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t r o p e R st e st i x a r P o t u A Ausgabe 28 O k t o b e r 2017

Jahrg. 55

Aktueller Test: Renault Clio dCi

Serie Autos frĂźher Ford Taunus 12 M

Weitere Themen Dacia Logan MCV Aktuell: Winterreifen Stau-Autobahnen

Ford 12 M


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Auto-Praxistest-Report

Ausgabe 28

Oktober 2017

Themen rund um Auto und Verkehr das Thema Auto beschäftigt uns seit Anfang der 1960erJahre. Bereits 1979 begannen wir, Autos zu testen und die Testberichte zu veröffentlichen. Den Anfang machte ein kleiner, aber lebhafter Autobianchi, und bis heute folgten viele Fahrzeuge aller Klassen und unterschiedlichster Motorisierungen. Unser Testfeld war und ist immer die normale Straße, von kurvenreichen Landund Bergstraßen bis zu Autobahnen. Orts- und Stadtverkehr fehlen nicht. Schließlich spielt gerade der Stadtverkehr eine wichtige Rolle, wenn es um Verbrauch, Wendigkeit und Übersichtlichkeit wie beim Parken geht. Kurz: Der Einsatz des Fahrzeugs in der Praxis ist uns wichtig. Daher sind alle unsere Tests praxisorientiert. Im Laufe

der Jahre haben sich bestimmte Standardstrecken herauskristallisiert, um vergleichbare Bewertungen zu erhalten. Außer in unseren und anderen OnlineMedien und -Foren werden unsere Tests nach wie vor meist auch in Zeitungen in Westfalen veröffentlicht. Antriebe im Umbruch Die Motorisierung des Autos ist seit einigen Monaten ein großes Thema, auch in der Politik. Dabei geht es nicht nur um den Diesel, sondern um Verbrennungsmotoren allgemein. Dass der Praxis-Vebrauch sich anders darstellt, als die Angaben nach den vorgegebenen bisherigen Prüfstand-Messungen wird jedem Autofahrer klar sein. Auch bei „praxisnäheren“ Verfahren wird im Endeffekt doch die individuelle Fahrweise entscheidend sein. Unabhängig davon sind Manipulationen bei Messverfahren-Vorgaben

natürlich in keiner Weise hinzunehmen! Elektromotoren Von verschiedensten Hersteller gibt es bereits seit Jahren Autos mit reinem E-Antrieb. Die Hybridversionen haben neben dem E- auch einen Verbrennungsmotor, der die Hauptleistung erbringt. E-Motoren punkten unter anderem mit kompakter Bauweise, gutem Drehmoment, das gleich beim Anfahren zur Verfügung steht und leisem Betrieb. Trotz bereits einiger Verbesserungen liegen die Knackpunkte nach wie vor an den Akkus und damit an der Reichweite, den Ladezeiten und der Zahl der -stationen sowie am Preis. Bei einem Zielkorridor bis 2030 und später muss man die Entwicklung abwarten. Vielleicht gibt es bis dahin völlig andere pfiffige Lösungen. Es bleibt, die Entwicklung abzuwarten.

Lesen Sie in dieser Ausgabe

Vorschau Nr. 29

* Im Blickpunkt der Renault Clio im Praxistest * In „Fahrzeuge von früher“ stellen wir Autos Eigenerfahrung vor: Ford Taunus 12 M * Kurzer Kommentar zu Autobahnstaus * Hinweis auf Reifenwechsel: Winterreifen * Praxistest Dacia Logan MCV Stepway

* Im Test der aktuelle Skoda Octavia Combi * Von früher: Ford 17 und 20 - 26 M * Was im Winter an Bord sein sollte

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Pfiffiger Renault mit gutem Antritt und ordentlich Platz

Wendig und hübsch: Clio im sportlichen Look Der Renault Clio, hier mit GT-Lineund Techno-PlusPaket, ist optisch ansprechend. Der Testwagen rollte auf 17-ZollRädern durchs Land. Auch sonst hatte er einiges zu bieten, was das Fahren angenehm machte.

Alle Fotos/ Repros: Presseweller Siegen. 7. Oktober 2017 (DiaPrw). In der Renault-Palette ist der Clio schon längst kein unbekannter. Vorgänger hatten wir ebenfalls bereits im Test. Das aktuelle Modell nahmen wir im August 2017 unter die Lupe, den Clio in der Version Energy Intense dCi 110. Das steht für den 110-PS-Turbodieselmotor. Der blaue Kleine „GT-Line“ mit Sechsgang-Schaltgetriebe, der sich gar nicht so klein zeigte, wartete mit einem hübschen Interieur, geräumigem Innenraum und guten Fahreigenschaften auf. Aber lesen Sie selbst. Mit Front- und Heckspoiler und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen zeigte sich der Clio im sportlichen Look. Das setzte sich im Innenraum mit Alu-Pedalen und Vordersitzen mit zusätzlichem festem Seitenhalt fort. Grund dafür war das GT-PlusPaket, das freilich noch viel mehr

zu bieten hatte. Auf fester und gut einstellbarer Bestuhlung gab es für den Fahrer einwandfreie Cockpitübersicht mit gut ablesbarer Instrumentierung. Im Fond gingen die Sitzverhältnisse, einschließlich der Beinfreiheit, klassengemäß ebenfalls in Ord-nung: viel Platz bei Außenmaßen von gut 4,06 mal 1,73 Metern. Trotz fester Fahrwerksabstim-mung rollte der Fronttriebler mit McPherson-Achse vorne und Verbundlenkerachse hinten selbst auf holprigen Wegstrecken komfor-tabel ab. Mit 300 (Norm-) Litern zeigte sich das Laderaumvolumen für diese Klasse großzügig. Durch geteilt mögliches Umlegen der Rücksitzlehnen kann es bis auf über 1100 Liter erweitert werden. Ein bisschen störend wirkte aber der tiefe Laderaumboden. Alles in allem waren wir beim Probepackenerstaunt, was da alles so ins Kofferraumabteil hineinpasst.

Rundum-Ausstattung Der fünftürige Clio ist in der Basisausstattung (ab 11.990 Euro laut Liste) unter anderem mit ABS, elektronischem Stabilitätsprogramm und vier Airbags ausgerüstet sowie mit elektrischen Fensterhebern vorn, Zentralverriegelung mit Fernbedienung sowie elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln. Der Testwagen mit GT-Line- und Technik-Plus-Paket wusste beispielsweise noch mit OnlineInfotainment-System, inklusive Navi und Soundsystem, Klimaautomatik, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, Key-Card für schlüssellose Bedienung und mehr zu gefallen. An Bord waren ebenfalls vordere und hintere Abstandssensoren sowie die auf dem Sieben-Zoll-Bildschirm gut einsehbare … Rückfahrkamera… Fortsetzung nächste Seite


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Fortsetzung … Wendig und hübsch:Clio im sportlichen Look … Rückfahrkamera. Die seitlichen Abstandssensoren mit akustischer und optischer Rückmeldung erwiesen sich als sehr praktisch bei engen Durchfahrten oder nahen Vorbeifahrten! Insgesamt halten wir diese Technik mit Rückfahrkamera für rundum nützlich. Unabhängig davon sollte man sich dennoch stets auch selbst mit eigenem Blick vergewissern! Der Clio geht gut zur Sache Startknopf drücken, losdüsen. Der Renault kommt vom Start weg gut zur Sache. Der Turbodieselmotor mit 110 PS entwickelt bereits ab knapp 1500 Touren zusätzlichen Zug, knapp darüber setzt bei 1750 Umdrehungen das höchste Drehmoment von 260 Newtonmetern ein. Selbst im sechsten Gang geht es aus diesem unteren Drehzahlbereich zügig vorwärts. Im Stadtverkehr rollt man im fünften Gang mit. Die Beschleunigung

Großzügiges Ladeabteil.

Attraktiv und praktisch gestaltet, übersichtlicher Cockpitbereich. geht in Ordnung. Mit 11,9 Sekunden im Test verfehlten wir den Werkswert nur knapp, die 60 auf 100 km/h im dritten Gang hakte der Clio in knapp 6,4 Sekunden ab, und von 80 auf 120 km/h im fünften Gang waren es nur rund 9,1 Sekunden. Klasse! Bei der Ermittlung der Spitzengeschwindigkeit hatten wir Glück, weil es auf einer unserer üblichen längeren Autobahn-Teststrecken in einem Teilbereich mal für einige Zeit ohne hohes Verkehrsaufkommen und Staus abging. Im Schnitt unserer Messungen stoppten wir knapp über 190 km/h. Passt! Verbrauch okay Was verbraucht der denn? Wir fuhren ihn mit ab knapp 4,9 Litern pro

100 Kilometer und erreichten schließlich einen Gesamttestschnitt von leicht über 5,1 Litern. Das halten wir für angemessen, wenn auch der Kombiwert mit 3,5 Litern angegeben ist. Zum großen Teil nutzten wir den zuschaltbaren Eco-Modus, wodurch unter anderem die Motorcharakteristik verändert wird. Zügiges Fahren war dennoch möglich. Ergebnisse wie mittleren Kraftstoffverbrauch und gewonnene Kilometer konnten wir im Display nachlesen. Beschleunigungstests und Co. wickelten wir im Normalmodus ab. Astreine Straßenlage Der Fronttriebler lag sauber auf der Straße, rollte gut ab und nahm die schnell angegangenen Testkurven einwandfrei unter die Räder: ein feines, unproblematisches Fahrverhalten, das durch Wendigkeit und gutes … Fortsetzung nächste Seite


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Fortsetzung … Wendig und hübsch:Clio im sportlichen Look … gutes … Handling unterstützt wurde. Mit diesem Auto waren wir auf allen Strecken gut unterwegs, von der Autobahn bis zu diversen sehr kurvenreichen Mittelgebirgsstrecken. Fazit: Der Renault Clio Intens dCi 110 ließ sich gut fahren, er war spritzig und flott sowie zurückhaltend im Verbrauch. Der Platz für Passagiere und das Laderaumvolumen sind für diese Klasse ordentlich: ein hübscher und wendiger Begleiter. Für die gefahrene Version müssen einige Tausender mehr auf den Tisch als für das Basismodell. Es stehen aber ganz nach eigenem Wunsch mehrere Benzin- und Dieselmotoren sowie Ausstattungsversionen und Zusatzpakete zur Auswahl. Bei Interesse sollte man sich beim Renault-Händler informieren, sich selbst ein Bild vom Auto machen und gegebenenfalls eine Probefahrt vereinbaren. (jw)

Im Fond geht es, klassenbezogen, in Sachen Platz ordentlich zu. Einige Technische Daten* Motor: 1461 ccm; 110 PS (81 kW)/ 4000 U; höchst. Drehm.: 260/ 1750 U Fahrwerte: 0 – 100 km/h = 11,4 Sek.; Spitze: 190 km/h Länge x Breite x Höhe in m, Laderaum in Lit.: 4,063 x 1,732 x 1,448; 300 – 1146 Verbrauch (lt. VO/ EG) und CO2-Em. Komb.: 3,5 l/ 100 km; 90 g/ km; Euro 6 *laut Renault-Unterlagen/ Zulassung

Alles auch im Blog Auto + Verkehr

Schön, diese Ausstattung.

Unsere Tests und Tipps rund um Auto- und Verkehrsthemen finden Sie auch in unserem „autodialog“-Blog „Auto und Verkehr“. Sie können ihn ohne Anmeldung über unsere Interneteite „Auto“ auf www.presseweller.de aufrufen! Dort finden Sie eine Themenübersicht.

Impressum und Hinweise: Pressewellers Auto-Praxistest-Report erscheint bei Medienbüro + PR DialogPresseweller, Jürgen Weller, Lessingstr. 8, D-57074 Siegen, T. 0271 33 46 40, E-Mail mail>at<presseweller.de, www.presseweller.de. Alle Angaben beziehen sich auf Deutschland bzw. den deutschen Markt. Alle Rechte auf Titel, Fotos, Text © presseweller, Titelgestaltung wellSi-made. Bei „Autos aus früheren Zeiten“ werden teils Daten aus wikipedia.org verwendet. Es gilt deutsches Urheberrecht. Praxistests auf den uns von Herstellern und Importeuren zur Verfügung gestellten Fahrzeugen sowie allgemeine Texte geben unsere individuelle Meinung bzw. Messungen hinsichtlich Fahreindrücken, Komfort, Testverbrauch und allem anderen wieder. Alle offiziellen Leistungs-, Fahr- und Verbrauchsdaten sind den Fahrzeugpapieren bzw. den jeweiligen Technischen Daten entnommen. Alle Daten, Angaben und Bezeichnungen beziehen sich auf den Zeitraum des Tests. Zwischen Test und Lesezeitpunkt können sich Veränderungen jedweder Art ergeben haben, sodass keine Gewähr dafür übernommen wird. Unabhängig davon bleibt trotz sorgfältiger Bearbeitung Irrtum in allen Fällen vorbehalten. Gerichtsstand und Erfüllungsort ist D-Siegen, in 1. Instanz stets das Amtsgericht. Ergänzend gilt für diesen online erscheinenden Report das Impressum auf dem Autodialog-Blog bzw. auf der Internetseite www.presseweller.de


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Aus unseren Auto-Anfängen

Der Weltkugel-Ford : Taunus 12 M Seit Ende der 1950er-Jahre stand in der Wohnstraße bereits ein VW Käfer, bald kam ein Lloyd Alexander dazu. Sofort Anfang der 1960er reifte dann der Entschluss, selbst ein Auto zu kaufen. Es war ein bereits in die Jahre gekommener Ford Taunus 12 M in Rot, der „Weltkugel-Ford“, der ab 1952 gebaut wurde. Mit rund 70.000 Kilometern war die Fahrleistung überschaubar. Es gab sogar ein Radio. Bei Ford-Fahrzeugen sollte es die nächsten Jahre bleiben. Der zweitürige Alt-Ford war für die damaligen Verhältnisse durchaus geräumig und hatte gut gepolsterte Sitze. Für den Antrieb sorgte der 1,2-Liter-Reihenmotor mit 38 PS. Dazu besonders angemerkt: Damals hatte man die Sache mit Kilowatt (kW) noch nicht. Es sind etwa 28. Im Folgenden nennen wir auch nur die PSZahlen. Das ist die Kennzahl, die Autokäufer wissen wollen und einordnen können und die überall verbreitet ist. In der damaligen Zeit konnten wir zügig mit dem 12 M unterwegs sein. Das angegebene Höchsttempo lag bei 110 km/h. Die rund 4,06 Meter Länge gingen in Ordnung, die Breite war mit gut 1,59 Meter gegenüber heute eingeschränkt. Trotzdem konnten wir mit fünf Personen fahren - mit relativ hohem Lärmpegel im Vergleich zu heutigen Modellen. Die Heizleistung war schwach. Im Winter nahmen wir zur Vorsicht Decken mit. Amerikanisiert, hatte der Ford vorne eine Sitzbank, auf die sich auch schon einmal drei Personen gequetscht hatten, sowie Drei-Gang-Lenkrad-Schaltung, der 1. Gang war nicht synchronisiert: Kuppeln und dosiertes Zwischengas, sonst gab es einen recht deutlichen „Gruß vom Getriebe“; wollte wohl bedeuten: „Lernt das endlich mal“.

Ford 12 M © DiaPrw

Schon der 2. Ford 12 M, Anfang der 1960er-Jahre. Mit nur einmal Kühlen den Großglockner geschafft. Die gesamte Fahrwerksabstimmung des Hecktrieblers, hinten mit Blattfedern, war weich. Das bedeutete starke Seitenneigung in Kurven. Ölverlust, Ende und neu Wie früher üblich, hieß es alle 2500 Kilometer Ölwechsel und Abschmieren. Bald kam es zu Ölverlust und unrundem Motorlauf. Nachdem wir schon öfter wegen Zündungseinstellung und anderem in der Werkstatt waren, gab der Motor bald seinen Geist auf. Wir waren noch keine 10.000 Kilometer gefahren. Wir kauften ein neueres Modell in der Farbe

Grau, sonst alles wie gehabt. Damit waren wir weit zufriedener. Mit der rund zwei Jahre jüngeren Version legten wir auch lange Stecken und Passstraßen zurück. Klar, der Kühler dampfte dann bei Bergstraßen wie über den Großglockner mal wie bei vielen anderen Autos auch, anders als beim luftgekühlten VW Käfer, aber das hatte man im Griff. Dieser 12M machte kaum Probleme. Anfang der 1960er entschieden wir uns für den völlig anderen neuen 12M der Baureihe P4 und blieben danach für viele … …weiter nächste Seite


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Ford Taunus 12 M

…viele … Jahre der Marke Ford über die Vorderräder nach außen. betrieb fielen wie bei den alten Elektronische Helferlein gab es Modellen teils deutlich über acht treu, bis zum Granada 2,8i. zu der Zeit noch nicht. Liter an. Aber Sprit war damals Positiv war der Frontantrieb auch noch günstig, vielleicht um die 65 Alles neu im Neuen Mal ein neueres Fahrzeug: Um auf schneebedeckten Straßen. So Pfennige pro Liter Benzin, also 1963 entscheiden wir uns für den manche Steigung hätten wir mit rund 33 Cent. neuen Ford 12 M, der ab 1962 zu dem Hecktriebler nicht fahren In Sachen Reparaturen gab es haben war. Das Fahrzeug, damals können. relativ wenig Probleme mit dem so Mittelklasse-Bereich und immer Zum Verbrauch dieser 12M- Auto. Daher waren wir mit dem noch Zweitürer, war völlig anders Modelle: Mit dem neuen 12 M P4-Modell, wie wir auch von als der Vorgänger. Es war konnten wir längere Strecken teils anderen Fahrern wissen, sehr schnittiger gestylt, rund 4.25 Meter mit knapp unter 7,0 Liter/ 100 zufrieden. Deshalb war Ford lang und bot für die Insassen mehr Kilometer fahren, im Alltags- noch länger unsere Marke. (jw) Bein- und Kniefreiheit. Hauptänderungen sonst: statt Heck- nun Frontantrieb sowie ViergangLenkradschaltung im üblichen Schema: 1. Gang oben links, zweiter darunter, rechts oben 3. und darunter 4. Gang. Anders als bei den Vorgängern konnte man schnell durchschalten. Der neue V-Motor leistete 40 PS. Damit © DiaPrw konnten wir bis gut über 120 km/h unterwegs sein. Flotter und durchzugsstärker war die TSGestreckte Linienführung: Ford 12 M, Modell P4. Version, Hubraum 1,5 Liter, 55 PS, die wir auch schon gefahren haben. Dem Tacho nach ging es bis weit über 140 km/h. Damit konnten wir noch lockerer längere Strecken bis Von O bis O, von Oktober bis sel natürlich, wenn man über 800 Kilometer und mehr in Ostern, empfehlen Experten, Kompletträder hat. Unabhängig einem Tag bewältigen. Außer in das Auto mit Winterreifen von der gesetzlichen Profiltiefe Ortschaften gab es damals kaum auszurüsten. Zum einen kann von 1,6 Millimetern werden, Geschwindigkeitsbegrenzungen es gerade morgens bereits Reif beispielsweise vom ADAC, für und vor allem wenig Baustellen. auf den Straßen geben, zum Winterreifen mindestens 4,0 Auf Berg- und Passstraßen zahlte anderen ist ein relativ früher Millimeter für guten Grip und sich der neue Motor ebenfalls aus. Schneeeinfall, wenn auch nur zur höheren Fahrsicherheit Die Fahrwerksabstimmung war für kurze Zeit, möglich. Es ist empfohlen. etwas fester als die des Vorgänratsam die entsprechenden Wer neue Pneus kaufen will, gers, aber immer noch relativ deutschen Regelungen zu kann Winterreifen-Testberichte weich. Kurven konnten schneller beachten. Um Mitte September zu Rate ziehen oder sich beim angegangen werden. Allerdings gab es im Alpenraum bereits Fachhändler beraten lassen. nicht zu schnell. Denn, wie es bei verschneite Bergstraßen. Angeboten werden ebenfalls Frontantrieb damals üblich war, Am einfachsten geht der Wech- Kompletträder. schob der 12 M recht deutlich

Bald Zeit für Winterreifen


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Der hat Größe: In Adria-Blau glänzte der Testwagen, der Dacia Logan MCV, Version Stepway Celebration. Man sieht schon von außen, dass der MCV Passagieren und Gepäck viel Platz bietet.

Mit dem Dacia Logan MCV, Version Stepway Celebration, auf Tour

Großzügig im Platzangebot, aber klein im Preis Angenehm und erstaunlich ist, dass solch ein großes Auto mit der ordentlichen Ausstattung des Testwagens, sogar einschließlich Navi und Co., zu einem so niedrigen Preis, nach Liste 12.920 Euro, gekauft werden kann. Gut! So können sich auch diejenigen ein Familienauto leisten, die es finanziell nicht „so dicke“ haben oder denen es darauf ankommt, ohne hohe Anschaffungskosten mit einem geräumigen Auto gut von A nach B zu kommen. Wenn man bedenkt, was bereits Fahrzeuge der Kleinst- und Kleinwagenklasse heute kosten, fällt der einfache Im Juli 2017 fuhren wir den Dacia Preisvergleich positiv aus. Logan MCV Tce Start & Stop, in der Ausstattungsversion „Stepway Raum ist gut genutzt Celebration“ plus einiger Extras. Er Der Logan MCV Stepway bringt ist richtig geräumig und preislich eine Länge und Breite von rund auf Niedrig-Niveau. Aber nicht nur 4,53 mal 1,76 Meter ans Maßband das. Er war außerdem laufruhig und und ist gut 1,59 Meter hoch. Die ließ sich recht komfortabel und gut Insassen finden auf allen Plätzen viel Knie-, Bein- und Kopffreiheit. fahren. Siegen. 31. Juli 2017. In der auffälligen, gut sichtbaren Farbe Adria-Blau präsentierte sich uns der Dacia Logan MCV. Das große blaue Auto war auch dem Nachbarn gleich aufgefallen. Wir zeigten ihm den Innenraum und den langen ebenen Kofferraum. Er war erstaunt: „Da passt ja jede Menge rein!“ Recht hat er. Noch überraschter war er, als er den geringen Listenpreis für diese geräumige KombiLimousine, inklusive aller Extras, hörte.

Das wird durch das große Ladeabteil passend ergänzt: ab 573 Liter Fassungsvermögen und durch die asymmetrisch geteilt umlegbaren Rücksitze nochmals deutlich erweiterbar. Platz satt! Mit 17,4 Zentimetern … …Fortsetzung nächste Seite

Bau- und Stau-Stellen Manches Mal macht es alles andere als Spaß, über deutsche Autobahnen zu fahren. Die zahlreichen Bau- sind oft StauStellen mit teils erheblichen Zeitverzögerungen. In den vergangenen Wochen konnten wir das auf verschiedenen Autobahnen, zum Beispiel A3, A5 und Umfahrung München wieder drastisch erleben. Für uns ist dann schon frühzeitig die Abfahrt auf Bundes- und Landstraßen eine Alternative.


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Auto-Praxistest-Report Fortsetzung … Mit

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dem Dacia Logan MCV auf Tour

…Zentimetern … konnte sich auch die Bodenfreiheit des Kandidaten sehen lassen. Das ist in manchen Fällen nützlich! Dank des höhenverstellbaren Fahrersitzes und der praktischen Lehnenverstellung per Drehrad statt mit Hebel war die passende Fahrerposition schnell ausgemacht. Mit den gut einsehbaren Anzeigeinstrumenten, in der Hand ein griffiges Lenkrad - im Testwagen in Lederoptik mit Bediensatelliten für Radio. Geschwindigkeitsregelanlage und Tempopilot kann es nun auf Fahrt gehen. Sicherheit und Komfort Für den Logan MCV gibt es mehrere Ausstattungsstufen. Die Basisversion „Essentiell“ hat zum Beispiel für die Sicherheit ABS mit Bremsassistent, elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) mit Antriebsschlupfregelung (ASR) an

Bord sowie Front- und vordere Seitenairbags, Dachreling, geteilt umlegbare Rücksitze und mehr. Den Antrieb übernimmt in dieser Version der 73-PS-Benzinmotor (54 kW). So ist der MCV bereits ab 7990 Euro (Listenpreis) zu haben.

Das ist erschwinglich. Wer mehr Ausstattung haben will, wählt eine höhere Version. Da sind dann zum Beispiel auch schon CD-/ MP3Radio, elektrische Fensterheber vorn und anderes dabei. Das Testauto, Version „Stepway Celebration“, hatte beispielsweise gut funktionierende Klimaanlage, Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, SUVLook-Außenapplikationen, 16-ZollDesignräder, Nebelscheinwerfer, Multimedia-System mit Navi sowie akustische Einparkhilfe hinten sowie durch die Sonderausstattung Rückfahrkamera. Die ist immer praktisch!

Griffiges Lenkrad und alle Instrumente gut im Blick.

Auf Schlüsseldreh los Den Antrieb besorgte der „TCe-90 Start & Stop“-Motor. Die kleine Dreizylindermaschine, Hubraum … Fortsetzung nächste Seite


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dem Dacia Logan MCV auf Tour

… Hubraum … rund 900 Kubikzentimeter, bringt bei 5000 Touren 90 PS ((66 kW) an die Kupplung, hier verbunden mit einem manuellem FünfgangSchaltgetriebe. Das bei dieser Motorengröße ordentliche maximale Drehmoment setzt bei 2250 Touren ein. Es war uns schon klar, dass wir hier kein Sportauto unter das Gaspedal nahmen, aber eines, das sowohl für Überlandfahrten als auch für die Urlaubsfahrt taugt. Wir fuhren den Dacia auf der Autobahn bis an 170 km/h (angebenene Spitze), und hielten ein Tempo von um die 150 km/h für gut. Angesichts vieler Autobahn- Baustellen und Staus geht selbst das längst nicht immer! Im Testmittel für den 0-auf-100Sprint lagen wir mit 12,2 Sekunden etwas höher als die Werksangabe. Für den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h im dritten Gang waren es vertretbare 8,6 Sekunden. Für Überholdistanzen wie zwischen 80 und 120 km/h empfehlen wir eher den vierten Gang. Der fünfte Gang ist relativ lang übersetzt, sodass wir im Ortsverkehr auch im vierten mitgerollt sind. Meist haben wir die Schaltanzeige genutzt. Man kann auch einen Eco-Modus einschalten. Auf weiten Strecken lag der Ver-

Man sitzt gut. Im Fond finden Passagiere ausreichend Bein- und Kopffreiheit. brauch bei 6,6 Litern/ 100 Kilometer, einschließlich Ortsverkehr und Beschleunigungstests stellten sich als Gesamtschnitt 7,5 Liter ein. Kurven ein Klacks Die Straßenlage des Fronttrieblers, vorne McPherson-Achse mit Querlenker und Querstabi, ging in Ordnung: ruhige Lage auf der Autobahn, wenig Seitenneigung in Kurven. Es hat uns überrascht, wie der MCV auch schnell angegangene enge Kurven problemlos weg-

steckte. Ein Lob. Das gilt ebenfalls für den Komfort bei Fahrten über schlechte Straßen. Wir halten das Fahrwerk für gut abgestimmt.

Fazit: Wer keine Ansprüche an hohe Spitzengeschwindigkeiten oder sportliches Fahren hat, sondern gemütlich und mit dennoch ausreichender Leistung unterwegs sein will und viel Platz für die Familie und Gepäck oder gewerbliche Ausrüstung haben will, ist mit diesem preiswerten, geräumigen Auto gut bedient. Der Einige Technische Daten* Dacia Logan MCV Stepway Motor/ Fahrleistungen: 898 ccm, 90 PS (66 kW)/ 5000 U; max. Celebration war komfortabel und Drehmoment: 140/ 2250 U; Benziner laufruhig. Es stehen verschiedene 0 – 100 km/h: 11,1 Sek.; Spitze 170 km/h Versionen und Motorisierungen Verbrauchs-/ CO2 -Kombiwerte: 5,1 l/100 km; 115 g/km; Euro 6 zur Auswahl. Zu Details kann Maße: Länge/ Breite/ Höhe: 4,528 x 1,762 x 1,591; Laderaum: 573 – man sich bei Händlern vor Ort 1680 Liter oder in der Region informieren *Laut Zulassungsschein und Dacia-Unterlagen und eine Probefahrt machen. (jw)

Auto-Praxistest-Report 28 - Mit Renault Clio und 12M  

Im neuen Auto-Praxistest-Report 28 von Presseweller steht der Renault Clio Energy dCi im Fokus. Das handliche Auto erwies sich als wendig, f...