Issuu on Google+

4 0 //

KO MMENTA R

IM INTERVIEW MIT

MARKUS BLUME Markus Blume vertritt als Landtagsabgeordneter der CSU den Münchner Osten im Bayerischen Landtag. Wir sprachen mit ihm über den Einfluss des Werksviertels auf die Stadtentwicklung.

HERR BLUME, WELCHE IMPULSE ER-

BEIM THEMA „DIGITALISIERUNG IN

WARTEN SIE SICH VOM WERKSVIERTEL

BAYERN“ SIND SIE EINER DER HAUPT-

FÜR DEN MÜNCHNER OSTEN?

ANSPRECHPARTNER DER CSU. WELCHE

Ich bin fest davon überzeugt, dass das Werksviertel einer der dynamischsten Orte Münchens wird. Während München an vielen Stellen etwas Speck angesetzt hat, gibt es hier die unglaubliche Chance, der Stadt neues Leben einzuhauchen, neue Wohn- und Arbeitsformen zu kombinieren und gleichzeitig einen starken kulturellen Impuls zu setzen.

ROLLE SPIELT DABEI DAS GRÜNDERZEN-

WIE WIRD SICH IHRER MEINUNG NACH DER MÜNCHENER OSTEN ENTWICKELN?

Das Werksviertel wird städtebaulich für Ramersdorf und Berg am Laim einen wichtigen Beitrag leisten. Ein Plus an Urbanität und neuer Lebensqualität. Außerdem wird das Werksviertel helfen, Münchens große Zentralität aufzubrechen. Gemeinsam mit neuen Arealen im Münchner Norden, in der Parkstadt Schwabing und an der Dachauer Straße, wird München vielgestaltiger. So können neue Zentren entstehen, in denen sich die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Leben und Kultur auf angenehme und zukunftsweisende Art verbinden. So stelle ich mir die Stadt von morgen vor! WAS VERBINDET SIE PERSÖNLICH MIT DEM WERKSVIERTEL?

Das Viertel ist mit mir gewachsen. Da ich ein „Perlacher Kindl“ bin, habe ich die Metamorphose des Werksviertels hautnah miterlebt. Als Kind bin ich am PfanniAreal vorbeigefahren, dann hat man als Jugendlicher begonnen, sich für das Nachtleben im Kunstpark Ost zu interessieren. Und heute eröffnet das Viertel wieder ganz neue Perspektiven, sei es mit dem kulturellen Angebot oder auch durch die hier ansässige Start-up-Szene, die ich politisch stark unterstütze.

TRUM WERK1?

Ich glaube, dass eine Stadt nicht nur dann erfolgreich ist, wenn überall auf Hochglanz polierte Klingelschilder hängen. Sie lebt auch davon, dass es Ecken gibt, in denen eben nicht alles ordentlich ist, in denen Kreativität einen Platz findet. Eine Stadt muss eine gute Balance besitzen, dazu wird das Werksviertel beitragen. Der Freistaat hat mit dem WERK1 selbst einen ersten Impuls gegeben. Seit seiner Eröffnung wächst es ständig und steht mittlerweile Pate für weitere Gründerzentren, die in ganz Bayern entstehen sollen. Es ist ein Vorzeigeprojekt geworden – und es wird Keimzelle für noch etwas viel Größeres sein, nämlich ein digitales Ökosystem, in dem etablierte Firmen und junge Gründer erfolgreich zusammenarbeiten. BEI DER STANDORTSUCHE FÜR DAS NEUE KONZERTHAUS SIND SIE EINER DER BEFÜRWORTER DES STANDORTS WERKSVIERTEL.

Ja, ich freue mich zunächst natürlich für München, dass nun die Entscheidung für das Konzerthaus im Werksviertel gefallen ist. Dabei braucht das Werksviertel das Konzerthaus gar nicht zwingend; viel eher wird das Konzerthaus von diesem hochspannenden Umfeld profitieren. Es ist gut, wenn die Hochkultur aus den Tempeln geholt wird und dorthin geht, wo sie das Publikum von morgen findet. Wenn sich ein Weltdirigent wie Mariss Jansons für das Werksviertel ausspricht, dann deshalb, weil er genau dies sieht. Er und das Orchester des Bayerischen Rundfunks bekommen hier die Möglichkeit, in ganz neue musikalische und kulturelle Dimensionen vorzustoßen. Ich bin davon überzeugt, dass die interessanten Entwicklungen dort passieren, wo man Grenzen überschreitet. Das Werksviertel ist der richtige Ort für Grenzgänger! tw


K Magazin Januar/Februar 2016