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Kochen und Inklusion I m K ö l n e r F a m i l i e n f o r u m

Diversity-Dimensionen C h a r t a d e r V i e l f a l t

Auslandserfahrungen u n d S ü d a f r i k a

AStA-Stellungnahme F ü r V i e l f a l t u n d T o l e r a n z

L i t a u e n

Bodypositivity S h a m i n g

S t a t t

A D R E N A L I N

Die sportliche Hochschulzeitung AStA | DSHS

Ausgabe WiSe 2018/19

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Feminismus

V s . G e s c h l e c h t e r k a m p f


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A Herausgeber AStA der Deutschen Sporthochschule Köln Titelbilder AStA-Fotobox for Diversity Redaktion Julia Heßler | Benedikt Kaninski | Sabine Lerche | David Rech Gastautor*innen Stefanie Haberstock | Verena Kaiser | Tim Sperber | Christiane Weidendorfer Layout Julia Heßler | Omid Mostofi Kontakt (Adrenalin) E-Mail: julia@asta-spoho.de Kontakt (AStA) E-Mail: info@asta-spoho.de - Internet: www.asta-spoho.de Telefon: (0221) 4982 3360

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EDITORIAL Liebe Leser*innen, hier in Köln wissen wir: „Jede Jeck is anders.“ Die Stadt Köln hat sich Themen wie Integration und Toleranz seit vielen Jahren groß auf die Fahne geschrieben. So ist die weltoffene Stadt unter anderem eines der deutschen Zentren der LGBTQ-Community. Junkersdorf, Sporthochschule. Wie sieht es hier aus? Wir alle wissen: Die SpoHo ist so eine Art „eigener kleiner Kosmos“. Fühlt ihr euch hier wohl, akzeptiert und respektiert als Individuum, mit eurer Herkunft, eurer Persönlichkeit und euren Ansichten? Mit dieser einleitenden Frage heißen wir euch herzlich Willkommen zur neuen Ausgabe unserer AStA-Zeitschrift Adrenalin! In diesem farbenfrohen Heft möchten wir uns gerne den Themen Diversität und Toleranz widmen. Auf der Rückseite des Magazins habt ihr vielleicht schon die Übersicht über die verschiedenen Aspekte von Vielfalt entdeckt: Alter, Behinderung, ethnische Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, Religion und Weltanschauung sowie sexuelle Orientierung und Identität – so lauten die Dimensionen aus der „Charta der Vielfalt – für Diversity in der Arbeitswelt“. Die Redaktion und der AStA haben zu diesen Themen Texte verfasst*. Die Stellungnahme des AStAs zum Thema sexuelle Orientierung macht auf Seite sechs den Anfang. Darin möchten wir ein klares Statement für eine offene und tolerante Sporthochschule abgeben. Auf den darauffolgenden Seiten findet ihr eine Galerie mit den Bildern unserer Diversity-Fotobox. Im Anschluss daran nimmt euch Redakteurin Sabine Lerche in „Über den Tellerrand kochen“ mit auf eine kulinarische und integrative Entdeckungsreise. Auch für einige kritische Betrachtungen zu Gleichberechtigungsthemen ist Raum in diesem Heft. So erklären wir im Text „#10yearschallenge“, wie ein Trend in den sozialen Medien Bodyshaming und Altersdiskriminierung fördert. Anlässlich des Weltfrauentags möchten wir euch Leser*innen außerdem dazu einladen, euch Gedanken zum Thema Feminismus zu machen: Was bedeutet er für euch und wo soll der Feminismus eurer Meinung nach in den nächsten Jahren hinführen? Mehr dazu erfahrt ihr auf Seite 14. Ab der Mitte des Heftes stehen dann Exchange-Students unserer SpoHo im Fokus, verknüpft mit dem Aufruf: Lernt die Internationals unserer Universität kennen – der kulturelle Austausch ist bereichernd für beide Seiten. Selbstverständlich könnt ihr, um interkulturelle Kompetenzen zu erwerben und euch persönlich weiterzuentwickeln, aber auch selbst im Rahmen eures Studiums ins Ausland gehen. Zwei Studierende, die diese Erfahrung bereits gemacht haben, ermutigen euch in ihren Erfahrungsberichten, es ihnen gleichzutun. Doch auch abseits des Titelthemas gibt es wieder einige Artikel in dieser Ausgabe. So findet ihr zum Beispiel die bekannte Rubrik „Erzähl doch mal“ sowie spannende Texte über den Ursprung verschiedener Sportarten.

Viel Spaß bei der Lektüre wünschen euch Julia, die Adrenalin-Redaktion und das gesamte AStA-Team

*Zu einigen Themen sind es ein paar mehr Texte als zu anderen. Das ist jedoch in keiner Weise als Wertung zu verstehen.

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I n h a l t s verzeichnis

Die AStA-Familie......................6 Foto des Semesters.....................8 SpoHo-Wahlen...............................10 Das neue StuPa....................................12 Wahlergebnisse......................................14 Rückblick: AStA-Adventsmarkt................15 Helden des Alltags: Matthias Oschwald.........16 Entweder...oder?.................................................18 Film Review...............................................................25 Die SpoHo und ich: Rapper Jolle..................................26 Professor Nolte Orientierungslos?...............................28 Team Köln..............................................................................30 Kreuzworträtsel.......................................................................32 Campusplan........................................................................33 Die Adrenalin-Redaktion...................................................................34

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I n h a l t s verzeichnis AStA-Stellungnahme ............6 Rückblick: Fotobox .....................7 PapierPilz: Sammelaktion ............9 Über den Tellerrand kochen ............10 #10yearschallenge ...............................12 Feminismus vs. Geschlechterkampf ......14 Unsere Internationals ..................................16 Alpen-Trip der Internationals ...........................18 Praktikum in Johannesburg .................................20 Erasmus in Litauen .....................................................22 Zurück ins Mittelalter .....................................................24 Ein besonderer Auftritt .......................................................28 Mensa der Nationalitäten ........................................................29 Ursprung verschiedener Sportarten .........................................30 Kreuzworträtsel .................................................................................31 Dimensionen von Diversität ................................................................32


AStA Stellungnahme Text

Schwul oder lesbisch sein? Oder einfach nicht heterosexuell?! Wie normal ist das denn! Eine Stellungnahme des Allgemeinen Studierendenausschusses der Deutschen Sporthochschule Köln – Diversity-Projekt

von VERENA KAISER Im Sport begegnen sich Menschen auf eine außergewöhnliche Weise, verglichen mit anderen, meist eher theoretischen Themenfeldern. Das werden alle wissen, die einmal zur Schule gegangen sind. Darum ist der soziale Wert von Sport in unserer Gesellschaft unverkennbar. Hautkontakt im Ballsport, Ausdruck beim Tanzen, Selbstidentifikation mit dem Tempel unserer physischen Schöpfungen – all das gehört zum Alltag an der Sporthochschule. Die AStA-Mitarbeiter*innen sind selbst Studierende, die sich täglich dafür einsetzen, den einmaligen Flair aus Lebendigkeit und Zusammenhalt in dieser Gemeinschaft zu pflegen. Egal, in welcher (Regenbogen-)Farbe jemand einen Campus betritt, ein Café, einen Supermarkt, ein Fußballstadion oder die Trainingsstätte der Lieblingssportart, sind Toleranz und Offenheit Grundbausteine für ein buntes Zusammenleben. Getreu der Kölschen Redewendung “Jede Jeck is anders!”, wünschen wir uns, dass die Studierenden an unserer Hochschule sich willkommen und wohl fühlen, gegenseitig von ihrer Vielfältigkeit profitieren und alle von den vielen verschiedenen Perspektiven eines jeden Einzelnen lernen können. Im Sommer 2018 nahm das Diversity-Projekt des

AStAs seine Arbeit auf. Angefangen mit einem CSD-Auftritt, einer Erschließung der internen Strukturen für eine starke Vernetzung, etlichen Gesprächen mit Kommiliton*innen und einer dreitägigen Fotobox-Aktion, zu welcher sich

auch die Universität zu Köln begeistern ließ, für Toleranz und Vielfalt eigene Statements zu posten, startet der Einsatz für Diversität nun in die zweite Runde. Ein Student, der sich in einem Artikel kenntlich zeigte, Dirk Smith, wurde auf die AStA-Aktivitäten an der Sporthochschule aufmerksam und äußerte seinen Wunsch, unserem Einsatz für Vielfalt beitragen zu wollen – darüber freuen wir uns sehr. An der Resonanz aller Studierenden erkennen wir, in welchen Bereichen sie sich eine Veränderung auf dem Campus wünschen. Dirk erfuhr aus einem Bericht auf „ZEIT ONLINE“, dass es einmal einem Studierenden der Sporthoch-

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schule schwerfiel, offen mit seiner sexuellen Neigung umzugehen. Dirk selbst geht damit anders um, empfindet jedoch Empathie zu dieser Situation. Er sagt, er habe sich niemals wohl damit gefühlt, zu verstecken, wer er sei. Im Gespräch zwischen ihm und der Inhaberin des AStA-Projekts „Diversity“ wurden prompt Pläne geschmiedet, neue und bestehende Vorhaben umzusetzen. Die speziellen Herausforderungen im Sport liegen teilweise in seinen bisherigen traditionellen Rollenverteilungen. Diese zu hinterfragen und Stück für Stück zu durchbrechen, dazu möchten wir unseren Beitrag leisten. Es ist längst bekannt, dass auch Frauen sich verteidigen und Männer anmutig tanzen können. Das ist völlig individuell. Wir wissen außerdem um einen weiteren, besonderen Mehrwert des Sports: Seinen großartigen, menschenverbinden Charakter! Ausgehend von einer noch wachsenden Community werden öffentlichkeitswirksame Projekte mit Sport- und Queer-Organisationen in Köln visiert. Wir möchten vor allem den Spaß am vielseitigen Miteinander leben und ein Zeichen für Toleranz im Sport setzen, damit alle Menschen sich frei und individuell entfalten können. In unserer Stadt, im Sport und überall.


Fotobox Text Diversity

Rückblick: Fotobox for Diversity Im Rahmen einer Aktionswoche rief der AStA alle Menschen an der DSHS dazu auf, ihre persönliche Message für Vielfalt an die Öffentlichkeit zu bringen. Nicht nur Studierende, auch Dozierende und Mitarbeiter*innen der SpoHo beteiligten sich und hatten sichtlich Freude daran, sich zu verkleiden, Botschaften zu basteln, Fotos zu schießen – und dabei geradezustehen für eine tolerante und weltoffene Sporthochschule.

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Text Fotobox Diversity

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PapierPilz Text

PAPIERPILZ

von JULIA HEßLER

Wir sammeln einseitig bedrucktes und/oder beschriebenes Papier! Daraus gestalten wir tolle Recyclingblöcke! Diese könnt ihr im AStA-Service gegen eine Spende für den guten Zweck kaufen. Haltet Ausschau nach den bunten Sammelboxen auf dem Campus. Wichtig: Bitte achtet darauf, dass sich keine sensiblen privaten Daten auf den Blättern befinden (z.B. Adressen, Zeugnisse, Briefe etc.)

designed by Freepik

Für die Produktion eines Kilograms Papier benötigt man: 6-12l Wasser 600g Cellulose 400g Holzschliff 141g Füllstoff 30g Harz 30g Alaun etwas Farbstoff 2,8 kWh Energie (fast 2h föhnen!)

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Kochen und Text Inklusion

n e h c o k d n a r r e l l Te

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Hier ein bisschen Minze, dort der Geruch von Paprika. Dampf stiehlt sich wabernd aus großen, silbernen Töpfen. In einer hohen Pfanne köchelt Soße vor sich hin. Mehl staubt und Teig wird von flinken Fingern geformt. In der Luft vermischen sich Kochdüfte mit Gesprächsfetzen und Messerklappern. Lachend und schwatzend sind im Familienforum der Kölner Südstadt zehn bunt zusammengewürfelte Menschen dabei, ein afghanisches Gericht zuzubereiten. Unter ihnen ist Christian. Er ist seit eineinhalb Jahren zusammen mit seiner Frau Anni im Verein „Über den Tellerrand kochen e.V.“, der zu den vielen Satelliten der Mutterinitiative in Berlin gehört, die sich dort 2013 gegründet hat. Mittlerweile sind in vielen deutschen Städten und sogar in unseren Nachbarländern Tochtervereine entstanden. Das Prinzip ist aber überall das gleiche: Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, aber vor allem Geflüchtete kommen zu einem gemeinsamen Kochabend zusammen. Jeden Monat schlüpft ein anderes Mitglied in die Rolle des Kochs und bringt ein Gericht aus seiner Heimat mit. Zusammen wird

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dann zwei Stunden lang gekocht, dabei unterhält man sich und lernt sich kennen. Heute leitet Faroq aus Afghanistan die Zubereitung des Gerichts Ashak: „Ich habe das ausgesucht, weil es sehr gesund ist, mit viel Gemüse und wenig Fett. Es gibt einem Power und ich glaube, es schmeckt auch allen gut. Außerdem braucht man dazu drei Saucen und dann sind alle beschäftigt.“ Besonders viel Arbeit haben die Teilnehmer*innen aber damit, aus Faroqs Teig kleine mit Gemüse gefüllte Taschen zu formen. Sie ähneln Tortellini und dank der guten Anleitung von Faroq sind bald zwei Tabletts voll mit Teigtaschen. Seine Leidenschaft hat er schon früh als Kind entdeckt: „Ich war ein bisschen ein Muttersöhnchen. Ich wollte immer lieber meiner Mama in der Küche helfen. Da habe ich mir dann die ganzen Rezepte abgeschaut.“ Freude am Kochen bringen alle Teilnehmer*innen mit. Viele locken besonders die orientalischen Gerichte aus Syrien, Arabien oder, wie heute, Afghanistan. Manchmal wünschen sich die Geflüchteten auch ein deutsches Gericht. „Wir haben dann einmal eine richtig große Menge an Reibekuchen gemacht“, erzählt Christian. Ein richtig kulinarischer Austausch also, aber auch kulturell und menschlich kommt man während des Kochens schnell in Kontakt. Deshalb besucht auch Teilnehmerin Sarah gerne die Kochabende: „Es ist alles so einfach, alle sind offen und freundlich.


Kochen und TextInklusion

Fotos Ashak muss richtig angerichtet werden: Zuerst wird eine Sauce aus Joghurt und Knoblauch auf den Teller gestrichen. Darauf werden die Teigtaschen platziert und mit einer roten Sauce aus Kidneybohnen und Paprika übergossen. Oben drauf noch einmal ein Schwenk der Joghurtsauce und zum Abschluss ein paar Tropfen Minzöl. © Sabine Lerche

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von geSA deckten BIN E Tisch zum Essen. Es schmeckt phantastisch und fast alle holen sich noch eine zweite Portion. Trotzdem bleibt noch genug übrig, sodass sich alle etwas mit nach Hause nehmen können. Es ist beim Einkaufen nämlich nie leicht für die Organisatoren wie Christian, die richtige Menge zu kalkulieren: „Wir sagen unseren Teilnehmern immer, dass sie sich Boxen mitnehmen sollen, weil wir einfach nicht genau abschätzen können, wie viele Leute kommen.“ Zu den gemeinsamen Kochabenden gibt es keine verbindliche Anmeldung. Die Termine werden auf der Facebookseite des Vereins veröffentlicht. Anhand der Zusagen und Interessierten dort wird dann versucht, eine ausreichende Menge einzukaufen. Wie viele am Ende dann wirklich am Kochabend teilnehmen, ist immer unterschiedlich. Die bisher größte Gruppe bestand aus 37 Personen. Dann wird sogar die geräumige Küche ein bisschen eng. Dennoch ist immer jede*r herzlich willkommen, egal aus welchem Land und ob mit Kochtalent oder nicht. Nur Hunger sollte man mitbringen und Lust, neue und vor allem tolle Leute kennenzulernen.

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Die Atmosphäre ist wunderbar und ich finde es einfach eine tolle Sache.“ Man hilft sich gegenseitig und packt dort an, wo es gerade etwas zu tun gibt. Sobald man sich die violette Schürze mit dem orangen Schriftzug des Vereins um die Hüfte gebunden hat, gibt es kein Halten mehr: Jede*r hat schnell eine Beschäftigung gefunden und wer fertig ist, erledigt schon einmal den ersten Abwasch. Zeitdruck herrscht hier keiner. Das Familienforum stellt einmal im Monat seine Küche den Köchen von „Über den Tellerrand kochen“ von 19 bis 22.30 Uhr zur Verfügung. Die benötigten Zutaten werden zuvor mit dem jeweiligen Koch zusammen eingekauft und von den kleinen Spenden der Teilnehmer*innen bezahlt. „Das hält sich immer ganz gut die Waage. Aber wir finanzieren uns auch viel über größere Fördergelder“, erklärt Christian. Davon wurde zum Beispiel auch das Saatgut für den Acker gekauft, den der Verein seit einigen Monaten in Marsdorf besitzt. Angebaut wird viel Gemüse, wie Zucchini und Zwiebel. Nach der ersten Kartoffelernte im Sommer fand eine Grillfeier statt. Allerdings fiel die Ernte so groß aus, dass sich Faroq noch ein zweites Gericht ausdenken musste: Basmatireis mit den frisch geernteten Kartoffeln in einer leckeren Sauce. Dazu gibt es noch Blattsalat mit Limette-Senf-Dressing. Gegen 21 Uhr werden die Teller gefüllt und alle setzen sich gemeinsam an einen großen,

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#10yearschallenge Text

#10yearschallenge: Bitte zeig euch hinter Schminke und Fil Wie ein Hashtag zu unrealistischen Vorstellungen über das Älterwerden führt. In letzter Zeit fanden sich in den sozialen Medien mehr und mehr Beiträge unter dem Hashtag #10yearschallenge. Lade ein Foto von dir vor zehn Jahren und eines von heute hoch und stelle das Abbild deines früheren Ichs deinem heutigen gegenüber. Neben ein paar kritischen Posts zu Politik und Umwelt dominieren unter dem Hashtag die Bilder der Prominenten, wie beispielsweise Reese Witherspoon und Jessica Biel, sowie ihrer nicht-prominenten Nachahmer, die mit dieser Challenge zeigen: „Der Zahn der Zeit zieht an mir spurlos vorüber. Ich weiß, wo er steht, der mythische Jungbrunnen.“ Es ist eine Art Fishing for Compliments, dass man optisch ja gar nicht gealtert sei, sich vielleicht sogar habe „optimieren“ können. Jennifer Lopez postete ein Foto mit Babybauch aus dem Jahr 2008 und stellte diesem ein Bild von sich aus dem Jahr 2018 gegenüber, fit, mit durchtrainiertem Bauch und in Unterwäsche – #challengeaccepted. Wenn ich es nicht besser wüsste, ich würde sie alle maximal auf 30 Jahre schätzen. Jennifer Lopez (49), Reese Witherspoon (42), Jessica Biel (37) und wie sie sonst alle noch heißen, die auf diese Weise an der Challenge teilgenommen haben. Wow. Ich bin beeindruckt. Wie machen die das? Zugleich bin ich aber auch zutiefst besorgt, was uns diese Auslegung der Challenge für eine Botschaft vermittelt. Grundsätzlich ist es ja nichts Neues, dass viele Stars nicht altern wollen. Dass scheinbar niemand altert im Showbusiness und wenn doch, daraus von Boulevardmedien gerne mal ein Skandal gemacht wird. Schämen muss sich, wer zunimmt, Falten bekommt und sich auch noch wagt, dies öffentlich zu zeigen. Doch die 10-Years-Challenge führt uns durch die vielen positiven Kommentare unter den Fotos der Stars auf besondere Weise vor Augen, wie das Ideal des immer jung bleibenden Körpers von der Gesellschaft übernommen wird: „Challenge bestanden“, „kein Jahr gealtert“, „heute noch schöner“, kommentieren die User auf Instagram. Wir Jungen bekommen dabei vorgegaukelt: Das Alter muss man einer Person nicht ansehen. Gib dir nur Mühe und du wirst in zehn Jahren noch genauso aussehen wie heute. Zu was für einer unrealistischen Vorstellung über das Älterwerden das führt, ist klar. Und wenn wir uns dann vorm Spiegel sehen in zehn Jahren und gealtert sind, sichtlich, ist Schämen angesagt. So zeigt die 10-Years-Challenge beispielhaft, wie die Medien Ageshaming und andere Formen des Bodyshamings fördern können.

„Und wenn wir uns dann vorm Spiegel sehen in zehn Jahren und gealtert sind, sichtlich, ist Schämen angesagt.“

Weitergedacht: Thema Bodyshaming Dieser Artikel handelt von einem Hashtag. Es geht aber auch um mehr als das. Ageshaming ist nämlich nur eine von vielen Formen des Bodyshamings: zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn, zu wenig muskulös… – die Liste an Eigenschaften, für die Menschen bereits „bodyshamed“ wurden, ist lang. Im Sport spielt der Körper natürlich eine besondere Rolle. Darum Hand aufs Herz: Wer von euch hat zum Beispiel jemand anderem schon einmal etwas aufgrund von Äußerlichkeiten nicht zugetraut – und wurde dann überrascht? Selbstverständlich spielen beispielsweise Größe, Gewicht und Alter eine Rolle beim Ausüben verschiedener Sportarten. Doch wer sind wir, deshalb über andere zu urteilen? Schließlich hat jede*r Stärken und Schwächen, aber auch vermeintlichen „Schönheitsmakel“. Anstatt andere Menschen also aufgrund körperlicher Eigenschaften zu verurteilen, lasst uns Körper lieber als das auffassen, was sie sind: erstens als etwas, was wir alle haben, der/die eine so, der/die andere so. Zweitens ist der Körper ein unverzichtbarer Mittler zwischen der eigenen Person und der Welt, ein Medium des persönlichen Ausdrucks. Dies erfahren wir alltäglich, zum Beispiel auch im Sport oder in der Kommunikation. Aber vor allem ist unser Körper Teil des Ichs, der persönlichen Identität, und somit unser eigenes Problem und nicht das der anderen.

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#10yearschallenge Text

gt uns, wie man altert, anstatt ltern zu verstecken von JULIA HEßLER

Man könnte „Ageshaming“ als die lächerlichste Art von Bodyshaming bezeichnen. Zwar laufen nämlich nicht alle Menschen in ihrem Leben Gefahr, Opfer von Fat-Shaming oder Skinny-Shaming zu werden – vor allem beides gleichzeitig in Kombination scheint unwahrscheinlich. Wohl aber werden wir alle altern. Nein, wir altern sogar gerade jetzt. In jeder Stunde, in jeder Minute und jeder Sekunde. Es handelt sich also ausnahmsweise um ein Diskriminierungsthema, bei dem niemand abstreiten kann, dass es ihn/sie etwas angehe oder eines Tages einmal angehen könnte. Die Welt ist also einmal fair mit uns Menschen. Naja, zumindest fast. Unterschiede bestehen nämlich darin, inwieweit man uns unser Alter ansieht (was beeinflussen kann, ob wir Opfer von Ageshaming werden oder nicht). Unsere Erscheinung wiederum ist abhängig von verschiedenen Faktoren: zu einem Teil von genetischen Voraussetzungen, zu einem anderen beachtlichen Teil aber auch davon, wie viel wir bereit sind und wie viele Mittel wir dazu besitzen, in unsere jugendliche Wirkung zu investieren. Teure Cremes, Schminke, Beauty Treatments, Fitness etc. Den letzten Schliff geben die Fotografie und die digitale Bildbearbeitung. So ist die Rüstung gegen das bedrohliche Ageshaming perfekt. Der Kampf um die Komplimente kann beginnen. „Bodypositivity“, also ein respektvoller, positiver Umgang mit dem eigenen Körper, sieht anders aus. Wie sollen wir Jungen aber eine positive Beziehung zum Altern aufbauen, wenn vorangehende Generationen uns Schminke und Scham vorleben? Die Jahre bringen schließlich viel mehr mit sich als nur Falten: Erfahrungen, Wissen, Gelassenheit, so sagt man. Und das wisst ihr Älteren doch, viel besser als wir! Wie sollen Jüngere außerdem lernen, die Zeichen der Zeit im Gesicht und am Körper bei sich sowie bei anderen zu akzeptieren und gar Schönheit darin zu sehen, wenn sich so viele von euch auf Instagram hinter einer faltenfreien Maske verstecken? So wird der schwarze Peter namens „Ageshaming“ von Generation zu Generation weitergegeben. Manche werden sagen: Es geht darum, drüber zu stehen. So ist es ja mit jeder Form von Bodyshaming. Man soll sich halt einfach nicht schämen. Doch ganz so leicht ist es nicht. Damit das alle von uns schaffen, müssen die gesellschaftlichen Gegebenheiten dafür stimmen. Und darauf müssen wir definitiv noch hinarbeiten. Die von J-Lo, Reese und Jessica gezeigte Auslegung der 10-Years-Challenge trägt hierzu aber mit Sicherheit nicht bei.

„Es handelt sich also ausnahmsweise um ein Diskriminierungsthema, bei dem niemand abstreiten kann, dass es ihn etwas angehe oder eines Tages einmal angehen könnte.“

Weitergedacht: Thema Altersdiskriminierung Ageshaming bedeutet, kurz gesagt, dass man jemanden aufgrund seines Alters verurteilt. Auch wenn es in diesem Text vorwiegend um die gesellschaftliche Ablehnung von äußerlichen Zeichen des Älterwerdens geht, kann sich Altersdiskriminierung grundsätzlich gegen jede Altersgruppe richten, also auch gegen Junge. Außerdem kann die Diskriminierung weit über Schönheitsideale (Bodyshaming) hinaus bis zur sozialen und ökonomischen Benachteiligung reichen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Job nur für Menschen eines bestimmten Alters ausgeschrieben wird, ohne dass es dafür einen sachlichen Grund gibt. Doch auch altersbegrenzende Regeln, Vorschriften, Kriterien oder schlicht ein beleidigender Kommentar in Bezug auf das Alter gelten als diskriminierend. Darum Hand aufs Herz: Wer von euch hat beispielsweise schon einmal die Leistung eines anderen in Bezug auf dessen Alter negativ bewertet: „Wie, ‚schon‘ 30 und ‚noch‘ am Studieren? – Ist er etwa zu faul? ‚Erst‘ 17 und ‚schon‘ allein in einer fremden Stadt – kommt sie überhaupt zurecht?“ Fakt ist aber: Entwicklungen verlaufen individuell und wir alle haben unsere eigene Geschichte, aber auch unsere eigenen Werte und Ziele. Anstatt fremde Menschen also aufgrund von bloßen Zahlen zu beurteilen, lasst uns einander lieber über unsere Werte und Taten definieren – und dabei alle ihren eigenen Weg gehen.

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Feminismus vs.Text Geschlechterkampf

Ein moderner der Geschlech

Am 8. März ist Weltfrauentag. Zu diesem Anlass möc über die Jahre hinweg gewandelt hat und was die W

Während meiner Schulzeit war ich in einer Theatergruppe für Mädchen und Frauen. Wir inszenierten ganze Stücke, machten aber auch kleine Sketche sowie Tanz- und Improvisationstheater. Anlässlich des Internationalen Weltfrauentags waren wir am 8. März jedes Jahr aufs Neue gefragt, in unserer Stadthalle in Kooperation mit dem Frauenbüro einen Auftritt zu veranstalten. Und jedes Jahr wieder im Programm war das Lied der Wise Guys „Powerfrau“: „Uuuuuuuu… Uuuuuuuu… Uuuuuuuu… Baba baba ba ba ba! Ich wecke sie mit meinem fröhlichsten Lachen. ‚Aufstehen Schatz, Karriere machen. Im Schrank liegt deine frisch gebügelte Hose. Tomaten, Mozzarella und Basilikum sind in der Tupperdose‘…“, ertönte Saris Stimme über die Lautsprecher und sofort war im Saal gute Stimmung. Zum Refrain sangen viele aus dem Publikum mit. Das war in den Jahren 2007 bis 2010. Damals war ich per Selbstdefinition eher ein Mädchen als eine Frau. Wenn man mich damals gefragt hätte, ob ich eines Tages eine Powerfrau werden wollen würde, hätte ich wahrscheinlich bejaht. Das Lied mochte ich vor allem, weil es eine schöne Melodie und einen lustigen Text hatte. Und natürlich freute ich mich über die heitere Stimmung, die es bei unseren Auftritten stets auslöste. Neulich, circa zehn Jahre später, kam mir das Lied zufällig wieder in den Sinn und ich bekam Lust, es mir nach langer Zeit wieder anzuhören. Im Internet war es natürlich schnell gefunden und abgespielt. Doch im Gegensatz zu früher bezog ich den Text nun mehr auf mich selbst. Dabei stolperte ich über einige Zeilen, die ich als Teenie nicht so gesehen hatte: „Sie ist ‘ne Powerfrau, die alle Tricks kennt. Im Communication-Front-Consulting-Multi-Management ist sie Main-Assistant-Chief-Controlling-Analyst. Ich hab bis heut‘ noch nicht verstanden, was das ist…“, singen die Wise Guys und zeichnen das Bild einer beruflich erfolgreichen Frau, die mit dem Lamborghini zur Arbeit fährt, zu Mittag Tomaten, Mozzarella und Basilikum isst, tagsüber einem unaussprechlichen, aber scheinbar wichtigem Beruf nachgeht und abends bei „Salvatore“ Martini schlürft. Schön, denke ich in diesem Moment, ich habe das alles nicht: weder die Karriere, noch den Lamborghini oder den Martini. Und Caprese finde ich zwar sehr lecker, satt wäre ich davon mittags aber nicht. „Kann ich denn vielleicht trotzdem eine Powerfrau sein?“, möchte ich wissen. Online werde ich schnell fündig:

Fotos Eine „Powerfrau“ – was ist das überhaupt? Erfolgreichen Frauen werden häufig vermeintlich „männliche“ Eigenschaften zugeschrieben. Dies kann sowohl positiv als auch negativ bewertet werden (vgl. Karrierezicke vs. Powerfrau). Doch auch positiv belegte stereotype Vorstellungen können Grundlage einer Geschlechterdiskriminierung sein.

Laut Duden ist die Powerfrau eine „tüchtige Frau voll Kraft und Stärke“. Selbstbewusst also, unabhängig, fleißig und erfolgreich. Vielleicht

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Feminismus vs.Text Geschlechterkampf

Feminismus sagt dem Kampf hter selbst den Kampf an

chte ich über meine Sicht auf den Feminismus berichten, darüber wie sich mein Bild Wise Guys damit zu tun haben.

von JULIA HEßLER

hinterfragen. Unter Männern konnte durch den vorgeschlagenen Rollentausch außerdem ein besseres Verständnis für die Situation vieler Frauen geschaffen werden. Leider wirkt es dadurch – wie im Song der Wise Guys – aber auch so, als bedeute Emanzipation, dass die Frau eins zu eins den ursprünglichen Platz des Mannes einnehmen wolle.

ist sie auch handwerklich begabt, fit und sportlich? Ich stelle fest, ich kenne sehr viele solcher Frauen aus meinem persönlichen Umfeld: Meine Freundinnen, meine Mutter und auch meine Großmütter würde ich nach dieser Definition als Powerfrauen bezeichnen. Tatsächlich kenne ich auch sehr viele tüchtige Männer, die diese Eigenschaften mitbringen. Alles Powermänner, bemerke ich. Moment! „Powermänner“? Zwar markiert mir mein Korrekturprogramm das Wort nicht als falsch, dennoch bin ich mir in diesem Moment sicher, dass es den Begriff im Deutschen nicht gibt oder er zumindest keinen Gebrauch findet. Ich suche online nach „Powermann“. Die Suchmaschine korrigiert zu „Powerman“ und spuckt mir hunderte Bilder eines Comichelden sowie einen Martial-Arts-Film mit Jackie Chan aus. Klar gibt es kein männliches Äquivalent zur „Powerfrau“, denke ich dann. Einfach aus dem Grund, da Männer, Personen des „starken Geschlechts“, sowieso von Geburt an Power besitzen. Frauen hingegen müssen sich ihre Stärke erst erarbeiten und verdienen.

Stattdessen geht es im Feminismus aber darum, jedwede Rollenkonstellation für alle Geschlechter möglich und gesellschaftlich anerkannt zu machen: sowohl die Karrierefrau als auch den Hausmann, die Hausfrau, die alleinerziehende Mutter, das gleichgeschlechtliche Paar, die Patchworkfamilie und so weiter. Man selbst soll sich mit dem eigenen Lebensentwurf wohlfühlen und das auch dürfen. Das ist alles. Und schon gar nicht sollte es Feminist*innen darum gehen, vorangegangene Generationen und Taten zu rächen. Ein moderner Feminismus sagt dem Kampf der Geschlechter selbst den Kampf an. Der Wise-Guys-Song scheint mir heute, 17 Jahre nach seiner Entstehung, bereits enorm veraltet – ein gutes Zeichen dafür, dass es in Sachen Geschlechtergleichheit vorangeht. Auch in sprachlicher Hinsicht ist man heute auf einem anderen Stand als noch in den 2000ern. Die Wissenschaft hat mittlerweile aufgedeckt, wie die deutsche Sprache Geschlechter in Rollen drängt und zu Teilen sogar diskriminiert. Das Wort „Powerfrau“ ist hierfür ein gutes Beispiel. Seit meiner kleinen Recherche zu dem Thema möchte ich persönlich keine „Powerfrau“ mehr sein – denn Frauen haben schon von selbst genug Power. Dennoch ist es mir nach wie vor wichtig, den Internationalen Weltfrauentag zu feiern. Zwar stehe ich heute nicht mehr mit meiner Theatergruppe auf der Bühne, dafür verfolge ich im Netz die vielen Aktionen und Statements anlässlich dieses besonderen Tages,

Der „Powerman“ – sozusagen doppelt gemoppelt – ist dann schon gleich ein Superheld. Mit dieser Vorstellung werden aber nicht nur die Frauen diskriminiert. Gleichzeitig, das ist vollkommen klar, werden auch Männer dem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt, dem gängigen Bild des tüchtigen, voll Kraft und Stärke strotzenden Mannes zu entsprechen. Bei den Wise Guys wartet auf die „Powerfrau“ zu Hause ein fensterputzender, blumengießender und hosenbügelnder Mann. In Folge seines eintönigen Lebens scheint er depressiv verstimmt zu sein. Umgekehrtes Rollenklischee ist hier also angesagt – als „Rache für fünftausend Jahre Patriarchat“.

Wer Feminismus allerdings als eine Forderung versteht, die Rollen von Männern und Frauen umzukehren, hat etwas Grundlegendes falsch verstanden.

dafür mache ich mir Gedanken über die aktuelle Bedeutung von Geschlechterrollen in Deutschland und der Welt und tausche mich mit anderen darüber aus. Dazu möchte ich auch euch herzlich einladen.

Und dennoch: Feminist*innen bedienten sich schon häufig eben solcher Umkehrungen von Klischees. Ziel war dabei einerseits zu provozieren, und andererseits die traditionelle Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen als willkürlich zu entlarven: „Warum soll es eigentlich gesetzt sein, dass Mann arbeitet und Frau sich um Haus und Familie kümmert?“, sollten die Menschen kritisch

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Vorstellung der TextInternationals

Unsere Internationals von SABINE LERCHE Mit 32 Erasmus-Studierenden aus aller Welt ist unsere SpoHo richtig international. Dazu kommen noch zahlreiche Masterstudierende aus anderen Ländern, die ganze zwei Jahre hier in Deutschland studieren. Die Exchange-Students kommen aus den verschiedensten Ländern: Spanien, England, Japan, Costa-Rica, Australien, Neuseeland und und und… In unserer Diversity-Ausgabe wollen wir einigen von ihnen die Gelegenheit geben, sich ein bisschen vorzustellen.

Germany means for me... Carly: a good experience. Chloe: the future life arising. Elissa: a pretty country, and it is fun and everyone is very welcome. James: good beer, good food, very good times. Jordi: a very organized country and very good place to live in. Raheemah: something new and different. Rory: a very nice place to live. Van: the best experience of my life to do the Erasmus semester here in Cologne!

The best of the SpoHo is... Carly: meeting new people. Chloe: to be part of a big family. Elissa: are the sports and the facilities for practicing sports. James: the range of different sports that I can try here. Jordi: are the facilities, the teachers, probably everything is amazing here at the SpoHo. Raheemah: the interaction and experience which you have. Rory: the facilities and lovely cross areas. Van: probably the open environment of the students and that everyone is willing to do as many sports as possible.

Raheemah: my mum, my friends and the culture differences that we have. The food and the portion sizes. In America I can go to anywhere to have different culture food – I can still do it here – but it is a little bit difficult to find. Rory: my dogs Van: having my own apartment, maybe my car a little bit. Of course my parents, as well.

The most difficult thing in Germany is... Carly: trying to find the products I use at home that are not available here Chloe: nothing Elissa: the language James: the language Jordi: German, absolutely German Raheemah: communication, culture differences, the language barrier. Rory: missing home Van: trying to learn German because everybody speaks English to you perfectly.

At the weekend... Carly: I travel. Chloe: I try to discover the best parts in Cologne. Elissa: I go out at the pubs and clubs. James: I like to sample different parts of German culture and travel and see different parts of Germany and Europe, if possible. Jordi: I go out in the clubs and hang around. Raheemah: I used to go travel, because Germany is a central place in Europa and so I travel in Europe, from France to Spain to Portugal, even to Africa! Rory: I enjoy cultures. Van: travelling or hanging out with the rest of the students, barbecuing in the park, do more sports.

In Germany I miss... Carly: my family Chloe: nothing Elissa: my mum James: my friends and my family and cider Jordi: Spain because of the food and the weather and my family. But actually it is quite warm in Cologne, so it isn’t so difficult.

Helena (verbrachte ein Semester in England) England bedeutet für mich: Pünktlichkeit und dass es sehr wichtig ist, in Schlangen zu warten. Das Beste an der Uni dort: waren die Socials, also das Vortrinken immer mittwochs vor dem Ausgehen. Jedes Sportteam dort hat eine eigene Vortrinkparty veranstaltet. Am Wochenende: bin ich viel rumgereist und habe Trips unternommen, auch Trips, die von der Uni organisiert waren. In England vermisste ich: die Brötchen. Das Schwierigste in England war: mich an den Straßenverkehr anzupassen. Und dass ein Busfahrer zu mir „Cheers“ gesagt hat. Ich wusste nicht, dass das eine Art Floskel für „Hallo“, „Tschüss“, „Danke“, „Bitte“ ist.

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Fotos Dies sind Internationals aus dem Jahr dem 2018. Auch im kommenden Semester erwarten wir wieder neue exchange students. Kommt ins Gespräch mit ihnen und lernt sie kennen. Eine Möglichkeit hierzu besteht beim X-Change-Abend des AStAs. Dort wird jede Woche ein anderes Land vorgestellt, es gibt kulinarische Spezialitäten und viel Zeit, um sich auszutauschen und Neues über fremde Länder zu erfahren.


Vorstellung der TextInternationals

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Trip inText die Alpen

Die Internationals der SpoHo auf Reisen in den Alpen

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Fotos Die AStA-Referentin für Internationales, Stefanie Haberstock, zeigt den Internationals der SpoHo ihre Heimat, die bayerischen Alpen.

„AAAALPS BABY“, ruft einer vor den Wohnheimen der SpoHo. Endlich geht es los! Aufgeregt und voller Erwartungen starte ich mit insgesamt 17 internationalen Studierenden in ein unvergessliches Wochenende. Schon der Hinweg mit den zwei gemieteten Minivans wird zu einem Spektakel. Als sich eines der Autos verfährt, wird daraus eine Wette: Wer erreicht als erstes die A7? Die Stimmung ist ausgelassen: Alle singen und lachen, bis wir nach einer etwa siebenstündigen Fahrt endlich in Sonthofen im Allgäu ankommen. Wir übernachten in einem Hüttendorf mit kleinen Holzhäuschen für jeweils sechs Personen. Der nette Besitzer stellt uns noch einen Kasten Allgäuer Bier zur Verfügung und wir lassen den Abend in einer gemütlichen Runde ausklingen. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 6 Uhr. Überraschenderweise schaffen es an diesem Freitag alle pünktlich zum Frühstück, sodass wir in aller Herrgottsfrühe ans Schloss Neuschwanstein starten können. Wir machen uns also auf nach Füssen und schon unterwegs kommt großes Staunen auf, als wir um die Kurve fahren und plötzlich die Alpen direkt vor unserer Nase sind. Dort angekommen laufen wir zum Märchenschloss und von da aus auf den dahinter aufragenden Tegelberg. Auf dem Weg nach oben haben wir eine unglaubliche Aussicht auf das Schloss und die umliegenden vier Seen. Unsere energiegeladenen Jungs erklimmen jeden Felsen und holen sich ihren Adrenalinkick, als sie fast allesamt den „weltallerhöchsten“ Grashügel hinabrutschen. Das gibt also erstmal satte „FÜNF“. Die einen singend, die anderen rennend, manche schnaufend, aber alle hungrig, erreichen wir den Gipfel und sind wortwörtlich in den Wolken. Auf dem Rückweg ist leider klar, dass uns der Regen bald einholt. Also nehmen wir natürlich die schnellere Variante.

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von STEFANIE HABERSTOCK

Schnell e r = Abkürzung = schlechter amerikanischer Horrorfilm, in dem eine Gruppe Jugendlicher verloren geht. Und genauso kommt es: Der Weg, den wir gehen, ist ein unbeschilderter Klettersteig. Als wir uns da so am Stahlseil festhalten und über die Felsen balancieren, fängt es an in Strömen zu regnen und es dauert nicht mehr lange, bis auch Donner und Blitze einsetzen. Durch den starken Regen bilden sich Wasserfälle, die wir überqueren müssen. Klatschnass helfen wir uns gegenseitig auf die andere Seite und achten darauf, dass niemand abrutscht. Plötzlich setzt Hagel ein – das einzige, was noch gefehlt hat. Doch die Stimmung lassen wir uns nicht verderben. Plötzlich höre ich hinter mir den Bass aus einer Musikbox dröhnen. „AAAAAAAAAALLLLPSSS BAAAAABYYYY“, schreit jemand in die Berge. Und alle setzen mit ein. „Wir müssen das Gewitter verjagen!“, ruft ein anderer. Die Musik wird lauter gedreht, die Leute fangen an zu singen und zu schreien und wie durch ein Wunder hört es auf zu regnen. Alle jubeln, doch im selben Moment beginnt es wieder zu regnen und dieses Mal noch stärker. Trotzdem setzen wir den Trip mit einer ganz anderen Motivation fort. Es ist ein Abenteuer, das wir alle gemeinsam erleben und das uns als Team zusammenschweißt. Endlich sehe ich den Waldweg vor mir, doch um dorthin zu ge-


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Trip Textin die Alpen

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langen, müssen wir noch einen Wasserfall überqueren. Das Wasser schießt regelrecht die Felswand hinunter und es gibt auch nichts mehr, um sich festzuhalten. Die Jungs gehen vor und helfen den Mädels. Jetzt bin ich an der Reihe. Ein großer Schritt, ich stehe mitten im Wasserfall. Kurz verliere ich die Konzentration, starre das strömende Wasser an und mir wird schwindelig. „Was machst du denn?! Nimm meine Hand!“, schreit mich einer von der Seite an. Drüben angekommen erst einmal tief durchatmen. WIR HABEN ES GESCHAFFT! Der Rest des Fußweges ist ein Kinderspiel. Als wir ins Tal kommen, sind alle erschöpft, aber glücklich und alle sprechen vom größten Abenteuer, dass sie je erlebt haben. Denn in der Tat wurde eine normale Wanderung an dem Tag zu einem Teambuilding-Event. Wir haben aus einer miesen Situation das Beste gemacht und wir konnten uns auf jede*n Einzelne*n verlassen. Leider hat keine*r damit gerechnet, in Klamotten baden gehen zu müssen, sodass wir letztendlich mit voll aufgedrehter Heizung im Auto sitzen, um uns wenigstens etwas aufzuwärmen. Zurück in Sonthofen gönnen wir uns nach einer heißen Dusche erstmal ein ordentliches Allgäuer Abendessen mit Kässpatzen und Schweinemedaillons. Das haben wir uns auch verdient! Die zehnstündige Tour für den nächsten Tag ist gestrichen, da das Wetter erneut nicht mitspielt und außerdem alle k.o. sind. Gemeinsam lassen wir den Tag revue passieren und gehen stolz und zufrieden schlafen. Am nächsten Tag greifen wir um 9 Uhr bei strahlendem Sonnenschein die nächste Tour aufs Burgberger Hörnle an, das direkt neben dem Grünten, dem „Wächter des Allgäus“, liegt. Die Tour ist kürzer als am Vortag, jedoch dafür am Ende umso anspruchsvoller, da man an Felsen bis zum Gipfel hochklettern muss. Hier können sich die Sportstudierenden zur Genüge austoben. Dieses Mal haben wir am Gipfel eine unbegrenzte Sicht auf die Allgäuer Alpen und können unsere Brotzeit in Ruhe genießen. Nachdem wir uns im Gipfelbuch verewigt ha-

ben, gehen wir auf der Rückseite des Berges hinunter. Auch hier muss man den Grat an einem Stahlseil entlang gehen, doch das ist für uns inzwischen Pippifax. Nachmittags um 15 Uhr kommen wir am Parkplatz wieder an und fahren an den See, um uns abzukühlen. Als das Gewitter wieder aufzieht, gehen wir noch schnell zum Einkaufen und zurück an unserem Hüttendorf wartet schon der heiße Grill auf uns. Die Besitzer der Unterkunft haben uns ein Festmahl vorbereitet und die Mädels unserer Crew eine unglaublich leckere Bowle. Nach dem Abendessen wird das Lagerfeuer angemacht und die Gitarren ausgepackt. Leider fängt es an zu tröpfeln, weswegen die Musiksession in die Gemeinschaftshütte verlegt wird. Zu Wonderwall, Summer of 69, Countryroads und vielen anderen Oldies wird getanzt und gesungen. Später ziehen wir in die Hütte der Jungs um und geben uns noch hitzige Dancebattles. Bis tief in die Morgenstunden wird gefeiert. Das hat natürlich lange Gesichter zufolge, als wir um 9 Uhr des nächsten Morgens anfangen, die Hütten sauber zu machen. Doch da alle zusammen helfen, hat sich das schnell erledigt und um 10 Uhr können wir gemütlich frühstücken. Jetzt ab an den See und den wunderschönen, sonnigen Sonntag mit Beachvolleyball, Frisbee, Baden oder eben dem Versuch, nicht zu sterben, verbringen. Um 15 Uhr brechen wir auf, zurück nach Köln. Leise Musik läuft im Auto, von hinten hört man lautes Schnarchen, irgendjemand schmatzt im Schlaf, ein anderer stöhnt laut auf, als das Auto eine scharfe Rechtskurve macht. Das ist es also, was 17 wild gewordene, feierwütige Internationals zur Ruhe bringt: drei Nächte in den wunderschönen blauen Bergen.

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Praktikum in Sudafrika

Praktikum am Olympic Studies - Ein Appell, die Initiative zu ergreifen!

von TIM SPERBER

Viele wollen weg ins Ausland zum Reisen, Studieren oder zum Arbeiten. Doch wie viele gehen im Endeffekt wirklich und wie viele ruhen sich lieber auf dem aus, was sie im Moment gerade haben? Mit meinem kleinen Bericht aus Südafrika möchte ich euch näherbringen, was man mit ein bisschen Eigeninitiative Interessantes machen kann. Schon zu Beginn meines Masters „International Sport Development and Politics“ haben uns unsere Professoren dazu ermutigt, ihr Netzwerk zu nutzen, um neue Erfahrungen zu sammeln. Das war für mich der Anstoß zur Überlegung, ein Praktikum an einem Olympic Studies Centre zu machen. Das Netzwerk der Olympic Studies Centres (OSC) befasst sich mit Studien zur Olympischen Bewegung von der Antike bis zur Neuzeit. Bei uns an der SpoHo ist der Olympic Studies Center am Institut für Sportgeschichte angesiedelt. Über die persönlichen Beziehungen Professor Wassongs an den OSC der University of Johannesburg (UJ) habe ich dann die Möglichkeit bekommen, mich vier Wochen lang vor allem

mit der Olympischen Bewegung in südafrikanischen Ländern sowie mit dem Thema „Sport Development“ zu befassen. Neben spannenden Aufgaben am OSC in Johannesburg habe ich auch Südafrika noch einmal näher kennengelernt und mit den internationalen Studierenden der UJ einige Ausflüge gemacht. Allein der kulturelle Schock, ausgelöst durch die dort herrschenden Unterschiede zwischen arm und reich, fortwährenden Rassismus und Kriminalität, war eine neue Erfahrung. Dort zu leben, ist zudem etwas komplett anderes, als nur herumzureisen. Auch wenn das Praktikum in Johannesburg nur vier Wochen in den Semesterferien und unbezahlt war, ist es dennoch eine super Möglichkeit, während der vorlesungsfreien Zeit raus aus Köln zu kommen und in eine neue, fremde Kultur einzutauchen. Nehmt also die Möglichkeit wahr, die euch die Netzwerke unserer Universität anbieten. Und damit meine ich nicht nur Auslandssemester oder Praktika – es gibt noch vieles mehr, ihr müsst nur ein wenig proaktiv sein!

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Praktikum in Sudafrika

s Centre der University of Joburg

Zufällige Begegnungen, über 13.000 Kilometer von der Heimat entfernt. Ein Hostelabend in Jefferson Bay. Ich: „Ja, ich komme aus Köln, du?“ Katrin: „Ich auch, wo wohnst du denn?“ Ich: „Deutz.“ Katrin: „Ohhh falsche Seite.“ Ich: „Ja, aber davor habe ich in Müngersdorf und Junkersdorf gewohnt!“ Katrin: „Ja, in Junkersdorf wohne ich.“ Ich: „Wo genau? Katrin: Wiener Weg, wieso?“ Ich: „Okay, sag jetzt nicht, dass du an der SpoHo studierst?“ Katrin: „Doch, du etwa auch?!“ So oder so ähnlich war unser Gespräch. Wir sind uns davor noch nie über den Weg gelaufen während des Bachelors.

Der Olympic Studies Centre in Johannesburg hat mir die Möglichkeit gegeben, in einem Atrium vor über 120 Studierenden einen Gastvortrag zur Olympischen Bewegung zu halten. Professor Roux hat mich ehemaligen Studierenden der DSHS vorgestellt, die einen Verein führen, der Kindern und Jugendlichen Sport in den Armenvierteln näherbringt: Professor Roux links, Gert und Renate Potgieter in der Mitte. Ausflug mit den Internationals in die Drakensberge, ein riesiges Gebirge, das sich an der Ostküste Südafrikas entlang erstreckt. Die Jungs in den Gewändern sind Hirten, die dort oben auf den Plateaus auf 3.500m ihre Herden weiden lassen.

Bei einem meiner Projekte habe ich Gert Potgieters Geschichten zur sportlichen Geschichte in der Apartheidära auf Kamera aufgenommen, damit die Erzählungen auch der Nachwelt erhalten bleiben.

Das erste Rugbymatch, das ich je gesehen habe, und zugleich ein riesiges Spektakel vergleichbar mit US-Collegesport.

Fotos

Meine Professorin hat mich mit in ihre Lodge auf eine Farm genommen. Morgens weckt mich das Grasen der Gnus und abends genieße ich einen traumhaften Sonnenuntergang.

Folge dem QR-Code und erfahre mehr über Tims Trip auf dem SpoHo.Blog. © Tim Sperber

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Erasmus in Litauen

Litauen – Eine Reise wert? Wenn man an Litauen denkt, ist von vielen wahrscheinlich der erste Gedanke nicht der allerbeste: Vorstellungen von kahlen Landschaften, grauen Hochhäusern oder verwahrlosten Gärten kommen einem in den Sinn, kurz gesagt: die Lasten eines großen Einflusses der ehemaligen Sowjetunion mit einem sehr kalten Winter. „Klein aber fein“, wie man so schön sagt, trifft allerdings genau auf das kleine Land Litauen (knapp drei Millionen Einwohner) zu. von CHRISTIANE WEIDENDORFER Erasmus let’s go!

Aber von Anfang an: Ich wollte während meines MasLitauen – Lithuania - Lietuva terstudiums ins Ausland. Die Sporthochschule hatte eine Menge an Kooperationen, unter anderem auch viele Sprache: Litauisch Länder Osteuropas. Was also tun? Bewerben und auf eiEinwohner: ca. 3 Millionen nen Erasmusplatz hoffen. Die erste Wahl fiel auf England, die zweite Wahl lautete Litauen – schon etwas anderes Fläche: 65.300 km² dachte ich mir. Kein Land, in das jede*r einfach so mal Nationalsport: Basketball in den Urlaub fährt – eben ein wenig ausgefallen. Aber als junger Mensch ist man ja offen für alles. Die Bewerbungsphase und die Gespräche waren beendet und mir wurde mitgeteilt, dass ich mein Auslandssemester von Februar bis Juni in Litauen verbringen dürfe. Es wurde also die ausgefallenere Variante, eine Variante mit der ich mich tatsächlich noch nicht wirklich beschäftigt hatte © Christiane Weidendorfer und nicht genau wusste, was jetzt eigentlich auf mich zukommen würde. Litauen? Wer war eigentlich schon einmal in Litauen? So gut wie niemand.

Fotos

Viele schöne Seiten Meine Universität war in Kaunas, die zweitgrößte Stadt Litauens mit circa 310.000 Einwohner*innen. Eine ziemlich große Umstellung: Von einer Millionenstadt wie Köln, ging es sozusagen für mich in ein kleines Dorf. Aber bereits Kaunas hatte einiges zu bieten: Die Stadt selbst hat mit 1,7 km die längste Einkaufsstraße Europas, in der sich auch viele kleine Cafés aneinanderreihen. Die Fußgängerzone der Neustadt geht fließend in die Fußgängerzone der Altstadt über. Die Altstadt ist wirklich schön und es kommt eher das Gefühl auf, man sei in einer mediterranen als in einer osteuropäischen Stadt. Das kleine Schloss, das als große Attraktion in Kaunas gilt, ist zwar eher eine Art Stadtmauer, dennoch aber ein nettes To-Do. Es gibt viele kleine Museen und Plätze zum Verweilen sowie ein ausgeprägtes Nachtleben, das gerade von den Studierenden genutzt wird. Auch in der Umgebung von Kaunas gibt es einiges zu entdecken: versteckte Strände, eines der schönsten Kloster Osteuropas oder, mein Highlight, der Brückenpfad „Kadagiu Slenis“. Ein kleiner Rundweg durch den Wald mit Blick über die Neris. Vor allem bei gutem Wetter ein tolles Erlebnis!

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Erasmus in Litauen Beeindruckend war auch die Hauptstadt Vilnius – von vielen auch aufgrund der rund 50 Kirchen „Rom des Ostens“ genannt. Egal ob es der Kathedralenplatz ist, ein Spaziergang entlang der Neris oder eine kleine Wanderung zum „Hill of the three crosses“ – es wird nie langweilig. Was unbedingt auf dem Plan stehen sollte, ist ein Besuch der Burg „Trakai“, die durch die einzigartige Location ein wunderschönes Bild abgibt. Ein kleiner Geheimtipp. Die Anfahrt ist zwar nicht ganz so einfach, aber es lohnt sich. Wer in Litauen ist, wird um den weltberühmten „Hill of Crosses“ in der Nähe von Šiauliai nicht herumkommen. Der „Hill of Crosses“ ist ein Pilgerort, der mittlerweile zu den Hot Spots Litauens gehört. Überaus beeindruckend haben mehr als 10.000 Kreuze in verschiedensten Varianten dort ihren Platz gefunden und es werden täglich mehr. Mit den Städten Palanga oder Klaipeda beweist Litauen, dass es auch „Meer“ kann. Es ist also sogar ein kleiner Ostsee-Strandurlaub drin, wenn man Litauen besucht. Nicht vergessen solltet ihr dabei die Inselzunge Nida. Funfact: Hier ist die höchste Sanddüne Europas, die „Parnidis dune“ zu finden. Wer dort einmal war, wird Litauen lieben und als Reisetipp weiterempfehlen. Wer rechnet schon mit so etwas?

Probieren geht über Studieren Viele Eindrücke und schöne Orte. Letztendlich bin ich sogar froh, dass es nicht England wurde, sondern Litauen. Um die Frage in der Überschrift zu beantworten: Ja, Litauen ist eine Reise wert! Das Land hat einiges zu bieten und ist ideal für das nicht immer große Budget eines Studierenden. Das Verkehrsnetz ist sehr gut ausgearbeitet, es ist leicht, die einzelnen Städte mit dem Bus zu erreichen. Die Preise ideal – für Studis meist um 50 Prozent reduziert. Wer der litauischen Sprache nicht gewachsen ist, kann sich auch gut mit Englisch durchschlagen. Das Essen ist lecker, aber deftig – probieren sollte man auf jeden Fall die „Cepelinai“ (Kartoffelknödelteig mit Füllung). Der Winter war zwar kalt, der Sommer aber unerwartet warm. Ein kleines „Schmankerl“ zum Schluss: Litauen gehört zu Europas Basketballspitze. Jeder Basketballfan ist also in diesem Land bestens aufgehoben. Die Moral von der Geschichte: Eine Reise in ein Land, das vielleicht nicht an erster Stelle steht, kann viele Überraschungen mit sich bringen und zu einem Favoriten werden. Ein Erasmusstudium ist ideal für neue Entdeckungen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

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Zuruck insText Mittelalter

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Sportart Regeln

Welches Sportspiel ist gesucht? 1. Mord und Totschlag sind verboten 2. Unnötige Gewalt ist unerwünscht 3. Der Ball darf nicht mit einem motorisierten Gefährt transportiert werden 4. Der Ball darf nicht in einem Rucksack, einer Tasche oder einem Mantel versteckt werden 5. Friedhof, Gräber und Gedenkstätten dürfen nicht bespiel werden 6. Das Spielen nach 22 Uhr ist verboten 7. Fällt vor 17 Uhr ein Tor, wird ein neuer Ball ins Spiel gebracht 8. Ein Tor zählt erst, wenn der Ball drei Mal an das Tor geschlagen wird

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Text Zuruck ins Mittelalter

Von diesem Podest auf dem Dorfplatz aus eröffnen die Dorfbewohner das Spiel.

Auf dem Marktplatz haben sich viele Menschen versammelt. Sie alle singen laut „Auld Lang Syne“ und „God Save the Queen“.

Die Fenster aller Häuser sind mit Holzbrettern verbarrikadiert, um die Scheiben vor dem Gröbsten zu schützen.

Die Spieler hinterlassen auf dem Spielfeld nicht mehr als einen Acker.

Mal bewegt sich der Ball eine halbe Stunde lang nicht von der Stelle, mal bricht plötzlich ein Spieler mit Ball unter dem Arm aus der Traube aus und rennt wenige Meter davon, gefolgt von einer hinterher stürmenden Menschenmasse. © David Rech

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Zuruck insText Mittelalter

Zurück ins

Die Wurzeln von Fußball, Rugby Wir befinden uns im Jahre 2018 n. Chr. Ganz England ist vom Fußball besetzt... Ganz England? Nein! Ein von unbeugsamen Briten bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem kommerziellen Profisport Widerstand zu leisten. Während sich Köln im Februar in eine Karnevalshochburg verwandelt, in der eine Million Jecken auf den Straßen feiert, wird das 9.000-Einwohner-Dorf Ashbourne in Mittelengland am Karnevalsdienstag und Aschermittwoch zum größten Sportplatz der Welt – und das seit dem 12. Jahrhundert, aus dem die ersten Aufzeichnungen der einzigartigen Spielform stammen. Das „Royal Shrovetide Football“-Match verlangt jedes Jahr nicht nur den Einwohner*innen Ashbournes alles ab, sondern zieht tausende Besucher*innen aus der ganzen Welt in seinen Bann. 2017 reiste sogar NFL-Star Mark Ingram extra aus den USA an, um das Spektakel vor Ort zu erleben: Denn hier haben Football, Fußball, Rugby, Gaelic Football, Australian Football, Canadian Football und diverse weitere Sportspiele ihren Ursprung. Die Regeln des Spiels sind schnell erklärt: Wer nördlich des Flusses „Henmore“ geboren ist, der gehört zum Team der sogenannten „Up‘ards“, die von der Südseite stammenden Dorfbewohner spielen als „Down‘ards“. Ziel beider Mannschaften ist es, einen Korkball, der etwas größer als ein Fußball ist, zum Mühlstein auf ihrer Seite des Dorfes zu bringen. Beide Mühlsteine sind etwa fünf Kilometer voneinander entfernt. Die weiteren Regularien sind sehr begrenzt und offen formuliert, sie verbieten das Töten, den Transport des Balles in Autos und das Spielen auf Friedhöfen. Eröffnet wird das Spiel sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch um Punkt 14 Uhr von einem Podest auf dem Dorfplatz. Der Platz füllt sich eine halbe Stunde vor Beginn, auch der strömende Regen kann weder Spieler noch Zuschauer*innen abhalten. Die Menge ist bunt gemischt: Direkt vor dem Podest platzieren sich die Hardcore-Spieler, teils bestens ausgerüstet mit Motorradhandschuhen, Knieschonern und stabilen

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Stiefeln. Etwas weiter hinten sammeln sich Jugendliche und Familien, die sich in kleinen Grüppchen mit diversen alkoholischen und anti-alkoholischen Kaltgetränken einen schönen Tag machen. In letzter Reihe finden sich die Rentner*innen und Touristen wieder, welche die Geschehnisse aus sicherer Entfernung verfolgen möchten, ohne zufällig in die Menge zu geraten, die den Ball durch die Straßen treibt. Als „Nicht-Ashbourner“ hat man allerdings sowieso kaum eine Chance, den Ball auch nur zu berühren, denn die Dorfbewohner sind sehr darauf bedacht, das Spiel unter sich zu halten. Einmal hatte sich eine gesamte Rugbymannschaft unter die Menge gemischt und versucht, den Ball zu erobern, woraufhin sich „Up‘ards“ und „Down‘ards“ zusammenschlossen und gegen das Rugbyteam verbündeten. Aber zurück zum eigentlichen Geschehen: Flankiert von zwei „Union Jack“-Flaggen tritt Lordleutnant William Tucker, Repräsentant der Queen im Regierungsbezirk um Ashbourne, auf die winzige Empore. Der Auserwählte, der den Ball ins Spiel bringen darf, hat das Recht, das Spielgerät zuvor mit beliebigen, von ihm gewählten Motiven von Hand bemalen zu lassen. Nachdem Tucker die Stufen erklommen und jedem die Regeln erneut ins Gedächtnis gerufen hat, schmettert der ganze Marktplatz „Auld Lang Syne“ und „God Save the Queen“. Es gibt auch eine eigene Shrovetide-Hymne, die jedoch nur am Vorabend gesungen wird, wenn das ganze Dorf gemeinsam zu Abend isst. Viele Dorfbewohner*innen kommen schließlich extra für diese beiden Tage zurück in ihren Heimatort gereist, um Familie und Freunde wiederzusehen. Wir blicken wieder auf den Marktplatz: Kaum ist der letzte Ton verstummt, geht es los. Und wie! Tucker wirft den Ball in die Menge, die Spieler stürzen sich auf die weiße Kugel und der Ball ist verschwunden. Die Masse, die den Ball umgibt, besteht aus etwa 50 Menschen und bewegt sich die ersten 15 Minuten nicht vom Fleck. Erst wird die Gruppe


Zuruck ins Text Mittelalter

Mittelalter

y und Co. liegen in Ashbourne in die eine Richtung gedrückt, dann wieder in die Entgegengesetzte gedrängt. Zweimal taucht der Ball für den Bruchteil einer Sekunde über den Köpfen der Akteure auf – die Zuschauer*innen jubeln – dann ist er wieder in der Menschentraube verschwunden. Von nun an wogt das Spiel durch die Straßen des Dorfes. Die Fenster aller Häuser sind mit Holzbrettern verbarrikadiert, um die Scheiben vor dem Gröbsten zu schützen. Ein anderer Dorfbewohner hat weniger Glück: Der Ball fliegt in seinen Vorgarten und die Spieler hinterlassen nicht mehr als einen Acker. Doch scheinbar sind die Anwohner daran gewöhnt, denn Proteste gibt es keine. Wenige Ecken weiter hat ein Ashbourner zu seinem Pech vergessen, das Auto umzuparken. Die Wetteifernden nehmen auch hierauf keine Rücksicht und klettern auf der Jagd nach dem Ball über Dach und Motorhaube. Mal bewegt sich der Ball eine halbe Stunde lang nicht von der Stelle (besser gesagt, der Pulk um den Ball bewegte sich nicht, denn vom Ball ist für die Zuschauer*innen ja keine Spur zu sehen), mal bricht plötzlich ein Spieler mit Ball unter dem Arm aus der Traube aus und rennt wenige Meter davon, gefolgt von einer hinterher stürmenden Menschenmasse, bevor er schließlich wieder von der Gruppe verschluckt wird. Es geht über Stock und Stein, Mauern, Gärten, Parkplätze, zurück zum Dorfplatz, hinein in den Fluss, wieder heraus und die nächste Böschung hinab, ohne dass der Ball sich auch nur annähernd in Richtung eines der beiden Tore beziehungsweise Mühlsteine bewegt. Langsam bricht die Dämmerung herein und während viele Zuschauer*innen sich auf den Heimweg machen, wird das Spiel für die Dorfbewohner erst richtig spannend, denn ab jetzt wird auf taktische Kniffe zurückgegriffen: Beliebt ist es, den Ball in der Dunkelheit auf einem Feld außerhalb der Stadt zu verstecken, um das Spiel zu beruhigen. Kleinere Gruppen täuschen dann vor, in Ballbesitz zu sein, um das gegnerische Team vom Ballversteck wegzulocken, während Spieler aus den eigenen Reihen auf die Chance

von DAVID RECH warten, den Ball ungesehen zu holen und in Richtung Tor zu bringen. Zu lange Zeit lassen darf man sich hierbei allerdings nicht, denn gilt der Ball zwei Stunden lang als verschollen, so muss er wieder zurück zum Dorfplatz gebracht werden und wird neu eingeworfen. Außerdem gibt es eine weitere zeitliche Einschränkung: Wird vor 17 Uhr ein Tor erzielt, so wird danach noch einmal ein neuer Ball ins Spiel gebracht. Fällt das erste Tor nach 17 Uhr, dann beendet dieses das Spiel für den Tag. Fällt kein Tor, wird das Spiel um 22 Uhr beendet. Diese Regelungen gelten an beiden Spieltagen, die Partien enden nicht selten 1:0 oder 1:1. Ein Tor zu erzielen ist dabei eine besondere Ehre. Bereits im Vorhinein legen beide Stadthälften fest, wer in ihrem Team ein Tor erzielen darf. Gelangt ein Team in unmittelbare Tornähe, so wird der Auserwählte nach vorne gelassen und von den anderen beschützt, während er den Ball 3 Mal an den Mühlstein schlägt, um einen gültigen Treffer zu erzielen. Der Torschütze, dem der erste Treffer des Spiels gelingt, wird nach dem Ballanschlag auf den Schultern seiner Kameraden zurück zum Dorfplatz getragen, darf den vier Kilogramm schweren Ball neu bemalen lassen und ihn anschließend mit nach Hause nehmen. Um 22 Uhr hat der Trubel ein Ende. Die Spieler ziehen sich in ihre Stadthälften zurück, sammeln sich in ihren Stammpubs und lassen den Abend mit reichlich Bier und britischem Essen ausklingen. Sie lassen das Spiel Revue passieren und grölen mit fortgeschrittener Stunde die Lieder ihres Stadtteils. Am Mittwochabend ist schließlich alles vorbei. Nach zwei ereignisreichen Spieltagen trennen sich in diesem Jahr die „Up‘ards“ und „Down‘ards“ mit 1:1. Beide Teams nehmen sich natürlich vor, es im nächsten Jahr besser zu machen und das kuriose Spektakel für sich zu entscheiden – wenn in Ashbourne die Zeit wieder zurück ins Mittelalter gedreht wird und sich beide Dorfhälften auf dem größten Spielfeld der Welt gegenüberstehen.

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Ein besonderer Text Auftritt

Erzähl doch mal... Die Welt steckt voller Geschichten. Jede*r von uns hat seine ganz eigenen Erfahrungen und Erlebnisse. Spektakuläres und Aufregendes, Trauriges und Lustiges. Aber alles ist einzigartig, so einzigartig und individuell wie wir selbst. Eigentlich muss man nur fragen, denn jede*r hat etwas zu erzählen. Genau das will ich tun. Für jede neue Adrenalin-Ausgabe stelle ich eine Geschichte in der Serie „Erzähl doch mal“ vor.

Ein besonderer Auftritt Ein Sportler, eine Künstlerin oder einfach nur die Eltern. Die Vielfalt unserer Vorbilder aus der Kindheit ist riesig und bestimmt haben manche von uns auch heute noch eine Person, an der sie sich orientieren und die ihnen ein Beispiel ist. Manch eine*r hat sogar das Glück, sein Idol einmal zu treffen. So wie Vivian. Sie hat mir von einem ganz besonders aufregenden Kindheitserlebnis erzählt. Mitten in Niedersachsen liegt die kleine Stadt Bleckede. In der Nähe von Lüneburg mit gerade einmal 9.500 Einwohnern zeichnet sich das Städtchen an der Elbe durch seine schönen Fachwerkhäuser und die beiden Naturschutzgebiete in der Umgebung aus. Am Rande der Stadt steht das imposante Elbschloss, das Wahrzeichen von Bleckede. Dort finden regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen statt, die den Schlosshof mit vielen Besucher*innen füllen. Wie es der Zufall wollte, sollte dieses Schloss auch für einen besonderen Chorauftritt die Bühne bieten. Auf seiner Tour entlang der Elbe hatte sich nämlich der berühmte deutsche Komponist Rolf Zuckowski Bleckede als Konzertstadt in seiner Reihe ausgesucht. Der gebürtige Hamburger Musiker schreibt und komponiert Kinderlieder und gehört mit seinen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Musiker*innen Deutschlands. Es gibt wohl kaum ein Kinderzimmer, das nicht von seiner Stimme und der Fröhlichkeit seiner Lieder erfüllt wird. Was wäre Plätzchenbacken ohne „In der Weihnachtsbäckerei“? Was würden wir am Geburtstag singen, wenn nicht „Wie schön, dass du geboren bist“? Im Sommer 2000 veröffentlichte Rolf Zuckowski seine CD „Elbkinder“ und tourte damit an der Elbe entlang von Stadt zu Stadt. Dort, wo er Halt machte, gab er ein großes Konzert und bat die Kinder aus der jeweiligen Stadt zu sich auf die Bühne, um mit

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von SABINE LERCHE

ihm zu singen. Genau dieses Glück traf auch Vivian. Damals besuchte sie den Grundschulchor von Bleckede. Einmal pro Woche wurden Lieder geprobt, mit denen der Chor anschließend im kleinen Rahmen in Seniorenheimen oder bei Festen auftrat. Seit der zweiten Klasse sang Vivian zusammen mit ihrer besten Freundin im Chor. Die wöchentlichen Proben gehörten fest in den Wochenplan und es machte ihr Spaß, mit ihrer Freundin zusammen zu singen – manchmal auch Lieder von Rolf Zuckowski, der bei ihr zuhause das Kinderzimmer mit Musik erfüllte. Vivians Lieblings-CD war „Elbkinder“ und umso großartiger war es für sie, als bekannt wurde, dass ihr Chor drei Lieder dieser CD zusammen mit Rolf Zuckowski auf der Bühne singen und performen sollte. Vor dem großen Auftritt wurde natürlich viel geprobt, mehr als sonst und auch viel ernsthafter, denn schließlich sollte dann auf der Bühne alles perfekt laufen. Zu der Liedauswahl gehörte auch „Wir hier an der Elbe“, an das sich Vivian noch heute gut erinnert. Genauso ist ihr im Gedächtnis geblieben, wie sehr sie auf den großen Tag hin fieberte. Es war alles ziemlich aufregend und vor allem die Momente auf der Bühne genoss Vivian besonders: Ein warmer Sommertag, ein bis zum Rand gefüllter Schlosshof und mittendrin sie, zwar in der zweiten Reihe, aber trotzdem unglaublich nah bei Rolf Zuckowski. Doch leider gehen die schönsten Momente immer zu schnell vorbei. Die mutigeren Kinder unter den kleinen Sänger*innen ließen sich von Zuckowski noch ihr Chor-T-Shirt unterschreiben. Doch Vivian hielt sich lieber im Hintergrund. Den Star um ein Autogramm zu bitten, dafür war sie dann doch ein bisschen zu schüchtern. Trotzdem bleiben die Erinnerungen und auch ein wenig der Stolz, einmal zusammen mit einem Star auf der Bühne gestanden zu haben.


Mensa derText Nationalitaten

Kulinarische Kombinationen in einer Mensa der Nationalitäten von SABINE LERCHE Wenn die verschiedensten Nationen in einer genussvollen Ergänzung zusammentreffen, wenn sich italienische Maccaroni mit französischem Ratatouille vereinen, dann wisst ihr, dass ihr in der Mensa der SpoHo seid und gerade eine internationale Speisenkombination serviert bekommt. Da wären einmal die beliebten Spaghetti. Richtig italienisch, mal mit Bolognese, mal für die Vegetarischen unter uns mit Tomaten-Pesto und einem Berg geriebenen Parmesan als Topping. Und wer es vegan möchte, nimmt die vegane Bolognese-Sauce, die es mittlerweile auch schon gibt. Und wenn wir schon bei veganer Kost und in Italien sind: Vegetarische Lasagne ist auch immer mal wieder im Angebot. Und Griechische, aber das nennt sich dann Moussaka, gefüllt mit Rindfleisch, dekoriert mit einem Klecks charakterstarkem Zaziki und einem abrundendem Eck Fladenbrot. Mit dem Zaziki ist das aber so eine Sache. Das gibt es auch immer zum Gyros, auch griechisch. Und die Griechen mögen es eben geschmackvoll, also mit Knoblauch und Zwiebeln, die auf dem Pfannengyros platziert werden. Vielleicht hat man also besser einen Kaugummi zur Hand. Manchmal kommt auch etwas außergewöhnlich Ausgefallenes auf den Teller: marinierte Hähnchenbrust mit Chinagemüsen, umrahmt von Ananas-Bambus-Sauce, ergänzt durch einen kleinen Hügel Duftreis und dekoriert mit Sprossen. Oder: Feinste Hähncheninnenfilets unter einem Schwung Orangensauce, gepaart mit Curcumareis und einem Duett aus Zuckerschotten und Karotten. Und natürlich dekoriert mit Sprossen. Für Schwimmer und Schwimmerinnen gibt es am Freitag immer Fisch: Kibbeling und Seelachs, Zanderfilet und Fischstäbchen machen hier das Rennen. Aus welchem internationalen Gewässer sie wohl gefischt wurden? Auch ganz oben im Freitagsangebot stehen die Süßspeisen: Absoluter Renner ist der Milchreis. Deutsch, süß und sättigend. Eine Riesenportion, genau richtig für Regentage. Und wenn es mal etwas Leichtes sein darf, dann am besten die Bergischen Butterwaffeln wählen, Sahne und heiße Kirschen inklusive.

Bleiben wir doch ein bisschen bei den deutschen kulinarischen Besonderheiten: Da wäre einmal der zünftig bayrische Leberkäse, original mit Kartoffelsalat und Senf. Ebenso wie die Münchner Weißwürste, die ein bisschen mit den Nürnberger Rostbratwürstchen konkurrieren. Die Currywurst mit Pommes hingegen steht frei von jeglicher Konkurrenz und nationalem Hintergrund. Sie ist so dominant, dass sie die ganze Mensa mit ihrem Duft erfüllt, sodass die anderen Gerichte kaum noch zur Geltung kommen. Aber zum Glück nimmt nicht jede*r das beliebte Junkfood, sondern orientiert sich auch gerne einmal Richtung Osten: Wie wäre es mit einer harmonisch gewürzten Balkanreispfanne, Bulgur oder Couscous? Dazu gibt es die mit weichem Feta gefüllte Hirtenrolle oder für Vegetarier*innen und Veganer*innen kleine, beinahe quadratische Falafel oder Gemüsebällchen. Aber so richtig im Osten sind wir erst, wenn „asiatisch“ vor den Gerichten steht: asiatisches Hähnchengeschnetzeltes, asiatische Mienudeln mit Wokgemüse, asiatische Frühlingsrollen, die wären dann auch wieder vegetarisch, und für die Veganer*innen gibt’s Samosaecken mit asiatischem Basmatireis. Wem die Auswahl noch nicht reicht, der kann sich auf die besonderen Aktionswochen freuen: Streetfood-Woche, Spargelwoche, WM-Woche, bei der die WM-Teilnehmer mit einer kulinarischen Spezialität auf den Tellern präsent waren. Nur die Deutschen nicht, aber die scheiterten ja auch schon in der Vorrunde… Und wer mit dem breiten Spektrum der angebotenen Speisen überfordert ist und verzweifelt vor dem Mensa-Bildschirm steht, der nimmt einfach Nudeln. In allen Variationen, Kombinationen und Größen: Spaghetti oder Maccaroni, Gnocchi oder Fiorelli, Canneloni oder Tortellini, Schupfnudeln oder Maultaschen. Dazu wahlweise Artischockensauce oder Pesto, Tomatensugo, als Pfanne oder als Beilage, mediterran oder aus der Toskana. Eigentlich ganz egal, wo das Essen herkommt und wie international es ist, es schmeckt immer. Guten Appetit!

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Ursprunge Text von Sportarten Dass Tennis heutzutage mit einem gelben Filzball, zu zweit und mit Schlägern gespielt wird, ist wohl allen klar. Ursprünglich kommt das Rückschlagspiel aber aus Frankreich, wo bis etwa 1500 das sog. Jeu de Paume (fr.: Spiel mit der Handinnenfläche) praktiziert wurde. Erst mit den ersten Meisterschaften im legendären Wimbledon 1877 begann die Professionalisierung des Tennissports. Heute gehören die Grand Slam Turniere, wie die US oder Australian Open zu den bedeutendsten Sportereignissen und auch bei den Deutschen ist Tennis nach wie vor sehr beliebt.

In Deutschland wurde Volleyball in den letzten Jahren, auch durch die Erfolge der Nationalteams immer populärer. Im Jahre 1895 entwickelte William G. Morgan in Holyoke, USA ein Spiel, welches ursprünglich für die älteren Vereinsmitglieder vorgesehen war. Als Alternative zum American Handball und Basketball sollte man dort weniger körperlicher Beanspruchung ausgesetzt werden. Der Name ergab sich aus der typischen Spielweise, die eine Volley Annahme des Balles vorsieht, statt eines Fangens wie in anderen Sportarten. Im Jahre 1947 wurde die FIVB gegründet und wenig später das erste Mal die Volleyball-Weltmeisterschaft ausgetragen.

Woher kommt eigentlich…? von BENEDIKT KANINSKI

Über die Ursprünge verschiedener Sportarten

Das erste offizielle Baseball-Spiel fand auf deutschem Boden 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin statt. Zuvor ist erstmals 1744 von einem Spiel mit Ähnlichkeiten zum Baseball die Rede, welches wohl aus dem Cricket entstand. In der Nachkriegszeit wurde durch die amerikanische Besatzung eine echte Baseball-Gemeinde ins Leben gerufen und auch heute noch ist Baseball in Amerika sehr beliebt. Auch die deutsche Nationalmannschaft feierte allerdings in den letzten Jahren internationale Erfolge.

Ursprünglich gab es bereits in der Antike Wurf- und Fangspiele, die als Vorläufer des heutigen Handballsport gelten. Um die Jahrhundertwende entwarf Holger Nielsen 1906 in der Nähe von Kopenhagen das erste Regelwerk. In Deutschland gilt der 29. Oktober 1917 als Geburtsstunde des Handballs. Der von Max Heiser ursprünglich als „ruhigere“ Alternative zum Fußball und vor allem für Frauen bestimmte Handball hat sich mittlerweile zu einer schnellen Sportart mit hohen Anforderungen an Kraft und Ausdauer entwickelt.

Bei knapp 500 km/h liegt heute der Geschwindigkeitsweltrekord im Badminton. Ein Wert, von dem die Inker und Azteken weit entfernt waren, als sie vor mehreren tausend Jahren einen mit Federn besetzten Ball durch die Luft schlugen. In Europa wurde zur Zeit des Barocks eine Art Federballspiel populär, welches sich großer Beliebtheit erfreute. Ungewöhnlich war jedoch, dass das Sportspiel aufgrund der Flugbahn des Balles zunächst oft in Kirchen ausgeübt wurde. Heute ist Badminton besonders in Asien eine Art Volkssport und auch in Deutschland entwickelte sich in den letzten Jahren eine große Fangemeinde.

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Kreuzwortratsel Text

Kreuzworträtsel

1. Eine der sechs Dimensionen von Diversität 2. Anzahl von Deutschlands Nachbarländern 3. Förderprogramm für Austauschstudierende 4. Körperbezogene Diskriminierung im Internet 5. Sonniger Bundesstaat der USA 6. Jedes Jahr am 8. März 7. Griechisches Gericht aus der Mensa 8. Seit Dezember 2018 dritte Geschlechtskategorie im Geburtenregister 9. Neue Aktion des AStAs zum Prärecycling von Papier 10. Ansprechpartner für Auslandsaufenthalte 11. Burg in Litauen

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Gelebte Vielfalt hat aber nicht nur auf einzelne Individuen eine positive Auswirkung, sondern auch auf die gesamte Gesellschaft. Vielfalt birgt ein großes Potential in sich, schließlich sind wir alle mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten gesegnet. Im Team eröffnet uns Diversität die Chance auf innovative und kreative Lösungen. Was es dafür braucht, ist ein Umfeld frei von Vorurteilen, das geprägt ist von Akzeptanz, Respekt, Toleranz, Wertschätzung und Vertrauen. Der AStA und das StuPa möchten sich dafür einsetzen, die Rahmenbedingungen für solch ein positives Klima an der SpoHo zu schaffen und zu pflegen. Diese Ausgabe der Adrenalin, die sich dem Thema Vielfalt aus verschiedenen Perspektiven widmet, soll einen Beitrag hierzu leisten.

von JULIA HEßLER

Dimensionen von Diversität

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Wir sind alle verschieden, jede*r von uns ein Individuum. Das war schon immer so, tritt aber heute, zu Teilen durch die Globalisierung und den demografischen Wandel, noch mehr zutage. Außerdem hat sich der öffentliche Diskurs über einige Facetten von Diversität erst in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt. Die „Charta der Vielfalt – für Diversity in der Arbeitswelt“ unterscheidet zwischen sechs Dimensionen der Diversität: Alter, Behinderung, ethnische Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, Religion und Weltanschauung sowie sexuelle Orientierung und Identität. Wenn wir die Vielfalt in unserem Umfeld hier an der Deutschen Sporthochschule Köln, aber auch in der gesamten Gesellschaft, erkennen und schätzen, können wir dazu beitragen, dass alle Menschen in der Gemeinschaft gleichermaßen berücksichtigt werden und sich so, wie sie sind, wohlfühlen können.

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Adrenalin WiSe 2018/19 - Titelthema Diversität und Toleranz  

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