Issuu on Google+

r Ă„sthetik Designs es sich wie t dem Eindruck“. tscheidet sich etrachter ten Sekunden er dagegen.

beku/ndu/ng

Magazin der New Design University St. PĂślten / 2011

01#Erster Eindruck


Mit der Ästhetik eines Designs verhält es sich wie mit dem „ersten Eindruck“. Intuitiv entscheidet sich ein Betrachter in den ersten Sekunden dafür oder dagegen.


beku/ndu/ng 01#Erster Eindruck


beku/ndu/ng 01#Erster Eindruck

Inhalt

Der erste Eindruck 08 Definition

Workshops

18 Praxistipps f端r Designer

Grafik Design

30 Konzentrat: Geballte Weltliteratur

10 InDesign CS5 34 Modulschrift: Katinka 14 10 Sekunden um Besucher zu fesseln

22 Alles Atze mit der Atzgerei 26 Alles Infografik


Innenarchitektur

38 Gastsemester: Patricia Hepp

40 BA-Project: Tanzstudio 44 Project: Einleuchten

Illustration

48 Illustration: Hotel New Hampshire

Kunstgeschichte

52 Marx Brothers: Monkey Business oder die Frage der Einwanderung?


Vor dem Start in die Selbständigkeit: Gründlich informieren und detailliert planen! S. 18 Grundriss Sphere: Tanzstudio von Baum Magdalene S. 40 Auslöser für den Streit soll laut NÖN die Erweiterung des Programmkinos sein. S. 27

6/

Übersicht „nonlinear“

nur 50 millisekunden? S. 17 EinLeuchten S. 44

Alles Atze? S. 22


Der erste Eindruck geschieht immer, er geschieht immer unbewusst und er geschieht in sekundenschnelle. S. 8

Von historisch-dokumentarisch bis dramatisch-leidenschaftlich, vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. S. 32

Produktivität* S. 12 Gastsemester: Patricia Hepp S. 38 /7 Wie bringe ich meine persönliche Note in die Modulschrift? S. 34

Eine üppig wuchernde Phantasie treibt skurrile Blüten, ein ausuferndes Bilderbuch, wild fabulierend und von köstlicher Ironie durchsetzt. S. 48 beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


8/

Definition: „der erste Eindruck“ Anke Willberg

Der erste Eindruck geschieht immer, er geschieht immer unbewusst und er geschieht in sekundenschnelle. Das heißt, eh Sie sich versehen, stecken Sie schon in einer Schublade. Denn nichts anderes passiert beim ersten Eindruck. Es ist die Entscheidung darüber, ob man jemanden sympathisch oder unsympathisch findet. Und zack, ist man erst einmal in dieser Schublade. Sie werden das von sich auch kennen, wenn Sie jemanden das erste Mal sehen, dass Sie ihn direkt eingeordnet haben: nett/nicht nett oder sympathisch/unsympathisch. Das geschieht blitzschnell, ganz automatisch, aus dem Bauch heraus, ohne dass Ihnen bereits klar wäre, warum Sie diese Person so eingeordnet haben. Diese Einteilung in „Freund“ oder „Feind“ ( sprich: sympathisch oder unsympathisch) liegt daran, dass gewisse Mechanismen, die früher entwicklungstechnisch für das Überleben notwendig waren, im menschlichen Gehirn immer noch aktiv sind. Erst nach genauerem hinsehen bzw. nachdenken, wird Ihnen klar, warum Sie diese Person so eingestuft haben. Ein positiver erster Eindruck schafft eine positive Grundstimmung. Ihr Gegenüber fasst dadurch Vertrauen zu Ihnen und kann sich auf Sie einlassen. Ein negativer erster Eindruck schlägt sich direkt negativ auf das Vertrauensverhältnis nieder. Auch wirft er ein negatives Bild auf Ihre Firma, die Sie repräsentieren. Und nach wie vor gilt:

Es gibt keine zweite Chance für Ihren ersten Eindruck!


der erste Eindruck? beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

/9


Es ist längst kein Geheimnis mehr: Die Adobe Creative Suite 5 und somit auch ein neues InDesign ist da und spaltet die Nation. Die neuen Features lassen sich in »Design und Layout«, »Crossmedia Design« und »Zusammenarbeit und Produktivität« unterteilen. Hier zunächst ein kleiner Überblick der wichtigsten Neuerungen aus dem Bereich »Design und Layout«:

10/

InDesign CS5: Der erste Eindruck Autor: Kai Rübsamen

Design und Layout: Verschiedene Seitengrößen in einem Dokument Buchumschläge, Flyer für Wickelfalz oder Ausklapper können nun endlich in einem Dokument angelegt werden. Das macht nicht nur das Anlegen der Dokumente um vieles einfacher, sondern lässt auch nachträgliche Korrekturen am Format recht schnell zu. Geschäftsausstattungen, bei denen bisher für Visitenkarten, Briefbogen und Compliment-Card jeweis eigene Dokumente existierten, legen Sie jetzt in einer Datei an und verwalten z.B. Farben und Logos nur einmal.


Neues Gesicht für das Ebenenbedienfeld Das Ebenenbedienfeld hat in der neuen Version mehr Ähnlichkeit mit Illustrator bekommen. Elemente lassen sich jetzt einzeln im Ebenen-bedienfeld auswählen. Das bietet zahlreiche Vorteile. Zum Beispiel beim Gruppieren: Bisher mussten Objekte erst entgruppiert werden, damit ein weiteres Element der Gruppe hinzugefügt werden konnte. Mit den neuen Ebenenfunktionen ziehen Sie ein Objekt einfach in die richtige Ebenengruppe, fertig. Weitere Neuerungen: An alle druckbaren Objekte kann ein Name vergeben werden. Das dürfte insbesondere für skriptgesteuerte Operationen interessant sein. Auch können Objekte jetzt richtig über ein Icon im Ebenenbedienfeld oder per Kontextmenü am Mauscursor gesperrt werden. Vereinfachte Auswahl und Transformationen Unter diesen Begriffen lassen sich gleich mehrere Neuerungen zusammenfassen, die bei der täglichen Arbeit vor allem eins machen: Sie sparen Zeit! :) Content Indicator: Grafikrahmen mit Inhalt zeigen nun beim Mouseover mit dem AuswahlWerkzeug einen donutähnlichen Kreis. Wenn sich der Cursor direkt über dem »Donut« befindet, verwandelt sich der schwarze Pfeil in das Handwerkzeug und der Inhalt des Rahmens lässt sich verschieben, ohne dass der Rahmen oder Inhalt vorher ausgewählt werden muss. Hier kommt die Maus: Ein Doppelklick über einem Bild wechselt nicht mehr zwischen schwarzem und weißem Pfeil, sondern aktiviert direkt das Bild. Rahmenkanten einzelner Objekte oder Gruppen werden beim Mouseover auch im Vorschaumodus angezeigt. Ein Mouseover mit weißem Pfeil zeigt die einzelnen Pfadpunkte oder -segmente. Diese können dann direkt ausgewählt werden. Transformieren: Objekte drehen Sie jetzt direkt mit dem Auswahl-Werkzeug – wie in Illustrator. Der Wechsel zum Transformieren- oder Drehen-Werkzeug entfällt. Transformieren von mehreren Objekten: Text- oder Bildrahmen müssen nicht mehr gruppiert werden, bevor sie gemeinsam verändert werden können. Wenn z.B. bisher drei verkettete Textrahmen in der Höhe verändert werden sollten, mussten sie entweder vorher gruppiert oder umständlich per Hilfslinien auf eine Höhe gebracht werden. Jetzt genügt eine Auswahl und die Objekte können an der gemeinsamen Boundingbox transformiert werden. Für mich ist diese relativ unscheinbare Neuerung einer der Hightlights der neuen Version! Aktivieren von hinteren Objekten: Objekte, die hinter anderen Objekten liegen, können jetzt einfach per [Befehl]/[Strg] + (Klick) ausgewählt und verschoben werden. Es ist dabei nicht mehr notwendig, genau den Mittelpunkt oder die Rahmenkanten zu treffen. In früheren Versionen wurde durch erneutes Klicken wieder das oberste Objekt aktiviert. Live Distribute: Der Abstand zwischen mehreren aktivierten Objekten lässt sich mit dem Auswahl-Werkzeug durch Drücken der Leertaste nach Augenmaß vergrößern oder verkleinern. Objekte, die horizontal angeordnet waren, sind über diese Technik auch vertikal verschiebbar und völlig neu anzuordnen.

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

/11


12/

Das neue Lückenwerkzeug Mit dem Lückenwerkzeug gibt es nun die Möglichkeit, den Abstand zwischen zwei oder mehreren Objekten zu verändern. Hört sich nicht spektakulär an, ist es aber! Durch Drücken von Zusatztasten können auch Bild- und Textrahmen in ihrer Größe verändert werden, während der Abstand zwischen den Rahmen gleich bleibt. Bei Bildern kann ich dabei zusätzlich bestimmen, ob sich der Inhalt automatisch miteinpassen soll. Das Coole daran ist, das es auch mit einzelnen Rahmen funktioniert, die man an Hilfslinien ausrichten möchte. Aber was ist jetzt daran spektakulär? In allen Fällen ist es nicht mehr notwendig einen Rahmen auszuwählen, da man mit dem Abstand zwischen zwei Objekten und nicht mit den Objekten an sich arbeitet. Layouts lassen sich so viel intuitiver erstellen. Spaltenübergreifende Absätze Überschriften, Untertitel oder Texte lassen sich rasch in einem einzigen Textrahmen über mehrere Spalten hinweg anordnen oder auch nochmal innerhalb einer Spalte z.B. bei Aufzählungen unterteilen. Auf dieses Feature haben wir alle seit langem gewartet, denn das mühevolle Verketten von Textrahmen mit unterschiedlicher Breite entfällt nun, zumindest in der Theorie. Genau wie bei der neuen Funktion »Spalten

ausgleichen« in den Textrahmenoptionen muss der Textumbruch permanent neu berechnet werden, wenn Text hinzukommt oder wegfällt. Die Praxis muss daher erst noch zeigen, ob diese Arbeitsweise auch bei größeren Textabschnitten über mehrere Seiten hinweg funktioniert. Für kleinere Textmengen sind die neuen Funktionen jedoch ein Riesengewinn und ich werde hier meine Arbeitsweise umstellen. Mehrere Rahmen in einem Raster erstellen Was soll daran neu sein? Den Kontaktabzug gibt es doch schon länger! Das stimmt natürlich. Während sich ein gleichmäßiges Raster jetzt viel einfacher für Bildrahmen erstellen lässt, liegt das Hightlight dieses neuen Features für mich an ganz anderer Stelle, nämlich bei den Textrahmen. In bisherigen Fällen mussten z.B. drei Textrahmen, die nicht an die Satzspiegelhilfslinien angrenzen sollten, manuell erzeugt und miteinander verkettet, evtl. auch noch durch Hilfslinien ausgerichtet werden. In InDesign CS5 ziehen Sie jetzt einfach einen Textrahmen über die gesamte Breite des Satzspiegels und drücken 2x den Pfeil auf der Tastatur nach rechts. Als Ergebnis erhalten Sie drei Textrahmen auf gleicher Höhe, die bereits miteinander verkettet sind und die Breite der Spalten haben. Mich

hat das total begeistert und im Zusammenhang mit dem Lückenwerkzeug lässt sich hier wirklich die Produktivität erheblich steigern. Eckenoptionen, die endlich zu gebrauchen sind Wer bisher einzelne Ecken abrunden musste weiß, was ich mit dieser Überschrift meine. Ecken können nun einzeln oder gemeinsam entweder über die neuen LiveFunktionen am Rahmen direkt oder über die Optionen im Steuerungsbedienfeld abgerundet werden. Alle Einstellungen lassen sich in einem Objekstil sichern. Text, der in einem Rahmen mit abgerundeten Ecken eingegeben wird, kann nun endlich zentriert ausgerichtet werden. Ob das eine wirkliche Neuerung oder eher die Beseitigung eines Bugs ist, mag jeder selber entscheiden. Ich freue mich jedenfalls, dass das nun endlich geht. Super duplizieren Duplizieren Sie ein Objekt mit der [Alt]Taste und füllen den Zwischenraum durch Drücken mit den Pfeiltasten auf der Tastatur mit weiteren Duplikaten auf. Ich mag das. Wenn aber Quadrate erzeugt werden sollen und dann auch noch die [Umschalt]Taste mit ins Spiel kommt, wird es heikel. Denn die Reihenfolge in der die Tasten


Produktivität* beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

losgelassen oder noch gehalten werden müssen, ist nicht unbedingt intuitiv. Automatisch generierte Bildunterschriften aus den Metadaten Richten Sie sich einmalig einen Textrahmen mit Beschriftung und Objektstil ein und ziehen den Textrahmen dann nur noch unter das jeweilige Bild. Der Inhalt aus den Metadaten der jeweiligen Bilder wird anschließend im Textrahmen richtig formatiert dargestellt. Wenn Kunden konsequent ihre Bilddaten vorbereiten, ist das eine super Sache. Meist hat der Kunde aber wohl keine Möglichkeit, selbst Einträge in den Metadaten vorzunehmen oder was passiert, wenn sich die Bildunterschrift dann kurz vor Drucklegung noch ändert? Es ist sicherlich einfacher, diese Änderung dann doch direkt im Layout zu machen, als die Metadaten des Bildes zu ändern. Mini Bridge In den Vorgängerversionen gab es bereits die Möglichkeit, die Bridge in einer Art Kompaktmodus im Vordergrund zu halten, um so Bilder direkt aus der Bridge nach InDesign zu ziehen. Ich habe diesen Kompaktmodus nie genutzt und immer die komplette Bridge auf dem zweiten Monitor anzeigen lassen. Die Mini Bridge ist ein weiteres Bedienfeld, dass nun vollständig

in InDesign integriert ist. Die Vorschaugrößen und Navigationsmöglichkeiten sind hier neben einigen netten Features völlig ausreichend und ich werde wohl in Zukunft auf die große Bridge – zumindest beim Platzieren von Bildern – verzichten. Eine kleine feine Neuerung am Rande: Einzelne Bilder die über die Bridge oder den Finder importiert werden, landen nicht mehr direkt im Layout, sondern können nun per Cursor platziert werden.

Ein erstes Fazit Ich arbeite täglich überwiegend mit InDesign. Die meisten der hier vorgestellten neuen Funktionen für »Design und Layout« fallen für mich eindeutig unter das Thema Produktivität. Alle neuen Features finde ich gut und werde sie auch nutzen. Auf unterschiedliche Seitengrößen und spaltenübergreifende Absätze habe ich lange gewartet. Die von vielen erwarteten Neuerungen bei den Fußnoten oder der Datenzusammenführung haben es wieder nicht in das Upgrade geschafft und das ist sicherlich für manchen ärgerlich.

/13


Website zu verschaffen. Andere halten 3-4 Sekunden für den Zeitraum, den Nutzer brauchen, um eine Website einzuschätzen. Diese Zeiten zeigen schon, dass hier viel im Unterbewusstsein abläuft und es gar nicht mal so sehr um eine bewusste Wahrnehmung der Inhalte geht. Innerhalb dieser ersten Sekunden entscheidet es sich für viele Nutzer schon, ob sie eine Seite mögen oder nicht.

14/ 10 Sekunden, um-Besucher zu fesseln Text: Peer Wandinger

Die Welt des Internets ist eine sehr schnelllebige. Innerhalb von Sekunden ist die eine Website geschlossen und die andere geöffnet. Deshalb hat man nicht viel Zeit, um die Besucher der eigene Firmenwebsite auch zum bleiben zu bewegen. Schauen wir mal auf die 10 wichtigsten Faktoren (rein subjektiv natürlich), um Besucher so zu fesseln, so dass sie auf der eigenen Website bleiben. Nur 50 Millisekunden? Dass der erste Eindruck sehr wichtig ist, kennt man auch aus dem normalen Leben. Einen Menschen findet man meist entweder sofort sympatisch oder eben nicht. Und das, obwohl man fast nichts über ihn weiß. Im Internet ist es ähnlich. Auch hier ist der erste Eindruck sehr wichtig. Es gibt unterschiedliche Studien und Meinungen darüber, wie lange es dauert, bis sich Internet-Nutzer eine Meinung (und sei sie auch unterbewusst) über eine Website gemacht haben. Manche sprechen von 50 Millisekunden, die Nutzer benötigen, um sich einen ersten Eindruck von einer

Oder sind es doch eher 10 Sekunden? Trotzdem verlassen nicht alle Nutzer eine Website nach 3-4 Sekunden. Der erste Eindruck ist zwar wichtig, aber doch nicht alles. Deshalb gehe ich insgesamt eher von 10 Sekunden aus, die Nutzer brauchen, um auf einer Website zu bleiben oder nicht. Das beinhaltet dann schon ein erste kurze Aufnahme der Inhalte durch den Leser. Man darf hier aber auch nicht vergessen, dass dies nur gemittelte Werte sind. Jeder Leser ist anders. Wer es eilig hat oder genervt ist, wird weniger Zeit in eine Website investieren, als jemand der enspannt vor dem Rechner sitzt. Von daher sollte man diese Zeitangaben nicht so genau nehmen. Viel wichtiger ist es zu erkennen, dass man nicht sehr viel Zeit hat, um Besucher dazu zu bringen, auf der eigenen Website zu bleiben. 10 wichtige Faktoren, um Besucher zu fesseln Deshalb will ich hier mal 10 Faktoren vorstellen, die sehr wichtig bei dem Versuch sind, Leser länger auf der eigenen Website zu halten. Darunter befinden sich sowohl Faktoren, welche die unbewusste Einschätzung einer Website beeinflussen, aber auch Faktoren, die relativ bewusst wahrgenommen werden. Diese Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist rein subjektiv. Wenn ihr andere Faktoren für wichtiger haltet, dann freue ich mich über euren Eintrag in den Kommentaren. Ladezeit Bevor jemand überhaupt eine Website zu Gesicht bekommt, vergeht mehr oder weniger Zeit. Gerade in den Zeiten von DSL, sind es Nutzer gewohnt, dass eine Website relativ schnell erscheint. Lädt eine Website dann relativ langsam, springt ein gewissen Prozentsatz der Nutzer schon ab und geht zum nächsten Eintrag der Google Suchergebnisse. Ich habe auch Probleme mit den


Ladezeiten gehabt. WordPress wird mit vielen AddOns nicht gerade schneller und da musste ich etwas unternehmen. Ich bin auf einen schnelleren Server gewechselt und habe das Seiten-Caching aktiviert. Einen großen Geschwindigkeits-Schub hat dann noch die Verkleinerung der Statistik-DB gebracht. Also sparen Sie nicht am falschen Ende und sorgen Sie dafür, dass Ihre Website schnell lädt. Fehlermeldungen (Fast) nichts ist unseriöser als Fehlermeldungen auf einer Website. Recht typisch sind DB-Fehlermeldungen, die den halben Bildschirm füllen. Aber auch nichtssagende Fehlermeldung bei Eingabe einer falschen URL sind tödlich. Diese Probleme kann man aber relativ einfach beheben. Mal abgesehen von einer besseren Programmierung, damit es zu diesen Fehlern erst gar nicht kommt, sollte man die Fehleranzeige generell ausschalten und dafür sorgen, dass bei einer falschen URL-Adresse zur Homepage der Website oder z.B. zur Sitemap weitergeleitet wird. Zerstören Sie nicht den ersten Eindruck durch Fehlermeldungen. Sie gehen ja auch nicht mit zerrissenem Hemd zum Geschäftstermin. Layout Das Layout spielt eine große Rolle beim ersten Eindruck. So kann man z.B. durch Eye-Tracking-Studien herausfinden, welche Elemente von den Besuchern zuerst wahrgenommen werden und welche Auswirkungen das hat. Meist sind dies andere Layoutelemente, als man selbst gedacht hätte. Hier ist es wichtig, dass die Besucher die wichtigsten Elemente zuerst wahrnehmen. Das sind solche Elemente, die sie zum Bleiben bewegen. Ein guter Einstieg ist das kostenlose Tool “Feng Gui“, welches eine Heat-Map nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten erzeugt. Da werden seit neuestem auch die Wege der Augen eingezeichnet. Also was wird als erstes angeschaut usw. Demnächst sollen noch weitere neue Funktionen dazukommen. Wer ein größeres Projekt hat, sollte die Kosten nicht scheuen und solche Tests mit realen Testpersonen durchführen. Schrift Die Schrift spielt eine wesentliche Rolle, ob die Inhalte als angenehm wahrgenommen werden oder nicht. Oft ist die Schrift zu klein, die Schriftfarbe (auch im Zusammenhang mit dem Hintergrund) zu schlecht lesbar oder die Schriftart zwar schön, aber für lange Texte ungeeignet. Natürlich spielt auch die Schrift eine wichtige Rolle beim Design. Doch gerade bei der Schrift, sollte man eher konservativ sein. Nicht umsonst werden Bücher und Zeitschriften in der Regel schwarz auf weiß gedruckt. Das ist einfach der beste Kontrast und damit am besten lesbar. Schrift auf Websites sollte vor allem leicht und angenehm lesbar sein. Erst danach sollte der Design-Effekt stehen. Farben Farben sind auch so eine Sache. Erst heute habe ich eine Mail von einem Leser bekommen, der meinte sinngemäß,

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

/15

dass mein Blog ein sehr aggressives rotes Farbschema habe und ob ich schon mal etwas von Farbpsychologie gehört habe. Aber wie mit allen Designregeln, sollte man nie etwas nur schwarz und weiß sehen. Es gibt unzählige Analysen, welche Emotionen und Botschaften von welchen Farben ausgelöst werden. Rot wird da z.B. mit Liebe, Leidenschaft, Erregtheit, Aktion und Abenteuer in Verbindung gebracht. Durchaus positive Dinge, wie ich finde. Aber rot kann auch für Stop und Gefahr stehen und damit auch abschrecken. Ähnlich sieht es mit allen anderen Farben aus. Ich halte deshalb nicht ganz so viel von Farbpsychologie (zumindest nicht für sich allein betrachtet), da alle Farben sowohl positive als auch negative Assoziationen haben können. Es hängt viel vom Nutzer ab, wie er gerade drauf ist. Es kommt insgesamt darauf an, wie die Farben das Gesamtdesign beeinflussen und ob sich ein stimmiges Bild ergibt. Und etwas ist auch im Internet wichtig: Auffallen! Wer nicht auffällt, der bleibt auch nicht in Erinnerung. Es ist ein Balanceakt, das stimmt.


Man kann schon sagen, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, Besucher abzuschrecken. Doch man sollte nicht nur versuchen, die negativen Effekten zu verringern, sondern die genannten Faktoren positiv einzusetzen. Dazu gehört jedoch, dass man sich aktiv damit auseinander setzt und viel, viel testet. Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und es lohnt sich, unvoreingenommene Meinungen einzuholen. Es gibt nicht die eine perfekte Lösung. Doch wer möglichst viele der Faktoren positiv prägen kann, der hat schon viel gewonnen.

16/

Qualität Qualität ist sowohl ein bewusster, als auch ein unbewusster Faktor. So nimmt ein Besucher eher unbewusst die Qualität der Bilder war. Dies kann gerade in Online-Shops der Unterschied zwischen Kauf oder Nichtkauf sein. Dabei definiere ich Qualität gar nicht mal so sehr als HightechWebsites. Es sind oft die kleinen Dinge, die von Besuchern wahrgenommen werden. Aber auch die Qualität der Texte beeinflusst den ersten Eindruck der Besucher. Schreiben Sie also nicht primär für Suchmaschinen, sondern für Menschen. Wie wichtig die Qualität einer Website ist, hängt sicher auch von deren Zweck ab. Achten Sie aber auch auf die kleinen Dinge. Vertrauen Eng mit dem vorherigen Thema hängt der Faktor “Vertrauen” zusammen. Gerade für Firmenwebsites und Shops ist das Vertrauen sehr wichtig. Schließlich will man nicht nur, dass der Besucher auf der eigenen Website unterwegs ist. I.d.R. will man auch das Geld dieser Person (Einkäufe, Aufträge …). Schaffen Sie Vertrauen, in dem Sie z.B. die Sorgen, die Ihre Kunden oft haben, direkt ansprechen. Auch Gütesiegel, Zertifikate und Referenzen vermitteln Vertrauen. Eine Personalisierung der eigenen Website durch Personenbilder wirkt oft auch sehr positiv. Zudem spielen natürlich auch die anderen hier genannten Faktoren eine Rolle beim Thema “Vertrauen”. Da kann man noch so viele zufriedene Kundenstimmen und Gütesiegel im eigenen Shop haben. Wenn eine fiese Fehlermeldung bei der Eingabe der Kreditkartendaten auftaucht, ist das Vertrauen dahin. Vertrauen spielt im Internet eine große Rolle. Alle Website-Faktoren müssen dazu beitragen.

Navigation Sehr bewusst nutzen Internet-User die Navigation einer Website. Ist diese intuitiv und sinnvoll, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand noch ein paar weitere Seiten anschaut sehr groß. Wenn man jedoch auf eine anstrengende und zudem noch unverständliche Navigation stößt, dann kann diese noch so gut aussehen. Die Nutzer finden sich nicht zurecht und werden eher gehen, als Ihre Navigation zu lernen. Auch hier sollte die Einfachheit und die Usabilty über dem Design-Anspruch stehen. Wirklich gute Designer schaffen beides zu vereinen :-) Inhalt Sehr wichtig ist natürlich auch der Inhalt selber. Allerdings kommt dieser erst relativ zum Schluss, verglichen mit vielen anderen der hier genannten Faktoren, da die Inhalte sehr bewusst wahrgenommen werden. Doch die Inhalte sind das, weshalb sdie Besucher eigentlich zu Ihnen gekommen sind. Die Inhalte müssen dann die vorher, durch die anderen Faktore gemachten Eindrücke bestätigen. Macht die Website einen seriösen und kompetenten Eindruck, dann sollten die Inhalte darauf aufbauen und nicht auf einmal versuchen, z.B. möglichst witzig zu sein. Zudem muss man bei den Inhalten auch den Spagat zwischen den eigenen


Zielen (z.B. Leistungen verkaufen) und den Wünschen des Besuchers (hat ein bestimmtes Problem) hinbekommen. Insgesamt kann man aber sagen: Wenn man es geschafft hat, dass der Besucher den Inhalt ließt bzw. sich anschaut, dann hat man die ersten kritischen Sekunden schon gut überstanden. Werbung Ein immer wichtigerer Faktor, gerade für Blogs ist das Thema Werbung. Da fallen natürlich einerseits die hier in meinem Blog zu sehenden Werbebanner und GoogleTextlinks drunter. Aber auch z.B. interne Werbung in einem Firmenblog kann stören. Hier sollte man versuchen ein gutes Maß zu finden. Das ist umso wichtiger, als dass natürlich zu viel Werbung nicht nur die Leser abschreckt, sondern auch die Effektivität der Werbung deutlich verringert. Werbung hat generell schon etwas negatives für viele User. Versuchen Sie die Werbung möglichst passend und ansprechend einzubauen. Und übertreiben Sie es nicht, da sonst z.B. auch wieder das Vertrauen leidet. Okay, an diesem Punkt muss ich auch selber sehr aufpassen ;-)

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

nur 50 milli se kun den?


18/ Praxistipps für Designer Vortragende: Heide Hackenberg

Vor dem Start in die Selbständigkeit: Gründlich informieren und detailliert planen! Künstler und Kaufmann? Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik.

Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rethorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort „und“ und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten. Und wenn es nicht umgeschrieben wurde, dann benutzen Sie es immernoch. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf

die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rethorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund.

Workshop


/19

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


20/

Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine

rethorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort „und“ und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten. Und wenn es nicht umgeschrieben wurde, dann benutzen Sie es immernoch. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein na-

mens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rethorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine

Workshop


Eröffnungsrede: Heide Hackenberg (Designjournalistin AGD)

/21

Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

– ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem eiDer große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die

Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rethorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort „und“ und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten.


22/ Alles Atze mit der Atzgerei Workshop: Siebdruck mit Atzgerei

Überall dieselbe alte Leier. Das Layout ist fertig, der Text lässt auf sich warten. Genau zu diesem Zwecke erschaffen, immer im Schatten meines großen Bruders »Lorem Ipsum«, freue ich mich jedes Mal, wenn Sie ein paar Zeilen lesen. Denn esse est percipi - Sein ist wahrgenommen werden. Und weil Sie nun schon die Güte haben, mich ein paar weitere Sätze lang zu begleiten, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, Ihnen nicht nur als Lückenfüller zu dienen, sondern auf etwas hinzuweisen, das es ebenso verdient wahrgenommen zu werden: Webstandards nämlich. Sehen Sie, Webstandards sind das Regelwerk, auf dem Webseiten aufbauen. So gibt es Regeln für HTML, CSS, JavaScript oder auch XML; Worte, die Sie vielleicht schon einmal von Ihrem Entwickler gehört haben. Diese Standards sorgen dafür, dass alle Beteiligten aus einer Webseite den größten Nutzen ziehen. Im Gegensatz zu früheren Webseiten müssen wir zum Beispiel nicht

mehr zwei verschiedene Webseiten für den Internet Explorer und einen anderen Browser programmieren. Es reicht eine Seite, die - richtig angelegt - sowohl auf verschiedenen Browsern im Netz funktioniert, aber ebenso gut für den Ausdruck oder die Darstellung auf einem Handy geeignet ist. Wohlgemerkt: Eine Seite für alle Formate. Was für eine Erleichterung. Standards sparen Zeit bei den Entwicklungskosten und sorgen dafür, dass sich Webseiten später leichter pflegen lassen. Natürlich nur dann, wenn sich alle an diese Standards halten. Das gilt für Browser wie Firefox, Opera, Safari und den Internet Explorer ebenso wie für die Darstellung in Handys. Und was können Sie für Standards tun? Fordern Sie von Ihren Designern und Programmieren einfach standardkonforme Webseiten. Ihr Budget wird es Ihnen auf Dauer danken.

Ebenso möchte ich Ihnen dafür danken, dass Sie mich bin zum Ende gelesen haben. Meine Mission ist erfüllt. Ich werde hier noch die Stellung halten, bis der geplante Text eintrifft. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Und arbeiten Sie nicht zuviel! Überall dieselbe alte Leier. Das Layout ist fertig, der Text lässt auf sich warten. Damit das Layout nun nicht nackt im Raume steht und sich klein und leer vorkommt, springe ich ein: der Blindtext. Genau zu diesem Zwecke erschaffen, immer im Schatten meines großen Bruders »Lorem Ipsum«, freue ich mich jedes Mal, wenn Sie ein paar Zeilen lesen. Denn esse est percipi - Sein

Workshop


ist wahrgenommen werden. Und weil Sie nun schon die Güte haben, mich ein paar weitere Sätze lang zu begleiten, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, Ihnen nicht nur als Lückenfüller zu dienen, sondern auf etwas hinzuweisen, das es ebenso verdient wahrgenommen zu werden: Webstandards nämlich. Sehen Sie, Webstandards sind das Regelwerk, auf dem Webseiten aufbauen. So gibt es Regeln für HTML, CSS, JavaScript oder auch XML; Worte, die Sie vielleicht schon einmal von Ihrem Entwickler gehört haben. Diese Standards sorgen dafür, dass alle Beteiligten aus einer Webseite den größten Nutzen ziehen.

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


24/

Workshop


/25

Bild links Gemeinschaftsarbeit GD5 (Siebdruckworkshop Atzgerei Wien)

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


Projekt: „Smile for St. Pölten“ Programm: So, 12. Dezember 2010: Hollywood Megaplex Befragung: Do, 9. Dezember 2010 (Zuordnung der Filme: Blockbuster oder Nischenfilm?)

Blockbuster Nischenfilm Film unbekannt

über 30 zwischen 20 und 30 unter 20

Mainstream oder Kultur? Mainstream.

Workshop


Mainstream oder Kultur? Projekt: „Smile for St. Pölten“ Programm: So, 12. Dezember 2010: Cinema Paradiso Befragung: Do, 9. Dezember 2010 (Zuordnung der Filme: Blockbuster oder Nischenfilm?)

Blockbuster Nischenfilm Film unbekannt

über 30 zwischen 20 und 30 unter 20

Hollywood Megaplex vs. Cinema Paradiso

Alles Infografik Text und Grafik: Karina Winkelmann

Projekt „Smile for St. Pölten“: Mainstream oder Kultur? Stellt das Cinema Paradiso wirklich einen kulturellen Pluspunkt für St. Pölten dar?

Kultur oder Mainstream? Kultur.

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

/27


28/

Kinostreit in St. Pölten: Das Hollywood Megaplex wird dem Cinema Paradiso vor, es gebe sich fälschlich als Programmkino aus und habe so Förderungen erschlichen. Hitnrgrund soll der Ausbau des Cinema Paradiso sein. Der Kinoriese Hollywood Megaplex will das Programmkino Cinema Paradiso in St. Pölten verklagen. Ein Anwalt des Betreibers „Kino-Betriebsgesellschaft m.b.H.“ habe beim Wiener Handelsgericht eine 16-seitige Klage eingebracht, berichtete die Wochenzeitung „Niederösterreichischen Nachrichten“ (NÖN) in ihrer aktuellen Ausgabe. Das Kino gebe sich fälschlich als Programmkino aus, spiele zum Großteil aber kommerzielle Filme und Blockbuster, wird der Anwalt zitiert. Auf diesem Weg habe sich das Cinema Paradiso Förderungen erschlichen und sich gegenüber dem Mitbewerber - dem Hollywood Megaplex - einen Wettbewerbsvorteil verschafft, so der Vorwurf. Die Beihilfen müssten daher an Bund, Land und Stadt zurückgezahlt werden, so die Forderung der Kläger. „Kulturprojekt vernichtet“ Ziel der Klage sei offensichtlich, „ein kleines Kulturprojekt zu vernichten“, reagierte das Cinema Paradiso am Mittwoch. Ein Ende und Zurückzahlen von Förderungen würde das Aus für das Kino bedeuten. Die Vorwürfe sind für die Betreiber des Programmkinos außerdem nicht nachvollziehbar: Das Kino habe seit seiner Errichtung 2002 sämtliche Vorgaben der Förderverträge erfüllt, dies werde auch laufend überprüft. Die Filmauswahl in St. Pölten

Cinema Paradiso vs. Hollywood Megaplex = kulturelles Plus. entspreche der anderer geförderter Programmkinos in den Landeshauptstädten und Wien. Über 68 Prozent der 2008 gezeigten Streifen seien europäische Produktionen gewesen, was auch im Vergleich mit dem EUNetzwerk Europa Cinemas ein Spitzenwert sei.

Nicht genug Publikum für die Originalfassung Auch Kritik an den deutschen Synchronfassungen wies das Kino zurück: Im ländlichen Einzugsgebiet St. Pöltens gebe es nicht ausreichend Publikum für die Originalfassungen, weshalb das St. Pöltener Kino wie auch viele andere Programmkinos die deutschen Übersetzungen zeige. Sprachfassungen seien außerdem kein Förderkriterium. Auslöser für den Streit soll laut NÖN die Erweiterung des Programmkinos sein. Ein dritter Saal, der schalltechnisch auf dem neuesten Stand ist und für Kinofilme und vor allem Kultur-Events genützt werden soll, wird bis November errichtet. Bund, Land und Stadt unterstützen den Ausbau finanziell

Workshop


Projekt: „Smile for St. Pölten“ Befragung : Do, 9. Dezember 2010 (Bevorzugung Kino)

Holl yw

ood Meg apl

ex ( Bevo

rzug ung 20

%)

CinemaParadiso (Bevor zugung 80 %) ( Cinema Paradiso Hollywood Megaplex

über 30 zwischen 20 und 30 über 30

höhere Schule Studium

Nischenfilm Blockbuster

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


30/

Konzentrat: Geballte Weltliteratur

Bachelor-Projket: Evi Ille

Texte aufarbeiten und zusammenfassen, durch Visualisierungen Inhalte veranschaulichen, Texte durch Fotos unterstützen, wichtige Hintergrundinformationen liefern. Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten - man nennt diese Sätze »Pangrams«. Sehr bekannt ist dieser: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auch fremdsprachige Satzteile eingebaut (AVAIL® and Wefox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen. In Lateinisch sieht zum Beispiel fast jede Schrift gut aus. Quod erat demonstrandum. Seit 1975 fehlen in den meisten Testtexten die Zahlen, weswegen

nach TypoGb. 204 § ab dem Jahr 2034 Zahlen in 86 der Texte zur Pflicht werden. Nichteinhaltung wird mit bis zu 245 € oder 368 $ bestraft. Genauso wichtig in sind mittlerweile auch Âçcèñtë, die in neueren Schriften aber fast immer enthalten sind. Ein wichtiges aber schwierig zu integrierendes Feld sind OpenType-Funktionalitäten. Je nach Software und Voreinstellungen können eingebaute Kapitälchen, Kerning oder Ligaturen (sehr pfiffig) nicht richtig dargestellt werden. Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans.

Grafik Design & mediale Gestaltung


/31

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik.

32/

Von historisch-dokumentarisch bis dramatisch-leidenschaftlich, vom 19. bis zum 21. Jahrhundert.

Die gesamte Buchreihe des Bachelor-Projekts von Evi Elle inklusive Schutzumschlag.

Grafik Design & mediale Gestaltung


/33

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


Modulschrift: Katinka /35 created by Karina Winkelmann

„Die rund(um) punktierte Schrift“ Bevor ich mit der Schriftentwicklung begonnen habe, stellte ich mir folgende Frage: Wie bringe ich meine persönliche Note in die Modulschrift? Ausgangspunkt und Inspiration stellte daher meine Handschrift dar. Katinka eigent sich hervorragend als extravagante Headline-Schrift und für Logos. Bei der Namensgebung achtete ich ebenfalls darauf, etwas von meiner Persönlichkeit mit einzubauen. In Katinka steckt nämlich die vielfach verwendete Abkürzung meines Vornamens: Ka. Der Name Katinka, bekannt von einer Katzenfuttermarke, überzeugte mich auch durch harmonische Übereinstimmung mit meiner Schrift. Katinka spiegelt die runden, verspielten Elemente meiner Handschrift wieder und besticht daher als rund(um) punktierte Schrift.


36/

Alle Module, bis auf das Quadrat, basieren auf das Kreiselement. Auch bei der Zusammensetzung der einzelnen Module, wurde darauf geachtet, dass die Zwischenr채ume wieder eine Kreisfl채che ergeben.

Grafik Design & mediale Gestaltung


Majuskeln

Minuskeln

Ziffern und Punkturen

Katinka, mit ihren runden, verspielten Elementen, eignet sich hervorragend als extravagante Headlineschrift sowie f端r Logos.

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


38/

Gastsemester: Patricia Hepp Projekte: Taurok, Traweger, Walcher; Huber

Innenarchitektur & 3D Gestaltung


Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten - man nennt diese Sätze »Pangrams«. Sehr bekannt ist dieser: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auch fremdsprachige Satzteile eingebaut (AVAIL® and Wefox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen. In Lateinisch sieht zum Beispiel fast jede Schrift gut aus. Quod erat demonstrandum. Seit 1975 fehlen in den meisten Testtexten die Zahlen, weswegen nach TypoGb. 204 § ab dem Jahr 2034 Zahlen in 86 der Texte zur Pflicht werden. Nichteinhaltung wird mit bis zu 245 € oder 368 $ bestraft. Genauso wichtig in sind mittlerweile auch Âçcèñtë, die in neueren Schriften aber fast immer enthalten sind. Ein wichtiges aber schwierig zu integrierendes Feld sind OpenType-Funktionalitäten. Je nach Software und Voreinstellungen können eingebaute Kapitälchen, Kerning oder Ligaturen (sehr pfiffig) nicht richtig dargestellt werden. Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten - man nennt diese Sätze »Pangrams«. Sehr bekannt ist dieser: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auch fremdsprachige Satzteile eingebaut (AVAIL® and Wefox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen. In Lateinisch sieht zum Beispiel fast jede Schrift gut aus. Quod erat demonstrandum. Seit 1975 fehlen in den meisten Testtexten die Zahlen, weswegen nach TypoGb. 204 § ab dem Jahr 2034 Zahlen in 86 der Texte zur Pflicht werden. Nichteinhaltung wird mit bis zu 245 €

Bild links Taurok, Traweger, Walcher Bild rechts oben Huber

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

/39 oder 368 $ bestraft. Genauso wichtig in sind mittlerweile auch Âçcèñtë, die in neueren Schriften aber fast immer enthalten sind. Ein wichtiges aber schwierig zu integrierendes Feld sind OpenType-Funktionalitäten. Je nach Software und Voreinstellungen können eingebaute Kapitälchen, Kerning oder Ligaturen (sehr pfiffig) nicht richtig dargestellt werden. Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten - man nennt diese Sätze »Pangrams«. Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten - man nennt diese Sätze »Pangrams«. Sehr bekannt ist dieser: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auch fremdsprachige Satzteile eingebaut (AVAIL® and Wefox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen. In Lateinisch sieht zum Beispiel fast jede Schrift gut aus. Quod erat demonstrandum. Seit 1975 fehlen in den meisten Testtexten die Zahlen, weswegen nach TypoGb. 204 § ab dem Jahr 2034 Zahlen in 86 der Texte zur Pflicht werden. Nichteinhaltung wird mit bis zu 245 € oder 368 $ bestraft.


40/ BA-Project: Tanzstudio BA-Project: Magdalena Baum

Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages

aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen.

Innenarchitektur & 3D Gestaltung


Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft, und die hohe Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht, und nur einzelne Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen, ich dann im hohen Grase am fallenden Bache liege, und näher an der Erde tausend mannigfaltige Gräschen mir merkwürdig werden; wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen fühle, und fühle

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält; mein Freund! Wenn's dann um meine Augen dämmert, und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn wie die Gestalt einer Geliebten - dann sehne ich mich oft und denke : ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papiere das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes! - mein Freund - aber ich gehe darüber zugrunde, ich erliege unter der Gewalt der Herrlichkeit dieser Erscheinungen. Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft, und die hohe Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht, und nur einzelne Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen.

/41


42/

Innenarchitektur & 3D Gestaltung


/43

Grundriss Sphere: Tanzstudio von Baum Magdalene

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


44/ Project: EinLeuchten Projekt: Erster Jahrgang Innenarchitektur

Zwei flinke Boxer jagen die quirlige Eva und ihren Mops durch Sylt. Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern. Zwölf Boxkämpfer jagen Viktor quer über den großen Sylter Deich.

Bild rechts: Monokohl

Innenarchitektur & 3D Gestaltung


beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


Bild links Sunny Bild oben Ohne Worte Bild rechts Goldnugget

Vogel Quax zwickt Johnys Pferd Bim. Sylvia wagt quick den Jux bei Pforzheim. Polyfon zwitschernd aßen Mäxchens Vögel Rüben, Joghurt und Quark. „Fix, Schwyz!“ quäkt Jürgen blöd vom Paß. Victor jagt zwölf Boxkämpfer quer über den großen Sylter Deich. Falsches Üben von Xylophonmusik quält jeden größeren Zwerg. Heizölrückstoßabdämpfung. Zwei flinke Boxer jagen die quirlige Eva und ihren Mops durch Sylt. Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern.

Innenarchitektur & 3D Gestaltung


/47


48/ Illustration: Das Hotel New Hampshire von John Irving Zeichenwerkstatt: Karina Winkelmann

Eine üppig wuchernde Phantasie treibt skurrile Blüten, ein ausuferndes Bilderbuch, wild fabulierend und von köstlicher Ironie durchsetzt.

Bild rechts Franny Berry

Illustration


/49

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck


50/

Illustration


Sein neuer Roman erzählt die Geschichte der Familie Berry, die nacheinander drei Hotels

/51

unter gleichem Namen betreibt und die bei ihrer Odyssee auf zwei Kontinenten hunderterlei Katastrophen ausgesetzt wird. Es ist ein "Buch der Obsessionen" (der amerikanische Kritiker Victor S.160 Howes): Vater Win Berry ist besessen von der Idee, ein "gutes" Hotel zu führen, aber das erste - in einem ehemaligen Schulhaus untergebracht - wird ein Mißerfolg, im zweiten fühlen sich Terroristen und Prostituierte wohler als Hotelgäste, das dritte wird in ein Beratungszentrum für Vergewaltigungsopfer umfunktioniert. Jedes der vier Berry-Kinder pflegt seine eigene Obsession: Lilly, die in einem frühen Stadium aufgehört hat zu wachsen, schreibt ein Buch über den "Versuch zu wachsen" und träumt von literarischer Größe. Frank, der älteste, ist homosexuell und verfolgt hingerissen die Idee des Ausund Umstopfens eines Familienhundes, der eingeschläfert werden mußte, weil er ständig und auf enervierende Weise herumfurzte. Franny ist besessen von Sex und obszöner Sprache, John von Franny. Eine Familie von Verrückten, Bild links außen Kuriositätenkabinett Bild links oben Susie der Bär Bild links unten

Bild rechts oben

Das perfekte Hotel

Obsession

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

der sich andere Verrückte anheften, zum Beispiel "Susie der Bär", eine Lesbe im Bärenkostüm. Auch ein echter Bär kommt vor (wie in anderen Romanen Irvings) und ein Bärendompteur mit Namen Freud, der Jude ist und aus Wien stammt. Nach einem mißlungenen Versuch der im zweiten "Hotel New Hampshire" untergekrochenen Terroristen, die Wiener Oper in die Luft zu sprengen, kehrt die Familie heim nach Amerika, wo sich Tochter Franny mit Hilfe von Susie dem Bären an einem ihrer Vergewaltiger rächt, wo John mit Franny den lange angebahnten Inzest begeht und wo dem beim Bombenanschlag in Wien erblindeten Vater von seinen Kindern vorgegaukelt wird, das dritte Hotel sei wirklich ein solches und nicht ein Zentrum für vergewaltigte Frauen. Das Hotel - für Irving ein Zufluchtsort vor der Unbill der Außenwelt - symbolisiert in diesem Roman die verschiedenen Lebensalter: Kindheit, Jugend und Erwachsensein. Ein Entwicklungsroman der 80er Jahre?


52/ Die Marx Brothers: Monkey Business oder die Frage der Einwanderung schriftliche Bachelor-Arbeit (Auszug): Karina Winkelmann

„Monkey Business“, „Affengeschäft“ wörtlich, nennt Groucho von den Marx Brothers die Tätigkeit der amerikanischen Einwanderungsbeamten im Jahre 1931. 5.2. Analyse und Interpretation des Inhalts Der Ausgangspunkt meiner inhaltlichen Filmanalyse stellt eine mir wichtig erscheinende Filmkritik von Norbert Jochum dar: „Einen Film der Marx Brothers richtig gesehen zu haben, heißt: In Zukunft misstrauisch sein, den Menschen, den

Dingen, den Wörtern, vor allem aber den Beziehungen der Menschen zu Dingen und den Wörtern gegenüber“ (Nolden 2002, S. 103). Nachfolgend möchte ich versuchen den Film im Allgemeinen und anschließend die gewählten Filmszenen im Genaueren zu analysieren. „Monkey Business“ bedeutet soviel wie albernes, bösartiges oder hinterlistiges Benehmen (vgl. Mifflin, H. 2009). „Affengeschäft wörtlich, nennt Groucho die Tätigkeit der amerikanischen Einwanderungsbeamten“ (Filbulletin 2008, S. 15). Der erste Eindruck vermittelt tatsächlich hauptsächlich verrücktes Benehmen auf einem Ozeandampfer. Doch bei genauerer

Kunstgeschichte


Die Marx Brothers: Harpo, Groucho, Zeppo und Chico, um 1925

Analyse lässt sich die Beschäftigung mit der restriktiven Immigrationspolitik, die zu dieser Zeit vorherrschte, erkennen. Erstes Indiz dafür stellt die Überquerung des Ozeans von Europa nach Amerika dar. Außerdem reisen die vier Brüder nicht als normale, sondern als blinde Passagiere auf einem Luxusdampfer. Versteckt in Heringsfässern gelangen sie auf das Schiff und schlüpfen während der Flucht vor der Schiffscrew in verschiedenste Rollen um diesen zu entkommen. Ein Hinweis dafür, dass die breite Masse in den USA nicht willkommen war, die Reichen oder Berühmten jedoch schon. Wie bereits im historischen Kontext erwähnt, wurde ab 1924 die Einwanderung durch ein Quotensystem beschränkt. Vor allem zum Nachteil der Süd- und Osteuropäer. Begonnen hat diese wachsende Fremdenfeindlichkeit der USA bereits im Jahre 1920 mit dem Präsidentschaftskanditat Warren G. Harding, der von 1921 bis 1923 regierte. Seine Wahl gewann er mit dem Slogan „back to normalcy“ mit dem Ziel vor Augen, die amerikanische Bevölkerung wieder zur „Normalität“ zurückzuführen, sie also „rein“ zu halten. (vgl. Gassert & Häberlein & Wala 2008, S. 394f.) „Xenophobie und Rassismus spiegelten sich auch im Wiederaufstieg des (zweiten) Ku Klux Klans wider, der nicht nur gegen Schwarze und Juden, sondern auch gegen Katholiken, Ausländer und alles, was er als unamerikanisch verstand - Alkohol, Tanzen und kurze Röcke - agierte“ (Gassert & Häberlein & Wala 2008, S. 396). Doch bald musste man einsehen, dass Verhaltensregeln, bei der sich die Mehrheit der Bevölkerung entzieht, nicht durchsetzbar sind. Daher profitierten vor allem Kriminelle, wie der berühmt berüchtigte Al Capone, von diesem Ge-

Das aber auf meisten Widerstand stoßende Gesetz war jedoch eindeutig die Prohibition, die ebenfalls in den Zwanziger Jahren eingeführt wurde. setz. (vgl. Gassert & Häberlein & Wala 2008, S. 398) Ein anderer Hinweis auf die Immigrationspolitik ist die Tatsache, dass die vier Brüder nie mit Namen angesprochen werden, sondern lediglich als „stowaways“ bezeichnet werden. Es weist auch nichts auf eine Berufung oder auf eine Vergangenheit der blinden Passagiere hin. Gleich auf See, bekommen die vier Brüder Arbeit im Gangstermilieu angeboten. Sie treffen auf die rivalisierenden Ganoven Big Joe Helton und Alky Briggs, zu deren persönliche Bodygards sie werden. In Zeiten der Wirtschaftskrise war Gaunerei und Schwindel wahrscheinlich für viele Amerikaner eine Möglichkeit der Armut zu entkommen oder sich zumindest über Wasser zu halten. Im US-Amerikanischen Film der dreißiger Jahre spiegelt sich außerdem die kollektive Resignation sowie die bedrückende Realität jener Zeit wieder. Wie bereits erwähnt, ist „Monkey Business“ ihr erstes

beku/ndu/ng 01 # Erster Eindruck

Projekt, das nicht auf einem Theaterstück basiert. Von Anfang an war dieser als Kinofilm geplant. Jedoch werden wir anhand der Szenenbeispiele sehen, dass einiges trotzdem theaterinszeniert erscheint. Obwohl es sich um eine frühes Werk der vier Brüder handelt, sind bereits alle typischen Eigenschaften eines Marx Brothers-Films vorhanden: Anarchie, Chicos musikalische Einlagen sowie Harpo an der Harfe. Die Haupthandlung tritt jedoch ein wenig in den Hintergrund, welches sich in ihren späteren Filmen ändern sollte. In den Vordergrund treten die aneinander gereihten komischen Einfälle und grimmigen Gags der Marx Brothers. In dem Artikel „Why a duck?“ ist von zwei Stichwörtern zu den Marx Brothers die Rede: Unverschämtheit und Seelenlosigkeit (vgl. Filmbulletin 2008, S. 14) Unverschämt und ohne Rücksicht auf Gefühle, arbeiten sie sich wahrlich durch das Filmgeschehen. Sie haben vor nichts und niemanden Respekt, weder vor der oberen Gesellschaftsschicht, noch vor der Schiffscrew. Deshalb hat Antoin Artaud den Film auch „eine Hymne auf die Anarchie und die integrale Revolte“ genannt (Filmbulletin 2008, S. 15). Sie attackieren die Konventionen der Gesellschaft mittels einer aggresiven Komik (vgl. Brüne 1995, S. u.). „Monkey Business“ stellt wunderbar die Befreiung von Beschränkungen dar, welche die Marx Brothers auch selbst blockierten.

/53


Ausgabe beku/ndu/ng #01 Gestaltung und Layout Karina Winkelmann Papier Cover: Arctic Volume 250G/QM Innenteil: Munken Lynx 120G/QM Kontakt www.ndu.ac.at


„Wer suchet der suchet, wer findet der findet“ Giovanni de Faccio


New Design University

Mit der eines verhält e mit „ersten Intuitiv ent ein Be in den erst dafür ode


beku/ndu/ng