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MUT I G I N D I E N E U E N Z E I T E N ANT RAGS BUC HZ UMI X. BUNDE S KONGRE S S DE RJ UNGE NL I BE RAL E NÖS T E RRE I C H


INDEX LEITANTRAG Für einen neuen europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt

Bundesvorstand

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Bundesvorstand

6-8

SATZUNGSÄNDERUNGSANTRÄGE Satzungsänderungen

PROGRAMMATISCHE ANTRÄGE 1. Datenschutz in Europa stärken

Elias von der Locht

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2. Die Flexilehre

Dominik Berghofer

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3. Ende der Steuerbegünstigung von Wochenends- und

Nikolaus Scherak

11

Nikolaus Scherak

12

Moritz Klammler

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6. Familienförderung statt Stillstand

Stefan F. Windberger

15

7. Geringere Lohnnebenkosten für junge und alte Arbeitnehmer

Lukas Lerchner

16

8. Gesundheits-Sparkonten als Schritt zur Liberalisierung des

Simon Zöllner

17

Hannes Müllner

18

Nikolaus Scherak

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11. Keine staatlichen Kleidungsvorschriften

Moritz Klammler

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12. Kinderrechte in die Verfassung

Nikolaus Scherak

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13. KMU Eigenkapitalerhöhungen

Julia Seidl

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14. Lasst den Wähler sprechen, nicht erst nach 5 Jahren!

Markus Wohlrab

25

15. Liberales Rauchgesetz statt Unternehmerhetz

Amir Ahmed

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16. Mehr Demokratie in Europa

Stefan F. Windberger

28

17. Mitwirkungspflicht beinhaltet keinen Freiheitsentzug

Nikolaus Scherak

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18. Nein zum §209 StGB light – Reformierung des §207b StGB

Amir Ahmed

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19. Passives Wahlrecht für Bundespräsidentschaftswahl

Nikolaus Scherak

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20. Plädoyer für die Gruppenbesteuerung

Nikolaus Scherak

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21. Präimplantationsdiagnostik erlauben

Nikolaus Scherak

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22. Rechtsstaatliches Verfahren im Rechtsstaat

Markus Wohlrab

35

23. Reform der Außen- und Sicherheitspolitik

Stefan F. Windberger

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24. S.O.S. Rechtsstaat - Aufwertung des

Amir Ahmed

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Lukas Lerchner

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Feiertagszuschlägen 4. Ende der steuerlichen Begünstigung des 13. Und 14.

Monatsgehalts 5. Erbinformation reproduktionsfähiger Organismen muss

Gemeingut sein

Gesundheitswesens 9. Inflation ist ein Problem, keine Lösung 10. Keine Einkommenssteuerberechnung nach Einheitswerten für

Bauern

Privatsachverständigengutachtens im Strafverfahren 25. Spendenabsetzbarkeit statt Kulturbeitrag

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26. Universitäre Ausbildungspflicht für Beamte

Lukas Lerchner

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27. Wirtschaftsverbände stärken

Ivan Prandzhev

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28. Zweisprachige Verwaltung (de/en) in Österreich

Bernhard Bair

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ÄNDERUNGSANTRÄGE 29.

Änderungsantrag „Bürgergeld“

Clemens Böck

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30.

Änderungsantrag „Integration und Politik“

Ivan Prandzhev und Benjamin Zavlak

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31.

Änderungsantrag „Religionsunterricht abschaffen“

Clemens Böck

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32.

Rücknahme des Beschlusses „Würdevolles Sterben ermöglichen“

Moritz Klammler

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Moritz Klammler

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APPENDIX Erläuterung zu „Rücknahme des Beschlusses ‚Würdevolles Sterben ermöglichen’

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Bundesvorstand  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

FÜR EINEN  NEUEN  EUROPÄISCHEN  STABILITÄTS-­‐  UND   WACHSTUMSPAKT   Die  Herausforderungen   Wir   Junge   Liberale   sind   begeisterte   Europäerinnen   und   Europäer.   Was   für   unsere   Großeltern   das   größte   Friedensprojekt   der   Geschichte   war   und   unseren   Eltern   als   Garant  bleibenden  Wohlstandes  galt,  ist  für  uns  Stifter  einer  kosmopolitischen  Identität   und   Vorreiter   auf   dem   Weg   zu   einer   wahrhaft   offenen   Gesellschaft   im   Popper’schen   Sinne.   In  Anbetracht  der  aktuellen  Weltwirtschaftskrise  machen  wir  uns  große  Sorgen  um  die   Zukunft  Europas.  Der  Status  Quo  kann  nicht  aufrecht  erhalten  werden  -­‐  Europa  befindet   sich  am  Scheideweg  zwischen  einer  Renationalisierung  samt  Re-­‐definierung  Europas  als   Freihandelszone  und  der  Einrichtung  eines  föderalen  Bundesstaates.     Die  Analyse   Nach   wie   vor   und   im   Einklang   mit   unserem   Europawahlprogramm   2009   sehen   wir   eine   weitere   europäische   Einigung   mit   dem   Ziel   eines   föderalen   europäischen   Bundesstaates   als  beste  Alternative  an.     Österreichs   EU-­‐Mitgliedschaft   ist   rein   ökonomisch   bereits   eine   Erfolgsstory.   Von   allen   EU-­‐Mitgliedern   hat   Österreich   pro   Kopf   am   meisten   von   der   Einführung   des   Euro   als   gemeinsamer   Währung   profitiert   (1).   Der   EU-­‐Beitritt   hat   in   Österreich   12.600   Arbeitsplätze   geschaffen   und   die   offenen   Grenzen   ersparen   der   österreichischen   Wirtschaft  4,2  Milliarden  Euro,  und  das  jeweils  jährlich  (2).   Die   Kombination   aus   falschen   Incentives   in   Politik   und   Wirtschaft   sowie   insbesondere   die   moralische   Degeneration   seitens   der   Investmentbanken   im   Anschluss   an   die   Aufhebung   des   Glass-­‐Steagall   Acts   hat   zu   einer   Wirtschaftskrise   globalen   Ausmaßes   geführt,  die  nun  auch  die  Grundfesten  der  Europäischen  Union  erschüttert.   Die  Agenda   Die   JuLis   treten   für   eine   stärkere   Europäische   Union   ein   und   sind   daher   auch   für   eine   Ausweitung   des   EU-­‐Budgets,   welches   derzeit   lediglich   etwa   1%   des   BIPs   der   Mitgliedsstaaten   ausmacht   (3).   Sobald   ökonomisch   und   sozial   irrationale   Posten   wie   die   CAP   aus   dem   EU-­‐Budget   gestrichen   werden   und   das   Europäische   Parlament   über   ein   volles   Initiativrecht   verfügt,   muss   die   Europäische   Union   über   mehr   finanzielle   Mittel   verfügen,  die  ihre  zentrale  Rolle  in  Europa  unterstreichen.     Die  JuLis  lehnen  eine  Fiskalunion  im  Sinne  gemeinsamer  Steuersätze  ab  und  treten  stark   für   einen   gesunden   Steuerwettbewerb   nach   dem   Vorbild   der   Schweizer   Kantone   ein.   4


Einer Vereinheitlichung   der   Mehrwertsteuer   steht   jedoch   nichts   im   Wege,   da   verschiedene  Steuersätze  in  diesem  Bereich  derzeit  ein  massives  Hindernis  für  den  B2C-­‐ Markt  darstellen,  da  Unternehmer  in  jedem  EU-­‐Exportland  separat  steuerpflichtig  sind.   Wettbewerbsverzerrende   Pseudosteuern   wie   z.B.   die   Normverbrauchsabgabe   (NoVA)   sind   als   Verletzung   der   Warenverkehrsfreiheit   des   Europäischen   Binnenmarktes   von   der  EU  zu  sanktionieren.   Die   JuLis   sehen   im   Bereich   der   Bankenregulierung   und   Bankenaufsicht   weiteren   Handlungsbedarf.   Die   Steigerung   der   Kernkapitalquote   von   2%   auf   8,5%   durch   Basel   III   reicht   nicht   an   die   für   eine   gewisse   Krisensicherheit   notwendigen   15%   heran   und   sollte   daher  weiter  angehoben  werden  (4).   Die  JuLis  sehen  sich  mit  einer  politischen  Realität  konfrontiert,  in  welcher  es  Firmen  und   Staaten  gibt,  welche  „too  big  to  fail“  sind.  Dieses  Konzept  ermöglicht  die  Internalisierung   von   Profiten   und   Externalisierung   von   Kosten   an   den   Steuerzahler   und   ist   daher   abzulehnen.  Die  JuLis  fordern  daher,  bestehende  Institutionen  dieser  Größe  aufzuteilen   und   die   Bundeswettbewerbsbehörde   zu   beauftragen,   Marktversagen   durch   systemkritische  Firmengrößen  in  Zukunft  zu  verhindern.     Die   JuLis   präferieren   ein   Ende   mit   Schrecken   gegenüber   einem   Schrecken   ohne   Ende   und   sehen   den   Staatsbankrott   für   überschuldete   Staaten   daher   als   besten   aller   schlechten   Wege   an.   Staaten   mit   einer   Verschuldung   von   mehr   als   90%   des   BIP   erzielen   durchschnittlich  nur  noch  knapp  die  Hälfte  des  Wirtschaftswachstums  von  Staaten  mit   unter   30%   (5).   Die   Einhaltung   der   Maastricht-­‐Kriterien   ist   durch   die   EZB   zu   kontrollieren  und  effektivere  Sanktionsmechanismen  als  der  Sixpack  sind  zu  entwickeln.   Durch   die   Möglichkeit   eines   Staatsbankrottes   ist   weiters   zu   erwarten,   dass   Staaten   endlich   nur   noch   Schulden   in   rückzahlbarer   und   wirtschaftspolitisch   sinnvoller   Höhe   aufnehmen  können.   Als  Junge  Liberale  glauben  wir,  dass  Verwirklichungschancen  nach  Amartya  Sen  zu  den   Grundfreiheiten  aller  Menschen  gehören  sollten  und  unterstützen  deshalb  die  Schaffung   stärkerer  Chancengerechtigkeit  auf  sozialer  Ebene  durch  die  Europäische  Union.  Daher   lehnen   wir   jegliche   Beschränkungen   der   Mobilität   zwischen   den   EU-­‐Staaten   ab   und   begrüßen   gleichzeitig   die   Mobilitätsinitiativen   des   Lifelong   Learning   Programmes   der   EU.       (1)  http://www.welt.de/wirtschaft/article13806244/Oesterreich-­‐profitiert-­‐am-­‐ meisten-­‐vom-­‐Euro.html   (2)  http://derstandard.at/1325486023640/McKinsey-­‐Studie-­‐Oesterreich-­‐   profitiert-­‐am-­‐meisten-­‐vom-­‐Euro   (3)  http://ec.europa.eu/budget/explained/myths/myths_en.cfm#1of15   (4)  http://www.voxeu.org/epubs/cepr-­‐dps/optimal-­‐bank-­‐capital     (5)  http://www.peri.umass.edu/236/hash/   31e2ff374b6377b2ddec04deaa6388b1/publication/566  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Bundesvorstand  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

SATZUNGSÄNDERUNGSANTRAG Statutenänderungsantrag    gemäß  §  7  Abs  7  lit  b.  iii.  des  Statuts  der  JuLis  Österreich   In  allen  Rechtsnormen  (Statut,  Geschäftsordnung  und  Finanzordnung)  der  JuLis  Österreich   wird  die  Bezeichnung  Bundesgeschäftsführer  durch  Generalsekretär  ersetzt.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Bundesvorstand  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

SATZUNGSÄNDERUNGSANTRAG Statutenänderungsantrag    gemäß  §  7  Abs  7  lit  b.  iii.  des  Statuts  der  JuLis  Österreich   In   §   8   Abs   1   des   Statuts   der   JuLis   Österreich   soll   die   Bezeichnung   „Beisitzern“   durch   „weiteren  Vorstandsmitgliedern“.  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Bundesvorstand  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

SATZUNGSÄNDERUNGSANTRAG Statutenänderungsantrag    gemäß  §  7  Abs  7  lit  b.  iii.  des  Statuts  der  JuLis  Österreich   §  4  des  Statuts  der  JuLis  Österreich  ist  durch  folgende  Ziffer  16    zu  ergänzen:     16.        Personen,   die   sich   durch   ihr   Engagement   für   die   Freiheit   und   ihrer   Verbindung   zu   den    JuLis   verdient   gemacht   haben,   kann   vom     Bundesvorstand   die   Ehrenmitgliedschaft,   welche  mit  keinen  Rechten  und  Pflichten  verbunden  ist,  verliehen  werden.   Die  momentane  Ziffer  16  wird  zu  Ziffer  17.  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Elias von der Locht  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

DATENSCHUTZ IN  EUROPA  STÄRKEN   Die  Jungen  Liberalen  fordern  den  umgehenden  Beschluss  und  die  rasche  Umsetzung  der     europäischen  Datenschutz-­‐Grundverordnung.     Die  Problematik   Derzeit   gelten   innerhalb   der   europäischen   Union   sehr   unterschiedliche   Datenschutz-­‐   Standards.  Während  vor  allem  in  Mitteleuropa  sehr  hohe  Standards  festgelegt  wurden,     sind   in   anderen   Staaten   (z.B.   Irland)   die   gesetzlichen   Mindestansprüche   an   den   Datenschutz   wesentlich   geringer.   Unternehmen   bietet   sich   somit   die   Möglichkeit,   sich     innerhalb   der   EU   einen   günstigen   Standort   auszusuchen   und   somit   die   strengen   Auflagen  aus  beispielsweise  Österreich  zu  umgehen.  Viele  internationale  Unternehmen   wie  Facebook  und  Google  haben  ihren  Unternehmenssitz  deshalb  in  Irland  und  berufen   sich   in   ihren   Nutzungsbedingungen   mit   Kunden   aus   ganz   Europa   auf   irisches   Recht.   Außerdem   ermöglicht   das   derzeitige   „Safe   Harbor   Abkommen“   zwischen   der   EU   und   den   USA,   personenbezogene   Daten   aus   allen   EU-­‐Mitgliedsstaaten   in   die   USA   zu   übermitteln,   obwohl   die   dortigen   gesetzlichen   Anforderungen   an   den   Datenschutz   nicht   annähernd  europäischem  Niveau  entsprechen.   Durch   dieses   Vorgehen   werden   zentrale   Elemente   des   Datenschutzes   und   der   Datensicherheit,  wie  wir  sie  im  deutschsprachigen  Raum  kennen,  ausgehöhlt.     Maßnahmen  und  Ausblick   Diese   Problematik   kann   gelöst   werden,   indem   die   EU-­‐Mitgliedsstaaten   sich   auf   einen   einheitlichen   Mindeststandard   für   Datenschutz   und   Datensicherheit   verständigen   und   für   weitergehende   nationale   Regelungen   den   Rechtsraum   des   Nutzers   und   nicht   des   Unternehmens  als  gültig  vorschreiben.  Somit  könnte  bei  Angeboten  von  Facebook  oder   Google   der   Nutzer   sich   immer   auf   sein   gültiges,   nationales   Recht   berufen.   Dadurch   würde   auch   das   derzeitige   „Safe   Harbor   Abkommen“   hinfällig.   Es   bestünde   keine   Möglichkeit  mehr,  dass  Unternehmen  sich  den  gewünschten  Rechtsraum  heraussuchen   und  somit  die  Anforderungen  in  anderen  Ländern  umgehen.   Die   europäische   Datenschutz-­‐Grundverordnung   soll   genau   dies   regeln   und   befindet   sich   seit   Anfang   2012   in   Verhandlung.   Aufgrund   massiven   Widerstands   von   Seiten   vieler   US-­‐   Unternehmen  (Amazon,  ebay,  Facebook,  Microsoft,  Google,  IBM,  Intel,  Cisco,...)  dauerten   die   Verhandlungen   lange   an,   es   wurden   über   4000   Änderungsanträge   gestellt.   Im   Juni     2013  scheiterte  ein  Entwurf  im  Rat  der  Europäischen  Union.     Datenschutz  ist  Bürgerrecht  -­‐  die  Jungen  Liberalen  fordern  den  umgehenden  Beschluss   und  die  rasche  Umsetzung  der  europäischen  Datenschutz-­‐Grundverordnung.  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Dominik Berghofer  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

DIE FLEXILEHRE   Die   Jungen   Liberalen   fordern   ein   EU-­‐Förderprogramm,   zum   Ausbau   der   dualen     Ausbildung   in   EU-­‐Mitgliedsstaaten.   Die   duale   Lehrlingsausbildung   in   Betrieb   und     Berufsschule   ist   ein   österreichisches   Vorzeigemodell,   das   vielen   jungen   Menschen   einen     erfolgreichen   Einstieg   ins   Berufsleben   ermöglicht.   Dadurch   entstehen   viele     Facharbeitskräfte   die   dringend   erforderlich   sind,   um   im   Wettbewerb   weiterhin   bestehen  zu  können.     Europa  ist  für  viele  Schulbesuchende  und  Studierende  bereits  ein  Zuhause  geworden.     Durch   europaweit   wechselnde   Studienorte   entstehen   Freundschaften   und   Netzwerke   quer   über   den   Kontinent.   Internationale   Erfahrung   soll   zum   Standard   werden   und   besonders  im  Bereich  der  dualen  Ausbildung  neue  Maßstäbe  setzen.   Durch   ein   EU-­‐Förderprogramm   sollen   Unternehmen   einen   Anreiz   haben,   die   duale     Ausbildung   anzubieten   und   auszubauen.   Gefördert   werden   sollen   Unternehmen   die   es     ermöglichen   die   Lehre   in   Abschnitten   in   verschiedenen   EU-­‐Mitgliedsstaaten   zu     absolvieren.     Eine   eigens   dafür   eingerichtete   Plattform   soll   die   bessere   Vernetzung,   zur     abschnittsweisen   Ausbildung   von   Lehrlingen,   von   Kleineren   und   Mittleren   Unternehmen   gewährleisten,   damit   diese   gegenüber   Unternehmen   mit   mehreren   Standorten  keinen  Wettbewerbsnachteil  haben.  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Nikolaus Scherak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

E NDE DER   S TEUERBEGÜNSTIGUNG  VON   W OCHENEND -­‐  UND   F EIERTAGSZUSCHLÄGEN   Die   Jungen   Liberalen   fordern   das   sofortige   Ende   der   Steuerbegünstigung   von   Wochenend-­‐  und  Feiertagszuschlägen.   Für  ihre  Arbeit  an  Wochenenden  und  Feiertagen  bekommen  Arbeitnehmer  in  der  Regel   bereits  einen  höheren  Lohn.   Wieso  dieser  auch  noch  steuerlich  begünstigt  sein  soll,  ist  schlichtweg  unverständlich.  In   einer   modernen   Arbeitswelt   ist   Arbeiten   an   Wochenende   und   Feiertagen   vollkommen   normal.   Arbeitszeitflexibilisierungen   sollten   weiterhin   vorangetrieben   werden.   Selbstständige   werden   zum   Beispiel   auch   nicht   steuerlich   begünstigt   wenn   sie   an   Wochenende  arbeiten.  Unternehmen  werden  ihren  Mitarbeitern  auch  weiterhin  höhere   Löhne   an   Wochenenden   und   Feiertagen   zahlen,   da   die   Mitarbeiter   sonst   nicht   mehr   bereit  sein  werden,  an  diesen  Tagen  zu  arbeiten.  Eine  steuerliche  Begünstigung  ist  dafür   aber  nicht  notwendig.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Nikolaus Scherak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

ENDE DER  STEUERLICHEN  BEGÜNSTIGUNG  DES  13.  UND  14.   MONATSGEHALTS   Die   Jungen   Liberalen   fordern   das   Ende   der   steuerlichen   Begünstigung   des   13.   und   14.   Monatsgehalts.     Das   langfristige   Ziel   dieser   Maßnahme   ist   die   komplette   Abschaffung   des   13.   und   14.   Monatsgehaltes   und   die   Verteilung   des   in   diesen   Monaten   ausgezahlten   Einkommens   auf   die   restlichen   12.   Kalendermonate,   wobei   es   im   Zuge   dessen   zu   keiner   Verringerung   des  Einkommens  des  Arbeitsnehmers  kommen  darf.     Obwohl   es   sich   hier   um   kollektivvertragliche   Regelungen   handelt,   die   als   solche   zu   respektieren   sind,   halten   die   Jungen   Liberalen   diese   jedoch   für   nicht   nachvollziehbar   und   sehen   darin   eine   Bevormundung   des   einzelnen   Bürgers.   Als   mündiger   Bürger   soll   der   Arbeitnehmer   sein   Gehalt   auch   entsprechend   den   12   Kalendermonaten   erhalten,   und   somit   auch   dann   darüber   verfügen   können,   wenn   ihm   das   Einkommen   auch   wirklich  zusteht.  Die  Jungen  Liberalen  sehen  das  Ende  der  steuerlichen  Begünstigung  als   ersten   notwendigen   Schritt   um   die   endgültige   Abschaffung   dieser   Regelung   zu   erreichen.          

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Moritz Klammer  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

E RBINFORMATION REPRODUKTIONSFÄHIGER   O RGANISMEN   MUSS   G EMEINGUT  SEIN   Die  JuLis  fordern,  dass  dem  Erbgut  von  unter  normalen  Bedingungen  ohne  besonderem   menschlichem   Zutun   reproduktionsfähiger   Organismen   der   Status   des   Gemeinguts   zuzuerkennen   ist.   Es   soll   daher   insbesondere   nicht   im   Sinne   des   Urheber-­‐   oder   Patentrechts  schutzfähig  sein.   Das  uneingeschränkte   Recht   auf   Nutzung  einer  gemeinfreien  genetischen  Ressource  soll   nicht   haben,   wer   unerlaubt   einen   nicht   unter   die   oben   genannten   Bestimmungen   fallenden   und   daher   nicht   gemeinfreien   Organismus   unter   Anwendung   besonderer   Hilfsmittel  reproduziert  und  dadurch  einen  Organismus  herstellt,  der  den  Bedingungen   des   obigen   Absatz'   entspricht.   Diese   Ausnahme   soll   nur   gelten,   wenn   die   unerlaubte   Reproduktion   gezielt   durchgeführt   wurde   und   davon   auszugehen   ist,   dass   der   Person,   die   sie   durchgeführt   oder   veranlasst   hat,   bekannt   war,   dass   die   Reproduktion   nicht   rechtens   war   oder   sie   dies   hätte   wissen   müssen.   Wer   unter   diesen   Voraussetzungen   Reproduktionen  anfertigt,  die  fortan  Gemeingut  sind,  soll  für  einen  dem  Hersteller  des   reproduzierten   nicht   gemeinfreien   Organismus   durch   sein   Tun   entstandenen   wirtschaftlichen  Schaden  haften.   Dies  soll  EU-­‐weit  gelten.  Des  Weiteren  soll  sich  die  EU  bei  der  Welthandelsorganisation   (WTO)  dafür  einsetzen,  dieses  Recht  weltweit  einzuführen.  Für  bereits  bestehende  und   nach   der   vorgeschlagenen   Regelung   nichtige   Patente   soll   die   EU-­‐Kommission   in   ihrem   Wirkungsbereich   mit   den   Patentinhabern   einen   Ausgleich   ausverhandeln,   der   ein   möglichst  rasches  Auslaufen  des  patentrechtlichen  Schutzes  zum  Ziel  haben  soll.   Die   JuLis   stellen   diese   Forderung   in   der   Überzeugung,   dass   Sachen,   welche   sich   ohne   besonderes  menschliches  Zutun  von  selbst  reproduzieren,  nicht  den  Kriterien  genügen   können,  die  für  einen  Schutz  im  Sinne  des  Urheber-­‐  oder  Patentrechts  notwendig  sind.   Es   obliegt   dem   Inverkehrbringer   einer   Sache,   sie   so   zu   beschaffen,   dass   sie   sich   nicht   gegen   seinen   Willen   von   selbst   weitervermehrt.   Von   einem   Besitzer   eines   reproduktionsfähigen   Organismus   zu   verlangen,   für   seine   Nichtvermehrung   Sorge   zu   tragen,  ist  eine  nicht  verhältnismäßige  Auflage.   Des   Weiteren   ist   es   durch   die   wilde   Ausbreitung   und   genetische   Verteilung   von   Lebewesen   nicht   möglich,   eine   einmal   freigesetzte   genetische   Ressource   dem   Ökosystem  wieder  verlässlich  zu  entziehen.   Der   genetische   Pool   unserer   Ökosysteme   und   Kulturlandschaft   stellt   nicht   nur   eine   unverzichtbare   Voraussetzung   unseres   Daseins   dar,   sondern   dient   bisweilen   auch   Herstellern   neuer   Organismen   als   wesentliche   Grundlage   ihrer   Tätigkeit.   Durch   eine   nicht  mehr  verlässlich  gemeinfreie  Biosphäre  wäre  Anlass  zur  Sorge  gegeben,  dass  eine   13


steigende Rechtsunsicherheit   und   damit   möglicherweise   verbundene   Marktmonopolisierung   den   Fortschritt   in   der   Entwicklung   neuer   Organismen   hemmen   und  dadurch  die  Versorgung  der  Bevölkerung  mit  lebensnotwendigen  Gütern  gefährden   könnte.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Stefan F. Windberger  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

F AMILIENFÖRDERUNG STATT   S TILLSTAND   Die   Jungen   Liberalen   fordern,   dass   die   österreichische   Bundesregierung   eine   Kommission   einrichtet,   die   die   notwendigen   Voraussetzungen   für   eine   an   österreichische   Verhältnisse   angepasste   Umsetzung   des   französischen   Familienförderungssystems  schafft.   Österreichische  Frauen  haben  derzeit  statistisch  gesehen  1,39  Kinder1.  Diese  Quote  liegt   weit   von   den   2   Kindern   entfernt,   die   nötig   wären,   um   die   Bevölkerung   ohne   massive   Immigration   aufrecht   zu   erhalten   und   führt   zu   der   bekannten   umgekehrten   Demographiepyramide   mit   allen   dadurch   kausal   begründeten   Problemen   (z.B.   unfinanzierbares  Pensionssystem).   Frankreich   liegt   bei   derselben   Statistik   bei   genau   2   Kindern   pro   Frau,   da   der   französische   Staat   seit   Jahrzehnten   in   Kinderbetreuungseinrichtungen,   ganztägige   Kindergärten  und  arbeitsrechtliche  Maßnahmen  investiert,  um  eine  kinderfreundlichere   Umgebung  zu  schaffen.   Die   JuLis   fordern   deshalb   eine   sofortige   Ausrichtung   der   österreichischen   Familienförderung   an   dem   französischen   Modell   und   sehen   die   Einsetzung   einer   Umsetzungskommission   als   ersten   Schritt   hierfür   an.   Gerade   als   Liberale   ist   das   französische   Modell   mit   seiner   Wahlfreiheit  2  anderen   Modellen   vorzuziehen,   da   es   die   individuelle  Wahlmöglichkeiten  ausweitet.    

                                                                                                                                  1  Stand  2009,  http://epp.eurostat.ec.europa.eu...   2  http://www.botschaft-­‐frankreich.de/spip.php?article380  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Lukas Lerchner  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

G ERINGERE L OHNNEBENKOSTEN  FÜR  JUNGE  UND  ALTE   A RBEITNEHMER   Die  Jungen  liberalen  sprechen  sich  dafür  aus,  dass  für  Arbeitnehmer  zwischen  15  und  25   und  ab  60  die  Lohnnebenkosten  halbiert  werden.   Gerade   junge   und   alte   Arbeitnehmer   haben   Schwierigkeiten   in   den   Arbeitsmarkt.   Daher   braucht   es   ein   Anreizsystem   diese   Gruppen   anzustellen.   Die   Halbierung   der   Lohnnebenkosten  liefert  einen  Anreiz  für  die  Unternehmer.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Simon Zöllner  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

GESUNDHEITS-­‐SPARKONTEN ALS  SCHRITT  ZUR  LIBERALISIERUNG   DES  GESUNDHEITSWESENS   Die   Jungen   Liberalen   fordern   die   Einführung   von   Gesundheits-­‐Sparkonten   als   zweite   Säule  der  Finanzierung  des  Gesundheitswesens.    Auf  diese  Sparkonten  soll  monatlich  ein   Teil   des   Krankenkassenbeitrags   (ca   25%-­‐50%,   je   nach   Tarif)   eingezahlt   werden.   Mit   diesem   Geld   soll   ein   Teil   der   bisher   von   den   Krankenkassen   bezahlten   Leistungen   bezahlt   werden,   wobei   der   Patient   selbst   entscheiden   kann,   welche   Leistungen   er   bei   welchem  Arzt  zu  welchem  Preis  erwirbt.     Die   Krankenversicherungen   entscheiden,   welche   Leistungen   mit   dem   Sparkonto   bezahlt   werden   sollen   (Selbstversicherung)   und   welche   weiterhin   von   ihnen   bezahlt   werden.   Der   Patient   kann   über   sein   Sparkonto   frei   verfügen   und   entscheidet   selbst,   welche   Leistungen  er  bei  welchem  Arzt  zu  welchem  Preis  erwirbt.     So   wird   es   möglich,   dass   Versicherte   maßgeschneiderte   Verträge   abschließen   und   nur   für   die   Leistungen   bezahlen,   die   sie   selbst   in   Anspruch   nehmen   wollen.   Auch   eine   Verschuldung   zu   Lasten   künftiger   Generationen   wird   durch   individuelles   Sparen   und   Versichern  ausgeschlossen.      

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Hannes Müllner  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

INFLATION IST  EIN  PROBLEM,  KEINE  LÖSUNG   Die  Jungen  Liberalen  sehen  in  der  Geldwertstabilität  ein  grundlegendes  Bürgerrecht.  Die   von  der  Europäischen  Zentralbank  betriebene  Geldpolitik  gefährdet  einen  Grundpfeiler   der  freien  Marktwirtschaft.  Eine  Sanierung  der  Staatsfinanzen  über  Geldentwertung   lehnen  wir  mit  aller  Entschiedenheit  ab!     Es  mag  für  Regierungen  ein  praktischer  Weg  sein,  weil  er  scheinbar  ohne   Ausgabenkürzungen  und  Steuererhöhungen  auskommt,  für  die  Bevölkerung  sind  die   Folgen  aber  weitaus  negativer.     • Volkswirtschaftlich  kommt  eine  Geldentwertung  einer  Besteuerung  gleich,  die   nie  demokratisch  beschlossen  wurde.  Durch  die  Cantillon-­‐Effekte  ist  diese  aber   ungleich  verteilt:  gerade  die  Bezieher  geringer  Einkommen  werden  am  Stärksten   getroffen.  Banken,  Finanzinstitutionen  und  Unternehmen,  die  öffentliche   Investitionsprojekte  ausführen,  trifft  diese  Scheinbesteuerung  am  Wenigsten.   Folgen  sind  dann  eine  immer  ungleicher  werdende  Vermögensverteilung  und   dadurch  induzierte  Umverteilungsmaßnahmen.   • Für  Kleinanleger  mit  Sparbüchern  führen  Inflation,  Niedrigzinspolitik  und   Kapitalertragsteuer  zu  einer  schleichenden  Enteignung.  2010  bis  2012  haben   Sparer  in  Österreich  durch  die  negativen  Realzinsen  10  Milliarden  Euro  verloren.   Ebenso  betroffen  sind  Lebensversicherungen  und  Pensionsfonds.   • Obwohl  Preise  und  Gehälter  mit  der  Inflation  steigen,  gilt  dies  für  die   Steuergrenzen  nicht.  Diese  kalte  Progression  führt  derzeit  zu  einer  jährlichen   Mehrbelastung  der  Bevölkerung  von  einer  halben  Milliarde  Euro,  bei  noch   höheren  Inflationsraten  wird  sie  entsprechend  steigen.   • Zusätzlich  ist  immer  das  Risiko  des  Kontrollverlustes,  also  einer  Hyperinflation,   und  einem  völligen  Zusammenbruch  des  europäischen  Währungssystems   gegeben.       Die  JuLis  treten  daher  für  eine  vernünftige  Inflationsbekämpfung  ein:     1. Wir  fordern  eine  Reform  der  Europäischen  Zentralbank:  1   • Die  EZB  hat  sich  am  Grundsatz  der  Preiswertstabilität  als  EINZIGES   geldpolitisches  Ziel  zu  orientieren  und  ihre  expansive  Geldpolitik  sofort  zu   beenden.     • Der  EZB  soll  es  außerdem  verboten  sein  Staatsanleihen  und  andere   Schuldtitel  am  Sekundärmarkt  zu  erwerben,  da  dadurch  ein  erhebliches                                                                                                                                       1 Da  die  EZB  autonom,  also  weisungsungebunden  ist,  muss  dies  über  eine  Änderung  im  Vertrags  über  die   Arbeitsweise  der  Europäischen  Union  §119-­‐§144  geschehen 18


Risiko einer  Staatsinsolvenz  von  den  Einzelstaaten  auf  die  EZB  übergeht.   Faktisch  entspricht  diese  Praktik  einer  Finanzierung  von  Staaten  über  die   Notenpresse.   2. Zu  versuchen  die  Teuerung  über  Preisregulierungen  auf  nationaler  Ebene   einzudämmen  ist  schädlich  für  die  Volkswirtschaft  und  wird  von  den  JuLis  aufs   Schärfste  abgelehnt.   3. Auch  die  von  manchen  politischen  Mitbewerbern  geforderten  Subventionen  beim   den  Kauf  von  bestimmten  Gütern,  die  besonders  von  der  Teuerung  betroffen  sind   (Benzin,  Mieten,  Grundnahrungsmittel),  führen  zu  Marktverzerrungen  und  damit   zu  Wohlstandsverlusten.  Sie  kommen  einer  reinen  Symptombekämpfung  gleich   und  werden  von  den  JuLis  ebenfalls  als  populistisch  abgelehnt.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Nikolaus Scherak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

K EINE E INKOMMENSSTEUERBERECHNUNG  NACH   E INHEITSWERTEN  FÜR   B AUERN   Die   Jungen   Liberalen   fordern,   dass   der   Einkommensteuerberechnung   bei   Bauern   in   Zukunft   nicht   mehr   Einheitswerte,   sondern   das   reale   Einkommen   zu   Grunde   gelegt   werden.   Anstatt   das   reale   Einkommen   der   Bauern   als   Bemessungsgrundlage   zu   nehmen,   werden   österreichische   Bauern   nach   den   extrem   niedrigen   Einheitswerten   besteuert.   Das   bedeutet,   dass   als   Basis   für   die   Einkommensteuer,   ein   fiktiver,   vom   Finanzamt   festgelegter  Einheitswert  herangezogen  wird,  der  nichts  mit  dem  realen  Einkommen  des   Bauern   zu   tun   hat.   Ebenso   problematisch   ist   das   Faktum,   dass   die   Einheitswerte   in   Österreich  nicht  regelmäßig  angepasst  werden.  Die  letzte  Anpassung  der  Einheitswerte   wurde  1988  vorgenommen1.  Die  nächste  ist  frühestens  für  das  Jahr  2015  geplant.2   Wenn   man   sich   die   Größe   und   die   vom   Finanzministerium   festgelegten   Einheitswerte   der   landwirtschaftlichen   Güter   ansieht,   kommt   man   zu   dem   Ergebnis,   dass   landwirtschaftlicher   Grund   im   Durchschnitt   mit   €   414,-­‐   pro   Hektar   bewertet   ist.   Die   wiederum   bedeutet,   dass   der   typische   österreichische   Landwirtschaftsbetrieb   mit   35   Hektar  Größe,  einen  Wert  von  nur  ungefähr  €15.000,-­‐  hat.3   Hinsichtlich  der  Einkommensteuerberechnung  stellt  sich  die  Situation  nun  wie  folgt  dar:   Bis   zu   einem   Einheitswert   von   €   65   500,-­‐   werden   39   %   als   Gewinn   angesetzt,   die   sogenannte   Vollpauschalierung.   In   Österreich   gibt   es   dementsprechend,   aufgrund   der   extrem   niedrigen   Bemessung   der   Einheitswerte,   kaum   bäuerliche   Betriebe   die   über   einem  Einheitswert  von  €  65.500,-­‐  liegen.4   39%   von   €   65.500,-­‐   sind   ungefähr   €   25.0000,-­‐.   Wenn   man   davon   noch   die   diversen   abziehungsfähigen   Ausgaben   (Sozialversicherungsbeiträge,   Pachtzinsen,...)   wegrechnet,   kommt  man  zu  einem  steuerlich  relevanten  Betrag  der  um  die  €  20.000,-­‐  liegt.   Da  die  österreichischen  Bauern  allerdings  noch  das  Privileg  genießen,  dass  sogenannte   Familiensplitting   in   Anspruch   nehmen   zu   dürfen,   muss   man   diesen   Betrag   durch   zwei   dividieren,   was   wiederum   zur   Folge   hat,   dass   es   pro   Ehepartner   zu   einem   steuerlich   relevanten   Betrag   von   ungefähr   €   10.000,-­‐   kommt,   welcher   in   Österreich   unter   der   Einkommensteuergrenze  liegt.                                                                                                                                       1  Weiss  in  "Schwarzbuch  Landwirtschaft",  S.  122.   2  http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/618237/Aufschub-­‐fuer-­‐

Landwirte_Einheitswerte-­‐bleiben-­‐gleich 3  Weiss  in  “Schwarzbuch  Landwirtschaft”,  S.123   4  Weiss  in  “Schwarzbuch  Landwirtschaft”,  S.125   20


Im Endergebnis   führt   dieses   Modell   dazu,   dass   es   in   Österreich   kaum   Bauern   gibt   die   Einkommensteuern   zaheln.   Wenn   man   als   Bemessungsgrundlage   allerdings   das   reale   Einkommen  nehmen  würde,  würden  kleine  Bauern  weiterhin  kaum  Steuern  zahlen,  da   für  sie  bei  entsprechendem   Einkommen   weiterhin   die   Einkommensteuerbefreiung   nach   dem   EStG   gelten   würde.   Bauern   mit   hohem   Einkommen   könnten   aber   endlich   entsprechend  ihrem  tatsächlichen  Einkommen  besteuert  werden.  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Moritz Klammer  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

K EINE STAATLICHEN   K LEIDUNGSVORSCHRIFTEN   Die   JuLis   lehnen   staatliche   Vorschriften,   wie   sich   Privatpersonen   zu   kleiden   haben,   in   jeder   Form   ab.   Sie   reagieren   damit   ausdrücklich   aber   nicht   ausschließlich   auf   immer   wieder   diskutierte   Forderungen,   die   von   manchen   muslimischen   Frauen   getragenen   Schleier   oder   angeblich   zu   freizügige   Kleidung   Jugendlicher   zu   verbieten.   Solche   Vorschriften   würden   die   Freiheit   eines   einzelnen   Menschen   ohne   Notwendigkeit   unverhältnismäßig  einschränken.   Die   gestellte   Forderung   bezieht   sich   nicht   auf   Berufsstände,   in   denen   zur   Repräsentationszwecken   traditionell   Uniformen   getragen   werden.   (Etwa   beim   Bundesheer.)   Ebenso   richtet   sie   sich   selbstverständlich   nicht   gegen   Auflagen,   die   zum   Zweck   der   Arbeitssicherheit   oder   der   Hygiene   erlassen   wurden,   sofern   diese   notwendig   und  angemessen  sind  und  nicht  eine  bestimmte  Bevölkerungsgruppe  unverhältnismäßig   diskriminieren.   Dem  Argument,   ein   Verbot   der   Vollverschleierung  würde  muslimischen  Frauen  zu  mehr   Selbstbestimmung   verhelfen,   halten   die   JuLis   entgegen:   Es   ist   auch   ohne   ein   solches   Verbot   in   keinem   Land   der   EU   möglich,   von   seiner   Ehepartnerin   eine   bestimmte   Art   der   Bekleidung   zu   erzwingen.   Im   Gegenteil   wäre   ein   solches   Vorhaben   seitens   des   Ehemannes   —   sofern   es   unter   Androhung   von   Strafe   erfolgt   —   strafbar.   Besteht   der   begründete   Verdacht,   eine   Frau   würde   zur   Verschleierung   gezwungen,   kann   dem   also   auch   mit   den   vorhandenen   Mitteln   des   Strafrechts   hinreichend   begegnet   werden.   Eine   staatliche  Vorschrift,  sich  unter  Androhung  von  Strafe  in  einer  gewissen  Weise  kleiden   zu  müssen  oder  nicht  kleiden  zu  dürfen,  würde  dagegen  genau  jenem,  bei  Ehepartnern   zurecht  verurteiltem,  Verhalten  entsprechen.      

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Nikolaus Scherak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

K INDERRECHTE IN  DIE   V ERFASSUNG   Die   Jungen   Liberalen   fordern   die   Aufnahme   der   UN-­‐Konvention   über   die   Rechte   des   Kindes  in  die  österreichische  Bundesverfassung.   Der   jetzige   Zustand   ist   untragbar.   Gerade   Kinder   sind   aufgrund   ihres   Alters   besonders   gefährdet  Opfer  in  Rechtsstreitigkeiten  zu  werden.   Ein   besonderes   Problem   stellt   sich   darüber   hinaus   für   sogenannte   „unbegleitete   Minderjährige“.   Dabei   handelt   es   sich   um   minderjährige   Asylwerber,   die   ohne   erwachsenes   Familienmitglied   nach   Österreich   kommen.   Diese   befinden   sich   ohnehin   schon   in   einer   unglaublich   schwierigen   Situation,   welche   dadurch,   dass   in   Österreich   keine  Kinderrechte  in  der  Verfassung  verankert  sind,  noch  verschlimmert  sind,  da  man   sie  bei  negativem  Asylbescheid  abschieben  kann.   Deshalb   fordern   die   Jungen   Liberalen   die   Aufnahme   von   Kinderrechten   in   die   Verfassung,   damit   gerade   den   Schwächsten   in   unsere   Gesellschaft   die   Rechte   zugestanden  werden  die  sie  verdienen  und  brauchen.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Julia Seidl  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

KMU E IGENKAPITALERHÖHUNGEN   Die   Jungen   Liberalen   fordern   die   Schaffung   von   steuerlichen   Anreizen   für   private   Investoren   um   Eigenkapitalerhöhungen   für   KMU   zu   erleichtern.   Dieser   steuerliche   Anreiz  sollen  in  Form  eines  Freibetrages  geschaffen  werden,  der  dem  privaten  Investor   die  steuerliche  Abschreibung  eines  Betrages  bis  zur  Höhe  von  50.000  Euro  in  fünf  Jahren   zu  je  10.000  ermöglicht.   In   Österreich   waren   2009   299.000   KMU   tätig,   diese   beschäftigten   rund   2/3   aller   Erwerbstätigen,   ca.   62%   aller   Arbeitnehmer.   Sie   erzielten   rund   57   %   der   Bruttowertschöpfung   der   marktorientierten   Wirtschaft.   Dabei   stellen   Kleinstbetriebe   von   10   –   49   Mitarbeitern   und   mittlere   (über   49   Mitarbeiter)   die   bedeutendsten   Arbeitgeber  dar  .   Bei  den  Kennzahlen  zur  Unternehmensfinanzierung  zeigt  sich,  dass  Kleinstbetriebe  (und   mittlere   Unternehmen   ca.   38   %   ihres   Kapitals   über   Bankkredite   finanzieren.   Dementsprechend   zeigt   die   Schuldentilgung   in   Jahren,   dass   Kleinst   und   Mittlere   Unternehmen  mit  bis  zu  8  Jahren,  also  3  Jahre  länger  brauchen  als  große  Unternehmen   um  Kredite  zu  tilgen  (ebd.)  .   Das   bedeutet,   dass   für   KMU   die   wichtigste   Finanzierungsquelle   der   Bankkredit   ist.   Mit   der   geringen   Eigenkapitalquote   von   ca.   10%   (im   Vergleich   zu   35%   von   Großunternehmen),   sinken   für   KMU   jedoch   die   Chancen   Kleinkredite   über   Bankfinanzierungen   abdecken   zu   können.   Zusätzlich   steigen   mit   geringer   Eigenkapitalhöhe   die   Zinsen   für   Bankkredite   unverhältnismäßig   stark   an,   da   das   Bankenrisiko   höher   ist.   Diese   Situation   verschärfte   sich   schon   durch   die   Richtlinie   Basel   2  und  wird  durch  Basel  3  härter.   Bisher   bestehende   Finanzierungsmodelle   wie   Venture   Capital,   Beteiligungen,   Business   Angels  und  Haftungen  greifen  meistens  nur  bei  höheren  Investitionen  von  über  500.000   Euro   und   sind   mit   hohen   Risiken   für   die   Investoren   und   damit   mit   hohen   Zinsen/Zahlungen   für   die   KMU   verbunden.   Mikrokredite   werden   in   Österreich   nach   länderspezifisch   vergeben   und   spielen   sich   im   Bereich   bis   25.000   Euro   (lt.   EU   Kommission)   und   zielen   hauptsächlich   auf   Finanzierung   von   EPU   ab   und   sind   damit   nicht   relevant   für   den   gegenständlichen   Antrag.   (Genaue   Informationen   über   die   bestehenden  Förderungen  und  Unterstützungen  aws,  Tourismusbank  )   Mit   einer   Erhöhung   der   Eigenkapitalquote   kommen   KMU   wieder   eher   zu   günstigen   Bankkrediten   um   Investitionen   zu   tätigen   um   damit   Ihre   Bedeutung   für   die   Österreichische   Wirtschaft   zu   stabilisieren   und   auszubauen.   Für   private   Investoren   werden  Kapitalanlagen  in  Unternehmen  damit  attraktiver  und  totes  Kapital  kann  in  das   Wirtschaftswachstum  investiert  werden.  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Markus Wohlrab  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

LASST DEN  WÄHLER  SPRECHEN,  NICHT  ERST  NACH  5  JAHREN!   a)  Problem   Es  ist  schon  erstaunlich:  SPÖ  und  ÖVP  stritten  die  vergangenen  Jahre  darüber,  wie  mehr   Demokratie   möglich   ist.   Man   könnte   daraus   schließen,   dass   zumindest   im   Grundsatz   Einigkeit  besteht:  die  Einbindung  der  Bevölkerung  in  politische  Entscheidungsprozesse   muss  gestärkt  werden.     In   einem   System   der   repräsentativen   Demokratie   (wie   dem   österreichischen)   ist   unbestritten,   dass   die   regelmäßige   Wahl   der   gesetzgebenden   Körperschaft   einen   Grundpfeiler   des   demokratischen   Prinzips   bildet.   Die   Nationalratswahl   garantiert   die   Rückkoppelung   politischer   Entscheidungsträger   an   den   Willen   des   Volkes,   ermöglicht   neuen   Bewegungen   (wie   jüngst   geschehen!)   „frischen   Wind“   ins   Parlament   zu   bringen   und  reizt  zur  politischen  Debatte.     Gerade   in   Österreich,   wo   die   direktdemokratischen   Instrumente   relativ   schwach   ausgebaut  sind,  kommt  den  Wahlen  zum  Parlament  eine  umso  größere  Bedeutung  zu.     Eine   fünfjährige   Legislaturperiode   „verdünnisiert“   das   demokratische   Mitentscheidungsrecht,   ohne   dass   hierfür   eine   ausreichend   gewichtige   Begründung   ersichtlich  wäre.  Wahlen  in  Halbjahrzehnt  –  Abständen,  deren  gesetzliche  Verankerung   2007  kaum  öffentlich  diskutiert  wurde,  stellen  einen  massiven  Eingriff  in  die  Verfassung   dar,   der   –   wenngleich   verfassungsrechtlich   noch   zulässig   –   demokratiepolitisch   höchst   bedenklich  erscheint.     b)  Lösung   Die   Jungen   Liberalen   fordern   aus   obigen   Gründen   eine   Rückkehr   zum   vierjährigen   Wahlrhythmus   bei   den   Nationalratswahlen,   so   wie   dies   auch   in   unseren   deutschsprachigen  Nachbarländern  der  Fall  ist.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Amir Ahmed  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

LIBERALES RAUCHGESETZ  STATT  UNTERNEHMERHETZ   Reform   der   Bestimmungen   über   das   Rauchverbot   in   der   Gastronomie   (Tabakgesetz)   Die   Jungen   Liberalen   fordern   die   Reformierung   des   bestehenden   Rauchverbots   in   der   Gastronomie,  um  den  Ansprüchen  der  Eigenverantwortung  mündiger  Bürgerinnen  und   des   verfassungsrechtlich   gewährleisteten   Rechts   der   Gewerbefreiheit   und   Eigentumsfreiheit  der  Unternehmer  zu  entsprechen.  Rauchen  gefährdet  die  Gesundheit,   dies   ist   unbestritten.   Aber   auch   Alkoholgenuss   und   Übergewicht   gefährden   die   Gesundheit.       Das   Ziel   liberaler   Politik   darf   es   nicht   sein,   mit   Verboten   und    finanziellen   Sanktionen   zu   reagieren.  Staatliches  Handeln  darf  es  sich  nicht  zum  Ziel  setzen,  mündige  Menschen  in   all  ihren  Entscheidungen  zu  gängeln  und  zu  bevormunden.   Gegenwärtig  sieht  die  Gesetzeslage  (§  13a  Tabakgesetz)  folgendes  vor:   In   Betrieben   mit   mehreren   der   Bewirtung   der   Gäste   dienenden   Räumen   dürfen   Raucherzimmer  eingerichtet  werden.  Diese  Raucherbereiche  dürfen  maximal  50  %  der   für   den   Genuss   von   Speisen   oder   Getränken   bestimmten   Plätze   umfassen   und   der   Inhaber  hat  sicherzustellen,  dass  der  Tabakrauch  nicht  in  die  übrigen,  mit  Rauchverbot   belegten   Räume   dringt.    In   Lokalen,   in   denen   nur   ein   Gastraum   zur   Verfügung   steht   dessen  Grundfläche  weniger  als  50  m²  beträgt  kann  der  Inhaber  selbst  entscheiden,  ob   das   Rauchen   gestattet   wird,   oder   nicht.   Diese   Widmung   ist   mit   einem   Aufkleber   im   Eingangsbereich  deutlich  sichtbar  zu  machen.   Die  gegenwärtige  Gesetzeslage  ist  aus  mehreren  Gründen  zu  ändern:   1)Die  Inhaber  von  Gaststätten,  Kneipen  oder  Restaurants  sollen  selbst  entscheiden,  wie   sie   ihre   Betriebe   führen   wollen.   Solange   Tabak   ein   legales   Genussmittel   ist,   müssen   Unternehmer   im   Rahmen   der   verfassungsrechtlich   gewährten   Eigentums-­‐   und   Gewerbefreiheit   entscheiden   dürfen,   welche   legalen   Genussmittel   sie   in   Ihrem   Betrieb   anbieten.   2)Der   jetzige   Zustand   führt   zu   dem   absurden   Ergebnis,   dass   es   Unternehmern,   im   Sinne   ihrer   Geschäftsvision   und   Hausrecht,   einerseits   gestattet   ist,   Bekleidungsvorschriften   zu   erlassen   bzw.   einzelnen   Gäste   den   Zutritt   zu   verweigern,   andererseits   aber   verunmöglicht  wird,  je  nach  Bedarf  des  Marktes,  den  Konsum  von  legalen  Genussmittel   in   ihren   Räumlichkeiten   anzubieten.   Möchte   ein   Unternehmer   daher   z.B   ein   “Raucherstüberl”   auf   seiner   Fläche   von   über   50   m2   gründen,   so   wird   ihm   das   verunmöglicht,   es   ist   gesetzlich   verboten   diese   Zielgruppe   anzusprechen.   Auch  

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geschlossene /   private   Veranstaltungen,   wie   z. B.   Familienfeiern,   Betriebs-­‐   oder   Vereinsfeiern  sind  nicht  ausgenommen.     3)Die   Unterscheidung   zwischen   Betrieben   mit   einer   Gastnutzfläche   von   mehr   als   50   m2   und   bis   zu   50   m2   erfolgt   völlig   willkürlich   und   verzerrt   den   Wettbewerb   zwischen   Betrieben.   4)Der   Umstand,   dass   Raucher   in   bestimmten   Betrieben   nicht   mehr   rauchen   können,   wirkt   sich   auf   die   Konsumationsdauer   aus,   in   dem   diese   verkürzt   wird   und   somit   weniger   konsumiert   wird.   Dies   führt   zu   einem   Rückgang   an   Umsatz   und   gefährdet   Betriebe   und   Arbeitsplätze.   Das   Rauchverhalten   verlagert   sich   somit   von   Bars   und   Diskotheken   verstärkt   in   Wohnungen   und   Häuser,   wo   Kinder   verstärkt   Rauch   ausgesetzt  werden.   5)Das   bestehende   Verbot   ist   faktisch   nicht   vollziehbar   und   es   ist   absurd,   Steuergeld   dafür   zu   verschwenden,   dass   Behörden,   wie   Inquisitore,   den   Konsum   von   legalen   Genussmitteln  in  nicht  staatlichen  Räumlichkeiten  kontrollieren.   Ergebnis:   Die   Jungen   Liberalen   Fordern,   dass   Unternehmer   eigenversantwortlich   entscheiden  sollen,  welche  legalen  Genussmittel  in  ihren  Betrieben  konsumiert    werden   dürfen   und   das   Kunden   eigenverantwortlich   entscheiden   in   welche   Betriebe   sie   sich   begeben.   Der   Inhaber   eines   Gastronomiebetriebes   hat   den   Eingangsbereich   seines   Betriebes  als  Raucher,  Nichtraucher  oder  Lokal  mit  Nichtraucher  und  Raucherräume  zu   kennzeichnen,   um   diese   selbstbestimmte   Wahl   zu   ermöglichen.   Das   Rauchverbot   in   Räumen   öffentlicher   Orte   (§13   Tabakgesetz)   und   in   Räumen   die   für   Unterrichts-­‐   und   Fortbildungszwecke,   Verhandlungszwecke   und   schulsportliche   Betätigung   benützt   werden   (§12   Tabakgesetz)   bleibt   unangetastet.   Die   Jungen   Liberalen   sprechen   sich   dafür  aus,  verstärkt  an  Kindergärten  und  Schulen  Präventionsarbeit  zu  betreiben.              

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Stefan Windberger  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

MEHR DEMOKRATIE  IN  EUROPA   Wir  JuLis  anerkennen  die  historische   Bedeutung   der   europäischen   Integration,  die   in   den   letzten   Jahrzehnten   die   Wiederherstellung   und   Sicherung   von   Frieden,   Freiheit   und  Wohlstand  ermöglicht  hat.   Wir   begreifen   Bestand  und  Weiterentwicklung  einer  demokratisch-­‐rechtsstaatlich   verfassten  und  marktwirtschaftlich-­‐wettbewerblich  ausgerichteten  Europäischen   Union   als   einzige   Chance,   im   globalisierten   Wettbewerb,   der   in   sehr   vielen   Ländern   anderer   Kontinente   schnelles   Wirtschaftswachstum   ermöglicht   hat,   das   Erreichte   zu   sichern   und   die   gewaltigen   wirtschaftlichen   und   sozialen   Herausforderungen   gemeinsam  zu  meistern.   Die   JuLis   setzen   sich   für   ein   Europa   der   Demokratie,   der   Rechtsstaatlichkeit   und   der   Menschenrechte   ein,   in   dem   die   in   Art.   2   des   Vertrages   über   die   Europäische   Union   verankerten   Werte   von   der   Union   und   ihren   Mitgliedstaaten   respektiert   werden.   Dazu   bedarf  es  auch  eines  starken   Europäischen   Parlaments  als  unmittelbarer  Vertretung   der   UnionsbürgerInnen,   das   im   Vertrag   von   Lissabon   endgültig   zum   Mitgesetzgeber   aufgerückt  ist.   Trotz  dieses  formal  eindrucksvollen  Zuwachses  an  Kompetenzen,  die  vom  Europäischen   Parlament   auch   immer   häufiger   genutzt   werden,   scheint   das   Europäische   Parlament,   wie  insbesondere  die  niedrige  und  ständig  sinkende  Wahlbeteiligung  beweist,  nicht  die   gleiche   Akzeptanz   als   demokratisches   Repräsentativorgan   zu   genießen,   wie   es   etwa   nationale   Parlamente   tun.   Solange   es   nicht   die   demokratische   Verantwortlichkeit   europäischer   Regierungsgewalt   sicherstellen   kann   und   Mindestgrundsätzen   parlamentarischer  Repräsentation  genügt,  wird  sich  daran  wenig  ändern.   Wir   JuLis   fordern   daher,   dass   die   Wahlen   zum   Europäischen   Parlament   von   den   UnionsbürgerInnen   als   zentrales   Instrument   zur   Entscheidung   über   die   künftige   politische   Ausrichtung   der   Arbeit   der   EU-­‐Kommission   genutzt   werden   kann.   Pläne,   dass   alle   europäischen   politischen   „Familien“   eigene   Kandidaten   für   das   Amt   des   Kommissionspräsidenten   bei   den   Wahlen   aufstellen,   die   im   Vorfeld   eine   europaweite   Kampagne   mit   klaren   politischen   Programmen   führen,   sind   zur   Herstellung   demokratischer   Verantwortlichkeit   unbedingt   zu   unterstützen.   Das   wird   ein   zentrales  Instrument  sein,  um  den  UnionsbürgerInnen  zu  vermitteln,  dass  ihre  Stimme   auf   europäischer   Ebene   Gewicht   hat.   Die   Umsetzung   dieser   Pläne   kann   auf   Basis   der   geltenden  Verträge  sofort  erfolgen.   Zugleich   ist   darauf   hinzuwirken,   dass   das   Europäische   Parlament   Mindestgrundsätzen   demokratischer   Repräsentation  genügt.  Dies  kann  zum  Teil  nur  auf  dem  Wege  einer   langwierigen,  aber  letztlich  notwendigen  Vertragsänderung  erfolgen:  Ohne  Initiativrecht  

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kann das  Europäische  Parlament  nie  ein  Vollparlament  sein,  dessen  Einführung  fordern   wir   daher.   Auch   die   Verwirklichung   proportionaler   Repräsentation   in   Richtung   annähernd   gleichen   Zähl-­‐   und   Erfolgswertes   ist   ein   notwendiger   Schritt,   damit   das   Europäische   Parlament   von   den   darin   gleichermaßen   vertretenen   UnionsbürgerInnen   als   repräsentativ-­‐demokratisches   Organ   angenommen   werden   kann.   Bei   dieser   Vertragsänderung   ist   auch   sicherzustellen,   dass   der   Sitz   des   Europäischen   Parlaments   am   Sitz   der   ihr   verantwortlichen   Kommission   und   ihres   Mitgesetzgebers,   des   Rates,   liegt.   Auch   wenn   in   einer   Europäischen   Union   von   derzeit   28   Mitgliedstaaten   eine   Vertragsänderung   ein   schwieriges   und   äußerst   langwieriges   Unterfangen   ist,   kritisieren   wir   JuLis   den   in   den   letzten   Jahren   eingeschlagenen   Weg   der   Regierungen,   auf   völkerrechtliche   Vereinbarungen   statt   supranationaler   Lösungen   mit   entsprechender   Einbindung   der   Kommission   und   insbesondere   des   Europäischen   Parlaments   auszuweichen.   ESM-­‐Vertrag   und   Fiskalpakt   basieren   nicht   nur   auf   dem   Konzept   von   Hinterzimmer-­‐Diplomatie,   sie   ermöglichen   auch   keine   wirksame   Mitwirkung   und   Kontrolle   der   in   einem   Europäischen   Parlament   repräsentierten   UnionsbürgerInnen.   Das  intransparente   und   nicht   supranational   unter   Einbindung   des   Europäischen   Parlaments  Zustandekommen  des  ESM-­‐Vertrag  lehnen  wir  entschieden  ab.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Nikolaus Scherak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

M ITWIRKUNGSPFLICHT BEINHALTET  KEINEN   F REIHEITSENTZUG   Die  Jungen  Liberalen  lehnen  die  Einführung  einer  Mitwirkungspflicht  für  Asylwerber  in   der  vorgesehenen  Form  entschieden  ab.  Das  ein  Asylwerber  bei  der  Behandlung  seines   Asylantrages   mitwirken   muss   ist   selbstverständlich.   Jedoch   kann   es   nicht   sein,   dass   Asylwerber  die  ersten  7  Tage  in  der  Erstaufnahmestelle  bleiben  müssen,  auch  wenn  er   gar  nicht  an  seinem  Antrag  mitwirken  kann,  da  es  sich  zum  Beispiel  um  einen  Feiertag   oder  ein  Wochenende  handelt,  an  dem  die  Behörden  geschlossen  sind.   Begründung:   Durch   die   Mitwirkungspflicht   wird   eine   Präventivhaft   für   Asylwerber   eingeführt,  die  einen  unerlaubten  Freiheitsentzug  darstellt.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Amir Ahmed  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

NEIN ZUM  §209  STGB  LIGHT  –  REFORMIERUNG  DES  §207B  STGB   Der  §  207b  StGB  wurde  von  der  schwarz-­‐blauen  Regierung  implementiert,  nachdem  der   menschenrechtswidrige   §   209   StGB   (Verbot   gleichgeschlechtlicher   sexueller   Handlungen   zwischen   einer   volljährigen   Person   und   einer   mündigen   minderjährigen   Person   (=   14-­‐17)   vom   Verfassungsgerichtshof   aufgehoben   wurde.   Zusammengefasst   sollen   nun   durch   den   §   207b   aber   gewisse   „Missbrauchsfälle“   erfasst   werden.   Vereinfacht  sind  diese:  Abs  3)  sexuelle  Handlungen  die  durch  Entgelt  „verleitet“  wurden   (sogar  bis  zum  18.Lebensjahr),  Abs  1)  Ausnutzen  „mangelnder  Reife“  (bis  16)  und  Abs   2)Ausnutzen  einer  „Zwangslage“  (bis  16).   Der   §   207b   StGB    wurde   entgegen   den   Stimmen   der   Fachwelt   (u.a   Österreichischen   Gesellschaft  für  Sexualforschung  -­‐  ÖGS)      und  der  Jugendvertreter  beschlossen.  Mehrere   parlamentarische   Anfragen   haben   ergeben,   dass   der   §   207b   StGB   unverhältnismäßig   oft   gegen  Homosexuelle  vollzogen  wird,  da  die  schwammige  Bestimmung  der  „mangelnden   Reife“   (Abs   1)   Missbrauch   Tür   und   Tor   öffnet   und   dieser   Missbrauch   durch   die   Praxis   weitgehend   dokumentiert   ist.   Seit   dem   Jahr   2006   liegen   keine   weiteren   Daten   vor,   da   Justizministerin  Karl  beharrlich  weitere  parlamentarische  Auskünfte  verweigert  hat.     Aber   auch   der   Begriff   „Entgelt“   im   dritten   Absatz   des   §   207b   StGB   ist   unabhängig   von   der   sexuellen   Orientierung   mehr   als   problematisch,    da   unter   „Entgelt“   bereits   eine   Einladung   zum   Abendessen   oder   eine   sonstige   Einladung   subsumiert   kann.    Selbst   Sozialarbeiter   weisen   darauf   hin,   dass   Jugendprostitution   ein   soziales,   aber   kein   Problembereich   des   Strafrechts   ist,   da   Jugendliche   überwiegend   nicht   aus   Zwang   sondern  aus  ihren  Lebensumständen  heraus,  aus  eigener  Entscheidung  entgeltlichen  Sex   anbieten.   Die   Jungen   Liberalen   fordern,   die   ersatzlose   Streichung   der   Absätze   1)   und   3)   des   §   207b   StGB,   da   die   Praxis,   die   in   den   Expertenhearings   getätigten   Befürchtungen   bestätigt   hat,   da   hier   eine   Anti-­‐Homosexuellenbestimmung   durch   die   Hintertür   implementiert  wurde,  die  aber  auch  unabhängig  von  der  sexuellen  Orientierung,  wegen   der   schwammigen   Tatbestandsmerkmale,   allein   schon   aus   rechtsstaatlichen   Gründen   abzulehnen  ist.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Nikolaus Scherak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

P ASSIVES W AHLRECHT  FÜR   B UNDESPRÄSIDENTSCHAFTSWAHL    

Die Jungen   Liberalen   fordern,   dass   Art.   60   B-­‐VG   wie   folgt   abgeändert   wird:   Zum   Bundespräsidenten   kann   nur   gewählt   werden,   wer   das   Wahlrecht   zum   Nationalrat   besitzt  und  am  Wahltag  das  18.  Lebensjahr  vollendet  hat.   Die  unsachliche  Differenzierung,  dass  man  zwar  ab  Vollendung  des  18.  Lebensjahres  in   den  Nationalrat  gewählt  werden  darf,  aber  nicht  zum  Bundespräsident,  ist  abzulehnen.   Darüber   hinaus   ist   nicht   einzusehen,   dass   Mitglieder   von   regierenden   oder   ehemals   regierenden   Häusern   von   der   Wählbarkeit   ausgeschlossen   sind.   Dabei   handelt   es   sich   um   eine   Regelung   die   nicht   mehr   zeitgemäß   ist   und   dementsprechend   abgeschafft   werden  soll.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Nikolaus Scherak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

P LÄDOYER FÜR  DIE   G RUPPENBESTEUERUNG     Die   Jungen   Liberalen   sehen   in   der   Gruppenbesteuerung   eine   wichtige   volkswirtschaftliche   Maßnahme   des   Gesetzgebers   und   lehnen   daher   eine   Abschaffung   aufs  entschiedenste  ab.   Abgesehen   davon   ist   eine   ersatzlose   Abschaffung   der   Gruppensteuer   rein   juristisch   gesehen  gar  nicht  möglich,  da  der  EuGH  in  einem  Urteil  aus  dem  Jahre  2005  festgestellt   hat,   dass   zumindest   ein   Verlustausgleich   von   endgültigen   Verlusten   innerhalb   der   EU   möglich  sein  muss.   Österreich   lässt   eine   Berücksichtigung   der   Auslandsverluste   allerdings   schon   im   Jahr   der   Verlustentstehung   zu.   Selbstverständlich   nur   unter   dem   Vorbehalt   der   Nachversteuerung   im   Falle   zukünftiger   Aufholung   durch   Gewinne   im   Ausland.   Dieser   Vorteil   ist   zwar   vom   Unionsrecht   nicht   gefordert,   es   ist   jedoch   für   eine   kleine   Volkswirtschaft  wie  Österreich,  die  von  Expansionen  in  Auslandsmärkte  abhängig  sind,   enorm   wichtig   Auslandsinvestitionen   zu   unterstützen.   Deren   Erschließung   führt   aber   nur  allzu  häufig  zu  Verlusten,  die  leichter  zu  verkraften  sind,  wenn  die  verlustbedingte   Steuererleichterung  im  Zeitpunkt  des  ausländischen  Markteintritts,  und  nicht  erst  Jahre   später,  wenn  Endgültigkeit  eingetreten  ist,  gewährt  wird.   Österreich   könnte   allenfalls   die   Gruppenbesteuerung   in   Bezug   auf   Drittländer   abschaffen.   Die   Jungen   Liberalen   sehen   aber   auch   hier   keine   Handlungsnotwendigkeit.   Die  Abschaffung  würde  nur  eine  sehr  kleine  Gruppe  von  internationalen  Unternehmen   treffen.   Den   Jungen   Liberalen   erscheint   es   alles   andere   als   sinnvoll,   gerade   eine   kleine   Gruppe   von   Unternehmen,   die   global   agieren,   durch   die   Nichtverwertbarkeit   ihrer   Auslandsverluste   zu   benachteiligen.   Die   logische   Konsequenz   einer   solchen   Benachteiligung   wäre,   dass   diese   Unternehmen   ihren   Unternehmenssitz   ins   Ausland   verlegen  würden  was  wiederum  den  Verlust  von  Arbeitsplätzen  in  Österreich  bedeuten   würde.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Nikolaus Scherak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

P RÄIMPLANTATIONSDIAGNOSTIK ERLAUBEN   Die   Jungen   Liberalen   fordern   die   begrenzte   Zulassung   der   Präimplantationsdiagnostik   (PID)  in  Österreich.   Bei   der   Präimplantationsdiagnostik   handelt   es   sich   um   eine   Untersuchung   die   bei   in   Reagenzgläsern   erzeugten   Embryonen   angewendet   wird.   Die   PID   stellt   Methoden   zur   Verfügung,  um  schwerwiegende  Krankheiten  eines  in  vitro  befruchteten  Embryos,  bzw.   eine   drohende   Tot-­‐   oder   Fehlgeburt,   bereits   vor   der   Einpflanzung   in   den   Mutterleib   feststellen  und  gegebenenfalls  von  einer  Verpflanzung  absehen  zu  können.   Momentan   ist   in   Österreich   nur   die   Pränataldiagnostik   erlaubt.   In   diesem   Fall   werden   Embryonen,  die  sich  schon  im  Mutterleib  befinden,  auf  Erbkrankheiten  hin  untersucht.   Sollte   eine   solche   schwerwiegende   Erbkrankheit   dabei   festgestellt   werden,   besteht   die   Möglichkeit  für  die  Mutter  abzutreiben,  da  entsprechend  der  Fristenlösung,  eine  solche   Abtreibung  in  Österreich  straffrei  ist.   Die  momentane  Regelung  ist  insofern  äußerst  unbefriedigend,  als  dass  man  Frauen,  bei   denen  eine  natürliche  Schwangerschaft  nicht  möglich  ist,  und  die  sich  für  eine  In-­‐Vitro-­‐ Fertilisation  entscheiden,  zumutet,  obwohl  sie  über  eine  etwaige  Gefahr  einer  Vererbung   einer   schwerwiegenden   Krankheit   Bescheid   wissen,   dass   sie   zuerst   eine   Schwangerschaft  mittels  In-­‐Virtro-­‐Fertilisation  beginnen,  um  erst  dann  im  Stadium  der   Schwangerschaft   den   Embryo   auf   etwaige   Erbkrankheuten   zu   untersuchen,   anstatt   schon  im  vorhinein  zu  erlauben,  dass  man  einen  In-­‐Vitro  gezeugten  Embryo  auf  solche   Erbkrankheiten  untersucht.   Mit   Hilfe   der   Präimplantationsdiagnostik   würde   die   Möglichkeit   bestehen,   den   im   Reagenzglas   erzeugten   Embryo   schon   vor   der   Implantation   in   den   Mutterleib   auf   entsprechende   Erbkrankheiten   zu   untersuchen.   Dadurch   würde   man   Frauen,   die   sich   nicht  in  der  Lage  sehen  ein  Kind  mit  einer  schwerwiegenden  Erbkrankheit  aufzuziehen,   nicht   in   die   schwierige   Situation   bringen,   mit   einem   kranken   Embryo   schwanger   zu   werden,   den   sie   dann,   aufgrund   dieser   schwerwiegenden   Erbkrankheit   bzw.   aufgrund   einer  drohenden  Tot-­‐  oder  Fehlgeburt,  abtreiben,  sondern  ihnen  die  Möglichkeit  geben,   schon   vor   Beginn   einer   Schwangerschaft   darüber   zu   entscheiden,   ob   sie   eine   solche   Schwangerschaft  eingehen  wollen,  oder  nicht.   Vor  dem  Hintergrund  der  schwerwiegenden  Belastung  einer  Abtreibung  bzw.  Tot-­‐  oder   Fehlgeburt,   ist   es   auf   jeden   Fall   sinnvoller   bei   einer   künstlichen   Befruchtung   schon   im   Vorhinein   festzustellen   ob   es   sich   um   einen   kranken   Embryo   handelt   oder   nicht,   anstatt   einen  kranken  Embryo  einzusetzen,  und  dann  erst  mittels  der  PND  festzustellen  ob  der   Embryo  eine  Erbkrankheit  hat  oder  nicht.  Über  die  Zulassung  einer  PID  im  Einzelfall  soll   eine  eigens  dafür  eingerichtete  Ethikkommission  entscheiden.  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Markus Wohlrab  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

RECHTSSTAATLICHES VERFAHREN  IM  RECHTSSTAAT   a)  Problem   Um   sich   im   Verwaltungsverfahren   als   Betroffener   wehren   zu   können,   ist   eines   fast   immer   unerlässlich:   Akteneinsicht.   Die   derzeitige   Gesetzeslage   (§   17   Allgemeines   Verwaltungsverfahrensgesetz)   räumt   der   Behörde   einen   bedenklich   weiten   Spielraum   ein,   die   Akteneinsicht   zu   verweigern.   Dieses   Problem   wurde   von   der   Lehre   längst   erkannt.1   Derzeit  sind  drei  Verweigerungsgründe  gesetzlich  verankert:   -­‐  Schädigung  berechtigter  Interessen  einer  Partei  oder  dritter  Personen.   -­‐  Gefährdung  der  Aufgaben  der  Behörde.   -­‐  Beeinträchtigung  des  Verfahrenszwecks.   Alle   diese   Gründe   sind   „äußerst   unpräzise“   (Hengstschläger).   Eine   Reform   dieser   für   ein   rechtstaatliches  Verfahren  grundlegenden  Norm  erscheint  überfällig.     b)  Lösung   aa)   Aus   den   oben   genannten   Gründen   setzen   sich   die   Jungen   Liberalen   für   eine   Präzisierung   bzw.   Verengung   der   Verweigerungsgründe   ein.   Einen   Orientierungspunkt   bietet   die   Regelung   zur   Akteneinsicht   im   Strafprozess.   Diese   darf   demnach   nur   dann   beschränkt   werden,   wenn   BESONDERE   Umstände   befürchten   lassen,   dass   durch   sofortige   Kenntnisnahme   bestimmter   Aktenstücke   der   Ermittlungszweck   gefährdet   wäre.  Hinkünftig  soll  sich  die  Behörde  nicht  mehr  „allgemein“  auf  die  Gefährdung  ihrer   Aufgaben   berufen   können.   Es   müssen   konkret   benennbare   Anhaltspunkte   vorliegen,   die   (im  Fall  der  Akteneinsicht)  auf  eine  Vereitelung  des  Ermittlungszwecks  schließen  lassen.     bb)   Derzeit   ist   ein   (abgesondertes)   Rechtsmittel   gegen   die   Verweigerung   auf   Akteneinsicht   nicht   möglich.   Dies   zu   rechtfertigen   mit   der   „Beschleunigung“   des   Verfahrens   erscheint   bei   einem   solch   wesentlichen   Recht   unverhältnismäßig.   Ein   Betroffener   soll   nicht   das   Risiko   (insbesondere   die   Kosten)   der   Berufung   auf   sich   nehmen   müssen,   um   das   zu   bekommen,   was   man   ihm   womöglich   bereits   in   1.   Instanz   hätte   gewähren   müssen:   volles   rechtliches   Gehör   –   einschließlich   der   Akteneinsicht.   Die   Jungen  Liberalen  setzen  sich  daher  für  die  Verpflichtung  der  Behörde  ein,  im  Falle  der   Verweigerung  der  Akteneinsicht  einen  verfahrensrechtlichen  Bescheid  zu  erlassen,  der   gesondert  anfechtbar  zu  sein  hat.                                                                                                                                         1  So  etwa  bei  J.  Hengstschläger:  Verwaltungsverfahrensrecht.  Ein  systematischer  Grundriss.  4.  

Auflage, S.  116ff.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Stefan Windberger  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

REFORM DER  AUßEN-­‐  UND  SICHERHEITSPOLITIK   Die   Jungen   Liberalen   fordern   eine   grundlegende   Neuausrichtung   der   Gemeinsamen   Außen-­‐  und  Sicherheitspolitik  (GASP)  der  Europäischen  Union.     In  Anlehnung  an  Henry  Kissingers  „Who  do  I  call  if  I  want  to  call  Europe?”  fordern  die   JuLis,   dass   die   Europäische   Union   mit   einer   starken   Stimme   auf   der   internationalen   Bühne   auftritt.   Als   Befürworter   einer   fiskalischen   und   politischen   Integration   Europas   mit   der   Vision   eines   Zusammenschlusses   der   Mitgliedsstaaten   zu   den   Vereinigten   Staaten  Europas  ist  eine  Reform  der  GASP  daher  wünschenswert.   Die  JuLis  fordern  eine  Reform  der  GASP  mit  folgenden  Zielen:   ·   Umwandlung   der   Position   des   Hohen   Vertreters   für   Außen-­‐   und   Sicherheitspolitik   in   einen  EU-­‐Außenminister  mit  entsprechenden  Zuständigkeiten   ·   Konsolidierung   und   Erweiterung   der   Kompetenzen   des   Europäischen   Auswärtigen   Dienstes  (EAD)   ·   Integration   der   nationalen   Streitkräfte   und   des   Eurokorps   zu   einer   gemeinsamen   Europaarmee   Derzeit   legt   der   Europäische   Rat   und   somit   die   einzelnen   Staats-­‐   und   Regierungschefs   der   Mitgliedsstaaten   die   Leitlinien   des   GASP   fest,   während   die   Außenminister   der   Mitgliedsstaaten   einzelne   Beschlüsse   im   Rat   der   EU   formulieren.   Die   Gestaltungskompetenz  der  Hohen  Vertreterin  für  Außen-­‐  und  Sicherheitspolitik  ist  nicht   zuletzt   durch   das   Einstimmigkeitsprinzip   im   Europäischen   Rat   sowie   dem   Rat   der   EU   massiv  eingeschränkt.     Die   Jungen   Liberalen   fordern   die   Einführung   der   Position   eines   EU-­‐Außenministers   anstelle   eines   Hohen   Vertreters,   welcher   zudem   über   ein   gestärktes   Initiativ-­‐   und   Vetorecht   im   Europäischen   Rat   verfügen   soll.   Zur   Stärkung   der   Zuständigkeiten   dieser   Personen  sollten  sowohl  Leitlinien  als  auch  einzelne  Beschlüsse  des  GASP  zukünftig  mit   einer   qualifizierten   Mehrheit   beschlossen   werden   können.   Im   Gegenzug   ist   ein   Vetorecht  des  Europäischen  Parlamentes  mittels  einfacher  Mehrheit  denkbar.   Die   JuLis   unterstützen   weiters   eine   klare   Stärkung   des   EAD.   Die   Kompetenzen   der   Vertretungen   der   EU   im   Ausland   sollen   erweitert   werden,   da   z.B.   die   gemeinsame   Ausgabe  von  Visa  durch  die  „EU-­‐Botschaften“  zu  einem  gerechteren  Vergabeprozess  und   Kosteneinsparungen   führen   würde.   Konsularische   Tätigkeiten   sollten   daher   von   den   Mitgliedsstaaten   auf   europäische   Ebene   übertragen   werden.   In   einem   weiteren   Schritt   ist   auch   ein   verpflichtender   und   institutionalisierter   Austausch   sämtlicher   Informationen   in   politischer   und   wirtschaftlicher   Hinsicht   zwischen   den  

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Außenministerien und   Botschaften   wünschenswert   (vor   allem   betrifft   dies   die   Vetomächte  im  UN-­‐Sicherheitsrat,  Großbritannien  und  Frankreich).   Die   JuLis   stehen   einer   schrittweisen   Integration   der   nationalen   Streitkräfte   der   Mitgliedsstaaten   zu   einer   europäischen   Armee   positiv   gegenüber.   Diese   würde   die   europäische   Verteidigungsbereitschaft   und   eigenständiges   Krisenmanagement   massiv   stärken  und  auch  zu  einer  deutlichen  Kostenreduktion  durch  gemeinsamen  Einkauf  und   Skaleneffekte   führen.   Denkbar   ist   eine   Berufsarmee   unter   Einbeziehung   vorhandener   Strukturen   wie   des   Eurokorps   sowie   der   EU   Battlegroups.   Die   US-­‐dominierte   NATO   steht   nach   Ende   des   kalten   Krieges   und   vor   allem   im   Hinblick   auf   den   massiven   Missbrauch   des   Vertrauens   der   europäischen   Partner   im   Zuge   des   NSA-­‐Skandals   im   Widerspruch   zu   einer   geeinten   europäischen   Außen-­‐   und   Sicherheitspolitik.   Die   Mitgliedstaaten  sind  daher  angehalten,  ihr  Engagement  innerhalb  der  NATO  zugunsten   einer   gemeinsamen   Europaarmee   zu   reduzieren,   wobei   die   USA   weiterhin   einen   bevorzugten  Partner  der  EU  auf  anderen  Ebenen  darstellen  sollten.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Amir Ahmed  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

S.O.S. RECHTSSTAAT  –  AUFWERTUNG  DES   PRIVATSACHVERSTÄNDIGENGUTACHTENS  IM  STRAFVERFAHREN   Oftmals   sind   Richter   bzw.   Vorsitzende   eines   Schöffensenats   darauf   angewiesen,   eine   weitere   Person   mit   notwendiger   Sachkunde   dem   Verfahren   beizuziehen.   Diese    Sachverständige  sind  gem.  §  126  StPO  zu  bestellen,  wenn  für  Ermittlungen  oder   für   Beweisaufnahmen   besonderes   Fachwissen   erforderlich   ist,   über   welches   die   Strafverfolgungsbehörden   durch   ihre   Organe,   besondere   Einrichtungen   oder   bei   ihnen   dauernd  angestellte  Personen  nicht  verfügen.     Die   Bestellung   erfolgt   im   Ermittlungsverfahren   grundsätzlich    durch   die   Staatsanwaltschaft   ,   für   gerichtliche   Ermittlungen   oder   Beweisaufnahmen   durch   das   Gericht.   Rechtsstaatlich   befremdlich,   ist   der   Umstand,   dass   jene   Sachverständige,   die   im   Ermittlungsverfahren   von   der   Staatsanwaltschaft   bestellt   wurden,   auch   im   Hauptverfahren,   als   Sachverständige   herangezogen   werden.   Dies   ist   zwar   kostensparend,   bedeutet   aber   nichts   anderes,   als   dass   jener   Sachverständige,   der   zur   hinreichenden   Aufklärung   im   Ermittlungsstadium   beigetragen   hat   und   dessen   Wissen   somit,  zur  Anklageerhebung  erforderlich  war  und  zu  dieser  Beigetragen  hat,  gleichzeitig   im   Hauptverfahren,   seine   Sachkunde   vermitteln   soll,   damit   das   Gericht   sein   Urteil   fällen   kann.     Zweifelsfrei   wird   der   durch   die   Staatsanwaltschaft   bestellte   Sachverständige,   im   Hauptverfahren   nichts   anderes   erstatten,   als    bereits   im   Ermittlungsverfahren   und   ist   somit  de  facto  nicht  Organ  des  Gerichts,  sondern  mittelbar  über  die  Staatsanwaltschaft,   Partei   des   Verfahrens.   Nach   §   126   (4)   StPO   begründet   die   Bestellung   durch   die   Staatsanwaltschaft   im   Ermittlungsverfahren   ausdrücklich   keinen   Befangenheitsgrund,   was   nach   der   jüngsten   Judikatur   des   EGMR   (e   contrario)    meschenrechtswidrig   sein   könnte  C.B.  v  Austria  (Urteil  13.04.2013).     Es   ist   dem   Verteidiger/Angeklagten   zwar   möglich,   über   gezieltes   Befragen,   Zweifel   am   Gutachten   des   Sachverständigen   zu   begründen,   ein   weiterer   Sachverständiger   ist   vom   Gericht  aber  nur  dann  zu  bestellen  (§127  Abs  3  StPO)  ,  wenn  das  Gutachten    unschlüssig,   unklar   oder   unbegründet   ist,   den   Gesetzen   der   Logik   widerspricht   oder   nicht   mit   den   gesicherten   Erkenntnissen   der   Wissenschaft   übereinstimmt.   Dies   zu   beweisen   gelingt   in   der   Praxis   in   den   seltensten   Fällen.   Dem   Verteidiger   werden   hierbei   zusätzlich   noch   Steine   in   den   Weg   gelegt,   da   er   dem   Verfahren   zwar   einen   Privatsachverständigen   beiziehen  kann,  der  diesem  dann  bei  der  Befragung  des  Sachverständigen  assistiert,  eine   direkte   Befragung   von   Sachverständigen   zu   Sachverständigen,   ist   nicht   vorgesehen,   was  

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zu einem  absurden  “chinesischen  Flüstern/Souflieren”  führt,  was  mit  einem  modernen   Strafverfahren  nicht  vereinbar  ist.     Ein   außergerichtlich   erlangtes   Privatsachverständigengutachten   wird   in   der   Verhandlung   nicht   verlesen,   es   besteht   auch   keine   Möglichkeit   den   Privatsachverständigen   als   Zeugen   zu   beantragen   (mit   der   Ausnahme   von   Befundaufnahmen),  da  Zeugen  nur  über  eigene  Wahrnehmungen  berichten,  aber  keine   Rückschlüsse   ziehen   dürfen.   Somit   findet   ein   Privatsachverständigengutachten,   im   Gegensatz   zum   Gutachten   des   von   der   Staatsanwaltschaft   beauftragten   Sachverständigen,  keinen  Einzug  in  das  Hauptverfahren.   Die  Jungen  Liberalen  Fordern,  dass  im  Strafprozess  Waffengleichheit  hergestellt  wird,  in   dem   das   Gericht   zwingend   einen   Sachverständigen   bestellen   muss,   der   im   Ermittlungsverfahren  noch  nicht  berufen  wurde  und  somit  nach  Erhebung  der  Anklage,   ein   Sachverständiger   zum   Zug   kommt,   der   unbefangen   seine   Fachkunde   vermitteln   kann.   Der   Angeklagte/Verteidiger   muss   einen   Rechtsanspruch   darauf   haben,   dass   ein   Privatsachverständigengutachten   als   Beweismittel   zugelassen   und   im   Verfahren   verlesen  wird  und  somit  in  das  Verfahren  einbezogen  wird.  Das  erkennende  Gericht,  hat   dann   die   Möglichkeit   anhand   mehrerer   Sachverständigengutachten   die   Beweiswürdigung   zu   vollziehen   und   jenen   wissenschaftlichen   Argumenten   Glauben   zu   schenken,   die   schlüssiger   und   fundierter   sind.   Die   Jungen   Liberalen   fordern   des   Weiteren,   dass   der   gem.   §   249   Abs   3   StPO   beigezogene   Privatsachverständige,   ein   unmittelbares  Fragerecht  hat.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Lukas Lerchner  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

S PENDENABSETZBARKEIT STATT   K ULTURBEITRAG   Statt   bisher   einfach   Steuern   für   die   Kultur   und   Sport   zu   zahlen   sollen   die   Bürger   dazu   ermöglich   werden,   die   gleichen   Beträge   selbständig   an   ausgewählte   Organisationen   zu   spenden.   Für   diesen   Spendenbetrag   erhalten   sie   eine   Reduktion   der   Steuer.   Es   muss   natürlich   eine   staatliche   Kontrollfunktion   geben,   die   die   Liste   an   Organisationen   überprüft  um  Missbrauch  zu  vermeiden.   Wir   glauben   an   den   mündigen   Bürger   daher   soll   er   auch   die   Möglichkeit   haben   selbständig   zu   entscheiden   wer   das   Steuergeld   bekommt.   Dies   wird   dazu   führen   dass   sich   Kultureinrichtungen   und   Sportvereine   um   eine   möglichst   offene   Wirkweise   bemühen  werden  daher  wird  sich  das  Angebot  verbessern.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Lukas Lerchner  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

U NIVERSITÄRE A USBILDUNGSPFLICHT  FÜR   B EAMTE   Da   die   Aufgabenentwicklung   in   den   öffentlichen   Bereich   stetig   steigt,   braucht   die   Republik  hoch  qualifizierte  Beamte.  Viele  unsere  europäischen  Nachbarn  setzen  bereits   heute   eine   Bachelor   als   Mindestqualifikation   für   Sachbearbeiter   voraus.   Eine   universitäre  Ausbildung  in  „Public  Management“  vergleichbar  mit  der  „Kennedy  School   of   Goverment“   oder   der   ENA   (Ecole   National   de   Administration)   soll   eingerichtet   werden.   Eine   abgeschlossene   Ausbildung   an   dieser   Institution   soll   Vorrausetzung   für   höhere   Anstellungen   in   der   Verwaltung   im   öffentlichen   Bereich   sein.   Diese   Studien   sollen  auch  berufsbegleitend  möglich  sein  um  jetzigen  öffentlichen  Bediensteten  in  der   Zukunft  Aufstiegschancen  zu  ermöglichen.  In  den  Augen  der  Jungen  Liberalen  sprechen   zwei  Gründe  hauptsächlich  für  diese  Einrichtung:   1.)   Lässt   sich   öffentliche   Verwaltung   nicht   rein   auf   eine   juristische   Materie   beschränken   es   gibt   wirtschaftliche   und   politische   Auswirkungen   genauso,   deswegen   erscheint   uns   die  Beschränkung  auf  die  rechtswissenschaftlichen  Ausbildungen  als  zu  eng.   2.)   Könnte   damit   eine   Qualitätssteigerung   im   öffentlichen   Dienst   stattfinden.   Da   einerseits   das   allgemeine   Level   der   Ausbildung   gehoben   wird   und   anderseits   vergleichbare   Kriterien   für   eine   Anstellung   im   öffentlichen   Dienst   gäbe   und   nicht   etwaiger   Nepotismus   oder   die   Farbe   des   Parteibuches   über   die   Stelle   entscheiden   könnte.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Ivan Prandzhev  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

W IRTSCHAFTSVERBÄNDE S TÄRKEN   Als  eine  liberale  Partei,  die  den  Grundrechten  und  dem  Individualismus  verpflichtet  ist,   sprechen   wir   uns   natürlich   gegen   Kammerzwang   und   für   ein   Austrittsrecht   aus   den   gesetzlichen  Interessensvertretungen  aus.   Solange   die   politische   Durchsetzung   dieses   Ziels   auf   sich   warten   lässt   (der   Kammerzwang   in   der   WKO   und   in   AK   ist   in   der   Verfassung   verankert),   möchten   wir   für   die  freiwilligen  Interessensvertretungen  mehr  Freiheit  und  Einfluß  durchsetzen.   Jetzt   schon   geht   die   der   Kollektivvertrag   der   freiwilligen   Interessensvertretung   dem   Kollektivvertrag   der   gesetzlichen   Interessensvertretung   mit   Pflichtmitgliedschaft   vor.   Während   aber   für   die   Kollektivvertragsfähigkeit   der   Gewekschaften   geringere   Voraussetzungen   bestimmt   sind,   müssen   die   Wirtschaftverbände   auf   Dienstgeberseite   einen  Einfluß  nachweisen  können,  der  die  gesamte  Branche  bestimmen  kann,  der  somit   einer  Monopolstellung  gleich  käme  und  den  nur  wenige  erreichen  können.   Während  sich  der  ÖGB  als  freiwillige  Interessensvertretung  auf  Dienstnehmerseite  eine   entscheidende   Rolle   bei   den   Tarifverhandlungen   spielt,   können   das   in   Österreich   auf   Arbeitgeberseite   nur   die   Industriellenvereinigung   und   wenige   andere   Wirtschaftsverbände  tun.   Wir   sprechen   uns   daher   für   eine   klare   Herabstufung   der   Voraussetzungen   für   die   Verleihung  der  Kollektivvertragsfähigkeit  an  Wirtschaftverbände  aus.  Diese  soll  auch  für   kleiner  Gruppen  zumutbar  sein  und  Wettbewerb  zulassen.      

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Bernhard Bair  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

ZWEISPRACHE VERWALTUNG  (DE/EN)  IN  ÖSTERREICH   Wir  fordern  eine  Sprachenvielfalt  in  Europa,  und  auch  in  Österreich,  und  fördern  die   sprachliche  Positionierung  Europas  weltweit.   Englisch  wird  von  etwa  380  Millionen  Menschen  als  Muttersprache  gesprochen,  und  ist  die   offizielle  Sprache  in  vielen  internationalen  Organisationen.   Um  die  massive  Bürokratie  in  Österreich  für  zuziehende  Personen  einfacher  verständlich  zu   machen,  fordern  die  Julis  eine  durchgehende  zumindest  zweisprachige,  Deutsch  und   Englisch,  Verwaltung.   Im  Moment  sind,  besonders  in  Wien,  schon  einige  Formulare  bzw.  Informationen,  unter   anderem  auf  der  e-­‐Government  Seite,  in  mehreren  Sprachen  (zB  aus  Nachbarländern  oder   klassischen  Immigrationsländern)  verfügbar.  Was  die  Julis  fordern,  ist  eine  durchgehende   Zweitsprache.  Wir  fordern  zwingende  Englisch  Kenntnisse  (verhandlungssicher:  CEF  C1)  für   alle  Mitarbeiter  der  nationalen  und  regionalen  Verwaltungsorgane  (Bund,  Länder  und   Gemeinden)  sowie  anderen  öffentlichen  Bereichen  (zB  Krankenhäusern).     Wir  erhoffen  uns  dadurch  einen  verstärkten  Zustrom  von  hoch  qualifizierten  Arbeitern,   sowie  eine  Internationalisierung  eines  Teils  der  Bevölkerung.  

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Clemens Böck  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

ÄNDERUNGSANTRAG BÜRGERGELD   Der   Arbeitsanreiz   im   Modell   des   liberalen   Bürgergelds   soll   erhöht   werden,   indem   statt   -­‐  wie   im   bisherigen   Beschluss   -­‐  70%   nur   50%   der   Differenz   zwischen   Einkommen   und   Freibetrag   als   Negativsteuer   ausbezahlt   werden.   Im   Gegenzug   soll   der   Freibetrag   von   den   derzeit   vorgesehenen   13.000   auf   16.000   bis   18.000   Euro   jährlich   angehoben   werden.   Somit   steigt  für  den/die   geringverdienende_n   Bürger_in   der   insgesamt   zur   Verfügung   stehende   Geldbetrag   pro   zusätzlich   verdienten   1.000   Euro   um   500   Euro   statt   nur  300  Euro  jährlich.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Ivan Prandzhev und Benjamin Zavlak  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

ÄNDERUNGSANTRAG INTEGRATION  UND  POLITIK   Folgender  Absatz  ist  zu  Streichen:     „Wir   sprechen   uns   gegen   staatliche   Bekleidungsvorschriften   (Burka-­‐   und/oder   Kopftuchverbot),   gegen   Abstimmungen   über   Bauwerke   mit   religiösem   Symbolgehalt   (Minarettverbot)   und   sonstige   Interventionen   in   die   selbstbestimmte   Religionsausübung   entschieden  aus.  “   Der  Text  zum  Kapital  “2)  Schule  und  Bildung”  ist  durch  Folgenden  zu  ersetzen:   “Der   Schulunterricht   hat   im   Fach   “Philosophie,   Ethik   und   Religion”   unter   anderem   die   Hintergründe   und   die   verschiedenen   historischen   Entwicklungsstufen   der   Weltreligionen  zu  diskutieren  und  sie  stets  auch  auf  die  jeweiligen  sozio-­‐ökonomischen   Zusammenhänge  einzugehen.   Die   Lehrkräfte   müssen   auf   die   Arbeit   mit   Kindern   mit   Migrationshintergrund   vorbereitet   werden.   An   Schulen   mit   einem   Anteil   an   Kindern   mit   einer   anderen   Muttersprache   als   Deutsch   von   über   20%     10%   ist   die   Institution   des   schulischen   Integrationsbeauftragten   einzurichten.   Als   Kompetenzstelle   für   Integration   soll   damit   mindesten   eine   speziell   dafür   ausgebildete   Lehrkraft   Lehrern,   Kindern   und   Eltern   Informationen   und   Ratschläge   anbieten   und   Probleme   rechtzeitig   kommunizieren.   Die   Republik   muss   sich   aktiv   an   Pädagoginnen   und   Pädagogen   mit   sichtbarem   Migrationshintergrund  wenden  und  sie  zur  Ausübung  des  Lehrberufs  ermutigen.  Damit   soll   ohne   Einführung   einer   Migrantenquote   der   Anteil   von   Lehrkräften   mit   Migrationshintergrund   gesteigert   werden.   Kinder   dürfen   nicht   mit   dem   Eindruck   aufwachsen,  dass  Migration  nur  auf  der  unteren  Seite  eines  hierarchischen  Verhältnisses   (Lehrkraft  –  Kinder)  möglich  ist.     Die   Schüler   und   Schülerinnen   sollen   auch   an   aktiv   und   altersadäquat   an   die   Vielzahl  unterschiedlicher  Kulturen  und  der  damit  einhergehenden  Bräuche,  Sitten  und   Gepflogenheiten   ihrer   Mitmenschen,   dies   inkludiert   auch   die   Österreichische,   herangeführt  werden.  Hierdurch  soll  weitgehend  eine  größere  Toleranz  und  Akzeptanz   gegenüber   sich   unterscheidenden   Eigenschaften   und   Charakteren   erreicht   und   diese   ebenso  als  vielseitig  Vorteilhaft  und  Wertvoll  erachtet  werden.  Dies  dient  nicht  nur  einer   positiven   Persönlichkeitsentwicklung   von   Kindern   mit   Migrationshintergrund   sondern   der  gesamten  Schülerschaft.   45


Durch Aufzeigen   merklicher   und   unscheinbarer   kultureller   Unterschiede   können   auch   entscheidende   Hindernisse   und   gegenseitige   Missverständnisse   während   des   Integrationsprozesses   beseitigt   werden.   Demnach   ist   noch   einmal   auf   die   notwendige,   besondere  Schulung  der  verantwortlichen  Lehrkräfte  hinzuweisen.   Die   Deutschkurse   für   Schulkinder   müssen   ausgebaut   und   insbesondere   intensiviert   werden.   Insbesondere   sind   die   Angebote   im   Kindergarten   und   in   der   Vorschulzeit   an   Deutschkursen   auszubauen,   da   Kinder   in   diesem   Alter   besonders   leicht   Sprache   erlernen.  Zusätzlich  wäre  es  sinnvoll,  auch  in  der  Vorschule  bzw.  in  der  Kindergartenzeit   Integrationsbeauftragte  einzusetzen.   Der  Mutterspracheunterricht  ist  auszubauen.  Eltern  sind  Gutscheine  anzubieten,  die  sie   bei  privaten,  dafür  zertifizierten  Instituten  einlösen  können.   Die  Schulen  haben  hier  Ressourcen  (zB  nachmittags  leerstehende  Klassenzimmern)  zur   Verfügung   zu   stellen,   um   die   Kosten   in   Grenzen   zu   halten.”     Der  Text  zum  Kapital  “4)  Partizipation  und  Institutionen”  ist  durch  Folgenden  zu   ersetzen:   Das   Staatssekretariat   für   Integration   muss   budgetär   und   personell   aufgewertet   und   in   das   Bundeskanzleramt   eingebettet   werden.   Von   dort   aus   kann   es   koordinierte   Maßnahmen  durch  alle  Ministerien  und  nicht  bloß  durch  das  Innenministerium  initieren   und   damit   verschiedene   Schauplätze   der   Integrationspolitik   wahrnehmen:   Bildung,   Wirtschaft,  Soziales  u.a.   Die   Politik   kann   die   Integration   von   Migrantinnen   und   Migranten   stimulieren   und   beschleunigen,  indem  sie  diesen  ein  Wahlrecht  auf  allen  Ebenen  gewährt.  Wir  halten  es   für   gerecht,   dass   Menschen,   die   aktiv   unsere   Gesellschaft   mitgestalten,   auch   durch   das   Parlament   vertreten   werden.   Wir   halten   es   ferner   für   untragbar,   wenn   das   Wahlrecht   breite   Schichten   der   Gesellschaft   nicht   nur   ausschließt,   sondern   sie   damit   auch   zu   angenehmen   Sündenbock   macht   –   Politikerinnen   und   Politiker,   die   gegen   Nichtwahlberechtigte   hetzen,   haben   deutlich   weniger     zu   verdienen.   Dieser   systemische   Mangel   führt   dazu,   dass   Xenophobie   gerade   zu   „günstig“   wird,   und   muss   aufgehoben   werden.      Um   Missbrauch   zu   vermeiden,   muss   das   aktive   Wahlrecht   für   Drittstaatsangehörige   dennoch   an   einem   vierjährigen   kontinuierlichen   Wohnsitz   in   Österreich  gebunden  werden.     Das   passive   Wahlrecht   muss   möglichst   ausgeweitet   haben.  Denn  Einschränkungen  des  passiven  Wahlrechts  sind  vor  allem  Einschränkungen   des   Volkswillens   –   es   wird   nicht   bloße   einer   Person   die   Chance   zu   kandidieren   weggenommen,   es   werden   vor   allem   Millionen   Wahlberechtigte   um   die   Möglichkeit   gebracht,   diese   Person   zu   wählen.   Ob   auch   EU-­‐Bürgerinnen   und   EU-­‐Bürger   oder   auch   Drittstaatsangehörige   Österreich   regieren   und   gestalten   dürfen,   soll   die   Wahlbevölkerung  entscheiden.  Die  bereits  geltende  Wahlhürde  -­‐  die  Bedingung  binnen   kurzer   Zeit   gewisse   Anzahl   von   Unterstützungserklärungen   vorzulegen,   halten   wir   für   46


ausreichend, um  unseriöse  Antritte  zu  verhindern.   Wir  halten  eine  Reform  des  Staatsbürgerschaftsrechts  für  überfällig.     Zum   einen   müssen   Doppel-­‐   und   Mehrstaatsbürgerschaften   im   österreichischen   Recht   möglich  werden.   Dies   wird   auch   der  Identität  vieler  Österreicherinnen  und  Österreicher   entsprechen,   die   grenzüberschreitend   denken   und   handeln.   Das   besondere   Treueverhältnis  zwischen  Staat  und  Staatsbürgerinnen  und  Staatsbürger  wird  dadurch   nicht   gestört,   weil   heute   -­‐   im   Gegensatz   zum   Verständnis   im   Zeitalter   der   Entstehung   des   noch   geltenden   Staatsbürgerschaftsrechts,   Staaten   miteinander   zusammenarbeiten   und  sich  im  Wettbewerb  der  Globalisierung  gegenseitig  zum  Fortschritt  verhelfen.     Wir  halten  es  für  richtig,  die  Staatsbürgerschaftstests  dahingehend  umzugestalten,  dass   nicht   mehr   Fakte   (z.B.   historisches   Wissen)   abgeprüft   werden,   sondern   „Werte“.   Denn   die   Identifikation   einer   Person   mit   einem   Staat   verläuft   in   der   Regel   eben   entlang   der   „Werte“   die   beide   teilen.   Für   uns   stellen   sich   dabei   aber   folgende   Fragen:   Um   welche   Werte   geht   es   denn   eigentlich?   Wer   legt   sie   fest?   Wer   ist   zuständig   dafür,   dass   die   abgeprüften   Werte   aktuell   bleiben?   Denn   Werte,   wie   alles   andere,   sind   im   kontinuierlichen   Wandel.   Wer   interpretiert   die   bereits   festgelegten   Werte   und   wendet   sie  auf  den  Einzellfall  an?   Unserem   Bekenntnis   zum   Rechtsstaat   kann   es   nur   entsprechen,   dass   es   hier   ausschließlich   um   jene   Werte   handelt,   die   in   der   Rechtsordnung   der   Republik   verankert   sind.   Sonst   würde   sich   die   Frage   stellen,   warum   neue   Staatsbürgerinnen   und   Staatsbürger   Werte   teilen   müssen,   zu   denen   Menschen   mit   österreichischer   Nationalität   nicht   verpflichtet   sind.   Diese   unterschiedliche   Behandlung   wird   auch   kaum   dem   verfassungsrechtlichen  Gleichheitssatz  entsprechen  können.   Da  aber  die  Rechtsordnung  wie  jeder  andere  Text  eine  Frage  der  Auslegung  ist,  kann  es   nicht   sein,   dass   die   Werte,   die   sie   verkörpert,   von   Menschen   festgelegt   und   auf   den   Einzelfall   (bei   einem   konkreten   Antrag   auf   Verleihung   der   Staatsbürgerschaft)   angewendet   werden,   die   dafür   nicht   qualifiziert   sind.   An   der   Ausgestaltung   und   Durchführung   der   Staatsbürgerschaftstests   müssen   federführend   Richterinnen   und   Richter   beteiligt   werden,   denn   nur   denen   traut   die   Republik   zu,   dass   sie   über   die   Qualifikation   zur   verbindlichen   Auslegung   und   Anwendung   der   Rechtsordnung   verfügen.   Die   Verleihung   der   österreichischen   Staatsbürgerschaft   muss   in   Zukunft   vor   der  Justiz  geschehen.       Das   Kapital   “6)   Standort   Österreich   im   Internationalen   Wettbewerb”   soll   hinzugefügt  warden:     Als   eine   liberale   Bewegung   bekennen   wir   uns   zu   Globalisierung   als   Prozess,   bei   dem   Herkunft   eine   immer   geringere   Rolle   spielt   und   Menschen   frei   werden,   auf   andere   Eigenschaften   Wert   zu   legen.   Dies   gilt   immer   mehr   im   Bereich   des   Waren-­‐,   Dienstleistungs-­‐  und  Kapitalverkehrs.  Das  globale  System  der  Welthandelsorganisation   und   eine   enorme   Anzahl   an   regionalen   Handelsabkommen   sorgen   dafür,   dass   die  

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Früchte der  menschlichen  Arbeit  im  Ausland  nicht  diskriminiert  werden.  Leider  gilt  das   nicht   im   Bereich   der   Personenfreizügigkeit   –   eine   Freiheit,   die   innerhalb   der   Europäischen   Union   als   Grundpfeiler   der   Europäischen   Integration   verankert   ist.   Langfristig   gilt   es   anzustreben   auch   Menschen   bei   der   Auswahl   ihres   Standortes   nicht   diskriminiert  werden  und  Herkunft  und  andere  Merkmale,  die  man  weder  verschulden   noch  irgendwie  ändern  kann,  eine  Rolle  spielen.   Ein   Wettbewerb   der   Standorte   um   die   „besten   Köpfe“   findet   aber   jetzt   schon   statt.   Österreich   kann   das   nicht   ignorieren   und   hat   im   Namen   seiner   eigenen   Zukunft   anzustreben,   dass   Menschen   mit   nachgefragten   Qualifikationen   sich   für   Leben   und   Karriere  hier  entscheiden.  Die  Rot-­‐Weiß-­‐Rot-­‐Karte  war  grundsätzlich  ein  wichtiger  und   lobenswerter   Schritt   in   diese   Richtung.   Ihre   Ausgestaltung   bleibt   leider   sehr   mangelhaft   und   hat   dazu   geführt,   dass   nicht   einmal   ein   Fünftel   der   angestrebten     Anzahl   an   qualifizierter   Personen   sich   für   Österreich   entschieden   hat.   Abgesehen   von   einer   Aufwertung  der  Kommunikation  über  die  Außenhandelsstellen  der  Wirtschaftskammer   und   Botschaften   der   Republik   und   abgesehen   von   den   Reformen   (im   Steuer-­‐,   Verwaltungs-­‐,  Bildungswesen  etc.),  die  wir  als  Staat  machen  müssen,  um  attraktiver  zu   werden,   müssen   wir   die   „Transaktionskosten“   für   Migration   nach   Österreich   senken.   Durch   die   Förderung   von   englischsprachigen   Kindergärten   und   Schulen,   durch   Bürokratieabbau   und   Beschleunigung   bei   der   Verleihung   von   Aufenthaltsgenehmigungen   und   Visa,   durch   den   erleichterten   Familienzuzug   und   erleichterten  Zugang  zum  Arbeitsmarkt  vom  Familienangehörigen  sollen  Hürden  für  die   Zuwanderung   qualifizierter   Personen   ohne   Rücksicht   auf   deren   Herkunft   wegfallen   und   das   Prozess   ihrer   Integration   beschleunigt   werden.   An   sich   würde   wir   einen   nur   sukzessive  Integration  auch  in  die  sozialen  Einrichtungen  des  Staates  befürworten,  um   „Sozialtourismus“   zu   vermeiden.   So   ein   Phänomen   findet   aber   nicht   statt,   denn   der   Zugang   zu   den   vielen   sozialen   Einrichtungen   (zB.   Arbeitslosenversicherung)   ohnehin   ist   für   alle   für   an   vielen   Bedingungen   geknüpft.   Dazu   kommt,   dass   einzelne   Institute   des   Sozialstaats  wie  die  Pensionsversicherung  auf  Zuwanderung  angewiesen  sind  und  ohne   die   Beiträge   von   Migratinnen   und   Migranten   eine   noch   geringere   Überlebensfähigkeit   aufweisen  würden.        

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Clemens Böck  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

ÄNDERUNGSANTRAG RELIGIONSUNTERRICHT   a)  Konfessioneller  Religionsunterricht  soll  weiterhin  an  öffentlichen  Schulen  angeboten   werden,  und  zwar  im  gleichen  Ausmaß  wie  bisher.  Jedoch  ist  er  nicht  vom  Staat,  sondern   von   der   jeweiligen   Religionsgemeinschaft   zu   finanzieren.  Diese   hat   je   nach  Nachfrage   an   der   jeweiligen   Schule   das   notwendige   Personal   zur   Verfügung   zu   stellen   und   trägt   die   Verantwortung  für  die  Auswahl  der  Lehrer.  Der  Religionsunterricht  soll  wie  bisher  für   alle   Mitglieder   einer   Religionsgemeinschaft  vorgesehen   sein,   jedoch   mit   Einwilligung   der   Eltern   (ab   dem   vollendeten   16.   Lebensjahr  auch   durch   eigenhändige   Unterschrift   der   Schüler_innen)   abgewählt   werden   können.   Konfessionslose   Schüler_innen   können   einen   konfessionellen   Religionsunterricht   einer   beliebigen   Religionsgemeinschaft   als   Freifach   wählen.     b)  Das   Recht   auf   Erteilung   konfessionellen   Religionsunterrichts   soll   zumindest   allen   derzeit  gesetzlich  anerkannten  Religionsgemeinschaften  in  Österreich  gewährt  werden,   wobei   eine   unabhängige  Expertenkommission   regelmäßig  die   Anerkennung   weiterer   Religionsgemeinschaften   prüfen   soll.   Diese   Anerkennung   setzt   voraus,   dass  im   Religionsunterricht  die  Grundprinzipien  des  demokratischen  Rechsstaates  im  Sinne  der   österreichischen   Verfassung   respektiert   werden.   Bei   begründetem   Verdacht   auf   Verletzung   dieser   Grundprinzipien   durch   eine_n   Religionslehrer_in  sollen   Schüler_innen   ab   dem   vollendeten   16.   Lebensjahr,   Eltern   sowie   Lehrer   und   Schulleiter_innen   der   betreffenden  Schule  das  Recht  haben,  die  unabhängige  Expertenkommission  anzurufen,   die  daraufhin   die   demokratische  Grundhaltung   des/der   Lehrenden   zu   beurteilen  und   bei   negativem   Bescheid   die   gesetzliche   Anerkennung   der   betreffenden   Religionsgemeinschaft   erneut   zu   prüfen   hat.       c)  Zusätzlich   zum   konfessionellen   Religionsunterricht   soll   an   jeder   österreichischen   Schule   mit   Öffentlichkeitsrecht   für   alle   Schulstufen   ein   verpflichtender   Unterricht   im   Fach   "Ethik,   Religionen   und   Philosophie"   eingeführt   werden,   der   von   möglichst   unabhängigen,  öffentlich   angestellten   Lehrenden  erteilt   werden   soll.  Dieses   Unterrichtsfach   soll   Schülerinnen   und   Schülern   aller   Altersstufen  erstens   eine   praxisnahe   Hilfestellung   zu   ethisch-­‐moralischen   Entscheidungen   im   alltäglichen   Leben   bieten.  Zweitens   soll   es   ihnen   einen   neutralen   und   wertfreien   Überblick   über   die  historische   Entwicklung   der  bedeutendsten   Weltreligionen   und   Glaubenssysteme   geben   und   zum  individuellen   Reflektieren   religiöser   Inhalte   anregen,   ohne   eine   theistische,   atheistische   oder   agnostische   Sichtweise   zu   bevorzugen.   Drittens   soll   der   Schwerpunkt   des   Unterrichts   ab   der  9.   Schulstufe  -­‐   ähnlich   dem   derzeitigen   Fach   "Philosophie"   in   der   12.   Schulstufe   -­‐   auf   der  Einführung   in   die   wichtigsten   philosophischen   Systeme   und   Vorstellung   der   bedeutendsten   Denker_innen   der  

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Geschichte liegen,   wobei   genug   Zeit  für   die  kritische   Diskussion   der   jeweils   besprochenen  Philosophien  sowie  zur  selbstständigen  Beschäftigung  der  Schüler_innen   mit   philosophischen   Grundthemen   wie   Erkenntnistheorie,   Ästhetik,   Metaphysik   und   Ethik  reserviert  werden  soll.    

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Antrag an den Bundeskongress am 19. Oktober 2013 Antragssteller: Moritz Klammer  

Der Bundeskongress  möge  beschließen:  

R ÜCKNAHME DES   B ESCHLUSSES   „W ÜRDEVOLLES   S TERBEN   ERMÖGLICHEN “   Der   Bundeskongress   möge   den   Beschluss   mit   dem   Titel   „Würdevolles   Sterben   ermöglichen“,  beschlossen  am  IV.  BUKO  am  5.  Juni  2011  in  Wien,  zurücknehmen.    

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Begründung des Antrags auf Zurücknahme des Beschlusses „Würdevolles Sterben ermöglichen“ des IV. Bundeskongress der JuLis Österreich Moritz Klammler∗ An den V. Bundeskongress der JuLis Österreich vom 4. – 6. November 2011

Der IV. Bundeskongress der Jungen Liberalen Österreichs hat im Juni diesen Jahres mit 17 Ja zu 5 Nein Stimmen bei 4 Enthaltungen den Antrag von Nikolaus Scherak „Würdevolles Sterben ermöglichen“ mit leichten Änderungen beschlossen [Jun11] (im Folgenden: Beschluss, siehe Anhang A).

Franz Jägerstätter, der es bewusst vorzieht, sich von einem Unrechtsregime ermorden zu lassen anstatt entgegen seiner Überzeugung in dessen barbarische Dienste zu treten, stirbt würdevoll. Die Besatzung eines von Terroristen entführten Flugzeuges, die dieses unter ihre Kontrolle und zum Absturz bringt, stirbt würdevoll. Ein betrogener Ehemann, der sich am Duellplatz vom Liebhaber seiner Gemahlin erschießen lässt, stirbt vermeintlich würdevoll. Im Sinne des Beschlusses wird „würdevoll“ dagegen als „kurz und schmerzlos“ gedeutet. Zu keiner Zeit galt es in unserem (und keinem mir bekannten fremden) Kulturkreis jedoch als würdevoll, kurz und schmerzlos sterben zu wollen. Allenfalls als feige. Auch wenn es leider üblich geworden ist, Forderungen, schwerkranke Menschen auf Verlangen absichtlich töten zu dürfen, mit dem Argument einer zweifelhaften Würde zu untermauern versuchen, scheint mir dies eher ein Euphemismus denn eine etymologisch korrekte Wortwahl zu sein. Von der Würde eines Kranken zu sprechen scheint mir angebracht, im Sinne eines nicht Haderns mit unabwendbaren Läufen des Schicksals, nicht jedoch dem Wunsch, diesem durch Selbst- oder Fremdtötung vorzugreifen.

Ich habe an den V. Bundeskongress den Antrag gestellt, diesen Beschluss zurückzunehmen, da er meines Erachtens ohne Notwendigkeit die vorherrschende Auffassung von der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens in ungebührlichem Ausmaß infrage stellt. Die Umsetzung des Beschlusses in österreichisches Recht ist keinesfalls wünschenswert und das Führen des Beschlusses in der Programmatik der JuLis schadet der Ausstrahlung der Partei. Ich möchte in diesem Text darlegen, weswegen der Beschluss nicht nur unbegründet und sowohl aus ethischer als auch aus liberaler Sicht abzulehnen ist, sondern auch nicht zur Verbesserung der Situation schwerkranker Menschen beitragen würde. ls erstes möchte ich mir jedoch die Frage erlauben, was unter „würdevollem Sterben“ überhaupt zu verstehen sein soll. Ein Apachenhäuptling, der sich schützend vor seinen weißen Bruder wirft, um die ihm geltende Kugel mit seinem Körper aufzufangen, stirbt möglicherweise würdevoll. Ein

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Traditionell stark vertreten im Geschäft mit der Würde des Menschen sind die Kirchen. Da jedoch alle Kirchen, denen ein Einfluss auf die österrei-

∗ moritz.klammler@gmail.com – Dieses Dokument ist unter http://klammler.eu/data/opinion/sterbehilfe/ verfügbar. Eine maschinenlesbare Form ist jederzeit über den Autor erhältlich. Dieser Text wurde unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Österreich (CC BY-ND 3.0) veröffentlicht. Siehe http://creativecommons.org/ licenses/by-nd/3.0/at/.

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chische Gesellschaft nachgesagt werden kann, eine aktive Sterbehilfe unisono ablehnen [Pap95, Gen97, Alb07], kann deren – wie auch immer geartet und begründete – Definition einer Menschenwürde jedenfalls nicht für eine Argumentation im Sinne des Beschlusses verwendet werden1 .

sellschaft, für Sonnenschein zu sorgen, herleiten zu wollen. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die Entscheidung über Leben oder Tod eines Menschen aus moralischen Gründen ebensowenig in die Hand eines Menschen oder gar eines Staates gelegt werden kann wie jene über Regen oder Sonnenschein aus rein technischen.

Leider sind weder die Beweggründe noch irgendwelche Argumente für die Forderungen im Beschluss angegeben, sodass man wenig Konkreteres außer deren Fehlen kritisieren kann. Ich interpretiere den Text jedoch dahingehend, dass seine Befürworter davon ausgingen, es sei die moralische Verpflichtung einer Gesellschaft, Menschen, die unter – nach Definition des Beschluss’ – unzumutbaren Bedingungen weiterleben müssten und die in Anbetracht ihres unabwendbaren Todes keinen Sinn mehr in ihrem Leben erkennen können, unter allen Umständen – also auch, wenn die Person zum Suizid unfähig ist – einen sofortigen Tod zu ermöglichen.

ch teile die Ansicht, dass auch aus den höchsten ethischen Normen einer Gesellschaft keine Pflicht für einen Staat abgeleitet werden kann, missbilligtes Verhalten bestrafen zu müssen [Bun75, Abw. Meinung]. Der Beschluss geht jedoch weit darüber hinaus, die Aufhebung einer Strafe zu fordern. Stattdessen wird gefordert, eine seit jeher strafbare Praxis anwenden zu müssen3 .

I

ür ein Anrecht auf aktive Sterbehilfe im Sinne des Beschlusses bedürfte es einer an einer unheilbaren, zum Tode führenden Krankheit leidenden, sich aber bei vollem Bewusstsein befindenden und dennoch einen Suizid auszuführen unfähigen Person4 . Es sei hier explizit darauf verwiesen, dass eine Person, die wenigstens eine Hand bewegen oder eine Tablette schlucken kann, nicht per se unfähig ist, sich selbst zu töten. Allenfalls die Beschaffung der erforderlichen Hilfsmittel könnte ihr aufgrund ihrer Erkrankung verwehrt sein.

F

er Beschluss scheint zutreffend von einem Selbstbestimmungsrecht des Bürgers über sein eigenes Leben auszugehen, das es gebietet, letztendlich auch den Willen zu sterben zu respektieren. Dem wird das österreichische Strafrecht bereits gerecht, das Selbstmord oder dessen Versuch nicht als Straftatbestand kennt2 .

D

Wenn die Delegierten des IV. Bundeskongresses hier tatsächlich Handlungsbedarf gesehen hätten und man diesen als begründet akzeptieren wollte, wäre der vorliegende Beschluss immer noch absolut unverhältnismäßig gewesen. Denn die Ungleichstellung von Personen, die sich frei bewegen und die für ihre eigene Tötung notwendigen Dinge beschaffen können, gegenüber aufgrund ihrer Erkrankung bettlägriger oder in ähnlicher Weise eingeschränkter Menschen ließe sich – so man wollte – durch

Der fundamentale Fehler des Beschlusses liegt jedoch darin, von diesem Nichtvorliegen eines Straftatbestandes, bzw. dem Umstand, dass eine Strafandrohung unbegründet und abzulehnen wäre, auf einen Anspruch jedes Bürgers zu schließen, den Zeitpunkt seines Todes prinzipiell frei wählen zu können. Ebenso absurd wäre es, ausgehend vom offensichtlichen Recht jedes Bürgers, sich in die Sonne legen zu dürfen, eine Verpflichtung der Ge-

1 Die zitierte Arbeit von Albertini (2007) ist eine wissenschaftliche Publikation und keine offizielle Stellungnahme einer jüdischen Kirche. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien sowie die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich haben meine Anfrage nach einer zitierbaren Stellungnahme ihrer Religionsgemeinschaften bislang (Stand 16. Oktober 2011) nicht beantwortet. Der Humanistische Verband Deutschlands zitiert auf seiner Homepage eine Publikation des Türkischen Amtes für Religionsangelegenheiten aus dem Jahr 2003, das jede Form der Sterbehilfe als mit dem islamischen Glauben unvereinbar ablehnt: http://www.patientenverfuegung. de/info-datenbank/2005-5-2/islam-und-sterbehilfe-abschalten-nur-bei-herz-und-hirntod-erlaubt 2 Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten – etwa Deutschland – sind die Anstiftung und die Beihilfe jedoch strafbar (§ 78 StGB). 3 Vergleiche Ziffer 4 des Beschlusses – möglicherweise im praktischen Widerspruch zu den Ziffern 8 und 9, da ich zu bezweifeln wage, ob an jedem österreichischen Krankenhaus (und erst recht außerhalb) zwei unabhängige Ärzte bereit wären, sich an der Tötung ihrer Patienten zu beteiligen. Was der zweite Arzt dabei „kontrollieren“ soll ist allerdings ohnedies fragwürdig. 4 Die Forderung nach der vollen Urteilsfähigkeit entfällt offensichtlich bei der ebenfalls geforderten Möglichkeit (Ziff. 5), die Sterbehilfe für den Fall einer zu einem komatösen Zustand führenden Krankheit im Vorhinein zu verfügen. Dass der Beschluss in diesem Fall de facto unnötig ist, werde ich auf Seite 3 begründen.

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weitaus gelindere Maßnahmen beheben.

durchleben. Interessanter Weise bleibt der weitaus praxisrelevantere Fall einer an Alzheimer erkrankten Person ohne Erwähnung.

Etwa, indem man § 78 StGB, der aktuell Hilfeleistungen zur Selbsttötung mit Strafen von sechs Monaten bis fünf Jahren bedroht, zugunsten einer dem deutschen Strafrecht angelehnten Regelung ersetzt; im einfachsten Fall ersatzlos streicht. Es wäre dann für alle Beteiligten Rechtssicherheit gewährleistet, wenn eine sterbenswillige Person, die dazu selbst nicht in der Lage ist, durch eine Person ihres Vertrauens Sachen zur Verfügung gestellt bekommt, die zum Selbstmord auf die gewünschte Art und Weise verwendbar wären.

Auch die Einschränkung des Rechts auf Sterbehilfe auf Personen, die physisch nicht in der Lage sind, sich selbst zu töten, ist sehr willkürlich. Hier würde eine kaum zu rechtfertigende „Bevorzugung“ körperlich stark eingeschränkter Personen vorgenommen, denen das Recht auf einen sicheren und schmerzlosen künstlichen Tod vorbehalten bliebe. In der Tat ist ein in ernsthafter Todesabsicht unternommener Suizid auch für körperlich gesunde Personen in aller Regel weder sicher noch schmerzlos.

Auch über diese Alternative könnte man sehr kontrovers diskutieren. Im Gegensatz zum vorliegenden Beschluss würde sie jedoch weder das Tötungsverbot infrage stellen, noch wäre sie anfällig für die meisten in den folgenden Abschnitten genannten Kritikpunkte.

Anstatt stark handlungseingeschränkten Personen die gleichen Möglichkeiten zu geben wie gesunden fordert der Beschluss die Schaffung einer völlig neuen Art, aus dem Leben zu scheiden, die es in unserer Gesellschaft momentan weder für Gesunde noch für Kranke gibt und zu keiner Zeit gab.

ereits die Tatsache, dass sich der Beschluss anmaßt, bestimmen zu können, unter welchen Umständen ein Menschenleben erhaltenswert und unter welchen der Wunsch zu sterben allgemein begreiflich und nicht psychiatrisch sei, zeigt wie fatal die Forderung ist.

B

Ein noch weitreichenderer Beschluss ohne die Ziffern 1, 2, 6 und 10 sowie mit entsprechend angepassten Ziffern 4 und 5 würde sich dem Vorwurf der Willkür möglicherweise entziehen. Dies schien jedoch selbst dem IV. Bundeskongress zu weit gegangen zu sein. Die richtige Schlussfolgerung daraus müsste sein, auf die absurde Forderung nach einem Recht getötet zu werden und einen damit zwangsläufig paradox willkürlichen Vorschlag völlig zu verzichten.

Angenommen der Beschluss würde tatsächlich in österreichisches Recht umgesetzt, würden wir von einem Staat, der sich auf die allgemeine Aussage, dass kein Mensch einen anderen töten darf, beschränkt, übergehen zu einem Staat, der sich erdreistet, entscheiden zu können, welches Leben wertlos genug ist um einvernehmlich straffrei beendet werden zu dürfen und welches nicht. Der Beschluss ist also zutiefst unliberal und allein aus diesem Grund abzulehnen.

n weiten Teilen scheint mir den Befürwortern des Beschlusses, deren redliche Absichten ich nicht infrage stellen möchte, schlichtweg eine falsche Einschätzung der geltenden Rechtslage und der bei realistischer Betrachtung zu erwartenden Szenarien zugrunde gelegen zu haben.

I

Das volle Dilemma des Beschlusses zeigt sich in Ziffer 6 wonach der Wunsch nach Sterbehilfe von depressiven Personen nichtig sein soll. In der Praxis würde dies bedeuten, dass von zwei Patienten mit vergleichbaren physischen Leiden, von denen der eine obendrein an einer Depression leidet, nur der gesündere das fragwürdiges Anrecht getötet zu werden hätte. Das ist nicht nur eine Verhöhnung aller psychisch Kranken, deren Gefühle und Leiden damit als unecht deklassifiziert werden, sondern ist auch medizinisch falsch, da auch depressive Menschen sehrwohl Phasen voller Urteilsfähigkeit

Etwa ist die Angst, gegen seinen Willen jahrelang in einem irreversiblen Koma künstlich am Leben erhalten zu werden, die sich in Ziffer 2 Ausdruck verleiht, völlig unbegründet. Bereits heute kann jeder Bürger in einer Patientenverfügung festhalten, eine solche Behandlung nicht zu wünschen und, sollte der Fall eintreten, dem natürlichen Sterbeprozess überlassen zu werden [Pat]. Während der natürliche Tod eintritt kann (und wird) eine intensive Schmerztherapie fortgeführt werden, sodass ein 3

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schmerzfreier Tod sichergestellt ist. Selbiges gilt für künstliche Ernährung, Beatmung, Bluttransfusion, Organtransplantationen, etc. Entgegen dessen expliziten Willen etwas mit dem Körper eines Menschen zu tun – und sei es in bester Heilungsabsicht – stellt eine Körperverletzung dar und ist aus gutem Grund eine Straftat. Das ist geltendes Recht und bedarf des Beschlusses in keinster Weise.

für moralisch erachten wollten, noch nicht einmal unter Tieren üblich ist. em Beschluss scheint zudem ein völlig verzerrtes Bild des Stands der Medizin zugrunde zu liegen. Während wir in Zeiten, in denen der Tod sich nicht selten durch sich über Tage steigernde Schmerzen, Wundfieber und Krämpfe einstellte, selbstverständlich davon ausgingen, dass diese schrecklichen Erfahrungen Teil des Lebens und – das Wort ist bewusst gewählt – mit Würde zu ertragen sein, rufen wir heute, in vollem Besitz moderner medizinischer Möglichkeiten, ein Leben und natürliches Sterben ohne Schmerzen zu ermöglichen, nach dem Recht auf Tötung.

D

In Deutschland wurde im Jahr 2010 zudem durch ein höchstrichterliches Urteil bekräftigt, dass auch das vordergründig aktive Beenden einer gegen den Patientenwillen begonnenen Therapie nicht nur straffrei, sondern sogar geboten ist und keine Form der aktiven Sterbehilfe darstellt [Bun10]. Ein vergleichbarer Fall aus Österreich ist mir nicht bekannt, jedoch gehe ich davon aus, dass ein Urteil ähnlich ausfallen würde.

Seit Jahrzehnten ist kein Patient mehr gezwungen, sich mit seinen Schmerzen abfinden zu müssen. Ein Patient mit Schmerzen wurde entweder falsch therapiert oder hat sich, als Teil seines guten Rechts aus welchen Gründen auch immer, bewusst gegen eine Schmerztherapie entschieden. Um einem Patienten, zumal in einer terminalen Krankheitsphase, einen schmerzfreien Zustand zu ermöglichen, darf auch eine Therapie angewandt werden, die das verbleibende Leben möglicherweise verkürzt. In Bereichen, wo noch eine mögliche Rechtsunsicherheit für die behandelnden Ärzte besteht, ist es legitim, Änderung zu fordern. Hierzu trägt der Beschluss jedoch nicht bei.

chon die Grundannahme, dass das Töten eines Menschen in dessen Sinne oder gar zu dessen Wohle sein könnte, ist falsch. Dies ist auf mehrere Arten belegbar. Ich möchte dies in den folgenden Abschnitten aus historischer, biologischer, medizinischer und soziologischer Sicht tun.

S

u keiner Zeit gab es in unserer Zivilisation das Prinzip eines Gnadenschusses für Menschen. Sehr im Gegensatz zum Umgang mit – auch libgewonnenen – Tieren, deren Leiden man durch bewusstes Töten verkürzte und verkürzt. Dem Menschen wurde dagegen stets zugemutet, sein Leben in jeder Lage ertragen zu können. Anstatt den vermeintlich einfachen Weg zu wählen, das Leben zu beenden, galt es, das Leiden soweit möglich auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Z

uch ignoriert der Beschluss den Umstand, dass das allgemein als sinnstiftend angesehene Element menschlicher Existenz unsere Fähigkeit zur kritischen Reflexion und bewusstem Handeln ist. Es verbietet sich zwar, ein Leben als sinnlos einordnen zu wollen, nur weil sein Träger über diese Fähigkeit nicht verfügt, der Beschluss geht jedoch geradezu vom Gegenteil aus. Damit eine Person im Sinne des Beschlusses aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen dürfte, müsste sie zwar im Besitz ihrer vollen Urteilskraft (Ziff. 3 u. 6) aber körperlich weitestgehend handlungsunfähig (Ziff. 1 u. 10) sein5 .

A

elbst im Tierreich ist, im Gegensatz zur altruistischen Selbstopferung zum Arterhalt oder dem zum selben Zweck – nach Möglichkeit eines Tiers – bewusst in Kauf genommenen sterben Lassen von Artgenossen, nicht zu beobachten, dass leidende Individuen von ihresgleichen getötet würden. Es ist berechtigt zu fragen, inwieweit die Beobachtung tierischen Verhaltens Rückschluss auf ethische Normen des menschlichen Zusammenlebens geben kann. In jedem Fall bin ich jedoch der Ansicht, dass es uns zu größter Nachdenklichkeit veranlassen sollte, wenn wir feststellen, dass eine Praxis, die wir

S

5 Zur

Eine Person die intellektuell in der Lage ist, eine Entscheidung von solcher Tragweite wie die über das Beenden eines Menschenlebens zu treffen, ist definitiv auch in der Lage zur sozialen Interaktion und – im Idealfall – sich konstruktiv in die Gesellschaft einzubringen. Gerade der technische Fortschritt der

antizipierten Erklärung siehe Fußnote 4 auf Seite 2 bzw. die Ausführungen auf Seite 3.

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letzten Jahre hat auch schwerkranken Menschen Werkzeuge in die Hand gegeben, um wie nie zu vor mit der Gesellschaft in Kontakt zu treten.

für technische Unterstützung sein wird, ist der Beschluss heute erst recht unnötiger denn je. nstatt die Situation für Schwerkranke zu verbessern würde der Beschluss zu einer fatalen Umkehr der Notwendigkeit sich zu rechtfertigen führen. Anstatt von seinen Angehörigen Beistand in der schweren letzten Phase des Lebens erwarten zu können, müsste sich in Zukunft der Sterbende dafür rechtfertigen, seinem Umfeld länger als nötig zur Last zu fallen

A

Ich möchte als Positivbeispiel die Geschichte von Adrian Hands erwähnen, der an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) im Endstadium litt und praktisch bewegungsunfähig war. Nach Definition des Beschlusses hätte er vermutlich Anrecht auf eine Todesspritze gehabt. Stattdessen bastelte er jedoch mit Hilfe seines Sohns ein Gerät, das es ihm erlaubte, mit seinem Fuß einen Morsecode in seinen Computer einzugeben. Auf diese Art programmierte Hands bis zuletzt am freien Desktop GNOME. Drei Tage nachdem sein letzter Patch in das Projekt aufgenommen wurde starb Hands am 3. Februar dieses Jahres6 .

Wer weiß, wie sehr sich viele geriatrische Pflegefälle dafür schämen, ihren Angehörigen Mühe und Sorgen zu bereiten, wie respektlos diese den Gepflegten dies manchmal auch vorhalten oder wie groß die Angst vor einem Lebensende im Pflegeheim ist, der kann die im Beschluss geforderte freie Willensäußerung allenfalls als Hohn interpretieren. Von insgeheim niederträchtigen Beweggründen des Umfeldes, einem Kranken die Inanspruchnahme aktiver Sterbehilfe nahezulegen – etwa um das potentielle Erbe nicht für eine teure Pflege zu verbrauchen – einmal ganz abgesehen.

Beispiele wie dieses (und es gibt viele weitere) sollten uns Anlass geben, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen auch gegen ihr Lebensende nicht auf das Gefühl verzichten müssen, wertvoll zu sein. Ich habe viele Pflegeheime gesehen und kein einziges stellte seinen Bewohnern auch nur die Möglichkeit per Videokonferenz mit Freunden zu telefonieren bereit, was für Schwerhörige bereits ein enormer Gewinn sein könnte. Wenn sich junge gesunde Menschen ungeachtet anderer Möglichkeiten tagelang in abgedunkelte Zimmer verkriechen, um sich in virtuelle Welten zu vertiefen oder Anträge für Bundeskongresse zu schreiben, warum sollten dann nicht auch Pflegefälle in der gleichen Tätigkeit Sinn und Lebensfreude erfahren können? In vielen Fällen ist bestimmt auch das Personal weder zeitlich in der Lage noch versiert genug, um den Klienten derartige Hilfestellung zu bieten. Anstatt Pflegefälle sich zu Tode langweilen zu lassen und schließlich ihren „freien“ Sterbewillen an ihnen zu vollziehen, sollten wir mehr Pflegepersonal einstellen und dieses entsprechend weiterbilden. Auch bedarf es sicherlich keiner medizinischen Ausbildung um jemandem die Benutzung eines Computers oder modernen Rollstuhls beizubringen. Allenfalls guten Willen und entsprechende Geduld.

Die reife Antwort einer Gesellschaft auf sich für ihre Pflegebedürftigkeit Schämende ist ein Ausbau der Vorsorge und Pflegeversicherung. Die richtige Konsequenz aus Sorgen verursachend empfundenen Leides anderer ist ein Rückbesinnen auf die begrenzten Möglichkeiten des Menschen, sein Leben vollständig zu lenken. Die moralisch korrekte Reaktion auf Angst vor Pflegeheimen ist Aufzuklären, die Pflegeheime besser zu machen und wo möglich hochwertige und professionelle Pflege Zuhause anzubieten. Das Töten eines Menschen mag in vielen Fällen der einfachste Weg erscheinen. Es ist nie der richtige. usammenfassend stützt sich der Beschluss offenbar auf ein weder biologisch noch kulturell oder religiös belegbares Recht, den Zeitpunkt des eigenen Todes frei bestimmen zu dürfen. Er würde eine in unserer Kulturgeschichte einmalige Alternative, aus dem Leben zu scheiden, schaffen, die zu einer nicht absehbaren Belastung für unsere Gesellschaft und im Besonderen der Personen führen würde, die für sich die Entscheidung einer

Z

Angesichts dessen, dass die nächste Generation an Pflegefällen bereits von vornherein offener

6 Hands’ Patch für den Bug #78514 und die Nachricht von seinem Tod auf der Mailingliste des GNOME Projekts: https: //bugzilla.gnome.org/show_bug.cgi?id=78514#c19. Für seinen Einsatz wurde er im März desselben Jahres posthum von der Free Software Foundation geehrt: http://www.fsf.org/news/2010-free-software-awards-announced

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(Nicht-)Inanspruchnahme treffen müssten. Da sich der Beschluss unweigerlich in Widersprüchen verstricken musste, hat sich ein Konglomerat ergeben, das nicht nur aus ethischer, sondern auch aus liberaler Sicht abzulehnen ist. Dabei würdigt der Beschluss die vorhandenen medizinischen und rechtlichen Möglichkeiten unzureichend und schlägt eine in Teilen nicht notwendige, in Teilen inakzeptable Veränderung vor.

//www.evang.at/fileadmin/evang. at/doc_reden/synode96a4.pdf. [Jun11] Junge Liberale Österreich. Protokoll des IV. Bundeskongress. https://my. julis.at/sites/default/files/ IV._BuKo_Juni_2011_Wien_0.pdf (interne Ressource), Wien, 2011. [Pap95] Papst Johannes Paulus II. Evangelium Vitae : An die Bischöfe, Priester und Diakone die Ordensleute und Laien sowie an alle Menschen guten Willens über den Wert und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens. 1995. http://www.vatican. va/edocs/DEU0073/_INDEX.HTM (offizielle deutsche Übersetzung).

Ich appelliere daher an die Delegierten zum V. Bundeskongress, den getroffenen Beschluss als Fehlentscheidung zu erkennen und zurückzuziehen. Die JuLis würden damit sowohl Sachkompetenz als auch ethische Verantwortung und – nicht zuletzt – die Fähigkeit und Bereitschaft, aus eigenen Irrtümern zu lernen, zeigen.

[Pat]

Literatur [Alb07] Francesca Yardenit Albertini. Sterbehilfe aus jüdischer Sicht: Eine Einführung. Pardes. Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien, 2007. http://opus. kobv.de/ubp/volltexte/2008/ 2106/pdf/Pardes13_Art02.pdf (Abschrift im Archiv des Kooperativen Bibliotheksverbunds Berlin-Brandenburg).

Patientenverfügungsgesetz (PatVG), BGBl. Nr. 55/2006. http://www.ris.bka.gv. at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage= Bundesnormen&Gesetzesnummer= 20004723.

Angegebene Weblinks führen teils zu inoffiziellen aber frei verfügbaren Kopien.

[Bun75] Bundesverfassungsgericht der Bundesrepublik Deutschland (BVerfG). Schwangerschaftsabbruch I; BVerfG 39, 1–95. Neue Juristische Wochenschrift, S. 573–588, 1975. http: //www.ejura-examensexpress.de/ online-kurs/entsch_show_neu. php?Alp=1&dok_id=6454. [Bun10] Bundesgerichtshof der Bundesrepublik Deutschland (BGH). 2 StR 454/09. 2010. http://juris.bundesgerichtshof. de/cgi-bin/rechtsprechung/ document.py?Gericht=bgh&Art= en&nr=52999&pos=0&anz=1. [Gen97] Generalsynode der Evangelischen Kirchen in Österreich. Stellungnahme der evangelischen Kirche Österreichs zum Thema Sterbehilfe. SAAT, 1997. http: 6

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A

Würdevolles Sterben ermöglichen

dieser Zustand nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft irreversibel ist.

Beschlossen durch den IV. Bundeskongress in Wien am 5. Juni 2011 [Jun11].

6. Bei der Äußerung des Wunsches nach Sterbehilfe, sei es antizipiert in Form einer Patientenverfügung, sei es bei der dreimaligen Willensäußerung vor einem Notar, dürfen keine Anzeichen von Depression erkennbar sein. Dies ist durch zwei unabhängige Ärzte zu prüfen.

Die Jungen Liberalen fordern die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe unter folgenden Bedingungen: 1. Die Person hat ein irreversibles, unerträgliches Leiden oder leidet an einer unheilbaren, degenerativen, zum Tode führenden Krankheit, oder

7. Die Person muss über die Möglichkeiten von Palliativmedizin, Palliativpflege und der Betreuung in Hospizen ausreichend unterrichtet worden sein.

2. Die Person liegt in einem irreversiblen Koma.

8. Der Tod der Person wird durch einen Arzt herbeigeführt, unter Kontrolle eines zweiten, unabhängigen Arztes.

3. Der Wunsch nach Sterbehilfe muss drei Mal im Abstand von mindestens jeweils fünf Tagen vor einem Notar abgeben. Dabei muss die Freiwilligkeit der Willenserklärung sichergestellt sein.

9. Ärzte und Pflegepersonal können nicht zur Teilnahme an der aktiven Sterbehilfe verpflichtet werden.

4. Hat eine Person, die physisch nicht in der Lage ist, um Sterbehilfe zu bitten, in einer schriftlichen, von einem Notar beglaubigten Patientenverfügung den Wunsch nach Sterbehilfe für einen der unter Punkt 5 angeführten Fälle geäußert, muss dieser unbedingt Folge geleistet werden.

10. Dieses Recht besteht nur, wenn die Person physisch nicht mehr dazu in der Lage ist, ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen. § 77 StGB (Tötung auf Verlangen), sowie § 78 StGB (Mitwirkung am Selbstmord) sind entsprechend zu verändern.

5. Jede volljährige Person kann für den Fall, dass sie nicht mehr in der Lage sein sollte, ihren Willen zu bekunden, in einer Patientenverfügung schriftlich vor einem Notar ihren Wunsch nach Sterbehilfe für den Fall festhalten, dass ein Arzt feststellt, dass

Aktive Sterbehilfe ist die gezielte unmittelbare schmerzlose Beendigung des Lebens eines Menschen in der Absicht, ihm weitere Leiden zu ersparen unter der Voraussetzung, dass dieser seinen Tod nicht selbständig herbeiführen kann. Vor dem Hintergrund des Selbstbestimmungsrechts eines jeden Bürgers ist auch der Wille zu Sterben zu respektieren. Sollte eine Person nicht mehr in der Lage sein, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen, muss es ihr unter den oben genannten Bedingungen trotzdem möglich sein, mit Hilfe anderer den frei gewählten Tod herbeizuführen.

• sie ein irreversibles unerträgliches Leiden hat oder an einer unheilbaren degenerativen und tödlichen Krankheit leidet oder • nicht mehr bei Bewusstsein ist (z.B. Wachkoma, Herzstillstand) und

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Antragsbuch IX Bundeskongress JuLis Österreich  

Alle inhaltlichen Anträge und Satzungsänderungsanträge zum Bundeskongress der JuLis Österreich am 19. Oktober 2013.