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KRE ATIVQUA RTIER

ECKPARK

– DIE ERSTE POP-UP-CITY MÜNCHENS

Alle Renderings © steidle architekten

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Es gab einmal eine Zeit, so etwa in den 90ern, da pilgerten die Münchner jedes Wochenende zur alten Zündapphalle im ehemaligen Kunstpark Ost.

Der besondere Reiz dieser Halle: er bot einen Ort des Shoppens, der irgendwie frische Konzepte lieferte. Denn hier versuchten sich nicht nur Flohmarktler im Verkauf, sondern auch Leute, die zu günstigen Konditionen die Idee vom eigenen Geschäft verwirklichten, sich ausprobieren konnten. Manch ein Münchner Unternehmer hatte hier seinen ersten „eigenen Laden“. Einen ähnlichen Ort soll es nun auch im neuen Werksviertel mitte geben: den Eckpark. Ein flexibler, lebendiger Park, bestehend aus etwa 20 Schiffscontainern, die zu individuellen Verkaufs- und Showrooms, zu Imbissen, Eventlocations, etc. aufbereitet werden, vermietet an Leute, die einfach mal machen wollen: Handel,

Kunst, Food, Musikbühne, was auch immer. Für einen Monat, vielleicht auch für länger. Mal kommen ein paar Container dazu, mal baut man über mehrere Stockwerke, mal bleiben Teile des Parks eingeschossig. Mal werden die Container zu einem mega Outletstore mutieren, ein anderes Mal dienen sie als Experimentierfläche für junge Künstler, für frische Modelabels, für neue Medien oder für Kooperationen mit Messen und Veranstaltungen. Die Möglichkeiten scheinen schier grenzenlos. Mit Sicherheit ein Ort, an den man zurückkehren will, aus Neugier vielleicht, um zu sehen, welcher neue

Laden aufgemacht hat, welches Motto diesen Monat gerade gespielt wird, oder vielleicht auch nur, weil dieser Ort zudem eine kleine grüne Oase an der Friedenstraße bildet, in dessen Cafés und Restaurants man sich gerne zurückzieht oder inmitten eines Urban

Gardening-Projektes auf einem der Decks widerfindet. Verantwortlich für den richtigen Mix und die Auswahl dieses liquiden, urbanen und ausgefallenen (Einkaufs)erlebnisses, das sich an Projekten wie dem Boxpark in London oder der Container Mall in Christchurch (Neuseeland) orientiert, ist der Münchner Gastronom Markus Frankl, der mit seinen Läden Nage & Sauge, Schnelle Liebe und Attentat Griechischer Salat bereits viel Gespür für aktuelle Trends bewiesen hat. nt


K Magazin Januar/Februar 2016