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Nr. 7   Juni / Juli 2013

n e s i e R


Welches Verkehrsmittel führt dich nach Paris?

Rätsel: Daniela Rütimann

Lösung Seite 23


In sieb en Schritten um die Welt Ganz so schnell geht es noch nicht. Aber trotzdem: Das Reisen ist heute viel schneller und bequemer als noch bei unseren Grossmüttern und Grossvätern! Früher war Reisen eine Strapaze: Unterwegs waren die Menschen zu Fuss, auf Pferd oder mit Wagen. Die Wege waren weit, oft gefährlich. Darum reisten nur diejenigen, die einen guten Grund dafür hatten. Zum Beispiel die Pilger und die Entdecker von fremden Ländern. Für No-

Zu Fuss und jetzt per Flugzeug in die Welt hinaus. Seite 4

maden ist das Reisen Alltag: Sie haben keinen festen Wohnort und ziehen mit Hab und Gut umher. Das gibt es noch heute. Ferien- und Urlaubsreisen gibt es noch nicht so lange – auch wenn es für uns das Schönste und Selbstverständlichste ist. Seit der Erfindung von Zug, Auto und Flugzeug wird der Weg von hier nach dort immer kürzer und schneller.

Ein Känguru-Baby im Gepäck. Seite 16

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Jenische trifft man auch in der Schweiz unterwegs an. Seite 8

Selber einen Reisebeutel machen. Seite 12

Jona auf einer turbulenten Reise im U-Boot. Seite 18


s i b e s i e r r e g l i P r e Von d s u m s i r u o t n e s s a zum M Seit es Menschen gibt, reisen sie schon umher. Was wir heute zum Vergnügen und in den Ferien machen, hatte früher ganz an dere Gründe. Hier findest du ein paar Beispiele dafü r.

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Mit dem Schiff «The Discovery» segelte Käpt'n James Cook (1728 - 1779) auf seinen Entdeckungsreisen übers Meer. Text: Christine Weber Illustration: akg-images / North Wind Picture Archives (kolorierter Holzschnitt nach einer Zeichnung von E. W. Cook)


Pilgerreisen

Passagierreisen

Zu Fuss an religiöse Wallfahrtsstätten

Mit Dampfzug und Schiffen unterwegs

Der Pilger heisst auf Deutsch übersetzt «Der Fremde» – also jemand, der sich auf die Reise in ein unbekanntes, fremdes Land macht. Dabei geht der Pilger aber nicht irgendwohin, seine Reise hat einen religiösen Grund: Meistens ist das Ziel ein Wallfahrts- oder Pilgerort. Seit Jahrhunderten machen Menschen Pilgerreisen, einige von ihnen sind mehrere Jahre unterwegs. Genauso wichtig wie das Ziel der Reise, ist aber der Weg dorthin: Weil Pilger fast immer zu Fuss unterwegs sind, haben sie viel Zeit zum Nachdenken und Insich-Gehen. Zu den weltweit bedeutendsten Wallfahrtsorten gehören Jerusalem (für Christen und Juden) und Mekka (für Muslime).

In England wurden ab 1825 die ersten Eisenbahnzüge gebaut, die auch Passagiere beförderten. Jetzt wurde das Reisen für ganz normale Menschen einfacher. Die Züge wurden mit Dampflokomotiven gezogen und waren viel langsamer als heute. Aber es ermöglichte Reisen über weite Strecken, und es war bequemer als vorher in Kutschen oder mit anderen Wagen. Auch die Passagierschiffe waren wichtige Transport- und Reisemittel. Die wenigsten Menschen, die mit einem Passagierschiff nach Amerika oder Kanada reisten, waren aber Touristen: Im 18. und 19. Jahrhundert wanderten Millionen Europäer aus. Wegen Hungersnöten und schlechten Ernten suchten sie eine neue Heimat. Die Überfahrt auf den riesigen Passagierschiffen war kein Zuckerschlecken. Auf dem Schiff waren die Leute zusammengepfercht in kleinen Kabinen oder sogar auf Deck.

Entdeckungsreisen

Mit dem Schiff fremde Gebiete entdecken Die grossen Entdeckungen wurden gemacht, als Europäer mit gut ausgerüsteten Schiffen die Meere befahren konnten. Die oft waghalsigen und jahrelangen Reisen führten die Abenteurer nach Amerika (1492, Christoph Kolumbus), Indien (1497, Vasco da Gama), die Südsee (um 1770, James Cook) und viele andere Länder. Die neu entdeckten Länder und Kontinente waren jedoch meist schon von Menschen besiedelt und die «Entdecker» wurden nicht immer freundlich aufgenommen. Kein Wunder: Die Europäer wollten ja neues Land erobern und Handelsrouten erschliessen, um neue Reichtümer nach Europa zu schleppen. Aus den eroberten Gebieten entstanden oft europäische Kolonien. Dorthin reisten dann auch Missionare, um die Einheimischen zum Christentum zu bekehren.

Vergnügungsreisen Flugzeug und Auto bringen Reisende schnell voran Zwei Verkehrsmittel haben das Reisen für Menschen enorm verändert: das Flugzeug und das Auto. 1903 stieg das erste motorgetriebene Flugzeug in die Luft. Danach entwickelte sich die Flugtechnik rasend schnell. Heute fliegen Millionen von Leuten rund um die Welt. Das Gleiche gilt für das Auto: Ab 1900 verdrängte das motorbetriebene Auto die Pferdefuhrwerke – heute ist es das wohl weitverbreitetste Verkehrsmittel. Reisen wurde also einfacher, schneller und günstiger. Ab 1950 verdienten die Leute in Europa auch mehr Geld, hatten mehr Ferien und Freizeit. So entstand der Massentourismus, den wir heute alle kennen: Im Urlaub jettet man im Flugzeug um die halbe Erde oder fährt mit dem Auto ans Meer.

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Nomaden reisen viel umher festen Menschen ohne n Wohnsitz heisse r gab Nomaden. Frühe en es auf der ganz er Welt viele solch eute Wandervölker. H enige leben nur noch w u z nomadisch - da r Teil gehört ein kleine er der Roma und d d Jenischen. Sie sin eiz auch in der Schw anzutreffen.

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em nden auf d Tanzen. re h a F n o v beim Ein Kind naduz (GR) o B z t la sp g Durchgan


Dass Menschen nicht sesshaft lebe n – also ihr Zuhause imm er an einen ande ren Ort verlegen -, hat unterschiedliche G ründe. Viele Nomaden lebten einst in G ebieten, die zu trocken war en oder je nach Ja hreszeit zu wenig Nahrung für Menschen un d Tiere boten. Also zoge n sie mit ihren Ti er he rden und ihrem Hab und Gut weiter an einen anderen Plat z. M eistens lebten sie in Zelten, die schnell auf- un d abgebaut waren . In der Mongolei, den tro ckenen Gebieten Afrikas und Asiens trifft m an heute noch N omaden an – die meisten anderen haben di ese Lebensweise aber au fgegeben, sie lebe n sesshaft am gleichen Ort.

Unter wegs im Wohnwagen Die Jenischen, die als Fahrende in der Schweiz unterweg s waren, versorgt en die abgelegenen Dör fer mit Waren. So kamen zum Beispiel rege lmässig die Messe rs chleifer, Korbflechter, Pfannenflicker od er Hausierer vorbei. He ute leben die fa hr enden Jenischen vom Ha ndel mit Altmet all und Antiquitäten oder als Markt fahrer. Be kannt sind die Roma, Sinti oder Jenisc he n auch wegen ihrer wun derschönen Mus ik und den fröhlichen Fe sten. Heute lebe n in der Schweiz et wa no ch 2500 Jenische , die herumfahren. Im Sommer komm en einige ausländische Rom a- Familien hinzu. Si e leben in Wohnwag en und Wohnmob ilen auf Plät zen, die für sie reserviert sind. D or t bleiben sie dann jew eils ein paar Woc he n oder Monate, bis sie zu m nächsten Plat z fa hren. Meistens besuch en die Kinder vo n Fahrenden im Winter ei ne öf fentliche Sc hu le und gehen im Somm er dann mit ihre n Eltern auf Reise.

rig n es schwie die JeniR o m a ha b e d Sinti sowie n u a m o R en Auch die Teil seit viel m grössten zu en b le ei schen . N ur n leichen Ort g am en n Ro Generatio umher. Die ihnen zieht n vo il Te ei er un d n e klein e Geschichte g n la e n ei en ma haben nglich stamm ultur. Ursprü K te an ss u re inte dien nd esten von In w rd o N em s. sie aus d ze Welt hinau rt in die gan o d n vo p ru en zog he G unterschiedlic e el vi es t ib Tex t: Chr istine Weber Darum g Diese haben Fot o: Willi Wottreng einschaf ten. em G l d ie n u sp ei B pen m zu – en andere Nam un denn auch r – und auch eh m e el vi d n Sinti, Kale u Religionen. chen und ra Sp e h lic d ndern terschie ch in allen Lä si en ab h a m Sesshaf te Ro leben in Ruassen, viele el g er d ie n ie Ro Europas Slowenien. D d n u n ie ar mänien, Bulg : Ihre Lebenser schwierig m im es n te en verma hat isch, sie wurd u ra st is m te weise mach vielen Oriert. Das ist an in im kr is d d n folgt u heute so. ten leider bis

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r e h c s i g o l o k Ö k c u r d • b a s s u F

on sind Wir sitzen ins Auto oder ins Flugzeug und sch ist bequem wir am anderen Ende der Welt - das Reisen geworden. Fast zu bequem.

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Die neuen Verkehrsmittel haben aber auch eine schlechte Seite: In den Städten sind die Strassen verstopft, es ist laut und stinkt. An manchen Orten ist der Smog von Autos (und Fabriken) so dick und grau, dass es fast so dunkel ist wie am Abend. Die Menschen tragen Schutzmasken, damit sie die schädlichen Abgase nicht einatmen. Für grosse Distanzen nehmen heute viele Leute das Flugzeug. Das geht schnell und es ist auch spannend, so hoch über den Wolken zu sein. Nur: Ein Flugzeug braucht extrem viel Kerosin – so heisst der Treibstoff. Weil die Flüge immer billiger werden, brauchen auch immer mehr Leute das Flugzeug. «Geht ja am schnellsten!», denken sie. Und vergessen, dass das für unsere Luft gar nicht gut ist – denn

Flugverkehr schadet der Umwelt. Darum ist es wichtig, bei einer Reise gut zu überlegen, welches Verkehrsmittel gewählt wird: Für eine kurze Strecke kann man genauso gut den Zug nehmen und braucht kein Flugzeug, das die Umwelt belastet. Und eine Reise mit dem Velo ins Tessin ist manchmal lustiger, als mit dem Auto im Stau zu stehen. So kann jede und jeder selber überlegen, welche Art Reise sinnvoll ist und sich dementsprechend verhalten. Das nennt man den «ökologischen Fussabdruck» – möglichst sorgfältig mit der Umwelt umgehen. Text: Christine Weber Foto: Mats Persson / istock.com


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n e k c a p Koffeurnd losziehen !

Emylou (5) wohnt im luzernischen Meggen und ist von da aus schon oft mit ihren Eltern gereist. Wenn sie zu Hause ist, schaut sie sich die Welt am liebsten auf ihrer grossen Landkarte an. Warum interessierst du dich für andere Länder? Weil ich zu Hause eine riesige Landkarte habe und die oft betrachte. Es ist eine spezielle Karte: Da sind nicht nur die Orte angeschrieben, sondern man erfährt auch, welche Tiere in einem bestimmten Land leben, oder wie die Häuser aussehen. In Grönland zum Beispiel sieht man, dass die Menschen da in Iglus wohnen. Wenn ich im Kindergarten bin, schaue ich auch gerne das Buch mit der Weltkugel und den Bildern von den verschiedenen Ländern an. In welchen Ländern warst du schon? Ich gehe oft in die Ferien. Ich war schon viele Male in Italien. Oder in Spanien, England oder Griechenland. Im Winter sind wir aber auch in der Schweiz unterwegs: In Engelberg zum Beispiel bin ich Ski gefahren. Und ich war auch schon auf dem Pilatus!

Text und Foto: Julia Stirnimann

Welchen Ort würdest du gerne einmal bereisen? Amerika! Wobei ich etwas Angst habe, weil es dort viele Tornados gibt. Das sind grosse Stürme im Meer. Deshalb würde ich vielleicht doch fast lieber nach London gehen. London ist eine spannende Stadt, die Hauptstadt von England. Welches Land wirst du als nächstes bereisen? Spanien. Im Sommer gehe ich drei Wochen mit meinen Eltern nach Gran Canaria. Logischerweise habe ich schon nachgeschaut auf meiner Karte, wo das ist: Gran Canaria ist eine ziemlich grosse Insel im Atlantik. Am meisten freue ich mich darauf, im Meer baden zu gehen und am Strand zu «sändele». 9


Eine 2200 Kilometer ss Fu zu e s i e R e g n a l Pilgern - oder wallfahren - ist ein e besondere Art von Reisen, die Gläubige verschied ener Religionen seit langer Zeit machen. Eine Wallfahrt ha t immer einen religiösen Bezug. Ein bekannter Pilgerweg fü hrt auch durch die Schweiz: der Jakobsweg.

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Der junge Pilger Alvaro kommt aus Argentinen. Ob er den Weg bis Santiago de Compostela mit den lädierten Füssen wohl noch schafft?


Gläubige Christen begeben sich auf eine Wallfahrt, um Gott ihre Dankbarkeit zu zeigen oder weil sie von ihm etwas erbitten wollen. Andere hoffen, auf einer solchen Reise Gott in sich neu zu entdecken und seine Nähe zu erfahren. Heute machen auch Leute Pilgerreisen, um Ruhe zu finden und Zeit zum Nachdenken zu haben. Nicht nur Erwachsene machen solche Reisen – unterwegs trifft man auch Familien mit Kindern oder Jugendlichen an. Einige der bekannten Wallfahrtsorte der Schweiz liegen direkt am Jakobsweg. Zum Beispiel Einsiedeln und Flüeli-Ranft bei Sachseln. Entscheiden sich die Pilger für den Jakobsweg, führt ihre Reise durch die Schweiz, Frankreich und Spanien. Der Jakobsweg endet in Nordspanien im kleinen Ort Santiago di Compostela.

drei Monate: Die Strecke beträgt 2200 km. Die Pilger beginnen ihre Reise entweder vor der eigenen Haustüre oder in der Kirche in Konstanz am Bodensee (Deutschland). Bevor es losgeht, bitten sie Gott um seinen Segen für ihre Reise. Auch während dem Wandern beten einige still für sich. Santiago de Compostela ist schon seit über tausend Jahren neben Rom und Jerusalem ein wichtiges Ziel für christliche Pilger: Dort soll der Apos­ tel Jakobus begraben sein. Die Gläubigen hoffen auf seine Fürsprache. Ob die Pilger den ganzen Weg gehen oder nur einzelne Abschnitte davon unter die Füsse nehmen: Der Jakobsweg übt eine besondere Anziehungskraft aus. Viele spüren hier, dass Gott ihnen nahe ist und sie begleitet. Oder sie finden Ruhe und Stille für sich.

Zu Fuss, mit dem Velo oder auf dem Pferd Viele Pilger wandern die ganze Strecke zu Fuss, manche bereisen nur einige Abschnitte davon. Es gibt auch Reisende, die mit dem Velo oder auf einem Pferd unterwegs sind. Für die Übernachtung gibt es am Weg spezielle Herbergen. Hier können die Pilger ihre Kleider auswaschen, die müden Füsse pflegen und sich für die nächste Etappe stärken – denn der Weg ist lang und anstrengend. Wer den ganzen Pilgerweg von Konstanz bis Santiago de Compostela gehen will, braucht dafür mindestens

Gläubige aus vielen Religionen Wallfahrten und Pilgerreisen werden seit langer Zeit gemacht. Und das nicht nur von gläubigen Christen. Auch andere Religionen kennen solche Reisen zu Orten, die für sie eine besondere Bedeutung haben und in ihrer Religion wichtig sind. Bei den Muslimen gehört es zu den religiösen Pflichten, einmal im Leben zum Heiligtum in Mekka zu pilgern. Manche verbinden das auch noch mit einem Besuch des Grabes des Propheten Mohammed in Medina. Juden aus aller Welt unternehmen Pilgerreisen zu Gräbern von Zaddikim, die auf der ganzen Welt verteilt sind – die Zaddikim waren Männer, die besonders heilig gelebt haben. Buddhisten haben mehrere Wallfahrtsziele in Indien. Dort denken sie an wichtige Ereignisse aus dem Leben Buddhas. Für Hindus ist Benares am heiligen Fluss Ganges einer der wichtigsten Wallfahrtsorte.

Text: Lucia Hager Fotos: Eugen Wehrli; appleuzr / trekandshoot / istock.com

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i l k c ä P h c n Lu So wgird’s emacht Schneide die Getränketüte oben auf, wasche sie gründlich und lass sie trocknen. Beklebe die Tüte mit der Selbstklebefolie. Ritze dann mit der unscharfen Seite der Schere und mit Hilfe eines Lineals die Tüte auf beiden Schmalseiten ein und falte sie zusammen. Kürze die Tüte um ca. 5 - 10 cm. Ritze die Falten für den Verschluss wieder mit der Schere vor. Markiere die Stellen für die Klettverschlüsse, bevor du diese aufklebst. Zur Verstärkung kannst du sie noch mit dem Bostitch befestigen. Nun ist das Lunchpäckli bereit für dein Lieblingspicknick. Gute Reise!

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Text und Fotos: Daniela Rütimann


f체r deine Reise

Du brauchst dazu Grosse Getr채nket체te, selbstklebende Folie oder Schrankpapier, Bostitch, Schere, Lineal, Bleistift, selbstklebender Klettverschluss.

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r e g e i fl n e k c e r t s g n La Sch Ich reib sch r s gu t du eibe d ri@ m ir. ju m ir a i.ch uch ?

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ina und Theo sitzen auf dem Ast. Es wird schon Morgen. Sie warten auf mich. «Hey Guri, endlich! Wo warst du so lange?!» Das ist eine längere Geschichte. Ich musste unbedingt noch bei Sofie vorbeischauen. «Die Amsel pfeift schon. Zeit fürs Bett!», witzelt Theo. Ich habe einen verletzten Mauersegler gesehen und wollte von Sofie wissen, ob wir ihm helfen können. Damit er wieder fit ist, wenn sie weiter fliegen, bis nach Südafrika. «Mauersegler?», fragt Theo. Das sind Zugvögel, wie die Amseln, Stare, Drosseln. Und auch einige Eulen reisen. Aber nicht so weit wie die Mauersegler. Das sind Langstreckenflieger. «Hihi, die würden auch besser das Flugzeug nehmen», lacht Theo. «So ein Quatsch. Flugzeuge brauchen Benzin, das ist nicht gut für die Luft. Braucht ein Flugzeug eigentlich mehr Benzin als ein Auto?», fragt Nina. Wir schauen uns nur an und fliegen

gemeinsam los: Sofie ist wohl schon zu Hause. «So früh am Morgen noch Fragen», lächelt Sofie. «Flugzeuge brauchen Kerosin. Das wird auch aus Erdöl gemacht, wie Benzin. Es ist schlecht für das Klima und die Luft, wenn man zu viel Erdöl verbrennt. Ein Flugzeug verbraucht viel mehr Kerosin als ein Auto. Aber das Gute am Flugzeug ist, dass viele Menschen zusammen in einem Flugzeug fliegen. Wenn jeder allein in einem Auto fährt, ist das auch nicht gut. Die Menschen müssen lernen, weniger zu fliegen und das Auto mehr gemeinsam zu benutzen.» Am besten sie nehmen den Zug, dachte ich. Der braucht kein Benzin. Dabei kommen mir die Zugvögel wieder in den Sinn. Ob der Mauersegler wohl die grosse Reise überstehen wird?

Text: Beat Röösli Illustration: Daniela Rütimann


n o r t a p z t u h c S D er h e i v r e d e von F

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er irische Mönch Gallus begab sich vor mehr als 1400 Jahren zusammen mit Kolumban und weiteren Gefährten auf eine lange Reise. Sie wollten den Menschen auf dem europäischen Festland den christlichen Glauben näher bringen. So erzählte Gallus auch den Leuten bei Tuggen am Zürichsee von Gott, der für alle wie ein guter Vater ist. In seinem Übereifer steckte er während der Predigt den Holztempel der Tuggener in Brand, zerstörte ihre Götterstatuen und warf sie in den See. Das erzürnte die Leute dermassen, dass sie mit ihren Waffen auf die Mönche losgingen, sodass diese die Gegend fluchtartig in Richtung Bodensee verliessen. Kolumban und die übrigen Mönche zogen von dort weiter nach Italien. Nur Gallus blieb in dieser Gegend am Bodensee zurück. Er spürte, dass Gott für ihn hier eine neue Heimat bereithielt. Den genauen Ort erfuhr er auf wundersame Weise: Als er mit seinem Gefährten Hiltibod im Wald unterwegs war, fiel er in der Nähe des Baches Steinach hin. Das war für Gallus ein Zeichen von Gott, das ihm sagen wollte: Hier ist der Ort, wo du leben und den Menschen von mir erzählen sollst.

So wurde dieser Ort zur neuen Heimat für Gallus. Er wurde mit seinem Gebet und seiner Hilfsbereitschaft für viele zu einem überzeugenden Boten des christlichen Glaubens. Hier wurde später das Kloster St. Gallen errichtet, von dem die Stadt und der Kanton den Namen erhielten. Gallus ist nicht nur Schutzpatron von St. Gallen, sondern auch von Gänsen, Hühnern, Hähnen und von Fieberkranken! 15

Gedenktag des Heiligen Gallus ist der 16. Oktober.

Text: Lucia Hager Illustration: Daniela Rütimann


Ein Winzling h체pft im Beutel mit 16

Ein K채nguru-B ab ist winzig, wen y n geboren wird. N es eu Monate lang s n itz es dann im Beu t te seiner Mutter l u entdeckt so die nd Welt.


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as Riesenkänguru ist so gross wie ein Mensch: Wenn es sich aufrichtet, ist es 1 Meter 80 gross! Ganz anders ist das beim Nachwuchs: Ein Baby-Känguru ist bei der Geburt so klein wie eine Haselnuss. Und leicht wie eine Feder – es wiegt dann nicht einmal ein Gramm. Das Kleine hat noch kein Fell, sondern ist nackt und blind wie ein Embryo. Nach der Geburt krabbelt das Kleine direkt in den Beutel der Mutter. Dort hängt es sich an ihre Zitze und lässt sie nicht mehr los. Nach zwei bis drei Monate traut sich das kleine Känguru dann zum ersten Mal für kurze Zeit hinaus. Während das Baby im Beutel ist, kann sich die Mutter tipptopp bewegen: Sie sucht nach Nahrung und hüpft auf den langen Hinterbeinen umher. Manchmal schaut das Kleine neugierig zum Beutel heraus auf diesen Reisen. Doch es tut auch gut daran, den Kopf nicht allzu weit hinauszustrecken: Kängurus können nämlich einen ziemlichen Sprint hinlegen und machen riesige Sätze. 13 Meter misst der Rekord-Sprung. Tja – das wackelt dann schon ein bisschen in dem Baby-Beutel! Erst nach neun Monaten verlässt das Baby den Beutel – jetzt ist es so gross geworden, dass es darin keinen Platz mehr hat. Und ausserdem ist dort schon ein neuer Winzling drin, der an einer anderen Zitze hängt. Das System mit diesem Beutel ist ja ganz schön praktisch! Die Menschen haben beim Känguru abgeguckt und eine Tragtasche entwickelt, in der Mütter und Väter ihre Babys packen können – das hast du bestimmt auch schon gesehen.

Text: Christine Weber Foto: Melissa Woods / istock.com

f e i r b Steck

(Macropodidae) ere, Name: Känguru milie der Beutelti Fa r zu t ör eh G : Familie ngurus gehören. Kä n vo en rt A 54 zu der etwa in Beuteltiere leben Vorkommen: Die nien. inea und Tasma gu eu N , n lie a tr us A s zu ngurus werden bi Grösse: Riesenkä r etwa Andere Arten nu s. os gr 80 er et M 1 oss. 80 Zentimeter gr nge ngurus haben la Kä e ll A : en eh ss u anz A e. Auch der Schw in be er nt Hi e rk a zum und st er wird als Stütze ist muskulös, denn . Das Fell ist meist etzt Balancieren einges h gefärbt. unlic gräulich oder brä rt zwischen Alter: Je nach A e. 8 bis etwa 16 Jahr us sind ur Ernährung: Käng Pflanzenfresser. ch Jungtier wird na Nachwuchs: Ein agzeit geboren etwa 30 Tagen Tr ate bis zu neun Mon und bleibt dann ter. im Beutel der Mut nnen esenkängurus kö Besonderheit: Ri egen be rinten, meist w bis zu 50 km / h sp . Der Rekordvoran sie sich hüpfend nze 13 Meter! Sprung beträgt ga

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Wegen Unwetter: Änderung ! e t u o R e s i e R r de

J

ona hörte eines Tages ganz deutlich die Stimme von Gott. Gott sagte ihm, er müsse eine Reise nach Ninive machen. Dort soll er den Menschen sagen, dass sie ihr Leben verändern müssen. Sie sollen Gott und die Menschen mehr lieben. Jona macht sich auf den Weg und geht auf ein grosses Meerschiff. Aber nicht Richtung Ninive. Nein, er fährt genau in die andere Richtung! Kreuzfahrt auf einem Luxusdampfer. Egal wohin: Bloss möglichst weit weg von Gott. Er will die Stimme Gottes nicht mehr hören.

Aber ein gewaltiges Unwetter bringt die Reisepläne durcheinander. Ein Sturm bringt den Luxusdampfer fast zum Sinken. Jona weiss, dass der Sturm wegen ihm begonnen hat und deshalb sagt er den anderen: «Werft mich ins Meer, damit das Meer sich beruhigt und ihr gerettet werdet.» Und als wirklich gar nichts mehr hilft, wirft die Reisegesellschaft Jona ins Meer. Und der Sturm legt sich; das Meer hört auf zu toben. Gott aber schickt ein spezielles Unterwasserseeboot, das Jona vor dem Ertrinken rettet. Jona hört die Stimme Gottes zum zweiten Mal: «Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive.» Jetzt ändert Jona seine Reise-Route: Auf nach Ninive! Als Jona dort ankommt, geschieht ein Wunder. Die Menschen lachen ihn nicht aus, sondern hören dem Propheten zu und noch besser: Sie nehmen seine Botschaft an und ändern ihren Lebensstil. Die Reise mit dem grossen Umweg hat sich gelohnt. War das wirklich ein U-Boot? Schaut selber nach bei Jona 1,1-2,2 und 2,11-3,3.

Text: Beat Röösli Illustration: Daniela Rütimann

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So gross ist die Wel t ! Auf der Welt gibt es über 193 verschiedene Länder, unzählige Städte und Dörfer und viele tausend Namen für Flüsse, Seen oder Meere (Gewässer). Die Menschen kennen über 6000 verschiedene Sprachen! Die Bibel wurde zum Beispiel in 2197 Sprachen übersetzt. Kennst du das Geografie-Spiel? Hier ist es!

Land

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A B C D E F G H …

Stadt

Australien

Text: Christine Weber Fotos: Creativeye99 / istock.com; photodes / fotolia.com

So funktioniert es (für zwei Spielende oder mehr): Eine Person zählt leise das ABC durch, bis ein anderer Spieler «Stopp!» sagt – dieser Buchstabe gilt dann. Zum Beispiel «A». Jetzt suchen alle Mitspieler einen Namen, der mit «A» anfängt für ein Land, eine Stadt, einen Berg oder Gewässer und eine Sprache. Wer fertig ist, ruft «Stopp» – niemand darf mehr weiterschreiben. Hinten werden die Punkte eingetragen. Wer am Schluss die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

Berg oder Gewässer Aare

Sprache

Punkte

Arabisch

III

Claridenstock

Helsinki Total Punkte


Leben im

n e g a w s u k r Zi

Der Circus Monti gehört meiner Familie, ich bin im Zirkuszelt aufgewachsen. Wir sind während der Saison acht Monate lang unterwegs. Das machte mir schon als Kind Spass: Es ist immer etwas los. Heute habe ich einen eigenen Wagen, das war früher anders. Da teilte ich mit der Familie einen einzigen Wagen. Der war dafür riesig: 12 Meter lang und er konnte sogar noch verlängert werden. Zum Essen gibt es extra einen Wagen, aber manche kochen lieber alleine. Zum Beispiel die marokkanischen Mitarbeiter, weil sie von ihrem Glauben her keine Gerichte mit Schweinefleisch essen. Beim Circus Monti sind 60 Leute aus verschiedenen Ländern dabei. Artisten, Leute für den Zeltaufbau, manchmal auch Künstlerfamilien mit Kindern. Zum ersten Mal stand ich mit sechs Jahren in der Manege. Meine Spezialität ist jonglieren: Mit Bällen, Keulen, Ringen – das kann man mit vielen Sachen machen. Das Zirkusleben ist aufregend, mir war noch nie langweilig. Als Kind besuchte ich nur im Winter die normale Schule. Wenn wir mit dem Zirkus unterwegs waren, unterrichtete mich die Zirkuslehrerin. Seit einem Jahr mache ich eine kaufmännische Lehre. Darum kann ich im Moment nicht bei jeder Aufführung mitmachen. Später will ich an eine Artistenschule in Schweden. Ich will auf jeden Fall beim Zirkus bleiben: Das liegt mir einfach im Blut.

Steckrief b Name: Mario

Muntwyler (16) Wohnort: Acht Monate im Zirkuswagen, im Winter in Wohlen Hobbys: Jonglieren, Sport, mit Kollegen abmachen Lieblingstier: Hunde, die nicht beissen Lieblingsessen: Italienische Küche, Fleisch Ich bin Fan von: Roger Federer und Anthony Gatto (Jongleur) Das wünsche ich mir: Dass der Circus Monti noch lange so bleibt wie er ist und dass ich vielleicht eines Tages den Zirkus übernehmen kann. Der Circus Monti ist noch bis Ende Oktober in der Schweiz unterwegs. Hier siehst du, ob er auch in deiner Nähe mal Halt macht: www.circus-monti.ch Text: Christine Weber Foto: zVg / Circus Monti

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Ein r ü f n e h c p m Lä jedes Kind

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«Das Wichtigste, was man Kindern lernen kann: Ihnen zu zeigen, was sie für sich selber tun können.» Das sagen die Schwestern der Ursulinen, die in der Stadt Baia Mare in Rumänien Kinder betreuen: Sie geben den Mädchen und Jungen Zuversicht und Hoffnung mit auf ihren Weg. Die Kinder können im Haus der Schwestern spielen, Musik machen und tanzen. Fast alle von ihnen kommen aus sehr armen Familien, einige sind auch Roma. «Es ist nicht unsere Aufgabe, eine grosse Fackel anzuzünden. Aber wir geben den Kindern ein kleines Lämpchen, das sie auf ihrem Lebensweg begleitet und wärmt», sagt Schwester Augusta. Damit meint sie: Es ist sehr wichtig, dass die Kinder für ein paar Stunden unbeschwert und behütet spielen können. Denn Lebensfreude gibt den Menschen Kraft. Hier bei den Schwestern werden die Kinder auch bei den Hausaufgaben unterstützt. Besonders schön ist die Weihnachtsfeier, dann wird ein Krippenspiel aufgeführt und alle singen zusammen. Die Schwestern bereiten die Kinder auch auf die heilige Kommunion vor und feiern mit ihnen andere christliche Feste. Im Sommer gibt es ein kleines Ferienlager. Höhepunkt ist immer der letzte Tag: Dann gibt es ein fröhliches Picknick.

Text und Foto: Sr. Etienne / Baldegger Schwestern Bearbeitung: Christine Weber

Rumänien

llionen Einwohner Rumänien hat rund 20 Mi er. Seit 2007 ist und liegt am Schwarzen Me Die Haupt stadt das Land Mitglied der EU. Minderheit in Ruheisst Bukarest. Eine grosse er eine halbe Millimänien sind die Roma; üb en hier. Viele von on dieser Volksgruppe leb rden benachteiihnen sind sehr arm und we rn sich in der Stadt ligt. Die Ursulinen kümme Baia Mare um Kinder.


ammen mit Tschutti-Heftli Das jumi schaut zus die

Das Schuljahr ist bald um Das jumi wünscht all en schöne Ferien! Auch im neuen Schu ljahr warten wieder spannende jum i-Themen auf dich:

Element: Erde Das dritte Heft zum Zyklus «Die

vier Elemente» dreht sich um die Erde. Mit Experimenten un d spannenden Geschichten.

Bärenstark Auf den Spure n des zottligen Tiers, das wieder in der Schweiz heimisch werden möchte. Und was und wer ist auch noch bärenstark? Adventskalender Jeden Ta g eine besinnliche

Geschichte, ein lustig es Gedicht, ein feine s Guetzli-Rezept oder ein e tolle Bastelidee.

n: Dort findet dem Fastenopfer nach Brasilie r bleiben am Ball. Fussball WM 2014 statt! Wi

i-

und Kön Königreich Von echten Königinnen gin

Ameisen-Köni gen. Dazu gehören auch die r regiert das Gottesund andere Tiere. Und we reich? Zyklus «Die Element: Luft Das vierte Heft zum ma. em luftigen The vier Elemente» gehört ein en ab. Wir holen tief Luf t und heb

gebastelt! Roboter Jetzt wird geknobelt und en-

aber auch Nachd Ein jumi-Heft zum Tüfteln, hen ersetzen? Wir ken: Können Roboter Mensc n. forschen und philsophiere

Lösung

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Der Heissluftballon führt nach Paris. Etwas schneller ginge es mit dem TGV, der auch auf dem Rätsel ist. 23

Impressum jumi Nr. 7, Juni / Juli 2013; 45.Jahrgang ISSN: 1420-1690 erscheint 7-mal jährlich www.jumi.ch Herausgeberverein jumi, 14 Missionsinstitutionen: Baldegger Schwestern, Baldegg; Benediktiner Missionare, Uznach; Missionsgesellschaft Bethlehem, Immensee; Dominikanerinnen, Ilanz; Fastenopfer, Luzern; Gemeinschaft der Laien-Missionarinnen, Villars-sur-Glâne; Barmherzige Schwestern vom Hl. Kreuz, Ingenbohl; Jesuitenmission, Zürich; Mariannhiller Missionare, Altdorf; Schwestern vom Hl. Kreuz, Menzingen; Missio, Fribourg; Schweizer Kapuziner, Olten; Schwestern von St. Ursula, Brig; Weisse Väter, Fribourg.

Redaktionsleitung: Christine Weber, redaktion @ jumi.ch Redaktion: Lucia Hager, Beat Röösli, Daniela Rütimann Mitarbeit: Julia Stirnimann Layout: Samuel Jordi, Winterthur Illustration: Daniela Rütimann, Luzern Titelbild: Thepalmer / istock.com Korrektorat: Lisbeth Schmid-Keiser Druck: Ziegler Druck- und Verlags AG, Winterthur jumi Verlag: Markus Kappeler; Abos und Probenummern können beim Verlag bestellt werden, schriftlich, elektronisch oder telefonisch während der Bürozeiten. Einzelabonnement: CHF 20.– Sammelabonnements mit Lieferung an eine Adresse (Lehrperson, Pfarrei), Kosten pro Jahresabo: 1-3 Ex. CHF 20.–; 4-9 Ex. CHF 12.– ; 10-19 Ex. CHF 8.–; ab 20 Ex. CHF 6.– Einzelnummer: CHF 3.50 plus Porto (ab 10 Ex. CHF 1.50) Adresse: jumi Verlag, Arsenalstrasse 24, 6011 Kriens Tel.: 041 419 47 00, Fax.: 041 419 47 11 E-Mail: info@jumi.ch; Internet: www.jumi.ch


Daniela R端timann


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