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N r. 4 2012

Ein Projekt des

Infos und Nachrichten vom Medienprojekt Jugendserver-Saar

Fachtagung „Kreativität statt Online Spielsucht“ Creative Gaming und Medien- und Sozialkompetenz in social communities Am Dienstag, dem 13. und Mittwoch, dem 14. November veranstaltete der Arbeitskreis Suchprävention im Regionalverband Saarbrücken in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales, Frauen, Gesundheit und Familie jeweils von 9 – 17 Uhr

Jeweils zwei Workshops wurden angeboten: Im Workshop „Creative Gaming“, der von Lea Niggemann (Dipl. Sozialpädagogin und Lehrbeauftragte der Universität Marburg sowie der Fachhochschule Frankfurt) geleitet wurde, ging es um den kreativen Umgang mit Computerspielen: ob Weiterentwicklung von Computerspielen, Malen, Basteln und Filmen – es gibt viele Möglichkeiten zur aktiven Gestaltung. Wie diese konkret aussehen und bei schwierigem Nutzungsverhalten eingesetzt werden können, erfuhren die Teilnehmenden ganz praktisch in diesem Workshop. Nach einem informativen Teil wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, in denen die Teilnehmenden ganz praktisch erfuhren, wie sich ein Flowerlebnis beim Computerspielen anfühlen, wie selbständig QR-Codes generiert werden können und auf welche Weise Elemente aus Computerspielen in die Realität übersetzt werden können. Die Teilnehmenden waren begeistert von diesen neuen Erfahrungen und gingen mit vielen neuen Anregungen in ihre Berufsfelder zurück. Der Workshop „Medien- und Sozialkompetenz in social communities“ befasste sich mit dem Umgang in Sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook, wobei auch die Themen Persönlichkeits- und Urheberrechte sowie Datenschutz besprochen wurden. Jugendlichen NutzerInnen Medienkompetenz unter Berücksichtigung des Spaßfaktors zu vermitteln war das Ziel des Workshops. Die Leitung des Workshops lag bei Claudia Eisenstein, Medienpädagogin und Leiterin des Projektes „Jugendserver-Saar“ des Landesjugendring Saar. Auch dieser Workshop bot den Teilnehmenden eine Vielzahl neuer Erkenntnisse und Ideen, wie die modernen Wege der Kommunikation sinnvoll in die soziale Arbeit einzubauen sind. Die Veranstalter werten die Fachtagung als großen Erfolg, da kreative Wege im Umgang mit der Herausforderung „Neue Medien“ aufgezeigt und ausprobiert wurden. Die Teilnehmenden äußerten sich sehr positiv über Ablauf und Inhalt der Fachtagung. Kerstin Himmelmann, juz-united

im Jugendzentrum (Juz) St. Arnual eine Fachtagung zum Thema „Kreativität statt Online Spielsucht – Creative Gaming und Medien- und Sozialkompetenz in social communities“.

www.jugendserver-saar.de


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posten, liken, voten

Bildung und Beteiligung mit dem digitalen Netz Zur Fachtagung „posten, liken, voten“ des Jugendserver-Saar, in Kooperation mit der Stiftung Hospital, waren viele Interessierte JugendarbeiterInnen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Belgien am 11.Oktober 2012 nach St. Wendel gekommen. Posten, liken und voten steht für Beteiligung – im digitalen Netz, aber eben nicht nur dort. Gerade in der realen Jugendarbeit lässt sich mit dem Web 2.0 was bewegen. Die Jugendarbeit-erInnen waren eingeladen, sich nicht nur über Nutzungsweisen und Herausforderungen, die digitale Medien mit sich bringen, zu informieren sondern vor allem zu erfahren wie JugendarbeiterInnen vom digitalen Netz profitieren können. Mit einem Impuls über "Digitale Medien, ihre Dynamik, Nutzungsweisen, Kompetenzen und Herausforderungen des Internet" startete Dr. JanHinrik Schmidt. Er ist Referent für digitale Medien und politische Kommunikation am Hamburger HansBredow-Institut für Medienforschung. In seinem Vortrag konnte er den TeilnehmerInnen einen interessanten Einblick in die Lebenswelt der Jugendlichen geben. Seine zentrale These: Das Internet ist keine separate virtuelle Welt. Sie gehört zum echten Leben vieler junger Menschen. Auch dort „managen“ sie ihre Identität, ihre Beziehungen und ihre Informationen. Eröffnet wurde im Rahmen der Fachtagung auch das Beteiligungsprojekt „DingDeinDorf“ im Beisein von Staatssekretärin Gaby Schäfer. Sie überreichte Thorsten Schmidt, LandesjugendringVorstandsmitglied, erste Bewilligungsbescheide des Landes, das

mit insgesamt 12.000 Euro das Vorhaben fördert. In einem der im Anschluss angebotenen Workshops wurde über die Planungen zum Projekt „DingDeinDorf“ informiert. In den vier

weiteren Workshops, die parallel stattfanden, wurden konkrete Plattformen und digitale Werkzeuge vorgestellt, die in der Jugendarbeit eingesetzt werden können. Die Fachtagung ist auf dem Jugendserver-Saar dokumentiert. Die Ergebnisse sowie Vorträge der Referenten sind auf dem Portal zu finden.

Link zur Fachtagung: http://bit.ly/UFIi2I

WhatsApp

Mehr als nur SMS kostenlos verschicken

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Die erste SMS wurde 1992 von einem britischen Software-Entwickler an einen Vodafone-Manager geschickt. Ihr Inhalt: „Merry Christmas“. Die Nachricht wurde damals nicht einmal von einem anderen Mobiltelefon sondern von einem PC gesendet. Die erste Generation der Mobiltelefone hatte noch keine Tastatur. Weltmeister im „simsen“ sind die Amerikaner, dort wurden 2010 pro Kopf und Monat 559 SMS verschickt. Die Deutschen schafften gerade mal 42 SMS.

Doch im Zeitalter der Smartphones können die Geräte mittlerweile mehr als nur SMS verschicken. Mit der neuen Generation der Telefone kam die Möglichkeit sogenannte Apps (Anwendungen) auf dem Smartphone zu installieren. Und damit trat ein MessengerProgramm auf die Bühne, das die SMS fast überflüssig gemacht hat: „WhatsApp“. Die Instant-Messaging-Anwendung für Smartphones bedient sich einer einfachen Server-Technik (Extensible Messaging und Presence Protocol). Dabei werden die

Nachrichten zu einem Server übertragen und von diesem an andere WhatsAppNutzer(den Empfänger, der die App installiert haben muss) geschickt. WhatsApp nutzt dafür die Internetverbindung des Smartphones. Gegründet wurde der IM (Instant Messenger) 2009 von Brian Acton und Jan Koum, zwei ehemaligen Yahoo-Mitarbeitern, in Kalifornien. Die App ist mittlerweile für alle gängigen Plattformen erhältlich, neben einer IPhone-Version, gibt es die App für das Android-Betriebssystem, Windows Phone,


BlackBerry usw. Für die Apple -Version zahlen die Nutzer 0,89 €, für Benutzer andere Plattformen wird nach einem Jahr kostenloser Nutzung eine Gebühr fällig. Was kann nun WhatsApp mehr als eine SMS? Neben dem Versenden von Nachrichten, die kostenlos über die Internetverbindung verschickt werden, hat der Nutzer die Möglichkeit auch Dateien auszutauschen. So können Fotos, Videos, Audiodateien, Kontakte und der Standort mitgeteilt werden. Auch das Anlegen von Gruppen, in denen kommuniziert und Dateien ausgetauscht werden, ist möglich. WhatsApp synchronisiert sich mit dem Adressbuch des Telefons, so dass der Benutzer kein separates Adressbuch führen muss. Dies ist auch einer der Kritikpunkte an dem Messenger-Dienst. Die App greift auf

das Adressbuch des Telefons zurück und gleicht automatisch die Kontakte ab. So sieht der WhatsApp-Nutzer, ohne selbst suchen zu müssen, welche seiner Kontakte ebenfalls die Anwendung benutzen. Einerseits sehr praktisch und bequem für den Nutzer, andererseits datenschutzrechtlich bedenklich. Doch nicht nur aufgrund dieser Tatsache ist WhatsApp seit Monaten einer regen Kritik ausgesetzt. Der Grund weshalb die App immer wieder in der Presse auftaucht sind massive Sicherheitslücken. So gelang es „heise security“ auf Profile anderer WhatsApp-Nutzer zuzugreifen und in deren Namen über eine Webanwendung Nachrichten zu verschicken. Benötigt wurden dazu lediglich die IMEI-Nummer und Telefonnummer des Telefons. Funktioniert hat das Schreiben der Nachrichten aber auch mit der MAC-Adresse des WLAN-Moduls (eine individuelle MAC-Adresse besitzt je-

Wer aufgrund der Mängel des Dienstes und der trägen Reaktionen der WhatsApp-Betreiber die Probleme zu beseitigen, darüber nachdenkt zu einem anderen Dient zu wechseln, findet auf diesen beiden Webseiten Alternativen:

des Gerät und von Administratoren eines WLAN-Netzes ist diese auslesbar!). Genauer nachlesen, wie es den Forschern gelang, kann man dies hier: http://www.heise. de/security/meldung/WhatsAppAccounts-fast-ungeschuetzt-1708132. html Doch dies sind nicht die einzigen Sicherheitslücken. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass auch in der neusten Version der App die Übernahme eines Accounts möglich ist. Diese Sicherheitslücken treten u.a. auf, weil das Senden der Nachrichten nicht verschlüsselt stattfindet und eine Anmeldung des Nutzers bei dem Dienst mittels Nutzername und Passwort nicht notwendig ist (Für die Anmeldung werden lediglich die IMEI-Nummer des Telefons und die Telefonnummer benötigt, daraus erstellt WhatsApp die Zugangsdaten). Einen Account anzulegen und diesen zu schützen, wie z.B. bei anderen Instant Messengern (ICQ oder Skype) wird nicht gefordert. Bei einer Account-Übernahme ist man derzeit noch hilflos, denn die Möglichkeit, das Passwort zu ändern und den Schnüffler auszusperren, gibt es nicht. Da sind die Erfinder von WhatsApp gefragt zur Sicherheit der Nutzer beizutragen. „heise security“ rät deshalb: „iPhoneAnwender sollten den Dienst nicht in öffentlichen Netzen benutzen, um es Datenschnüfflern nicht unnötig leicht zu machen. Davor, dass Personen aus dem unmittelbaren Umfeld, etwa Kollegen, den Account übernehmen, kann man sich freilich nicht schützen – in der Regel kommen diese sowohl an die Handynummer als auch die IMEI respektive MAC-Adresse.“ *

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*Quelle: http://mobilegeeks.de/die-zehn-besten-whatsapp-alternativen/

http://www.heise.de/security/meldung/WhatsAppAccounts-fast-ungeschuetzt-1708132.html

http://t3n.de/news/whatsapp-alternativen-blick-430632/

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(Stand: 06.12.2012, 14.03 Uhr)


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Vernetzt mit 272 Freunden JIM-Studie 2012 veröffentlicht

Für Jugendliche bleiben Soziale Netzwerke ein zentraler Aspekt der Internetnutzung. Online-Communities zählen neben Suchmaschinen und Videoportalen zu den drei am häufigsten ausgeübten Anwendungen im Internet und werden von insgesamt 78 Prozent der 12- bis 19-Jährigen zumindest mehrmals pro Woche genutzt. 57 Prozent besuchen die eigenen oder fremden Profile im Netzwerk sogar täglich. Dies belegen die Ergebnisse der JIM-Studie 2012 (Jugend, Information, (Multi-) Media). Aktuell meint die Nutzung Sozialer Netzwerke fast ausschließlich die Nutzung von Facebook, hier sind 81 Prozent der Jugendlichen aktiv. Die erste Anmeldung der Jugendlichen bei einem solchen Netzwerk erfolgte mit durchschnittlich 12,7 Jahren. Die am häufigsten genutzten Funktionen innerhalb einer Community sind das Ver-

schicken von Nachrichten und das Chatten mit anderen Mitgliedern des Netzwerks. Erfreulich ist, dass inzwischen 87 Prozent der Nutzer von Communities ihre Profildaten mit der Privacy-Option vor einem öffentlichen Zugriff schützen, im Vergleich zum Vorjahr ein erneuter Anstieg um acht Prozentpunkte. Allerdings ist gleichzeitig die durchschnittliche Anzahl der Freunde in der Community auf nunmehr 272 angestiegen (2011: 206 Freunde), so dass die Privatheit hier relativ zu bewerten ist. Was die Sicherheit und den Schutz der, in der Community hinterlegten persönlichen Daten angeht, so fühlt sich hier nur ein Zehntel der Jugendlichen sehr sicher. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Vertrauen in die Communities bei den Jugendlichen abgenommen. 2011 hatten noch zwei Drittel ein sehr gutes bzw. gutes Gefühl, 2012 sind es nur noch 54 Prozent, die sich mit ihren Daten im Netzwerk gut aufgehoben fühlen. Das Handy als Alltagsbegleiter der Jugendlichen eröffnet die Option, Soziale Netzwerke auch unterwegs zu nutzen. Der Service, sich per Handy über Neuigkeiten in der Community informieren zu lassen, hat sich stark entwickelt: Machten im Vorjahr 16 Prozent der täglichen Nutzer von

Communities von dieser MöglichDie Studienreihe JIM wird vom Medienpädagokeit Gebrauch, gischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 ist dieser Anteil in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk aktuell auf 41 durchgeführt. Die repräsentative Studie bilProzent angedet das Medienverhalten der Jugendlichen in stiegen. Durch Deutschland ab. Für die Befragung wurden ca. die zunehmende 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 JahVerbreitung von ren im Frühsommer 2012 telefonisch befragt. Smartphones Neben Fakten zum Thema Medienkompetenz (47 %) und ententhält die Studienreihe Basisdaten zum Freisprechenden zeitverhalten der Jugendlichen sowie MedienInternetflatrates nutzungsdaten zu Fernsehen, Radio, Internet, (34 %) bei JuHandy, Büchern und Computerspielen. gendlichen hat Der Medienpädagogische Forschungsverbund auch die mobile Südwest ist eine Kooperation der LandesanInternetnutzung stalt für Kommunikation Baden-Württemberg an Attraktivität (LFK) und der Landeszentrale für Medien und gewonnen. InzwiKommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die schen nutzen 40 Durchführung der Studie erfolgt in ZusamProzent das Hanmenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). dy regelmäßig, Kooperationspartner bei der JIMStudie ist die um ins Internet Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG). zu gehen. Der Zugang zu Sozialen Netzwerken zählt dabei zu den wichtigsten Apps, die Jugendliche auf ihrem Smartphone installiert haben.

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4 www.jugendserver-saar.de

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