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REP RT Der aktuelle REPORT des Alois Mock Instituts • Nummer 02/18, April 2018

„Lehre – mehr denn je!“ So wird die duale Ausbildung zukunftsfit

inhalt COVERSTORY „Lehre – mehr denn je!“ So wird die duale Ausbildung zukunftsfit

Österreichs Wirtschaft braucht sie mehr denn je: gut ausgebildete Fachkräfte. Tatkräftige Gründerinnen und Gründer. Technik-affine Nachwuchstalente. Österreichs duales Ausbildungssystem hat die besten Voraussetzungen, sie alle hervorzubringen. Doch den Berufsschulen mangelt es an Zulauf. Was braucht das angeblich beste Ausbildungssystem der Welt, um neue Zielgruppen zu erschließen und sich als Alternative zur akademischen Ausbildung zu positionieren?

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Kommentar Christian Rädler, Obmann Alois Mock Institut Seite 2

Grußworte Stefan Szyszkowitz, Vorstandsvorsitzender der EVN AG Seite 3

Referenten Seite 4

Impulsinterview Der Praxis-Check: Manuela Höbart, Thomas Haunold und Friedrich Köck über ihre Erfahrungen mit der Lehrausbildung Seite 6

Auf einen Blick Die wichtigsten Erkenntnisse & besten Vorschläge aus der Diskussion Seite 7

Nachgefragt: Besuchermeinungen zum Thema Seite 8

Nummer 02/18, April 2018

hinten: Obmann des Alois Mock Instituts Christian Rädler, Lehrlingsexperte Egon Blum, Bildungsforscher Helmut Dornmayr, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Moderator Gerald Groß, EVN Projektingenieur Thomas Haunold. vorne: EVN Servicestellen-Leiter Friedrich Köck, Mechatroniker-Lehrling Manuela Höbart, Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier, Berufsschulinspektorin Doris Wagner und EVN Vorstandsvorsitzender Stefan Szyszkowitz nach einer spannenden Diskussion über die Zukunft der Lehre.

Darüber diskutierten Mag. Helmut Dornmayr (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft), KommR Egon Blum (Lehrlingsbeauftragter unter der Regierung Schüssel-Gusenbauer), Berufsschulinspektorin Doris Wagner und Mag. Bernhard Heinzlmaier (Vorsitzender Institut für Jugendkulturforschung Wien und Hamburg) unter der Moderation von Gerald Groß über­ raschend hitzig. Die Entscheidung für eine Ausbildung ist natürlich in erster Linie eine individuelle – doch mit weitreichenden Auswirkungen

auf Wirtschaft und Gesellschaft. Denn Fachkräfte werden händeringend gesucht, während immer mehr Eltern ihre Kinder in Richtung einer schulischen oder akademischen Ausbildung drängen. Die Trendumkehr kann nur gelingen, wenn die Lehre mehr Anerkennung in der Gesellschaft bekommt – soweit war sich das Podium einig. Denn das sie längst keine Einbahnstraße mehr ist, zeigten auch die Erfahrungsberichte von Manuela Höbart (MechatronikerLehrling bei Pollmann Austria), Thomas Haunold (Projektingenieur bei der EVN)

und Friedrich Köck (EVN ServicestellenLeiter in Stockerau). Das EVN Forum in Maria Enzersdorf bot genau den richtigen Rahmen für die Debatte, die über 200 interessierte Gäste aufmerksam verfolgten.

Alois Mock Institut Forum für Zukunftsfragen Alois Mock Institut für Zukunftsfragen 3100 St. Pölten, Ferstlergasse 8 office@alois-mock-institut.at www.alois-mock-institut.at


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kommentar Christian Rädler Obmann des Alois Mock Instituts Die Diagnose ist nicht neu: Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell – doch über die Jahre hat sich einiges an Sand im Getriebe angesammelt, der zunehmend für Knirschen sorgt. Wo die Systemfehler liegen, ist nicht einfach festzumachen – das hat die Diskussion gezeigt. Denn die Problemlage verändert sich, je nachdem, von welchem Blickwinkel man darauf schaut. Die „neunzehnte Imagekampagne“, wie von Bernhard Heinzlmaier formuliert, wird das Problem des Rückgangs an Lehrstellen und Lehrlingen jedenfalls nicht beheben. Und wenn es uns gelingen soll, künftig mehr talentierte junge Leute mit Potenzial für eine Lehre zu begeistern, ist dem Vorschlag nach einem stärkeren kulturellen Unterbau in der Lehrausbildung durchaus vieles abzugewinnen. Es wird ein attraktives, umfassendes Bildungsangebot zusätzlich zur praktischen Ausbildung brauchen, um die Lehre auch für jene attraktiv zu machen, die sonst eine höhere Ausbildung in Betracht ziehen. Nur so werden wir den sozialen Status der Lehre tatsächlich heben können. Ein Bewusstsein dafür, dass auch Begrifflichkeiten eine Rolle spielen und Helmut Dornmayr recht hat, den Begriff „Lehrlingsentschädigung“ hinsichtlich der Anerkennung als „Wahnsinn“ zu bezeichnen, kann ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Trotzdem – an strukturellen Änderungen führt kein Weg vorbei. Denn es wird nicht reichen, die Dinge schönzureden und die Herausforderungen zu bagatellisieren – auch wenn vieles gut läuft und unsere Berufsschulen in den letzten Jahren tatsächlich intensiv modernisiert wurden. Die Diskussion hat vor allem eines schonungslos offengelegt: Es liegt an uns allen, umzudenken. Ein Beginn ist gemacht, wenn wir das Wort „nur“ vor der Lehre ein für alle Mal streichen – wie es auch Doris Wagner deutlich fordert – und sie als eine von vielen Ausbildungsmöglich­keiten anerkennen, die längst keine Einbahnstraße mehr ist. Letztlich müssen wir dahin kommen, wo die Schweiz auch der Erfahrung von Egon Blum nach längst ist: Dort ist selbst der Herr Professor stolz darauf, wenn das eigene Kind eine Lehre macht. Und das zurecht – denn wer heute eine Lehre macht, wird in der Wirtschaft von morgen mit offenen Armen erwartet!

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Die Experten am Podium brachten unterschiedliche Zugänge und Blickwinkel ein – nicht zuletzt deshalb war es eine über weite Strecken hitzige und kurzweilige Diskussion, die auch immer wieder für Zwischenapplaus sorgte.

Viele Wege, ein Ziel: Mehr Anerkennung für die Lehre „Wir haben uns auf ein Schiff begeben, das in einer stürmischen See unterwegs ist und das navigieren muss, wie es da wieder rauskommt“, beschreibt Egon Blum bildlich die Situation der dualen Aus­bildung. Die anschließende Diskussion untermauert das Bild: Das Schiff der dualen Ausbildung ist in gutem Zustand, braucht nur regelmäßige Wartung. Doch die Rahmenbedingungen fordern von den Steuer­ männern viel Geschick, Weitblick und die eine oder andere neue Idee, um heil durch die Turbulenzen zu kommen und einer erfolgreichen Zukunft entgegen zu segeln. Eine überraschend kontroversielle Diskussion zeigte aber, dass die Navigation in ruhigere Gewässer ein komplexes Unterfangen ist und einfache Lösungen nicht in Sicht sind. Ambivalente Ausgangslage Die Lehre ist gestern wie heute ein erfolgsversprechender Aus­ bil­ dungsweg, die duale Ausbildung, wie sie in Österreich etabliert ist, ein Erfolgs­ modell. Das ist nicht nur landläufige Meinung, sondern auch einhellige Sicht der Experten am Podium. Aber: Die Lehrlingszahlen gingen über Jahre stärker zurück, als durch die Demographie erklärbar wäre. „Wir haben rund 106.000 Lehrlinge in Österreich.

Diese Zahl war letztes Jahr noch immer rückläufig – und auch die Zahl der Lehr­ betriebe ist etwas gesunken auf rund 28.000. Aber die Lehrlinge im ersten Lehrjahr sind jetzt wieder im Steigen und auch der Anteil der Jugend­ lichen, die eine Lehre machen, steigt langsam wieder“, weiß Bildungsforscher Helmut Dornmayr und ortet die Demographie als Hauptproblem. Egon Blum widerspricht: „Am Beispiel Niederösterreich sieht man, dass es laut

Demographie einen Rückgang von 13,2 Prozent bei den 15-Jährigen gibt, aber einen Lehrlingsrückgang von 27 Prozent.“ Für Blum eine alarmierende Situation, gerade weil viele Betriebe sich gänzlich aus der Lehr­ aus­ bildung zurückgezogen haben. Die Erklärung dafür sieht Helmut Dornmayr vor allem darin, dass bei weniger Lehrstellensuchenden gerade die kleineren Betriebe kaum mehr Lehrlinge finden konnten. Zudem gibt Nummer 02/18, April 2018


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G ru S S worte S tefan S Z Y S Z K O W I T Z Vorstandsvorsitzender der EVN AG Die Lehre ist tatsächlich eine Zukunftsfrage für die EVN Gruppe. Wir haben rund 70 Elektrotechnik-Lehrlinge, die alle auch einen Lehrabschluss in Gas- und Wasser­ installation machen. Außerdem fördern wir, dass unsere Lehrlinge sich weiterentwickeln – ob mit dem Meister­ abschluss, mit Matura oder anderen Fortbildungsschritten bis hin zum Studium. Gute, engagierte Lehrlinge zu bekommen, ist für die Zukunft unseres Unternehmens essentiell. In den letzten Jahren wurde das aber zusehends schwieriger. Allein dadurch, dass in unseren technisch geprägten Betrieb fast nur männliche Lehrlinge kommen wollen, verzichten wir schon auf die Hälfte der nachwachsenden Generation. Heute müssen wir den Lehrlingen zum Teil hinterherlaufen. Wir gehen deshalb in diesem Bereich neue Wege und setzen dabei auf enge Partnerschaften mit Schulen und Bildungsinstitutionen, um junge Menschen für die EVN zu begeistern. Wir sind besonders stolz darauf, dass wir viele erfolgreiche Lehrlinge in der EVN beschäftigten – einige von ihnen nehmen heute Führungspositionen in der EVN Gruppe wahr. Einer der Erfolgsfaktoren ist sicherlich auch, dass wir Lehrlinge mit einem Tutorensystem begleiten und ermutigen, diesen Weg zu gehen. Schließlich geht es uns darum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an unser Unternehmen zu binden. Dabei ist für uns klar, dass man die Extrameile als Unternehmen gehen muss, damit das gelingen kann. So verändern sich Arbeits­ welten.

Blum zu bedenken, warum in einzelnen Bundesländern wie Vorarlberg 51 Prozent der Jugendlichen eine Lehre absolvieren und in anderen nur 20 Prozent. Darauf entgegnet Jugendforscher Heinzlmaier: „Es gibt sozialstrukturelle und -kulturelle Unterschiede zwischen einer Metropole und einem ländlichen Raum. Ich könnte soziologisch relativ leicht erklären, warum in Vorarlberg höhere Lehrlingsraten erzieht werden als in Wien, das hat handfeste Gründe und ist nicht allein auf die Motivation zu reduzieren.“

„Wenn wir wollen, dass unsere Wirtschaft jetzt diesen Aufschwung, diese Möglichkeit zum Wachsen wahrnimmt, dann muss mehr geschehen als das, was gestern war.“ Egon Blum

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Fakt ist: Eine Trendumkehr ist dringend notwendig – das heißt, mehr junge Menschen für die Lehre zu begeistern. Aber wie? Für Egon Blum machen die Berufsschulen in Österreich einen „super Job“. „Wir müssen überlegen, wo die wirklichen Mankos sind. In der Schweiz ist selbst ein Ministerialrat stolz, wenn das eigene Kind eine Lehre macht. Bei uns entschuldigt man sich fast dafür“, meint er.

nungsprobleme. Für Doris Wagner ist es von größter Bedeutung, das „nur“ in Zusammenhang mit der Lehre zu streichen: „Eine Lehre ist eine gleich­ wertige Ausbildung wie jede andere – es ist dabei immer wichtig zu bedenken, dass jede Ausbildung ihre Berechtigung hat und wir unseren Kindern nur etwas Gutes tun können, wenn wir ihnen eine Ausbildung ermöglichen,

Mehr Anerkennung, bitte! „Für meine Familie wäre es eine soziale Katastrophe gewesen, wenn ich eine Lehre gemacht hätte“, erzählt Bernhard Heinzlmaier gleich zu Beginn der Diskussion von seinem eigenen Werdegang und spricht damit etwas an, das alle am Podium teilen: Vielfach sind es die Eltern, die ihren Kindern eine Lehre ausreden. „Ein wesent­ licher Faktor sind die Eltern, die sich an ihren Kindern verwirklichen wollen, weil sie selbst kein Studium gemacht haben“, meint Berufsschulinspektorin Doris Wagner. Denn auch wenn die Lehre wieder an Popularität gewinnt – auch weil sie keine Sackgasse mehr ist –, hat sie gerade in höheren Milieus Anerken-

„Wenn wir für eine Rechtsanwaltsstunde 100 Euro zahlen, aber für eine halbe Stunde beim Friseur 15 Euro, dann sehen wir hier schon einen Teil des Problems.“ Helmut Dornmayr

die ihren Begabungen in einer gewissen Lebensphase entspricht“, betont Wagner und bekommt dabei Rückendeckung von Egon Blum: „Es muss so weit kommen, dass es für Jugendliche künftig möglich ist, eine Wahl zu treffen, die ihrer Eignung und Neigung entspricht – nur dann kommt die Motivation, egal ob in Schule oder Lehre.“

Dazu brauche es auch Änderungen in der Berufsorientierung in den Schulen. Das bekräftigte auch ein Lehrling im Publikum per SMS, dem in der Pflichtschule von einer Lehre sogar abgeraten wurde. Ein Umdenken bei den Pflichtschullehrern könnte durch Schnuppertage in Lehrbetrieben und Berufsschulen unterstützt werden, so ein konkreter Vorschlag. Helmut Dornmayr verortet drei konkrete Gründe für Image-Schwierigkeiten der Lehre: das zu niedrige Einkommen, die fehlenden Förderungen des Staates und das theorie­ bezogene Pflichtschulsystem, bei dem keinerlei handwerkliche Fähigkeiten gelehrt werden. All das würde auch die gesellschaftliche Haltung gegenüber den Lehrberufen erklären: „Wenn wir für eine Rechtsanwaltsstunde 100 Euro zahlen, aber für eine halbe Stunde beim Friseur 15 Euro, dann sehen wir hier schon einen Teil des Problems“, meint er.

Handwerk & Allgemeinbildung: ein Widerspruch? Für Bernhard Heinzlmaier liegt das Imageproblem darin, dass der Lehrling darauf reduziert wird, dass er „einen Wasserhahn reparieren“ kann: „Wenn wir den Lehrling nur mehr zum technischen Deppen machen, werden wir nie den Status der Lehre heben. Wir brauchen auch einen kulturellen Unterbau in der Ausbildung.“ Er spricht sich

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REP RT dafür aus, dass den Lehrlingen ein kulturelles Kapital in Form von Wissen gegeben wird, um ihren sozialen Status anzuheben. „Wir produzieren zu wenige interessante Menschen, mit denen wir interessante Gespräche führen können“, kritisiert er. Und sieht das Problem auch in der Namensgebung der Berufsschulen: „Allein das ist schon eine Tragödie, in Deutschland heißen

sie Ausbildungs­ akademien – allein diese Bezeichnung hebt schon den Status an.“ Doris Wagner widerspricht Heinzlmaier in diesem Punkt und lädt ihn ein, sich in den Berufsschulen ein Bild der Realität zu machen: „Wir bilden hier ein wirklich breites Spektrum ab, angefangen von politischer Bildung bieten wir unseren Lehrlingen auch Kunst und Kultur – die Steinmetze haben

R eferenten KR EGON BLUM war in den Jahren 2003 bis 2008 Regierungsbeauftragter für Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung unter der Regierung Dr. Schüssel und Dr. Gusenbauer. 1959 absolvierte er den Lehrabschluss als Werkzeugmacher und war anschließend zehn Jahre bei einem Schweizer Fräsmaschinenhersteller tätig. Ab 1970 war er 35 Jahre Mitglied der Geschäftsleitung beim BeschlägeHersteller Blum in Höchst und dort zuständig für die Bereiche F&E, Konstruktion, Spezialmaschinenbau, Qualitätssicherung und Lehrlingsausbildung. Überbetrieblich war er Präsident der HTLKuratorien Bregenz und Rankweil, Hochschulrat sowie federführender Gründer des Arbeitskreises Lehrlingsausbildung und des überbetrieblichen Ausbildungszentrums Vorarlberg.

M A G . H E L M U T D ORNMAYR ist Bildungsforscher am Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) in Wien. Der ausgebildete Soziologe widmet sich in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit seit 1992 schwerpunktmäßig der Lehrlingsausbildung in Österreich. Er ist hauptverantwortlich für die jährlich erscheinende Publikation „Lehrlingsausbildung im Überblick“

Im Publikum waren auch 35 Lehrlinge der Landesberufsschule Waldegg.

sowie für den alle zwei Jahre dem Nationalrat vorzulegenden „Bericht zur Situation der Jugendbeschäftigung und Lehrlingsaus­ bildung in Österreich“ (Auftraggeber: BMDW). In mehr als 100 Studien über und mit Lehrlingen und Lehrbetrieben in Österreich hat er die Lehrlingsausbildung sowohl von der theoretischen als auch von der praktischen Seite intensiv kennengelernt und erforscht.

M A G . B E R NH A R D HEINZLMAIER © HeriberT Hudler

ist ehrenamtlicher Vorsitzender des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien und Hamburg. Hauptberuflich leitet er die tfactory Trendagentur in Hamburg. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Psychologie war er 1988 bis 2000 Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für Jugendforschung. 1997 gründete Heinzlmaier die tfactory Trendagentur in Wien und ist seit 2000 Geschäftsführer der tfactory Trendagentur Deutschland mit Sitz in Hamburg. Derzeit ist er Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst in Wien und am Studiengang Soziale Arbeit an der FH Joanneum in Graz. Aktuelle

beispielsweise ein Projekt mit den Wiener Philharmonikern gemacht.“ Ihr kommt es auch nicht auf den Begriff an, sondern auf die Inhalte, die in den Berufsschulen vermittelt werden. Auch Helmut Dornmayr widerspricht Heinzlmaier im Punkt des kulturellen Kapitals, mit dem der soziale Status gehoben werden kann: „Man sollte nicht den Fehler machen, nur von einem Milieu auszugehen. In manchen Milieus machen heute noch 40 Prozent der Jugendlichen eine Lehre und genießen dafür auch entsprechende Anerkennung“, betont er. Und auch in alternativen Milieus erlebe das Handwerk bereits eine Renaissance.

Publikation: „Anpassen, Mitmachen, Abkassieren. Wie dekadente Eltern unsere Gesellschaft ruinieren“.

D O R I S WA G NE R , MEd ist ausgebildete Berufsschulpädagogin und war von 1988 bis 2002 an der Landesberufsschule St. Pölten und in der Erwachsenenbildung tätig. Seit 2003 ist sie im Landesschulrat für NÖ in der Schul­ aufsicht für Berufsschulen tätig. Sie studierte an der University of Manchester (GB) und absolvierte Studienaufenthalte in der Schweiz, Deutschland und in den Niederlanden. Sie hat zahlreiche Projekte wie „Lehre mit Matura in NÖ“, „Lehre goes digital“, „Berufsorientierungsportfolio“ abgewickelt und ist Mitglied vieler Arbeitsgruppen, u. a. NQR Steuergruppe bis zur Gesetzeswerdung, Ausbildung bis 18 sowie Anerkennung von beruflichen Qualifikationen. Die duale Ausbildung und Lehrlinge sind für sie das zentrale Thema.

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Geld als Entscheidungskriterium Bernhard Heinzlmaier spricht einen wichtigen Punkt an: „Man kann nicht über die Lehre sprechen, sondern wir müssen über die unterschied­ lichen Branchen reden, in denen Lehren stattfinden. Wir müssen uns fragen, warum in Lehrberufen, in denen besonders viele Frauen tätig sind, die Lehrlingsentschädigungen so niedrig sind.“ Auch Helmut Dornmayr sieht im Einkommen ganz klar ein Entscheidungskriterium: „Natürlich ist mehr Geld ein Entscheidungskriterium. Allein der Begriff Lehrlingsentschädigung ist hinsichtlich der Anerkennung für Lehrlinge schon ein Wahnsinn.“

Seiner Meinung nach hängen das Einkommen und die Anerkennung stark zusammen. Eine Meisterprüfung abzulegen ist heute noch dazu vielfach weit teurer als ein ganzes Studium. Auch hier brauche es einen Ausgleich. Egon Blum sieht das Problem der Entschädigung von einem anderen Blickwinkel aus: „Wenn ich mir die Hightech-Berufe ansehe, bei denen wir vier Lehrjahre inklusive einem zweiten Berufsschultag brauchen, dann können die Betriebe, wenn sie 500 oder 600 Euro im ersten Lehrjahr bezahlen, das niemals reinbekommen im produktiven Sinne der Ausbildung. Das ist auch mit ein Grund, warum viele kleine Betriebe aufgehört haben auszubilden – sie können sich eine Ausbildung für den ersten Arbeitsmarkt, so wie es

„Wenn wir den Lehrling nur mehr zum technischen Deppen machen, werden wir nie den Status der Lehre heben.“ Bernhard Heinzlmaier

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REP RT Was das P ublikum bewegte Die spannendsten Fragen und Beiträge, die unser Podium per SMS erreicht haben! Die wichtigste Änderung in den letzten Jahren war die Einführung der Berufsreife­ prüfung, damit ist die Lehre keine Sackgasse mehr. Diese Durchlässigkeit ist extrem wichtig und gehört noch mehr verbessert! Wir haben gehört, dass die Lehre ein stark männliches Thema ist. Was müssen wir tun, um die Lehre für Frauen attraktiver zu machen? Meiner Meinung nach sollten die Betriebe und Konzerne ihre Personalpolitik stärker überdenken und Führungspositionen nicht nur mit „Quereinsteigern“ aus höheren Schulen besetzen, sondern auf fähige, motivierte „Eigenbau-Mitarbeiter“ setzen. Das wertet die Lehre massiv auf! Ist es fair, dass ein Studium mehr oder weniger kostenlos ist und eine Meisterprüfung, die sehr kostenintensiv ist, aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss? Es gibt viele Schulabbrecher und seit kurzem die Ausbildungspflicht bis 18 Jahre. Viele wissen dann nicht, welche Lehre sie machen sollen. Gibt’s diesbezüglich eine Beratung? Welche Chancen bietet die Digitalisierung für die Zukunft der Lehre? Ist hier gerade die Lehre nicht viel schneller und näher dran als Schule und Universität? Die entscheidende Frage wird sein: Wie kann ich einen 15-Jährigen für die Lehre motivieren? Nicht nur die leistungsschwachen, sondern auch gute SchülerInnen. Die Lehrlingsausbildung sollte dem Betrieb etwas wert sein – nicht nur rechnerisch und in Euro. Irgendwie kommt mir vor, man will nur die fertigen Lehrlinge und die Ausbildungskosten soll wer anderer tragen.

© Foto: Raimo Rumpler

Welche Berufe haben in der überbetrieblichen Lehrausbildung denn Zukunft? Vieles lässt sich nicht abbilden und funktioniert nur mit Partnern aus dem ersten Arbeitsmarkt. Hier mangelt es oft an Bereitschaft!

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REP RT heute erforderlich wäre, einfach nicht mehr leisten.“ Hier sei die öffentliche Hand gefragt, nicht nur Schulen zu finanzieren, sondern auch die duale Ausbildung. Auch Helmut Dornmayr sieht vor allem für kleine Betriebe ein Problem: „Betriebe brauchen Unterstützung aus öffentlicher Hand. In Österreich hat ein Betrieb im Schnitt nur etwas von einem Lehrling, wenn dieser nach der Ausbildung dortbleibt.“

Strukturen & Angebote optimieren Auch wenn das Modell der dualen Ausbildung gut aufgestellt ist, gilt es immer wieder, an den Schrauben des Systems zu drehen. Wenn das Ausbildungssystem der Lehre dazu fähig sein soll, wirklich mit den BHS in Konkurrenz zu treten, brauche es verpflichtende Kontrollen in der Ausbildung. „Die duale Ausbildung ist der einzige Ausbildungsweg, bei dem es zwischen Ausbildungsbeginn und -ende keine einzige verpflichtende

I mpulsinterview D er P ra x is - c h eck Manuela Höbart, Mechatroniker-Lehrling bei Pollmann Austria, Thomas Haunold, Projektingenieur bei der EVN, und Friedrich Köck, EVN Servicestellen-Leiter in Stockerau, über ihre Erfahrungen mit der Lehr­ ausbildung Manuela Höbart hat ursprünglich die Lehre zur Mechanikerin gemacht und absolviert nun seit Juni 2017 die verkürzte Lehre zur Mechatronikerin. „Es war wirklich nicht leicht, mit 32 noch eine Lehrstelle zu bekommen, aber ich wollte das unbedingt“, erzählt sie. Höbart wünscht sich von Firmen diesbezüglich mehr Offenheit: „Ich kann auch mit 40 Jahren noch draufkommen, dass ich einen anderen Beruf machen will. Da muss aber das Umfeld offener sein, damit man diese Möglichkeit überhaupt bekommt.“ Thomas Haunold will mit seinem Berufsweg zeigen, dass mit der Lehre alle Möglichkeiten offenstehen – er hat die Lehre zum elektrischen Installationstechniker gemacht, danach die berufsbegleitende HTL abgeschlossen und studiert jetzt berufsbegleitend Energie- und Umwelt­ management an der FH Burgenland. „Von 40 Studenten kommen hier sogar zehn aus der Lehre – es ist schon etwas anderes, wenn man den Praxisbezug hat“, erzählt er. Haunold wünscht sich, dass der Lehre mehr Wert gegeben wird: „Das geht nur mit Vorbildwirkung durch Präsenz – wir müssen in die Schulen fahren und dort den Schülern zeigen, was man alles mit der Lehre machen kann.“ Friedrich Köck ist ein solches Vorbild: Er absolvierte 1986 die Betriebs­ elektrikerlehre, machte dann die berufsbegleitende HTL für Elektrotechnik und die Lehr­a usbildung Gas- und Wasserinstallation und leitet jetzt das Servicecenter Stockerau mit 40 Mitarbeitern. „Ich habe es bis heute nicht bereut, die Lehre gemacht zu haben – man bleibt nie im Beruf stehen, man kann sich ständig weiterentwickeln“, sagt er. Köck meint außerdem, dass viele Jugendliche orientierungslos seien und kritisiert die Einstellung vieler Eltern, dass Kinder grundsätzlich in die Schule geschickt werden – erst wenn das nicht funktioniert, kommt die Lehre in Frage. „Grundsätzlich ist es so, dass wir in Stockerau nicht den Bedarf an Lehr­lingen bekommen, den wir gerne hätten“, erzählt er aus der Praxis. Köck spricht sich deshalb für Schnuppertage oder -wochen für Schüler aus – auch für jene in höheren Schulen. „Damit auch hier noch einmal hinterfragt wird, ob das wirklich der richtige Weg für einen 15-Jährigen ist“, meint Köck.

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Die knapp 300 Besucherinnen und Besucher hörten nicht nur zu, sondern stellten ihre Fragen per SMS ans Podium.

Kontrolle gibt. Wir brauchen eine Zwischenprüfung im zweiten Lehrjahr, da ist die Politik gefragt. Wir wundern uns, dass jeder Fünfte durchfällt, jeder Fünfte während der Lehrzeit aufhört, aber wir fragen uns nicht, warum“, kritisiert Blum. Hier mahnt auch Bern­ hard Heinzlmaier: „Aus gesellschafts­ politischer Sicht müssen wir sagen, dass es oft einen hohen Förderbedarf gibt. Wir müssen uns auf diese Lehrlinge konzentrieren, sonst produzieren wir ein Prekariat.“ Zugleich gilt es natürlich jene zu fördern, die mehr wollen – etwa mit der Lehre mit Matura: „Ich sehe das als gute Ergänzung zum dualen System, es ist eine Möglichkeit die Begabten zu fördern. Hier haben wir immer noch einiges an Potential“, meint Doris Wagner dazu. Dieses Programm solle aber zu keinem Massenprogramm werden, sondern eine schmale Nische für jene bleiben, die wirklich die Energie und Kraft dazu haben. Auch die Gleichstellung von Meister und Bachelor wurde diskutiert. Dazu Egon Blum: „Ein solches Vorhaben weist nur noch deutlicher darauf hin, dass der Bachelor ein viel höheres Ansehen hat. Anstatt diese beiden Abschlüsse gleichzustellen, müssen wir versuchen, die Stellung des Meisters gesellschaftlich anzuheben.“ Auch Bernhard Heinzlmaier spricht sich gegen eine Gleichstellung aus: „Wenn wir alles anebnen, dann werden sich andere Differenzierungs­ merkmale herausbilden.“ Doris Wagner streicht bezüglich der Vergleichbarkeit eine andere Dimension heraus: „Ich sehe die internationale Vergleichbarkeit, es ist wichtig, dass man die Meisterausbildung sichtbar macht, dass man Kompetenzen und Qualifikationen international sichtbar macht.“ Egon Blum wünscht sich in diesem Zusam-

menhang besonders die Öffnung eines Berufes hin zur dualen Ausbildung: „Wir haben die duale Ausbildung Pflege und Gesundheit bis heute abgewürgt, obwohl es vermutlich kaum eine Branche gibt, in der in Zukunft mehr Bedarf sein wird. Man braucht hier keinen Bachelor, sondern nur ein Herz – das haben viele im dualen Bereich, wenn man sie nur hinlassen würde.“

Vorbilder gesucht! Wenn es darum geht, wie der Lehrberuf am besten vermittelt werden kann, sind Vorbilder, die zeigen, was mit dem Lehrberuf alles möglich ist, sicherlich eine der besten Möglich­ keiten. „Ein Vorbild ist die überzeu­gendste Art der

„Es ist wichtig, dass man die Meisterausbildung sichtbar macht, dass man Kompetenzen und Qualifikationen international sichtbar macht.“ Doris Wagner

Wissensvermitt­ lung, egal ob in der Familie oder im Betrieb. Ein Ausbildner sollte von seinen Schülern auch nichts verlangen, was er selbst nicht bereit ist zu tun“, betont Egon Blum. Doris Wagner wünscht sich vor allem mehr mediale Berichterstattung in Hinblick auf die Rolemodels, die es schon gibt: „Wenn man sich die Worldskills anschaut, welche Medaillengewinner wir haben, Nummer 02/18, April 2018


REP RT gibt es viele Rolemodels.“ Auch die Vermitt­lung in den Pflichtschulen oder auf Messen sei in diesem Punkt essentiell: „Berufsschullehrer gehen schon in Pflichtschulen und stellen die Lehre vor. Mehr Effekt hat das Ganze natürlich, wenn die jungen Leute, die gerade eine Lehre machen, beispielsweise bei Berufsmessen von ihrer Ausbildung erzählen, da ist dann jeder Einzelne ein Rolemodel.“ Bernhard Heinzl­maier warnt jedoch davor, zu ein­fache Lösungen zu sehen: „Dieses Feld ist hochkomplex. Ich würde wirklich davor warnen, es zu banalisieren, dass man sagt, wir müssen nur den Willen haben, wir müssen das nur zeigen und wir müssen an die Jugend glauben. Es ist darüber

hinausgehend ein bisschen mehr Substanz erforderlich.“

Lehre – mehr denn je! Grundsätzlich gibt sich das Podium zuversichtlich für die Zukunft der Lehre und bekräftigt zum Abschluss einmal mehr die Bedeutung der Lehraus­ bildung: „Die duale Ausbildung ist es wert für sie zu kämpfen, weil damit die Wirtschaft und die Jugend eine Zukunft haben“, betont Egon Blum. Helmut Dornmayr legt allen jungen Menschen eine Lehre dringend ans Herz, denn „ihr braucht euch um eure Zukunft keine Sorgen machen. Es wird wirklich noch genug Nachfrage in den nächsten 20 Jahren geben.“

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Die wichtigsten Erkenntnisse & besten Vorschläge aus der Diskussion 1. Mehr als „hohle Praktiker“ Um den Status der Lehre zu heben und mehr begabte junge Menschen von diesem Bildungsweg zu überzeugen, braucht es mehr als Imagekampagnen. Einerseits gilt es, schon in den Pflichtschulen mehr Leidenschaft für handwerkliches Arbeiten zu wecken. Andererseits muss die Lehre auch andere Facetten der Bildung abdecken. Ein kultureller Unterbau, also ein Mehr an Allgemeinwissen und Persönlichkeitsbildung, kann dazu beitragen, den Status der Lehre an sich zu heben und den Absolventen mehr Möglichkeiten für das Berufsleben zu eröffnen.

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2. Eltern und Lehrer als Schlüsselfiguren Wenn es um die Entscheidung für einen Ausbildungsweg geht, sind Eltern und Lehrer die größten Einflussfaktoren. Will man mehr jungen Menschen den Weg in die Lehre ebnen, gilt es, dort anzusetzen: Überzeugungsarbeit bei den Eltern, die sich oft aus falschen Motiven oder Vorurteilen den akademischen Ausbildungsweg für ihre Kinder wünschen und neue Wege der Berufsorientierung an Pflicht­ schulen wurden diskutiert. Eine konkrete Idee dazu: Berufsorientierungs-Lehrer zu Schnuppertagen in Lehrbetriebe einladen, um deren Begeisterung für die Lehre zu wecken.

3. Es geht auch ums Geld

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Was die Gesellschaft bereit ist, für eine Leistung zu bezahlen, ist natürlich ein Ausdruck der Anerkennung. Die Entlohnung für Lehrlinge, aber auch das Einkommen nach der Ausbildung sind zugleich praktische Entscheidungskriterien für die Wahl einer Ausbildung. Gleichzeitig können sich viele kleine Betriebe schon jetzt eine Lehrlingsausbildung schlichtweg nicht leisten; vor allem, wenn die Lehrlinge dann nicht im Betrieb bleiben. Für den Lehrling selbst ist der Weg zur Meisterprüfung kostspielig und teurer als ein Studium. Bei all diesen Themen sind Politik und Wirtschaft gefordert, einen Ausgleich zu schaffen.

4. Gleiche Anerkennung – aber keine Gleichmacherei! Für bessere internationale Vergleichbarkeit soll der Meister dem Bachelor gleich­ gestellt werden. Grundsätzlich vernünftig, zugleich aber äußert das Podium Bedenken: Die angestrebte Gleichstellung weist auf das immer noch höhere Ansehen des Bachelors hin und löst nicht das Grundproblem – nämlich die Stellung des Meisters an sich, die gesellschaftlich angehoben werden müsste. Differenzierung an sich ist nämlich wünschenswert.

Keine Frage: Mehr begabte Jugendliche in die Lehre zu bringen, ist wichtig. Aber noch wichtiger ist es, jene Jugendlichen zu erreichen, die keinen Job haben und sich in keiner Ausbildung befinden und ihnen mit der Lehre eine Perspektive zu bieten. Für jene, die einen besonders hohen Förderbedarf haben, gilt es, Angebote zu schaffen und ihnen Zeit zu geben, damit ein erfolgreicher Einstieg in den Arbeitsmarkt möglich wird.

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5. Verantwortung für benachteiligte Jugendliche


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Nachgefragt: Besuchermeinungen zum Thema Knapp 300 Gäste verfolgten die Diskussion und bekamen neue Impulse und Erkenntnisse zur Zukunft der dualen Ausbildung präsentiert. Was sie von der Veranstaltung mitnehmen, fragte Gina Christof nach: Carmen Jeitler- Cincelli, Abgeordnete zum Nationalrat und stv. Generalsekretärin des Österreichischen Wirtschaftsbundes „Ich fand diese Offenheit toll, dass man einmal sagt, dass es vielleicht nicht so gut läuft. Und dass man etwas tun muss, das Image der Lehre ändern und auch diesen Namen Berufsschule loswerden muss –

“ also auch inhaltlich und begrifflich eine neue Definition bringt.

Franz Eckl, Geschäftsführer von Autohaus Eckl und Bezirksstellen-Obmann der Wirtschaftskammer Melk „Lehrlingsausbildung ist ein Thema, das mich schon über 40 Jahre beschäftigt. Wir haben selbst in unserem Betrieb circa 160 Lehrlinge ausgebildet. Seit 30 Jahren gehen wir an die Schulen und versuchen neuerdings auch die Eltern zu motivieren und davon zu überzeugen, dass das Handwerk goldenen Boden hat. Der heutige Tag war teilweise sehr praxisbezogen, aber es haben Ansätze gefehlt, die wirklich aus dem täglichen Leben stammen. Da würde ich mich gerne einbringen, weil ich aus der Erfahrung weiß, wo die Sorgen und Probleme liegen. Man muss die Jugend begeistern und abholen – das ist das Feld, um das es geht.“

Michaela Haidvogel, Vizebürgermeisterin von Maria Enzersdorf „Es war eine wirklich interessante Diskussion – vor allem, weil ich selbst zwei Kinder habe. Besonders aufgehorcht habe ich bei der Diskussion über die Wertigkeit der Lehre, weil das für mich stimmt. Viele sehen die Lehre als eine nicht so tolle Ausbildung wie ein Studium – das finde ich schade.“

Alois Mock Institut Forum für Zukunftsfragen

EINLADUNG

Clemens Gaal, Lehrling Gastronomiefachmann an der Landesberufs schule Waldegg „Mir hat es sehr gut gefallen und ich nehme für mich mit, dass ich jetzt noch überzeugter davon bin, die Lehre durchzuziehen. Ich will Leuten noch mehr übermitteln, wie wichtig die Lehre ist.“

Tamara Zsifkovits, Lehrling Gastronomiefachfrau an der Landesberufsschule Waldegg „Ich will jetzt erst recht die Lehre machen und bin überzeugter denn je. Auch wenn viele nichts von der Lehre halten: Ich liege den Eltern nicht auf der Tasche und kann mir alles selbst leisten – eine eigene Wohnung, ein eigenes Auto. Das finde ich besser als eine Schule.“

Ernst Wurz, Pollmann Austria & Vorsitzender der Waldviertelakademie „Es war sehr spannend, die Vielfalt und Chancen der Lehrlingsausbildung anzusprechen. Ein bisschen zu kurz gekommen sind aus meiner Sicht die vielen positiven Beispiele von Ausbildnerbetrieben und auch die vielen Lehrlinge, die Karriere machen.“

Josef Hager, Vizepräsident der Arbeiterkammer Niederösterreich „Es war eine tolle Veranstaltung mit tollen Diskutanten. Bei mir kommt das Thema Eltern und der Stellenwert der Lehre sehr stark an, weil

ich das häufig erlebe. Es herrscht oft das Motto: Wenn du die Schule nicht schaffst, kannst du en.“ immer noch was lernen. Da muss einfach ein Umdenken passier

Felix Ofner, Student der Kommun ikationswirt schaft „Ich glaube, dass die Lehre prin zipiell die Zukunft für Österreich ist. Man hat auc h gesehen, dass es zwar sehr viele Menschen gibt , die begeistert sind, es aber trotzdem noch dau ern wird, bis das in der Realität ankommt. Ich fand den Input von Herrn Heinzlmaier, dass die Aufwertung der Lehre dadurch passieren mu ss, dass man den Menschen den kulturellen Aspekt mitgibt, seh r spannend.“

Montag, 14.5.2018, 19.00 Uhr, NV Forum, St. Pölten

Trends 2030 - Intensivstation Arbeitsplatz? Wie wir die neue Arbeit überleben. Ein Blick ins Jahr 2030.

Karin Sezemsky, Lehrerin an der Landesberufsschule Zistersdorf „Es war insgesamt sehr spannend und es gab neue Gesichtspunkte, die man im Lehreralltag sonst nicht sieht. Es ist ein Bewusstsein für die besonders zu fördernden Gruppen entstanden, aber

Dienstag, 12.6.2018, 18.00 Uhr, Wachauarena Melk

Melker Salongespräch - Luzifer & das Europa von heute Montag, 24.9.2018, 19.00 Uhr, Novomatic Forum Wien

Trends 2030 - Österreichs Position am Balkan

auch für die besonders Begabten.“

Wir

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Nummer 02/18, April 2018

Lehre mehr denn je!  
Lehre mehr denn je!  
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