22 Uhr Keller Klub

Ernst und Heinrich Freitag, 6.6. 20 Uhr Renitenztheater

World Famous Cocktail Mittwoch, 18.6. 21 Uhr Muttermilch

Ziemlich beste Freunde Sonntag, 15.6. 19.30 Uhr Theaterhaus

Deep Sunday Sonntag, 22.6. 21 Uhr T-O12

ZZ Top Samstag 21.6. 19 Uhr Schleyer-Halle

Blütenträume Dienstag, 1.7. 20 Uhr Altes Schauspielhaus

Unser Wohnzimmer Dienstag, 8.7. 19 Uhr Mono

Black Sabbath Mittwoch, 25.6. 20 Uhr Schleyer-Halle

Tina Häussermann Donnerstag, 10.7. 20 Uhr Renitenztheater

Liebevoll loves students Donnerstag, 24.7. 23 Uhr Zwölfzehn

Only Crime Mittwoch, 16.7. 20 Uhr Goldmark‘s

Pepper & Salt Montag, 21.7. 20.15 Uhr Theaterhaus

Staying Alive Freitag, 1.8. 21 Uhr vier peh

Patti Smith and her Band Dienstag 5.8. 20 Uhr Freilichtbühne Killesberg

Suche impotenten Mann Sonntag, 27.7. 18 Uhr Theaterschiff

Mumis Palace Donnerstag, 14.8. 21 Uhr Muttermilch

Converge Donnerstag, 14.8. 20 Uhr Universum

Ausbilder SChmidt Freitag, 29.8. 20 Uhr Renitenztheater

Der Kleinste Club Donnerstag, 11.9. 22 Uhr Mono

Blink 128 Montag, 18.8. 20 Uhr Schleyer-Halle

Mütternacht Spezial Donnerstag,11.9. 20 Uhr Theaterhaus

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Termine

Tübingen Party

Konzerte

Kultur

HeadbangerS Metal Party Samstag, 17.5. 22 Uhr Bierkeller

Jonathan Kluth Samstag, 17.5. 20 Uhr Sudhaus

Tübinger SOng Slam Freitag, 16.5. 20.30 Uhr Zimmertheater

Yeah! Yeah! Yeah! Samstag, 24.5. 22 Uhr Bierkeller

Track 1 Dienstag, 20.5. 20 Uhr Café Latour

Literatur im Club Donnerstag, 22.5. 20 Uhr Club Voltaire

dark visions Freitag, 30.5. 22 Uhr Club 27

Peach Kelli Pop Sonntag, 25.5. 21 Uhr Epplehaus

Mein Kampf Freitag, 30.5. 19.15 Uhr Zimmertheater

Armer Konrad Mittwoch, 4.6. 20 Uhr Club Voltaire

Melodien für MIlliarden Montag, 9.6. 20 Uhr LTT

Vollmondtanz Samstag, 14.6. 21 Uhr Sudhaus

Akademischer Chor Donnerstag, 26.6. 20 Uhr Stiftskirche

König Ödipus Mittwoch, 18.6. 20 Uhr LTT

dark Visions Freitag, 27.6. 22 Uhr Club 27

Offene Bühne Mittwoch, 18.6. 20 Uhr Sudhaus

Irdische Liebe Dienstag, 24.6. 21 Uhr Zimmertheater

LuScht Party Samstag, 28.6. 20.30 Uhr Uhr Sudhaus

Lagerfeuerabend Donnerstag, 19.6. 20 Uhr Sudhaus Biergarten

Die Möwe Samstag, 28.6. 20 Uhr LTT

Swing Circus Samstag, 5.7. 20 Uhr Bierkeller

Akademisches Orchester Donnerstag, 17.7. 20 Uhr Neue Aula, Uni Tübingen

Comedy im Garten Sonntag, 6.7. 19 Uhr Waldbühne

Vollmondtanz Samstag, 9.8. 21 Uhr Sudhaus

Strom & Wasser Montag, 28.7. 20 Uhr Sudhaus

Axel Prahl Samstag, 2.8. 19.30 Uhr Sudhaus

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Termine

Esslingen Party

Konzerte

Kultur

Diesel-Disco Freitag 16.5. 21 Uhr Dieselstraße

Young River Festival Mittwoch 28.5. 20 Uhr Dieselstraße

Poetry slam Samstag 17.5. 19 Uhr Komma

Gut aufgelegt Samstag 31.5. 22 Uhr One

Extrem Doom Night Mittwoch 28.5. 20 Uhr Komma

Die Irre von Chaillot Dienstag, 3.6. 19.30 Uhr WLB

Diesel-Disco Freitag 18.7. 21 Uhr Dieselstraße

Rome Freitag 30.5. 20 Uhr Komma

Himmel und Hölle Samstag 28.6. 20 Uhr WLB

Frauendisco Samstag 6.9. 22 Uhr Dieselstraße

Pow Dienstag 3.7. 20.30 Uhr Komma

Ernst mantel - Ha komm! Donnerstag 10.7. 20.30 Uhr Dieselstraße

Ludwigsburg Party

Konzerte

Kultur

Students vs. Pussycat Club Freitag, 16.5. 21 Uhr Pussycat Club

Sacred REich Donnerstag, 12.6. 20 Uhr Rockfabrik

Schlossfestspiele Samstag 17.5. 20 Uhr Forum am Schlosspark

Stilevent Special Samstag, 24.5. 23 Uhr Four Runners Clubs

Iced Earth Sonntag 15.6. 19 Uhr Rockfabrik

Schlossfestspiele Samstag 26.7. 20 Uhr Forum am Schlosspark

90er Party Sonntag, 8.6. 22 Uhr Rockfabrik

In Extremo, Fiddlers Green Sonntag 3.8. 18 Uhr Residenzschloss

Schlossfestspiele Sonntag 27.7. 20 Uhr Forum am Schlosspark

80er Party Mittwoch, 18.6. 22 Uhr Rockfabrik

ANdreas Gabalier Mittwoch 6.8. 19.30 Uhr Residenzschloss

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Neueröffnung Montag, 15.9. 20 Uhr Scala


Impressum: Käpsele – Das Studentenmagazin Käpsele GbR Theodor-Heuss-Straße 109 71067 Sindelfingen redaktion@kaepselemagazin.de Herausgeber (V.i.S.d.P.): Markus Brinkmann (msb) und Christian Ignatzi (ci)

Das nächste Käpsele erscheint am 15. September. Die Themen: - Tipps für Sparfüchse: Schmales Budget im Selbstversuch - Tipps für Sportskanonen: Ein Besuch beim Jugger - Tipps für Schmusekatzen: Im Tübinger Kuschelkurs

Anzeigen: Christian Ignatzi anzeigen@kaepselemagazin.de Redaktionsleitung: Ben Schieler (ben) Autoren: Ilkay Aydemir (ay) Katrin Bohnenberger (kbo) Sanja Döttling (sad) Julia Knorr (jul) Caroline Messick (cam) Gastautoren: Nicolai Köppel Christoph Teege Fotografen: Sanja Döttling (S. 42) Ben Schieler (S. 03, 20, 22, 23, 30 und 32) Illustratorin: Verena Tribensky (S. 26) Besondere Foto- und Lizenzhinweise: Cover: Comic CC CollegeDegrees360 (https://www.flickr.com/photos/83633410@N07) S. 06: Plakat © Mark Bohle S. 08/09: Fotos/Plakate: © Steffen Knöll, Mark Bohle, Fabian Krauss S. 12: Foto CC Maryland GovPics (https://www.flickr.com/photos/ mdgovpics) S. 13: Fotos © PH Ludwigsburg/ Marius Gelbing S. 14: Foto CC Phil Roeder (https:// www.flickr.com/photos/tabor-roeder)

S. 17: Foto © Witters Sport-PresseFotos GmbH S. 18: Foto unten © VfB Stuttgart S. 18/19: Foto CC juantiagues (https://www.flickr.com/photos/ juantiagues) S. 24: Foto © Ansgar Noeth, Cover © Ars Vivendi S. 25: Foto CC (http://commons. wikimedia.org/wiki/File:Kerkeling. jpg), Cover: © Piper Verlag S. 29: Fotos © Studentenwerk Stuttgart/Studentenwerk TübingenHohenheim S. 33: Foto © Nicolai Köppel S. 34/36: Fotos © Willi Bothner S. 38: Kleines Foto CC (http:// commons.wikimedia.org/wiki/ File:K%C3%B6lner_Dom_St._ Petersglocke_mit_neuem_ Kl%C3%B6ppel_2012.jpg), großes Foto CC Mario van Middendorf (https:// www.flickr.com/photos/middendorf) S. 40/41: Plakate © Verleiher S. 43: Foto CC Julian Rotela Rosow (https://www.flickr.com/photos/ jrparaguaya) S. 44: Foto CC Jerry Ferguson (https://www.flickr.com/photos/ fergusonphotography) S. 45: Foto CC Zé Valdi (https:// www.flickr.com/photos/ze_valdi) S. 48: Foto Hintergrund CC pfly (https://www.flickr.com/photos/

pfly), kleines Foto CC mobilix (https://www.flickr.com/photos/ mobilix) S. 49: Foto © AGS Anlagegesellschaft Schwaben S. 50: Foto CC David Goehring (https://www.flickr.com/photos/ carbonnyc) S. 52: Foto © Christoph Teege S. 54/55: Foto CC lam_chihang (https://www.flickr.com/photos/ lam_chihang) S. 56/57: Foto oben CC Kevin Botto (https://www.flickr.com/photos/ kevinbotto), Foto unten CC Nick Webb (https://www.flickr.com/photos/nickwebb) S. 58: Foto © Corinna Lutz Ein Dank für das Erfinden, Entwerfen und Designen des Käpsele (der Vogel) geht an seinen Schöpfer Timo Rehm. Vertrieb: Flyertyre Gymnasiumstr. 43 70174 Stuttgart www.flyertyre.de Auflage/Erscheinungsweise: 30.000 Stück/zweimonatlich Das Käpsele ist auf Recyclingpapier gedruckt

dieses Exemplar wurde bei www.dierotationsdrucker.de gedruckt

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www.big-fm.de www.facebook.com/RadiobigFM

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Ausgabe #10 des Studentenmagazins.

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