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REP RT Der aktuelle REPORT des Alois Mock Instituts • Nummer 06/17, Jänner 2018

Comeback im Job Neue Wege im Beruf nach und mit Krankheit

inhalt

Viel ist schon passiert, viel ist noch zu tun. In diesem Punkt war sich das hochkarätig besetzte Podium der „Trends 2030“ einig. Was konkret getan werden muss, was die Hindernisse und Hürden sind und wie schlussendlich die Arbeitswelt von Menschen, die nach langer Krankheit oder einem Unfall wieder in den Beruf einsteigen, profitieren kann, darüber wurde hitzig diskutiert.

COVERSTORY Comeback im Job Neue Wege im Beruf nach und mit Krankheit Seite 1 – 6

Editorial von Christian Rädler, Obmann Alois Mock Institut Seite 2

Referenten Seite 4

Impulsinterview Dr. Hansjörg Hofer, Anwalt für Gleichberechti­ gungsfragen für Menschen mit Behinderung Seite 5

Auf einen Blick Die wichtigsten Erkenntnisse & besten Vorschläge aus der Diskussion Seite 6

Grußworte Ing. Walter Troger, Geschäftsführer der VAMED Standortentwicklung und Engineering GmbH Seite 7

Nachgefragt: Besuchermeinungen zum Thema Seite 8

Nummer 06/17, Jänner 2018

(v.l.) Reihe sitzend: Thomas Geierspichler (Rennrollstuhlfahrer), Christian Rädler (Obmann des Alois Mock Instituts), Dr. Alexander Biach (Vor­ standsvorsitzender des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger), Dr. Hansjörg Hofer (Anwalt für Gleichbehandlungs­ fragen für Menschen mit Behinderung). Reihe stehend: Ing. Walter Troger (Geschäftsführer der VAMED Standortentwicklung und Engineering GmbH), Dr. Karin Klees (Leiterin des Arbeitsmedizinischen Zentrums der VAMED), Dr. Thomas Czypionka (Gesundheitsökonom), Dr. Irene Kloimüller (Leiterin des Programms „fit2work“-Betriebsberatung), Gerald Groß (Moderator) gingen am Podium der Frage nach, was getan werden kann, um den Wiedereinstieg nach Krankheit zu erleichtern.

Wegkommen von alten Denkmustern und Vorurteilen und Barrieren beseiti­ gen, die Menschen nach Krankheit das Comeback im Job erschweren. Darin waren sich Vorstandsvorsitzender Dr. Alexander Biach (Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungs­ träger), Mediziner und Ökonom Dr. Thomas Czypionka, Paralympics-Sieger Thomas Geierspichler, Arbeitsmedi­ zinerin Dr. Karin Klees (VAMED) und Psychotherapeutin Dr. Irene Kloimüller (Leiterin des „fit2work“-Programms) unter der Moderation von Gerald Groß einig. Menschen, die ein schwe­

res Schicksal hinter sich haben, wür­ den oft mehr Motivation und Stand­ haftigkeit bei Problemen mitbringen. Neben einem Umdenken müsse der Fokus auch auf den Bereich der Präven­ tion gelegt werden – und letztlich jeder Einzelne in seiner Eigenverantwor­ tung gesehen werden. Zudem war sich das Podium darin einig, dass es mehr Anreize und Unterstützung für Unter­ nehmen braucht. Das Impulsreferat von Dr. Hansjörg Hofer, Anwalt für Gleichberechtigungsfragen für Men­ schen mit Behinderung, zeigte eines der Grundprobleme auf: Wir sehen immer

zuerst die Behinderung oder das, was eingeschränkte Menschen nicht kön­ nen, anstatt den Menschen und das, was er kann. Das Studio 44 der Österreichi­ schen Lotterien bot genau den richtigen Rahmen für die abwechslungs­reiche Debatte, die 120 interessierte Gäste auf­ merksam verfolgten.

Alois Mock Institut Forum für Zukunftsfragen Alois Mock Institut für Zukunftsfragen 3100 St. Pölten, Ferstlergasse 8 office@alois-mock-institut.at www.alois-mock-institut.at


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editoria l C hristian R ä d l er Obmann Alois Mock Institut

Es geht um ein Thema, das vielleicht nicht alltäglich, aber dennoch sehr wichtig ist. Speziell in der Arbeitswelt gibt es Herausforderungen, die sich jemand, der keine Einschränkung hat, schwer vorstellen kann. Bei der Frage, wie wir uns heute mit der Vereinbar­ keit von Krankheit und/oder körperli­ cher Einschränkung mit dem Arbeits­ leben auseinandersetzen, geht es uns vor allem darum zu klären, wie es uns gelingen kann, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die aufgrund von Krankheit nur eingeschränkt belast­ bar sind oder nach längerer Krankheit wieder ins Berufsleben einsteigen möchten, bestmöglich zu begleiten. Im Jahr 2011 hatte mehr als ein Drittel der Bevölkerung im Erwerbsalter eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Menschen mit einer Behinderung sind nach wie vor etwa zweieinhalb Mal so stark von Arbeitslosigkeit betroffen und deutlich länger arbeitslos als Men­ schen ohne Behinderung – und das, obwohl Betriebe längst erkannt haben, dass eine Reihe an positiven Argu­ menten für die Einstellung von Men­ schen mit Behinderung spricht. Auch in Zukunft wird uns dieses Thema immer öfter beschäftigen. Diese Ausgabe der „Trends 2030“ diskutiert deshalb ganz bewusst genau dieses Thema. Wir wollen Lösungen ansprechen, wir wollen Lösungswege erarbeiten. Wir wollen auch Überle­ gungen in den Raum stellen, die die neue Regierung eventuell umsetzen kann. Das Alois Mock Institut möchte sich auch damit beschäftigen, welche Maßnahmen für die Zukunft gesetzt werden müssen bzw. wie das System sich ändern muss. Ich darf mich bei der sechsten und letzten Veranstaltung im Jahr 2017 für die Treue bedanken, die Sie dem Alois Mock Institut halten, und freue mich auf die spannenden Themen, die wir gemeinsam mit Ihnen im Jahr 2018 aufgreifen werden.

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Was heißt es überhaupt, krank zu sein? Vor einem interessierten Publikum tauschen die profunden Diskussionsgäste unter der Moderation von Gerald Groß ihre Meinungen und Prognosen dazu aus.

Menschen als Menschen sehen „Wir müssen einen Bewusstseins- und kulturellen Wandel erreichen“, fasst Dr. Thomas Czypionka das Kernproblem und die Herausforderungen zusammen. Damit Menschen und auch Gelder nicht auf der Strecke bleiben, muss aufgezeigt werden, dass es keinen Nachteil mit sich bringt, jemanden nach langer Krankheit oder mit Behinderung einzustellen – sondern eher das Gegenteil. Was noch getan werden muss, was die konkreten Probleme und Herausforderungen sind und wie Lösungen aussehen können, stand daher im Fokus der abwechslungsreichen Diskussion am Podium der „Trends 2030“. „Dieses Thema wird von seiner Bedeu­ tung her unterschätzt“, eröffnet Dr. Alexander Biach die Diskussion und bringt Zahlen und Fakten von volks­ wirtschaftlicher Seite: „Wir lassen einiges an Geldern liegen, wenn wir nicht versuchen, diese Menschen wie­ der einzugliedern.“ 2015 seien nur zur Behandlung 8,6 Milliarden Euro ausgegeben worden. Diese Menschen seien dann aber noch nicht wieder eingegliedert, kön­ nen also arbeits­fähig nicht sofort direkt wirken und etwas rückver­ dienen. Zusätzlich bleiben dann somit noch neun Milliarden Euro an betriebs- und volkswirtschaft­lichen Kosten liegen. „Das sind riesige Sum­ men, die wir durch einen nicht klu­ gen Umgang mit Erkrankungen in der Arbeitswelt verursachen“, fasst Biach zusammen. Genau deshalb sei es auch aus rein volkswirtschaftlicher Sicht

extrem wichtig, diese Menschen wie­ der in den Arbeitsprozess einzuglie­ dern. Auch Dr. Thomas Czypionka verortet ein massives Problem, das die gesamte Gesellschaft und nicht nur Einzelfälle

betrifft: „Jeder zweite Erwerbstätige ist betroffen, weil die Lebenserwartung steigt und wir immer länger arbeiten werden müssen.“ Gerade im Bereich psychischer Erkrankungen – fast 70 Prozent der Rehabilitationsgeld­ anträge von Frauen fallen hier hinein – sei es auch wichtig, gute Behandlungs­ möglichkeiten zu haben.

Was heißt „krank"?

„Akzeptieren heißt unter den Tisch kehren. Realisieren heißt offen zu sein und zu fragen, was ich aus meinem Leben machen kann.“ THOMAS GEIERSPICHLER

Was heißt es überhaupt, krank zu sein? Wann ist man beeinträchtigt, was den Beruf betrifft? Diese Fragen stellt Gerald Groß in den Raum. „Es gibt hier keine klare Trennung“, stellt Dr. Karin Klees nüchtern fest. Letztlich komme es immer auf die persönliche Empfindlichkeit, die Grundbedingun­ gen, die Grenzen am Arbeitsplatz und viele andere individuelle Faktoren an. „Viele Behinderungen spielen im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle, Nummer 06/17, Jänner 2018


REP RT weil der Arbeitsplatz so gut angepasst ist“, erklärt Klees. Dr. Irene Kloimüller sieht das Pro­ blem auf einer ganz anderen Seite: „Wir fokussieren uns viel zu viel auf Erkrankungen und Diagnosen. Dabei sollte die Frage im Vordergrund ste­ hen, welche Einschränkungen vorlie­ gen und ob diese so stark sind, dass die Arbeit nicht erfüllt werden kann.“ Sie bringt Zahlen der „fit2work“-Betriebs­ beratung, die aufzeigen, dass es einen großen Bedarf bei Firmen gibt und hier auch schon ein Umdenken statt­ findet. „1.300 Betriebe beteiligen sich am Betriebsberatungsprogramm“, sagt Kloimüller. Auch Thomas Geierspichler spricht sich gegen die Bezeichnung „krank“ aus: „Ich bin querschnittgelähmt, das heißt so weit gesund, aber im Alltag eingeschränkt.“ Er plädiert dafür, dass es mit einer Beeinträchtigung immer eine Chance auf Wiedereingliederung gibt. Betroffene müssen ihren Zustand jedoch realisieren und nicht akzeptie­ ren: „Akzeptieren heißt unter den Tisch kehren. Realisieren heißt offen zu sein und zu fragen, was ich aus mei­ nem Leben machen kann.“ Seine Erfahrung zeigt, dass man sich auch als Betroffener nicht darauf versteifen darf, was man nicht kann, sondern positiv an die neue Situation heran­ gehen sollte.

FOCUS SOLUTIONS

Sichtbare & unsichtbare Beeinträchtigungen Nicht immer ist der Wiedereinglie­ derungsprozess gleich leicht oder schwer. Menschen, die im Rollstuhl sit­ zen, können eine Behinderung schwe­ rer verheimlichen als jemand mit einer psychischen Erkrankung. „Werden sichtbare Beeinträchtigungen mitun­ ter eher akzeptiert und angesprochen als jene, die man nicht sieht?“, fragt Gerald Groß. „Eine ganz wesentliche

„Man muss über psychische Erkrankun­ gen reden können. Genauso wie über einen Bandscheibenvorfall.“ DR. IRENE KLOIMÜLLER

Voraussetzung ist der Wille zur Ein­ gliederung. Die Bereitschaft hängt auch davon ab, wie die Firma bereit ist, zu reagieren“, antwortet Kloimüller. Ein Problem sei aber auch, dass psychi­ sche Erkrankungen immer noch stig­

Management Consulting

Lösungen für Gesundheit und Verwaltung Strategie . Organisation . Innovation www.focus-solutions.at Geschäftsführer Dipl. Ing. Martetschläger (hospitals Projektentwicklungsges.m.b.H.) und Geschäftsführer Mag. Michael Liedler (FOCUS Solutions Management Consulting e.U.) freuen sich über die Nominierung zum CONSTANTINUS AWARD 2017 in der Kategorie „Management Consulting“. Nominierte Projekte: Neue Reha-Zentren für Kinder und Jugendliche am Standort Bad Erlach, Niederösterreich und Rohrbach-Berg, Oberösterreich. Mag. Michael Liedler FOCUS Solutions Management Consulting e.U. Eichendorffgasse 8/3/18 ,1190 Wien

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R eferenten D R . AL E X A ND E R B IACH studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Von 1999 bis 2000 arbeitete Biach als Assistent in der Marketingabtei­ lung der Wirtschaftskammer. 2003 wechselte er in das Kabinett von Staatssekretär Helmut Kukacka, wo er 2004 Kabinettschef wurde. Zwischen 2007 und 2016 war er Direktor des Wirtschaftsbundes in Wien. Von 2011 bis 2016 war er Vorsitzender der SVA Wien und anschließend erster Stellvertreter der Obfrau in der Wiener Gebiets­ krankenkasse. Seit Mai 2017 ist er Vorstandsvorsitzender des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger.

D R . T H O M A S C Z Y PIONKA ist Mediziner und Ökonom und leitet derzeit die Forschungsgruppe Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik am Institut für Höhere Studien. 2016 übernahm er interimistisch dessen Leitung und ist nun dessen stellvertretender Direktor. Sein Forschungsinteresse liegt in der Effizienz und Finanzierung von Gesundheitssystemen, Gesundheits­reformen sowie der Versorgungsforschung. Er ist in EUund WHO-Forschungsprojekten beteiligt und als Gutachter vieler Initiativen zur Gesundheitsreform in Österreich eingebunden, zuletzt bei der Effizienzstudie zur Sozialversicherung der London School of Economics.

T H O M A S G E I E R S P I CHLER Ein Autounfall nach einer Disconacht endet für den damals 18-Jähri­ gen mit einer Querschnittslähmung. Er fällt in ein tiefes Loch, Dro­ gen und Alkohol werden zu ständigen Begleitern, um den Alltag zu bewältigen. Nach einigen Jahren findet er Kraft durch den Glauben und stellt sich seiner Situation. Durch hartes Training und einen star­ ken Willen wird er zehn Jahre nach seinem Unfall Paralympicsieger. Wie hat er das geschafft? Was motivierte ihn zu dieser sportlichen Höchstleistung? Er zeigt Wege, wie man über sich hinauswachsen und mit mentaler Kraft außergewöhnliche Ziele erreichen kann.

D R . K A R I N KL E E S Nach ihrem Medizinstudium an der Universität Graz war sie vier Jahre im Krankenhaus tätig. 1998 begann sie ihre Ausbildung zur Arbeits­m edizinerin und schloss mit der Facharztausbildung für Arbeitsmedizin ab. Seit 2000 ist sie in diesem Bereich tätig. 2012 übernahm Klees die ärztliche Leitung des Arbeitsmedizinischen Zentrums der VAMED in Kapfenberg und betreut derzeit 75 Unter­

matisiert werden, weshalb es zu einer Sensibilisierung und einem Umdenken kommen muss. „Immerhin hat jeder dritte Österreicher einmal in seinem Leben eine psychische Episode – man muss darüber reden können. Genauso wie über einen Bandscheibenvorfall“, erklärt Kloimüller. Doch wie können Unternehmen dazu gebracht werden,

nehmen mit rund 35.000 Mitarbeitern.

D R . I R E N E KL O I M ÜLLER ist ausgebildete Medizinerin, Health Care Managerin und Psycho­ therapeutin für Existenzanalyse und Logotherapie. Seit 1995 beschäftigt sie sich systematisch mit dem Thema Arbeitsfähigkeit erhalten, fördern und wiederherstellen. Derzeit leitet sie im Auftrag der Bundesregierung das Programm „fit2work“-Betriebsberatung und bringt u.a. ihre Expertise zu „return to work“ für die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz (EU-OSHA) ein. Impulsreferat:

D R . H A N S J Ö R G H OFER Aufgrund einer angeborenen Behinderung besuchte er eine Volks­ schule für Kinder mit Behinderungen und danach das Gymnasium. 1983 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften. Ab

„Es muss die Möglichkeit zu Arbeitsversuchen geben, wo auch Irrwege erlaubt sein müssen, um ans Ziel zu kommen.“ DR. KARIN KLEES

1985 war er im Sozialministerium tätig. Er war zuständig für die berufliche und gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung; stellvertretender Sektionsleiter für Pflegevorsorge, Behinderten-, Versorgungs- und Sozialhilfeangelegenheiten sowie Leiter der Gruppe für Integration von Menschen mit Behinderung. Seit 2012 war er auch Mitglied des Menschenrechtsbei­r ates bei der Volksanwaltschaft. Am 5. Mai 2017 wurde er von Bundes­minister Alois Stöger zum Nachfolger von Dr. Erwin Buchinger und damit zum neuen Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen ernannt.

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das Bewusstsein zu schärfen? „Wir müssen mit Motivationen ansetzen, als Krankenversicherung haben wir durchaus beträchtliche Beträge zur Verfügung. Jedes Unternehmen hat ja ein großes Interesse daran, einen lang­ jährigen Mitarbeiter zu halten“, meint Alexander Biach. Karin Klees sieht auf Rückfrage aus dem Publikum auch eine stärker tätigkeitsbezogene Krank­

schreibung durchaus als Möglichkeit: „Es ist wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen und ganz konkret zu sagen, was getan werden darf und was nicht – wenn jemand zum Beispiel Rücken­ probleme hat.“ Oft sei die Lösung nicht so klar: „Es muss die Möglichkeit zu Arbeitsversuchen geben, wo auch Irr­ wege erlaubt sein müssen, um ans Ziel zu kommen.“ Auch Irene Kloimüller verweist auf konkrete Beispiele aus dem psychi­ schen Bereich: „Eine Krankenschwe­ ster kann beispielsweise eine Zeitlang keine Nachtschichten machen, wenn sie eine depressive Episode hat. Oder wir kennen auch die Begleitung von Krankenschwestern mit Panikatta­ cken.“ Wichtig sei, offen darüber zu sprechen, was getan werden kann und was nicht – wobei dabei nicht zwin­ gend die Diagnose thematisiert werden muss.

Prävention & Eigenverantwortung Wesentlich sei auch das Thema der Prävention und Eigenverantwortung, darin waren sich alle einig. Karin Klees sieht hier besonders einen Generatio­ nenunterschied: „Jüngere Mitarbeiter sehen die eigene Grenze oft vorher und sagen dann Stopp, Ältere gehen oft über die 100 Prozent und zeigen dann erst die Bereitschaft, ihre Grenze anzu­ nehmen.“ Das führe oft zu Konflikten, Nummer 06/17, Jänner 2018


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„Die Wiedereingliederungsteilzeit ist ein wichtiger Schritt, weil gerade die Schnittstelle von der Rehabilitation zum Beruf nicht gut funktioniert hat.“ DR. THOMAS CZYPIONKA

Wir haben 600 bis 700 Fälle, die erfolg­ reich genehmigt worden sind.“ Auch den im Vorfeld befürchteten Miss­ brauch sehe sie nicht, da immer ein konkreter Wiedereingliederungsplan

erstellt werden muss. Thomas Czypionka verweist auf den arbeits­ rechtlichen Rahmen: „Die Wiederein­ gliederungsteilzeit ist ein wichtiger Schritt, weil gerade die Schnittstelle von der Rehabilitation zum Beruf hin nicht gut funktioniert hat.“ Von der Arbeitsrechtseite her sei es wichtig anzuerkennen, dass es eine Teilarbeits­ fähigkeit gibt und dass Menschen, die für Vollzeitposten (noch) nicht arbei­ ten können, sehr wohl in der Lage sind, bestimmte Teilfunktionen zu überneh­ men.

Barrieren beseitigen & Benefits ernten Wesentlich für die gesamte Diskus­ sion sei auch die Barrierefreiheit – das Beseitigen von physischen sowie psy­ chischen Hindernissen. „Der erste Fall

I mpu l sinterview Dr . H ansjörg H ofer Anwalt für Gleichberechtigungsfragen für Menschen mit Behinderung

Zahlreiche Fragen gingen aus den Publikumsreihen via SMS direkt an den Moderator und konnten so in die Diskussion mit aufgenommen werden.

weil die Sensibilität der Jüngeren mit der eigenen Grenze oft als Leistungs­ unwilligkeit angesehen werde, erklärt Klees. Auch Alexander Biach betont den Aspekt des Fitbleibens: „Irgendwie muss man sich fit halten. Junge Men­ schen von heute denken hier schon mehr um und sehen ihren gesamten Lebenszyklus.“ Besonders wichtig sei die intrinsische Motivation von jedem Einzelnen. Thomas Czypionka meint, dass es auf das Gesundheits­ bild ankomme, mit dem jeder aufge­ wachsen ist: „Präventives Eingreifen ist auch deshalb wichtig, weil die Dauer,

„Irgendwie muss man sich fit halten. Junge Menschen von heute denken hier schon mehr um und sehen ihren gesamten Lebenszyklus.“ DR. ALEXANDER BIACH

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die wir im Arbeitsprozess sind, immer länger wird.“

Digitalisierung & Teilzeit Eine Frage, die bei der Wiedereinglie­ derung eine große Rolle spielt, ist jene des Bildungsniveaus. „Je niedriger die Bildung, desto schwieriger ist es, eine Alternative zu finden“, erklärt Irene Kloimüller. Deshalb sei es besonders bei Jobs, in denen bekannt ist, dass es eine Deadline gibt, wichtig, schon früh­ zeitig zu überlegen, wo es eine Umschu­ lungs- oder Weiterbildungsmöglichkeit geben könnte. Karin Klees betont in diesem Zusammenhang, dass gerade in Hinblick auf die Schwere der Arbeit in den letzten zehn bis 15 Jahren viel pas­ siert sei: „Es gibt immer mehr Unter­ stützungsmöglichkeiten und Bewusst­ sein dafür.“ Die Digitalisierung und der Trend zu orts- und zeitunabhängiger Arbeit spiele uns bei alldem natürlich auch in die Hände, betont Alexander Biach. „Aber nur, wenn wir uns selbst fit und gesund halten, kann die Digita­ lisierung auch ein Vorteil sein“, betont Biach in diesem Zusammenhang aber­ mals den Aspekt der Prävention. Ein ganz wesentlicher Aspekt sei auch das Modell der Wiedereingliede­ rungsteilzeit, betont Irene Kloimüller: „Aus meiner Sicht ein Erfolgsmodell.

„Ich möchte mit einer Umfrage der Statistik Austria starten, die eruiert hat, wer sich in Österreich als behindert fühlt. 1,3 Millionen Menschen gaben an, dass sie sich in einem wesentlichen Lebens­ bereich eingeschränkt fühlen – das sind 18 Prozent der Bevölkerung. Bei älteren Menschen über 60 Jahre sind es sogar 30 Prozent. Wenn ich mir meine Beschwerden von Menschen ansehe, dann bekomme ich ungefähr 2.500 Sachverhalte pro Jahr, wo sich Menschen im Arbeitsleben, Privatleben oder in der Freizeit beeinträchtigt fühlen. Dazu gehören natürlich Barrieren. Mir geht es vor allem um die Barrieren in den Köpfen, denn die physischen Barrieren sind oft relativ leicht zu beseitigen. Mir geht es um Vorurteile und vorweggenommene Einsichten, um fixe Meinungen, die immer noch sehr stark vorhanden sind. Da kommt oft zunächst einmal der Gedanke, dass jemand nicht so gut ist oder Dinge nicht so gut kann wie andere. Genau das ist das Kernproblem. Bei anderen Menschen wird gefragt, was kannst du alles, aber selten, was machst du nicht oder nicht gut. Es geht also darum, diesen Gedanken umzudrehen. Das ist mir ein wichtiges Anliegen: zu schauen, dass man den Menschen wahrnimmt und nicht die Behinderung. Jeder Mensch kann etwas sehr gut und keiner kann alles gut. Wenn über 70.000 Menschen mit Beeinträchtigung arbeitslos sind, dann sind das ungefähr 30 Prozent der Menschen mit Beeinträchtigung im Arbeitsleben. Das ist ein viel höherer Anteil als bei nicht behinderten Menschen. Der neuen Bundesregierung würde ich gerne empfehlen, dass man zur besseren beruf­ lichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung Treffen vorschlagen sollte. Ich teile die Ansicht des Podiums, dass manchen Digitalisierung sicher helfen kann. Ich gebe aber zu bedenken, dass die Anforderungen in geistiger und psychischer Hinsicht dafür enorm steigen, gestiegen sind und weiter steigen werden. Steigende Anforderun­ gen in psychischer Hinsicht heißt auch, dass ich die geistige Stabilität mitbringen muss. Ich bin sicher, es gibt zwar viele mit einer körperlichen Einschränkung, bei denen das durchaus zutrifft, es gibt aber auch sehr viele Menschen, die nicht diese Fähigkeiten mitbringen. Für die müsste etwas getan werden. Auch für diese Menschen brauchen wir sinnvolle, sinnstiftende und Selbstwertgefühl hebende Tätigkeiten – und auch da muss man überlegen, wie man damit umgehen kann. Drei B’s fassen das Wichtigste für Menschen mit Beeinträchtigung zusammen: Bildung, Beschäftigung und Barrierefreiheit. Bildung ist die Voraussetzung für beruf­ liche Tätigkeit, Beschäftigung ist ein wichtiges Element als Teilhabe an der Gesellschaft und auch für das Selbstwertgefühl, das Menschen aus dieser Tätigkeit ziehen, und Barrierefreiheit habe ich schon ausgeführt. Leider heißt in Österreich Behinderung aber oft weniger Bildung, weniger Beschäftigung und mehr Einsamkeit. Ich erhoffe mir von der neuen Regierung einige Maßnahmen, die die Lage dieser Menschen verbessern. Wir haben schon viel getan, aber es gibt noch viel zu tun.“

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A uf einen B l ick

Die wichtigsten Erkenntnisse & besten Vorschläge aus der Diskussion 1. Prävention & Eigenverantwortung Einerseits kann Prävention auf Seiten des Arbeitgebers passieren, andererseits muss dabei auch jeder in seiner Eigenverantwortung gesehen werden. Wer auf sich Acht gibt, sich ausgewogen ernährt und genug Sport betreibt, hat ein geringeres Risiko, psychisch oder physisch zu erkranken.

2. Barrieren beseitigen Sowohl sichtbare als auch unsichtbare Barrieren müssen aus dem Weg geschafft wer­ den. Besonders Barrieren im Kopf können durch Best-Practice-Beispiele aufgelöst werden, ist Alexander Biach überzeugt. Daneben gilt es auch Barrieren im arbeitsrecht­ lichen Bereich oder solche, die bei der Arbeit vor Ort im Weg sind, zu beseitigen.

3. Benefits Von Menschen, die einen Schicksalsschlag oder eine schwere Zeit hinter sich haben, kann besonders profitiert werden – darin sind sich alle am Podium einig. Diese Men­ schen sind oft topmotiviert und geben nicht bereits beim kleinsten Problem auf. Sie müssen nur eine Chance bekommen, das zu beweisen, betont Thomas Geierspichler.

4. Wiedereingliederungsteilzeit & Digitalisierung Beim Wiedereinstieg in den Job helfen vor allem Modelle wie die Wiedereingliede­ rungsteilzeit und die immer stärker werdende Digitalisierung, die auch Homeworking möglich macht. Die Wiedereingliederungsteilzeit sei jedenfalls ein Erfolgsmodell, betont Irene Kloimüller. Es müsse nur noch mehr anerkannt werden, dass es Menschen gibt, die zwar nicht in einem Vollzeitposten arbeiten können, jedoch dazu in der Lage sind, bestimmte Teilfunktionen zu übernehmen.

5. Generationen unterscheiden sich Es gibt einen Generationenunterschied, das betont vor allem Karin Klees. Jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nicht nur mit einem anderen Gesund­heitsbild aufgewachsen und halten sich fit, sie sagen auch früher Stopp und erkennen ihre eige­ nen Grenzen an. Das führe oft wiederum zu Konflikten zwischen den Generationen – schnell wird ein Stopp der Jüngeren als Leistungsunwilligkeit interpretiert.

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Einigkeit herrschte am Podium auf jeden Fall, dass zwar schon viel getan wurde, aber immer noch viel getan werden muss. Es geht vor allem darum, aufzuzeigen, wie viel Unternehmen von Menschen, die eine schwere Zeit hinter sich haben, profitieren können und die Barrieren – sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger Ebene – zu beseitigen.

ist immer der komplexeste. Je mehr sich ein Betrieb um ein erfolgreiches Beispiel bemüht, desto besser kann auch gezeigt werden, wie gut eine sol­ che Wiedereingliederung wirklich funktionieren kann“, betont Alexan­ der Biach. Auch Irene Kloimüller zeigt sich von Best-Practice-Beispielen über­ zeugt: „Betriebe lernen am besten von anderen Betrieben, weil das dann glaub­würdig ist.“ Generell gehe es beim Abbau von Barrieren also um den Abbau von Unsicherheiten. Thomas Geiserspichler betont beson­ ders die Benefits, die Betriebe ernten können: „Menschen, die einen Schick­ salsschlag hinter sich haben, haben

schon Schlimmes überwunden, wol­ len teilhaben. Sie sind dabei nicht nur topmotiviert, sondern geben auch nicht beim ersten kleinen Problem auf.“ Diese Menschen würden nur auf eine Chance warten, sich zu bewei­ sen. „Wenn man aber nicht einmal die Chance bekommt, dann wird es nicht funktionieren“, meint Geierspichler. Er betont auch, dass Barrieren oft dadurch geschaffen werden, dass Menschen mit Behinderungen anders behandelt wer­ den. „Du bist dann der Behinderte und nicht mehr der individuelle Mensch. Es braucht hier von beiden Seiten ein Wohlwollen und Aufeinanderzuge­ hen“, sagt er. Irene Kloimüller betont, Nummer 06/17, Jänner 2018


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G ru S S worte ing . W a l ter T roger Geschäftsführer der VAMED Standortentwicklung und Engineering GmbH „Das Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Krankheit liegt mir persönlich und der VAMED sehr am Herzen, da es die arbeits­medizinische Betreuung und die Rehabilitation von Menschen nach Unfäl­ len oder Krankheiten berührt. Es geht dabei aber nicht immer nur um die Minde­ rung von physischen Schmerzen – auch die Begleitung der Menschen auf psychi­ scher Ebene ist ein wesentlicher Faktor. Die VAMED hat, um nur ein Beispiel zu nennen, vor rund acht Jahren mit der Eröffnung des Sonnberghofes und dem Therapiekonzept zur onkologischen Rehabilitation einen ganz wesentlichen Meilenstein gesetzt. Dieses Therapiekonzept legt auch auf die psychische Genesung der Patientinnen und Patien­ ten großen Wert und begleitet sie zurück in ihr normales Leben. Im Titel dieser Veranstaltung steht das Jahr 2030 – man könnte daher sagen, es ist noch lange Zeit, aber die Herausforderungen berühren uns bereits heute. Kon­ krete Beispiele sind Auswirkungen der Alterspyramide, ein höheres Lebensalter, aber auch die Finanzierung unserer Sozialsysteme. Gerade im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Krankheit bietet die VAMED mit einem Fokus in die Zukunft verstärkt Angebote für ambulante Rehabilitation und Telerehabilitation. Besonders die Digitali­ sierung ermöglicht die Erstellung individueller Therapiekonzepte. Letztendlich ist für jeden Einzelnen von uns nicht das absolute Lebensalter, sondern die Zahl der gesund verbrachten Lebensjahre der entscheidende Faktor für unsere Lebensqualität und natürlich auch die berufliche Schaffenskraft. Besonders am Herzen liegt uns deshalb auch das Thema der Eigenverantwortung und Prävention. Denn gesund zu bleiben ist immer besser, als medizinische oder rehabili­ tative Maßnahmen in Anspruch nehmen zu müssen. Wir sehen gerade in den Berei­ chen Ernährung und Bewegung mittlerweile eine positive Trendumkehr. Im Rahmen der arbeitsmedizinischen Betreuung bieten wir diese Kompetenz in der Prävention, aber interessierten Unternehmen auch über ein weit über die gesetzlichen Vorschrif­ ten hinausgehendes Ausmaß an. Ich freue mich jedenfalls auf eine Diskussion, die ein breites Spektrum an spannenden Themen zur Gesundheitsversorgung der Zukunft aufwerfen wird.“

dass Menschen mit Beeinträchtigun­ gen nicht geschont oder anders ange­ sprochen, sondern einfach nur normal behandelt werden wollen. Diese Bar­ riere gelte es zu überwinden.

Terminaviso Mock Forum Alois Mock Institut Forum für Zukunftsfragen

Wünsche an die neue Regierung Zum Abschluss der Diskussion fordert Groß noch jeden auf, seinen Wunsch an die neue Regierung zu formulieren. „Ich wünsche mir mehr Prävention und Eigenverantwortung“, sagt Alex­ ander Biach. Karin Klees wünscht sich dagegen, dass die Betriebe nicht so viel alleingelassen werden. „Der einfachste Weg, den Weg zurück ins Leben zu fin­ den, war für mich – und ist sicher für viele andere – der Sport. Da lernt man wieder, Grenzen zu überwinden“, will Geierspichler anderen Betroffenen mit auf den Weg geben. Irene Kloimüller will dagegen eine bessere Verschrän­ kung von Arbeit und Rehabilitation, während Thomas Czypionka sich als Forscher wünscht, dass die Datenpro­ blematik angegangen wird, um Wissen zu schaffen und Barrieren bei Dia­ gnoseerstellung zu erkennen und zu beseitigen. Nummer 06/17, Jänner 2018

EINLADUNG Trends 2030: Duale Ausbildung – Chance für die Zukunft? Montag, 19.03.2018 19.00 Uhr EVN Forum, Maria Enzersdorf

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Nachgefragt: Besuchermeinungen zum Thema Rund 120 Gäste verfolgten die spannende Podiumsdikussion, die schon währenddessen und vor allem in den Gesprächen danach für viele Impulse sorgte. Die breit gefächerten Meinungen des Publikums hat Gina Christof für Sie eingefangen:

Erol Holawatsch, Wiener Gebietskrankenkasse „Ich habe einiges Neues erfahren – im Bereich der Behinderung, Barrierefreiheit und was es aus Sicht eines Menschen mit Behin­ derung bedeutet.“

Petra Disser tori, Betreuerin von Thomas Geierspichler „Ich fand die Diskussion spannend. Auch wie viel Aufklärung heutzutage schon stattfindet, beson­ ders in Hinblick auf psychische Krankheiten, wie damit umgegangen wird und auch wie die Arbeits­welt miteinbezogen wird.“

Stefan Grubhofer, Generalsekretär Sportunion „Es war eine spannende Diskussion aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass wir die positiven Aspekte von Bewegung und Sport mehr nutzen sollten und sektorenübergreifend an konkreten Maßnahmen und Modellen arbeiten sollten.“

Jürgen Tiefenbacher, NÖ Landes kliniken-Holding „Ein breites Spektrum an Meinun gen von Perso­ nen, die professionell mit dem Thema umgehen bis zu Personen, die davon bet roffen sind. Ganz wesentlich wurden die Augen geöffnet bei dem Statement, bei Menschen mit Beh inderung nicht darauf zu schauen, was sie nich t können, sondern was sie können.“

Ludwig Bichler, VAMED Standortentwicklung und Engineering GmbH „Die Breite der Prävention war spannend, bis hin zur Rehabilitation oder die digitalen Aspekte. Insgesamt gab es viele Schlagworte, die durch konkrete Projekte sehr gut dargestellt wurden.“

Gerlinde Tröstl, Geschäftsführerin Markas „Dieses Thema begegnet uns jeden Tag, aber wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen. Für mich ist relevant, wie ich als Unternehmen mit Leuten mit Behinderun­ gen umgehen kann, ohne bürokratische Hürden zu haben beziehungsweise dieses Damoklesschwert des Kündigungsschutzes in der Kommunikation mehr auszuräumen, um mehr auf den Leistungswillen sowie auf den Menschen mehr Rücksicht nehmen zu können. Ich bin sehr froh über diese Diskussion.“

Viktoria Eggendorfer, Trafikantin „Ich bin beruflich rehabilitiert worden. Früher war ich als Angestellte tätig, da habe ich einiges nicht gewusst. Größere Betriebe haben oft mehr Möglichkeiten zu integrieren. Natürlich kann eine Quotenregelung auch etwas bringen wie zum Beispiel bei den Trafikanten oder das Einführen einer Ausgleichstaxe.“

Thomas Paul Fauland, Regionaldirek tion BFA Wien „Thomas Geierspichler hat mit erfrischender Art einen Aspekt dargelegt, der mich zum Nachdenken angeregt hat. Nämlich dass Leute mit Beeinträchtigungen, die im Erwerbsleben teilnehmen, sehr viele Hürden besei­ tigen müssen und dass ein Gegenwind, der den norma­ len Arbeitnehmer vielleicht umwirft, sie nicht aufhält.“

Hermine Hofer, pensionierte Lehrerin „Ich bin selbst betroffen mit meiner Tochter und habe mitbekommen, dass ich sie manchmal falsch behandelt habe. Das ist bei der Psychologin herausgekommen und hat mir sehr viel Kraft gegeben, dass

Elisabeth Schneyder, Wissenschaftsjournalistin „Es waren neue Aspekte dabei, die Wiedereinglie­ derungsmaßnahmen scheinen besser zu werden. Wenn man so wie ich privat auch viel mit behin­ derten Personen zu tun hat, freut man sich darü­ ber, hofft aber auch, dass alles weiter ausgebaut wird und dass das Umdenken wirklich passiert.“

ich es in Zukunft besser mache.“

Emil Schabl, ehemaliger SPÖ-Landesrat „In den letzten Jahren ist zwar viel passiert, aber immer noch viel offen ist. Für mich ist die Ini­ tiative ‚fit2work‘ spannend, ich habe mit diesem Unternehmen auch zusammengearbeitet. Diese Veranstaltung hat dazu beigetragen, um Bewusst­ sein zu schaffen, dass es ein gesellschaftliches Anliegen sein muss, Menschen mit Handikap zu integrieren.“

Martin Weigel, technischer Einkäufer „Spannend ist das Thema an sich, weil es heute präsenter ist denn je. Der demographische Wan­ del schreitet voran, die Menschen werden älter und gebrechlicher. Man sollte das Bewusstsein schärfen, um das Thema vermehrt in die Politik zu tragen.“

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Redaktion: Gina Christof, Alois Mock Institut, E-Mail: office@alois-mock-institut.at

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