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DAS NEUE ONLINE MAGAZIN Erarbeitung semantischer und gestalterischer Kriterien zur Erschließung von Informationszusammenhängen.


BACHELORTHESIS DAS NEUE ONLINE MAGAZIN Erarbeitung semantischer und gestalterischer Kriterien zur Erschließung von Informationszusammenhängen.

MENTOREN 1. Prof. Andreas Ingerl 2. Uleshka Usher

DATEN ALEXANDER KÖPKE MATRIKEL NR. 527151 8. SEMESTER KOMMUNIKATIONSDESIGN HTW BERLIN SOMMERSEMESTER 2013


1-0-0 09

EINLEITUNG

1-1-0

WAS IST DER IST–ZUSTAND

1-2-0

WOHIN GEHT DIE REISE

1-3-0

DIE AUFGABE

2-0-0 14

DAS ANALOGE MAGAZIN

2-1-0

WAS MACHT EIN MAGAZIN ZUM MAGAZIN

2-2-0

BEGRIFFSERKLÄRUNG

2-3-0

ABGRENZUNG ZU ANDEREN PUBLIKATIONEN

2-4-0

ERFAHRUNGSWERTE UND ERWARTUNGSHALTUNG

2-5-0

WAS GIBT ES FÜR INHALTE

2-6-0

WELCHE FUNKTION HAT EIN MAGAZIN

2-7-0

WOHER KOMMT DAS TYPISCHE MAGAZINFORMAT

3-0-0 30

DER DIGITALE RAUM

3-1-0

ENTWICKLUNG DES DIGITALEN RAUMES

3-2-0

VORAUSSETZUNG - WER HAT ZUGANG ZUM

DIGITALEN RAUM 3-3-0

WEB 1.0

3-4-0

DAS WEB 2.0

3-5-0

VERBREITUNG VON DIGITALEN

INFORMATIONEN

6

Index


4-0-0 44

DIE PROBLEMATIK

4-1-0

EINLEITUNG

4-2-0

AKTUELLE SITUATION

4-3-0

SCHNELLLEBIGKEIT VON INFORMATIONEN

4-3-1

WEB-FIRST-PRINZIP

4-4-0

INFORMATIONSFLUT

4-5-0

ÜBERFLÜSSIGE INFORMATIONEN

4-6-0

INFORMATIONSTIEFE

4-7-0

PAID CONTENT VS. WERBUNG

4-8-0

VON ANALOG ZU DIGITAL

5-0-0 78

DAS DIGITALE MAGAZIN

5-1-0

EINLEITUNG

5-2-0

KRITERIEN UND LÖSUNGSANSÄTZE

6-0-0 114 DAS RESÜMEE 6-1-0

LAST BUT NOT LEAST

7-0-0 122 DER ANHANG 7-1-0

QUELLENNACHWEIS

7-2-0

BILDNACHWEIS

7-3-0

BUCHEMPFEHLUNG

7-4-0

DANKSAGUNG

7-5-0

EIGENSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG

7


8


EINLEITUNG

1–0–0

9


1.1.0 EINLEITUNG

WAS IST DER IST-ZUSTAND

Was ist der IST – Zustand?

In der heutigen Gesellschaft ist die Information ein wichtiges Gut. Der Wandel hin zu dieser Informationsgesellschaft vollzog sich Anfang der 1990er1 Jahre und hat demnach noch keine lange Geschichte. Doch in den letzten Jahren gab es einen so immensen Zuwachs an Benutzern, Newsgroups, Plattformen und anderen Informationsangeboten, dass eine Überschaubarkeit der Inhalte dieser Angebote nur noch schwer möglich ist. Wir werden überflutet von Informationen, surfen nicht mehr auf der digitalen Welle, sondern sind integriert. Der Benutzer wird in Informationen förmlich ertränkt. Der Konsument digitaler Informationen gewinnt immer mehr an Orientierungslosigkeit, die mit dem täglich wachsenden Angebot proportional zunimmt. Somit entsteht eine permanente Überforderung für den User, Informationen zu erschließen und Kontexte herzustellen. Diese Informationsflut wird meist durch die visuelle Aufbereitung nicht nur unterstützt, sondern sogar gefördert.

10


Hauptsächlich besteht kosmische Strahlung aus geladenen Teilchen. Die galaktischen Magnetfelder hecho difícil, ihren Ursprung herauszufinden. Doch jetzt bestätigte sich eine bereits vor Jahrzehnten geäußerte Vermutung des Nobelpreisträgers Enrico Fermi aus Italien.

Nie wurde die Zivilisation so folgenschwer von einem Meteoriten getroffen wie jetzt in Russland. Und das Geschoss aus dem All ist nicht das einzige. Ein weiterer Brocken schrammt heute an der Erde vorbei - gibt es noch einen kosmischen Steinschauer?

OVERLOAD BEWUSST SEIN

Vor Gericht sagte er kein Wort, nach der Anhörung ließ Oscar Pistorius eine Erklärung verbreiten: Darin weist der 26-Jährige „auf das Schärfste“ zurück, seine Freundin Reeva Steenkamp ermordet zu haben.

Öl-Fracking soll globalen Wachstumsschub bringen

Auf der CES haben wir dieses Jahr schon einen Kühlschrank von Samsung gesehen, der dank video de-Babyfon und Evernote-Integration ziemlich überflüssig war. Dass das auch alles etwas sinnvoller geht, darüber sind wir uns wahrscheinlich einig. Allerdings gibt es von Samsung auch einen Kühlschrank, den ich mir schon eher in meiner Küche vorstellen könnte – mit eingebautem SodaStream. (weiterlesen …)

OVERLOAD

Social Wie Datingseiten wie Gaza Streifen OkCupid euren passenden Partner ausrechnen

OVERLOAD

Cascada fahren für Deutschland zum Eurovision Song Contest. Das brachte der Vorentscheid am Donnerstagabend (Shortnews berichtete). Sie setzten sich gegen LaBrassBanda und andere Kandidaten durch. ...weiter

OVERLOAD

My new Disco Baby 11


1.2.0 EINLEITUNG

WOHIN GEHT DIE REISE

Wohin geht die Reise?

Resultierend aus dieser Informationsflut besteht die Herausforderung darin, eine neue und unkonventionelle Methode zu entwickeln, die es dem User ermöglicht, digitale Informationen sowohl inhaltlich, als auch visuell besser zu erfassen. Dabei soll der User nicht mit überflüssigen Informationen überfordert werden, sondern sich mit den angebotenen Inhalten in Ruhe auseinander setzen können. Über gestalterische Mittel soll die dafür notwendige Tiefe, Emotionalität und Ruhe gefördert werden. Der User soll bewusst “entschleunigt” werden.

12


1.3.0 EINLEITUNG

DIE AUFGABE

Die Aufgabe

Es müssen Kriterien erarbeitet werden, wie Informationen und digitale Inhalte dem User präsentiert werden. So wie sich auch die Inhalte von Büchern zu denen von Magazinen unterscheiden, sollte es auch Unterschiede für die Präsentation von digitalen Inhalten geben. Diese Kriterien werden durch die Analyse aktueller Problematiken im Umgang mit Informationen erarbeitet. Aber nicht nur die Präsentation der angebotenen Informationen spielt dabei eine Rolle. Es soll auch eine Art Raum geschaffen werden, in dem sich der User mit zusätzlichen Informationen zu einem Thema befassen kann. Dadurch soll eine größere Informationstiefe erzeugt werden. Die Ergebnisse dieser theoretischen Ausarbeitung sollen sowohl konzeptionell als auch gestalterisch in einen Entwurf für die Entwicklung eines Online Magazins einfließen.

13


DAS ANALOGE MAGAZIN

2–0–0

14


2.1.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

WAS MACHT EIN MAGAZIN ZUM MAGAZIN

Was macht ein Magazin zu einem Magazin?

Wie könnte das optimale online Magazin aussehen? Um diese Frage zu klären, muss zunächst die ursprüngliche, analoge Form des Magazins betrachtet und analysiert werden. Dabei muss man verstehen, welche Funktion ein Magazin hat, wie es sich zu anderen Publikationen abgrenzt, wie wir es benutzen, welche Rolle das Format spielt und was es für Inhalte hat. Es geht nicht darum, eine Eins-zu-Eins Kopie eines analogen Magazins in den digitalen Raum zu übertragen. Vielmehr geht es darum, die Erwartungshaltung der Leser und Nutzer zu erforschen, Parallelen und Eigenschaften zu finden und diese dem digitalen Format anzupassen oder gegebenenfalls neu zu definieren.

15


2.2.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

Begriffserklärung

Erstmalig wurde die Bezeichnung “Magazin”1 für das 1731 in London publizierte „The Gentleman‘s Magazine“² verwendet. Edward Cave, ein englischer Drucker, Schreiber und Verleger war es, der den Begriff „Magazin“ in Analogie zu einem militärischen Warenhaus mit abwechslungsreichen Materialien verwendete. Letztendlich aber stammt das Wort Magazin von dem arabischen Wort „makhazin“ ab, was mit “Warenhaus” oder “Schatzkammer” übersetzt werden kann. Im übertragenen Sinn steht es für das Warenhaus der Information, somit für einen Raum, in dem verschiedenste Inhalte und Themen präsentiert werden. Sucht man zum Beispiel das Wort „Magazin“, wird man mit einer Reihe von Wortbedeutungen konfrontiert. Diese reichen von Magazin im Sinne von Archiv, Depot, Bergmagazin als Bezeichnung für Getreidespeicher von Bergleuten oder wie auch schon oben erwähnt als militärisches Vorratslager. Was aber all diese Begriffe gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass sie immer als ein Raum für verschiedenste Inhalte aufeinandertreffen.

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BEGRIFFSERKLÄRUNG


2.2.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

BEGRIFFSERKLÄRUNG

ABB-01 EDWARD CAVE PUBLISHER GENTLEMAN‘S MAGAZIN ABB-02 GENTLEMAN‘S MAGAZIN

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2.3.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

ABGRENZUNG ZU ANDEREN PUBLIKATIONEN

Abgrenzung zu anderen Publikationen Ab wann spricht man von einem Magazin.

Das Magazin, Zeitschrift oder in der Fachsprache auch Periodikum, sind Synonyme und beschreiben eine Printpublikation, die durch regelmäßiges Erscheinen aktualisiert wird. Dieses Druckwerk muss mindestens viermal jährlich erscheinen. Im Vergleich muss eine Tageszeitung mindestens fünfmal die Woche erscheinen und eine Wochenzeitung immer wöchentlich. Man kann also als ersten Kriterium für das Magazin festhalten, dass es mindestens viermal jährlich erscheinen muss, um als Magazin bezeichnet werden zu können. Einen weiteren Punkt zur Abgrenzung zu anderen Publikationsformen, stellt die Frage zur Aktualität dar. Im Gegensatz zu einer Tages- oder Wochenzeitung ist ein Magazin nicht primär auf die Aktualität im Bezug auf das Tagesgeschehen bezogen. Ein Magazin ist in den Augen vieler aber immer noch etwas anderes als eine Zeitschrift. Dennoch gibt es keine klare Differenzierung. Wenn es dann doch Unterschiede zwischen den beiden Formaten gibt, beziehen sich diese auf eine unterschiedliche Art ,wie mit Inhalten umgegangen wird. Ein Magazin zeichnet sich durch die Tiefe seiner Inhalte aus. Das begründet sich aus dem Publikationrhythmus und dem daraus begründeten Verzicht auf Aktualität.

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2.3.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

ABGRENZUNG ZU ANDEREN PUBLIKATIONEN

Zeitschrift

ABB-03 DIE BUNTE

19


2.3.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

ABGRENZUNG ZU ANDEREN PUBLIKATIONEN

Magazin

ABB-04 DUMMY MAGAZIN

20


2.3.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

ABGRENZUNG ZU ANDEREN PUBLIKATIONEN

Die Zeitschrift an sich geht eher oberflächlich mit Thematiken um, dabei ist sie zudem sehr konsumorientiert. Meist ist der Anteil an Werbung in einer Ausgabe höher als der redaktionelle Informationsanteil. Gängig ist es auch, redaktionelle Inhalte mit Werbung zu füllen. Neben den vorab genannten Publikationsformen gibt es noch das “Journal”4. Auch wenn im angloamerikanischen Sprachgebrauch “Journal” und “Magazin” trotz unterschiedlicher Bedeutung oft als Synonym verwendet werden, hat sich das Verständnis, dass ein Journal überwiegend tagesaktuelle Inhalte anbietet, nicht verändert. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich ein Magazin dadurch definiert und von anderen Publikationen abgrenzt, dass es sich intensiver mit Inhalten auseinander setzt und kein primärer Wert auf die Tagesaktualität gelegt wird. Magazininhalte haben einen eher nicht zeitgebundenen Charakter. Werbeanzeigen werden auch, anders als bei Zeitschriften, getrennt vom Inhalt abgebildet und wirken so nicht auf diesen ein.

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2.4.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

INDIVIDUELLE ERFAHRUNGSWERTE

Individuelle Erfahrungswerte und Erwartungshaltung f端r den Begriff Magazin.

Ein Magazin ist kein Roman. Das ist soweit jedem klar. Doch was erwarten wir von einem Magazin? Man kann die Benutzerfreundlichkeit oder die Interaktion mit einer digitalen Anwendung beschreiben und messen. Die folgenden Kriterien, welche die Erwartungshaltung an das Lesen eines Magazins beschreiben, m端ssen als eine Art pers旦nlicher Kriterienkatalog betrachtet werden, da es keine wissenschaftlich begr端ndete Analyse dieser Kriterien gibt.

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2.4.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

INDIVIDUELLE ERFAHRUNGSWERTE

DIE KRITERIEN 01

Ich lege es weg und lese später weiter. Dies ist eine allgemeine Eigenschaft. Natürlich ist dies bei allen Print-Publikationen möglich. Durch Haptik und Visualität hat der Leser eine Art Orientierung, an welcher Stelle er aufgehört hat zu lesen.

02

Ich kann anfangen, wo ich will. Anders als bei einem Buch kann ich den Anfang selbst wählen, da es über eine inhaltliche Gliederung verfügt und im Gegensatz zu einem Buch keine Chronologie besitzt.

03

Ich kann mir einen schnellen Überblick verschaffen. Durch das Blättern in einem Magazin kann ich mir recht schnell einen inhaltlichen und optischen Überblick verschaffen.

04

Wenn ich nach speziellen Beiträgen suche, dann greife ich auf den Index zurück. Der Index oder das Inhaltsverzeichnis jedes Magazins ist in der Regel auf einer der ersten Seiten zu finden und kann bei Bedarf eingesehen werden. Er beinhaltet eine thematische Übersicht aller Inhalte im Magazin.

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2.4.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

INDIVIDUELLE ERFAHRUNGSWERTE

05

Die inhaltliche Abfolge ist verbindlich. Inhalte im Magazin können nicht geändert oder verschoben werden.

06

Ich schaue mir nur die Bilder an. Der Leser ist nicht immer nur an Inhalten in Textform interessiert. Magazine mit sehr bildlastigen Inhalten laden eher dazu ein, sich mehr mit den visuellen Informationen auseinanderzusetzen.

07

Über die Bilder werde ich auf Inhalte aufmerksam. Große Bilder sind ein guter Blickfang. Der Leser kann über große Bilder in Kombination mit Text auf Inhalte aufmerksam gemacht werden.

08

Über Headlines werde ich auf Inhalte aufmerksam. Große und kurze Headlines sind schnell zu verstehen und fallen beim Überfliegen der Inhalte auf. Durch die Headline bekommt man einen guten Überblick über die Thematik und kann entscheiden, ob man tiefer in ein Thema einsteigen möchte.

09

Ich kann mir die Zeit gut einteilen. Die Folge von langen und kurzen Beiträgen macht es dem Leser möglich,diese seiner Zeit entsprechend zu wählen. Der Leser kann so von vorn herein sehen, ob er einen Artikel in der ihm zu Verfügung stehenden Zeit fertig lesen kann oder nicht. Dabei kann man sagen, dass abgeschlossene „Aufgaben“ sich im Allgemeinen gut anfühlen. Man bekommt das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

24


2.4.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

INDIVIDUELLE ERFAHRUNGSWERTE

10

Es ist mir möglich, einen schnellen Überblick über den Umfang einzelner Inhalte zu bekommen. Durch Blättern lässt sich erkennen, ob ein Artikel einen Umfang von einer oder mehreren Seiten hat.

11

Ich kann es archivieren. Die Thematik ist meist ausgabenabhängig und weist eine hohe Informationstiefe auf. Das macht es für die Archivierung im Vergleich zu anderen Print-Publikationsformaten wie zum Beispiel Tageszeitungen attraktiver.

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2.5.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

WAS GIBT ES FÜR INHALTE

Was gibt es für Inhalte? Über das Spektrum von Magazinen lässt sich an einem Kiosk informieren. Zu Hunderten stehen sie dort, jedes mit einer anderen Thematik. Von A bis Z sind alle Themen vertreten. Dennoch werden alle Inhalte über die gleichen Mittel transportiert: Nämlich durch Schrift und Bild.

ABB-05 KIOSK

26


2.6.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

WELCHE FUNKTIONEN HAT EIN MAGAZIN

ABB-06 ARCHIV

Welche Funktion hat ein Magazin? Die Funktion eines Magazins ergibt sich aus seinen Eigenschaften. Der Begriff Magazin beschreibt neben einer PrintPublikation auch eine Art Archiv, herzuleiten aus dem Archivwesen. Die Gleichsetzung mit der Bedeutung eines Archivs kommt man der Funktion des Magazins schon sehr nahe. Ein Magazin ist eine Art Archiv f端r verschiedenste Informationen in Bild- und Textform.

27


2.7.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

DAS TYPISCHE MAGAZINFORMAT

Woher kommt das Typische Magazinformat? Ab wann spricht man von einem Magazin.

Wenn man die Maße eines Magazins betrachtet, dann sieht es dem A4 – Format sehr ähnlich. Natürlich hat es nicht genau die gleichen Maße, dennoch kann man sagen, dass Magazine in der Regel ein Hochformat aufweisen. Es gibt wirklich wenige Ausnahmen, die im Querformat veröffentlicht wurden. Experimentelle Formate in der Magazinwelt kommen eher als Produktmagazine daher. Das sind dann Magazine, die nicht in erster Linie für den offenen Verkauf publiziert werden, sondern Werbung für eine bestimmt Marke oder Produkt machen. Auch wenn es keine DIN Norm für das Format eines Magazins gibt, kann man das Hochformat als gängigen Standard ansehen, da es sich durch seine Haltbarkeit und seinen Lesekomfort auszeichnet. Betrachtet man aber die Gesamtheit aller Print-Publikationen, stellt man schnell eine große Ähnlichkeit der Formate fest. Dies kann man auf die Anfänge des Buchdrucks zurückführen. Ein Buch im Hochformat hat viele Vorteile. Der Leser ermüdet nicht schnell beim Lesen, da die Textzeilen recht kurz sind und man den Anfang der nächsten Zeile nicht aus den Augen verliert. Außerdem zeichnet es sich durch seine hohe Haltbarkeit und Stabilität aus. Historisch betrachtet wurden die ersten A4 Hochformate5 durch die Verbreitung des Metersystems, in der Zeit der Französischen Revolution verwendet. Auch in der Kunst erkennt man Parallelen, vor allem beim Goldenen Schnitt. Dieser wurde als „etwas Angenehmes und Vorzügliches“ empfunden. Man kann also sagen, dass das Hochformat in Buch-, Zeitungs- und Magazinform nicht ästhetisch begründet ist, sondern sich das Medium an den Leser oder auch Betrachter angepasst hat.

28


2.7.0 DAS ANALOGE MAGAZIN

DAS TYPISCHE MAGAZINFORMAT

ABB-07 GOLDENER SCHNITT

ABB-08 DIN PAPIERFORMATE

Voran beschrieben wurden die Kriterien analoger Publikationen, im Speziellen des Magazins. Im digitalen Raum greifen jedoch teilweise andere Parameter, die im Folgenden genauer untersucht werden.

29


DER DIGITALE RAUM

3–0–0

30


“Insofern hat Virilio (2000: 110) wahrscheinlich recht mit seiner Annahme, dass der Aufbau des elektronischen Raums aus einer Krise des realen Raums resultiert. Denn während sich aus dem realen Raum das Fremde und unbekannte verflüchtigt zu haben scheint, entsteht mit dem Cyberspace ein Raum, in dem die Begegnung mit dem Fremden und Unbekannten wieder möglich sein soll.”1

MARKUS SCHROER

31


3.1.0 DER DIGITALE RAUM

Die Entwicklung des Digitalen Raumes.

ABB-09 MCG COMPUTER CENTER HOUSED IN HOSPITAL. INSTALLATION OF FIRST COMPUTER 1962

32

ENTWICKLUNG


3.1.0 DER DIGITALE RAUM

ENTWICKLUNG

In den kommerziellen Anfängen des Internets Anfang der 1990er Jahre war der Zugang zum Digitalen Raum noch sehr beschränkt. Das lässt sich dadurch erklären, dass das Internet um 1990 gerade einmal 1% des Informationsflusses der weltweiten Telekommunikationsnetze ausmachte. Im Jahr 2000 wuchs diese Zahl auf 51% und im Jahr 2007 erreichte sie mit 97% einen Stand, der den Siegeszug des Internets mehr als verdeutlicht.² Wie kann man sich diesen Siegeszug erklären? Dazu nutze ich die Worte von Markus Schroer, Autor des Buches Räume, Orte, Grenzen - Auf dem Weg zu einer Soziologie des Raumes sagen müsste:

„Jeder Aufbruch in das Internet verspricht nun, zu jenem Abenteuer werden zu können, das man einst mit der Reise in unbekannte Gegenden verbunden hat. Auch hier bricht der Nutzer auf, um Grenzen zu überschreiten und neue Horizonte zu erobern.“3

33


3.2.0 DER DIGITALE RAUM

WER HAT ZUGANG

Voraussetzung – Wer hat Zugang zum Digitalen Raum?

Heute, 13 Jahre nach dem kommerziellen Aufbruch in den Digitalen Raum, haben weit über 2,4 Milliarden Menschen weltweit einen Internetzugang4. Das sind rund 1/3 der Gesamtbevölkerung der Erde. Dieses Drittel setzt sich dabei hauptsächlich aus Industrienationen und Schwellenländern zusammen. Wo es ursprünglich noch aufwendiger Technik bedurfte und die Kosten für den Zugang zum Internet noch relativ hoch waren, kann heute jeder ohne großes Hintergrundwissen, ohne hohe Kosten oder komplizierte Technik das Internet nutzen. Heute, in den Zeiten von Smartphones und Tablet Computern, ist eine Verbindung zum Digitalen Raum selbstverständlich. Es besteht eine permanente Verbindung zwischen dem User und der virtuellen Welt. Wo man damals noch örtlich gebunden war, verschaffen uns die mobilen Endgeräte wie Smartphones oder Tablets eine Unabhängigkeit, diesen Digitalen Raum unabhängig von Ort und Zeit aufzusuchen. Bereits 2012 waren mehr mobile Endgeräte mit dem Internet verbunden als PC`s. Der digitale Raum ist schon längst essentieller Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil5 vom 24. Januar 2013 das Internet sogar als „Lebensgrundlage“ bezeichnet.

34


3.1.0 DER DIGITALE RAUM

WER HAT ZUGANG

„Die Nutzbarkeit des Internets ist ein Wirtschaftsgut, dessen ständige Verfügbarkeit seit längerer Zeit auch im privaten Bereich für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung typischerweise von zentraler Bedeutung ist. Das Internet stellt weltweit umfassende Informationen in Form von Text-, Bild-, Video- und Audiodateien zur Verfügung. […] Dabei ersetzt das Internet wegen der leichten Verfügbarkeit der Informationen immer mehr andere Medien […]. Darüber hinaus ermöglicht es den weltweiten Austausch zwischen seinen Nutzern, etwa über E-Mails, Foren, Blogs und soziale Netzwerke. Zudem wird es zunehmend zur Anbahnung und zum Abschluss von Verträgen, zur Abwicklung von Rechtsgeschäften und zur Erfüllung öffentlich-rechtlicher Pflichten genutzt. Der überwiegende Teil der Einwohner Deutschlands bedient sich täglich des Internets. Damit hat es sich zu einem die Lebensgestaltung eines Großteils der Bevölkerung entscheidend mit prägenden Medium entwickelt, dessen Ausfall sich signifikant im Alltag bemerkbar macht.“

AUSZUG: HARTZ-IV UND DAS GRUNDRECHT AUF INTERNET

35


ABB-10 ON 6 AUGUST 1991, THE WORLD WIDE WEB WENT LIVE TO THE WORLD.

36


3.3.0 DER DIGITALE RAUM

DAS WEB 1.0

Das Web 1.0 Anfang einer Digitalen Revolution

In den Anfängen des Web 1.0 waren die Möglichkeiten des Benutzers sehr beschränkt, er nahm eine eher passive Rolle ein. So war es dem Großteil der User zwar möglich Inhalte zu konsumieren, jedoch nicht zu interagieren. Es gab also nur die Rolle des Konsumenten, nicht aber die des Produzenten bzw. Akteurs. Die wichtigsten technologischen Eigenschaften des Web 1.0 waren statische Webseiten, die Nutzung von Framesets, Tabellen zur Positionierung und Ausrichtung von Elementen und die Verwendung von Gästebüchern. Diese Gästebücher waren zur damaligen Zeit die einzige Möglichkeit, selbst Inhalte zu generieren, ohne Kenntnisse im Programmieren zu besitzen.

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3.4.0 DER DIGITALE RAUM

DAS WEB 2.0

Das Web 2.0 Vom Konsument zum Prosument

Eine Kritik zu dem Begriff Web 2.0 kommt von Tim Berners-Lee, Erfinder des Internets, dieser sagt: «Niemand weiß was dieser Begriff wirklich bedeutet, das Web 2.0 ist das gleiche wie das Web 1.0. Dabei ging es einzig und allein um die Verbindung von Menschen».9

Anders als im Web 1.0 ist der Benutzer nicht mehr nur Konsument, sondern auch Produzent. Er konsumiert Inhalte und stellt als sogenannter “Prosument”6 auch selbst Inhalte zur Verfügung. Den Umfang und die Qualität dieser Inhalte bestimmt der Benutzer dabei selbst. Durch die Entwicklung von Content– Management Systemen wurde es möglich, dass sich Seiten von unterschiedlichen Usern effizient bearbeiten und verwalten ließen. Dies war eine entscheidende Entwicklung. Benutzer mussten nun nicht mehr warten, bis Inhalte ausgetauscht oder verändert werden konnten.

38


1.2 EINLEITUNG

WOHIN GEHT ES

Die wichtigsten Schlüsselprinzipien des Web 2.0 lassen sich folgendermaßen zusammenfassen7:

1 Durch den Benutzer generierter Inhalt 2 Das Nutzen der kollektiven Intelligenz 3 Neue Umgebungen zur Kommunikation und Zusammenarbeit

4 Zurverfügungstellung von Daten Einfache Programmiertechniken machen es möglich,

5 dass auch Nicht-Experten als Entwickler agieren können.

Neue Möglichkeiten zum Austausch von Content und

6 Medien

Netzwerke dienen als Plattform - Nutzung von An-

7 wendungen durch die Browser

Zum Web 2.0 kann man folgende Browser-Anwendungen zählen8:

1 Hypertextsysteme, in dem User In-

Wiki

2 Das sog. Tagebuch im Internet

Blog

halte erstellen und ändern können

Veröffentlichung von Video- und

3 Audioinhalten im Web

Darstellung sozialer Beziehungen

Soziale Netzwerke

Speicherung und Kategorisierung

Social Bookmarks

4 im Netz

5 von persönlichen Links 6

Podcast

Speichern und Teilen von Fotos und Videos und der Konsum von Inhalten anderer Nutzer sowie die Bewertung dieser.

Media Sharing

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3.5.0 DER DIGITALE RAUM

VERBREITUNG VON INFORMATIONEN

Die Verbreitung von Digitalen Informationen

Was früher noch Monate, Wochen oder Tage gedauert hat, ist heute in Sekunden möglich. Durch die globale Vernetzung, den Übergang zum Informationszeitalter und die Entwicklung von Diensten, wie Email, Twitter und anderen Plattformen zum Austausch von Informationen, sind wir heute in der Lage, Informationen in Bruchteilen von Sekunden mit der ganzen Welt zu teilen. Dabei hat die Qualität der Informationen oft nicht die höchste Priorität. Jede noch so wichtige oder unwichtige Information findet ihren Weg in den Digitalen Raum. Twitter verzeichnete im Februar 2013 rund 400 Millionen Tweets10, sogenannte Kurznachrichten, am Tag. Und auch Facebook als Social Sharing Plattform steht dem mit seinen mittlerweile 800 Millionen Usern11 weltweit in nichts nach. Die weitaus interessantere Zahl sind dabei laut Technorati.com die 133 Millionen Blogs weltweit, die einen erheblichen Anteil an der Verteilung von Informationen haben. Eine der entscheiden Entwicklungen in Bezug auf die Verbreitung von Digitalen Informationen ist die Funktion des Teilens, im Englischen auch Sharing geannt. Sharing–Dienste wie Twitter, Facebook, Google+ und Youtube, um einige der größten zu nennen, bieten eine sogenannte Sharing–Funktion an. Diese Funktion lässt sich problemlos in alle gängigen Webformate einbinden. Beim Sharing hat der User die Möglichkeit, Webinhalte auf verschiedenen Sharing–Plattformen zu verteilen. Dafür muss der User nur ein eigenes User–Profil auf einer dieser Plattformen besitzen. Doch warum wollen wir Informationen teilen?

40


3.5.0 DER DIGITALE RAUM

VERBREITUNG VON INFORMATIONEN

SHARING PROCESS DATA USER

DATA PRODUCER– COORDINATOR

DATA PRODUCERUSER

DATA PRODUCERUSER

DATA USER

DATA PRODUCER– COORDINATOR

DATA USER

DATA USER

41


3.5.0 DER DIGITALE RAUM

VERBREITUNG VON INFORMATIONEN

Nach einer Studie1² der New York Times in Zusammenarbeit mit Latitude Research mit dem Namen „Psychology of Sharing“, wurde untersucht, warum wir Informationen teilen. Interessant dabei ist, dass:

42

85%

teilen Informationen, weil die Reaktion darauf ihnen hilft, diese besser zu verstehen.

84%

teilen Informationen, weil ihnen deren Verbreitung ein wirkliches Bedürfnis ist

78%

teilen Informationen, weil es ihnen dabei hilft, mit anderen Menschen in Verbindung zu treten bzw. zu bleiben

73%

teilen Informationen, weil es ihnen dabei hilft, diese besser zu verstehen bzw. zu verarbeiten

49%

teilen Informationen, weil sie andere Menschen dazu bringen wollen, ihre Meinung zu ändern


3.5.0 DER DIGITALE RAUM

VERBREITUNG VON INFORMATIONEN

Wenn man sich die Statistiken ansieht, müsste man eigentlich den Satz von René Descartes: „Ich denke also bin ich“ in „Ich Share also bin ich“13 umbenennen. Dabei stellt sich die Frage, ob bei allem “Sharen” nicht das „Denken“ zu kurz kommt.

SHARE Neben dem Teilen von Informationen war es auch die Entwicklung des RSS Formates (Really Simple Syndication) Anfang 2000. Die Bereitstellung von Daten im RSS Format nennt man RSS FEED14. Ein RSS FEED gleicht einem Nachrichtenticker. Dieser dient der einfachen und strukturierten Veröffentlichung von Änderungen auf Webseiten. Meist werden diese Feeds in kurzen Informationsblöcken dargestellt, diese bestehen aus einer Schlagzeile mit kurzem Textanriss und einem Link zur Orginalseite. Unsere Welt lebt von Informationen. Wir hören Musik, scannen sie und erhalten in Sekunden Informationen zu dem Interpreten, Titel, Album, wo wir es kaufen können und im besten Fall noch einen Link zum Musikvideo. Wir laufen durch den Bahnhof, wo uns kleine oder große LCD Bildschirme das aktuelle Weltgeschehen zeigen. Es gibt unzählige Beispiele, wie wir in der heutigen Zeit mit Informationen konfrontiert werden, gewollt oder ungewollt. Doch bei dieser ungefilterten Menge an Informationen, die wir täglich verarbeiten müssen, und die Tatsache, dass es von Tag zu Tag mehr werden, kommt die Frage auf, wie wir in Zukunft mit Informationen umgehen sollten, wie sie in Zukunft aufbereitet werden müssen, damit wir nicht in ihnen ertrinken.

43


DIE PROBLEMATIK

4–0–0

44


«Unter dem Druck der neuen Informationstechnologien neigt man dazu, alle Probleme als “Probleme des Nichtwissens” zu deuten. Aber Sinnfragen lassen sich nicht mit Informationen vernichten. Und so kommen wir zu einem paradoxen Resultat. In der Datenflut der Multimedia–Gesellschaft kann „Mehrwert“ nur heißen: Weniger Informationen.»1

NORBERT BOLZ, DEUTSCHER MEDIEN- UND KOMMUNIKATIONSTHEORETIKER SOWIE DESIGNWISSENSCHAFTLER

45


4.1.0 DIE PROBLEMATIK

EINLEITUNG

Die Problematik Eine Einleitung

Nachdem nun zunächst einige Begrifflichkeiten geklärt wurden, die die Bedeutungen und Funktionen des Magazins und des Digitalen Raumes näher erläutern, möchte ich nun auf Problematiken eingehen, die durch die Entwicklung des Digitalen Raumes im Bezug auf die Informationsmasse und deren Darstellung entstanden sind. Durch die Betrachtung dieser Problematiken soll eine Grundlage geschaffen werden, um Ansätze zu Lösungen zu finden, wie man neue, digitale Informationsräume schaffen kann und den Usern eine neue effektive Möglichkeit gibt, digitale Inhalte zu konsumieren.

46


4.2.0 DIE PROBLEMATIK

AKTUELLE SITUATION

Aktuelle Situation Informationen als Ware

Wir werden überschwemmt von Informationen. Sie sind überall. Sie umgeben uns von morgens bis abends. Sie begegnen uns im Stadtraum, sie kommen auf unser Handy und unseren Computer. Selbst Kühlschränke haben schon kleine Computer und versorgen uns bei Bedarf mit allen Informationen, die wir wollen. Informationen sind heute zu einer Ware geworden, die mit Lichtgeschwindigkeit von einem zum anderen Ende der Welt transportiert wird. Informationen existieren nur noch in kleinen Häppchen, wie eine bunte Buffetplatte werden sie uns zum Konsum gereicht. Informationen erscheinen losgelöst voneinander, es fehlt jegliche Art von Kontext. Wenn man sich früher mit einem bestimmten Thema auseinander setzen wollte oder eine Frage hatte, hat man sich dazu Literatur besorgt, Leute gefragt oder in einem Lexikon nachgeschlagen. Man hat versucht, Verbindungen zwischen Informationen herzustellen, um sich so Kontexte zu erschließen. Im heutigen Informationszeitalter sollte es eigentlich möglich sein, Informationen aufzubereiten, um verhältnismäßig einfach Verbindungen und Beziehungen zwischen Informationen herzustellen. Es ist paradoxer Weise schwerer denn je. Analoge und dennoch relevante Informationen verblassen, täglich kommen neue digitale, oft irrelevante Informationen hinzu und es scheint unmöglich, einen eindeutigen, abschließenden Überblick und ein klares Wissen zu erlangen.

47


4.3.0 DIE PROBLEMATIK

SCHNELLLEBIGKEIT VON INFORMATIONEN

Die Schnelllebigkeit von Informationen Eine Einleitung

Seit der Antike wurde Wissen niedergeschrieben, um es für die Ewigkeit zu erhalten. Bibliotheken wie die von Alexandria² wurden geschaffen, um das Wissen der Völker, der Welt für ewig zu archivieren. Mit der Erfindung des Buchdrucks von Johannes Gutenberg wurde es möglich, Kopien von großer Zahl anzufertigen, was eine Revolution in der Erhaltung und Verbreitung von Wissen darstellte. Doch mit dem Überschreiten der Schwelle zum Informationszeitalter in den 1990er Jahren wird es zunehmend immer schwieriger, Wissen und Informationen zu bewahren. Die immer schnellere Digitalisierung von Informationen sind mit den heutzutage gängigen Methoden der Archivierung nicht länger realisierbar. Dieser Zustand wirkt sich auch auf unseren Informationskonsum aus. Während Informationsplattformen wie Wikipedia3 auf der Vermittlung und Pflege von Wissen beruhen, Verbindungen zwischen Wissen herstellen, sind es unsere alltäglichen Informationsquellen, die einem entgegengesetzten Trend folgen. Die Blogs, Newssites und Onlinemagazine dieser Welt sind mit wenigen Ausnahmen auf den schnellen Konsum von Informationen ausgelegt. Doch was bedeutet eigentlich „ausgelegt auf schnellen Konsum“? Wenn man sich eine typische Newssite wie “Spiegel.de” ansieht, erhält man meist eine typische Ansicht. Es gibt einen relativ großen Hauptartikel, viele kleinere Artikel, Videoangebote, Verweise auf die Printausgaben, Social Media Anbindungen, Börsenwerte, Wetterdaten oder Werbung, was soweit unter dem Aspekt der Schnelllebigkeit von Informationen keine große Rolle spielt. Doch genau diese Daten, Artikel, Videos und alle anderen Informationen unterliegen einem ständigen Austausch und der permanenten Aktualisierung.

48


4.3.0 DIE PROBLEMATIK

SCHNELLLEBIGKEIT VON INFORMATIONEN

ABB-11 BIBLIOTHEK VON ALEXANDRIA

Es gilt das Web–First–Prinzip.4 Das Web–First–Prinzip oder auch Online–First–Prinzip beschreibt ein Prinzip, mit dem Massenmedien ihre Informationen vor der späteren Druckausgabe im Internet zur Verfügung stellen. Diese Entwicklung entstand aus dem Problem heraus, dass neue Nachrichten, die nach Redaktionsschluss eintrafen, erst am nächsten Tag veröffentlicht werden konnten. Erstmals wurde dieses Prinzip von englischen Zeitungen wie dem Guardian und der Times etabliert. In den USA ist das Web–First–Prinzip noch ausgeprägter. Dort gilt das Web bei Tageszeitungen schon länger als die schnellere Form des Publizierens im Vergleich zu den Printmedien. Dennoch kann man das Prinzip des Web–First als äußerst kritisch betrachten. Wenn Aktualität vor der Qualität steht, stellt dies für den Konsumenten dieser Informationen keinen Mehrwert dar. Das belegen auch die folgenden Kriterien, wonach entschieden wird, welche Informationen für die Veröffentlichung im Web geeignet sind.

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4.3.1 DIE PROBLEMATIK

WEB–FIRST–PRINZIP

DAS WEB–FIRST–PRINZIP

1. Je weniger exklusiv, desto eher Web–First:

3. Je mehr Nebenthemen, desto eher Web-First:

Ist die Exklusivität eines Artikels nicht gegeben (z.B. Gerichtsprozesse, Premierenfeiern, etc.), wird eher online publiziert.

Bei starker Verknüpfung eines Artikels mit weiteren (Neben-) Themen eignet sich dieser eher für eine Publikation im Web.

2. Je weiter vor dem PrintRedaktionsschluss, desto eher Web-First:

4. Je mehr Wert auf Aktualität, desto eher Web-First:

Wenn eine Nachricht weit vor oder nach Redaktionsschluss in den Newsroom kommt, ist sie für die Print-Ausgabe weniger verwendbar.

Für aktuelle Nachrichten, die rasch veröffentlicht werden sollen (z.B. Fußballergebnisse, Gerichtsentscheidungen, …), ist das Web die schnellere, flexiblere Variante.

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4.3.1 DIE PROBLEMATIK

WEB–FIRST–PRINZIP

5. Je weniger Hintergrundinformationen, desto eher Web-First:

6. Je jünger die Zielgruppe, desto eher Web-First:

Ein guter Print-Artikel benötigt detaillierte Hintergrundinformationen; sind diese nicht vorhanden, eignet sich ein Artikel eher für die Onlinepublikation.

Nachrichten und Meldungen, die eine jüngere Zielgruppe ansprechen sollen, werden eher online publiziert.

7. Je mehr bildorientiert, desto eher Web-First: Das Web bietet eher die Möglichkeit, zu einem Artikel beliebig viele Bilder oder Bildergalerien hinzuzufügen.

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4.3.0 DIE PROBLEMATIK

SCHNELLLEBIGKEIT VON INFORMATIONEN

Punkt 5 dieser Kriterien macht deutlich, dass es genau diese Tatsache ist, warum Online Inhalte meist einen Mangel an Hintergrundinformationen aufweisen.

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4.3.0 DIE PROBLEMATIK

SCHNELLLEBIGKEIT VON INFORMATIONEN

Mal abgesehen von den schon etwas älteren Nutzern des Internets sind es doch die jüngeren Nutzer, die ihre Informationen und Nachrichten ausschließlich Online konsumieren. Welche Auswirkungen hat dann das Defizit an gut recherchierten Inhalten im online Publikationsbereich auf diese Zielgruppe? Zeit ist in der Medienwelt das entscheidende Kriterium geworden. Es geht nicht ausschließlich darum, wer die besten Informationen besitzt, sondern wer diese als erster mit der Welt teilt. Wem nutzt es, wenn die qualitativ hochwertigen Inhalte in der Print–Ausgabe zu lesen sind, wenn man nur online konsumiert? Sollte man da nicht die gleichen qualitativen Standards gewährleisten? Es sind in erster Linie nicht die Verlage, die die Schnelllebigkeit der Informationen fördern. Es sind die Eigenschaften des Digitalen Raumes an sich. Er lässt die physischen Grenzen verschwinden und macht den Faktor Zeit zu einer belanglosen Größe. Die Informationen der heutigen Zeit verbreiten sich über die Ozeane dieser Welt, überspringen Zeitzonen, sind stets und an jedem Ort existent. Genau diese Eigenschaften sind es, die der Information keine Beständigkeit geben. Die Aktualität ist extreme kurzlebig, das Jetzt, erneuert sich mit jeder Millisekunde und füllt das Meer der Informationen.

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4.4.0 DIE PROBLEMATIK

DIE INFORMATIONSFLUT

Die Informationsflut Eine Einleitung

Das Meer der Informationen ist schon längst über seine Ufer getreten. Der Begriff “Informationsflut”, wird meist als negativ empfunden. Das Wort “Flut” assoziieren wir mit Überschwemmung, Verlust, Naturgewalt oder Hilflosigkeit. Man ist dieser Gewalt ausgeliefert, ohne etwas dagegen machen zu können. Doch wer glaubt, dass dieser Begriff erst mit der Entstehung des Digitalen Raumes entstanden ist, der irrt sich. Im Jahr 1685 schrieb der französische Gelehrte Adrien Baillet: «Wir müssen befürchten, dass die Masse der Bücher, die jeden Tag in so ungeheuerlicher Weise anschwillt, die kommenden Jahrhunderte in einen Zustand der Barbarei stürzen wird, wie er in den Jahrhunderten nach dem Untergang des Römischen Reiches herrschte.»5 Dieses Zitat ist 328 Jahre alt und hat im übertragenen Sinn, nichts an Aktualität verloren. Zwei U.S. Wissenschaftler fanden im Rahmen einer Studie6 heraus, dass U.S.–Bürger im Jahr 2008 insgesamt 3,6 Zetabytes an Informationen konsumiert haben.

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4.4.0 DIE PROBLEMATIK

DIE INFORMATIONSFLUT

ABB-11.1 THE GREAT WAVE OFF THE COAST OF KANAGAWA

Heute hat jeder neuere Heim-Computer eine Festplattenkapazität von ca. 1 Gigabyte. Wenn man das hoch rechnet, bräuchte man die Speicherkapazität von rund 1 Milliarde HeimComputern, um alle Informationen zu speichern, die man in einem Jahr konsumiert. So zutreffend auch das Zitat für seine Zeit von Baillet ist, war es damals noch nicht abzusehen, welche Ausmaße es zur heutigen Zeit annehmen würde. Die Maßstäbe haben sich grundlegend verschoben. Dennoch ist es nicht die Masse der Informationen, die uns Angst macht. Es ist die Angst, dass wir uns nicht mit genügend Informationen versorgen. Eine Rastlosigkeit ist kennzeichnend. Von einem Ort zum nächsten, immer auf der Suche nach etwas neuem, immer mit dem Gefühl, dass wir etwas verpassen könnten.

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1 ZETABYTE

1 MEGABYTE

BEISPIELRECHNUNG7 56


DIE INFORMATIONSFLUT

1 Megabyte MB = 1.000.000 Bytes 1 Gigabyte GB = 1.000.000.000 Bytes (1.000 MB’s) 1 Terabyte TB = 1.000.000.000.000 Bytes (1.000 GB’s) 1 Petabyte PB = 1.000.000.000.000.000 Bytes (1.000 TB) 1 Exabyte EB = 1.000.000.000.000.000.000 (1.000 PB’s) 1 Zetabyte ZB = 1.000.000.000.000.000.000.000 (1.000 EB‘s)

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4.5.0 DIE PROBLEMATIK

ÜBERFLÜSSIGE INFORMATIONEN

Überflüssige Informationen Die Art der visuellen Aufbereitung

Bei den überflüssigen Informationen geht es nicht um die Information an sich. Es geht viel mehr um die Art der visuellen Aufbereitung. Es geht um Leserlichkeit. Es geht um Ablenkung. Es geht um das, was wir subtil wahrnehmen.

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4.5.0 DIE PROBLEMATIK

ÜBERFLÜSSIGE INFORMATIONEN

Vom inhaltlichen Standpunkt betrachtet gilt generell, dass es eigentlich keine überflüssigen Informationen gibt. Es gibt immer spezielle Interessen. Wie aber kann dann eine Information überflüssig werden? Die Antwort liegt in der Art der Darstellung und in der Frage nach dem Bezug zum Kontext. Tagtäglich werden wir mit Texten im Web konfrontiert, die in ihrer Lesbarkeit nicht für den digitalen Raum, sondern eher für den Printbereich geeignet sind. Der Schriftgrad ist oft viel zu klein und strengt beim Lesen enorm an. Man sollte bedenken, dass es ein großer Fehler ist, Regeln die im Print zutreffen, ins Web zu übertragen. Die meisten Autoren sind in erster Linie auf das Produzieren von Inhalten fixiert. Dabei sollten aber die visuellen Aspekte zu gleicher Breite Berücksichtigung finden. Der Kern dieses Problems liegt darin, dass die Information eines Textes mit zu kleinem Schriftgrad den Leser auf Grund der schlechten Lesbarkeit nicht oder nur teilweise erreicht. Ähnlich wie auf einem zu kleinen Bild, auf dem man nicht erkennen kann, was abgebildet ist, geht die Information verloren. Inhalte, die den Leser von den eigentlichen Informationen ablenken, sind überflüssig. Dazu zählt in erster Linie Werbung, die in den meisten Fällen auch noch animiert ist und zusätzlich für Ablenkung sorgt. Eye-Tracking-Studien8 belegen, dass Leser von Web–Inhalten sehr stark auf bewegte Inhalte reagieren. Auch die Abbildung von Gesichtern lenkt die Blicke der Leser auf sich und so von redaktionellen Inhalten ab.

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4.5.0 DIE PROBLEMATIK

ÜBERFLÜSSIGE INFORMATIONEN

ABB-12 EYETRACKING HEATMAP

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4.5.0 DIE PROBLEMATIK

ÜBERFLÜSSIGE INFORMATIONEN

Das Eye-Tracking-Verfahren ist eine Technologie, die zum Testen der Benutzerfreundlichkeit von Webseiten eingesetzt wird. Dabei wird über eine Kamera gemessen, wie lange das Auge der Testperson auf bestimmten Bereichen der zu testenden Webseite stehen bleibt. Die Auswertung dieser Daten wird in einer sogenannten “Heat-Map” dargestellt

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4.5.0 DIE PROBLEMATIK

ÜBERFLÜSSIGE INFORMATIONEN

2520 X 1440 PX

1024 X 768 PX

960 X 640

ABB-13 DISPLAY AUFLÖSUNGEN

Wenn man sich einmal die Problematiken der visuellen Aufbereitung digitaler Inhalte und die aktuellen Studien zum Leseverhalten digitaler Inhalte ansieht, stellt man eine Tendenz zum fragmentarischen Lesen fest, was als negative Entwicklung gewertet werden kann. Die Ergebnisse dieser Studien treffen insbesondere auf den Konsum von Informationen auf mobilen Endgeräten zu, da diese technischen Beschränkungen unterliegen, insbesondere der geringen Auflösung der Displays. Endgeräte wie Tablets und Desktop Computer unterliegen diesen Beschränkungen nicht. Daher ist anzunehmen, dass das veränderte Leseverhalten und die mangelnde visuelle Aufbereitung, auf den Drang nach Aktualität zurückzuführen ist.

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4.5.0 DIE PROBLEMATIK

ÜBERFLÜSSIGE INFORMATIONEN

Auch wenn Werbung eine der größten Ablenkungsquellen darstellt, gibt es noch zahlreiche andere Informationen und Interaktionsmöglichkeiten, die der Leser vom Inhalt selektieren muss. Dies sind zum Beispiel Navigationselemente, die keine Auswirkung auf den zu erfassenden Inhalt haben, Verweise auf eventuelle Print-Ausgaben, Verweise zu anderen Artikeln und Social Media Content. All die genannten Interaktionsmöglichkeiten wirken sich negativ auf das Aufnahmevermögen des Lesers aus, haben also keinen Mehrwert und sind damit überflüssig. Dieser Zustand lässt sich am besten mit den Worten von Norbert Bolz beschreiben:

«Je interaktiver ein Medium, desto marginaler die Information.»9

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4.6.0 DIE PROBLEMATIK

DIE INFORMATIONSTIEFE

Die Informationstiefe Zusätzliche Informationen

Informationstiefe definiert sich durch den Grad an zusätzlichen Informationen, die dem User bzw. Leser angeboten werden, sich mehr mit einem Thema auseinander zu setzen. Wenn man aber nun von zusätzlichen Informationen spricht, muss man dieses „zusätzlich“ etwas präzisieren. Im Bezug auf die Erzeugung von Informationstiefe gibt es zwei gängige Methoden. Die erste Methode ist die der verwandten Artikel, (engl. Related Posts). Dabei werden Inhalte einer Datenbank (Blog) untereinander verlinkt. Das kann zum einen durch inhaltliche Relevanz und zum anderen durch eine Zuordnung über Kategorien passieren. Dabei werden einzelne Artikel durch Schlagworte sog. Tags markiert und durch bestimmte Filter, Artikel mit gleichen Tags zugeordnet. Eine weitere weit verbreitete Methode ist die der Hyperlinks. Ein Hyperlink ist ein elektronischer Querverweis und stellt eine direkte Verbindungen zu Webseiten, Bildern, Videos oder anderen digitalen Inhalten über eine Internetadresse dar. Meist erkennt man diesen anhand seiner blauen Markierung und daran, dass er unterstrichen ist. Das ist aber keine generelle Regel und wird in der Anwendung meistens nur durch das Verwenden einer Aktionsfarbe und einer „Mouse-Over-Action“ kenntlich gemacht. Aber stellen diese gängigen Methoden einen Mehrwert für die Informationstiefe dar? Die Methode der Related Posts kann man als Informationen 1. Ebene ansehen. Dabei werden dem User Informationen angeboten, die sich innerhalb einer Datenbank inhaltlich verbinden lassen.

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4.6.0 DIE PROBLEMATIK

DIE INFORMATIONSTIEFE

Informationen der 2. Ebene stellt die Methode des Hyperlinking dar. Dabei werden Inhalte 1. Ebene mit externen Inhalten verlinkt. Das Problem bei der Methode der Related Posts ist, dass sie nur eine flache Vertiefung von Informationen zu einem Thema darstellen. Verwandte Artikel sind eigenständige Artikel, die nicht primär als Zusatzinformation angesehen werden können. Sie geben höchstens einen „anderen“ Blick auf eine Thematik. Den Grad dieser, wenn auch flachen Vertiefung erreicht man auch nur dann, wenn sich die „verwandten Artikel“ nicht kategorisch sortieren, sondern nach inhaltlicher Relevanz. Eine kategorische Sortierung wäre zu allgemein. Schreibt man z.B. einen Artikel zu einem Bereich der Kernphysik und setzt diesen dann ausschließlich in einen kategorischen Kontext, würde diese Kategorie, die der Physik sein. Um aber eine gewisse Informationstiefe zu erzeugen, muss ein inhaltlicher Kontext generiert werden. Bei der Methode des Hyperlinking10 besteht ein großes Problem darin, dass nicht garantiert werden kann, dass externe Verlinkungen, Informationen zweiter Ebene, eine zeitliche Beständigkeit haben. Meist weiß das Ziel der Hyperlinks nicht von seiner Verlinkung und ist bei einer Löschung oder Umbenennung nicht mehr zu erreichen. Dieser Link wird dann als „Toter Link“ bezeichnet. Während die Methode der Related Posts einen Ansatz zur Erzeugung von Informationstiefe darstellt, ist die Methode des Hyperlinking eher suboptimal, da man auf die Beständigkeit externer Quellen angewiesen ist.

M EBENE 01 EBENE 02

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4.7.0 DIE PROBLEMATIK

PAID CONTENT VS. WERBUNG

Paid Content vs. Werbung Wahrnehmung von Inhalten

Wie bereits erwähnt, behindert die Werbung extrem die Wahrnehmung der Inhalte. Für die Publizierenden ist aus Kostengründen aber der Rückgriff auf Werbung nötig. Hier ist ein Umdenken gefordert. Online Publikationen wie der amerikanische „New Yorker“ machen es vor. Sie sind Vorreiter im Bereich des Paid–Content11. User haben hier die Möglichkeit, sich eine gewisse Anzahl von Artikeln anzusehen und werden dann gebeten, ein Abonnement zu erwerben. Trotz aller anfänglicher Bedenken steigt die Zahl der Abonnenten täglich. Für jeden Betreiber einer Webseite, die Content anbietet, sind die User die wichtigste Einnahmequelle. Um die Userzahlen auf einem hohen Level zu halten, ist es wichtig, permanent neue Inhalte anzubieten und den User so dazu zu bringen, öfter auf der Seite vorbei zu schauen. Ähnlich wie bei Facebook ist dieser Druck, etwas verpassen zu können, Grund dafür, warum wir permanent mit neuen Inhalten konfrontiert werden. Und aus diesem Grund ist eben die Werbung im Internet so lukrativ. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich eine „Kostenlos– Mentalität“ entwickelt, die für Verlage, Blogger und andere Produzenten medialer Inhalte ein sehr großes Problem darstellt. Der digitale Raum ist zwar ein freier Raum, in dem sich jeder, der über einen Internetanschluss verfügt, bewegen kann. Doch muss die Akzeptanz dafür steigen, dass qualitativ

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4.7.0 DIE PROBLEMATIK

PAID CONTENT VS. WERBUNG

ABB-13 THE NEW YORKER PRINT MAGAZINE

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4.7.0 DIE PROBLEMATIK

PAID CONTENT VS. WERBUNG

ABB-13.1 THE NEW YORKER ONLINE MAGAZINE

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4.7.0 DIE PROBLEMATIK

PAID CONTENT VS. WERBUNG

hochwertige Inhalte nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden können, wenn sich deren Ersteller nicht über Werbung finanzieren wollen. Man kann nicht auf der einen Seite behaupten, Werbung wirke sich negativ auf die Inhalte aus und auf der anderen Seite nicht bereit sein, diese Inhalte zu finanzieren, wenn alle Werbung wegfällt. Eine aktuelle Frage ist, warum der User für bestimmte Inhalte zahlen soll, wenn er vielleicht ähnliche Inhalte kostenlos auf einer anderen Seite finden könnte. Der ausschlaggebende Punkt ist, dass Online–Inhalte einen qualitativen und medialen Mehrwert gleichwertig den Print Medien haben müssen. Auch eine für den User abgestimmte Balance zwischen Interaktionsmöglichkeiten und Inhalt würde die Bereitschaft der User steigern, für Inhalte zu bezahlen. Wir kommen an einen Punkt, wo der digitale Raum mehr Einfluss auf unseren Medienkonsum hat, als alle anderen Medien zusammen. Proportional zum wachsenden Einfluss muss auch die Qualität auf inhaltlicher und konzeptioneller Ebene zunehmen.

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4.8.0 DIE PROBLEMATIK

VON ANALOG ZU DIGITAL

Von analog zu digital Das elektronische Wort

ABB-14 A VISION OF THE BOOK READER OF THE FUTURE (EVERYDAY SCIENCE AND MECHANICS MAGAZINE, 1935)

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4.8.0 DIE PROBLEMATIK

VON ANALOG ZU DIGITAL

Im Jahre 1971 erstellte ein gewisser Michael Hart1², Student der Universität Illinois den ersten E-Text. Inhalt dieses E-Textes war die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika, die er per Mail an 100 ausgewählte Leute schickte. In der Email bekamen die Empfänger mitgeteilt, wo sie sich den Text herunterladen können. Rund 20 Jahre später wurde von einer Firma namens Xerox Corps. Palo Alto Research Center eine neue Entwicklung vorgestellt. Das sogenannte E-Paper oder auch electronic Paper. In den Jahren 2008 / 2009 brachten die wichtigsten Akteure auf dem Digitalen Lesemarkt, Sony, Amazon und Barnes & Nobel, ihre eigenen E-Reader auf den Markt. Diese E-Reader verfügten über ein Miniatur Keyboard und ein ZweiScreen-Display. Interessant daran war, dass sie sich damit immer noch sehr stark an das Aussehen eines Buches oder Magazins anlehnten. Einer der bekanntesten E-Reader ist heutzutage wohl der Kindl von Amazon. Aber mit der Veröffentlichung des iPad von Apple 2010, wurde eine völlig neue Ära des Digital Publishing eingeläutet. Im Gegensatz zu dem Kindl Reader von Amazon, verfügte das iPad von Apple über ein Farbdisplay. Durch diese erweitere Möglichkeit der visuellen Darstellung, beschränkte sich der E-Publishing Markt nicht nur mehr auf das Publizieren von Büchern, sondern öffnete den Markt für viele andere Formate, die vorher durch die visuelle Beschränkung nicht möglich waren. Im Gegensatz zu den Anfängen digitaler Publikationen, hat der heutige Markt des Digital Publishing durch diese technischen Entwicklungen, einen rasanten Aufstieg hingelegt. Wo früher noch eine ablehnende Haltung gegenüber digitalen Publikationen vorherrschte, nicht zuletzt begründet durch den Mangel an qualitativen Anbietern, Endgeräten, visueller Ästhetik und Funktionalität, sind es genau diese Entwicklungen der letzten Jahre, die den Übergang in eine neue Epoche digitaler Publikationen ermöglicht haben.

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4.8.0 DIE PROBLEMATIK

VON ANALOG ZU DIGITAL

ABB-15 APPLE IPAD 1

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4.8.0 DIE PROBLEMATIK

VON ANALOG ZU DIGITAL

ABB-16 AMAZON KINDL READER ABB-17 SONY PRS-500 READER

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4.8.0 DIE PROBLEMATIK

VON ANALOG ZU DIGITAL

Trotz dieser langen Entwicklung digitaler Formate, bei der Recherche im Internet, auf der Suche nach Digitalen Magazinen, stößt man ungewöhnlich oft auf Magazine, denen es an Funktionalität mangelt und die die technischen Möglichkeiten bei weitem nicht nutzen. Am häufigsten zu finden sind Magazine, die im PDF–Format veröffentlicht werden. Diese PDF–Magazine sind in der Regel nichts weiter als die Veröffentlichung einer Druckdatei. Sie können zwar als digitale Publikation angesehen werden, erfüllen aber kein Kriterium, was die Bezeichnung als digitales Magazin rechtfertigen würde. Diese PDF– Magazine sind meist nur Werbung für die dazugehörige Print– Ausgaben.

ABB-18 ISSUU MAGAZINE EXAMPLE

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4.8.0 DIE PROBLEMATIK

VON ANALOG ZU DIGITAL

Abgesehen von dieser Art Publikation, welche mehr ein Abfallprodukt eines Print Magazins darstellt, gibt es aber auch Magazine, die ausschließlich für Tablets wie das iPad veröffentlicht werden. Trotz aller funktionalen Möglichkeiten, welches das iPad oder andere Tablets mit sich bringen, sind es doch die Merkmale eines Analogen Magazins, die es dem Digitalen Leser schwierig machen, Inhalte optimal zu konsumieren. Zu erwähnen wäre das Merkmal von schwarzer Schrift und weißem Grund. Während es im Analogen eine optimale Lesbarkeit garantiert, ist die visuelle Eigenschaft im Digitalen eher unvorteilhaft. Das ist damit zu begründen, dass elektronische Lesegeräte wie Tablets, Laptops, Handys oder Desktop Computer ein additives Farbsystem13 nutzen. Dabei wird durch die Mischung von Rot, Grün und Blau, wenn alle Farben mit maximaler Intensität strahlen, Weiß erzeugt. Man kennt dieses Farbsystem auch unter der Abkürzung RGB. Diese Eigenschaft in Verbindung mit schwarzer Schrift ergibt einen so hohen Kontrast, der zum einen sehr anstrengend für das Auge ist und sich zum anderen negativ auf die Lesbarkeit von Texten auswirkt. Die schwarze Schrift wird einfach vom Weiß überstrahlt. Ein weiteres analoges Merkmal, was im Digitalen immer wieder zu finden ist, sind Schriften, die entweder nicht für das digitale Lesen optimiert oder deren Schriftgröße auf analoges Lesen einstellt sind. Wenn ein Text in einer Schriftgröße von 10 Punkt im Analogen optimal zu lesen ist, wirkt diese Schriftgröße auf Grund des additiven Farbsystems wesentlich kleiner und ist damit auch schlechter zu lesen. Man sagt, dass 10 Punkt im Analogen mit einer Schriftgröße von 14 - 16 Punkt dem Digitalen gleichzusetzen ist. Ein gutes Beispiel für diese Problematiken sind die schon erwähnten PDF Magazine. Meist weisen diese einen weißen Hintergrund auf und sind in so kleinen Schriftgraden gesetzt, dass der User gezwungen ist eine Zoom Funktion zu benutzen, um die Inhalte überhaupt lesen zu können.

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4.8.0 DIE PROBLEMATIK

VON ANALOG ZU DIGITAL

Neben diesen Sachverhalten, die sich mehr an den Konsum von digitalen Inhalten richten, ist es auch der Mangel an Online bzw. Endgerät optimierten Inhalten, der einen wesentlichen Mehrwert zu Analogen Publikationen darstellt. Dieser Mangel an Online bzw. Endgeräte optimierten Inhalten, wird durch Verfahren wie das „Cross Media Publishing“ momentan noch sehr stark gestützt. Bei diesem Verfahren werden Publikationen erstellt, die zwar zu unterschiedlichen Medien gehören, aber auf einer einheitlichen Datenbasis beruhen. Einfach ausgedrückt, werden ein und der selbe Inhalt für Print, Online und Mobile verwendet. Dieses Verfahren stellt zwar eine kostengünstige Möglichkeit für Verlage dar, ihre Inhalte auf alle möglichen Plattformen und Endgeräte zu publizieren, schöpft jedoch die funktionalen Mittel nicht ausreichend aus. Hinzu kommt die Eigenschaft der verschiedenen Display Größen, was eigentlich eine spezielle Anpassung an die jeweilige Auflösung des Endgerätes nötig macht. Sehr stark fällt dieser Aspekt bei den unterschiedlichen Display Größen von Desktop Computern und Smartphones auf. Die Auflösung eines 27“ iMac’s mit 2520 x 1440 Px14 und 960 x 640 Px15 bei einem iPhone, machen die Notwenigkeit, einer auf die Größe abgestimmten Veröffentlichung mehr als deutlich. Das iPad ist mit seiner Auflösung von 1024x768 Px ungefähr die Hälfte kleiner als die Auflösung des 27“ iMac’s. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen PC und Tablett Computer. Den PC bedient man mit der Maus, das Tablett über Touch Screen mit dem Finger. Dieser gravierende Unterschied in den Nutzungseigenschaften erfordert eigene Navigationskonzepte. Nach der Auswertung vieler digitaler Publikationen ist der Einfluss analoger Medien und dessen visueller Eigenschaften noch immer eines der größten Probleme für den Konsum digitaler Inhalte. Digitale Publikationen können nicht mit Analogen gleichgesetzt werden, weder funktional noch visuell.

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ADDITIVES FARBSYSTEM

ROT

BLAU WEISS

GRÜN

RGB 00 00 00

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DAS DIGITALE MAGAZIN

5–0–0

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KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

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5.1.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

EINE EINLEITUNG

Das digitale Magazin Eine Einleitung

Resultierend aus dieser Problematik, welche sich aus dem Wandel von Analogen Medien in eine digitale Form ergeben und unter der Berücksichtigung aktueller Informationspräsentationsmethoden, entsteht ein Bedarf nach neuen Konzepten und Kriterien zur Informationsdarstellung im Digitalen Raum. Ausgehend davon ist festzustellen, dass trotz der vielen Möglichkeiten, welche das digitale Medium bietet, die Beschränkungen des Analogen allgegenwärtig sind. Es sollte das Ziel sein, die Optionen des Digitalen auszureizen, über die Grenzen des Analogen hinweg. Im Folgenden sollen Kriterien, welche sich der Digitalen Möglichkeiten bedienen, benannt und als konzeptionelle Ansätze für das Publizieren von Digitalen Inhalten verstanden werden.

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5.1.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

EINE EINLEITUNG

ABB-19 I‘M A SCIENTIST

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

1. Auch wenn Verfahren wie das Cross-Media-Publishing ein Versuch ist Inhalte auf verschiedenste Endgeräte zu publizieren, so sind es doch die Eigenheiten des einzelnen Mediums, die eine zielgerichtete Optimierung so wichtig macht. Inhalte für ein Mobiles Endgerät wie ein Smartphone dürfen nicht den gleichen Umfang wie Inhalte für den Desktop PC oder das Tablet aufweisen. Lange Texte werden auf den Smartphone selten gelesen, da es die meist geringe Größe der Displays ein lesen erschwert. Weiter ist das Smartphone für Informationen ein sehr flüchtiges Medium und der User setzt es meist für den Konsum von sogenannten Short News ein. Anders als bei einem Smartphone, was durch seine technischen Eigenschaften in Bezug auf seine visuellen Darstellungsmöglichkeiten stark reglementiert ist, bietet z.B. ein Tablet wie das iPad dem User mehr Komfort beim Konsum von Inhalten. Durch die transportable Bauweise, die Größe seines Displays und der Vielzahl an medialen Möglichkeiten, stellt es im Vergleich zum Smartphone einen erheblichen Mehrwert dar, wenn es um den Konsum digitaler Inhalte geht. Die Nutzung von Tablets, kann heute trotz ihrer stetig wachsenden Beliebtheit noch nicht als allgemeiner Standard angesehen werden. Die breite Masse konsumiert digitalen Informationen immer noch über den PC oder den Laptop. Dabei finden Laptop oder die kleiner Variante, das Netbook, auf Grund ihrer Mobilität immer mehr Anwender.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

INHALTE MÜSSEN AN DAS JEWEILIGE ENDGERÄT ANGEPASST WERDEN

Dennoch unterscheidet sich das Tablet von PC oder Laptop in einem wesentlichen Punkt, der Bedienung. Das Tablet wird durch die Eingabe von Fingergesten gesteuert, PC und Laptop meist durch ein peripherie Gerät wie der Maus. Allein für diese Eigenschaft ist es erforderlich, neue Navigationskonzepte zu entwickeltn, die es ermöglichen, Inhalte unabhängig vom Endgerät erfahrbar zu machen. Ein Ansatz ist die Optimierung der Inhalte und Navigationskonzepte für eine Nutzung auf beiden Endgeräten, Tablet sowie PC. Diese Optimierung, sollte sich dabei aber nicht negativ auf die Erfahrbarkeit der Inhalte auswirken. Es sollten die gleichen qualitativen Standards gewährleistet werden. Funktionale Elemente müssen Redundanzen aufweisen die, sich dem User unabhängig vom Endgerät erschließen.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

2. Ein Großteil der heutigen Digitalen Informationsgesellschaft, ist auf schnellen Konsum ausgerichtet. Nachrichten, die eben noch aktuell waren, sind im nächsten Moment schon wieder alt. Jede neue Information wird durch eine neuere ersetzt. Digitale Informationen sind zu einer flüchtigen Masse geworden. Die heute gängigen Publikationsplattformen zeichnen sich durch eine so hohe Informationsfluktuation aus, dass das Wort Beständigkeit eine immer kleiner werdende Bedeutung hat. Genau hier fehlt es an Publikationsformen und Plattformen, die diese Beständigkeit gewährleisten können und wollen. Wie ein analoges Magazin archiviert werden kann, sollte dies auch eine Eigenschaft des Digitalen Magazins sein, wo der Leser seine Ausgaben archivieren kann. Neben dem Punkt der Archivierung einzelner Ausgaben ist es auch wichtig, dass einzelne Inhalte in einer Informationsstruktur Bestand haben. Frei nach dem Prinzip, ich weiß wo es steht und kann jederzeit nachsehen ohne danach zu suchen.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

INHALTE MÜSSEN EINER BESTÄNDIGKEIT UNTERLIEGEN.

Es ist klar, dass ein gedrucktes Blatt Papier mehr Beständigkeit hat als eine digitale Information, da die gedruckte Seite nicht von anderen Quellen wie Strom oder einer funktionierenden Internetverbindung abhängig ist. Dennoch würde es zum einen den Wert der Digitalen Information steigern und zum anderen dem User eine gewisse Entschleunigung verschaffen. Diese Ansätze lassen sich natürlich für Plattformen die für die Schnelligkeit von Informationen ausgelegt sind nicht realisieren. Für Online Magazine in Bezug auf die analoge Eigenschaft der Archivierung ein unverzichtbares Muss.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

3. Es ist zu einer Art Sport geworden, welche Webseite die meisten Interaktionsmöglichkeiten seinen Usern anbietet. Dem User wird es immer schwerer gemacht sich auf die eigentlichen Inhalte zu konzentrieren, wenn er um sich herum nur auf Ablenkung stößt. Im folgenden werden einige Interaktionspunkte genannt, die auf vielen der gängigen Informationsplattformen zu finden sind:

1. Teaser für andere Artikel mit Bild und Text 2. Sharing Funktionen (Twitter, Facebook, Google+, usw) 3. Videos 4. Beliebteste Beiträge 5. Newsletter 6. Umfragen 7. Tags 8. Kommentarfunktionen 9. Like Button, +1 Button 10. Seitennavigation 11. Ähnliche Artikel 12. Fotostrecken 13. Werbung 14. Live Feeds

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

INHALTE MÜSSEN EINER BESTÄNDIGKEIT UNTERLIEGEN.

All diese oben genannten Punkte sind für die Konzentration auf einen bestimmten Inhalt nicht sehr förderlich. Sie sind störend und überflüssig. Frei nach dem Sprichwort: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, ist es immer schwerer den eigentlichen Inhalt von anderen zusätzlichen Informationen zu trennen. Diese Interaktionspunkte sollten an einer anderen Stelle platziert werden, weg vom eigentlichen Inhalt, hin zu einer Art Interaktionsknoten, einem zentralen Punkt, wo dem User alle gängigen Funktionen angeboten werden können. Interaktionspunkte können aaer auch Navigationselemente sein, deren Sichtbarkeit notwendig ist. Diese Navigationselemente lassen sich aber durch gestalterische Mittel so integrieren, dass sie dem User nicht ablenkend zum Inhalt auffallen. So kann sich der User in Ruhe auf die eigentlichen Inhalte konzentrieren und wird nicht mit inhaltsunrelevanten Informationen und Interaktionsmöglichkeiten überfordert.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

4. Wie schon in den Problematiken zu den überflüssigen Informationen beschrieben, sind Texte die für den User nicht lesbar sind, überflüssig. Nicht lesbare Texte sind Texte, die auf Grund ihrer geringen Schriftgröße für den User am Bildschirm nur schwer zu lesen sind. In der Kombination mit weißem Hintergrund, ist bei kleinen Schriftgraden ein Lesen schon fast nicht mehr möglich. Der Wandel zur Informationsgesellschaft hat unsere Art des Lesens grundlegend verändert. Wir lesen heutzutage mehr am Bildschirm als es noch vor 20 Jahren der Fall war. Die Entwicklung von Smartphones und Tablets hat dieses Leseverhalten zusätzlich grundlegend verändert. Der Bildschirm ist heute zu einem der wichtigsten Arbeitsmittel geworden. Doch trotz dieser Entwicklung muss man feststellen, dass es nur sehr wenigen gelingt eine lesefreundliche Umgebung zu schaffen, die für das Lesen am Bildschirm optimiert ist. Eine Problematik ist, dass nicht alle User das gleiche Leseverhalten haben. Texte die für den einen gut lesbar sind, sind für den anderen kaum noch zu lesen. Im Vergleich zu der Entwicklungszeit der Druckschriften, steht die Entwicklung der Webtypografie noch an seinen Anfängen und muss sich immer wieder an technische Entwicklungen anpassen, was bestehende Regeln im Umgang mit Webtypografie immer wieder infrage stellt.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

GUTE LESERLICHKEIT UNTERLIEGT VIELEN KRITERIEN UND MUSS DURCH DEN LESER ANPASSBAR SEIN. Doch wie schon erwähnt, haben unterschiedliche Nutzer unterschiedliche Leseverhalten. Deswegen sollte es dem User auch ermöglicht werden, Einstellungen vorzunehmen. Diese Einstellungsmöglichkeiten sollen dem User einige begrenzte Optionen anbieten z.B. die Wahl der Schriftart und der Schriftgröße. Der eine mag am Bildschirm lieber Schriften mit Serifen, ein anderer lieber ohne. Der eine liest gerne Texte in einer 12 Punkt Schrift, der andere liest sie lieber in 14 Punkt. Genau an dieser Individualisierbarkeit fehlt es. Warum sollte der Leser sich an das Medium anpassen, wenn sich das Medium an den Leser anpassen lässt.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

5. Es ist die Angst etwas verpassen zu können. Dies ist das Resultat der immer schneller wachsenden Informationsflüchtigkeit. Anders als bei Informationsanbietern, deren Hauptinhalte eher das tagesaktuelle Geschehen thematisieren und sich dadurch ein gewisser Grad an Flüchtigkeit legitimiert, sind Magazine nicht an diese Flüchtigkeit gebunden. Magazininhalte thematisieren in der Regel auch keine tagesaktuellen Geschehnisse, sind in ihrer Art, wie mit Thematiken umgegangen wird, relativ zeitlos. Wir sind nichts desto trotz jeden Tag von dieser Informationsflüchtigkeit betroffen und schon in gewisser Weise darauf konditioniert. Es wäre für den User eine nicht zu verachtende Bereicherung über neue Inhalte informiert zu werden, ohne selbst nachsehen zu müssen. Ähnlich wie es sich mit dem Erscheinungsdatum für analoge Magazine und Zeitschriften verhält kann dieses Konzept auch für das Online Magazin übernommen werden. Der User hat im Magazin selbst die Möglichkeit auszuwählen, ob und wie er sich über neue Ausgaben informieren lassen möchte. Eine bekannte Form, User über neue Inhalte zu informieren, ist der Newsletter. In den letzten Jahren hat diese Art, User über neue Inhalte zu informieren stark an Attraktivität verloren.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

DER LESER WIRD ÜBER NEUE INHALTE INFORMIERT.

Meist kommt dieser in Textform daher und hebt sich nicht sonderlich von Werbebotschaften ab. Daher sollten diese Newsletter sich entweder visuell abheben oder die Kommunikation über andere Medienkanäle laufen. Mögliche Kanäle wären hier eher die Social Media Plattformen wie Facebook und Google .

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

6. Eines der Probleme aktueller Informationsplattformen ist das Nichtwissen um die Länge einzelner Inhalte. Es ist häufig zu beobachten, dass bevor man sich mit den Inhalten befasst, sich ein Bild über den Umfang macht. Ähnlich wie man es auch bei einem Analogen Magazin macht, in dem man kurz durch die Seiten blättert. Der User möchte Wissen, ob seine Zeit reicht, den Inhalt komplett zu erfassen oder ob er sie vielleicht später weiterlesen muss. Liest ein User einen Artikel ist es gerade die Eigenschaft des scrollens, die es für den User nicht ersichtlich macht, wie viel er noch lesen hat. Schauen wir in einen Brunnen sehen wir meist ein schwarzes Loch, wir wissen nicht wie tief er ist. Die meisten nehmen sich einen Stein und werfen ihn den Brunnen um daraus zu schlussfolgern, ob der Brunnen tief, tiefer oder am tiefsten ist. Diese Methode ist nicht sehr genau, gibt uns aber einen ersten Anhaltspunkt über die Tiefe des Brunnens. Würde man diese Metapher auf den Lesefortschritt anwenden, müsste es für verschiedene Inhalte, verschiedene Kategorien geben. Diese könnte man in kurze, lange und sehr lange einteilen. So bekommt der User einen ersten Anhaltspunkt, ob seine ihm zu Verfügung stehende Zeit ausreichen würde.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

LESEFORTSCHRITTE MÜSSEN SICHTBAR GEMACHT WERDEN.

Auch eine Markierung über den Lesefortschritt in einem Artikel, eine Art Fortschrittsbalken würde dem User helfen, zu erkennen wie viel er schon gelesen hat und wie viel noch vor ihm liegt. Der Problematik, dass man nicht immer Zeit hat einen Artikel fertig zu lesen, könnte man eine Übersicht entgegen setzen, die anzeigt, welche Artikel welchen Lesestatus aufweisen und der User dann da weiterlesen kann wo er aufgehört hat. Diese Ansätze könnten nicht unwesentlich dazu beitragen, dass der User sich wieder mit umfangreicheren Inhalten auseinandersetzten würde und sich nicht durch das Nichtwissen um den Umfang von Inhalten abschrecken lässt.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

7.

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KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE


5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

DER LESER MUSS SICH EINE GESAMTÜBERSICHT, ÜBER DIE ANGEBOTEN INHALTE VERSCHAFFEN KÖNNEN. Ähnlich einem Index in Magazinen, Büchern oder Katalogen, sollte auch ein digitales Magazin über eine Art Inhaltsverzeichnis verfügen. In der Regel geben Webseiten dem User nur einen Überblick über Themenbereiche durch Ordnung ihrer Navigationselemente, doch einen Überblick über die Inhalte dieser Themenbereiche erfährt der User nicht. Der Index wäre für den User eine Art Karte, die er nutzen könnte, um sich durch das Magazin zu navigieren. Er sollte auch zu jeder Zeit aufrufbar sein und stellt damit ein entscheidendes Navigationselement dar.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

8. So wie auch die Interaktionspunkte ausgelagert werden, müssen dies auch die medialen Inhalte wie Bilder, Video, Text, Ton oder andere Interaktionsmöglichkeiten sein die ergänzend zum Inhalt bereitgestellt werden. Der User soll so die Möglichkeit haben, sich neben Textinhalten mit immer nur einer Art medialem Inhalt zu befassen. Dazu muss eine Art Raum geschaffen werden, der mit dem Hauptinhalt verbunden ist. Die Inhalte sollen sich so ergänzen, ohne sich gegenseitig zu übertrumpfen. Der User kann sich so immer auf eine Art Inhalt konzentrieren. Aus der Eigenart heraus, dass der User sich bei einer Kombination aus medialen Inhalten immer mehr auf Bilder oder Videos fokussiert, werden so z.B. textliche Inhalte übersprungen und nicht mehr optimal wahrgenommen werden. So sollte eine Art künstlicher Serendipitätseffekt geschaffen werden. Unter Serendipität versteht man eine zufällig gemachte Entdeckung. Diese soll dem User ein Gefühl geben, eine unbeabsichtigte nützliche Information gefunden zu haben.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

INHALTE WERDEN NACH IHRER MEDIALEN EIGENSCHAFT GETRENNT DARGESTELLT.

Dazu kommt, dass bei aller Einfachheit das Gegengewicht der Komplexität einhergehen muss. Man sieht nur das, was man gerade benutzt, alles andere ist versteckt. Es könnten z.B. zusätzliche Inhalte wie Bild, Video oder Ton erst aufrufbar sein, wenn der User einen bestimmten Punkt im Inhalt erreicht hat.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

9. Ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte. Um auch auf die Problematik des Nicht-Lesen der User einzugehen und sie für Inhalte zu begeistern, ist der „Erste Eindruck“ von Inhalten ein wichtiges Kriterium. Das Problem vieler aktueller Informationsanbieter ist aber, dass sie noch immer nicht erkannt haben, dass ein Bildschirm größer ist als 960 Pixel. Diese 960 Pixel resultieren aus der kleinsten Auflösung eines Bildschirms, 1024 x 768 Pixel. Diese Breite ist der sichtbare Bereich des Users. Aus der Eigenheit des vertikalen Scrollens, wird dieses 960 Pixel Raster angewendet um zu vermeiden, dass der User auch horizontal scrollen muss. Dies wäre problematisch, da die meisten Computer Mäuse ein Scrollrad besitzen, was eine einfache vertikale Navigation ermöglicht, aber keine Horizontale. Dennoch ist es möglich Bilder nicht in eine vordefinierte Größe einzupassen, sondern sich prozentual an die Größe des Bildschirms anpassen zu lassen. Der mediale Inhalt wird somit flexibel und passt sich an die technischen Möglichkeiten des Users an und wird so nicht pauschal für alle User vereinheitlicht.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

GROSE BILDER ODER BEWEGTBILD IN VERBINDUNG MIT GROSEN UND KURZEN HEADLINES, SOLLEN DEM LESER EINEN EINSTIEG IN INHALTE VEREINFACHEN. Es ist wichtig Inhalte visuell nicht zu pauschalisieren. Der User sollte nicht das Gefühl haben, dass die ihm präsentierten Inhalte Massenware sind. So sollten thematisch zusammenhängende Inhalte, nicht nur sprachlich, sondern auditiv sowie visuell aufbereitet werden.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

10. Das Magazin ist eine thematische Einheit und sollte auch so behandelt werden. Es ist die Eigenheit des Teilens (engl. sharen), die eines der Charakteristika des Web 2.0 darstellen. Das fragmentarische Teilen von Informationen wird aber nur möglich, weil die Art der geteilten Information auch auf dieses Bedürfnis ausgerichtet ist. Doch wie verhält sich diese Funktion mit Inhalten, die thematisch zusammenhängen? Man reißt ja auch keine Seiten aus einem Buch, um diese dann an andere weiter zu reichen. Nein, man würde dieses Buch empfehlen oder es verleihen. Und genau diese Aspekte des Empfehlens oder Verleihens sind es, wie Inhalte aus Digitalen Magazinen verbreitet werden sollten. User, die Inhalte für den Konsum erworben haben, könnten Teaser einzelner Inhalte verschicken, die dem Empfänger eine kleine Vorschau auf den Inhalt gewährt. Sollten zwei User angemeldet sein, so können diese Ausgaben untereinander verleihen. Wurde ein Magazin vom Käufer verliehen, befindet sich dieses nicht mehr in seinem Besitz, sondern geht in den Besitz des Verliehen über, was einer zeitlich festgelegten Begrenzung unterliegt.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

INHALTE DÜRFEN NICHT AUS DEM ZUSAMMENHANG GERISSEN WERDEN.

Diese Funktionen sollten ein fragmentarisches Teilen überflüssig machen und dazu beitragen, einen anderen Gedanken im Umgang mit Inhalten zu fördern.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

11.

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KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE


5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

WERBEINHALTE SOLLTEN VERMIEDEN ODER VOM INHALT GETRENNT DARGESTELLT WERDEN.

Wie in den vorangegangenen Ausführungen erwähnt, sind es im wesentlich die Elemente der Werbung, die für einen sehr hohen Grad der Ablenkung sorgen. Diese Elemente müssen vom eigentlichen Inhalt getrennt werden, da sie keinen Mehrwert für den Konsumenten darstellen und sich negativ auf die Informationsaufnahme auswirken. Des Weiteren ist anzumerken, dass der Publisher keinen Einfluss auf die visuelle Gestaltung der Werbeanzeigen hat und dadurch Rivalität zwischen der Visualität der Anzeige und der Visualität des Inhalts entsteht. Sollte es aus finanziellen Gründen ein Muss sein, auf Werbung zurückzugreifen, sollte diese getrennt vom Inhalt präsentiert werden und als Werbung erkennbar sein. Sie sollte sich nicht in der Nähe wichtiger Navigationselemente befinden und keinen Einfluss auf die inhaltliche Struktur haben. Wie im Abschnitt Paid Content vs. Werbung näher erörtert, gibt es heutzutage neue Konzepte zur Finanzierung von Digitalen Inhalten. Diese Modelle wären nicht nur eine Möglichkeit für Kleinst-Publizierende finanziell von Werbung unabhängig zu werden, sie könnten sich im positiven Sinn erheblich auf die Qualität von Informationen und deren visuelle Darstellung auswirken.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

12. Warum üben neue Dinge, die sich von ihrer Beschaffenheit von Dingen einer gleichen Klasse unterscheiden, so eine Faszination auf uns aus. Sieht man sich das Design des iPods an, ist dies zu verstehen. Der iPod war ein Produkt, was sich zu der damaligen Zeit in seiner Funktion nicht von anderen Geräten unterschieden hat, er konnte Musik abspielen. Aber das entscheidende Merkmal war nicht seine Funktion, sondern wie man ihn benutzte. Dazu kam noch eine äußere Hülle, die sich in Sachen Produktdesign von der Masse abgehoben hat. Der ausschlaggebende Punkt dieses Beispiels ist der, mit welcher Erwartungshaltung wir neuen Produkten oder Diensten gegenüberstehen. Das ist auch der Grund, warum das neue digitale Magazin nicht wie eine gewöhnliche Webseite oder wie ein Blog aussehen kann und darf. Es darf nicht dem klassischen Aufbau, Kopfbereich mit Logo, Bildleiste und Hauptnavigation, Hauptinhaltsbereich in der Mitte und Fussbereich folgen. Der User würde dies vielleicht im ersten Moment erwarten, ist aber in dieser Position viel eher bereit neue und unkonventionelle Ansätze in Verbindung mit Navigation und Inhaltlicher Aufbereitung zu erforschen.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

ES BRAUCHT EINE VISUALITÄT UND STRUKTUR, DIE SICH VON GEWÖHNLICHEN WEBSEITEN ODER BLOGS UNTERSCHEIDET. Auch wenn der User in dieser Position über einige Fehler hinweg sehen würde, sollte es doch das höchste Anliegen sein, durch ein sehr umfangreiches Testing im voraus, diese zu vermeiden. Es ist wichtig, den User auf eine Reise mitzunehmen, ihm neue Möglichkeiten zu zeigen, die sich vom konventionellen Informationskonsum unterscheiden, wo die Information nicht dem Faktor Zeit unterliegt und als Massenware behandelt wird.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

13. Was man heute noch aus Magazinen oder Zeitschriften kennt, ist der Leserbrief, der in der Digitalen Welt die Kommentarfunktion darstellt. Mit dieser Kommentarfunktion ist es Usern bzw. Lesern möglich, sich zu einem Thema zu äußern. Diese Möglichkeit Inhalte zu kommentieren, zu diskutieren ist zum einen eine große Errungenschaft, da sie jedem Menschen die Möglichkeit gibt seine Sicht auf ein Thema zu schildern. Auf der anderen Seite muss man sie auch ein wenig kritisch sehen, die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit ist recht fließend. Ähnlich wie die Möglichkeit der Leserbriefe, sollte es dem Leser möglich sein Anregungen und Meinungen zu einem Thema äußern zu können. Für diesen Austausch besteht die Möglichkeit, eine Art Diskusionsraum zu schaffen. Dieser sollte unabhängig vom jeweiligen Inhalt existieren. Dieser Diskusionsraum ist ähnlich einem Forum aufgebaut. Der User findet dort eine Übersicht aller Thematiken und die dazugehörigen Beiträge, die dann von den Usern diskutiert werden können. Dabei können vom User Kommentare zu einem Beitrag geschrieben werden, den andere User wiederum kommentieren können. Dabei werden Antworten auf einzelne Kommentare zusammengefasst, um eine Übersichtlichkeit zu gewährleisten.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

NUTZERKOMMUNIKATION SOLLTE VON INHALT GETRENNT, IN EINEM ENTSPRECHENDEN DISKUSIONSRAUM STATTFINDEN. Wichtig bei dieser Auslagerung ist, dass der User zum einen im Artikel selbst den Diskussionsraum betreten kann, aber auch einen Einstiegspunkt in der Themenübersicht findet.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

14. Wie in der Problematik näher erörtert, definiert sich Informationstiefe über den Grad der zusätzlichen Informationen und der Qualität der Inhalte. Als Beispiel wurden die „Related Posts“ und die „Hyperlink-Methode“ benannt. In Bezug zu den „Related Posts“ kann man sagen, dass das Level der Informationstiefe nicht verbessert wird, sondern immer konstant bleibt. Das liegt daran, dass die Related Posts oder auch verwandte Artikel im ersten Moment auf einen evtl. zusätzlichen Inhalt verweist, dieser aber meist nur eine thematische Verwandtschaft aufweist. Diese thematische Verwandtschaft ist mehr ein anderer Blick und würde keinen Mehrwert, bezogen auf den Artikelinhalt bedeuten. Ein neuer Ansatz wäre, diese zusätzlichen Informationen über Fragen zu generieren. Diese Fragen werden zum Teil von den Verfassern der Artikel generiert und können durch die User erweitert bzw. ergänzt werden. So könnte man es dem User möglich machen, über diese vor definierten Fragen oder vom User ergänzten Fragen, näher in ein Thema einzusteigen. Durch die Auswahl einer Frage, könnte der User dann auf eine beliebige Datenbank zugreifen und würde seiner Frage entsprechend zusätzliche Informationen angezeigt bekommen.

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5.2.0 DAS DIGITALE MAGAZIN

KRITERIEN & LÖSUNGSANSÄTZE

ERZEUGEN VON INFORMATIONSTIEFE

Ein wesentlicher Bestandteil der Fragengenerierung wären hier die Erweiterungsmöglichkeiten durch die User. Eine Generierung der Fragen ausschließlich über den Verfasser eines Artikels wäre zu ungenau, da dieser sich schon zu tief mit einem Thema befasst hat. Jedoch könnte dieser seine Quellen in Fragen verpacken und dem User so als Vorlage dienen. Diese Kriterien und Lösungsansätze bilden die Basis für die konzeptionelle und praktische Umsetzung dieser Arbeit, in Bezug auf die gestalterische und funktionale Umsetzung einer Benutzerschnittstelle im Kontext des Analogen Magazins.

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LAST BUT NOT LEAST

6–0–0

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DAS RESÜMEE

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6.1.0 DAS RESÜMEE

LAST BUT NOT LEAST

Das Resümee Last but not least

Aus den aktuellen Problematiken der Flüchtigkeit, Schnelligkeit und Oberflächlichkeit von digitalen Informationen und deren Anbietern, entsteht ein Bedarf nach neuen Formen der Informationsaufbereitung, sowohl visueller als auch struktureller Natur. Es muss von Anfang an angemerkt werden, dass der digitale Raum speziellen Anforderungen unterliegt und die funktionalen Verbindungen zum analogen Magazin nur als Anregungen verstanden werden dürfen. Der Begriff „Magazin“ für eine digitale Form der Informationsaufbereitung muss daher abstrakt gesehen werden, da nur einige Kriterien des Analogen hier zutreffen und es sich bei einem digitalen Magazin um ein eigenständiges, neues und unabhängiges Format handelt. Seit der ersten Veröffentlichung einer Publikation, die den Begriff Magazin verwendete, sind mittlerweile 282 Jahre vergangen. Das Magazin hat sich im Laufe dieser Zeit zu einem Format von großer Beliebtheit entwickelt und sich in der Gesellschaft etabliert. Doch mit dem Eintritt in die Informationsgesellschaft haben sich unsere Anforderung an Leseverhalten und Informationskunsum grundlegend verändert. Das Magazin in seiner analogen Form gilt zwar nach wie vor als attraktives Format, sieht sich jedoch immer mehr mit dem stetig wachsenden Informationsangebot des digitalen Raums konfrontiert. Obwohl das Magazin-Format in der digitalen Welt bereits angekommen ist und bereits Ansätze für die Umsetzung in verschiedenster Form existieren, orientieren sich diese Ansätze jedoch oft noch zu stark am Analogen und führen zur Fehlinterpretationen der Nutzbarkeit dieser. Ein gutes Beispiel für diese Art von Fehlinterpretation ist das sogenannte skeuomorphe Design, was bei der Umsetzung vom Analogen ins Digitale immer wieder Anwendung findet. Durch die visuelle Darstel-

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6.1.0 DAS RESÜMEE

LAST BUT NOT LEAST

lung von Metaphern wie das Imitieren des Blätterns von Seiten, wird versucht eine physische Verbindung zwischen Benutzer und Produkt herzustellen. Diese Metaphern sollten dem Benutzer helfen, richten sich aber gegen die Eigenschaften des Informationskonsums im digitalen Raum. Diese definieren sich zum Beispiel dadurch, dass der User es gewohnt ist, sich durch Inhalte zu scrollen, er folgt also einem vertikalen statt horizontalen Informationsfluss. Sieht man sich einmal die Nutzungsgewohnheiten eines analogen Magazins an und vergleicht sie mit aktuellen digitalen Interpretationen eines Magazins, ist ersichtlich, dass gewaltige Defizite bei der Anpassung an digitale Ansprüche und Möglichkeiten festzustellen sind. Als übliche Nutzungsgewohnheiten eines analogen Magazins konnte ich bei meinen Recherchen folgende allgemeine Eigenschaften definieren, welche auch im digitalen Raum relevant sind:

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6.1.0 DAS RESÜMEE

LAST BUT NOT LEAST

01 02 03

Ich legen es weg und lesen später weiter.

04 05 06 07 08 09

Wenn ich nach speziellen Beiträgen suche, dann greife ich auf den Index zurück.

10 11 124

Ich kann anfangen, wo ich will. Ich kann mir einen schnellen Überblick verschaffen.

Die inhaltliche Abfolge ist verbindlich. Ich schaue mir manchmal nur die Bilder an. Über die Bilder werde ich auf Inhalte aufmerksam. Über Headlines werde ich auf Inhalte aufmerksam. Ich kann mir die Zeit gut einteilen. Es ist mir möglich, einen schnellen Überblick über den Umfang einzelner Inhalte zu bekommen. Ich kann es archivieren.


6.1.0 DAS RESÜMEE

LAST BUT NOT LEAST

Diese funktionalen analogen Eigenschaften sind es, die in den digitalen Raum übersetzt werden müssen. Dennoch sind es nicht nur die funktionalen Anforderungen, sondern auch die Ansprüche und medialen Möglichkeiten des digitalen Raums an sich, die Beachtung finden müssen. Die Entwicklung des digitalen Raumes im Bezug auf die Informationsmasse und deren Darstellung macht es zunächst notwendig, sich näher mit den daraus entstandenen Problematiken zu befassen, um Rückschlüsse auf Kriterien wie Lesbarkeit, Interaktion, Beständigkeit und die Entschleunigung digitaler Inhalte zu ziehen. Diese bereits erarbeiteten und definierten Kriterien (siehe Kapitel 4 in „Die Problematik“) in Verbindung mit der Analyse des analogen Magazins sind die Basis meiner praktischen Umsetzung und sollen mir bei der Konzeption und Realisierung des Interaction–Designs helfen. Die Idee an sich ist allerdings viel größer als nur die funktional angemessene Übersetzung des analogen Magazins in den digitalen Raum. Es ist die Symbiose von analogen und digitalen Möglichkeiten und der daraus entstehende Mehrwert. Es geht dabei nicht nur um den Inhalt einer einzelnen Publikation, sondern auch um eine digitale Plattform für diese. Das Internet oder auch der digitale Raum ist ein grenzenloser Raum. Dieser Raum existiert nur durch die Individuen, die diesen mit Leben und Inhalten füllen. Wenn man von der Konzeption eines neues Formates spricht, geht damit auch die Vision einher, es für jeden nutzbar zu machen. Resultierend daraus geht es mehr um die Entwicklung eines neuen Standards, am Beispiel eines Einzelstücks. Bevor einzelne Punkte näher erläutert werden, muss man meine Konzeption in zwei Bereiche einteilen. Auf der einen Seite stellt das neue digitale Magazinformat den Hauptteil meiner Arbeit dar, auf der anderen Seite muss eine Plattform geschaffen werden, die die Nutzbarkeit dieses neuen Formates in vollem Umfang gewährleistet. Dies ist keine Kopie, kein Versuch, den analogen Geist in einen Behälter zu packen und im digitalen Raum wieder frei zu lassen. Es ist etwas Neues, ein Remix, ein Cocktail aus den verschiedensten Zutaten. Es gibt viele Dienste, die immer nur einen Part übernehmen. Entweder geht es um das Lesen von Inhalten, um das Teilen von Inhalten oder aber um das Ansehen von Inhalten. Zu nennen wären da zum Beispiel die Plattform Medium.com, Youtube und Eyeem. Jeder einzelne von ihnen ist in Perfektion auf seinen Hauptinhalt abgestimmt. Doch

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6.1.0 DAS RESÜMEE

LAST BUT NOT LEAST

warum nicht einen Raum schaffen, in dem sowohl das eine, als auch das andere seine Stärken integriert? Es gilt also ein neues Format zu schaffen, welches dem User eine konsumfreundliche Umgebung bietet. Eines, in dem die Inhalte verschiedenster Art einem Usability Standard unterliegen und für alle Nutzer in seiner Zugänglichkeit gleich sind. Diese neue Format ist für alle Menschen gedacht. Ein Raum, der für jeden offen steht und der eingerichtet werden muss. Das, was das Magazin im Analogen ist, ist das neue Format für den digitalen Raum. Alle suchen nach der goldenen Formel, die das analoge Medium wieder bei den Lesern attraktiv macht. Doch warum wieder einen Schritt zurück machen? Der Weg liegt vor uns und der Weg ist digital. Es gibt unzählige analoge Indie-Magazine, die aus der Leidenschaft zum Medium entstehen. Doch im Digitalen existiert dieses Denken nicht. Es geht dabei nicht mehr um die Art, wie es riecht oder wie es sich anfühlt. Es geht um die Inhalte und wie diese sich an das digitale Medium anpassen müssen. Wir brauchen ein neues Format, welches das digitale Medium mit Leidenschaft und Begeisterung nutzt. Für die Nutzung dieses neuen Formates stelle ich mir eine Plattform vor, die in zwei Bereiche unterteilt ist: es gibt Nutzer und Publisher. Die Nutzer können sich Ausgaben auf einem digitalen Marktplatz kaufen und in ihrem persönlichen digitalen Raum archivieren. Sie haben die Möglichkeit, Ausgaben an Freunde auf dieser Plattform für einen bestimmten Zeitraum zu verleihen, so wie man auch ein Buch verleihen kann. In seinem persönlichen Raum bekommt der Nutzer auch Informationen über seinen Lesefortschritt der einzelnen Ausgaben, sowie Informationen zu verliehenen Ausgaben und wird über Neuigkeiten in den zu jeder Ausgabe existierenden Diskussionsräumen informiert. Publisher hingegen sind die Bereitsteller von Inhalten, sie füllen die Ausgaben mit Leben. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass die Nutzungsweise dieser Magazinausgaben immer gleich ist. Dabei werden nur die wichtigsten Kriterien wie Lesbarkeit, Navigation und Interaktion, also alle Punkte die Einfluss auf den Konsum des jeweiligen Inhalts haben,

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6.1.0 DAS RESÜMEE

LAST BUT NOT LEAST

vorgegeben. Allein die Inhalte, sowie das Erscheinungsbild des Publisher-Profils können angepasst werden. Man kann sich eine Art Landig-Page vorstellen, wo jeder Publisher die Möglichkeit hat, sich und seine Ausgabe vorzustellen. Ziel dieser Einschränkung ist es, für den User einen immer gleichen Standard zu gewährleisten, unabhängig vom Publisher, unabhängig vom Inhalt. Des Weiteren sollen Ausgaben nur als eine Einheit existieren. Gerade durch die Funktion des Verleihens kompletter Ausgaben werden Inhalte dann nicht mehr aus dem Zusammenhang gerissen und bekommen so eine Beständigkeit und neue Relevanz. Ein sehr wichtiger Punkt der Plattform ist der Zugang. Dieser erfolgt über den PC, Laptop oder das Tablet, nicht aber über das Smartphone. Inhalte, die nicht für den schnellen Konsum optimiert sind, sollten nicht auf einem Smartphone gelesen werden. Es gibt einfach genug Anbieter, die sich auf diesem Gebiet bereits etabliert haben und die schnelle und flüchtige Informationen für den User aufbereiten. In erster Linie soll es eine Optimierung für den PC geben, was damit zusammenhängt, dass weitaus mehr Menschen Zugang zu einem PC, als zu einem Tablet haben. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich in diesem Raum frei zu bewegen und freien Zugang zu allen Informationen zu haben. Genau dieser Aspekt war es doch, der als Tim Lee Berners das Internet für jeden Menschen dieser Welt frei zur Verfügung gestellt hat, es zu dem gemacht hat, was es heute ist, dem achten Kontinent. Einem Raum ohne Grenzen. Wie auch der Begriff Magazin für ein bestimmtes Format im Analogen steht, wird mit dieser Plattform ein neuer Weg beschritten, der vielleicht einmal genau so in der Gesellschaft etabliert sein könnte, wie das analoge Magazin heute.

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DER ANHANG

7– 0 – 0

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QUELLENNACHWEIS BILDNACHWEIS DANKSAGUNG EIGENSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG BUCHEMPFEHLUNGEN

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7.1.0 DER ANHANG

QUELLENNACHWEIS

Quellennachweis Wissen wo man suchen muss

KAPTIEL 01 1

„Informationszeitalter - Enzyklopädie - Enzyklo. de.“ 2008. 11 May. 2013 <http://www.enzyklo.de/Begriff/Informationszeitalter>

KAPTIEL 02 „Magazin – Wikipedia.“ 2003. 1 May. 2013 <http://

1 de.wikipedia.org/wiki/Magazin>

2

„The Gentleman‘s Magazine Library, 1731-1868 Ancestry.co.uk.“ 2009. 1 May. 2013 <http://www. ancestry.co.uk/search/db.aspx?dbid=31424>

3

„Periodikum — Universitaetsbibliothek der HU Berlin.“ 11 May. 2013 <http://www.ub.hu-berlin. de/bibliotheksglossar/periodikum> „Journal - Wikipedia, the free encyclopedia.“

4 2003. 11 May. 2013 <http://en.wikipedia.org/ wiki/Journal>

„Das Papierformat DIN A4 - Siegfried Wetzel.“

5 2008. 1 May. 2013 <http://www.swetzel.ch/alltag/ dinA4/dinA4.pdf>

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7.1.0 DER ANHANG

QUELLENNACHWEIS

KAPTIEL 03 1

2

Wirths, Johannes. „Vorbereitende Bemerkungen im Blick auf aktuelle raumbegriffliche Konjunkturen.“ Raum, Zeit, Medialität: interdisziplinäre Studien zu neuen Kommunikationstechnologien (2003): 139. „Geschichte des Internets - Academic dictionaries and encyclopedias.“ 2009. 11 May. 2013 <http:// de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/516709> „Land und (Daten-)Meer | Telepolis.“ 2011.

3 11 May. 2013 <http://www.heise.de/tp/artikel/9/9345/1.html>

4

„Anzahl der weltweiten Internetnutzer nach Regionen | Statistik.“ 2010. 11 May. 2013 <http:// de.statista.com/statistik/daten/studie/157868/ umfrage/anzahl-der-weltweiten-internetnutzer-nach-regionen/>

5

„Hartz-IV und das Grundrecht auf Internet - The European.“ 2013. 11 May. 2013 <http://www.theeuropean.de/patrick-spaet/5845-hartz-iv-und-dasgrundrecht-auf-internet>

6

„VOM KONSUMENT ZUM PROSUMENT - brandmanagements jimdo ...“ 2009. 11 May. 2013 <http:// brandmanagement.jimdo.com/prosumers/vom-konsument-zum-prosument/>

7

„Web 2.0 – Wikipedia.“ 2004. 11 May. 2013 <http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0>

8

Hein, Andreas. „Web 2.0.“ Das müssen Sie wissen, Planegg (2007).

9

Alby, Tom. Web 2.0: Konzepte, Anwendungen, Technologien. Hanser Verlag, 2008.

„Twitter UK: #Twitter7.“ 2013. 11 May. 2013 10 <http://blog.uk.twitter.com/2013/03/twitter7. html>

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7.1.0 DER ANHANG

QUELLENNACHWEIS

„Facebook - NETZSCHNIPSEL der social media blog.“ 11 2012. 11 May. 2013 <http://www.netzschnipsel.de/ social-media-welt/social-media-wiki-facebook/> Heiner Hemken. „Studie – Warum wir Informationen teilen « Internet - SEO-united.de.“ 2011. 11 May. 12 2013 <http://www.seo-united.de/blog/internet/ studie-warum-wir-informationen-teilen.htm> 13

„Cogito ergo sum – Wikipedia.“ 2004. 2 May. 2013 <http://de.wikipedia.org/wiki/Cogito_ergo_sum>

„RSS: Was genau ist das eigentlich? - techfacts. 14 de.“ 2012. 11 May. 2013 <http://www.techfacts. de/rss-was-genau-ist-das-eigentlich> "Getting information off the Internet is like taking a drink from a fire ..." 2011. 2 May. 2013 15 <http://www.searchquotes.com/quotation/Getting_ information_off_the_Internet_is_like_taking_a_ drink_from_a_fire_hydrant./20917/>

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7.1.0 DER ANHANG

QUELLENNACHWEIS

KAPTIEL 04 1

„Knowledge eXtended - Publikationsserver der Universität Regensburg.“ 2010. 11 May. 2013 <http://epub.uni-regensburg.de/6753/1/Bibliothek_14.pdf> „Alte Bibliothek - Bibliothek Alexandria.“ 2002.

2 11 May. 2013 <http://www.bibliothek-alexandria. de/sites/altebibliothek.html>

„Wikipedia – Die freie Enzyklopädie.“ 2002. 11

3 May. 2013 <http://de.wikipedia.org/>

„TU Graz LearnLand: Web-First-Prinzip.“ 2013.

4 1 May. 2013 <http://tugll.tugraz.at/blog/ view/35397/web-first-prinzip>

5

Zitiert in Ann Blair, «Reading Strategies for Coping with Information Overload ca. 1550–1700», Journal of the History of Idears 63/1 (Januar 2003), S.11-28. „How Much Information? 2009 Report on American

6 Consumers.“ 2009. 1 May. 2013 <http://hmi.ucsd. edu/howmuchinfo_research_report_consum.php>

7

„Was ist eigentlich: ... ein Petabyte, Exabyte, Zettabyte - bernetblog.ch.“ 2011. 11 May. 2013 <http://bernetblog.ch/2011/01/06/was-ist-eigentlich-ein-petabyte-exabyte-zettabyte/>

8

„USECON – Eye Tracking Studien.“ 2012. 11 May. 2013 <http://www.usecon.com/leistungen/usecon-packages/eye-tracking-usability>

„@-Theologie: Medientheologie und Theologie des Rests.“ 11 May. 2013 <http://books. google.com/books?id=Sq2il2O9FlAC&pg=PA576&l9 pg=PA576&dq=%C2%ABJe+interaktiver+ein+Medium,+desto+marginaler+die+Information.%C2%BB&source=bl&ots=MuEAAEFt43&sig=oC3GSI3y_DYnbnMj8a4ys69pH98>

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7.1.0 DER ANHANG

QUELLENNACHWEIS

„What is hyperlink? - A Word Definition From the 10 Webopedia ...“ 2002. 11 May. 2013 <http://www. webopedia.com/TERM/H/hyperlink.html> „Studie zu Paid Content: Qualität muss ihren Preis haben ...“ 2013. 11 May. 2013 <http://www. 11 internetworld.de/Nachrichten/Medien/Zahlen-Studien/Studie-zu-Paid-Content-Qualitaet-muss-ihren-Preis-haben-75805.html> 12

„Michael S. Hart - Gutenberg.“ 2011. 11 May. 2013 <http://www.gutenberg.org/wiki/Michael_S._Hart>

„Das RGB Farbsystem - Farblehre - Tutorials ... Webmasterpro.de.“ 2007. 11 May. 2013 <http://www. 13 webmasterpro.de/design/article/das-rgb-farbsysteme.html> 14

„Apple – iMac – Technische Daten.“ 2008. 11 May. 2013 <http://www.apple.com/de/imac/specs/>

„Apple – iPhone 5 – Technische Daten der iPhone Modelle vergleichen.“ 2009. 11 May. 2013 15 <http://www.apple.com/de/iphone/compare-iphones/>

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7.1.0 DER ANHANG

QUELLENNACHWEIS

KAPTIEL 05 1

„Cross Media Publishing – Publishing über mehrere Kanäle - Quark.“ 2011. 11 May. 2013 <http:// www.quark.com/de/Solutions/Dynamic_Publishing/ Cross-Media_Publishing.aspx>

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7.2.0 DER ANHANG

BILDNACHWEIS

Bildnachweis Wissen wo man suchen muss

ABB 01

http://pplspcoll.files.wordpress.com/2010/02/ edwardcave.jpg

ABB 02 ABB 03 ABB 04 ABB 05 ABB 06

http://john-adcock.blogspot.de/2011/08/partworks.html http://galinasobolev.files.wordpress. com/2010/02/bunte-07012010-cover1.jpg http://www.frdesign.org/gallerie_bilder/ dm2011.jpg http://bilder.n3po.com/cache/Fotografien/Kiosk-Italien_1000_thumb.jpg http://blog.stuttgarter-zeitung.de/wp-content/ william-faulkner-im-archiv.jpg

ABB http://www.goldenmeancalipers.com/wp-content/ 07 uploads/2011/07/golden-mean-spiral1.png http://www.mediencommunity.de/sites/de-

ABB fault/files/pictures/7d00a7814db4061473ff08 62d5a6798670.gif ABB 09

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http://gkr-mcg.library.gatech.edu/bitstream/ handle/10675.2/249/MCG%20Computer%20Center%20 housed%20in%20Hospital.%20Installation%20 of%20first%20computer%201962%20photo%202.jpg?sequence=21


7.2.0 DER ANHANG

BILDNACHWEIS

ABB http://cdn.thenextweb.com/files/2011/08/ 10 screensnap2_24c.gif ABB 11

http://www.bibliothek-alexandria.de/images/ m9_gif.jpg http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons-

ABB /b/b3/Katsushika_Hokusai_-_Thirty-Six_Views_ 11.1 of_Mount_Fuji-_The_Great_Wave_Off_the_Coast_ of_Kanagawa_-_Google_Art_Project.jpg http://www.trendsderzukunft.de/wp-content/

ABB uploads/2010/04/Eyetracking-bei-Google.jpg 12 ABB http://articlesandtexticles.co.uk/imgs/1006/ 13 nycover_01x.jpg ABB http://img.gawkerassets.com/img/17fpqijvqjdj14 3jpg/k-bigpic.jpg

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7.3.0 DER ANHANG

BUCHEMPFEHLUNG

Buchempfehlung Kann man mal lesen

AUTOR

BUCHTITEL

RECLAM

TEXTE ZUR MEDIENTHEORIE

MARKUS SCHROER

RÄUME, ORTE, GRENZEN AUF DEM WEG ZUR SOZIOLOGIE DES RAUMES

MERCEDES BUNZ

DIE STILLE REVOLUTION

MARSHALL MCLUHAN

MEDIUM IS THE MASSAGE

JOHN MAEDA

SIMPLICITY

MERCEDES BUNZ

DIE GESCHICHTE DES INTERNET

VERUSCHKA GÖTZ

TYPO DIGITAL

DAVID WEINBERGER

TOO BIG TO KNOW

KELVIN SMITH

THE PUBLISHING BUSINESS: FROM P-BOOKS TO E-BOOKS

ALESSANDRO LUDOVICO

POST-DIGITAL PRINT

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7.3.0 DER ANHANG

BUCHEMPFEHLUNG

READ THIS 139


7.4.0 DER ANHANG

DANKSAGUNG

Danksagung Was noch gesagt werden muss

DAN 140


7.4.0 DER ANHANG

DANKSAGUNG

NKE ULESHKA USHER FÜR IHRE ZEIT UND UNSCHÄTZBARE HILFE // GISELA MATTHES FÜR IHRE KORREKTUREN UND TIPPS // PROF. ANDREAS INGERL FÜR SEINE MENTALE UNTERSTÜTZUNG // MARIE FÜR ALLES (ES IST EINFACH ZU VIEL) // MEINER MUTTER FÜR DIE WEISHEIT DER ANZIEHUNG // LUCAS FÜR DAS GETEILTE LEID UND SEINEN SUPPORT // FRAU DR. KERSTIN WOLF FÜR IHRE KORREKTUREN // DANIEL UND FEDERICO FÜR IHR VERSTÄNDNIS // ANDREAS WOLF FÜR DEN WHISKY // MR. SPÄTI-VERKÄUFER FÜR EINE IMMER OFFENE TÜR // MOKOFUK MOHAMMED FÜR DIE KOFFEIN SPRITZEN // BETTY FÜR DIE TOLLEN SPATZIERGÄNGE BEI MONDLICHT //

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7.5.0 DER ANHANG

EIGENSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG

EIGENSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG

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7.5.0 DER ANHANG

EIGENSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG

Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Bachelorarbeit selbständig verfasst habe. Ich versichere, dass ich keine anderen als die angegebenen Quellen benutzt und alle wörtlich oder sinngemäß aus anderen Werken übernommenen Aussagen als solche gekennzeichnet habe, und dass die eingereichte Arbeit weder vollständig noch inwesentlichen Teilen Gegenstand eines anderen Prüfungsverfahren gewesen ist.

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